Historischer Air India-Flug von Tel Aviv passierte neben dem von Saudi-Arabien auch den Luftraum des Oman

Elder of Ziyon, 23. März 2018

Es ist viel Wind um die ersten Air India-Flug von Tel Aviv gemacht worden, der durch saudischen Luftraum führte, das erste Mal, dass einem Flug von Israel erlaubt wurde diese Route zu nehmen.

Aber wenn man sich die Karte ansieht, dann musste Flug AI140 auch ein weiteres arabisches Land überqueren – den Oman. Man scheint ausdrücklich vermieden zu haben den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate zu nutzen.

Der Oman wird in den meisten Artikeln zu diesem Flug kaum erwähnt.

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Die Beziehungen zwischen den USA und Saudi Arabien sind ein Skandal

Daniel Pipes, National Interest, Winter 2002/2003

„Bezüglich der saudisch-amerikanischen Beziehungen, sollte das Weiße Haus das ‚Weiße Zelt‘ genannt werden.“
Mohammed Al-Khilewi, ein saudischer Diplomat, der in die USA überlief.[1]

Betrachten Sie die beiden symbolischen Augenblicke in der Beziehung zwischen den USA und den Saudis, die einen Besuch der beiden Führer des jeweiligen Landes einschlossen. Im November 1990 reiste Präsident George H.W. Bush mit seiner Frau und hochrangigen Kongress-Abgeordneten zu Thanksgiving an den Persischen Golf, um die in Saudi Arabien zusammen gezogenen 400.000 Soldaten zu besuchen, die er dorthin schickte, um das Land vor einer irakischen Invasion zu schützen. Als die saudischen Behörden erfuhren, dass der Präsident vor hatte vor dem festlichen Thanksgiving-Essen zu beten, protestierten sie; Saudi Arabien kenne nur eine Religion, sagten sie, und das sei der Islam. Bush gab nach und er und sein Tross begingen den Feiertag auf der USS Durhamì, einem Amphibien-Frachter, der in internationalen Wassern ankerte.

Im April 2002, als Kronprinz Abdullah von Saudi Arabien, praktisch Herrscher des Landes, vor einer Reise durch Texas stand, um Präsident George W. Bush zu besuchen, sprach eine Vorausgruppe mit dem Flughafen-Manager in Waco (dem Flughafen, der auch die Ranch des Präsidenten in Crawford bedient) und „sagten ihm, sie wollten keine Frauen auf dem Vorfeld und sagten auch, es sollten keine Frauen Funkverkehr mit dem Flugzeug führen.“[2] Die FAA (die US-Luftfahrtbehörde) in Waco kam dieser Forderung nach und gab sie an drei weitere FAA-Stationen auf der Reiseroute des Kronprinzen weiter, die sie auch befolgten. Als sie dann zur Sache befragt wurden, schlossen sich die FAA und das Außenministerium zusammen und leugneten glatt, dass es je eine saudische Forderung nach nur männlichen Fluglotsen gab.

Die Bedeutung dieser Vorfälle ist deutlich genug: Amerikas Beamte verbeugen sich vor saudischen Bräuchen und die Offiziellen Amerikas in den USA tun es genauso. Und das ist nicht nur eine Frage der Reise-Etikette; es gibt parallele amerikanische Unterwürfigkeit bei Themen wie Energie, Sicherheit, Religion und persönlichem Status. Die Saudis bestimmen routinemäßig die Bedingungen der bilateralen Beziehung. Seit Jahrzehnten haben sich US-Regierungsdienste in stetigen Mustern der Ehrerbietung gegenüber saudischen Wünschen ergangen; sie haben derart viele ungewöhnliche und unnötige Zugeständnisse gemacht, dass man den Eindruck gewinnt, es habe ein Wechsel stattgefunden, bei dem beide Seiten vergessen, wer von ihnen die Großmacht und wer der weniger Starke ist. Ich werde diese Behauptung zuerst dokumentieren, dann eine Erklärung dafür anbieten und mit einer politischen Empfehlung enden.

Unterwürfigkeit auf niedrigem Niveau

Die Akzeptanz saudischer Normen durch die US-Regierung wird beim Umgang mit Frauen, Kindern, praktizierenden Christen und Juden besonders deutlich.

Frauen

Eine typische Abaya

Die US-Regierung akzeptiert die Ungleich-Behandlung von Frauen in Bezug auf Saudi Arabien, die sie sonst nie dulden würde. Zwei Beispiele der jüngeren Zeit zeigen das auf.

Beginnend 1991 verlangte das US-Militär von seinem in Saudi Arabien stationierten weiblichen Personal schwarze Abayas (die alles von Kopf bis Fuß bedecken) zu tragen. (Das macht Saudi Arabien zum einzigen Land der Welt, wo von US-Militärpersonal erwartet wird, religiös begründete Kleidung zu tragen.) Darüber hinaus mussten die Frauen in Fahrzeugen auf dem Rücksitz Platz nehmen und von einem Mann begleitet werden, wenn sie die Basis verließen.

1995 initiierte Oberstleutnant Martha McSally, die ranghöchste Pilotin der US Air Force, eine Beschwerde innerhalb des Systems, um diese diskriminierende Behandlung zu beenden. Sie drückte das so aus: „Ich bin in der Lage, Führungspositionen einzunehmen und Kampfeinsätze über Feindgebiet zu fliegen. Und trotzdem muss ich, wenn ich die Basis verlasse, die Schlüssel einem Mann mit niedrigerem Rang übergeben, auf dem Rücksitz sitzen und ein muslimisches Gewand anlegen, das erniedrigend und demütigend ist.“[3] Da sie im System keinen Erfolg hatte, wandte McSally sich Anfang 2002 mit einer Klage vor Gericht an die Öffentlichkeit. Ihre Beschwerde zeigt die Verletzungen freier Meinungsäußerung, der Trennung von Kirche und Staat und der Geschlechter-Diskriminierung auf. (Für männliches Militärpersonal gibt es nicht nur keinerlei vergleichbare ihnen auferlegte Vorschriften; ihnen ist es ausdrücklich verboten saudische Kleidung zu tragen; von Frauen, die nicht dem Militär angehören und für die US-Regierung in Saudi Arabien arbeiten, wird ebenfalls nicht erwartet, dass sie eine Abaya tragen.[4]

Nachdem McSally ihre Klage eingereicht hatte, antwortete das Verteidigungsministerium mit einer Änderung der Vorschriften für Verhalten außerhalb der Basis; dann nahm es seine Politik in zwei anderen Fragen zurück (dass sie auf dem Rücksitz sitzen und dass sie männliche Begleitung haben müssen). Das waren allerdings weitgehend kosmetische Änderungen, da Frauen immer noch „stark empfohlen“ wird den alten Regeln zu folgen, um den „Gefühlen der Gastgebernation“ Rechnung zu tragen. Die US-Regierung kauft weiterhin Abayas und gibt sie aus. McSally argumentierte, dass die vom Verteidigungsministerium „stark empfohlenen“ Abayas die alten Verhältnisse weiter führten, da Frauen, die nicht die saudische Kleidung trugen, fürchteten ihrer Karriere zu schaden; daher hat sie ihre Klage aufrecht erhalten. Schließlich stimmte das Repräsentantenhaus im Mai 2002 einstimmig dafür, dem Pentagon zu verbieten „formell oder informell“ Frauendienstgrade zu drängen Abayas zu tragen und verbot dem Pentagon Abayas für Soldatinnen zu kaufen. (Der Senat hat in dieser Sache noch nichts unternommen.)

Die schwache Politik der ausführenden Organe gegenüber Frauenrechten hat auch Einfluss auf private Institutionen, die ebenfalls Frauen diskriminieren. US-Geschäftsleute und Diplomaten in Riyadh

sagen, dass die größten US-Firmen in Saudi Arabien – Exxon Mobil, Chevron Texaco und Beoing – keine Frauen beschäftigen. Verschiedene andere US-Firmen, darunter Citibank, Saks Fifth Avenue, Philip Morris und Procter & Gamble, haben Frauen im Personal, aber sie arbeiten in Büros, die sie von Männern trennen, wie es [saudischer] Brauch ist. Die Saudis legen keine Einstellungspraktiken für die mehr als 100 US-Firmen offen, die in Saudi Arabien Geschäfte betreiben, aber amerikanische Geschäftsleute sagen, nach ihrem Kenntnisstand folgen alle Firmen den saudischen Sitten, damit sie ihre Investitionen nicht gefährden.

Ein westlicher Diplomat beschwert sich, dass amerikanische Geschäftsleute leere Entschuldigungen benutzen, so die Forderungen örtlicher Gesetze, dass es keinen Platz für die Frauen gibt sich zu setzen oder zur Toilette gehen und schließt daraus, dass „es genauso ist, wie es in Saudi Arabien war“.[5]

Kinder

Das Muster saudischer Väter, die Kinder aus den USA nach Saudi Arabien entführen und sie dann dort mit voller Zustimmung der saudischen Behörden festhalten, betrifft mindestens 92 Kinder von amerikanischen Müttern und saudischen Vätern, vielleicht viel mehr. In jedem dieser herzzerreißenden Fälle hat sich das Außenministerium mit einer Schwäche verhalten, die an Speichelleckerei grenzt. Um auf den Punkt zu kommen: Es hat das saudische Recht anerkannt, das dem Vater die fast absolute Kontrolle über den Bewegungsfreiraum und die Aktivitäten seiner Kinder und seiner Ehefrau (oder seinen Frauen) gibt. Das Ministerium hat keine echten Bemühungen unternommen den saudischen Behörden ihr Missfallen zu diesen Fällen zu signalisieren, geschweige denn energische Bemühungen zu unternehmen die Kinder, die gegen den Willen ihrer amerikanischen Familien festgehalten werden, zu befreien.

Hier drei Fälle, die im Juni 2002 im Repräsentantenhaus bei einer vom Abgeordneten Dan Burton aus Illinois organisierten Anhörung herausgestellt wurden:

Alia (geb. 1979) und Aisha (geb. 1982) al-Geshayan, zwei Mädchen, die in den USA geboren und 1986 von ihrem Vater Khalid al-Geshayan unter Missachtung gerichtlicher Anweisungen nach Saudi Arabien entführt wurden. Bis zum letzten August war ihnen nicht erlaubt Saudi Arabien zu verlassen und ihre Mutter, Pat Roush konnte sie in den vielen Jahren nur wenige Minuten besuchen. Beide Kinder sind inzwischen erwachsen und beide wurden verheiratet; als Frauen können sie das Land nicht ohne den Schutz ihrer männlichen Wächter verlassen – erst der ihres Vater, nun die ihrer Ehemänner.[6] Ein US-Botschafter in Saudi Arabien (Walter Cutler) versuchte die Kinder loszubekommen, wurde aber vom Außenministerium angewiesen, in dieser Auseinandersetzung „unparteiisch zu bleiben“, wonach die Bemühungen um Hilfe aufhörten.[7] Ein zweiter Botschafter (Hume Horan) brachte die Frage vor einem ranghohen saudischen Beamten auf, fand sich dann aber bald von seinem Posten abgerufen, weil die Saudis sich beschwerten. Ein dritter Botschafter (Roy Mabus) erdachte einen Plan, wie die Familie Ghesahyan unter Druck gesetzt werden könnte die Kinder frei zu geben; aber nach seiner Abreise wurden alle Schritte, die er unternommen hatte, zurück genommen.

Raschid (geb. 1976) und Amjad (geb. 1983) Radwan sind ein Junge und ein Mädchen, die in den USA geboren wurden und mit ihren Eltern 1985 nach Saudi Arabien zogen. Nachdem ihr Vater, Nizar Radwan, sich von ihrer Mutter, Monica Stowers, 1986 scheiden ließ, lehnte er eine Erlaubnis ab, dass die Kinder das Land mit ihr verlassen. Stowers verließ das Land für vier Jahre und kam 1990 wieder, um ihre Kinder zurück zu holen. Im Dezember des Jahres bekam sie sie zu fassen und alle drei flüchteten in die amerikanische Botschaft, wo Stowers verzweifelt Hilfe suchte, um ihre Kinder außer Landes zu bringen. Stattdessen befahl der Generalkonsul den Marines, Mutter und Kinder vom Grundstück zu schaffen. Kurz darauf wurden die Kinder zu ihrem Vater zurück gebracht, ihre Mutter kam ins Gefängnis. Raschid als Mann konnte Saudi Arabien verlassen, was er 1996 tat; seine Schwester bleibt dort eingesperrt, während sie erwachsen wird.

Yasmine Shalhoub (geb. 1986), ein in den USA geborenes Mädchen, wurde 1997 von ihrem Vater nach Saudi Arabien entführt. Als die Mutter, Miriam Hernandez, Pläne entwickelte, Yasmine aus ihrer Gefangenschaft zu holen, machte die amerikanische Botschaft deutlich, dass sie keinerlei Hilfe gegen die Wünsche des Vaters leisten würde. Auf sich allein gestellt fand Hernandez einen Weg, Yasmine 1999 herauszuschmuggeln; sie ist zurück in den USA – aber nicht Dank der Hilfe ihrer diplomatischen Vertreter.

In allen drei Fällen – und in vielen anderen wie diesen – hat die US-Regierung es jedes Mal versäumt sich für die Rechte ihrer schwächsten Bürger einzusetzen.

Christen

In Saudi Arabien unterwirft sich die US-Regierung den Beschränkungen christlichen Lebens, was sie überall sonst in der Welt absolut inakzeptabel fände – beginnend damit, dass der US-Präsident Thanksgiving nicht im Königreich feiert, wie oben erwähnt wurde. Den hunderttausenden amerikanischer Soldaten in Saudi Arabien war im Dezember 1990 nicht erlaubt, formelle Weihnachtsgottesdienste auf ihren Basen auf saudischem Boden zu feiern; erlaubt waren ihnen lediglich „moralische C-Wort-Dienste“, die an Orten abgehalten wurden, wo sie für die Welt draußen unsichtbar waren, so in Zelten und Kantinen. Ziel war, dass kein Saudi unter dem Wissen leiden sollte, dass Christen gerade beteten.[8]

1990/91 konnten die Soldaten wenigstens feiern, ein Privileg, dass normalerweise Amerikanern, die in Saudi Arabien offiziell geschäftlich tätig sind, nicht zugestanden wird. Timothy Hunter, ein 1992-95 in Saudi Arabien stationierter Bediensteter des Außenministeriums (eine rare Quelle für Informationen aus dem US-Establishment in Saudi Arabien und einer, der für seine Aktivitäten, mit denen er auf die Praktiken aufmerksam machte, Repressalien erleiden musste) sollte die „Dienstags-Vorträge im Generalkonsulat in Jeddah beobachten und koordinieren“ – in Wirklichkeit die katholische Katakombe.“[9] (Gottesdienste in Jeddah, erklärt er, fanden am Dienstag statt, nicht am Sonntag, wegen der geringen Zahl der Priester und weil sie sonntags anderorts sein müssen.) In einem Artikel im Middle East Quarterly beschreibt Hunter die Methoden, die zu nutzen er angewiesen war, um katholische Gläubige vom Hingehen abzuhalten, wie auch die noch schlechteren Optionen, denen sich Protestanten gegenüber sehen:

Wenn katholische Amerikaner die Erlaubnis erhalten wollten zum Gottesdienst zu gehen, sollte ich ihre telefonischen Anfragen entgegen nehmen und sie abwehren, indem ich vorgab, nichts von den „Dienstags-Vorträgen“ zu wissen. Nur, wenn eine Person immer wieder anrief und darauf bestand, dass eine solche Gruppe existierte, sollte ich mich mit ihr treffen und ein Gefühl für ihre Glaubwürdigkeit bekommen… In meiner Zeit dort ließen wir nie jemanden zu… Mein persönlicher Umgang war auf Katholiken beschränkt. Später erfuhr ich, dass andere – Protestanten, Mormonen und Juden – jegliche Zuflucht auf dem Konsulatsgrundstück verwehrt wurde… Nicht-katholische Amerikaner wurden an das britische Konsulat verwiesen, das nicht-katholische Gottesdienste veranstaltete und größere Anzahlen von Katholiken zuließ. Aber die Gottesdienste der Briten waren voll, was den meisten amerikanischen Gläubigen nur die Wahl ließ, Gottesdienste auf saudischem Boden zu halten, wodurch sie sich möglichen gewalttätigen Angriffen der Mutawa [der gefürchteten saudischen Religionspolizei] aussetzten.[10]

Juden

Bezüglich Juden ist die Frage nicht die Freiheit auf Religionsausübung in Saudi Arabien; es ist eine Frage, überhaupt in das Königreich hinein zu kommen. Zu verschiedenen Gelegenheiten über viele Jahre hinweg, haben US-Regierungsinstitutionen jüdische Amerikaner von Positionen in Saudi Arabien ausgeschlossen. Hunter erklärt, dass ein Protokoll von der US-Botschaft in Jeddah und dem saudischen Außenministerium unterschrieben wurde, das verbietet, dass Juden nach Saudi Arabien geschickt werden; als Folge davon vermeidet es das Außenministerium, jüdische Bedienstete dauerhaft nach Saudi Arabien zu schicken.[11] Ausgewählte hochrangige Diplomaten jüdischer Herkunft können kurz das Land in offiziellen Angelegenheiten besuchen, aber in Hutners dreijähriger Erfahrung wurde „keinem jüdisch-amerikanischer Diplomaten der niederen oder der mittleren Ebene erlaubt zum Dienst im Königreich abgeordnet zu werden“. Er schreibt:

Als ich (1993) im Washingtoner Verwaltungsamt für die „Nahost- und Südasien-Abteilung“ des Außenministeriums arbeitete, war es die Pflicht der Personalchefs des Außenamtes, alle Beamten zu überprüfen, die sich für den Dienst im KSA [Königreich Saudi Arabien] bewarben und jüdische Beamte mit dem Buchstaben J neben ihrem Namen zu „markieren“, damit die Auswahl-Kommissionen keine jüdischen Diplomaten für den Dienst im KSA aussuchten.

Ich wurde unterrichtet, dass es ein diplomatisches Protokoll zwischen den USA und KSA gab, das „viele Jahre“ zurück ging und in dem die beiden Regierungen vereinbarten, dass keinem amerikanisch-jüdischen US-Diplomaten erlaubt würde in KSA stationiert zu werden. Die KSA-Regierung hatte ihren Widerstand gegen die Abordnung von jüdischen US-Diplomaten ausgedrückt, da sie glaubte, alle Juden, egal welcher Nationalität, könnten als israelische Spione angesehen werden. Mir wurde gesagt, dass die US-Regierung der Annahme der ksa-Regierung nicht widersprochen hatte. Ich erklärte dem Büro des Generalinspekteurs des Außenministeriums, dass die Existenz eines solchen Protokolls ein Hinweis auf illegale Aktivitäten war, da keine vertragliche Vereinbarung ausgeführt werden darf, die nicht die Zustimmung des US-Senats hat.[12]

Die Folgen des Boykotts der Juden durch die US-Regierung ist gelegentlich ans Licht gekommen. Kongress-Anhörungen von 1975 enthüllten die Tatsache, dass das Ingenieur-Korps der US-Armee und seine Subunternehmer jüdisches (und schwarzes) Personal von Projekten in Saudi Arabien ausschloss.[13] Das Finanzministerium veröffentlichte 1976 Richtlinien, die US-Firmen dabei halfen Anti-Boykott-Maßnahmen zu umgehen, die gerade Gesetz geworden waren. In jüngerer Vergangenheit verpflichtete die US-Regierung in Vorbereitung der Verteidigung zu einer Klage, die Boeing gegen sie einreichte, die CACI Inc.-Commercial aus Virginia, die ein Team ausschickte, das Dokumente in Saudi Arabien auf Mikrofilm aufnehmen sollte; die Erledigung der Aufgabe sollte mehrere Monate in Anspruch nehmen. In einem von der US-Luftwaffe im November 1991 einberufenen Treffen informierte Oberst Michael J. Hoover, oberster Rechtsanwalt des Air Force Material Command, die Vertreter des Justizministeriums und CACI-Inc.-Commercial, dass Juden oder Menschen mit jüdischen Nachnamen nicht als Teil des Aufnahmeteams nach Saudi Arabien einreisen konnten. Auf dieser Grundlage erstellte David Andrew (für das Aufnahme-Projekt zuständiger hochrangiger Angestellter von CACI Inc.-Commercial) und bearbeitete Jane Hadden Alperson (Büro für Rechtshilfe, zivile Abteilung, Justizministerium, Fall-Manager für das Mikrofilm-Projekt) einen „Operationsplan“, in dem der Bereich „Überprüfungs- und Auswahl-Prozess“ folgenden Text enthielt:

Wegen der kulturellen Unterschiede zwischen Juden und Muslimen in der Region wird kein Jude oder Personal mit jüdischem Nachnahmen wird als Teil der Teams zum Erwerb der Dokumente ausgesandt… Nach saudischen Regeln darf es keinen Reisepass mit israelischem Stempel geben.

Als das Justizministerium und CACI Inc.-Commercial das Team für Saudi Arabien anheuerte, „wurde mindestens einer Person ein Platz aufgrund seiner Religion oder seiner nationalen Herkunft vorenthalten“.

Nachdem es eine Beschwerde der Anti-Defamation League anhörte, führte das Büro für Antiboykott-Einhaltung des Wirtschaftsministeriums eine Untersuchung durch, die (ungewöhnlich lange) eineinhalb Jahre dauerte. Das Büro erreichte am 27. Februar 1997 eine Einigung, in der CACI Inc.-Commercial und die Schlüsselpersonen jeder Institution (Hoover, Alperson, Andrew) vereinbarten, die Vorwürfe gegen sie durch Vergleich zu regeln. Den Personen wurden Strafbefehle auferlegt und CACI-Commercial zahlte $15.000. Hoover erhielt außerdem einen Verweis. Die Luftwaffe und das Justizministerium „stimmten der Einführung von Maßnahmen zu, die verhindern sollten, dass ähnliche Ereignisse sich wiederholten.“[14] All dies kommentierten die New York Daily News beißend: „Die Air Force und das Justizministerium entschuldigten sich und versprachen, sich entsprechend dem Gesetzt zu verhalten. Das ist beruhigend, denn das Justizministerium soll schließlich das Gesetz hoch halten.“[15]

Im Fall der Frauen folgen private Organisationen dem Beispiel der Regierung. Juden auszuschließen mag eine Verletzung von US-Gesetzen sein, die besagen, dass „US-Firmen sich nicht auf die Gebräuche oder örtlichen Vorlieben und Stereotype eines Landes berufen können, um Diskriminierung gegen US-Bürger zu rechtfertigen“, aber das kommt trotzdem vor.[16] Bis 1959 besaß die Arabian American Oil Co. (ARAMCO) eine Ausnahmegenehmigung vom Antidiskriminierungsgesetz des Staates New York und dufte Stellenbewerber fragen, ob sie Juden waren, weil Saudi Arabien es ablehnte Juden ins Land zu lassen. Als dieses Arrangement 1959 angegriffen wurde, verurteilte der Oberste Gerichtshof des Staates New York höhnisch diese Praxis. Er sagte ARAMCO: „Dient euren arabischen Herren woanders, aber nicht im Staat New York“ und wies die Antidiskriminierungs-Kommission an, die Entscheidung gegen ARAMCO durchzusetzen.[17]

World Airways, die prahlen, dass sie „Pilger aus mehr muslimischen Ländern ins islamische Heilige Land bringt als jede andere Airline der Welt“, wurde 1975 angeklagt, weil sie eine „Bestätigung über Kirchen-Mitgliedschaft oder einen Taufbeleg oder einen Beleg über die Eheschließung in einer Kirche“ von Angestellten verlangte, die nach Saudi Arabien reisten.[18]  Ungefähr zur gleichen Zeit schloss Vinnel Corporation Personal mit „Kontakt oder Interesse“ an Ländern aus, die vom Königreich nicht anerkannt waren.[19]

1982 verklagten zwei Anästhesisten (Lawrence Abrams und Stewart Linde) ihren Arbeitgeber, das Baylor College of Medicine, wegen Diskriminierung, weil sie aufgrund ihres Judentums von einem Austauschprogramm mit dem König Faisal-Krankenhaus in Saudi Arabien ausgeschlossen wurden. Der Fall ging vor Gericht und das US-Appellationsgericht für die Fünfte Instanz stimmte 1986 mit den Ärzten überein und befand, dass „das College absichtlich Juden aus seinem Förder- und Ausbildungs-Austauschprogramm mit dem Faisal-Krankenhaus ausschloss.“ Das Gericht argwöhnte, dass Baylors Verhalten zumindest teilweise „von seinem Wunsch motiviert war, die Beziehungen zu seinen lukrativen saudischen Spendern nicht zu gefährden“.[20]

Andere Fragen

Die Bundesregierung beschwichtigt Riyadh, wenn sie „übergenau mit der saudischen Zensur kooperiert“, die Post für Amerikaner prüft, die im Königreich leben:

Post für US-Militär und offizielle Regierungsangestellte kommt mit US-Militär-Transporten ins Königreich und amerikanische Beamte folgen saudischen Wünschen, indem sie Weihnachtsbäume und -dekorationen und andere Symbole des Feiertags beschlagnahmen und beseitigen. Sie beschlagnahmen und vernichten Weihnachtskarten, die (meist nicht offiziell tätigen) Amerikanern geschickt werden, die ihre Post über ein saudisches Postfach erhalten und reißen sogar US-Briefmarken von Umschlägen, wenn darauf religiöse Szenen abgebildet sind.

Es ist dann wenig überraschend von Ron Mayfield, Jr. zu hören, der acht Jahre lang für das Army Corps of Engineers, ARAMCO und die Raytheon Corp. in Saudi Arabien arbeitete, dass während seiner Arbeit für Raytheon die Postzensoren ein Foto seiner Großmutter an ihrem 95. Geburtstag konfiszierten, weil dieses Bild dem (gelegentlichen) saudischen Verbot der Abbildung von Frauen entgegen läuft. Etwas weiter ausholend erinnert sich Mayfield:

Bei meiner ersten Tour nach Saudi Arabien, als ich für das US Army Corps of Engineers arbeitete, wurde allen Amerikanern befohlen alle Aufkleber und Fotos der amerikanischen Flagge zu entfernen… Bei meinem letzten Arbeitgeber, der Abwehrraketen für die Saudis liefert, kamen Beamte auf einer Inspektion herum und befahlen die Entfernung aller Familienfotos von Ehefrauen und weiblichen Kindern… Der Zoll durchsuchte die Brieftasche eines Freundes und konfiszierte ein Foto seiner Frau in kurzen Hosen.[21]

Das Jeddah-Büro des früheren US Information Service, einer Agentur, die mit der Darstellung der offiziellen amerikanischen Sichtweise und der Zurückweisung feindseliger Berichte beauftragt war, war „beinahe komplett durch nicht-US-Bürger aus dem Nahen Osten besetzt, von denen viele amerikanischen Werten und amerikanischer Politik gegenüber nicht freundlich eingestellt waren“, berichtet Hunter. Es „machte z.B. keine Anstalten, gegen die systematischen, weit verbreiteten Unwahrheiten über die amerikanische Gesellschaft in den saudischen Medien vorzugehen.“[22] Die öffentliche Bibliothek hatte keine Bücher, die mit dem Königreich kritisch umgehen oder andere Bände, die als „zu sensibel“ für die saudische Gesellschaft angesehen wurden (wie z.B. Fragen der Familiengesundheit). Die einzigen Bücher, die Jüdisches berührten, so berichtet er, war „ein kleines jüdisches Kochbuch“ und eine große Anzahl antisemitischer Wälzer, darunter die „Protokolle der Weisen von Zion“.[23]

Die schwache Politik der US-Regierung kann noch in weiteren Bereichen gesehen werden: Sie kämpft nicht dafür, dass US-Forscher oder Medien Zugang zum Königreich erhalten; sie ficht die saudische Ablehnung amerikanischer Forscher für archäologische Ausgrabungen nicht an; und sie bietet kärgliche Hilfe für unglückliche Amerikaner, die in die Mühlen des saudischen Rechtssystems geraten (für so unbedeutende Dinge wie eine verbeulte Stoßstange).

Im Gegensatz dazu – und das ist ein reichhaltiges eigenes Thema – überschlagen sich das Außenministerium und andere Behörden für das Königreich; sie unternehmen z.B. alles, um die Einzelheiten der saudischen Investitionen in den USA geheim zu halten. Und wenn in den USA lebende saudische Staatsbürger mit dem Gesetz in Konflikt geraten (das sind gewöhnlich Klagen wegen verschiedener Formen von Pöbeleien, sexueller Belästigung und Sklavenhaltung), erhalten sie oft diplomatische Immunität um Gerichtsverfahren zu vermeiden und werden dann schnellstens aus dem Land gebracht. Z.B. wurde ein ehemaliger US-Botschafter in Riyadh von seinen saudischen Chefs im April 1982 nach Miami geschickt, um einen saudischen Prinzen davor zu bewahren ins Gefängnis zu kommen, weil er sich mit der Polizei anlegte; der Ex-Botschafter beschaffte ihm im Nachhinein diplomatische Immunität. Oder nachdem Prinzessin Buniah al-Saud, eine Nichte König Fahds, eine Anklage wegen Körperverletzung drohte, weil sie in ihrem Haus in Orlando (Florida) ihr indonesisches Zimmermädchen eine Treppe hinunter warf, wurde dem Zimmermädchen bequemerweise vom Außenministerium ein Visum für die Rückkehr in die Vereinigten Staaten verweigert, um gegen die Prinzessin auszusagen. Spektakulärer war die Flugzeugladung von bin Ladens, die die USA sofort nach dem 11. September 2001 verlassen durften, bevor Beamte der US-Polizeibehörden sie vernehmen konnten.

Es ist auch bemerkenswert, dass diese Beispiele, obwohl auf Einzelpersonen beschränkt und nicht direkt die hohe Politik betreffend, mehr als symbolische Bedeutung haben, denn sie bestimmen den Ton, mit potenziell großen Folgen. Im Endeffekt begünstig die US-Regierung einen immensen Angriff auf den amerikanischen Lebensstil durch die islamischen Sitten Saudi Arabiens. McSally, die Kampfpilotin, erklärt, dass der Zwang zum Tragen einer Abaya, die Forderung, dass sie begleitet werden muss und auf dem Rücksitz Platz zu nehmen hat, echte psychologische Auswirkungen auf das militärische Leben in den US-Basen in Saudi Arabien hat – was darauf hinaus läuft, dass Frauen weniger wert und den Männern untergeordnet sind.[24]

Unterwürfigkeit auf hoher Ebene

Dieselbe Unterwürfigkeit, die auf der persönlichen Ebene und der der kleinen Dinge und existiert, trifft auch auf der höheren Stufe der internationalen Politik zu. Einige Beispiele:

* Öl-Produktion und -Embargo: Die saudische Öl-Politik 1973/74 verursachte den schlimmsten wirtschaftlichen Niedergang seit der Großen Wirtschaftskrise; ihr wurde mit Beschwichtigung und Schlichtung begegnet, ohne auch nur den Hauch von mutigerem Handeln.

* Das Fehlen bei der Kooperation zum Finden der Mörder von Amerikanern: Amerikanische Beamte akzeptierten 1995 demütig, dass das Königreich die des Mordes an fünf Amerikanern in Riyadh (dubios) Verdächtigten hinrichtete, bevor US-Polizeibeamte sie verhören konnten. Ein Jahr später war die Antwort bezüglich der fehlenden saudischen Kooperation bei der Untersuchung des Mordes an amerikanischen Soldaten an den Khobar-Türmen ähnlich milde. Nach dem 11.9. wurde es sogar noch schlimmer; ein Beobachter drückte es so aus: „Die Kooperation der Saudis mit unseren Anstrengungen, die Finanzierung der Al Qaida zu verfolgen, scheint irgendwo zwischen minimal und nichts zu liegen.“[25]

* Die Verbreitung des militanten Islam: „Saudisches Geld – offizielles wie nicht offizielles – steckt hinter viel der extrem-islamischen Rhetorik und Handeln in der heutigen Welt“, merkt der Abgeordnete Ben Gilman (aus New York) an, der damals Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses war.[26] Der Anschlag vom 11. September 2001 erfolgte auf der Grundlage saudischer Ideologie, saudischen Personals, saudischer Organisation und saudischer Finanzierung – aber die US-Regierung gab kein Zeichen, dass sie ihre Politik gegenüber Riyadh überdenken würde, geschweige denn die Idee aufzubringen, die Saudis auf Schadensersatz und Strafen zu verklagen.

* Die Institutionen des militanten Islam in den USA: Die US-Behörden sind bezüglich der Finanzierung dieser Organisation nachlässig gewesen. Erst im März 2002 z.B. machten sich Bundespolizisten auf, 16 harmlos wirkende, saudisch finanzierte Einrichtungen wie die „Graduate School of Islamic and Social Sciences“ in Leesburg, Virginia zu stürmen. Dieses Problem ist weit verbreitet und nicht behoben, wie ein Zeitungskommentar aus Kanada andeutet:

Viele Terroristen und Terror-Rekruten erhalten den ersten Geschmack für islamischen „Tod-dem-Westen“-Extremismus von einem wahhabistischen Imam oder Zentrumsleiter in Virginia oder London, oder vermutlich aus Hamilton oder Markham [in Kanada], deren Gehaltscheck im saudischen Königreich geschrieben wird. Es mag nicht nötig sein, Saudi Arabien der Achse des Bösen hinzuzufügen oder in es einzufallen. Aber es wird nötig sein der saudischen Verbreitung von Extremismus entgegen zu treten, wenn der Krieg gegen den Terrorismus gewonnen werden soll.[27]

* Der arabisch-israelische Konflikt: Die Regierung Bush hat den Anschein erweckt, dass der Abdullah-Plan zur Lösung des Konflikts ein seriöser Vorschlag ist, obwohl er doch nicht nur offenkundig lächerlich ist (weil er verlangt, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht), sondern auch anstößig (indem er deutlich eine demographische Überwältigung Israels vorsieht). Statt nicht überzeugende diplomatische Spiele mit Riyadh zu spielen sollte die Regierung betonen, dass Hass erfüllte Rhetorik und Subvention von Selbstmord-Bombern ein sofortiges Ende gesetzt werden müssen.

* Menschenrechte und Demokratie: Das normale US-Engagement für diese Ziele scheint zu schwinden, sobald es Saudi Arabien betrifft. Die vom Königreich unterschriebenen Verpflichtungen zum Schutz des Individuums werden praktisch ignoriert; genauso in Fragen wie Rechtsstaatlichkeit, Rede- und Versammlungsfreiheit, Reisefreiheit, Frauenrechte und Religionsfreiheit.

* Beleidigungen und Drohungen werden geschluckt: Ein berühmter Fall aus den 1970-ern, als Henry Kissinger an einem Staatsbankett teilnahm, das zu seinen Ehren von König Faisal gegeben wurde, gab den Ton an. Kissinger erinnert sich, wie der König ihn informierte, dass

Juden und Kommunisten jetzt parallel arbeiteten, zusammen, um die zivilisierte Welt, wie wir sie kennen, zu untergraben. Faisal schien meine [jüdische] Herkunft vergessen zu haben – oder mich taktvoll einer Sonderkategorie zuzuordnen – und bestand darauf, dass der doppelten Verschwörung der Juden und Kommunisten ein für alle Mal ein Ende gesetzt werden müsste. Der Außenposten dieser Verschwörung im Nahen Osten war der Staat Israel, vom Bolschewismus dort hingesetzt mit dem Hauptziel, Amerika und die Araber auseinander zu bringen.

Kissinger widersprach Faisal nicht, sondern tat sein Bestes um der ganzen Sache aus dem Weg zu gehen, indem er dem König mit einer Frage über die Kunst im Palast antwortete.[28]

Kronprinz Abdullah schrieb im August 2001 an Präsident Bush, dass

eine Zeit kommt, da die Völker und Nationen sich trennen. Wir befinden uns an einer Kreuzung. Es ist für die USA und Saudi Arabien Zeit ihre unterschiedlichen Interessen zu überdenken. Regierungen, die nicht den Herzschlag ihres Volkes fühlen und darauf reagieren, werden das Schicksal des Schah des Iran erleiden.[29]

Dieser aggressiven Erklärung wurde nicht mit Vorwürfen begegnet, sondern mit Beschwichtigung. Und im April 2002 warnte eine saudische Führungspersönlichkeit, dass das Königreich überlegen würde, sich Amerikas schlimmsten Feinden anzuschließen: Wenn die Staatsräson es erfordert, dass „wir uns an die Rechte bin Ladens stellen, dann wird das so sein; wenn zur Linken [von Libyens Regent Muammar] Gaddafi, dann wird es so sein; oder wenn es bedeutet, dass man nach Bagdad fliegen und Saddam wie einen Bruder umarmen muss, dann wird das so sein.“[30] Diese Erklärung machte in der US-Presse Furore, hatte aber keine sichtbaren Auswirkungen auf die Politik. Noch verblüffender sind die Berichte von dem folgenden Gipfeltreffen, die darauf hindeuteten, dass Abdullah Bush warnte, wenn er nichts Substanzielles bezüglich des arabisch-israelischen Konflikts bekäme, „unsere zwei Länder getrennte Wege gehen werde“.[31]

Eine Sache des Gebens und Nehmens

Links das übliche Starbucks-Logo; rechts das saudische ohne Frauenbild.

Was steht hinter diesem Muster der Unterwürfigkeit? Wo bleibt die normalerweise robuste Verfolgung der US-Interessen? Es ist eine Sache, wenn private Firmen alles tun, um die Saudis zufrieden zu stellen (Starbucks in Saudi Arabien hat die weibliche Figur ihres Logos entfernt), aber warum gibt die US-Regierung dem Königreich in so vielen Fragen und auf so einzigartige Weise nach?

„Öl“, ist wahrscheinlich die bevorzugte, üblichste Erklärung, aber sie ist nicht stichhaltig. Erst einmal hat die US-Regierung nie vor einem der wichtigen Öllieferanten gekatzbuckelt, wie sie das gegenüber Saudi Arabien tut. Zweitens: Als 1945 ein sterbender Franklin D. Roosevelt einen alternden König Ibn Saud traf, ging dem ein dauerhaftes Geschäft voraus, durch das Riyadh Öl und Gas an die Vereinigten Staaten und die Welt liefert und Washington für die Sicherheit Saudi Arabiens sorgt. Weil dieses Geschäft für die Saudis bedeutender ist als für die Amerikaner – Überleben gegen Energieversorgung – kann Öl nicht erklären, warum die US-Seite ständig als Bittsteller aufgetreten ist.

Ein weiterer möglicher Faktor ist der Hang vieler Amerikaner danach zu streben, die Gewohnheiten anderer Völker und religiösen Überzeugungen zu tolerieren, was im Fall Saudi Arabiens solche Fragen beinhaltet wie die Verhüllung von Frauen, öffentliche Hinrichtungen und das Fehlen auch nur jeglichen Vorgebens demokratischer Regierungsweise. Aber das Fehlen der Entsprechung durch die saudische Seite, seit Jahrzehnten, lässt die Vermutung nahe liegen, dass etwas anderes als ein Geist der Offenheit am Werk ist; egal, wie liberal, niemand kann eine solch einseitige Beziehung über so lange Zeit ertragen, wenn sich das nicht irgendwie auszahlt.

Ein Hinweis darauf, wieso es sich lohnt, ist die voraus eilende Qualität einiger Handlungsweisen der US-Regierung. Beachten Sie zwei Fälle: Die Forderung, dass weibliches Militärpersonal die Abaya trägt, wurde von Amerikanern, nicht von den Saudis auferlegt; Letztere brachten die Frage nicht einmal auf. Das saudische Recht verlangt von Westlern nur, dass sie sich konservativ kleiden, nicht, dass sie saudische Kleidung tragen. Genauso ergab die Untersuchung der Anweisung der Luftwaffen-Rechtsabteilung, dass Juden vom Dienst in Saudi Arabien auszuschließen sind, „keine Belege, dass die Beschränkung von der Regierung Saudi Arabiens extra gewünscht wurde, gefordert wurde oder überhaupt bekannt war.“[32]

Das gleiche Verhalten gibt es bei privaten Institutionen. Wieder sollte man zwei Fälle bedenken: Im ARAMCO-Fall von 1959 stellte sich heraus, dass die Ölfirma von der saudischen Regierung nicht gezwungen wurde Juden auszuschließen, aber trotzdem so handelte, aufgrund dessen, was das Gericht „informelle Erklärungen von niederen Mitarbeitern des Außenministeriums“ nannte.[33] Gleicherweise befand das Urteil bezüglich des Baylor College of Medicine, dass, während College-Vertreter die jüdischen Ärzte über Probleme mit dem Erhalt der Visa für Juden informierte, „Bayler nie auch nur ernsthaft versuchte, das ‚Problem‘ anzugehen“, was das Gericht zu dem Schluss führte, „die Glaubwürdigkeit dieser Angaben“ in Zweifel zu ziehen. Das Gericht fand ebenfalls keine Beweise, die die Behauptung des Colleges untermauerten, dass die Aversion gegenüber jüdischen Ärzten in Saudi Arabien „die tatsächliche Haltung der saudischen Regierung repräsentierten“. Im Gegenteil: Das Gericht schloss, dass der namhafte Kanzler der Schule, Michael E. DeBakey, es bis 1983 unterließ, 2eine maßgebliche Erklärung zur Haltung der Saudis2 einzuholen, mehr als ein Jahr, nachdem die Ärzte ihre Klage eingereicht hatten. Es merkte an, dass es 2keine Belege gab, dass Baylor auch nur versuchte die offizielle Haltung der saudischen Regierung zu dieser Frage festzustellen“.[34]

In allen vier Fällen schrieb ein Amerikaner in einer Autoritätsposition voreilig Vorschriften nieder, von denen er glaubte, dass die Saudis deswegen zufrieden sein würden – aber ohne das mit ihnen zu klären, geschweige denn von ihnen aufgefordert zu sein, gerade diese Schritte zu unternehmen. Warum gibt es ein solches Verhaltensmuster? Was könnte Regierungs- und Krankenhauspersonal dazu veranlassen, den Saudis so vorzugreifen?

Der saudische Botschafter in den USA, Prinz Bandar bin Sultan, deutete hilfreich eine Antwort in einer Erklärung an, mit der er mit seinem Erfolg prahlte, Freundschaften mit einflussreichen Amerikanern zu pflegen. „Wenn der Ruf aufgebaut wird, dass die Saudis für ihre Freunde sorgen, wenn diese einen Posten verlassen“, merkte Bandar einmal an, „dann würden Sie überrascht sein, wie viele noch bessere Freunde man hat, die gerade erst ihr Amt antreten.“[35] Das ist praktisch ein Eingeständnis, dass Bestechung stattfindet; es ging so weit zu erklären, weshalb die gewöhnlichen Gesetze, Regularien und Rechte keine Anwendung finden, wenn Saudi Arabien beteiligt ist. Hume Horan, selbst ehemaliger US-Botschafter im Königreich, ist die große und edle Ausnahme zu dieser Regel. Er sagt über seine früheren Kollegen:

Es hat einige Leute gegeben, die sich wirklich von den Saudis bezahlen lassen; sie arbeiten als Berater und Gutachter. Prinz Bandar ist sehr gut darin, Beziehungen wie diese zu pflegen und voran zu bringen. Geld wirkt Wunder. Und wenn man eine große Menge davon hat und dazu auch noch einen königlichen Titel, dann ist es amüsant zu sehen, wie einige Amerikaner vor einem ausländischen Potentaten zerfließen, nur weil er Prinz genannt wird.

Die übertriebene Unterstützung saudischer Interessen durch den ehemaligen Botschafter James E. Akins (der arabische Regierungen kritisiert hat, weil sie mit Washington nicht härter umgingen und verzweifelte, weil Araber nicht ihr Geld aus US-Banken abzogen) hat dazu geführt, dass er gelegentlich als „arabischer als die arabischen Offiziellen“ beschrieben wurde.[36]

James W. Akins, US-Botschafter in Saudi-Arabien (rechts) mit dem saudischen König Faisal und Außernminister Henry A. Kissinger bei einem Treffen in Riyad im März 1975.

Verschiedene Berichte über die Karrieren ehemaliger US-Botschafter in Riyadh nach ihrem Dienst verursachen fragende Blicke. Steven Emerson charakterisierte ihr Verhalten als „verinnerlichte, offen von Eigeninteresse gelenkte Kriecherei“.[37] Die „National Review“ befindet, dass die Zahl derer, „die nun die pro-saudische Linie vertreten, Aufsehen erregend ist“ und schließt, dass „kein anderer Posten solch reiche Dividenden ausschüttet, sobald man ihn verlässt, voraus gesetzt, man ist bereit ein öffentlicher und privater Anwalt der saudischen Interessen zu werden.“[38] Eine Analyse der „National Post“ sah sich fünf ehemalige Botschafter an und befand, dass „sie ein gutes Leben für sich heraus geschlagen haben, indem sie ihre eigenen Landsleute beleidigen, während sie für eines der korruptesten Regime der Erde arbeiten.“ Wenn man die Augen schließt, während man ihnen zuhört, „könnte man glauben, wer da redet sei Inhaber eines saudischen Passes.“[39]

Ein Bericht der „Washington Post“ vermittelt eine Idee von der Natur der „reichen Dividenden“, die von ehemaligen Beamten eingesteckt werden:

Amerikaner, die mit den Saudis in offizieller Funktion gearbeitet haben, bleiben diesen oft verbunden, wenn sie ihr Amt abgeben, angefangen beim ehemaligen Präsidenten George H.W. Bush, der gegen Bezahlung Reden in Saudi Arabien gehalten hat, seit er aus dem Amt schied, bis hin zu vielen ehemaligen Botschaftern und Militärs, die im Königreich stationiert waren. In einigen Fällen sind diese Verbindungen lukrativ. Walter Cutler, der zweimal als US-Botschafter in Saudi Arabien diente, führt heute das Meridian International Center in Washington, eine Organisation, die internationales Verständnis durch Bildung und Austausch propagiert. Saudische Spender sind für das Zentrum „sehr hilfreich“ gewesen, sagte Cutler. [Edward] Walker, früherer stellvertretender Außenminister und für Nahost-Fragen zuständig, ist Präsident des Middle East Institute in Washington, das für Verständigung mit der arabischen Welt wirbt. Sein Verwaltungsrats-Vorsitzender ist der ehemalige Senator Wyche Fowler, Botschafter in Ryadh während der zweiten Clinton-Amtszeit. Saudische Beiträge betrugen 200.000 Dollar des 1,5-Millionen-Budgets für das letzte Jahr, sagte Walker.[40]

Das ist auch kein neues Problem. Viele Ex-Mitarbeiter Washingtons sind vom Königreich ausgezahlt worden, nicht nur eine Schar früherer Botschafter, sondern auch Leute wie Spiro T. Agnew, Jimmy Carter, Clark Cliffort, John B. Connally und William E. Simon.[41]

Schlussfolgerung

Der Kern des Problems ist also ein allzu menschliches: Amerikaner in hohen Positionen beugen die Regeln und brechen aus persönlicher Gier mit den Standards der Politik. So betrachtet beginnen die drei Hauptziele der US-Regierung in Saudi Arabien aus Hunters Bericht Sinn zu machen: das saudische Regime zu stärken, der saudischen königlichen Familie zu schmeicheln und US-Exporte zu erleichtern. All das passt in die Rubrik „den Saudis gefallen und das festigen“. Ebenso Hunters Kommentar, dass „die US-Mission derart mit nicht zu ihrem Dienst gehörenden Pflichten – Unterhaltungspakete für hochrangige Besucher, Alkohol-Verkauf, das Gepäck von besuchenden VIPs zu versorgen“ – dass sie kaum Zeit hat sich den ordentlichen Aufgaben einer Botschaft zu widmen. Genauso passt die lange Liste an hochrangigen Ex-Offiziellen in das Muster, die Saudi Arabien während seines Aufenthalts besuchten und „für die Feste gegeben und die mit Medaillen und Geschenken in geschlossenen Veranstaltungen mit dem saudischen Monarchen überhäuft wurden.“[42]

Diese Kultur der Korruption im Exekutivbereich macht diesen ziemlich unfähig mit dem Königreich Saudi Arabien in der weitsichtigen und uneigennützigen Weise umzugehen, wie es die US-Außenpolitik erfordert. Das bürdet dem Kongress die Verantwortung auf, die Dinge in Ordnung zu bringen. Die massive, präventive Bestechung amerikanischer Beamter erfordert dringend Aufmerksamkeit. Es müssen Schritte unternommen werden, die sicher stellen, dass das hier dokumentierte saudische Drehtür-Syndrom illegal gemacht wird. Das könnte meinen, dass für einen Zeitraum von zehn Jahren oder mehr, nachdem ein Beamter umfassenden Kontakt mit dem Königreich Saudi Arabien hatte, keine Gelder aus dieser Quelle erhalten darf. Nur auf diese Weise können US-Bürger wieder das Vertrauen in diejenigen ihrer Beamten zurückgewinnen, die mit einem der wichtigsten Staaten der Welt zu tun haben.

 

[1] Zitiert in: „Statement by Patricia M. Roush before the Committee on Government Reform, U.S. House of Representatives“, 12. Juni 2002, S. 3.

[2] Ein leitender Angestellter des Flughafens von Waco, zitiert im ÑDallas Morning Newsì, 27. April 2002

[3] Fox News, 1. März 2002

[4] CNN, 25. April 2002

[5] USA Today, 13. Mai 2002

[6] Der Unwille des Außenministeriums, für US-Bürger einzustehen, die in Saudi Arabien festgehalten werden, wurde im August 2002 hervorgehoben: Genau in dem Augenblick, als der Abgeordnete Burton ein Kongress-Delegation nach Riyadh anführte, um die Freilassung entführter Amerikaner zu veranlassen, tauchten die Schwestern Ghesahyan in London „zu Ferien“ auf und trafen sich mit einem amerikanischen Konsulats-Beamten, aber nicht in der US-Botschaft, sondern in einem Luxushotel, in dem es von mächtigen Saudis und ihren amerikanischen Bediensteten nur so wimmelte. Dort sagten sie sich angeblich von den USA und ihrer Mutter los, als sie sogar Osama bin Laden priesen. Das Außenministerium wies Beschuldigungen zurück, dass die Schwestern während dieses Treffens genötigt wurden oder unter Zwang handelten oder zu irgendeiner Zeit während ihres Aufenthalts in London gestanden hätten. Und das trotz der fragwürdigen Rolle des Übersetzers, der großen Möglichkeit, dass die Saudis das Gespräch belauschten (und der Wahrscheinlichkeit, dass die Schwestern das wussten) und obwohl die US-Diplomaten es versäumten sie über ihr Recht zu informieren, als amerikanische Staatsbürgerinnen frei reisen zu können, ohne Ausreisevisa oder vorherige Erlaubnis von irgendjemand anderem.

[7] Zitiert in „Statement by Patricia M. Roush“, S. 17

[8] Das Außenministerium erinnert an die Operation „Desert Storm“ etwas anderes – als eine Zeit „amerikanisch-saudischer Kooperation in den Bereichen der kulturellen Übereinstimmung“. Hier ist die entsprechende Vorstellung von Ausgewogenheit: „Das US-Militär gab generellen Befehl aus, dass der Konsum von Alkohol verboten war und setzte Regeln für Verhalten außer Dienst und Kleidung. Saudi Arabien passte sich der US-Kultur und ihrer militärischen Verfahren an, indem sie allen US-Soldatinnen erlaubt, im gesamten Königreich in ihren unterschiedlichen Rollen zu dienen – ein wichtiger Schritt in einer immens patriarchalischen Gesellschaft.“ S. „Background Note: Saudi Arabia“.

[9] Zu Hunter s. Martin Edwin Andersen: ÑWhistle-blowers keep the faithì, in: ÑInsightì, 11. Februar 2002

[10] Timothy N. Hunter: „Appeasing the Saudis“, Middle East Quarterly, März 1996

[11] Briefe an den Autor vom 24. und 25. Juni 2002

[12] Briefe an den Autor vom 9. Juni 2002

[13] Steven Emerson: The American House of Saud: The Secret Petrodollar Connection, New York (Franklin Watts), 1985, S. 70

[14] Office of Antiboycott Compliance, Department of Commerce: „CACI/USAF/DOJ/Hoover/Alperson/Andrew“. Zu einem weiteren Fall, der nicht weiter verfolgt wurde, s. Journal of Commerce, 7. März 1997

[15] New York Daily News, 10. März 1997

[16] Jordan W. Cowman: U.S. companies doing business abroad must follow U.S. and host country labor employment laws. New Jersey Law Journal, 4. August 1997. Natürlich kommen solche Fälle auch in anderen Ländern auf. „Eine Tochter der Manitoba Telephone System (MTS) wurde in den 1980-er Jahren in eine Kontroverse verwickelt, als bekannt wurde, dass eine Vertragsklausel für die Modernisierung des saudischen Telefonsystems den Ausschluss jüdischer MTS-Beschäftigter verlangte.“ (The Gazette, Montreal, 7. Februar 2001)

[17] 19 Misc. 2d 205; 190 N.Y.S.2d 218; 1959 N.Y. Misc

[18] Emerson: The American House of Saud, S. 69

[19] ebenda

[20] 805 F.2d 528; 1986 U.S.App.

[21] Roanoke Times, 17. Februar 2002

[22] Hunter: Appeasing the Saudis

[23] Brief an den Autor, 24. Juni 2002

[24] Washington Post, 1. Januar 2002

[25] Michael Barone, U.S. News & World Report, 3. Juni 2002

[26] Associated press, 22. Mai 2002

[27] Edmonton Journal, 31. Mai 2002

[28] Henry Kissinger: Years of Upheaval. Boston, 1982, S. 661

[29] Wall Street Journal, 29. Oktober 2001

[30] New York Times, 25. April 2002

[31] Vertrauliche Quellen, April 2002

[32] Office of Antiboycott Compliance, Handelsabteilung

[33] 19 Misc. 2d 205; 190 N.X.S2d 218; 1959 N.Y. Misc.

[34] 805 F.2d 528; 1986 U.S. App.

[35] Washington Post, 11. Februar 2002

[36] Emerson: The American House of Saud, p. 250

[37] Emerson: The American House of Saud, p. 263

[38] Rod Dreher: Their Men in Riyadhî. National Review, 17. Juni 2002

[39] Matt Welch: Shilling for the House of Saud. The National Post, 24. August 2002

[40] Washington Post, 11. Februar 2002

[41] Emerson: The American House of Saud, Kapitel 7, 13, 19

[42] Hunter: Appeasing the Saudis

Saudi-Arabien Gastgeber von Israel-Boykott-Konferenz

Michael Freund, The Jerusalem Post, 7. März 2006

Trotz eines Versprechens im letzten November Washington gegenüber, es würde seinen Wirtschaftsboykott gegen Israel fallen lassen, plant Saudi-Arabien nächste Woche eine große internationale Konferenz zu veranstalten, auf der für einen fortgeführter Wirtschaftsboykott gegen den jüdischen Staat geworben wird. Die Jerusalem Post fand ebenfalls heraus, dass das Königreich weiterhin die Einfuhr von Produkten „made in Israel“ oder im Ausland hergestellte Produkte mit israelischen Teilen verbietet, eine Verletzung der Zusagen, die ein hochrangiger saudischer Vertreter letztes Jahr der Bush-Administration gab.

„Nächste Woche werden wir das neunte jährliche Treffen zum Boykott Israels hier in Jidda abhalten“, sagte Botschafter Salem el-Honi, Hochkommissar des Büros für den Boykott Israels der Organisation for the Islamic Conference (OIC) in einem Telefon-Interview.

„Alle 57 OIC-Mitgliedsstaaten werden teilnehmen und wir werden die Koordinierung der verschiedenen Büros zur Stärkung des Boykotts diskutieren“, sagte er und merkte an, dass das Treffen jedes Jahr im März stattfindet.

Die aus 57 muslimischen Staaten bestehende OIC hat ihren Sitz in Jiddah, ebenso ihr Boykott-Büro. Honi, ein ehemaliger saudischer Diplomat, hat das Boykott-Büro die letzten vier Jahre lang geleitet. Das geplante Treffen wird auf der offiziellen Internetseite der OIC in einer Sektion mit der Überschrift „Vorläufiger Kalender der Treffen“ geführt. Hamed Salaha-Din vom OIC-Generalsekretariat bestätigte in einem Telefon-Interview, dass die Konferenz vom 13. bis 15. März stattfinden wird und beschrieb sie als „unser regelmäßiges, jährliches Treffen zum Boykott“.

Die saudische Entscheidung Gastgeber für die Unterredungen zu sein läuft den Versicherungen entgegen, die Riyadh der Bush-Administration gab, als Saudi-Arabien Zugang zur Welthandels-Organisation (WTO) suchte.

Am 11. November stimmte der entscheidende Allgemeine Rat der WTO dafür Saudi-Arabien für die prestigeträchtige Gruppe zuzulassen, die für freien internationalen Handel wirbt, nachdem die Saudis zustimmten Beschränkungen des Handels mit Israels zu streichen.

Christin Baker, stellvertretende US-Handelsrepräsentantin für Öffenlichkeits- und Medienfragen, sagte der Post per E-Mail, dass die USA „sicher gestellt haben, das Saudi-Arabien bei seiner jüngsten Zulassung zur WTO alle Rechte und Verpflichtungen bezüglich aller WTO-Mitglieder, einschließlich Israels, übernommen hat“. „Saudi-Arabien“, sagte sie, „nahm nicht die Nichtanwendungs-Klauseln des WTO-Vertrags bezüglich eines Mitgliedsstaates in Anspruch“, was bedeutet, dass es alle Mitglieder gleich behandeln muss, „einschließlich Israel“.

Ähnlich bestand US-Handelsrepräsentant Rob Portman letzten Monat in Anhörungen vor dem Finanzausschuss des US-Senats darauf, dass die Saudis „eine Verantwortung dafür haben Israel wie jedes andere Mitglied der WTO zu behandeln“. „Wir haben Versicherungen von Saudi-Arabien erhalten“, sagte Portman in einer getrennten Aussage vor dem „Ways and Means Committee“ des US-Repräsentantenhauses. „Sie werden ihren WTO-Verpflichtungen nachkommen.“

Nichtsdestotrotz setzen saudische Zollbeamte, wie die Post herausfand, weiterhin den Boykott durch und erklären, dass in Israel hergestellte Waren nicht ins Land gelassen werden. „Absolut nicht – wenn es aus Israel ist, ist es nicht erlaubt“, sagte Hamad Abdul Aziz vom saudischen Zollamt in Jiddahs Islamischem Seehafen am Telefon. „Ich haben bei meinem Manager nachgefragt und er sagte, das ist absolut verboten.“

Gleichermaßen sagte ein saudischer Zollbeamter am König Abdul Aziz-Flughafen außerhalb von Jiddah, dass israelische Waren nicht ins Königreich gelassen werden dürfen. „Das ist verboten“, sagte er. „Es ist nicht erlaubt irgendwelche Waren, die in Israel hergestellt wurden, mitzubringen, egal, ob sie ganz oder nur Teile davon dort hergestellt wurden. So sieht die Regel aus.“ Im Dezember, nur Wochen, nachdem es in die WTO aufgenommen wurde, wurden saudische Beamte in der arabischen Presse zitiert, die darauf bestanden, dass der Boykott gegen Israel weiter gehen würde. Das hat in Washington Besorgnis erregt, dass die Saudis ihren Verpflichtungen nicht nachkommen werden.

Baker gab gegenüber der Post an, dass „ein Team Antiboykott-Experten des US-Department of Commerce and State die Region besuchte, um die Bemühungen zu diskutieren den Boykott zu beseitigen“. Sie fügte hinzu, dass im Lauf des Monats „ein hochrangiger USTR-Beamter Saudi-Arabien besuchen will und erneut Zusicherungen bekommen will, dass Saudi-Arabien die WTO-Verpflichtungen versteht und verpflichtet bleibt.“

Da kommt nichts bei raus

Daniel Pipes, The New Republic, 27. März 2002

Urteilt man nach der massiven Medienpräsenz, dann verspricht der arabische Gipfel in Beirut vom 27. bis 28. März ein Wendepunkt im arabisch-israelischen Konflikt zu werden. Die Hauptquelle der Aufregung ist der Vorschlag des saudischen Kronprinzen Abdullah, dass die Araber ihre Beziehungen zu Israel normalisieren, wenn diese zu den Grenzen von 1967 zurückkehren. Aber auch die weniger wichtigen Aspekte des Gipfels – Wird Yassir Arafat dort sein oder nicht? Warum entschied sich Hosni Mubarak gegen die Teilnahme? – machen Schlagzeilen, sind Top-Themen des Nachrichtenmaterials.

Aber es wird nichts Wichtiges in Beirut passieren. Tatsache ist, dass in einem Jahr dieser Gipfel und der Plan Abdullahs mit größter Wahrscheinlichkeit so gut wie vergessen sein werden. Ich sage dies hauptsächlich aus Gründen voraus:

Es ist ein Krieg im Gang. Wäre jemand Mitte Oktober auf die USA und die Taliban mit einem Plan zugegangen, „wie die Gewalt beendet“ werden könne, hätten beide Seiten das Angebot ignoriert. Kriege finden statt, weil die kämpfenden Seiten glauben, dass sie in dem Kampf mehr gewinnen können als ohne ihn; sie machen weiter, bis eine Seite glaubt, dass sie besser dran ist, wenn sie aufgibt. Bis eine Seite aufgibt, führen die Ansätze, sich auf halbem Weg entgegen zu kommen, zu nichts.

Zur Zeit glauben beide, Israelis wie Palästinenser, dass sie durch Gewalt mehr gewinnen können als durch Verhandlungen. Wie beklagenswert das auch ist, so sind die Tatsachen und sie zu ignorieren wird zu nichts führen.

Es ist, als ob man mit einer Mullbinde Krebs behandelt. Die auf dem Tisch liegenden Pläne – Mitchell, Tenet, Abdullah – sind oberflächliche Lösungen eines tiefer gehenden Problems. Diese Vorschläge nehmen alle an, dass das große grundlegende Problem des arabisch-israelischen Konflikts – die arabische Ablehnung der bloßen Existenz Israels – gelöst worden ist, was lediglich zweitrangige Dinge wie Grenzen, Jerusalem, Flüchtlinge, Wasser und Waffen übrig lässt. Wenn aber die arabische Ablehnung Israels in den Hoch-Zeiten des Oslo-Prozesses nicht selbstverständlich war, ist sie es doch seit dem September 200, als die Palästinenser die derzeitige Runde der Gewalt begannen. Die Frage heute, wie während der gesamten 54 Jahre, die Israels besteht, betrifft die Existenz eines souveränen jüdischen Staates im Nahen Osten. Die Palästinenser wollen diese politische Einheit zerstören, während die Israelis ihre Akzeptanz zu gewinnen suchen.

Es gibt keine Chance, dass die versammelten Präsidenten, Könige und Emire (oder die Untergebenen, durch die sie vertreten werden) sich diese Woche entscheiden werden, die arabische Feindseligkeit gegenüber Israels Existenz zu beenden. Und wenn das nicht in Frage kommt, dann ist kaum zu sehen, was sie entscheiden könnten, das zu mehr als einer geschichtlichen Fußnote werden könnte.

Der Plan Abdullahs ist eine Totgeburt. Die Israelis mögen einmal geglaubt haben, dass die Aufgabe wesentlicher Teile von Territorium im Austausch gegen von ihren Feinden unterschriebene Papiere Sinn macht. Das ist vorbei. Nachdem sie die minimale Brauchbarkeit der Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien gesehen haben (in beiden Fällen spornten sie antizionistische Gefühle an statt sie zu dämpfen) und den faktischen Schaden, der aus den Oslo-Abkommen entstand, dann ist es schwer zu glauben, dass die Israelis diesen Weg noch einmal einschlagen werden. Sie werden mit Sicherheit etwas tiefer gehendes und etwas mit mehr Bedeutung verlangen als ein Blatt Papier.

Das verlangt von seinen Nachbarn zwei Besonderheiten: einen Wechsel der Herzenseinstellung und einen Wechsel der Regierung. Das erste bedeutet die volle Akzeptanz der Existenz Israels, die sich durch die Bereitschaft zu zwischenmenschlichen Kontakten zeigt – Handel, Tourismus und all diese Dinge. Das zweite bezieht eine Umkehr zu politischer Beteiligung des Volkes ein, so dass ein Vertrag mehr bedeutet als die Laune eines Einzelnen.

* * * *

Man sagt, dass das Zeitalter der Propheten im Nahen Osten vor über einem Jahrtausend endete. Vielleicht stimmt das, aber es ist nicht nötig, göttliche Inspiration zu haben um vorauszusehen, dass der arabische Gipfel zum Gähnen ist.

Saudische Tageszeitung: Juden benutzen das Blut von Teenagern für ‚Purim‘-Gebäck

MEMRI, 13. März 2002

In einem Artikel in der saudi-arabischen, regierungseigenen Tageszeitung Al-Riyadh, schrieb der Kolumnist Dr. Umayma Ahmad Al-Jalahma von der King Faisal-Universität in Al-Dammam über „Das jüdische Fest Purim“. Hier Auszüge aus dem Artikel:

Eine besondere Zutat für jüdische Feiertag ist menschliches Blut von Nichtjuden

Ich wählte als Thema das jüdische Purimfest aus, weil es mit dem Monat März verbunden ist. Dieses Fest bietet einige gefährliche Bräuche, die Sie ohne Zweifel erschrecken werden und ich entschuldige mich, sollte ein Leser dadurch zu Schaden kommen.

Während dieses Festes muss der Jude besonderes Gebäck zubereiten, dessen Füllung nicht nur teuer und selten ist – sie kann nicht auf all den lokalen und internationalen Märkten gefunden werden.

Unglücklicherweise kann diese Füllung nicht ausgelassen oder mit einer Alternative ersetzt werden, die demselben Zweck dient. Für dieses Fest müssen die Juden menschliches Blut haben, damit ihre Geistlichen das Feiertagsgebäck zubereiten können. Mit anderen Worten: Dieser Brauch kann nur ausgeführt werden, wenn menschliches Blut vergossen wird!

Bevor ich in die Details gehe, möchte ich klar stellen, dass die Vergießung von menschlichem Blut durch die Juden für ihre Feste historisch und rechtlich durch die Geschichte hindurch eine wohl bekannte Tatsache ist. Das war einer der Hauptgründe für die Verfolgung und das Exil, die mehrfach ihr Los in Europa und Asien waren.

Dieses Fest [Purim] beginnt am 13. März mit Fasten, wie die Jüdin Esther, die zu fasten gelobte. Das Fest geht am 14. März weiter; während dieses Feiertages tragen die Juden karnevalsartige Masken und Kostüme und frönen übermäßig dem Alkohol, der Prostitution und dem Ehebruch. Dieser Feiertag ist unter den muslimischen Historikern als „Feiertag der Masken“ bekannt geworden.

Wie die Juden ihren jungen Opfern das Blut entnehmen

Wer war Esther und warum haben die Juden sie zur Heiligen erhoben und benehmen sich wie sie? Das werde ich, so Allah will, in meinem Artikel am nächsten Dienstag[1] klären. Heute möchte ich Ihnen gerne erzählen, wie das menschliche Blut vergossen wird, damit es für das Feiertagsgebäck benutzt werden kann. Das Blut wird auf verschiedene Weise vergossen. Wie?

Für dieses Fest muss das Opfer ein reifer Heranwachsender sein, der natürlich kein Jude ist – also ein Christ oder Muslim. Ihm wird sein Blut abgenommen und zu Granulat getrocknet. Der Geistliche knetet dieses Granulat in den Teig des Gebäcks; es kann auch für das nächste Fest aufgehoben werden. Im Gegensatz dazu muss für die Passah-Schlachtung, über die ich auch vorhabe zu schreiben, das Blut von christlichen oder muslimischen Kindern im Alter unter 10 Jahren benutzt werden und der Geistliche muss das Blut vor oder nach der Trocknung [in den Teig] mischen.

Die Taten der jüdischen Vampire bereitet ihnen Vergnügen

Lassen Sie uns untersuchen, wie das Blut der Opfer vergossen wird. Dafür wird eine mit Nadeln versehen Rolle verwendet, etwas von der Größe eines menschlichen Körpers; die Nadeln sind extrem scharf und auf allen Seiten eingesetzt. Diese Nadeln stechen von dem Moment an in den Körper des Opfers, in dem er in die Rolle gelegt wird.
Diese Nadeln erledigen die Arbeit; das Blut des Opfers tropft sehr langsam aus ihm heraus. So leidet das Opfer furchtbare Qualen – Qualen, die den jüdischen Vampiren große Freude bereiten, während sie gewissenhaft jedes Detail der Entblutung mit Vergnügen und einer Liebe kontrollieren, die nur schwer zu verstehen sind.

Nach diesem barbarischen Vorgang nehmen die Juden das gewonnene Blut in der Flasche, die in den Boden [der mit Nadeln gespickten Rolle] eingesetzt ist und der jüdische Geistliche macht seine Mitgläubigen vollkommen glücklich, wenn er ihnen bei dem Fest das Gebäck serviert, in das das menschliche Blut gemischt ist.

Es gibt noch einen anderen Weg, das Blut zu vergießen. Das Opfer kann geschlachtet werden wie ein Schaf und sein Blut wird in einem Behälter gesammelt. Oder die Venen des Opfers können an mehreren Stellen aufgeschlitzt werden, so dass das Blut aus dem Körper des Opfers läuft.

Dieses Blut wird sehr sorgfältig – wie ich bereits erwähnt habe – vom „Rabbi“ gesammelt, dem jüdischen Geistlichen, dem Koch, der auf die Zubereitung dieses besonderen Gebäcks spezialisiert ist.

Die menschliche Rasse weigert sich, dieses jüdische Gebäck auch nur anzusehen, geschweige denn es zuzubereiten oder zu konsumieren! [2]

—–
Fußnoten:
[1] Im zweiten Teil des Artikels (am 12. März) erzählt der Kolumnist die Geschichte des Buches Esther und schließt: „Seit damals, verlangt das Alte Testament, das jüdische heilige Buch, von den Juden, dass sie dieses Fest verherrlichen und ihre Freude zu zeigen. Diese Freude kann nur mit der Konsumierung des Gebäcks mit dem eingemischten menschlichen Blut vollständig sein.“
[2] Al-Riyadh (Saudi Arabien), 10. März 2002.

——

Nachtrag von MEMRI (18.3.02):
In Folge der Veröffentlichung der „Purim-Blut“-Verleumdung in der saudischen Tageszeitung Al-Riyadh hat MEMRI einige Anfragen erhalten, dass die Artikel nicht auf Al-Riyadhs Internetseite zu finden waren. Die URLs verbinden direkt auf die Artikel:
– Purim-Blut-Verleumdung Teil 1: http://writers.alriyadh.com.sa/kpage.asp?art=5230&ka=200
– Purim-Blut-Verleumdung Teil 2: http://writers.alriyadh.com.sa/kpage.asp?art=5258&ka=200
Für den Fall, dass Al-Riyadh die Artikel von ihrer Internetseite entfernt, kann MEMRI eine Fotokopie an Interessierte verschicken.

Zusätzlich berichteten einige Leser, dass in ihren Kontakten mit der saudischen Botschaft zu diesem Artikel, dass die saudische Botschaft (in den USA) das Erscheinen des Artikels nicht verleugnet, aber behauptet, Al-Riyadh sei keine Regierungszeitung, sondern eine „ganz normale, kleine, private Tageszeitung“.

Dem muss entgegnet werden:
– Der Chefredakteur, Turki Al-Sudairi, ist ein Mitglied des Al-Sudairi-Clans der königlichen Familie.
– Al-Riyadh ist eine führende Zeitung in Saudi Arabien, nicht irgendein unbedeutendes Blättchen.
– Die Internetseite des saudischen Königs Fahd enthält eine englischsprachige Sektion (www.kingfahdbinabdulaziz.com/main/g310.htm) mit dem TItel „Die Rolle des Informationsministeriums“, in der es heißt: „Das Informationsministerium ist verantwortlich für alle Informationsdienste, einschließlich Radio, Fernsehen und Schriftmedien.“ Der „Schriftmedien“-Link führt zu seiner Liste ausgewählter saudische Zeitungen, einschließlich Al-Riyadh. (heplev: Damit ist die saudische Staatsführung über das Ministerium DIREKT verantwortlich für den Abdruck des Purim-Schunds.)

In der Fortsetzung der Thematik berichtet die ICEJ am 21.03.2002:

Der Herausgeber der regierungs-kontrollierten saudischen Zeitung gabe ein Quasi-Entschuldigung für einen letzte Woche veröffentlichten Artikel, der behauptete, dass Juden das Blut von christlichen und muslimischen Kindern benutzen um besonderes Purim-Gebäck herzustellen.

Al-Riyadhs Chefredakteur Turki Al-Sudairi sagte, dass der von Umayma Ahmed al-Jalahma von der King Faisal-Universität geschriebene Artikel „für den Druck noch nicht geeignet war“.

„Ich habe den Artikel geprüft und fand ihn nicht reif für die Veröffentlichung, denn er basierte nicht auf wissenschaftlichen oder historischen Fakten. Die Implikationen dieser Information entging Frau al-Jalaham genauso wie das Verständnis, dass Juden in der übrigen Welt die eine Sache sind, während zur zionistischen Bewegung gehörende Juden eine ganz andere Sache sind, völlig verschieden, denn diese will die Palästinenser auslöschen.“

Israels stellvertrender Außenminister Michael Melchior sagte, dass sogar die Entschuldigung dazu benutzt wird Israel anzugreifen. „Die Lügen und Aufhetzung in den arabischen Medien untergraben Versuche der Normalisation und schaffen ein antisemitisches Bild, das eine weitere Generation daran hindert, im Nahen Osten in Koexistenz zu leben“, sagte er.

Nissans Quotes and Notes Corner: Mickey Maus bald Mitglied von Al-Qaida?

Nissan Ratzlav-Katz, 21. September 2008

Als Veterean der Analyse des Nahen Ostens sehe ich voraus, dass sich Ärger zwischen Saudi-Arabien, dem Iran und der Hamas zusammenbraut. Es könnte richtig böse werden, möglicherweise historisch so schwerwiegend wie die sunnitisch-schiitische Trennung. Ich fürchte um die internationale Stabilität, Freunde. Und alles wegen ein paar imaginären Mäusen.

Es scheint so, als habe Saudi-Arabien einen direkten, aggressiven und nie da gewesenen Angriff gegen die Hamas begonnen. Ich zögere sogar, das aufzubringen, aus Angst weltweit Krawalle auszulösen. Aber egal, es wird sowieso Krawalle geben…

Dank MEMRI wissen wir, dass der saudische Kleriker Mohammed al-Munajid eine Fatwa gegen Mickey Maus und Jerry ausgegeben hat. Auf Al-Majd TV sagte er am 27. August 2008:

„Nach dem islamischen Gesetz ist die Maus eine abstoßende, korrumpierende Kreatur. Wie, denken Sie, betrachten Kinder heutzutage Mäuse – nach Tom und Jerry? Selbst Kreaturen, die von Natur aus, aus der Logik und nach dem islamischen Gesetz abstoßen sind, sind zu wundervoll geworden und werden von Kindern geliebt. Selbst Mäuse. Mickey Maus ist ein beeindruckender Charakter, auch wenn nach dem islamischen Gesetz Mickey Maus in jedem Fall getötet werden sollte.“ (Das von MEMRI zur Verfügung gestellte und übersetzte Video kann hier angesehen werden: http://www.memritv.org/clip/en/1850.htm)

Wenn Sie nicht verstehen, wieso dies ein Angriff auf die männliche und islamische Ehre der Hamas sein kann, nun, dann heißt das einfach, dass Sie es nicht geschafft haben die nahöstliche Denkart zu verstehen. Also passen Sie gut auf.

Wenn Mickey Maus getötet wird, was ist dann mit Farfour? Ja, Farvour – diese von der Hamas geschaffene jihadistisch-muslimische Herrenmenschen-Maus, die von den Kindern im gesamten Gazastreifen so geliebt wird. Sehen und lesen Sie von Farfour, dem Mickey Maus-Doppelgänger, hier: http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/122365

Und wie üblich, tragen die iranischen Gelehrten unsere Diskussion einen Schritt weiter, mit überaus scharfsinniger und scharfer Analyse. Dank Professor Hasan Bolkhari wissen wir jetzt, dass die Hamas in Wirklichkeit einem jüdischen Komplott zum Opfer gefallen ist, mit der die Welt korrumpiert und Mäuse akzeptabel gemacht wird.

Prof. Bolkhari erklärte klar: „Die Juden wurden erniedrigt und ‚dreckige Mäuse’ genannt. Tom und Jerry wurde gemacht, um die Wahrnehmung der Mäuse durch die Europäer zu verändern.“ (Der Videobeweis dieses ruchlosen jüdischen Komplotts ist hier zu sehen: http://www.memritv.org/clip/en/1049.htm)

Wie wird dieser furchtbare, furchtbare Konflikt zwischen diesen rechtgläubigen muslimischen Parteien enden? Ich weiß es nicht sicher, aber seien wir ehrlich: Meistens endet das damit, dass sie sich gegenseitig über ein paar hundert Jahre hinweg einfach gegenseitig umbringen.

Also können sich ganz klar Jerry, Mickey und Farfour, wenn sie im Nahen Osten überleben sollen, nicht erlauben, dass ihre Ehre auf diese Weise besudelt wird. Ich sage die Bildung der Mausjaheddin-Brigaden innerhalb der kommenden Wochen voraus. Mit der Zeit könnten sie sich mit der Al-Qaida zusammen tun und „Al-Qaida in the Wainscoting“ (AQWA – Al-Qaida in der Holzverkleidung) werden, wild entschlossen zum heiligen Krieg für die Nagetier in aller Welt.

PS: Wenn ich so darüber nachdenke: Farfour wurde letztes Jahr von israelischen Spionen getötet. Also, Moment mal: Heißt das, dass die Juden endlich Anerkennung dafür bekommen, dass sie dem Islam eine gute Tat übten, wie sie in Saudi-Arabien praktiziert wird? Ich bin völlig verwirrt.