Harte Kritik von NGO-Monitor an Finanzierung des Blogs „+972“

Schoah-Stiftung beendet Arbeit mit israelischer NGO, die die „Nakba“ unterstützt

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 25. Januar 2012

Die in Jerusalem ansässige Watchdog-Organisation NGO-Monitor kritisierte eine große deutsche Stiftung am Mittwoch scharf, weil die das linkslastige Online-Magazin +972 finanziert.

Die Heinrich-Böll-Stiftung, ein deutscher Thinktank, der der Grünen Partei nahe steht, gab dem Magazin €6.000; dieses nutzt Israels internationale Telefonvorwahl als Titel.

Professor Gerald Steinberg, Chef von NGO-Monitor, sagte der Jerusalem Post: „Die Entscheidung der Heinrich-Böll-Stiftung +972 zu unterstützen erfüllt kein humanitäres Ziel und fördert nicht Frieden und Verständigung.“

Er fuhr fort, dass die Stiftung „die Finanzierung eines Online-Magazins nicht rechtfertigen kann, das Englisch Sprechende als Zielgruppe hat und regelmäßig voreingenommene und einseitige Perspektiven des arabisch-israelischen Konflikts präsentiert. Diese Finanzen helfen eine Plattform zu geben, die zur Dämonisierung Israels genutzt wird. +972-Reporter und –Blogger beschwören z.B. die von Hass erfüllte ‚Apartheid‘-Analogie. Warum gehen deutsche Steuergelder an diese kontraproduktive Aktivität?“

+972 ist ein Auf Blogs basierendes Internet-Magazin, das einer Gruppe israelischer Journalisten und Bloggern gemeinsam gehört, deren Ziel es nach eigenen Angaben ist „frische, originelle, bodenständige Berichterstattung und Analyse von Ereignissen in Israel und Palästina zu bieten“. Zu den Mitwirkenden gehört Haggai Matar; er schrieb im Januar auf +972: „Dutzende Aktivisten der Volkskomitees versammelten sich in Jericho für eine ‚Freiheitsfahrt‘: einen Versucht mit ihren Autos auf den Schnellfahr-Spuren der Apartheidstraßen nach Ramallah zu fahren, die nur für Israelis reserviert sind.“

Kritiker, darunter NGO-Monitor, haben eingewendet, dass den Begriff Apartheid auf Israel anzuwenden die Kriterien modern Antisemitismus erfüllt, denn damit wird versucht dem jüdischen Staat seine Legitimität zu nehmen.

Auf die Frage, ob die Böll-Stiftung den Vergleich als antisemitisch erachtet, sagte ihre Sprecherin Karoline Richter der Post, die Stiftung betrachte die Verwendung des Apartheid-Begriffs als Teil der „kritischen Solidarität mit Israel“ und der Thinktank wollen +972 nicht zensieren.

Ralf Fücks, Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung, schreib ein einer Stellungnahme an die Post: „Die Heinrich-Böll-Stiftung stimmt nicht mit jeder Meinung überein, die in Einzelbeiträgen für die Seite zum Ausdruck gebracht wird, wegen ihrer Überzeugungen zur Pressefreiheit hat sie aber nicht und will nicht in den Inhalt eingreifen.“

„In diesem Zusammenhang ist unser Zuschuss an 972mag.com Teil einer differenzierten und pluralistischen Agenda, die wir in Israel verfolgen“, fügte er hinzu.

+972 hatte zur Anfrage der Post keine sofortige Antwort.

Steinberg sagte: „Im Gegensatz zu den Behauptungen der Böll-Stiftung präsentiert +972 eine einseitige, hoch verfälschte Sicht des komplexen arabisch-israelischen Konflikts. Solche Eingriffe in die inneren Angelegenheiten eines anderen, souveränen Staates ist eine eklatante Verletzung demokratischer Normen.“

Derweil hat die deutsche Stiftung EVZ ihre finanzielle Unterstützung für Zochrot eingestellt, eine israelische NGO, die die nakba unterstützt. Die Palästinenser verwenden das Wort nakba (Arabisch für Katastrophe), um Israels Existenz abzulehnen und der schätzungsweise 700.000 Palästinenser zu gedenken, die während des Unabhängigkeitskriegs 1948 flohen.

Steinberg sagte: „Das ist ein signifikanter Sieg im Kampf darum die Finanziers für ihre Unterstützung von NGOs zur Verantwortung zu ziehen, die sich an der Dämonisierung beteiligen. Zochrot ist eine radikale israelische NGO und unterstützt den palästinensischen Anspruch auf ein „Rückkehrrecht“ – das keine juristische Grundlage hat und die Existenz Israels als jüdischem Nationalstaat beenden würde – sowie die gewalttätige „Free Gaza-Flottille“ befürwortete und Israel fälschlich „ethnischer Säuberung“ und „Zwangsvertreibung und –enteignung des palästinensischen Volks“ beschuldigt.“

In einer E-Mail an die Post schrieb am Mittwoch Eugen Esau, Sprecher der EVZ, dass „die Unterstützung für Projekte von Zochrot am 31. Dezember 2011 vertraglich endete.“

Deutsche nutzen „antiisraelische“ Juden, um Holocaust-Schuld zu mildern

Analyse: Welche Mechanismen lassen einige deutsche Lehrer, Schüler, Beschäftigte der Stiftung EVZ Israel in den Prügelknaben für Europas Schuld verwandeln?

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 16. Oktober 2011

Das Exposé der Jerusalem Post zur deutschen Holocuast-Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) Ende September und Anfang Oktober deckte auf, dass zwei ihrer Oberschul-Programme zum Holocaust von Hass gegen den jüdischen Staat angetrieben waren. Welche sozialen und psychologischen Mechanismen lassen deutsche Lehrer, Schüler und Beschäftigte der Stiftung EVZ den Holocaust marginalisieren und den Staat Israel zu einem öffentlichen Prügelknaben für Europas Schuldgefühle wegen der Verbrechen der Shoah machen?

In einer Reihe Interviews mit führenden israelischen und niederländischen Spezialisten am letzten Sonntag untersuchte die Jerusalem Post das Bedürfnis vieler Europäer die Schuldgefühle zur Erinnerung an die Beteiligung ihrer Vorfahren am Holocaust zu löschen.

Die EVZ nutzte €38.690, um 2010/2011 Schüleraustauschprogramme zu fördern, bei denen Israel mit dem früheren, repressiven und stalinistischen ostdeutschen Staat gleichgesetzt wurde und Schüler krude Karikaturen von Juden in einer Broschüre veröffentlichten. Deutsche Steuergelder finanzierten das Engagement des hardcore-antiisraelischen Holocaust-Überlebenden Hajo Meyer durch die Anne Frank-Gesamtschule in Gütersloh, um vor deren Schülern zu sprechen. Meyer nannte Israel vor den Schülern einen „kriminellen Staat“ und setzte das Leiden der Palästinenser mit der Verfolgung und dem Massenmord an Juden während des Holocaust gleich.

Dr. Manfred Gerstenfeld, Vorsitzender des Jerusalem Center for Public Affairs und Autor eines Buchs über den Missbrauch der Erinnerung an den Holocaust, sagte: „Palästinenser mit Opfern der Schoah gleichzusetzen ist Teil der weit breiteren Verzerrungskategorie der Umkehrung des Holocaust. Diese Umkehrer der Geschichte stellen die Juden als Nazis hin. Die wenigen dieser jüdischen ideologisch Pervertierten bekommen Öffentlichkeit, weil viele weitere Nichtjuden diese Dinge von Juden hören wollen.“

Gerstenfeld, der in Holland aufwuchs, ist ein Experte für modernen europäischen Antisemitismus; er zitierte den Autor Leon de Winters Sichtweise zu den „Fälschern der Geschichte“, die wegen des Holocaust Juden höhere ethische Standards aufbürden: „Der Autor Leon de Winter sagte mir einmal: ‚Sie repräsentieren die Schoah als eine Bildungsinstitution für Juden, um jüdische Moral zu lehren. Mit anderen Worten: Die Nazis hielten in den Konzentrationslagern Kurse ab, um die Juden mit Menschlichkeit zu tränken.‘“

Über die Motive Meyers und den steten Strom an Einladungen durch NGOs überall in Europa, damit Meyer seine Abscheu gegenüber Israel zum Ausdruck zu bringen, sagte de Winter – ein jüdisch-niederländischer Bestseller-Romanautor, der Post: „Meyer ist en trauriger und extremer Fall von ‚Überlebenden-Schuld‘, was ihn dazu geführt hat alles Jüdische zu hassen. Er ist Mitglied jeder Israel-Bashing-Gruppe in Holland; und weil er Jude und Holocaust-Überlebender ist, lieben sie ihn. Er vereint seinen Selbsthass mit Eitelkeit – ein furchtbarer Mix. Er kann gleichzeitig eitel und voller Selbsthass sein, weil er stolz darauf ist in der Lage zu sein aus dem Holocaust Sinn zu ziehen: Die Juden sind wegen ihrer Regeln, Gesetze und Behauptung außergewöhnlich und ‚erwählt‘ zu sein verantwortlich zu machen.“

„In einem Buch über ‚Das Ende des Judentums‘ – ein Ende, das er befürwortet – schrieb er, dass das ‚Anderssein‘ der Juden, wie auch ihre Speisevorschriften, verursachten bereits vor Tausenden Jahren Antipathien“, fuhr de Winter fort. „Es ist ein faszinierender und Angst einflößender Weg zu überleben – er ist immer noch der Gefangene der Nazis von einst, indem er den Hass der Nazis komplett verinnerlicht.“

Zur Notwendigkeit, Redner wie Meyer bei europäischen Veranstaltungen zu Gast zu haben, sagte Prof. Gerald Steinberg, Kopf der Watchdog-Organisation NGO-Monitor aus Jerusalem: „Das Böse haust in denen, die Meyers Tragödie für ihre zynische Agenda ausbeuten.“

Steinberg und NGO-Monitor legten die unpassende Finanzierung des Programms der Anne Frank-Schule Anfang Oktober offen. Er argumentiert, dass es „eine Bereitschaft seitens Organisationen und Einzelpersonen“ in Europa gibt, die es Kritikern wie Meyer und der amerikanisch-jüdischen, antizionistischen und 1939 vor dem Holocaust nach England geflohenen Aktivistin Hedy Epstein erlaubt Positionen zum Ausdruck zu bringen, die die Existenz Israels delegitimieren: Es gibt eine Nachfrage dafür und es lindert den Schuldkomplex der Europäer“, sagte Steinberg.

Er fügte an, das die „deutsche Organisation“ [die EVZ] eine Plattform dafür bietet ihre extremen psychologischen Reaktionen durch Meyer und Epstein zu verfestigen. Ein Holocaust-Überlebender wie Meyer hilft „ihre Schuld [die der Europäer] zu stillen“ und eine Organisation [die EVZ] sollten nicht Teil dieser Ausbeutung sein.“

Steinberg und NGO-Monitor haben die EVZ aufgerufen das Missmanagement von Geldern zu wieder gutzumachen und die Mittel dazu zu nutzen zum Holocaust zu bilden und Überlebende zu entschädigen.

Die Nutzung von antiisraelischen Juden wie Meyer und Epstein erinnert an die bitter polemische Zeile des österreichisch-jüdischen Satirikers und Humoristen Alexander Roda Roda (1872 – 1945): „Aus dem Antisemitismus könnte schon was werden, wenn nur die Juden sich seiner annehmen würden.“

Kurz gesagt: Einige deutsche Pädagogen nutzen Gestalten wie Meyer aus, um indirekt zu tun, was sie direkt nicht tun können, nämlich Israel mit Nazideutschland gleichzusetzen. Die EU-Definition des Antisemitismus beschreibt den Israel = Nazis-Vergleich als eine zeitgenössische Form des Judenhasses.

Die EVZ hat das Programm der Anne Frank-Schule verteidigt und es abgelehnt ihre Gelder für die antiisraelischen Aktivitäten und ihre Trivialisierung bei den Holocaust-Workshops zurückzufordern. Entsprechend der Äußerungen gegenüber der Post und dem Kuratorium der EVZ plant der umstrittene EVZ-Chef Dr. Martin Salm die Programmstruktur einer Überprüfung zu unterziehen.

Gunnar Weykam, Leiter des „Palästina-Projekts“ der Anne Frank-Schule hat es abgelehnt sich der Post gegenüber zur Nutzung von EVZ-Geldern seiner Schule zum Israel-Bashing zu äußern. In einer E-Mail an die Post schrieb er, er wünsche zuerst den Bericht über die Aktivitäten der Schule zu lesen. Die Schule ist nach der deutsch-jüdischen Teenagerin Anne Frank benannt, die von den Deutschen im Vernichtungslager Bergen-Belsen ermordet wurde.

Es gibt keinen Mangel an völkermörderischer antisemitischer Rhetorik und antisemitischen Terrorgruppen wie der Hamas und der Hisbollah. Man nehme das offenkundigste Beispiel des Regimes im Iran und seines Wunsches „Israel von der Landkarte zu wischen“ und den ersten Holocaust leugnet, während es einen atomar bewaffneten zweiten Holocaust gegen den jüdischen Staat plant.

All das hilft die Entrüstung über die blinden Flecken der EVZ zu erklären, wie auch die Besessenheit Weykams und seiner Schüler mit übertriebener Kritik an Israel und ihrer Ignoranz gegenüber tödlichem Antisemitismus und der Schoah.

Es ist ein wenig viel verlangt zu erwarten, dass Weykam das „Palästina-Projekt“ streicht und ein „Iran-Projekt“ schafft, um den modernen Antisemitismus zu bekämpfen und sich den Auftrag der Erinnerung an Anne Frank zu eigen zu machen.

Deutsches Programm nutzt Schoah-Gelder um Holocaust herunterzuspielen

Schulprogramm ist vehement antiisraelisch, sagt NGO-Monitor; Hauptkonzentration war angeblichen israelischen Verletzungen und Amoral gewidmet

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 14. Oktober 2011

Die deutsche Holocaust-Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) hat öffentliche Gelder genutzt, um eine zweites antiisraelisches Oberschulprogramm zu finanzieren, zu dem Elemente der Holocaustleugnung gehören, heißt es in einem neuen Bericht, der Freitag von der Jerusalemer Organisation NGO-Monitor veröffentlicht wurde.

Die neuen Enthüllungen setzen dem Paukenschlag von Ende September noch eins drauf, dass die EVZ 2010/2011 €21.590 für einen dubiosen Schüleraustausch zwischen einem ostdeutschen Gymnasium (Gerhard-Hauptmann-Schule) und einer israelische-arabischen Schule in Nazareth (Masar Institute for Education) zur Verfügung stellte, um Broschüren zu produzieren die Israels Existenz delegitimisierten. Die Broschüre verglich Israel mit dem früheren, kommunistischen ostdeutschen Staat und stellt jüdische Schüler in verzerrter und voreingenommener Weise dar.

Die Jerusalemer Watchdog-Organisation NGO-Monitor gab der Jerusalem Post Anfang Oktober einen Erstaunen erregenden Bericht über ein zweites von der EVZ finanziertes Schulprogramm, in dem anscheinend Holocaust-Gelder nicht angemessen verwendet wurden, um die Schwere des Holocaust herunterzuspielen und Hass gegen Israel zu fördern.

Nach Angaben des Berichts steuerte die EVZ zwischen März und Juli 2011 einer Partneragentur für ein Programm mit dem Titel „Menschenrechte – Rechte der Besatzung“ mit Schülern der deutschen Anne-Frank-Schule in Gütersloh und der palästinensischen School of Hope in Ramallah Gelder bei. Das Dokument von NGO-Monitor vermerkt, dass „zwar palästinensische Teilnehmer in Frage stellten, ob der Holocaust wirklich in diesem Umfang stattgefunden hatte“, das Hauptaugenmerk dem Vorwurf der Begehung von Verletzungen und Amoral seitens Israels gewidmet war, nicht der Holocaust-Bildung.

Im Juli 2011 hatte die Anne-Frank-Schule Hajo Meyer zu Gast, einen Holocaustüberlebenden und antiisraelische Aktivisten. In seiner Darstellung sprach Meyer vom „kriminellen Staat Israel“. Er wollte auch zum Ausdruck bringen, dass „heute viele Juden das Gefühl haben, niemand sonst habe gelitten wie sie während des Holocaust und dass sie das blind mache für die Leiden der Palästinenser unter der Besatzung“.

Der in Holland lebende Meyer hat argumentiert: „Die früheste Ursache für den Antisemitismus liegt im Judentum.“ Der prominente deutsch-jüdische Journalist Henryk M. Broder hat Meyer als „Kapazität für angewandte Judeophobie“ verrissen, der in „braunem Dreck“ der Nazizeit macht.

NGO-Chef Prof. Gerald Steinberg sagte der Post: „Die jüngsten Enthüllungen zur Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft sind moralisch schockierend und inakzeptabel. Statt junge Palästinenser, die gelehrt werden in Frage zu stellen, dass der Holocaust überhaupt stattfand, hat die Stiftung Programme geschaffen, die diese Tragödie als Teil der Dämonisierung Israels verwerten. Die Rolle Hajo Meyers, eines bejahrten Holocaustüberlebenden, bei diesen Bemühungen verstärkt den moralischen Missbrauch.“

Steinberg weiter: „Zu sagen, dass dies zur Delegitimisierung Israels und modernem Antisemitismus beiträgt, untertreibt die Sache. Statt die Gelder zu nutzen um zum Holocaust zu bilden und Holocaustopfer zu entschädigen, sponsert die EVZ Programme für deutsche Schüler, die den politischen Krieg gegen Israel zu spiegeln und den arabisch-israelischen Konflikt in hohem Maß entstellen. Deutsche Stiftungen und ihre offiziellen Vertreter haben eine besondere Verpflichtung solch inakzeptablen Aktivitäten gegenüber sensibel zu sein.“

Nach Angaben der Internetseite der deutschen Schule – benannt nach der deutsch-jüdischen Teenagerin Anne Frank, die in Bergen-Belsen ermordet wurde – wurde mit ihrem Namen ein Programm als „Orientierungspunkt für Werteentscheidungen“ aufgebaut.

Anfragen per Telefon und E-Mail der Post, die einen Kommentar von Gunnar Weykam – einem Lehrer der Schule, der das Austauschprogramm leitet – wurden nicht beantwortet; es ging darum, warum die Schule sich an antiisraelischen Aktivitäten beteiligt und es erlaubt, dass der Holocaust verharmlost wird. Weykam koordiniert das „Palästinaprojekt“ der Schule.

Anne Herzberg, Rechtsberaterin von NGO-Monitor, sagte der Post: „Dieses Programm braucht weit mehr als Veränderung und Evaluation. Die EVZ muss es sofort beenden und erst wieder beginnen, sobald das gesamte Programm, die Mitglieder des Komitees und die Beschäftigten komplett ausgebessert wurden.“ Sie fügte an: „Die deutsche Regierung hat nicht nur darin versagt Holocaustopfer zu entschädigen – durch ihre einseitige und obsessive Konzentration auf angebliche israelische ‚Sünden‘, scheint es so, dass das Geld dazu genutzt wurde die jüdische Erfahrung zu minimieren, während gleichzeitig aufhetzerisches Reden und die Spannung um den Konflikt verstärkt wird.“

Katja Wagner, Sprecherin der EVZ, sagte der Post, die EVZ habe 17.000 Euro für das Programm ausgeteilt, an dem die Anne Frank-Schule teilnahm. In einer der Post übergebenen Erklärung verteidigte die EVZ das Austauschprogramm der Anne Frank-Schule; sie sagte, es trage zu einer „anderen Wahrnehmung der Juden durch Palästinenser“ bei und bekämpfe „Antisemitismus und Feindseligkeit gegenüber Israel“.

Jüdische NGOs und akademische Experten zu Antisemitismus in Deutschland beschuldigen die EVZ Hass den jüdischen Staat zu schüren und moderne Formen des Antisemitismus in Deutschland zu ignorieren.

NGO-Monitor zitierte in seinem Bericht zu den pro-palästinensischen Aktivitäten der Anne Frank-Schule: „Als Teil dieses Programms haben deutsche Schüler sich ‚auf Artikel 17 der UNO-Menschenrechtscharta von 1948 konzentriert, in denen das Recht auf Landbesitz durch einen selbst wie auch durch andere‘ aufgestellt wurde. Die deutschen Schüler haben durch Gespräche mit Opfern, Rechtsanwälten, Menschenrechts- und Friedensaktivisten entdeckt und dokumentiert, ob, dass und wie der Staat Israel diese Rechte ignoriert.“

Bei NGO-Monitor heißt es: „Während eines Treffens im August 2011 mit dem Bürgermeister von Gütersloh ‚diskutierten die Schüler die Frage, was unsere Verantwortung für die deutsche Vergangenheit bedeutet und ob das impliziert, dass wir alle Menschenrechtsverletzungen kritisieren müssen, ungeachtet davon, wer sie begeht.“

Die deutschen Schüler trafen im April 2011 während eines Besuchs bei der „Frauengesellschaft Inash-Il-Osra“ in Al-Bireh Farida Amad. Amad sagte: „Vielleicht können wir Palästina in 50, 80 oder 100 Jahren befreien, aber ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass es eine Zeit geben wird, in der wir es zurückbekommen“, vermerkte NGO-Monitor.

Zahlreiche E-Mails und telefonische Anfragen zum finanziellen Missmanagement bei der EVZ an Volker Beck, einen stellvertretenden Vorsitzenden der Grünen-Partei, der im Vorstand der EVZ sitzt und regelmäßig Stellungnahmen gegen Antisemitismus und Israelhass ausgibt, wurden nicht beantwortet.

NGOs verlangen, dass deutsche Shoah-Gruppe an Opfer zahlt

Stiftung wird vorgeworfen 20.000 Euro missbraucht zu haben, um Programme zu finanzieren, die den jüdischen Staat delegitimieren

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 4. Oktober 2011

Die deutsche Stiftung EVZ, die gegründet wurde, um Sklavenarbeiter des Holocaust zu entschädigen und zeitgenössischen Antisemitismus zu bekämpfen, wird von israelischen, amerikanischen und deutschen NGOs getadelt, weil sie den über sie berichteten Missbrauch öffentlicher Gelder zur Unterstützung antiisraelischer Aktivitäten nicht behebt.

Prof. Gerald Steinberg, Präsident von NGO Monitor aus Jerusalem, sagte der Jerusalem Post am Sonntag: „Es ist sehr Besorgnis erregend, dass die Stiftung Erinnerung-Verantwortung-Zukunft keine konkreten Schritte unternommen hat, um Opfer der Nazis zu entschädigen und zu den Schrecken des Regimes Bildungsarbeit zu leisten.“

„Statt ihr Ziel zu erfüllen und Antisemitismus zu bekämpfen – beides Teil des Auftrags der Stiftung – hat die EVZ deutsche und arabische Schülerprogramme finanziert, die verdrehte Ansichten des arabisch-israelischen Konflikts präsentieren, israelische Politik mit der früherer, repressiver deutscher Regierungen gleichsetzen und Studienmaterial mit antisemitischen Bildern und Texten entwickelten“, fügte Steinberg an.

NGO Monitor, eine bekannte Watchdog-Organisation, hat im Verlauf der Jahre Europäische NGOs bloßgestellt, die öffentliche Gelder unangemessen verwendeten, um Israels Legitimität als Staat zu untergraben. Nach Angeben von NGO Monitor beobachtet die Gruppe genau, wie europäische NGOs arbeiten und ihre Fehlleitung von Geldern „zur Förderung des palästinensischen Narrativs und nicht für Frieden schaffende Maßnahmen, die auf Verständnis für einander gründen“.

Die EVZ wurde im Jahr 2000 mit einer Kasse von 5 Milliarden Euro von der deutschen Bundesregierung und der deutschen Industrie gegründet, um ehemalige Slaven- und Zwangsarbeiter der Nazizeit zu entschädigen. Ein Beitrag der EVZ-Gelder sollen Bildungsprojekte finanzieren.

Steinberg sagte der Post: „Die EVZ missbraucht 20.000 Euro, um Programme zu finanzieren, die genau genommen dazu beitragen Israel zu delegitimieren. Diese Information wurde der EVZ vorgelegt und dennoch lehnt es die Stiftung ab zu sagen, wie sie die Situation in Ordnung bringen will. Die deutsche Regierung, die die EVZ finanziert, sollte sofort die Geldzuweisungen einstellen und, bis die vollständigen Auswertung der Mitglieder des Komitees, der Finanzierungsmechanismen und der Programme abgeschlossen sind, alle Tätigkeiten stoppen.

Die Post berichtete vorige Woche, dass die EVZ deutsche Steuerzahlergelder benutzte, um Schulbroschüren zu veröffentlichen, die Israel als gewalttätigen Staat darzustellen, der israelisch-arabische Schüler diskriminiert. Die Schulbroschüre setzte Israel mit dem ehemaligen kommunistischen, ostdeutschen Staat gleich und behauptet, dass Palästinenser und Deutsche beide Opfer sind. Das Nazi-Regime, sagen Historiker, beschwor regelmäßig das antisemitische Argument, die Deutschen seien Opfer jüdischer Komplotte.

Zahlreiche Anfragen der Post beim Vorsitzenden der EVZ, Dr. Martin Salm, und EVZ-Sprecher Dietrich Wolf Fenner, ob frü antiisraelische Aktivitäten missbrauchte Gelder zurückgezahlt werden, wurden nicht beantwortet. Die EVZ lehnte es ab weitere Post-Anfragen zu Kritik des European Jewish Congress, des Simon Wiesenthal Center und des American Jewish Congress aus der letzten Woche zu beantworten. Die EVZ sagte der Post letzte Woche, die Stiftung plane ihre Programme zu überprüfen.

Das Berliner Büro des American Jewish Congress (AJC) drängte die EVZ letzte Woche „die Richtlinien seiner Menschenrechtsprogramme zu überprüfen und gezielte Programme zu schaffen, um Antisemitismus zu bekämpfen und zu einem ausgewogenen Verständnis des modernen Israel beizutragen“. „Eine Stiftung, die von der deutschen Regierung und Industrie initiiert wurde, um das Leben von Millionen Sklaven der Nazis und Zwangsarbeiter zu ehren, sollte Initiativen Priorität geben, die gute Beziehungen zu Israel fördern und moderne Formen des Antisemitismus bekämpfen“, sagte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations.

Berger fügte hinzu: „Unglücklicherweise bilden Programme zur Bekämpfung von Antisemitismus einen extrem kleinen Teil des jährlichen Programms der Stiftung. Und einige Programme, die eine verdrehte Menschenrechts-Agenda spiegeln, könnten mehr Schaden anrichten als sie Gutes tun.“

Rabbi Andrew Baker, der Direktor für Internationale jüdische Angelegenheiten des AJC, ist Mitglied im Kuratorium der EVZ. „Ich erwarte, dass es eine umfassende Diskussion darüber gibt, wenn der Vorstand sich im Dezember trifft. Die Reputation der EVZ-Stiftung steht auf dem Spiel“, sagte Baker.

„Die deutsche Regierung muss ihre Rolle im Kuratorium der EVZ zur Geltung bringen“, sagte Anne Herzberg, Rechtsberaterin von NGO Monitor. Sie fügte hinzu: „Die Zeit für Ausflüchte ist vorbei. Die deutsche Regierung trägt die Verantwortung dafür, das in Ordnung zu bringen und zwar jetzt. Der bei den Schülern angerichtete pädagogische Schaden kann umgekehrt werden, wenn man sie die wahren Werte der Menschenrechte, von Toleranz und den Realitäten des Antisemitismus lehrt. Am wichtigsten ist, dass die Regierung direkte Zahlungen an Überlebende regeln muss, wie es ursprünglich vorgesehen war.“

Sacha Stawski, Kopf der deutschen Watchdog-Organisation Honestly-Concerned, die Antisemitismus in den deutschen Medien verfolgt, sagte der Post am Sonntag: „Es ist traurig genug, dass Dr. Salm – jemand der für eine Institution arbeitet, die sich das Ziel von „Erinnerung“, „Verantwortung“ und „Zukunft“ gesetzt hat – über so viele Jahre hinweg nichts wirklich begriffen hat, was Antisemitismus angeht, wenn er dann sagt, er sei absolut sicher, dass keine der Karikaturen antisemitisch motiviert sind.“

Stawski, dessen Organisation am 23. Oktober in Frankfurt die größte pro-israelische europäische Konferenz organisiert, fügte an: „Wachen Sie auf, Dr. Salm: Es war ihr Job diese Jugendlichen zu lehren keine Antisemiten zu sein und doch haben sie am Ende Ihres Projekts von Hass erfüllte, antisemitische Bilder gemalt. Sie haben versagt. Ihr [mit öffentlichen Geldern finanziertes] Projekt ist gescheitert. Und statt Ihren Fehler zuzugeben und zuzugeben, dass noch viel getan werden muss, haben Sie versucht ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen. Sie hätten es besser wissen müssen und es sind Sie selbst, der sich ganz bestimmt disqualifiziert habt als Experte dem Ausschuss der Antisemitismus-Experten des deutschen Innenministeriums anzugehören, geschweige denn als Pädagoge einer Institution wie der EVZ zu wirken.“

Salm, der Kopf der EVZ, ist Mitglied der Kommission zu Antisemitismus der deutschen Bundesregierung. Die Kommission soll Anfang November einen Bericht über die Bemühungen zur Bekämpfung von Antisemitismus vorlegen.

Von Antisemitismus keine Spur oder: Deutsche Bildung in Aktion

Die Stiftung Erinnerung – Verantwortung – Zukunft soll eigentlich dafür sorgen, dass die von Nazideutschland benutzten Zwangsarbeiter entschädigt werden. Nebenher betreibt sie aber auch „Friedensprojekte“, darunter eines, das jetzt mächtig unter Beschuss kam: eine „Bildungsbroschüre“, die von Austauschschülern aus Nazareth und dem ostdeutschen Wernigerode erstellt wurde. Ulrich Sahm scannte die Broschüre und berichtete über sie, die Berichterstattung und die Reaktion der EVZ sowie der Beteiligten Lehrerin auf die Kritik:

Deutsche EVZ Stiftung zensiert israelische und deutsche Medien

„Sie verbreiten Hass“, berichtet eine israelische Zeitung über jene deutsche Stiftung, die Sklavenarbeiter aus der Nazizeit entschädigen und Antisemitismus bekämpfen sollte. In einer von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) finanzierten Broschüre eines Jugendaustausches zwischen der Gerhart Hauptmann Schule in Wernigerode in Sachsen-Anhalt und der arabischen Massar-Schule in Nazareth seien antisemitische und anti-israelische Stereotype zu erkennen. Mit 21.590 Euro hatte die EVZ jenen „deutsch-israelischen“ Jugendaustausch unterstützt.

So berichtete die israelische Zeitung Yedioth Ahronot. Am Tag darauf erschien beim Online-Dienst, Ynet, eine englische Übersetzung, und Israelnetz aus Wetzlar ein deutscher Artikel dazu.

Postwendend erhielten Ynet und Israelnetz ein englischsprachiges Schreiben des EVZ-Vorstandsvorsitzenden Dr. Martin Salm mit der Aufforderung, eine Gegendarstellung zu veröffentlichen, denn der Bericht „impliziert, dass die Stiftung EVZ antisemitische und anti-israelische Aktivitäten unterstützt“. Kopien der Email gingen an die israelische Botschaft in Berlin und die deutsche Botschaft in Tel Aviv.

Ynet-Chefredakteur Eran Tiffenborn erhielt zusätzlich einen Anruf. Die EVZ drohte ihm mit rechtlichen Schritten. „Bei uns rotierte die Redaktion wegen der UNO-Reden und Demonstrationen in Ramallah. Ich hatte keine Zeit, mit dem Herrn zu diskutieren und beschloss, den Text aus dem Netz zu nehmen“, erzählte Tiffenborn. Zudem sei Ynet nicht befugt, in der Zeitung abgedruckte Texte zu redigieren, sondern dürfe sie nur unverändert auf Englisch veröffentlichen. Auch der deutsche Online-Dienst Israelnetz kippte die Geschichte. Ein Israelnetz-Redakteur sagte: „Ich rieche, dass die uns rechtlich einen Strick drehen wollen“.

Dr. Salm von der EVZ hatte in einer ersten schriftlichen Stellungnahme die Antisemitismusvorwürfe von Yedioth Ahronot „entschieden zurückgewiesen“, aber schon fünf Tage später in einem weiteren schriftlichen „Statement“ die „missverständliche Projektpublikation“ bedauert. „Insbesondere zwei Zeichnungen wurden von israelischer Seite als antisemitisch gelesen. Dies bedauere ich zutiefst. Ich erkenne, welche bildlichen Elemente als antisemitischer Stereotyp gelesen werden könnten. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie nicht antisemitisch motiviert sind.“

Der Sinneswandel kam bei Salm, nachdem die Zeitung Jerusalem Post negative Reaktionen jüdischer Organisation in den USA und Deutschlands veröffentlicht hatte und deutsche Behörden, darunter das Auswärtige Amt, um Erklärungen gebeten hatte.

Salm schrieb nun: „Die Stiftung EVZ wird in keiner Weise zulassen, dass Kritik an gesellschaftlichen Zuständen zur Delegitimierung des Staates Israel dient. Sie nimmt die entstandenen Missverständnisse um dieses Projekt zum Anlass, ihre Förderpraxis in diesem Programm zu überprüfen.“

Als antisemitisch hatte zunächst der Korrespondent von Yedioth Ahronot Zeichnungen der Schüler aufgefasst. So sitzen da orthodox-jüdische Schüler mit Kippa und Schläfenlocken lachend in einem gut ausgestatteten Klassenraum, unter der Tafel „jüdische Schule“. Dem gegenübergestellt wurde ein überfüllter Klassenraum mit Spinnwegen und Gitterfenster einer „palästinensischen Schule“. Auf einem anderen Bild ist ein weißer israelischer Junge zu sehen, der einem dunkelhäutigen palästinensischen Altersgenossen die Hand reicht und fragt, ob er mit ihm befreundet sein wolle. Hinter ihm richtet ein israelischer Panzer sein Rohr auf die Kinder. So wird der Eindruck erweckt, als werde der Palästinenser zum Handschlag genötigt. Weiter werden in der Broschüre Parallelen zwischen der Teilung Deutschlands und der Teilung Palästinas, sowie zwischen Israel und der DDR gezogen, wobei beschrieben wird, wie Israel arabische Kinder diskriminiere.

Der Antisemitismusforscher Matthias Küntzel sagte auf Anfrage dem Europa-Korrespondenten der Jerusalem Post, Benjamin Weinthal, dass die EVZ mit ihrem „deutsch-israelischen Schülerprojekt“ einem Etikettenschwindel auf den Leim gegangen sei: „In ihrer Selbstdarstellung betont die [Massar] Schule, dass es bei ihr weder einen jüdischen Schüler noch einen jüdischen Lehrer gibt. Die Schule wird von einer privaten Organisation betrieben, die dem israelischen Bildungssystem vorwirft, die arabische Minderheit des Landes einer ‚sozialen Kontrolle’ und einer ‚sozialen Ausgrenzung’ zu unterwerfen. Dieses Projekt grenzt sich inhaltlich und methodisch von Israel ab. Es zielt nicht auf Integration, sondern auf Exklusion.“

Deidre Berger, Direktorin des „American Jewish Congress“ (AJC) in Berlin, erklärte derweil: „Eine Stiftung, die von der Deutschen Bundesregierung zusammen mit der deutschen Industrie ins Leben gerufen wurde, um die Zwangsarbeiter zu entschädigen, die unter nationalsozialistischer Herrschaft ausgebeutet wurden, sollte sich zum Ziel setzen, gute Beziehungen zu Israel zu fördern und gegenwärtige  Formen des Antisemitismus zu bekämpfen“

Das zweite „Statement“ der EVZ enthält eine „entsetzte“ Reaktion der SchülerInnen und Lehrkräfte auf die „negativen Lesart“ des Projekts. Die Lehrerin Constanza Röthing vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium im Namen der deutschen Schüler: „Wir, die Schüler, die an einem Projekt der Stiftung EVZ zwischen unserer und einer Schule aus Nazareth beteiligt waren, sind empört über den Artikel („Compensating with Hatred“) eines Journalisten, der unsere gemeinsam erstellte Broschüre zum Anlass nimmt, um uns antisemitisches Gedankengut zu unterstellen. Ohne je mit einem Schüler oder Verantwortlichen des Projektes gesprochen zu haben, projiziert er in unsere Schülerreflexionen negatives Gedankengut hinein.“

Der Lehrerinnenfrage, ob das recherchierter Journalismus sei, folgt die Beschreibung eines positiv empfundenen „Zusammenlebens der Menschen in Nazareth, einer israelisch-arabischen Stadt“ Die Lehrerin verschweigt freilich, dass in der größten arabischen Stadt Israels, Nazareth, im Rahmen dieses „Zusammenlebens“ nach Angaben der Stadtverwaltung Null Juden leben. Ein deutscher Bewohner Nazareths meint vorsichtig: „Es könnte ein paar Araber hier geben, die vielleicht eine Jüdin geheiratet haben.“

Es ist immer wieder entlarvend, wie ahnungslos rechtfertigend und bestreitend Menschen antisemitische Darstellungen verharmlosen und weit von sich weisen, dass irgendetwas Schlimmes in dem steckt, was sie treiben. EVZ-Chef Salm ruderte noch zurück, konnte sich aber nicht aufraffen seine Überreaktion gegenüber der Kritik einzugestehen und die antisemitischen Aspekte der Broschüre zu verurteilen. Dass er weiter der Überzeugung ist, dass die inkriminierten Bilder „nicht antisemitisch motiviert“ seien, ist lächerlich. Es mag sein, dass die zeichnenden Schüler das nicht antisemitisch sehen, aber dann lediglich deshalb, weil sie diese Haltung als völlig normal betrachten. Objektiv ist das Antisemitismus und das darf nicht heruntergespielt oder gar entschuldigt werden, auch nicht mit „Nichtwissen“ oder als „unbeabsichtigt“. Ross und Reiter müssen genannt und gegen sie vorgegangen werden.

Die Lehrerin der Schule aus Wenigerode ist da noch ein ganz anderer Fall. Sie streut Desinformation, indem sie der Öffentlichkeit in ihrer Stellungnahme entscheidende Fakten verschweigt. Neben der stolz propagierten Judenreinheit der Schule in Nazareth sowie dem dort nicht existierenden Zusammenleben von israelischen Arabern und Juden verschweigt sie mehr, wie tw24 herausfand; die Dame hatte eine Frage hinzugefügt, die Sahm nicht zitierte (Heraushebung durch tw24):

Wir, die Schüler, die an einem Projekt der Stiftung EVZ zwischen unserer und einer Schule aus Nazareth beteiligt waren, sind empört über den Artikel (‘Compensating with Hatred’) eines Journalisten, der unsere gemeinsam erstellte Broschüre zum Anlass nimmt, um uns antisemitisches Gedankengut zu unterstellen. Ohne je mit einem Schüler oder Verantwortlichen des Projektes gesprochen zu haben, projiziert er in unsere Schülerreflexionen negatives Gedankengut hinein. Ist das recherchierter Journalismus?

Sie greift die Journalisten also bei ihrer Berufsehre und liest ihnen die Leviten, dass sie nicht ordentlich arbeiten. Das hätte man der Dame selbst vorher schon vorwerfen können, denn sie hat sich nicht um die Umstände gekümmert, unter denen die arabischen Schüler einer offensichtlich rassistischen Schule, betrieben von einer israelfeindlichen Organisation, zu ihren Darstellungen kamen. Sie hätte als Pädagogin dafür sorgen müssen, dass ihre eigenen Schüler nicht nur die einseitigen Darstellung der Muslime aus Nazareth erfahren. Sie hätte dafür sorgen müssen, dass das rassistische Element aus Nazareth wenigstens deutlich wird, wenn sie schon nichts dagegen setzt. Aber vermutlich – nun, das ist spekulativ – haben die Gehässigkeiten aus der Massar-Schule ihr ganz gut ins eigenen Bild gepasst, das natürlich völlig gerechtfertigt, neutral und vorbildlich ist.

Haben die Schüler der Frau Röthing etwas davon erfahren, wie Muslime in Nazareth ihr christlichen Mitbürger unter Druck setzen und drangsalieren? Wie sie versuchten eine Megamoschee zu bauen, die die Verkündigungskirche verdeckt und dominiert? Wie sie randalierten, als die Behörden ihre Pläne nicht genehmigten? Haben die Schüler offensichtlich nicht. Das wäre auch Aufgabe der Lehrerin gewesen, die von so wunderbarem Zusammenleben fantasiert, das es da in Nazareth gibt.

So weit zu den sträflichen Unterlassungen. Allerdings leistet sie sich dann eine dreiste Lüge, die im obigen Zitat hervorgehoben wurde:

Ohne je mit einem Schüler oder Verantwortlichen des Projektes gesprochen zu haben, projiziert er in unsere Schülerreflexionen negatives Gedankengut hinein.

tw24 hierzu:

Das darf man, zurückhaltend formuliert, wohl einigermaßen dreist nennen – denn es wurde nicht nur recherchiert, es gab auch Bemühungen, mit “Schüler[n] oder Verantwortlichen des Projektes” zu sprechen:

“Dr. Ralf Possekel, head of programs for EVZ, wrote the Post on Thursday, ‘The German students, to my knowledge, do not want to speak with journalists after this incident, because they do not trust that the reporting will be correct.’”
(Dr. Ralf Possekel, Chef der Programme der EVZ, schrieb der Jerusalem Post am Donnerstag: „Die deutschen Schüler wollten meines Wissens nach dem Vorfall nicht mit Journalisten sprechen, weil sie kein Vertrauen haben, dass die Berichterstattung korrekt sein wird.“ – Übers. heplev)

Erst Kontakte mit jüdiisraelischen Journalisten ablehnen, dann darüber klagen, diese hätten doch gar nicht gefragt – wahrlich, zum Glück gibt es seit 1945 keine Antisemiten mehr in Deutschland, man müßte sonst den Alliierten Vorwürfe machen…

Das ist dann wohl gewollte, wahrheitswidrige Falschdarstellung – also klare Lüge. Wie verträgt sich das mit dem Lehr- sowie dem pädagogischen Auftrag?

Fazit: Einmal mehr erweist sich Kritik an „Israelkritik“ als gerechtfertigt, einmal mehr erweisen sich „Israelkritiker“ als unredlich, einmal mehr muss Hetze gegen Israel festgestellt werden, die sich ganz „unschuldig“ in eine harmloses Schülerprojekt kleidet. Junge Menschen, die lernen sollen Informationen zu sammeln, zu verarbeiten und kritisch damit umzugehen, um Falsches zu erkennen und sich ein eigenes Bild zu machen, werden indoktriniert, indem ihnen einseitige „Fakten“ übergestülpt werden, ohne dass sie die Gegenposition kennenlernen. Dafür werden Ressentiments geschürt und auch noch in Menschenrechts-Ikonografie gekleidet, als objektiv und richtig. Antisemitismus wird nicht erkannt, abgestritten und Einsicht ist bei gewissen Leuten schon mal gar nicht zu erkennen. Und wer merkt, dass er da etwas falsch gemacht oder gesehen hat – wie Herr Salm – tüncht das über und ergeht sich in hehren Worten, statt mal zu sagen, dass er Mist gebaut hat. Bloß nichts zugeben! Wunderbare neue Welt!