Unwissen – ein Kennzeichen von Qualitätsjournaille

gefunden  auf twitter – SPIEGEL online hatte zum Antisemitismus gewisser preisgekrönter Rapper „recherchiert“ – und dann das hier ins Netz gestellt (Screenshot), was dann gerne aufgenommen und kommentiert wurde.

 

Deutscher Staatssender nutzt Jerusalem um Israel niederzumachen

CAMERA, 15. Dezember 2017

Die Deutsche Welle, für die mediale nachrichtliche Auslandsdarstellung Deutschlands verantwortlich, existiert, um ein positives Image von Deutschland zu vermitteln. Das Bundesgesetz, das den Sender regelt, besteht darauf, dass „die Sendungen die Öffentlichkeit in die Lage versetzen müssen sich unabhängige Meinungen zu bilden; er darf keine Partei oder politische Vereinigung, religiöse Gemeinschaft, einen Beruf oder eine Interessengemeinschaft einseitig unterstützen“.

Es ist unklar, was in dem Rechtsauftrag die Veröffentlichung mit von Fehlern durchsetzten, tendenziösen Beiträgen rechtfertigt, mit denen auf den jüdischen Staat eingeprügelt wird. Aber genau dazu nutzte die Deutsche Welle die Gelegenheit bei ihrem Überblick unter dem Titel „Jerusalem: Three things to know“ (Jerusalem: Drei Dinge, die man wissen muss). Der Beitrag vom 7. Dezember beginnt mit einer kleinen, aber unerklärlicherweise falschen Darstellung einer Tatsache: „Israel eroberte im Nahost-Krieg von 1967 ganz Jerusalem“ und wirft nie einen Blick zurück, zitiert ausschließlich Kritiker Israels und ist offen ihren bevorzugten Argumentationspunkten zugeneigt.

  • Wie festgehalten besagt der erste Satz des Artikels fälschlich, dass „Israel im Nahost-Krieg von 1967 ganz Jerusalem eroberte, dann das arabische Ostjerusalem annektierte“.

Fakt ist, dass Israel den westlichen Sektor Jerusalems 1948 einnahm, als Jordaniens Arabische Legion den östlichen Sektor besetzte. Als Israel die jordanischen Truppen 1967 in ihr Territorium zurückdrängte, eroberte es nicht „ganz Jerusalem“, sondern nur den östlichen Teil, der von Jordanien besetzt und annektiert war. Die Deutsche Welle hat es abgelehnt die Falschaussage zu korrigieren.

  • Unter der Überschrift „Demographie und Ungerechtigkeit“ – beachten Sie den voreingenommenen und subjektiven Wortgebrauch schon im Titel, der die in dem Artikel vermittelten verschiedenen antiisraelischen Vorwürfe akzeptiert, die als Ungerechtigkeit betrachtet werden sollen – hatte der Artikel behauptet: „Seit 1967 hat Israel den Transfer von mehr als 200.000 Israelis in rein jüdische Siedlungen – oder was die israelische Regierung Viertel nennt – in den Außenbezirken von Ostjerusalem vorangetrieben. Die Siedlungen sind nach dem internationalen Recht illegal.“

Es ist rundheraus falsch zu behaupten, dass diese Gegenden „rein jüdisch“ sind. Arabische Einwohner Jerusalems und Nichtjuden aus ganz Israel können in diesen Vierteln leben und tun das auch. (Um ein Beispiel anzuführen: Reuters berichtete 2014: „Offizielle Zahlen aus dem Jahr 2013 zeigen, dass 7,5 Prozent der Einwohner von French Hill Araber sind“, und stellte fest, dass der Prozentsatz sogar höher sein könnte.)

Die Verwendung des Wortes „Transfer“, um die Entscheidung von Juden und Araber sich in diesen Vierteln einzumieten oder Immobilien zu kaufen zu beschreiben, ist unverschämt parteiisch und gehört nicht in eine neutrale Nachricht. Es ist ein Begriff, der von antiisraelischen Aktivisten bevorzugt wird, die anstreben fälschlich zu implizieren, dass die dort Hinziehenden das nicht aus freien Stücken tun.

Schließlich ist die Behauptung, dass Israels Jerusalemer „Siedlungen“ das internationale Recht verletzt, nicht nur parteiisch bezüglich dem, was der Artikel gerade einen Satz zuvor eingestand, nämlich dass darüber gestritten wird, ob die Jerusalemer Viertel als Siedlungen zu beschreiben sind, sondern läuft auch auf eine vorgreifende juristische Beurteilung anstelle von Journalismus hinaus. Obwohl viele darauf bestehen, dass Siedlungen illegal sind, gibt es angesehene juristische Sachverständige, darunter Julius Stone und Eugene Rostow, die das anders bewerten.

Nach CAMERAs Austausch mit der Deutsche Welle wurden die Verweise auf „rein jüdische“ Siedlungen und der Wortgebrauch zu „Transfer“ aus dem Text entfernt. (Die Fehler und Veränderungen wurden jedoch entgegen journalistischer Standardpraxis nirgendwo auf der Internetseite eingestanden.)

  • Der Artikel gibt an, dass „mehr als 2.000 jüdische Siedler im Herzen arabischer Viertel in Ostjerusalem leben, in einige Fällen Einwohner aus ihren Häusern vertrieben“.

Er lässt jedoch außer Acht, dass einige dieser „arabischen Viertel“ historisch jüdische Bereiche hatten, die während des Kriegs von 1948 ethnisch gesäubert wurden. Tatsächlich waren die Immobilien, in die Juden eingezogen sind, entweder gekauft worden oder sie gehörten vor der jordanischen Invasion Juden. Und in den meisten Fällen werden arabische Einwohner als geschützte Mieter eingestuft und können nicht aus ihren Heimen gezwungen werden, solange sie Miete zahlen. Diejenigen, die den legalen Eigentümern keine Miete zahlen, können natürlich zwangsgeräumt werden. Der Sprachgebrauch, der suggeriert, Juden könnten nach Gutdünken arabische Hauseigentümer oder Mieter entfernen, führt die Leser in die Irre.

Die Deutsche Welle lehnt es ab das klarzustellen.

  • Der Artikel behauptet: „Israelische Behörden haben Entwicklungs- und Baugenehmigungen für Palästinenser eingeschränkt.“

In Wirklichkeit sind Baugenehmigungen nur insofern „eingeschränkt“, als – für den jüdischen wie für den arabischen Sektor – einige Anträge genehmigt und andere abgelehnt werden. So ist das in allen Kommunen der Fall. Fakt ist, dass die arabische Gemeinschaft Jerusalems Baugenehmigungen für mehr Quadratmeter Wohnungsbau erhalten hat als die demografisch (was Bevölkerungsanteil und Familiengröße angeht) ähnliche jüdisch-ultraorthodoxe Gemeinschaft; insgesamt ist das Verhältnis der beantragten und erteilten Genehmigungen im jüdischen und arabischen Sektor vergleichbar. 2009 zum Beispiel lag der Anteil der genehmigten Anträge in Ost-Jerusalem bei 55 Prozent gegenüber 63 Prozent in West-Jerusalem. Im westlichen Teil der Stadt wurden weitere Anträge genehmigt, was aber daran liegt, dass in diesem Sektor viel mehr Anträge gestellt wurden.

Die Deutsche Welle lehnt es ab diesen Kontext hinzuzufügen.

  • Der Text behauptet, dass israelische Behörden palästinensischen Jerusalemern Aufenthaltsgenehmigungen erteilen, was das Recht beinhaltet dort zu arbeiten, zu wohnen und Leistungen zu erhalten, aber nicht zu wählen.

Das ist falsch. Palästinensische Einwohner Jerusalems haben das Recht bei Kommunalwahlen zu wählen, einschließlich bei der Wahl des Bürgermeisters Jerusalems.

Als Resultat von CAMERAs Kontakt mit den Redakteuren stellt der Absatz jetzt korrekt fest, dass „sie in Kommunalwahlen, aber nicht in landesweiten Wahlen abstimmen können“.

  • Der Text gibt an: „Israelische Behörden haben nach Angabe der Gesellschaft für Bürgerrechte in Israel seit 1967 fast 15.000 Aufenthaltsgenehmigungen aberkannt, was Human Rights Watch für illegalen Zwangstransfer hält.“

Wie es im gesamten Artikel der Fall ist, werden Beschuldigungen von israelkritischen Gruppen ohne Gelegenheit der Gegendarstellung weitergegeben, was zu einem Artikel führt, der durch einseitige Vorwürfe enorm verzerrt und in dem die Stimme des Beschuldigten nicht zu finden ist.

In diesem speziellen Fall bedeutet das Fehlen der israelischen Antwort, dass die Leser glauben müssen, Aufenthaltsgenehmigungen würden willkürlich entzogen, was nicht stimmt. Einwohner Jerusalems behalten ihren Status gemäß dem Gesetz so lange, wie ihr Lebensmittelpunkt sich in Jerusalem befindet. Zieht ein Einwohner Jerusalems um, zum Beispiel nach Ramallah im Gebiet der palästinensischen Autonomiebehörde, dann kann er seinen Einwohnerstatus verlieren. Ausgewogener Journalismus würde sicherstellen, dass Israels Haltung nicht weniger deutlich gemacht würde, als die von Human Rights Watch. Aber die Deutsche Welle lehnt es ab den Abschnitt zu korrigieren.

  • Der Text sagt: „Obwohl palästinensische Jerusalemer Steuern zahlen, entspricht die Versorgung im Vergleich nicht der der jüdischen Pendants.“

Diese Pauschalaussage, dass palästinensische Jerusalemer „Steuern zahlen“ verschweigt die Tatsache, dass die Bevölkerung historisch ihre Steuern auf weit niedrigerer Rate zahlt als im westlichen Sektor der Stadt. Selbst Professor Scott A. Bollens, ein Israelkritiker, gab zu:

Israelische Verwaltungsbeamte geben an, dass die Gründe hinter Ungleichheiten darin zu finden sind, dass Araber ihre kommunalen Steuern (die Arnona genannt werden) nicht zahlen. Der Bericht der Stadt für das Jahr 1994 hält fest, dass Arnona-Zahlungen im östlichen arabischen Jerusalem bei 49,2 Prozent für Wohnunterkünfte und bei 43,8 Prozent für Geschäfte liegen; im Vergleich dazu liegen sie im westlichen Jerusalem bei 78 bzw. 74 Prozent. Von daher „decken Zahlungen aus dem Osten nur einen kleinen Anteil der Ausgaben verschiedener Dienstleistungen für diesen Sektor ab“.

Der Professor sollte anerkennen, dass diese Zahlen zu den Nichtzahlungen korrekt sind. Er besteht dennoch darauf, dass der Fehler Israel angelastet werden soll, was als Nicht-Journalist sein gutes Recht ist. Aber ein Nachrichtenartikel, der einen Punkt damit setzen will, dass das Thema Steuern aufgebracht wird, sollte das keinesfalls so tun, dass er irreführt und sollte den Leser auf die Tatsache aufmerksam machen, dass Nichtzahlung von Steuern zu einer ungleichen Dienstleistungs-Erbringung beiträgt.

  • Schließlich trägt der Artikel vor: „Fast drei Viertel der Einwohner Ostjerusalems leben unter der Armutsgrenze; im Vergleich dazu beträgt in Israel nach Angaben des Nationalen Versicherungsinstituts die Armutsrate 21 Prozent.“

Der Prozentsatz der unter der Armutsgrenze lebenden ostjerusalemer Araber ist in der Tat hoch. Aber das Gleiche trifft auf die ultraorthodoxen Juden in West-Jerusalem zu. In beiden Fällen bedeuten kulturelle Gepflogenheiten, dass Familien viele Kinder haben und es nur eine eingeschränkte Beteiligung an der arbeitenden Bevölkerung gibt. (Im arabischen Sektor entscheiden sich Frauen oft nicht zu arbeiten, im jüdischen Sektor Seminaristen*.)

Besonders in einem Artikel, der mit Anschuldigungen über israelische Diskriminierung vollgepackt ist, ist dieser Kontext für die Leser notwendig, die hoffen die Armutsstatistiken zu verstehen. Solchen Kontext auszulassen, um israelisches Fehlverhalten zu liefern, wie es bei der Auslassung israelischer Stimmen in einem Artikel der Fall ist, der viele Kritiker auffährt, vermittelt einmal mehr den Eindruck, dass die Journalisten der Deutsche Welle es darauf anlegen die Leser durch selektive Auslassungen zu einer bestimmten Schlussfolgerung zu führen.

In diesem Fall ist das nicht nur mieser Journalismus, sondern offensichtlich ein Bruch des deutschen Rechts, das von der Deutsche Welle einfordert „der Öffentlichkeit zu ermöglichen sich unabhängig Meinungen zu bilden“ und für parteiischen, politischen oder religiösen Gruppen keine „einseitige Unterstützung“ zu bieten.

* damit dürften Thora-Studenten gemeint sein

Die unterdrückte Antisemitismus-Dokumentation aus historischer Perspektive

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die anfangs von dem öffentlich-rechtlichen und von der EU subventionierten, deutsch-französischen Fernsehsender arte unterdrückte Dokumentation über europäischen Antisemitismus passt durchaus in eine lang andauernde europäische Geschichte des Verbergens von Informationen über Antisemitismus und diejenigen, die ihn begehen. Drei extreme solche Fälle seit Beginn dieses Jahrhunderts, die unten diskutiert werden, veranschaulichen ein weit allgemeineres Phänomen.

Nach Beginn der zweiten palästinensischen Intifada im Herbst 2000 gab es in Westeuropa einen großen Ausbruch von Antisemitismus. Das erste Land, in dem sich das manifestierte, war Frankreich. Viele der gewalttätigen antisemitischen Vorfälle waren von Muslimen verursacht. Die damalige sozialistische Regierung von Premierminister Lionel Jospin wollte die Tatsachen nicht eingestehen, ganz zu schweigen davon die Gemeinschaft der Haupttäter zu identifizieren.

Der französische Soziologe Shmuel Trigano berichtete, dass antisemitische Gewalt mehrere Monate lang weitgehend weder von der Presse noch von den Behörden berichtet wurde. Die Polizei stufte die Vorfälle als „Rowdytum“ ein.[1] Wir können heute nachvollziehen, dass in diesen Jahren die mentale Infrastruktur für die beträchtliche Emigration französischer Juden während der letzten Jahre geschaffen wurde.

Ein weiterer wichtiger Fall, der dieselbe „Politik des Versteckens der Wahrheit“ verdeutlicht, ereignete sich, als das Europäische Beobachtungszentrum für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) – eine Organisation der EU – 2002 die damals 15 EU-Mitgliedstaaten aufforderte antisemitische Gewalt und Ansichten zu melden. Die von der EUMC abgerufenen Informationen wurden an das ZfA weitergeleitet, das Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin; es hatte den Auftrag die Daten zu analysieren.

Die amerikanische Forscherin Amy Elman analysierte in ihrem Buch The European Union, anti-Semitism and the Politics of Denial[2], wie dieses Thema sich entwickelte. Sie sagte in einem Interview: „Das ZfA vollendete seinen Bericht im Oktober 2003. Es stellte fest, dass gewalttätige Angriffe auf Juden oft aus ansteckendem Antizionismus des gesamten politischen Spektrums entstanden. Darüber hinaus ermittelte es junge Muslime arabischer Herkunft als Haupttäter physischer Angriffe auf Juden sowie der Schändung und Zerstörung von Synagogen. Viele waren selbst Opfer von Rassismus und sozialer Ausgrenzung.“[3]

Die EUMC entschied sich den Bericht des ZfA nicht zu veröffentlichen. Es wurde behauptet, dass er nicht zur Veröffentlichung vorgesehen war. Das ZfA reagierte damit, dass die regelmäßige Erwähnung muslimischer Täter von Antisemitismus und antizionistischen Angriffen das war, was die EUMC verschreckte. Das ZfA machte zudem öffentlich, dass die EUMC wiederholt dazu gefordert hatte die Befunde zu ändern, was es abgelehnte.

Dieses Ausrangieren des Berichts und die Reaktion des ZfA führten zu einem Skandal. Der World Jewish Congress veröffentlichte schließlich den unveränderten ZfA-Bericht im Internet. Im April 2004 gab die EUMC eine ausführlichere Studie zu Antisemitismus aus, der weitgehend auf dem ZfA-Bericht gründete. Obwohl er länger war, erwähnte er kaum irgendwelche Täter, womit die vielen Fälle muslimischen und linken Antisemitismus versteckt wurden.[4]

2012 wurde von Israels Fernsehsender Kanal 10 eine vierteilige Sendung namens Allah-islam, die Verbreitung des Islam in Europa ausgestrahlt. Der israelische Journalist Zvi Yehezkeli gab sich in Europa als Palästinenser aus. Er filmte die muslimischen Ghettos in einer Reihe europäischer Länder. Die Sendung konzentrierte sich auf Gewalt, Drogen und Waffenbesitz sowie andere kriminelle Aktivitäten, die in Teilen der muslimischen Gemeinschaften vorkommen.

Yehezkeli erwähnte den religiösen Fanatismus, die Einschüchterung von Muslimen mit anderer Meinung, die Diskriminierung von Frauen und Ehrenmorde. Er widmete auch dem weit verbreiteten Antisemitismus in diesen Gemeinschaften Aufmerksamkeit. Die seltenen europäischen Fernsehsendungen, die solche Themen diskutierten, behandelten in der Regel ein paar wenige bestimmte Probleme mit Bezug auf muslimische Gemeinschaften in einem einzelnen Land.

Nachdem von Kanal 10 die gesamte Serie ausgestrahlt worden war, kam ein belgischer Journalist, um mich dazu zu interviewen. Meine erste Reaktion war, dass in den Jahren davor solche Dokumentationen von einer Vielzahl von Sendern in europäischen Ländern hätten erstellt werden sollen. Dann wäre es logisch gewesen, wenn Kanal 10 eine davon gekauft, hebräische Untertitel eingefügt und diese gesendet hätte. Ich vermerkte, dass es bezeichnend sei, dass Kanal 10, da es keine solchen Sendungen gab, keine andere Wahl gehabt hatte, als beträchtliche Geldsummen in die Produktion der eigenen Serie zu stecken.

Ich sagte auch, die Tatsache, dass von europäischen Sendern keine solchen Dokumentationen erstellt wurden, zeigte, dass viele problematische Fragen mit Teilen der muslimischen Gemeinschaften unter den Teppich gekehrt würden. Der Interviewer stimmte mir zu. Er fügte an, dass seinen Bossen wahrscheinlich nicht gefallen würde, was ich sagte. In der Tat brachten sie das Interview nicht.

artes ursprüngliche Entscheidung, die von den deutschen Produzenten Joachim Schröder und Sophie Hafner erstellte Dokumentation Auserwählt und ausgegrenzt: Der Hass auf Juden in Europa zu unterdrücken, setzt dieses Muster fort. Der öffentlich-rechtliche Sender WDR, über den arte die Dokumentation in Auftrag gegeben hatte, zögerte weiter sie zu senden.

Diesmal war das Ergebnis der Unterdrückung von Informationen zu Antisemitismus ein Rohrkrepierer. Die BILD stellte die Dokumentation 24 Stunden lang ins Internet. Hunderttausende sahen sie sich an diesem Tag an. Heute ist sie auf YouTube zu finden.[5] Danach revidierte der WDR seine Entscheidung und beschloss den Film auszustrahlen.[6]

All das wird wahrscheinlich der Anfang einer internationalen Karriere der Dokumentation sein. Das Simon Wiesenthal Center in Los Angeles hat bereits angekündigt, dass es den Film mit englischen Untertiteln in seinem Toleranz-Museum in Los Angeles zeigen will.[7]

[1] www.jcpa.org/phas/phas-26.htm

[2] Die Europäische Union, Antisemitismus und die Politik des Leugnens

[3] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/15697

[4] ebenda

[5] http://www.youtube.com/watch?v=I0ffyhZ2_TE

[6] http://www.lepoint.fr/societe/arte-diffusera-un-documentaire-sur-l-antisemitisme-initialement-refuse-20-06-2017-2136807_23.php

[7] http://www.huffingtonpost.com/entry/how-the-documentary-chosen-and-excluded-the-hate_us_5947bf51e4b0d188d028001b

Obama kloppen

Wie kann er nur? Ein Journalist hatte doch tatsächlich die Frechheit den Superpräsi nach Hillarys E-Mail-Problemen zu fragen! Aber King Barack hatte keine Lust zu antworten. Er sei jetzt in Japan, also werde er dazu nichts sagen…

Obama war in Hiroshima und offenbarte seine verquere Weltsicht, als er sagte, der Zweite Weltkrieg sei aus dem Instinkt der Dominierung anderer und der Eroberung erwachsen – ohne dabei zwischen Aggressoren und Verteidigern zu unterscheiden. John Hinderaker kommentiert: „Der Krieg erwuchs aus dem ‚Grundinstinkt zu Dominanz und Eroberung‘, der in Deutschland, Japan und Italien vorherrschte. Aber beachten Sie, das Obama die Aggressoren nicht nennt. Er unterscheidet nicht zwischen den Staaten, die den Krieg anfingen und denen, die sich verteidigten. Er verweist kaltschnäuzig nicht zwischen den Schuldigen und den Unschuldigen als ‚die reichsten und mächtigsten aller Staaten‘, ‚unter denen‘ der Krieg geführt wurde – was für eine hinterhältige Ausdrucksweise!“
Außerdem machte Obama keinen Unterschied zwischen dem Abwurf der Atombombe, um den Krieg zu beenden, und den Nazi-KZs. Und für den Superpräsi sind die von der Geschichte am stärksten Anzuklagende die Sieger.

Prioritäten: Wenn die Taliban erwischt werden, wissen sie warum:

Obama_Bathroom-DroneEr wurde von einer Drohne erwischt.
Ich habe ihn gewarnt, er soll Obamas Toiletten-Direktive nicht kritisieren.

Da hilft vielleicht auch ein Vergleich mit Ronald Reagan:

Obama_Tear-Down-this-StallReagan: Reißen Sie diese Mauer ein
Obama: Reißen Sie diese Toilettenkabine ein

Obamedien:

Die konzentrieren sich natürlich nur auf das, was sie mit der Lupe suchen müssen, um Trump ans Bein zu pinkeln. Die Gebirge der Skandale auf der linken Seite – sch… drauf:

Obama_Trump-Scandals

Nicht nur die Obamanisten:

Der Superpräsi hatte ja vor seiner Amtseinführung so einiges unternommen, um Abraham Lincoln zu gleichen bzw. sich mit ihm auf eine Stufe zu stellen. Donald Trump versucht das anscheinend mit Ronald Reagan zu tun. Es gibt allerdings einen enormen Unterschied: 1984 fuhr die Präsidenten-Kolonne in Alabama in eine McDonald‘s-Restaurant. Dort stellte sich der Präsident in die Schlange, bestellte einen Big Mac, Fritten und einen Tee, zahlte selbst, setzte sich und aß. Trump ist in seinem Flieger zu sehen, wie er ein McDonald’s-Menü verzehrt. Anders als Reagan, der das nicht selbst verbreitete, ging Trumps Foto über sein Twitter-Account in die Welt. Anders als Reagan kaufte Trump sich das Menü wohl nicht selbst. Und anders als Reagan aß er nicht im Restaurant…

Obama_trump-reagan-mcdonalds

Deutsche Qualitätsjournaille bastelt sich eine Wirklichkeit zurecht

Der Weserkurier aus Bremen steht wohl beispielhaft für die meisten deutschen „Qualitäts“-Medien, geht aber noch etwas weiter. Während ich in der sogenannten Berichterstattung über den Nahen Osten immer die Formulierung „sogenannter Islamischer Staat“ höre, wollen die Bremer nicht einmal das machen. Die Begründung ist für alle wohl die Gleiche, aber sehen wir uns den Weserkurier an:

WeserKurier2015-Dezember

Diese Gruppe ist als „weder religiös motiviert noch ein Staat“? Sehr schön. Heute sind wir eigentlich so weit, dass eingesehen wird, dass die Anhänger Hitlers regelrecht religiös an Hitler glaubten. Damit hat auch der Weserkurier keine Probleme, oder? Aber wenn es um eine Gruppe geht, die ihre Religion bis auf den letzten Buchstaben wortwörtlich nimmt und ihrem Propheten Mohammed bis ins Kleinste folgt, dann ist das nicht religiös? Was dann?

Es passt wieder ins Bild.

Und der IS ist kein Staat? Nun, er geriert sich so, auch wenn er nicht anerkannt wird. Die Mörderbanden haben eine staatliche Infrastruktur aufgebaut, ob es dem Weserkurier nun gefällt oder nicht. Dass niemand diesen Staat anerkennen will, nimmt ihm diese Elemente nicht. Der IS ist kein anerkannter Staat, aber die Mordbanden verhalten sich trotzdem so.

Wer entscheidet, ob das ein Staat ist? Ich kenne da eine Truppe, die ist definitiv kein Staat, tut auch nur halbherzig so, als sei sie einer. Und ich bekomme immer zu hören, wenn die sich entscheiden sich als Volk zu definieren, dann haben wir das zu akzeptieren. Und sie sollen endlich anerkannt werden. Die nennen sich Palästinenser.

Beide Beispiele zeigen uns wieder einmal, wie solche Leute wie die vom Weserkurier gestrickt sind. Sie agieren nicht auf Grundlage von Fakten, legen zweierlei Maß an und schieben alles weg, was nicht ins ideologische Bild passt. Der Weserkurier ist das Paradebeispiel dafür: Widde-widde-witt, ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt. Und wenn’s nicht klappt, dann sind auf jeden Fall die üblichen Verdächtigen Schuld, nur nicht die Wolkenkuckucksheimer selbst. Wetten?

Wo ist Shiloh? Oder: Geografie-Kenntnisse der tagesschau

Yisrael Medad, My Right Word, 23. November 2015

Diese neue EU-Etikettierungskampagne produziert einige dumme Dinger.

Hier ist ein Bild (von tagesschau.de), das eine Meldung zur Politik dieses deutschen KaDeWe-Ladens zum Boykott begleitet und ihre Umkehrung:

Dazu gibt es eine Bildunterschrift:

Da steht: „Aus der Stadt Ramallah im Westjordanland wird Wein exportiert. Solche Produkte müssen künftig gekennzeichnet werden. | Bildquelle: Reuters“

Shiloh liegt nicht in Ramallah. Wir befinden uns außerhalb des von der PA beaufsichtigten Territoriums, rund 18 Kilometer nördlich.

Und diese Kartons sind aus dem Weingut Shiloh, das in Shiloh liegt. (heplev: Gibt es in Ramallah überhaupt „Siedlungen“?)

Und der Wein ist hervorragend.

Qualitäts-Ignoranz

Der Deutschlandfunk hat wieder zugeschlagen:

DLF2015-10-09_1

Die „einzelnen Palästinenser“ „gehen auf … los“ und „werden erschossen“. Braucht es mehr? Wenn Leute mit dem Willen und der Absicht zu töten andere Menschen angreifen, ist das nicht „auf jemanden losgehen“, als ob jemand eine „Abreibung“ geben will, es ist ein versuchter Mord (der übrigens oft genug „erfolgreich“ war). Die Terroristen sind auch keine Terroristen, sondern „Angreifer“.

Wenn Israelis Palästinensern etwas antun, sind es entweder Soldaten, die einfach Araber erschießen. Oder es sind andere Israelis, die „verrohen“.

Hat Christian Wagner solche Worte auch für „Palästinenser“? Schreibt er von „Verrohung“ auf der arabischen Seite? Mitnichten, denn:

DLF2015-10-09_2

Das ist die einzige Möglichkeit, die (nicht nur) deutschen Qualitätsjournalisten zu Mordversuchen und Terroranschlägen einfällt, wenn es Israelis (oder Amerikaner) trifft: Verzweiflung. Es kann nichts anderes geben. Araber können nur verzweifelt sein. Denn die Lage im Westjordanland und im Gazastreifen ist hoffnungslos. Es handelt sich nicht um organisierten Terror, denn die palästinensische Politik hetzt ja nicht gegen Israel.

Geht’s noch??????
Gerade erst hat doch Mahmud Abbas höchstpersönlich seinen Untertanen wieder verkündet, wie heldenhaft Judenmord ist. Gerade zur Zeit wetteifern Hamas und Fatah wieder darum zu beweisen, wer mehr Judenmord fordert (JUDEN-Mord, nicht Mord an Israelis!). Und welche eine heilige Pflicht. Keine Hetze, wenn man Herrn Wagner folgt!

Seit zwei Jahrzehnten werden PA-arabische Schüler, Radiohörer, Fernseh-Zuschauer, Zeitungsleser, Moscheebesucher, Teilnehmer auf Massenkundgebungen und Ferienlagern, dass Juden die Nachkommen von Affen und Schweinen sind, dass das „Märtyrertum“ heilig und anzustreben ist, dass es nichts Größeres gibt als für Allah Juden zu ermorden. Alles mehr als reichlich dokumentiert von – unter anderem – MEMRI, Palestinian Media Watch, Elder of Ziyon und weiteren. Und das ist nicht nur Vergangenheit, das ist aktuell. Seit dem letzten Jahr wurden die palästinensischen Araber angehalten und instruiert „einsame Wölfe“-Anschläge zu verüben, weil die effektiver sind und noch weniger berechenbar als organisierte Anschläge der Terrororganisationen.

Muss man sich wundern, dass nach Ende der Sommerferien und damit nach Beendigung der Ferienlager der Terrororganisationen so viele jugendliche Araber genau das tun, was sie dort lernen und üben konnten?

Aber nein, Herr Wagner findet nur „Verzweiflung“. Und daran sind die Juden schuld. Zum Beispiel auch der Verteidigungsminister, der von „liquidieren“ gesprochen haben soll. Den genauen Wortlaut gibt Herr Wagner nicht wieder. Aber er kann von Verrohung der jüdischen Bevölkerung schreiben, um den Eindruck zu erwecken, dass die von „oben“ (von der Regierung“ her) kommt. Und sich zu bewaffnen ist ja bei Deutschen eh keine Lösung, sonder ganz übel. Verrohung exemplarisch eingebracht – wer Bewaffnung der Zivilbevölkerung fordert, kann ja nur böse sein, denn für den Michel sind Waffen in Privatbesitz so ziemlich das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Dass und wenn Araber auf Juden schießen, ist das nicht weiter wichtig, es wird nicht einmal erwähnt; schon gar nicht, woher diese Schusswaffen kommen, die Araber haben ja privat keine…

DLF2015-10-09_3Ach ja, die Verrohung: Wenn Juden „Tod den Arabern“ rufen, werden sie fälschlich als radikale Siedler bezeichnet, sagt Wagner, denn in Netanya gibt es davon keine. Dass es sich bei solchen Leuten weiter um eine winzige Minderheit der israelisch-jüdischen Gesellschaft handelt, verschweigt er nicht nur, er will gezielt den Eindruck erwecken, als sei das „Normalität“ in der Mehrheitsbevölkerung. Verlogen ist hier noch ein viel zu milder Ausdruck. Mal ganz davon abgesehen, dass er an der riesigen Zahl palästinensischer Araber nichts zu sagen (und nichts auszusetzen) hat, die genau solche Aussagen über Juden von sich geben. Das wird lieber unterschlagen. Die Realität auf den Kopf gestellt.

Der vorletzte Absatz ist eine komplette Lüge, die derart daneben ist, dass ich mich vergessen würde, wollte ich dazu noch etwas sagen. Nur eins: Die von ihm behaupteten Bilder gibt es so nicht, sie sind so gut wie alle von den Propagandisten des Terrors und ihren (NGO-) Helfern gestellt – oder so geschnitten, dass sie mit ihnen gelogen wird. Ebenfalls reichlich dokumentiert.

Ein Vorschlag, Herr Wagner: Schreiben Sie doch mal über einen Hitlerjungen, der im März/April 1945 eine Waffe greift und auf alliierte Soldaten schießt. Was motiviert ihn? Schreiben Sie doch mal, dass dieser Hitlerjunge so wütend und verzweifelt war, dass er zur Waffe griff.

Werden Sie nicht tun, nicht wahr? Weil ein solcher Hitlerjunge fanatisiert war. Etwas, das Sie einem Araber nicht zugestehen. Genauso wenig, dass eine Umkehr von der Gewalt, zurück zur Politik den Arabern immer schwerer fällt. Denn die sind unschuldig. Schuld kann nur der Jude sein. Der edle Wilde ist nicht in der Lage anders zu handeln, der darf nicht nur, was der Jude nicht darf, der darf gar nicht anders.

Der E-Mail-Schreiber, der mich auf den Text aufmerksam machte, kommentierte das so: Der Text ist Julius Streicher 2.0! Da könnte er recht haben.

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Anmerkung: Zum Thema Verzweiflung hat auch Gerd Buurmann etwas geschrieben.