Muslimischer Antisemitismus im deutschen Internet

Die Behörden haben versucht statistische Daten und weitere Informationen zu antisemitischen Einstellungen bei muslimischen Immigranten und ihren Nachkommen aus dem Rampenlicht zu halten.

Manfred Gerstenfeld, Israel National News, 11. März 2018

Der Verfassungsschutz des Bundeslands Hessen hat einen Bericht zu Antisemitismus im deutschen Internet veröffentlicht, der von Ann-Christin Wegener geschrieben wurde.[1] Die Studie konzentriert sich auf die Erscheinungsformen und den ideologischen Hintergrund antisemitischer Agitation in sozialen Netzwerken in Deutschland.

Wegener schrieb, dass die deutschen Behörden in der Regel angeben, dass 90% der antisemitischen Vorfälle von Rechtsextremen begangen werden. Sie weist darauf hin, dass dies das Ergebnis der Art ist, wie Polizei antisemitische Vorfälle berichtet.[2] Solange nichts über die Motivation oder die Täter bekannt ist, werden diese Vorfälle als politisch rechtsradikal motiviert bezeichnet.

In arabischer oder türkischer Sprache begangene Hassverbrechen führen zu weniger Anzeigen als die auf Deutsch.[3] Man muss zudem die Tatsache berücksichtigen, dass viele antisemitische Vorfälle nicht berichtet werden oder nicht zu Anzeigen führen. Es wird geschätzt, dass weniger als ein Viertel der jüdischen Opfer von Antisemitismus Anzeige bei der Polizei oder der jüdischen Gemeinde stellen.[4]

Die Autorin merkt an, dass antisemitischen Verbrechen und Einstellungen von Muslimen in Deutschland sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie verweist auf einige Vorfälle, die jedoch viel öffentliche Aufmerksamkeit erhielten. Einen der extremsten gab es 2012, als ein Rabbiner in Berlin massiv verprügelt wurde. Zwei Jahre später brüllten in mehreren deutschen Städten antiisraelische Demonstranten „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“. Ein weiterer Vorfall, der viel Aufmerksamkeit erregte, ereignete sich im Frühjahr 2017, als ein jüdischer Junge seine Berliner Schule verließ, nachdem er von muslimischen Schülern heftig schikaniert wurde. Wegener schreibt: „All das sagt wenig über den quantitativen Vergleich von Antisemitismus bei Muslimen und bei Rechten.“[5]

Muslimischer Antisemitismus in Europa ist enorm wenig erforscht. Viele Behörden haben versucht statistische Daten und weitere Informationen zu antisemitischen Einstellungen bei muslimischen Immigranten und ihren Nachkommen aus dem Rampenlicht herauszuhalten. Das ist trotz der Tatsache geschehen, dass alle gelösten Morde an Juden in Westeuropa im vergangenen Jahrzehnt von Muslimen begangen wurden. Dasselbe gilt weitgehend für andere extrem antisemitische Vorfälle. Zu diesen gehören Anschläge auf Synagogen in Frankreich.

Ein klassisches Beispiel unter vielen, bei dem solche Informationen verborgen wurden, ereignete sich 2003. Das Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin (ZfA) schloss  seine Studie zu europäischem Antisemitismus ab. Es hatte den Auftrag erhalten diesen Bericht des Europäischen Beobachtungszentrums zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) vorzubereiten. (Diese Organisation wurde 2007 durch die Agentur für Grundrechte der Europäischen Union, FRA, ersetzt.)

Das ZfA identifizierte junge Muslime arabischer Herkunft als die Haupttäter physischer Anschläge auf Juden und bei der Schändung und Zerstörung von Synagogen. Die EUMC veröffentlichte die Studie nicht. Das ZfA erklärte, der Grund dafür, das Dokument nicht zu veröffentlichen, bestand darin, dass es viele muslimische Täter antisemitischer Vorfälle preisgibt. Erwähnt wurde auch, dass das EUMC wiederholt dazu aufgefordert hatte die Ergebnisse zu verändern. Ende 2003 veröffentlichte der World Jewish Congress den Entwurf des Berichts des ZfA im Internet, womit die Manipulation des EUMC offengelegt wurde.[6]

Vor diesem Hintergrund und verschiedenen weiteren Manipulationen der Wahrheit ist Wegeners Studie besonders wichtig. Die Autorin untersucht Antisemitismus im deutschen Internet. Sie wählte einige Primärquellen aus. Dazu gehörten die Facebook-Konten der größten deutschen Tageszeitung, BILD sowie das des Focus, einer der drei führenden Wochenzeitschriften. Sie recherchierte zudem in YouTube-Kanälen, die ein größeres Publikum als Twitter haben.

Wegener kam zu dem Schluss, was Israel und den Konflikt im Nahen Osten betrifft, die Internetseite von Spiegel TV[7] das wichtigste Ventil antisemitischer Inhalte war. Sie stellte fest, dass Israel und der Nahost-Konflikt auf diesen Internetseiten unvergleichlich weiter verbreitet war, als das Thema deutsche Juden.

Wegener nutzte in ihrer Recherche eine Reihe Schlüsselwörter: Juden, Judentum, jüdisch, Israel und Antisemitismus.[8] Ihre detaillierte Studie, die nur auf Deutsch verfügbar ist, kommt zu einer Reihe wichtiger Schlüsse. Von Kommentaren über Juden oder das Judentum gab es seitens derer mit muslimischer Herkunft und von Rechtsextremen etwa die gleiche Anzahl.[9] Wegener stellte zudem fest, dass öffentlicher Diskurs zum Judentum als auch zu Israel in den deutschen sozialen Medien eine beträchtliche Menge Antisemitismus enthält.[10]

Wegener kam zu dem Schluss, dass antisemitische Kommentare seit 2014 zahlenmäßig enorm zugenommen haben. Sie beobachtete, dass der Gaza-Konflikt und die folgenden antiisraelischen Demonstrationen den Boden dafür bereiteten.

Zu Israel und dem Nahost-Konflikt wird etwa die Hälfte der antisemitischen Kommentare von Menschen mit muslimischem Hintergrund abgegeben. Nur 10% kamen von Rechten. In 40% der Fälle konnte die Herkunft nicht festgestellt werden. Von 2010 bis 2013 kamen allerdings 37% der antisemitischen Kommentare von Rechten, 16% wurden von Menschen mit muslimischem Hintergrund getätigt.[11] Wegener schließt, dass Hass auf Israel in der deutschen muslimischen Gemeinschaft zunimmt.

Was Antisemitismus und den Holocaust betrifft, waren bei denen, die Schuld am Holocaust und die Notwendigkeit des Gedenkens verneinten, die Rechten in der Mehrheit, während Muslime das weit weniger machten.

Es gibt eine Überlegung, die den Leser zu einem etwas anderen Schluss führen muss. Es wurden keine Seiten in arabischer oder türkischer Sprache untersucht. Auf diesen stammen praktisch alle antisemitischen Äußerungen von Muslimen. Damit übersteigt der muslimische Antisemitismus im deutschen Internet den der Rechtsextremen.

Wegeners Hauptschlussfolgerung lautet, dass Gesellschaft, Politiker und Geheimdienste auch den Antisemitismus von Muslimen beobachten müssen, ohne den Antisemitismus der Rechten zu vernachlässigen. Eine solche Feststellung ist bei beträchtlichen Teilen des deutschen Mainstream unpopulär – und noch viel mehr bei der Linken im Land.

[1] https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/PAAF-Analysen%20IN%20ALLER%20K%C3%9CRZE%20Ausgabe%20%201.pdf

[2] ebenda.

[3] ebenda.

[4] ebenda, Fußnote 7.

[5] ebenda, Fußnote 2.

[6] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/15697

[7] https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/PAAF-Analysen%20IN%20ALLER%20K%C3%9CRZE%20Ausgabe%20%201.pdf, S. 7.

[8] ebenda, S. 8.

[9] ebenda, S. 17

[10] ebenda, S. 20.

[11] ebenda, S. 20.

Ein Vorzeige-Jude für die Vernichtung Israels

Eine Pappnase hat ein „revolutionäres“ Buch geschrieben. Mit Inhalten, die angeblich erstmals die wahre Geschichte von 1948 geschildert wird. Mutig soll der Mann sein. Ein Tabubrecher. Einziger, der die Wahrheit sagt. Dass er mitsamt einem Trupp gleichgesinnter „Tabubrecher“ seit Jahren dasselbe Mantra trommelt und im Westen wie bei den üblichen Israelvernichtungs-Predigern aus dem arabisch-islamischen Raum deswegen hoch angesehen ist und als Musterjude vorgezeigt wird, spielt für die Jubel-Goys keine Rolle. Nun, das ist Werbung, da wird gelogen, dass die Schwarte kracht. Sonst kann man nichts absetzen – wobei antiisraelisches und antichristliches Geschreibsel eigentlich immer ein Selbstläufer ist, aber was soll’s.

Und so hat die Pappnase dann eben jedem und allen Interviews gegeben, die von ihm wissen wollten, was es mit dem Buch so auf sich hat – halt, nein: Sie wollen nur ihre antisemitischen Lügen bestätigt bekommen, aber das ficht den mutigen Einzelkämpfer nicht an. Ergo findet sich im Vorspann zu dem Interview mit einem neonazistischen Kampfblatt das wieder, was Pappe in Grundzügen denkt:

Im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina rief der „Jüdische Nationalrat“ am 14. Mai 1948 völkerrechtswidrig die einseitige Unabhängigkeit aus.

Wieso völkerrechtswidrig? Weil die Heil-Hitler-Trupps von Hadsch Amin al-Husseini nicht einverstanden waren? Oder die übrigen „Treibt die Juden ins Meer“-Brüllhansel?
Die Briten waren an diesem Tag raus aus dem Mandat. Es bestand ein Macht-Vakuum, das sich vorher schon breit machte und dazu führte, dass die Judenmörder des Mufti an allen Ecken und Enden frei schalten und walten (sprich: morden und plündern) konnten, wo sich die Juden nicht wehrten.
Was hätten die Juden also tun sollen? Sich an die Straßen stellen, „Heil Hadsch Amin!“ brüllen und den Massen- und Völkermördern des Muftis den Hals bieten, damit die nicht so viel Mühe bei der Fortsetzung der Endlösung haben?

Gleichzeitig wurde damit begonnen, große Teile der einheimischen arabischen Mehrheitsbevölkerung zu vertreiben.

Ja klar, anders geht’s nicht. Dass die meisten Araber das Land verließen, um den siegreichen arabischen Armeen nicht im Weg zu sein oder nach dem schnellen arabischen Sieg ggf. auch nicht als Verräter und Kollaborateure umgebracht zu werden, gilt nicht. Fakten dürfen nicht im Weg stehen – schon gar nicht solche, wie dass ein riesiger Teil der arabischen Bevölkerung seine Heime verließ, ohne einen jüdischen Bewaffneten auch nur gesehen zu haben. Aber was will man erwarten von einem, der selbst nach bewiesenem Betrug dem Betrüger immer noch die Stange hält und ihn als Opfer sieht, nachdem er Interviews mit (arabischen!) Zeitzeugen fälschte, um für seine Doktorarbeit das „richtige“ Bild der mordenden und vertreibenden Juden hinzubekommen? Dass ausgerechnet so einer die Vertreibungen und Massenmorde der aufgehetzten Husseini-Araber in die Diskussion einbringt? Das ist wohl zu viel verlangt, denn es würde das schlechte Licht auf die „falsche“ Seite werfen.

Dasselbe Schicksal widerfuhr auch der deutschen Minderheit, die bereits zwischen 1939 und 1948 von der britischen Mandatsverwaltung systematisch nach Australien zwangsumgesiedelt wurde.

Klar, jetzt muss die Schicksalsgemeinschaft beschworen werden. Vielleicht sollte man hier aber doch darauf hinweisen, dass es in den Reihen der Templer eine Besorgnis erregende Nähe zum Nationalsozialismus gab. Abgesehen davon war es nicht unüblich, dass „Volksdeutsche“ in Territorien unter alliierter Kontrolle aus als kritisch wichtig angesehenen Gegenden entfernt wurden. Das Risiko wurde als zu groß eingeschätzt.

Die Ereignisse von 1948, die erstmals vom israelischen Historiker Prof. Dr. Ilan Pappé umfassend beschrieben wurden, läuteten das Ende der Ära eines liberalen Islam ein und sind die Wurzel des noch immer andauernden Nahostkonflikts.

Aha, die „Ereignisse von 1948“ sind bisher nicht umfassend beschrieben worden. „Umgeschrieben“ wäre wohl die bessere Bezeichnung, wie die „neuen Historiker“ immer wieder bewiesen haben. Besonders „schön“ ist aber die Behauptung, dass mit 1948 das „Ende der Ära eines liberalen Islam“ „eingeläutet“ wurde. Alles vorher wird ausgeblendet, die Geschichte fängt erst 1948 an (höchstens der Holocaust kommt noch ins Spiel, wenn man den Israelis vorwirft, dass die „Palästinenser“ seine wahren Opfer sind). Dass Hadsch Amin eine Anhänger seit den frühen 1920-er Jahren einen Terrorkrieg gegen die Juden und gegen jeden Araber, der nicht auf seiner Seite mitzog, führte, das muss ignoriert werden, damit das ideologische Bild stimmt. Dass der Vernichtungskrieg gegen die Juden in „Palästina“ spätestens seit dem Teilungsbeschluss der UNO in seine heiße Phase ging und lange vor Mai 1948 im Gang war – geschenkt, das braucht der hysterische Scheinhistoriker nicht, denn das spräche ja nicht gegen die Juden.

Im Gespräch mit Erhard Düvel von der National-Zeitung meinte der Autor, dass der 14. Mai 1948 für die Völkergemeinschaft kein Grund zum Feiern sei.

Und hier entblößt sich, wes Geistes Kind der Vertreter dieser oben angeführten Meinungen ist. Die neonazistische Nationalzeitung ist mit ihren Ansichten voll kompatibel mit dem sich links gebenden jüdischen Antisemiten, der geschichtliche Wahrheit nicht über Fakten und Dokumenten vor allem auch der jeweiligen Zeit definiert, sondern über das, was heute von Arabern über diese Zeit erzählt wird.

Darauf aufmerksam gemacht, dass ein Interview mit ihm in dieser rechtsextremen Zeitung erschien, verschickte die Pappnase eilends elektronische Rundschreiben, um allen Interessierten und Uninteressierten mitzuteilen, dass er diesen Leuten natürlich niemals ein Interview gegeben hätte, hätte er gewusst, mit wem er sich da unterhält. Seine Ideologie und Haltung, behauptete er, stünden in völligem Gegensatz zu dem, was diese Zeitung repräsentiere.

Diese Mail ließ die Schreiberin des ersten Hinweises eine Frage schreiben:
Das führt aber nicht dazu, dass Sie darüber nachdenken, warum Zeitungen wie diese Ihre smarten Ideen so lieben?

Es kam die übliche Antwort eines jeden Extremisten: Das machen auch DIE ZEIT, die Times, der Independent, Led Monde, etc. – ausweichen, ablenken, keinesfalls die legitimen Schlüsse zulassen wollen. Was das beweist? Höchstens, dass der neue Antisemitismus Einzug in die „Mitte“ der Gesellschaft gehalten hat und diese das nicht wahr haben will. Dann muss man ihm eben die Nase drauf stoßen:

Was immer Sie über dieses nicht autorisierte Interview erzählen, Sie sprechen die Tatsache nicht an, dass Ihre Ideen so sehr mit denen der Nazis harmonieren, dass sie zur Veröffentlichung in deren Medien willkommen sind. Professor, Sie sind Nazi-kompatibel. Sie lieben Juden wie Sie. Darauf können Sie stolz sein!

Das kann einer wie die Pappnase nicht auf sich sitzen lassen. Seine Reaktion? Die eines Kindergarten-Kindes: Selber Nazi! Bäh! Ich bin gut! Du nicht! Gefolgt von der Selbstbeweihräucherung des einsamen Kämpfers, der hier und da noch den einen oder anderen Juden hat, der ihm zustimmt. Merke: Selbst ein Alibi-Jude braucht andere Alibi-Juden, um sich zu bestätigen, dass er kein Alibi-Jude ist sondern recht hat – und ein einsamer Rufer in der Wüste. Ohne zu merken, dass der Sand um ihn herum die nichtjüdischen Antisemiten sind, mit denen er im Chor heult.

Das ist also die Qualität eines Mannes, der von interessierten Kreisen als „Gewissen Israels“ gefeiert wird – weil er den Judenstaat als Unrechtsstaat brandmarkt, ihm jede Legitimität abspricht und alles und jeden willkommen in die Arme schließt, der mit ihm eine Meinung ist. Und sich dann wundert, wenn er mit Nazis im selben Bett liegt. Die angeblich im völligen Gegensatz zu dem stehen, was er repräsentiert. Zur Verlogenheit kommt noch Narzissmus hinzu. Die große gemeinsame Konstante sind die antiisraelischen Hasstiraden.