Erinnerung: Wo ist Andrea Nahles zu verorten?

Sie ist die, die schon vor Jahren die Kooperation der SPD mit der Terrortruppe Fatah initiierte und bejubelte. Was Wunder, sie stand schon immer auf der Terroristen-Seite, wie der Schnappschuss unten zeigt. Und das noch unkritischer als die Mogherini-Trulla von der EU. Der Kommentar zum Bild ist mehr als deutlich:

(gefunden auf twitter)

 

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Als Angela Merkel begann, die Juden und Israel im Stich zu lassen

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Mit ihrer Verkündung der Willkommenspolitik für Flüchtlinge vom Sommer 2015 schadete Bundeskanzlerin Angela Merkel Deutschland, ihrer Partei, ihrem Image und wahrscheinlich ihrem Platz in der Geschichte. Sie hat zudem den deutschen Juden und Israel Schaden zugefügt. Bis zum Sommer 2015 hatte Merkel bei all diesen Themen eine sehr gute Bilanz.

Merkel wurde im November 2005 Bundeskanzlerin. Im Januar 2006 besuchte sie Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete. 2007, 2008, 2009, 2011 und 2014 kam sie ebenfalls nach Israel. Im letzten dieser Jahre wurde Merkel von 16 deutschen Ministern begleitet, um Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu diskutieren. Sie hatte kein Problem damit deutsche Schuld gegenüber den Juden zuzugeben. Im Januar 2018 forderte Merkel anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags angesichts der abnehmenden Zahl der Holocaust-Überlebenden eine neue Erinnerungskultur.[1]

Merkels Haltung unterschied sich stark von der mehrerer ranghoher Führungskräfte ihres Juniorpartners, den Sozialdemokraten (SPD). Deren ehemaliger Parteichef Sigmar Gabriel, derzeit Außenminister, hat wiederholt gegen Israel gehetzt. Vor kurzem beschuldigte er Israel erneut der Apartheid.[2]

Bereits vor Jahrzehnten hatte Israel Probleme mit einem SPD-Chef. 1981 besuchte der damalige Kanzler Helmut Schmidt Saudi-Arabien. Danach sagte er, die Deutschen hätte eine moralische Verpflichtung gegenüber den Palästinensern. Der israelische Premierminister Menachem Begin reagierte wütend und sagte unter anderem: „Von einem moralischen Standpunkt aus gehören Schmidts Äußerungen natürlich zu den kaltschnäuzigsten, die man je gehört hat.“ Er fügte an: „Es scheint so, dass der Holocaust seinem Gedächtnis der Einfachheit halber verloren ging und er die eineinhalb Millionen ermordeten Kinder und die komplett ausgelöschten Familien nicht erwähnte. Die deutsche Schuld gegenüber dem jüdischen Volk kann niemals enden, nicht in dieser Generation und nicht in einer anderen. Aber was hören wir? Wir hören von einer Verpflichtung denen gegenüber, die danach strebten das zu vollenden, was die Deutschen in Europa begannen.“[3]

Martin Schulz, der gerade als SPD-Chef von seinem Posten zurücktrat, sprach 2014 vor der Knesset. Damals war er Präsident des Europaparlaments. Ihn einzuladen war ein Fehler. Infolge eines Irrtums und der politischen Provokationen verließen Minister Naftali Bennett und mehrere andere Parlamentarier der Jüdischen Heimat während seiner Rede den Plenarsaal.[4]

Die Hauptkandidatin für die Nachfolge von Schulz an der SPD-Spitze ist Andrea Nahles. Sie ist derzeit SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag. 2012 traf sich Nahles in Berlin mit Repräsentanten der Fatah. Die Presseerklärung zum Treffen verkündete, dass SPD und Fatah durch gemeinsame Werte und einen strategischen Dialog miteinander verbunden sind.[5]

Dass Nahles glaubt, die Sozialisten seien durch gemeinsame Werte mit den Verherrlichern von Mördern israelischer Bürger verbunden, ist nur ein weiteres konkretes Beispiel für die Probleme, die Israel mit dem gegenwärtigen Deutschland hat. Diese beschränken sich nicht auf die Parteien der extremen Linken oder Rechten. Sie sind tief im Mainstream des Landes eingebettet.[6] Ein wichtiger Beleg der weitverbreiteten Dämonisierung Israels in Deutschland findet sich darin, dass nach zehn Jahren Merkel-Kanzlerschaft mehr als 40% der Deutschen immer noch glauben, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt.[7]

Die Meinungen von Gabriel, Schulz und Nahles stehen jedoch nicht nur für die SPD-Spitze. Ich habe 2015 SPD-Justizminister Heiko Maas in Jerusalem beim Globalen Forum zur Bekämpfung von Antisemitismus über Deutschlands verbrecherische Vergangenheit reden gehört. Im Dezember 2017 verbrannten Muslime in Berlin israelische Flaggen, ein Vorfall, der auf YouTube in der ganzen Welt zu sehen war. Maas sagte hinterher, wer immer israelische Flaggen verbrenne, verbrenne unsere Werte.[8]

Alle guten Taten und Worte Merkels werden heute von den Ergebnissen ihrer Willkommenspolitik überschattet. Innerhalb dieses Rahmens sind mindestens 1,3 Millionen Menschen ins Land gekommen, hauptsächlich Muslime. Eine Studie zeigt, dass der muslimische Antisemitismus in Deutschland im selben Ausmaß zum Problem geworden ist, wie rechtsextremer Judenhass. Zwei weitere Studien illustrieren den extremen klassischen Antisemitismus und Antiisraelismus bei den muslimischen Neuankömmlingen.[9]

In der Vereinbarung der geplanten Koalition aus CDU und SPD heißt es: „Nach der Entrechtung und der Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden haben wir Deutschen eine immerwährende Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus.“ Deutschland hat das nicht erfüllt, da es in der jüngsten Vergangenheit Hunderttausende zusätzlicher Antisemiten importiert hat. In ein Land, in dem es pro Tag vier antisemitische Vorfälle gibt.[10]

Vor diesem Hintergrund sind andere Erklärungen der Koalitionsvereinbarung grob unangebracht.  Die zukünftigen Führungskräfte dieses Landes der Importeure von Antisemiten verurteilen die israelischen Siedlungen, ein Text, der in der Vereinbarung zur aktuellen Koalition nicht auftaucht. Wenn in der Vereinbarung von Aufstachelung und Gewalt geredet wird, werden die Palästinenser nicht erwähnt. All das sind weiter Hinweise des Verfalls des deutschen Mainstreams.

[1] http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article172912144/Holocaust-Gedenktag-Merkel-mahnt-zu-neuer-Erinnerungskultur.html

[2] http://www.jta.org/2017/12/31/news-opinion/world/german-foreign-minister-under-fire-for-accusing-israel-of-apartheid

[3] www.nytimes.com/1981/05/05/world/begin-rebukes-schmidt-for-remark-on-palestinians.html

[4] www.theguardian.com/world/2014/feb/12/israel-walkout-knesset-german-mep-speech

[5] www.tagesspiegel.de/meinung/spd-und-fatah-nahles-aussenpolitik/7379918.html

[6] www.tagesspiegel.de/meinung/spd-und-fatah-nahles-aussenpolitik/7379918.html

[7] www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_LW_Germany_and_Israel_today_2015.pdf, S. 39

[8] www.sueddeutsche.de/politik/bundespolitik-de-maizire-fordert-antisemitismus-beauftragten-1.3795882

[9] „Asylsuchende in Bayern und ihre Integration.“ Erkenntnisse einer Pilotstudie der OTH-Regensburg im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung. September 2017; https://ajcberlin.org/sites/default/files/ajc_studie_gefluechtete_und_antisemitismus_2017.pdf

[10] http://www.dw.com/en/germany-averaged-four-anti-semitic-crimes-per-day-in-2017-report-says/a-42538545

Sehr geehrter Herr Sigmar Gabriel,

Sie verteidigen die neue Partnerschaft der SPD mit der Terrororganisation Fatah nicht nur, sondern wollen uns auch noch weismachen, dass die Fatah zu loben sei. Dafür sagen Sie sogar dem Zentralrat der Juden, dass Sie deren Bedenken ignorieren bis für blödsinnig halten.

Gestatten Sie mir die fiese Frage: Sind Sie noch blöder als der Kollege Steinmeier? Oder sind sie einfach nur so abgebrüht bösartig?

Ich fürchte, dass Letzteres der Fall ist. Das haben Sie ja bereits mit ihrer Aparthed-Lüge samt heuchlerischen Zurückruderns angedeutet. Dass Sie derart konsequent weiter daran arbeiten, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Aber es passt. Sie ignorieren alles, was dagegen spricht, diese Partnerschaft zu betreiben oder Israel positiv zu sehen und in seinem Kampf gegen den arabisch-muslimischen Vernichtungskrieg zu unterstützen. Herzlichen Glückwunsch.

Sie ignorieren (und ich fürchte: gewollt), dass
– die Fatah Hass gegen Juden predigt: in ihren Medien, Moscheen und Schulen,
– die Fatah auf Arabisch immer anders redet als auf Englisch – nämlich nichts von zwei Staaten in Frieden Seite an Seite, sondern dass „ganz Palästina“ zurückgeholt werden wird,
– die Fatah jedwede Verhandlungen mit Israel verweigert,
– die Fatah den westlichen Vollidioten erzählt, die Aufwertung bei der UNO solle Friedensverhandlungen dienen, während sie – in Person des Abu Mazen höchstpersönlich – dem arabischen Publikum das Gegenteil verkündet,
– die Fatah keine demokratische Partei ist, sich keinerlei demokratischen Gepflogenheiten unterwirft, sondern das Recht beugt, die Menschen unterdrückt, politische Gegner mit nicht demokratischen Mitteln bekämpft und Demokratie ad absurdum führt; sie hat keinerlei demokratische Legitimation, weder als „Regierungspartei“ noch sonst irgendwie, sie ist ein Kleptokratenverein, der das eigene Volk ausnimmt und verarscht, als Kanonenfutter missbraucht und ins Verderben führt statt in eine Zukunft.

Sie wollen davon nichts wissen. Wenn Sie schon die Vergangenheit Ihres „strategischen Partners“ als nicht zu berücksichtigen einstufen, dann sollten Sie zumindest die Gegenwart zur Kenntnis nehmen. Die Fakten vor Ort, nicht das, was Ihnen von den Lügenpropagandisten erzählt wird. Warum informieren Sie sich nicht über das, was die Fatah den eigenen Leuten, den anderen Terrororganisationen, den „arabischen Brüdern“ und ihren Staaten sagt? Warum WOLLEN SIE NICHT ZUR KENNTNIS NEHMEN, was die Fatah wirklich ist und will?

Passt das nicht in Ihre ideologische Scheuklappensicht? Passt es nicht in Ihre friedensbesoffene Heile-Welt-Vorstellungen?

Sind Sie auch nur ansatzweise bereit zur Kenntnis zu nehmen, was an Dokumentation zu den üblen Machenschaften der Fatah vorhanden ist? Oder werden Sie auch wieder nur darauf hinweisen, dass das israelische Quellen sind, ergo unglaubwürdig? Womit Sie dann wiederum nichts als pure einseitige bis rassistische Ignoranz zur Schau stellen würden, denn die Dokumentationen von MEMRI oder Palestinian Media Watch sind nicht zu widerlegen, sind überprüfbare Fakten, die Sie nur deshalb nicht zur Kenntnis nehmen wollten, weil sie von den Juden Israels kommen.

Sind Sie ein solcher Rassist – ein Antisemit? Oder sind Sie bereit sich der Realität zu stellen und anzuerkennen, dass die Fatah doch kein passender Partner für ein demokratische Partei Europas ist?

Ich habe einen Verdacht. Und ich fürchte, dass Sie ihn bestätigen. Dass Sie gar nicht anders wollen.

—-
s. auch: Gabriel: Sechs. Setzen

Das Großhirn Steinmeier

Henryk M. Broder hat sein ganz persönliches Beispiel gefunden, weshalb er Steinmeier nicht als Kanzler sehen will: Die unsäglich dummen Sprüche des Mannes zur Entführung zweier deutscher Ingenieure, von denen einer ermordet wurde, was der SPD-Kandidat bis zum letztmöglichen Moment als „natürlichen“ Tod in Folge der Strapazen der Entführung hielt und so vermittelt wissen wollte.

Im Januar konnte ich einem nicht ganz unbekannten deutschen Journalisten zuhören, der ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte. Quintessenz: Der Außenminister einer europäischen Mittelmacht, er hat weiße Haare und trägt eine Brille, befand sich zu Besuch im Nahen Osten. Als er einen „Aussichtspunkt“ bei Rafah besuchte, rammten sich vor seinen Augen zwei Bomben in zwei Schmuggeltunnel. Das, davon war die Intelligenzbestie überzeugt, hatten die Israelis absichtlich als Affront gegen ihn gemacht.

Dann ging die Reise nach Israel weiter. Er erklärte den Israelis allen Ernstes, die Tunnel würden nicht zum Schmuggel von Waffen benutzt, sondern nur für Güter des alltäglichen Bedarfs. Der Beweis: Die Ägypter hätten ihm das versichert. Und das reichte, um ihn voll und ganz zu überzeugen.

Wenn dieser Mann bei solch einfachen Sachen schon einen derartigen Müll labert und offensichtlich auch noch selbst glaubt – was wird erst los sein, sollte der einen ganzen Staat führen?

Hallo, SPD: Bitte jemanden mit Verstand besorgen!

Müntefering, die Vergangenheit und die Zukunft

Die DDR war besser als Nazideutschland. Deshalb darf man auch nicht so streng mit ihr sein. (Gleiches gilt für die UdSSR und Stalin samt Nachfolgern; Lenin war richtig toll.) Und weil man mit der DDR-Vergangenheit nicht so negativ umgehen darf, ist die Linkspartei auch einwandfrei als politischer Partner.

So muss man den Witwer mit dem roten Schal verstehen, wenn man seine Einlassungen liest, wie sie in der Saarbrücker Zeitung stehen, trotz aller Behauptungen des Gegenteils. „Das Verhältnis zur Linkspartei entkrampfen“; wichtig ist, dass auch „die Kinder und Enkelkinder der SED in der Demokratie ankommen können“; es ist falsch die Mitglieder der Linkspartei „für die nächsten 200 Jahre zu exkommunizieren“. Und jetzt kommt’s: „Dies stehe nicht zuletzt in einem Missverhältnis zu dem, was nach 1945 in Deutschland gewesen sei, als etliche Politiker mit umstrittener Nazi-Vergangenheit führende Positionen inne hatten.“

Das ist pure Heuchelei oder grobes Unwissen samt geschichtsfreier Dummheit. Zettel hat bereits einiges dazu geschrieben, was die Fortsetzung der Partei der Diktatur angeht. Es besteht schon noch ein Unterschied, wenn man – was ich persönlich als schlichtweg inakzeptabel finde – Leute wieder in führende Positionen kommen lässt, die als Nazis schon die Gesellschaft „mitgestalteten“, und wenn man eine diktatorische und staatsverbrecherische Partei einfach weiter bestehen lässt, die zudem dann auch noch die alten Kader behält und schützt, damit die fröhlich weiter machen können.

Was Zettel nicht anspricht: Die Wiederbeschäftigung von Nazis in hohen Ämtern ist nicht hinnehmbar gewesen. Das wurde und wird gerade von Linken immer wieder angeführt, um zu beweisen, wie furchtbar, falsch und ungerecht die frühe Bundesrepublik unter Adenauer war. Wenn nicht gar „heimlich faschistisch“. Müntefering würde sich in Rage reden, wenn man ihm sagte, das sei alles gar nicht so schlimm. Die Diener des braunen Unrechtsregimes dürfen nicht – auch und gerade heute – „in der Demokratie ankommen“. Schön und gut.

Aber warum sollen es die roten Socken? Warum soll man die roten Staatsverbrecher besser behandeln?

Gerade die, die sich über den Wiederaufstieg von Nazigrößen in der jungen Bundesrepublik am meisten echauffieren, drücken bei den Stalinisten der DDR ein Auge zu. Wieso? Was ist an denen besser? Reicht es aus die Juden nicht vergast zu haben, um als hinnehmbar und ohne Reue rehabilitierbar zu gelten? Ich kriege Wut, wenn ich erlebe, wie linke Staatsterroriosten harmlos geredet und vernachlässigt wird, statt so mit ihm umzugehen, wie mit rechten Staatsterroristen. Pinochet – Verbrecher, Castro – Held. Nur als ein Beispiel von vielen, das die eklatante Messung mit zweierlei Maß deutlich machen sollte.

Münte ekelt mich!

Noch ein Punkt, durch den deutlich wird, wie sehr der SPD-Chef daneben liegt und heuchelt: „Die Kinder und Enkelkinder der SED müssen in der Demokratie auch ankommen können“, gibt er zu Protokoll. Da hat er recht. Nur sind es nicht die Kinder und Enkel der SED, die er hofiert und mit denen er nur auf Bundesebene nicht zu koalieren bereit ist, sondern es sind die SED-Kader! Die Generation derer, die in dieser Partei noch das Sagen hatten, als die DDR unterging. Und die „Kinder und Enkel“ in der Demokratie ankommen zu lassen kann nicht heißen, dass man die Tätertruppe hofiert und salonfähig macht. Gleichbehandlung würde bedeuten, dass wir heute die NS-Täter auch in Ruhe lassen müssen, weil deren „Kinder und Enkel“ sonst von der Demokratie ausgeschlossen würden. Welche eine Logik! So weit weg von Lafontaine, wie er es gerne hätte, ist Müntefering wirklich nicht.

In der Saarbrücker Zeitung heißt es weiter: Auf Bundesebene schloss der SPD-Chef ein rot-rotes Bündnis erneut „definitiv“ aus. Da seien die Linken vor allem „Sozialromantiker: Die sind ökonomisch ignorant, lehnen die EU ab und nennen deutsche Soldaten in Afghanistan aggressive Krieger“. In den Bundesländern und auf kommunaler Ebene jedoch müsse in der jeweiligen Situation über eine Zusammenarbeit entschieden werden.

Was, bitte, qualifiziert ökonomische Ignoranten dazu, nicht auf Bundes- dafür aber auf Landes- und kommunaler Ebene ihr Unheil anrichten zu dürfen? Ist es etwa auf Landes- und kommunaler Ebene harmloser die Gesellschaft vor die Wand zu fahren?
Dass sie die EU nicht mögen, macht mir die Linke auch nicht sympathischer. Das ist vorgeschoben. Wenn die in Brüssel bestimmen könnten, wären sie sofort EU-Befürworter.
Und Afghanistan? Wenn die linke Agenda nicht gefördert wird, dann hat die Bundeswehr nirgendwo etwas zu suchen. Zur Niederschlagung der Konterrevolution ist sie aber gut geeignet. Pazifismus war bei den Kommunisten immer einseitig und nur auf eigenen Machterhalt gerichtet. Sobald das nicht gegeben ist, wird Militarismus sofort wieder angewendet. So friedlich, wie die DDR es 40 Jahre gemacht hat: Mit Worten, die reine demagogische Propaganda waren und die Werte verhöhnten, die sie angeblich so hoch hielten.

Die SPD fährt die Linie Ypsilanti. Nur, dass sie nicht mehr lügt, wie noch in Hessen. Soll man sich darüber freuen, dass sie nicht mehr so lügen? Vielleicht. Aber besser macht es die Lage nicht. Denn Müntefering und die SPD baggern am linken Rand. Wenn die CDU oder die CSU das am rechten Rand machten, haben die Linken immer den Untergang prophezeit. „Gegenüber“ ist solches Verhalten in Ordnung. Rechte Extremisten sind Unmenschen, eine Gefahr für den Staat und die Gesellschaft. Stimmt. Linke Extremisten sind nicht schlecht, höchstens fehlgeleitet. Hurra, die Welt ist gerettet. Zweierlei Maß ist in Ordnung. Ungleiches Recht für alle, bitte! Münte macht’s auch möglich.

Hessen: Die Aufrechten nieder machen

Hessen und kein Ende – auch wenn schon alle möglichen Leute sich geäußert haben, möchte ich doch ein paar Sachen los werden:

Es war nicht zu erwarten, dass die hessische SPD-Chefin wirklich gestoppt würde. Jetzt ist es durch vier standhafte und prinzipientreue SPD-Abgeordnete doch geschehen.

Absolut zu erwarten waren allerdings die Reaktionen so einiger Polit-Promis von der ganz besonders betroffenen Sorte. Die Bundes-SPD bezeichnet das Verhalten der Renegaten als „seltsam und nicht loyal“. Tja, wer Lügen vor Gewissen stellt, den erstaunen die vier. Wenn man sich die Hexenjagd auf Frau Metzger beim letzten Mal vor Augen führt, ist es dann wirklich verwunderlich, dass sich die drei anderen vorher nicht geäußert haben?

„Moralisch verwerflich“ findet NRW-Chefin Hannelore Kraft das Verhalten der vier – die Lügerei der Hessen-Chefin war’s dann wohl nicht? Wer das, wie die NRW-Rote als „menschliche Katastrophe“ bezeichnet, verirrt sich dann völlig im Garten der Unmoral. Die drei, die sich jetzt auf die Seite von Frau Metzger stellten, haben sich das nicht leicht gemacht. Und das vorwiegende Problem dürfte wohl unter dem Stichwort „Hexenjagd“ (Ausübung von Druck auf Meinungsabweichler) verständlich werden.

Die kommt jetzt noch nach, z.B. Wowereit: „Das hat mit Politik gar nicht mehr viel zu tun.“ Ja, was denn sonst? Will der uns wirklich weis machen, das sei etwas Persönliches und nur gegen die Dilletantin gerichtet? Nett, da zeigt sich, worum es geht – Diffamierung von Abweichlern.

Oder Simonis mit ihren noch schlimmeren Erfahrungen als Lügilanti, weil erst im Landtag gescheitert statt vorher schon: „Nachdem alle Gremien gelaufen sind, auf einmal zu sagen: ‚Ich hab keine Lust‘, ist ein bisschen schwer zu vermitteln.“ Alle Gremien? Äh, war da nicht noch was? Landtagsabstimmung oder so? Die hätten ja auch erst morgen dafür sorgen können, dass die Trulla scheitert.

„Ein paar Leute sind nicht ganz ehrlich zu Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti gewesen.“ Ach ja? Den Wähler darf man belügen, aber die lügende Parteivorsitzende darf nicht enttäuscht werden. Das nenne ich ein tolles Demokratieverständnis! Allerdings erstaunt es mich nicht, dass die Linksaußen-Lastigen unter Demokratie verstehen, dass die Partei vorgeht und nicht das Gewissen und eine eigene Meinung.

Was die übrigen Dämonisierer angeht: Wen wundert es wirklich, dass ein Claudia Roth den vier Anständigen „politische Verkommenheit“ vorwirft – also genau das Gegenteil dessen, was sie sind? Das Gegenteil dessen, was von ihnen erwartet wurde?

Sie macht da aber nicht Schluss (man könnte es jedoch auch als Höhepunkt der Beschimpfung bezeichnen), sondern ließ vorher noch anderes los: „Abgrund von Politikunfähigkeit“, „eklatantes Unvermögen“ usw., meinte damit allerdings eher die SPD-Führung. Ja, wir wissen, bei Frau Roth und ihren Genossen und –innen gilt das Führerprinzip.

Die Beschimpfungen der CDU durch die regionalen Grünen kommt da schon regelrecht harmlos daher: „Stahlhelm-Fraktion“. Wieso die sich allerdings durchgesetzt haben soll, bleibt wohl das Geheimnis von Herrn van Oyen – oder will er behaupten, die vier zu Beschimpfenden seien von der CDU eingeschworen worden?

„Angst ist keine politische Tugend“, lässt er wissen. Genau, allerdings andersherum: Wenn drei dieser vier nicht Angst gehabt hätten (Stichwort „Hexenjagd auf Frau Metzger“), hätten sie sich wohl schon früher geoutet. Und wenn sie die Angst nicht überwunden hätten, dann wäre Frau Lügenbock morgen Ministerpräsidentin geworden – weil Angst eben doch die politische Tugend ist, die diese Truppe fordert. Was übrigens die Angst der drei ausgelöst haben sollte, hätten sie für die Pläne der Verlogenen gestimmt, sollte der gute Mann auch einmal erklären. Angst müssen sie jetzt haben: Vor der Ächtung und Schmähung durch die, denen sie sich widersetzt haben.

Eine hervorragende Analyse, was da in Hessen abgegangen ist, steht auf Zettels Raum.

Und? Überrascht?

Die hässliche hessische SPD hat’s gemacht. Sie bildet eine Minderheitsregierung, die sich vom guten Willen der Linksfaschisten abhängig macht. Wer davon überrascht ist, hat keine Ahnung von der SPD. Warum hätten die auch nicht im Westen nachmachen sollen, was sie im Osten vorexerziert haben? Zum Schaden des jeweiligen Landes?