Hass auf dem Spielfeld: Antisemitismus im Sport

Gideon Ben-Zvi, HonestReporting, 23. August 2020

Sport ist ein großer Einiger, schafft Gelegenheiten für Kontakte von Menschen aus einer breiten Vielzahl von Hintergründen. Doch obwohl das relativ wenig berichtet wird, erfahren jüdische Sportler in der großen Welt des Sports Antisemitismus und in einigen Fällen grassiert dieser.

Von München in die muslimische Welt

Antisemitismus wird zwar heiß diskutiert, besonders weil er die erhitzte Debatte um das Wesen und die Politik des Staates Israel verbindet, aber er ist auch im Sport ein Phänomen. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist der von Palästinensern geführte Terroranschlag auf die Olympischen Spiele in München 1972, bei dem 11 israelische Athleten getötet wurden. Seitdem hat sich Antisemitismus im Sport verbreitet, weil reiche Länder mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung im Nahen Osten und Asien begonnen haben internationale Veranstaltungen auszurichten.

Zu den Beispielen der Schikane gegen israelische Sportler gehören:

  • 2019: Die Regierung von Malaysia verweigerte der israelischen Para-Schwimmmannschaft Visa, wodurch ihre Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Japan diesen Sommer verhindert wurde.
  • 2019: Der iranische Judo-Weltmeister Seed Mollai verlor absichtlich einen Kampf gegen den niedriger gesetzten Ruslan Mussajew aus Kasachstan, um einen Kampf gegen den israelischen Judoka Sagi Muki zu vermeiden.
  • 2018: Die Anwesenheit der israelischen Mannschaft bei einem Jugend-Handballturnier in Doha löste Forderungen aus, die Qataris sollten ihre Kinder aus dem Turnier nehmen. Allgemeiner nutzen große Teile der Bevölkerung die sozialen Medien, um sich von der Teilnahme Israels an vielen internationalen Wettkämpfen in Qatar zu distanzieren.

Bruria Bigman, Sprecherin des israelischen Olympischen Komitees gibt an: „Israelische Athleten haben unter etlichen Fällen von Diskriminierung und Ausgrenzung gelitten. Das Israelische Olympische Komitee verurteilt diesen Trend, der der Internationalen Olympischen Charta widerspricht.“

Leider beschränkt sich dieser Versuch israelische Sportler zu boykottieren nicht auf den Nahen Osten.

Nicht nur in der muslimischen Welt, nicht nur gegen Israelis

Antisemitismus im Sport ist ein weltweites Phänomen. Zu den jüngsten Beispielen gehören:

  • Ein bekannter Sportkommentator in Griechenland beschuldigte den amerikanisch-israelischen Trainer David Blatt wegen der umstrittene Niederlage seiner Athener Mannschaft zu lügen, weil er jüdisches Blut hat.
  • Der ehemalige Basketballspieler Cody Decker sagte, Antisemitismus „grassiert überall im Sport“. In einem aktuellen Interview beschrieb Decker mehrere Vorfälle aus seiner Karriere, bei denen er herausgepickt wurde, weil er Jude ist und von Fans und Mannschaftsmitgliedern mit judenfeindlichen Beleidigungen bedacht wurde.
  • 2011 verklagte Jason Bailey, ein amerikanischer Eishockey-Profi, die Anaheim Ducks aus der NHL; er sagte aus, dass die Trainer des angegliederten Teams hätten ihn antijüdischen Schikanen ausgesetzt.

Bekannter sind Beispiele, in die europäische Fußballfans verwickelt sind. Ein Bericht des britischen Parlaments mit dem Titel „Antisemitismus im europäischen Fußball: Wunde im schönen Spiel“ kam zu dem Schluss, dass Hooligans in einer Reihe von Ländern wiederholt antisemitische Gesten, darunter den Nazigruß und hasserfüllte Parolen gegen Juden verwendet haben.

Kann Hass aus dem Sport vertrieben werden?

Auf einer Konferenz zu Antisemitismus im Sport im Jahr 2019 stimmten mehrere Experten überein, dass Hassreden hauptsächlich über das Internet in den Mainstream eingebracht wird. Insbesondere das Aufkommen der sozialen Medien ist eine Wende gewesen. Vor kurzem haben Berichte Licht darauf geworfen, wie Verschwörungstheorien, Rassismus, Fanatismus und Antisemitismus sich auf Online-Plattformen gezeigt haben. Zum Beispiel können in einige Fällen Dutzende Millionen Menschen mit einem einzigen Tweet erreicht werden.

Nach Angaben der Anti-Defamation League hat es in den letzten Monaten eine beträchtliche Zunahme antisemitischer Posts in sozialen Medien gegeben. Aus diesem Grund gibt es einen wachsenden Chor, der fordert, dass die Technologiegiganten eine klare Definition dessen annehmen, was Antisemitismus ist und verhindern, dass solche Inhalte verbreitet werden.

Tibi Galis, Executive Director des Auschwitz Institute for Peace and Reconsiliation hat gewarnt, dass Massengräuel mit einfachen Dingen wie Hassreden bei Sportveranstaltungen beginnen.

„Sport ist oft der erste Ort, an dem wir Erscheinungsformen gefährlichen Redens hören“, sagte er. „Die Frage lautet: ‚Wie können wir das sportliche Umfeld zu einem besseren machen?‘“ Zum Glück haben sich Sportstars gegen Vorurteile geäußert. Das Fehlen massiver Empörung in Reaktion auf aktuelle Vorfälle antisemitischer Tweets und Postings von Prominenten aus Sport und Unterhaltung ist sehr beunruhigend.

Der erste Schritt Antisemitismus anzupacken – im Sport und andernorts – besteht eindeutig darin ihn zu benennen. Nur dann kann er effektiv bekämpft werden. Aus diesem Grund sollten die Social Media-Giganten erwägen eine robustere Antisemitismus-Definition anzunehmen und ihre Politik für Hassreden energisch aufrecht zu erhalten.

Bis dahin werden die Antisemiten weiter punkten.

Mehr zu diesem „Apartheid“-Fußballspiel zwischen Israel und Schottland

David Lange, 6. September 2020

Nach meinem früheren Post heute zu den Protesten in Glasgow vor dem UEFA Nations League-Spiel zwischen Israel und Schottland hielten einige der Hasser Banner, auf denen „Bekämpft Rassismus“ stand und andere klagten über „israelische Apartheid“.

Das ist die Mannschaft, gegen deren Teilnahme sie protestierten:

Zu den Aufgestellten gehörten:

  • Moanes Dabbur, ein muslimischer Araber
  • Bibras Natcho, tscherkessisch-muslimischer Herkunft und Mannschaftskapitän
  • Hatem Abd Elhamed, ein muslimischer Araber
  • Taleb Tawatha, ein arabisch-israelischer beduinischer Herkunft
  • Eli Dasa, ein äthiopischer Jude

Zusätzlich gehörten zur israelischen Nationalmannschaft Joel Abu Hanna, der einen arabisch-israelischen Vater und eine deutsche Mutter hat.

Übrigens fiel das Tor für Israel nach einem Doppelpass zwischen dem Juden Eran Zahawi und dem muslimischen Araber Moanes Dabbur.

Die Israelhasser schießen mit dem Video vom Fußballspiel Australien gegen Palästina weiter Eigentore

Aussie Dave, Israellycool, 11. Mai 2018

Ich habe früher schon dazu gepostet: Das Video des Fußballspiels Australien gegen Palästina von 1939, das die Hasser zu posten tendieren, um zu beweisen, dass die palästinensischen Araber schon vor der Gründung des modernen Staats Israel Fußball spielten. Oder so ähnlich.

Aber das ist ein heftiges Eigentor. Wie ich in meinem früheren Eintrag zum Thema erklärte, bestand die Mannschaft einzig aus Juden und nachdem der Torhüter Palästina einen Ball hielt (engl.: „makes a save“), sagt der Kommentator: „Wham! Saved! But then the Jews were always a saving race.“ ( Wumms! Gehalten! Aber die Juden waren schon immer eine Rasse, die rettet.”)

Dieser Eintrag ist mehr als dreieinhalb Jahre alt, aber trotzdem verbreiten die Hasser dieses Video immer noch. Allein heute gab es zwei solche Posts (auf Facebook, auf twitter):

Soll ich es ihnen sagen oder wollen Sie?

Egal, ich mach’s.

Giro d’Italia 2018 von Jerusalem nach Eilat

The Real Jerusalem Streets, 6. Mail 2018

Groß. Richtig groß.

Wie vorausgesagt übernahm der Giro d’Italia die Straßen von Jerusalem in Israel.

Das Informationsbuch war groß und schwer. Für die Presseausweise war ein Passfoto nötig.

Das „I Love Jerusalem“-Plakat in der Nähe der Ziellinie war groß, das größte, das ich gesehen habe.

Die Straßen waren am Donnerstag für den Aufbau der Start- und Zielbereiche und der Zuschauertribünen nahe der Mamilla-Mall und der Altstadt gesperrt.

Tausende Menschen kamen zur Untestützung und um von den 176 Fahrern der teilnehmenden 22 internationalen Mannschaften zu berichten. Italienisch sprechende Reiseführer waren sehr gefragt, aber Englisch war ebenfalls die Hauptsprache.

Ich begegnete zwei Fahrern aus der Mannschaft aus Bahrain, die in der Mamilla Mall einen Schaufensterbummel machten.

Bahrain war eines von zwei arabischen Ländern, die Radrenn-Teams sponserten.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten ebenfalls eine Mannschaft in Israel.

Aufwärmrunden durch die Straßen von Jerusalem in Israel waren leichter zu fotografieren,

da die Fahrer nicht so schnell vorbeiflogen wie sie es bei dem am Nachmittag durchgeführten Einzelzeitfahren machten.

Man konnte Teams gemeinsam üben sehen.

An der Ziellinie kamen die Menschenmengen früh, um einen guten Platz zu bekommen.

Diese großen Tribünen an der Ziellinie waren für die VIP-Zuschauer am Freitag.

Am Donnerstag gab es Stapel von Baumaterial.

Bevor die offiziellen Rennen begannen, versammelten sich die Medien für eine Sonderfahrt zum Gedenken an den italienischen Radrenn-Helden Gino Bartali. Wenn Sie seine Geschichte nicht kennen, schauen Sie hier nach, wie der während des Holocaust jüdisches Leben rettete.

Ups, sogar ein Profi wie Ruben Plaza Molina kann einen Fehlstart hinlegen.

Die besten vom Jerusalem-Marathon

The Real Jerusalem Streets, 20. März 2017

Der International Jerusalem Winner Marathon 2017
fand am Freitagmorgen, 17. März statt.
Die Straßen Jerusalems waren gesperrt und der Verkehr blockiert,

als 30.000 Läufer über die gesamte Marathonstrecke
und eine Reihe weiterer die kürzeren Distanzen liefen.

Während die Teilnehmer des vollen Marathons vorbeikamen

suchte wenigstens ein Mann Aufmerksamkeit,

genauso die beiden Männer in Kilts und Schottenmützen.

Mehr als 60 Staaten waren vertreten,

aber ich sah nur die französische Flagge.

In der Menge für den vollen Marathon liefen Frauen mit.

Zehntausende liefen durch die Straßen
auf der Route, die sich um und durch die Altstadt schlängelte.

Die Nummer 1 vom letzten  Jahr war dieses Jahr wieder Erster.

Nachdem er den Boden küsste,
gratulierten Marathonsieger Shadrack Kipkogey der
Bürgermeister Nir Barkat, der für den 10km-Lauf angezogen war.

Ich machte 500 Fotos und es war schwierig
die Entscheidung zu treffen, welche ich einstelle.

Aber an der Startlinie und am Ziel

wurden tausende Selfies gemacht.

Eins meiner Lieblingsfotos und die zugehörige Geschichte:
Ich postete ein Foto einer rot angezogenen Familie aus Südafrika
direkt nach dem Rennen abends nach dem Rennen auf Facebook.

Und bis zum Morgen waren alle Namen getaggt.

Entlang der Route gab es Wasserstationen,

dazu diese, an der die Läufer nach dem Rennen
wieder in den Gan Sacher, den Sacherpark kamen.

Im Park befanden sich Zehntausende,

die die Musik und

die angebotenen Aktivitäten genossen.

Am Start gab es ein neues Unterhaltungsprogramm,

aber viele Teilnehmer waren so aufgeregt, dass sie das kaum wahrnahmen.

Alleine zur Startlinie zu gelangen dauerte wegen
der Sicherheitsmaßnahmen und der Menschenmengen,
die überall herumgingen, ziemlich lange, länger als sonst.

Das 10km-Rennen hatte 3 verschiedene Startzeiten und –Gruppen

für die Tausende Teilnehmer.

Knallbunte Shirts Dutzender Wohlfahrtsorganisationen
wurden von tausenden Läufern getragen

und diese für Shalva walkende Frau
war auch dieses Jahr wieder dabei.

Erinnern Sie sich, dass ich sagte, ich hätte nie den Bürgermeister laufen sehen?

Nun, dieses Jahr sah ich ihn am Start

und wieder am Ende des Rennens am Ziel.

Ich sah sogar den Mann, der der nächste Bürgermeister sein möchte,
am Start wie am Ziel.

Die Zahl derjenigen, die den Jerusalem-Marathon beobachteten,
ist so groß geworden, dass es schwierig ist Familie oder Freunde zu finden.

Einer der Gründe, dass die Zahlen so stark zugenommen haben,

ist die Teilnahme an einem besonderen Familienlauf.
Um 10.30 Uhr warteten 6.000 Personen
um zum letzten Rennen des Tages zu starten.
Ich blieb nicht zum Startschuss,
weil ich zum Ziel des 10km-Rennens lief.

Und die Familienmitglieder, nach denen ich Ausschau hielt?

Ich sah niemanden davon!

Als ich nach Hause ging, kam ich an denen vorbei,

die sich der Ziellinie langsamer näherten.

Einige Straßen wurden dieses Jahr früher für den Verkehr wieder freigegeben.

Und da war Barfuß-Rick,
immer noch lächelnd, während er einen weiteren Marathon beendete.
Ich bin nicht sicher, ob er 84 oder 5 der über 100 Marathons
war, die er ohne Schuhe gelaufen ist, um Geld für Soziales zu sammeln.

Zehntausende liefen durch die Straßen Jerusalems,
Millionen Dollar wurden für soziale Zwecke gesammelt.

Es gibt Leute, die ihn immer noch hassen,
aber freuen Sie sich auf einen noch größeren und besseren im nächsten jahr.
Das Datum für den nächsten Jerusalem-Marathon steht fest:

  1. März 2018

Bis dahin sollte ich lieber eine App für mein Handy haben,
damit ich weiß, wie viele Kilometer ich zurücklege.
Ich könnten weit mehr sein als ein voller Marathon.

Um mehr Fotos vom Jerusalem-Marathon zu sehen,
die auf Facebook gepostet wurden,
klicke Sie bitte

HIER

Jerusalem-Marathon: Auf die Plätze, Fertig, Los

The Real Jerusalem Streets, 17. März 2017

Der Jerusalem-Marathon 2017 fand am 17. März statt.
Ein Ziel war schon seit Tagen aufgebaut,

aber es gab für die Marathonläufer mindestens drei dieser massiven Bögen,
zwei über der Straße und ein weiteres im Gan Sacher, dem Sacher-Park.

Schilder und weitere Schilder waren aufgehängt worden,
aber es ist nicht immer klar, wo man lang muss.

Allerdings hatte eines außerhalb des Beit Hanasi,
des Hauses des israelischen Präsidenten

eine klare Aussage: Es wünschte der Läufern Glück.

Internationale Teilnehmer kamen an.
Auf einer Pressekonferenz am Tag vor dem Rennen

wurde Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat Milind Soman vorgestellt.

Ich haben keine Informationen zu Bollywood-Stars verfolgt,

aber jetzt bin ich Fan von Milind.

Soman sprach enorm emotional von seinem ersten Besuch in Jerusalem.
Vielleicht nehmen wir hier zu vieles selbstverständlich
und brauchen einen Besucher, um daran erinnert zu werden,
wie besonders diese Straßen sind.

Internationale Marathon-Läufer posierten mit dem Bürgermeister,
im Hintergrund die Altstadt und der Davidturm.
Einige von ihnen sahen als vertraut von früheren Marathonläufen aus.

Sieben Jahre lang haben ich versucht den Bürgermeister im Lauf zu erwischen
und an diesem Aufwärmtag war ich endlich erfolgreich,

auch wenn der Typ in der roten Jacke viel näher dran war.

Und während sie liefen,

standen diese Leute auf den Mauern am Davidturm.

Man weiß nie, wen oder was man in Jerusalem sehen wird!

Der Bürgermeister führte eine Gruppe internationaler Läufer
durch die Mamilla-Einkaufszone.

Ich frage mich, ob dieser Typ jemals aufsah und etwas bemerkte.

Die Straßen waren mit 30.000 Läufern gefüllt
und einige Straßen waren am Freitagmorgen gesperrt,
aber man muss aufhören zu texten, um sie zu sehen, wie sie vorbeihuschen.

Läufe in Jerusalem haben einen langen Weg hinter sich.

Der Jerusalemer Gewinner-Marathon 2017 war großartig,
die besten Fotos in der nächsten Woche.

Diesmal erwischte ich den Bürgermeister an der Start- und Ziellinie!

Wenn Sie es verpasst haben in Jerusalem in Israel zu sein,
dann setzen Sie das Datum für nächstes Jahr auf den Kalender,
es ist eine wahrlich besondere Erfahrung.

9. März 2018

שבת שלום

Shabbat shalom