Die UNO-Resolution 242: Entstehung, Text und Einordnung (5) – Wertung/Einordnung der Resolution

Die Palästinenser, Yassir Arafat und ihren arabischen Unterstützern berufen sich in der Forderung nach einer Lösung des Nahostkonflikts mit dem Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 auf die UN-Resolution 242 und führen sie immer wieder an. Daher hier der Text der Resolution, ihre Einordnung in die geschichtlichen Zusammenhänge und Wertungen.

 

Wertung/Einordnung der Resolution

Eine wichtige, aber oft übersehene Forderung der Resolution 242 ist die Freiheit der Nutzung der internationalen Schifffahrtswege. Von Bedeutung ist sie deshalb, weil Ägyptens Blockade der Straße von Tiran als ein Hauptgrund für den Krieg von 1967 angesehen wurde.

Zusammengefasst ruft die Resolution eindeutig die arabischen Staaten dazu auf, mit Israel Frieden zu schließen. Die Hauptbedingung dieses Friedens ist, dass Israel sich aus 1967 „besetzten Gebieten“ zurückzieht, was bedeutet, dass Israel von einigen, aber nicht notwendigerweise von allen Gebieten abzieht, die es besetzte. Der sowjetische UN-Botschafter hatte genau aus diesem Grund ursprünglich die Formulierung „aus allen Gebieten“ gefordert, war aber später davon abgerückt.

Resolution 242 zielte – gerade auch durch die territorialen Forderungen – auf die Beendigung des arabisch-israelischen Konflikts. Die Rechnung wurde aber ohne die Tatsache gemacht, dass die meisten arabischen Staaten, die sich als mit Israel im Kriegszustand befindlich erklärten und es ablehnten, Israel diplomatisch anzuerkennen (z.B. Saudi Arabien, Irak, Libyen), keinerlei territorialen Disput mit Israel hatten. Diese Staaten machten ihre Beziehungen (zumindest rhetorisch) davon abhängig, dass Israel sich auf die Grenzen vom 4. Juni 1967 zurückzog.

Entgegen allen hier von den Beteiligten angeführten Äußerungen und Auslegungen der Forderungen nach einem „Rückzug aus besetzten Gebieten“ haben die Araber stets darauf bestanden, dass damit ein Rückzug aus ALLEN besetzten Gebieten gemeint war. Das drückt sich auch darin aus, dass deutschsprachige pro-palästinensische Internetseiten unverhohlen in der Übersetzung der Resolution vom „Rückzug aus allen besetzten Gebieten“ oder „Rückzug aus (allen) besetzten Gebieten“ schreiben. Die Frage ist: Sind diese Unterstützer so ahnungslos oder machen sie das gezielt?

Ein Grund für die falsche Interpretation kann die als „französische Variante“ bezeichnete Übersetzung sein. In der französischen Übersetzung ist aufgrund der französischen Grammatik vom „Rückzug aus den Gebieten“ die Rede. Der französische Repräsentant bestand aber darauf, dass die französische mit der englischen Ausgabe identisch sei. Das bedeutet, dass die „französische Variante“ so, wie sie heutzutage von arabischer Seite angeführt wird, nicht gültig ist.

Von besonderem Interesse dürfte auch sein, dass die Palästinenser in der Resolution nicht ein einziges Mal erwähnt sind. Sie sind lediglich im zweiten Satz des zweiten Artikels eingeschlossen, der zu einer „gerechten Lösung des Flüchtlingsproblems“ aufruft. Nirgendwo wird verlangt, dass den Palästinensern irgendwelche politischen Rechte oder Gebiete gegeben werden sollten. Tatsächlich war der Gebrauch des Begriffs „Flüchtlinge“ eine bewusste Anerkennung, dass es zwei Flüchtlingsprobleme gab – ein arabisches UND ein jüdisches, da 1948/49 hunderttausende Juden aus arabischen Ländern fliehen mussten.

Auch die Formulierung „gerechte Lösung des Flüchtlingsproblems“ bietet keinerlei Anlass, nur Israel zu verpflichten; diese arabische Interpretation kann mit der Resolution nicht begründet werden. Sie bezieht sich höchstens auf die 1948 verabschiedete Resolution 194, die diese Interpretation auch nicht her gibt.

Quellen: (für die gesamte Reihe zur Resolution 242)
*– UNO-Internetseite (http://www.un.org/english/)
*– Mitchell G. Bard: A Complete Idiot’s Guide to Middle East Conflict
*– dtv-Atlas Weltgeschichte
*– Arab-Israel Conflict in Maps (http://www.jajz-ed.org.il/100/maps/index.html)
*– Ex-oriente lux (http://www.ex-oriente-lux.de/nahost.htm)
*– Myths and Facts – A Guide to the Arab-Israeli Conflict (http://www.us-israel.org/jsource/myths/mftoc.html)
*– Hagalil – Chronologie der Geschichte des Staates Israel (http://www.hagalil.com/israel/geschichte/geschichte.htm)
*– IMRA (Independent Media Review and Analysis – http://www.imra.org.il)
*– MEMRI (Middle East Media Research Institute – http://www.memri.org)

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Die UNO-Resolution 242: Entstehung, Text und Einordnung (4) – Reaktionen auf die Resolution 242

Die Palästinenser, Yassir Arafat und ihren arabischen Unterstützern berufen sich in der Forderung nach einer Lösung des Nahostkonflikts mit dem Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 auf die UN-Resolution 242 und führen sie immer wieder an. Daher hier der Text der Resolution, ihre Einordnung in die geschichtlichen Zusammenhänge und Wertungen.

 

1. UN-Botschafter und an der Verfassung der Resolution beteiligte Personen:

Schon vor Beginn der Jarring-Mission (dem Sonderbotschafter, der in der Resolution erwähnt wird), bestanden die arabischen Staaten darauf, das der Sicherheitsrats-Beschluss 242 zu einem vollständigen Rückzug der israelischen Truppen von allen im Sechs-Tage-Krieg besetzten Gebiete aufruft. Israel hält die Meinung, dass die Formulierung zum Rückzug in der Resolution nicht als völliger Rückzug gemeint war. Es folgen Stellungnahmen einschließlich Interpretationen verschiedener Delegationen zur Resolution 242:

A. Vereinigtes Königreich

Lord Caradon, Mitverfasser des Entwurfs, der angenommen wurde, erklärte vor der Abstimmung zu Resolution 242 im Sicherheitsrat:

„… Der Resolutionsentwurf ist als ganzes ausgewogen. Ihm etwas hinzuzufügen oder etwas wegzunehmen würde die Ausgewogenheit zerstören, wie auch die weit reichende Übereinstimmung, die wir miteinander erreicht haben. Er muss als Ganzes betrachtet werden, so wie er gemacht wurde. Ich empfehle, dass wir den Punkt erreicht haben, wo die meisten, wenn nicht alle von uns den Resolutionsentwurf, den kompletten Resolutionsentwurf und nichts als den Resolutionsentwurf haben wollen.“ (S/PV 1382, S. 31, vom 22.11.1967)

– Lord Caradon in einem Interview auf Kol Israel im Februar 1973:
Frage: „Die Sache des (bestimmten) Artikels, der auf Französisch vorhanden ist, auf Englisch aber nicht – ist sie wirklich von Bedeutung?“
Antwort: „Die Absichten sind völlig klar; das Prinzip ist in der Präambel festgestellt, die Notwendigkeit eines Rückzugs ist im operativen Abschnitt erklärt. Und dann ist der entscheidende Satz, dem nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet wird, dass ein Rückzug auf sichere und anerkannte Grenzen erfolgen sollte; und diese Wort sind sehr sorgfältig gewählt: Sie müssen sicher und anerkannt sein. Sie werden nicht sicher sein, so lange sie nicht anerkannt sind. Und deshalb muss man auf eine Vereinbarung hin arbeiten. Das ist wesentlich. Ich würde das, was wir taten, absolut verteidigen. Es stand uns nicht zu, die exakten Grenzen festzulegen. Ich kenne die Grenze von 1967 sehr gut. Es war keine zufrieden stellende Grenze; dort mussten die Truppen 1948 stehen bleiben, wo sie sich gerade in dieser Nacht befanden; das ist keine dauerhafte Grenze…“

– Mr. Michael Stewart, Minister für Auswärtige Angelegenheiten und den Commonwealth in einer Antwort auf eine Frage im Parlament am 17. November 1969:
Frage: „Wie ist die britische Interpretation der Wortwahl der Resolution von 1967? Verstehen die ehrenwerten Herren es so, dass die Israelis sich von allen Gebieten zurückziehen sollten, die sie im letzten Krieg übernommen haben?“
Mr. Stewart: „Nein, Sir. Das ist nicht der in der Resolution benutzte Ausdruck. Die Resolution spricht von sicheren und anerkannten Grenzen. Diese Worte müssen im Zusammenhang der gesamten Erklärung zum Rückzug gelesen werden.“

– Mr. Michael Stewart, Minister für Auswärtige Angelegenheiten und den Commonwealth in einer Antwort auf eine Frage im Parlament am 9. Dezember 1969:
„Wie ich früher schon erklärt habe, gibt es in der wichtigen UN-Sicherheitsrats-Resolution einen Bezug auf zweierlei: den Rückzug aus Gebieten und auf sichere und anerkannte Grenzen. Wie ich dem Haus früher schon mitgeteilt habe glauben wir, dass diese zwei Dinge im Zusammenhang gelesen werden müssen und dass das Auslassen des Wortes ‚alle‘ vor dem Wort ‚Gebiete‘ wohl überlegt ist.“

– Mr. George Brown, 1967 britischer Außenminister, am 19. Januar 1970:
„Ich wurde immer und immer wieder aufgefordert, die Wortwahl klar zu stellen, zu ändern oder zu verbessern, aber ich habe nicht die Absicht das zu tun. Die Formulierung der Resolution war sehr sorgfältig ausgearbeitet und es war schwierig und kompliziert, ihn vom UN-Sicherheitsrat genehmigt zu bekommen.
Ich formulierte die Sicherheitsrats-Resolution. Bevor wir sie dem Rat vorlegten, zeigten wir sie den arabischen Führern. Der Vorschlag sagte ‚Israel wird sich aus Gebieten zurückziehen, die besetzt wurden‘ und nicht ‚aus den Gebieten‘; das bedeutet, dass Israel sich nicht aus allen Gebieten zurückziehen wird.“ (The Jerusalem Post, 23.01.1970).

B. Vereinigte Staaten von Amerika

– Mr. Arthur Goldberg, US-Repräsentant, im Sicherheitsrat über den Verlauf der Diskussion, die der Verabschiedung der Resolution 242 voran ging:
„Einen Rückzug ohne sichere und anerkannte Grenzen anzustreben… würde genauso fruchtlos sein, wie sichere und anerkannte Grenzen ohne einen Rückzug anzustreben. Geschichtlich hat es niemals sichere oder anerkannte Grenzen in der Region gegeben. Weder die Waffenstillstandslinien von 1949 noch die von 1967 haben diese Darstellung beantwortet… Über solche Grenzen muss man sich noch einigen. Eine Vereinbarung in diesem Punkt ist absolut notwendig für einen gerechten und dauerhaften Frieden, genauso wie ein Rückzug…“ (S/PV.1377, S. 37 vom 15.11.1967)

Dieser Arthur J. Goldberg, Richter am Obersten Gerichtshof der USA, schrieb am 26. Juni 1980 weiterhin bezüglich der israelischen Verpflichtungen aus Resolution 242:
„Die bemerkenswerten Auslassungen sind die Wörter ‚den‘ und ‚alle‘. Die Bedeutung dieser Auslassung ist lebenswichtig für ein richtiges Verständnis der Resolution 242. Im Endeffekt ist es so, dass die Resolution den totalen israelischen Rückzug weder verlangt noch verhindert. Es überweist stattdessen das Ausmaß und den Zeitpunkt jeden Rückzugs aus der Westbank und dem Gazastreifen zur Verhandlung an die Konfliktparteien.“

– Präsident Lyndon Johnson am 10. September 1968:
„Wir haben nicht darüber zu befinden, wo andere Nationen die Linien zwischen sich ziehen sollten, die ihnen die größte Sicherheit bieten. Es ist trotzdem klar, dass eine Rückkehr zur Lage vom 4. Juni 1967 keinen Frieden bringen wird. Es muss sichere und es muss anerkannte Grenzen geben. Über einige dieser Grenzen müssen sich die beteiligten Nachbarn einig werden.“

– Mr. Joseph Sisco, stellvertretender Außenminister, am 12. July 1970 (NBC „Meet the Press“):
„Diese Resolution sagt nicht ‚Rückzug zu den Grenzen vor dem 5. Juni‘. Die Resolution sagt, dass die Parteien verhandeln müssen, um Verständigung über die so genannten sicheren und anerkannten Grenzen zu erreichen. Mit anderen Worten: die Frage der endgültigen Grenzen ist eine Sache der Verhandlungen zwischen den Parteien.“

– Eugene V. Rostov, Professor für Recht und öffentliche Angelegenheiten an der Yale University, der 1967 US-Staatssekretär im Außenministerium war:
a) „… Paragraph 1 (i) der Resolution fordert den Rückzug israelischer Streitkräfte ‚von im letzten Krieg besetzten Gebieten‘ und nicht ‚von den im letzten Krieg besetzten Gebieten‘. Wiederholte Versuche, diesen Satz durch die Hinzufügung des Wortes ‚den‘ zu ergänzen, scheiterten im Sicherheitsrat. Daher ist es nicht legal möglich zu erklären, die Bestimmung verlange von Israel den Rückzug aus allen Gebieten, die jetzt nach den Waffenstillstandsresolutionen bis zu den Demarkationslinien des Waffenstillstands besetzt sind.“ (American Journal of International Law, Band 64, September 1970, S. 69)
b) „Die von Paragraph 3 der Resolution geforderte Vereinbarung – so sagte der Sicherheitsrat – sollte ‚sichere und anerkannte Grenzen‘ zwischen Israel und seinen Nachbarn festlegen, ‚ohne die Androhung der Anwendung von Gewalt‘, die die Waffenstillstandslinien von 1949 wie auch die Waffenstillstandslinien vom Juni 1967 ersetzen. Die israelischen Streitkräfte sollten sich auf Linien zurückziehen, die Teil einer umfassenden Vereinbarung zu allen in der Resolution erwähnten Fragen und in einem Zustand des Friedens sind.“ (American Journal of International Law, Band 64, September 1970, S. 68)

C. UdSSR

– Herr Wasily Kusnetzow sagte in Diskussionen, die der Verabschiedung der Resolution 242 voraus gingen:
„… Was bedeuten Ausdrücke wie ‚sichere und anerkannte Grenzen‘? Welche Grenzen sind das? Sicher, anerkannt – von wem, wozu? Wer wird beurteilen, wie sicher sie sind? Wer muss sie anerkennen? … es gibt sicher einigen Spielraum für unterschiedliche Interpretationen, die Israel das Recht vorbehalten neue Grenzen zu ziehen und seine Streitkräfte nur so weit zurückzuziehen, die es als geeignet ansieht.“ (S/PV. 1373, S. 112 vom 9.11.1967)

D. Brasilien

– Herr Geraldo de Carvalho Silos, brasilianischer Repräsentant in seiner Rede im Sicherheitsrat nach der Verabschiedung der Resolution 242:
„Wir behalten dauerhaft im Gedächtnis, dass ein gerechter und dauerhafter Frieden im Nahen Osten sich notwendigerweise auf sichere, dauerhafte Grenzen gründet, die von den Nachbarstaaten frei und durch Verhandlungen vereinbart werden.“ (S/PV. 1382, S. 66, 22.11.1967)

2. Arabische Reaktionen

A: Arabische Liga:

Die arabischen Führer beschlossen im August 1967 (also noch vor der Resolution 242) auf einer Konferenz in Khartoum:

Könige und Präsidenten haben den vereinten Bemühungen auf internationalen und diplomatischen Ebenen die Folgen der Aggression auszulöschen und den Abzug der Aggressoren-Streitkräften Israels von arabischem Land unter den Bedingungen, denen sich die arabischen Staaten verpflichtet haben: NEIN zum Frieden mit Israel, NEIN zu Verhandlungen mit Israel, NEIN zur Anerkennung Israels sowie die Pflege der Rechte des Palästinensischen Volks in seiner Nation.

Die Formulierung der drei NEIN führt das „palästinensische Volk“ auf – aber der Krieg von 1967 wurde von Seiten der Araber nicht zur Einrichtung eines palästinensischen Staates geführt, sondern zur Einverleibung des israelischen Staatsgebietes durch Syrien, Jordanien und Ägypten.

B: PLO

In einer Erklärung an die UN-Generalversammlung lehnte die PLO am 15. Oktober 1968 die Resolution ab und sagte: „Die Umsetzung der besagten Resolution wird zum Verlust jeglicher Hoffnung auf die Errichtung von Frieden und Sicherheit in Palästina und dem Nahen Osten führen.“
Warum? Weil die Araber – nach einer erneuten Niederlage im Krieg – trotzdem nicht bereit waren, von ihrem Ziel der Vernichtung Israels abzugehen. Unter „Frieden und Sicherheit“ verstanden die Araber vor allem, dass der jüdische Staat ausgelöscht sein musste!

Die UNO-Resolution 242: Entstehung, Text und Einordnung (3) – Der Text der Resolution

Die Palästinenser, Yassir Arafat und ihren arabischen Unterstützern berufen sich in der Forderung nach einer Lösung des Nahostkonflikts mit dem Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 auf die UN-Resolution 242 und führen sie immer wieder an. Daher hier der Text der Resolution, ihre Einordnung in die geschichtlichen Zusammenhänge und Wertungen.

 

Die Resolution 242

Die wichtigste und heute am häufigsten angeführte Resolution in Folge des 6-Tage-Krieges ist die Resolution 242 vom 22. November 1967; sie sollte besonders betrachtet werden, vor allem, weil die arabische Seite sie heute entstellt für ihre Zwecke anführt (was sie eigentlich von Anfang an versucht hat).

Der Resolutionsentwurf wurde vom Vereinigten Königreich in der 1379. Sitzung des Sicherheitsrats am 16. November 1967 eingebracht. In den nachfolgenden Treffen wurde sporadisch – ohne besondere Betonung linguistischer Probleme – die Bedeutung der hier zu bedenkenden Wortwahl erwähnt. In der Frage der Übereinstimmung bestand der französische Repräsentant explizit darauf, dass der französische Text „identisch“ mit dem englischen Text sei. Der israelische Repräsentant griff am Ende der Debatte ein und erklärte, dass er seiner Regierung nichts außer dem englischen Originaltext des Resolutionsentwurfs übermitteln würde, der vom Orignial-Verfasser am 16. November eingebracht wurde. Von einer Quelle außerhalb ist bekannt, dass die Verfasser alle Versuche, Wörter wie ‚“alle“ oder „die“ in den englischen Text der Resolution widerstanden und es wird nicht übersehen werden, dass, als das Wort „alle“ irrtümlicherweise in die spanische Übersetzung des Entwurfs kam, es später entfernt wurde.

Resolution des Sicherheitsrats Nr. 242 (1967)
vom 22. November 1967

Der Sicherheitsrat,

als Ausdruck seiner fortgesetzten Besorgnis über die ernste Lage im Nahen Osten,
unter Betonung der Unzulässigkeit des Erwerbs von Territorien durch Krieg und der Notwendigkeit, auf einen gerechten und dauerhaften Frieden zu arbeiten, in dem jeder Staat der Region in Sicherheit leben kann,
unter weiterer Betonung, dass alle Mitgliedsstaaten mit ihrer Annahme der Charta der Vereinten Nationen eine Verpflichtung eingegangen sind, in Übereinstimmung mit Artikel 2 der Charta zu handeln,

  1. bekräftigt, dass die Erfüllung der Grundsätze der Charta die Einrichtung eines gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen Osten verlangt, der die Anwendung der beiden folgenden Grundsätze einschließen sollte:
    (i) Rückzug der israelischen Streitkräfte aus Gebieten, die im jüngsten Konflikt besetzt wurden;
    (ii) Beendigung aller Behauptungen oder Formen des Kriegszustands sowie der Beachtung und Anerkennung der Souveränität, territorialen Integrität und politischen Unabhängigkeit eines jeden Staates in der Region und ihres Rechts, innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen, frei von Bedrohungen oder Gewaltakten zu leben;
  2. bekräftigt weiterhin die Notwendigkeit
    (a) die Freiheit der Schifffahrt auf internationalen Wasserwegen in der Region zu garantieren;
    (b) eine gerechte Regelung des Flüchtlingsproblems zu erreichen;
    (c) die territoriale Unantastbarkeit und politische Unabhängigkeit eines jeden Staates der Region durch Maßnahmen zu garantieren, die die Einrichtung von entmilitarisierten Zonen einschließen;
  3. fordert den Generalsekretär auf, dienen Sonderbeauftragten zu benennen, der sich in den Nahen Osten begibt, um Kontakt mit den betroffenen Staaten aufzunehmen und zu halten, um eine Vereinbarung zu fördern und Bemühungen um eine friedliche und anerkannte Lösung in Übereinstimmung mit den Regelungen und Grundsätzen dieser Resolution zu unterstützen;
  4. fordert den Generalsekretär auf, dem Sicherheitsrat über die Fortschritte der Bemühungen des Sonderbeauftragten so bald wie möglich zu berichten.
    In der 1382. Sitzung einstimmig beschlossen.

Die UNO-Resolution 242: Entstehung, Text und Einordnung (2) – Die Rolle der UNO (Resolutionen vom 6., 7., 9., 14.06 und 25.10.1967)

Die Palästinenser, Yassir Arafat und ihren arabischen Unterstützern berufen sich in der Forderung nach einer Lösung des Nahostkonflikts mit dem Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 auf die UN-Resolution 242 und führen sie immer wieder an. Daher hier der Text der Resolution, ihre Einordnung in die geschichtlichen Zusammenhänge und Wertungen.

 

Die Rolle der UNO (Resolutionen vom 6., 7., 9., 14.06 und 25.10.1967)

Eine erste Reaktion der UNO kam am 6.6.1967:

Resolution des Sicherheitsrats Nr. 233 (1967)
vom 6. Juni 1967

Der Sicherheitsrat,

in Kenntnisnahme des mündlichen Berichts des Generalsekretärs in dieser Situation,
nach Anhörung der Stellungnahmen, die im Rat abgegeben wurden,
besorgt über den Ausbruch der Kämpfe und die bedrohliche Lage im Nahen Osten,
1. ruft die betroffenen Regierungen auf, unverzüglich als ersten Schritt alle Maßnahmen zu einer sofortigen Feuereinstellung und zu einer Beendigung aller militärischen Aktivitäten in der Region zu unternehmen;
2. fordert den Generalsekretär auf, den Rat sofort und aktuell über die Lage informiert zu halten.

In der 1348. Sitzung einstimmig angenommen.

Resolution des Sicherheitsrats Nr. 234 (1967)
vom 7. Juni 1967

Der Sicherheitsrat,

in Kenntnisnahme, dass trotz seines Aufrufs an die betroffenen Regierungen, unverzüglich als ersten Schritt alle Maßnahmen zu einer sofortigen Feuereinstellung und zu einer Beendigung aller militärischen Aktivitäten Nahen Osten zu unternehmen (Resolution 233 (1967)), militärische Aktivitäten in der Region fortgesetzt werden,
besorgt, dass die Fortsetzung militärischer Aktivitäten eine noch bedrohlichere Lage in der Region schaffen könnte,
1. verlangt, dass die betroffenen Regierungen als ersten Schritt das Feuer einstellen und alle militärischen Aktivitäten um 20.00 Uhr GMT am 7. Juni 1967 einstellen sollten;
2. fordert den Generalsekretär auf, den Rat sofort und aktuell über die Lage informiert zu halten.
In der 1350. Sitzung einstimmig angenommen.

Und wieder am 9. Juni 1967:

Resolution des Sicherheitsrats Nr. 235 (1967)
vom 9. Juni 1967

Der Sicherheitsrat, in Erinnerung an die Resolutionen 233 (1967) vom 6. Juni und 234 (1967) vom 7. Juni 1967,
in Kenntnisnahme, dass des gegenseitigen Einverständnisses der Regierungen von Israel und Syrien zur Anerkennung der Forderung des Rats nach einem Waffenstillstand,
in Kenntnisnahme der Erklärungen, die von den Vertretern von Syrien und Israel abgegeben worden,
1. bestätigt die vorangegangenen Resolutionen über den sofortigen Waffenstillstand und die Einstellung militärischer Aktionen;
2. verlangt, dass die Feindseligkeiten unverzüglich eingestellt werden sollten;
3. fordert den Generalsekretär auf, sofortigen Kontakt mit den Regierungen von Israel und Syrien aufzunehmen, um sofortige Befolgung der oben genannten Resolutionen zu arrangieren und dem Sicherheitsrat spätestens nach zwei Stunden ab dem jetzigen Zeitpunkt zu berichten.
In der 1352. Sitzung einstimmig angenommen.

Und wieder unmittelbar nach Einstellung der Kämpfe:

Resolution des Sicherheitsrats Nr. 236 (1967)
vom 11. Juni 1967

Der Sicherheitsrat,

in Kenntnis der mündlichen Berichte des Generalsekretärs zur Lage zwischen Israel und Syrien, die in der 1354., 1355., 1356. und 1357. Sitzung erfolgten, sowie den zusätzlich in den Dokumenten S/7930 und Add.1-3 gegebenen Informationen,
1. verurteilt jede und alle Verletzungen des Waffenstillstands;
2. fordert den Generalsekretär auf, seine Untersuchungen fortzusetzen und dem Rat so bald wie möglich zu berichten;
3. bekräftigt, dass seine Forderung nach einem Waffenstillstand und der Nicht-Fortsetzung aller militärischer Aktivitäten ein Verbot jeglichen militärischen Vorgehens nach dem Waffenstillstand einschließt;
4. ruft zur sofortigen Rückkehr jeglicher Truppen, die sich nach 16.30 Uhr GMT am 10. Juni 1967 vorwärts bewegt haben könnten, zu den Waffenstillstands-Positionen auf;
5. fordert zur vollen Kooperation mit dem Stabschef der Waffenstillstandsorganisation der Vereinten Nationen auf, einschließlich der Bewegungsfreiheit und angemessener Kommunikations-Einrichtungen.
In der 1.357. Sitzung einstimmig angenommen.

Am 14. Juni 1967 kommt die Sorge der UNO um die Araber deutlich zum Ausdruck:

Resolution des Sicherheitsrats Nr. 237 (1967)
vom 14. Juni 1967

Der Sicherheitsrat,

angesichts der dringenden Notwendigkeit, den Zivilbevölkerungen und die Kriegsgefangenen des Kriegs in der Konfliktregion im Nahen Osten zusätzliche Belastungen zu ersparen,
angesichts dessen, dass wesentliche und unveräußerliche Menschenrechte auch während des Auf und Ab des Krieges respektiert werden sollten,
angesichts dessen, dass alle Verpflichtungen der Genfer Konvention vom 12. August 19491) bezüglich der Behandlung von Kriegsgefangenen von den am Konflikt beteiligten Parteien beachtet werden sollten,
1. ruft die Regierung Israels auf, den Schutz, das Wohlergehen und die Sicherheit der Einwohner der Gegenden, in denen militärische Operationen statt gefunden haben, sicher zu stellen und die Rückkehr derjenigen Einwohner zu fördern, die seit Ausbruch der Feindseligkeiten aus diesen Gebieten geflohen sind;
2. empfiehlt den betroffenen Regierungen die peinliche Beachtung der menschlichen Prinzipien bezüglich der Behandlung von Kriegsgefangenen und den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten, wie sie in den Genfer Konventionen vom 12. August 19492) enthalten sind;
3. fordert den Generalsekretär auf, die tatsächliche Umsetzung dieser Resolution zu verfolgen und dem Sicherheitsrat zu berichten.
In der 1361. Sitzung einstimmig angenommen.

Am 25. Oktober macht sich die UNO Sorgen darüber, dass es Verletzungen des Waffenstillstands gab – wer die wohl ausgelöst hat? Es wird bewusst vermieden, einer der Parteien Verantwortung für die Verletzungen zuzuweisen, statt die arabischen Versuche von Vorstößen gegen israelische Truppen beim Namen zu nennen:

Resolution des Sicherheitsrats Nr. 240 (1967)
vom 25. Oktober 1967

Der Sicherheitsrat,

tief besorgt über die trotz der von den Resolutionen des Sicherheitsrats befohlenen Waffenstillstands statt findenden jüngsten militärischen Aktivitäten im Nahen Osten,
nach Anhörung und unter Bedacht der Erklärungen der betroffenen Parteien,
unter Berücksichtigung der Informationen über die besagten Aktivitäten, die durch die Dokumente S/7930/Add.43, Add.44, Add.45, Add.46, Add.47, Add.48 und Add.49 vorgelegt wurden,
1. verurteilt die Verletzungen des Waffenstillstands;
2. bedauert die Opfer und den Verlust von Eigentum, die aus diesen Verletzungen resultieren;
3. bekräftigt nochmals die strikte Befolgung der Waffenstillstands-Resolutionen;
4. verlangt von den betroffenen Mitgliedsstaaten, auf der Stelle alle verbotenen militärischen Aktivitäten in der Gegend einzustellen und voll und unverzüglich mit der UN-Waffenstillstandskommission zu kooperieren.
In der 1371. Sitzung einstimmig angenommen.

Die UNO-Resolution 242: Entstehung, Text und Einordnung (1) – Der Sechstagekrieg

Die Palästinenser, Yassir Arafat und ihren arabischen Unterstützern berufen sich in der Forderung nach einer Lösung des Nahostkonflikts mit dem Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 auf die UN-Resolution 242 und führen sie immer wieder an. Daher hier der Text der Resolution, ihre Einordnung in die geschichtlichen Zusammenhänge und Wertungen.

 

Vorgeschichte des 6-Tage-Krieges

Der ägyptische Präsident Nasser und die neue syrische Regierung, die 1966 an die Macht gekommen war, schlossen im November 1966 einen Verteidigungspakt ab. Gleichzeitig nahmen Nassers verbale Angriffe gegen Israel immer mehr zu. Mehrfach drohte er damit, Israel militärisch zerstören zu wollen. Gleichzeitig rüsteten Ägypten und Syrien massiv auf.

Im April 1967 eskalierte die Situation, als sich syrische und israelische Kampfflugzeuge zahlreiche Luftgefechte lieferten. Am 15. Mai 1967 rückten ägyptische Truppen entgegen internationaler Vereinbarungen in den Sinai ein. Nasser forderte die Vereinten Nationen dazu auf, die UN-Truppen an der ägyptisch-israelischen Grenze abzuziehen. UN-Generalsekretär U Thant befolgte diesen Befehl, ohne – wie von seinem Vorgänger versprochen – die Sache vor die Generalversammlung zu bringen. Im arabischen Radio „Voice of the Arabs“ tönte es am 18.5.1967: „Ab heute gibt es keine internationale Notfalltruppe zum Schutz Israels mehr. Wir werden uns nicht mehr bei der UNO über Israel beschweren. Die einzige Methode, die wir gegen Israel anwenden werden, ist der totale Krieg, der in der Vernichtung der zionistischen Existenz enden wird.“ Ähnliche Auslöschungsreden wurden vom syrischen Verteidigungsminister Hafez Assad geschwungen.

Am 22. Mai sperrte Ägypten (erneut) entgegen allen internationalen Rechts (auch von der UNO 1958 bestätigt) die Straße von Tiran für israelischen Schiffsverkehr. Damit war Israels einzige See-Verbindung nach Asien gekappt. (Von angesehenen Kriegshistorikern und Völkerrechtlern wird diese Maßnahme als casus belli betrachtet.)

Die Gefahr eines neuerlichen Krieges im Nahen Osten war auch der übrigen Welt nicht verborgen geblieben. Vermittlungsversuche von Seiten des US-Präsidenten Lyndon B. Johnson sowie des UN-Generalsekretärs, die Israel zum Stillhalten aufforderten, scheiterten.

Als einzige weitere internationale Maßnahme verhängte Frankreich ein Embargo gegen Israel. Ähnlich verhielten sich die USA dann während der Kämpfe (entgegen den Behauptungen der Araber, die Amerikaner würde massiv Waffen und Munition nach Israel bringen). (Andererseits hatten die Araber keinerlei Probleme, von den Sowjets versorgt zu werden; außerdem stellten Kuwait, Algerien, Saudi Arabien und der Irak den Ägyptern, Jordaniern und Syrern Truppen und Ausrüstung zur Verfügung.)

Am 25. Mai rückten, ermutigt von Ägypten, die Truppen von Syrien, Irak, Jordanien und Saudi Arabien an die Grenzen zu Israel vor. Präsident Nasser von Ägypten erklärte am 26. Mai 1967:

„Unser grundlegendes Ziel ist die Zerstörung Israels. Die arabischen Völker wollen kämpfen… Die Verminung von Sharm El Sheik ist eine Konfrontation mit Israel.“

Nach dem Vorbild des ägyptisch-syrischen Paktes von 1966 schloss Ägypten am 30. Mai und 4. Juni weitere „Verteidigungs“-Pakte Jordanien und dem Irak, womit die Einkreisung Israels praktisch vollständig war. Israel war von lebenswichtigen Seeverbindungen abgeschnitten. Die arabische Seite hatte alles getan, um eindeutig klar zu machen, dass sie Krieg wollte und Krieg führen würde.

Verhandlungsangebote von US-Präsident Johnson scheiterten. Trotzdem warnte er: „Israel wird nicht allein sein, so lange es sich nicht entscheidet, auf eigene Faust zu handeln.“

Kampfhandlungen bis zum Waffenstillstand am 10.6.1967

Am Morgen des 5. Juni griff Israel in einem Überraschungscoup in mehreren Angriffswellen Ägypten und Syrien an und zerstörte binnen weniger Stunden fast die gesamte Luftwaffe der beiden Gegner. In den nächsten Tagen wurden die ägyptischen Truppen im Sinai vernichtend geschlagen und die israelischen Streitkräfte standen am Suezkanal.

Israels Versuche, König Hussein von Jordanien zu überzeugen, sich nicht dem Krieg anzuschließen, scheiterten. Jordanien ließ sich von angeblichen arabischen Siegen dazu verleiten, die militärische Offensive gegen Israel zu ergreifen. Jordanische Artillerie begann die massive Beschießung (West-) Jerusalems und Tel Avivs, wodurch Israel auch gegen Jordanien zur Offensive gezwungen war. Bis zum 8. Juni eroberte Israel das gesamte Gebiet westlich des Jordans, darunter am 7. Juni die Altstadt Jerusalems mit dem Tempelberg und der Westmauer, dem wichtigsten Heiligtum der Juden, zu dem ihnen der Zugang seit 20 Jahren verwehrt war.

Am Morgen des 9. Juni attackierten israelische Truppen die Syrer auf den Golanhöhen, die vorher von dort – nicht erst seit Beginn der „offiziellen“ Kampfhandlungen – den Norden Israels bombardierten. Die syrischen Linien wurde nach dem zwei Tage vorher begonnen Bombardement durchbrochen.

Die israelischen Truppen hatten nun fast freie Bahn, um auf Amman und Damaskus zu marschieren und den Suezkanal in Richtung Kairo zu überqueren. Verhindert wurde dies dadurch, dass die israelische Führung nicht genug Entschlossenheit dazu hatte, die UdSSR drohte einzugreifen und US-Außenminister Dean Rusk die Israelis „in strengstmöglichen Worten“  empfahl, einen Waffenstillstand zu akzeptieren. Dem fügten sich die Israelis am 10. Juni.

Nachdem Jordanien seine Bombardements am 5. Juni begann, flohen ca. 325.000 Menschen aus den Gebieten, die heute „Westbank“ genannt werden. Sie waren jordanische Staatsbürger, viele von ihnen Jordanier, die sich erst nach 1948 dort nieder ließen. Einige flohen aus Angst, zwischen die Fronten zu geraten. Viele folgten aber Gerüchten, die von arabischen Politikern gestreut wurden. Ein UNRWA-Verwalter in einem Flüchtlingslager in Jericho erzählte: „Sie sagten, alle jungen Leute würden umgebracht. Man hörte im Radio, dass dies nicht das Ende sei, sondern ein Anfang. So dachte man vielleicht, dass es keinen kurzen Krieg geben würde und wollte lieber in Jordanien sein.“ Nils-Gööran Gussing, vom UN-Generalsekretär mit der Untersuchung der Lage beauftragt, stellte fest, dass viele Araber auch fürchteten, sie würden nicht länger in der Lage sein, Gelder von Familienmitgliedern im Ausland zu erhalten.

Die israelischen Streitkräfte befahlen einer Hand voll Palästinensern aus „strategischen und Sicherheitsgründen“ umzuziehen. In einige Fällen wurde ihnen nach wenigen Tagen die Rückkehr erlaubt; in anderen boten die Israelis Hilfe bei der Wiederansiedlung an anderer Stelle an. Das Resultat des Krieges war aber die Schaffung eines weiteren Flüchtlingsproblems.

Wer muss abziehen?

Yisrael Medad, My Right Word, 11. März, 2017

Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrat weist Bedenkliches auf.

Sie erwähnt kein „palästinensisches Volk“.

Sie erwähnt nur „Staaten“.

Sie sagt nicht, dass Israel aus „allen Gebieten…“ abziehen muss und definiert den Erwerb von „allen/jedem Territorium“ nicht als unzulässig.

Und noch eins:

Die Forderung nach „Abzug“ ist auf „bewaffnete Kräfte“, also die IDF beschränkt.
Bis November waren bereits mehrere zivile Gemeinden gegründet worden.
Ist es möglich, dass jüdischen Zivilisten bleiben können?

 

20 Fakten zu Israel und dem Nahen Osten

Empower America, 26. April 2002

Die Aufmerksamkeit der Welt hat sich auf den Nahen Osten konzentriert. Wir werden täglich mit Szenen von Blutbädern und Zerstörung konfrontiert. Können wir solche Gewalt verstehen? Ja, aber nur, wenn wir mit einer soliden Grundlage an Fakten der Fakten kommen, die zu oft vergessen werden, wann immer sie bekannt werden. Es folgen zwanzig Tatsachen, die wir für nützlich zum Verstehen der derzeitigen Situation halten, wie wir an diesem Punkt ankamen und wie wir möglicherweise eine Lösung erreichen könnten.

Die Wurzeln des Konflikts

* Als die UNO die Errichtung von zwei Staaten in der Region vorschlug – einer jüdisch, einer arabisch -, akzeptierten die Juden den Vorschlag und erklärten 1948 ihre Unabhängigkeit. Der jüdische Staat war nur ein Sechstel eines Prozents dessen, was als „die arabische Welt“ bekannt war. Die arabischen Staaten aber lehnten den UN-Plan ab und haben seitdem wiederholt Krieg gegen Israel geführt, „heiße“ Kriege wie auch Terrorismus und Abnützungskriege. 1948 drangen fünf arabische Armeen nach Israel ein und versuchten es auszuradieren. Jamal Husseini vom Arabischen Hochkommissariat sprach für viele, als er „den Boden unseres geliebten Landes mit den letzten Tropfen unseres Blutes“ zu tränken schwor.

* Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) wurde 1964 gegründet – drei Jahre bevor Israel die Westbank und Gaza einnahm. Das erkläre Ziel der PLO war, den Staat Israel durch bewaffneten Kampf zu eliminieren. Bis heute behauptet die Internetseite von Yassir Arafats Palästinensischer Autonomiebehörde (PA), dass das gesamte Israel „besetztes Gebiet“ ist. Es ist unmöglich, das mit den Erklärungen der PLO und der PA in Einklang zu bringen, dass die Wurzel des Konflikts Israels Besetzung der Westbank und des Gazastreifens ist.

* Die Westbank und der Gazastreifen (von 1948 bis 1967 von Jordanien und Ägypten kontrolliert) kam während des Sechs-Tage-Kriegs von 1967 unter israelische Kontrolle; der Krieg begann, als Ägypten die Straße von Tiran schloss und arabische Armeen an Israels Grenzen aufmarschieren ließ, um in den Staat einzumarschieren und ihn zu liquidieren. Es ist wichtig anzumerken, dass während der 19-jährigen Herrschaft weder Jordanien noch Ägypten irgendwelche Bemühungen unternahmen einen palästinensischen Staat auf diesen Landstrichen zu gründen. Kurz bevor die arabischen Staaten ihren Aggressionskrieg 1967 gegen den Staat Israel begannen, erklärte der syrische Verteidigungsminister (und spätere Präsident) Hafez Assad: „Unsere Streitkräfte sind jetzt bereit… die Befreiungsaktion selbst zu beginnen und die zionistische Anwesenheit im arabischen Heimatland zu sprengen… Die Zeit ist gekommen eine Vernichtungsschlacht zu beginnen.“ Am Vorabend des Krieges von 1967 erklärte der ägyptische Präsident Gamal Nasser: „Unser grundlegendes Ziel wird die Zerstörung Israels sein.“

* Wegen ihrer Feindseligkeit gegen die Juden haben viele Palästinenserführer unsere Feinde seit Langem unterstützt. Der Großmufti von Jerusalem verbündete sich während des Zweiten Weltkriegs mit Adolf Hitler. Yassir Arafat, Vorsitzender der PLO und der PA, hat wiederholt Amerikaner ins Visier genommen und getötet. 1973 befahl Arafat die Exekution von Cleo Noel, dem amerikanischen Botschaft im Sudan. Arafat war mit der Sowjetunion und anderen Feinden der USA während des gesamten Kalten Krieges eng verbunden. 1991, im Golfkrieg, stellte sich Arafat in eine Linie mit Saddam Hussein, den er als „den Verteidiger der arabischen Nation, der Muslime und der freien Menschen überall“ pries.

* Fakt ist, dass Israel das meiste Land zurückgegeben hat, das es während des Krieges von 1967 eroberte und gleich nach dem Krieg im Tausch gegen Frieden und normale Beziehungen anbot; das Angebot wurde abgelehnt. Als Resultat der Verträge von Camp David von 1978 – in denen Ägypten das Existenzrecht Israels anerkannte und durch die normale Beziehungen zwischen den beiden Ländern begründet wurden – gab Israel die Wüste Sinai zurück, die dreimal so groß wie Israel ist und 91 Prozent der Gebiete darstellt, über die Israel im 1967-er Krieg die Kontrolle übernahm.

* Im Jahr 2000, als Teil der Verhandlungen über einen umfassenden und dauerhaften Frieden bot Israel an, alle bis auf einen sehr geringen Teil der verbleibenden Territorien an Yassir Arafat zu übergeben. Aber Israel wurde abgewiesen, als Arafat Camp David verließ und die jetzige Intifada begann.

* Yassir Arafat hat nie ein Geheimnis aus seinen Zielen gemacht – zumindest auf Arabisch. Am selben Tag, an dem er 1993 die Oslo-Verträge unterschrieb – in denen er versprach, dem Terrorismus abzuschwören und Israel anzuerkennen – sprach der im jordanischen Fernsehen zum palästinensischen Volk und erklärte, dass er den ersten Schritt „im Plan von 1974“ getan hätte. Das war ein nur dünn verhüllter Hinweis auf den „Stufenplan“, nach dem jeglicher territorialer Gewinn annehmbar war als Mittel hin zum Endziel der Zerstörung Israels.

* Der kürzlich verstorbene Faisal Husseini, ein führender palästinensischer Sprecher, drückte sich 2001 genauso aus, als er erklärte, dass die Westbank und Gaza „nur 22 Prozent von Palästina“ darstellten und dass der Oslo-Prozess ein „Trojanisches Pferd“ war. Er erklärte: „Als wir alle palästinensischen Kräfte und Fraktionen aufforderten und die Oslo-Verträge und anderen Vereinbarungen als ‚zeitlich begrenztes‘ Vorgehen oder Zwischenziele zu betrachten, bedeutete das, dass wir den Israelis einen Hinterhalt legen und sie reinlegen.“ Er fuhr fort: Das Ziel war „die Befreiung Palästinas vom Fluss bis zum Meer“, d.h. vom Jordan bis zum Mittelmeer – ganz Israel.

* Bis zum heutigen Tag hat die Fatah in der PLO (der „moderate“ Flügel, der von Arafat selbst gegründet und kontrolliert wird) als offizielles Emblem den gesamten Staat Israel, der von zwei Gewehren und einer Handgranate bedeckt wird – eine weitere Tatsache, das die Behauptung Lügen straft, dass Arafat nicht mehr will als die Westbank und Gaza.

* Während Kritik an Israel nicht unbedingt dasselbe ist wie „Antisemitismus“, muss daran erinnert werden, dass die Presse des Nahen Ostens tatsächlich vor Antisemitismus strotzt. Vor mehr als fünfzehn Jahren konnte der berühmte Bernard Lewis ausführen, dass „die Dämonisierung der Juden [in der arabischen Literatur] weiter geht als es jemals in westlicher Literatur mit Ausnahme der Zeit der Naziherrschaft in Deutschland“ geschah. Seitdem und über all die Jahre des „Friedensprozesses“ wurden die Dinge immer schlimmer. Bilder von Juden in arabischen und muslimischen Medien ähneln denen in Nazideutschland. Mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe – einschließlich der Behauptungen, das Juden christliches und muslimisches Blut zur Vorbereitung ihrer Feiertagsspeisen – sind markant und Routine geworden. Ein Beispiel dafür ist eine vom PA-Fernsehen ausgestrahlte Predigt, in der Scheik Ahmad Halabaya erklärte: „Sie [die Juden] müssen geschlachtet und umgebracht werden, wie Allah, der Allmächtige sagte: ‚Bekämpft sie: Allah wird sie durch unsere Hände foltern.‘ Habt keine Gnade mit den Juden, egal, wo sie sind, in jedem Land. Bekämpft sie, wo immer ihr seid. Wo immer ihr ihnen begegnet, tötet sie.“

* Mehr als zwei Drittel der Palästinenser befürworten Selbstmord-Attentate – eine entsetzliche Statistik, aber im Licht der oben genannten Fakten keine Überraschung.

Der Staat Israel

* Es gibt im Nahen Osten 21 arabische Staaten und nur einen jüdischen Staat: Israel, das auch die einzige Demokratie in der Region ist.

* Israel ist das einzige Land in der Region, das Bürgern jeden Glaubens erlaubt, frei und öffentlich ihren Glauben auszuüben. Zwanzig Prozent der israelischen Staatsbürger sind nicht jüdisch.

* Während es Juden nicht erlaubt ist, in vielen arabischen Ländern zu leben, erhalten Araber in Israel die volle Staatsbürgerschaft und das Wahlrecht. Araber haben die Freiheit, Mitglieder des israelischen Parlaments (der Knesset) zu werden. Tatsächlich sind verschiedene Araber demokratisch in die Knesset gewählt worden und haben dort seit Jahren ihren Dienst getan. Araber, die in Israel leben, haben mehr Rechte und sind freier als die meisten Araber, die in arabischen Staaten leben.

* Israel ist kleiner als der US-Staat New Hampshire und ist umgeben von Nationen, die seiner Existenz feindlich gegenüber stehen. Einige Friedensvorschläge – einschließlich des jüngsten saudischen Vorschlags – verlangen den Rückzug aus der gesamten Westbank, was Israel an seiner verletzbarsten Stelle gerade einmal 15 km breit lässt.

* Die oft zitierte UN-Resolution 242 (die nach dem 1967-er Krieg verabschiedet wurde) verlangt in Wahrheit nicht den vollständigen Rückzug aus der Westbank. Wie der Rechtswissenschaftler Eugene Rostow klar stellte: „Die Resolution 242, die ich als Unterstaatssekretär für politische Belange im Außenministerium zwischen 1966 und 1969 zu entwerfen half, ruft die Parteien auf Frieden zu schließen und erlaubt Israel, die 1967 besetzten Gebiete zu verwalten, bis ‚ein gerechter und dauerhafter Frieden im Nahen Osten‘ erreicht ist. Wenn ein solcher Frieden geschlossen wird, wird von Israel verlangt, seine Streitkräfte‚ aus Territorien‘ zurückzuziehen, die es während des Sechs-Tage-Krieges besetzte – nicht aus ‚den‘ Territorien, nicht aus ‚allen‘ Territorien, sondern aus manchen Territorien.“

* Israel hat – natürlich – zugestanden, dass die Palästinenser legitime Ansprüche auf die umstrittenen Gebiete haben und ist bereit Verhandlungen in der Sache zu führen. Wie oben angeführt, hat der israelische Premierminister Ehud Barak fast die gesamten Territorien im Jahr 2000 in Camp David angeboten.

* Trotz der Behauptungen, dass die israelischen Siedlungen in der Westbank ein Hindernis für den Frieden seien, lebten dort Juden seit Jahrhunderten, bevor sie von arabischen Armeen 1948/49 massakriert oder vertrieben wurden. Und entgegen der gängigen falschen Auffassungen verdrängten israelische Siedlungen – die weniger als zwei Prozent der Territorien darstellen – Palästinenser so gut wie nie.

* Das Gebiet der Westbank hat einige der wichtigsten Stätten der jüdischen Geschichte, darunter Hebron, Bethlehem und Jericho. Ost-Jerusalem, oft als „arabische Stadt“ oder „besetztes Gebiet“ bezeichnet, ist die Stätte des größten Heiligtums des Judentums. Während sie unter arabischer Herrschaft standen (1948-1967), war dieses Gebiet für Juden vollständig geschlossen. Seit Israel die Kontrolle übernahm, stand es Menschen jeden Glaubens offen.

* Lassen Sie uns am Ende die Forderung betrachten, dass gewisse Gebiete in der muslimischen Welt für Juden tabu sein müssen. Dieses Verlangen passt genau in Hitlers Aufruf, das deutsches Land „judenrein“ sein müsse. Araber können in ganz Israel frei leben, als echte Staatsbürger. Warum sollte Juden verboten werden, in einem Gebiet der Westbank zu leben oder Land zu besitzen, nur weis die Mehrheit der Menschen dort Araber sind?

Zusammengefasst: Eine faire und ausgewogene Darstellung des Nahen Ostens wird aufzeigen, dass eine Nation weit über den anderen steht in ihrer Verpflichtung zu den Menschenrechten und zur Demokratie wie in ihrer Entschlossenheit zu Frieden und gegenseitiger Sicherheit. Das ist die Nation Israel.