Der Ärger mit der UNO

Joseph Farah, WorldNetDaily, 4. Oktober 2002

Es gibt viele Gründe, warum es falsch ist sich an die UNO zu wenden um die Erlaubnis für die Verteidigung der USA zu bekommen.

Es gibt sogar noch mehr Gründe, Iraks Verletzungen der UN-Resolutionen nicht als prinzipielle Rechtfertigung für einen Angriff zu nutzen.

Die üblichen Verdächtigen erklären bereits das Offensichtliche: Wenn wir den Irak angreifen, weil er UN-Resolutionen verletzte, warum greifen wir Israel nicht an?

Die Befürworter dieser Argumentation erkennen, dass die UNO in den letzten 50 Jahren eine übertriebene Menge Zeit und Energie damit verbracht hat den jüdischen Staat zu verurteilen. Es gibt schlicht keine Auseinandersetzung darüber. Die UNO hasst Israel. Das tut sie fast seit dem Moment, als sie 1948 für die Schaffung des Staates stimmte. Israel wird von der UNO als die vielleicht größte Bedrohung des Weltfriedens angesehen.

Man braucht sich nur die Fakten anzusehen: Von 175 Sicherheitsrats-Resolutionen, die die UNO bis 1990 beschloss, waren 97 gegen Israel gerichtet. Von 690 Resolutionen der Vollversammlung bis 1990 verurteilten 429 Israel.

Die UNO ist besessen von Israel.

Und das ist ein hervorragendes Beispiel, warum wir die UNO als das behandeln sollten, was sie ist: eine bösartige und belanglose Gruppe globaler Wichtigtuer.

Israel ist für niemanden eine Bedrohung, außer für die, die es vernichten wollen. Offen gesagt, sogar für diese Leute ist es keine wirkliche Bedrohung. Israels größtes Problem ist, dass es außer in Kriegszeiten, wenn es seiner Auslöschung direkt gegenüber stand, so feige und beschwichtigend gewesen ist.

Die UNO sieht keine große Gefahr in totalitären Staaten, die ihren Nachbarn ihren Willen aufdrücken – in Regimen wie dem Syriens. Syrien hat sogar im Juni diesen Jahres den Vorsitz im Sicherheitsrat gehabt. Dabei gibt es derzeit nur einen Staat, der tatsächlich im Nahen Osten einen anderen besetzt, und das ist Syrien, das den Libanon politisch und militärisch im Würgegriff hält.

Die UNO sieht keine große Gefahr darin, dass ein Staat wie der Sudan aus rassischen und religiösen Gründen Krieg gegen das eigene Volk führt. Die islamischen Radikalen, die das Land beherrschen, haben in der Vergangenheit Osama bin Laden geholfen. Heute sind sie zufrieden, den Massenmord an Christen und Animisten im Süden des Landes und in den nubischen Bergen weiter zu führen.

Die UNO sieht keine große Gefahr im Stammeskriegen wie dem, der in Ruanda aufflammte und mit dem Tod von über einer Million Menschen endete. Tatsächlich ist es so, dass es inzwischen klare Beweise dafür gibt, dass die UNO im Vorhinein von dem bevor stehenden Schlachten erfuhr und nichts tat, um es zu verhindern oder es zu verurteilen.

Die UNO sieht z.B. keine große Gefahr in dem ausverkaufsmäßigen, von der Regierung geförderten, rassistischen Landraub in Simbabwe. Weiße Farmer werden in einer systematischen, organisierten und gewalttätigen Kampagne der Verteilung fremden Wohlstands als Geiseln festgehalten und ermordet. Von der UNO-Konferenz gegen Rassismus wurde dazu nicht einmal ein kleiner Muckser der Besorgnis geäußert.

Und dennoch hat es die UNO geschafft den jüdischen Staat als rassistisches Konzept zu bezeichnen. Aber war es rassistisch, als die Menschen im Kosovo – ethnische Albaner, hauptsächlich Muslime – die Unabhängigkeit von Serbien haben wollten?

Nach Ansicht der UNO offensichtlich nicht. Stattdessen bombardierte die NATO Serbien in dem Bemühen, das Ziel eines autonomen Kosovo zu erreichen.

War es rassistisch, als die mehrheitlich muslimischen Bosnier einen eigenen Staat schaffen wollten? Nach Ansicht der UNO offensichtlich nicht; sie half, die Schaffung und den Erhalt eines solchen Staates zu sichern.

Man denke an all die nationalen Unabhängigkeitsbewegungen, die sich auf Volkszugehörigkeit und Religion gründen und die in den letzten Jahren die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft erhielten. Warum wird nur Israel in dieser Weise angegriffen?

Es ist Zeit für die USA zu begreifen, dass die UNO ein kompletter Schwindel ist. Es ist eine Schande, dass wir weiterhin versuchen, diesen modernen Turmbau zu Babel zu umwerben. Es ist an der Zeit, dass wir uns von dieser gefährlichen und nutzlosen Gruppe machtbesessener, hochstaplerischer Diktatoren verabschieden.

Wenn die USA ohne Provokation angegriffen worden ist, liegt es an uns unsere Nation zu verteidigen. Wir brauchen dafür nicht den Segen der UNO.

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Die vergangenen 8 Monate beweisen (einmal mehr), dass „pro-palästinensisch“ in Wirklichkeit „anti-Israel“ bedeutet

Elder of Ziyon, 27. November 2017

Die palästinensische Autonomiebehörde gefährdeten das Leben der Gazaner seit März diesen Jahres – und der Welt ist es egal.

Selbst die UNO weiß es und vergräbt die Wahrheit.

Aus der letzten Gaza-Krisenschrift der OCHA (UN):

Eine Reihe von Maßnahmen, die die PA seit März 2017 umsetzte, die einer Eskalation in der internen palästinensischen Kluft folgten, haben zu einer Verschlechterung der humanitären Lage im Gazastreifen geführt. … Diese Maßnahmen haben Gazas Energiekrise verschärft, was eine Zunahme der Stromausfälle von 12 bis 16 auf 18 bis 20 Stunden täglich erweiterte, die Gehälterkrise im öffentlichen Sektor verschlimmerte, den Mangel an unerlässlichen Medikamenten von etwa 33% im März au f45% im Oktober verschärfte und den Transport von Patienten zu medizinischer Behandlung außerhalb des Gazastreifens verzögerte. Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Verfügbarkeit notwendiger Dienstleistungen und der Lebensunterhalt der zwei Millionen Menschen im Gazastreifen gehabt. Die folgenden Indikatoren wurden vom Humanitären Ländeream (HC) zur Beobachtung der Entwicklung der Krise, die humanitäres Handeln einleiten und weitere Verschlechterung verhindern soll, identifiziert. Trotz einer im Oktober 2017 zwischen Fatah und Hamas unterzeichneten Vereinbarung sind die meisten der Maßnahmen, die die aktuelle Verschlechterung auslösten, nicht umgekehrt worden.

Die Schaubilder, die UN-OCHA dazu liefert, zeigen eine scharfe Verschlechterung der Lebensqualität im Gazastreifen, die im März begann, als die PA begann Elektrizität und Medizinisches abzuschneiden:

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Schwarz auf weiß sind die krassen Ergebnisse des Stopps grundlegender Dienstleistungen für den Gazastreifen zu sehen. Und diese Statistiken sind seit 8 Monaten bekannt.

Wo sind die Proteste auf den Straßen von London? Wo sind die Friedensaktiviten? Wo waren die „Menschenrechts“-NGOs? Diese Jahr stürzte der Gazastreifen von einem Ort, an dem es sich schlecht leben lässt, in einen, an dem man unmöglich leben kann; und das ist alles wegen Entscheidungen so, die die palästinensisch-arabischen Führerkollegen selbst getroffen haben.

Die fehlende Medienaufmerksamkeit dafür ist offen gesagt kriminell. Die einzigen Proteste zum Gazastreifen zielen auf Israel. Niemand rügt die Hamas wegen der gewalttätigen Abspaltung von der PA; niemand rügt die PA für die kollektive Bestrafung von zwei Millionen Menschen. Wofür Israel gewohnheitsmäßig gerügt wird, wird komplett ignoriert, wenn Araber viel Schlimmeres tun.

Diese letzten acht Monate sind alle Beweise, die man braucht, dass diese Demonstranten, all diese NGOs und all diese Politiker, die behaupten, sie sorgten sich um die Menschen im Gazastreifen, grundübel sind.

Genauso wenig kümmern sie sich um die tausende in Syrien getöteten Palästinenser und hunderttausende, die zu Flüchtlingen wurden. Genauso wenig, wie sie sich um eindeutige Diskriminierung von Palästinensern im Libanon und Jordanien und Ägypten kümmern. Genauso, wie ihnen die legale Entrechtung von Palästinensern in jedem einzelnen arabischen Staat am Allerwertesten vorbeigeht.

Wenn Israel nicht beteiligt ist, ist die Sorge der Welt um die Palästinenser praktisch gleich Null.

Wenn Israel beschuldigt werden kann, ob zurecht oder nicht, überflügelt die Sorge der Welt für die Palästinenser ihre Sorge um jeder andere Gruppe, deren Leiden weit schlimmer ist.“

Die angeblichen Pro-Palästinenser sind einfach nur Judenhasser

Barry Shaw, Facebook, 26. November 2017

Ich habe nie jemanden getroffen, der sich wirklich und echt um die Palästinenser schert, außer es ist mit einer Nabelschnur mit dem Hass auf Israel verbunden.

Die beiden sind derart miteinander zusammengeschweißt, dass man darüber nachdenken muss, was zuerst da war – das palästinensische Huhn oder das israelische Ei.

Diejenigen, die sich einer palästinensischen Sache annehmen, nutzen sie als Knüppel um auf Israel einzuschlagen. Zeigen Sie mir irgendjemanden, der die Palästinenser liebt ohne Israel zu hassen.

Ihre angebliche Liebe für die Palästinenser ist selektiv. Sie lieben sie nur, wenn Israel irgendwo in ihrem Narrativ lauert.

Sie lieben sie nicht ausreichend, wenn sie in Syrien, Ägypten, Jordanien, Kuwait und anderen Ländern missbrauch und von Arabern getötet werden, die behaupten Palästinenser zu sein. Sie schweigen. Ich frage mich warum.

Es gibt keine BDS-Kampagnen gegen Ägypetn wegen dessen Blockade des Gazastreifens. Kein Pro-Palästinenser protestiert vor syrischen Botschaften wegen dessen massenhaften Abschlachtens von in Syrien lebenden Palästinensern. BDS hat nichts über Apartheid-Jordanien zu sagen, das die palästinensischen Araber 70 Jahre lang unter Flüchtlingsstatus gehalten hat, seit 1948. Noch schlimmer ist: Sie schweigen gegenüber der palästinensischen Autonomiebehörde, die  in den von ihnen kontrollierten und verwalteten  Gebieten Flüchtlingslager unterhält!

Wie kann man palästinensischer Flüchtling sein, wenn man unter der Kontrolle der palästinensischen Autonomie lebt?

Machen Sie sich selbst einen Reim drauf, denn ich habe keine Antwort. Vielleicht ja BDS?

Menschen, die sich keinen Deut um die Kurden, Jesiden oder Drusen kümmern, brüllen und kreischen wegen der Verfassung der Palästinenser.

Wenn Besatzung ihr Thema ist, warum gibt es keine Boykott-Kampagnen gegen die zweihundert Länder, die ein Besatzungsproblem haben? Sie tun nichts, um gegen die Besatzung Nordzyperns oder kurdischem Gebiet zu protestieren. Oder gegen Marokkos Besatzung der Westsahara. Wie kommt es, dass nur Israel sie verrückt machen kann?

Diesen tief sitzende Hass, der gegen Israel eitert, gibt es nur zu Israels als Nationalstaat des jüdischen Volks.

Es ist eine exklusive Verachtung, die sich gegen alle Vernunft und Logik richtet; und sie zeigt sich in den Unwahrheiten, die Perversion der Fakten, der Geschichte und der Ritualmordvorwürfe, mit denen Juden nach Jahrhunderte ähnlicher Verleumdung nur allzu vertraut sind.

Denn im dunklen Herzen dieser Pro-Palästinenser ist antiisraelische Gehässigkeit Antisemitismus.

Die Medien und Karl Lagerfelds Offenlegung des muslimischen Antisemitismus in Deutschland

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

In welchem Maß sagte der Top-Designer Karl Lagerfeld die Wahrheit, als er Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Sendung Salut les Terriens! (Hallo Erdlinge!) am 11. November auf Kanal 8 wegen ihrer Politik der offenen Grenzen für Flüchtlinge angriff? Er stellte fest, dass man – selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen – nicht Millionen Juden töten kann und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holt. Lagerfeld fügte hinzu: „Ich kenne jemanden in Deutschland, der nahm einen jungen Syrer auf, der sagte: ‚Das Größte, was Deutschland erfand, war der Holocaust.‘ Der junge Mann wurde vor die Tür gesetzt.“[1]

Lagerfeld merkte auch an, dass Merkel bereits Millionen Immigranten hatte, die gut integriert sind und es daher nicht nötig hatte eine weitere Million aufzunehmen, um nach der griechischen Krise ihr Image als böse Stiefmutter verbessern wollen.“[2]

Lagerfelds Äußerung kann als im Kern wahr, wenn auch zum Teil verzerrt zusammengefasst werden. Die Hauptwahrheit – neben der deutlichen Anmerkung über Deutschlands mörderisches Verhalten während des Holocaust – besteht darin, dass eine gewaltige Zahle an Muslimen hauptsächlich aus arabischen Ländern nach Deutschland zu bringen bedeutet, dass ein großer Anteil von ihnen in unterschiedlichem Maß antisemitisch ist.

Die Verzerrung in seinen Äußerungen besteht darin, dass die Millionen bereits in Deutschland befindlichen Immigranten gut integriert sein sollen. Zu ihnen gehört eine beträchtliche Anzahl, die sich nicht integrieren will. Der Anteil der Antisemiten unter ihnen ist vermutlich ebenfalls hoch. Man könnte hinzufügen, dass die Lage in Deutschland, was den Antisemitismus unter muslimischen Immigranten angeht, sich nicht dramatisch von der in anderen europäischen Ländern wie Frankreich unterscheidet.

Mitte November wurde eine Studie zum Antisemitismus in Hessen veröffentlicht. Sie stellte fest, dass die Zahl der Täter unter Rechtsextremen und Muslimen die bei weitem am höchsten ist und auf etwa demselben Niveau liegt.[3] Und das trotz der Tatsache, dass beides relativ kleine Gruppen der deutschen Bevölkerung sind. Die Studie ist daher eine weitere Stütze des Kerns von Lagerfelds Äußerung.

Viele Medien beschränkten sich darauf nur zu berichten was Lagerfeld sagte. Es wäre für sie schwierig gewesen das zu kommentieren, ohne zuzugeben, dass muslimischer Antisemitismus in Europa weit verbreitet ist und dass er in seinen Extremen Ausformungen gewalttätig und manchmal tödlich ist. Umso mehr, als alle in Europa aus ideologischen Gründen getöteten Juden des neuen Jahrhunderts von Muslimen ermordet wurden. Weit verbreiteten muslimischen Antisemitismus zuzugeben wird in Europa von denen, die sich als „Progressive“ bezeichnen, oft als politisch unkorrekt betrachtet. Ihn zu negieren, wenn man Lagerfelds Äußerungen diskutiert, würde jedoch das extreme Reinwaschen des Hasses durch die Medien offenbaren.

Trotzdem hatten einige Medienorgane kein Problem damit Lagerfeld zu attackieren, während sie den muslimischen Antisemitismus ignorierten oder bagatellisierten. Ein solches Medium war die New York Times. Sie geht mit Lagerfeld um, wie es die Boulevardpresse tun würde und verbannte das Thema in ihren Modeteil. Dort schrieb ihre Reporterin Valeriya Safronova: „Karl Lagerfeld, der Kreativdirektor von Chanel und Fendi, ist bekannt für taktlose und beleidigende Kommentare.“ Dann führte sie eine Auswahl früherer Äußerungen an, die keine Bedeutung für seine Behauptung bezüglich muslimischem Antisemitismus und der deutschen Bereitschaft Antisemiten einwandern zu lassen hatten.[4]

Safronova schrieb dann über Lagerfelds Äußerungen: „Sein jüngster Moment unerklärlicher Befindlichkeitsäußerungen kam am Samstag.“[5] Die Medienwatch-Organisation CAMERA hat über die Jahre hunderte, wenn nicht tausende Beispiele für die Einseitigkeit und Manipulationen der New York Times veröffentlicht. Ihrer Sammlung kann sie Safranovas Artikel hinzufügen.

Ein weniger bedeutendes US-Nachrichtenmedium, das es schaffte Lagerfeld zu attackieren, während es muslimischen Antisemitismus in Deutschland bagatellisierte, war Salon, eine ansehnliche linke Nachrichten- und Meinungs-Internetseite. Der stellvertretende Kultur-Redakteur nutzte mehr als eintausend Worte, um zu sagen, dass Lagerfeld für das, was er ist, verurteilt und bestraft werden sollte, denn er sei ein Islamophober.[6]

Der vermutlich größte Manipulator des Themas war der deutsche Privatfernsehsender RTL mit seinem Magazin Exclusiv. RTL-Journalist Marc Sterzenbach fragte, warum Lagerfeld sich so äußerte. Seine Antwort: „Tatsächlich ist das Unternehmen Chanel, für das er arbeitet, fest in jüdischer Hand. Eigentümer ist die Familie Wertheimer.“[7] Die Tageszeitung DIE WELT schrieb, dass RTL „klassische antisemitisches Klischees der sogenannten ‚jüdischen Weltverschwörung‘“ nutzte.[8]

Für diejenigen, die nicht verstanden haben, was Letzteres hieß, wurde es von dem jüdischen Autoren Henryk Broder in einem weiteren Artikel im selben Blatt erklärt. Er schrieb: „Noch nie hat das auf Klatsch und Tratsch, auf Promis und deren Probleme spezialisierte Magazin die Religionszugehörigkeit irgendeiner Familie thematisiert, die ein Unternehmen führt, für das irgendein Promi arbeitet. Dabei gibt es etliche Mode- und Kosmetik-Firmen, die „fest in jüdischer Hand“ sind, was bei RTL bis jetzt weder aufgefallen ist noch jemanden gestört hat.“[9]

Nach seiner Kritik entschuldigte sich RTL. Der Sender gestand ein, dass er es an „semantischer Sensibilität“ hatte mangeln lassen. Er erklärte, seine Wortwahl „spiegelt keinesfalls die Einstellung des Autors und natürlich nicht die des Senders“.[10]

Der vielleicht beste Kommentar war in der österreichischen Wiener Zeitung zu finden. Ihr Gastkommentator Christian Ortner schrieb unter der Schlagzeile „Kann die Wahrheit Verhetzung sein?“: „Damit, dass die Willkommenskultur von 2015 hohe Kosten, schwere soziale Probleme und erhebliche Frauenfeindlichkeit mit sich gebracht hat, können deren ehemalige Proponenten wohl gerade noch leben – aber einzubekennen, nun auch Antisemitismus verursacht zu haben, ist gerade in Österreich oder Deutschland unerträglich. Auch und gerade, wenn es stimmt.“[11]

Hunderte beschwerten sich über Lagerfelds Äußerungen bei der französischen Medienaufsichtsbehörde (CSA), die jetzt diese heiße Kartoffel handhaben muss. Sollte sie den kapitalen muslimischen Antisemitismus nicht erwähnen, wird sie sich selbst gerechtfertigter Kritik aussetzen. Die CSA hat allerdings reichlich Zeit sich zu überlegen, was sie sagen will, da sie einen gewaltigen Berg an Beschwerden über andere Sendungen abzuarbeiten hat.

[1] http://www.youtube.com/watch?v=EJKPn51ZrD8

[2] ebenda.

[3] http://www.fr.de/rhein-main/juden-in-hessen-antisemitismus-wandelt-sich-a-1387328

[4] http://www.nytimes.com/2017/11/14/fashion/karl-lagerfeld-migrants-angela-merkel.html

[5] ebenda

[6] http://www.salon.com/2017/11/15/following-karl-lagerfelds-islamophobic-rant-is-it-time-we-walk-away-from-the-designer/

[7] http://www.youtube.com/watch?v=H6DTUmzKC-c

[8] http://www.welt.de/vermischtes/article170660822/RTL-liefert-fragwuerdige-Erklaerung-fuer-Lagerfeld-Kritik.html

[9] http://www.welt.de/debatte/kommentare/article170679536/Wer-oder-was-hat-RTL-fest-in-der-Hand.html

[10] http://www.tagesspiegel.de/medien/fest-in-juedischer-hand-rtl-bedauert-formulierung-in-bericht-ueber-lagerfeld/20594858.html

[11] http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/929472_Kann-die-Wahrheit-Verhetzung-sein.html

Menschenrechte und die deutsch-israelischen Beziehungen nach der Affäre Gabriel

Gadi Taub, Fathom, Herbst 2017

Im April 2017 entschied sich der sozialdemokratische deutsche Außenminister Sigmar Gabriel sich mit den zwei israelischen NGOs Breaking the Silence und B’Tselem zu treffen, während er Israel besuchte. Er tat das im Wissen, dass dies zum Ergebnis haben würde, dass der israelische Premierminister ein Treffen mit ihm ablehnen würde. Der nach eigenem Eingeständnis israelische „Linke“ Gaid Taub untersucht die politische Bedeutung der „Gabriel-Affäre“. Warum machte der Premierminister es zu einer Sache des „B’Tselem oder ich“ und hatte er damit recht? Wie sollten Breaking the Silence und B’Tselem charakterisiert werden – als legitime Menschenrechtsorganisationen oder als den Staat Israel dämonisierend? Und wie sollte die angemessene Beziehung zwischen Eintreten für Menschenrechte und der ungelösten nationalen Frage in Israel und Palästina aussehen?

Die meisten Israelis nehmen an – oder zumindest taten sie es bis vor sehr kurzem – dass Deutschland ein felsenfester Freund Israels ist. Daher können sie sich nur schwer vorstellen, dass es aktiv Organisationen unterstützt, die zur Delegitimierungskampagne  gegen Israels Existenzrecht beitragen. Doch alles das dürfte sich nach dem Debakel im April zwischen Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel und Israels Premierminister Benjamin Netanyahu geändert haben.

Gabriel verkündete anlässlich eines offiziellen Besuchs zum Holocaust-Gedenktag, dass er die Vertreter zweier linksradikaler Bürgerrechtsorganisationen treffen würde – Breaking the Silence und B’Tselem. Als Netanyahu sagte, wenn diese Treffen stattfänden, würde er den Besuch boykottieren und es ablehnen sich mit Gabriel zu treffen, glaubten viele, er reagiere über. Wenige erwarteten allerdings, dass Gabriel sich für diese beiden Organisationen statt den israelischen Premierminister (und amtierenden Außenminister) entscheiden würde. Und als er das machte, begannen die Dinge in einem neuen Licht zu erscheinen. Es schien nicht länger so, dass der deutsche Außenminister einen ehrenwerten Fehler machte, nicht wissend, wie umstritten diese Organisationen bei den Israelis waren. Es erschien stattdessen so, dass er genau wusste, was er tat und dass wir, die israelische Öffentlichkeit, es waren, die mit unseren Annahmen über die deutsch-israelischen Beziehungen einen Fehler machten.

Breaking the Silence und B’Tselem werden nicht von vielen Israelis als ehrliche Menschenrechts-Schützer betrachtet. Vielmehr haben viele den Verdacht, dass sie das Thema der Menschenrechte im Dienst einer weltweiten Kampagne zur Dämonisierung Israels missbrauchen. Dass ein deutscher Minister darauf bestehen würde denen Unterstützung zu bieten, die von vielen als Teil der Kampagne betrachtet werden, die den Juden das Recht auf Selbstbestimmung verweigern, war derart verblüffend, dass es eine Weile brauchte um anzukommen. Und als es ankam, fand Netanyahu Unterstützung für seinen ungewöhnlichen Schritt, selbst von Leuten, die weit jenseits seiner Wählerschaft sind. Viele hatten den Verdacht, dass der Minister genau diese Organisationen nicht trotz der Tatsache besuchte, dass sie für die so nützlich sind, die uns dämonisieren, sondern genau wegen dieser Tatsache. Und dieser Verdacht schien Beweiskraft zu gewinnen, als die Affäre sich entaltete.

Breaking the Silence

Breaking the Silence sammelt Aussagen von IDF-Soldaten über angebliche Menschenrechtsverletzungen in den Gebieten. Für sich genommen sollte das als etwas Gutes angesehen werden. Es ist Israels Pflicht solche Missbräuche zu ermitteln, sie zu bestrafen und das ethische Verhalten seiner Armee zu verbessern. Doch Breaking the Silence berichtet diese Aussagen zumeist anonym, also können die Behörden sie nicht verifizieren, nicht zu ihnen ermitteln oder bestrafen. BtS konzentriert sich zudem stark auf seine Bemühungen die Aussagen im Ausland zu veröffentlichen, statt in Israel. Ihre Arbeit hilft nicht wirklich die Verhaltensnormen der IDF zu verbessern.

Das ist der Grund, dass viele in Israel das Gefühl haben, die Organisation sei nicht wirklich in Sorge um Menschenrechte an sich, sondern nutze das Thema vielmehr zynisch als Mittel für ein anderes Ziel: Sie glaubt, sie könne Israel zwingen die Besatzung zu beenden, aber nicht dadurch, dass ihre Bürger überzeugt werden den Versuch zu unternehmen das zu tun, sondern indem über den Kopf des Wahlvolks hinweg gearbeitet und Israel in den Augen der Welt dämonisiert wird. Das soll externen Druck der internationalen Gemeinschaft generieren, bis Israel gezwungen ist die Besatzung zu beenden. So scheint es jedenfalls in der Theorie auszusehen.

Wenn dem so ist, wie manche betont haben, dann steht jede Verbesserung der IDF-Verhaltensnormen dieser politischen Strategie im Weg, da sie davon abhängt, dass Israel im schlimmstmöglichen Licht dargestellt wird. Das mag auch erklären, warum in einigen der wenigen Aussagen, die Breaking the Silence mit verifizierbaren Details veröffentlicht hat, die Zuverlässigkeit sich als mehr als ein wenig fragwürdig herausstellte. Hamakor, das investigative Journalismus-Programm von Kanal 10, machte eine Stichprobe mit 10 Zeugenaussagen von Breaking the Silence. Es stellte fest, dass vier nicht überprüft werden konnten, zwei wurden verifiziert, zwei waren übertrieben und zwei stellten sich als falsch heraus. Das ist keine beeindruckende Bilanz, wenn man sich sorgfältige Dokumentation zum Ziel setzt. Als Demontrationsmittel ist das jedoch sehr eindrucksvoll.

All dies führt viele dazu zu glauben, dass die Nützlichkeit der Organisation für unverhohlen antisemitische Organisationen in der BDS-Bewegung (Boykott, De-Investition, Sanktionen) kein reiner Zufall sein kann.

B’Tselem

B’Tselem, eine ältere Organisation, ist ebenfalls nicht unbedingt nur eine aufrichtige Menschenrechts-Beobachtungsgruppe. Roy Yellin, Leiter der PR-Abteilung von B’Teselem, scheint das zugegeben zu haben, als er dies (auf Hebräisch) in Reaktion auf einen meiner Texte in Ha’aretz twitterte: „Das Problem besteht darin, dass Taub annimmt, das Ziel von Breaking the Silence und B’Tselem sei die Verbesserung der Besatzung, während beide Organisationen daran arbeiten die Besatzung zu beenden.“

Es gibt ein Problem, wenn das Thema Menschenrechte, das über allen parteilichen Überlegungen stehen sollte, in den Dienst einseitiger Ziele gebogen wird. Und natürlich könnten auch bei B’Tselem die beiden Ziele – Verteidigung der Menschenrechte und Druck auf Israel zu generieren – miteinander im Konflikt stehen: Je mehr Israels Verhaltensnormen verbessert werden, desto weniger (nicht fingierte) Munition gibt es, um den Staat zu dämonisieren. Wenn das Ziel darin besteht die Bürde für die Besatzung und die fortbestehende Pattsituation im Friedensprozess allein Israel anzulasten, dann, so scheint es, ist es um so besser, je schlimmer Israel sich verhält.

Die Internetseite von B’Tselem führt diesen Werbeslogan ganz oben auf ihrer Homepage: „Das israelische Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten.“ Das ist allerdings eine irreführende Beschreibung. Sie sammeln keine Informationen zu allen Menschenrechtsverletzungen, sondern nur zu den von Israelis begangenen. Palästinensische Zuwiderhandlungen, von denen es unter dem nicht allzu demokratischen Regime der Fatah reichlich gibt, werden einfach ignoriert. Das war eine Konsens-Entscheidung, die schon 1996 getroffen wurde. Fragen Sie Bassam Eid, einen Palästinenser, der mit B’Tselem arbeitete und sich unter Protest daraus zurückzog, nachdem die Organisation diesen Weg einschlug.

Man kann den Eindruck kaum aus dem Wege gehen, dass auch hier Menschenrechte ein Mittel sind, kein Ziel; und dass sie im Kontext benutzt werden ein einseitiges Narrativ über den Konflikt zu schaffen, in dem Israel der böse Schikaneur und die Palästinenser dessen unschuldige Opfer sind. Und wenn, wie Yellin zuzugeben scheint, das Ziel darin besteht die Besatzung zu beenden, nicht Abhilfemaßnahmen zu fördern, dann gibt es wohl in der Strategie wenig Unterschiede zwischen B’Tselem und Breaking the Silence.

Vielen Israelis, so wie ich, die seit Jahrzehnten gegen die Siedlungen opponieren und gerne sehen würden, dass die Besatzung endet, ist nicht nur unwohl bei dem, was eine Dämonisierungskampagne zu sein scheint, sondern sie glauben auch, dass diese Strategie zur Beendigung der Besatzung übel falsch aufgebaut ist. Die Palästinenser, nicht Israel, haben wiederholt Friedensabkommen abgelehnt (und tun das weiter, indem sie auf dem „Recht“ von Millionen Nachkommen der Flüchtlinge von 1948 bestehen nach Israel „zurückzukehren“). Einseitiger Druck auf Israel wird daher nur ihre Widerspenstigkeit anspornen. Warum sollte man nach all dem irgendeine der Forderungen aufgeben, wenn Druck nur auf die andere Seite ausgeübt wird? Außerdem: Wenn die Israelis die „neuen Nazis“ sind – d.h. das absolute Böse – warum sollte man dann irgendetwas tun außer zu warten, bis die zivilisierte Welt sie bricht, wie sie es mit den ursprünglichen Nazis tat?

Die Affäre Gabriel

Vor der Affäre Gabriel waren sich wenige Israelis bewusst, wie beliebt es in Deutschland ist Israel mit den Nazis zu vergleichen. Aber man muss zugegeben, dass das eine eigene, abartige psychologische Logik hat. Wenn die Juden heute die sind, die andere zu Opfer machen, statt die Opfer zu sein, nimmt das dann nicht einen Teil der Last der deutschen Schuld? Schafft das nicht ein Gegengewicht zum allgegenwärtigen Gefühl, dass schon die Existenz der Juden eine ständige Erinnerung an die Sünden der Deutschen ist? Drängt nicht das psychologische Bedürfnis, wenn schon nicht das Argument selbst, auf einen Weg der Entlastung, wenn den Opfern Vorwürfe gemacht werden?

Durch die Ablehnung von Netanyahus Ersuchen und die Unterstützung von Organisationen, die versessen darauf sind Israel zu dämonisieren, sorgte Gabriel dafür, dass viele sich fragten, ob er nicht eigentlich genau diese Art von politisch-psychologischem Spiel betrieb, das auf seine Wählerschaft Zuhause abzielen könnte. Aber ein deutscher Außenminister auf Staatsbesuch aus Anlass des Holocaust-Gedenktags kann doch sicher nicht versuchen Symbole und Emotionen zu manipulieren, um aus Opfern Täter zu machen! Oder doch? Wir sind jetzt ganz Ohr.

Es wurde hier in Israel daher nicht übersehen, dass Gabriel bei seiner Rückkehr nach Deutschland der Frankfurter Rundschau sagte, die Sozialdemokraten, seine Partei, seien zusammen mit den Juden „die ersten Opfer des Holocaust gewesen“ (das wurde später auf der Internetseite der Zeitung von „Opfern des Holocaust“ in „Opfer der Nazis“ geändert). Nachdem er also seinen Staatsbesuch dazu nutzte Israel durch das Objektiv von Organisationen zu betrachten, die unsere Sünden betonen und uns damit als Täter zu klassifizieren, machte er sich nun selbst (stellvertretend) zum Opfer und nicht nur zu irgendeinem Opfer, sondern zu einem Opfer des Nationalsozialismus? Wohin führte das alles? Es brachte die bitter sarkastische Bemerkung in Erinnerung, die dem israelischen Psychologen Zvi Rex zugeschrieben wird: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“ Werden wir uns für ihn bald bei Gabriel entschuldigen müssen?

All dies, sollten wir beachten, wurde unter dem Mantel selbstherrlicher – und entschieden herablassender – Rhetorik betrieben. Gabriel half, uns nach eigener Auskunft über die Gefahren des Nationalismus – des unseren – und die Tugenden „europäischer Werte“ und Demokratie zu belehren. Aber trotz des makellosen humanitären Vokabulars war es nicht schwer das Gefühl zu haben, dass etwas sehr Unheimliches im Gang war, da das Interesse des Ministers an böswilligem Nationalismus und Menschenrechten selektiv zu sein schien. Er war offenbar mehr an Fällen interessiert, bei denen Israel Schuld zugeschrieben werden kann. Er hatte keine Pläne irgendwelche zivilgesellschaftlichen Organisationen zu treffen, die palästinensische Missstände dokumentieren und seine edelgesinnten Mahnungen vor jüdischem Nationalismus wurden durch keine einzige Kritik an der mörderischen Art fremdenfeindlichen Nationalismus ergänzt, zu dem die Palästinenser gewohnheitsmäßig – und institutionell – ihre Leute ermutigen, besonders ihre Jugend. (Gabriel hat seitdem als Teil einer offiziellen Veranstaltung des Außenministeriums einen religiösen iranischen Führer bewirtet, der die Auslöschung Israels forderte, berichtete die Jerusalem Post.) Natürlich ist palästinensischer Antisemitismus als „Lektion aus dem Holocaust“ nützlich, wenn eine solche Lektion nur dazu gedacht ist etwas zu unterstellen – selbstverständlich auf gewundene, niemals ausdrückliche Art – dass die ehemaligen Opfer heute die Täter geworden sind, womit geholfen wird Deutschlands moralische Bürde leichter zu machen.

Netanyahu hatte absolut recht mit seiner energischen Ablehnung bei einem derart fragwürdigen Spiel der Andeutungen mitzumachen. Vielleicht sollten wir Gabriel daher am Ende dankbar sein, dass er die Gelegenheit lieferte all das den Israelis klarzumachen. Wir können würdigen, dass die deutsche Vergangenheit tatsächlich eine schwer zu tragende Last ist; und wir können sogar den Schmerz der Söhne mitfühlen, die mit den Sünden ihrer Väter leben müssen. Aber es ist beileibe nicht die Aufgabe der Juden ihnen zu helfen sich die Sacher leichter zu machen, geschweige denn Deutschlands historische Schuld zu schultern. Es ist also leicht zu sehen, warum Israelis die gesamte Affäre eher widerlich fanden.

Doch selbst das war noch nicht alles. Viele Israelis lehnten die schrille Rhetorik von Netanyahus rechtsgerichteter Regierung ab, in der Beschwerden darüber, dass europäisches Geld über die PA für die Unterstützung von Terrorismus geleitet wird, im allgemeinen Klima der paranoid scheinenden Rhetorik scheinbar verlorengehen könnte. Aber auch diese Beschwerde erhielt jetzt mehr Aufmerksamkeit, wie es anscheinend sein musste, als die USA vor kurzem gegen die Unterstützung der PA für die Familien von Terroristen eine recht entschiedene Haltung bezog. Die PA unter Mahmud Abbas nennt palästinensische Terroristen gewohnheitsmäßig „Märtyrer“ und bietet ihren Familien großzügige finanzielle Hilfe. Gabriel, der es bezüglich Israels moralischem Verhaltens so genau nahm, hatte nichts dazu zu sagen, dass deutsches Geld auf diese Weise genutzt wird. Wir aber schon. Und wir sollten alle Spender haftbar machen, wenn sie erlauben, dass ihr Geld dafür genutzt wird Anreize für Terrorismus zu liefern. Deutschland ist ein guter Ort damit anzufangen und Netanyahu hatte recht all das herauszustellen.

Nach Angaben von Presseberichten in Israel, die auf Gabriels Besuch folgten, verweigerte Deutschland Vertretern der Regierung von Recep Erdoğan die Einreise, als sie sich mit deutschen Bürgern türkischer Herkunft treffen wollten. Deutschland fürchtete, dass Repräsentanten des türkischen Staates Mitglieder ihrer eigenen Bürgerschaft radikalisieren würden. Letzten Endes sieht es also so aus, als wäre im Vergleich Netanyahus Umgang mit Gabriel eigentlich sogar recht milde umgegangen. Vielleich sollte das in der Zukunft weniger milde sein.

Wenn Sie noch Beweise mehr brauchen, dass die EU gegen Israel ist…

Elder of Ziyon, 19. Oktober 2017

Ha’aretz berichtet:

Acht Länder der Europäischen Union schrieben Israel einen offiziellen Protestbrief, in dem sie mehr als €30.000 Schadenersatz forderten, weil Gebäude und Infrastruktur konfisziert wurde, die die Länder in Area C der Westbank gebaut hatten; Area C steht unter voller israelischer Kontrolle.

Ein ranghoher europäischer Diplomat sagte gegenüber Ha’aretz, dass Belgien den Schritt anführte. Die anderen beteiligten Länder beim Abfassen des Briefs sind Frankreich, Spanien, Schweden, Luxemburg, Italien, Irland und Dänemark. Alle acht Länder sind Mitglieder des Schutzkonsortiums für die Westbank, einem Gremium, über das sie ihre humanitäre Hilfe für Area C koordinieren.

Diese Länder protestierten gegen die Beschlagnahme der von ihnen in Beduinengemeinden installierten Sonnenkollektoren und den Abriss von mobilen Gebäuden, die in verschiedenen Beduinengemeinden finanziert wurden und als Klassenzimmer dienten.

Die Existenz des Protestbriefs wurde als erstes von der französischen Zeitung Le Monde berichtet. In dem Brief betonten die acht Länder, wenn Israel die beschlagnahmte Ausrüstung nicht ohne Wenn und Aber zurückgibt, würden sie Entschädigung verlangen. Der Abriss und die Beschlagnahme der humanitären Ausrüstung, einschließlich der Schul-Infrastruktur sowie die eingriffe in den Transfer humanitärer Hilfe verletze Israels Verpflichtungen nach dem Völkerrecht und verursache Leiden für die palästinensischen Einwohner, hieß es in dem Brief.

Der Brief ist der zweite Schritt, den diese Länder in der Sache unternehmen. Vor eineinhalb Monaten kamen Diplomaten aus den acht Ländern, um sich mit der Leiterin des Europaressorts der Außenminister, Rodica Radian-Gordon, zu treffen, damit sie gegen Israels Vorgehen gegen Beduinengemeinden in Area C zu protestieren.

Nach Angaben eines ranghohen Beamten des Außenministeriums sagte Olivier Belle, der belgische Botschafter in Israel, bei dem Treffen, wenn Israel die beschlagnahmte Ausrüstung nicht zurückgebe, werde sein Land formell Entschädigung verlangen. Belle war der einzige bei dem Treffen, der das Thema der Entschädigung aufbrachte, aber in den folgenden Wochen schaffte er es offenbar seine Kollegen zu überzeugen, aus der Forderung eine gemeinsam erarbeitete Position zu machen, die Israel offiziell übermittelt wurde.

Israel lehnt die Forderung nach Schadenersatz kategorisch ab. Israels Haltung lautet, dass die europäischen Aktivitäten in Area C keine humanitäre Hilfe sind, sondern illegale Entwicklung, die ohne Koordination mit Israel sowie mit dem Ziel der Stärkung des Zugriffs der Palästinenser auf Area C erfolgt. Die europäische Haltung! Lautet, dass gemäß der Genfer Konvention Israel für den Umgang mit den Alltagsbedürfnissen der palästinensischen Bevölkerung in Area C zuständig ist und weil es sich nicht darum kümmert springen die europäischen Staaten mit humanitärer Hilfe ein.

Die offizielle Haltung der EU gegenüber Area C steht in komplettem Widerspruch zum Völkerrecht. Der Oslo-Prozess sagt, dass Area C unter israelischer Kontrolle bleibt, bis es eine Vereinbarung zu Grenzen gibt, aber die EU sagt, Area sei palästinensisch. Punkt.

Aus ihrer eigenen Internetseite:

Israel behält die fast ausschließliche Kontrolle über Gesetzesvollzug, Planung und Bautätigkeit in Area C.

In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Schlüsse des des EU-Außenministerrats arbeitet die Europäische Union in Area C an zwei Fronten: humanitäre Unterstützung und Entwicklung.

Die EU bietet bedürftigen Gemeinden in Area C humanitäre Unterstützung in Übereinstimmung mit den humanitären Notwendigkeiten. Gleichzeitig arbeitet die EU mit der palästinensischen Autonomiebehörde an der Entwicklung von Area C und unterstützt die palästinensische Präsenz dort. Dazu gehören Projekte, die die wirtschaftliche Entwicklung fördern und die Lebensqualität der palästinensischen Gemeinden in den Bereichen der Entwicklung des Privatsektors, der Umwelt und Landwirschaft verbessern. Die EU berät sich mit den örtlichen Gemeinden selbst sowie wo nötig den israelischen Behörden.

Die EU berät sich offensichtlich nicht mit Israel, wenn sie Gebäude und andere Bauwerke baut. Aber sie gibt zu, das ihr Hauptpartner bei Entscheidungen, was in Area C getan werden muss, die PA ist – obwohl sie ziemlich genau weiß, dass Israel Bau und Planung kontrolliert.

Mit anderen Worten: Die Anwesenheit der EU in dem Gebiet ist Ausweichmanöver um unterschriebene Vereinbarungen herum und ein Versuch vor Ort Fakten zu schaffen. Sie sagen das selbst.

Die Idee ist, dass das ein humanitärer Witz ist. Sei versuchen mehr Palästinenser in Area C zu locken und weg von den Gebieten unter teilweise oder voller Kontrolle der PA.

Der Grund? Israel eins auszuwischen.

Letzten August errichtete die EU in Dörfern der Westbank eilig mehrere Schulen, bevor das Schuljahr begann. Es dauerte für jedes Gebäude nur einen bis zwei Tage es zu bauen. Es gab keine Genehmigungen und bei einer der Schulen gab Israel ausdrücklich die Anweisung alle Arbeit an dem Gebäude zu stoppen.

Die EU ignorierte die israelische Politik und sogar das von der EU anerkannte Völkerrecht (wenn man annimmt, dass Area C „besetzt“ ist, dann hat Israel das alleinige Recht zu entscheiden, was wo gebaut wird).

Israel zerstört illegale Bauten.

Die EU rief ihre Medien-Kumpels beim Independent an, sie sollten antiisraelische Artikel schreiben, die beschrieben, wie furchtbar es sei, dass die Kinder ihre Schulen verloren, die sie nie hatten.

Und das ist der Punkt, an dem Belgien erstmals Entschädigung forderte – buchstäblich 24 Stunden danach.

Der ganze Vorfall als Fernsehdrama inszeniert, mit traurigen Kindern, die „gezwungen“ waren in einem Zelt zu lernen. 80 Kinder, die in anderen, nahe gelegenen schulen gewesen waren, wurden als ohne Chance auf Bildung proträtiert.

Ich habe diese Dörfer gesehen, in denen diese Leute leben. Sie werden überall in Area C gebaut, mit auffällig angebrachten EU-Flaggen. Etwa ein Dutzend Hütten und mobile Heime, die planlos auf Hügel gesetzt wurden, die ein paar Jahre zuvor leer waren. Das ist alles illegale Bautätigkeit der EU und zudem ein illegaler Transfer von Menschen aus ihren Häusern in den Areas A und B in die Area C, wo sie so tun können, als würden sie unter Einschränkungen durch die Israelis leiden.

Hier haben Sie einen Zeitsprung von Google Earth, der zeigt, wie diese Bauten platziert wurden, um die Landnahme in Area C zu maximieren; der Unterschied zeigt die letzten fünf Jahr in einem kleinen Bereich von Area C nahe Jerusalem.

Die EU versucht nicht Gemeinden mit geordneten Straßen und Infrastruktur zu bauen. Sie vesucht so viel Land in Area C wie möglich zu stehlen, um es Palästinensern zu geben.

Und jetzt will sie Israel verklagen, um für illegales Handeln entschädigt zu werden.

Das ist Chutzpe und ein klarer Beweis, dass die EU fanatisch antiisraelisch ist.

Hören Fürsprecher der Palästinenser den Palästinensern überhaupt je zu?

Mitchell Bard, The Algemeiner, 26. September 2017

Palästinenser in Ramallah. Foto: Wikimedia Commons

Wenn man den Fürsprechern und Anhängern der Palästinenser, die außerhalb des Nahen ostens leben, Beachtung schenkt, dann sollte man glauben, dass die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen in erster Linie an Siedlungen, Boykotten, „Besatzung“, über Israel herzufallen und einen Zweistaatenlösung interessiert sind. Man muss sich fragen, ob diese Aktivisten jemals mit Palästinensern sprechen, die in den Gebieten leben – denn wenn Meinungsforscher diese nach ihren Meinungen fragen, dann wird klar, dass ihre tatsächlichen Ansichten ganz anders aussehen.

Das palästinensische Zentrum für Politik und Umfrageforschung (PSR – Palestinian Center for Policy and Survey Research) führte diesen Monat die jüngste Umfrage durch und stellte fest: „Eine überwiegende Mehrheit der palästinensischen Öffentlichkeit sorgt sich um die Zukunft der Freiheiten in Palästina.“ Mahmud Abbas in der Westbank und die Hamas im Gazastreifen verweigern beide den Palästinensern ihre grundlegenden Bürgerrechte: freie Meinungsäußerung, freie Religionsausübung, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit. Frauenrechte sind praktisch nicht existent und es gibt null Toleranz für LGBTlQ-Palästinenser.

Wie ich früher schon geschrieben habe, stehen Fürsprecher, die behaupten sich enorm um das Wohlergehen der Palästinenser zu sorgen, niemals für Palästinenserrechte ein, wenn sie von der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) verletzt werden; auch die die autoritäre Herrschaft von Mahmud Abbas kritisieren sie nicht. Wann war das letzte Mal dass das American-Araber Discrimination Committee, das Arab American Institute, Students for Justice in Palestine, die Jewish Voice for Peace, CAIR oder sonst eine propalästinensische Gruppe sich gegen diese Missbräuche äußerten? Sie finden ihre Stimme nur, wenn sie eine Möglichkeit finden die Juden zu beschuldigen – weil sie antiisraelische Propaganda der Hilfe für Palästinenser vorziehen.

Doch die von ihren Führern unterdrückten Palästinenser wissen es besser. Während Fürsprecher im Ausland frei reden können – es aber nicht tun – werden Journalisten und Aktivisten in den Gebieten regelmäßig verhaftet. Mehr als 80% der Befragten sagten, dass die PA nicht das Rech that Aktivisten wie Issa Amro festzunehmen, der verhaftet und Berichten zufolge verprügelt wurde,w eil er die Festnahme des palästinensischen Journalisten Ayman al-Qawasmi kritisierte. Die meisten Palästinenser räumen indes ein, dass sie Angst haben die PA zu kritisieren.

Gefragt, was sie für das wichtigste Problem halten, dem die palästinensische Gesellschaft sich gegenüber sieht, stuft die Öffentlichkeit Armut und Arbeitslosigkeit sowie die verbreitete Korruption in öffentlichen Institutionen als ihre zwei Top-Anliegen ein. Nur 23% sagten, dass ihre höchste Priorität bei der Fortsetzung der Besatzung und den Siedlungsaktivitäten liegt. Aber wann war das letzte Mal, dass Sie einen Palästinenseraktivisten von Armut und Korruption haben reden hören?

Während Abbas regelmäßig droht, als Reaktion auf israelisches Handeln die PA aufzulösen, als würde das irgendwie die Israelis bestrafen, wünschen sich 50% der Palästinenser, dass er da auch tun würde – weil sie die PA als „eine Last für das palästinensische Volk“ ansehen. Satte 67% der Öffentlichkeit will auch, dass Abbas zurücktritt (bei den Gazanern 80%) und 65 sind mit seiner Leistung als Präsident unzufrieden.

Wir hören von Israels Kritikern von der Blockade des Gazastreifens, die von Hamas-Terroranschlägen herbeigeführt wurde, aber die Gazaner sind zunehmend wütend auf Abbas. Nach Angaben der Umfrage „entfernen sich die in nie dagewesener Weise weiter von der Fatah und der Palästinenserführung“, wegen der Sanktionen, die Abbas dem Gazastreifen auferlegte und mit denen er versuchte die Menschen dort gegen die Hamas aufzubringen.

Angesichts der Zustände in der PA überrascht es nicht, dass 43% der Gazaner und 22% der Palästinenser in der Westbank sagen, sie würden gerne in andere Länder auswandern. Beachten sie auch, dass Sie nie hören, dass Palästinenser und ihre Anhänger andere Menschen auffordern in die PA-Gebiete zu ziehen, um den Staat aufzubauen oder für die Unabhängigkeit zu kämpfen; das ist einer von vielen Gegensätzen zur Verbundenheit des jüdischen Volks zu seiner Heimat.

Fürsprecher der Palästinenser, die dazu tendieren gegenüber Friedensgesprächen und einer Zweistaatenlösung feindselig eingestellt zu sein, stehen eher im Einklang mit dem palästinensischen Volk in den Gebieten. Fast drei Viertel der palästinensischen Öffentlichkeit glaubt nicht, dass es er Administration Trump mit dem Erzielen einer Friedensvereinbarung ernst ist; 55% sind dagegen eine Einladung der Administration zur Wiederaufnahme von Verhandlungen mit Israel anzunehmen. Eine dünne Mehrheit – 52% gegen 47% – unterstützt die Zweistaatenlösung; 31% sind für eine Einstaatenlösung.

Eine positive Entwicklung in der Umfrage war die Zunahme der Unterstützung für gewaltfreien Widerstand (die immer noch bei nur 26% liegt), die die Meinungsforscher dem Erfolg zuschreiben, dass Israel gezwungen wurde die Metalldetektoren am Aufgang zum Tempelberg zu entfernen. Sie Umfrage stellte allerdings auch fest, dass die Unterstützung von Gewalt zugenommen hat und dass 35% der Öffentlichkeit glaubt, Gewalt sei das effektivste Mittel dazu die Unabhängigkeit zu erreichen. Noch unheilverkündender ist: 45% befürworten bei Abwesenheit von Verhandlungen eine Rückkehr zur bewaffneten Intifada.

Ein interessanter Befund besteht darin, dass die Palästinenser eine realistischer Sicht der Bedeutung ihrer Sache in der arabischen Welt entwickelt zu haben scheinen. Zwar halten einige Fürsprecher (und Arabisten) perpetuieren das Märchen, dass die Palästinenserfrage für die Stabilität des Nahen Ostens eine zentrale Rolle spielt, aber 77% der Palästinenser glauben, dass „die arabische Welt zu sehr mit ihren eigenen Dingen, internationalen Konflikten und dem Konflikt mit dem Iran beschäftigt ist und dass Palästina nicht länger das bedeutendste oder vorrangige Frage oder Angelegenheit ist“.

Fürsprecher Israels werden manchmal beschuldigt die israelische Regierung blind zu unterstützen, obwohl es in Wirklichkeit keinen Mangel an israelischen Kritikern der Anführer und Politik des Staats gibt. Von unseren Palästinenserfreunden kann das nicht gesagt werden.

Die selektive Empörung und Sittlichkeit der Fürsprecher der Palästinenser wird durch ihr Schweigen offensichtlich, wenn es um die Misshandlung der Palästinenser durch ihre eigenen Führer geht. Diese scheinheilige Besessenheit mit Israels echten und eingebildeten Sünden wirft ein Schlaglicht auf ihre Unaufrichtigkeit und offenbart, dass es den meisten weniger um das Wohlergehen der Palästinenser als vielmehr um die Dämonisierung, wenn nicht Vernichtung Israels geht.