„Fußabtreter-Christentum“ und die islamische Invasion

Raymond Ibrahim, 1. November 2018 (PJ Media)

Ein katholischer Erzbischof berührte ein unausgesprochenes, aber höchst subversives Phänomen: Wie antichristliche Kräfte christliche Lehre ausnutzen, um diejenigen stark zu machen, die die christliche Zivilisation demontieren wollen, darunter in erster Linie Muslime.

In einem im letzten Sommer im italienschen IlGiornale.it veröffentlichten Interview sagte der katholische Erzbischof Athanasius Schneider aus Kasachstan:

Das Phänomen der sogenannten „Immigration“ ist ein organisierter und lange vorbereiteter Plan internationaler Kräfte, um die christliche und nationale Identität der Völker Europas radikal zu verändern. Diese Kräfte nutzen das enorme moralische Potenzial der Kirche und ihrer Strukturen, um ihr antichristliches und antieuropäisches Ziel effektiver zu erreichen. Dafür werden das wahre Konzept des Humanismus und selbst das christliche Gebot der Nächstenliebe missbraucht.

Um zu verstehen, wie diese Kräfte „das enorme Potenzial der Kirche missbrauchen, um ihr antichristliches und antieuropäisches Ziel zu erreichen“, muss man zuerst die symbiotische Beziehung zwischen Linken und Christentum begreifen.

Es wird oft vergessen, aber Toleranz, Menschenrechte, Friedenssehnsucht, anderen entgegenzukommen und alle ähnlichen Konzepte die die säkularen Linken zu verfechten behaupten, entwickelten sich nicht in einem zivilisationischen Vakuum; sie wurden aus den einzigartigen Lehren des Jesus von Nazareth entwickelt. Im Verlauf von etwa zweitausend Jahren haben diese Grundsätze einen tiefgreifenden Einfluss auf die westliche Erkenntnislehre, Gesellschaft und Kultur genommen, bis zu dem Punkt, das sie heute als selbstverständlich gelten.

Irgendwie sind jedoch westliche Christen dazu gebracht worden zu glauben, dass die Gesamtheit ihres Glaubens ausschließlich auf diesen passiven Werten beruht – insbesondere Vergebung und andere nicht zu verurteilen, dazu Selbstprüfung und Eigenverantwortlichkeit. Dies manifestieren sich heute als pauschale „Toleranz“ und eigene Schuldgefühle. Während Christus die Sünder tolerierte, aber nicht die Sünde – er rief die Sünder immer auf zu „bereuen“ und zitierte die Qualen der Hölle mehr als jede andere Person in der Bibel – glauben die meisten westlichen Christen heute, sie müssten sowohl den Sünder als auch die Sünde tolerieren (oder „feiern“). Letztere scheint, dank des verschanzten moralischen und kulturellen Relativismus, noch nicht einmal mehr zu existieren.

So sieht das „Fußabtreter-Christentum“© aus, das diejenigen, die das traditionellen Christenum verachten, ihren Freund nennen (oder dessen nützliche Idioten sie sind). Muslime und andere Elemente verfolgen weltweit Unschuldige? Zeigt Liebe und Toleranz, haltet die andere Wange hin, sprecht ein Gebet und fühlt euch wegen eurer eigenen Verbrechen schuldig – oder auch wegen der Verbrechen eurer Vorfahren.

Das Fußabtreter-Christentum zeigte sich regelmäßig während er Präsidentschaft von Barack H. Obama: „An Ostern denke ich über die Tatsache nach, dass ich als Christ lieben soll“, sagte er 2015 – drei Tage nachdem ein Terroranschlag auf Christen in Kenia 147 Menschen zum Opfer hatte, was ein paar amerikanisch-christliche Gruppen Wut äußern ließ. „Und ich muss sagen, dass manchmal, wenn ich die weniger liebevollen Äußerungen von Christen höre, in Sorge gerate.“

Ebenso beschwor Obama während des Nationalen Gebetsfrühstücks am 5. Februar 2015 direkt die Dogmen des Fußabtreter-Christentums, um Christen zu beschämen, weil sie den Gräueltaten des Islamischen Staates zu kritisch gegenüber stünden. „Damit wir uns nicht aufs hohe Ross setzen und glauben, dies [islamische Enthauptungen, Sexsklaverei, Kreuzigungen, Menschen bei lebendigem Leib zu rösten und zu verbrennen] sei irgendwo einzigartig“, mahnte der amerikanische Präsident, „denken Sie daran, dass Menschen während der Kreuzzüge und der Inquisition im Namen Christi furchtbare Taten begingen.“

Dass Obama fast eintausend Jahre zurückreichen musste, um Beispiele zu finden, indem er auf die Kreuzzüge und die Inquisition verwies, störte die meisten Amerikaner nicht. Ebenso wenig wussten die meisten Amerikaner, dass die Kreuzzüge und die Inquisition in dieser Reihenfolge Verteidigungsreaktionen auf muslimische Aggression und Subversion waren (lesen Sie die Kapitel 4, 5 und 6 von Sword and Scimitar).

Immerhin wurden Amerikaner in den Fehlglauben erzogen, dass ihre mittelalterlichen europäischen Vorfahren falsche Christen waren, die den Glauben verstümmelten, um friedliche Muslime zu verfolgen. Die ehemalige Nonne und heutige selbsternannte „freischaffende Monotheistin“ Karen Armstrong formulierte es einst so: „Während des 12. Jahrhunderts führten Christen brutale heilige Kriege gegen Muslime, obwohl Jesus seinen Jüngern geboten hatte sie sollten ihre Feinde lieben, nicht sie auslöschen.“

Die Vorstellung, dass das Christentum damit beginnt und endet „seine Feinde zu lieben“ – nur allzu oft eine erhabene Art Feigheit vor dem Feind zu rechtfertigen – ist unter westlichen Christen Mainstream geworden. 1999 nahmen hunderte Protestanten, um den 900. Jahrestag der Eroberung Jerusalems durch die Kreuzritter zu begehen, an einem „Versöhnungsgang“ teil, der in Deutschland begann und in Jerusalem endete. Auf dem Weg trugen sie T-Shirts mit den Worten: „Ich entschuldige mich“ – auf Arabisch.

In ihrer Abschlusserklärung hieß es:

Vor 900 Jahren trugen unsere Ahnen den Namen Jesu Christi im Kampf durch den Nahen Osten. Angetrieben von Angst, Gier und Hass … erhoben die Kreuzritter das Banner des Kreuzes über euer Volk … Am Jahrestag des ersten Kreuzzugs möchten wir die die Fußstapfen der Kreuzritter zum Zeichen der Entschuldigung für ihre Taten erneut gehen. Wir bereuen die Gräuel zutiefst, die im Namen Christi von unseren Vorfahren begangen wurden. Wir schwören aller Gier, Hass und Angst ab und verurteilen alle im Namen Jesu Christi verübte Gewalt.

Die ersten Kreuzritter machten sich nur nach Jerusalem auf, weil Muslime in den vorhergehenden Jahren buchstäblich Hunderttausende Christen im Nahen Osten abschlachteten und versklavten. Die viel erzählte Eroberung Jerusalems durch die Kreuzritter war nur ein Tropfen im Bluteimer islamischer Gräueltaten. Das scheint aber für solch erhaben gesinnte Christen keine Rolle zu spielen.

Es sollte vermerkt werden, dass Fußabtreter-Christentum ein ausgesprochen westliches Phänomen ist. Mehrere osteuropäische Nationen lehnen es ab, weigern beim Öffnen ihrer Türen für muslimische „Flüchtlinge“ mitzuspielen. Am 11. November 2015, zwei Tage nach dem Terroranschlag in Paris, der 130 Tote zurückließ, demonstrierten tausende Polen gegen muslimische Zuwanderung; es war der größte Marsch in Polens Geschichte. Sie skandierten, sie würden ihre Heimat – in der „Christus König ist“ und wo es „keinen Platz für die islamische Scharia oder Terror“ gibt – gegen muslimische Invasoren und „linke Verräter“ verteidigen.

Zwei Monate zuvor brachte der ungarische Premierminister Viktor Orbán ähnliche Empfindungen zum Ausdruck, allerdings diplomatischer:

Diese ankommenden [Zuwanderer] sind in einer anderen Religion aufgewachsen und repräsentieren eine radikal andere Kultur. Die meisten von ihnen sind keine Christen, sondern Muslime. Das ist ein wichtiges Problem, denn Europa und die europäische Identität wurzelt im Christentum. … Wir wollen weder Frankreich, noch Belgien oder irgendein anderes Land kritisieren, aber wir glauben, dass alle Länder ein Recht haben zu entscheiden, ob sie eine große Zahl an Muslimen im jeweiligen Land haben wollen. Wenn sie mit ihnen zusammenleben wollen, können sie das tun. Wir wollen das nicht und ich denk, wir haben ein Recht zu entscheiden, dass wir keine große Zahl muslimischer Menschen in unserem Land haben wollen. Uns gefallen die Folgen davon eine große Zahl an muslimischen Gemeinden im Land zu haben nicht, wie wir es in anderen Ländern sehen und ich sehe keinen Grund dafür, dass uns irgendjemand zwingt Möglichkeiten zu schaffen, wie wir in Ungarn mit Leuten zusammenleben sollen, die wir hier nicht sehen möchten.

Dann tat Orbán das Unverzeihliche: Er führte Ungarns Besatzung durch den Islam von 1541 bis 1699 an:

Ich muss sagen, wenn es darum geht mit muslimischen Gemeinschaften zusammenzuleben, dann sind wir die einzigen, die damit Erfahrung haben, denn wir hatten die Möglichkeit diese Erfahrung 150 Jahre lang durchzumachen.

(Um eine „Idee“ davon zu bekommen, wie diese 150 Jahre abliefen, lesen Sie die Kapitel 7 und 8 von Sword and Scimitar.)

Für wie empörend man die Zitierung der tatsächlichen Geschichte Europas mit dem Islam im Kontext der Ablehnung der Sensibilitäten des Fußabtreter-Christentums finden kann, ist darin zu erkennen, wie die Hüter dieses Narrativs – angefangen mit dem entsprechend benannten britischen Guardianreagierten:

Ungarn hat eine Geschichte mit dem osmanischen Reich und Orban ist beschäftigt damit Zauberkunststücke zu veranstalten. Das osmanische Reich schlägt zurück, warnt er: Sie übernehmen die Macht! Ungarn wird nie wieder dasselbe sein! … Daher der Draht; daher die Armee, daher ab heute der Notstand; daher die erbitterte, unnachgiebige Rhetorik des Hasses. Weil es das ist, was es von Anfang an gewesen ist: schiere, krasse Feindschaft und üble Nachrede.

Nur weil er eine genaue Sicht der Geschichte behält und ohne Entschuldigung danach strebt christliche Identität und Erbe seines Landes zu erhalten, charakterisierten zahlreiche westliche Medien und Politiker Orbán als „fremdenfeindlich“, „voller Hassrede“ und Europas „schleichender Diktator“. Ein weiterer Text im Guardian verwies auf Orbán einfach als ein „Problem“, das „gelöst“ werden muss.

Derweil fliehen die indigenen Bürger der europäischen Staaten, die – einschließlich Frankreichs und Deutschlands – große Anzahlen an muslimischen Migranten aufgenommen haben, nach Ungarn und suchen dort Zuflucht, eine Tatsache, die für sich spricht.

Zufälligerweise ist es, für den Fall, dass nur „liberale Protestanten“ Anhänger des Fußabtreter-Christentums, erwähnenswert, das der Mann, der dasselbe Amt inne hat, das historisch die Verteidigung des Christentums gegen den Islam anführt, einer der höchsten Repräsentanten der passiven Christenheit: der katholische Papst, Franziskus.

Er ruft, so wird berichtet, wiederholt westliche Staaten auf „keine Mauern, sondern Brücken zu bauen“, darunter Millionen muslimischer Flüchtlinge aufzunehmen. Trotzdem ist eine Residenz im Vatikan von Mauern umgeben, die vor einem Jahrtausend gebaut wurde, um anhaltende muslimische Angriffe zu verhindern. Bei einem dieser Überfälle wurden zwei der größten Basiliken der Christenheit gebrandschatzt, die des Petrus und des Paulus (lesen Sie Kapitel 3 von Sword and Scimitar).

Nichtsdestotrotz gibt der Vikar Christi an:

Wenn ich Gerede von christlichen Wurzeln Europas höre, dann fürchte ich manchmal den Ton, der triumphal und sogar rachsüchtig erschient. Dann nimmt er kolonialistische Untertöne an.

Wie kann der Wunsch die nationale, kulturelle und religiöse Integrität des eigenen Heimatlandes „kolonialistische Untertöne“ haben kann, muss erst einmal erklärt werden.

Ja, Europa hat christliche Wurzeln und es liegt in der Verantwortung der Christenheit diese Wurzeln zu wässern. Aber das muss in einem Geist des Dienens wie bei der Fußwaschung getan werden. Die Pflicht der Christenheit gegenüber Europa ist eine des Dienens … Der Beitrag der Christenheit zu einer Kultur besteht im Waschen der Füße durch Christus.

Damit haben wir hier das Fußabtreter-Christentum vom Feinsten, es besteht nur aus dem „Waschen der Füße“ – oder in diesem Kontext: Millionen muslimischer Migranten aufzunehmen, von denen viele Christen gegenüber offen feindselig eingestellt sind.

Fürs Protokoll: Ja, Christus diente und wusch seinen Jüngern die Füße und predigte Barmherzigkeit und Mitgefühl – aber das war kaum der einzige oder gar die vorrangige Zweck seines Auftrags. Er bot eine komplette Weltsicht, die auf theologischen Annahmen von ewiger Bedeutung gegründet war. Als Menschen in die Irre gingen, indem sie den Tempel entweihten, hielt er nicht „die andere Wange hin“ (ganz zu schweigen davon, dass er ihnen die Füße wusch) – er peitschte sie und warf sie aus hinaus. Als er selbst geschlagen wurde, hielt Jesus nicht die andere Wange hin, sondern wies den Täter in die Schranken (Johannes 18,23). Er pries einen römischen Zenturio ohne ihn aufzufordern eines der brutalsten Militärs der Geschichte zu verlassen (Matth. 8,5-13). Kurz gesagt: Er forderte seine Jünger nicht auf Fußabtreter zu sein – sondern „weise wie Schlangen“.

Warum verfehlen es Christen überall sich dieser biblischen Positionen zu erinnern, die diese „bedingungslose“ Toleranz und Vergebung zumindest ausbalancieren? Weil sie in Fußabtreter-Christentum geboren und aufgezogen wurden, eine Oxymoron-Karikatur, die dazu entwickelt wurde den Selbstmord der westlichen Zivilisation zu inszenieren, einschließlich durch die Hände des Jihad.

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Unmoralische deutsche Bischöfe einmal mehr bloßgestellt

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Viele Moralisten, die Israel kritisiert haben, werden später als solche entlarvt, die bei wichtigem unmoralischem Tun in ihrer eigenen Umgebung wegsehen. Eine von der deutschen Katholischen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene aktuelle Studie stellte fest, dass 1.670 Priester von 1946 bis 2014 in sexuellen Missbrauch in Deutschland verwickelt waren. Die Opfer waren hauptsächlich männlich. In mehr als der Hälfte der Fälle waren sie 13 Jahre alt oder jünger. Jeder sechste Missbrauch beinhaltete eine Vergewaltigung und in drei Vierteln der Fälle kannten die Opfer und die Täter sich über die Kirche.

Forscher sagten, der Missbrauch fand auch 2014 noch statt, dem letzten von der Studie abgedeckten Jahr.[1] Eine Opferorganisation sagte, der Bericht sei nicht weit genug gegangen und dass es seien Akten vernichtet worden. Sie forderte danach eine unabhängige Ermittlung.[2] Eine offene Frage lautet, ob die Kirche mit den vielen Opfern angemessen umgehen wird.

Wie relevant sind diese furchtbaren Fakten für Israel? Das zu beantworten muss man mehr als zehn Jahre zurückgehen. Im März 2007 pilgerte eine Delegation 27 römisch-katholischer Bischöfe aus Deutschland nach Israel. Es sollte ein Symbol der Aussöhnung zwischen Juden und Katholiken werden. Einige Teilnehmer aber machten daraus einem Skandal.

Gregor Maria Hanke, der Bischof von Eichstätt, sagte: „Am Morgen sehen wir Fotos des unmenschlichen Warschauer Ghettos und am Abend reisen wir ins Ghetto von Ramallah.“ Dieser Holocaust-Umkehrer, der suggerierte Israelis würden wie Nazis handeln, hat seine Position in der Kirche bis heute behalten. Nachdem er den Vergleich zog, sagte Hanke später, er hätte nicht vorgehabt einen solchen Vergleich zu ziehen. Der Augsburger Bischof Walter Mixa beschrieb die Lage in Ramallah als „ghettoartig“ und sagte, sie sei „fast Rassismus“. Mixa trat 2010 unter Vorwürfen verschiedener Übergriffe von seinem Kirchenamt zurück. Er wurde später von einigen der Vorwürfe entlastet.[3]

Ein dritter Delegierter war der inzwischen verstorbene Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, der die Sperranlage in der Westbank mit der Berliner Mauer auf eine Stufe stellt. Er setzte auch die Antibabypille mit dem Gas Zyklon-B gleich, das in den Gaskammern der Nazis verwendet wurde. 2005 verglich er in einer Predigt Abtreibung mit dem Holocaust.[4] Andere verletzende Bemerkungen, die als Aussagen dieser Bischöfe veröffentlicht wurden, konnten nicht verifiziert werden.

Kardinal Lehman, damals Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sprach in Yad Vashem über die sich vertiefenden Verbindungen zwischen Juden und Katholiken. Die Kirche sagte, dass nur die Erklärung von Kardinal Lehmann repräsentativ für die Delegation war.

Die aufhetzenden Äußerungen der Bischöfe waren bereits damals extrem deplatziert. Dies um so mehr angesichts der viele Jahrhunderte langen antisemitischen Verbreitung von Hass durch die katholische Kirche. Diese Hetze legte eine Infrastruktur extremen Hasses gegen Juden, auf der Deutschlands Nazi-Regierung weiter aufbauen konnte. Die katholische Kirche änderte ihre Einstellung gegenüber den Juden erst zwei Jahrzehnte nach dem Holocaust. 1965 gab Papst Paul VI. auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Erklärung Nostra Aetate aus, die den Vorwurf des Gottesmords gegenüber dem jüdischen Volk als ganzem aufhob.

Während Hitlers Regime kollaborierte die deutsche katholische Kirche mit den Nazis.[5][6] Vor diesem Hintergrund waren die Bemerkungen der zu Besuch gekommenen deutschen Bischöfe über Israel noch obszöner. Der damalige Vizepräsident der Dachorganisation der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, sagte: „Mit solchen Freunden, wer braucht da noch Feinde?“ Shimon Stein, damaliger israelischer Botschafter in Deutschland, reagierte: „Wenn man in diesem Kontext Begriffe wie das Warschauer Ghetto und Rassismus verwendet, dann zeigt das, dass man alles vergessen hat oder nichts gelernt hat. Jemand hat moralisch versagt.“[7]

Die Deutsche Bischofskonferenz wies die Äußerung des Botschafters zurück. Ihr Sekretär Hans Langendörfer sagte, dass die Bischöfe wenigen „sehr persönlichen Schock zum Ausdruck gebracht habenden Äußerungen“ inzwischen von ihnen auf selbstkritische Weise inzwischen korrigiert worden seien. Man muss sich heutzutage fragen, wie diese Bischöfe all diese Jahre sehr persönlichen Schock vermieden, wenn sie von den vielen Vorfällen sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester hörten.

Der Kommentator Alan Posener lenkte in der Qualitätszeitung Die Welt die Aufmerksamkeit auf die beschränkte deutsche Reaktion auf die antisemitischen Bemerkungen der Bischöfe. Er fragte, wer protestiert; Antwort: „Die üblichen Verdächtigen. Der Zentralrat der Juden. Der viel geplagte israelische Botschafter. Als ob die von keinerlei historischer Kenntnis, geschweige denn Scham getrübte Äußerung zweier deutscher Bischöfe in erster Linie die deutschen Juden anginge oder Israel.“[8] Gert Weisskirchen, damals der für Außenpolitik zuständige sozialistische Parlamentarier, sagte, dies sei für deutsche Christen und für die Deutschen allgemein eine zutiefst beschämende Angelegenheit.[9][10]

Israel bekämpft Terrorismus mit extrem hochentwickelten Methoden. Der Kampf gegen seine verbalen Angreifer sollte in ähnlicher Weise geführt werden. Die Worte der beiden deutschen Bischöfe waren bereits zu dem Zeitpunkt, als sie geäußert wurden, unmoralisch und antisemitisch. Aber mit dem aktuellen Wissen über die gewaltige, versteckte Unmoral in Bezug auf den Pädophilen-Skandal, die so lange Zeit vertuscht wurde, sollten die schmähenden Kommentare von 2007 wieder aufgebracht werden. Das ist nur ein einzelnes Beispiel. Viele weitere unmoralische Hassschürer könnten bloßgestellt werden, wenn die israelische Regierung ein System einrichten würde, um die Äußerungen der vielen antiisraelischen Hetzer zu verfolgen.

[1] www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2018/MHG-Studie-gesamt.pdf

[2] http://www.dw.com/en/german-catholic-priests-abused-thousands-of-children/a-45459734

[3] http://www.dw.com/en/secret-file-rekindles-controversy-over-ex-bishop-mixa/a-5716587

[4] http://www.dw.com/en/combative-cardinal-joachim-meisner-dies-age-83/a-39548377

[5] https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/the-german-churches-and-the-nazi-state

[6] http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3374026,00.html

[7] www.tagesspiegel.de/politik/israelreise-zentralrat-der-juden-entsetzt-ueber-bischofs-aeusserungen/819082.html

[8] http://www.welt.de/ politik/article750858/Wenn-es-aus-deutschen-Bischoefen-spricht.html

[9] https://www.welt.de/politik/article750858/Wenn-es-aus-deutschen-Bischoefen-spricht.html

[10] Mehr dazu auf: https://www.tagesspiegel.de/politik/israel-reise-bischoefe-wegen-ghetto-vergleichs-weiter-in-der-kritik/819526.html

 

Der Vatikan widersetzt sich dem Islam

Vorbemerkung heplev (2018): Das waren noch Zeiten! Inzwischen haben wir einen neuen Papst, der von Widerstand gegen den ganz alltäglichen Muslimterror nichts mehr sagt, sondern die Opfer im Stich lässt!

Daniel Pipes, The Jerusalem Post, 5. Juli 2006

„Es reicht jetzt mit diesem Hinhalten der anderen Wange! Es ist unsere Pflicht uns zu schützen.“ So sprach Monsignore Velasio De Paolis, Sekretär des Obersten Gerichts des Vatikan, in Bezug auf die Muslime. In Erklärung seiner offenbaren Ablehnung der Ermahnung Jesu an seine Jünger, „die andere Wange“ hinzuhalten, führt De Paolis an, dass „der Westen seit einem halben Jahrhundert Beziehungen zu den arabischen Staaten hatte … und ist nicht in der Lage gewesen, auch nur die geringsten Zugeständnisse bei den Menschenrechten zu erzielen.“

De Paolis steht mit diesem Denken kaum allein; in der Tat vollzieht sich in der katholischen Kirche ein dramatischer Wechsel von einer Jahrzehnte langen Politik zum Schutz von unter muslimischer Herrschaft lebenden Katholiken. Die alten Methoden der stillen Diplomatie und der stummen Beschwichtigung haben klar versagt. Die geschätzten 40 Millionen Christen im Dar-al-Islam, stellt Patrick Sookohdeo vom Barnabas Fund fest, sehen sich zunehmend als umkämpfte Minderheit wieder, die sich wirtschaftlichem Niedergang, schwindenden Rechten und physischer Gefahr ausgesetzt sieht. Die meisten von ihnen, fährt er fort, sind verachtete und mit Misstrauen betrachtete Bürger zweiter Klasse, die bei Bildung, Arbeit und vor Gericht Diskriminierung ausgesetzt sind.

Diese harten Umstände sorgen dafür, dass Christen aus ihren angestammten Heimatländern in die gastfreundlichere Region des Westens fliehen. Folglich befinden sich die christlichen Bevölkerungzsahlen in der muslimischen Welt im freien Fall. Zwei kleine, aber anschauliche Beispiele dieses Musters: zum ersten Mal in zwei Jahrtausenden haben weder Nazareth noch Bethlehem eine christliche Bevölkerungsmehrheit.

Die Wirklichkeit von Unterdrückung und Niedergang befindet sich in dramatischen Gegensatz zur anschwellenden muslimischen Minderheit des Westens. Obwohl sie weniger als 20 Millionen zählen und zum größten Teil aus Einwanderern und ihren Nachkommen bestehen, handelt es sich um eine zunehmend etablierte und stimmgewaltige Minderheit, der extensiv Rechte und Schutz gewährt werden, obwohl sie neue rechtliche, kulturelle und politische Privilegien gewinnen.

Diese sich weitende Ungleichheit hat die Aufmerksamkeit der Kirche gewonnen, die nun zum ersten Mal auf den radikalen Islam statt das Handeln Israels als zentralem Problem der Christen zeigt, die unter Muslimen leben.

Ein solches Grollen konnte man schon zur Zeit Johannes Pauls II. hören. Kardinal Jean-Louis Tauran, ehemals das vatikanische Äquivalent eines Außenministers, führte z.B. Ende 2003 an, dass „es zu viele mehrheitlich muslimische Länder gibt, wo Nichtmuslime Bürger zweiter Klasse sind“. Tauran drängte auf gegenseitige Gleichbehandlung: „So, wie Muslime ihre Gebetshäuser überall in der Welt bauen können, sollten die Gläubigen anderer Religionen es auch tun können.“

Katholische Forderungen auf gegenseitige Gleichbehandlung sind stärker geworden, besonders seit der Amtsübernahme von Papst Benedikt XVI. im April 2005, für den der Islam ein zentraler Sorgenpunkt. Im Februar betonte der Papst die Notwendigkeit „die Überzeugungen und religiösen Praktiken anderer zu respektieren, damit im Gegenzug die frei gewählte Religion auszuüben für alle wahrhaft sicher gestellt ist“. Im Mai betonte er erneut die Notwendigkeit der gegenseitigen Gleichbehandlung: Christen müssen Einwanderer lieben und Muslime müssen die Christen unter sich gut behandeln.

Niederrangige Geistliche sind, wie üblich, freimütiger. „Die Radikalisierung des Islam ist die Hauptursache für den christlichen Exodus“, meint Monsignore Philippe Brizar, der Generaldirektor des Oeuvre d’Orient, einer französischen Organisation, die sich auf nah- und mittelöstliche Christen konzentriert. Bischof Rino Fisichella, Rektor der Lateran-Universität in Rom, rät der Kirche ihr „diplomatisches Schweigen“ fallen zu lassen und stattdessen „Druck auf internationale Organisationen auszuüben, um die Gesellschaften und Staaten in mehrheitlich muslimischen Länder dazu zu bringen sich ihrer Verantwortung zu stellen.“

Die Krise um die dänischen Karikaturen bot ein typisches Beispiel der katholischen Ernüchterung. Ursprünglich kritisierten Kirchenführer die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen. Aber als Muslime mit der Ermordung katholischer Priester in der Türkei und Nigeria antworteten, ganz zu schweigen von Christen, die in fünftägigen Krawallen in Nigeria getötet wurden, antwortete die Kirche mit Warnungen an die Muslime: „Wenn wir unseren Leuten sagen, dass sie nicht das Recht haben zu beleidigen, dann müssen wir anderen sagen, dass sie nicht das Recht haben uns zu vernichten“, sagte Kardinal Angelo Sodano, Innenminister des Vaticans. „Wir müssen immer bei politischen Kontakten mit Behörden in islamischen Ländern unsere Forderung nach gegenseitiger Gleichbehandlung betonen; mehr noch, auch bei kulturellen Begegnungen“, fügte Erzbischof Giovanni Lajolo, der Außenminister, hinzu.

Für Christen dieselben Rechte zu erhalten, derer Muslime sich im Christentum erfreuen, ist der Schlüssel für die Diplomatie des Vatikans gegenüber den Muslimen geworden. Dieses ausgeglichene, ernste Herangehen stellt eine tief greifende Verbesserung im Verständnis dar, die Folgen weit über die Kirche hinaus haben könnte, da viele Politiker ihrer Kirchenführung in interreligiösen Fragen folgen. Sollten die westlichen Staaten auch für das Prinzip der gegenseitigen Gleichbehandlung werben, könnte das Resultat in der Tat interessant sein.

Offener Leserbrief zu Christen in Israel

Ulrich Sahm (per E-Mail), 6. August 2017

Liebe Redaktion von Radio Vaticana,

Sie haben eine Bestandsaufnahme der Lage der Christen im Mittleren Osten veröffentlicht. Darin heißt es: „In Israel hingegen leben heutzutage nur noch 170.000 Christen vor allem arabischen Ursprungs, also 2,4 Prozent der Bevölkerung, während der Prozentsatz an Christen zur Geburtsstunde des Landes 1948 noch 20 Prozent betrug. Im Westjordanland gibt es 59.000, im Gazastreifen hingegen nur 1.300 Christen auf 2 Millionen Einwohner. In Jerusalem stellen die Christen 15.800 von 870.000 Bewohnern.”

Ihre Angaben sich sachlich falsch und widersprechen sogar Angaben aus dem von Ihnen zitierten Report von CNEWA.

Während Sie (zurecht) bei den arabischen Staaten mit absoluten Zahlen argumentieren, um den Schwund der Christen zu demonstrieren, bringen Sie im Falle Israels mit 170.000 (der heutigen Zahl) nur eine absolute Zahl, um dann einen „Schwund“ zu behaupten, indem sie übergehen zu Prozentzahlen, also heute „nur“ noch 2,4% der Bevölkerung.

Hierzu Folgendes:

  • Indem Sie die Zahl der Christen in den früheren Jahren verschweigen, unterschlagen Sie, dass die Zahl der Christen in Israel langsam aber stetig gewachsen ist. Laut Israels statistischem Amt gab es 34.000 Christen im Jahr 1949, die gemäß Ihren Angaben heute auf 170.000 gewachsen sind, allein durch natürliche Vermehrung.
  • Sie behaupten, dass der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung in der Geburtsstunde Israels noch 20% betrug. 1949 gab es etwa 1,1 Mio. Menschen insgesamt. Gemäß Ihrer Zahl müsste es damals also rund 200.000 Christen gegeben haben. Doch gemäß offiziellen Statistiken gab nur 159.000 „Araber“, also Moslems wie Christen. Ihre Zahl kann beim besten Willen nicht stimmen.
  • Sie lassen die rund 60.000 Gastarbeiter (nach anderen Angaben sogar 200.000) aus, von deren viele Christen sind, speziell Philippiner, Rumänen, Polen und andere.
  • Die Zahl der Christen in Israel ist in Wirklichkeit erheblich größer, wenn Sie die rund 300.000 nicht-jüdischen Russen mitzählen, die 1990 massenweise eingewandert sind und in der offiziellen Statistik als „Andere“ angeführt werden.
  • Der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung ist gesunken wegen Faktoren, die nichts mit den Christen selber zu tun haben. In den 1950er Jahren, als es in Israel eine Gesamtbevölkerung von zunächst etwa 806.000 Menschen gab, verdoppelte sich die Gesamtbevölkerung um rund 800.000 Juden, die aus allen arabischen Ländern vertrieben worden waren. Hinzu kamen noch Masseneinwanderungen aus Polen, Rumänien, der ehemaligen Sowjet Union (ca. 1 Mio. Menschen), Äthiopien und vielen anderen Ländern. Die natürliche Vermehrung bei Christen liegt bei etwa 1,7% (ähnlich wie bei den Juden), während muslimische Araber sich 1990 noch um 3,8% vermehrten, waren es 2013 nur noch um 2,2%.
  • Meines Wissens sind Christen dank ihrer guten Bildung besser integriert als andere Minderheiten in Israel. Deshalb gibt es unter den Christen nicht viele Auswanderer. Überdurchschnittlich viele Christen sind im Parlament, bei den Gerichten (und sogar bei Obersten Gericht) und in den Universitäten vertreten.

Ihre Spielerei mit dem prozentualen Anteil an der Bevölkerung allein im Falle Israels ist irreführend. Genauso könnte man behaupten, dass in der Bundesrepublik der Anteil der Türken (Gastarbeiter) im Jahr 1990 (Wiedervereinigung) dramatisch gesunken ist. Denn die deutsche Bevölkerung in der Bundesrepublik ist von heute auf morgen um 16,4 Mio. (ehemalige DDR-Bürger) gewachsen, während kein einziger Türke Deutschland verlassen hat.

Tatsache ist, dass Israel das einzige Land in Nahost ist, in dem die Zahl der Christen in absoluten Zahlen steigt, von 34.000 im Jahr 1949 auf 170.000 im Jahr 2017 (nach Ihren Angaben). Eine Ausnahme dazu mag allein Jordanien sein, wegen der Christen unter den vielen Flüchtlingen aus den umliegenden Ländern (Syrien, Irak, Ägypten). Ihre Formulierung „leben nur noch“ lässt einen Schwund bei den Christen in Israel vermuten, obgleich es seit 1949 eindeutig eine fünffache Steigerung gab. Fraglich ist auch, warum Sie für das Westjordanland und Gaza nur die heutigen Zahlen erwähnen und keine Vergleichszahlen. Im Gazastreifen lebten bis zu Ende der israelischen Besatzung 2005 zwischen 3.500 und 5.000 Christen. Dass seitdem deren Zahl auf 1.300 gesunken ist, sollte erwähnt werden und Ihnen zu denken geben.

Was von solchen Zahlenspielen zu halten ist, können Sie in meiner Recherche von 2006 nachlesen, als ich mal versucht habe, die Zahl der in Bethlehem lebenden Christen zu ermitteln:

Politische Volkszählung – Wieviel Christen in Bethlehem?

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem (n-tv, 19. Dezember 2006)

Ob Christen in Bethlehem nun verfolgt und geschändet werden oder aber problemlos mit ihren muslimischen Nachbarn auskommen, lässt sich nicht ermitteln. Verschüchterte Christen schweigen, Moslems behaupten, noch nie jemandem Leid zugefügt zu haben und Touristenmanager loben das friedliche Zusammenleben.

Nicht einmal die Zahl der Christen in Bethlehem kann zuverlässig ermittelt werden. Laut einem Reiseführer von 1934, als die nahöstlichen Streitigkeiten noch nicht so ausgeprägt waren wie heute, gab es in Bethlehem 6.800 Einwohner: 5.600 Christen und 1.200 Muslime. Das Verhältnis von Christen zu Muslimen schlug 1948 schlagartig um, als Flüchtlinge aus 120 Dörfern im heutigen Israel hinzukamen und die Moslems zur Mehrheit wurden.

Die Gesamtzahl der Einwohner der Region Bethlehem wird von Pastor Mitri Raheb mit 184.000 angegeben. Die Stadtverwaltung Bethlehems kennt angeblich 164.000 registrierte Einwohner, doch Bürgermeister Victor Batarseh redet von nur 28.000 Bürgern. In deutschen Medien schwanken die Zahlen zwischen 140.000 beim Bayrischen Rundfunk, 130.000 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 50.000 beim Deutschen Verein des Heiligen Landes, 38.000 oder 27.000 nach Angaben des Caritas Babyhospital, je nachdem, wer interviewt wurde.

Die Palästinensische Generaldelegation in Bonn, die offizielle Vertretung der PLO in Deutschland, bildet mit nur 22.000 Einwohnern Bethlehems das Schlusslicht. Je nach Quelle schwankt also die Einwohnerzahl in Bethlehem um das Achtfache. Das ist, als ob in Berlin, je nach Quelle, 3,3 Millionen oder aber 26 Millionen Menschen, ein Drittel der deutschen Bevölkerung, lebten.

Noch verwirrender sind die Angaben zu den in Bethlehem lebenden Christen. Je nach Quelle schwankt das Verhältnis der Christen zu Moslems in Bethlehem von 2% (Deutscher Verein des Heiligen Landes), 20 % (FAZ), 25% (Ökumenischer Rat der Kirchen), einem Drittel (ZDF, Batarseh), 41 % (Raheb) und „über“ 50 % (Generaldelegation). Da aber die Zahl der Einwohner ebenso gewaltig schwankt, gelangt man zu absurden Ergebnissen beim Versuch, die absolute Zahl der Christen in Bethlehem zu ermitteln, zumal der lateinische Patriarch Michel Sabbah bei einer Pressekonferenz eingestanden hat, dass seit Herbst 2000 etwa 3000 Christen Bethlehem verlassen hätten. Falls die Christen laut Deutschem Verein des Heiligen Landes tatsächlich nur 2 Prozent von 50.000 Einwohnern ausmachen, dann wären es Tausend. Wenn aber 3.000 von ihnen das Land verlassen hätten, gäbe es heute minus zweitausend Christen in Bethlehem.

Bei den anderen Quellen schwankt die Zahl der Christen zwischen 3.600 und 75.000, also fast das Dreifache der mutmaßlich offiziellen Einwohnerzahl Bethlehems von etwa 28.000 Bürgern. Die FAZ weiß von 30.000 Christen und die Generaldelegation von nur 11.000. Pastor Raheb hat eine geheime Studie für Tourismusinvestoren verfasst, die freilich im vollen Wortlaut im Internet zu finden ist. Er will die Zahlen ganz genau geprüft haben. Mal redet er von 20.000 Christen in Bethlehem und in seiner Studie von 16.400.

Es fragt sich, warum je nach Quelle die Zahl der Einwohner um das achtfache auseinander klaffen, bei den Christen sogar um das 75-fache. Man könnte meinen, es gebe dreimal mehr Christen in Bethlehem als Einwohner. Jene, die einen besonders hohen christlichen Bevölkerungsanteil nennen, wollen Spenden für eine „christliche“ Stadt anlocken. Auffällig niedrige Christenzahlen werden zusammen mit Beschreibungen der israelischen Besatzungspolitik genannt. Manche wollen das Schwinden der Christen vertuschen. Spätestens seit der Volkszählung durch Kaiser Augustus vor 2.000 Jahren ist bekannt, dass mit Bevölkerungszahlen auch Politik gemacht wird.