Israel wird in unruhiges Fahrwasser navigiert

Nahezulegen, dass die Hisbollah ein separater Teil des kulturellen und politischen Lebens des Libanon ist, bedeutet den Libanon falsch zu verstehen. Anzudeuten, dass Israel mit der libanesischen Regierung verhandelt und nicht mit Hassan Narallah, ist ein tödlicher Fehler.

Barry Shaw, Israel HaYom, 11. Oktober 2022

Premierminister Yair Lapid hat den Hof verschenkt, genauer gesagt Israels Seegebiet; und was hat das Land im Gegenzug bekommen? Einen Ohrfeige, weil der Libanon alles nahm, was ihm geschenkt wurde und die Torpfosten weiter auseinander setzte, indem er zuvor vereinbarteb israelische Sicherheits- und Ausgleichsanforderungen nicht zustimmte.

In Reaktion versetzte Verteidigungsminister Benny Gantz , der den Konditionen eines schlechten Deals ebenfalls zugestimmt hatte, die israelischen Verteidigungskräfte in Alarmbereitschaft. Jetzt bereiten israelische Entscheidungsträger verschiedene potenzielle Militärszenarien vor, weil die Spannungen mit dem Libanon wieder zugenommen haben; dafür gibt es sowohl defensive als auch offensive Einsatzpläne.

Eine der geänderten libanesischen Klauseln fordert, dass Total Energy – das französische Energie-Konglomerat, das die Lizenz sowohl für Israels Karisch-Plattform als auch für die zukünftigen Bohrungen des Libanon hält – einen Teil des Reservoirs in den Gewässern kauft, die Israel dabei war dem Libanon zu übergeben.

Das ist ein libanesisches Eingeständnis, dass die umstrittenen Gewässer in der Tat zumindest teilweise israelisches Hoheitsgebiet sind, das Lapid und Gantz ihnen gegen einen geringen Anteil an der Lizenzgebühr schenken, falls und wenn der Libanon in der Lage ist dort zu bohren.

Israel hat die USA informiert, die als Vermittler agiert und die von vielen als den Libanon gegenüber Israel den Vorzug gebend betrachtet werden, dass es die libanesischen Änderungen an dem ablehnt, was von vielen im Land als bereits schlechte Idee angesehen wird.

Vertreter der USA und vielleicht Leute in Israels Führungsebene schienen nicht zu begreifen oder sie ignorieren, wer die Entscheidungsträger im Libanon sind. Dazu gehören in erster Linie die Führer des libanesischen Parlaments und der religiöse iranische Stellvertreter Hisbollah, die libanesische Zwillinge sind, zusammengewachsen an der Hüfte ihrer schiitischen Verbindungen.

Jeder kennt Hassan Nasrallah, den Turban tragenden Hisbollah-Führer. Aber nicht viele sind sich der vertrauten Verbindung zwischen diesem vom Iran gestützten terroristischen Unruhestifter und dem kultivierten verdienten Staatsmann Nabih Berri bewusst, seit 1992 libanesischer Parlamentspräsident und, was genauso bedeutend ist, Leiter der libanesisch-schiitischen Amal-Bewegung.

Eine der schockierenden Offenbarungen des letzten ICT-Weltgipfels zur Terrorbekämpfung in Herzliya war, wie tief und weit die Geldwäsche- und Geschäftsfirmen der Hisbollah in Südamerika reichen und wie ihre expandierende Familien- und Clan-Verbindungen die Verbreitung ihrer legitimen und kriminellen Unternehmungen stärken, darunter dass sie gewisse korrupte Führer und mehrere zentral- und südamerikanische Länder in ihrer Tasche haben.

Anzudeuten, dass die Hisbollah ein separater Teil des kulturellen und politischen Lebens des Libanon ist, bedeutet den Libanon falsch zu verstehen. Nahezulegen, dass Israel über einen Vertreter der USA mit der libanesischen Regierung verhandelt und nicht mit Hassan Nasrallah, ist ein tödlicher Fehler.

Zu sagen, dass die Hisbollah kein Empfänger zukünftiger Erdgas-Einkommen ist, ist wahnhaft. Ich wiederhole: Sie sind mit der Amal an der Hüfte verwachsen und Amal und Hisbollah kontrollieren, was im Libanon abläuft.

Ein unberücksichtigtes Ergebnis der Abtretung der legitimen Seerechte Israels an den Libanon ist das, was geschehen wird, wenn die Menge oder die Qualität des Gases nicht erhebliche Profite bringt und keine Bohrungen stattfinden. Das bedeutet, dass Israel dem Libanon sein Seegebiet für nichts geschenkt hat, weil es keinen Ausgleich auf Grundlage von Energieproduktion gibt, der an Israel gezahlt wird.

Dieser Deal wird kein Wasser für Frieden und die israelische Bohrinsel Karisch wird noch stärker der Aggression auf Seegebiet ausgesetzt sein, das dem Libanon kostenlos überlassen wurden und sich weit näher an der israelischen Bohrplattform befindet als bisher. Und dann bedenke man noch, dass Gantz, als die Konditionen des Deals abgeschlossen waren, sagte, „dieser Deal schadet den Interessen des Iran“.

Wie falsch kann man liegen? Wenn es ausreichend Gas gibt, um eine libanesische Plattform profitabel zu machen, dann werden Amal und Hisbollah die Profite einstreichen. Und egal, ob bis zum Bohren oder statt seiner, das Seegebiet des Libanon wird sich unendlich näher an Israels Karisch-Gasplattform befinden.

Obwohl Yair Lapid sagte, es gebe keine Notwendigkeit, dass dieser ärgerliche Deal von der Knesset genehmigt wird, werden hoffentlich vernünftigere Stimmen zu hören sein. Israelisches Recht fordert nur, dass internationale Vereinbarungen zur Überprüfung der Knesset vorgelegt werden, aber keine Abstimmung über ihre Genehmigung. Historisch sind hingegen Vereinbarungen zu territorialen Veränderungen vor die Knesset gebracht worden, damit diese darüber abstimmt.

Wenn dieser Deal dazu führt, dass Lapid/Gantz strategische Wasserflächen des Mittelmeers an Amal und Hisbollah abschenken und Israel immer noch wie ein nicht anerkannter Paria-Feind behandelt wird, dann ist das das Äquivalent dafür, dass diese israelischen Führer Mahmud Abbas und der Hamas gewaltige Teile von Judäa und Samaria schenken, unsere Landversion der Amal und der Hisbollah im Libanon.

Das ist der Grund, weshalb das Land in Aufruhr versetzt ist, wenn sie diesen Deal vorantreiben, ohne dass das Thema der Knesset zur Debatte und Abstimmung vorgelegt wird.

Mit den für November anstehen Wahlen segelt Israel in stürmischen Gewässern.

Das Problem mit Lapids schwachen Bedingungen für die Gründung eines Palästinenserstaats

Brigadegeneral (a.D.) Yossi Kuperwasser, Jerusalem Center for Public Affairs (Jerusalem Issue Brief 2220), 7. Oktober 2022

Premierminister Yair Lapid spricht vor der UNO-Vollversammlung, 22. September 2022 (Fotos: Avi Ohayon/GPO)

Die vom israelischen Premierminister Yair Lapid, dem PA-Vorsitzenden Mahmud Abbas und dem amerikanischen Präsidenten Joe Biden vor der UNO-Vollversammlung gehaltenen Reden, verbunden mit Abbas‘ Ausführungen in Berlin zu den „50 Holocausts“, die Israel gegen die Palästinenser verübt habe sowie der angespannten Lage in Jerusalem und Judäa/Samaria, widerspiegeln die komplexe Realität, die aktuell das Problem der Palästinenser bildet.

Lapid gab dem Traum eines Teils der israelischen Öffentlichkeit Ausdruck eine Vereinbarung zu erzielen, die Israel von der Realität der „Besatzung“ befreit, während gleichzeitig Sicherheit für Israel erreicht werden soll. Seine Bemerkungen zu den Lektionen, die wir aus der Abkoppelung vom Gazastreifen gelernt haben, spiegeln die Bedrängnis, der sich dieser Teil der israelischen Öffentlichkeit gegenüber sieht und sie zeigen, dass der Premierminister begreift, wie weit entfernt von einer Lösung wir sind. Allerdings sind Lapids Ausformulierungen zu den Bedingungen für die Einrichtung einer Zweistaatenlösung für zwei Völker nicht deutlich genug und deuten eine Art Naivität und zu wenig Vertrautheit mit den früheren Diskussionen des Themas an.

Frühere Diskussionen der Voraussetzungen für einen Palästinenserstaat

US-Außenminister Colin Powell, gefolgt von den israelischen Premierministern Sharon und Netanyahu und offenbar Außerministerin Tzipi Livni sowie Präsident Obama, Präsident Biden implizit in seinem kürzlich erfolgten Besuch in Bethlehem und natürlich Präsident Trump in seinem Friedensplan, machten den Palästinensern deutlich, dass die Verwirklichung der Idee eines Palästinenserstaates von deren Bereitschaft abhängig ist Israel als jüdischen Staat oder als Nationalstaat des jüdischen Volks anzuerkennen. Nur eine solche Anerkennung kann, nach einiger Zeit, zur Aufgabe des Terrorismus und der Akzeptierung der Realität von zwei Staaten für zwei Völker, von denen eines das jüdische Volk ist, führen.

Premierminister Rabin schloss die Möglichkeit eines Palästinenserstaats unter jeglichen Umständen schlicht aus. Lapid hingegen beschränkte sich auf eine Formel, die die Wurzeln des Terrorismus und die Umstände der Gründung eines Palästinenserstaats einzig über die Einstellung des Terrorismus ignoriert. Das ist ein Ansatz, der praktisch gefährliche Zugeständnisse garantiert, um die Beschleunigung der Realisierung der falschen Maxime für Konfliktlösung zu beschleunigen.

Trump erhob eine Reihe zusätzlicher Bedingungen – die nicht weniger unerlässlich sind – darunter die Einstellung der Hetze und Indoktrination, die Einstellung der Zahlung von Gehältern an Terroristen, die Aufgabe des Versuchs Israel vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu verklagen und die palästinensische Bereitschaft israelische Sicherheitshoheit zu akzeptieren, die es Israel erlauben wird mit denen umzugehen, die am Terrorismus gegen es in den Gebieten des Palästinenserstaates verwickelt sind. Aus irgendeinem Grund ließ Lapid all diese Bedingungen außen vor.

In der Praxis wird die Gründung eines Palästinenserstaats unter den von Lapid vorgelegten Bedingungen es für Israel sehr schwierig machen gegen Terrorismus vorzugehen, wenn dieser vom Territorium des Palästinenserstaats ausgeht, weil es Israel unmöglich gemacht wird ohne Einschränkungen im Gebiet eines fremden Landes zu agieren.

Die Palästinenser bleiben auf ihr israelfeindliches Narrativ festgelegt

Darüber hinaus werden die Chancen eines Wiederauflebens des Terrorismus sehr hoch sein, solange die Palästinenser dem Narrativ verpflichtet bleiben, das Abbas, zusammen mit der Hamas, dem Palästinensischen Islamischen Jihad und anderen Fraktionen anhing. Dieses Narrativ, das sich in Abbas Rede bei der UNO und in seinen problematischen Äußerungen in Deutschland spiegelt, argumentiert, dass die Palästinenser ein nicht verfallendes Recht auf das gesamte Territorium des historischen Palästina haben, dass es kein jüdisches Volk gibt und dass die Juden keine Souveränität im Land Israel/Palästina haben und dass Israel von Kolonialismus und Imperialismus gegründet wurde, die sich der Anwesenheit der nicht tolerierbaren Juden in ihren Ländern entledigen wollten und sie als Brückenkopf im Kampf gegen den Islam ausnutzten.

Daher haben die Palästinenser das Recht und die Pflicht für die Verwirklichung ihrer Ziele zu kämpfen, deren oberstes der Sieg über den Zionismus ist und zwar mit allen Mitteln, einschließlich des Einsatzes von Gewalt und Terrorismus (obwohl Mahmud Abbas  es aus Kosten-Nutzen-Überlegungen vorzieht sich auf die Gewalt zu konzentrieren, die keinen Einsatz von Schusswaffen beinhaltet). Zusätzlich dürfen die Palästinenser ihren Status als alleinige Opfer des Konflikts nicht aufgeben, weiter die nationale und islamische Dimension in ihre politischen Kampagnen integrieren und ihre Weigerung beibehalten Israel als jüdischen Staat zu akzeptieren.

Um solch gefährliche Schritte innerhalb des israelischen Diskurses zu rechtfertigen, werden falsche Bedrohungen aufgebaut, wenn wir keine Schritte fördern, die zur Existenz eines Palästinenserstaates führen, würden wir uns unfreiwillig in der Realität eines binationalen Staates wiederfinden und das wäre das Ende der zionistischen Vision.

Dabei ist dieses Drohszenario völlig unbegründet. Die politische Trennung zwischen Israel und den Palästinensern ist bereits im Rahmen der Oslo-Vereinbarungen verwirklicht und spiegelt sich in der Einrichtung der palästinensischen Autonomiebehörde, die die Körperschaft ist, über die die Palästinenser ihre politischen Rechte umsetzen und ihr eigenes Schicksal kontrollieren können. Das schließt das von der Hamas kontrollierte System im Gazastreifen und das von der Fatah kontrollierte in Judäa und Samaria ein. Bedenken wegen eines binationalen Staates aufzuwerfen ist schlicht ein Mittel Druck auf Israel auszuüben und die Gründung eines Palästinenserstaates oder einseitiger Trennungen in Abwesenheit der Umstände für die Gründung eines solchen Staates zu rechtfertigen.

Die Intensivierung des palästinensischen Terrorismus

Was Israel tatsächlich Sorge bereiten sollte ist die Intensivierung des palästinensischen Terrorismus als Ergebnis der fortgesetzten Hetze und der Erosion der Fähigkeit der palästinensischen Autonomiebehörde ihre Rolle als Verwalter der Gebiete unter ihrer Kontrolle zu erfüllen. Grund dafür sind die grassierende Korruption und der Frust von Mahmud Abbas und vielen anderen in der Palästinenserführung wegen ihrer Unfähigkeit ihre politischen Ziele auf Kosten Israels voranzubringen. Das ist die Folge wirtschaftlicher Probleme sowie des Gefühls, dass Abbas‘ Festhalten an seinem Posten als Vorsitzender der PA, der PLO und der Fatah von seinem fortgeschrittenen Alter untergraben wird und daher muss sich jeder auf den „Tag danach“ vorbereiten.

Muss Israel die PA stärken?

Die israelische Antwort auf diese Realität scheint auf die Idee beschränkt zu sein „die PA zu stärken“, was eine übertriebene Angst vor deren Zusammenbruch spiegelt. In der Praxis steht die PA, trotz ihrer Probleme, nicht in der Gefahr eines Zusammenbruchs. Sie funktioniert weiter als Mechanismus, der das Leben der Palästinenser verwaltet und rund 160.000 Beamte beschäftigt. Sie wird auch weiterhin trotz der Kritik an ihren ranghohen Persönlichkeiten als wichtigste nationale Errungenschaft der Palästinenser wahrgenommen.

Konzentration auf die Stärkung der PA ignoriert die Tatsache, dass sie den Terrorismus nicht bekämpft, sondern dazu ermutigt, das palästinensische Narrativ über Hetze lebendig erhält und daran arbeitet das auch in der internationalen Arena zu propagieren. Die PA vereinbart auch die Verwicklung von Fatah-Elementen und der Sicherheitsapparate der PA in den Terrorismus in der Westbank und ermutigt sogar dazu.

Obwohl die PA auf ihrem Gebiet manchmal gegen Hamas-Aktivisten vorgeht, wie sie es vor kurzem in Nablus gemacht hat, ist das hauptsächlich deshalb der Fall, weil sie sie als Bedrohung für ihre Verbleiben an der Macht betrachtet. Israelische Anstrengungen werden ebenfalls ausgeführt, während die Tatsache ignoriert wird, dass die Schwächen der PA derart schwerwiegend sind, dass nicht sichergestellt werden kann, dass Israels handeln tatsächlich zu einer Veränderung des Trends führt und in gewissem Ausmaß schaden sie damit die PA als mit Israel zusammenarbeitend dargestellt wird. Im Ergebnis stehen die Chancen schlecht, dass die Bemühungen die PA zu stärken zu einer Veränderung ihrer Politik zum Besseren führen wird.

Was sollte Israel tun?

Was sollte Israel also tun? Erstens muss es weiter seine Bemühungen intensivieren als Teil der Operation „Wellenbrecher“ Terrorismus und über erhöhten Militäreinsatz in Jerusalem und an erkannten Reibungspunkten zu vereiteln. Das geht einher mit dem fortgesetzten Aufbau der Bereitschaft für einen weiteren Feldzug gegen die Terrororganisationen im Gazastreifen, was zu einem bedeutenden Schlag gegen die Fähigkeit der Hamas führen wird Israel zu bedrohen.

Die Vorstellung, dass Nichtstun den Kreislauf des Terrorismus stoppen wird, ignoriert die Tatsache, dass die Motivation zum Verüben von Anschlägen nicht die Aktivitäten der IDF und der Israelischen Sicherheitsagentur (ISA) vor Ort sind; denn das wurzelt in viel tiefer liegenden Motiven, die dem oben beschriebenen palästinensischen Narrativ entstammen.

Zweitens muss Israel versuchen weiter Beziehungen zu arabischen Ländern zu entwickeln, die dem Vorbild der Abraham-Vereinbarungen folgen, denn das ist der beste Weg den Palästinensern zu verdeutlichen, dass ihr Konzept des Kampfs gegen Israel vorsintflutlich und vergeblich ist. In der ersten Phase könnte die Anerkennung dieser Realität den palästinensischen Frust erhöhen und zu Terroranschlägen anspornen, aber mit der Zeit ist die Erkenntnis der Sinnlosigkeit der Anschläge und die Leugnung der Anerkennung Israels als jüdischem Staat unerlässlich für palästinensische Selbstwahrnehmung, die andere Ansichten fördern kann.

Drittens muss Israel diejenigen im palästinensischen System stärken, die bereit sind die Verbesserung der Lebensqualität über die Hingabe an den Kampf zu stellen und direkt mit ihnen arbeiten statt über die palästinensische Autonomiebehörde oder die Hamas. Die Zahl der Arbeitsgenehmigungen für Palästinenser in Israel zu erhöhen und Palästinensern zu erlauben vom Flughafen Ramon zu fliegen sind positive Beispiele für diese Art von Maßnahmen.

Viertens muss Israel weiter fordern, dass die Palästinenser die Hetze und die Gehaltszahlungen an in Israel inhaftierte Terroristen einstellen und klarmachen, dass eine Lösung des Konflikts davon abhängt, dass Israel als Nationalstaat des jüdischen Volks anerkannt wird.

Vor allem müssen wir begreifen, dass der Kampf noch lang ist wir bereits sein müssen ihn militärisch, politisch und mental fortzusetzen und uns nicht in Trugschlüsse und falsche Visionen verstricken zu lassen, die drohen die für diesen Kampf nötige Bewusstseinslage zu untergraben.

Vielleicht sollte Israel seine Einsatzregeln gegenüber den USA überdenken

Der sich vertiefende Streit über den Tod der Journalistin Shireen Abu Akleh hat den unerträglichen Fehler der israelischen Strategie gegenüber der Administration Biden aufgedeckt.

Melanie Phillips, Israel HaYom, 9. September 2022

Eine Schüsselstrategie der israelischen Drück-mich-zieh-dich-Premierminister Israels, Naftali Bennett und Yair Lapid, hat darin bestanden auf öffentliche Kritik an Amerikas Politik im Nahen Osten zu verzichten.

Mit der Beschränkung auf private Diskussionen mit US-Präsident Joe Biden und seinem Team über Israels fundierte Bedenken wegen des vorgeschlagenen Atom-Deals mit dem Iran glaubten Bennett und Lapid, eine dankbare amerikanische Administration würde sich dadurch erkenntlich zeigen, dass sie Israels Interessen fördern würden.

Das ist ein fürchterlicher Fehler gewesen, dessen tödliche Naivität jetzt anschaulich durch die fortgesetzten negativen Auswirkungen der Abu Akleh-Affäre offengelegt wurden, die tagtäglich schlimmer geworden sind.

Shireen Abu Akleh, eine amerikanisch-palästinensische Al-Jazira-Reporterin, wurde am 11. Mai bei einem Feuergefecht zwischen den israelischen Verteidigungskräften und Terroristen des Palästinensischen Islamischen Jihad (PIJ) in Jenin erschossen.

Israel sagte ursprünglich, sie sei höchstwahrscheinlich von willkürlichen palästinensischen Schüssen angeschossen worden. Später sagte es, während das Fehlen der Kugel, die die Journalistin getötet hat, ein Ergebnis unmöglich machte, könne sie aber versehentlich von einem IDF-Scharfschützen erschossen worden sein.

Als die palästinensische Autonomiebehörde schließlich eine Kugel vorlegte, von der sie behauptete, sie haben Abu Akleh getötet, sagte das US-Außenministerium, dieses Projektil sei zu stark beschädigt, als dass irgendeine Schlussfolgerung möglich wäre. Trotzdem, fügte es hinzu, sei es höchstwahrscheinlich, dass eine IDF-Kugel sie getötet hatte.

In Israel gab es wegen dieser Behauptung Empörung; sie wurde von nichts Handfesterem als Spekulation gestützt. Doch am Montag machten die Israelis etwas Ähnliches.

Von der IDF und dem Militär-Staatsanwalt ausgegebene Äußerungen sagten, während es „nicht möglich sei die Quelle der Schüsse eindeutig festzustellen“, die Abu Akleh getötet hatten, gebe es eine „große Möglichkeit“ oder eine „hohe Wahrscheinlichkeit“, dass sie „versehentlich von IDF-Gewehrfeuer getroffen wurde, das in Richtung der Verdächtigen gerichtet war, die während eines Feuerwechsels als bewaffnete palästinensische Schützen identifiziert wurden, bei dem lebensgefährliche, breitflächig angelegte und willkürliche Schüsse in Richtung der Soldaten abgegeben wurden“. Die IDF fügte hinzu: „Eine weitere relevante Möglichkeit ist, dass Frau Abu Akleh von Kugeln getroffen wurde, die von bewaffneten palästinensischen Schützen abgegeben wurden.“

Sollte irgendjemand geglaubt haben, mit solchen Äußerung würde Israel einen Schlussstrich unter die Affäre ziehen, so wurde er auf der Stelle wegen dieses Fehlers eines Besseren belehrt.

Schon am nächsten Tag forderte die Administration Biden öffentlich, Israel solle seine Einsatzregeln ändern, was sie hinter den Kulissen schon seit dem Vorfall gefordert hatte.

US-Außenamtssprecher Ned Price sagte, die USA „haben es sich zur Priorität gemacht durch Militäroperationen verursachte zivile Schäden zu mildern und darauf zu reagieren“.

Was für eine außergewöhnliche Arroganz. Eine souveräne Nation entscheidet allein über ihre eigenen Einsatzregeln. Israel, dessen Bilanz der Verringerung ziviler Opfer bei seinen Militäroperationen weit besser ist als die der Vereinigten Staaten oder sonst irgendeines Landes, braucht keine Lektion in der Vermeidung solcher Tragödien.

Die fraglichen Regeln verlangen von Soldaten die Verdächtigen anzurufen ihre Aktivitäten einzustellen, dann in die Luft zu schießen und tödliche Gewalt erst bei einer direkten Bedrohung einzusetzen. Was davon hält die Administration Biden für unbefriedigend?

Die amerikanische Einmischung war so unverschämt, dass die israelische Regierung ihre Lippen rasch aufknöpfte. „Ich erwarte von unseren Freunden in der Welt uns nicht Moral zu predigen, sondern uns in unseren Kriegsanstrengungen zu unterstützen“, sagte ein wütender Bennett. „Niemand wird uns unsere Einsatzregeln diktieren, wenn wir um unser Leben kämpfen“, sagte Lapid.

Die Beziehungen zwischen Jerusalem und Washington haben sich jetzt öffentlich und katastrophal als verschlechtert erwiesen.

Israel hat das selbst herbeigeführt, indem es seine Schlussfolgerung in der Form von Worten ankündigte, die offensichtlich denen Munition lieferten, die geneigt sind von jeder Handlung Israel nur Schlechtes zu denken.

Noch seltsamer ist jedoch diese nicht eindeutige Schlussfolgerung selbst.

Im Juli berichtete Arutz Sheva, dass der renommierte Ballistik-Experte und Physiker Nahum Shahaf die Andeutung bezweifelte, die IDF habe Abu Akleh getötet. Die von der PA vorgelegt Kugel, sagte Shahaf, sei „einer starken Umformung durch einen Hammer unterzogen worden, der eine tiefe Einbuchtung an ihrer Rückseite schuf“.

Der von der IDF genutzte Gewehrtyp, von dem die PA sagte, damit sei die tödliche Kugel geschossen worden, wurde „als bei einer Entfernung von mehr als 100 Metern nicht tödlich angesehen“. Eine Kugel aus einem solchen Gewehr konnte die furchtbaren Wunden am Kopf und Wirbelsäule des Opfers nicht verursacht haben.

Darüber hinaus, sagte Shahaf, waren die Techniker der IDF, die solche Beweise untersuchen, nicht so ausgerüstet wie er, um mit dieser Art komplexer ballistischer Sachverhalte umzugehen.

Es war Shahaf, der erstmals die Fernsehaufnahmen des 12-jährigen Mohammed al-Durah, der zu Beginn der zweiten Intifada scheinbar von IDF-Soldaten erschossen wurde, als Fälschung entlarvte. Mit typischem PR-Pfusch hatte  Israel öffentlich die Verantwortung für seinen Tod übernommen. Hinterher kam durch nicht gesendetes Videomaterial heraus, dass das Kind, nachdem es hysterisch für tot erklärt worden war, in Wirklichkeit noch sehr lebendig war.

Andere Militärquellen bestreiten hingegen Shahafs Meinung zum Tod von Abu Akleh und sagen, er sei nicht in der Position das zu wissen.

Aber die Beweise der IDF sind dünn. Ein Vertreter des israelischen Militärs sagte, die Echtzeit-Berichte der beteiligten Soldaten im Feuerwechsel in Jenin „deuten auf ein eine Fehlidentifizierung“.

Aber jede nachträgliche Bewertung einer solchen Situation kann lediglich spekulativ sein. Warum nutzte Israel das dann als Grundlage, um seine Schlussfolgerung von einer „hohen Wahrscheinlichkeit“ zu stärken, womit es eine Verantwortung übernahm, von der es nicht sicher kein konnte? Knickten die israelischen hohen Tiere vor US-Druck ein?

Wie immer die Wahrheit aussieht, es gibt keinen Zweifel, dass Abu Akleh ein ungewolltes Opfer war. Es gibt auch keinen Zweifel, dass die Haltung der Administration Biden zu diesem Vorfall unverhältnismäßig und bösartig gewesen ist.

Das ist alles passend zu ihren breiteren Versuchen Israel dazu zu zwingen seine Verteidigung gegen palästinensische Aggressionen zu schwächen und ihrer verblüffenden Entschlossenheit Israels Feinde stark zu machen.

In den letzten Wochen wurde Israel gezwungen seine Einschränkungen für Ausländer, die in die umstrittenen Gebiete von Judäa und Samaria einreisen wollen, nach Kritik aus Amerika und der Europäischen Union zu lockern.

Amerikas Botschafter in Israel, Thomas Nides, reichte das nicht. Er erklärte, er hatte sich wegen dieser Regelentwürfe seit Februar „aggressiv“ mit Israel auseinandergesetzt und würde es weiterhin unter Druck setzen, damit sie in Koordination mit „wichtigen Interessenvertretern“, einschließlich der PA, weiter gelockert würden.

Nides setzt sich jedoch nicht „aggressiv“ mit der PA wegen der rasch zunehmenden Radikalisierung und terroristischen Gewalt in den Gebieten unter ihrer Kontrolle auseinander. Stattdessen übt er Druck auf Israel auf die Einschränkungen zu lockern, die es einzig deshalb verhängt um seinen Bürger Sicherheit zu bieten.

Amerika setzt sich nicht „aggressiv“ mit dem Iran wegen dessen Terror-Stellvertretern auseinander, die heute diese Palästinensergebiete übernehmen. Im Gegenteil, es spannt jedes Sehne an, um den Iran über einen Deal zu stärken, der Milliarden Dollar nach Teheran fließen lässt, um diesen Terroraktivitäten einen Schub zu geben.

Viele haben Bennett/Lapid die Behauptung abgekauft, die Megafon-Politik des früheren israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu, der laut gegen die Politik des früheren Präsidenten Barack Obama protestierte, habe Israel geschadet, weil sich Obama gegen es wandte.

Das war immer absurd. Netanyahu reagierte auf die Tatsache, dass Obama Israel bereits den Wölfen zum Fraß vorwarf.

Vollgestopft mit Obamas Runderneuerten hat die Administration Biden diese Politik fortgesetzt. Die meisten Amerikaner sind sich der Tiefen dieser Niedertracht nicht bewusst – weil Israel beschlossen hat, es ihnen nicht zu sagen. Wenn die amerikanische Öffentlichkeit es nicht weiß, wird sie keinen politischen Druck schaffen, um die Administration davon abzuhalten ihren Schlüssel-Verbündeten im Nahen Osten zu untergraben.

Schweigen ist ein Desaster gewesen. Israel muss jetzt laut gegen Amerikas Abu Akleh-Zerrbild und sein Iran-Appeasement protestieren.

Es ist unerlässlich die amerikanische Öffentlichkeit über das zu informieren, was ihre eigene Regierung tut, um die Verteidigungsfähigkeit sowohl Israels als auch des Westens gegen die Feinde der Zivilisation zu schwächen – ein Übel, das im Namen Amerikas begangen wird.

Mehr als nur ein weiterer Terroranschlag

Die Schüsse am Sonntag in Jerusalem haben ein strategisches Ziel: die jüdische Präsenz in der Altstadt zu untergraben. Als solches braucht es eine strategische Reaktion.

Nadav Shragai, Israel HaYom, 15. August 2022

Der Terroranschlag vom Sonntag in Jerusalem ist nicht „einfach ein weiterer Terroranschlag“ mit verletzten Zivilisten und trauernden Familien.

Ein Anschlag nahe der Westmauer ist ein strategischer Anschlag, der nicht nur das Leben jüdischer Bürger und Beende gefährdet, sondern die jüdischen Präsenz in der Altstadt.

Jedes Jahr besuchen rund 10 Millionen Juden die heilige Stätte, zu der es über drei Punkte Zugang gibt: die David-Straße (über den Markt), die Hagai-Straße (über das Musrara-Viertel und das Damaskus-Tor) und mit öffentlichen Transportmitteln durch das Dungtor, wo die Schüsse stattfanden.

Ein Terroranschlag nahe der Westmauer hatte die Absicht die jüdische Präsenz in der Altstadt zu untergraben. Daher muss die Reaktion strategisch sein.

Nehmen Sie diese 10 Millionen Menschen aus der Altstadt heraus und Sie werden einen völlig anderen Ort erhalten oder wie Naomi Schemer es ausdrückte, eine Welt ohne Juden ist ohne Leben und Israel ohne Juden ist trostlos. Das ist umso mehr so, wenn es um Jerusalem und seine heiligen Stätten geht.

Nur zwei Wochen vor dem jüdischen Monat Elul, als zehntausende Juden zum Besuch der Westmauer an Rosch Haschanah erwartet wurden, ist dieser Angriff ein Warnsignal.

Wenn in der Vergangenheit ähnliche Anschläge passierten, so wie der Mord an Eliyahu Kay 2021, schaffte Israel es zu verhindern, dass das zu einer Kette an Anschlägen wird.

Aber das reicht nicht aus. Ein strategischer Anschlag, selbst wenn er nur von einem einzelnen Terroristen ausgeführt wurde, erfordert eine strategische Reaktion. Dazu gehört natürlich die anhaltende Hetze bezüglich des Al-Aqsa-Geländes. Es ist durchaus möglich, dass Amir Sidawi, der den Anschlag am Sonntag beging, davon inspiriert war.

Nur 36 Stunden vor den Schüssen pries der Mufti Mohammed Ahmad Hussein die „heiligen Märtyrer“ und Muslime, die die Al-Aqsa „schützen“.

Einen Tag bevor die IDF die Operation Tagesanbruch begann (eine umfangreiche israelische Terrorbekämpfungskampagne gegen den Palästinensischen Islamischen Jihad im Gazastreifen) zeigte ein in den sozialen Medien eingestelltes Video muslimische Kinder, die ein Lied über die Treue zur Al-Aqsa sangen.

In den letzten Jahren sind Jerusalem, der Tempelberg und die Westmauer dazu benutzt worden die arabischen Israelis und die Araber in der Westbank, dem Gazastreifen und Ostjerusalem für ein gemeinsames Ziel zu vereinen: die Juden aus Jerusalem, seinen heiligen Stätten und Israel im Allgemeinen zu drängen. Manchmal wird das über organisierten Terrorismus gemacht. Andere Male sind es einzelne Terroristen. Die Methode mag sich ändern, aber nicht das Ziel.

Es ist an der Zeit das „Palästinensertum“ zu entnormalisieren

Juden können es sich nicht länger leisten die Auslöschung unserer Identität, unserer Ethnie, unseres Volks und unserer Nation zu tolerieren.

Karen Lehrman Bloch, Israel National News, 11. Juli 2022

להחרים את ישראלצילום (Foto: istock)

Letztes Jahr gab es in den USA fast 3.000 antisemitische Übergriffe, eine Zunahme um 34% gegenüber 2020. In New York City nahmen die Angriffe um 409% zu. Das spiegelt sich in den täglichen Vorfällen an Universitäten mit unverhohlen israelfeindlichen Professoren, Rednern, Studenten und Resolutionen. Und es nahm damit Eingang in die Politik, dass die Abgeordnete Rashida Tlaib einen „Nakba“-Beschluss in den Kongress einbrachte, mit dem in Gesetz gegossen werden sollte, dass die Gründung Israels eine „Katastrophe“ war.

Das dramatische Anschwellen des Antisemitismus ist weitgehend ohne Gegenwehr erfolgt, weil er sich in der wirksamen Form des „Palästinensertums“ an verschiedene woke Anliegen angehängt hat. Diese neue Form des alten Hasses ist eine Ideologie der Lügen über das Land Israel in Kombination mit einer völligen Auslöschung der jüdischen Identität der Juden. „Palästinensertum“ baut zwar auf uralten antisemitischen Motiven der Weltbeherrschung auf, hat sich aber mühelos mit den aufkommenden woken Ideologien von heute verschmolzen. Obwohl sie absolut  genauso gewalttätig, betrügerisch und gefährlich ist, wie ältere Formen von Judenhass, ist sie in einem schockierenden Ausmaß unbehelligt geblieben.

Das ist die einzige Möglichkeit das Fehlen bedeutender Gegenreaktionen zu erklären, als am 2. Juni eine interaktive Landkarte von 483 jüdischen und weiteren Institutionen in Massachusetts – darunter eine jüdische Highschool, eine jüdische Behindertengruppe und eine Synagoge – online ging. Die harmlos „Mapping Project“ [Kartierungsprojekt] genannte Internetseite erklärt ungeniert: „Unser Ziel bei der Verfolgung dieser kollektiven Kartierung bestand darin die lokalen Instanzen und Netzwerke offenzulegen, die Verwüstung inszenieren, damit wir sie demontieren können. Jede Einheit hat eine Adresse, jedes Netzwerk kann zerschlagen werden.“

Unter Zuhilfenahme Jahrtausender alter antisemitischer Sprachbilder zu jüdischer Manipulation und politischer Strippenzieherei ist die Karte (gespenstisch ähnlich den Nazi-Kartierungen von Juden; um sie leichter zusammentreiben zu können – Red.) im Wesentlichen eine Version des 21. Jahrhunderts der Protokolle der Weisen von Zion; diese waren eine Fälschung aus dem Jahr 1903, die einen jüdischen Plan zur Beherrschung der Welt behauptete, der half brutale russische Pogrome und den Holocaust zu befeuern.

Juden sind laut dieser Landkarte für alles Schlechte in der Welt verantwortlich und haben andere Gruppen dahingehend manipuliert bei ihren ruchlosen Plänen zu kollaborieren.

Die Landkarte ist ein natürlicher nächster Schritt für die internationale Bewegung Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS), die anstrebt Israel zu „entnormalisieren“ und seine Existenz zu beenden. Die Landkarte, veröffentlicht von einer anonymen Gruppe BDS-Anhänger, identifiziert ein „Spinnennetz an Verbindungen“, darunter die Namen und Adressen jüdischer und nichtjüdischer Leiter. Das Projekt will demonstrieren, dass „institutionelle Unterstützung für die Kolonisierung Palästinas“ hier, wo wir leben, strukturell mit der Politik und systemischen weißen Vorherrschaft und imperialistischen Projekten der USA in anderen Ländern verbunden ist. Die Karte ist „eine Ressource zur Sammlung von Informationen unter den Aspekten der [sogenannten] Unterdrückung“, einschließlich „Medizinapartheid“ und „Landraub“.

Hätte eine Landkarte, die zeigt, wo all die Juden sind und sie als feindliche Unterdrücker ins Visier nimmt, die „demontiert“ werden müssen, nicht sofort angeprangert und dichtgemacht werden müssen?

Leider hat das Palästinensertum bisher Erfolg gehabt. Das BDS-Nationalkomitee gab eine nicht überzeugende und belanglose Kritik an der Seite aus; sie ist aber aktiv und wird von BDS Boston immer noch beworben. In einem Brief vom 20. Juni wies Generalkoordinator Mahmoud Nawajaa BDS Boston an die Landkarte zu entfernen oder „das BDS-Akronym von eurem Namen zu nehmen“. Nawajaa schrieb, dass das Nationalkomitee „schwere Bedenken“ wegen des Projekts hat, weil es „unstrategisch Namen und ‚physische Adressen‘ von Institutionen und Personen als Ziel vorgibt und zur Verfügung stellt und Botschaften bewirbt, die Formulierungen wie ‚Widerstand in all seinen Formen‘ beinhalten“.

Es ist traurig, dass dieser Brief irreführend ist, denn das Palästinensertum des Mapping Projects ist die Grundlage der BDS-Bewegung an sich, deren Endziel darin besteht Israel auszugrenzen und letzten zu „demontieren“. Nerdeen Kiswani von der Gruppe Within Our Lifetime [zu unseren Lebzeiten] behauptete zum Beispiel vor kurzem, dass jüdische Gemeindeorganisationen „zionistische Organisationen sind, die sich hinter dem Judentum verstecken. Also ist jede einzelne Organisation auf dieser Liste ein legitimes Ziel.“

Zahra Billoo, Exekutivdirektorin der Ortsgruppe San Francisco des Council on American-Islamic Relations, sagte: „Wir müssen auf die zionistischen Synagogen achtgeben. Das sind unsere Feinde.“ Die New Yorker Gruppe Decolonize This Place war noch deutlicher und postete online: „Findet Ziele in eurer Nähe, findet heraus, wo diese zionistischen Pappnasen leben und wo ihre Büros sind und handelt!“

Die BDS-Kampagne hat intersektionales Palästinensertum enorm effektiv eingesetzt. BDS Boston twitterte: „Imperialismus, Rassismus, Militarismus & Zionismus sind in unseren Gemeinschaften systemisch verbunden.“ Die Kartierer sprachen von „hoch militarisierten Kräften, die Ressourcen und Informationen teilen, um die zusammenlaufenden Systeme der weißen Vorherrschaft und des Kapitalismus durchzusetzen“.

Wird das, nachdem das Mapping Project jetzt gründlich Antizionismus als unverhohlenen Antisemitismus entlarvt ist, ein Wendepunkt im endlosen Kampf zur „Entnormalisierung“ Israels darstellen? Leider nein. Die Karte ist immer noch online und die meisten nationalen Medien haben sich nicht einmal die Mühe gemacht darüber zu berichten.

Berichten zufolge beobachtet das FBI das Projekt, obwohl sie noch „keinerlei direkte Drohungen mit Gewalt“ gefunden haben, die der Karte entstammen. Am 21. Juni drängte eine überparteiliche Gruppe von 37 Abgeordneten des Repräsentantenhauses die Bundes-Gesetzeshüter die potenzielle Verwendung des von ihnen als „gefährliche Aufstachelung“ bezeichneten Projekts durch Extremistengruppen zu untersuchen, auch wenn unklar ist, ob es solche Ermittlung geben wird.

Das Mapping Project ist aber eindeutig nur die jüngste – wenn auch krasseste – Erscheinungsform eines Stroms an bösartigen Ideen, die mit dem überwältigenden Anstieg tatsächlicher antisemitischer Angriffe verbunden ist.

Was passieren muss: die Entnormalisierung des „Palästinensertums“

Ehrliche Journalisten, Professoren und Politiker müssen anfangen herauszustellen, dass es nie ein Land namens „Palästina“ gab. Israel ist kein „Siedler- und Kolonial“-Staat „weißer Europäer“. Juden stammen aus Judäa und sind Einheimische im Land Israel. Trotz Jahrhunderten Verfolgung sind wir ein Volk geblieben, eine Nation, eine Ethnie – und nicht „weiß“, europäisch oder „privilegiert“.

Fakt ist: Vor 1948 bezog sich der Begriff „Palästinenser“ auf Juden. Im 2. Jahrhundert schlugen die Römer eine jüdische Revolte nieder, kolonisierten Jerusalem und Judäa und benannten das Land in Syria Palaestina“ um – ein Name, der wahrscheinlich den Philistern entlehnt wurde, einem Volk aus der Ägäis, das absolut keine Verbindung zu Arabien hatte. Wegen einer ständigen jüdischen Präsenz im und Verbindung zum Land wurden in der Region lebende Juden bis zur Wiedergeburt des Staats Israel „Palästinenser“ genannt. 1950 erfanden jedoch der KGB und später der Ägypter Yassir Arafat ein „palästinensisch“-arabisches Volk als Mittel zur Vernichtung Israels. Das wurde vom arabischen Professor Edward Said von der Columbia University in den 1970-er Jahren „akademisch“ formalisiert.

Und jetzt hat dieses „Palästinensertum“ endgültig, katastrophal über die Woke-Ideologie seinen Höhepunkt erreicht.

Juden haben keinen Wunsch in der Woke-Opfer-Olympiade zu wetteifern. Aber unsere Identität wird nicht länger gelöscht werden. Im „White Rose Magazine“ haben wir das Judean Ethnicity Project geschaffen, um die jüdische Identität sowie unsere indigenen Verbindungen zum Land Israel zurückzuholen. Wird das den Hass und die Verfolgung beenden, die das Palästinensertum schürt? Leider nein. Aber es wird jedem Judäer einen Grund geben für unser Land und unser Volk zu kämpfen.

Regavim: Israel hat es versäumt eine Politik zu Judäa und Samaria auszuformulieren

Die Gruppe macht „selektive Durchsetzung empörend überholter Gesetze“ dafür verantwortlich, dass der PA weiter erlaubt wird Israel auszunutzen.

Eitan Divinsky (Regavim), Israel National News, 9. Juni 2022

Israelis in Gush EtzionGershon Elinson/Flash90

Die Bewegung Regavim veröffentlichte eine Stellungnahme, in der sie erklärte, dass das aktuelle Versagen der Regierung das Gesetz für die Bestimmungen zu Judäa und Samaria zu verabschieden „nur ein kleiner Teil des Gesamtproblems“ war und dass Israel eine präzise Politik in Bezug auf die Zukunft jüdischen Lebens in Judäa und Samaria formulieren muss, weil es ansonsten riskiert alles zu verlieren.

Zu Beginn der Woche stimmte das Knesset-Plenum gegen das, was fünf Jahrzehnte lang Standardgesetzgebung gewesen ist.

Die erste Lesung des Gesetzes zur Verlängerung der Notstandsregelungen in Judäa und Samaria um weitere fünf Jahre wurde nicht angenommen – zum ersten Mal seit 1967: 52 Abgeordnete stimmten dafür, 58 dagegen. Die Notstandregelung wendet israelisches Recht auf Bürger an, die in Judäa und Samaria leben und betrifft in erster Linie die Befugnisse von Israels Judikative und Exekutive zu Israelis, die in Judäa und Samaria Verbrechen begangen haben, einschließlich Bereichen unter PA-Zuständigkeit.

Diese Regelungen ermöglichen es Israel gegenüber israelischen Bürgern Verfügungen auszuführen und Strafen durchzusetzen und schaffen einen Rahmen für juristische Kooperation zwischen Israel und den zuständigen Zweigen der palästinensischen Autonomiebehörde.

Die Notfallregelungen werden Ende diesen Monats auslaufen, was die Dinge für die Strafverfolgungsbehörden wie auch für die Einwohner von Judäa und Samaria komplizieren dürfte. Nach Meinung des stellvertretenden Generalstaatsanwalts „wird das juristische und praktische Probleme für die Durchführung komplexer oder gemeinsamer Ermittlungen schaffen, was ein beträchtlicher Faktor und ein unverzichtbares Element der Befugnisse des Militärgouverneurs ist, die die Verwaltung des Gebiets und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit beeinflusst“.

„Aber die tatsächliche Geschichte hier ist das fortgesetzte Versagen der israelischen Regierung eine Politik zu formulieren, eine nationale Vision zu artikulieren und Regierungsführung zu demonstrieren“, sagte Avraham Binyamin, der Direktor der Politik-Abteilung der Bewegung Regavim.

„Das Einzige, was israelische Regierungen seit 1967 davon abgehalten hat israelisches Recht in Judäa und Samaria zur Anwendung zu bringen, ist ihre eigene Zurückhaltung – eigentlich ihr Kleinmut. Das hat zu einer chaotischen Realität geführt, die der Sicherheit und der Lebensqualität der Einwohner von Judäa und Samaria, Juden wie Arabern, und der Sicherheit des Staates Israel als Ganzem schadet“, sagt Binyamin.

„Diese Regularien betreffen hauptsächlich das Strafrecht und Bürgerrechte. Die verschiedenen technischen Bestimmungen offenbaren die offizielle Politik des Staates Israel für Verbrechen in Judäa und Samaria, aber was sie nicht beinhalten dürfte vielsagender sein: Weil die Fragen von Eigentumsrechten – Grundstücks- und Eigentumsrecht – völlig ignoriert werden, decken sie das Versagen der Regierung auf die Grundrechte des Staates und seiner Bürger zu schützen“, fährt er fort.

„Grundstücksrechte in Judäa und Samaria verbleiben in den jordanischen und osmanischen Systemen und diese Gesetze sind veraltet, ineffektiv und in einigen Fällen sogar antisemitisch. Noch schlimmer ist vielleicht, dass die selektive Art, in der diese Gesetze angewendet werden, vom israelischen Justiz- und Militärsystem durchgesetzt wird. Selektive Durchsetzung von empörend veralteten Gesetzen hat es der palästinensischen Autonomiebehörde ermöglicht – und ermöglicht es ihr weiter – das israelische System auszunutzen, um riesige Bereiche von Judäa und Samaria zu annektieren, die Landkarte neu zu zeichnen und die gesamte Region in gewalttätige Konfrontation zu führen. Fortgesetzter Verlass auf Notfallgesetzgebung könnte das kleinere Übel sein, aber das ist gewiss nicht die Lösung.“

Israel muss die Appeasement-Politik auf dem Tempelberg beenden

Diskriminierung von jüdischem Gebet am heiligsten Ort des Judentums ist obszön.

Farley Weiss, Israel HaYom, 30. Mai 2022

Das Jerusalemer Amtsgericht hat gerade Strafverfahren gegen Juden zugelassen, die an einem öffentlichen Ort auf dem Tempelberg, dem heiligsten Ort des Judentums, das Schmaij-Gebet sprechen. In ihrem Urteil schrieb Richterin Einat Avman-Muller, dass Gebetsfreiheit „nicht absolut ist und sie sollte von anderen Interessen aufgehoben werden, darunter die Gewährleistung der öffentlichen Ordnung.“ Mit anderen Worten: Der Grund für dieses obszöne Urteil ist antisemitische Opposition muslimischer Radikaler zu solchem Gebet.

Es ist klar, dass Opposition gegen jüdisches Gebet auf dem Berg, ob nun von Jordanien oder der PA, der Inbegriff von virulentem Antisemitismus ist. Warum sollte irgendjemand gegen friedliches jüdisches Gebet sein, wenn er kein virulenter Antisemit ist? Und warum sollte Israel vor Antisemitismus kapitulieren, statt für die Sicherheit betender Juden zu sorgen?

Die Aufzeichnungen der Geschichte beweisen, dass der Tempelberg der heiligste Ort des Judentums ist, die Stelle, der die Juden sich zuwenden, wenn sie beten, sowie der Ort der zwei jüdischen Tempel. In einer kleinen Ecke des Tempelbergs befindet sich die Al-Aqsa-Moschee, aber Muslime erhoben erst einen historischen Anspruch auf irgendeinen Teil des Tempelbergs, nachdem Israel ihn 1967 befreite.

1925 veröffentlichte der Oberste Muslimrat einen Touristenführer für den Tempelberg. Darin hieß es, dass die „Identität des Ortes mit der Stelle des Tempel Salomos unbestritten ist. Das ist laut allgemeiner Überzeugung auch die Stelle, an der David einen Altar für den Herrn baute und Brandopfer sowie Friedensopfer darbrachte‘.“ Der Führer erklärt weiter, dass muslimische Herrschaft über den Tempelberg 637 n.Chr. begann, dem „Jahr, in dem Kalif Omar Jerusalem besetzte“. 1925, so scheint es, gaben die muslimischen Führer eine akkurate historische Sicht auf den Tempelberg wieder, erkannten die historische Verbindung der Juden zu dem Ort an und erkannten an, dass darauf zwei Tempel existierten.

Es überrascht daher nicht, dass Israel, als es den Ort 1967 befreite, den Tempelberg in Unordnung vorfand, weil von 1948 bis 1967 kein arabischer Führer den Tempelberg besuchte – er wurde nicht als wichtig genug betrachtet.

Heute sieht das Narrativ, das die Muslime im Verlauf des letzten Jahrhunderts ausgeheckt haben, sehr anders aus. Infolge ihrer falschen und antisemitischen Behauptungen ist die heiligste Stätte des Judentums, ein öffentlicher Ort, der Tempelberg, heute zur einzigen Stätte in einer Demokratie geworden, an der es für Juden illegal ist zu beten.

Zur Grundlage hat dieses Verbot die falsche Behauptung, dass nicht nur die Al-Aqsa-Moschee, sondern der gesamte Tempelberg samt der Westmauer den Muslimen heilig ist. Diese Behauptung wird noch durch die antisemitische Falschmeldung verschlimmert, der Tempelberg sei den Juden nicht heilig, was auf berüchtigte Weise vom PA-Vorsitzenden Yassir Arafat am 17. Juli 2022 beim Camp David-Gipfel verkündet wurde. Arafat schockierte Präsident Bill Clinton, als er leugnete, dass die jüdischen Tempel jemals auf dem Tempelberg standen. Der israelische Botschafter in den USA, Danny Ayalon, der dabei war, berichtete, dass Präsident Clinton wütend und tief bestürzt war. Er schrie Arafat an: „Nun, lassen Sie mich Ihnen etwas sagen, Herr Vorsitzender: Als mein Messias Jesus Christus auf den Tempelberg ging, sah er keine Moscheen. Er sah keine Al-Aqsa. Er sah nicht den Felsendom. Er sah nur den jüdischen Tempel.“

Es ist bedauerlich, dass Israel auf derartiges antisemitisches Leugnen nicht so geantwortet hat, wie es das hätte tun sollen. Tatsächlich hat es über eine Appeasement-Politik zu radikalen muslimischen Krawallen und Einschüchterung ermutigt, die den Status quo auf dem Tempelberg verändert haben und solche Gewalt hat wegen ihres Erfolgs nur zugenommen. Yisrael Medad schrieb vor kurzem, dass die „Waqf, die religiöse islamische Stiftung, die Eintrittszeiten geändert und Sabbat-Besuche von Juden verboten hat. … Die Waqf schuf neue Feiertagszeiten, pflanzte Obstgärten, pflasterte neue Wege, errichtete Freiluft-Gebetsstellen und baute drei neue Moscheen auf dem Tempelberg.

Damit ist klar, dass Israels Entscheidung, aus Angst vor Gewalt solches Tun zu gestatten, nicht funktionierte. Stattdessen hat sich die Situation verschlimmert. Offizielle Vertreter Jordaniens und der PA haben deutlich gemacht, dass sie diese Strafaktionen fortsetzen werden, um jüdischem Gebet nicht nur auf dem Tempelberg, sondern auch an der Westmauer ein Ende zu setzen.

Taysir al-Tamimi, ehemaliger oberster Richter des Religionsgerichts der PA, sagte vor kurzem: „Die gesegnete Al-Aqsa-Moschee ist islamisch und gehört allein den Muslimen … und die Juden haben kein Recht daran … oder ein Recht an irgendeinem Teil davon zu beten.“ Er fügte hinzu: „Zur Al-Aqsa-Moschee gehören alle ihre Höfe … und insbesondere die Westmauer.“ Der PA-Minister für Religionsangelegenheiten Mahmud al-Habbasch behauptete auch, die Al-Aqsa „wird mit niemandem geteilt und niemand außer Muslime werden darin beten“. Letzten Dezember erklärte Habbasch, dass die Westmaure „einzig ein authentischer Teil der Al-Aqsa-Moschee“ ist.

Der jordanische Premierminister Bischer al-Kasawnet gab Angriffen auf jüdische Betende an der Westmauer volle Unterstützung. In einer Parlamentssitzung sagte er: „Ich gratuliere allen Palästinensern und allen jordanischen Waqf-Arbeitern, die alle wie ein Turm mit erhobenem Haupt da stehen und denen, die Steine auf Pro-Zionisten [Betende an der Westmauer] werfen, die die Al-Aqsa-Moschee besudeln.“ Vor nur ein paar Jahren forderte Jordanien das Welterbe-Komitee der UNESCO auf die Westmauer als muslimische Stätte umzuklassifizieren und versuchte das Patriarchengrab in Hebron sowie das Rahelgrab bei Bethlehem als rein muslimische Stätten einstufen zu lassen, um ihre Heiligkeit für Juden auszulöschen.

Daher ist klar, dass Israels Zugeständnisse nicht funktioniert haben, weil die einzige Konzession, die die zufriedenstellen wird, die gegen jüdisches Gebet auf dem Berg sind, die Vernichtung Israels ist. Die Krawalle und Gewalt werden enden, wenn muslimische Radikal lernen, dass Krawalle und Gewalt ihre politischen Ziele nicht erreichen werden und wenn Israel die Diskriminierung von jüdischem Gebet abschafft und deutlich macht, dass seine Politik auf dem gründet, was Recht und gerecht ist, nicht auf Angst vor Gewalt. Wenn Israel das tut, dann wird das fundamentale Recht der Juden an ihrem heiligsten Ort zu beten, zum ersten Mal seit 2.000 Jahren verwirklicht werden.