Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (25. Juni – 1. Juli 2017)

Sonntag, 25. Juni 2017:

Die Hamas schloss sich den Quds-Hassbotschaften des Iran an: Ein Sprecher der „Al-Quds-Brigaden“ (der „militärische“ Zweig der Hamas) forderte die Araber und „die islamische Nation“ auf die internen Kämpfe zu beenden und daran zu arbeiten das „Krebsgeschwür der zionistischen Besatzung“ zu eliminieren. Der „heldenhafte“ Kampf der „Palästinenser“ zur Vorbereitung der „Befreiung“ von „Palästina“ müsse endlich unterstützt werden. Ein anderer Hamasnik behauptete Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee würden brutal angegriffen und es gebe „schon mehrere Opfer, die gestorben“ seien. Und das nur wenige Tage, nachdem einer der obersten Führer der Hamas behauptet hatte, man wäre nicht an einer Eskalation mit Israel interessiert…

Anlässlich des Internationalen Tages der Unterstützung von Folteropfern 2017 lässt die PA „wissen“, dass mehr als eine Million PalAraber Folter durch Israel erlitten hätten. Sie können nicht anders, sie müssen immer und überall die größten, meisten, heftigsten und am schlimmsten betroffenen Opfer sein, egal, wie sehr sie dafür lügen müssen.

Montag, 26. Juni 2017:

Die PA gibt immer weniger Gutscheine zur Krankenbehandlung in Israel an Einwohner des Gazastreifens ausgibt. Waren es früher 2.000 im Monat, sind es aktuell nur noch ein paar Dutzend. Außerdem hat die PA die Lieferung von Anästhetika in den Gazastreifen gestoppt, was bedeutet, dass dort keine Operationen mehr vorgenommen werden können. Mit anderen Worten: Mahmud Abbas und Genossen ist das Wohlergehen der Menschen im Gazastreifen völlig gleichgültig, wie auch die Forderung nach Einstellung der israelischen Stromlieferungen in den Gazastreifen zeigt.

Ab Juli wird Israel in einigen Bereichen an der Grenze zum Libanon einen neuen Sicherheitszaun D bauen. Damit soll der Hisbollah erschwert werden nach Israel einzudringen.

Dienstag, 27. Juni 2017:

Mitten durch ein Übungsgelände der IDF in den südlichen Hebron-Bergen, auf dem (mit schwerem Geschütz) scharf geschossen wurde (seit einiger Zeit ist dort kein aktives Schusstaining mehr erfolgt), haben PA-Araber eine Straße für Schmuggler (Waffen, Drogen), Banditen und illegalen Einwanderern gebaut.

Es gibt Berichte, dass Israel und die Hamas intensive indirekte Gespräche miteinander führen, in denen es um die Freilassung der israelischen Geiseln im Gazastreifen geht. Wer zwischen beiden vermittelt ist nicht klar, aber es wird spekuliert, dass es die Ägypter sind.

Die IDF hat einige Teile des Golan infolge der eskalierenden Kämpfe in Syrien und des „Überschwappens“ von Waffengebrauch nach Israel vorläufig zu militärischem Sperrgebiet erklärt.

Die Hamas bestreitet, dass es den Raketenangriff gegeben hat und beschuldigt Israel „gefährlicher Eskalation“, die „Konsequenzen“ haben werde.

Der Direktor der Akademie für Koranstudien in der Al-Aqsa-Moschee rief alle Muslime auf, den nördlichen und östlichen Sektor des Tempelberg-Plateaus zu retten; Israel plane dort eine Synagoge zu bauen und das Goldene Tor zu öffnen.

Mittwoch, 28. Juni 2017:

War etwas anderes zu erwarten? Erst drängt die PA Israel dazu den Gazanern den Strom abzustellen, sie verweigert ihnen Behandlungsgutscheine für Israel, Medikamentenlieferungen usw. – und wenn dann Menschen deshalb sterben, soll Israel schuld daran sein! Weil angeblich Israel die Einreise der Patienten einschränkt.

Wo bleibt der Aufschrei? Die Hamas lässt an der Grenze zu Ägypten Häuser abreißen und Menschen vertreiben, um die Pufferzone der Ägypter zu vergrößern.

Donnerstag, 29. Juni 2017:

Die Hamas bestreitet, dass es die indirekten Gespräche mit Israel über die Freilassung der festgehaltenen Israelis gibt.

Rund 2.000 Juden pilgerten letzte Nacht zum Josefgrab in Schechem/Nablus.

Um in Sachen festgehaltene Israelis den Druck auf die Hamas zu erhöhen, sind vorläufig Besuche von Familien bei den Terrorhäftlingen der Hamas in israelischen Gefängnissen untersagt worden.

Der Oberste Gerichtshof erließ eine Einstellungsverfügung gegen den Bau eines illegalen Außenpostens, den Araber nahe eines Tunnels der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem errichten.

Der PA-Chefunterhändler Saeb Erekat (Fatah) behauptete in New York bei der UNO, dass Hamas und die PFLP keine Terrorgruppens seien.

Freitag, 30.06.2017:

Ein PA-Fernsehmoderator beschuldigt Israel, es würde arabische Jugendliche gezielt zu Drogen verführen; das sei Teil des „Krieges“ gegen die palästinensischen Araber.

Der ehemalige Leiter der Lateinischen Kirche im Gazastreifen schimpft auf Kirchen in Judäa und Samaria, sie würden „der Besatzung“ helfen. Nachdem bekannt wurde, dass die Griechisch-orthodoxe Kirche große Grundstücke in den Vierteln Talbieh und Rehavia an eine Firma verleaste, sagte er, auch nur ein Schmutzkörnchen der Kirche an die „israelische Besatzung“ zu geben sei „ein schwerer Verrat und schädigt den guten Namen der palästinensischen Christen und ihrer Verbindung zu ihrem Heimatland“. (Wundert es, dass der Typ Mitglied des „Islamischen Christenrats“ ist?)

Das Internationale Al-Quds-Institut behauptet Israel vertreibe die Araber aus Jerusalem – dabei wird geflissentlich ignoriert, dass der arabische Bevölkerungsanteil in Jerusalem stärker wächst als der jüdische. Juden die in Jerusalem leben, werden von dem Institut als „Siedler“ bezeichnet.

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Ort der Hoffnung

Daniel Gordis, 22. Januar 2007 (Link zu: Orthodox Union, 8. Februar 2007)

Vor ein paar Monaten hatte ich einen Termin bei einem neuen Arzt, nur eine Stunde vor dem Abflug in die USA. Wir kannten einander nicht, dieser neue Arzt und ich, aber er schien ein netter Kerl zu sein. Ich war in Eile und musste schnell wieder nach Hause, um zu packen. Ich wollte nur mein Rezept haben, damit ich meine Arzneien bekam, bevor es auf einen 15-stündigen Flug nach Los Angeles ging.

Aber er war in einer Art freundschaftlicher Stimmung. „Warum reisen Sie in die Staaten?“, wollte er wissen. „Arbeit“, sagte ich, nicht gerade überschwänglich. „Was machen Sie?“ Ich fühlte mich viel zu schlecht, um zu erklären, was die Mandel-Stiftung macht und ihn auf unsere Internetseite zu verweisen schien etwas unanständig (und würde mir nicht helfen meine Medikamente zu bekommen). Also log ich ein wenig und sagte: „Ich schreibe.“ „Worüber schreiben Sie?“, bohrte er weiter. Ohne dieses Gespräch wirklich führen zu wollen, sah ich sehnsüchtig auf den Drucker und betete, dass er bald das Rezept ausspucken würde und sagte: „über die Zukunft Israels.“ Woraufhin er von seiner Tastatur hoch blickte, sich mir zuwandte und sagte: „Oh, Sie schreiben Kurzgeschichten.“

Ich lachte, er auch, aber es klar, dass keiner von uns das sonderlich lustig fand. Und in den Wochen seit dieser kurzen Begegnung habe ich mehr als einmal darüber nachgedacht. Denn sie fing, so denke ich, die Stimmung hier ein, eine Stimmung, über die niemand redet, die aber jeder fühlt. Eine Stimmung, eine Art Verzweiflung, in der es nicht um den letzten Krieg geht oder den, der kommen könnte, sondern um etwas tiefer Gehendes.

Ich sprach neulich mit einem IDF-General über etwas, an dem wir gemeinsam arbeiten und unser Gespräch wandte sich den jüngsten Regierungsskandalen zu, die die Regierung so sehr mit ihrer Verteidigung beschäftigen, dass sie kaum funktionieren kann. Ermittlungen gegen zwei Oberrabbiner. Zwei Justizminister, denen Vergehen vorgeworfen werden und die vor Gericht stehen werden. Der jetzt im Ruhestand befindliche IDF-Generalstabschef wird immer noch von Vorwürfen verfolgt, dass er sein Aktienpaket in den ersten Stunden des Krieges verkaufte. Gegen die Leiter der Steuerbehörde wird ermittelt, einige stehen unter Hausarrest. Dem Präsidenten wird Vergewaltigung vorgeworfen. Gegen den Premierminister wird wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt (er besteht, wie all die anderen, darauf, dass er nichts Falsches gemacht hat).

„Wie erklärt man dieses Land?“, fragte mich der General. „In einem normalen Land würden die Leute auf den Straßen sein, Reifen verbrennen, zu Tausenden protestieren. Aber hier passiert nichts. Die Leute machen weiter, als ob es nichts gäbe, über das man sich aufregen müsste.“

Ich bin nicht so sicher, dass es schrecklich ist, dass die Leute keine Reifen verbrennen. Brennende Reifen würde zeigen, dass ein Regierungswechsel ausreichen würde. Aber das würde täuschen. Der Grund dafür, dass die Israelis nicht protestieren, ist, glaube ich, dass sie tief innen drin begreifen, dass das Problem weit tiefer liegt als in der Regierung oder der Korruption oder dem Krieg. Es geht um den Zionismus. Niemand drückt es so aus, aber das ist die wahre Frage. Einhundertzehn Jahre nach dem ersten Zionistischen Kongress fangen die Menschen an sich zu fragen, ob der Zionismus begonnen hat fehl zu scheitern.

Der Zionismus – ein Fehlschlag? Wie, könnte man fragen, kann das sein? Ein Land, das bald den größten Teil der jüdischen Bevölkerung haben wird? Eine Wirtschaft, die brummt, trotz allem, dem wir uns gegenüber sehen. Die Grundstückspreise gehen in Jerusalem und andernorts durch die Decke, international anerkannte Universitäten, eine Armee, mit der man sich immer noch nicht anlegen sollte, das kulturelle und intellektuelle Leben, das für eine Bevölkerung dieser Größe erstaunlich ist. Denken Sie daran, was es vor 75 Jahren hier gab, sehen sie sich an, was heute hier ist – kann man das einen Fehlschlag nennen?

Nein, Israel ist kein Fehlschlag. Der Staat ist ein riesiger Erfolg. Aber, so würde ich sagen, er tut für die Juden nicht, was die ursprünglichen Zionisten sich erhofft hatten. Und Teil der nationalen Angst hat genau damit zu tun.

Vor einem Jahrhundert versprachen die ersten Zionisten den Juden, wenn ein jüdischer Staat geschaffen würde, gäbe es endlich einen Ort auf der Erde, wo die Juden sicher wären. Er würde vielleicht nicht groß sein; er würde vielleicht nicht schön sein; aber er würde sicher sein. Hier, wurde gesagt, würden die Juden in der Lage sein sich zu verteidigen. Hier, wurde gesagt, würden ihnen die Launenhaftigkeit der Welt erspart bleiben.

Eine Weile schien es so, als habe der Zionismus dieses Versprechen eingelöst. Die Dinge standen 1948 schlecht, auch in den Tagen vor dem Juni 1967. Aber der Sechstage-Krieg und andere Feldzüge (und ja, sogar der Sicherheitszaun) schienen das zu verdeutlichen – die Juden würden tun, was nötig ist, um sich zu verteidigen.

Aber der Sommer 2006 beendet diese Illusion der Sicherheit. Vierunddreißig lange Tage ließ die IDF enorme Teile ihrer (konventionellen) Feuerkraft los, aber sie konnte das Abfeuern der Katjuscha-Raketen der Hisbollah auf den Norden nicht stoppen. Während mehr als eine Million Israelis sich in Bunkern versteckten, von denen wenige geglaubt hatten, dass wir sie je wieder benutzen würden, zerstörte die israelische Luftwaffe große Teile Beiruts, blockierte den Libanon, schickte Soldaten in den Norden des Libanon, sogar nahe an die syrische Grenze – aber sie konnte die Sicherheit der israelischen Bürger nicht gewährleisten. Am Ende war das Einzige, was den Beschuss der nördlichen Städte Israels beendete, die UNO.

Während die Raketen in den gesamten Norden flogen, verpassten nur wenige Menschen in Israel die Ironie der Tatsache, dass es jetzt gefährlicher ist ein Jude in Israel zu sein (zumindest in bestimmten Zeiträumen, wie in Jerusalem während der Intifada oder in Haifa während des Krieges), als an irgendeinem anderen Ort der Welt. Sie entging ihnen, als der Krieg nur zu Ende ging, wie Israel einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand zustimmte, die Ironie, dass die Israelis einmal mehr von der internationalen Gemeinschaft abhängig waren, um auch nur ein Mindestmaß and Sicherheit zu haben. Damit begann die nationale Depression einzusetzen.

Und als ob die Hisbollah nicht schlimm genug wäre, fragen die Israelis: Was ist mit dem Iran? Was wird geschehen, wenn der die Bombe bekommt? Was bedeutet es für die Juden, für den Zionismus, dass gerade einmal siebzig Jahre nachdem die Welt sich verschwor die Juden auszulöschen, mehr als die Hälfte der jüdischen Kinder der Welt (d.h. die in Israel leben) schon bald im Fadenkreuz eines atomar bewaffneten, wahnsinnigen muslimischen Fanatikers leben? Ist das eine Zuflucht? Ist das der Erfolg des Zionismus? Was bedeutet es, dass die Welt klar demonstriert, dass sie bereit ist zuzusehen, wie das passiert und nicht einzugreifen? Eine weitere massenhafte Auslöschung des jüdischen Volkes droht und Herzl würde es wagen den Zionismus als Erfolg zu bezeichnen?

Als wäre der Verlust des Gefühls einer Zuflucht nicht genug, finden sich die Israelis auch mit der Tatsache ab, dass der Zionismus bezüglich eines weiteren seiner Versprechen versagt hat. Vor (ungefähr) einem Jahrhundert glaubten die frühen politischen Zionisten, dass einen Staat zu haben auch die Bedingungen für die Juden in der Welt normalisieren würde. Die Juden wurden als einzige ausgesucht, glaubten Leute wie Herzl und Nordau (und viele andere), weil ein Volk, das keine Heimat hat, etwas Unnatürliches hatte. Die Polen hatten Polen, die Italiener hatten Italien. Wenn die Juden einen Staat haben würden, dann würden endlich die (Lebens-)Bedingungen der Juden (die überall, aber nirgends Zuhause waren) sich ändern. Und die Welt würde irgendwann ihre unablässige Aufmerksamkeit für diesen winzige Teil der Weltbevölkerung aufgeben.

Aber das ist – natürlich – auch nicht geschehen. Jugoslawien, Ruanda, Darfur – alles Konflikte, die unendlich viel mehr Leben gekostet haben als der israelisch-palästinensische Konflikt – erhalten nicht ansatzweise die Aufmerksamkeit, die Israel erhält. Tausende werden in Darfur vergewaltigt und abgeschlachtet und Tage vergehen, in denen das in den Zeitungen der Welt kaum erwähnt wird. Es gibt alleine in Sierra Leone 200.000 Kindersoldaten, aber wer weiß das schon? Aber eine einzelne Demonstrantin ignoriert die Warnungen der IDF aus dem Weg zu gehen und wird versehentlich von einem Bulldozer zermalmt und die Welt ist in Aufruhr. Dann produziert der Broadway ein (schlechtes) Stück über sie. Das ist Normalität?

Nordkorea wird Atommacht, der Iran droht dasselbe zu tun und sagt öffentlich, dass Israel vernichtet werden sollte und doch gibt es immer noch nur ein einziges Land in der Welt, über dessen Existenzrecht immer noch debattiert wird. Und das ist nicht Nordkorea. Oder der Irak. Oder Saudi-Arabien, das eifrig mit dem Export des Wahhabismus beschäftigt ist, der der Schlüssel für die Anschläge vom 11.9. war.

Professor Tony Judt von der New York University schreibt in einem Artikel in der New York Review, dass Israel ein Anachronismus ist, weil die Juden zu spät auf den Zug des Nationalismus aufsprangen. Die Tatsache, dass die Palästinenser ihre nationalistischen Anstrengungen ein Dreiviertel Jahrhundert später begannen, scheint in die Gleichung nicht einzufließen. Die Lösung der Nahost-Krise, schreibt Judt, ist ein Ende des jüdischen Staates. „Aber was, wenn es in der heutigen Welt keinen platz für einen ‚jüdischen Staat’ geben würde? Was, wenn die binationale Lösung nicht nur zunehmend wahrscheinlich wäre, sondern auch ein wünschenswerter Ausgang?“, fragt er.

Jimmy Carter schreibt ein Buch, in dem er Israel als Apartheidstaat bezeichnet und trotz der zahlreichen Rezensionen, die die Unfairness und zahlreiche Tatsachenfehler aufzeigen, schießt das Buch auf die Bestsellerliste. In den USA, nicht in Ägypten. Es sollte niemandem entgehen, dass Menschen dazu tendieren Bücher zu kaufen, die Haltungen vertreten, mit denen sie überein stimmen.

Wen kümmert es, wie Jimmy Carter mit dem Apartheid-Wort herumwirft? Es sollte uns aber kümmern. Erinnern Sie sich an die Kommentare von Jostein Gaarder, den Autor von „Sophies Welt“ und ein bekannter norwegischer Intellektueller? Gaarder mochte die israelische Politik während des Sommerkrieges im Libanon nicht. Seine Reaktion? „Wir konnten das Apartheid-Regime nicht anerkennen“, erinnert er an Südafrika, also: „Wir erkennen den Staat Israel nicht länger an. Wir müssen uns an die Idee gewöhnen. Der Staat Israel, in seiner heutigen Form, ist Geschichte.“

Wenn ein anderes Land der Welt etwas tut, gegen das die Leute sind, dann richten sie sich gegen die Führer oder die Politik. Sagt irgendjemand, der gegen den Krieg im Irak ist, dass die USA nicht länger das Recht haben zu existieren? Oder dass Großbritannien zerstückelt werden soll? Oder dass die Türkei wegen der Art gemieden werden sollte, wie sie mit der politischen Opposition umgeht; oder wegen seiner Leugnung des Völkermords an den Armeniern?

Einhundertzehn Jahre nach Herzl hat der Zionismus den Juden keine Normalität gebracht. Nicht in Israel und nicht in Europa. Fragen Sie einfach mal die Juden Frankreichs, wo die Polizei jüdische Kinder von den Champs-Elysées entfernte, weil sie sie nicht vor den Mobs muslimischer Jugendlicher zu schützen in der Lage war (wie wirkt das als Wiederholung eines europäischen Präzedenzfalls?). Oder in Deutschland, wo der erste ordinierte Rabbiner seit dem Krieg vor kurzem feststellte, dass er in der Öffentlichkeit keine Kippa tragen kann, weil die extremen Rechten jetzt wissen, dass die Straßen ihnen gehören?

Israel hat Fortschritte gemacht, aber die Welt hat sich nicht sonderlich verändert. Normalität ist nicht eingetreten. Und sie wird wahrscheinlich nicht kommen. Abgang von Herzl und Nordau. Auftritt der Verzweiflung.

Angesichts des Begreifens, dass der Zionismus dem jüdischen Volk weder eine sichere Zuflucht noch Normalität gebracht hat, wie schwer ist es den Zustand der Moral der Israelis zu verstehen? „Worum geht es in dem Kampf?“, fragen sie. Wenn das Staat Israel genannte Experiment uns immer noch Zuhause wie weltweit verletzbar sein lässt, warum dann den Preis zahlen? Warum Generation nach Generation an die Front schicken, mit Tausenden Müttern und Vätern, die Nacht um Nacht um Nacht warten, Angst erfüllt warten, dass ihr Sohn anruft, damit sie wissen, dass er es wieder einmal geschafft hat zurückzukommen? Hätten wir Sicherheit – oder Normalität – dann wäre es das vielleicht wert. Aber all dies um verwundbar zu bleiben? All dies, nur, um das einzige Land der Welt zu bleiben, das kein Recht hat zu sein?

Es ist nicht schwer die Tatsache zu verstehen, dass es keine Demonstranten auf den Straßen gibt. Das ist für bloße Proteste viel zu groß.

Die Frage ist natürlich nicht wirklich Israel oder selbst der Zionismus. Es sind die Juden. Wieder einmal. Amos Oz hat traurig über die Ironie geschrieben, dass er, als sein Vater in Europa aufwuchs, Schilder sah, auf denen stand: „Juden, geht heim nach Palästina.“ Aber als er, Amos, in Palästina aufwuchs, stand auf den Schildern: „Juden raus aus Palästina.“ Oz, einer der bekanntesten linken Intellektuellen Israels, fasst die unvermeidbaren Botschaft zusammen: „Seid nicht hier. Seid nicht da. Kurz gesagt: Seid nicht.“ Eine Übertreibung? Ich glaube, nicht. Wie nannte Gaarder sein Editorial, mit dem er gegen Israelis Militärpolitik Einspruch erhob und in dem er behauptete, Israel sei jetzt „Geschichte“? „Gottes erwähltes Volk“. Wie um alles in der Welt ist die Frage, wie Israel den Libanonkrieg führte, mit „Gottes erwähltem Volk“ verbunden, außer wenn das wirkliche Problem nicht Israel ist?

Es ist es nicht.

Was uns eine Entscheidung überlässt – die Juden müssen sich – einmal mehr – entscheiden, ob wir überleben wollen. Wenn wir es schaffen wollen, dann müssen wir eine der Grundvoraussetzungen des Zionismus wieder entfachen und die Dinge in die eigenen Hände nehmen. Es reicht nicht aus einfach das Gefühl zu haben, dass wir wieder dort sind, wo wir vor 110 Jahren angefangen haben. Die Frage ist: Was machen wir daraus? Wie stellen wir die Hoffnung wieder her?

Erstaunlicherweise reden sehr wenige Leute davon, weder in Israel noch im Ausland. Die Tragödie der heutigen Lage ist: Fragt man junge amerikanische Juden nach einer freien Assoziation mit dem Wort „Israel“, dann hört man am wahrscheinlichsten „Palästinenser“, „Krieg“ oder „Zaun“. Aber der Staat wurde für keines davon geschaffen. Die meisten Juden, in Israel wie außerhalb, können kein intelligentes Wort dazu sagen, warum der Staat geschaffen wurde. Sie nennen vielleicht die Schoah. Oder die Flüchtlingsfrage. Aber sie gehen am wichtigsten Punkt vorbei – dass der Zweck Israels nicht der Staat war. Sonder es war die Hoffnung.

Sie wissen nicht mehr, dass die zionistische Bewegung – und dann der Staat – als Nationalhymne ein Gedicht wählte: „Die Hoffnung“. Sie kennen die Melodie und die Israelis kennen die Worte. Aber sie haben keine Ahnung, worum es da geht. Sie können nicht einmal ansatzweise die Sichtweise artikulieren, dass Israel für die Juden auf dem gesamten Globus, nach dem schlimmsten Jahrhundert, das wir erlebten, Leben statt Tod repräsentiert. Kontinuität statt Auslöschung. Eine Heimat statt Exil. Wiedergeburt statt Vernichtung.

Sie sind so eingenommen von der misslichen Lage der Palästinenser (offensichtlich eine schreckliche Lage, die angegangen werden muss – sobald die Palästinenser ihr Priorität einräumen), dass bei ihnen nicht im Geringsten der Stolz widerhallt, den die Juden einst wegen der Rettung der äthiopischen Juden empfanden oder wegen der Rettung in Entebbe oder das überlegene technologische Können israelischer Firmen oder der inzwischen stereotypisch sonnengebräunten und gestählten israelischen Jugend, die stark mit der allgemeinen Darstellung europäischer Juden als blass und passiv kontrastiert. Sie begreifen nicht, dass das so ist, weil es Hoffnung – Leben statt Tod – im tiefsten Inneren dieses Landes war, die erklärt, warum es immer noch riesige Buchmessen in diesem Land gibt, die die einfache Tatsache feiern, das jedes Jahr Tausende von Büchern in einer Sprache veröffentlicht werden, die vor 150 Jahr praktisch niemand in der Welt sprach. Deshalb wurde das Tanzen zu einem integralen Teil dieser Kultur und der Grund, dass Juden wegen eines Liedes ganz aufgeregt waren, das einen Sprinkler feierte und geschrieben wurde, als das Projekt des „National Water Carrier“ vollendet wurde. Welcher Mensch mit gesundem Menschenverstand könnte von einem Sprinkler singen? Wer tanzt wegen der Vorstellung, dass ein Sprinkler arbeitet? Juden taten es und tun es, wenn der Sprinkler Wasser aus dem Norden in den Süden bringt, wenn er Leben in die Wüste bringt, wenn er nicht nur vom Fluss des Wassers kündet, sondern von der Möglichkeit der Hoffnung, wenn es nichts als Verzweiflung hätte geben können.

Solche Lieder empfinden unsere Kinder als Kitsch, Relikte einer lange vergangenen Ära. Aber den Zynismus können wir uns nicht leisten. Was ihnen als Kitsch erscheint, war für die Juden von einer Generation eine Wiedergeburt. Wenn die heutigen Juden dem Bilde des Juden als Soldaten ambivalent gegenüber stehen, dann verstanden das bis vor kurzem andere Juden so, dass der Jude als Soldat, mit all der Komplexität, die das mit sich bringt, endlich bedeutete, dass die Juden ihr Schicksal selbst bestimmen konnten. Wenn es etwas gibt, das dem Zweiten Libanonkrieg, de, Iran, Judt, Gaarder, Carter und der ganze Rest gemein ist, dann dies, dass sie uns einmal mehr eine Erinnerung bieten, dass dieser Hoffnung genannte Ort sein Schicksals selbst kontrollieren muss.

Wenn die Regierung hoffnungslos korrupt ist, dann wird es nicht ausreichen sie aus dem Amt zu bringen (das wird sie schon selbst schaffen). Wir sollte lieber eine Institution aufbauen, vielleicht wie die Kennedy School in Harvard oder Frankreichs Ecole Nationale d’Administration, um endlich einen anständigen Kader von Führungspersönlichkeiten auszubilden. Wenn das System nicht in Ordnung ist, dann lasst es uns in Ordnung bringen.

Wenn es undenkbar ist, dass mehr als die Hälfte der Juden der Welt in Ahmadinedschads Fadenkreuz leben, dann sollten wir besser herausfinden, was wir deswegen zu unternehmen gedenken. Die Welt wird ihn nicht auf halten. Werden wir es tun? Welche Mittel würden wir einzusetzen bereit sein, um Irans atomaren Fähigkeiten ein Ende zu setzen? Wäre es moralisch vertretbar Waffen zu benutzen, die wir nie benutzt haben, wenn sie das einzig mögliche Mittel wären? Wäre es moralisch vertretbar, es nicht zu tun, wenn die Zukunft des jüdischen Volkes auf dem Spiel steht? Wie viel sind die Juden bereit zu tun, um zu überleben?

Die Hisbollah hat keine territorialen Streitigkeiten mit Israel, hat aber trotzdem einen Krieg angefangen. Die Hamas erkennt Israels Existenzrecht nicht an und sagt, dass sie es nie tun wird. Warum dann das Händeringen? Lasst uns Grenzen setzen und sie verteidigen. So viel hat zumindest Sharon begriffen. Der Rest der Welt mag einseitiges Handeln nicht? Was, genau, mag die Welt an uns? Die Frage kann nicht sein, was die Welt will. Die Frage ist, ob der Zionismus seine Grundfrage behauptet: Was wollen wir?

Wir wollen einen jüdischen Staat und wir wollen eine Demokratie. Und wir haben eine große arabische Minderheit, die wächst. Unternehmen wir diesbezüglich etwas, etwas moralisch vertretbares? Können wir beides haben, einen Staat, der jüdisch und demokratisch ist? Was ist nötig, damit wir beides haben können? Es wäre nicht einfach und nicht alles wäre schön, aber es ist zu schaffen. Wollen wir so dringend überlegen, um damit anzufangen? Oder gar erst die Frage zu stellen?

Und was ist mit der Armut? Oder mit dem dringend reparaturbedürftigen Bildungssystem? Oder dem Sklavenhandel mit Frauen in diesem Land? Glaubt irgendjemand wirklich, dass ein Staat Hoffnung generieren kann, ohne solche Fragen anzugehen? Haben wir den Mumm unsere Ärmel hochzukrempeln und an die Arbeit zu gehen? Wäre es hilfreich, wenn wir begreifen würden, dass es letztlich nicht nur um arme Menschen oder Alphabetisierung oder hilflose Frauen geht – sondern um Hoffnung, um eine Zukunft? Um das Überleben des jüdischen Volkes?

Nein, das ist nicht übertrieben. Es geht wirklich um das Überleben des jüdischen Volkes. Kann sich wirklich jemand vorstellen, dass die amerikanischen Juden ohne Israel überleben würden? Sind die Leute wirklich naiv genug zu glauben, dass, sollte Israel so schlimm straucheln, dass es sich nicht wieder erholen könnte, das amerikanischen jüdische Leben einfach weiter gehen würde? Es würde vielleicht eine Generation lang klappen, vielleicht zwei. Denn es gibt ein Limit dafür, wie viel Hoffnung ein Volk innerhalb eines Jahrhunderts verlieren und doch wieder zurückkommen kann. Ein Volk kann sich nicht zweitausend Jahre lang nach Souveränität sehnen, sich am Rande der Auslöschung befinden, wieder zurückkommen, einen Staat bekommen und den dann auch verlieren und dann weiterlaufen, als ob alles in Ordnung wäre. Nichts wäre in Ordnung und der Optimismus, der jetzt einen Großteil des Diaspora-Judentums charakterisiert würde bald nach dem Staat verschwinden.

Ich stimme meinem Freund, dem General nicht zu. Ich finde es gut, dass die Leute nicht protestieren. Bei Protesten würde es um die Regierung gehen und die Regierung ist das geringste unserer Probleme. Das Problem ist nicht Olmert; oder Katzav. Dabei geht es nicht um Israel. Nicht einmal um den Zionismus. Es geht um die Zukunft dessen, was wir das jüdische Volk nennen. Die Hisbollah begreift das. Die Hamas begreift es. Ahmadinedschad begreift es. Gaarder begreift es.

Warum wir nicht?

„Kollektive Bestrafung im Gazastreifen und Sderot – eine Einordnung

Amir Isseroff, ZioNation, 2. Juli 2006

Während im Gazastreifen die Spannung wegen der Entführung (Gefangennahme?) eines israelischen Soldaten steigt, steigt auch der Druck auf Israel: „Der ganze Aufstand wegen eines einzelnen Soldaten!“ „Die Menschen im Gazastreifen leiden unter kollektiver Bestrafung!“ Der UNO-Sicherheitsrat, gleichgültig gegenüber dem Schicksal der unter Raketenangriffen leidenden Israelis, entführten und ermordeten israelischen Kindern oder von Terroristen entführten israelischen Soldaten, macht verdächtige Geräusche. Wieder einmal wird Israel als große und böse „Besatzungs“-Macht dargestellt, obwohl keine israelische Soldaten den Gazastreifen besetzen.

Es ist unglaublich, wie kurz das menschliche Gedächtnis ist. Die Stadt Sderot und ihre Nachbarn sind einem sich verstärkenden Blitzkrieg von immer tödlicheren Qassam-Raketen ausgesetzt. Erinnern Sie sich jetzt? Tagtägliche Luftangriffe, Raketen auf Kindergärten, Raketen auf Schulen, Raketen, die in der Nähe des Hauses des Verteidigungsministers einschlagen. Die Raketen haben bereits 9 Menschen getötet und sie werden weiter größer und gefährlicher. Ein „verbessertes“ Modell schlug am 29. Juni in der Stadt Aschkelon ein. Hier ist das, worum es bei der israelischen Aktion im Gazastreifen wirklich geht:

Qassam-Raketen, die im westlichen Negev einschlugen, nach Monaten gelistet:

September 2005
November 2005
Dezember 2005
Januar 2006
Februar 2006
März 2006
April 2006
Mai 2006
Juni 2006
12
8
4
16
0
49
64
46
89

Die letzten vier Monate sind für die Menschen in Sderot die Hölle gewesen. Wenn in Ihrer Stadt innerhalb eines Monats 89 Raketen einschlügen, was würden sie von Ihrer Regierung erwarten? Es stimmt, Israel hat eine Tradition „nie jemanden zurückzulassen“. Sogar um Körperteile unserer Soldaten zurückzubekommen, hat Israel Dutzende Gefangene eingetauscht, darunter gefährliche. Keiner dieser Austausche wurde je während einer Terroroperation durchgeführt. Israel würde nie das Leben so vieler seiner Soldaten in Gefahr bringen oder des Gefangenen, wenn es nur um die Rückgabe von Gilad Shalit ginge. Jeder weiß das, einschließlich derer, die behaupten, dass Israel „kollektive Bestrafung“ der Palästinenser des Gazastreifens betreibe. Gerüchte über eine bevorstehende israelische Invasion gingen schon eine ganze Weile um, bevor Gilad Shalit entführt oder „gefangen genommen“ wurde. Es ist übrigens interessant, dass man den amerikanischen Soldaten, der im Irak von Aufständischen gefangen wurde, als „entführt“ bezeichnet wird, während die nicht israelischen Medien als „gefangen genommen“ bezeichnen, als hätten die Hamas-Gangster eine legitime Armee.

Was das Elend der Menschen im Gazastreifen angeht, so beschwerte sich die BBC, dass diese ein bitteres Schicksal erwartet. Die Zeitung Al-Quds al-Arab allerdings schrieb am 26. Juni die Wahrheit, wenn auch nicht für westliche Augen und Ohren:

Quellen im Gazastreifen bestätigten gestern, dass es … in der Bevölkerung Freude gab wegen der Qualität der von den Al-Qassam-Brigaden, den Volkswiderstands-Komitees und der Armee des Islam durchgeführten Operation, das zwei israelische Soldaten und zwei Männer des Widerstands das Leben kostete und die Entführung eines israelischen Soldaten zur Folge hatte.

Augenzeugen sagten gestern, dass die Freude auf den Gesichtern Hunderter von Menschen in Rafah offensichtlich war, nachdem sie von der vom palästinensischen Widerstand durchgeführten Operation hörten. Sei deuteten an, dass Hunderte Menschen einander gratulierten und einige Süßigkeiten an die Bewohner verteilten, um ihrer Freude Ausdruck zu geben.

„If you’re happy and you know it, clap your hands“ – sie lieben es, wenn ein Plan funktioniert. Al-Quds al-Arabi führte ebenfalls an, dass die Mutter eines der bei der Aktion getöteten Terroristen sagte:

Heute feiere ich die Hochzeit meines Sohnes mit dem Wertvollsten im Leben, Allah. Die Menschen sollten zu mir kommen und mir zum Märtyrertum meines Sohnes Mohammed gratulieren. Ich opferte, was meinem Herzen und Gott das Liebste war, ich bin absolut zufrieden und ehrlich in dem, was ich sage. Er sagte mir, ich möge ihm vergeben.
[Auf der Seite des Originals ist hierzu ein Link in Arabisch angegeben.]

In Israel freut man sich nicht. Wir sind nicht glücklich über die „Gefangennahme“ von Gilad Shalit oder die Tötung von fünf Menschen in Sderot oder die Ermordung von Eliyahu Asheri. Wir werden nicht glücklich sein, so lange die Morde und die Gewalt weiter gehen. Wir sind nicht glücklich über die bevor stehende Wiederbesetzung des Gazastreifens, wenn das das ist, was geschehen wird; und wir sind nicht glücklich, wenn die Palästinenser im Dunkeln feiern müssen, weil ihre Transformatoren von der israelischen Armee zerstört wurden. Wir wollen ihre Feiern nicht verderben. Aber wenn das getan werden muss, wird es getan werden.

Mussa Mohammed Abu Marzuk ist in der zweithöchsten Position der politischen Führung der Hamas im syrischen Exil. Er soll ein „milder“ Politiker sein, kein blutrünstiger General. Er sagte dem „Spiegel“:

„Egal, was passiert, die Gewalt wird nie aufhören.“

Der Chef der israelischen Luftwaffe, Generalmajor Eliezer Shkedy, ist ein Mann des Militärs. Er soll einer der schlimmsten zionistischen Kriegstreiber sein, die den Palästinensern im Gazastreifen Kollektivstrafen auferlegen, so kann man von der BBC hören. Zum einigem Entsetzen israelischer Falken sagte er der Jerusalem Post:

Wenn wir wissen, dass [der Terrrist] seinen Sohn an der Hand hält, werden wir nicht schießen. Selbst, wenn der Terrorist gerade dabei ist eine Qassam abzuschießen und die Qassam uns töten soll. Wir werden nicht schießen. Das sollten Sie wissen. Und das ist etwas Beängstigendes.

Ich bin sehr stolz auf das, was wir tun. Ich finde, das ist bisher nicht da gewesen. Ich bin stolz auf unsere Moral. Ich bin stolz auf unsere operationalen Fähigkeiten.

Letztlich besteht unsere Stärke nicht nur aus militärischer Macht. Die ist Teil unserer Stärke. Die Stärke des jüdischen Volkes im Staat Israel und dem Land Israel ist in erster Linie unsere große moralische Stärke. Alles andere kommt daher.

Ein informativer Unterschied zwischen dem Hamas-„Politiker“ und dem israelischen General. Fall irgendjemand glaubt die Hamas werde gewinnen, hier die Pointe des Interviews mit Shkedy:

Unsere Abschreckungsfähigkeit, unsere Existenz? Ich denke, dass wir bis ans Ende der Zeiten hier sein werden.

Herr Marzuk, merken Sie sich das.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (5. – 11. Februar 2017)

Sonntag, 05.02.2017:

Es heißt Israel habe der Hamas angeboten den Bruder eines ranghohen Hamas-Typen im Tausch gegen einen der beiden vermutlich festgehalten Israelis freizulassen. Die Hamas lehnte ab, der Deal sei nicht ausreichend.

Drei junge Männer aus Deir Abu Meschal bei Ramallah wurden wegen Brandstiftung angeklagt; sie hatten im November in Halamisch Brände gelegt.

Drei weiteren Arabern wird von einem Militärgericht vorgeworfen im November in Neve Tzuf Feuer gelegt zu haben.

Montag, 06.02.2017:

Die Sicherheitsbehörden verkündeten, dass sie eine Hamaszelle ausgehoben und damit eine Serie an Terroranschlägen auf Juden im Raum Hebron verhindert haben. Die Terroristen wollten Juden entführen, mit Steinwürfen und mit Schüssen töten. Sie hatten außerdem über illegale Beschäftigung in Israel Ziele im Raum Haifa ausgekundschaftet.
Die drei Männer wurden jetzt in Jerusalem wegen Vorbereitung von Terroranschlägen angeklagt.

Eine Salafistengruppe hat die Verantwortung für die Rakete vom Morgen übernommen. Sie beschuldigt die Hamas die Aktivitäten ihrer Terroristen zu behindern und diese zu foltern.

Aus dem Gazastreifen gab es heute zwei Angriffe auf Israel, einen mit einer Rakete, einen mit leichten Waffen. Israel schoss zurück. Und die Hamas fordert von der internationalen Gemeinschaft „die Besatzung und ihre Aggression im Zaum zu halten“; Israel würde die Lage eskalieren. Und sie tönt, dass sie die „Eskalation der IDF gegen die Menschen des Gazastreifens nicht zulassen“ werde.

Dienstag, 07.02.2017:

Shin Bet, IDF und Polizei konnten eine Terrorzelle hochnehmen, die für eine Reihe Anschläge mit Molotowcocktails entlang der Schnellstraßen 443 und 436 verantwortlich ist.

Mittwoch, 08.02.2017:

PA-Premierminister Rami Hamdallah forderte anlässlich der Premiere eines Films über den Terrorfürsten Marwan Barghouti (sitzt fünfmal Lebenslänglich wegen Mord im Gefängnis), dass diesem der Friedensnobelpreis verliehen werden soll.

Der Shin Bet veröffentlichte heute, dass er eine Operation von Hamas und Islamischem Jihad aufgedeckt hat, über die Bargeld aus dem Gazastreifen nach Judäa/Samaria geschickt wird, um damit Terror zu finanzieren.

Mahmud Abbas droht wieder, im französischen Senat: Die israelische „Kolonisierung“ könnte dafür sorgen die Sicherheitskooperation zu beenden.
Und der französische Botschafter tönt „schön“: Die Internationale Gemeinschaft fragt sich, ob sie Israel noch trauen kann. (Die umgekehrte Frage wäre wohl angemessener. Mal ganz abgesehen davon oder auch weil sie sich nicht darum kümmert, was die Araber so alles an Verbrechen begehen.)

Donnerstag, 09.02.2017:

Für den gestrigen Raketenangriff auf Eilat erklärte sich der IS verantwortlich. Dabei kam auch heraus, dass anscheinend der IS jetzt die Gaza-Tunnel kontrolliert.

Freitag, 10.02.2017:

Familienmitgliedern des Terroristen, der gestern in Petach Tikva zu morden versuchte, wurden ihre Einreisegenehmigungen nach Israel entzogen.

Foto des Tages: „in offenem Gelände“

gefunden auf Facebook:

Wenn die IDF berichtet, dass eine aus dem Gazastreifen geschossene palästinensische Rakete „in offenem Gelände“ einschlug, dann denken Sie wohl an so etwas wie „mitten in einem Feld“ oder „in Sanddünen“ – kein Problem also. Bitte begreifen Sie, das auch das hier als „offenes Gelände“ klassifiziert wird:

Rakete-offenes-Gebiet_sderot

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (23.-30.08.2015)

Sonntag, 23.08.2015:

An LKWs an einer Baustelle der Autobahn bei Jerusalem hatten arabische Arbeiter große Hamas-Flaggen angebracht.

Einwohner von Esch Kodesch beschweren sich, dass Araber regelmäßig am Sabbat kommen, um die jüdischen Felder zu schädigen und die IDF nichts dagegen unternimmt.

Montag, 24. 08.2015:

In dem Dorf, in dem vor einem Monat ein Kleinkind und sein Vater durch einen Brandanschlag getötet wurden, gab es wieder ein Feuer. Die PA-Polizei stellte fest, dass die Ursache ein Kurzschluss war, was die Hamas nicht daran hindert von einem erneuen „Siedler-Anschlag“ zu schwafeln.

Die muslimischen Kreischweiber fehlten heute erstaunlicherweise auf dem Tempelberg, so dass eine Gruppe Juden diesen ohne die sonst übliche Belästigung besuchen konnte.
Der Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Arden (Likud) hat Verteidigungsminister Mosche Ya’alon aufgefordert muslimische Gruppen, die Besucher belästigen, zu „Recht brechenden Vereinigungen“ zu erklären und entsprechend zu behandeln. (Bisher lassen israelische Sicherheitskräfte die Belästiger weitgehend in Ruhe.)

Eine UNRWA-Schule (in Syrien) hat Karikaturen ins Internet gesetzt, mit der für Auto-Anschläge gegen Juden aufgefordert wird.

Polizei, Shin Bet und IDF gaben heute bekannt, dass in Samaria eine Terrorzelle enttarnt und verhaftet wurde; die Terroristen sollen hinter Anschlägen mit Brandsätzen stecken, darunter dem vom 14. Juni auf der Straße 60. Die Festgenommenen haben eine ganze Reihe von Anschlägen gestanden.

Dienstag, 25.08.2015:

Der Großmufti der PA: Der Tempelberg und die Kotel sind „muslimische Stätten“; es muss eine „physische“ Reaktion auf das mögliche Verbot muslimischer Randalegruppen geben. Juden dürfen keine Rechte eingeräumt bekommen. Es hat nie jüdische Tempel dort gegeben.

Mittwoch, 26.08.2015:

Offizielle Statistik: Das Wohnungsbauministerium hat Zahlen zu Terroranschlägen veröffentlicht; demnach gibt es im Durchschnitt knapp zehn Anschläge pro Tag nur in der Jerusalemer Altstadt und dem Ölberg. Für Juni und Juli wurden in diesem Bereich (ohne „Ost-Jerusalem“ usw.) 580 Terroranschläge auf Zivilisten und Sicherheitskräfte dokumentiert, darunter 477 mit Steinen, 28 mit Brandsätzen (auf Fahrzeuge und Häuser, in denen Juden wohnen); weitere waren Angriffe mit Glasflaschen und Feuerwerkskörpern. Ihren bisherigen Höhepunkt erreichten die Anschläge im Juni mit 359, davon 213 im Bereich der Davidstadt (direkt südlich der Altstadt), 125 auf dem Ölberg und 21 in der eigentlichen Altstadt. Davon waren 307 Angriffe mit Steinen/Felsen, 12 Brandbomben, 4 Fälle von Vandalismus auf dem Friedhof des Ölbergs, 6 direkte auf Juden in der Altstadt (5 davon gegen Zivilisten). Die Zahlen für Juli liegen nur geringfügig niedriger.

Bei der Durchsuchung des Hauses eines terrorverdächtigen Arabers in Samaria nach illegalen Waffen ergab einen höchst ungewöhnlichen Fund: In einem eingezäunten Bereich auf dem Hof hielt der Mann vier Stück Rotwild, was illegal ist; in unmittelbarer Nähe fanden die Sicherheitskräfte mehrere Jagdgewehre.

Heckmeck:
– Ein FIFA-Komitee traf sich mit israelischen und PA-Fußballvertretern, um die Beziehungen zwischen den beiden Seiten zu verbessern. Das nächste Treffen wird Mitte September stattfinden.

Donnerstag, 27.08.2015:

Mahmud Abbas weiß etwas über den Holocaust: Das ist etwas, „was Juden sagen“. Er respektiert, dass sie sagen, sie hätten im Zweiten Weltkrieg Opfer gebracht. Aber das heißt nicht, dass er selbst ein Opfer der Opfer sein darf; sie sollten „uns“ (die PalAraber) nicht so behandeln, wie die Nazis sie behandelt haben. Nun, wenn der Holocaust „etwas ist, das die Juden sagen“, dann zeigt sich wieder, dass er ein Holocaust-Leugner ist, wie er im Buch steht.

Etwa 20 Protestierende blockierten am Morgen den Übergang Erez zum Gazastreifen um für die Freilassung von Avraham Mengistu zu demonstrieren, der von der Hamas im Gazastreifen festgehalten wird.

Die Hamas veröffentlichte ein Video, in dem sie zeigt, dass ihre Terroristen in Terrortunneln für Angriffe auf Israel trainieren. Damit soll Israel vermittelt werden, dass „die Geduld unseres Volks im Gazastreifen ausläuft und nicht mehr lange anhalten wird… Unsere Wut wird wie Vulkane in ihren Gesichtern explodieren.“

Jordanien schimpft mal wieder über Israel: Es wurden mehrere Tore zum Tempelbergplateau geschlossen (die für alle Nichtmuslime gesperrt sind) und es würden „weiterhin jüdische Extremisten auf den Tempelberg gelassen“. Der Status quo dort dürfe nicht verändert werden. (Die einzigen, die den Status quo ändern wollen, sind die Araber/Muslime, die Juden den Zugang verweigern!)

Freitag, 28.08.2015:

Wieder die übliche oder auch mal nicht ganz so übliche Hetze: Radikale israelische Islamisten verurteilen das Verbot für Randaliere auf den Tempelberg zu gehen. Diese Gewalttäter symbolisieren nach Raed Saleh die „Ehre“ der muslimischen Nation und der arabischen Welt. Außerdem behaupten sie Juden planen dort Muslime zu ermorden.

Seit dem Ende des Gaza-Kriegs vom letzten Jahr hat im Durchschnitt jeden Monat eine Rakete in Israel eingeschlagen. Viele weitere fielen zu kurz und schlugen im Gazastreifen ein.

Die Hamas hat eine Lieferung von Türen aus Israel verhindert, die für arabische Häuser im Gazastreifen gespendet worden waren. Für die Hamas sind sie „Siedlungswaren, die die Lage ausbeuten, weil damit Siedlerwaren in den Gazastreifen geschmuggelt“ würden. (Die Türen waren von einer Firma Judäa/Samaria hergestellt worden.)

Samstag, 29.08.2015:

Ein Führer des Palästinensischen Islamischen Jihad lässt wissen, dass die Hamas keine Einwände dagegen hat, dass der PIJ Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel schießt, wenn der hungerstreikende Terrorführer im israelischen Gefängnis sterben sollte.

Die Hamas fordert den Rücktritt von Ban Ki-moon, weil dieser „die kriminellen Taten der israelischen Besatzungskräfte im Gazastreifen vertuscht. Ban habe die falsche Darstellung übernommen, dass die Hamas Waffenstillstände brach und den Tod von 170 Menschen in Rafah an diesem Tag ignoriere. Er sei Teil eines schweren Verbrechens.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (15.-22. August 2015)

Sonntag, 16.08.2015:

Das PA-„Außenministerium“ verurteilt die „Ermordung“ des Messerstechers von gestern Abend. Mahmud Abbas ebenfalls.

Ein offizieller Berater der türkischen Regierung behauptet, Israel werde die Blockade des Gazastreifens bald beenden, weil es ein Abkommen der Hamas mit Israel geben wird.

Das Feuer an einer Tankstelle bei Eli in der Region Binyamin war ein Terroranschlag von PalArabern, wie jetzt auch die Bilder einer Überwachungskamera zeigten.

Montag, 17.08.2015:

Anfang des Monats waren am Übergang Nitzana zum Gazastreifen in einer Ladung „Kleidung und Stoff“ für eine Schule im Gazastreifen Fiberglas-Zylinder, die zum Raketenbau verwendet werden.

Heckmeck:
Israel bestreitet, dass es Gespräche der Regierung mit der Hamas in Qatar gibt.

Dienstag, 18.08.2015:

Kommunisten und Araber protestierten in Haifa zugunsten des hungerstreikenden Terroristen.

Mittwoch, 19.08.2015:

Die extremistische Pro-Palästinenser-Organisation Zochrot will die Stadt Haifa verklagen, weil diese ihr die Vermietung eines Saals für eine Veranstaltung verweigerte.

Heckmeck:
– Die Hamas ließ wissen, dass sie einen separaten Staat im Gazastreifen nicht akzeptieren wird.

Donnerstag, 20.08.2015:

Die IDF stationiert verstärkt Eiserne Kuppel-Batterien im Land. Aktuell wurde eine bei Aschdod aufgestellt. Eine weitere bei Beer Sheva. Grund ist die Befürchtung, dass wegen des Terroristen im Hungerstreik ein Krieg ausbrechen könnte.

Die Hamas beschuldigt Ägypten der „Entführung“ von 4 ihrer Terrorkommandeure, die im Sinai unterwegs waren, um zu „Ausbildung“ in den Iran zu gelangen.

Freitag, 21.08.2015:

Aus Syrien wird behauptet, dass einer der israelischen Luftschläge 5 Zivilisten getötet worden seien. Bei einem weiteren Angriff sei auf dem Golan ein syrischer Soldat getötet und 7 Personen verletzt worden. Die IDF sagt, dass sie bei ihrem zweiten Luftangriff 5 oder 6 PIJ-Terroristen tötete.

Der Palästinensische Islamische Jihad prahlt nach der Eliminierung von Terrorzielen in Syrien: Wir werden euch (Juden) auch da angreifen und treffen, wo ihr die Eiserne Kuppel habt. Die Terrorgruppe bestreitet Raketen auf Israel geschossen zu haben.

Syrien gibt jetzt an, dass es bei den israelischen Gegenschlägen keine Personenschäden gegeben habe.

Heckmeck:
Khaled Meschaal fordert vom Westen, dass erst Gazas Probleme gelöst werden, bevor es eine Waffenstillstandsvereinbarung mit Israel geben kann (die nicht mehr als eine „Hudna“ sein kann).

Samstag, 22.08.2015:
Araber versuchten am Morgen einen jüdischen Weinberg bei Esh Kodesh in der Region Binyamin (Samaria, direkt nördlich von Jerusalem) in Brand zu setzen. Die Juden, die das Feuer löschen wollten, wurden massiv mit Steinen beworfen. Es gab deshalb „Zusammenstöße“ zwischen Juden und Arabern, die von der IDF getrennt werden mussten. YNet berichtet, dass die Araber die Sicherheitskräfte mit Steinen bewarfen. Die Araber behaupten, es seien „Dutzende“ von ihnen durch Gummigeschosse, Tränengas und Rauchgranaten verletzt worden. (Araber haben bereits früher erhebliche Sachschäden in Esh Kodesh verursacht und versucht Land zu besetzen.)
In Nordisrael wurde in einem Nationalpark eine Frau von einer Kugel (aus einer AK-47) in den Kopf getroffen; der Schütze hatte offenbar von Jordanien aus auf die Familie in Israel geschossen. Es ist ein Wunder, dass die Frau das überlebt hat.