Ägyptischer Antisemitismus von heute: Gleichsetzung des Latrun-Vorfalls mit dem Holocaust

Elder of Ziyon, 18. Juli 2022

Anfang Juli entlarvten israelische Medien ein furchtbares Geheimnis aus dem Sechstage-Krieg. Yossi Melman twitterte:

Nach 55 Jahren heftiger Zensur kann ich offenlegen, dass mindestens 20 ägyptische Soldaten bei lebendigem Leibe verbrannt und von der IDF in einem Massengrab in Latrun beerdigt wurden, das nicht gekennzeichnet wurde und ohne identifiziert zu werden, was gegen Kriegsrecht verstößt. Das geschah während des Sechstage-Kriegs.

Tage vor dem Krieg unterschrieb Ägyptens Nasser einen Verteidigungspakt mit Jordaniens Hussein. Ägypten stationierte 2 Kommando-Bataillone in der Westbank bei Latrun, das Niemandsland war. Ihr Auftrag bestand darin nach Israel einzudringen und Lod sowie nahe gelegene militärische Flugfelder zu erobern.

Es gab Feuerwechsel mit IDF-Truppen und Mitgliedern des Kibbuz Nachschon. Einige ägyptische Soldaten flohen, einige wurden gefangen genommen und einige kämpften mutig.

An einem bestimmten Punkt schoss die IDF Mörsergranaten und tausende nicht bestellter Dunam wilden Buschlands im trockenen Sommer wurden in Brand gesetzt. Mindestens 20 ägyptische Soldaten starben in dem Buschfeuer, „das Feuer breitete sich in dem heißen und trockenen Busch schnell aus und sie hatten keine Chance zu entkommen“, erzählte Zeen Bloch (heute 90 Jahre alt), der der Militärkommandant des linken Kibbuz Nachschon war.

Am nächsten Tag kamen mit einem Bulldozer ausgerüstete IDF-Soldaten an den Ort, hoben eine Grube aus, schoben die ägyptischen Leichen hinein und bedeckten sie mit Erde. Bloch und einige Nachschon-Mitglieder sahen mit Schrecken zu, wie Soldaten persönliche Habseligkeiten an sich nahmen und das Massengrab unmarkiert ließen.

Saleh Abu Muslim, ein ägyptischer Autor der Nachrichten-Seite Elaosboa, setzt diesen Vorfall mit dem Holocaust gleich, von dem er nicht sicher ist, dass er überhaupt stattfand.

Wenn das Wort Holocaust erwähnt wird, denkt man sofort an den Holocaust an den Juden und anderen durch das von Adolf Hitler im Zweiten Weltkrieg geführte Nazi-Deutschland und seine Verbündeten. Wegen des Völkermords und dem brutalen Holocaust, dem die Juden von 1935 bis 1945 unterzogen wurden, ob das nun echt war oder Erfindung, sind Verbrechen der Schande gegen die Menschheit. Viele Wissenschaftler, Historiker und andere glauben, dass der Holocaust ein Trick oder eine Lüge ist, die von den Zionisten ausgenutzt wird, um ihre Interessen zu erreichen und die westlichen Länder zu erpressen, die für diese Verbrechen verantwortlich sind und das ist der Grund, dass diejenigen, die die Wahrheit des Holocaust der Juden und ihrer Sympathisanten bestreiten, als Antisemiten gelten…

Die Juden der Welt heulen und jammern wegen der brennenden Verbrechen, denen sie von Nazi-Deutschland und seinen Verbündeten unterworfen wurden und fordern sogar die Verfolgung all derer, die den Holocaust bestreiten und sein Auftreten abstreiten und sie fordern, dass Deutschland hohe finanzielle Entschädigung an die Juden zahlt, die vernichtet wurden. Dennoch haben wir hier israelische Besatzungssoldaten und sie betrieben dasselbe brutale Verbrechen an den Gefangenen und belagerten ägyptische Soldaten in den Kriegen von 1956, 1967 und 1973. … Nach 55 Jahren Verdunkelung ist die israelische Obrigkeit jetzt zu uns gekommen, um uns zu offenbaren, dass die israelischen Besatzungskräfte 1967 mehr als 80 Soldaten verbrannten und töteten. Die ägyptischen Sondereinsatzkräfte, die im Krieg von Juni 1967 im Bereich von Latrun zwischen Jaffa und Jerusalem stationiert waren, als diese Streitkräfte in einem Sondereinsatz zur Unterstützung der jordanischen Armee in diesem Bereich waren. Folgende israelischen Regierungen, die uns dieses furchtbare Verbrechen offenbarten, nachdem die israelischen Streitkräfte Phosphor-Granaten mitten in einen öden Wüstenbereich voller Unkraut und trockener Bäume schossen, um sie zu verbrennen…

Lassen Sie uns einiges klarstellen: Das Verbrennen der Soldaten war ein Unfall. Das waren keine Phosphor-Granaten, sondern laut Melman reguläre Artillerie.

Die ägyptischen Soldaten waren gemäß der Genfer Konventionen zulässige militärische Ziele. Sie waren keine unschuldigen Zivilisten und sie waren keine Kriegsgefangenen. Sie waren aktive Kombattanten.

Die IDF handelte absolut falsch damit die zu beerdigen und ihre Habseligkeiten zu plündern, keine Frage. Diese Soldaten hätten bestraft werden sollen. Und der Vorfall hätte nicht so lange geheim gehalten werden sollen.

Aber das mit dem Holocaust gleichsetzen?

Die Ägypter haben jedes Recht wegen des Vorfalls wütend zu sein und Antworten zu verlangen. Aber ihn als Ausrede zu benutzen das systematische Massengemetzel und den Völkermord an Juden zu benutzen ist obszön.

Und noch obszöner ist, dass der Herausgeber der Zeitung das Gefühl hatte, dass der Autor einen berechtigten Standpunkt vertritt. Und dass, wann immer ein obszöner Artikel auf Arabisch veröffentlicht wird, es keine sichtbare Gegenreaktion durch andere Araber gibt.

Vor 55 Jahren: Der Sechstage-Krieg und seine Folgen

Die Entdeckung des „Palästinensertums“

Joseph Puder, FrongPage Mag, 20. Juni 2022

Dieser Monat vor 55 Jahren muss als eine der ruhmreichten Zeiten in die Annalen der jüdischen Geschichte eingehen. Es war der Sechstage-Krieg, der am 5. Juni 1967 begann. Weniger als eine Woche später war der Krieg vorbei. Die arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien wurden besiegt. Militärkontingente aus dem Irak, Marokko und Saudi-Arabien erlitten schwere Verluste. Ägypten verlor die gesamte Halbinsel Sinai und den Gazastreifen. Jordanien, das nach dem Krieg von 1948 die Altstadt Jerusalems und die Westbank (Judäa und Samaria) annektierte, verlor diese Gebiete jetzt. Das Regime in Damaskus nutzte die strategischen Golanhöhen, um israelische Kibbuzim am See Genezareth zu beschießen, auf israelische Bauern zu schießen und jetzt waren die Golanhöhen in israelischer Hand. Israel wurde über Nacht territorial, was aber noch bedeutender war, in Sachen nationaler Stimmung umgestaltet. Das Land wandelte sich von der Untergangsstimmung, die vor dem Krieg herrschte, in Euphorie und Jubel. Gott hatte wieder einmal für sein Volk ein Wunder vollbracht.

Doch mit der Herrlichkeit des Anlasses kamen die Konsequenzen des unglaublichen israelischen Sieges. Eine neue Realität entstand, die ein Zeitalter des Terrors und der Instabilität hervorbrachte. Der Sechstage-Krieg ließ unvorhergesehene Entwicklungen aufkommen, darunter die Erschaffung des „Palästinensertums“. Der Schock, den die arabische Welt nach dem Sechstage-Krieg empfand und das Ausmaß der arabischen Niederlage durch die „verachteten und schwachen Juden“ war für das arabische Gemüt zutiefst erniedrigend. Sie beschleunigte den Untergang von „Nasserismus“, Pan-Arabismus und arabischem Nationalismus als vorherrschender Ideologien in der arabischen Welt. Der Krieg diskreditierte die säkularen arabischen Regierungen und trug zum Aufstieg des politischen Islam bei.

Gamal Abdel Nasser, der ägyptische Diktator und Held der arabischen Massen, der im Mai 1967 mit der „Liquidierung der zionistischen Gefahr“ prahlte, erlitt eine persönlich demütigende Niederlage. Er versuchte seinen Ruf zu retten, indem er für die arabische Niederlage das Eingreifen Amerikas und der Briten zugunsten Israels verantwortlich machte, eine absolute Lüge. Aber er konnte die Lügen nicht zurücknehmen, die er König Hussein und dem ägyptischen Volk über Siege über die Israelis auf dem Schlachtfeld erzählt hatte und dass seine Luftwaffe israelische Ziele angegriffen habe. Nach dem Sechstage-Krieg waren daher die Araber der Westbank und des Gazastreifens selbst dafür verantwortlich ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen…

Vor dem Sechstage-Krieg waren die Identitäten der Araber der Westbank und des Gazastreifens nicht als Palästinenser bekannt. Der Begriff Palästinenser wurde erst übernommen, nachdem Israel die Kontrolle über diese Gebiete übernahm. Araber der Westbank und des Gazastreifens waren vorher Jordanier bzw. Ägypter. Die arabische Welt verlor die Hoffnung auf die Fähigkeit seiner Armeen den jüdischen Staat zu vernichten und Palästina für die arabische Sache wiederzugewinnen. Für Anwar Sadat, der 1970 Nasser als Präsident Ägyptens ersetzte, war die Wiedererlangung der Halbinsel Sinai der Hauptgrund für den Yom Kippur-Krieg. Ägypten hatte im Oktober 1973 nicht vor Israel zu vernichten, sondern den arabischen Stolz wiederzugewinnen. Schließlich schloss Sadat Frieden mit Israel, weil er erkannte, dass Israel nicht zu beseitigen war. Das ist vielleicht eines der wichtigsten Vermächtnisse des Sechstage-Kriegs.

Palästina wiederzugewinnen wurde nach dem Sechstage-Krieg den Arabern Palästinas übergeben. Um ihren Kampf gegen Israel zu legitimieren agierte die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) außerhalb Israels, der Westbank und des Gazastreifens, musste ein Narrativ erfinden, das ihnen eine Rechtfertigung bietet das Land zu beanspruchen und Israel zu verdrängen. Um der Vorstellung von „Palästinensertum“ Substanz zu verleihen und ihr historisches Palästina zu beanspruchen, behaupteten sie, dass sie die Nachkommen der antiken Kanaaniter seien. Eine absurde Behauptung, weil die meisten Araber, die in Palästina leben, aus anderen arabischen Ländern zuwanderten und viele sich während der muslimischen Eroberung des Landes durch Kalif Omar 637 n.Chr. dort niederließen. Einige arabische Palästinenser haben behauptet, dass die Jebusiter ihre Vorfahren seien, obwohl es keinerlei glaubwürdige wissenschaftliche Beweise dafür gibt. Mit fingierten Behauptungen dieser Art hofften sie eindeutig die internationale Gemeinschaft zu überzeugen, dass Israel und Jerusalem „rechtmäßig“ ihnen gehören.

König David machte Jerusalem zu seiner Hauptstadt; daher wurde sie Stadt Davids genannt. Sein Sohn Salomo baute dort den Tempel. In der Bibel wird der Name Zion für die Stadt Jerusalem verwendet und das ist die Quelle des Begriffs Zionismus, die die jüdische Nationalbewegung ist, die Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und von Theodor Herzl geleitet wurde. Der Beiklang des Namens drückt Jahrtausende Sehnsucht der Juden, nach der Vertreibung der Juden aus dem Land Israel durch die Römer nach Zion – Jerusalem – zurückzukehren.

Um ihre Legitimität über das Land Israel zu etablieren und die historische jüdische Präsenz dort auszulöschen, haben die Araber vorsätzlich archäologische Artefakte zerstört, die bis in biblische Zeiten zurückreichen; in diesem Prozess zerstörten sie Artefakte aus der Zeit der Kanaaniter. Das gewohnheitsmäßige Leugnen von Geschichte seitens der Führung der palästinensischen Araber ist einem Friedensschluss mit Israel abträglich. Genauer gesagt behauptet der palästinensische öffentliche Diskurs, der jüdische Tempel habe nie existiert. Sie lehnen es ab die allgemein anerkannte Geschichte der Stadt Jerusalem sowie des Restes des Landes einzuräumen, geschweige denn zu tolerieren.

Obwohl die Araber Palästinas dieselbe arabische Sprache sprechen wie die Araber in ihren Nachbarstraßen, dieselbe Religion haben – den sunnitischen Islam – und Teil derselben Kultur sind, entdeckten sie nach dem 10. Juni 1967 plötzlich ihr angeblich ausgeprägtes „Palästinensertum“. Sie forderten fortan, dass die arabischen Staaten sie als solche anerkennen. Die arabischen Staaten kamen dem sehr freudig nach und waren damit die palästinensische Last los. Einige arabische Staaten wie der Irak und Syrien nutzen die arabischen Palästinenser als Terrormittel gegen Israel. Man kann sicher sagen, dass es ohne den Sechstage-Krieg kein „Palästinensertum“ gegeben hätte. Araber der Westbank wären Jordanier und Araber aus dem Gazastreifen Ägypter geblieben.

Ein wichtiges Ergebnis des Krieges war, dass der UNO-Sicherheitsrat die Resolution 242 annahm, die auch als „Land für Frieden“ bekannt ist. Das war eine Abkehr von früheren Fällen, bei denen Israel sich aus erobertem Gebiet zurückzog, wie es nach dem Sinai-Feldzug 1956 der Fall war, als Israel den Ägyptern Land gab (den ganzen Sinai), ohne Frieden zu bekommen. Genauso zogen sich die israelischen Streitkräfte 1949 aus dem Sinai zurück, ohne Anerkennung von Kairo zu erhalten. Der israelische Historiker Benny Morris hat geschrieben: „Die Israelis hatten endlich etwas, das sie den Arabern im Tausch für Frieden geben konnten.

Schließlich erkannten die USA nach dem Sechstage-Krieg Israels Wert als strategischen Partner an. Das führte zu einer amerikanischen Nahost-Politik, die sich darauf konzentrierte die Sowjetunion in einzudämmen, womit sichergestellt wurde, dass das Öl zu vernünftigen Preisen fließt und Israel geschützt wird. Weil der französische Präsident Charles de Gaulle kurz nach dem Krieg ein Waffenembargo gegen Israel verhängte (für Waffen, die von Israel bereits bezahlt waren), wurden die USA zu Israels wichtigstem Waffenlieferanten. Großbritannien zog sich in den 1960-er Jahren aus der Region zurück, schaffte damit ein Vakuum, das die USA letztlich mit Hilfe eines verlässlichen Israel füllten.

Es liegt immer noch einige Distanz zwischen Israel unfassbarem Sieg und einem umfassenden Frieden. Trotzdem säte der Sechstage-Krieg die Samen für den aktuellen Frieden mit sechs arabischen Staaten.

Den Sechstage-Krieg verstehen

Das klassische Beispiel der legalen Anwendung von Gewalt gemäß dem Völkerrecht

Ari Lieberman, FrontPage Mag, 10. Juni 2022

Der 5. Juni war der 55. Jahrestag des Sechstage-Krieges von 1967. Die Palästinenser bezeichnen den Krieg als die „Naqsa“ oder Rückschlag. Aber egal, wie man ihn nennen will, der Sechstage-Krieg hat in der modernen Militärgeschichte keine Parallele. Er endete damit, dass Israel die kollektive Militärmacht der arabischen Welt besiegt. Die Armeen von Ägypten, Syrien, Jordanien und des Irak kollabierten angesichts einer gut ausgebildeten, hoch motivierten israelischen Armee.

Auf dem Papier hätte Israel verlieren müssen. In jeder Kategorie – Panzer, Artillerie, Luftstreitkräfte, Marinekräfte und Anzahl der Soldaten – war Israel zahlenmäßig stark unterlegen. Aber wie uns der aktuelle Konflikt zwischen der Ukraine und Russland uns erinnert, gibt es im Krieg Immaterielles, das nicht quantifiziert oder anderweitig auf eine Zahl reduziert werden kann.

Mit dem Rücken zum Mittelmeer und der noch lebhaften Erinnerung an den Holocaust kämpfte Israel ums Überleben. Natürlich gab es weitere Faktoren, die zu Israels Sieg beitrugen, so ein überlegener Militärgeheimdienst, überlegene Ausbildung und überlegene Führung, aber der alles überragende Grund war, dass jeder israelische Soldat sich der Folgen einer Niederlage bewusst war. Man muss sich nichts weiter ansehen als die Äußerungen der arabischen Seite, um zu wissen, wie die schrecklichen Folgen aussehen würden.

Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser machte seine Absichten deutlich, als er am 26. Mai erklärte: „Die Schlacht wird eine allgemeine sein und unser grundlegendes Ziel besteht darin Israel zu vernichten.“ Um nicht ausgestochen zu werden erklärte Iraks Präsident Aref am 31. Mai: „Die Existenz Israels ist ein Fehler, der korrigiert werden muss. Dies ist unsere Gelegenheit die Schande auszulöschen, die uns seit 1948 begleitet. Unser Ziel ist klar – Israel von der Landkarte zu wischen.“ Ähnliche Gesinnungen wurden von den Führern Syriens und der PLO geäußert. Angespornt von ihren Führern wurde die arabische Welt von Kairo bis Damaskus, von Khartum bis Bagdad in einen begeisterten Rausch aufgepeitscht. Das Publikum in Ägypten war an seine Fernseher gefesselt, als es Kolonnen aus Panzern und Artillerie sag, die sich an die Front begaben; es erwartete den Endsieg über die verhassten Yahud.

Die Araber glaubten ihre eigene Propaganda und warum auch nicht? Sie hatten die modernste sowjetische Ausrüstung – nagelneue T55-Panzer, ultramoderne MiG-21-Jagdflugzeuge, M-46-Artillerie Kaliber 130mm, die größere Reichweite hatte als alles, was ihr Feind besaß, nagelneue Raketenboote, die mit See-Land-Flugkörpern ausgerüstet waren. Darüber hinaus konnten sie 600.000 Mann unter Waffen aufbringen, die Israelis nur 264.000. Selbst einige westliche „Experten“ begannen Trauerreden auf Israel zu halten, im Glauben, dass die Gründung des modernen Staats Israel eine Anomalie war, deren Schicksal es war von der überlegenen Waffengewalt vernichtet zu werden.

Aber leider kam es ganz anders als erwartet. Am 5. Juni, um genau 7:45 Uhr begann Israel die Operation Focus, eine Reihe verheerender, koordinierter Luftangriffe, die die ägyptische Luftwaffe lahmlegten. In nicht einmal drei Stunden machten Mirage III, Super Mystère und Vautour-Flugzeuge der israelischen Luftwaffe aus dem Großteil der ägyptischen Luftwaffe mit all ihrer gewaltigen Sowjet-Ausrüstung teure Haufen Altmetall. Die IAF wandte ihre Aufmerksamkeit dann Syrien zu, das den Konflikt anzettelte, erwischte den Großteil der syrischen Luftwaffe am Boden und erledigte sie mit schonungsloser Effizienz.

Jordaniens König Hussein begann im Glauben an arabische Propaganda, die in Fantasien wie bei Alice im Wunderland getaucht war, Westjerusalem mit 155mm-Kanon vom Typ Long Tom und rückstoßfreien 106mm-Geschützen zu beschießen. Seine Hunter-Jagdbomber griffen Kfar Saba an. Israel hatte den Kleinen König gewarnt, er solle sich aus dem Konflikt heraushalten, aber Israels Warnungen hatten wenig Einfluss auf Hussein. Das Schicksal des Königs und seines Staates war damit besiegelt. In kurzer Zeit zerstörte die israelische Luftwaffe die jordanische Luftwaffe.

Die arabischen Verluste betrugen 452 Flugzeuge; davon wurde der größte Teil in den frühen Stunden des Krieges zerstört. Mit sichergestellter Luftüberlegenheit rollten israelische Panzerkräfte und mechanisierte Infanterie ins Feindgebiet und eroberte die Halbinsel Sinai und den Gazastreifen von Ägypten, die Golanhöhen von Syrien und vielleicht am wichtigsten: Judäa und Samaria sowie Ostjerusalem von Jordanien.

Technisch begann der Krieg zwar am 5. Juni mit Israels Präventivschlag gegen die ägyptischen Flugfelder, in Wirklichkeit wurde er aber von Nassers leichtfertiger Entscheidung vom 23. Mai in Gang gesetzt, als er die Seeblockade gegen die Straße von Tiran wieder verhängte, einem internationalen Seeweg, den israelische Schifffahrt passierte. Die Schließung der Straße war eine eindeutige Verletzung des Internationalen Seerechts und ein aggressiver Akt, der einer Kriegserklärung gleichkam.

1956 führte Israel zum Teil wegen Ägyptens Schließung der Straße Krieg gegen Ägypten. Um Israel zu verlassen sich aus dem Sinai zurückzuziehen gingen die USA zwei Verpflichtungen ein. Sie garantierten, dass sie im Fall einer weiteren Blockade die Straße öffnen würden und erkannten Israels Recht laut Internationalem Seerecht zur freien Durchfahrt israelischer Schiffe mit eigenen Mitteln zu handeln. Die in den Vietnam-Sumpf verwickelten USA hielten ihre Verpflichtung Israel gegenüber allerdings nicht ein.

Nach Ausschöpfung aller diplomatischer Kanäle handelte Israel militärisch und gerechtfertigt – juristisch, moralisch und ethisch. Arabische politische Propagandisten und einige ihrer westlichen Apologeten haben argumentiert, dass die Araber nicht die Absicht hatten Krieg zu führen, dass die Stationierung ihrer Streitkräfte streng defensiv war und dass sie gültige Ansprüche hatten eine Blockade aufrechtzuerhalten, aber diese Ansichten sind ahistorisch und wurzelten in Lüge. Sie sind geschaffen ein falsches, israelfeindliches Narrativ zu propagieren, eines, das Israel die Rolle als Aggressor und Serienverletzer internationaler Konventionen gibt.

Aber Fakten lügen nicht. Die aggressiven Absichten der arabischen Staaten in den Wochen vor dem Sechstage-Krieg, ihre kriegerische Rhetorik, Bündnisse, Blockaden und Drohungen über militärische Aufstellung bieten reichlich Begründung für den Einsatz von Gewalt. Während des Krieges eroberte Israel sogar ägyptische und jordanische Dokumente höchster Geheimhaltungsstufe, die die arabischen Absichten belegen Israel unter sich aufzuteilen. Bis heute bietet der Sechstage-Krieg das klassische Beispiel für rechtmäßigen Einsatz von Gewalt gemäß der UNO-Charta und akzeptierten Prinzipen des Völkerrechts.

Völlig irre Verschwörungstheorie: Der Sechstage-Krieg hat nie stattgefunden

David Lange, Israellycool, 23. August 2021

Ein Reddit-User schreibt über seinen Vater, einen palästinensischen Araber, der glaubt, der Sechstage-Krieg habe nie stattgefunden – denn wie konnte das winzige Israel alle arabischen Armeen besiegen?

Okay, zuerst über meinen Paps… Palästinenser, geboren 1948 in einer Stadt nahe Ramallah. Wanderte 1978 nach Amerika ein.

Mein Paps behauptet, es habe nie einen wirklichen Krieg gegeben. Er sagte, es war alles eine Show, dass es keinen Weg gibt, dass eine winzige Nation wie Israel Jordanien, Ägypten, Syrien und den Libanon gleichzeitig besiegt. Er sagte, er erinnere sich jordanisches Militär gesehen zu haben, das seine Stadt ohne Grund verließ, ohne jegliche Schlacht oder Gewehrfeuer. Mein Paps glaubt, dass der damalige syrische Präsident Hafez al-Assad von Israel dafür bezahlt wurde die Golanhöhen aufzugeben und dass König Hussein dafür bezahlt wurde die Westbank aufzugeben.

Natürlich hat mein Paps absolut keine Beweise, die das stützen. Ich fragte meinen Paps, warum niemand das bisher gesagt hat und er sagte, jeder Araber wird dir das sagen. Bitte vergebt meinem Paps, er ist 73 Jahre alt. LOL

Gibt es also hier irgendjemanden, der beim Krieg dabei war und die Kämpfe dieses Krieges tatsächlich erlebte?

Kein Wort dazu, ob sein Vater dasselbe vom israelischen Unabhängigkeitskrieg glaubt, wo wir ebenfalls zahlenmäßig gewaltig unterlegen waren, ihnen aber ihren Arsch auf einem Tablett servierten. Oder den Yom Kippur-Krieg, den wir gefälligst nicht hätten überleben sollen.

Zudem war Hafez al-Assad damals nicht syrischer Präsident, aber das sind nur Kleinigkeiten.

Eins muss ich dem Reddit-User jedoch lassen: Wenigstens er scheint gute Kenntnisse zu besitzen.

Ich will dich nicht beleidigen, aber dein Paps klingt wie ein palästinensisches Stereotyp.
Ich weiß, dass er das tut. Wir fangen immer an uns wegen der dummen Dinge zu streiten, die er sagt.

Seltene Fotos, die direkt nach der Wiedervereinigung Jerusalems aufgenommen wurden

Nationalbiliothek Israels („Land of Israel“), 6. November 2017

Im Sechstage-Krieg von 1967 kam die gesamte Stadt Jerusalem unter Israels Kontrolle, einschließlich der Altstadt und der Westmauer. Diese Bilder fingen die Emotionen des Tages ein, der direkt darauf folgte…

Jeder – Männer, Frauen und Kinder, Soldaten und Zivilisten, alle wollten die allerheiligsten Stellen mit eigenen Augen sehen. Die Fotografen von damals verstanden die historische Bedeutung des Augenblicks und machten das Meiste daraus. Sie schossen Bild um Bild, fingen die hunderttausende Besucher ein und dokumentierten die, die zur Westmauer kamen. Sie dokumentierten auch die Beseitigung des Schutts, der die Mauer umgab und den Beginn der Arbeit am Vorplatz, die bald darauf begannen, der die Stelle als Pilgerort kennzeichnete.

In diesen ersten Tagen nach dem Krieg kamen die Führer des jüdischen Staates an die Mauer um zu beten, darunter Präsident Zalman Shazar, der darauf bestand nach Jerusalem zu fahren, bevor der Krieg vorüber war und sogar einen Stahlhelm aufsetzte. David Ben-Gurion kam an dem Tag zur Mauer, nachdem der Krieg als vorüber erklärt wurde.

Die Fotos in dem Album wurden von der Agentur IPPA aufgenommen, die vom Fotografen Dan Hadani gegründet wurde. Die Dan Hadani-Sammlung, die das Leben und die Zeit des Staates Israel und die israelische Gesellschaft und Kultur des zwanzigsten Jahrhunderts dokumentiert, beinhaltet etwa eine Million historischer Fotografien. Sie wurde von der Nationalbibliothek Israels im September 2016 erworben.

Die Rechtsgrundlage zur Anwendung israelischen Rechts in Judäa, Samaria und dem Jordantal

Maurice Hirsch, Palestinian Media Watch, 1. Juli 2020

Einleitung

Israel hat angekündigt, dass es israelisches Zivilrecht auf Bereiche von Judäa und Samaria sowie das Jordantal (das Gebiet, das von Jordanien nach 1948 in „Westbank“ umbenannt wurde) anwenden will, entweder am oder nach dem 1. Juli 2020. Obwohl das von manchen als übereilte politische Entscheidung betrachtet wird, lautet die fundamentalere Frage: Hat Israel nach dem Völkerrecht das Recht, das zu tun?

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares – Ja.

  1. Der Völkerbund wies 1922 ganz Israel, einschließlich dieser Gebiete, dem Zweck zu, eine nationale jüdische Heimstatt zu schaffen. Kein anderes international anerkanntes Instrument hat diese Entscheidung ersetzt.
  2. Die arabischen Länder und die meisten arabischen Einwohner des vom britischen Mandat kontrollierten Palästina lehnten den UNO-Teilungsplan von 1947 ab, also hat dieser heute gemäß dem Völkerrecht keine Bedeutung.
  3. Kein anderes Land hat einen legalen Anspruch auf das Territorium.
  4. Judäa und Samaria sowie das Jordantal sind nie durch Staatsgrenzen vom Rest Israels abgetrennt worden.
  5. Die Anwendung israelischen Rechts auf Judäa, Samaria und das Jordantal sollte nicht als „Annexion“ bezeichnet werden, da Annexion die Aneignung von Territorium durch einen Staat auf Kosten eines anderen Staates ist.

Dementsprechend hat Israel gemäß dem Völkerrecht das Recht sein Zivilrecht auf diese Bereiche anzuwenden.

Der historisch-rechtliche Status von Judäa, Samaria und dem Jordantal 1517 bis 2020

Von 1517 bis 1917 war der gesamte Bereich Israels, einschließlich Judäas, Samarias und des Jordantals, Teil des Osmanischen Reichs. Während dieser Periode gab es in der Gegend keinen unabhängigen, souveränen Staat.

1916 trafen die britischen und französischen Imperien im Vorgriff auf das Ende des Ersten Weltkriegs unter Mitwirkung des Russischen Reiches eine Vereinbarung die Kontrolle über den Nahen Osten unter sich aufzuteilen. Die als „Sykes-Picot-Abkommen“ bekannte Vereinbarung teilte die Einflussbereiche und Kontrolle in einem Großteil des Nahen Ostens zwischen den beiden Reichen so auf, wie in der folgenden Karte dargestellt:

1917 gab die britische Regierung die Balfour-Erklärung ab:

Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, mit der Maßgabe, dass nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte. (Hervorhebung hinzugefügt)

Beim Treffen in San Remo in Italien im April 1920, wo die Zukunft der früheren Territorien des osmanischen Reiches diskutiert wurde, beschlossen die Haupt-Alliierten, die die Deutschen und die Osmanen besiegt hatten, dass einige Gebiete Staaten werden sollten. Was „Palästina“ betrifft, so beschlossen die Alliierten:

„Das Mandat wird dafür verantwortlich sein die ursprünglich am 2. November 1917 von der britischen Regierung gemachte und von den anderen alliierten Mächten übernommene Erklärung zugunsten der Gründung einer nationalen Heimstatt für das jüdische Volk in Palästina umzusetzen.“

Damals bestand „Palästina“ aus Israel (einschließlich Judäa, Samaria und dem Jordantal) sowie dem Territorium, das heute Jordanien ist.

Der Beschluss von San Remo wurde 1922 im Völkerbund-Mandat für Palästina verankert.

Die Präambel des Mandats bestätigte die Balfour-Erklärung und bestätigte erneut die historische Verbindung des jüdischen Volks zum Land Israel mit diesen Worten:

In Anbetracht dessen, dass die alliierten Hauptmächte … ferner übereingekommen sind, dass der Mandatar verantwortlich sein soll für die Verwirklichung der ursprünglich am 2. November 1917 durch die Regierung Seiner Britischen Majestät erlassenen und von den erwähnten Mächten anerkannten Deklaration zugunsten der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina, wobei klar verstanden ist, dass nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und die religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und die politische Stellung, deren sich die Juden in irgendeinem anderen Lande erfreuen, beeinträchtigen würde; und

dass dadurch die Anerkennung der historischen Verknüpftheit (historical connection) des jüdischen Volkes mit Palästina und der Grundlagen für die Wiedererrichtung seiner nationalen Heimstätte in diesem Lande erfolgt ist. (Hervorhebung hinzugefügt)

1923 wurde in Übereinstimmung mit Artikel 25 des Mandats eine Entscheidung getroffen das Mandat Palästina in zwei Instanzen zu teilen – „Palästina“ westlich des Jordan und „Transjordanien“, das mit der Zeit (1948) als Haschemitisches Königreich Jordanien anerkannt werden sollte. Die Vorkehrungen des Mandats zur Gründung der jüdischen nationalen Heimstatt, einschließlich durch Ansiedlung von Juden in dem Land, traf weiter auf das gesamte Gebiet westlich des Jordan zu. Die folgen Karte illustriert diese Teilung:

Während Artikel 80 der Charta der neu einberufenen Vereinten Nationen (die den Völkerbund ersetzen) die vom Mandat dem jüdischen Volk gewährten Rechte wahrte, ging die UNO in der Folge des Zweiten Weltkriegs erneut die Palästina-Frage an. Nach Betrachtung der verschiedenen vorgelegten Empfehlungen beschloss die Vollversammlung der UNO am 29. November 1947 die Resolution 181, bekannt als „Teilungsplan für Palästina“. Diese Resolution wollte das verbleibende Territorium Palästina in zwei neue Staaten teilen – einen jüdischen Staat und einen arabischen Staat – wobei die vorgesehenen neuen Grenzen der entstehenden Staaten in der folgenden Illustration zu erkennen sind:

Im Teilungsplan der UNO taucht kein Hinweis auf den Begriff „Westbank“ auf. Fakt ist: Bei der Ziehung der Grenzen des „arabischen Staates“ sagt die Resolution ausdrücklich: „Die Grenze auf dem Bergland westlich von Samaria und Judäa beginnt am Jordan“.

Während Repräsentanten des jüdischen Volks den Teilungsplan akzeptierten, lehnten ihn die arabischen Repräsentanten und die umliegenden arabischen Länder in seiner Gesamtheit ab und begannen aktive Vorbereitungen, um das gesamte Gebiet militärisch zu erobern. Die Reaktion der arabischen Repräsentanten und Länder machte die Umsetzung der Resolution 181 der UNO-Vollversammlung unmöglich und sie wurde nie vom UNO-Sicherheitsrat bestätigt.

Am 14. Mai 1948 erklärte Israel seine Unabhängigkeit ohne seine Grenzen festzulegen. Der neue Staat wurde sofort von einer Koalition aus 5 arabischen Staaten sowie von arabischen Kräften im ehemaligen Mandatsgebiet angegriffen, die zusammen anstrebten ihn auszulöschen. Die ägyptischen Streitkräfte griffen von Süden aus an, die libanesischen und syrischen von Norden und die jordanischen, begleitet von irakischen Kräften, griffen von Osten aus an.

Die jordanischen Streitkräfte attackierten und besetzten Judäa, Samaria und das Jordantal, die sie dann – zum ersten Mal – als „die Westbank“ bezeichneten. Die dieses Gebiet besetzenden jordanischen Streitkräfte zerstörten die bestehenden jüdischen Gemeinden und töteten oder vertrieben ihre Einwohner.

1949 schloss Israel „Waffenstillstands“-Abkommen mit den benachbarten arabischen Staaten. Die Waffenstillstandsvereinbarung mit Jordanien bestimmte, dass die gezogenen Demarkationslinien unter keinen Umständen als „Grenzen“ betrachtet werden dürfen.

So erklärte Artikel II der Waffenstillstandsvereinbarung:

Es wird zudem anerkannt, dass keine Vorkehrung dieser Vereinbarung in irgendeiner Weise die Rechte, Ansprüche und Haltung einer der Parteien hierzu einer endgültigen Friedensregelung der Palästinafrage vorgreifen soll; die Vorkehrungen dieser Vereinbarung sind ausschließlich durch militärische Überlegungen angeordnet.

Artikel VI.9 derselben Vereinbarung schreibt vor:

Die in den Artikeln V und VI dieses Abkommens definierten Waffenstillstandsabgrenzungslinien werden von den Vertragsparteien unbeschadet künftiger territorialer Siedlungen oder Grenzlinien oder der diesbezüglichen Ansprüche einer Vertragspartei vereinbart.

Die Waffenstillstandslinien sollten dann als „Grüne Linie“ bekannt werden.

Ein jordanischer Versuch Judäa, Samaria und das Jordantal zu annektieren wurde von der internationalen Gemeinschaft abgelehnt.

Artikel 24 der ursprünglichen Charta der palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) legte fest: „Diese Organisation [die PLO] übt keinerlei territoriale Souveränität über die Westbank im haschemitischen Königreich Jordanien, im Gazastreifen oder im Bereich von Himmah aus.“

Im Juni 1967 griff Jordanien Israel erneut an. In Verteidigung gegen den Angriff vertrieb Israel die jordanischen Besatzer und eroberte die Kontrolle über Judäa, Samaria und das Jordantal.

Mehrere Monate nach dem Ende des Sechstage-Krieges, am 22. November 1967, verabschiedete die NO die Resolution 242. Diese wird oft fälschlich so dargestellt, dass sie von Israel fordert sich auf die Grenzen von vor 1967 zurückzuziehen. Tatsächlich lautet sie wie folgt:

Der Sicherheitsrat,
mit dem Ausdruck seiner anhaltenden Besorgnis über die ernste Situation im Nahen Osten,
unter Betonung der Unzulässigkeit des Gebietserwerbs durch Krieg und der Notwendigkeit, auf einen gerechten und dauerhaften Frieden hinzuarbeiten, in dem jeder Staat der Region in Sicherheit leben kann,
ferner unter Betonung dessen, dass alle Mitgliedstaaten mit der Annahme der Charta der Vereinten Nationen die Verpflichtung eingegangen sind, in Übereinstimmung mit Artikel 2 der Charta zu handeln,

  1. erklärt, dass die Verwirklichung der Grundsätze der Charta die Schaffung eines gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen Osten verlangt, der die Anwendung der beiden folgenden Grundsätze einschließen sollte:
    i) Rückzug der israelischen Streitkräfte aus Gebieten, die während des jüngsten Konflikts besetzt wurden;
    ii) Beendigung jeder Geltendmachung des Kriegszustands beziehungsweise jedes Kriegszustands sowie Achtung und Anerkennung der Souveränität, territorialen Unversehrtheit und politischen Unabhängigkeit eines jeden Staates in der Region und seines Rechts, innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen frei von Androhungen oder Akten der Gewalt in Frieden zu leben;
  2.  erklärt ferner, dass es notwendig ist,
    a) die Freiheit der Schifffahrt auf den internationalen Wasserwegen in der Region zu garantieren;
    b) eine gerechte Regelung des Flüchtlingsproblems herbeizuführen;
    c) die territoriale Unverletzlichkeit und politische Unabhängigkeit eines jeden Staates der Region durch Maßnahmen zu garantieren, die auch die Schaffung entmilitarisierter Zonen einschließen;
  3. ersucht den Generalsekretär, einen Sonderbeauftragten zu ernennen, der sich in den Nahen Osten begeben soll, um mit den beteiligten Staaten Verbindung aufzunehmen und zu unterhalten, mit dem Ziel, eine Einigung zu fördern und die Bemühungen zur Herbeiführung einer friedlichen und akzeptierten Regelung im Einklang mit den Bestim-mungen und Grundsätzen dieser Resolution zu unterstützen;4.ersucht den Generalsekretär, dem Sicherheitsrat baldmöglichst über den Stand der Bemühungen des Sonderbeauftragten Bericht zu erstatten. [Hervorhebung hinzugefügt]

Die Resolution 242 verlangt von Israel nicht sich aus „allen besetzten Gebieten“ zurückzuziehen, sondern fordert einen gerechten und dauerhaften Frieden, der sowohl Abzug Israels aus „besetzten Gebieten“ als auch „Respekt für die und Anerkennung der Souveränität, territorialen Integrität und politischen Unabhängigkeit eines jeden Staates in dem Gebiet und ihr Recht in Frieden und sicheren sowie anerkannten Grenzen, frei von Bedrohung oder Gewaltakten zu leben“.

Frühere Entwürfe hatten zwar einen Rückzug Israels „aus den besetzten Gebieten“ vorgeschlagen, aber das Wort „den“ wurde in der vom Sicherheitsrat beschlossenen Endversion der Resolution gestrichen, um zu kennzeichnen, dass ein voller Rückzug Israels auf die 1949 eingerichteten Waffenstillstandslinien nicht gefordert ist.

Seit 1967 hat Israel Judäa, Samaria und das Jordantal über einen Militärbefehlshaber verwaltet. Im Gegensatz dazu wandte es seit kurz nach dem Sechstage-Krieg sein Zivilrecht auf umfangreiche Gebiete Jerusalems an.

Die Anwendung von israelischem Zivilrecht auf Judäa, Samaria und das Jordantal sollte nicht als „Annexion“ definiert werden, da sie nicht auf Kosten eines anderen Staates durchgeführt wird. Gemäß Rainer Hofmann in der Max Planck-Enzykolpädie für Internationales Recht bedeutet Annexion, „den gewaltsame Erwerb von Territorium durch einen Staat auf Kosten eines anderen Staates … Annexion steht im Gegensatz zur Übernahme von a) Terra Nullius [Latein für ‚Niemandsland‘],,,“ [Hervorhebung hinzugefügt]

Die historische und die moderne Schlacht um die Rückeroberung Jerusalems

Michael Freund, Jerusalem Post, 21. Mai 2020

Jede Stadt hat ihre Symbole, es können Wahrzeichen oder Logos sein, die unser Kopf hervorzaubert, wenn wir an eine bestimmte Metropole denken. Schon die einfache Erwähnung von New York, London oder Rom kann eine ganze Reihe visueller oder verbaler Bilder hervorrufen, was nicht nur viel über die Stadt selbst, sondern auch dazu offenbart, wie jeder von uns sie auf unsere eigene, einzigartige Weise wahrnimmt.

Jerusalem, dessen Befreiung und Wiedervereinigung durch Israel 1967 wir heute feiern, ist natürlich keine Ausnahme. Für manche ist es die Heilige Stadt mit der Westmauer, dem Grab von König David und anderen heiligen Orten. Für andere ist es der Sitz der Regierung Israels, Heimat der Knesset und Gastgeber einer Vielzahl internationaler Institutionen wie Yad Vaschem.

Tatsächlich ist Jerusalem für viele Leute Vieles, was Teil seiner Attraktivität und seiner Mystik ist. Wie aber viele von uns wissen ist es auch ein Ort, der irgendwie die inneren Tiefen unserer Seelen berührt, anders als irgendetwas anderes, das oft nur schwer auszudrücken ist.

Das ist Teil der Macht Jerusalems; es spricht uns als Individuen an, beschwört aber auch unser kollektives Gedächtnis als Volk.

Wenn ich über die Bedeutung dieses Datums, den 28. Tag des hebräischen Monats Iyar, nachdenke, als israelische Truppen die jordanische Besatzungsarmee besiegten und die Altstadt zurück unter jüdische Kontrolle brachten, fand ich mich daher immer wieder dabei, dass ich zu der Idee zurückkehre, dass sich die riesige und uralte Serie meta-historischer, konzentrischer Kreise schließt.

Auf einer einfachen Ebene würde das ziemlich offensichtlich erscheinen. Die Tatsache, dass man in Jerusalem über eine Stelle gehen könnte, an der einst König David stand oder Jeremiah eine Prophezeiung verkündete oder die Makkabäer Krieg führten, reicht als Grund aus, dass wir würdigen, wie gesegnet unsere Generation gewesen ist. Nach 1.900 Jahren Exil sind wir an unsere Quelle zurückgekehrt, um uns aus diesem Land nie wieder herausreißen zu lassen.

Ich denke aber, dass hier eine Kraft am Werk ist, die weit tiefgehender und inspirierender ist, die nicht nur zu jüdischer Geschichte eine Menge zu sagen hat, sondern auch zu jüdischem Schicksal.

Das wir am besten in einem Artikel zusammengefasst, dem ich am 30. Mai 1997 begegnete, in einer Ausgabe der heute untergegangenen Zeitung HaTzofeh, die die Geschichte von Yoram Zammusch erzählte, dem Soldaten, der nach seiner Befreiung die erste israelische Flagge auf dem Tempelberg hisste.

An diesem schicksalhaften Tag, dem 7. Juni 1967, feierte Zammusch, der als Kompaniechef im Bataillon 71 der IDF-Fallschirmbrigade diente, seinen 25. Geburtstag.

Es war ein Tag voller Bedeutung für seine Familie, denn an genau demselben Datum, an dem er 1942 geboren wurde, wurden 19 von Zammuschs Verwandten von den Deutschen im Ghetto Lodz in Polen ermordet, ihre Leichen in ein Massengrab geworfen.

Und hier war er, genau zweieinhalb Jahrzehnte später, und war dabei jüdische Soldaten in die Schlacht zur Zurückeroberung von Jerusalem zu führen.

Bedenken Sie die gruselige Ironie: Seine Verwandten in Europa waren mit Stacheldraht in ein Ghetto gesperrt worden, während Zammusch und seine Männer, als sie die Altstadt erreichten, „etwa acht Reihen Stacheldraht durchbrechen mussten“, um voranzukommen.

Im Viertel Beit Hakerem hatten Zammusch und seine Einheit im Haus der Familie Cohen ein vorübergehendes Hauptquartier eingerichtet. Als die Großmutter hörte, was sie planten, übergab sie Zammusch eine handgemalte Flagge, die sie herstellte, als sie 1947 Aliyah machte und sagte zu ihm: „Wenn du auf den Tempelberg und an die Westmauer kommst, hisse dort diese Flagge.“

So nahm Zammusch die Flagge und zog in den Krieg und verlor in vielen Stunden heftigem Kampf die Jordanier und verlor ein Drittel seiner Einheit. Schließlich rannte er, als er gefolgt von seinen Männern in die Altstadt vordrang, auf den Tempelberg, wo er als erstes ankam. „Sie nahmen den Berg ein“, hielt der Artikel in HaTzofeh fest, „und fand einige jordanische Soldaten, die sich im Felsendom versteckten.“

Auf die Bitte seine Gefühle in diesem Moment zu beschreiben, erinnerte sich Zammusch: „Ich fühlte, dass wir endlich eine Rechnung mit den Soldaten des Titus beglichen hatten. Es war das erste Mal, seit der Tempel von Titus zerstört wurde, dass Juden – und auch noch bewaffnete Juden – frei auf dem Tempelberg herumgingen. Plötzlich“, fügte er hinzu, „erinnerte ich mich an Oma Cohens Flagge und entfaltete sie auf dem Berg über der Mauer. Zweitausend Jahre Sehnen, Hoffnung, Planung und Liebe zu Jerusalem gingen diesem Moment voraus, zusammen mit dem Blut unserer besten Kämpfer.“

Als wäre das noch nicht bemerkenswert genug wird die Macht dieser Geschichte von einem Abschnitt im Talmud im Traktat Taanit (29a) weiter verstärkt, der die Zerstörung der zwei Tempel durch die Babylonier und die Römer beschreibt, die sich beide an einem Samstagabend ereigneten. Trotzdem sagten die Dienst habenden Leviten unerklärlicherweise das Tageslied für Mittwoch auf.

Warum, das wurde erst 1967 deutlich.

Rabbi Nachman Kahane von den Young Israel of the Old City erklärt, dass das Lied für Mittwoch in Psalm 94 steht; er beginnt mit den Worten: „Gott der Rache, HERR, Gott der Rache, erscheine!“

Die Leviten sahen, was geschehen würde und flehten in letzter Minute Gott an, die Eroberung Seines Heiligen Tempels zu rächen, daher entschieden sie sich das Tageslied für Mittwoch aufzusagen. Und, wie der Rabbi herausstellt, war der Tag, an dem die israelische Armee den Tempelberg befreite, der 7. Juni 1967, der natürlich – ein Mittwoch war. Zufall? Ich glaube nicht.

Die Befreiung der Hauptstadt Israels markiert eindeutig nicht nur die Vollendung eines persönlichen historischen Kreises für Yoram und seine Familie. Sie bedeutet auch die einer Reihe von größeren, kollektiven, einer Serie von Kreisen, die all diejenigen Juden einschließt, die sich die Zeitalter hindurch nach Jerusalem sehnten und für es beteten, aber nicht würdig waren es zu sehen.

Diese Kreise gehen durch die Jahrhunderte hindurch zurück bis zu diesen mutigen Leviten, die uns angesichts der Eroberung durch die Römer einen flüchtigen Blick in eine hellere Zukunft gaben.

Wenn Sie also das nächste Mal an Jerusalem denken, nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und denken Sie über das Tägliche und Banale hinaus. Denn unter der Oberfläche liegt die Schönheit dieser sehr besonderen Stadt und ihrer Geschichte, wie die eines Kreises, in ihrer Ganzheit und Vollendung.