Warum feiert Syrien den Krieg vom Oktober 1973?

Elder of Ziyon, 7. Oktober 2020

ich verstehe, warum Ägypten den Krieg vom Oktober 1973 / Yom Kippur-Krieg feiert. Am Ende war er der Funke, der dazu führte, dass Israel den Sinai an Ägypten zurückgab.

Aber auch Syrien feiert den Krieg. Es gab am 6. Oktober, dem Jahrestag des Beginn des Krieges, in der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur SANA zahlreiche Artikel und Videos.

Dieser Artikel versicherte den Lesern, dass die Araber auf den Golanhöhen ganz begierig darauf waren, dass Syrien die Gegend wieder erobert. (Das ist ausdrücklich nicht der Fall.)

Dieser Artikel spricht mit syrischen Soldaten, die sich nahe der Grenze zu Israel befanden.

Dieser Artikel versucht zu erklären, warum der Krieg als Sieg betrachtet wurde – weil er keine Niederlange war:

Der vom Gründungsführer Hafez al-Assad angeführte Oktober-Befreiungskrieg bildete den Kompass des Kampfes zur Befreiung des usurpierten Landes und der Wiederherstellung arabischer Rechte. Er war eine eindeutige Ankündigung des Beginns des Zeitalters der Seige und des Endes der Ära der Niederlagen. Der Oktober-Befreiungskrieg war der erste Krieg im arabisch-israelischen Konflikt, der die Mauer der Verzweiflung nach dem Rückschlag des Juni 1967 durchbrach und die Tatsache weihte, dass Syrien die Burg der standhaften arabischen Nation ist, die ihre Existenz und Zukunft verteidig.

Sie erwähnen nicht, dass Israel am Ende des Krieges über die Lila Linie von 1967 überschritten hatte und die Außenbezirke von Damaskus beschoss.

Was für ein Sieg!

Wie und warum Muslime sich zum Islam selbst betrügen

Raymond Ibrahim, 12. Mai 2020

Scheik Ahmed al-Tayeb und Papst Franziskus

Ägyptens führender muslimischer Kleriker Scheik Dr. Ahmed al-Tayeb – auch bekannt als „der Wolf im Schafspelz“ von Papst Franziskus – behauptete vor kurzem eine nachweisbare Unwahrheit. Am 30. April 2020 erklärte der Großimam der angesehensten Universität der islamischen Welt, Al Azhar, während seiner Fernsehsendung, die jedes Jahr im Ramadan kommt und von Millionen in Ägypten und der arabischen Welt gesehen wird: „Der Islam strebt nicht nach Krieg oder Blutvergießen und Muslime wehren sich nur, um sich zu verteidigen.“

Dies ist natürlich eine Bestätigung der großartigen Schlussfolgerung, die bei einer kürzlich abgehaltenen Megakonferenz erreicht wurde, die sich der Suche nach Lösungen für „Extremismus“ widmet – und sie damit zum Gespött macht. In Ägypten von der Al-Azhar unter Teilnahme führender Repräsentanten aus 46 muslimischen Staaten veranstaltet, setzte al-Tayeb der zweitägigen Konferenz die Krone auf, indem er erklärte:

Jihad steht im Islam nicht synonym für Kampf; vielmehr ist der Kampf, der vom Propheten Mohammed und seinen Gefährten praktiziert wurde, nur einer seiner Typen; und das geschieht zur Abwehr der Aggression der Aggressoren gegen die Muslime, anstatt um die zu töten, die die Religion beleidigen, wie die Extremisten es behaupten.

Natürlich widersprechen solche Behauptungen mehr al einem Jahrtausend sowohl gut dokumentierter islamischer Lehre als auch islamischer Geschichte. Angefangen mit Mohammed – dessen spätere Kriege schwerlich defensiv, sondern Überfälle waren, die ihn und seine Anhänger stärken und im Ansehen über die Nichtmuslime erheben sollten – und unter den ersten „gerechten“ Kalifen und praktisch allen folgenden Sultanen und Herrschern bestand Jihad aus Überfällen, Abschlachten, Versklavung und im Idealfall der Eroberung von Nichtmuslimen, die die Einladung zur Annahme des Islam ablehnten. Man muss sich nur eine Landkarte der muslimischen Welt heute ansehen und erkennen, dass die riesige Mehrheit von all dem – der gesamte Nahen Osten, Nordafrika, die Türkei, Zentralasien im Osten bis nach Pakistan und darüber hinaus – durch gewalttätige Eroberung im Namen des Jihad in Besitz genommen wurde.

Statt aber Al-Tayeb einfach als weiteren Lügner abzutun, der versucht Gesicht zu wahren, lohnt es sich festzustellen, dass auf einer tiefer gehenden Ebene etwas anderes abgeht, wenn Muslime einander gegenüber darauf bestehen – in beiden Fällen sprach Al-Tayeb nicht zu Westlern, sondern zu anderen Muslimen – dass Jihad defensiver Natur ist.

Fakt ist, dass die überwältigende Mehrheit der Muslime, selbst die Terroristen, sich wie die meisten Menschen darauf festgelegt hat, sich und ihre Religion als „die Guten“ zu betrachten. Von daher gibt es eine implizite Übereinkunft zwischen ihnen ihre Religion immer mit angeborenen Konzepten von Gerechtigkeit darzustellen. Das hat verursacht, dass sie alles Erdenkliche tun, wie der aktuelle Fall nahelegt.

Zum Beispiel werden historische islamische Eroberungen in Arabisch oder anderen muslimischen Sprachen niemals als „Eroberungen“ bezeichnet; stattdessen sind sie futuhat – buchstäblich „Öffnungen“, durch die das Licht des Islam eintreten kann (oder fatah im Singular, wie die Palästinensergruppe sich bezeichnenderweise nennt). In diesem Zusammenhang erfolgte jeder Einfall in ein Land oder dessen Eroberung durch Muslime „selbstlos“, um widerspenstigen Ungläubigen den Islam zu bringen, die einfach, weil sie dem Islam Widerstand leisten, als die Aggressoren betrachtet werden.

Damit will gemäß einem Artikel mit dem Titel „The Wisdom of Jihad“ (Die Weisheit des Jihad), veröffentlicht von Islam Question and Answer (Islam – Frage und Antwort) der Jihad nicht „nur und einfach Nichtmuslime töten“; vielmehr „werden die Kuffar [Nicht-Muslime oder Ungläubige], die wir bekämpfen, selbst vom Jihad profitieren. Wir mühen uns gegen sie und bekämpfen sie, damit sie in die Religion Allahs eintreten, was Ihm genehm ist, was zu ihrer Rettung in dieser Welt und im Jenseits führen wird“.

Von daher ist zu verstehen, warum sogar sadistische Massenmörder und Pädophile wie der osmanische Sultan Mohammed (oder „Mehmet“) II. in der islamischen Geschichtsschreibung als „Mohammed der Öffner“ bekannt ist – denn es war er, der 1453 den widerstrebenden Bewohnern Konstantinopels das Licht des Islam brachte.

Dr. Ahmed ’Abdu Maher, ein ägyptischer Wissenschaftler und politischer Aktivist, verspottete einmal diese muslimische Logik in einem Video, in dem er eine hypothetische Frage stellte. Was, wenn Donald Trump – statt die Immigration aus ein paar terroristischen (zumeist muslimischen) Staaten zu verbieten und dafür als „Rassist“ verurteilt zu werden – der „selbstlosen“ Anschauung des Islams folgen und amerikanischen Muslimen Dreierlei zu Auswahl geben würde: Entweder ihr konvertiert zum Christentum oder ihr zahlt Jizya und lebt als Bürger zweiter Klasse oder ihr sterbt?

Wäre das rassistisch oder nicht? Wäre er ein Terrorist oder keiner? Wie können wir dann, wenn man bedenkt, dass wir in unserer islamischen Rechtsprechung, die ihr uns lehrt und von der ihr uns sagt, dass alle Imame übereinstimmen, dass die islamischen Öffnungen [d.h. Eroberungen] die Art sind, wie der Islam verbreitet wird? Diesem Wort „Öffnungen“ [futahat] gegenüber müssen wir sensibel sein! Diese islamischen Öffnungen bedeuten Schwerter und Töten.

Die islamischen Öffnungen, durch die Häuser, Festungen und Territorien verwüstet wurden, sind Teil eines Islam, dem zu folgen ihr uns motivieren wollt. Also frage ich, o Scheik, o Führer dieses oder jenes islamischen Zentrums in New York, würden Sie es mögen, wenn das Ihrer Frau und Ihrer Tochter angetan würde? … Dass Ihre Tochter [als Sklavin] an diesen Kämpfer geht oder Ihr Sohn an jenen Kämpfer, ein Fünftel [der Beute] an den Kalifen und so weiter? Ich meine: Ist das nicht das, was Sie als die Scharia Allahs bezeichnen?

Maher – dieser nominelle Muslim, der die hässlichen Realitäten der historischen Eroberungen des Islam erfasst hat – ist jedoch und leider in der muslimischen Welt ein seltenes Gut. Ein amerikanischer Islam-Historiker formulierte es so:

Die Eroberungen wurden von Anfang an als einer der unanfechtbaren Beweise für den Islam betrachtet. Sie zu bestreiten oder zu kritisch zu untersuchen – was in der muslimischen Welt erst noch geschehen muss – wird für Muslime, besonders Arabisch sprechende Muslime, sehr schmerzhaft werden. An jedem Punkt … hat, wenn Muslime versucht haben den militanten Jihad zugunsten des inneren, spirituellen Jihad aufzugeben… die Erinnerung an die Eroberungen und die Notwendigkeit sie zu rational zu machen, diese Bemühung überwältigt. Das Problem dürfte in dem Unwillen liegen sich der Tatsache zu stellen, dass die Eroberungen prinzipiell ungerechtfertigt waren. Sie waren keine „Befreiung“ und sie waren von den nicht muslimischen Völkern nicht gewünscht; sie wurden durchlitten und schließlich akzeptiert. [Understanding Jihad, S. 167]

Führer des Islam wie der Großimam al-Tayeb – den westlichen Mainstream kann man ebenfalls hinzurechnen – sind darauf festgelegt Muslime bezüglich der Vergangenheit des Islam (und daher der Gegenwart) zu täuschen. Und es wundert wenig; der „durchschnittliche“ Muslim, der die von der hässlichen Realität der Vergangenheit des Islam erfährt, fällt im Herzen oft von ihm ab, bleibt nur dem Namen nach Muslim.

Mit anderen Worten: Das Problem ist nicht nur, dass viele im Westen zum Islam und seiner Vergangenheit getäuscht werden; hunderte Millionen „normale“ Muslime werden ebenfalls getäuscht – und das aus genau demselben Grund.

Die Illusion des vereinten Jerusalem

Ist Jerusalem vereinigt? Lassen Sie mich einen Eimer Eiswasser über diejenigen unserer Politiker auskippen, die die Wahrheit nicht sehen wollen.

Barry Shaw, The Jerusalem Post, 9. Oktober 2017

EinLuftbild des Tempelbergs und Ostjerusalems (REUTERS)

Premierminister Benjamin Netanyahu gelobte letzte Woche ein Gesetz Großjerusalem zu unterstützen, das orte wie Ma’aleh Adumim, Givat Ze’ev UND Dörfer im Gush Etzion-Block annektieren und erlauben würde ihre Einwohner bei Bürgermeisterwahlen in Jerusalem abstimmen zu lassen. Dieses Gesetz würde auch unabhängige Stadtbezirke für israelische Araber schaffen, die innerhalb Jerusalems Stadtgrenzen, aber jenseits der Sicherheitsbarriere leben.

Knessetmitglieder und Bürgermeisterwahlen spenden diesem Schritt Beifall.

Die stellvertretende Außenministerin Tzipi Hotovely sagte: „Israelisches Recht anzuwenden ist das Wichtigste um sicherzustellen, dass jeder erkennt, dass Jerusalem geeint bleiben wird.“

Ist Jerusalem geeint? Lassen Sie mich einen Eimer kaltes Wasser auf diejenigen unserer Politiker werfen, die die Tatsachen nicht erkennen wollen.

Wäre Jerusalem wirklich die ungeteilte Hauptstadt Israels, wie kommt es dann, dass mindestens 14 Fußballvereine mit Sitz in Jerusalem unter der Leitung des von Jibril Rajoub von der PA geleiteten Palästinensischen Fußballbundes (Palestinian Football Association/PFA) spielen? Da diese Vereine in die Zuständigkeit des PFA fallen, der Mitglied des Fußballweltverbandes FIFA ist, werden diese Vereine weltweit als palästinensisch anerkannt, nicht als israelisch. Der israelische Fußballverband hat schon vor Jahrzehnten die Kontrolle über sie verloren.

Noch schlimmer: Einige dieser Vereine propagieren Terrorismus gegen Israels als Teil ihrer Fußballaktivitäten, mit vollem Wissen und Genehmigung von Rajoub. Einige dieser Aktivitäten werden vom PFA beaufsichtigt und finanziert.

Am 11. Oktober 2016 gingen Fußballer und Trainer des Hilal al-Quds (al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem) auf ihr Spielfeld und entfalteten vor ihren bewundernden Fans ein riesiges, farbenfrohes Banner mit dem Gesicht von Musbah Abu Sbeih, dem palästinensischen Terroristen der bei einem Schusswaffenanschlag in Jerusalem zwei Tage zuvor zwei Israelis ermordete und fünf weitere verletzte. Sie priesen ihn als Helden und Märtyrer.

Hilal al-Quds ist der palästinensische Fußballmeister. Diese Demonstration war das Gleiche, als würde der englische Fußballmeister FC Chelsea, von seinen Fans in Stamford Bridge gefeiert, ein Banner mit den Gesichtern zur Schau stellen, die ihre mörderischen Ausschreitungen auf der London Bridge begingen. Was in London undenkbar wäre, hatte nicht ein einziges Wort des Protestes seitens des Jerusalemer Bürgermeisters oder der Minister unserer Regierung zur Folge.

Das ist kein vereinzelter Vorfall. Der Fußballverein Ansar, ebenfalls aus Jerusalem, veranstaltete ein jährliches Fußballturnier zu Ehren von Abu Jihad, dem palästinensischen Terroristen, der für die Ermordung von 127 Israelis verantwortlich ist. Wieder kein Wort des Protests von unseren Politikern.

In Jerusalem wird diese jährliche Veranstaltung vom palästinensischen Fußballverband beaufsichtigt und gesponsert, mit Geldern, die ihm von der palästinensischen Autonomiebehörde finanziert werden; genauso ein Kinder-Fußballturnier, das zu Ehren des palästinensischen Teenagers benannt ist, der mit einem Messer auf den Straßen Jerusalems wütete.

Das Leben von Israelis ist zum Teil infolge Terror propagierender Propaganda von palästinensischen Sport- und Fußballveranstaltungen in Jerusalem verloren worden. Die Grenzpolizistin Hadar Cohen wurde ermordet, als sie Dienst vor dem Damaskustor der Altstadt von Jerusalem tat; Täter war der Kapitän eines palästinensischen Fußballvereins.

Es gibt viele solche terroristische Hetzskandale aus Jerusalem, die von Politikern nicht infrage gestellt werden, die von einem geeinten und ungeteilten Jerusalem reden.

Als Teil einer Gruppe von NGOs mit Sitz in Israel, London und New York haben wir uns bei der FIFA dafür eingesetzt, dass der Fall der Werbung für Terrorismus im palästinensischen Fußball thematisiert wird. Leider verfehlen es Minister der Regierung, des Büros des Premierministers und sogar der israelische Fußballverband dieses beunruhigende Phänomen in Jerusalem zu thematisieren.

Lassen Sie also weder Hotovely noch Bürgermeister Nir Barkat und nicht einmal Premierminister Benjamin Netanyahu behaupten, dass Jerusalem die ungeteilte Hauptstadt Israels ist.

Sie haben die Kontrolle schon vor Jahren verloren, mit Kosten für unsere Sicherheit und dem Verlust von viel zu viel Leben.

Nichts ist erfolgreicher als Niederlagen

Daniel Pipes, Jerusalem Post, 28. Februar 2001 (mit Ergänzungen)

Heute vor genau 10 Jahren endete die irakische Eroberung Kuwaits mit einem totalen Misserfolg. Man erwartete, dass der irakische Präsident Saddam Hussein bald die Kontrolle über den Irak verlöre, aber ein Jahrzehnt später ist er weiterhin fest im Sattel.

Wie konnte er das schaffen? Tariq Aziz, eines von Saddams wichtigsten Sprachrohren, deutete noch vor dem Kriegsausbruch im Januar 1991 an, warum sein Herr sich keine Sorgen machte. Regime des Nahen Ostens, so sagte Aziz dem US-Außenminister James Baker, sind nie „in einen Krieg mit Israel oder Vereinigten Staaten gegangen und haben dabei politisch verloren“. Das ist zwar etwas übertrieben (arabische Führer zahlten einen Preis für die Niederlage gegen Israel 1948/49), aber Aziz hat im Prinzip recht: Eine militärische Niederlage schadet einem nahöstlichen Herrscher in der Regel nicht. Statt dessen leugnet er die Katastrophe auf dem Schlachtfeld und blüht politisch auf.

Einige Beispiele:

Suezkrise 1956: Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser erlitt durch die Briten, Franzosen und Israelis eine demütigende militärische Schlappe, bestand aber darauf, einen Sieg errungen zu haben. Ihm wurde weitgehend geglaubt. Das Ergebnis war, dass diese Episode „ihn politisch und moralisch stärkte“, schreibt Shukri Abed von der University of Maryland; sie half Nasser, die dominierende Figur der arabischen Politik zu werden.

Sechs-Tage-Krieg 1967: Die katastrophale Niederlage durch die Israelis veranlasste Nasser dazu, seinen Rücktritt anzubieten, aber die Ägypter antworteten mit massiven Straßendemonstrationen, die ihn aufforderten, an der Macht zu bleiben (was er tat). Syriens Verteidigungsminister von 1967, Hafez Assad, machte weiter und wurde Präsident seines Landes.

Die Schlacht von Karama 1968: Yassir Arafats Fatah verlor ihren ersten größeren bewaffneten Zusammenstoß mit den Israelis, behauptete aber gesiegt zu haben.

Belagerung von Beirut 1982: Arafat verwandelte einen demütigenden Rückzug aus Beirut in einen politischen Sieg, indem er betonte, dass die Israelis 88 Tage benötigten um ihn zu besiegen, weit länger, als sie für den Sieg über andere arabische Streitkräfte brauchten.

Heute erinnert man sich an diese Ereignisse als glorreiche Siege. Die Hamas erzählte z.B. ein paar Jahre später, dass die Palästinenser 1982 Israel „demütigten“ und „seine Entschlossenheit brachen“.

Was erklärt aber dieses überraschende Muster? Drei Aspekte des muslimischen Lebens helfen, das aufzuklären.

 

  • Ehre hat monumentale Bedeutung; sie zu erhalten bedeutet mehr, als wirklich etwas zu erreichen. Hussein Sumaida, ein Exil-Iraker, erklärt Saddams Motive dafür, dass er sich 1991 gegen den Großteil der Welt stellte: „Sieg oder Niederlage spielten keine Rolle. Wichtig war, eine gute Show zu liefern und die Herzen der glühenden arabischen Welt zu gewinnen.“
  • Fatalismus bietet muslimischen Herrschern eine Möglichkeit, keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Es war alles eine Frage des Schicksals, was konnten wir schon tun? As’ad Abu Khalil von der California State University stellt fest, dass arabische Führer in Zeiten der Niederlage typischerweise die Haltung übernehmen, dass „Menschen keinerlei Einfluss oder Auswirkungen auf ihre Taten oder Pflichten haben. Nur Gott handelt.“ Sich auf diese „Unvermeidbarkeit des Schicksals“ zu berufen entledigt die arabischen Regime und Armeen ihrer Verantwortung. Dieses Muster, merkt er korrekt an, „ist so typisch geworden, dass man es voraussehen kann“.
  • Verschwörungstheorien dominieren derart, dass bei jeder Konfrontation mit dem Westen (einschließlich Israels) angenommen wird, dass der Westen dadurch die Herrscher vernichten und ihre Länder erobern will. Die Ägypter glauben z.B. weitgehend, dass die britischen und französischen Regierungen 1956 planten Nasser zu eliminieren und Ägypten zu besetzen. Als diese vernichtenden Folgen nicht eintraten, kam sein bloßes Überleben einem überwältigenden Sieg gleich.

Einen Feind auf dem Schlachtfeld zu schlagen, ist nicht genug, um im Nahen Osten zu gewinnen; der Herrscher und sein Regime muss ebenfalls eliminiert werden. Die politischen Auswirkungen für den Irak sind offensichtlich.

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Ergänzungen:

28. August 2006: Hassan Nasrallahs Starstatus im Nahen Osten, nachdem er nach allen objektiven Maßstäben den Krieg mit Israel verloren hat, passt genau in dieses Muster. Lee Smith stellt die Kontinuitäten in „The Real Losers: Hezbollah’s Hassan Nasrallah admits that the war was a mistake“ heraus. (Die wahren Verlierer: Hisbollahs Hassan Nasrallah gesteht ein, dass der Krieg ein Fehler war.)

19. November 2012: Barry Rubin führt in „The Israel-Hamas War and the Suicide Strateby: How Arab Forces Expect to be Weak, Start Losing Wars and Still Hope to Win” (Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah und die Selbstmordstrategie: Wie arabische Streitkräfte erwarten schwach zu sein, beginnen Kriege zu verlieren und immer noch hoffen zu gewinnen) ähnliche Punkte wie die meinen an. Was er die „Selbstmordstrategie“ nennt, beinhaltet, dass ein Führer denkt: „Ich werde einen Krieg anfangen, den ich nicht gewinnen kann, um eine Situation zu schaffen, in der die andere Seite meine Infrastruktur zerstört und mein Volk tötet. Dann werde ich militärisch verlieren, aber die Schlacht gewinnen. Wie?“ Rubin listet dann drei Elemente auf:

  • Ich tötet ein paar Leute der anderen Seite und füge ihr etwas Schaden zu. Da sie schwächer und weniger mutig sind als ich, werden sie aufgeben. Je länger der Krieg dauert, desto wahrscheinlicher werden sie nach einer Ausstiegsmöglichkeit suchen, selbst wenn dazu gehört, dass sie viele Zugeständnisse zu machen. Terrorismus gegen ihre Zivilisten einzusetzen verstärkt diese Taktik.
  • Mit dem Leiden und der Vergrößerung des Leidens durch Nutzung allgemein verständnisvoller westlicher Medien werde ich dafür sorgen, dass die andere Seite Mitleid mit mir hat und sich gegen die eigenen Führungspolitiker stellt, die dann als herrisch, blutrünstig und imperialistisch hingestellt werden.
  • Das Gespenst von Krieg, Leiden und besonders zivilen Opfern wird die „internationale Gemeinschaft“ dazu bringen Druck auf meine Gegner auszuüben, damit sie klein beigeben, den Kampf beenden (selbst wenn ich ihn auf niedrigerer Ebene weiterführe), mich überleben lassen und mir Vorteile verschaffen.

Während diese Strategie „oft gegen westliche Gegner oder Israel funktioniert hat“, vermerkt Rubin, „wird sie gegen andere Araber oder den Iran nicht funktionieren, denn für diesen Kräfte könnte nichts gleichgültiger sein als wie viel Schaden und wie viele zivile Opfer sie verursachen“.

Feiern eines vorgetäuschten Hamas-Sieges

November 2012: Die Israelischen Verteidigungskräfte mögen viele der Hamas-Führer exekutiert, ihre Infrastruktur zerschlagen und den Gazastreifen ins Schwanken gebracht haben, aber – wie man es von ihr kennt – hat die Hamas am Tag nach Inkrafttreten eines Waffenstillstands einen Feiertag ausgerufen. Nicht nur das, sondern sie hat den 22. November zu einem Tag erklärt, der fortan jedes begangen werden soll: „Wir fordern jedermann auf zu feiern, Familien von Märtyrern, die Verwundeten und die, die Häuser verloren haben zu besuchen.“ Die Feierei war derart ernst, dass ein Mensch von Schüssen in die Luft getötet und drei verletzt wurden.

Der offizielle Fatah-Vertreter Bassam Zakrneh fordert auf seiner Facebookseite: „Meine Brüder, wenn der Tod von 163 Märtyrern, einschließlich des Führers Ahmed Jabari, mit Tausenden Verletzten und der Zerstörung aller [Regierungs-] Institutionen als Sieg betrachtet wird, was um Gottes Willen ist dann eine Niederlage?“

  1. Juli 2014: Ich betrachte dieses Thema einmal mehr in „Warum will die Hamas Krieg?“ Der Schlüsselabschnitt:

Die Hamas-Führer agieren recht rational. Regelmäßig (2006, 2008, 2012) entscheiden sie sich Krieg gegen Israel zu führen, im vollen Bewusstsein, dass sie diesen auf dem militärischen Schlachtfeld verlieren, aber in der Erwartung, dass sie auf der politischen Ebene gewinnen werden. Israelische Führungspolitiker nehmen umgekehrt an, dass sie militärisch gewinnen, aber politisch eine Niederlage einstecken werden – schlechte Presse, Resolutionen der Vereinten Nationen und so weiter.

11. September 2014: Der ägyptische Analytiker Abdel-Moneim Said nimmt dieses Thema in „Victory and defeat“ (Sieg und Niederlage) auf. Er beginnt mit der Erinnerung an seine Zeit bei einer Studentenzeitung nach dem furchtbaren ägyptischen Verlust im Sechstage-Krieg: „Zu meiner großen Überraschung stellte ich fest, dass eine ganze Menge meiner Kollegen bei dieser Zeitung glaubten, wir hätten den Krieg von 1967 gewonnen!“ Wie konnte das sein?

Die Logik sah so aus: Der Zweck der israelisch-amerikanischen Aggression bestand darin den ruhmreichen Präsidenten und das sozialistische System in Ägypten zu stürzen, da aber der Präsident immer noch an der Macht ist, nachdem das Volk ihn mit Massendemonstrationen unterstützte und seiner weisen Führung am 9. und 1. Juni und angesichts dessen, dass das sozialistische System immer noch bestand, hatte der Feind seine Ziele nicht erreicht. Also hatten wir gewonnen!“

Leider, fährt er fort, „blieb die oben beschriebene allgemeine Linie unverändert und viele arabische Revolutionskräfte nutzen sie weiterhin“. Said bietet liefert Beispiele:

Nach dem Krieg zur Befreiung von Kuwait entschied der irakische Präsident Saddam Hussein, er habe „die Mutter aller Schlachten“ gewonnen. Immerhin bestand das Ziel des Krieges darin ihn und sein Regime zu stürzen. Da er und sein Regime immer noch da waren, waren er und sein Regime siegereich [aus dem Krieg] hervorgegangen. …

Scheik Hassan Nasrallah wandte dieselbe Logik auf den Krieg zwischen dem Libanon und Israel im Sommer 2006 an. Solange er persönlich und seine Gruppe Hisbollah überlebten, konnte er uneingeschränkten Krieg geltend machen.

Selbst Präsident Bashar al-Assad glaubt, er könne sich zum Sieger erklären, bevor die Schlacht auch nur zu Ende ist. Befindet er nicht immer noch mit seiner Partei, seiner Clique und seinem Clan dort im Herzen Syriens?

Dann wendet er diese Logik auf die Kämpfe vom Juli/August 2014 zwischen der Hamas und Israel an:

Wenn eine Seite 2.100 Tote hat, tausende weitere Verletzte, ein Großteil ihrer zivilen Infrastruktur und ihre Tunnel zerstört werden und ein beträchtlicher Teil ihrer militärischen Kapazitäten dezimiert werden, weil die qualifizierten Kommandeure dafür getötet wurden, während die andere Seite 72 Tote und zwei Verwundete als Verluste hat und bei den Störungen durch Hunderte, die von Zeit zu Zeit in Bunkern Zuflucht suchen mussten, dann können die Ergebnisse des jüngsten Kriegs im Gazastreifen kaum als palästinensischer Sieg gutgeschrieben werdne. Dennoch haben Hamasführer In Übereinstimmung mit der erwähnten Logik ihren Sieg proklamiert.

Es herrscht die Meinung, dass das israelische Ziel war die Hamas zu eliminieren und das Schießen von Flugkörpern zu beenden. Daher sollten die Palästinenser, solange sowohl die Hamas als auch die Flugkörper weiter existieren, angesichts dieses dröhnenden Sieges jubeln. Natürlich zog niemand auch nur ein einziges palästinensisches Ziel in Betracht, das mit der Befreiung der besetzten Gebiete (wofür, sollte man annehmen, es Waffen, Flugkörper und Tunnel gibt) zu tun hat. Die Frage, ob die Schlacht der Befreiung auch nur eines einzigen Quadratmeters des besetzten Landes gewonnen wurde, ist nicht aufgebracht worden.

Wir feierten den Sieg, weil der Feind es nicht schaffte seine Ziele zu erreichen, wie wir sie definiert haben. Was unsere Ziele angeht, wurde es von Anfang an als selbstverständlich angesehen, dass sie nicht in unserer Gleichungen von Krieg und Frieden eingehen würden.

Nach dem Libanonkrieg 2006 – Kommentar (3): Die Voraussetzungen für die Katastrophe schaffen

Am 12. Juli überfiel ein Kommando der Hisbollah aus dem Libanon heraus eine israelische Patrouille, tötete 8 Soldaten und entführte zwei. Zur Ablenkung beschoss die Hisbollah Israel massiv mit Katjuscha-Raketen. Israel reagierte mit einem Einmarsch in den Südlibanon. Die Kämpfe dauerten etwa einen Monat, dann ließ sich die israelische Regierung von der UNO, Westeuropa und den USA zu einem Waffenstillstand überreden. Es wurde versprochen, im Südlibanon eine Schutztruppe von 15.000 UNO-Soldaten zu stationieren, die dafür sorgen sollte, dass die Hisbollah entwaffnet wird und keine Bedrohung für Israel mehr darstellt. So viel zur Vorgeschichte.

Was nach dem Beginn des Waffenstillstands geschah und wie dieser sowie die Versprechen an Israel einzuschätzen sind, dazu folgen einige Kommentare. Ich habe auch den von Charles Krauthammer übersetzt, obwohl ich denke, dass er völlig falsch liegt. Ich stelle ihn an den Anfang, weil die übrigen Texte aufzeigen, dass die bei Krauthammer beschriebenen Voraussetzungen nicht erfüllt werden – im Gegenteil: Die Erfahrungen aus diesem Krieg führen sogar dazu, dass anderer Feind Israels seine strategischen Planungen ändert.

Hier der dritte von insgesamt 5 Kommentaren zur damals aktuellen Lage:

Caroline Glick, The Jewish World Review, 1. September 2006

Am Dienstag warnte Shin Bet-Direktor Yuval Diskin vor der wachsenden Bedrohung der Sicherheit Israels, die aus dem Gazastreifen und dem nördlichen Samaria seit dem Ende des letzten Krieges ausgeht. Wenn die richtigen Schritte nicht unternommen werden, um die massiven Transfers fortschrittlicher Waffen in den Gazastreifen zu stoppen, warnte er, wird dieser sich in ein paar wenigen Jahren in einen zweiten Südlibanon verwandeln.

Im Libanon selbst schafft die Hisbollah gerade die Illusion einer Zusammenarbeit mit der libanesischen Armee im Süden, um uns alle einzuschläfern, während sie still und heimlich ihre Streitkräfte in Erwartung des iranischen Befehls, den Krieg gegen Israel wieder aufzunehmen, erneut aufbaut. Ohne Zweifel zielten die Behauptungen von Hisbollah-Häuptling Hassan Nasrallah in der letzten Woche, die Hisbollah habe nicht die Absicht eine zweite Runde zu beginnen und dass man sich nicht vorstellen konnte, dass Israel auf die Entführung von Ehud Goldwasser und Eldad Regev am 12. Juli so massiv antworten würde, darauf ab Israel zu verwirren und die Libanesen zu beruhigen. Wenigstens soweit es Israel angeht hat er sein Ziel erreicht. Premierminister Ehud Olmert und die israelischen Medien stürzten sich auf Nasrallahs Äußerungen, diese seien der Beweis, dass Israel den Krieg gewonnen habe.

Inzwischen macht die Ayatollah-Republik stetig weitere Fortschritte beim Erwerb atomarer Fähigkeiten. Die konzilianten internationalen Reaktionen auf die Ankündigung des iranischen Präsidenten Mahmud Amadinedschad am Donnerstag, der Iran lehne die Forderung des UNO-Sicherheitsrats ab, es solle alle Urananreicherungsaktivitäten gingen sogar Ahmadinedschads unverschämter Äußerung voraus. Am Mittwoch war EU-Außenpolitikchef Javier Solana schwer damit beschäftigt die Gespräche mit dem Iran wieder in Gang zu bringen.

Die UNO ihrerseits verhält sich nicht wie ein internationaler Polizist, sondern wie der Anwalt des Iran. Während seines Besuchs in Israel am Mittwoch klang UNO-Generalsekretär Kofi Annan wie ein arabischer Führer mit seinen zügellosen, anstößigen Verurteilungen Israels wegen jeder Verteidigungshandlung, die es im Gazastreifen und im Libanon unternommen hatte, auf der einen und seiner scheinbar endlosen Toleranz für die Drohungen mit dem atomaren Holocaust des Iran gegen Israel auf der anderen Seite.

Während seiner Pressekonferenz mit Olmert gestand Annan, dass aus seiner Sicht das Problem mit den Drohungen des Iran Israel auszulöschen nicht darin besteht, dass sie illegal oder moralisch unentschuldbar sind. Die Drohungen des Iran seien eher einfach deshalb falsch, weil Israel ein Mitgliedsstaat der UNO ist. In surrealistischer Ignorierung der Anstrengungen des Iran Atomwaffen zu erwerben sowie seine Oberbefehlsgewalt im jüngsten Krieg im Libanon und dem Gazastreifen sagte Annan diesen bizarren Satz: „Man kann Israel nicht mit Worten wegwischen.“

Heute steuert die Regierung Olmert-Livni-Peretz, ohne dass die israelische Öffentlichkeit das weiß, einen Kurs, der, sollte er nicht schnell verlassen werden, unser Recht auf Selbstverteidigung – und in Erweiterung unsere Unabhängigkeit – von anderen abhängig machen. Die Vermehrung der Bedrohungen der Sicherheit Israels durch die Regierung verschlimmert, die ein diplomatisches Angebot der UNO und der EU fördert, Israels Recht sich gegen die Hisbollah, die Palästinenser und den Iran zu verteidigen Stück für Stück abzubauen.

Die gegenwärtige Gefahr entstammt dem Text der Resolution 1701 des UNO-Sicherheitsrats, die die Richtlinien der Feuereinstellung im Libanon vorgab. Diese Entscheidung stellte einen beispiellosen diplomatischen Sieg der Hisbollah dar, da sie die subnationale, jihadistische, illegale Miliz mit Israel auf eine Stufe stellt.

Mehr noch: Die Resolution 1701 setzte die Bedingungen für die Verstärkung der UNIFIL-Truppen auf eine Art und Weise, die es der Hisbollah ermöglicht die Wiederaufrüstung ihrer Einheiten fortzuführen und ihre Präsenz im Südlibanon zu behalten, während Israel davon abgehalten wird sein Recht auf Selbstverteidigung gegen die wachsende Bedrohung auszuüben.

Abgesehen von der Sprache zur Rollen von UNIFIL verschreibt 1701 die Handlungsfreiheit Israels auf drei zusätzliche Weisen. Erstens nannte die Resolution Ahmadinedschads Anwalt, Kofi Annan, als Richter über die Befolgung der Resolution durch die jeweilige Seite. Annan offenbarte vor zwei Wochen, wie der diese Autorität nutzen will, als er die IDF-Stoßtrupp-Aktion in Baalbek verurteilte, während er seine Aufrufe an Israel begann, die Luft- und Seeblockade des Libanon aufzuheben und damit der Hisbollah zu ermöglichen sich nicht nur auf dem Landweg, sondern auch dem Luft- und Seeweg wiederzubewaffnen.

Zweitens ist Tatsache, dass die Entscheidung die EU zu ermächtigen die UNIFIL zu beherrschen für Israel katastrophal, obwohl Olmert und Livni laut die im Libanon zu stationierenden europäischen Truppen als wichtige diplomatische Errungenschaft Israels verfechten. Während die Europäer ihre „Liebe“ zu Israel demonstrieren, machen sie kein Geheimnis aus der Tatsache, dass ihre Entscheidung die UNIFIL zu führen, von ihrer Absicht motiviert ist Israel davon abzuhalten sich zu verteidigen.

Italiens kommunistischer Außenminister Massimo D’Alema stellte diesen Punkt in seinem Interview vom letzten Freitag mit Ha’aretz klar. Er erklärte dort, dass das Ziel der EU im Libanon sei „Israel zu beweisen, dass es seine Sicherheit durch die Politik des Friedens besser sicherstellen kann als durch Krieg“.

D’Alema beleidigte dann die USA, als er hinzufügte: „Die amerikanische Politik, die auch Israel unterstützte, schuf eine unmögliche Situation. Man dachte, dass es möglich sei die Welt über die Macht einer hegemonialen, liberalen Macht zu kontrollieren. Diese Philosophie hat schweren Schaden verursacht und nun suchen die USA nach einem logischen Ausweg.“

Mit der Stationierung der UNIFIL wollen die Europäer also zeigen, dass der einzige Weg mit Feinden zu kämpfen, die uns vernichten wollen, Appeasement und immer mehr Appeasement ist.

Die Europäer und Annan verbergen die Tatsache ebenfalls nicht, dass sie planen ihre Stationierung im Libanon als Sprungbrett zur Gewinnung größeren Einflusses auf Israel in seinem Umgang mit den Palästinensern zu nutzen. In dieser Stimmung erklärte D’Alema: „Ich denke, wenn die Dinge im Libanon gut laufen, wird auch ein gleicher positiver Prozess im Gazastreifen beginnen: die Freilassung von [Unteroffizier Gilad] Shalit, eine palästinensische Einheitsregierung, die die von der internationalen Gemeinschaft gesetzten Kriterien erfüllt, und die Anwesenheit einer UN-Streitmacht, um die palästinensische Regierung zu stärken.“

Hier schließt sich die EU offen den Kräften der radikalen, linksextremistischen israelischen Politikern, an die von Meretz-Chef Yossi Beilin angeführt werden, der seit zwei Jahren in aller Stille die Vorstellung der Internationalisierung des Konflikts voran treibt. Nachdem Israels Verhandlungen wie seine einseitige Übergabe von Land an die Palästinenser jeweils zu Krieg führten, wird gedacht, dass die Palästinenser Israel akzeptieren werden, nachdem die UNO dem jüdischen Staat die Fähigkeit geraubt hat sich zu verteidigen.

Wenn das oben Angeführte nicht ausriecht uns zu überzeugen, dass die UNIFIL-Truppen, deren Ankunft von Olmert-Livni-Peretz so sehnsüchtig erwartet wird, für Israel nichts Gutes ist, dann gibt es da noch das islamische Element der angekündigten Streitmacht. Annan wie die Europäer bestehen darauf, dass eine Streitmacht von bis zu 7.000 Soldaten aus muslimischen Ländern zur UNIFIL-Truppe gehört. Diese Soldaten werden aus Bangladesch, Indonesien, Malaysia und der Türkei kommen. All diese Länder werden allgemein als „moderate muslimische Länder“ bezeichnet. Diese Beschreibung muss hinterfragt werden.

Ein Koalitionsmitglied der Regierung Bangladeschs ist die jihadistische Partei Jamaat-e-Islami. Ihre Studentenaktivisten verschickten vor kurzem Todesdrohungen an zwei prominente Intellektuelle, weil die die Jugend des Landes die Werte des Säkularismus, der Demokratie und der Wissenschaften lehrten.

Außerdem wurde im November 2003 der bengalische Journalist Salah Uddin Shoaib Choudhury verhaftet, als er darauf wartete ein Flugzeug nach Bangkok zu besteigen, um dann nach Tel Aviv weiterzufliegen. Choudhary, der in Israel an einer Konferenz darüber teilnehmen sollte, wie die Medien zum Frieden betragen könnten, wurde Volksverhetzung und Spionage für Israel vorgeworfen. In den 17 Monaten seiner Einkerkerung wurde er wiederholt gefoltert. Bangladesch will 2.000 Soldaten in den Libanon schicken.

Dann gibt es Indonesien, den größten muslimischen Staat. Als Strafe für die Aufhetzung zu den Terror-Bombenanschlägen in Bali 2002, durch die 202 Menschen getötet wurden, verurteilte die nicht allzu unabhängige indonesische Justiz Jemaah Islamiyah-Führer Abu Bakar Bashir zu 30 Monaten Gefängnis, von denen die letzten fünf im Juni ausgesetzt wurden.

Im Mai wurde Ahmadinedschad bei seinem Besuch in Jakarta von jubelnden Massen empfangen. In einem Interview mit dem Wall Street Journal vom Dienstag (29. August) sagte der indonesische Verteidigungsminister Juwono Dudarsono, dass er glaube, der beste Weg den Libanon sicher zu machen sei die Hisbollah-Truppen in der libanesischen Armee aufgehen zu lassen.

Als der Krieg im Libanon tobte, rief die malaysische Regierung alle Nationen der Welt auf ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel zu kappen. Diese Woche sagten malaysische Offizielle, es gebe keine Rechtfertigung dafür, dass der Westen gegen das Atomprogramm des Iran sei.

Unter allen muslimischen Ländern, die planen Soldaten zu UNIFIL beizusteuern, ist die Türkei das einzige, das diplomatische Beziehungen zu Israel hat. Die Folge ist, dass ihre Soldaten bis jetzt die einzigen sind, die die Regierung Olmert-Livni-Peretz bereit ist, im Libanon eingesetzt zu sehen. Vor zwei Wochen sagte Olmert bei einem Besuch des türkischen Außenministers Abdullah Gul: „Die Türkei spielt eine wichtige Rolle im Nahen Osten und wird das weiter tun.“ Er fügte hinzu: „Israel hat Vertrauen zur Türkei.“

Während es bis zur Bildung der islamistischen Regierung der AKP 2002 Sinn machte, dass israelische Premierminister solche Dinge sagten, sind solche Äußerungen heute nicht gerechtfertigt. In den letzten Jahren hat sich die Türkei von einem festen Verbündeten der USA und Israels zu einem der offenstens antiamerikanischen und antisemitischen Staaten der Welt gewandelt. Überdies hat die Türkei große Anstrengungen unternommen, ihre Beziehungen zur arabischen Welt und dem Iran zu verbessern.

Im Verlauf des Krieges entdeckte der IDF-Militärgeheimdienst, dass der Iran Waffen für die Hisbollah durch die Türkei transportierte. Nach dem Wahlsieg der Hamas im Januar war der türkische Premierminister Recip Erdogan der erste internationale Führungspolitiker, der bei einem offiziellen Besuch Gastgeber für die Terrorführer der Hamas war. Während des Krieges kündigte Erdogan Unterstützung für die Hisbollah an und erklärte: „Niemand sollte von uns erwarten neutral und unparteiisch zu sein.“

Aus all dem wird offensichtlich, dass die Beteiligung muslimischer Armeen in der UNIFIL-Truppe – selbst, wenn sie nur aus der Türkei kommen – leicht zu einer Lage führen kann, in der die IDF sich in einem Kampf gegen UNO-Truppen wieder findet. Alternativ, so wie es die UNO und die EU voraussehen und eingeschüchtert von der „internationalen Gemeinschaft“, könnte die Regierung Olmert-Livni-peretz einfach Israels Recht auf Selbstverteidigung angesichts der wachsenden Bedrohung durch die Hisbollah, die Palästinenser und den Iran aufgeben.

Was Amerika angeht, so zeigt die Regierung Bush, wie die Regierung Olmert-Livni-Peretz, akute Zeichen eines Politik-Zusammenbruchs. In einem unerklärlichen Zug gab das Außenministerium dem früheren iranischen Präsidenten Mohammed Khatami ein Visum. Obszönerweise ist der ehemalige Führer und Regime-Presseagent eingeladen worden in der National Cathedral in Washington D.C. eine Rede zu halten.

Wie sie das zu Beginn des Krieges im Libanon machte, hat die Regierung Olmert-Livni-Peretz die richtigen Ziele für das Management des Waffenstillstands gesetzt. Aber wie es während des Krieges ebenfalls getan hat, hat sie alle möglichen Schritte unternommen um sicherzustellen, dass diese Ziele nicht erreicht werden.

Gegenwärtig hofft die Troika, dass Israel über die UNIFIL eine Koalition gegen die Hisbollah zusammenschustern wird, während sie in Wirklichkeit die Formierung einer Koalition erleichtert, die die Hisbollah vor Israel schützen wird. Sie haben darin versagt anzuerkennen, dass Israel für die Sicherstellung der nationalen Sicherheitsinteressen nicht verhandeln, sondern handeln muss. Der einzige Grund, dass die EU und die UNO sich wohl damit fühlen Israel herumzukommandieren, ist der, dass die Regierung Olmert-Livni-Peretz ihnen gehorcht.

Das muss so nicht sein. Kein Land der Welt lässt sich von Außenstehenden seine Politik zu grundlegenden Fragen der nationalen Sicherheit diktieren. Israel darf nicht das erste sein, das dies tut.

Stärkung des Jihad: Der tödliche Mythos einer „Grundursache“

Phyllis Chesler, The New York Post, 26. Februar 2015

Berichte, dass “Jihadi John”, der Erzähler mit dem britischen Akzent in den ISIS-Snuff-Videos, Mohammed Emwazi ist – ein gebildeter junger Mann mit Mittelklasse-Hintergrund – sollte dem Vorwand den letzten Sargnagel verpassen, dass Armut und mangelnde Bildung und Chancen islamistischen Hass schüren.

Diese unangebrachte Vorstellung scheint Politik der Obama-Administration zu sein. Marie Harf, stellvertretende Sprecherin des US-Außenministeriums, sagte vor kurzem:

„Wir können diesen Krieg nicht gewinnen, indem wir [Jihadisten] töten. Wir müssen die Grundursachen angreifen, die Menschen dazu bringen sich diesen Gruppen anzuschließen, ob das nun mangelnde Chancen auf Arbeit sind… Wir können mit Ländern rund um die Welt zusammenarbeiten, um ihre Staatsführung zu verbessern helfen. Wir können ihnen helfen ihre Wirtschaften aufzubauen, damit sie Jobchancen für diese Menschen haben können.“

Natürlich sind Nachrichten über „Jihadi John“ nur die jüngsten Beweise des Gegenteils. Diese Terroristen sind oft gut ausgebildet und sogar reich. Osama bin Laden war es allemal.

Viele islamistischen Terroristen sind Ärzte: Major Nidal Hassan (der Schütze von Ft. Hood) und Al-Qaidas aktueller Führer Ayman al-Zawahiri.

„Lady Al-Qaida“ Aafia Siddiqui (die Terroristin, für die ISIS James Foley, dann Steven Setloff eintauschen wollte) war eine Wissenschaftlerin.

Mohammed Atta, der Anführer der 9/11-Truppe, war Ingenieur und Sohn einer soliden Mittelklasse-Familie. Ein weiterer Ingenieur: Umar Farouk Abdulmutallab, der Unterhosen-Bomber, ist der Sohn eines reichen nigerianischen Geschäftsmanns.

William A. Wulf, ehemaliger Präsident der National Academy of Engineering, stellte fest: „In den Reihen der gefangenen und geständigen Terroristen sind Ingenieure und Ingenierstudenten erheblich überrepräsentiert.“

Dr. Marc Sageman, ein ehemaliger CIA-Beamter mit Doktortitel der New York University sowie seinem Abschluss in Medizin ist Autor der bahnbrechenden Studie „Understanding Terror Networks“ (Terrornetzwerke verstehen) aus dem Jahr 2003. Diese stellte fest: „Zwei Drittel der Mitglieder von Al-Qaida hatten eine Universitäts-Ausbildung“, und: „Die riesige Mehrheit der Terroristen kam aus solidem Mittelklasse-Hintergrund; ihre Führung stammt aus der oberen Mittelklasse. Sie kamen aus fürsorglichen, intakten Familien.“

Für die islamistischen Schrecken Armut verantwortlich zu machen verschleiert das wahre Problem nur: Jihadisten sind von einer Ideologie getrieben – einer Ideologie, die sich nach einem mythischen Kalifat sehnt, das von der strengsten Version des Scharia-Rechts bestimmt wird.

2002 stellten Alan Kreuger und Jitka Maleckova in einem Arbeitspapier für das National Bureau of Economic Research fest: „Armut und niedrige Bildung verursachen Terrorismus nicht.“ In der Tat ist „jede Verbindung zwischen Armut, Bileung und Terrorismus indirekt, kompliziert und vermutlich ziemlich schwach… Statt Terrorismus las direkte Reaktion auf schwache Marktchancen und Ignoranz zu betrachten, schlagen wir vor, dass er genauer als Reaktion auf politische Umstände und lange bestehende Gefühle (eingebildet oder real) der Demütigung und Frustration betrachtet werden sollte, die wenig mit der Wirtschaft zu tun haben.“

Was uns zu der Art bringt, wie Präsident Obama und andere Teil des Problems sind.

Die linken westlichen Eliten, die den Glauben stärkten, dass Muslime und Araber verfolgt worden sind, dass Profile erstellt wurden, dass sie ausspioniert wurden, dass sie diskriminiert wurden usw. verstärken das Ressentiment an der Wurzel des radikalen Jihad.

Das ist nur die neue Version eines lange bestehenden Problems der Linken.

In „The Tears of the White Man: Compassion as Contempt” (Die Tränen des Weißen Mannes: Mitgefühl als Geringschätzung) und „The Tyranny of Guilt: An Essay on Western Masochism” (deutscher Titel: Der Schuldkomplex: Vom Nutzen und Nachteil der Geschichte für Europa) merkt Pascal Bruckner an, dass westliche Linke ihre Romane mit dem totalitären Kommunismus in einen gefährlichen Flirt mit den Kämpfen der Dritten Welt verwandelten. Wahnvorstellungen von Solidarität und Mitgefühl mit „den Verdammten der Erde“, vermerkt er, stärken antiwestlichen, antisemitischen und antikolonialen Hass.

Finanziell sicher gestellte Linke betreiben „pseudorevolutionäres Posieren“ und „politische Schauspielerei“, die Frauen, Ungläubige, Dissidenten und Apostaten opfert. Westliche Eliten sehen sich selbst als Antirassisten, die eine bessere Welt herbeiführen. Was für ein Jammer, dass sie das nie zu Ende denken: Nieder mit dem Bösen Reich des Westens – hoch mit dem … sogar noch böseren Islamistischen Reich?

Begriffsstutzer

Sie feiern sich selbst, selbstgerecht und im Namen der Menschlichkeit. Sie brüllen Stichworte durch die Gegend, die hinten und vorne nicht stimmen, sich aber gut machen als Diskreditierungswerkzeug für Andersdenkende. Sie behaupten im Namen der Freiheit zu sprechen, schreiben, malen, singen, brüllen und durchaus auch mal schlagen und merken nicht und wollen nicht wahr haben, dass sie ihren angeblichen Zielen völlig konträr agieren.

Wir kennen sie, Polit-Möllemänner, die Superkünstler mit Rechtschreib- und Grammatikschwächen, die Freidenker gegen freies Denken und Ersatztheologie-Theologen und die neuhistorischen Historiker, die allesamt Bedrohungen nur in Verteidigung der Freiheit dessen sehen, was ihnen ihr Leben, Denken, ihre Politik ermöglicht.

Allen gemeinsam ist, dass historische Fakten keine Rolle spielen. Denn obwohl es objektive Fakten gibt, werden diese geleugnet und durch emotionalisierte Behauptungen ersetzt, die ins israelfeindliche Konzept passen. Am schwerwiegendsten ist das bei den „Neuen Historikern“ – ausgerechnet in Israel! Angeführt ursprünglich von Benny Morris, der sich inzwischen in Teilen von seinem Tun und dem seiner Gesinnungsgenossen distanziert, stellten sie ihr Fachgebiet auf den Kopf, warfen alle fachspezifischen Prinzipien über Bord und erklärten historisch objektive Fakten für irrelevant. Echte Geschichte sei das, was heute über z. B. den Unabhängigkeitskrieg Israels erzählt würde; natürlich nicht von Israelis (abgesehen von passenden Wichtigtuern des Schlages Uri Avnery), sondern rein aus der Perspektive der palästinensischen „Flüchtlinge“. Realität ist, wie diese heute die Geschehnisse von damals sehen – nach 50 Jahren Leben in „Flüchtlingslagern“, Diskriminierung durch ihre „arabischen Brüder“ und arabisch-antisemitischer Propaganda. Wenn man ihr heutiges Reden mit dem vergleicht, was sie in den Jahren nach der Flucht von sich gegeben haben, wird das ganze Ausmaß des neuhistorischen Wahns erkennbar; denn es gab eine Zeit, in der die „palästinensischen“ Flüchtlinge sehr wohl wussten, wer die Schuld an ihrem Schicksal trägt. Muss jetzt davon ausgegangen werden, dass Geschichte im Nachhinein veränderbar ist und dadurch Falsches zu Richtigem und umgekehrt wird? Nichts anderes legen die „Neuen Historiker“ nahe, die heute den Staat Israel zu einem historischen Unrechtsstaat erklären. Wie genau sie es mit der Wahrheit nehmen und wes Geistes Kind sie sind, zeigt Professor Pappnase Ilan von der Universität Haifa, der sich aufregt, dass einem seiner Schützlinge per Gerichtsbeschluss ein akademischer Titel wieder entzogen wurde, weil er in seiner Arbeit nicht nur historische Fakten für unhistorisch erklärte (was im Rahmen der akademischen wie der Meinungsfreiheit noch völlig legitim wäre), sondern die Transkription von Interviews mit arabischen Flüchtlingen zusätzlich fälschte, um das zu bekommen, was er haben wollte, diese ihm aber nicht hatten liefern können: wie grausam und massenmörderisch und verbrecherisch alles war, was die Israelis in ihrem Kampf gegen die Vernichtung durch die arabischen Armeen alles bis ausschließlich getan haben sollten.

Solche Unwissenschaft ist Wasser auf die Mühlen derer, die moderne Legendenbildung vom Westen her betreiben. Da wird von „Ureinwohnern“ (vom Konzept her als „edle Wilde“ anzusehen, die als Primitive nichts Böses kannten bzw. kennen) ausgegangen, die von den Juden enteignet und vertrieben wurden. Weltweite Legitimierung bekam diese Legende spätestens beim Besuch von Bill Clinton im Nahen Osten, bei dem er verkündete, die Israelis hätten vergessen und müssten sich wieder erinnern und anerkennen, dass in dem Land, das sie in Besitz nahmen, schon Leute waren. Das haben die Israelis nie vergessen; sie haben ihnen ihr Land nicht weggenommen. Und was die „Ureinwohner“ angeht, so hat Joan Peters in ihrer Studie „From Time Immemorial“ wie niemand sonst sich die Arbeit gemacht, die Abläufe in „Palästina“ von zu Ende gehenden ottomanischen Herrschaft über die Zeit des britischen Völkerbund-Mandats und die Gründung Israels bis über das Ende des dritten Viertels des 20. Jahrhunderts hinaus anhand des Studiums von Originalquellen zu erschließen. (Also genau das, was die historischen Pappnasen zu tun ablehnen!) Sie stellte fest, dass die arabisch-muslimische Bevölkerung einer ständigen, massiven Fluktuation unterlag – die heutigen „Palästinenser“ zu einem unerheblichen Teil erst in den 20-er und 30-er Jahren illegal und von den Briten ungehindert ins Mandatsgebiet einwanderten. Ihrer Studie hatte sie eigentlich begonnen um nachzuweisen, welches Unrecht den Palästinensern getan wurde, von den Engländern, von den Israelis und vielleicht ein bisschen von den Arabern – und kam zu dem Ergebnis, dass die Juden/Israelis die Opfer sind. Das Buch wird verrissen, Peters verunglimpft und mit Kübeln von Dreck beworfen – nur Fakten bringen die Herrschaften gegen sie nicht ins Feld.

Womit wir beim nächsten Punkt der gängigen Behandlung des Nahost-Konflikts durch die Schlagwort-Rezitierer angelangt sind: Fakten. Eine ehrliche Diskussion würde sich auf die Fakten konzentrieren und die möglichen unterschiedlichen Interpretationen zur Diskussion stellen – hier die Vertreter der pro-israelischen Seite, dort die der antiisraelischen. Und man könnte sich entscheiden, welche Seite die besseren Argumente hat, die Fakten richtiger darstellt und ihre Sache überzeugender vertritt. Das wird aber nicht zugelassen. Die pro-palästinensische Seite geht auf Fakten und Argumente nicht ein. Und wenn man einen jüdischen Historiker hat, der gegen Israel zu Felde zieht, dann braucht man keine Fakten mehr. Benny Morris hat ja „nachgewiesen“, was man glauben will. Damit wird Fiktion zum Fakt und wer etwas anderes sagt, der ist ein Rassist.

Richtig putzig wird es dann, wenn diese Mischpoche ausgerechnet behauptet für die Rede- und Meinungsfreiheit einzutreten; natürlich kombiniert mit der Behauptung, die Verteidiger der israelischen Position wollten genau das Gegenteil. Letzteres gehört spätestens seit Fallschirm-Mölle zum Standard-Repertoire der Palli-Kumpels. Der hatte den Nerv zu behaupten, es sei nicht erlaubt Israel zu kritisieren. Diesen Unsinn machte er salonfähig und er ist das heutige Mantra aller ihre antisemitische Grundzüge leugnenden Palästina-Aktivisten, gerade erst wieder für den Chef der (bundes-)deutschen Freidenker dokumentiert. Dass die Tatsache, dass sie diese Meinung „ungestraft“ äußern können, schon der Beweis des Gegenteils ihrer Behauptung ist, fällt diesen Gurken nicht einmal auf! Dass sie andererseits jeden öffentlichen Auftritt eines ihnen nicht genehmen Menschen verhindern wollen spricht aus ihrer Sicht FÜR (!) die Meinungsfreiheit. Das erinnert mich an die Aussage eines meiner Oberstufenlehrer, der nach einem Schulstreich über unseren Schulleiter sagte: „Der Herr XXX kann Spaß vertragen, aber DAS geht zu weit!“ – und das nach jedem Spaß (oder manchmal auch „Spaß“) sagen konnte, der in der Schule getrieben wurde. Anderen den Mund zu verbieten und damit für die Meinungsfreiheit einzutreten, das kann nur jemand, der ein ganz besonderes Monopol auf die Wahrheit hat. Wobei es DIE Wahrheit ja nach seiner Auffassung auch nicht gibt – aber die Wahrheiten der Israel-Aktivisten dürfen keine solchen sein. Und mit Begriffen wie Rassisten, Völkermord-Befürworter und anderen Nettigkeiten betitelt, die alle darauf abzielen, sie zu Verbrechern zu machen.

Was ja vom Vokabular her ganz neue Dimensionen eröffnet. Da ein nicht geringer Anteil der für Israel eintretenden Personen auch den Islam in seiner terroristischen Ausprägung für gefährlich hält, wird das gerne als Beleg für die Diskriminierung von Muslimen und weil das von der Härte noch nicht ausreicht als gegen diese gerichteten Rassismus angeführt. Rassismus ist ein viel besseres Totschlag-Argument, denn dann gibt es unzählige Möglichkeiten für noch so weit hergeholte Vergleiche. Da werden die Israelis – und mit ihnen die, die für sie eintreten – zu den neuen Buren und Nazis und übertreffen gleich noch alles, was diese je getrieben haben. Das Perfide daran ist, dass sie weder Gaskammern noch Homelands dafür brauchen, die schaffen das ohne!

Wie man allerdings Rassismus gegen eine Religion verüben kann, ist eine begriffliche Überdrehung, die kein Wörterbuch mitmacht. Richtet sich doch der Begriff „Rasse“ an unterschiedliches Aussehen und unterschiedliche ethnische Herkunft, die nichts mit der Religion zu tun hat. Außer vielleicht – und da kommt das wahre Gesicht der fröhlichen Begriffsstutzer zum Tragen – bei den Juden. Die sind ja per Definition (von außen, nicht ihrer eigenen!) immer schon eine Ethnie gewesen, die sich von allen anderen absetzte, sich für etwas Besseres hielt und hält und sich andere Ethnien zunutze machen und nach ihrer Pfeife springen lassen will. Dass heute Israelis aller Hautfarben-Schattierungen zu finden sind, dass sie Juden, Muslime, Christen, Bahai, Agnostiker und was sonst alles sind, dass innerhalb des Judentums Menschen aus Europa und dem arabischen Raum genauso vertreten sind wie solche von Ostasien bis Schwarzafrika, das ficht die „Rassismus“-Brüller nicht an. Auch nicht, dass mit dieser Art von Argumentation eigentlich nichts anderes geschieht, als einen eigenen Rassismus zu offenbaren, der sich gegen die Juden richtet; zumindest die in Israel, aber ganz schnell auch gegen die darüber hinaus, wenn die nicht noch schlimmer gegen Israel hetzen als unsere „Verteidiger“ der demokratischen Freiheit und Rechte. Rassismus gegen Muslime geht nicht – es ginge gegen Türken, Araber, Inder, Iraner, Amerikaner, Deutsche, Russen, was weiß ich.

Eine Religion ist keine Rasse. Das begreifen die Begriffsstutzer nicht. Sie definieren sich ihre Schlagworte so um, wie sie sie propagandistisch brauchen können. Und werfen sie mit einer Vehemenz und einem Hass den anders Denkenden entgegen, die Ihresgleichen suchen. So werden dann aus friedlichen Demonstranten, die für das Existenzrecht Israels und gegen seine Vernichtung durch arabische und muslimische Terroristen und ihre Hintermänner schon „Mörder“ – so wurden wir jedenfalls von „Frieden für Palästina“-Gegendemonstranten beschimpft, als wir im letzen Sommer schweigend durch Köln zogen. Da brachten rund 50 Leute es fertig den Verkehrslärm zu übertönen und auch sonst jede Geräuschkulisse unhörbar zu machen, nur mit diesem einen Wort, das über eine Viertelstunde gebrüllt wurde, dass man Angst um die Stimmbänder der Schreihälse haben musste. Dass von den Demonstranten nur ein sehr geringer Teil je eine Waffe in der Hand gehalten hat – und das wahrscheinlich Umständebedingt im Wehrdienst in der Bundeswehr – spielt da keine Rolle. Wer für etwas eintritt, was den Hanseln nicht passt, bekommt schon einen passenden Titel verpasst, ob der nun wörterbuchdefinitorisch passt oder nicht. Der Meinung zu sein, dass Juden sich nicht einfach abschlachten lassen sollen, ist spätestens seit dem Sommer 2006 Mord.

Angesichts der Verdrehtheit der Behauptungen dieser Verständnisbringer der Terroristen muss man sich fragen, was in ihnen vorgeht. Da sie standfest behaupten, diejenigen, die ihrer Meinung widersprechen, würden im Stile eines McCarthy Andersdenkende verfolgen und mundtot machen, Rassismus betreiben, Schwächere terrorisieren, einen Terrorstaat rechtfertigen und Völkermord befürworten, während in Wirklichkeit ihr ganzes Reden und Handeln zeigt, dass sie es sind, die all das tun und befürworten; und da sie durch kein Argument und kein Wort davon abbringen kann, dass das so ist; kann man davon ausgehen, dass sie den ganzen Müll wirklich und ehrlich glauben. Eine Auseinandersetzung mit ihnen ist so sinnlos wie dem Ayatollah im Iran zu sagen, dass Jesus kein Prophet des Islam war oder einem Nazi, dass es keine Herrenrasse gibt. Das ist eine religiöse Inbrunst, die selten zu finden ist. Und im Gegensatz zu vielen Begriffsverdrehern der Bolschewisten dämmert es ihnen nicht einmal, dass sie vielleicht doch irgendwo nicht Recht haben könnten. Sie sind absolut faktenresistent und je mehr man ihnen ihre Fehler aufzeigt, desto heftiger glauben sie, dass stimmt, was sie meinen.

Man kann nur hoffen, dass es noch viele gibt, die dem noch nicht verfallen sind. Um solche Leute nicht den pöbelnden Begriffsstutzern in die Arme laufen zu lassen, müssen wir weiter Fakten aufzählen, Lügen richtig stellen und Eddioten als solche aufzeigen. Egal, ob sie zur akademischen Elite gehören wie die Kasselaner Universitäts-Friedensbewegten, zur politischen wie Möllemann oder Lafontaine, zur außerakademischen geistigen oder was sich dafür hält wie ein portalbetreibender Superkünstler oder ein die Feder schwingender Schnurrbartträger, zur journalistischen wie die Supermänner und –frauen der taz oder mit einem Namen hausieren gehen, für den sie nichts können, den sie aber weidlich für ihre gehässigen Feldzüge benutzen wie die Berufstochter eines ehemaligen Vorsitzenden des ZdJ. Bei solchen Aufzählungen fragt man sich, welche Bedeutung bzw. Stutzung eigentlich der Begriff der „Elite“ bekommen hat und ob man einer Elite angehören mag.