Was können wir aus Fatahs-Jubiläums-Parole lernen?

Elder of Ziyon, 28. Dezember 2022

Das Gewalt befürwortende Loge der Fatah

Am 1. Januar wird die Fatah ihr 58-jähriges Bestehen feiern.

Nun, nicht wirklich. Es ist der 58. Jahrestag „des Beginns der zeitgenössischen palästinensischen Revolution“, was den Jahrestag ihres ersten Terroranschlags bedeutet. Dieser Anschlag sollte Israels Zugang zu Wasser unterbrechen. Es war ein direkter Anschlag auf zivile Infrastruktur und diese Terrorwurzeln sind heute ein inhärenter Bestandteil der Fatah.

Sie erfand einen typisch sperrigen Slogan für den Anlass: „So, wie wir den Deal des Jahrhunderts und das Annexionsprojekt verworfen haben … werden wir die Neofaschisten besiegen.“

Die Fatah beansprucht den „Verdienst“ dafür, dass Trumps „Deal des Jahrhunderts“ erfolglos blieb.

Wie haben sie diese Herkulesaufgabe erfüllt?

Indem sie „nein“ sagten.

Auf dieselbe Weise „besiegten“ sie jede andere Chance auf Frieden und ein Ende des Konflikts mit Israel.

Ihr Verlangen den Konflikt am Laufen zu erhalten ist etwas, auf das sie sehr stolz sind!

Was geschah nach ihrer letzten Zurückweisung jeglicher Friedenspläne ohne Gegenangebot? Bahrain und die VAE sagten: Wir haben die Nase voll davon, dass die Palästinenser sich wie verwöhnte Babys benehmen, also werden wir unsere eigenen Beziehungen zu Israel normalisieren, ihre langjährige Forderung ignorieren, die Vetorecht über unsere Außenpolitik haben.

Aber wir wollen etwas zurückbekommen – also forderten sie, dass Israel einen teilweisen Annexionsplan zu stornieren. Weil er Frieden wollte, stimmte der rechtsextreme Netanyahu zu.

Ich denke daher, dass die Palästinenser auf verworrene Weise dafür verantwortlich waren, dass der Plan auf Eis gelegt wurde! Ich bezweifle allerdings irgendwie, dass das von ihnen beabsichtigt war.

Und wie werden sie die „Neofaschisten“ der neuen Regierung Israels „besiegen“? Nun, in ein paar Jahren wird es wieder Neuwahlen geben, mit anderen Ministern, also werden die Palästinenser dann behaupten sie hätten sie „besiegt“.

Die Palästinenserführung ist inkompetent und unfähig, unterstützt Terror bis zum letzten Pfennig und nicht in der Lage irgendetwas auch nur annähernd Konstruktives zu tun. Aber sie wollen so tun, als stünden sie überall im Zentrum.

Lange glaubt ein großer Teil des Westens das. Heute erkennt selbst der abgebrühteste Israelhasser, dass die Palästinenserführer irrelevant geworden sind, was das Schlimmste ist, das dir in einer Ehre/Schande-Gesellschaft passieren kann.

Die Fatah hält immer noch an Vortäuschung fest.

Führender muslimischer Gelehrter: Bei jihadistischen Eroberungen ging es darum den eroberten Ungläubigen „Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit“ zu bringen.

Raymond Ibrahim, May 10, 2022 (American Thinker, May 6, 2022)

Großimam Ahmed al-Tayed wäscht vor Präsident Sisi und anderen ägyptischen Würdenträgern islamische Geschichte rein

Am 24. April 2022 hielt der Großimam der angesehensten Universität des Islam, der Al-Azhar, eine Ansprache vor den Leitern des Staates; Präsident al-Sis saß in der ersten Reihe. Das fand während der staatlichen Feiern zu Laylat al-Qadr (die „Nacht der Macht“) statt, die laut islamischer Lehre die Nacht ist, in der Allah Mohammed den Koran erstmals offenbarte.

Bedenkt man den Anlass der Rede und den Redner selbst, Großimam Scheik Ahmed al-Tayeb – der wohl „einflussreichste Muslim der Welt“ – dann wurde der Islam bis unter die Decke erhoben. Von besonderem Interesse war allerdings al-Tayebs Wiedergabe der Geschichte. An einer Stelle sagte er:

In nur wenigen Jahren nach dem Tod des Propheten Mohammed (Allah bete über ihm und gebe ihm Frieden) sorgten die islamischen Eroberungen [wörtlich: „Öffnungen“, futuhat] dafür, dass die zwei mächtigsten Imperien, die sich jede Ecke des Nahen Ostens teilten und kontrollierten, kollabierten und ihre Länder im Irak, Syrien, Ägypten und Nordafrika bis heute zu islamischem Land wurden.

Das stimmt natürlich. Die beiden Imperien, die der Scheik meint, sind das oströmische Reich („Byzanz“) und das Sassaniden-Reich Persien. Die meisten der von al-Tayeb angeführten Ländereien – von Syrien und Ägypten im Osten bis zu Marokko und Algerien im Westen – waren christlich und wurden vom oströmischen Reich regiert. Nur der Iran und Teile des Irak befanden sich unter sassanidischer Herrschaft und waren von der Religion her zoroastrisch. Während des siebten Jahrhunderts eroberten Muslime all diese Länder und islamisierten sie.

Wie üblich, wenn es um islamische Wiedergabe geht, werden Fakten schnell mit Fiktion vermischt. Nach der oben erfolgten Äußerung offerierte al-Tayeb dies hier:

Dies [muslimischen] Eroberungen waren keine kolonisatorischen Eroberungen, die sich auf Methoden der Plünderung, Unterdrückung, Kontrolle und die Politik der Vorherrschaft und der Abhängigkeit verließen, [die allesamt] Staaten in Ruinen zurücklassen.

Er fuhr fort die Kolonialisierungs-Eroberungen zu verurteilen, bei denen es um Unterdrückung und Plünderung geht – eine bissige Bemerkung gegen Europas historische Kolonisierung des Nahen Ostens – bevor er weiter machte:

Ja, die islamischen Eroberungen war nicht so – Bestimmen über Völker und sie mit der Arroganz von Gewalt und Waffen zu kontrollieren; stattdessen führten sie zu einer neuen Lawine des Lebens – voller Wissen, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit – die in den Venen dieser [einst] machtlosen Völker floss.

Es ist schwierig zu betonen, wie absolut surreal solche Behauptungen sind, zumindest für die, die mit der wahren Geschichte des Islam vertraut sind. Die Eroberungen aller vom Großimam angeführten christlichen Landstriche (von Syrien im Osten bis Marokko im Westen) sowie all der christlichen Landstriche späterer islamischer Eroberungen (die von al-Tayeb ignoriert wurden, weil sie am Ende zurückgeholt wurden) – Spanien, die Mittelmeerinseln, der Balkan usw. – waren gekennzeichnet von Blutvergießen, Massakern, Terror, Versklavung, Plünderung und der Unterdrückung der Eroberten und Ausbeutung ihrer Ressourcen in großem Stil. Seite um Seite von Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West dokumentiert das eindeutig auf Grundlage christlicher wie muslimischer Quellen.

Noch absurder ist die Behauptung des Großimams, dass christliche und zoroastrische Völker, die im oströmischen und im Sassaniden-Reich lebten, froh waren vom Schwert des Islam „befreit“ zu werden und dass sie – als sie sahen, dass der Islam eine Religion des „Wissens, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Gleichheit“ war – bereitwillig damit reagierten in Scharen zum Islam zu konvertieren.

Wie durchaus bekannt ist, konnten die angeblich „befreiten“ Leute – jedenfalls soweit sie die anfänglichen Massaker und Versklavungen überlebten – wenn sie es vorzogen Christen, Zoroastrier oder Juden zu bleiben, das nur tun, indem sie Dhimmis wurden, Bürger zweiter Klasse, die regelmäßig Tributzahlungen (jizya) leisten und sich an eine Vielzahl erniedrigender sozialer Einschränkungen halten mussten (wie sie in den „Bedingungen des Omar“ festgehalten sind). Der Wunsch finanziell nicht geschröpft oder als geringwertiger behandelt zu werden- oder sporadisch verfolgt zu werden, wie es viele Dhimmis waren, abhängig davon, ob der nächste Herrscher „radikal“ war oder nicht – ist das, was so viele Nichtmuslime veranlasste im Verlauf der Jahrhunderte zum Islam zu konvertieren.

Das war die einzige Möglichkeit, wie sie „Gerechtigkeit, Freiheit oder Gleichheit“ erfahren konnten – zumindest so eine Art davon.

Besonders haarsträubend ist, dass al-Tayeb die muslimischen Eroberungen als irgendwie tugendhafter als europäische Kolonisation des Nahen Ostens darstellt. Während es in Wirklichkeit so war, dass Jihade in Sklaverei, Entvölkerung und Verwüstung gipfelten – bestimmte Regionen in Nordafrika, Spanien und Anatolien haben sich nie erholt – schafften europäische Kolonisatoren die Sklaverei ab und führten ihre muslimischen Untertanen in die Wohltaten der Modern ein, von wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritten bis zu den radikalen Konzepten von Demokratie und Religionsfreiheit.

Obwohl es schwierig ist eine Analogie aus der westlichen Geschichte zu finden, die den Wahnsinn der Behauptungen al-Tayebs einfängt, überlegen Sie einen Moment lang, was immer der schlimmste Punkt der amerikanischen Geschichte sein könnte – sagen wir: die Sklaverei. Jetzt stellen sie sich eine Staatsfeier vor, an der der US-Präsident teilnimmt, bei der ein führender Christ eine Rede darüber hält, dass die Versklavung der Schwarzen etwas Wunderbares und Uneigennütziges war – und gewiss nicht vergleichbar mit der grausamen Versklavung, die von diesen üblen Nichtchristen praktiziert wurde – und dass es in Wirklichkeit darum ging den versklavten Afrikanern „Wissen, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit“ zu bringen.

Das ist das Niveau der Absurdität von al-Tayebs Behauptungen.

Aber warum all diese Lügen? Hier kommen wir zum Knackpunkt der Sache. Um sich wegen sich selbst und ihrer Religion gut zu fühlen, müssen Muslime diese unbeschwerte Fiktion erhalten – dass ihre nichtmuslimischen Vorfahren durch den Islam „befreit“ wurden und dass sie nur allzu bereit waren ihn anzunehmen; an diesem Punkt begannen sie „Wissen, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit“ zu genießen.

Die Alternative, die Wahrheit – dass ihre Vorfahren Christen oder andere Nichtmuslime waren, die erobert und durch sporadische Runden an Verfolgung und systematische Diskriminierung genötigt wurden den Islam anzunehmen – ist nicht ganz so zufriedenstellend, ganz zu schweigen davon, dass es sie zum Nachdenken bringen könnte.

Daher die chronischen Täuschungsmanöver des Großimams der angesehensten Universität der muslimischen Welt – auch bekannt als engster Verbündeter von Papst Franziskus.

Ehre/Schande-Kultur: Je schlimmer du verlierst, desto lauter erklärst du gesiegt zu haben

Elder of Ziyon, 25. August 2022

Der Islamische Jihad veranstaltete heute eine große Kundgebung, um seinen großen Sieg bei den Gaza-Kämpfen früher diesen Monat zu feiern. Hier ist ein Video mit Siegesmusik und Kindern mit derselben Sorte Raketen, die viele ihrer Freunde töteten.

Da gibt es nur ein Problem: Der Islamische Jihad hat verloren. Und zwar heftig.

Seine militärischen Führer wurden getötet. Sie konnten die Hamas nicht überzeugen sich den Kämpfen anzuschließen. Die meisten Gazaner unterstützten die Kämpfe nicht, die sie völlig richtig so verstanden, dass das Leben im Gazastreifen einzig für die Ehre des Islamischen Jihad riskiert wird. Die Gefangenen, von denen sie behaupteten Israel würde sie freilassen, befinden sich immer noch in Haft.

Der Islamische Jihad kann nicht glaubwürdig auf auch nur eine einzige Errungenschaft hinweisen.

Muss er aber auch nicht. Er erklärte gerade den Sieg! Und je heftiger man verliert, desto lauter muss du behaupten gewonnen zu haben.

Wir sehen eine ähnliche Dynamik bei den aktuellen Beispielen arabischer Rückzüge aus Sportwettkämpfen oder sogar absichtlichen Niederlangen, wenn sie ansonsten gegen Israelis antreten müssten.

Absichtlich einen Wettkampf zu verlieren ist in etwa so weit weg vom Sieg wie es nur geht. Stattdessen einen Wettkampf zu verlassen ist die größte Feigheit, die man sich vorstellen kann. Aber sehen Sie, wie dieser Kolumnist in Al-Binaa das hindreht:

Es gibt Helden des Widerstands, die kein Gewehr trugen, keine Kugel schossen und keine militärische Ausbildung durchliefen, die in der Lage waren das arrogante zionistische Gebilde mit all seiner Technik, Mittlen, militärischen Arsenal zu besiegen… Junge Leute im Sport besiegten den zionistischen Feind, indem sie sie weigerten seine Repräsentanten entgegenzutreten, so wurden sie zu Löwen und Helden des Widerstands. Sie mögen Medaillen verloren haben, aber sie gewannen die Medaille der Nation, die sie als Kämpfer und Befreier krönte. Mit ihren Schlägen brachten sie die Legitimität des zionistischen Gebildes der Besatzung Palästinas zu Fall.

Nein, sie haben einfach verloren.

Es gibt einen einfachen Grund für diese bizarre Verdrehung der totalen Niederlage in einen massiven Sieg: die arabische Ehre/Schande-Kultur.

Verlieren ist beschämend. Gegen schwache Dhimmi-Juden zu verlieren ist unverzeihlich. Mit dieser Schande zu leben ist unerträglich. Besser, man macht sich selbst etwa vor und behauptet gewonnen zu haben und versucht selbstbewusst alle anderen vom eigenen „Sieg“ zu überzeugen.

Es gibt sekundären Nutzen nach einer Niederlage den Sieg zu verkünden. Es ist schwer Leute für die eigene Sache zu rekrutieren, wenn man als Verlierer gesehen wird, aber die Terrorgruppen des Gazastreifens gestehen Niederlagen nie ein. Im Gegenteil, ihre Medien sind angefüllt mit Geschichten darüber, wie unvermeidlich und total ihr letztendlicher Sieg über die Juden sein wird.

Solange Palästinenser und ihre Anhänger die Wirklichkeit verdrehen und es ablehnen aus ihren Fehlern zu lernen, die stets zu machen sie bestreiten, muss Israel sich wenig Sorgen machen.

Bei jihadistischen Eroberungen ging es darum den eroberten Ungläubigen „Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit“ zu bringen, sagt führender muslimischer Gelehrter

Raymond Ibrahim, 10. Mai 2022

Großimam Ahmed al-Tayed wäscht vor Präsident Sisi und anderen ägyptischen Würdenträgern  islamische Geschichte rein.

Am 24. April 2022 hielt der Großimam der renommiertesten Universität, al-Ahzar, eine Ansprache vor Staats- und Regierungschefs, bei der der ägyptische Präsident al-Sisi in der ersten Reihe saß. Das geschah während der Staatsfeiern zu Laylat al-Qadr (die „Nacht der Macht“), was nach islamischer Lehre die Nacht ist, in der Allah Mohammed den Koran erstmals offenbarte.

Bedenkt man den Anlass der Rede und den Redner, Großimam Scheik Ahmed al-Tayeb selbst – „der wohl einflussreichste  Muslim der Welt“ – dann wurde der Islam in den Himmel gelobt. Von besonderem Interesse war jedoch al-Tayebs Wiedergabe von Geschichte. An einer Stelle sagte er:

In nur ein paar Jahren nach dem Tod des Propheten Mohammed (Allah betete über ihm und gebe ihm Frieden) verursachten die islamischen Eroberungen [wörtlich: „Öffnungen“, futuhat] den Zusammenbruch der zwei mächtigsten Imperien, die sich jede Ecke des Nahen Ostens teilten und kontrollierten und dass ihre Ländereien im Irak, Syrien, Ägypten und Nordafrika bis heute islamisches Land werden.

Das stimmt natürlich. Die zwei Imperien, auf die der Scheik sich bezieht, sind das Oströmische Reich („Byzanz“) und das Sassanidenreich Persien. Die meisten der von al-Tayeb angeführten Länder – von Syrien und Ägypten im Osten bis zu Marokko und Algerien im Westen – waren christlich und vom oströmischen Reich regiert. Nur der Iran und Teile des Iran waren unter Sassaniden-Herrschaft und die Religion zoroastrisch. Im siebten Jahrhundert eroberten Muslime all diese Länder und islamisierten sie.

Wie üblich werden Fakten jedoch, wann immer es um islamische Wiedergaben geht, schnell mit Fiktion vermengt. Nach der Äußerung oben bot al-Tayeb dies an:

Diese [muslimischen] Eroberungen waren keine kolonisatorischen Eroberungen, die sich auf die Methoden Plünderung, Unterdrückung, Kontrolle und die Politik der Dominierung und Abhängigkeit verließen, [die allesamt] Staaten in den Abgrund stürzen.

Er fuhr mit der Verurteilung von Kolonialisierungs-Eroberungen  fort, bei denen es um Unterdrückung und Plünderung geht – eine bissige Bemerkung in Richtung der historischen Kolonisierung des Nahen Ostens durch Europa – bevor er fortfuhr:

Ja, die islamischen Eroberungen war anders – Völker zu beherrschen und mit der Arroganz der Gewalt und Waffen zu kontrollieren; stattdessen führten sie zu einer neuen Lawine des Lebens – voller Wissen, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit – die in den Venen dieser einst machtlosen Völker flossen.

Es ist schwer zu betonen, wie völlig surreal solche Behauptungen sind, zumindest für die, die mit der wahren Geschichte des Islam vertraut sind. Die vom Großimam erwähnten Eroberungen all der christlichen Länder (von Syrien im Osten bis Marokko im Westen) sowie der später erfolgten islamischen Eroberung christlicher Länder (von al-Tayeb ignoriert, da sie irgendwann gekippt wurden) – Spanien, die Mittelmeerinseln, Kleinasien, der Balkan usw. – wiesen Blutvergießen, Massaker, Versklavung, Plünderung und die Unterdrückung der Eroberten und Ausbeutung ihrer Ressourcen in großem Stil auf. Dies wird in Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West Seite um Seite klar und deutlich dokumentiert, gestützt auf christliche und muslimische Quellen.

Noch absurder ist die Behauptung des Großimams, die christlichen und zoroastrischen Völker, die unter den Imperien Ostroms und der Sassaniden lebten, seien froh gewesen vom Schwert des Islam „befreit“ zu werden und dass sie – da sie sahen, dass der Islam eine Religion des „Wissens, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Gleichheit“ war – eifrig reagierten, indem sie in Scharen konvertierten.

Wie altbekannt ist, konnten die angeblich „befreiten“ Völker – jedenfalls diejenigen, die die anfänglichen Massaker und Versklavungen überlebten – und es vorzogen christlich, zoroastrisch oder jüdisch zu bleiben, das nur tun, indem sie Dhimmis wurden, Bürger zweiter Klasse, die einen regelmäßigen Tribut [jizya] zahlen und jede Menge erniedrigenden sozialen Einschränkungen einhalten mussten (wie es in den „Bedingungen des Omar“ festgehalten ist). Der Wunsch finanziell nicht geschröpft oder schlechter behandelt zu werden – oder sporadisch verfolgt, wie es vielen Dhimmis abhängig davon ging, ob der nächste Herrscher „radikal“ war oder nicht – ist das, was so viele Nichtmuslime im Verlauf der Jahrhunderte dazu veranlasste zum Islam zu konvertieren.

Das war die einzige Möglichkeit, wie sie „Gerechtigkeit, Freiheit oder Gleichheit“ erfahren konnten – zumindest eine Art davon.

Besonders aberwitzig ist, dass al-Tayeb die muslimischen Eroberungen als etwas darstellt, das tugendhafter ist als europäische Kolonisierung des Nahen Ostens. In Wirklichkeit schafften die europäischen Kolonisatoren, während Jihade in Sklaverei, Entvölkerung und Verwüstung gipfelten – gewisse Regionen, besonders in Nordafrika, Spanien und Anatolien erholten sich nie – die Sklaverei ab und führten ihre muslimischen Untertanen in die Gaben der Moderne ein, von wissenschaftlichem und medizinischem Fortschritt bis zu den radikalen Konzepten von Demokratie und Religionsfreiheit.

Obwohl es schwierig ist in der westlichen Geschichte eine Analogie zu finden, die den Irrsinn von al-Tayebs Behauptungen einfängt, bedenken sie einen Moment lang, was der schlimmste Punkt der amerikanischen Geschichte sein könnte – sagen wir: die Sklaverei. Jetzt stellen Sie sich einen Staatsakt vor, an dem der US-Präsident teilnimmt, bei der ein führender Christ eine Rede darüber hält, dass die Versklavung von Schwarzen etwas Wunderbares und Altruistisches war – natürlich nicht zu vergleichen mit der grausamen Versklavung, die diese üblen Nichtchristen praktizierten – und dass es in Wirklichkeit darum ging den versklavten Afrikanern  „Wissen, Gerechtigkeit und Gleichheit“ zu bringen.

Das ist das Niveau der Absurdität von al-Tayeps Behauptungen.

Warum aber all diese Lügen? Hier kommen wir zum Kern der Sache. Um sich wegen sich selbst gut und ihrer Religion gut zu fühlen, müssen Muslime diese Glücksfiktion pflegen – dass ihre nichtmuslimischen Vorfahren vom Islam „befreit“ wurden und dass sie nur allzu begierig waren ihn anzunehmen, an welchem Punkt sie anfingen „Wissen, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit“ zu genießen.

Die Alternative, die Wahrheit – dass ihre Vorfahren Christen oder andere Nichtmuslime waren, die erobert und wegen sporadischer Anfällen der Verfolgung und systematischen Diskriminierung gezwungen wurden den Islam anzunehmen – ist nicht wirklich so befriedigend, ganz zu schweigen davon, dass es sie zum Nachdenken bringen könnte.

Daher die chronische Täuschung des Großimams der angesehensten Universität der muslimischen Welt – den man auch als den engsten muslimischen Verbündeten von Papst Franziskus kennt.

Notre Dame: Die Christenheit wird in Europa entweiht

Exklusiv: Hanne Nabintu Herland berichtet über zunehmende Vorfälle an Anschlägen auf französische Kirchen.

Hanne Nabintu Herland, WND, 8. Mai 2019

Geheimnisse umgeben den Brand der Kathedrale Notre Dame in Paris, dem Symbol schlechthin für Frankreichs christliches Erbe. Noch bevor das Feuer gelöscht war, erklärten die französischen Behörden, dass das Feuer von Notre Dame „ein Fehler infolge der Renovierungen“ war. Wir konnten sie das da schon wissen? Nur ein paar Tage davor brannte am Sonntag, 17. März die Pariser Kirche St. Sulpice, durch Brandstiftung – wie es vielen Kirchen im letzten Jahr in Frankreich geschah. Trotzdem schlossen die französischen Behörden bei Notre Dame Brandstiftung aus, noch bevor die Sache untersucht wurde, was manche als politische Entscheidung beschreiben.

Die von Flammen verzehrte Notre Dame wurde sofort von den gesamten Mainstreammedien als isoliertes Ereignis beschrieben. Warum? Mehr als 1.000 Kirchen sind allein in Frankreich in Brand gesetzt, mutwillig beschädigt und Diebstahl unterworfen worden. Mehr als 80 Prozent der geschändeten Gotteshäuser in Frankreich sind nach Angaben der Polizeiberichte christliche Kirchen. Das ist ein massiver Skandal.

Die Lage ist erschreckend: Im selben Zeitraum wie der Brand von Notre Dame wurde die Basilika Saint-Denis außerhalb von Paris verwüstet und in Notre-Dame-des-Enfants in Nime wurde menschliche Kacke in Form eines Kreuzes auf eine Wand geschmiert, die Hostien im Müll aufgefunden. Menschliche Exkremente werden regelmäßig auf und in französische Kirchen geschmiert, eine durchaus bekannte Methode Hass gegen das zu demonstrieren, was heilig ist.

Jeden Tag werden jetzt zwei Kirchen geschändet, doch französische Politiker und auch Geistliche bleiben hinter einem Schweigecode weggeschlossen. Es wird sehr wenig getan, um das aufzuhalten, obwohl Gerüchte besagten, dass die Priesterschaft und Kirchenführer die Regierung verzweifelt anflehen zu reagieren. Das ist ein Skandal gigantischen Ausmaßes und ein unverhohlener Angriff auf die traditionellen Werte Frankreichs. Was, wenn Notre Dame eine Moschee oder eine Synagoge gewesen wäre? Der Aufruhr hätte ein Allzeithoch erreicht. Dennoch erwähnen die Medien die Angriffe auf die Kirchen kaum, obwohl die Wahrheit über das langesame Töten der Christenheit in Frankreich zum Schweigen gebracht wird.

Es scheint Beispiele ohne Ende zu geben. Der Islamwissenschaftler Raymond Ibrahim schreibt: Die katholische Kirche St. Nicholas in Houilles wurde im Februar bei drei verschiedenen Gelegenheiten vandalisiert, eine als unersetzlich eingeschätzte Statue der Jungfrau Maria wurde komplett pulverisiert und ein aufgehängtes Kreuz wurde auf den Boden geworfen. Die Kathedrale Saint-Alain in Lavaur wurde geschändet und Kreuze zerschlagen, das Altartuch verbrannt und die Arme eines gekreuzigten Christus auf verhöhnende Weise verstümmelt. Ibrahim fügt hinzu, dass eine Studie aus dem Januar 2017 enthüllte, dass islamistische Extremisten Angriffe auf Christen in Frankreich um 38 Prozent zunahmen; sie stiegen von 273 Anschlägen im Jahr 2015 auf 376 im Jahr 2016. Da die französischen Medien die ethnische Herkunft der Täter nicht erwähnen, kann man kaum wissen, in welchem Ausmaß die Verwüstungen mit Muslimen oder säkularen Extremisten in Verbindung stehen, aber Kacke auf Kirchen zu schmieren und Exkremente auf Altären ist kaum eine typische europäische Art Verachtung zu demonstrieren.

Es gibt weitere treibende Kräfte. Notre Dame ist Staatsland und war nicht versichert. Das Gebäude befand sich in schlechter Verfassung; die Regierung hatte Jahren lang das Drängen der Geistlichen auf Renovierung blockiert. Das Holzdach, wo das Feuer „begann“, wurde angeblich nicht renoviert, es gab dort keine Arbeiter und die französische Regierung entfernte vor kurzem die wertvollen Kunstgegenstände.

Eines ist sicher: Die Flut an Anschlägen auf Kirchen in Frankreich wird von den radikal-säkularen Eliten nicht als wichtig betrachtet, die seit Jahrzehnten danach streben Frankreichs christlich-traditionelle Werte als überholt zu untergraben. Würde es sie kümmern, hätten sie etwas deswegen unternommen.

Seit der Französischen Revolution ist die Verspottung der Religion und Verachtung für Priester ein nationaler Charakterzug gewesen. Als das Magazin Charlie Hebdo sich entschied ein Jahr nach dem Terroranschlag von 2015 ein blasphemisches Bild abzudrucken, das Gott mit Blut auf der Kleidung darstellte und sagte, er sei der wahre Täter, erklärte der Vatikan, das Titelbild sei frevelhaft: „Hinter der irreführenden Flagge eines kompromisslosen Säkularismus vergisst die französische Wochenzeitschrift einmal mehr worauf religiöse Leiter eines jeden Glaubens seit Ewigkeiten drängen – Gewalt im Namen der Religion abzulehnen und das Gott zu nutzen um Hass zu rechtfertigen waschechte Blasphemie ist.“ Es wurde hinzugefügt, dass Charlie Hebdo den Glauben der Gläubigen an Gott nicht respektieren will.

Nach dem Brand in Notre Dame haben französische Offizielle sich weitgehend auf ihren kulturellen Wert konzentriert; Milliardäre retten jetzt den französischen Staat vor den Restaurationskosten, konzentrieren sich jedoch auf das spirituelle Erbe der Kirche als wertvollstes Element. War Religion in Frankreich – und mit ihr die traditionelle europäische Kultur – tot, lange bevor Notre Dame brannte?

Der palästinensische Gorbatschow?

heplev, 3. Februar 2002

Am 3. Januar 2002 enterten israelische Marineeinheiten ein Schiff im Roten Meer, auf dem sich 50t Waffen befanden. Die Israelis legten ihre Untersuchungen und Geheimdienst-Informationen westlichen Regierungen offen; diese belegten, dass die Palästinenserführung hinter dem Waffenschmuggel steckte und sie initiiert hatte. Das Schiff sollte die Ladung an die Palästinenser übergeben, damit diese ihren Terrorkampf gegen Israel verstärken konnten. In den USA hat das dazu geführt, dass der Kontakt der Amerikaner zu Yassir Arafat so gut wie abgebrochen wurde.

Ganz anders Europa. Trotz solcher Beweise für fehlende Friedfertigkeit und den fast eineinhalb Jahren Terror wird er in Europa weiterhin als Schlüsselfigur für den Frieden in Nahost angesehen. An ihm führt kein Weg vorbei. Soweit mag das stimmen – nur wird dabei Arafat ausschließlich als positive Figur, als Friedenspartner dargestellt; als der, der den Frieden bringt, nicht verhindert.

Die EU-Außenminister haben in ihren Beschlüssen von Laeken Ende Januar 2002 klar gesagt: „Israel braucht die Autonomiebehörde und ihren gewählten Präsidenten Yassir Arafat als Verhandlungspartner für beides: um den Terrorismus auszumerzen und auf einen Frieden hin zu arbeiten. Ihre Möglichkeit der Bekämpfung des Terrorismus darf nicht geschwächt werden.“

Was lässt die Minister zu dem Schluss kommen, dass man nur mit Arafat etwas erreichen kann? Wieso halten sie nicht nur derart an ihm fest, sondern fördern ihn auch ständig und unterstützen ihn, trotz seiner terroristischen Aktivitäten und der völligen Abstinenz jeglicher Taten, die Frieden zur Folge haben könnten?

Es gibt hier diejenigen, die bei einem Anschlag auf eine deutsche Synagoge für einen „Aufstand der Anständigen“ gegen „Rechts“ tönen – weil solche Anschläge nur Neonazis ausführen. Die gleichen Personen schweigen stille, wenn sich heraus stellt, dass dieser Anschlag von Menschen arabischer Herkunft bzw. Nationalität begangen wurden. Sie schweigen stille, wenn solche und schlimmere Taten im arabischen Raum geschehen. Sie schweigen stille, wenn arabische Terrorgruppen, hier oft nur als „militant“ oder gar als „Freiheitskämpfer“ bezeichnet, enge Kontakte zu unseren Neonazis pflegen.

Was ist das für ein Reflex?

Unsere Medien haben in der letzten Woche über die erste palästinensische Selbstmord-Attentäterin berichtet. Sie stellten sie in allen Einzelheiten vor; ihr Foto wurde gezeigt, wie sie eine Robe, einen „Doktorhut“ und ein Diplom in der Hand hält – offensichtlich die Verleihung eines Abschlusses (den sie aber gar nicht besitzt). Beschrieben und heraus gestellt wurde ihre Motivation, Verletzten zu helfen und so weiter und so fort. Sie wurde in den schillerndsten Farben dargestellt, alles Positive gezeigt, was man über sie sagen konnte. Auch ein paar Schatten – das abgebrochene Studium, die gescheiterte Ehe usw., aber das wurde nivelliert (durch das Problem der Kinderlosigkeit u.a.), machte sie noch sympathischer: Diese junge Frau stand mit beiden Beinen auf der Erde, rappelte sich nach solchen Rückschlägen wieder auf. Eine so sympathische junge Frau hat das Attentat ausgeführt?

Da kommt der Lesen/Zuschauer ins Grübeln. Wie kann so jemand nur so eine Tat ausführen? Und die einzig zulässige Erklärung: Verzweiflung. Verzweiflung über die Umstände, unter denen sie leben muss, unter denen ihr Volk leidet, unter denen … Und die Ursache kann nur bei den Israelis liegen, denn schließlich sind sie die Besatzer, die Unterdrücker, diejenigen, die die Gewalt anwenden. Aus dem Täter wird ein Opfer; die Erklärung wird zur Rechtfertigung und die Tat den Opfern angelastet.

Aber kann das so richtig sein? Das Motiv der Verzweiflung als einziger Erklärung für grässlichste Gewalttaten, wird Menschen wie den Selbstmord-Attentätern – oder auch den Kurden, die vor ein paar Jahren hier bei uns Autobahnen sperrten und von denen sich einer selbst verbrannte – ausschließlich unterstellt: Es „kann“ nur um Verzweiflung handeln, sonst würden diese Menschen nicht ihr Leben aufgeben.

Für grausame Taten und Attentate gegen Juden, Amerikaner, oft auch Christen kennt man keine andere Erklärung. Ausnahme: rechtsradikale Deutsche bzw. Europäer oder (nicht nur orthodoxe) Juden (in Israel). Die sind allesamt dumpf, verblendet, rassistisch und schlichtweg böse.

Begeht ein Moslem in „Palästina“ die gleichen Taten wie ein Neonazi bei uns, dann ist das erklärbar (und damit auch zu rechtfertigen). Begeht ein Moslem hier bei uns die Tat, dann gibt es auch Erklärungen dafür. Ihm wird die gleiche Verzweiflung unterstellt und zugute gehalten. Unterdrückt wurde er (wenn nicht von den Israelis, dann von seiner Familienstruktur oder der westlichen Gesellschaft, in der er lebt), benachteiligt (in der deutschen/europäischen Gesellschaft, die ihn in seiner Art nicht akzeptiert hat und nicht tolerant genug ist, ihm Chancen genommen oder verweigert hat, etc.); fehlende Chancengleichheit macht ihn verzweifelt.

Dass dieser Täter genauso verblendet, dumpf, rassistisch und schlichtweg böse gehandelt haben könnte wie die Neonazis, kommt nicht in Frage, selbst, wenn er einer islamistischen Gruppierung wie Mili Görüs angehört. Es kann nicht sein, was nicht sein darf?

Wie viel Realität steckt hinter der Erklärungs-Manie gegenüber moslemischen Tätern? (Vielleicht ja auch nur gegenüber Tätern, die nicht aus dem Westen kommen? Dahinter könnte ein Schuldkomplex der ehemaligen Kolonialherren stecken.) Wie viel Anerkennung – nicht nur Toleranz oder Verständnis! – „müssen“ wir den Menschen entgegen bringen, die unsere Werte nicht teilen, oft nicht zu teilen bereit sind oder dagegen kämpfen, aber hier leben wollen oder in ihrem Land unsere Gelder oder politische Unterstützung verlangen?

Mitte der 80-er Jahre erzählte mir eine Bekannte, dass ein iranischer Student ihres Umfelds sich so äußerte: „Deutsche Frauen sind alles Huren.“ Grund: Ihre Kleidung, die Titelblätter unserer Illustrierten und die („nicht vorhandene“) Sexualmoral. Meine Bekannte brachte dieser Haltung großes Verständnis entgegen. Man müsse das verstehen, in seinem Land herrschten ja schließlich striktere Vorstellungen. Das müsse man respektieren und akzeptieren. Sie fand nichts schlimm daran, dass der Mann so dachte. Sie rechtfertigte das.

Ich entgegnete ihr: Dieser Mann wusste, dass er sich in einer völlig anderen Kultur befand. Er war hoch gebildet. Und er hätte die Erfahrung haben müssen, dass nicht jede deutsche Frau mit jedem Mann beliebig in die Kiste hüpft; dass ein kurzer Rock nicht die ständige Aufforderung zu Sex ist. Sich diese Gedanken nicht zu machen, spricht von Ignoranz, ganz egal, was man von den offenherzigen Kleidungsgewohnheiten und der auch für viele hiesige Christen reichlichst laschen Sexualmoral in Europa hält. Seine Engstirnigkeit, die Verallgemeinerung wurde akzeptiert und als konsequent gelobt. Das nicht anzuerkennen wurde als intolerant und abzulehnen kategorisiert. Diese Gegenposition wurde von ihr (nach dem Verständnis ihres Bekannten selbst eine solche „Hure“, da deutsche Frau) nicht akzeptiert.

(Frage am Rande: Warum wird konservativen Christen nicht dieselbe Toleranz gegenüber ihrer Einstellung entgegen gebracht? Wo ist denn hier die Doppelmoral? Was den einen ohne Weiteres zugestanden wird, weil sie aus einem anderen Kulturkreis kommen, wird den anderen verboten, weil es als von Gestern und Bevormundung definiert wird, als „nicht mehr zeitgemäß“.)

Ähnliches beobachten wir mit den Geschehnissen im Nahen Osten: die Palästinenser dürfen vielleicht nicht alles tun, was sie tun, aber man hat enormes Verständnis und bietet jede Menge Rechtfertigung für Bomben, Mord, Verstümmelungen, übelste Hetz-Propaganda (die in Teilen sogar ungehemmt übernommen wird), Vertragsverletzungen usw. Aber derjenige, der sich dagegen wehrt, der wird verurteilt, dem wird jedes miese, hinterhältige Motiv unterstellt, das sich finden lässt.

Es wird ausgeblendet, dass Israel seit der Rückkehr der Juden nach „Palästina“ von allen umliegenden Arabern massiv bekämpft wird, mit dem einen, klar erklärten Ziel: Vernichtung. Es wird ausgeblendet, dass Arafat und seine Kumpane die Verträge von Oslo (und allen, die dazu gehören), nie Ernst gemeint haben – die Belege dafür werden schlichtweg nicht wahr genommen oder als israelische/rechte/extrem-christliche Propaganda abgetan. Es wird ausgeblendet, wie viel Israel sich bemüht hat, dass ein Friedensschluss möglich wird – die Angebote werden als nicht ausreichend angesehen (und damit die arabische Propaganda ohne sie zu hinterfragen übernommen). Es wird ausgeblendet, dass die PA ab 1993/94 statt z.B. einer vertraglich vereinbarten Erziehung zum Frieden und Ausgleich ausschließlich (!) den wilden Hass auf Juden/Israel in seinen Schulen, Medien und Moscheen predigen ließ. Hier hören wir immer nur – wie gerade erst wieder von den Außenministern der EU -, dass Arafat der einzig mögliche Partner für einen Frieden ist.

Arafat wird offensichtlich als eine Art Michail Gorbatschow des Nahen Ostens oder zumindest Palästinas angesehen. Wie der damals in der Sowjetunion eine neue Ära einläutete, so wird dies in Bezug auf den Nahen Osten Arafat zugeschrieben. So wie Gorbatschow in der zweiten Hälfte der 80-er Jahre Glasnost und Perestroika verkündete und eine gewisse Öffnung dem Westen gegenüber propagierte und die neue Offenheit in der eigenen Gesellschaft (wenigstens zum Teil) durchsetzte, so schreibt man Arafat den neuen Friedenswillen des Nahen Ostens und eine gewisse Öffnung zum Westen und zur Demokratie zu. Welche Berechtigung das hat, bleibt allerdings im Dunkeln.

Seit den 90-er Jahren verkündet Arafat gegenüber dem Westen Frieden; den „Frieden der Mutigen“, zu dem Israel ausgerechnet nach der unsäglichen PLO-Unterstützung für Saddam Hussein gedrängt wurde; es wurde der Prozess des „Land für Frieden“ vereinbart, der von der israelischen Linken mit Hilfe des Westens in einem Versuch angestrebt wurde, der durch keine einzige Erfahrung mit dem Vater des modernen Terrorismus gerechtfertigt war.

Wie widersprüchlich das ist, kann man vielleicht daran erkennen, dass Israel von Saddam mit Massenvernichtungsmitteln in einem Krieg bedroht wurde, der mit Israel nichts, aber auch gar nichts zu tun hatte. Allerdings kam der kollektive arabische Antiisrael-Reflex zum Tragen, als der Irak durch den Aufbau der US-Golf-Allianz in die Defensive gedrängt wurde und flux Israel zum eigentlichen Ziel seines Krieges erklärte. Anscheinend reicht das aus, um eine Koalition zu sprengen, die einen arabischen Aggressor bekämpfen will; der ruft zum Kampf gegen das „zionistische Gebilde“ auf und schon ist alles mehr oder weniger gerechtfertigt oder vergessen, was er vorher tat – er muss in diesem Kampf unterstützt werden, schließlich es geht ja gegen die Zionisten. Israel durfte sich nicht aktiv verteidigen, das hätte die Allianz gesprengt. Also fielen Raketen auf den jüdischen Staat, es gab Tote (wenn auch nur einen durch direkte Einwirkung dieser Waffen). Aber Israel hielt still. Es verzichtete darauf sich zu wehren.

Zur Belohnung für dieses Stillhalten, zur Belohnung, die Golfkriegs-Allianz nicht gesprengt zu haben, wurde ihm der „Frieden“ mit Arafat aufgedrückt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen gegen Irak hieß es, jetzt müsse aber Israel (das sich den Aggressionen der arabischen Seite gegenüber still verhalten hatte) den Palästinensern (die die Aggressionen begrüßt, unterstützt und bejubelt hatten) entgegen kommen. Als direkte Folge des Krieges Saddams und der westlichen Intervention zu Gunsten der übrigen Araber! Welche Logik hat das?

Arafat war durch sein Verhalten (jahrzentelanger Terror, Saddam-Unterstützung) zu diesem Zeitpunkt eigentlich im Mülleimer der Geschichte gelandet. Er wurde vor allem von Europa im Verein mit den Arabern aus diesem wieder hervor geholt. Wie sich jetzt zeigt, war das ein Riesenfehler; denn der Mann aus dem Müll mauserte sich durch geschickte Propaganda zum Friedensengel, der die Vernichtung Israels voran treibt. Nur: Europa will das nicht glauben, Europa verschließt die Augen davor.

Arafat redet ständig vom Frieden, von Rechten, von legitimem Widerstand und von Waffenstillständen – vor der westlichen Presse und vor westlichen Politikern. Die aufrührerischen Reden, das Gehetze in der arabischen Medienwelt, in arabischer Sprache, wird nicht wahrgenommen. Der Jubel über tatsächliche sowie die vermeintlichen Friedensbotschaften, Waffenstillstands-Ankündigungen und Gewaltsverzichts-Aufrufe übertönt die unmittelbar danach ausgegebenen gegenteiligen Parolen. Wen kümmert das schon? Europa folgt damit einem Wunschbild, das es sich selbst aufgebaut hat und das jeder Prüfung der Realität zum Opfer fallen würde.

Gorbatschow musste wohl nach seiner Wahl zum Partei- und Staatsratschef der KPdSU bzw. Sowjetunion die Partei-Sprache benutzen und erst alles umdefinieren, so dass es sich noch ähnlich bis gleich anhörte, aber doch dann eine andere Auslegung bekam; das war nötig, um die konservativen Parteibonzen bei der Stange zu halten oder ersetzen zu können und keine „Revolution“ gegen sich heraufzubeschwören. Die kam zwar 1992 trotzdem, aber da war schon so viel geschehen, dass es eine widerstandsbereite Bevölkerung und einen Boris Jelzin gab, die ihren Erfolg verhinderten.

Genau so scheint man Arafat zu sehen: Den eigenen Leuten gegenüber „muss“ er so reden, wie er redet. Nur darf man das nicht Ernst nehmen, denn es dient ja dem Frieden, weil er sein Volk erst langsam „umdrehen“ muss, weg von der Konfrontation und hin zum Miteinander. Und deshalb ist er einzig möglicher Verhandlungspartner; alle Hoffnung wird auf seine Version des vermeintlichen Friedens gesetzt. Aber ist das wirklich so?

Arafat hatte zehn Jahre Zeit, diesen „Umerziehungsprozess“ zu beginnen. Gorbatschow hatte sein Werk innerhalb von fünf Jahren so weit voran gebracht, dass der Ost- West-Konflikt praktisch ausgeräumt war. Arafat aber hat einen Propaganda-Apparat aufgebaut, der seit seiner Einrichtung kontinuierlich den Hass und den Kampf gepredigt hat; das Schulsystem der PA nutzt seit seiner Übernahme durch die PLO ausschließlich (aktuelle) Schulbücher, die aus den beiden Nachbarländern stammen, mit denen Israel Friedensverträge abgeschlossen hat: Jordanien und Ägypten. Aber diese Bücher verunglimpfen die Juden als Untermenschen, Teufel, Pest, Krebsgeschwür, Weltverschwörer usw., die ausgerottet werden müssen; diese Schulbücher predigen den Palästinenserstaat vom Jordan bis zum Mittelmeer – keine Rede vom Existenzrecht Israels. Die „Entschuldigung“, dass diese Bücher aus Ägypten und Jordanien stammen, zieht nicht. Was für ein Frieden ist das, der den Vertragspartner derart darstellt? Was kann Israel von diesen „friedlichen“ Nachbarn erwarten, wenn sie solche Hetze in ihre Kinder einpflanzen? Dann hätte das Material gar nicht benutzt werden dürfen oder es hätte in der Lehrerausbildung wie im Unterricht entsprechend aufgearbeitet werden müssen. Das geschah aber nicht, es wurde so gelehrt, wie es drin stand. Und dann hat nach sieben Jahren „Friedenspolitik“ des sich selbst zum Präsidenten überhobenen Vorsitzenden der Autonomiebehörde die PA für einige Klassen eine Reihe eigener, neu entwickelter Schulbücher eingeführt – von Mitgliedern der EU finanziert. Und was steht drin? Israel ist ein teuflisches, zionistisches Gebilde mit dem Ziel, die Palästinenser auszurotten, den Islam zu erniedrigen und die jüdische Weltverschwörung voran zu treiben; das „historische Palästina“ muss wieder errichtet werden (wann hat es je ein solches gegeben?), vom Jordan bis zum Mittelmeer. Der jüdische Staat existiert in den Büchern nicht, wird weder auf einer Karte gezeigt, noch anerkannt – statt dessen gilt „das ganze historische Palästina“ als von Juden besetzt und muss befreit werden.

Was hat Arafat getan, das mit Gorbatschow vergleichbar wäre? Ausschließlich die Reden gegenüber dem Westen, die er hält. Alles andere, die internen Änderungen, Reformen, hat er nicht einmal ansatzweise angefangen. Im Gegenteil: Er hat die Gegensätze zu Israel verschärft, hat schon 1994 verkündet, dass er die Verträge von Oslo als gleichwertig mit dem des Propheten Mohammed mit den Qureish ansieht. Der war auf zehn Jahre vereinbart worden, aber der Gründer des Islam hatte ihn nach nicht einmal zwei Jahren gebrochen, sobald er sich stark genug fühlte sie zu besiegen. Damit ist Oslo von Vorneherein zum Scheitern verurteilt gewesen. Ein Friede war nicht in Sicht. Aber die Schuld für die heutige Situation wird Netanyahu und anderen „rechten“ Politikern Israels angelastet.

Wieso? Weil Israel seinen Pflichten nicht nach kam und den Rückzug mit Übergabe von Territorium an Arafat nicht in der Geschwindigkeit durchführte, wie sie ursprünglich vorgesehen waren. Kein Wort darüber, dass Arafat seine Verpflichtungen nicht einmal ansatzweise umzusetzen begann; kein Wort darüber, dass Israel die „Friedensdividende“ erduldete (durch Terror ermordete und verstümmelte Israelis) und dass die Terroristen die Autonomiegebiete als Schutz- und Rückzugsgebiete nutzten, in denen sie nichts zu befürchten hatten, weil sie dort nicht verfolgt wurden, eher noch das Gegenteil. Statt Anerkennung für seine Geduld und lange Zurückhaltung zu ernten, wurde Israel beschimpft und angegriffen, Männer wie Netanyahu zu immer weiteren Rückzügen aus den Gebieten ohne irgendeine Gegenleistung der Palästinenser gezwungen.

Und selbst jetzt noch, nachdem Arafat einen Verhandlungsfrieden sabotiert hat und nach 17 Monaten Palästinenser-Terror, werden die Schuldigen weiter nur auf der Seite Israels gesucht. Die EU-Außenminister erklären, dass Arafat der einzig mögliche Verhandlungspartner ist – ausgerechnet der, der selbst auf dem Prüfstand stehen müsste; der endlich den Beweis erbringen müsste, dass er zum Frieden bereit ist; der immer mit gespaltener Zunge geredet hat – der wird nun zum Zentrum der Welt des Nahen Ostens gemacht, zu dem, der darüber entscheidt, was richtig ist und was nicht.

Nein, Arafat ist kein Gorbatschow, ganz im Gegenteil. Er ist eine inzwischen aus dem arabischen Nationalismus und Sozialismus heraus muslimisierte Version Stalins: Von Verfolgungswahn besessen, genauso von seiner Mission (Vernichtung des jüdischen Staates und der „jüdischen Verschwörung“), von Narzismus zerfressen; dazu noch mit einem derart korrupten Apparat umgeben und selbst mit derart Unmengen von Geldern in den eigenen Taschen (das könnte anders als bei Stalin sein), die seinem Volk hätten zu Gute kommen müssen, dass sogar seine eigenen „Brüder“ (sprich: die arabischen Staaten) ihm nichts gerne direkt in die Hände geben, sondern es – anders als die EU – kontrolliert selbst verteilen wollen – die versprochene eine Milliarde US-Dollar für die Unterstützung der „Intifada“ ist immer noch nur in Teilen eingetroffen!

Und von diesem, von seinen arabischen „Brüdern“ als nicht vertrauenswürdig angesehenen „Präsidenten“, sollen die Israelis ihr Schicksal bestimmen lassen. Dann können die Juden auch gleich kollektiven Selbstmord begehen.

Arafat kann schon deshalb kein Gorbatschow sein, weil er im Vergleich die Generation verkörpert, die mit dem Tod des letzten Vorgängers des sowjetischen Reformers unter ging. Es hat keinen fundamentalen Wechsel gegeben – Arafat macht das, was er immer gemacht hat, nur auf einem anderen Level und in einer anderen Art. So, wie z.B. Breschnjew nach Unterzeichnung der SALT-Abkommen die SS-20 stationierte, lässt Arafat Waffen einschmuggeln – Gorbatschow hatte dagegen zur Verringerung der (Atom-)Waffen beigetragen.

Der große Wechsel hat nirgendwo in „Palästina“ stattgefunden. Arafat hätte wie Gorbatschow die Gegner des notwendigen neuen Weges zurück drängen müssen – er hat sie aber gefördert und genährt und zur Haupt- wenn nicht der einzigen Kraft in „Palästina“ gemacht. Er hätte wie Gorbatschow Reformen beginnen müssen – er hat aber die Kräfte forciert, die jede Reform verhinderten und sich lediglich bereichern. Die Liste lässt sich beliebig verlängern.

Europa drängt nicht nur, es fordert kategorisch die Zusammenarbeit mit Arafat. Ohne Arafat kann man sich nicht vorstellen, dass etwas erreichbar ist. Was aber ist MIT Arafat erreichbar?

Was ist, wenn dieser über 70 Jahre alte Scheinmessias plötzlich, aus welchem Grund auch immer (aber ohne Einwirkung der Israelis) nicht mehr zur Verfügung steht? Wird dann alles wirklich nur noch schlimmer?

Die Terroristen verlören nach europäischer Lesart (die berechtigt zu sein scheint) eine Identifikationsfigur, eine einigende Persönlichkeit, eine Art Übervater. Was ist daran so schlimm? Der vermeintliche Gorbatschow Palästinas wird keinen akzeptablen Frieden bringen, sondern nur eine Verbesserung der Ausgangssituation im Kampf gegen Israel anstreben. Der tödliche Überlebenskampf Israels wird weiter gehen.

Und was sollte ohne Arafat schlimmer werden? Die Attentate finden auch jetzt statt. Der Hass der Palästinenser wird von ihm nicht weniger geschürt. Die Ziele werden nicht geändert. Es besteht aber die Chance, dass die Uneinigkeit der Palästinenser nach Arafat dazu führt, dass Israel die zersplitterten Gruppierungen und Fraktionen eine nach der anderen in die Schranken weisen kann.

Eine Sowjetunion ohne Gorbatschow hätte die Konfrontation mit dem Westen weiter verfolgt. Die Sowjetunion unter Gorbatschow suchte die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und eines gewissen Ausgleichs mit dem Westen. Ein „Palästina“ verfolgt ausschließlich den Kampf gegen die Juden – mit oder ohne Arafat. Keine Rücksicht auf wirtschaftliche Nöte des Volkes, kein Weg des Ausgleichs mit den Israelis – nur Konfrontation und Maximalforderungen, die Israels Selbstmord bedeuten würden. Arafat weiß, was für Israel inakzeptabel ist und fordert daher genau das. Damit wird ein Ausgleich von vorne herein verhindert und der Grund für die Fortsetzung des „bewaffneten Kampfes“ geschaffen.

Während also Gorbatschow für den Wechsel stand, für eine neue Generation in der Sowjet-Führung, steht Arafat in der PLO/PA für Kontinuität der Konfrontation. Aber so, wie Gorbatschow vor seiner Wahl ins wichtigste Amt der UdSSR kaum bekannt war und jeder sich erst einmal fragte: „Wer ist denn der?“, so könnte auch aus den Palästinensern einer an die erste Stelle gespült werden, der heute weitgehend unbekannt und unbeachtet ist. Dann wäre ein Wechsel der palästinensischen Politik möglich. Diese Chance darf man nicht verneinen, nur weil man hier bei uns niemanden sieht, der den Stuhl Arafats übernehmen könnte.

Ob Europa das zu begreifen in der Lage ist? © heplev, Februar 2002

Der Sieg der Hamas ist eine gute Nachricht

Jeff Jacoby, The Boston Globe, 29. Januar 2006

Reaktionen im Westen zum Ausgang der palästinensischen Wahlen letzte Woche kamen meist in einer von zwei Variationen: höchst negativ oder entschieden unentschieden.

Zur ersten Kategorie gehört der italienische Premierminister Silvio Berlusconi, der klagte, dass der Sieg der Hamas über die Fatah ein „sehr, sehr, sehr schlechtes Ergebnis“ sei. In New York erklärte die Anti-Defamation League die Resultate zu einem „schrecklichen Rückschlag für die Region und für die amerikanischen Interessen.“

Aber viele andere bestehen darauf, dass man die Bedeutung der Wahlen nicht kennt, bis die Hamas sich entscheidet, ob sie ihr wichtigstes Ziel aufgibt oder nicht: die Liquidierung Israels und seine Ersetzung durch eine islamistische Diktatur. Wie FBI-Direktor Robert Mueller sagte: „Die Hamas hat die Wahl.“ Es war eine Meinung, die überall ein Echo fand, vom britischen Außenministerium („Die Hamas muss wählen. Wir werden das abwarten müssen.“) bis zur Kommentarseite der New York Times („Die Hamas hat die Wahl zwischen Regieren und Terror“).

Nun, stecken Sie mich in ein drittes Lager: Ich denke, der haushohe Hamas-Sieg ist bei das weitem beste Ergebnis, das man erhoffen konnte.

Ich sage das nicht, weil die Hamas irgendetwas anderes ist als eine Blut getränkte Terrorgruppe, die für die Tötung oder Verstümmelung tausender unschuldiger Opfer verantwortlich ist, sondern weil ihr klarer Wahlsieg ein eindeutiger Realitäts-Check für die Natur der palästinensischen Gesellschaft ist. Und wenn es etwas gibt, das der Westen schlechterdings braucht, dann ist es mehr Realismus und weniger Selbsttäuschung, was die Palästinenser angeht.

Einiges von dieser Selbsttäuschung zeigte sich am Donnerstag im Weißen Haus, als Präsident Bush die palästinensischen Wahlen als „gesunde“ und „interessante“ Übung in ziviler Reform bezeichnete.

„Offensichtlich waren die Leute nicht glücklich mit dem Status quo“, erklärte Bush. „Die Menschen wollen ehrlich regiert werden. Die Menschen wollen öffentliche Dienstleistungen. Sie wollen in der Lage sein ihre Kinder in einer Umgebung aufziehen, in der sie eine anständige Ausbildung bekommen können und Gesundheitsversorgung erhalten. Und so sollten die Wahlen der alten Garde dort in den Palästinensergebieten die Augen öffnen… Ein Gesundheitssystem, das das tut, hat etwas Gesundes. Und so waren die Wahlen von gestern sehr interessant.“

Bitte, Mr. President. Wenn ein Trupp Neonazi-Skinheads in Europa bei einer Wahl an die Macht gespült würde, würden Sie sagen, dass die Wähler “ehrliche Regierung” und “Dienstleistungen” haben wollten? Die Palästinenser sind nicht dumm und es beleidigt ihre Intelligenz vorzugeben, sie würden eine völkermörderische Organisation wählen, die ein Wahlprogramm direkt aus „Mein Kampf“ hat, dann sind sie *wirklich* nur hinter besserer Gesundheitsversorgung her. Islamistischer Extremismus ist nicht nötig, um die palästinensischen Krankenhäuser besser in Ordnung zu bringen als der Faschismus in den 1920-er Jahren gebraucht wurde, um die italienischen Züge pünktlich fahren zu lassen. Wenn die Palästinenser massenhaft eine Partei wählen, die ungerührt für Hass und Massenmord steht, dann kann man sicher wetten, dass Hass und Massenmord etwas mit dem Wahlergebnis zu tun hatten.

Ebenso werden die neuen Pflichten die Hamas sie nicht in eine moderate Gruppe eifriger Staatsdiener verwandeln. Wenn gewalttätige Islamisten politische Macht gewinnen, schmälert das nicht ihre Brutalität und ihren Fanatismus (siehe Ayatollah Khomeini und die Taliban in Afghanistan). Die Annahme, dass die Hamas nun „eine Wahl zu treffen“ hat, ist nur ein weiteres Beispiel für das irrige Denken, dass so weit verbreitet ist, wenn es um die palästinensische Autonomiebehörde geht.

In seinen Worten vom Dienstag ging Bush so weit zu sagen, dass er nicht „sieht, wie man ein Friedenspartner sein kann, wenn man die Vernichtung eines Landes als Teil seines Wahlprogramms vertritt“ oder „wenn eine Partei einen bewaffneten Arm hat“. Daher, sagte er, ist die Hamas „eine Partei, mit der wir uns nicht abgeben werden.“ Wenn das bedeutet, dass die Bush-Administration die neue Hamas-Regierung meiden wird, wie sie einst Yassir Arafat mied, gut und schön. Aber warum wurde mit Mahmud Abbas anders umgegangen? Wie die Hamas vertritt die Fatah – die PLO-Fraktion, die Abbas und Arafat vor 45 Jahren gemeinsam gründeten – Israels Vernichtung in ihrer grundlegenden Satzung. Wie die Hamas hat die Fatah einen „bewaffneten Arm“ – die al-Aksa-Märtyrerbrigaden – der fürchterlicher Terroranschläge schuldig ist. Das Emblem der Fatah zeigt gekreuzte Gewehre vor einer Karte von „Palästina“, die ganz Israel umfasst; auf dem Emblem der Hamas ist die Karte die gleiche, aber die gekreuzten Waffen sind Schwerter. Der einzige wichtige Unterschied zwischen der abgewählten Fatah-Partei und der kommenden Hamas-Führung ist der, dass erstere aus PR-Gründen manchmal vorgaben Israels Existenzrecht anzuerkennen, während die Zweite sich völlig offen der Eliminierung Israels verpflichten.

Das aber ist genau das, warum der Hamas-Erdrutsch eine gute Nachricht ist. Er verstärkt die Klarheit und vertreibt die Illusion. Er macht es schwer sich die unangenehmen Fakten wegzuwünschen, dass nach einem Dutzend Jahren PLO-Misswirtschaft die palästinensische Gesellschaft tief gehend dysfunktional ist, durchdrungen von Hass und Gewalt. Alle aus den willentlich blinden können nun sehen, dass die palästinensische Autonomiebehörde kein „Friedenspartner“ ist. Bis sie entscheidend besiegt und ordentlich entgiftet ist, wird das palästinensische Volk sich niemals des Segens von Freiheit und anständiger Regierung erfreuen. Ironischerweise könnte der Aufstieg der Hamas den letztlichen Ausgang etwas näher gebracht haben.