So sind wir Israelis. Denkt, was ihr wollt, aber so sind wir.

Sheri Oz, Israel Diaries, 6. Juni 2018

Ich kann die Male nicht mehr zählen, wie oft mir erzählt wurde, Israel lehre seine Kinder Araber zu hassen. Und dann geht die Region, die mehr Flugkörper erlebt – ob nun von Treibstoff angetrieben oder von Wind – als jeder andere Ort in Israel hin und macht DAS (hebräischer Originalartikel):

Die Kinder von Sderot ragieren auf Terror mit einer großen, farbenprächtigen Drachen-Veranstaltung

Dutzende Drachen werden Montag den Himmel über der Stadt Sderot füllen und ihn mit optimistischen Farben füllen. Sderots Bürgermeister Alon Davidi: „Unsere Kinder sind sehr mit positiven Aktivitäten beschäftigt; für uns werden dies Drachen des Lebens sein, nicht Drachen des Todes. Wir rufen auch die Kinder des Gazastreifens auf zu spielen und sich nicht in Terroraktionen ziehen zu lassen.“

Am Montag, den 11. Juni wird die Stadt Sderot zusammen mit dem Einkaufszentrum Mall 7 in Sderot ab 11 Uhr ein Drachen-Workshop „Afifoniada – das Wort afifon ist das hebräische für Drachen) für die Kinder von Sderot und nahe gelegene Gemeinden. Während der Veranstaltung werden Kinder Geschichten, Legenden und interessante Fakten zur Entwicklung des Drachens hören. Danach wird jedes Kind seinen eigenen Drachen bauen, auf den es eine persönliche Botschaft schreiben wird (zum Beispiel: Hoffnung, Erneuerung, Bauen und Sicherheit). Am Ende des Workshops werden die Kinder die von ihnen hergestellten Drachensteigen lassen und eine spektakuläre „afifoniada“ positiver Botschaften schaffen.

Wir sind aufgeregt, dass wir den Kindern unserer Region eine Art ausgleichender Erfahrung bieten können“, sagte der Direktor von Mall 7 in Sderot, Assi Bergel-Uzan. „Ich bin sicher, dass die Veranstaltung den Kindern helfen wird die aktuelle Assoziation mit Drachen von etwas Negativem zu etwas positivem zu verändern, wie es von Anfang an hätte sein sollen.“ „Ich möchte der Stadtverwaltung von Sderot für ihre rasche Teilnahme beim Arrangieren der Veranstaltung danken und dafür, dass sie den Kindern von Sderot zeigen, dass sie oberste Priorität haben“, fügte Marketingdirektor Nofit Cohen hinzu. „Ich bin sicher, dass die Zusammenarbeit zwischen uns für das Wohl der Kinder in der Stadt fortgesetzt wird.“

Sderots Bürgermeister Alon Davidi: „Im Gegensatz zu unseren Nachbarn im Gazastreifen, die aus dem schönen Hobby des Drachenfliegens in einen Terrorakt machen, der enorme landwirtschaftliche Schäden verursacht, bringen die Kinder von Sderot und der Region die Drachen in ihren ursprüngliche Form zurück – von ihrem Bau zum Aufsteigen in den Himmel mit der Hoffnung, dass sie nicht abstürzen. Wir arbeiten an positiven Handlungen und Optimismus und dem Wunsch, dass unsere Kinder immer glücklich sein werden. Ich fordere die Kinder von Gaza auf mit den Drachen zu spielen, die sie bauen und sich nicht von den Agenten des Terrors lieb Kind machen zu lassen – für uns sind das Drachen des Lebens und nicht des Todes.“

Das ist meine Übersetzung eines heute veröffentlichten Artikels auf der hebräischen Internetseite rotter.net.

Wir sehen also, dass Drachen im Gazastreifen früher das hier waren:

zu dem hier wurden:

und zu dem hier:

Und jetzt holt sich Sderot den Drachen zurück.

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Zehn Jahre unter Raketenbeschuss

Maayana Miskin, Arutz-7, 15. April 2011

Am 16. April 2001 schossen Terroristen im Gazastreifen die erste Rakete auf das südliche Israel ab; sie zielten auf die Stadt Sderot. Am Sabbath werden seit diesem Tag zehn Jahre vergangen sein. Raketenfeuer bleibt eine ernste Sorge in den Städten im Süden, die erst letzte Woche mit einem Sperrfeuer aus Raketen und Mörsergranaten getroffen wurden.

„Damals waren sich alle sicher, dass es ein einmaliges Ereignis wäre, eine rote Linie, die niemand auch nur denken würde noch einmal zu überschreiten“, sagte Eli Moyal, der ehemalige Bürgermeister von Serot, diese Woche in einem Interview mit Ma’ariv/Nrg. „Niemand stellte sich zehn Jahre Raketenterror vor.“

Terroristen begannen mit Kurzstreckenraketen, die im Gazastreifen hergestellt wurden; man kennt sie als „Qassams“. In den ersten Jahren schlugen die Raketen ohne Warnung ein. Selbst nach dem Aufbau des Raketenwarnsystems „Farbe rot“ hatten die Einwohner höchstens 15 Sekunden, um in Schutzräume zu laufen – und oft bedeutend weniger Zeit.

Von den Raketen wurden alleine in Sderot mehrere Menschen getötet, darunter vier Kinder. Andere wurden schwer verletzt, darunter ein achtjähriger Junge, der ein Bein verlor.

Vor dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifen 2005 und der Vertreibung der Juden aus dem Bereich waren jüdische Gemeinden in Gush Katif das Ziel vieler Raketenangriffe. Der Gaza-Gürtel wurde 2004 mehr als 280-mal getroffen, 2005 170-mal, sahen sich aber keinen täglichen Angriffen ausgesetzt.

Nach der Vertreibung begannen die Terroristen allerdings weit häufiger anzugreifen; sie beschossen die Region 2006 mit 946 Raketen; 2008 waren es 2.048. Nach der Machtübernahme der Hamas 2007, als UN-Beobachter von der Grenze flohen, schaffte es die Hamas mehr fortschrittliche Mittelstrecken-Raketen einzuschmuggeln und dehnten ihre Anschläge über Sderot und den Gaza-Gürtel hinaus aus. Städte wie Ashkelon, Be’er Sheva, Ashdod und Ofakim wurden ebenfalls zu ihren Opfern.

Die Antiterror-Operation „Gegossenes Blei“, bei dem Israel einen großen Teil der Infrastruktur und Waffenlieferungen der Hamas zerstörte und geschätzte 700 Hamas-Terroristen tötete, führte zu einer vorläufigen Schonung. Doch vor kurzem ging die Hamas wieder in die Offensive, schoss Raketen auf Netivot, Ofakim, Be’er Sheva und Ashkelon.

„Im Nachhinein war diese [erste] Qassam ein klares Zeichen, dass die Hamas eine Kampf mit Israel haben wollte“ sagte der ehemalige Verteidigungsminister Amir Peretz, der in Sderot wohnt, gegenüber Ma’ariv. „Anfangs behandelten wir die Qassam nicht als etwas, das eine Bedrohung oder Gefahr sein könnte. Wir gingen damit als einem Versuch der Palästinenser um uns zu drohen, nicht mehr.“


Der Alarm „Farbe rot“ ertönt; Kinder suchen Schutz.


Spielplätze wurden wegen Raketengefahr in Gebäude verlegt.


Eine Sammlung gebrauchter Raketen in Sderot.


Folgen eines Raketenangriffs auf den Raum einer Kindergartengruppe.


Gaza-Terroristen trafen einen Schulbus, ein Kind wurde schwer verletzt.

Ein bösartiger Geisteszustand offenbart

Ein gängiges Klischee ist immer wieder, dass „so ein paar Qassam“ (in der Regel mit dem Adjektiv „selbstgebaut“ verharmlost) von den Betroffenen gefälligst nicht so hochstilisiert werden sollen. Sie sind kein Grund für die „völlig übertriebene Reaktion“, wie Israel sie über den Jahreswechsel gezeigt hat. Dazu wird dann gerne Leichenfledderei mit dem Vergleich der Zahl der Toten auf beiden Seiten bemüht. Die sonstigen Auswirkungen des Raketenterrors bezieht bei den „israelkritischen“ „Nahost-Experten“ niemand mit ein. Psychologische Schäden werden allenfalls den „Opfern der israelischen Aggression“ zugestanden. Dieser Haltung widmete Yaakov Lozowick am 25. Januar 2009 einen Eintrag in seinem Blog:

Eines Abends während der Kämpfe kam ein junger Mann aus Sderot hinauf nach Jerusalem und hielt einen Vortrag in einem öffentlichen Forum. Er erzählte von den Kräfte zehrenden Wirkungen des achtjährigen Lebens unter Feuer. Davon, wie Lieferanten seines Lebensmittel-Ladens nicht mehr liefern wollten, so dass die Leute zu den großen Supermarkt außerhalb der Stadt fahren mussten, weil dieser besser ausgestattet ist. Wie er sein Möglichstes tat niemanden zu entlassen, nachdem ein Angestellter, der sein Vater hätte sein können, in Tränen ausbrach, als ihm mitgeteilt wurde, dass es nicht genügend Einkünfte gab, um ihn noch länger zu bezahlen. Wie Familien unter der nie endenden Belastung auseinanderbrachen. Wie seine fünfjährigen Zwillinge, die nie ein Leben ohne die Sirenen gekannt haben, in Panik ausbrachen, als sie auf einer Fahrt in den ruhigen Norden in der Ferne einen Krankenwagen hörten und ihre sichere, geschützte Ecke nicht hatten, in die sie entkommen konnten.

Davon waren seine Zuhörer peinlich berührt, weil sie ihr Leben in Gleichgültigkeit dem allen gegenüber gelebt hatten.

Gideon Levy veröffentlichte am Freitag eine weitere Tirade. Man muss sie nicht gelesen haben, es ist das übliche Wirrwar an Ungenauigkeiten, entgegen der Chronologie der Wirklichkeit aneinandergereihte Fakten, ein Haufen Ideologie und Hass… das Übliche eben. Aber er hatte einen entlarvenden Ausrutscher, den seine Herausgeber in der hebräischen Druckversion als Werbung aus dem Text nahmen und unter das Bild setzten. Er sagt als Beschreibung der Halbwegsruhe der Hudna-Periode seit dem Sommer:

Die Tatsache, dass die Einwohner des Südens eine Zeit der Ruhe erlebten, fast ohne Qassam-Raketen, wurde getrübt…
Ja, es gab Qassams und Mörser – wenige, unnötig, unproduktiv – die in Weisheit hätten vergeben werden sollen.

Die vielleicht wichtigste Einzelfrage der gerade von uns durchgeführten Operation ist, dass wir uns endlich aus unserer grausamen Lethargie erhoben und klar gemacht haben, dass es so etwas wie ein akzeptables Level an Gewalt gegen uns gibt, den der Rest übersehen oder vorgeben kann nicht zu sehen. Wir sind verantwortlich für uns alle.

Wenn man richtig fiese Nachbarn hat

Wir haben hier einen schönen November-Freitag – sonnig, warm, blauer Himmel, milde Brisen. Und der vierte Tag in Folge mit terroristischem Raketenfeuer aus dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen auf zivile israelische Ziele.

Fünf Raketen schlugen seit dem heutigen Morgengrauen in Israel ein [der Beitrag wurde gegen 14.30 Uhr eingestellt]. Zwei gingen in Sderot nieder, drei in der Negev-Wüste. Die Al Quds-Brigaden, teil der Terrorgruppe Islamischer Jihad, gab die übliche die Muskeln spielen lassende, vor Hormonen triefende Presseerklärung aus, mit der sie die Verantwortung für sich beanspruchten. In der Zwischenzeit sind die Eltern israelischer Schulkinder von den Behörden aufgefordert worden wachsam zu bleiben – was immer das heißt.

Gestern, am Donnerstag, wurden vier weitere Qassam-Raketen nach Israel geschossen. Und seit dem letzten Dienstag haben palästinensisch-arabische Terroristen nicht weniger als 50 Raketen nach Israel geschossen. Eine davon landete nahe der Neot-Grundschule in Aschkelon, wo 700 Kinder sich auf eine Luftangriffs-Übung vorbereiteten, die einen realeren Charakter annahm und das nicht zum ersten Mal. Kinder, die von der Sirene in Angst versetzt wurden, wurden kurz darauf von ihren Eltern eingesammelt.

Sagen wir „in Angst versetzt“? Unsere Gesellschaft ist keine, die ohne Grund zittert. Sehen Sie sich die folgenden Grafiken an, die zusammenfassen, wie es ist in einer Nachbarschaft zu leben, wo die Barbaren ohne jegliche Zurückhaltung agieren und das weit gehend ohne jegliche Aufmerksamkeit von Medien oder Regierung außer seitens der Israelis. (Daten mit freundlicher Genehmigung von hier.)

Raketen, die während der vergangenen 12 Monate von Gaza-Terroristen nach Israel geschossen wurden.

Mörser, die seit Oktober 2007 nach Israel geschossen wurden.

Israelische Opfer – Opfer der Raketen und Mörser der Hamas nur in den letzten zwölf Monaten und nur in den Orten und Städten, die in der Nähe des von der Hamas kontrollierten Region Gaza liegen [lila=Verletzte, grün=Tote].

Die Diagramme oben wurden vor dem wilden Feuern dieser Woche erstellt. Welches Land mit Selbstachtung – außer Israel – würde jemals diese Art unbarmherziger Attacken auf seine Zivilbevölkerung ohne Flächenbombardement auf die terroristischen Täter in ihrem Schlangennest-Festungen hinnehmen?

Eine Waffenstillstandsvereinbarung mit der Hamas folgt „Einem Fehlschlag, schlimmer als der Zweite Libanonkrieg“

Dr. Joel Fishman, Makor Rishon, 20. Juni 2008

Am Dienstagabend, 17. Juni 2008, verkündete die ägyptische Regierung, dass eine Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen am Donnerstag, 19. Juni, 6 Uhr morgens in Kraft treten würde. Diese Abmachung bedeutet im Grunde, dass Israel indirekt eine Terrororganisation anerkennt und mit ihr verhandelt, die sich seiner Vernichtung verschrieben hat. Davor gab es in der Woche erbitterte Diskussionen und den Austausch gegenseitiger Beschuldigungen bezüglich der Frage, ob Israel massiv mit bewaffneten Kräften im Gazastreifen einmarschieren sollte, um den Terrorakten ein Ende zu setzen, zu denen auch der Beschuss der Zivilbevölkerung des westlichen Negev und Aschkelons mit Raketen und Mörsern gehört. Am 16. Juni gab das Außenministerium eine Erklärung aus, mit der es die Öffentlichkeit informierte, dass „die Tatsache, dass die Hamas einen gewalttätigen Staatsstreich gegen die pragmatischere, von Abu Mazen geführte palästinensische Autonomiebehörde durchführte, beweist, dass sie nicht Willens sind an dem Prozess teilzunehmen, durch Kompromiss Frieden zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde zu erzielen, der 1993 mit den Vereinbarungen von Oslo begonnen wurde.“

Es ist wahrscheinlich, dass jegliches Arrangement mit der Hamas nur vorläufig sein wird und nur so lange dauert, wie es denen gefällt. Im Austausch für eine unbestimmt lange Pause in den Feindseligkeiten plant Israel die Vorteile relativer militärischer Stärke aufzugeben, während sein Feind sich auf die nächste Runde vorbereitet, seine Kräfte ausbildet, Befestigungen baut und neue Waffen einschmuggelt. Der Prototyp dieser Transaktion war der Waffenstillstand von Hudaibiya aus dem Jahr 628 unserer Zeitrechnung, den Mohammed mit dem mekkanischen Stamm der Quraisch zu einer Zeit schloss, als seine Streitkräfte relativ schwach waren. Später, als er mehr Anhänger gewonnen hatte, brach er den Vertrag und besiegte diesen Stamm. Die Internetseite Israel Forum schreibt dazu: Dieser Waffenstillstand wurde zum Modell und zum Präzedenzfall im islamischen Recht für alle Vereinbarungen mit Ungläubigen; er darf nie länger als zehn Jahre dauern (mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere zehn Jahre, keinesfalls mehr).“ Innerhalb eines breiteren Blicks ist, wie Mao einst schrieb, das wichtige Ziel einer jeden Guerillabewegung einfach weiter zu existieren. So gesehen ist der Staat Israel der Hamas unnötig behilflich gewesen.

Die Auswirkungen alternativ wählbarer Politik, einer Waffenruhe oder möglicher Militäraktionen im Gazastreifen, sind keiner ernsthaften öffentlichen Diskussion unterzogen worden und einige der Hauptfragen wurden vernebelt. Zudem ist die Tendenz der Medien irreführend, die jüngsten Entwicklungen hauptsächlich aus der Perspektive der Gegenwart so darzustellen, als seien sie völlig neu.

Heute vor einem Jahr, am 20. Juni 2007, verlor Israel Ze’ev Schiff, einen seiner besten Militäranalysten. Zwölf Tage vor seinem Heimgang erschien einer seiner letzten Artikel in Ha’aretz: „An Israeli Defeat in Sderot“ (Eine israelische Niederlage in Sderot). Obwohl seitdem ein Jahr vergangen ist, hat der Artikel seinen Wert behalten. Wäre Schiff heute noch am Leben, hätte er denselben Artikel mit nur unwichtigen Änderungen schreiben können. Einige seiner Schlussfolgerungen sind diese:

  1. Israel ist in Sderot besiegt worden;
  2. Der Feind hat die gesamte Stadt still gelegt und das normal Leben zum Stehen gebracht;
  3. Die Menschen in Sderot haben nicht das Gefühl, dass das Land hinter ihnen steht;
  4. Die Regierung hat es nicht geschafft, aus dem bombardierten Sderot in ein nationales Verteidigungsprojekt zu machen, das die Einschätzung stärkt, dass diese Regierung in der Lage ist die Nation in einer militärischen Konfrontation zu führen;
  5. Der Feind, der Sderot besiegt hat, ist eine Terrororganisation, die militärisch schwach ist, es aber trotz dieser Schwäche geschafft hat gegenüber Israel eine Abschreckung zu erzielen, so wie es die Hisbollah [im Norden] machte.
  6. Israel befindet sich mit der Hamas in einem militärischen Patt. Das ist ein ernster nationaler Fehlschlag, der schlimmer ist, als der Fehlschlag des Zweiten Libanonkrieges.
  7. Entgegen der von David Ben Gurion eingeführten Tradition, hat der Feind die Kämpfe auf israelisches Territorium bringen können.

Seit Ze’ev Schiff das schrieb, sind weitere Raketen auf Sderot gefallen; Mörser sind auf die umliegende Region nieder gegangen. Einige Grad-Flugkörper haben Aschkelon getroffen. Menschen verlassen einige Gebiete in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen. Es ist bemerkenswert, dass Schiffs Beschreibung der Niederlage seiner Ansicht nach eng damit verbunden war, dass die Regierung die traditionellen „Kernwerte“ der israelischen Gesellschaft verlassen hat. Er nannte die Situation eine „nationale Schande“.

Die Regierung Israels hat sich Zeit gelassen, um effektiv auf den Hamas-Terror zu reagieren, insbesondere auf den Verschuss von Raketen und Mörsern auf jüdischen Städte und landwirtschaftliche Siedlungen. Einer der Gründe dafür ist, dass sowohl die Regierung als auch die Armee nicht in der Lage gewesen sind, der politischen Kriegsführung entgegenzutreten. Die Armee hat sich zwar recht gut geschlagen, was die Logistik und kreative Problemlösungen bezüglich Kämpfen in dicht besiedelten Gebieten angeht, wie es in Jenin 2002 der Fall war, aber sie hat den Fehler gemacht, das ausschließlich „von einem rein militärischen Standpunkt aus zu tun“. Die Armee und die politische Führung haben darin versagt Israels Legitimität und die Ausübung des souveränen Rechts auf Schutz der eigenen Zivilbevölkerung zu verteidigen. Dieses Versagen ist schmerzlich offenbar geworden, weil Israel sich in dem Zustand eines sich in die Länge ziehenden Konflikts befindet.

In der Vergangenheit bestand der Staat Israel auf dem Prinzip, dass im Umgang mit Regimen, die erlaubten, dass ihr Territorium aus Ausgangspunkt für Terror benutzt wird, diese zur Rechenschaft gezogen werden. Derzeit ist klar, dass der Staat seine traditionelle Politik aufgegeben hat, dass die anderen den Preis für den Terror gegen die israelische Zivilbevölkerung zu zahlen haben. Die Tatsache, dass Israel im Krieg der Worte und Ideen nicht auf seinen legitimen Ansprüchen bestanden hat, stellt ein schwerwiegendes Versäumnis seitens der Regierung dar.

Unter den gegenwärtigen Umständen könnte eine massive Militäraktion im Gazastreifen ein ernsthafter Fehler sein. Die Bevölkerung dort ist schwer bewaffnet und das Gebiet dicht besiedelt. Darüber hinaus gibt es auch keinen überzeugenden Grund dafür, dass Israel Verluste erleidet, um für das schwache und diskreditierte Regime des Abu Mazen den Weg freizumachen. Wenn im Gazastreifen langfristige Ergebnisse erzielt werden sollen, dann ist es notwendig einen fundamentalen Regimewechsel im Geist der amerikanischen Besetzung Deutschlands und Japans nach dem Zweiten Weltkrieg herbeizuführen.

Es wäre nötig die Hamas-Institutionen der zivilen und politischen Gesellschaft neu zu formen und eine völlig neue Organisation zu schaffen, die weder mit der palästinensischen Autonomiebehörde noch mit der Muslimbruderschaft verbunden ist. Ein neues Grundgesetz müsste die Hamas-Charta ersetzen. Das würde entschiedene Polizeiarbeit verlangen, rechtliche Reform, den Neuaufbau der Justiz und des Bildungssystems, politische Säuberungen, Zensur der Presse und der Predigten in den Moscheen und die Neuschreibung der Schulbücher. Ein solches Programm würde Israel die Verantwortung für die Gesundheit, soziale Wohlfahrt und Ernährung der Zivilbevölkerung des Gazastreifens aufgeben – eine schwere Last, die jenseits seiner Möglichkeiten und Ressourcen liegt.

Es ist wahrscheinlich, dass die neue Waffenstillstands-Vereinbarung nicht in einer Beendigung der Feindseligkeiten münden wird. Da diese Abmachung es dem Feind ermöglichen wird sich auf die nächste Runde vorzubereiten, muss auch Israel sich auf das Worst-Case-Szenario vorbereiten. Was im Endeffekt übrig bleibt, ist die Option der Abschreckung. Israel sollte eine permanente und effektive Informations-Kampagne beginnen, um sein Recht auf Selbstverteidigung zu schützen und den Feind zu diskreditieren. Es sollte ständig daran arbeiten die Unterstützung der Bevölkerung des Gazastreifens für das Regime der Hamas zu untergraben und auf das Mögliche ausdehnen: etwas Verständnis in der arabischen Welt zu gewinnen. Es ist unvorstellbar, dass eine Terror-Organisation, die sich mit dem Mord von israelischen Zivilisten beschäftigt, von Rechten profitiert, die das internationale Recht verleiht. Daher mus Israel bereit sein sich gegen großen internationalen Druck zu stellen. In Verbindung mit einer energischen Informations-Kampagne muss Israel bereit sein Maßnahmen kraftvoller Abschreckung und Vergeltung anzuwenden. Gewisse militärische Optionen, wie Artillerie- und Raketenbeschuss, Luftangriffe, wie auch gezielte Tötungen, sollten angewendet werden, um die andere Seite zu überzeugen, dass jeder Angriff auf israelische Zivilisten teure und schmerzhafte Folgen haben wird.

Dr. Joel Fishman arbeitet an einem Forschungszentrum in Jerusalem.

Mehr Tod, mehr Schmerz im südlichen Israel

This Ongoing War, 29. Februar 2008

Die palästinensisch-arabischen Jihadisten im Gazastreifen beschäftigen sich gestern selbst für ihre Standards mit einer Orgie von Terrorangriffen. Mehr als 50 Raketen wurden Mittwoch aus dem Gazastreifen ins südliche Israel geschossen. Eine traf das bis dahin nicht betroffene Sapir College, eine Bildungsinstitution in der Nähe von Sderot und tötete dort einen Studenten, den vierfachen Vater Roni Yechiah.

Eine der anderen Raketen explodierte auf dem Grundstück des Barzilai-Krankenhauses in Aschkelon, als die Belegschaft gerade mitten in der Versorgung eines Stroms von Verwundeten der Angriffe bei Sderot beschäftigt war.

Sagen wir es klar und deutlich: Das ist Krieg. (Klingt offensichtlich? Nicht für alle. Lesen Sie weiter.)

Im heutigen Wall Street Journal schreibt Bret Stephens, dass Israel von fast jeder internationalen Körperschaft und Regierung gedrängt wird, seine Antwort auf die mörderischen Angriffe zu der Terroristen einzuschränken – auf etwas „verhältnismäßiges“.

Was heißt das? Lässt sich „Verhältnismäßigkeit“ auf die Absicht derer anwenden, die die Qassams abschießen – nämlich den wahllosen Terror gegen die Zivilbevölkerung? In diesem Fall würde eine „verhältnismäßige“ israelische Antwort vielleicht beinhalten, dass 2.500 Artilleriegranaten zufällig auf zivile Ziele im Gazastreifen geschossen würden. Oder sollte Verhältnismäßigkeit auf die Auswirkungen der Qassams angewandt werden – eine genauestens kalibrierte, Auge-um-Auge-Operation, bei der ein Dutzend Palästinenser getötet und die absichtliche Verstümmelung oder Traumatisierung einiger hundert mehr vorgenommen wird? Sicher ist das nicht das, was die Vertreter der Verhältnismäßigkeit im Sinn haben. Was sie wirklich meinen: dass Israel mit Moderatheit antworten sollte. Aber die Kriterien für Moderatheit sind subjektiv. Sollte Israel Hamas-Führer aussuchen, die die Raketenangriffe befehlen? Das Europaparlament hat letzte Woche eine Resolution verabschiedet, die genau diese Praxis der gezielten Tötungen verurteilt. Sollte Israel rein wirtschaftliche Maßnahmen durchführen, um die Hamas für die Qassams zu bestrafen? Dieselbe Resolution verurteilte das, was sie Israels „Kollektivbestrafung“ der Palästinenser nennt. Sollte Israel versuchen die Qassams durch begrenzte militärische Vorstöße auszuhebeln? Auch das hat den unverzeihlichen Effekt als Ergebnis zu viele palästinensische Opfer zu haben, die als „unverhältnismäßig“ zur Anzahl von Qassams verwundeter Israelis gewertet werden. Angesichts dessen hat Israels angenommenes Recht auf Selbstverteidigung praktisch keine Anwendungsmöglichkeit, was den Gazastreifen angeht. Statt dessen wird Israel der Rat erteilt Waren frei in den Streifen fließen zu lassen und mit der Hamas eine Feuereinstellung auszuhandeln.

Es lohnt sich den ganzen Artikel von Bret Stephen zu lesen: The Sderot Calculus (Die Sderot-Rechnung).

Heute forderte US-Außenministerin Condoleezza Rice in Tokio ein Ende der jihadistischen Raketenangriffe auf Israel. Aber in der wirklichen Welt kann sich niemand vorstellen, dass das passieren wird und tatsächlich gab es heut Morgen mehrere Runden Raketenfeuer auf Israel (es ist noch nicht einmal Mittag). Zu den heutigen Opfern gehören der Leibwächter des israelischen Ministers für öffentliche Sicherheit, Avi Dichter, der in der Nähe einer Stelle von Splittern verletzt wurde, an der einige der Raketen von gestern einschlugen.

Lassen Sie es uns klar und deutlich sagen: Das wird weiter gehen, bis es von unserer Seite mit Nachdruck beendet wird.