Warum die verstärkte israelische Luftkampf-Aktivität über Syrien?

Das Tempo der Angriffe spiegelt eine allgemeinere Bereitschaft zur Konfrontation, während die Region in eine neue Phase eintritt.

Jonathan Spyer, Jerusalem Post, 16. September 2022

illustratives Bild eines Luftangriffs (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

In den letzten Monaten hat es laut regionalen Medien eine bemerkenswerte Zunahme israelischer Luftangriffsoperationen gegen mit dem Iran verbundene Ziele auf syrischem Boden gegeben.

Israelische Flugzeuge beschossen am 6. September den Flughafen Aleppo in Nordsyrien. Diese Operation folgte kurz nach einem früheren Angriff auf dasselbe Ziel am 31. August. Laut SANA, der offiziellen Medienagentur des syrischen Regimes, beschädigte der Angriff am 6. September die Start- und Landebahn, was sie vorübergehend außer Betrieb setzte.

SANA berichtete, dass westlich von Syriens Latakia-Küste über dem Mittelmeer Raketen gestartet wurden. Das der syrischen Opposition nahestehende Syrian Observatory for Human Rights (SOHR), berichtete derweil, dass der Angriff sich gegen ein Lager richtete, das eine mit dem Iran verbundenen Miliz nutzt.

North Press, eine der kurdischen de facto-Obrigkeit in Nordsyrien nahestehende Medienagentur, hatte einen leicht anderen Bericht. Der Angriff vom 6. September, behauptete die Agentur, richtete sich gegen ein Flugzeug auf dem Weg nach Najaf im Südirak, das zwei Mitglieder der libanesischen Hisbollah an Bord hatte. North Press zitierte eine Quelle des Flughafens Aleppo als Grundlage dieses Berichts.

Reuters zitierte derweil einen „Kommandanten in einem vom Iran gestützten regionalen Bündnis“, der behaupte, der Angriff habe direkt vor der Ankunft eines Flugzeugs aus dem Iran stattgefunden. Dieser Bericht scheint zu einer Erklärung von Ram Ben-Barak zu passen, dem Vorsitzenden des Knessetausschusses für Außen- und Verteidigungspolitik und ehemaligem ranghohen Geheimdienst-Offizier, laut dem „der Angriff bedeutete, dass gewisse Flugzeuge nicht in der Lage sein würden zu landen und dass eine Botschaft an Assad geschickt wurde: Wenn Flugzeuge landen, die den Zweck haben Terrorismus zu fördern, wird Syriens Verkehrskapazität Schaden nehmen.“

Ein Arbeiter repariert an einem Gebäude in Damaskus am 20. November 2019 Schäden von einem israelischen Luftangriff. Israel sagte, es traf Dutzende iranische Ziele in Syrien in Reaktion auf Raketenfeuer vom Vortag auf den Golanhöhen. (Foto: Reuters/Omar Sanadiki)

Eine Angriffsserie in Syrien

Unabhängig vom genauen Wesen der Operation folgte diese einer Reihe von Israel zugeschriebenen Angriffen, die in den letzten Wochen syrische Ziele getroffen haben. Am 25. August wurden mehrere Militärstandorte im Raum Hama von Raketen getroffen.

Am 27. August behauptete eine Äußerung des russischen Fliegerhorsts in Khmeimim Erfolge der russischen Pantsir-S1- und S-75-Systeme, die von den syrischen Streitkräften bedient wurden, sie hätten einige auf das Zentrum für wissenschaftliche Studien und Forschung in Masyaf geschossene Raketen abgeschossen; Masyaf ist ein regelmäßiges Ziel der israelischen Luftstreitkräfte.

Am 15. August trafen Luftangriffe syrische Militärposten in den Regierungsbezirken Tartus und Damaskus; dabei gab es drei Tote. Am 12. August wurden 2 Personen verletzt, als ein Dorf nördlich von Quneitra, nahe der israelisch-syrischen Grenze, mit Artillerie beschossen wurde.

Das sind die statistischen Daten für den letzten Monate. North Press schätzt, dass seit Beginn des Jahres 24 israelische Luftangriffe gegen Ziele in Syrien stattgefunden haben. Die klare Mehrheit davon wurden gegen iranische Ziele durchgeführt. Wenn diese Zahl stimmt, dann stellen sechs solche Operationen im letzten Monat eine klare Steigerung des Tempos dar.

Warum finden die Angriffe auf Syrien jetzt statt?

Der konkrete Beschuss des Flughafens von Aleppo steht fast sicher mit den jüngsten Hinweisen in Zusammenhang, dass der Iran sich zunehmend auf seine „Luftbrücke“ nach Syrien und in den Libanon verlässt, weil Israel erfolgreich und systematisch gegen Bemühungen vorgeht Waffen und Ausrüstung auf dem Landweg zu verlegen.

Diesbezüglich ist erwähnenswert, dass Cham Wings, Syriens größte private Luftfahrtgesellschaft, ankündigte, alle Flüge würden nach den Angriffen zum Internationalen Flughafen Damaskus umgeleitet. Cham Wings wird vom US-Finanzministerium seit 2016 mit Sanktionen belegt, weil es „materielle Unterstützung für Organisationen bietet, gegen die wegen Verbreitungs- und Terroraktivitäten Sanktionen verhängt wurden“. Von der Firma wird weithin angenommen, dass sie einen aktiven Anteil bei der Lieferung von Waffen und Milizkämpfern zwischen dem Iran und Syrien hat.

Aber das zunehmende Tempo der Aktivitäten steht nicht nur in Beziehung zu bestimmten Fällen größerer Verwendung von Lufttransport durch Teheran. Stattdessen ist es Teil eines breiteren Bildes zunehmender regionaler Spannungen. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die zu diesem aufkommenden Bild beitragen.

Russlands Abzug aus Syrien

Erstens scheint Russland sich aus Syrien zurückzuziehen. Das erfordert einen sofortigen Vorbehalt. Es gibt keine Aussichten auf einen kompletten russischen Abzug. Die Luftwaffenbasis in Khmeimim und die Marineeinrichtungen in Tartus und Latakia sind starke strategische Aktivposten, die beibehalten werden.

Die Aufrechterhaltung der Herrschaft Assads ist ebenfalls ein klares Ziel Moskaus. Aber darüber hinaus sind die Russen jetzt mit einem wilden, ins Stocken geratenen Feldzug in der Ukraine beschäftigt. Moskau fehlen die Kapazitäten für zwei gleichzeitige strategische Einsätze. Die israelische Firma ImageSat International legte Ende August Belege vor, dass das in Masyaf stationierte Luftverteidigungssystem S-300 abgebaut und nach Russland zurückgebracht worden ist.

Derzeit tauchen Beweise auf, dass die der russischen Regierung nahestehende Verteidigungsfirma Wagner in den letzten Monaten aktiv unter pro-Assad-Syrern rekrutiert. Syrische Freiwillige werden dann geschickt, um die russischen Einsätze in der Ukraine zu unterstützen. Das ist eine merkwürdige und bedeutende Umkehr der Rollen.

Größere Freiheit für den Iran in Syrien

Russische Abwesenheit gibt der Rolle des Iran in Syrien größere Bedeutung und mehr Freiheit. Die zwei Länder haben in den letzten Jahren auffallend unterschiedliche und gelegentlich einander entgegengesetzte Projekte in Syrien verfolgt. Aber der russische Abzug reduziert auch für Israel einen komplizierenden Faktor. Der Iran mag seine Aktivitäten verstärken, während die Russen sich zurückziehen, aber genauso werden Teherans Verletzbarkeit und israelische Handlungsfreiheit zunehmen.

Zweitens sieht es jetzt, wenn man davon ausgeht, dass keine Wendung in letzter Minute eintritt, so aus, als stehe eine Rückkehr zum Joint Comprehensive Plan of Action nicht bevor. In Abwesenheit jeglichen diplomatischen Prozesses in Bezug auf das iranische Atomprogramm und angesichts der israelischen Entschlossenheit die regionalen Bestrebungen des Iran aufzuhalten, wird eine Konfrontation immer wahrscheinlicher.

Diesbezüglich verdienen die angriffslustigen Äußerungen von Hassan Nasrallah, dem Führer der Hisbollah, der Vertretergruppe der Islamischen Revolutionsgarden im Libanon, besondere Beachtung.

Die übliche Interpretation, die aus dem Sicherheitsbereich in Israel kommt, lautet, dass diese Äußerungen in Verbindung zu einem Versuch des Hisbollah-Führers stehen, einiges von der verlorenen Legitimität seiner Bewegung zurückzuholen, während er als Verteidiger der natürlichen Ressourcen des Libanon posiert.

Genauso wahrscheinlich ist jedoch, dass der plötzlich zunehmende Trotz des Hisbollah-Führers die Öffnung einer allgemeineren Stimmung bei iranischen Stellvertreter- und Franchiseorganisationen widerspiegelt – die größere Bereitschaft für das Risiko von Zusammenstößen mit Israel in der sich jetzt öffnenden Zeit zu verkünden.

Es lohnt sich festzustellen, dass der Iran diese Woche die volle Mitgliedschaft in der von China geführten Schanghai Cooperation Organization erreicht; das soll bei einem Gipfeltreffen in der usbekischen Stadt Samarkand geschehen. Chinesische Ölkäufe ermöglichten es dem Iran die Strategie des „maximalen Drucks“ der Administration Trump zu überstehen.

Ein Scheitern der aktuellen US-Administration in der Atomdiplomatie Erfolg zu haben, wo Trumps Zwangspolitik ebenfalls scheiterte, wird Teheran in seiner Überzeugung bestärken, dass die USA eine den Nahen Osten verlassende Macht sind. Der Iran bewegt sich auf engere Beziehungen mit der Allianz hin, die sich selbst als Rivale des schwindenden US-Hegemons versteht.

Schließlich ist es wichtig festzuhalten, dass die Steigerung der israelischen Aktivitäten eindeutig nicht allein mit Syrien zu tun hat. Vielmehr ist sie Teil von Israels allgemeineren Erweiterung und Vertiefung seiner durchsetzungsfähigen Haltung in den letzten Monaten gegenüber der Bandbreite der iranischen Aktivitäten in der Region.

Dieser neue, umfassende Ansatz spiegelte sich diese Woche in der Rede von Mossad-Leiter David Barnea bei der Konferenz des International Institute for Counter-Terrorism in Herzliya. Barnea sagte seinem Publikum, dass „die Führung des Iran begreifen muss, dass Angriffen auf Israel oder Israelis, ob direkt oder über Strohmänner, mit einer schmerzhaften Reaktion gegen die Verantwortlichen auf iranischem Boden begegnet wird. Wir werden nicht die Strohmänner verfolgen, sondern diejenigen, die sie bewaffneten und ihnen Befehle erteilten und das wird im Iran geschehen.“

Während die Atom-Diplomatie in die Zielrunde geht, scheint die Stimmung in den rivalisierenden Lagern im Nahen Osten in Richtung einer größeren Bereitschaft zu Konfrontation zu gehen. Der zunehmende Umfang und die Unerschrockenheit israelischer Aktivitäten in Syrien spiegeln diese Veränderungen wider.

Von Hitler und Stalin zu Putin und Raisi: Warum das Herunterspielen des Bösen durch die Medien so gefährlich ist.

Gil Hoffman, HonestReporting, 21. Juli 2022

In ihrem neuen Buch „The Newspaper Axis“ (University of California) schreibt Davis-Geschichtsprofessorin Kathryn S. Olmsted, dass viele amerikanische und britische Zeitungen es versäumten, den Aufstieg Adolf Hitlers in den 1930-er Jahren ernst zu nehmen.

Olmsted beschuldigte sechs der mächtigsten englischsprachigen Verlage der Ära des Zweiten Weltkriegs, aktiv „Hitler ermöglicht“ und ihren Einfluss genutzt zu haben ihn herunterzuspielen und sogar seinen Aufstieg zu fördern. Sie schrieb, dass William Randolph Hearst, dem 28 Zeitungen und eine Nachrichtenagentur gehörten, Hitler und seinen Stellvertreter Hermann Göring bezahlte, um Propaganda für seine Zeitungen zu schreiben.

Einer der Gründe, die sie anführt, war die Unterstützung des Isolationismus und die amerikanische Angst vor dem Verlust an Leben, sollten die USA in einen Krieg in Europa verwickelt werden. Darüber hinaus war die redaktionelle Entscheidung dieser Zeitungsachse von der Gegnerschaft zum langjährigen Präsidenten Franklin Delano Roosevelt angetrieben.

Olmsted hält auch einen weitere Faktor fest: den Antisemitismus der Herausgeber der Zeitung.

„Sie machten sich Verschwörungstheorien zu jüdischer Einflussnahme auf die Regierung zu eigen und glaubten, die Juden selbst seien für den Antisemitismus verantwortlich zu machen“, erklärt eine Rezension der Washington Post zu „The Newspaper Axis“ und fügte hinzu: „Daher hatten sie wenig Verständnis dafür, dass die europäischen Juden durch Hitlers Hand litten und sie hatten den Verdacht, dass amerikanische Juden planten die Nation in einen Krieg zu zwingen – eine Unterstellung, die regelmäßig in ihren Leitartikeln auftauchten.“

Es ist kein Wunder, dass sogar der Molotow-Ribbentrop-Pakt vom August 1939, der es Berlin und Moskau ermöglichte Polen untereinander aufzuteilen und der Dreierpakt vom September 1940 zwischen Deutschland, Italien und Japan die Welt nicht aufweckte.

Das im Iran zur Schau gestellte Böse: Wo bleibt die Nachrichten-Berichterstattung?

Diese Woche, als der russische Präsident Wladimir Putin beschloss die Islamische Republik Iran als ersten Zielort für seine erste Auslandsreise außerhalb der ehemaligen Sowjetunion seit seinem Einmarsch in die Ukraine im Februar auszuwählen, machte er eine Pause von den Angriffen auf Zivilisten in der Ukraine, um ein Land zu besuchen, das an zahlreichenFronten kämpft, das regelmäßig Terroranschläge gegen Israel und den Jemen sponsert und Raketen auf ein amerikanisches Konsulat im nordirakischen Erbil schoss.

Haben die führenden Medienorganisationen der Welt es denn diesmal gut gemacht?

Die globale Nachrichtenagentur Reuters berichtete: „Ein aufkeimendes  Werben zwischen Russland und dem Iran ist eine unwillkommene Entwicklung für den Westen, die die USA mit Sorge beobachten wird, aber das ist noch längst keine geopolitische Veränderung.“

Die Wahrheit ist viel schlimmer, als die Art, wie Reuters das darstellt. Diese unheilige Allianz zwischen Moskau und Teheran gefährdet die gesamte Welt und wenn nicht bald gehandelt wird, könnte man sich an das Treffen später als an den charakterisierenden Augenblick im Versagen der internationalen Gemeinschaft die Welt sicher zu halten erinnern.

Derweil berichtete The Associated Press (AP), eine Nachrichtenagentur mit mehr als 130.000 Kunden, Putin habe die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran gefordert, um eine „freie Entwicklung der Kooperation in allen Bereichen und ohne jegliche Diskriminierung“ zu gestatten.

„Vom Westen und seinen regionalen Rivalen in die Ecke gedrängt, hat die iranische Regierung die Urananreicherung intensiviert, ist hart gegen Dissens vorgegangen und macht Schlagzeilen mit optimistischen, unnachgiebigen Haltungen, die die iranische Währung Rial vor dem Absturz bewahren sollen“, hieß es in dem AP-Bericht. Er geht weiter: „Ohne eine Befreiung von den Sanktionen in Sicht ist die taktische Partnerschaft mit Russland zu einer des Überlebens geworden, während es so scheint, dass Moskau Teheran beim Schwarzmarkt-Ölhandel unterbietet.“

Das Framing und die Formulierung dieses Artikels löst Mitgefühl für den Iran aus und ganz so wie Reuters macht er den Westen zum eigentlichen Bösewicht.

In einem Text der New York Times, der sich auf Putin und den Iran als „gemeinsam Ausgestoßene“ bezieht, wird Israel nur einmal erwähnt – in einer Erklärung, warum Putin seine Beziehungen zum Iran nicht früher vertiefte.

Dass der Iran, unterstützt von Putin, Atomwaffen anstrebt und dabei beträchtliche Fortschritte macht, wird gar nicht erwähnt.

Ähnlich berichtete CNN, dass der iranische Präsident Ebrahim Raisi bei seinem Treffen mit Putin ein erhebliches Engagement für Sicherheitskooperation zwischen den beiden Ländern bejubelte; er sagte, die beiden Staaten hätten „gute Erfahrungen“ bei der Bekämpfung von Terrorismus.

Warum wird nicht erwähnt, dass der Iran der Top-Terrorsponsor der Welt ist? Vom Iran finanzierte Gruppen, darunter Hamas und Hisbollah, werden sowohl von den USA als auch der Europäischen Union als Terrororganisationen eingestuft.

Schließlich berichtete die weltweit tätige französische Nachrichtenagentur AFP in einem unkritischen Artikel, der als Posse hätte missverstanden werden können: „Teheran versicherte am Mittwoch, dass seine Atompolitik sich nicht verändert hat und dass es weiterhin an einer Fatwa festhält, die Massenvernichtungswaffen verbietet, nachdem ein offizieller Vertreter des Iran sagte, das Land sei in der Lage Atombomben zu bauen.“

Zu wenig berichtet: Die Verbindung zwischen Putins Iran-Besuch und Bidens Nahost-Reise

Zu Putins Iran-Besuch ist entscheidender Kontext ausgelassen worden, was ein durchsichtiger Versuch war US-Präsident Joe Bidens im Fokus der Öffentlichkeit stehender Reise bei Feinden der Islamischen Republik etwas entgegenzusetzen: Israel und Saudi-Arabien.

Während seiner Reise in den Nahen Osten bestätigte der Präsident die starke Allianz zwischen Amerika und dem jüdischen Staat und versuchte die Beziehungen zu den Saudis zu reparieren.

In krassem Gegensatz zu Putins Besuch in Teheran pries ein offizieller Twitter-Account mit Verbindung zum Obersten Revolutionsführer Ali Khamenei den russischen Präsidenten für seine „neuste Haltung gegen die Zionisten“.

Vom Präsidenten Russlands eingenommene aktuelle Standpunkte gegen die ZIonisten sind löblich.

Diese neue Weltordnung muss von den Medien anerkannt und darüber mit der nötigen Sorgfalt berichtet werden.

Jetzt, wo es offensichtlicher ist als je zuvor, dass die neue Achse des Bösen mit Wladimir Putin und dem Iran dabei kollaborieren die Welt zu einem gefährlicheren Ort zu machen, müssen die Medien die Welt wecken und dürfen das Böse nicht gewinnen lassen.

Das kann nur getan werden, wenn prominente Nachrichtenpublikationen aus der Geschichte etwas über die Gefahren der Verharmlosung des Bösen lernen, damit es sich nicht wiederholt.

Russland vs. Israel … die Spannungen nehmen zu

Der Kern der Fehde

Joseph Puder, FrontPage Mag, 2.August 2022

Dass Yair Lapid die Rolle des Interim-Premierministers Israels bis zur am 1. November 2022 anstehenden Parlamentswahl übernahm, fiel mit zunehmenden Spannungen zwischen Jerusalem und Moskau zusammen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat Lapid als pro-ukrainisch und antirussisch eingestuft. Während Lapids direkter Vorgänger Naftali Bennett sorgfältig darauf achtete die Neutralitätslinie nicht zu überschreiten, hatte Lapid sich bereits als Außenminister als pro-ukrainisch positioniert. Ob in Reaktion auf westlichen Druck zu offener Unterstützung für Kiew oder um sich bei der Administration Biden beliebt zu machen: Lapid hat im Umgang mit Russland wenig diplomatische Cleverness gezeigt. Als Konsequenz, so die Jerusalem Post (25. Juli 2022), verkündete Moskau, dass die Jewish Agency und zahlreiche weitere russisch-jüdische Organisationen Warnbriefe des russischen Justizministeriums erhalten haben, sie würden als Auslands-Agenten betrachtet, was zum Ergebnis haben könnte, dass die Agency gezwungen wird zu schließen.

Israel ist eines der wenigen westlichen Länder geblieben, das keine Sanktionen gegen Russland verhängt und auf Waffenverkäufe an die Ukraine verzichtet hat. Israel lieferte aber medizinische und Sicherheits-Ausrüstung an die Ukraine. Lapid verurteilte als ehemaliger Außenminister Russland wegen seines Einmarsches in die Ukraine, ein Schritt, den Bennett nie unternahm. Russland seinerseits rügte Lapid wegen seiner Verurteilung russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine und Israel stimmte dafür Russland aus dem UNO-Menschenrechtsrat auszuschließen.

Spannungen zwischen Russland und Israel kamen früher dieses Jahr auf, weil der russische Außenminister Sergeij Lawrow sich antisemitisch äußerte, als er die Lüge von „Hitlers jüdischem Blut“ anführte und die Juden beschuldigte „die schlimmsten Antisemiten“ zu sein. Israelische Führungspolitiker äußerten angesichts von Lawrows Worten totale Empörung. Lawrows Außenministerium stoppte nicht bei Lawrows beleidigenden und antisemitischen Äußerungen, sondern gab boshafte Erklärungen aus wie „Israel unterstützt in der Ukraine Neonazis“, und behauptete, israelische Söldner würden mit dem ukrainischen Asow-Bataillon kämpfen.

Es ist klar, dass das Regime in Russland Israel als Teil des westlichen Lagers und engen Verbündeten der USA betrachtet. Im Gegenzug sind die Islamische Republik Iran, Assads Syrien, die palästinensische Hamas und die libanesische Hisbollah alle antiwestlich. Irans Außenminister Hossein Amir Abdollahian machte in Bezug auf die Ukraine-Krise den Westen und die USA verantwortlich und erklärte, dass die „Krise in den Provokationen der NATO wurzelt“. Der syrische Diktator Baschar Assad erklärte, Syrien erkenne die Unabhängigkeit der zwei von Russland gestützten Separatistenregionen in der Ostukraine an. Das reicht dem aktuellen Kreml-Führer, um sich auf die Seite von Israels Feinden zu stellen. Trotzdem repräsentiert Israel für Putin persönlich einen Teil der russischen kulturellen Sphäre; Grund sind die fast 1,5 Millionen Russischsprachigen im Land. Geopolitische Überlegungen und politisches Überleben überwiegen jedoch für Typen wie Wladimir Putin gegenüber kulturellen Erwägungen.

In gewissem Sinne spielt Russland ein Spiel „guter Cop – schlechter Cop“. Der Kreml hat den Disput zwischen Moskau und Jerusalem auf eine rein juristische Frage verringert, während Lawrows Außenministerium Israel lange bestehenden „unkonstruktiven und einseitigen“ Verhaltens gegenüber Moskau beschuldigte. Diese beiden gegensätzlichen Botschaften aus Moskau sind von Kreml-Sprecher Dimitry Peskow gekommen, der Reportern sagte: „Die Lage sollte nicht auf die gesamten russisch-israelischen Beziehungen politisiert werden. Es gibt Probleme hinsichtlich der Einhaltung russischen Rechts.“ Eine der legitimen russischen Sorgen ist die Befürchtung des „Brain Drain“. Viele russische Juden sind Wissenschaftler und Akademiker. Aber für israelische und russische Juden ist das Recht von Juden nach Israel einzuwandern, was die Jewish Agency ermöglicht, eine fundamentale Menschenrechtsfrage. Russische Juden können vom Krieg in der Ukraine nicht als Geiseln genommen werden, auch können russische Juden nicht von ihrer historischen und emotionalen Verbindung zu Israel losgelöst werden. Diese wachsende Krise hat Erinnerungen an die Sowjet-Ära wachgerufen, als Juden verboten war die Sowjetunion zu verlassen.

Moskau richtet seine letzten Maßnahmen eindeutig gegen die Jewish Agency und möglicher weise die Flüge der israelischen Luftwaffe über Syrien als Vergeltung für Yair Lapids Äußerungen und seine enge Identifizierung mit Kiew. Russland überlegte während Netanyahus Amtszeit als Premierminister keine Vergeltung gegen Israel, eigentlich auch nicht während der jüngeren Zeit Naftali Bennetts als Premierminister.

Die Times of Israel berichtete (26.07.2022), dass der Likud-Führer und ehemalige Premierminister Benjamin Netanyahu Lapid beschuldigte Israels Beziehung zu Russland schlecht zu handhaben. Bei einer Pressekonferenz in Tel Aviv sagte Netanyahu: „Jahre lang haben wir eine gemäßigte, ausgewogene und verantwortliche Beziehung zu Russland geführt, aber es gab aktuell eine gefährliche Krise und Premierminister Yair Lapid und Verteidigungsminister Benny Gantz plapperten und gefährdeten unsere nationale Sicherheit.“ Netanyahu fügte hinzu: „Ich habe Sorge, dass das, was wir über Jahre aufgebaut haben, in den letzten Wochen vor unseren Augen untergraben wird.“

Die sich offenbar verschlechternde Beziehung zu Russland bereitet Israel große Sorge, besonders ihre Auswirkung auf Israels Sicherheit. Jerusalem sorgt sich wegen Moskaus möglichem Handeln zur Vereitelung israelischer Angriffe auf iranische Lieferungen tödlicher Waffen an die Hisbollah im Libanon, die über syrisches Gebiet abgewickelt werden. Israelische Kampfflugzeuge könnten Gefahr laufen bei ihren Bombardierungs-Aufträgen gegen die Islamische Republik Iran in Syrien abgeschossen zu werden. Auch wenn es zweifelhaft ist, dass russische Piloten israelische Piloten am syrischen Himmel herausfordern werden, könnte Russland das mobile Luftabwehr-System S-400 an Baschar Assad und/oder die Iraner liefern, das als wirksamste Luftverteidigung angesehen wird.

Im Dezember 2019 verriet Israel, dass es eine Vereinbarung mit Russland habe keine Waffen an die Ukraine und Georgien zu verkaufen; im Gegenzug würden die Russen keine Waffen an den Iran verkaufen. Russland könnte jetzt Lapids Schwenk zur Ukraine als Vorwand nutzen, um dem Iran Waffen zu verkaufen. Ein weiterer Zankapfel zwischen Moskau und Jerusalem hat mit Russlands Forderung zu tun, ihm die Kontrolle über den Alexander (Newsky)-Hof in Ostjerusalem zu übergeben. Am 18. April 2022 schrieb Putin einen Brief an Bennett bezüglich des Alexander-Geländes in Jerusalem, das an Russland zu übergeben Netanyahu zuvor zugestimmt hatte, um Naama Issachar aus einem russischen Gefängnis zu befreien (wo sie aufgrund falscher Drogen-Vorwürfe einsaß). Es scheint so, dass die angebliche juristische Verletzung russischen Rechts durch die Jewish Agency schlicht ein weiterer Vorwand für den Kreml sein könnte, um gegen den israelischen Obersten Gerichtshof zu protestieren, der Netanyahus Vereinbarung mit Putin annullierte.

Über die aktuellen Streitigkeiten und Spannungen hinaus gibt es im Tourismus beträchtliche Kooperation zwischen Russland und Israel. Russland und Israel haben ein Abkommen für Visa-Freiheit. Es gibt auch eine beträchtliche israelische Gemeinschaft in Russland. Die beiden Länder haben wissenschaftliche Zusammenarbeit betrieben, wozu Raumfahrt- und Atom-Technologie gehören, darunter nukleare Bildgebung und die Entwicklung radioaktiven Materials zur Zahnbehandlung. Medizinische Kooperation ist ein weiterer wichtiger Bereich, in dem Jerusalem und Moskau zusammenarbeiten. Russland ist Israels größter Lieferant von Rohöl, während Israel Russland im April 2009 Drohnen lieferte.

Der russische Einmarsch in die Ukraine mit dem fortgesetzten Krieg und den begangenen Gräueltaten seit Februar diesen Jahres hat die Beziehung zwischen Israel und Russland irritiert. Die gegen Russland verhängten Sanktionen ließ es in Richtung von Radikalen wie Iran und China bewegen, womit sich eine neue „Achse des Bösen“ bilden könnte.

Israel bereitet ein qualifiziertes Team aus Juristen und außenpolitischen Experten vor, das nach Moskau reisen und die Frage der Aktivitäten der Jewish Agency in Russland regeln soll. Hoffentlich wird das Team geschickt genug sein die Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern zu begleichen, die Spannungen zu abzubauen. Russland und Israel sollten auf der regionalen Bühne produktive Partner sein.

Wie sich der russisch-ukrainische Krieg vom israelisch-palästinensischen Konflikt unterscheidet

Alan Baker, JCPA, Institute for Contemporary Affairs Bd. 22 Nr.8, 13. April 2022

Israel richtete in Mostyska (Ukraine) ein Feldlazarett ein, das 150 Patienten gleichzeitig in zahlreichen Stationen behandeln kann. Israelische Organisationen stellten zudem Krankenwagen, Generatoren und Behandlungen in Israel für Kinderpatienten zur Verfügung (zur Verfügung gestellt vom Sheba Medical Center).
  • Versuche, das russische operative Vorgehen und die massiven Völkerrechtsverletzungen in der Ukraine mit Israels Handeln zur Verteidigung seiner Bevölkerung gegen palästinensische Terroranschläge zu vergleichen oder gleichzusetzen, fehlt offenkundig Aufrichtigkeit und das grundlegendste Gefühl für Fairness und Verhältnismäßigkeit.
  • Die Motivation hinter solchen Versuchen ist heuchlerisch, oberflächlich, falsch und hinterlistig. Diejenigen, die versuchen die internationale Wahrnehmung dadurch zu manipulieren, dass sie die russische Aggression und Kriegsverbrechen mit Israels Handeln zur Verteidigung seiner Bevölkerung gleichsetzen, werden von einem übergeordneten und unverantwortlichen Hang getrieben Israel zu verunglimpfen, zu diffamieren und zu delegitimieren.
  • Russland führt einen offenen Angriffskrieg auf hohem Niveau mit wahlloser und massiver Bombardierung von zivilen Bevölkerungszentren, Schulen, Krankenhäusern und Bahnhöfen sowie Religions- und Kulturzentren und Monumenten, was die grundlegenden und weithin akzeptierten Normen und Prinzipien des humanitären Völkerrechts verletzt.
  • Zur palästinensischen Vorgehensweise gehört die Verwendung ziviler Einrichtungen – Schulen, Krankenhäuser, Kliniken, Moscheen und Privathäuser – als Waffenlager und Raketenstellungen. Die palästinensischen Terrororganisationen haben ein gewaltiges Netz an taktischen Tunneln unter Palästinenserstädten, zivilen Straßen und bedeutenden Einrichtungen gebaut.
  • Israel führt keinen Aggressionskrieg auf hohem Niveau gegen seine palästinensischen und anderen Nachbarn; es setzt auch keine verbotenen und unmenschlichen Waffen ein. Darüber hinaus zielt Israel nicht gewollt und bewusst auf Zivilisten oder zivile Konzentrationen oder greift Religions-, Kultur-, Bildungs- oder medizinische Standorte an.
  • Nationale parlamentarische Institutionen und Führungspolitiker sowie verantwortliche Medien, die etwas auf sich halten, werden gedrängt solche gefälschten Versuche zur Delegitimierung Israels rund zurückzuweisen.

Der tragische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine mit der breiten Palette an humanitären, politischen und Rechtsproblemen, die aufgekommen sind und weiter aufkommen, hat sich in mehreren nicht unerwarteten Phänomenen in manipulativer Propaganda Luft gemacht, die hauptsächlich auf die Verleumdung Israels abzielt.

Viele politische Gruppen, Organisationen, Politiker und Kolumnisten wollen ihre eigene politische Agenda fördern oder die Fakten der Situation an eine Agenda anpassen, die alles zu unternehmen scheint um Ähnlichkeiten zwischen dem laufenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine einerseits und dem israelisch-palästinensischen Konflikt andererseits anstrebt, erfindet oder generiert.

Es scheint mehrere Faktoren zu geben, die dieses Phänomen antreiben.

Zu allererst gibt es da die Angst, dass der Krieg zwischen Russland und der Ukraine mit den täglichen Bildern gewaltiger, massenhafter Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und den Kriegsverbrechen den israelisch-palästinensischen Konflikt überschatten und ihn aus der vordersten Front der internationalen Aufmerksamkeit entfernen, ihn auf einen niedrigeren Status verweisen könnte.

Zweitens gibt es die damit einhergehende Angst, dass die internationale Gemeinschaft, die in Echtzeit Zeuge der sich entfaltenden Tragödie in der Ukraine ist, in der Tat die völlige Transparenz und Leere ihrer langen und ermüdenden Beschäftigung mit Israel sein könnte. Eine solche Besessenheit ist künstlich und unablässig durch eine gut geölte Propagandakampagne und durch Manipulation seitens internationaler Organisationen geschürt worden, die von der UNO und ihren Sondergremien angeführt werden. Darüber hinaus haben sie eine Hinterlassenschaft hunderter politisch erzeugter Resolutionen zurückgelassen, die darauf zielten Israel herauszugreifen und delegitimieren. Erst vor kurzem haben prominente Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International vernichtende Berichte veröffentlicht, Israel sei ein Apartheid-Regime.

Drittens ist es wahrscheinlich, dass der hoch intensive, bewaffnete Konflikt zwischen Russland und der Ukraine früher oder später zu einer Art Abbruch oder Auszeit kommen wird, während der israelisch-palästinensische Konflikt ein Kampf von niedrig Intensität ist, die so gut wie sicher mit erneuerten und zyklischen Gewaltausbrüchen und Terror weiter köcheln wird.

Man möchte hoffen, dass die internationale Gemeinschaft nicht so einfach auf falsche Versuche, den israelisch-palästinensischen Konflikt mit dem Krieg in der Ukraine gleichzusetzen, hereinfällt und ihre Kampagne zur Delegitimierung Israels wiederbelebt, was immer das heißen mag.

Versuche, Israels Handeln in den Gebieten in Reaktion auf palästinensischen Terror und Gewalt mit Russlands massiven Völkerrechtsverletzungen in der Ukraine gleichzusetzen, wären eindeutig unrealistisch, anmaßend und manipulativ.

Solche Versuche haben allerdings bereits begonnen und müssen unverblümt zurückgewiesen werden.

Die Unterscheidung zwischen der Lage zwischen Russland und der Ukraine und dem Thema Israel-Palästinenser ist klar und unmissverständlich. Sie muss der internationalen Gemeinschaft und den Medien in einer Weise eingeschärft werden, die sich gegen Israel richtende falsche Manipulationen verhindert.

  • Russland führt einen offenen Angriffskrieg auf hohem Niveau mit wahllosem und massivem Beschuss ziviler Bevölkerungszentren, Schulen, Krankenhäuser und Bahnhöfen sowie Religions- und Kulturzentren und Denkmälern, womit es gegen die grundlegenden und weithin anerkannten Normen und Prinzipien des humanitären Völkerrechts verstößt.
Zerstörung in der ukrainischen Stadt Mariupol (azov.org.ua)
  • Russland setzt Cluster-Bomben und andere Waffen ein, die die internationalen Konventionen und Protokolle zum Verbot solcher Waffen verletzen.
  • Russland hat Massen an Flüchtlingen verursacht, die zu einem beträchtlichen Anteil aus der Zivilbevölkerung der Ukraine bestehen und ihre Häuser, Städte und Dörfer verlassen.
Russische Flugkörper schlugen am 8. April 2022 in den Bahnhof von Kramatorks ein, wo sie 57 Zivilisten töteten und mehr als 100 verletzten. Die meisten Opfer waren dabei in Züge zu steigen, um vor den Kämpfen zu fliehen. (Donetsk Regional Military Civil Administration/Telegram)
  • Russlands Verstöße gegen das Völkerrecht sind Thema von Prozessen gegen das Land, die die Ukraine beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag führt. Gleichermaßen werden Verstöße der russischen Führung und der Militärkommandeure gegen das humanitäre Völkerrecht durch zahlreiche Anzeigen dokumentiert, die von staatlichen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft beim IStGH eingereicht werden

Absolut kein Vergleich zwischen Russland und Israels Verhalten

Laufenden und zukünftigen Versuche das russische Vorgehen und die massiven Völkerrechtsverletzungen der Russen in der Ukraine mit Israels Handeln zur Verteidigung seiner Bevölkerung gegen palästinensische Terroranschläge zu vergleichen, fehlt es offenkundig an lauteren Absichten und dem grundlegendsten Gefühlt für Fairness und Verhältnismäßigkeit.

Die Motivation hinter solchen Versuchen ist heuchlerisch, oberflächlich, falsch und hinterlistig. Diejenigen, die versuchen die internationale Wahrnehmung dadurch zu manipulieren, dass sie die russische Aggression und Kriegsverbrechen mit Israels Handeln zur Verteidigung seiner Bevölkerung gleichsetzen, werden von einem übergeordneten und unverantwortlichen Hang getrieben Israel zu verunglimpfen, zu diffamieren und zu delegitimieren.

Sie kommen mit unreinen Händen vor die internationale Gemeinschaft.

  • Israel führt keinen Aggressionskrieg auf hohem Niveau gegen seine palästinensischen und andere Nachbarn, es setzt auch keine verbotenen und unmenschlichen Waffen ein. Darüber hinaus zielt Israel nicht gewollt und bewusst auf Zivilisten oder zivile Konzentrationen oder greift Religions-, Kultur-, Bildungs- oder medizinische Standorte an.
  • Israel sieht sich anhaltendem Terror ausgesetzt, zu dem zyklische, massive Raketenangriffe gegen seine Zivilbevölkerung und ständige Grabungen von Angriffstunneln unter seinem souveränen Territorium oder Angriffe auf religiöse, kulturelle, Bildungs- und medizinische Standorte gehören.
  • Israel sieht sich Anschlägen von aufgestachelten palästinensischen Einzelpersonen in seinen Städten und Dörfern gegenüber; diese Einzelnen sind von Terrororganisationen beflügelt, deren Existenzzweck darin besteht Israelis Bevölkerung zu terrorisieren.
Die Hamas paradiert im Mai 2021 Raketen durch Gaza (Screenshot: Safa News)
  • Israel reagiert auf legitime Weise in Selbstverteidigung, indem es selektiv und verhältnismäßig nur die konkreten militärischen Ziele, taktischen Zentralen und Einrichtungen, Raketenstellungen und Munitionslager beschießt, die dem militärischen Zweig der Terrororganisationen dienen.
  • Als Teil ihrer taktisch-operationellen Vorgehensweise verbergen sich die palästinensischen Terrororganisationen, Kommandeure und Funktionäre in und unter zivilen Häusern, medizinischen Einrichtungen, Schulen, Geschäftsgebäuden, Büroblocks und Moscheen. Sie nutzen und missbrauchen die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde und verstoßen damit gegen sämtliche humanitäre Normen und Prinzipen.
Von der Hamas wurden umfangreiche Tunnel und Waffenlager wurden unter den Städten des Gazastreifens gebaut (Al Jazeera-Screenshot)
  • Zur palästinensischen Vorgehensweise gehört die Nutzung ziviler Einrichtungen – Schulen, Krankenhäuser, Kliniken und Privathäuser – als Waffenlager und Raketenstellungen. Zusätzlich nutzen sie kommerzielle Hochhäuser als taktische, operationelle und Kommunikationszentralen, alles um ihre Einrichtungen vor israelischen Zielabläufen abzuschirmen. Solch zynischer Missbrauch humanitärer Normen ist vielleicht am krassesten im riesigen Netz der taktischen Tunnel zu sehen, die die palästinensischen Terrororganisationen unter palästinensischen Städten, zivilen Straßen und wichtigen Einrichtungen gebaut haben.
  • Israel ist durch seine Militärdoktrin verpflichtet zivile Opfer trotz solcher palästinensischer Taktiken zu vermeiden. Vor jeder Militäraktion und oft unter Beeinträchtigung seines eigenen taktischen Vorteils schickt Israel vorab Warnungen an Zivilisten, damit diese sich auf Abstand begeben können.
  • Die palästinensischen Terrororganisationen betreiben regelmäßig und offen Umwelt- und Landwirtschafts-Terror, womit sie internationale humanitäre und ökologische Konventionen und Normen verletzen, weil sie illegale Waffen verwenden, Sprengdrachen und Brandballons starten und giftigen Rauch und Dämpfe auf Israels zivile Bevölkerungs- und Landwirtschaftsbereiche loslassen. Trotz dieser palästinensischen Missbräuche unternimmt Israel alles Erdenkliche, um alle maßgeblichen internationalen Normen, Prinzipien und Konventionen im Umgang mit solchen palästinensischen Verstößen einzuhalten.
  • Anders als im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zielt Israel nicht auf palästinensische öffentlich genutzte Einrichtungen, Kraftwerke oder Orte und Denkmäler von religiöser, kultureller oder historischer Bedeutung.
  • Israel ermöglicht einen konstanten Fluss an tausenden LKWs mit Vorräten, Lebensmitteln, Medikamenten und Material über die verschiedenen Grenzübergänge in die Palästinensergebiete.
  • Zu den palästinensischen politischen Taktiken gehören Manipulation und Missbrauch des Internationalen Strafgerichtshofs, indem offen versucht wird, ihn zu einer internationalen politischen Organisation zu machen, die sich in Verletzung seiner Satzung der Delegitimierung Israels widmet. Sie tun dies, indem sie hunderte erdichteter Klagen vor das Gericht bringen, trotz des fragwürdigen Rechtsstatus solcher Beschwerden sowie juristischen Zweifeln über den Status der Palästinenser bei diesem Gericht.

Aus dem oben Angeführten wird deutlich, dass Versuche einen Vergleich zwischen dem massiven und brutalen Handeln des russischen Militärs in der Ukraine und den internationalen Reaktionen darauf sowie Israels Reaktion zur Verteidigung seiner Zivilbevölkerung vor fortgesetztem palästinensischen Terror künstlich und erfunden sind, bis dahin, inhärent vorsätzlich und böswillig zu sein.

Alle nationalen parlamentarischen Institutionen und Führer sowie verantwortliche Medienorganisationen, die etwas auf sich halten, müssen gedrängt werden solche falschen Versuche zur Delegitimierung Israels rundheraus zurückzuweisen.

Die Ukraine zeigt: Beim Israel hassen geht es nicht um die Palästinenser

An jedem Krieg, wo auch immer, ist immer Israel schuld

Daniel Greenfield, FrontPage Mag, 31. März 2022

Dreitausend Meilen von Jerusalem entfernt tobt ein Krieg zwischen zwei Staaten, die keine Grenzen mit Israel haben und an denen es keine Truppen, keine Interessen hat und an dem es nicht beteiligt ist.

Und doch ist es inzwischen so, dass es im Krieg zwischen Russland und der Ukraine irgendwie um Israel geht.

„Israel muss sich in Sachen Ukraine entscheiden“, plärrt das Foreign Policy Magazine, als ob der jüdische Staat irgendwie ein wichtiger Spieler in einem Krieg zwischen zwei viel größeren Ländern in tausenden Kilometern Entfernung sei. Das ist so absurd wie zu fordern, die Dominikanische Republik (die immer noch größer ist als Israel) müsse wegen Grenzvorfällen zwischen Indien und China zu einer Entscheidung gelangen.

„Israels Reaktion auf die Ukraine wird Auswirkungen auf zukünftige Hilfe aus den USA für Israel haben“, warnte der Abgeordnete Adam Kinziger auf Twitter. Welche „Auswirkungen“ auch immer das hat, wird nicht vom Never-Trumper-Republikaner kommen, der nicht mehr antritt, nachdem er unwählbar wurde. Aber das hat ihn oder allerlei andere Politiker und Medienorgane nicht aufgehalten Israel trotzdem zu drohen.

„Die Ukraine bat Israel – gibt keinen größeren Israel-Fan als Lindsey Graham – um Stinger-Raketen gebeten und offenbar hat Israel Nein gesagt“, sagte Senator Graham. „Also werde ich mit Israel telefonieren – Sie wissen, wir stehen mit der Eisernen Kuppel für Israel ein.“

Das Einzige, was noch mehr verblüfft, als warum Graham es für nötig findet von sich in der dritten Person zu reden, ist, warum der Senator fordert, dass Israel US-Raketen an die Ukraine liefern soll. Wäre das nicht sein Job?

Obwohl Israel 230t humanitärer Hilfe lieferte (darunter kugelsichere Krankenwagen), ein Feldlazarett aufbaute und tausende Flüchtlinge aufnimmt, wird mit einer Kampagne Druck ausgeübt, die darauf besteht, dass das nicht ausreicht. Und dass der Krieg nicht nur Israel involviert, sondern der Ausgang von ihm abhängt.

Bemerkenswerterweise gibt es an Indien, einem Land von 1,3 Milliarden, das russisches Öl kauft, enge Verbindungen zu Russland hat und es ablehnt den Einmarsch zu verurteilen, weit weniger Interesse als an Israel, einem Land von knapp 9,5 Millionen, das kein russisches Öl kauft und in der UNO für die Verurteilung des Einmarschs stimmte.

Egal, wie man zum Krieg steht, der Konsens lautet, dass Israel das Falsche tut.

Das Quincy Institute for Resonsible Statecraft, ein Soros-Koch-Projekt, das Amerika attackiert, es sei zu hart gegenüber China, dem Iran und Russland, forderte: „Wie kommt es, dass Israel in der Ukraine-Russland-Krise fehlt?“ Die Empörung gegenüber Israel, weil es sich nicht genug in die Ukraine-Krise einbringt, wird von derselben linksliberalen Gruppe gelenkt, die mit Artikeln wie „Washington sollte es sich zweimal überlegen, bevor es einen neuen Kalten Krieg beginnt“ davor warnt, dass Amerika involviert wird.

Die zwickmühlenartige Scheinheiligkeit ist so offensichtlich wie der Hass. Wenn Israel in einem Krieg involviert ist, ist es böse, aber wenn es nicht in einem Krieg involviert ist, ist es auch böse. Was immer Israel tut oder nicht tut, ist ein Skandal.

Der Hass auf Israel hat nie etwas mit den sogenannten „Palästinensern“, den Arabern, Muslimen oder irgendwem im Nahen Osten zu tun. Das ist der Grund, dass dieselben politischen Interessen in der Lage sind einen Krieg tausende Kilometer weit weg in der Ukraine zu nehmen und mit ihm komplett den jüdischen Staat zu thematisieren.

Der Krieg in der Ukraine hat die vertraute Werkzeugkiste der Sprachbilder aufgetischt, zu der gehört, dass man darauf besteht, dass Israel irgendwie die Fähigkeit hat einen Krieg beizulegen, den es nicht herbeiführte, auch wenn Israels Premierminister Bennett sich mit der unmöglichen Mission abmüht Leuten Frieden zu bringen, die ihn nicht wollen.

Es gibt die Holocaust-Umkehrung, mit der Selenski und allerlei Kritiker die Ukraine als den vor einem neuen Holocaust stehenden Juden darstellen, wobei die Juden jetzt als die gefühllosen Zuschauer neu erfunden werden. Und das führt zu der antizionistischen Behauptung Israels nationale Identität stehe im Widerspruch zu „jüdischen Werten“.

„Der Krieg in der Ukraine löst Israelische Debatte über den Sinn des jüdischen Staates aus“, argumentierte die New York Times und beschwerte sich, Israel habe mit 15.000 nicht genug Flüchtlinge aufgenommen.

(Die Zahl der von der New York Times aufgenommenen ukrainischen Flüchtlinge wird auf null geschätzt.)

Vergleichen Sie das mit Frankreich, das 26.000 ukrainische Flüchtlinge aufnahm, obwohl es zehnmal so groß ist wie Israel. Aber Frankreich ist, wie Indien, nicht voller Juden. Und so gibt es keinen Streit, dass Frankreich, das im Verhältnis viel weniger Flüchtlinge aufnahm als Israel, einfach aufhören sollte zu existieren.

Die magische Fähigkeit sich jeden Krieg irgendwie mit denselben vertrauten antizionistischen Sprachbildern um Israel drehen zu lassen zeigt, dass diese Argumente niemals kontextuelle Reaktionen auf regionale Konflikte sind, sondern einen allgemeine Gegnerschaft zur Existenz Israels, unabhängig von allem andere,

Welcher Krieg auch immer, wo auch immer im Gang ist, er ist Israels Fehler und Beweis dafür, dass es nicht existieren sollte.

Die Versuche der Medien Israel mit dem Krieg in der Ukraine in Verbindung zu bringen, sind oft derart dünn, dass sie eine eigene Form surrealer Absurdität annehmen.

NPR fand es äußerst wichtig eine ganze Story auf Grundlage und um die Tatsache herum zu schreiben, dass es in Jerusalem eine Bar namens Putin Pub gab (die ist inzwischen umbenannt). Wenn ein Medienorgan so verzweifelt handelt, um Israel negativ mit dem Krieg in der Ukraine zu verknüpfen, dann ist die Agenda klar.

(Das ist dasselbe Medium, das behauptete, es wolle nicht über Hunter Bidens Laptop berichten, weil: „Wir wollen nicht unsere Zeit auf Storys verschwenden, die keine wirklichen Storys sind.)

Die Regierung der Ukraine hat bei der internationalen Hasskampagne gegen Israel mitgemacht.

Selenski und seine Regierung haben Israel beschimpft, den Holocaust ausgebeutet und alles Mögliche gefordert, von der Eisernen Kuppel (entworfen, um von Terroristen geschossene, krude Raketen aufzuhalten, nicht einen umfassenden Angriff einer Weltmacht) und dem Cyberkriegs-Mittel Pegasus (das wird russische Panzer nicht aufhalten), auf israelische Sanktionen gegen Russland gedrängt, obwohl seine Regierung es ablehnt die Geschäfte mit dem Iran einzustellen.

Mit dem jüngsten Gesuch fordert die Ukraine Sicherheitsgarantien von Israel, trotz der Tatsache, dass Israel ein Land von 22.000 km2 ist, während die Ukraine 600.000 km2 groß ist. Die Ukraine ist nicht nur gewaltig größer als Israel, sie hat auch siebenmal Israels Bevölkerung. Das ist so, als verlange Kanada Sicherheitsgarantien von Zypern.

Aber das ist nur der ehemalige Komiker, der tut, was er tut. In seinem Vortrag vor dem Kongress beschwor Selenski Pearl Harbor und den 9/11, als er zu den Arabern sprach, brachte er Syrien auf, während er zum japanischen Parlament sprach, bezeichnete er den russischen Einmarsch als einen „Tsunami“ und verwies auf Japans Atomkatastrophe. Die oberflächliche Formel große Traumata in anderen Ländern namentlich zu erwähnen, während er sie mit der Ukraine verknüpft und sich beschwert, dass sie nicht genug tun, damit die Geschichte sich nicht wiederholt, ist für jeden, der tatsächlich hinsieht, eine einfallslose Übung.

Es ist der Fehler der Medien, dass sie Selenskis Druck fröhlich als Waffe einsetzen und unverblümt Antisemitismus von Linken und Islamisten verstärken, die das Narrativ freudig ausbeuten.

Bei der Fortsetzung seiner virtuellen Weltreise telefonierte Selenski mit Qatars Doha Forum. Der Emir des islamischen Terrorstaats Qatar hatte die Veranstaltung damit eröffnet die „Palästinenser“ mit der Ukraine zu vergleichen.

Der mit dem Iran und der Hamas verbündete Al-Thani-Spross beschwerte sich dann: „Die Anschuldigung des Antisemitismus wird heute fälschlich gegen jeden verwendet, der Israels Politik kritisiert.“

Oder er sendet, wie Qatars Propagandsender Al-Jazira, groben, ungeschliffenen Antisemitismus.

Wieder Zuhause wird die Propaganda-Kampagne gegen Israel mit waffenfähigem Niveau an Heuchelei ausgeglichen, während schlechte Autoren versuchen totalitäre Regime Israel wegen Russland und der Ukraine schelten.

William Cohen, Bill Clintons Verteidigungsminister, ließ auf CNN bei Christine Amanpour eine Tirade los, er sei „zutiefst enttäuscht“ von Israel. Cohen (er ist trotz seines Nachnamens Unitarier) und Amanpour haben beide eine lange Geschichte des Hasses auf Israel. Und schießen ganz billig gegen den jüdischen Staat.

„Ist man auf Seiten der Russen oder auf der der USA und des Westens? Sie müssen hier eine Entscheidung treffen“, schimpfte Cohen.

Amanpour versäumte es zu erwähnen, dass die Cohen-Gruppe ein Büro in Peking hat, dass Cohen im Vorstand des U.S. China Business Council sitzt und dass zu dieser Gruppe „chinesische Staatsbürger mit umfangreicher Erfahrung in chinesischen Regierungsministerien“ gehören.

Die Cohen-Gruppe prahlt auch mit „Jahrzehnten Erfahrung in der Arbeit mit offiziellen Vertretern Moskaus“ und dem „Aufbau von Beziehungen zu Entscheidungsträgern der Regierung“.

Vor zwei Jahren behauptete Cohen, „Präsident Putin versucht hier einzuschreiten und Friedensstifter“ zwischen Amerika und dem Iran zu sein.

„Ich bin etwas optimistischer, dass die Russen als Friedensstifter kommen werden“, sagte er gegenüber CNBC.

Bei diesem aufregenden neuen Hass auf Israel geht es nicht um die Ukraine, nicht mehr, als es mit der alten Variante um die „Palästinenser“ ging. Israel zu hassen ist am Ende immer das Eine und nur das Eine:

Juden zu hassen.

Wie Russlands Einmarsch in die Ukraine Holocaust-Verzerrung schürt

Gidon Ben-Zvi, HonestReporting, 10. März 2022

Russlands Einmarsch in die Ukraine und die furchtbare humanitäre Krise, die das verursacht, sind weltweit seit zwei Wochen das Top-Thema gewesen. Prominente Nachrichtenorganisationen haben über die sich schnell entwickelnden Entwicklungen vor Ort sowie ihre möglichen langfristigen geopolitischen Auswirkungen berichtet. Dabei ist ein beunruhigender Trend aufgetaucht: die Verwendung von Analogien zum und Bildern vom Holocaust in Bezug auf diesen Konflikt.

Die Zerstörung, die von Europas heftigster militärischer Krise seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht wird, ist unbestreitbar schrecklich.

Aber in der Ukraine findet derzeit kein Völkermord – wie die systematische Auslöschung von rund 6 Millionen Juden durch die Nazis – statt.

Entsprechend zeichnen die Medien, in den meisten Fällen ungewollt, ein verzerrtes Bild der aktuellen Lage und verringern damit das Ausmaß, die Erinnerung und die Lektionen aus dem Holocaust, indem sie unkritisch den Sprachgebrauch verbreiten, der von Führungspolitikern weltweit verwendet wird.

Bedenken Sie das folgende Zitat aus einem Artikel der Washington Post vom 6. März mit der Überschrift: Israelischer Premierminister Bennett sagt, zwischen Ukraine und Russland zu vermitteln ist eine „moralische Verpflichtung“.

Der Botschafter der  Ukraine in Israel, Jevgeni Korniytschuk ging weiter … und beschuldigte [Israel] die Geschichte der Ukraine bei der Hilfe für Juden während des Holocaust zu vergessen.

Ein weiteres Beispiel findet sich in einem Text von CNN vom 5. März mit der Überschrift Israels angespannter Balance-Akt zwischen Russland und der  Ukraine:

Gleichzeitig muss Israel andere kritische Interessen schützen. Als Staat, der infolge des Holocaust als sichere Zuflucht für das Weltjudentum geschaffen wurde, zahlt Israel einen Preis dafür, dass es angesichts einer raubtierhaften Macht zu schwanken scheint, die Jagd auf einen schwächeren Staat macht.

Derweil veröffentlichte Business Insider am 8. März Chuck Shumer sagt „in der Ukraine ist ein Holocaust im Gang“ während Milliarden Hilfe ins Land geschickt werden sollen:

Den Ukrainern fehlen Lebensmittel, ihnen fehlt es an allem, ihnen fehlen Bunker, Strom, Medikamente – wir müssen ihnen diese Dinge besorgen. Da ist ein Holocaust im Gang. Wenn du siehst, dass Menschen an Bussen Schlange stehen, nur um eine Konfliktzone zu verlassen, und Putins Artilleriegranaten diese Busse beschießen, dann ist das untermenschlich, unter jeder Würde.“

Außerdem haben die Führer sowohl Russlands als auch der Ukraine den Holocaust beschworen. Ein Text in der New York Times vom 23. Februar zitierte unkritisch wie folgt eine der Rechtfertigungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür den Krieg zu beginnen:

„Ich habe die Entscheidung getroffen eine militärische Sonderoperation auszuführen“, sagte Putin. „Ihr Ziel wird sein Menschen zu verteidigen, die seit acht Jahren Verfolgung und Völkermord durch das Regime in Kiew erleiden. Dafür werden wir die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine anstreben…“

Der ukrainische Präsident Wolodymir Selensky seinerseits wurde in einem Artikel des Guardian vom 2. März mit dem Titel Ukraines Präsident bittet Juden weltweit sich gegen Russland zu äußern folgendermaßen zitiert:

„Ich spreche jetzt zu allen Juden der Welt – seht ihr nicht, was passiert? Es ist gerade jetzt sehr wichtig, dass Millionen Juden weltweit nicht weiter schweigen. Nazitum wird in Schweigen geboren…“

Warum der Holocaust anders ist

Die humanitäre Krise, die sich in der Ukraine entwickelt, ist katastrophal und ein Großteil der Welt tut zurecht seinen Teil das weit verbreitete Leiden zu lindern.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat zudem eine Ermittlung zu möglichen russischen Kriegsverbrechen eröffnet.

Wie dem auch sei, der Holocaust war grundlegend anders. Nazi-Deutschlands mörderisches Handeln gegen das jüdische Volk war von einer Vernichtungsideologie getrieben.

Hitlers Endlösung strebte an jeden Juden überall auszurotten.

Und das so sehr, dass der Begriff „Völkermord“ in direkter Reaktion auf den Holocaust geprägt wurde. Danach wurde eine juristische Definition des Begriffs in der Konvention zur Verhinderung und Bestrafung des Verbrechens des Völkermords von 1948 formuliert und kodifiziert

Warum Holocaust-Verzerrung so gefährlich ist

Laut der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA), deren Arbeitsdefinition für Antisemitismus von Dutzenden Ländern, einschließlich der USA, übernommen wurde, sind Holocaust-Leugnung und -Verzerrung moderne Formen des Judenhasses. Der Ernst des Themas ist im Kontext rapide steigenden Antisemitismus besonders akut geworden.

Entsprechend verurteilte das Holocaust-Gedenkmuseum Yad Vashem in Jerusalem am 27. Februar Vergleiche zum Holocaust aus Propagandazwecken im Kontext von Russlands Militäreinmarsch in die Ukraine. Dani Dayan, der Vorsitzende von Yad Vashem, machte deutlich, dass der Diskurs zum Konflikt „von unverantwortlichen Äußerungen und völlig inakkuraten Vergleichen mit der Nazi-Ideologie und -Taten vor und während des Holocaust durchtränkt“ ist.

Die Notwendigkeit den Holocaust korrekt zu beschreiben und sich korrekt auf ihn zu beziehen ist heute besonders wichtig, angesichts der Existenz eines Regimes im Iran, das einmal mehr eine völlige Auslöschung von mehr als 6 Millionen Juden verfolgt. Ali Khamenei, der oberste Revolutionsführer des Iran, hat ausdrücklich zu Israels Vernichtung aufgerufen und für eine offizielle Politik der Holocaust-Leugnung und -Verzerrung geworben, die diese Vorstellung normalisieren soll.

Mit diesem Ziel finanziert und bewaffnet Khamenei weiter von den USA als Terrororganisationen eingestufte Palästinenser und andere Terrorgruppen, die eine „Achse des Widerstands“ gegen den jüdischen Staat bilden.

Der Iran arbeitet daran Atomwaffen zu erlangen, was die Islamischen Republik mit den Mitteln versorgt einen weiteren Holocaust auszuführen.

Die Rolle der Medien beim kontern von Holocaust-Verzerrung

Nach Angaben des US-Außenministeriums bedroht die Verzerrung des Holocaust „unsere Fähigkeit aus seiner Geschichte zu lernen“. In einem Schritt hin zur Sicherstellung, dass nie wieder ein Völkermord zugelassen werden soll, nahm die UNO im Januar eine von Israel vorgeschlagene Resolution an, die die Leugnung und Verzerrung des Holocaust verurteilt.

Die UNO-Vollversammlung nahm die Resolution im Konsens an – was bedeutet, dass sie ohne Einzelabfrage der Länder angenommen wurde.

Einzig der Iran stimmte dagegen.

Massengräuel wie die noch relativ frischen Völkermorde z.B. in Kambodscha, Ruanda, Bosnien und Darfur heben die Notwendigkeit hervor Vernichtungsregime und Doktrinen eindeutig zu identifizieren und zu bekämpfen.

Indem sie es versäumen dem falschen Narrativ entgegenzuwirken, dass der russisch-ukrainische Konflikt irgendwie gleichbedeutend mit einem neuen Holocaust sei, manipulieren Nachrichtenorgane praktisch die Definition von Völkermord und verringern so die Notlage derer, die im Lauf der Geschichte das  Ziel der totalen Vernichtung waren.

Für die Juden wiederholt sich in der Ukraine Geschichte

Viele ukrainische Nationalisten hießen die deutschen Invasoren im Zweiten Weltkrieg ursprünglich als Befreier willkommen. Aber die Ukraine litt mehr als Russland unter dem Nationalsozialismus; von ihrer Bevölkerung wurden während des Krieges mehr Menschen getötet als in jedem anderen Land.

Melanie Phillips, Israel National News, 4. März 2022

Melanie Phillips (zur Verfügung gestellt)

Der Angriff von Russlands Präsident Wladimir Putin auf die Ukraine ist eine entsetzliche Tragödie für alle Ukrainer sowie eine Krise für Europa und den Westen allgemein. Trotzdem hat er für das jüdische Volk einen besonderen und zutiefst Besorgnis erregenden Nachklang.

Während des Holocaust wurden geschätzte 1,2 bis 1,4 Millionen ukrainische Juden abgeschlachtet. Wolodimier Selensky, der heldenhafte Präsident, der zum Widerstand inspiriert, ist ein Jude, der in diesem Hexenkessel Verwandte verlor.

Heute hat die jüdische Gemeinschaft der Ukraine, mit ihrer durch Wellen an Pogromen im Verlauf der Jahrhunderte langen Trauma-Geschichte, wieder Angst. Juden suchen Zuflucht in Synagogen und Bunkern, wobei einige nach Israel geflohen sind.

Einmal mehr belästigt der Antisemitismus ihr Land. Rabbi Jonathan Marcovitch und seine Frau Inna hatten Dutzende Menschen im Keller ihres zum Chabad gehörenden Jüdischen Zentrum in Kiew Unterschlupf gegeben, hatten sie mit Lebensmitteln, Wasser und Brennmaterial versorgt.

Aber sie verließen die Ukraine innerhalb von 24 Stunden nach Warnungen von Sicherheitsvertretern, dass ihr Leben in Gefahr ist. „Sie sagten, es sei sicherer für die Gemeinschaft, für mich und für sie“, sagte der Rabbi.

Putins Bomben sind auf die Stelle von Baby Yar gefallen, wo die Nazis zehntausende Juden in einem der schlimmsten Einzelmassaker des Holocaust töteten. Selensky fragte emotional: „Welchen Sinn macht es 80 Jahre lang ‚Nie wieder‘ zu sagen, wenn die Welt schweigt, wenn eine Bombe auf diesen Ort Baby Yar fällt?“

Der Symbolismus war in der Tat stark. Aber die Assoziationen dieses Ansturms mit jüdischer Erfahrung sind noch unheilvoller.

Lächerlicherweise hat Putin für seine Aggression den Vorwand der „Entnazifizierung“ benutzt. Mit der Beschuldigung, die Ukrainer seien Nazis und Drogenabhängige behauptete er, die Invasion sei „zum Schutz der Menschen, die sich jetzt acht Jahre lang Erniedrigung und Völkermord durch das Regime in Kiew gegenüber sahen“.

Das ist eindeutig lachhaft. Nicht nur Selensky ist Jude, sondern das war auch der frühere ukrainische Premierminister Wolodymir Groysman. Bei den Wahlen von 2019 gewann Selensky die Unterstützung von rund 70% der Wähler.

Das einzige Verbrechen der demokratischen Ukraine besteht darin von Putins Russland unabhängig zu sein.

Putin nutzt ein Narrativ, das die Geschichte der Ukraine verdreht und verfälscht. Es stimmt, dass viele ukrainische Nationalisten anfangs die deutschen Invasoren im Zweiten Weltkrieg als Befreier begrüßten und mit der Besatzung zusammenarbeiteten. Ukrainische Antisemiten waren als besonders grausam angesehen.

Aber die Ukraine litt stärker unter den Nazis als Russland; von ihrer Bevölkerung wurden während des Krieges mehr getötet als von jedem anderen Land.

Putin geht mit dieser verlogenen Rechtfertigung für seine Aggression hausieren. Er nutzte sie für seine Invasion der Krim und den Feldzug im Donbas vor acht Jahren, als er behauptete seine Hauptsorge sei „die Orgie der Nationalisten, Extremisten und Antisemiten auf den Straßen von Kiew“.

Das wurde von den jüdischen religiösen und zivilen Leitern der Ukraine öffentlich zurückgewiesen. Im März 2014 sagte Rabbi Yaakov Dov Bleich (einer von zweien, die behaupten der Oberrabbiner des Landes zu sein), dass antisemitische Vorfälle in der Ukraine selten seien und dass der erste Akt judenfeindlichen Vandalismus in der Krim zwei Tage nach der Übernahme der Kontrolle durch russische Truppen stattgefunden habe.

Putins „Entnazifizierungs“-Behauptungen haben bei Holocaust-Experten Grauen provoziert. Hunderte Historiker unterschrieben einen Brief, der den „zynischen Missbrauch des Begriffs Völkermord, die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust sowie die Gleichsetzung des ukrainischen Staates mit dem Nazi-Regime zur Rechtfertigung einer nicht provozierten Aggression“ durch Russlands Regierung verurteilte.

Tatsächlich ist es Putin selbst, der Neonazitum auf die Ukraine losgelassen hat, indem er die Wagner-Gruppe einsetzte. Das ist eine Privatarmee aus Söldnern, die von Kreml-freundlichen Oligarchen finanziert wird. Angeführt wird sie von Dimitry Utkin, einem ehemaligen russischen Militärgeheimdienstoffizier, der stolz Waffen-SS-Tätowierungen trägt und der seine Truppe angeblich nach Hitlers Lieblingskomponisten benannte.

Weit rechts stehende Extremisten stellen den Kern dieser Gruppe, die überall in Afrika, dem Nahen Osten und der Ukraine als Strohmänner einer imperialen Politik Russlands in Afrika, dem Nahen Osten und der Ukraine fürchterliche Gräueltaten begangen haben. Und jetzt heißt es, sie soll von Putin angewiesen worden sein Selensky zu ermorden.

Darüber hinaus, schreibt Oved Lobel für das Australia/Israel Jewish Affairs Council, sei die Wagner-Gruppe weit davon entfernt Putins einziger Aktivposten zu sein.

Fast jede wichtige nationalistische und rassistische, gewalttätige Extremistengruppe in der heutigen Welt, sagt Lobel, bekam ihren Start aus dem Neonazi-Forum Eiserner Marsch, das 2011 von Alischer Mukhitdinow in Russland begonnen wurde.

Mukhitdinow verschwand 2017 plötzlich, wurde aber vom Russlanddienst der BBC 2020 identifiziert, der feststellte, dass er ungestört in einer Wohnung in Moskau lebt – was eine Beziehung zu russischen Sicherheitsdiensten mehr als impliziert.

Die Bewegung Russisches Reich, die in der Ukraine gekämpft hat, wurde von den USA 2020 immer noch als Terrororganisation gelistet, weil sie in ihren Militärlagern Neonazi-Terroristen aus aller Welt ausbildete und finanzierte, die unter der Aufsicht russischer Sicherheitsdienste agieren.

Einige von dieser Gruppe ausgebildete Terroristen sind mit Anschlägen in Europa in Verbindung gebracht worden, so dem Bombenanschlag der Nordischen Widerstandsbewegung in Schweden 2017. Russische Geheimdienste sind auch mit Ungarns Neonazis in Verbindung gebracht worden.

Putin strebt an, die Identität der Neonazis und ihrer Opfer umzukehren, indem der das Märchen des sowjetischen Kampfs gegen deutsches Nazitum kanalisiert. Aber auch das ist auf einer Verzerrung der Geschichte aufgebaut.

Immerhin war die Sowjetunion durch den Molotow-Ribbentrop-Pakt ursprünglich ein Verbündeter Nazi-Deutschlands. Der Zweite Weltkrieg wurde 1939 in Europa von der Sowjetunion und Nazi-Deutschland gemeinsam begonnen.

In de Folge stellte Russland eine heldenhafte Verteidigung gegen Deutschland auf die Beine, die half den Krieg zu gewinnen. Putin manipuliert diese Tatsache, um eine atemberaubende Umkehrung der Wirklichkeit zu präsentieren, mit der er seine nicht provozierte Aggression und Brutalität rechtfertigt.

Und wo haben wir schon einmal gehört, dass die Opfer eines Versuchs sie von der Landkarte zu löschen selbst und falsch des Völkermords beschuldigt werden?

Nun, das ist natürlich das, was die „Palästinenser“ mit Israel gemacht haben. Seit Jahrzehnten haben sie die große Lüge gefördert, sei seien das indigene Volk des Landes, dass die Juden die Kolonisatoren seien, die ihnen ihre Rechte rauben und dass die Israels sie weiter unterdrücken und „Völkermord“ an ihnen begehen.

Jeder Teil davon ist nicht nur gelogen, sondern es sind die „Palästinenser“, die aggressive Eroberung anstreben und die Israelis, die die Opfer des Terrors sind.

Diese große Lüge über Israel wurde in den 1960-er Jahren geschaffen, als der „palästinensische“ Terrorführer Yassir Arafat mit der Sowjetunion gemeinsame Sache machte, um Geschichte umzuschreiben, den jüdischen Staat zu dämonisieren und den Westen zu unterwandern, indem man seinen kollektiven Verstand verdrehte und seinen moralischen Kompass zerstörte.

Dies wurde von General Ion Pacepa dargelegt, dem ehemaligen Chef des rumänischen Auslands-Geheimdienstes, der eine bedeutende Rolle bei den vom Sowjet-Block gegen Israel und die USA gerichteten Operationen spielte und 1978 in den Westen desertierte.

Nach Angaben von Pacepa sagte ihm der KGB-Vorsitzende Yuri Andropow: „Wir müssen in der islamischen Welt einen naziartigen Hasse auf die Juden installieren und diese Waffe der Emotionen in ein terroristisches Blutbad gegen Israel und seinen Hauptunterstützer, die Vereinigten Staaten wenden.“

Diese Gedanken-Beugung hatte Israels Dämonisierung im Westen zur Folge. Und heute wird dieselbe Strategie vom ehemaligen KGB-Offizier Putin gegenüber der Ukraine eingesetzt.

In einem Eintrag auf Hebräisch auf seiner Facebook-Seite drängt Selensky das jüdische Volk weltweit sich gegen Russlands Versuch zu äußern die Ukrainer, ihr Land und ihre Geschichte „auszulöschen“.

Ich richte mich jetzt an alle Juden der Welt“, schrieb er. „Seht ihr nicht, was geschieht? Das ist der Grund, warum es sehr wichtig ist, dass Millionen Juden weltweit jetzt nicht schweigen.“

Selensky rief die Juden auf sich zu äußern, weil er sieht, wie Geschichte sich in seinem Land wiederholt. Für das jüdische Volk, wo immer es sich befindet, macht Geschichte das immer.