Türken glorifizieren osmanische Piraten: Eine Debatte

Waren Berber-Korsaren „Vergewaltiger und Terroristen“ oder machten sie einfach das, was jeder andere auch tat?

Raymond Ibrahim, FrontPage Mag, 24. Januar 2022

Raymond Ibrahim, Judith Friedman Rosen Fellow beim Middle East Forum, schrieb vor kurzem einen Artikel über die türkische Fernsehserie Barbaros: Schwert des Mittelmeers; er bezog eine hitzige Antwort von Ahmed N. Taspinar. Diese folgt unten, gefolgt von Ibrahims Zurückweisung.

Taspinars Reaktion auf Ibrahim

Der Artikel von Herrn Ibrahim, der die vier Barbarossa-Brüder als Terroristen und Vergewaltiger bezeichnet, kam gerade in meinen Posteingang. Ich betrachte ihn als nur einen weiteren hinterhältigen Versuch den Türken und Muslimen Dinge vorzuwerfen, die vor 500 Jahren passierten, in einer Zeit, in der Piraterie, Mord und Plünderung auch gern auf der Tagesordnung vieler respektabler christlicher Seeleute und Soldaten stand.

Es war ein Zeitalter der Eroberungen, die wirtschaftlichen Reichtum für die Starken auf Kosten der schwachen und wohlhabenderen Völker boten. Das kollektive Gewissen, das unsere globalen Beziehungen und unser Mitgefühl heute beherrscht, galt damals nicht. Dem Sieger gehörte die Beute und Sieger kamen aus beiden Religionen.

Die Brüder Barbarossa waren die Söhne eines osmanischen Kommandeurs in der Armee, die auf der Insel Lesbos eindrang und einer lokalen jungen Griechin, die den Kommandeur heiratete. Sie alle hatten rote Bärte, daher der Name Barbarossa. Ihre Namen waren Ischack (Isaak), Oruc, Hizir und Ilyas (Elias). Oruc führte seine zwei jüngeren Brüder in die Piraterie, einem anerkannten, wenn nicht gar völlig legitimen Projekt in Homers „gefährlichem Meer“, der Ägais. Sie konzentrierten sich auf christliche Schiffe, so wie die christlichen Piraten gegen muslimische Schiffe agierten.

Die Brüder bauten eine Flotte auf, zu der einige christliche Griechen gehörten; das war die Art, wie man in der Ägäis in dieser Zeit seinen Lebensunterhalt verdiente. Der Ort, wo ich auf der asiatischen Seite Istanbuls aufwuchs, hieß Kalamis, ein griechischer Name, mit einer griechisch-orthodoxen Kirche, die heute immer noch steht. Sie wurde von einem griechischen Besatzungsmitglied der Barbarossa-Piraten gebaut; er baute sie wahrscheinlich als Buße für seine Sünden an seinen Mitchristen.

Die Brüder Barbarossa wuchsen mit Einfluss und Macht auf und marschierten in Nordafrika ein, um ihren unabhängigen Staat aufzubauen. Oruc und Ilyas wurden in einer Schlacht mit den Spaniern getötet, aber Hizir überlebte und wurde noch mächtiger; er setzte die Segel und fuhr mit dutzenden Schiffen nach Konstantinopel, um seine Flotte und seinen Besitz dem osmanischen Sultan Suleiman dem Prächtigen vorzuführen, der das damals mächtigste Imperium führte. Suleiman nahm das Geschenk an und machte Hizir zum Großadmiral der osmanischen Flotte, die 250 Jahre lang das östliche Mittelmeer beherrschte.

Damals war Plünderung eine Art seinen Lebensunterhalt zu verdienen, aber Vergewaltigung und Terrorismus sind unverdiente Anschuldigungen, die einzusetzen Herr Ibrahim sich entschlossen hat, um seinem Artikel etwas Farbe zu verleihen.

Ahmet N. Taspinar
Istanbul (Türkei) und Oakland (Kalifornien)

Ibrahims Antwort auf Taspinar

In seiner Antwort auf meinen aktuellen Artikel baut Ahmet N. Taspinar ein Strohpferd auf und versucht es zu zerlegen, das ich nie aber geritten habe. Mein Artikel kritisierte die Tatsache, dass die heutigen Türken – bis hinaus zu ihrem Präsidenten – dazu tendieren muslimische „Helden“ der Vergangenheit zu feiern, deren Anspruch auf Berühmtheit um ihre jihadistischen (heißt: nicht provozierten, terroristischen) Angriffe auf Nichtmuslime – Ungläubige – kreist.

Stattdessen geht Taspinar vor, als ginge es bei meinen Argumenten um die Verurteilung der muslimischen Helden der Geschichte selbst, in diesem Fall die Brüder Barbarossa, berüchtigte Piraten, die die europäische Küste terrorisierten. Damit ignoriert er nicht nur meinen eigentlichen Punkt – dass die modernen Türken diese Piraten zu Helden machen – sondern, was schlimmer ist, er versäumt es sein eigenes Strohpferd zu zerlegen.

Taspinar behauptet, dass Piraterie „ein akzeptiertes, wenn nicht gar komplett legitimes Projekt in Homers gefährlichem Meer, der Ägäis, war. Sie konzentrierten sich auf christliche Schiffe, genauso wie die christlichen Piraten gegen muslimische Schiffe agierten.“ In der Tat „stand Piraterie, Mord und Plünderung sehr auf der Tagesordnung vieler respektierter christlicher Seeleute und auch Soldaten“.

Es war also ein „Wie du mir, so ich dir“, an dem offenbar alle teilnahmen. Dennoch versäumt es Taspinar zu erwähnen, worum es in dem Konflikt ging: Türken und ihre muslimischen Verbündeten versuchten zu tun, was Muslime seit Beginn des Islam taten – plündern, erobern und schließlich in nichtmuslimisches Gebiet expandieren, in diesem Fall über Land in den Balkan und gegen die europäischen Küsten über See; und die Christen versuchten sich zu verteidigen, auch indem Feuer mit Feuer bekämpft wurde.

Mit anderen Worten: Das gesamte Phänomen der christlichen Korsaren, die gegen Muslime vorgingen – eine Beschäftigung, die sich in erster Linie, wenn nicht ausschließlich, auf die auf Malta stationierten Ritter des Heiligen Johannes (Malteser) beschränkte – war Vergeltung. So erklärt der Historiker Robert C. Davis in seinem Buch Christian Slaves, Muslim Masters, dass Versklavung rund ums Mittelmeer „ein vorwiegend muslimisches Phänomen“ war.

Bedenken Sie alleine schon die Zahlen. Laut Piracy and Law in the Ottoman Mediterranean von Joshua M. White, „passierten im Verlauf des 17. und 18. Jahrhundert mindestens 35.000 bis 40.000 [muslimische] Sklaven Malta.“ Vergleichen Sie das mit Davis‘ Statistiken für ungefähr den gleichen Zeitraum: „Von 1530 bis 1780 gab es mit großer Gewissheit eine Million, vermutlich bis zu eineinviertel Millionen europäische Christen, die von Muslimen der Berberküste versklavt wurden.“

Auf Grundlage dieser Zahlen – ohne die vielen Millionen Sklaven, die direkt in osmanisches Territorium geschickt oder von Tataren versklavt wurden – wurden tagtäglich für jeden Muslim ungefähr 30 Christen versklavt. Nicht ganz das „Wie du mir, so ich dir“, das Taspinar andeuten wollte. Die Christen waren eindeutig nicht so versiert in der Piraterie wie ihre islamischen Gegenüber.

„Plünderung war damals die Art seinen Lebensunterhalt zu verdienen“, fährt Taspinar in seinem zielstrebigen Versuch Piraterie zu normalisieren und zu verallgemeinern fort, bevor er hinzufügt: „Aber Vergewaltigung und Terrorismus sind unverdiente Anschuldigungen, die einzusetzen Herr Ibrahim sich entschlossen hat, um seinem Artikel etwas Farbe zu verleihen.“ Leider weiß ich nicht, wie sonst ich die Jahrhunderte Überfälle und Niederbrennen christlicher Küsten, das sadistische Verstümmeln und Massakrieren der Männer durch Muslime prägnant beschreiben soll, für das die Brüder Barbarossa berüchtigt waren, bevor sie sich mit den Frauen und Kindern der Getöteten davonmachten, außer als „Vergewaltigung und Terrorismus“.

Aber zurück zum dem Argument meines ursprünglichen Artikels, der nicht darin bestand muslimische Piraten für etwas zu kritisieren, das historisch ohnegleichen war, sondern dass ihre modernen türkischen Fans sie für ihre Beutezüge feiern. Das scheint Taspinar zu leugnen, wenn er schreibt: „Das kollektive Gewissen, das unsere globalen Beziehungen und unser Mitgefühl heute beherrscht, galt damals nicht.“

Darauf antworte ich (oder eher: Ich bekräftige): Wenn die Türken heute von einem „kollektiven Gewissen“ beherrscht werden, das „heute in unseren globalen Beziehungen und unserem Mitgefühl“ wurzelt, warum feiern sie dann immer noch Terroristen, Sklavenhändler und Vergewaltiger – alles Männer, die ihre verkommenen Aktivitäten im Namen der Religion rechtfertigten?

„Ein Stück Fleisch“: Wie manche muslimischen Männer weiße Frauen sehen

Raymond Ibrahim, 20.Dezember 2019 (FrontPage Magazine)

Ein britisches Mädchen wurde zwischen muslimischen Männern „wie ein Stück Fleisch herumgereicht“, die es missbrauchten und vergewaltigten als es im Alter von 12 bis 14 Jahren war, hörte ein Gericht Anfang des Monats. Ihre Probleme begannen, nachdem sie sich mit einem jungen muslimischen Mann anfreundete, der sie nicht lange später „zwang an anderen [und älteren] Männern sexuelle Handlungen vorzunehmen“, und dafür Geld erhielt. Als sie sich weigerte, bedrohte er sie und ihre Familie mit Mord und Vernichtung. Als sie jetzt als Erwachsene sprach, erklärte die Frau, dass sie schließlich „nicht mehr zählen konnte, mit wie vielen Männern ich in den zwei Jahren Hölle gezwungen wurde Sex zu haben“, während denen sie oft daran dachte Selbstmord zu begehen. Unter anderem hörte das Gericht, wie das junge „Mädchen auf einer dreckigen Matratze über einem Imbiss vergewaltigt und gezwungen wurde [oralen] Sex auf einem Kirchhof auszuüben“ und wie einer, der sie missbrauchte, hinterher „als Akt der Erniedrigung auf sie urinierte“.

Ihre Erfahrungen ähneln zwar denen vieler britischer Mädchen ähneln, aber dass sie „wie ein Stück Fleisch herumgereicht wurde“ ist eine Erinnerung an die Erfahrungen einer weiteren britischen Frau, die unter dem Pseudonym Kate Elysia bekannt ist. Die muslimischen Männer, auf die sie traf, „machten mich glauben, ich sei nichts als eine Schlampe, eine weiße Hure“, sagte sie. „Sie behandelten mich wie eine Aussätzige, außer wenn sie Sex von mir wollten. Ich war für sie weniger als menschlich, ich war Müll.“

Was erklärt diese anhaltende Ausnutzung europäischer Frauen durch muslimische Männer – die weit über das Vereinte Königreich hinaus existiert und in Deutschland, Schweden und andernorts zu einer Epidemie geworden ist? Die Antwort beginnt mit der Erkenntnis, dass, obwohl diese schmutzigen Berichte regelmäßig als die Taten von „Kriminellen“ abgetan werden, sie tatsächlich fast vierzehn Jahrhunderte muslimischer Sichtweisen zu und Umgang mit europäischen Frauen spiegeln.

Erst einmal werden muslimische Männer schon lange obsessiv von blonden Frauen der europäischen Variante angezogen. Das geht, wie alles Islamische, auf ihre Propheten Mohammed zurück. Um seine Männer für den Krieg gegen die Byzantiner zu verleiten – die als die nächsten europäischen Nachbarn der Araber „Weiße“ repräsentierten – sagte der Prophet ihnen, sie würden in der Lage sein die „gelben“ Frauen (offensichtlich ein Hinweis auf ihr blondes Haar) zu versklaven.

Mehr als ein Jahrtausend nach Mohammed überredeten Jihadistenführer – Araber, Berber, Türken, Tataren usw. – ihre Männer ebenfalls zum Jihad gegen Europa, indem sie dessen Frauen anführten (und später sexuell versklavten). Zum Beispiel lockte Tarek bin Ziyad, ein Jihad-Held, die Muslime vor ihrer Invasion Spaniens, indem er sagte: „Ihr müsst zahlreiche Berichte über diese Insel gehört haben, ihr müsst wissen, wie die griechischen Jungfrauen, so schön wie Huris … auf unsere Ankunft warten, sich auf weichen Sofas in den luxuriösen Palästen gekrönter Herren und Prinzen zurücklehnen.“

Dass die sexuelle Versklavung blonder Frauen ein Aspekt war, der den Jihad immer antrieb, ist auch auf andere Weise offenkundig. So ist es für M.A. Khan, einen Schriftsteller und ehemaligen Muslim, „unmöglich den Islam vom Sklavenhandel der Wikinger zu trennen, weil die Versorgung absolut dazu gedacht war die unaufhörliche Nachfrage der islamischen Welt nach wertvollen weißen Sklavinnen“ und nach „weißen Sexsklavinnen zu bedienen“.

So wie muslimische Vergewaltiger britische und europäische Frauen als „Stück Fleisch“ betrachten, als „nichts als Schlampen“ und „weiße Huren“, beschrieben muslimische Berühmtheiten die für sie nächsten europäischen Frauen von Byzanz. So waren die Frauen von Konstantinopel für Abu Uthman al-Jahiz (geb. 776), ein erfolgreicher Hofgelehrter, seien die „schamlosesten Frauen der Welt … Sie finden Sex vergnüglicher“ und „neigen zum Ehebruch“. Abd al-Jabbar (geb. 935), ein weiterer prominenter Gelehrter, behauptete: „Ehebruch ist in den Städten und Märkten von Byzanz alltäglich“ – so sehr, dass sogar „die Nonnen aus den Klöstern zu den Festungen hinausgingen, um sich selbst den Mönchen anzubieten“.

Aber wie der Autor von Byzantium Viewed by the Arabs[1] erklärt:

Unsere [arabischen/muslimischen] Quellen zeigen nicht byzantinische Frauen, sondern die Vorstellungen der Verfasser von diesen Frauen, die als Symbole der ewigen Frau dienten – ständig eine potenzielle Bedrohung, teilwiese wegen krassen Übertreibungen ihrer sexuellen Freizügigkeit. In unseren [arabischen/muslimischen] Texten werden byzantinische Frauen nachhaltig mit sexueller Unmoral in Verbindung gebracht. … Während die einzige Qualität, die unsere Quellen nie bestreiten, die Schönheit byzantinischer Frauen ist, ist das Bild, das sie in ihrer Beschreibung dieser Frauen schaffen, alles andere als schön. Ihre Darstellungen sind gelegentlich übertrieben, nahezu Karikaturen, überwiegend negativ… Das Verhalten der meisten Frauen in Byzanz war weit von den Darstellungen entfernt, die in arabischen Quellen erscheinen.

Die Fortsetzung in muslimischen „Beziehungen“ zu europäischen Frauen ist sogar in den ansonsten nicht zugänglichen Einzelheiten offenkundig. Die erwähnte Kate wurde zum Beispiel „in das nordafrikanische Land Marokko geschleust, wo sie zur Prostitution gezwungen und wiederholt vergewaltigt wurde“. Sie wurde in einer Wohnung in Marrakesch festgehalten, wo ein weiteres Mädchen, nicht älter als 15, ebenfalls für sexuelle Zwecke gehalten wurde. „Ich kann mich weder erinnern, wie oft ich in dieser [ersten] Nacht vergewaltigt wurde, noch von wem“, erzählt Kate.

Das spiegelt die Geschichte wider. Bis 1541 wimmelte es im muslimischen Berberstaat „Algier vor christlichen Gefangenen“ aus Europa, so dass „es zur Redensart wurde, dass ein christlicher Sklave kaum ein fairer Tausch gegen eine Zwiebel war“.

Nach Angaben der konservativen Schätzung des amerikanischen Professors Robert Davis „wurden [allein] von 1530 bis 1780 mit Sicherheit eine Million und sehr wahrscheinlich eineinhalb Millionen weiße, europäische Christen von den Muslimen der Berberküste versklavt“, von denen Marokko – wohin in der modernen Zeit Kate entführt wurde – einer war. Sklavinnen – und eine ganze Reihe Männer und Jungen – wurden immer sexuell missbraucht. Bei zahllosen für den Preis einer Zwiebel verkauften europäischen Frauen wundert es kaum, dass europäische Beobachter Ende des 18. Jahrhunderts feststellten, dass „die Einwohner von Algier einen ziemlich weißen Teint haben“.

An anderen Orten war es genauso. (Die Zahl der von Muslimen im Verlauf der Geschichte versklavten Europäer liegt nahe an 15 Millionen.) Die Sklavenmärkte des osmanischen Sultanats waren Jahrhunderte lang so überschwemmt von europäischem Fleisch, dass Kinder für Pfennige verkauft wurden, „eine sehr schöne Sklavin wurde für ein Paar Stiefel abgegeben und vier serbische Sklaven wurden für ein Pferd gehandelt“. Auf der Krim – wo rund drei Millionen Slawen von muslimischen Tataren versklavt wurden – beschrieb ein Augenzeuge, wie christliche Männer kastriert und brutal gefoltert wurden (wozu gehörte, dass man ihnen die Augen ausdrückte), während „die jüngsten Frauen für schamloses Vergnügen gehalten wurden“.

Eine so lange und unerschütterliche Geschichte sexueller Versklavung europäischer Frauen wegen der Behauptung, dass sie alle „Stücke Fleisch“ sind, „nichts als Schlampen“ und „weiße Huren“, sollte den laufenden sexuellen Missbrauch westlicher Frauen in Kontext setzen – und eine düstere Prognose für die Zukunft sein.

[1] Byzanz im Auge der Araber

Was ist mit den 17 Millionen Sklaven in der islamischen Welt?

Alle Kulturen sind von Verbrechen verunreinigt, aber nur die westliche Kultur kennt den Schmerz der Schuld. 17 Millionen Menschen waren Sklaven der muslimischen Welt. Op-Ed.

Giulio Meotti, Israel National News, 11. August 2020

Auf einer Black Lives Matter-Demo geschwenkte PLO-Flagge (Reutes)

In Fort-de-France auf Martinique rissen Aktivisten ein Straßenschild mit dem Namen Victor Hugo nieder, bevor sie es verbrannten. „Wenn Victor Hugo unwürdig ist, ist niemand würdig“, sagte die International League Against Racism and Anti-Semitsm.

Auch die Statue von Josephine, Ehefrau Napoleons, wurde in Fort-de-France geköpft und abgerissen.

Dasselbe Schicksal gab es für das Monument von Victor Schoelcher, den französischen Abgeordneten, der die Sklaverei abschaffte.

Die Entkolonisierung der Erinnerung schreitet nicht nur in ehemaligen Kolonien voran, sondern auch in Paris, wo der erste, der unter den Schlägen der Cancel Culture leiden musste, Voltaire war, dessen Statue in dieser Stadt verunstaltet wurde. Dann die von Huber Lyautey, Kriegsminister während des Ersten Weltkriegs. Dann Jean-Baptiste Colbert, Autor des Dokuments, das die Bedingungen der Sklaverei festlegte. Auf seinem Sockel die Inschrift: „Staats-Negrophobie“.

Jetzt gibt es einen Aufruf französischer Intellektueller: „Hände weg von meiner Geschichte.“ Unterschrieben vom Philosophen Alain Finkielkraut, dem Essayisten und Schriftsteller Pascal Bruckner, der Wissenschaftlerin Bérénice Levet, dem ehemaligen Premier Manuel Valls erklärte der Aufruf: „Dieser Import der amerikanischen politisch Korrekten ist absolut katastrophal“; und „Wir riskieren einen Prozess in Gang zu setzen, der kein Ende haben wird, der nicht enden kann. Heute ist es Colbert, morgen ist es Jules Ferry, weil er von der Pflicht sprach ‚die Tiefergestellten zu zivilisieren“. Wir müssen in diesem Kontext Geschichte erneut lesen und nicht unsere aktuellen Obsessionen in die Vergangenheit projizieren.“

Die Vergangenheit des Rassismus zu beschuldigen, zu erklären, dass alle Kulturen gleichwertig sind, „würde uns daran hindern Ausrottung, Polygamie oder Zwangsehen nachdrücklich – und überall – zu verurteilen. Wir werden davon geführt die Geschichte in ein Gerichtsverfahren mit einer endlosen Liste Angeklagter umzugestalten.“

Geschichte ist Wissen, fahren sie fort. „Wir müssen über Sklaverei reden, aber wir müssen in all ihren Dimensionen darüber reden. Natürlich ist der Sklavenhandel ein Verbrechen an der Menschheit. Aber Sklaverei gab es in Afrika, Afrikaner waren Teil des Strangs. Es gab unter den europäischen Verträgen elf Millionen Deportierte, aber unter dem östlichen Sklavenhandel gab es siebzehn Millionen Sklaven, Sklaven der muslimischen Welt.“

Zwar sind alle Kulturen von Verbrechen beschmutzt, schreiben sie, aber „nur westliche Kultur kennt den Schmerz der Schuld“. Zusätzlich war Frankreich das erste Land der Welt, das 1794 die Sklaverei abschaffte, es ist das Land der Erklärung der Rechte von Mensch und Bürger, das erste, das die Juden emanzipierte (wie ironisch – heute müssen Juden vor dem Antisemitismus in Frankreich fliehen).

Der französische Historiker Sylvain Goughenheim, ein Mittelalterkundler an der École Normale Supérieure in Lyon, schrieb im Buch „Aristoteles in Mont-Saint-Michel“, dass das griechische Erbe im Mittelalter von Konstantinopel nach Westeuropa übermittelt wurde, nicht von der islamischen Welt. „Die griechische Kultur kehrte nicht Dank des Islam in den Westen zurück: um die antiken Philosophen vor der Vergessenheit zu retten war es vor allem die Arbeit der östlichen Christen gewesen, die unter muslimische Herrschaft fielen und daher arabisiert wurden.“ Im Skriptorium der antiken Abtei, die dem Buch seinen Titel gab, wurden im zwölften Jahrhundert die Arbeiten des Aristoteles von den Kopisten-Mönchen direkt aus dem Griechischen übersetzt.

Es folgten Serien-Petitionen gegen Gouguenheim.

Derweil bekam ein weiterer französischer Historiker, Olivier Pétré-Grenouilleau, Ärger wegen des Buchs „La Traite des Noirs“ (Der Vertrag der Schwarzen), in dem er erklärt: „Die Zahl der von Muslimen geplünderten christlichen Sklaven geht über die der Afrikaner hinaus, die in die Amerikas deportiert wurden.“

Es gibt keine fruchtbarere Zeit um historische Tabus aufzubauen, als den Krieg gegen die Geschichte. Aus Unordnung erwächst eine neue Ordnung. Die New York Times fragte gerade: „Sollten wir Aristoteles löschen?“