Lügen haben kurze Waffenstillstands-Beine

Barry Rubin, IsraPundit, 21. Dezember 2008

Wer verstehen kann, warum die Hamas ihren Waffenstillstand mit Israel beendet, kann die Politik des Nahen Ostens verstehen. Wer das nicht kann, kann es nicht.

Von einem westlich-moderaten, pragmatischen Standpunkt aus macht die Entscheidung der Hamas aus mehreren Gründen keinen Sinn:

– Die Hamas kann Israel militärisch nicht besiegen. Daher wird der Kampf die strategische Lage der Hamas weder verbessern noch den Sieg bringen.

– Israelische Gegenangriffe werden sowohl Verletzungen und materiellen Schaden im Gazastreifen anrichten, als auch dem Gebiet und den Untertanen der Hamas große Kosten aufbürden.

– Die Rückkehr zum Krieg wird sicher stellen, dass die Hamas politisch isoliert bleibt und internationale Anerkennung und Hilfe weiter blockiert werden, die ihr in ihrer Sache helfen und die Sanktionen gegen den Gazastreifen beenden könnten.

Der erste besteht darin, dass sie den Waffenstillstand beenden, während George W. Bush noch Präsident ist. Natürlich fühlt Israel sich jetzt feier gegen die Hamas zurückzuschlagen, als nach der Amtseinführung von Barack Obama, einfach deshalb, weil die neue Administration eine Krise würde vermeiden wollen, bevor sie ihre Pläne und ihr Team eingerichtet hat. Außerdem würden die Vereinigten Staaten vermutlich eine Ruhe bevorzugen, während sie beginnen sich aus dem Irak zurückzuziehen.

Zum zweiten wird die Waffenruhe am Vorabend einer wichtigen palästinensischen Krise ausgesetzt: PA-Chef Mahmud Abbas kündigt eine Selbstverlängerung seiner Amtszeit an. Man könnte meinen, die Hamas würde es vorziehen die Israel-Front eine Weile ruhig zu halten, um sich auf die Bekämpfung der Fatah und der PA zu konzentrieren.

Schließlich gibt es noch Israels Wahlkampf. Das macht zwar einen groß angelegten israelischen Gegenschlag nicht unvermeidbar, aber ein solcher Zug würde die gegenwärtige Regierung bei den Wählern beliebter machen.

Daher könnte ein Beobachter von außen einfach zu dem Schluss kommen, dass das Verhalten der Hamas „dumm“ ist. Aber nach dem Aufbau einer Massenbewegung, einer nicht unbeträchtlichen Armee, der Übernahme des Gazastreifens und dem Aufbau breiter Unterstützung in der arabischen und muslimischen Welt mag die Hamas aus nach Völkermord strebenden Fanatiker zusammengesetzt sein, aber nicht aus Dummköpfen. Was erklärt dann ihr offensichtlich dummes Verhalten?

Hier ist eine Fallstudie, wie Politik im Nahen Osten wirklich funktioniert:

  • Die Hamas glaubt wirklich an ihre eigene Propaganda, sie erwartet trotz aller Widrigkeiten. Kosten und Verluste sind irrelevant. Die Schlacht wird weiter gehen bis zum Sieg, selbst wenn das Jahrzehnte dauert. Das zeigt, dass die Hamas nicht moderater wird – dasselbe gilt für die Hisbollah, Syrien und den Iran.
  • Gleichzeitig ist die Hamas dem Wohlergehen der eigenen Leute gegenüber nicht gleichgültig; Fakt ist, dass sie versucht sie leiden zu lassen – als politische Strategie. Je schlechter es den Palästinensern geht, glaubt die Hamas, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie kämpfen und sterben werden. Dieses „Je schlechter die Dinge liegen, desto besser sind sie“ ist genau das Gegenteil der westlichen Perspektive.

Aber die Hamas geht noch weiter. Sie weiß, dass das Leiden auf Israel geschoben werden kann. Westliche Pragmatiker erklären: Die Palästinenser müssen offensichtlich Frieden, Wohlstand und Eigenstaatlichkeit den Vorzug geben. Das Ablehnungsverhalten muss deshalb wegen der Verzweiflung und dem Fehlen eines guten Angebots und guten Willens im Westen vorhanden sein. Tatsache ist also, dass die Lage nicht wegen unserer Fehler so ist, sondern weil sie es gezielt so wollen.

So kann die Hamas gut zu dem Schluss kommen, dass der beste Weg, Israel unter Druck zu setzen und – zumindest nach ihrem Denken – Hilfe aus dem Westen zu bekommen, radikaler zu sein, nicht moderater.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Die als führende Zeitung Amerikas angesehene Zeitung berichtete kürzlich, dass beide Seiten den Waffenstillstand verletzen: Die Hamas feuert Raketen auf Israel; Israel übt Vergeltung, indem es die Grenzen schließt. Nach dieser Definition erlaubt die Tatsache, dass die Hamas und ihre Verbündeten Rakten auf israelische Zivilisten feuern, keinerlei Antwort Israels, sei sie nun militärisch oder anders. Das ist die Art Denken, das die Hamas fördern will.

Dann erwartet die Hamas auch, dass durch die Auslösung einer Krise Friedensschützer angezogen werden wie (ich war versucht hier das Wort „Fliegen“ oder die Redensart „Motten das Licht“ zu verwenden, verwarf das aber) hart arbeitende Ameisen anziehen, die Pressekonferenzen geben, auf denen sie darauf bestehen, dass „etwas getan werden muss, um die Krise zu entschärfen“. Dieses „etwas“ scheint gewöhnlich aus einseitigen israelischen Zugeständnissen zu bestehen. Kurz gesagt: Die internationale Gemeinschaft soll losstürmen um die Hamas oder die Palästinenser vor sich selbst zu retten.

Gleichzeitig glaubt aber die Hamas, dass ihre Unnachgiebigkeit und Aggressivität die Unterstützung in der arabischen und muslimischen Welt verstärken wird. Wie bei der Hisbollah macht einen Krieg zu führen und ihn als Sieg darzustellen – auch wenn die Fakten etwas anderes sagen – einen zum Helden und zieht Gelder an. Das ist auch ein Urteil zu palästinensischen Antworten. Es kann mehr öffentliche Unterstützung, indem man Märtyrer schafft, als durch die Schaffung höherer Lebensstandards. So wird die Hamas in ihrer Rivalität mit der PA besser fahren, wenn sie Israel bekämpft, als wenn sie die Armut bekämpft.

Ich sage nicht, dass diese Strategie voll aufgehen wird, aber sie hat in Teilen Erfolg. Wenn man glaubt, dass kurzfristig alles egal ist und man die Gottheit auf seiner Seite hat, dann sieht die Realität ziemlich anders aus. Zusätzlich bringt Macho-Militanz im Nahen Osten Popularität, innenpolitisch wie international. Das letzte Vierteljahrhunderts hat auch gezeigt, dass das westliche Mitgefühl manipuliert werden kann, indem man die Gewalt verstärkt und Lösungen des Konflikts auf eine Weise blockiert, die Israel angehängt werden wird.

Dennoch ist diese Weltsicht auch illusorisch. Das eigene Volk verarmen zu lassen und die Infrastruktur zu zerstören, über die man herrscht, macht solche Gruppen eher schwächer als stärker, besonders wenn Israel sich auf materiellen Gewinn konzentriert. Die Geduld des Westens mit den Palästinensern hat nachgelassen; die arabischen Staaten sind nicht so eifrig mit der Hilfe. Eine Strategie, die von Selbstmord-Bombern abhängig ist, ist letztlich selbstmörderisch.

Auch ist Ironie, was den Westen angeht, dass Islamisten nicht mit dem davon kommen können, was sich arabische Nationalisten leisten. Zu viele westliche Intellektuelle, Journalisten, Linke und sogar Politiker mögen sich von revolutionärer Romantik mitreißen und Yassir Arafat nur als hässliche Version von Che Guevara sehen lassen. Weit weniger betrachten radikale Islamisten als heldenhafte Befreier.

Die Quintessenz ist: Die Hamas wird isoliert und schwächer zurückbleiben, als sie es sein könnte, wenn sie die Dinge ruhig halten, ihren Griff auf den Gazastreifen konsolidieren, ihre Armeen und Unterstützungsbasis weiter aufbauen und mehr Geduld haben würde.

Aber die Hamas wird auch überleben, ideologisch unverfälscht, in der Lage Kriegsgeschrei darüber auszustoßen, dass sie Israel von der Landkarte wischen wird und vergiftet mit dem Glauben sie folge göttlichem Willen. Das reicht der Hamas-Führung und ihrer Gefolgschaft.

Die Wahrheit über die „Waffenruhe”

Elder of Ziyon hat gerade im „Waffenstillstands“-Kalender für November die Tage im November und Ende Oktober markiert, an denen Israel die Einfuhr von Waren in den Gazastreifen erlaubt hat. Das dient vor allem dazu, dem kurzen Gedächtnis der Welt auf die Sprünge zu helfen, da immer erklärt wird Israel halte den Strip hermetisch abgeriegelt und sorge für eine „humanitäre Katastrophe“, weil es keinerlei Güter hinein lässt. „Die Menschen in Gaza verhungern“, heißt die Botschaft, die nicht nu die Bekloppten Grünhelme von sich geben (während im Gazastreifen orgiastisch das Opferfest begangen wird, sondern auch Leute, die vor Ort waren und es besser wissen müssten (wie Lauren Booth).

Die Wahrheit sieht also anders aus. Das israelische Außenministerium bietet zudem regelmäßig eine Auflistung der Güter an, die in den Gazastreifen geschickt wurden. Für die Zeit vom 7. bis 12. September 2008 (als besagte Lauren Booth gerade Propaganda-Einkäufe tätigte) wurde z.B. Folgendes hineingeschickt:

299 LKW-Ladungen Waren über den Sufa-Übergang.
390 LKW-Ladungen Waren über den Karni-Übergang
Insgesamt mehr als 19.655t Waren, darunter 2442t Zement und humanitäre Hilfsgüter wie Lebensmittel, Medikamente, landwirtschaftliche Ausrüstung, Schulbedarf.
Erez-Übergang: 97 Patienten und ihre Begleitung reisten für medizinische Behandlung nach Israel ein.

Treibstoff (über Nahal Oz):
121.000 Liter Benzin
1.199.920 Liter Diesel für Transportzwecke
2.509.610 Liter Diesel für den Betrieb des Kraftwerks
1.228 t Kochgas

Anfangs der Waffenruhe, als es noch immer sporadisches Raketenfeuer gab, schloss Israel die Übergänge nach jeder Rakete einen Tag lang und öffnete sie dann am nächsten Tag wieder. Im September und Oktober, als das Raketenfeuer beinahe aufhörte, lieferte Israel fast jeden Wochentag, außer an den jüdischen Feiertagen, Waren. Die gelieferte Hilfe war weitaus abwechslungsreicher und von größerer Quantität als vor der „Waffenruhe“. Betrachtet man die Zahlen, dann sie man, dass jede LKW-Ladung aus Israel 10 bis 20 t Hilfsgüter brachte. (Man vergleiche das mit der einen Tonne Hilfen, die die Free Gaza-Freaks mit ihrem letzten Schiff gebracht haben wollen mit den 5000 t Hilfsgütern, die Israel im Dezember lieferte, selbst während des Raketen-Sperrfeuers.)

Mit anderen Worten: Israel hielt sich an die Bedingungen der Waffenruhe: zunehmende Warenmengen, die nur gestoppt wurden, wenn das Raketenfeuer aufgenommen wurde. Im Moment tun die Hamas und ihre nützlichen Idioten von Freunden im Westen so, als seien die Schließungen etwas Neues, obwohl das während der gesamten sechs Monate der so genannten Waffenruhe israelische Politik war.

Ursache und Wirkung sind klar: Wenn keine Raketen gefeuert werden, bekommen sie in Gaza Hilfsgüter. So einfach ist das und diese Fakten sind dokumentiert. Diesen „Friedens“-Aktivisten, die vorgeben sich um die Menschen im Gazastreifen zu sorgen, aber über die Raketen schweigen, sind sowohl die Menschen in Gaza als auch der Frieden egal.

Dieser ramponierte, falsche „Waffenstillstand“ endet heute, Freitag, 19. Dezember 2008, offiziell. Bestand hatte er seit einem Monat schon nicht mehr, weil die Terroristen schon mehrere Hundert Raketen und Mörser geschossen hatten. Israel hat mit einer handvoll gezielten Schüssen geantwortet und seine Regierung hat immer noch von Waffenstillstand und Fortsetzung der Waffenruhe gefaselt. Olmert et. al. trotteln mal wieder der Entwicklung weit hinterher.

Wenn man richtig fiese Nachbarn hat

Wir haben hier einen schönen November-Freitag – sonnig, warm, blauer Himmel, milde Brisen. Und der vierte Tag in Folge mit terroristischem Raketenfeuer aus dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen auf zivile israelische Ziele.

Fünf Raketen schlugen seit dem heutigen Morgengrauen in Israel ein [der Beitrag wurde gegen 14.30 Uhr eingestellt]. Zwei gingen in Sderot nieder, drei in der Negev-Wüste. Die Al Quds-Brigaden, teil der Terrorgruppe Islamischer Jihad, gab die übliche die Muskeln spielen lassende, vor Hormonen triefende Presseerklärung aus, mit der sie die Verantwortung für sich beanspruchten. In der Zwischenzeit sind die Eltern israelischer Schulkinder von den Behörden aufgefordert worden wachsam zu bleiben – was immer das heißt.

Gestern, am Donnerstag, wurden vier weitere Qassam-Raketen nach Israel geschossen. Und seit dem letzten Dienstag haben palästinensisch-arabische Terroristen nicht weniger als 50 Raketen nach Israel geschossen. Eine davon landete nahe der Neot-Grundschule in Aschkelon, wo 700 Kinder sich auf eine Luftangriffs-Übung vorbereiteten, die einen realeren Charakter annahm und das nicht zum ersten Mal. Kinder, die von der Sirene in Angst versetzt wurden, wurden kurz darauf von ihren Eltern eingesammelt.

Sagen wir „in Angst versetzt“? Unsere Gesellschaft ist keine, die ohne Grund zittert. Sehen Sie sich die folgenden Grafiken an, die zusammenfassen, wie es ist in einer Nachbarschaft zu leben, wo die Barbaren ohne jegliche Zurückhaltung agieren und das weit gehend ohne jegliche Aufmerksamkeit von Medien oder Regierung außer seitens der Israelis. (Daten mit freundlicher Genehmigung von hier.)

Raketen, die während der vergangenen 12 Monate von Gaza-Terroristen nach Israel geschossen wurden.

Mörser, die seit Oktober 2007 nach Israel geschossen wurden.

Israelische Opfer – Opfer der Raketen und Mörser der Hamas nur in den letzten zwölf Monaten und nur in den Orten und Städten, die in der Nähe des von der Hamas kontrollierten Region Gaza liegen [lila=Verletzte, grün=Tote].

Die Diagramme oben wurden vor dem wilden Feuern dieser Woche erstellt. Welches Land mit Selbstachtung – außer Israel – würde jemals diese Art unbarmherziger Attacken auf seine Zivilbevölkerung ohne Flächenbombardement auf die terroristischen Täter in ihrem Schlangennest-Festungen hinnehmen?

Was man so als Waffenruhe verkauft und wer sie bricht

Es hat nicht lange gedauert. Na ja, im Nahen Osten sind fünf Tage schon fast eine Ewigkeit. So lange hat die „Waffenruhe“ am Gazastreifen gedauert. Heute wurde er erst vom Raketenalarm gestört wurde, dann schlugen insgesamt drei Qassams ein, zwei davon in Sderot, eine in offenem Gelände. Premier Olmert, der vorher tönte, dass der Waffenschmuggel der Hamas einen Bruch des Waffenstillstands darstelle, bezeichnete die Beschießung durch den Palästinensischen Islamischen Jihad als „eklatanten und eindeutigen Bruch der Abmachungen, die als Teil der Waffenruhe verabredet wurden“.

Natürlich sehen die Terroristen das anders. Für sie gilt ein Antiterror-Einsatz der IDF in Schechem/Nablus als solcher Bruch. Dass die „Westbank“ von ihnen einseitig in den „Waffenstillstand“ einbezogen wurde, hat ja nichts zu bedeuten. Auch nicht, dass PA-Terroristen bereits Montagabend einen Mörser aus dem Gazastreifen nach Israel schossen.

Jetzt fragt sich, wie das Großmaul von Regierungschef auf die pal-arabischen Brüche reagiert. Zu erwarten ist, dass gar nichts passiert, außer, dass die Terroristen hofiert werden, die Grenzübergänge stärker geöffnet werden und die westliche Presse wird alles tun, um Israel die Schuld am Ende der Scharade zuzuweisen.

Unsere großen Medien halten sich (noch?) zurück. Andere weniger Die israelische Botschaft in Berlin berichtet in ihrem Newsletter nur von den drei Raketen, der Mörserangriff fehlt. Israelnetz übernimmt von Ha’aretz die Bekämpfung der Terroristen in Nablus, in der auch dick die Palästinenser-Sicht wiedergegeben wird, während die Fakten zur Geltung der „Waffenruhe“ sowie der Mörserangriff erst am Ende nebenher vorkommen.

Die Freunde der offenen Gesellschaft hatten nur den Mörserangriff im Programm. Dafür die richtigen Fragen: Wo sind die deutschen Medien? Wo bleiben zumindest die Verurteilungen?

Beer7 berichtet – noch früh am Morgen, vor den Raketen – den Mörserangriff und zitiert die Terroristen-Lügen vom Bruch der Waffenruhe durch Israel.

Gleichermaßen hat Lila von Letters from Rungholt am frühen Morgen den Mörserangriff und fragt sich, warum Israel so genannte Blockade weiter lockert und was noch kommt und ob das so weiter gehen wird. Im Update folgen (als Antwort auf die rhetorische Frage) die Raketenangriffe.

Jihad Watch bringt eine Meldung von AP: Der Mörserangriff fehlt bei der Agentur, die Raketen sind Antwort auf Israels „Bruch“ (Anführungszeichen von mir) der Waffenruhe. Zumindest wird erwähnt, dass die „Westbank“ (Anführungszeichen von mir) nicht formal Teil in die Waffenruhe einbezogen wurde. Aber die Hamas verkündet, sie bleibe ihr verpflichtet. Ja klar!

Verteidigungsminister Ehud Barak hatte auch schon getönt, als er heute durch den Negev tourte: „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet werden, Stille mit Stille“, gab er von sich. Aber wie auf die Beschießung durch die Terroristen geantwortet werden soll, das sagte er offenbar nicht.

Und die Agenturen bereiten vor, dass Israel beschuldigt werden kann für die Gewalt verantwortlich zu sein. Genaueres hat Beer7 aufgeführt. Da wollte MS-NBC wohl nicht nachstehen und verkündet: „Die Westbank ist kein formeller Teil der Gaza-Waffenruhe. Aber der israelische Angriff könnte als Verletzung des Geistes des Waffenstillstands gesehen werden.“ Das ist der komplette Bullsh*t! (So gesehen ist der „Geist des Waffenstillstands“ der: Israel hat still zu halten, egal was passiert.) Auch MS-NBC scheint die Haltung einzunehmen, dass einzig und alleine die Terroristen definieren dürfen, wer im Rahmen des „Waffenstillstands“ was tut. Was ist eigentlich mit dem „Geist des Waffenstillstands“ geschehen, als der Mörserangriff auf Israel geführt wurde?

Spirit of Entebbe hat ein paar nette Zitate, die zeigen, wie die Terroristen das mit dem Waffenstillstand sehen, besonders jetzt nach dessen Bruch. Zuerst einmal wird jemand namens Al-Haya in der Ha’aretz zitiert, auf Englisch; hier die Übersetzung:
– „Selbst wenn es durch einige Fraktionen Verletzungen gibt, betont die Hamas ihre Verpflichtung zur Ruhe und arbeitet an der Umsetzung der Ruhe… Aber die Hamas wird keine Polizei sein, die die Grenze der der Besatzung sichert. Niemand wird sich eines frohen Augenblicks erfreuen, in dem er jemanden von der Hamas sieht, der einem Widerstandskämpfer ein Gewehr ins Gesicht hält.“
Klar genug?
Und die Waffenruhe wird nicht durch Raketenschüsse nach Israel gebrochen, nein: „Die Schließung [der Grenzübergänge] durch die Besatzung ist ein Bruch des Handels für die Ruhe im Gazastreifen.“ Also ist es Israel, das gar nicht mehr im Gazastreifen ist, ihn aber trotzdem noch besetzt hält, das durch die falsche Reaktion auf den trotz „Waffenruhe“ statt findenden Terror die „Waffenruhe“ bricht.
Diese Logik ist einfach umwerfend!

Mehr Tod, mehr Schmerz im südlichen Israel

This Ongoing War, 29. Februar 2008

Die palästinensisch-arabischen Jihadisten im Gazastreifen beschäftigen sich gestern selbst für ihre Standards mit einer Orgie von Terrorangriffen. Mehr als 50 Raketen wurden Mittwoch aus dem Gazastreifen ins südliche Israel geschossen. Eine traf das bis dahin nicht betroffene Sapir College, eine Bildungsinstitution in der Nähe von Sderot und tötete dort einen Studenten, den vierfachen Vater Roni Yechiah.

Eine der anderen Raketen explodierte auf dem Grundstück des Barzilai-Krankenhauses in Aschkelon, als die Belegschaft gerade mitten in der Versorgung eines Stroms von Verwundeten der Angriffe bei Sderot beschäftigt war.

Sagen wir es klar und deutlich: Das ist Krieg. (Klingt offensichtlich? Nicht für alle. Lesen Sie weiter.)

Im heutigen Wall Street Journal schreibt Bret Stephens, dass Israel von fast jeder internationalen Körperschaft und Regierung gedrängt wird, seine Antwort auf die mörderischen Angriffe zu der Terroristen einzuschränken – auf etwas „verhältnismäßiges“.

Was heißt das? Lässt sich „Verhältnismäßigkeit“ auf die Absicht derer anwenden, die die Qassams abschießen – nämlich den wahllosen Terror gegen die Zivilbevölkerung? In diesem Fall würde eine „verhältnismäßige“ israelische Antwort vielleicht beinhalten, dass 2.500 Artilleriegranaten zufällig auf zivile Ziele im Gazastreifen geschossen würden. Oder sollte Verhältnismäßigkeit auf die Auswirkungen der Qassams angewandt werden – eine genauestens kalibrierte, Auge-um-Auge-Operation, bei der ein Dutzend Palästinenser getötet und die absichtliche Verstümmelung oder Traumatisierung einiger hundert mehr vorgenommen wird? Sicher ist das nicht das, was die Vertreter der Verhältnismäßigkeit im Sinn haben. Was sie wirklich meinen: dass Israel mit Moderatheit antworten sollte. Aber die Kriterien für Moderatheit sind subjektiv. Sollte Israel Hamas-Führer aussuchen, die die Raketenangriffe befehlen? Das Europaparlament hat letzte Woche eine Resolution verabschiedet, die genau diese Praxis der gezielten Tötungen verurteilt. Sollte Israel rein wirtschaftliche Maßnahmen durchführen, um die Hamas für die Qassams zu bestrafen? Dieselbe Resolution verurteilte das, was sie Israels „Kollektivbestrafung“ der Palästinenser nennt. Sollte Israel versuchen die Qassams durch begrenzte militärische Vorstöße auszuhebeln? Auch das hat den unverzeihlichen Effekt als Ergebnis zu viele palästinensische Opfer zu haben, die als „unverhältnismäßig“ zur Anzahl von Qassams verwundeter Israelis gewertet werden. Angesichts dessen hat Israels angenommenes Recht auf Selbstverteidigung praktisch keine Anwendungsmöglichkeit, was den Gazastreifen angeht. Statt dessen wird Israel der Rat erteilt Waren frei in den Streifen fließen zu lassen und mit der Hamas eine Feuereinstellung auszuhandeln.

Es lohnt sich den ganzen Artikel von Bret Stephen zu lesen: The Sderot Calculus (Die Sderot-Rechnung).

Heute forderte US-Außenministerin Condoleezza Rice in Tokio ein Ende der jihadistischen Raketenangriffe auf Israel. Aber in der wirklichen Welt kann sich niemand vorstellen, dass das passieren wird und tatsächlich gab es heut Morgen mehrere Runden Raketenfeuer auf Israel (es ist noch nicht einmal Mittag). Zu den heutigen Opfern gehören der Leibwächter des israelischen Ministers für öffentliche Sicherheit, Avi Dichter, der in der Nähe einer Stelle von Splittern verletzt wurde, an der einige der Raketen von gestern einschlugen.

Lassen Sie es uns klar und deutlich sagen: Das wird weiter gehen, bis es von unserer Seite mit Nachdruck beendet wird.

Olmert an Sderot: Hört auf zu jammern

Elder of Ziyon, 10. Februar 2008

YNet berichtet:

Premierminister Ehud Olmert sprach am Beginn des Kabinettstreffens am Sonntag die Lage in Sderot an. Er sagte: „Es besteht kein Zweifel, dass wir alle den Schmerz teilen; die Wut ist verständlich und natürlich, aber Wut ist kein Plan, wie gehandelt werden soll.“

Vielleicht ist es an der Zeit jedermann an meine Geschichte der Olmert-Äußerungen zu den Qassams zu erinnern, die ich zuletzt im September veröffentlicht habe:

Ende November 2006 sagte Olmert: „Wir sind ein wenig enttäuscht“, dass die Qassam-Attacken selbst während eines „Waffenstillstandes“ weiter gingen, den Israel einseitig einhielt.

Der Qassam-Beschuss ging weiter.

Im Dezember 2006 schrieb Olmert einen Brief an die UNO, in dem es hieß: „Diese Zurückhaltung kann nicht viel länger weiter gehen.“

Der Qassam-Beschuss ging weiter.

Im Februar 2007 sagte Olmert: „Wir werden uns nicht auf ewig zurückhalten. Die fortgesetzten Angriffe fordern Israels Geduld heraus. Letzten Endes werden wir, wenn die Angriffe weiter gehen, antworten.“

Der Qassam-Beschuss ging weiter.

Im April sagte Olmert: „[Israel] kann nicht weiterhin die Qassam-Abschüsse und Infiltrationsversuche terroristischer Zellen ignorieren“.

Der Qassam-Beschuss ging weiter.

Schließlich gab Israel im Mai den fiktiven „Waffenstillstand“ auf und begann auf die Qassam-Verschießer zu schießen.

Trotzdem ging der Qassam-Beschuss weiter.

Monat um Monat um Monat. Jede einzelne Rakete verursachte Feiern und Gratulationsartikel in palästinensisch-arabischen Zeitungen und Internetseiten.

Jetzt sind die Schulen in Sderot wieder offen und die Zahl der Qassams nimmt zu.

Und was sagt Olmert im September?

Wir werden uns nicht damit abfinden und wir werden das nicht durchgehen lassen.“

Olmert hatte also reichlich Zeit einen Plan zu entwerfen und das beste, was er tun konnte, war die Stromlieferungen in den Gazastreifen um 5% zu kürzen? Und dann hat er die Chuzpe die Opfer der täglichen Angriffe aufzufordern nicht zu protestieren, sondern ihm einen „Aktionsplan“ zu liefern – ist das nicht seine Aufgabe?

Statt die Qassam-Angriffe zu verringern, haben sie im Verlauf der letzten Monate sehr stark zugenommen.

Vergessen wir die Winograd-Kommission. Die Unfähigkeit Olmerts, irgendetwas zur Verteidigung Israels gegen die Qassams zu unternehmen, ist an sich schon Grund genug seinen Rücktritt zu fordern.