Juden mit geteilter Loyalität – das wichtigste antisemitische Stereotyp

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Dem Mord an 11 Juden in einer Synagoge in Pittsburgh folgte die Veröffentlichung einer FBI-Publikation zu 2017, die festhielt, dass 60% aller voreingenommen-religiösen Hassverbrechensvorfälle in den USA sich gegen Juden richteten, womit die Zahl für andere Religionen bei weitem überschritten wurde. Diese und eine Reihe weitere Erscheinungsformen des Antisemitismus machen eine Analyse der wichtigsten negativen Stereotype zu Juden in den Vereinigten Staaten vor dem Hintergrund der internationalen Lage notwendig.[1]

Statistiken zeigen, dass das wichtigste antisemitische Hass-Motiv weltweit das ist, Diaspora-Juden würden Israel gegenüber mehr Loyalität zeigen als gegenüber dem Land, in dem sie leben. Die von der ADL 2014 veröffentlichte Studie „Global 100“ stellte fest, dass 30% der erwachsenen Amerikaner – also 75 Millionen Menschen – diese Falschmeldung glauben.[2] Eine Studie der ADL aus dem Jahr 2015 stellte sogar einen leicht höheren Anteil fest.[3]

Die Global 100-Studie der ADL von 2014 stellte auch fest, dass die falsche Anschuldigung der geteilter Loyalität das wichtigste internationale antisemitische Stereotyp ist. 41 Prozent der in dieser Studie eingeschlossenen Weltbevölkerung glauben, dass das wahr ist,[4] was rund 1,7 Milliarden Menschen ergibt. Diese gewaltige Zahl bietet eine fruchtbare Infrastruktur für viele weitere antisemitische Anschuldigungen. Wenn die Interessen Israels denen des Landes entgegen stehen, n dem die Juden leben, könnte das israelische Interesse Vorrang bekommen. A priori untergräbt dies das Vertrauen in Juden. Man kann es so ausdrücken: „Du bist nicht wirklich einer von uns.“ In seiner extremsten Form ist geteilte Loyalität ein verschleierter Vorwurf von Verrat.

Die Anschuldigung Juden seien der Gesellschaft oder dem Land gegenüber, wo sie leben, nicht loyal, existierte lange, bevor der Staat Israel gegründet wurde. Mitte des vierzehnten Jahrhunderts ermöglichte sie zur Zeit der Plage des Schwarzen Todes das Verbrennen von Juden; sie wurden beschuldigt Lebensmittel, Brunnen und Flüsse zu vergiften. Es gab eine Reihe Variationen dieses Themas der zweierlei beziehungsweise des Fehlens von Loyalität. Eine Version lautete, Juden seien Kosmopoliten, ein Volk ohne Vaterland, die nur anderen Juden gegenüber loyal seien. Das bot eine bequeme Grundlage für die Beschuldigung und anschließende Verurteilung des französischen Offiziers Alfred Dreyfus wegen Hochverrat im Jahr 1894. Als Jude war er der ideale Kandidat um ihm Spionage gegen Frankreich vorzuwerfen, die in Wahrheit von einem nichtjüdischen Offizier begangen worden war.

Juden geteilter Loyalität zu beschuldigen ermöglicht die Schaffung weiterer antisemitischer Stereotype. Eines lautet: „Juden wollen die Welt kontrollieren.“ Die globale ADL-Studie von 2014 zeigt, dass 29% der Befragten weltweit glauben, Juden hätten zu viel Macht in Weltangelegenheiten.[5]

In den USA offenbarte 2015 eine Studie der ADL, dass 16% der Bevölkerung der Amerikaner (das sind 40 Millionen) glauben, Juden hätten zu viel Macht in der Geschäftswelt.[6] Dieselbe Zahl an Amerikanern zieht in Erwägung, dass Juden in den internationalen Finanzmärkten zu viel Macht haben. Zwölf Prozent oder 30 Millionen waren der Meinung, dass Juden zu viel Kontrolle über die US-Regierung ausüben, während dieselbe Anzahl glaubt, dass Juden zu viel Kontrolle über die Weltmedien haben. 25 Millionen erwachsene Amerikaner glauben, dass Juden zu viel Kontrolle über Weltangelegenheiten haben.[7]

Unter der Administration Obama entstand eine beträchtliche Uneinigkeit zwischen den USA und Israel bezüglich des Iran-Abkommens. Der jüdische Senator Chuck Shumer stimmte dagegen und wurde dann beschuldigt Israel gegenüber loyaler zu sein als Amerika.[8] Juden fürchten oft geteilter Loyalität beschuldigt zu werden, wenn einer von ihnen einen größeren Fehltritt begeht. Der extremste Fall war Jonathan Pollards Spionage für Israel. Er ist die einzige Person, die jemals eine lebenslange Strafe wegen Spionage gegen die USA im Auftrag eines Verbündeten erhielt.[9]

Es kann leicht gezeigt werden, dass auf grundlegenden Fragen großer Bedeutung für Israel die Beschuldigung der geteilten Loyalität amerikanischer Juden im Wesentlichen gelogen ist. Bisher ist Donald Trump der pro-israelischste US-Präsident gewesen. Wenn es geteilte Loyalität von Juden gäbe, sollte die große Mehrheit der amerikanischen Juden heute ihn heute unterstützen. 2016 stimmten 71% der Juden für Hillary Clinton; landesweit waren im Vergleich dazu 48%. Nur 24% der Juden stimmten für Trump.[10] Im neu gewählten Kongress wird von einer Vielzahl jüdisch-demokratischer Ausschuss-Leiter erwartet, dass sie den Präsidenten auf bedeutende Weise angreifen.[11]

Es gibt viele weitere Belege dafür, dass das Konzept der geteilten Loyalität amerikanischer Juden falsch ist. Barack Obama gehörte zu den Israel gegenüber unfreundlichsten US-Präsidenten, doch Juden stimmten in großer Zahl für ihn. 2008 stimmten 78% der Juden für Obama, landesweit waren es 53%. 2012 stimmten 69% der Juden für ihn, landesweit waren es 58%.[12][13] Die Mehrheit der amerikanischen Juden, die für Obama stimmten, taten das anscheinend gegen ihre eigenen Interessen. Er und seine Frau waren lange Zeit Mitglieder einer Kirche, deren Pastor Jeremiah Wright Antisemit ist.[14]

Wie wackelig Behauptungen der geteilten Loyalität von Juden sind, lässt sich auch in anderen Ländern zeigen. In einer in den Niederlanden während des Wahlkampfs durchgeführten Meinungsumfrage wurde festgestellt, dass 19% der niederländischen Juden beabsichtigten für die antiisraelische Arbeitspartei (PvdA) zu stimmen, während nur 6% der Gesamtbevölkerung für diese stimmte.[15]

In Großbritannien sagten 13% der Juden, sie würden bei den Parlamentswahlen 2017 immer noch für die Labour Party stimmen.[16] Und das trotz der Tatsache, dass Parteichef Jeremy Corbyn Sympathisant völkermörderisch-terroristischer Angreifer Israels und ein Anti-Israel-Hetzer ist.[17] Mehrere Menschen in seinem Umfeld hetzen extreme gegen Israel.

Stark verwässerte Versionen der geteilten Loyalität sind in vielen Ländern zu finden. Immigranten mögen beim Sport ihr Herkunftsland gegen das Land, in dem sie leben, unterstützen. Manchmal gerät dies jedoch radikal außer Kontrolle. Ein sehr bekannter Fall ist das Fußball-Freundschaftsspiel 2001 in Paris zwischen Frankreich und Algerien. In Frankreich lebende Algerier pfiffen, als die französische Nationalhymne gespielt wurde. Das Spiel musste abgebrochen werden, als Algerier das Spielfeld stürmten.[18]

Viele Länder haben eine problematische Diaspora. Anschuldigungen geteilter Loyalität ist jedoch ein typisches und weit verbreitetes, antijüdisches Stereotyp. Es gibt Fälle anderer Ethnien, wo das Problem geteilter Loyalität offensichtlich ist. Ein Beispiel ergibt sich aus der Tatsache, dass die Türkei ihren im Ausland lebenden Bürgern gestattet an Wahlen teilzunehmen. Mehr als 450.000 Türken oder 65% derer, die in Deutschland an der Wahl teilnahmen, unterstützten bei den Parlamentswahlen von 2018 Erdoğans AKP. Das ist beträchtlich mehr als der Anteil derer, die in der Türkei für sie stimmte. Trotzdem führte das nicht zu allgemeiner Entrüstung in Deutschland darüber, dass diese Leute eine Partei im Ausland unterstützen, deren Ansichten mit demokratischen Normen und Werten nicht kompatibel sind.

Der ehemalige Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir war fast der einzige deutsche Politiker, der die offensichtlichen Schlüsse zog. Er sagte: „Die feiernden deutsch-türkischen Erdoğan-Anhänger jubeln nicht nur ihrem Alleinherrscher zu, sondern drücken damit zugleich ihre Ablehnung unserer liberalen Demokratie aus. Das muss uns alle beschäftigen.“[19]

Intelligente Wege zu finden, diese falschen Behauptungen geteilter Loyalität gegen Juden zu entlarven, könnte der Anfang eines neuen Typs des Kampfs gegen Antisemitismus sein.

[1] https://ucr.fbi.gov/hate-crime/2017/topic-pages/tables/table-1.xls

[2] https://global100.adl.org/public/ADL-Global-100-Executive-Summary.pdf

[3] http://global100.adl.org/#country/usa/2015

[4] https://global100.adl.org/public/ADL-Global-100-Executive-Summary.pdf.

[5] ebenda

[6] http://global100.adl.org/#country/usa/2015

[7] ebenda

[8] http://www.timesofisrael.com/us-jewish-group-slams-dual-loyalty-smears-on-iran-deal/

[9] http://www.theguardian.com/world/2015/nov/20/spy-jonathan-pollard-to-be-free-after-30-years-but-still-a-thorn-in-us-israeli-ties

[10] http://www.jewishvirtuallibrary.org/jewish-voting-record-in-u-s-presidential-elections

[11] http://www.jpost.com/Diaspora/Jewish-Americans-are-now-the-face-of-Trump-resistance-571399

[12] ebenda

[13] http://www.jta.org/2018/10/17/news-opinion/politics/poll-shows-jewish-voters-favor-democrats-midterms-dislike-trump

[14] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/19883

[15] http://www.niw.nl/enquete-joods-nederland-kiest-555/

[16] http://www.thejc.com/news/uk-news/labour-support-just-13-per-cent-among-uk-jews-1.439325

[17] https://besacenter.org/perspectives-papers/corbyn-against-jews-israel/

[18] http://www.leparisien.fr/sports/france-algerie-pourquoi-le-match-a-degenere-08-10-2001-2002494338.php

[19] http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-06/reaktionen-tuerkei-wahl-cem-oezdemir

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Ein Blick auf Gaza – durch eine schwedische Brille

First.One.Through, 15. November 2018

Es ist erstaunlich, wie „aufgeklärte“ Regierungen in Europa die Lage im Gazastreifen und Israel betrachten.

Als erstes, wie wenige einfache Fakten Regierungen begreifen und verinnerlichen:

  • Der Gazastreifen war integraler Bestandteil Palästinas. Das bedeutete, es war dazu vorgesehen Teil der jüdischen Heimstatt zu sein, wie sie im Völkerrecht 1920 und im Mandat Palästina 1922 umrissen wurde.
  • Der Gazastreifen wurde von Ägypten 1948/49 erobert und besetzt. Ägypten machte keinerlei Anstalten den Gazastreifen als unabhängigen arabischen Staate zu etablieren, während es das Gebiet verwaltete. Keine internationale Bewegung übte Druck auf Ägypten aus, dass ein solches Gebilde schuf.
  • Die Gazaner sind keine Flüchtlinge. Die Araber aus anderen Teilen Palästinas, die 1948 zu Israel wurden, und die in den Gazastreifen zogen, können nicht „Flüchtlinge“ genannt werden, nur „intern obdachlose Menschen“, die sich in einen anderen Teil des Territoriums begaben.
  • Die Gazander sind unabhängig. Das ist das erste Mal in der Geschichte, dass die örtlichen Araber im Gazastreifen über sich herrschen, seit Israel 2005 jeden einzelnen israelischen Juden – Soldaten wie Zivilisten – dort herausholte.
  • Die Gazaner werden von ihrer Lieblings-Terrorgruppe, der Hamas, regiert. Die Hamas ist von einem Großteil der Welt, darunter den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und Israel, als Terrororganisation eingestuft worden. Sie ruft in ihrer Charta von 1988 zur Vernichtung Israels auf und wurde von einer Mehrheit der Palästinenser im Jahr 2006 demokratisch gewählt. Sie führt weiterhin in den palästinensischen Umfragen, sollte je eine neue Wahl stattfinden.
  • Ägypten und Israel verhängten die Blockade des Gazastreifens wegen der Hamas. Israel und Ägypten hatten 2005 keine Blockade des Gazastreifens, als das Gebiet unabhängig wurde. Die Länder führten die Blockade ein, nachdem die Hamas 2007 die PA in einem Mini-Bürgerkrieg zwischen Hamas und Fatah in dem Gebiet vernichtete.
  • Die Hamas begann in den letzten zehn Jahren drei Kriege aus dem Gazastreifen heraus. 2008, 2012 und 2014 fuhren die Palästinenser im Gaazstreifen ihre Angriff auf Israel zu ausgewachsenen Kriegen hoch.
  • Die palästinensischen Angriffe aus dem Gazastreifen haben nicht aufgehört. Zwischen den drei Kriegen griffen die Araber im Gazastreifen Israel weiter mit Brandvorrichtungen, Mörserbeschuss, Heckenschützen, Tunnel-Infiltrationen und Bomben an.

Das sind schlichte historische Fakten, die keiner Interpretation unterzogen werden sollten. Israel verließ das Gebiet, auf das es internationale und historische Ansprüche hatte und musste zusehen, wie es von einer Gruppe übernommen wurde, die sich seiner Vernichtung verschrieben hat und gegen die es ständig kämpfen muss. Man sollte meinen, solche Datenpunkte würden darüber informieren, wie Diplomaten die Lage dort sehen.

Doch heute ist die Europäische Union ein sicherer Hafen für Leute, die auf Israel einprügeln.

Man betrachte die Ansprache des schwedischen Botschafters Olof Skoog vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Mai 2018 zu den Kämpfen zwischen den palästinensischen Araber im Gazastreifen und Israel. Seine Kommentare zeigten eine interessante Perspektive.

Seine Eminenz, Herr Olof Skoog, permanenter Repräsentant Schwedens bei den Vereinten Nationen und für den Monat Juli 2018 Präsident des Sicherheitsrats

Palästinenser protestieren friedfertig, also setzt Israel per Definition unverhältnismäßige Gewalt ein:

  • „Israel hat als Besatzungsmacht eine Verantwortung die palästinensischen Zivilisten zu schützen und muss die Rechte auf friedlichen Protest respektieren, Zivilisten schützen und sicherstellen, dass der Einsatz von Gewalt und anderen Maßnahmen strikt proportional erfolgt.“
  • „Wir drängen die israelischen Sicherheitskräfte vom Einsatz von Gewalt gegen unbewaffnete zivile Demonstranten und Vertreter der Medien abzusehen. Wir rufen zudem die Hamas und diejenigen, die die Demonstrationen organisieren, au f, jegliche Provokationen zu vermeiden und sicherzustellen, dass Proteste gewaltfrei und friedlich bleiben.“

In einer solchen Weltsicht ist Israel die Seite, die für die Menschen des Gazastreifens und für die Gewalt verantwortlich ist.

Beide Seiten nutzen Kinder als Schachfiguren:

  • „Wir drängen alle Seiten mit äußerster Zurückhaltung zu agieren, um weiteren Verlust an Leben zu vermeiden und Zivilisten, insbesondere Kinder zu schützen. Das bedeutet Kinder nie zum Ziel von Gewalt zu machen, sowie Kinder nicht Gefahren auszusetzen oder sie zu ermutigen bei Gewalt mitzumachen.“

Es stimmt, dass Kinder inhärent unschuldig sind; die Gewalt, an der sie sich beteiligen, erfolgt auf Anweisung von Erwachsenen. Aber wie geht man gegen einen gewalttätigen Mob aus tausenden von Kindern vor?

Israel sollte die Blockade des Gazastreifens aufheben:

  • „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Menschen im Gazastreifen seit viel zu langer Zeit unter nicht tolerierbaren Zuständen leben, in einer humanitären Lage, die sich jetzt noch weiter verschlimmert. Um diese Situation zu lösen und dem Gazastreifen zu ermöglichen sich zu erholen, müssen die Zugangseinschränkungen gelockert werden.“

Trotz der Einschränkungen bei Waren haben die Araber des Gazastreifens hunderte, wenn nicht tausende Raketen angehäuft und im Untergrund zusätzliche Tunnel nach Israel gebaut; trotzdem wollen die Schweden die Blockade lockern?

Israel bietet in Jerusalem den freien Zugang für alle Religionen nicht:

  • „Die Haltung Schwedens und der gesamten Europäischen Union zum Status Jerusalems als Endstatus-Thema ist klar und wird sich nicht ändern. Alle drei abrahamitischen Religionen – das Judentum, der Islam und das Christentum – haben starke Bande zu Jerusalem, die bewahrt werden müssen. Es muss im Einklang mit relevanten UNO-Resolutionen über Verhandlungen eine Möglichkeit gefunden werden den Status Jerusalems als zukünftige Hauptstadt beider Staaten zu lösen.“

Israel ist das EINZIGE Land, das die drei monotheistischen Religionen respektiert und allen Religionen gestattet an ihren heiligen Orten zu beten. Jahrhunderte lang verboten die arabischen Muslime Juden auch nur die Stufen der Höhle der jüdischen Patriarchen in Hebron zu betreten! Wenn das Ziel freier Zugang und Respekt für Religionen lautet, dann MUSS Jerusalem die Hauptstadt Israels bleiben; etwas anderes vorzuschlagen, ist die Umkehrung von Realität und Logik.

Westjerusalem ist nicht Teil Israels:

  • „In Übereinstimmung mit langjähriger Politik der Europäischen Union werden wir weiter den internationalen Konsens zum Status von Jerusalem respektieren, der unter anderem in der Resolution 478 des Sicherheitsrats verkörpert wird, einschließlich zum Standort diplomatischer Vertretungen, bis der Endstatus von Jerusalem geklärt ist.“
  • „Wie im Dezember letzten Jahres erklärt wurde, bedauern wir die Entscheidung der U SA Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Das läuft dem Völkerrecht und den Resolutionen dieses Rat zuwider.“

Die Vereinigten Staaten verlegten ihre Botschaft in Israel in den westlichen Teil Jerusalems. Hat Schweden erklärt, dass selbst die Knesset auf umstrittenem Land steht?

Weigerung zu begreifen, dass die Hamas die Vernichtung Israels anstrebt:

  • „Es gibt an diesem Tisch Einmütigkeit, glaube ich, in den Aufrufen zur Zurückhaltung, zur De-Eskalation, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, die grässliche Lage im Gazastreifen zu erleichtern und zu einer ernsthaften Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen.“

Wie soll eine Seite Frieden mit der anderen aushandeln, die ihre Vernichtung anstrebt?

Vorabfestlegung des Ausgangs auf eine Zweistaatenlösung einschließlich Jerusalems und ohne Juden:

  • „Wir müssen mehr als je zuvor dringend engagiert sein die Seiten zurück an den Verhandlungstisch zu bringen, um die Zweistaatenlösung voranzubringen. Innerpalästinensische Aussöhnung und die Wiederherstellung der palästinensischen Autonomiebehörde im Gazastreifen werden ebenfalls benötigt. Ein Stopp der Siedlungen und ein Ende der fortgesetzten israelischen Besatzung sind fundamental.“

Der schwedische Diplomat behauptet eine zwischen den Seiten ausgehandelte Zweistaatenlösung anzustreben, aber er fordert auch den Abschluss solcher Verhandlungen mit „Jerusalem als Hauptstadt beider Staaten“ und eine Palästina frei von jeglichen Juden durch den Stopp israelischer „Siedlungen“.


Eine Ansprache, die die Gewalt im Gazastreifen unterdrücken sollte, wurde für den schwedischen Diplomaten zu einem Forum sein gewünschtes Ergebnis einer „verhandelten“ Zweistaatenlösung zu diktieren. Skoog säuberte die Proteste im Gazastreifen als „friedlich“ und ihre Absichten als nobel.

Mit einer solchen Einstellung – wundert es da, dass Schweden zum ersten wichtigen EU-Land wurde, das Palästina als Land anerkannte? Man kann sich vorstellen, dass es in den vor uns liegenden Jahren weiter diplomatische Kriege gegen Israel führen wird.

Wird Schweden durch Aussprechen der Wahrheit „dämonisiert“?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Vor ein paar Wochen sagte Magnus Helgren, der schwedische Botschafter in Israel, in einem Interview, dass es in Israel eine Tendenz gebe sein Land zu dämonisieren, seit es Palästina anerkannte.[1] Wenige Menschen außerhalb seines Landes wissen viel über das gegenwärtige Schweden oder seine Vergangenheit. Als Beitrag zur Debatte hier im Folgenden ein paar wichtige Fakten über Schwedens Einstellungen zu Juden und Israel.

  • Sehr wenige Regierungschefs in Westeuropa haben Israel mit den Nazis auf eine Stufe gestellt. Einer, die das machte, ist Schwedens bekanntester Nachkriegs-Premierminister, der Sozialdemokrat Olof Palme. Das wurde später mir gegenüber auch durch den stellvertretenden schwedischen Premierminister per Ahlmark bestätigt.[2]
  • Der ehemalige israelische Botschafter in Schweden, Zvi Mazel, sagte, die verstorbene schwedische Außenministerin Anna Lindh – die von einem geistig gestörten Schweden serbischer Herkunft 2003 erstochen wurde – „führte gewöhnlich die boshaftesten Attacken auf Israel an. Ihr Hass auf Israel kann nur als fast schon pathologisch beschrieben werden. Unter ihrer Führung veröffentlichte Schweden die größte Zahl einseitiger Verurteilungen Israels aller EU-Staaten.“[3]
  • Schweden hat eine Geschichte der Nichtverfolgung von Nazi-Kriegsverbrechern. Der Nazijäger Efraim Zuroff vom Simon Wiesenthal Center schrieb, dass 1999 der schwedische Journalist Bosse Schon offenlegte, dass mindestens 260 schwedische Freiwillige in der Waffen-SS dienten. Unter ihnen befanden sich mehrere, die gegen Ende des Krieges Hitler in seinem Bunker in Berlin beschützten und mindestens einer, der in Treblinka diente, ein Harald Sundin, machte bei Hinrichtungen mit; er lebte immer noch und wohnte in Schweden.[4] Schweden hat weder etwas gegen irgendeinen dieser Verbrecher, noch etwas gegen den Import baltischer Nazi-Verbrecher unternommen, die ins Land flohen.[5]
  • Die niederländischen Autoren Gerard Aalders und Cees Wiebes veröffentlichten ein Buch, dessen Titel mit „Geschäfte um jeden Preis: Die Wallenbergs” übersetzt werden kann. Dieses Buch dokumentiert die Kollaboration der mächtigen führenden Unternehmer Jakob und Magnus Wallenberg mit den Deutschen während des Zweiten Weltkriegs. Die Autoren behaupten unter anderem, dass die Enskilda Bank, die den Wallenbergs gehörte, in großem Maß Wertpapiere aufkaufte die niederländischen Juden gestohlen wurden. Aalders und Wiebes erklärten, dass die Bank wusste, dass es sich um gestohlenes Eigentum handelte.[6]
  • Schweden gründete eine Kommission für jüdisches Vermögen. Eine ihrer wichtigen Schlüsse bestand darin, dass nach dem Krieg die moralischen Fragen schwedischer Geschäftsbeziehungen zu Nazideutschland nie in Diskussionen im Parlament oder Regierung aufgebracht wurden.[7]
  • 2004 schrieben vier ehemalige Vorsitzende der schwedischen jüdischen Gemeinde – Salomo Berlinger, Stefan Meisels, Torsten Press und Willy Salomon – einen Leserbrief an die israelische Tageszeitung Ha’aretz, in dem es hieß: „Die Zahl der verbalen und physischen Angriffe auf Juden hat in Schweden zugenommen. Jugendliche in Schulen bezeugen, dass sie die Tatsache Jude zu sein verbergen, da sie sowohl verbal als auch physisch angegriffen werden. Lehrer bezeugen, dass Schüler es oft ablehnen an Unterricht teilzunehmen, wenn das Judentum Unterrichtsthema ist. Überlebende berichten Angstgefühle. Die Polizei steht passiv dabei, wenn Extremisten proisraelische und antirassistische Kundgebungen angreifen.“[8]Heutzutage, vierzehn Jahre später, behauptet Botschafter Helgren, dass Schwedens Regierung den Kampf gegen den Antisemitismus ernst nimmt, dass es aber eine lange Zeit brauchen wird damit umzugehen. Vielleicht kann der Botschafter erklären, was aufeinander folgende schwedische Regierungen in den vergangenen vierzehn Jahren zu tun versucht haben, um den Antisemitismus auszumerzen. Kann er klarstellen, ob sie sich nicht wirklich bemühten oder ob sie inkompetent waren?
  • Der weitverbreitete Antisemitismus in Schweden wurde 2012 sogar von Hannah Rosenthal, der US-Sonderbotschaftern zur Bekämpfung von Antisemitismus, zur Kenntnis genommen. Sie besuchte dann Malmö, die drittgrößte Stadt in Schweden. Rosenthal äußerte sich offen zu antisemitischen Äußerungen des damaligen sozialdemokratischen Bürgermeisters Ilmar Reepalu. Sie merkte zudem an, dass Malmö unter diesem Bürgermeister ein „Musterbeispiel“ des „neuen Antisemitismus“sei, da antiisraelische Stimmung als Deckmantel für Judenhass diente“.[9] Die antisemitischen Vorfälle in der Stadt liefen schon seit mehreren Jahren. Eine Rekordzahl Anzeigen von Hassverbrechen in der Stadt im Zeitraum von 2010 bis 2011 – insgesamt 480 – führte zu keiner einzigen Verurteilung.[10]
  • Es gab in Schweden während Israels Operation Gegossenes Blei 2009 große antiisraelische Demonstrationen. Prominente Mitglieder der Sozialdemokraten nahmen an Hass-Demonstrationen gegen Israel teil. Mona Sahlin, damals die Parteichefin, nahm an einer Kundgebung in Stockholm teil, bei der Flaggen der Hisbollah und der Hamas gezeigt und eine israelische Flagge verbrannt wurden. Der ehemalige Außenminister Jan Eliasson und Wanja Lundby Wedin, die Vorsitzende des schwedischen Gewerkschaftsverbands, nahmen an dieser Veranstaltung ebenfalls teil.[11][12]
  • 2013 stellte die EU-Organisation Fundamental Rights Agency (FRA – Agentur der Europäischen Union für Grundrechte) in einer Studie fest, dass Schweden unter den untersuchten Länder den höchsten Prozentsatz an Juden hat, die ihre religiöse Identität in der Öffentlichkeit verbergen.[13]
  • Der ehemalige schwedische Premierminister Göran Persson initiierte 2000 die lobenswerte Initiative Stockholm Internaional Formum on the Holocaust. Diese Zusammenkunft führte zur Gründung der International Holocaust Remembrrance Alliance (IHRA – Internationale Holocaust-Gedenkallianz).Die heute geläufigste Arbeitsdefinition zu Antisemitismus ist die der IHRA.[14] Ihre Annahme 2016 benötigte die Zustimmung aller 31 Mitgliedsstaaten der Allianz. Dazu gehört auch Schweden. Die schwedische Außenministerin Margot Wallström hat eine Ermittlung der Tötung von Terroristen durch Israel gefordert.[15] Sie hat keine solchen Anträge zu anderen demokratischen Ländern gestellt, in denen Terroristen getötet wurden. Gemäß der Definition der IHRA beging Wallström mit der Aussonderung Israels eine antisemitische Tat. Wenn die schwedische Regierung, wie der Botschafter behauptet, Antisemitismus bekämpft, sollte sie einmal dafür sorgen, dass ihre Minister keine antisemitischen Taten begehen.
  • Die BDS-Befürworter in Schweden stacheln auf diese Weise ausschließlich gegen Israel auf. Das macht ihre Taten antisemitisch. Botschafter Helgren unterstützt das Recht der antiisraelischen BDS-Befürworter solche antisemitische Taten zu begehen. Das macht ihn zu einem Verteidiger von Antisemiten.
  • Botschafter Helgren sagt, Produkte aus Judäa und Samaria zu kennzeichnen werde durchgeführt, weil die Schweden wissen möchten, woher die Produkte kommen. Es gibt in Schweden keine derartige Kennzeichnung von Produkten aus Osttimor, Nordzypern, der Westsahara, dem besetzten Tibet, Westmarokko oder anderen besetzten Gebieten.[16][17] Das macht die schwedische Aufforderung zur Kennzeichnung von Produkten aus der Westbank zu einer antisemitischen Tat. Es ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass Botschafter Helgren antisemitische Taten verteidigt.

Op-ed-Artikel sollten nicht übermäßig lang sein. Daher können viele weitere Fälle schwedischer Einseitigkeit gegen Juden und Israel hier nicht angeführt werden.

[1] http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/243720

[2] Per Ahlmark: Palme’s Legacy 15 Years On. Project Syndicate, Februar 2001.

[3] Manfred Gerstenfeld, Interview with Zvi Mazel: Anti-Israelism and Anti-Semitism in Sweden. In: European-Israeli Relations: Between Confusion and Change? Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs und Konrad-Adenauer-Stiftung) 2006, S. 170-180.

[4] Bosse Schon:Svenskarna Som Stred For Hitler. Stockholm (BokforlagetDN)1999.

[5] www.jcpa.org/phas/phas-zuroff-f02.htm

[6] http://www.jta.org/1989/11/08/archive/authors-claim-wallenberg-family-assisted-nazis-in-banking-deals

[7] Sven Fredrik Hedin/Goran Elgemry: Sweden’s Financial Links to Nazi Germany. In: Avi Beker (Hg):The Plunder of Jewish Property during the Holocaust. Houndmills (UK: Palgrave) 2001, S. 207-208.

[8] http://www.haaretz.com/1.4711353, Haaretz, 10 June, 2004

[9] http://www.jta.org/2012/09/24/life-religion/in-scandinavia-kipah-becomes-a-symbol-of-defiance-for-malmos-jews

[10] http://www.donate.jta.org/2013/01/09/news-opinion/world/in-malmo-record-number-of-hate-crimes-complaints-but-no-convictions

[11] http://jcpa.org/article/the-gaza-war-and-the-new-outburst-of-anti-semitism; Israelska flaggan brändes. In:  Dagens Nyheter, 10. Januar 2009.

[12] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/16413

[13] http://www.timesofisrael.com/fearful-of-anti-semitism-22-of-european-jews-hide-identity/

[14] http://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[15] http://www.jpost.com/Israel-News/Politics-And-Diplomacy/Israel-blasts-Swedish-FM-for-supporting-terrorism-encouraging-violence-441266

[16] http://www.timesofisrael.com/why-is-this-occupation-different-from-all-other-occupations/

[17] https://en.kohelet.org.il/wp-content/uploads/2016/02/KPF35_challenge-EU_141015PublicElectronic-november2015.pdf

Die schwedische Außenministerin ist keine Antisemitin, sie ist eine Dämagogin

Die EU sponsert illegale Gebäude, von denen sie weiß, dass Israel sie abreißen wird; und dann erklärt Schwedens Außenministerin, dass „weitere Abrisse den Friedensprozess behindern“. Kann es größere Chutzpe geben?

Stephen M. Flatow, Israel National News, 23. März 2018

„Ich werde beschuldigt Antisemitin zu sein, weil ich für eine Zweistaatenlösung werbe. Ich denke, das schadet der Diskussion“, verkündete die Außenministerin Schwedens diese Woche hochmütig.

Außenministerin Margot Wallström hat recht – jemanden als antisemitisch zu bezeichnen, nur weil er für palästinensische Eigenstaatlichkeit wirbt, ist kontraproduktiv. Da gibt es nur einen Haken. Kein vernünftiger Mensch bezeichnet sie so. Niemand, der Teil der ernsthaften öffentlichen Gespräche ist, ob in Europa oder den Vereinigten Staaten, erhebt einen solchen Vorwurf. Das ist ein Produkt ihrer Fantasie.

Ich sage nicht, dass die schwedische Außenministerin Wahnvorstellungen hat. Ich sage nicht, dass sie sich Dinge einbildet. Eigentlich ist es schlimmer: Sie ist eine Dämagogin. Sie weiß genau, dass kein ernst zu nehmender Mensch sie als Antisemitin bezeichnet. Dass sie diesen Vorwurf erhebt, ist ein alter Propagandatrick. Du behauptest, dass deine Kritiker etwas Irres sagten, was sie nicht gesagt haben und dann argumentierst du gegen die Worte, die du ihnen in den Mund gelegt hast. Sehen Sie, wie das funktioniert? Du wirkst vernünftig und sie wirken irre.

Das Ganze begann, als Außenministerin Wallström von der schwedisch-jüdischen Zeitung Judisk Krönika (Jüdische Chronik) am 19. März interviewt wurde. Schweden war der erste EU-Staat, der die von der palästinensischen Autonomie besetzten Gebiete als den „Staat Palästina“ anerkannte und hat den Palästinensern seit 1993 mehr als $700 an Hilfe gezahlt.

Angesichts der stramm propalästinensischen Bilanz Schwedens vermute ich, dass es nicht überraschte, als Wallström dem Interviewer von ihrer fortgesetzten Unterstützung für palästinensische Eigenstaatlichkeit erzählte. Sie verteidigte sogar die PA-Politik der Versorgung inhaftierter Terroristen und der Familien toter Terroristen mit Gehältern. (Übersetzung durch die schwedische Journalistin Annika Hernroth-Rothstein.)

Außenministerin Wallström konnte sich nicht einmal dazu aufraffen zuzugeben, dass die PA, die vor Jahren die Verhandlungen verließ, dafür verantwortlich ist, dass es keine Verhandlungen gibt.

Vom Interviewer gefragt, wer für die Tatsache verantwortlich zu machen ist, dass es keinen Frieden gibt, lachte Wallström erst einmal (!) und sagte: „Glauben Sie wirklich, ich würde irgendjemandem die Schuld geben?“ Dann ging sie natürlich dazu über Israel mit Schuldzuweisungen zu überschütten.

Nachdem sie kurz Lippenbekenntnisse für die Tatsache leistete, dass „jede Ermutigung zu Gewalt und Stechangriffen auch ein Hindernis für die andere Seite schafft“ (ohne zu erwähnen, wer diese „Ermutigung“ veranstaltet), kam Wallström zu ihrem Hauptpunkt.

„Natürlich: Wenn man eine Besatzungsmacht ist, dann hat man die Verantwortung nichts zu tun, was den Friedensprozess behindert“, behauptete die Außenministerin. „Weitere Siedlungen, weitere Abrisse, ich denke, das ist das dritte Mal, dass die EU für dieselben Gebäude zahlt – das hilft nicht, sondern hindert.“

Wallström bezog sich auf die Tatsache, dass die EU direkt für den illegalen Bau von palästinensischen Gebäuden auf von Israel kontrolliertem Territorium zahlt. Als die israelischen Behörden die Frechheit besaßen die illegalen Gebäude abzureißen, baute die EU sie wieder auf. Die Israelis versuchten das Recht wieder durchzusetzen. Die EU baute sie ein drittes Mal.

Also: Die EU sponsert illegale Bauten, von denen sie weiß, dass Israel sie abreißt und dann erklärt Schwedens Außenministerin, dass „weitere Abrisse den Friedensprozess behindern“. Kann es überhaupt größere Chutzpe geben?

Und zuletzt haben wir die Behauptung der Außenministerin, dass „weitere Siedlungen den Friedensprozess behindern“. Doch von 1992 bis 2017 genehmigte Israel die Gründung keiner einzigen neuen Siedlung. Als Israel letztes Jahr ankündigte, es werde eine neue Gemeinde für Juden schaffen,, die aus der Stadt Amona vertrieben wurden, erklärte die Schlagzeile der New York Times: „Israel genehmigt erste neue Siedlung in Jahrzehnten.“

Aber Außenministerin Wallström ist offensichtlich nicht an den Fakten interessiert. Ihr Interesse gilt einzig der Möglichkeit Wege zu finden die Öffentlichkeit gegen Israel aufzustacheln. Das ist das echte Kennzeichen einer Dämagogin.

Köttbullar für palästinensische Terroristen

In einer weiteren Form des Israel-Bashing versucht die Außenministerin Schwedens die riesigen Mengen an Hilfe für die palästinensische Autonomiebehörde zu rechtfertigen, indem sie sagt, das Geld werde benötigt, um „verhungernde Palästinenserkinder“ zu ernähren. In Wirklichkeit wird einiges von dem Geld für Terroroperationen abgezweigt, während die Teller der Kinder ausreichend gefüllt sind.

Stephen M. Flatow, JNS.org, 22. März 2018

Haben Sie jemals einen in den Nachrichten Bericht über palästinensische Araber gelesen, die verhungerten? Nur einen einzigen? Natürlich nicht, denn das passiert nie. Aber die Außenministerin von Schweden behauptet jetzt, dass die palästinensische Autonomiebehörde Terroristen und ihren Familien Gehältern zahlen muss, weil die sonst „verhungern“ würden.

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström mit dem ehemaligen US-Außenminister John Kerry. (Foto: Wikimedia Commons)

Schweden, das als erstes Land der Europäischen Union die von der PA besetzten Gebiete als den „Staat Palästina“ anerkennte, hat den Palästinenser seit 1993 mehr als $700 an Hilfen gegeben. Die Schweden sind gerade mittenmang dabei ihnen innerhalb von weiteren fünf Jahren ein $183 Millionen starkes Unterstützungspaket auszuhändigen.

In einem Interview mit der schwedisch-jüdischen Zeitung Judisk KrönikaK (Jüdische Chronik) am 19. März wurde die schwedische Außenministerin Margot Wallström gefragt, was sie fühlen, wenn schwedische Steuergelder zum PA-Politik der Auszahlung von Gehältern an inhaftierte Terroristen und die Familien toter Terroristen beitragen. Die Außenministerin wand sich.

„Sollen Menschen verhungern oder was? Was sollen diese Familien tun, wenn sie kein Geld erhalten?“, antwortete sie nach Angaben einer Übersetzung der in Schweden geborenen Journalistin Annika Hernroth-Rothstein.

Das ist eine interessante Propagandataktik. Erhebe den Anspruch, dass, für was dein Gegner eintritt, den Tod Unschuldiger zur Folge habe. Das diskreditiert sofort jeden, der nicht deiner Meinung ist. Immerhin ist jeder, der kleine Kinder – jeglichen Hintergrunds oder Nationalität – verhungern sehen will, mit Sicherheit eine schlimme Person, die ignoriert werden muss.

Wir hören ähnliche DÄmagogie, wenn Palästinenser dafür eintreten Israel soll die Einfuhr aller Güter in den Gazastreifen erlauben. Im Moment verhindert Israel, dass der Gazastreifen Waffen und Dual-Use-Material einführt, zum Beispiel Beton. Sogar der US-Nahost-„Friedensprozessor“ Dennis Ross gestand ein, dass die Einfuhr von Beton ein Fehler ist, weil das Hamas-Regime ihn zum Bau von Terrortunneln nutzt, statt Wohnhäuser zu bauen.

Die westlichen Hamas-Apologeten behaupten oft, kleine Palästinenserkinder im Gazastreifen würden wegen Israels hartherziger Blockade verhungern. In Wirklichkeit besteht die einzige Möglichketi dafür, dass sie nicht genug essen, darin, dass ihr normaler Speiseplan aus Handgranaten und automatischen Gewehren besteht.

Sie können versichert sein: Selbst wenn auch nur ein einziger palästinensischer Araber an Hunger stirbt, dann wäre das Wochen lang und ohne Ende überall auf der Welt Thema der Titelseiten. Sie haben nichts davon gehört, weil es nicht passiert ist.

Kennen Sie den Prozentsatz palästinensischer Kinder im Gazastreifen, die unterernährt sind? Nicht verhungern, sonder nur unterernährt? 2016 überprüfte UNICEF 7.969 Kinder aus dem Gazastreifen auf Unterernährungsstörungen. Sie stellte eine Gesamtzahl von 489 Kindern fest, die unterernährt sind. Das sind 6 Prozent.

Entweder kennt Wallström diese Zahl oder sie könnte sie innerhalb von zwei Minuten abrufen. Dennoch zieht sie es vor fälschlich zu suggerieren, dass ein große Zahl an Kindern sich am Rande des „Verhungerns“ befinden und tot umfallen würden, wenn die PA ihnen nicht die finanziellen Belohnungen für mörderische Anschläge gäbe, die von ihren inhaftierten oder dahingeschiedenen Eltern ausgeführt wurden.

Und für den Fall, dass Sie sich frage, wie die palästinensische Unterernährungsrage von 6 Prozent im Vergleich zu der der Vereinigten Staaten aussieht, dann sollten sie beachten, dass nach Angaben der Organisation „Feed America“ eins von sechs (16,7%) der amerikanischen Kinder „nicht wissen, wann sie die nächste Mahlzeit haben werden“.

Ein paar Tage nach dem Interview mit Wallström fiel jemandem in ihrem Pressebüro auf, dass die Kommentare der Ministerin weniger als plausibel klingen könnten. Also schickten sie eine „Klarstellung“ an den Interviewer, in der sie darauf bestanden, dass Schwedens Hilfe für die PA nicht direkt in die Taschen von inhaftierten Terroristen oder ihren Familien geht.

Das ist nur ein weiterer billiger Trick. Auslandshilfe ist offensichtlich austauschbar. Schwedens verschwenderische Zuschüsse an die PA machen andere Gelder frei, die dann genutzt werden, um den Terrorismus zu belohnen.

Ginge es den Schweden wirklich um die Qualität der Ernährung der Familien der Inhaftierten oder toten Terroristen, warum schicken sie ihnen keine Lebensmittel? Statt Geld an die PA – deren notorisch korrupten Führer regelmäßig Gelder abzweigen, die für humanitäre Zwecke vorgesehen sind – zu schicken, könnte Schweden Care-Pakete direkt an die Familien schicken.

Abgesehen davon sollten die Familien der Terroristen nicht darauf zählen, dass sie bald Pakete mit Köttbullar empfangen werden. Offizielle Vertreter des Landes im  Norden scheren das Wohlergehen einzelner Palästinenser nicht wirklich. Sie spucken diese Blödsinn über „verhungernde“ Kinder nur, wenn sie auf Israel einprügeln oder die PA vor Kritik in Schutz nehmen wollen.

Das ist nur eine weitere rhetorische Waffe in der nie endenden internationalen Kampagne zur Schikanierung des jüdischen Staats.

Europas linguistischer Kreuzzug gegen Israel

Daniel Krygier, MiDA, 2. Januar 2018

Europa beschäftigt sich mit der Schuld wegen des Holocaust und dem früheren Kolonialismus durch Idealisierung der Muslime der Dritten Welt und Dämonisierung des jüdischen Staats der Ersten Welt mit einem linguistischen Kreuzzug, der die Wahrheit pervertiert.

Deutsche Polizisten müssen jüdische Symbole in Berlin beschützen. (Foto: twitter)

Vor ein paar Tagen wiederholte Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel die Lüge, dass Israel ein Apartheidstaat ist. In der Vergangenheit hat Gabriel behauptet, die deutschen Sozialdemokraten hätten während des Dritten Reichs dasselbe Schicksal erlitten wie die Jduen.

Gabriels verstörender antijüdischer Lebenslauf beinhaltet den geschätzten Umgang mit den Führern des Iran, die offen zu Israels Vernichtung aufrufen, sowie bei einer Veranstaltung im deutschen Außenministerium, mit der für „Religionsfrieden“ geworben werden sollte, den Gastgeber für die islamistische, extremistische Hamidreza Torabi zu spielen.

Israels Feinde behaupten oft, sie könnten Israel nicht kritisieren, ohne des Antisemitismus beschuldigt zu werden. Diese Behauptung ist nicht nur offenkundig falsch, sondern auch absurd. Kein anderes Land der Welt wird mit mehr Besessenheit kritisiert und international verurteilt als Israel. Egal, dass der jüdische Staat eine lebhafte Demokratie mit eingebauter Selbstkritik ist, die andere führende Demokratien der Welt aussticht.

Das wirkliche Problem besteht darin, dass anders als Kritik an anderen Demokratien, ein Großteil der „Kritik“ an Israel gewollt mit rassistischer Dämonisierung und Delegitimation des jüdischen Staates verbunden wird. Dieser linguistische Kreuzzug der Europäer gegen Israels Existenz geht Gabriel um mehrere Jahrzehnte voraus.

Während des ersten Libanonkriegs 1982 verglich der verstorbene schwedische Premierminister Olof Palme Israels Umgang mit arabischen Kindern hanebücheneweise mit Nazideutschlands Umgang mit jüdischen Kindern. Mehr als eine Million jüdischer Kinder wurden im Holocaust ermordet. Im Gegensatz dazu ermordet Israel keine Kinder und zahllose arabische Kinder aus dem gesamten Nahen Osten erhalten medizinische Behandlung in israelischen Krankenhäusern. Dazu gehören auch arabische Kinder aus Feindstaaten, die sich Israels Vernichtung verschrieben haben, so Syrien, dem Irak und dem von der Hamas beherrschten Gazastreifen.

Im Oktober verglich der niederländische Premierminister Dries van Agt Israels Festnahme von Terroristen mit Nazi-Razzien gegen Juden während des Zweiten Weltkriegs. Herr van Agt bestreitet auch jegliche historische Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und dem Land seiner Väter und hat argumentiert, dass Juden als Entschädigung für den Holocaust „ein Stück Land in Deutschland“ hätten bekommen sollen. Der ehemalige niederländische Premierminister hat es ebenfalls abgelehnt die Hamas als Terrororganisation zu definieren. Schwedens jetzige Außenministerin Margot Wallström Israels Selbstverteidigung ebenfalls mit „außergerichtlichen Tötungen“ gleichgesetzt und den jüdischen Staat für islamistischen Terrorismus in Europa verantwortlich gemacht.

Das Europa nach 1945 kämpft immer noch mit der Schuld wegen des Holocaust und seiner Kolonialvergangenheit. Europas politische Führung hat allerdings zwei ausgeprägt unterschiedliche Strategien angewandt, um mit diese Flecken auf Europas historischem Gewissen umzugehen. DFer postkolonialen Schuld Europas ist mit der Romantisierung und Idealisierung von Ländern der Dritten Welt im Allgemeinen und der muslimischen Welt im Besonderen begegnet worden.

Im Gegensatz dazu wird Holocaust-Schuld damit begegnet nicht überzeugende Krokodiltränen wegen toter Juden zu vergießen, während lebende Juden und besonders der kollektive Jude unter den Staaten – Israel – dämonisiert wird. Das hat einen scheinbar schizophrenen europäischen mentalen Diskurs geschaffen, der Holocaust-Denkmäler für 6 Millionen ermordete Juden begrüßt, aber systematisch ein pulsierendes Israel mit mehr als sechs Millionen lebenden Juden dämonisiert.

Aus europäischer Sicht besteht der arabisch-israelische Konflikt daher einer zwischen Muslimen der Dritten Welt, die nichts falsch machen können und zionistischen Juden, die nichts richtig machen können.

Wir leben in einer Ära, in der Rassismus das Schlimmste ist, was einem vorgeworfen werden kann. Es sollte daher niemanden überraschen, dass diejenigen, die Israel dämonisieren wollen, versucht sein werden den jüdischen Staat mit Nazideutschland und dem Apartheid-Südafrika gleichzusetzen. Selbsternannte westliche Progressive und ihre islamistischen Alliierten wenden dieselbe Taktik gegen ihre Gegner an, um jegliche aussagefähige Diskussion über den Islam in westlichen Gesellschaften stillzulegen.

Da Geschichte und Fakten unmodern geworden sind, werden in Europa Fake News über Israel als „Wahrheiten“ begrüßt. Durch die Darstellung Israels als „böse“ und „rassistisch“ können europäische Judenhasser ihren Hass gegen den jüdischen Staat unter dem Banner des „Antirassismus“ „legitimieren“.

Ein zwangloser Besuch in einem israelischen Krankenhaus wird die orwellsche Lüge auflösen, die den jüdischen Staat mit „Nationalsozialismus“ und „Apartheid“ gleichsetzt. Arabische und jüdische Pfleger und Ärzte behandeln nebeneinander liegende arabische und jüdische Patienten.

Araber sind in Israel sicherer als Juden in Europa und müssen nicht durch schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten geschützt werden.

Israel der „Apartheid“ in Judäa und Samaria zu beschuldigen ist genauso absurd. Die arabischen Einwohner dieser Gebiete sind keine israelischen Staatsbürger und leben unter der despotischen Herrschaft der PA. Während Aber die Straßen Israels sicher entlanggehen können, riskieren Juden es gelyncht zu werden, wenn sie von der PA beherrschte Gebiete betreten. Während es in Israel eine große arabische Minderheit gibt, besteht der „moderate“ PLO-Chef Mahmud Abbas darauf, dass die PA judenfrei sein muss, genauso wie der von der Hamas beherrschte Gazastreifen und ein Großteil der arabischen Welt.

Der wahre Nationalsozialismus und die wahre Apartheid machen sich Israels nahöstliche Feinde und ihre globalen Anhänger zu eigen, die anstreben den einzigen jüdischen Staat der Welt im Namen der „Menschenrechte“ und des „Antirassismus“ zu vernichten.

Wenn Führungspolitiker und angeblich aufgeklärte europäische Demokratien dieselben antisemitischen Lügen übernehmen wie nahöstliche Despoten und Terroristen, dann sollte das allen anständigen Europäern Sorge bereiten, die echte Menschenrechte und Frieden befürworten.

Europas linguistischer Kreuzzug und Perversion der Wahrheit gegen den jüdischen Staat untergräbt nicht nur die Friedensaussichten zwischen Arabern und Juden. Er beschuldigt schamlos die wahren Opfer von Nationalsozialismus, Völkermord und Apartheid.

Henryk Broder und die ewigen Antisemiten

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Malmö, die drittgrößte schwedische Stadt, wird von vielen Experten als Hauptstadt des zeitgenössischen europäischen Antisemitismus betrachtet. Ein paar wenige der vielen Aspekte, die diese Charakterisierung rechtfertigen, werden teilweise in einer neuen deutschen Dokumentation mit dem Titel „Der ewige Antisemit – Geschichte einer unerwiderten Liebe“ entlarvt. Sie wurde anlässlich des Jahrestages der Kristallnacht am späten Abend des 8. November im Bayrischen Fernsehen ausgestrahlt.[1]

Der Film folgt dem deutsch-jüdischen Autor Henryk Broder bei seiner Reise durch Deutschland, Frankreich und Schweden. Er wird oft von Hamad Abdel Samed begleitet, einem in Deutschland lebenden ägyptischen Publizisten (mit deutscher Staatsangehörigkeit). Mehrere Theologen der ägyptischen Muslimbruderschaft haben eine Fatwa ausgegeben, dass er wegen Ketzerei getötet werden muss. Im Film ist er mit Personenschützern der Polizei zu sehen.[2]

Bevor Broder und Abdel Samad nach Malmö kamen, hatten sie Termine mit dem Polizeichef und der Bürgermeisterin vereinbart, die in letzter Minute abgesagt wurden. Sie trafen den amerikanischen Rabbiner der jüdischen Gemeinde Stadt, Shneur Kesselman. Er erzählt ihnen, dass die schrumpfende Gemeinde in der Synagoge schusssichere Fenster installieren musste. Selbst das half nicht. Eine Bombe explodierte vor der Synagoge und eine weitere Bombe wurde in die Kapelle des jüdischen Friedhofs geworfen, die komplett zerstört wurde.

Der der Chabat-Bewegung angehörende Rabbiner sagt, er werde regelmäßig schikaniert, wenn er auf die Straße geht. Aus vorbeifahrenden Autos werden ihm Beleidigungen wie „Tod den Juden“ zugerufen. Er wird mit Gegenständen beworfen, darunter befanden sich schon ein Apfel, ein Feuerzeug, ein Glas und eine Flasche. Kesselman kam vor zwölf Jahren nach Malmö. Er sagt, hätte er die Realität der Juden in der Stadt gekannt, wäre er nicht gekommen, aber heute will er aus Loyalität gegenüber der schrumpfenden jüdischen Gemeinde nicht fortgehen.

Kesselman erwartet, das viele Kinder der Gemeindemitglieder Malmö verlassen werden. Vor ein paar Wochen, der Film war schon fertiggestellt, zerschmetterten Steine einmal mehr die Fenster der Synagoge. Bei dieser Gelegenheit sagte der ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde gegenüber der Presse, dass die meisten Vorfälle von Muslimen oder Arabern verübt werden.[3]

Ein jüdischer Lehrer an einer öffentlichen Grundschule in einem problematischen Viertel Malmös wird ebenfalls interviewt. Er spricht von Schießereien im Viertel, manchmal mit tödlichen Folgen. Kinder aus anderen Klassen öffnen manchmal die Klassentüren und rufen ihm antisemitische Beleidigungen zu. Ein Elfjähriger schrie „Heil Hitler“. Die Schulleitung mag die antisemitischen Vorfälle nicht öffentlich machen; sie sagt: „Das sind nur Kinder.“

Bevor sie durch ein Viertel Malmös mit einer großen Zahl an Migranten fahren, warnt die Polizei die Filmemacher, dass sie das Auto nicht verlassen, nicht einmal anhalten sollten. Auf gut Deutsch übersetzt heißt das: „Das ist ein muslimisches Ghetto, in dem die Polizei die Kontrolle verloren hat.“ Die Filmemacher verwenden durchweg das Wort „Migranten“, während der Zuschauer selbst begreifen muss, dass sie Muslime meinen. Dieser Teil der Dokumentation ist ein direkte Anklage der progressiven Behörden in Malmö und vielen anderen schwedischen Städten.

In Deutschland besuchen Broder und Abdel-Samad einen jüdischen Restaurant-Besitzer – einen irakischen Juden – in München. Dieser erzählt ihnen, dass er vor kurzem sein zweites Restaurant schließen musste. Er sieht sich oft antisemitischen Beleidigungen und Schikanen ausgesetzt, die von Deutschen ausgehen. Die Filmemacher besuchen Naumburg in Sachsen-Anhalt. Dort treffen sie einen Holocaust-Leugner, der ihnen erzählt, dass es in Auschwitz keine Gaskammern gab.

Der Interviewpartner ist sozialdemokratischer Bürgermeister eines Dorfes gewesen. Er wechselte später zur Neonazi-Partei NPD. Nachdem er erklärte, der Holocaust sei ein Mythos, wurde er in zwei Instanzen vor Gericht wegen Holocaustleugnung verurteilt. Das Oberlandesgericht Naumburg sprach ihn dann frei.

In Hildesheim wird eine Diskussion über extrem antisemitisches Material gegen Israel gezeigt, das in ein Seminar an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) eingefügt wurde. Von einem Podiumsmitglied werden ein paar Beispielbilder gezeigt, die Israel mit den Nazis gleichsetzen. Die Hochschulrektorin sagt, sie sei nicht überzeugt, dass das Seminar Antisemitisches beinhaltete. Broder kommentiert, dass die Nazis wussten, wie sie einen Juden definieren, aber heute Deutsche Probleme haben Antisemitismus zu definieren. In Köln wird eine Kunstmesse besucht, auf der ein Bild je nach Blickwinkel ein Hakenkreuz oder einen Davidstern zeigt. Die Messe findet in einem Gebäude statt, aus dem Juden und andere während des Krieges in Vernichtungslager geschickt wurden.

In Frankreich wird das alte Pariser Viertel um die Rue des Rosiers besucht. Die Gedenktafel des früheren Restaurants Goldenberg wird an einer Wand gezeigt. 1982 töteten Palästinenser sechs Gäste und verletzten 22 weitere. Schwer bewaffnete Soldaten patrouillieren das Viertel.

Der Film wurde von Broder und Joachim Schneider gemacht. Ein anderer von Letzterem erstellter Film, „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“, wurde im Frühjahr diesen Jahres vom deutsch-französischen Fernsehsender Arte zensiert, der ihn in Auftrag gegeben hatte. Später wurde er vom WDR gezeigt, der den Film verstümmelte, indem viele kritischen Anmerkungen in ihn eingearbeitet wurden.

Schließlich versucht Broder zu analysieren, was in Europa geschieht. Er diskutiert dies mit einem Freund, dem niederländisch-jüdischen Schriftsteller Leon de Winter. Da sie den Antisemitismus nicht erklären können, kommt de Winter zu dem Schluss, dass in der Vergangenheit niemand mehr Liebe für Europa hatte als die Juden. Diese Liebe wurde nicht erwidert. Er glaubt, dass jetzt die letzte Phase der Existenz der Juden in Europa angebrochen ist. De Winter prognostiziert, dass das europäische Judentum in 40 bis 50 Jahren verschwunden sein wird. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten.

Derzeit gibt es Broders und Schröders Film nur auf Deutsch. Englische und französische Untertitel würden ihn einem weit größeren Publikum zugänglich machen.

[1] http://www.br.de/mediathek/video/dox-der-dokumentarfilm-der-ewige-antisemit-av:59cb7a607460e90012ceaeb7?t=1m7s

[2] http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/28/hamed-abdel-samad-rettung

[3] http://jewishnews.timesofisrael.com/stones-shatter-window-of-synagogue-in-sweden/