25 syrische Kinder, alle hatten Riesenangst vor uns

Der Kommandeur der „Operation guter Nachbar“ erinnert sich an die Überraschung derer, denen von israelischen Soldaten geholfen wurde.

Oberstleutnant A., The Times of Israel blogs, 1. August 2017


Auf diesem undatierten Foto, das am 19. Juli 2017 zur Verfügung gestellt wurde, kümmert sich eine IDF-Soldatin als Teil des „Guter Nachbar“-Programms der Armee für syrische Zivilisten auf den syrischen Golanhöhen. (IDF-Sprecher)

Ich erinnere mich an den Beginn der Operation Guter Nachbar, als wäre es gestern. Die Wahrheit ist, dass wir ernste Zweifel hatten, ob das wirklich geschen würde – ob die Syrer tatsächlich kommen würden. Dann, um 3 Uhr morgens auf den eisekalten Golanhöhen, bemerkten wir, wie sie am Zaun entlang gingen.

Fünfundzwanzig Kinder an den Händen ihrer Mütter passierten die Tore, es erschien wie ein moderner Exodus. Der Satz „Die Syrer sind an der Grenze“ erhielt eine völlig neue Bedeutung.

Man konnte das Misstrauen in ihren Augen sehen. Müde und barfuß trafen sie in der Dunkelheit zum ersten Mal auf IDF-Soldaten, auf uns, die wir von ihrer Kultur so dämonisiert worden waren. Nach vielen Gesprächen mit einigen Syrern ist mir die Erkenntnis gekommen, dass es kein Mythos ist: Bis zu dem Tag, an dem sie unserer Hilfe erhielten, glaubten viele Syrer ernsthaft, IDF-Soldaten hätten Hörner und Schwänze.

Es war surreal eine Mutter zu sehen, die die Hand ihrer kleinen Tochter festhielt, vor Schwäche beinahe zusammenbrach. Instinktiv bemerkte einer der Golani-Soldaten, wie die Frau stolperte und sprang zu ihr, nahm das Kind in seine Arme. Plötzlich schien es, als sei die Grenze verschwunden: Es war ein Moment der Menschlichkeit, geteilt von zwei Leuten, ein Augenblick der Not einerseits und des Mitgefühls auf der anderen Seite. Einen Moment, den ich nie vergessen werde.

Seitdem sind wir weit gekommen. Diese Operation war der Beginn einer intensiven Periode humanitärer Aktivität. Jeden Tag und jede Nacht, rund um die Uhr, betrieben wir ein System, das ausschließlich Gutes tat. Wir stellten Mehl, Babynahrung, medizinische Geräte und Arzneimittel in riesigen Mengen zur Verfügung und das war nur der Anfang.

Auf der anderen Seite der Grenze gibt es einen Bürgerkrieg – den grausamsten seiner Art – und unsere Aufgabe bestand darin Geschichte zu schreiben und als diejenigen in Erinnerung zu bleiben, die das Richtige taten. Heute, mit der Perspektive, die ich aus fast einem Jahr gewonnen ahbe, erkenne ich, dass dieser allererste Augenblick am Zaun historisch war. Ein Moment, so hoffe ich, der in unserem Gedächtnis eingeprägt bleiben wird – ein Moment israelischen Stolzes und jüdischer Barmherzigkeit.

Vor allem anderen erinnere ich mich daran, dass mein Auftrag darin bestand Sicherheit garantieren – gute nachbarliche Beziehungen auf beiden Seiten der Grenze – und wir tun dies, vielleicht, auf die großzügigste Art, die möglich ist. Es ist ein große Privileg eine Einheit mit diesem Auftrag, an diesem Ort und zu dieser Zeit zu kommandieren. Uns wurde die Gelegenheit gegeben die Wirklichkeit neu zu formen und mit einer Menge Motivation und guten Leuten glaube ich, dass wir weiter unser Bestes tun werden.

Im Verlauf des vergangenen Jahres kann ich Dutzende bedeutender Moment zählen, aber einer hat sich in mein Gedächtnis eingegraben und ich glaube, es gibt nichts Angemesseneres, um diese Aktivität als „ein guter Nachbar sein“ zu beschreiben. Eine Woche nach Beginn des Winters, während eines schweren Gewitterregens, fuhren wir auf Anfrage der Syrer damit fort kranke Kinder aufzunehmen, obwohl das brutale Wetter etwas anderes vorschrieb. Am Ende fand ich mich neben einem syrischen Arzt stehend wieder, der zivile Verbindungsmann zu einem der Dörfer in der Gegend. Wir beide, pudelnass, sahen uns an und lachten.

„Ich hab dir gesagt, es wird schwierig“, sagte ich ihm.

Ohne zu zögern antwortete er mit einem Lächeln: „Jeden Tag fallen hunderte Bomben auf das syrische Volk – ein wenig Regen wird uns da nicht umbringen.“

Der Arzt wurde ernst: „Jedes Mal, wenn ihr bereit seid uns aufzunehmen“, sagte er, „werden wir kommen.“

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Der Autor ist der Kommandeur der Operation Guter Nachbar der IDF, die humanitäre Hilfe für Syrer anbietet, die im blutigen Bürgerkrieg in ihrem Land Schaden erleiden. Die IDF untersagt seine Identität preiszugeben (Foto des Autors für rein illustrative Zwecke).

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Die Golan-Höhen – Geschichte, Gegenwart und Zukunft erklärt

Emanuel Miller, HonestReporting, 18. Juni 2019 (cross-posted von Medien BackSpin)

Hoch über Israels Nordfront mit Syrien und dem Libanon gelegen, kann die Bedeutung der Golanhöhen für Israel nicht übertrieben werden. Lernen Sie in diesem kleinen Führer mehr über die Gegend, ihre Geschichte und die Menschen.

Von Zeit zu Zeit kommt das Thema der Golanhöhen auf und die internationale Aufmerksamkeit konzentriert sich darauf, ob das Territorium unter israelischer Kontrolle bleiben oder an Syrien zurückgegeben werden sollte. Aber wo sind die Golanhöhen? Worin liegt ihre Bedeutung? Wer lebt dort und wessen Land ist das in Wirklichkeit?

Erst einmal die Grundlagen: Die israelische Seite der Golanhöhen deckt etwa 500 Quadratmeilen fruchtbaren Hochlandes ab, das eine beherrschende Sicht über Israel und Syrien bietet. Seit Israel im Sechstage-Krieg von 1967 die Kontrolle über das Land übernahm, ist es unregelmäßig unter internationalen Druck geraten das Land an Syrien zurückzugeben, eine Forderung, die Israel als unangemessen und unmöglich ablehnt. Aber warum?

Uralte jüdische Geschichte auf dem Golan

Jüdische Geschichte auf dem Golan geht bis in biblische Zeiten zurück; das Bestehen jüdischen Lebens in dem Bereich ist in verschiedenen Texten aufgezeichnet, darunter den Büchern Deuteronomium (5. Buch Mose) und Josua in der Bibel. Damals hieß die Region Baschan. Der Name Golan selbst stammt von der Stadt Baschan ab, die die Bibel als eine von etwa 60 befestigten Städten in der Gegend dokumentiert. Der Golan galt als „Flüchtlingsstadt“, ein Ort, wohin Mordverdächtige fliehen konnten um Vergeltung zu entgehen.

Obwohl das jüdische Volk mehrmals aus dem Land Israel ins Exil getrieben wurde, kehrten jüdische Exilanten aus Assyrien, Babylon und der Region in zahlreichen Zeiträumen in die Rgion zurück, wobei sie sogar der großen römischen Armee die Stirn boten. Die Gegend sprudelt vor historischen Artefakten, die jüdisches Gemeindleben im Land bezeugen, ebenso von den wiederholten Machtübernahmen, bei denen die Region mehrfach erobert, zurückerobert und wieder erobert wurde. Eine besonders schockierende Episode in der Stadt Gamla auf der Klippe ähnelte stark einem berühmten finalen Akt jüdischen Widerstands in Masada, wo die belagerte jüdische Gemeinschaft lieber Massenselbstmord verübte als sich zu ergeben. Als die Festungsanlagen von Gamla 67 n.Chr. durchbrochen wurden, soll die gesamte jüdische Gemeinschaft tot gewesen sein; etwa die Hälfte von ihnen getötet von den Römern, die andere sprang von dem steilen Hang in den sicheren Tod.

Selbst nach dem Ende jüdischer Autonomie ging jüdisches Leben auf dem Golan weiter. Die Überbleibsel von mehr als 30 antiken Synagogen sind entdeckt worden, rituelle Bäder wurden gefunden und schöne Mosaike mit jüdischen Symbolen wurden gefunden, die alle anhaltende jüdische Präsenz aufzeigen. Erst im 7. Jahrhundert wurden die jüdischen Gemeinden auf dem Golan ausgelöscht, als islamische Invasoren das Land von den Assyrern für das aufkeimende Kalifat Raschidun erobrten. Erst Jahrhunderte später waren Juden in der Lage in das Land zurückzukehren.

Der Golan vom Mittelalter bis zur Moderne

Verschiedene Völker haben im Lauf der Zeit auf dem Golan gewohnt; wiederholt kamen Invasoren, von den Mongolen über Perser, Römer bis zu Arabern, von denen einige von so weit her wie dem Jemen waren. Die Drusen, eine religiös-politische Sekte, die aus dem Islam hervorging, siedelten im 15. und 16. Jahrhundert in der Gegend und kontrollierten die Region etwa 350 Jahre lang, bevor sie von den Ägpytern und dann kurz darauf von den Osmanen erobert wurde.

Die Bevölkerung des Golan schrumpfte im Lauf der Jahrhundert infolge der ständigen Kriege, was dazu führte, dass die Region bis Mitte des 19. Jahrhunderts fast komplett verlassen war; ein Reiseführer beschrieb, dass nur 11 von 127 uralten Städten und Dörfern in der Gegend bevölkert waren.

Unter osmanischer Kontrolle versuchten Juden in die Gegend zurückzukehren; dazu kauften Juden aus Safed und Tiberias eine Reihe Grundstücke von Beduinen, ebenso Baron Edmund de Rotschild. Farmen und Gehöfte wurden errichtet, obwohl diese nicht lange blieben, weil die Osmanen das Land beschlagnahmten. Als das osmanische Reich 1917 zerfiel, wurde das Gebiet unter den Imperien der Briten und Franzosen aufgeteilt; Palästina fiel unter britische Kontrolle.

Drei Jahre später zwangen arabische Krawalle die jüdischen Gemeinden auf dem Golan zur Flucht und drei Jahre darauf, 1923, trafen Großbritannien und Frankreich eine Vereinbarung, durch die der Golan an französisches Territorium im heutigen Syrien übergeben wurde; die Briten erhielten dafür Mossul. Die letzten verbliebenen Juden wurden 1947 vor Israels Unabhängigkeit durch Syrien vertrieben, das den Vorteil des Geländes nutzte, um jüdische Gemeinden und Städte südlich des Bergzugs zu beschießen. Das Land blieb bis 1967 weitgehend judenfrei.

Die Gründung Israels

Während des arabisch-israelischen Krieges von 1948 wurde der entstehende jüdische Staat von örtlichen palästinensischen Milizen zusammen mit ägyptischen, jordanischen, libanesischen, irakischen und syrischen Streitkräften angegriffen. Obwohl es umzingelt war und damals rund 1% seiner Bevölkerung verlor, obsiegte Israel und seine Landmasse dehnte sich aus; der jüdische Staat hatte am Ende die Kontrolle über ein Drittel mehr Land als ihm zugewiesen worden war, hätte die arabische Führung den beim UNO-Teilungsplan von 1947 nicht abgelehnt.

Nach dem Krieg versuchte Israel Grenzen zu seinen arabischen Nachbarn zu etablieren, aber weil die arabischen Staaten es ablehnten Israels Rechtmäßigkeit anzuerkennen, brauchte man eine Alternative. Im ersten Halbjahr 1949 wurden in rascher Folge Waffenstillstandsvereinbarungen zwischen Israel und Ägypten, Libanon und Jordanien unterzeichnet. Eine weitere Vereinbarung wurde am 20. Juli des Jahres zwischen Israel und Syrien unterschrieben.

Mit den Vereinbarungen wurden die Demarkationslinien des Waffenstillstands vereinbart. Weil die Araber darauf bestanden, enthielten die Vereinbarungen jeodch eine Erklärung, die klarstellte, dass die Linien keine rechtlich bindenden Grenzen darstellen sollten. Artikel V des Allgemeinen Waffenstillstandsabkommens zwischen Israel und Syrien (20. Juli 1949) beginnt:

Es wird betont, dass die folgenden Arrangements für die Demarkationslinie des Waffenstillstands zwischen den israelischen und syrischen bewaffneten Kräften und für die entmilitarisierte Zone nicht so interpretiert werden dürfen, dass sie ein Beziehung welcher Art auch immer zu letzten territorialen Arrangements haben, die die beiden Parteien dieser Vereinbarung betreffen.

Leider führte die Unterzeichnung dieser Vereinbarung, das Ziehen der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Syrien nicht zu echtem Frieden zwischen beiden. Im Verlauf der folgenden Jahre brachen unregelmäßig Feindseligkeiten aus, bei denen beide Seiten in das Territorium der anderen einbrachen, wobei Syrien israelische Bauern angriff und der syrische Premierminister Salah Bitar 1963 bombastisch erklärte, dass die arabischen Staaten „einen unnachgiebigen Feldzug führen, um zu verhindern, dass Israel seinen Traum verwirklicht“ die Wüste mit Wasser aus dem Jordan erblühen zu lassen. Von 1950 bis 1967 traf syrisches Feuer etwa 370 Israelis, wobei 121 getötet wurden. Alleine 1955 gab es an 52 Tagen Feuerwechsel.

Die ersten drei Monat des Jahres 1967 erlebten in Israel mehr als 270 Grenz-„Vorfälle“. Die Mehrheit davon ging von Syrien aus und verursachte in Israel zunehmend Sorge. Die Dinge spitzten sich im April 1967 zu, als israelische Traktoren durch syrisches Maschinengewehrfeuer und Luftabwehrfeuer beschossen wurden, was eine Konfrontation von mehr als 130 Flugzeugen zwischen den Luftwaffen Israels und Syriens auslöste. Mit den zunehmenden Feindseligkeiten an mehreren Fronten überraschte es nicht, dass der Sechstage-Krieg kaum zwei Monate später ausbrach.

Der Sechstage-Krieg und seine Nachwirkungen

Im Juni 1967 gingen Jahre der Provokationen zu Ende, als Israel während des Sechstage-Krieges die Golanhöhen eroberte. Nachdem der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser Ende Mai von seiner Armee die Straße von Tiran schließen ließ – diese Provokation wird als Kriegsakt betrachtet – hielt Israel intensive diplomatische Treffen mit westlichen Führungspolitikern ab, bevor es erkannte, dass es auf eigene Faust handeln musste.

In den frühen Morgenstunden des 5. Juni startete die israelische Luftwaffe einen massiven Angriff auf ägyptische Flugfelder. Trotz des entscheidenden Schlages bestritt Ägypten die Niederlage und folglich traten Syrien und Jordanien in dem Glauben in den Krieg ein, Israel befinde sich in der Defensive.

Nach ein paar chaotischen Versuchen Israel anzugreifen wurden die syrischen Streitkräfte zurückgeschlagen und zum Rückzug gezwungen.

Am 7. und 8. Juni diskutierte die israelische Führung darüber, ob auch die Golanhöhen angegriffen werden sollten. Syrien hatte vor dem Krieg Überfälle unterstützt, die geholfen hatten die Spannungen zu erhöhen und es hatte Israel regelmäßig von den Höhen aus beschossen, also wollten einige israelische Führungskräfte, dass Syrien bestraft wird. Die miliärische Meinung lautete, dass der Angriff extrem verlustreich sein würde, da er einen harten Kampf gegen einen höher liegenden, stark befestigten Feind beinhalten würde. Trotz der Risiken griff Israel am 9. Juni an und gewann schnell die Kontrolle über den Großteil der Golanhöhen. Am folgenden Tag stimmte Israel einem Waffenstillstand mit Syrien zu und eine Waffenstillstandslinie wurde festgelegt, die als Violette Linie bekannt ist.

Der Krieg führte dazu, dass viele tausend Syrer vom Golan flohen, wobei Schätzungen nahe legen, dass irgendwo zwischen 80.000 und 131.000 aus ihren Häusern getrieben wurden oder flohen und nur ungefähr 7.000 blieben.

Innerhalb von Tagen nach Kriegsende, am 19. Juni 1967, schlug die israelische Regierung die Rückgabe der Sinai-Halbinsel an Ägypten und der Golanhöhen an Syrien vor, wenn es dafür eine dauerhafte Lösung und eine Entmilitarisierung der zurückgegebenen Territorien gäbe. Innerhalb von Monaten zogen Israelis auf den Golan. Bis 1970 gab es bereits zwölf neue Gemeinden.

Der Yom-Kippur-Krieg

Syrien versuchte sechs Jahre später, 1973, die Golanhöhen zurückzugewinnen. Der Verlust der Golanhöhen 1967 traf Syrien zutiefst und veranlasste es in Koordination mit Ägypten am heiligsten Datum des jüdischen Kalenders, Yom Kippur, einen Überraschungsangriff auf Israel zu starten.

Nachdem es anfangs große Teile des Territoriums verlor, erholte sich Israel schließlich und drängte die Syrer zurück. Zum großen Teil dank starker amerikanischer Unterstützung führte der israelische Gegenangriff dazu, dass israelische Trupppen bis auf 50km an Damaskus heranrückten. Israel zog sich zurück, unterschrieb aber im folgnden Jahr eine Waffenstillstandsvereinbarung, die fast den gesamten Golan unter israelischer Kontrolle beließ.

Gemäß der Vereinbarung wurde eine Pufferzone, die auf ungefähr 5% des umstrittenen Landes hinauslief, an Syrien übergeben und in eine entmilitarisierte Zone eingegliedert, die von der United Nations Disengagement Observer Force (UNDOF – UNO-Entflechtungs-Beobachterkräfte) verwaltet wurde, die entlang einer Waffenstillstandslinie in einem Gebiet von rund 80km Länge und zwischen 0,5 und10km Briete die Grenze entlang verlief. Dieses Gebiet wurde als Area of Separation (AOF – Trenngebiet) gekennzeichnet, das weder syrische noch israelische Truppen betreten durften. Rund eintausend UNDOF-Soldaten sind in der Region stationiert.

Obwohl sie keinerlei Territorium gewonnen hatten, betrachteten die Syrer und die Ägypter sich als moralische Sieger über Israel, nachdem sie ihren Feind überrascht hatten.

Ein weiteres Vermächtnis des Kriegs ist die Bedrohung durch Landminen. Auf dem syrisch kontrollierten Golan wie auf den Golanhöhen ist eine unbekannte Zahl an Landminen, die in die Hunderttausende geschätzt werden, vom syrischen Militär hinterlassen worden. Durch zahlreiche als No-go-Zonen markiert Felder ist das Wachstum einiger israelischer Dörfer eingeschränkt. Mehr als 200 Landminen sind seit Kriegsende auf dem syrischen Golan explodiert und viele weitere Menschen wurden auch auf der israelischen Seite verletzt und getötet.

Annexion und israleische Zivilherrschaft

Am 14. Dezember 1981 beschloss Israel das Gesetz Golanhöhen, mit dem es israelisches „Gesetz, Rechtssystem und Verwaltung“ auf die Golanhöhen ausweitete. Obwohl das Gesetz das Territorium praktisch nach Israel annektierte, erklärt es keine formelle Annexion. Jahrzehnte lang wurden die Golanhöhen international von keinem anderen souveränen Staat anerkannt und vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in Resolution 497 für „null und nichtig und ohne international rechtliche Auswirkungen“ erklärt.

Resolution 497 des UNO-Sicherheitsrats forderte, dass Israel seine Entscheidung annulliert. Israel seinerseits bleibt dabei, dass es die Gegend behält, da der Text von Resolution 242 „sichere und anerkannte Grenzen ohne Bedrohungen und Gewalttaten“ fordert. Die internationale Gemeinschaft lehnt allerdings israelische Ansprüche auf das Territorium ab und betrachtet es als souveränes syrisches Territorium. Manche verweisen jedoch auf den fünften Artikel der Allgemeinen Waffenstillstandsvereinbarung (20. Juli 1949), der klar machte, dass die alten Grenzen niemals Grenzen waren, sondern lediglich Waffenstillstandslinien.

Im März 2019 brachen die Vereinigten Staaten hingegen mit der gesamten internationalen Gemeinschaft, nachdem Präsident Trump ankündigte die USA würden Israels Souveränität über die Region anerkennen.

Gegenwärtige Einwohner der Golanhöhen

Heute leben rund 50.000 Menschen auf dem Golan, davon etwa 27.000 jüdische Einwohner und 24.000 Araber, die die Region ihr Zuhause nennen. Die Juden leben in 33 Gemeinden, die weit überwiegende Mehrheit von ihnen sind Kibbuzim und andere Gemeinschaftsdörfer sowie die Stadt Katzrin. Zu den auf dem Golan lebenden Arabern gehören rund 23.000 Drusen, die in vier Dörfern nahe der syrischen Grenze leben.

Israel hat beträchtliche Summen in die Installation und Verbesserung der Infrastruktur und Dienste zum Nutzn der arabischen und jüdischen Bevölkerung investiert, in starkem Gegensatz zu der 19-jährigen Periode bis 1967, als fortlaufende syrische Regierungen es verfehlten in lokale Infrastruktur und Dienste zu investieren. Unter israelischer Herrschaft wurden Strom- und Wassersysteme sowie landwirtschaftliche Verbesserungen, Berufsausbildung und Krankenstationen eingerichtet.

Die Drusen sind eine Arabisch sprechende, esotherische, ethno-religiöse Gruppe mit engen Verbindungen zum Islam, obwohl sie allgemein nicht als muslimisch betrachtet werden. Als im gesamten Nahen Osten verstreute religiöse Minderheit haben die Drusen regelmäßig Verfolgung erfahren, außer im Libanon und in Israel, wo drusische Richter, Parlamentarier, Diplomaten und Ärzte höchste Ränge der Gesellschaft einnehmen können.

Die meisten drusischen Einwohner der Golanhöhen betrachten sich als Syrer. Rund 90% lehnen die Option ab die israelische Staatsbürgerschaft anzunehmen, haben stattdessen dauerhaften israelischen Einwohnerstatus. Statt eines israelischen Reisepasses haben viele Drusen für Auslandsreisen ein von Israel ausgegebenes Passagedokument, auf dem das Feld für die Staatsbürgerschaft leer gelassen ist.

Die Entscheidung der Mehrheit der Drusen die israelische Staatsbürgerschaft auszuschlagen und sich als Syrer zu betrachten, hat vielfältige Aspekte. Da die Drusen der Golanhöhen syrische Untertanen sind, ist ihre Beziehung zu Syrien unbestreitbar echt und viele betrachten sich aufrichtig als Syrer. Für andere entstammt die Abneigung die israelische Staatsbürgerschaft abzulehnen und sich weiterhin als Syrer zu bezeichnen einer pragmatischen Entscheidung gemäß dem Verständnis, dass Syrer, die sich als Iraelis bezeichnen, sollte er jemals wieder unter syrische Kontrolle kommen, als Verräter betrachtet und möglicherweise schwer bestraft würden. Da Israel bereit ist den drusischen Widerwillen öffentlich die israelische Souveränität zu übersehen, während Syrien eine weniger verständnisvolle Haltung an den Tag legt, ist der Ausgang für viele eine ausgemachte Sache.

Trotz des Übergewichts der Nicht-Staatsbürgerschaft hat es in den letzten Jahren Gerede darüber gegeben, dass Drusen mehr politische Beteiligung in Israel anstreben. Seit 1981 sind vier drusische Dörfer des Golan durch Repräsentanten vertreten worden, aber ein Verständnis, dass das Territorium in absehbarer Zukunft nicht an Syrien zurückgegeben wird, zusammen mit den Erwartungen der jüngeren Generationen mehr wirtschaftliche Möglichkeiten zu suchen, hat manche dazu gebracht mehr Zusammenarbeit innerhalb des politischen Systems Israels zu suchen. Das ebnete den Weg für die ersten israelischen Kommunalwahlen in den Dörfern im Oktober 2018, obwohl die Wahlbeteiligung merklich niedriger war als im Rest des Landes.

Der syrische Bürgerkrieg und die Golanhöhen

Mit Ausbruch des syrische Bürgerkriegs im März 2011, als Proteste außer Kontrolle gerieten und militärische Elemente zur Opposition überliefen, verlor der syrische Führer Baschar al-Assad die Kontrolle über große Teile des Landes. Im Verlauf der folgenden acht Jahre kämpfte Assat mit Hilfe iranischer und russischer Streitkräfte um die Wiedergewinnung der Vorherrschaft über das Land.

Während dieses Zeitraums versorgte Israel hunderte Syrer mit Hilfe, gründete medizinische Zentren jenseits der Grenze und lieferte Treibstoff, Stromgeneratoren, Wasser, Lebensmittel und Kleidung. Viele der Empfänger der Hilfe waren zwar anscheinend Zivilisten, aber eine unbekannte Anzahl waren Rebellen, die gegen das syrische Regime kämpfen.

Dieses Handeln provozierte die Drusen gelegentlich, die syrische Rebellen als ihre Feinde betrachteten. Die Drusen beschuldigten Rebellen Gräueltaten an ihrer Gemeinschaft in Syrien zu begehen und riefen Israel auf, es solle die Behandlung der verletzten Kämpfer einstellen. Bei einer Reihe von Gelegenheiten lief diese Antipathie in tatsächliche Gewalt über, wobei erboste Demonstranten israelische Militärkrankenwagen angriffen, bei denen in einem Fall ein syrischer Insasse getötet und ein weiterer kritisch verletzt wurde.

Als Ergebnis von Assads Verlust der territorialen Integrität kamen Bereiche innerhalb der Patrouillenzone der UNDOF oder direkt angrenzend unter die Kontrolle der Rebellen. Durch ihre Nähe zu den Kämpfen wurde die Lage der UNDOF zunehmend unsicher und mit der Zeit wurden die UNO-Kräfte zum Ziel von Gewalt. Folglich hörten die Inspektionskontrollen in der Zone des Beschränkungsbereichs auf und – ausgelöst durch die Entführung von rund 45 UNDOF-Soldaten aus Fidschi durch eine an Al-Qaida angegliederte Gruppe (die Soldaten wurden später freigelassen) und anderer Übergriffe – verließ die Truppe die meisten ihrer Positionen und zog sich auf israelisches Territorium zurück. Über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachteten die UNDOF-Kräfte die Ereignisse in Syrien aus der Sicherheit des von Israel kontrollierten Landes. Während der Bürgerkrieg in Syrien sich dem Ende zuneigt, sind UNDOF-Soldaten auf die syrische Seite der Linie zurückgekehrt.

Da Feindseligkeiten unregelmäßig über die Grenze schwappen, die israelische Luftwaffe regelmäßig Terrorgruppen auf der syrischen Seite angreift und die israelische Seite regelmäßig unter Feuer gerät, werden die Golanhöhen in der vorhersehbaren Zukunft unter israelischer Kontrolle bleiben.

Wenn palästinensisches Blut nicht gleich ist

Dr. Edy Cohen, BESA Center Perspective Paper Nr. 930, 24. August 2018

Palästinenser in Syrien (Foto via Action Group for the Palestinians of Syria, AGPS)

Zusammenfassung: Vor kurzem veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation AGPS einen Bericht, der 3.840 Fälle getöteter Palästinenser seit dem Beginn des syrischen Krieges im Jahr 2011 dokumentiert – fast das Vierfache der Zahl der während den sechs Jahren der ersten Intifada (Dezember 1987 bis September 1993) Getöteten. Die Umstände dieser Tode waren Artilleriebeschuss, Schießereien oder Folter in den Verhörräumen von Gefängnissen in ganz Syrien. Mahmud Abbas schwieg und verurteilte Bashar Assad oder den Iran nicht. Palästinensisches Blut in der Westbank und dem Gazastreifen scheint weit mehr wert zu sein als das Blut von Palästinensern sonstwo in der Welt. Der Grund ist, dass von IDF-Feuer getötete Palästinenser als Bollwerk gegen Israel dienen, ob nun seitens arabischer Staaten oder der westlichen Welt.

Ein gerade veröffentlichter Bericht der Action Group of Palestinians in Syria (AGPS), einer Menschenrechtsgruppe, dokumentierte 3.840 Fälle von Palästinensern, die seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs 2011 getötet wurden – fast viermal so viele wie während der sechs Jahre der ersten Intifada (Dezember 1987 – September 1993) getötet wurden. Die Ursachen der Tode reicht von Artilleriebeschuss über Schießereien bis zu Folter in den berüchtigten Gefängnissen des Regimes im gesamten Land.

Zusätzlich zu diesem Bericht veröffentlichte das syrische Regime zum ersten Mal eine Liste mit Namen, die 548 getötete Palästinenser beinhaltete. Der Bericht des Regimes vermerkte zwar nicht ihre Todesursache, aber Menschenrechtsgruppen stimmen darin überein, dass diese Palästinenser als Ergebnis von Folter, Verhungern und der Verweigerung geeigneter medizinische Versorgung starben.

Die AGPS sagte zudem dass immer noch vermisst 1.682 Palästinenser werden; ihr Schicksal ist nicht bekannt. Gemäß einiger Einschätzungen wurden diese Palästinenser entwder irgendwann während des blutigen Bürgerkriegs getötet oder befinden sich – „bestenfalls“ – immer noch im Gefängnis. Also sind seit 2011 mindestens 5.522 Palästinenser entweder getötet worden oder werden vermisst.

Zusammen mit diesen Getöteten bzw. Vermissten haben zehntausende Palästinenser in Syrien ihre Häuser und Arbeit verloren. Das Flüchtlingslager Yarmuk, das für Zehntausende Zuhause war, wurde im Verlauf des Krieges vollkommen zerstört. Vor der Zerstörung des Lagers wurde es vom Regime Assad belagert. Während dieser Zeit begannen Bilder ausgemergelter Palästinenser in Medien der syrischen Opposition erscheinen.

Trotz dieser Schrecken verurteilte nicht ein einziger Vertreter der palästinensisch Autonomiebehörde öffentlich das Regime Assad.

Das ist unglaublich. Wo ist der Aufschrei seitens der PA, der arabischen und der weltweiten Nachrichtenmedien, Menschenrechtsgruppen, palästinensischen und arabischen Politiker? Wo ist ihre Verurteilung der Kriegsverbrechen des syrischen Präsidenten Bashar Assad an den Palästinensern? Warum verurteilt nicht jeder einzelne arabische Abgeordnete in Israel den syrischen Diktator?

Wenn ein Hamas-Terrorist oder einer des Islamischen Jihad im Gazastreifen von IDF-Soldaten getötet wird, während er versucht eine Bombe an einer Straße zu legen oder den Grenzzaun zu durchbrechen, tobt die arabische und westliche Welt vor Wut. Die Arabische Liga gibt ihre bekannten Verurteilungen aus: das durchweg feindselige Kuwait verurteilt Israel in der UNO und versucht den Sicherheitsrat einzuberufen; Mahmud Abbas fordert internationalen Schutz für die Palästinenser; und all diese Reaktionen werden rund um die Uhr von der arabischen und westlichen Presse berichtet.

Wenn Palästinenser von Arabern getötet werden, kümmert das offenbar niemanden – nicht in der arabischen Welt und nicht einmal bei den Palästinensern selbst, ob nun PA oder Hamas. Jeder schweigt still. Palästinensisches Blut in der Westbank und dem Gazastreifen ist weit mehr wert als palästinensisches Blut in anderen Teilen des Globus.

Von IDF-Feuer getötete Palästinenser können, ob von arabischen Ländern oder der westlichen Welt, als Mittel genutzt werden, um Israel zu untergraben und zu schwächen. Menschenrechtsgruppen im Westen und in Israel investieren den größten Teil ihrer Energien und Aufmerksamkeit auf die Palästinenserfrage in Israel. Die Gleichung ist deutlich zu sehen: Wenn Israel oder die Juden nicht für das Töten von Arabern verantwortlich gemacht werden können, interessiert es einfach nicht.

Während des gesamten Kriegs in Syrien ist das Schweigen von Abbas zum Leid der dortigen Palästinenser ohrenbetäubend gewesen. Er hat Assad oder dem Iran das Töten von Palästinensern nie vorgeworfen. Er sucht die beste aller möglichen Welten: Unterstützung sowohl durch den Iran als auch durch die Araber. Es scheint so, als sei er erfolgreich gewesen.

Während im Irak vor einigen Jahren Gräueltaten begangen wurden, hielt eine geknechtete Jesidin ein Schild hoch, auf dem stand: „Die Tragödie des jesidischen Volks besteht darin, dass die Juden nicht sein Feind sind.“

Operation Maulwurfgrille 19: 34 Jahre danach bleibt der entscheidendste Sieg der israelischen Luftwaffe Standard

Bis zum heutigen Tag bleiben die Einzelheiten der Operation Maulwurfgrille 19 geheim

Uri Milstein, The Jerusalem Post, 18. Juli 2016

Piloten sammeln sich im Juni 1982 vor dem Start und den Beginn der Operation Maulwurfgrille 19

1992, nur ein Jahr nach der  Auflösung der Sowjetunion, besuchte Generalmajor a.D. David Ivri – damals der Generaldirektor im Verteidigungsministerium und ehemaliger Kommandeur der israelischen Luftwaffe (IAF) – die Tschechische Republik.

„Der stellvertretenden Generalstabschef der Tschechen sagte mir, als er 1982 im Nationalen Verteidigungsakademie in Moskau war“, erinnerte sich Ivri, „erfuhr er, dass der Schlag gegen die syrischen Luftverteidigungs-Raketenbatterien [SAM] einer der Auslöser für Glasnost [verstärkte Regierungstransparenz] in der Sowjetunion war. Die strategische Theorie, dass dem Westen die Fähigkeit fehlt das SAM-System zu überwinden, war widerlegt worden und das warf viele Zweifel über die sowjetischen Fähigkeiten allgemein und den Verteidigungssektor im Besonderen auf.“

Der tschechische Offizielle bezog sich auf die Operation Maulwurfgrille 19, der vielleicht größte Erfolg im ersten Libanonkrieg. Es war das erste Mal, dass eine von den Sowjets gebaute SAM-Raketenbatterie ohne Verwendung von Bodentruppen zerstört wurde. Innerhalb von zwei Stunden hatte die IAF 15 von 19 SAM-Batterien im Bekaa-Tal des Libanon zerstört, während sie gleichzeitig 90 Feindflugzeuge abschoss.

Bis heute bleiben die Einzelheiten von Operation Maulwurfgrille 19 geheim. Es war vielleicht die größte militärische Leistung der IDF, vielleicht übertraf sie sogar Operation Focus, dem Eröffnungsluftschlag zu Beginn des Sechstagekriegs, während dem Israel praktisch die kompletten Luftwaffen von Syrien und Ägypten vernichtete. Letzte Woche war der 34. Jahrestag des Ausbruchs des ersten Libanonkriegs, als die IDF erfolgreich machte, was keine andere Armee zuvor getan hatte: die Leistungsfähigkeit eines Feindes seine Raketen einzusetzen innerhalb von einer Stunde und 50 Minuten zu beseitigen.

In den Kriegen seitdem haben die IDF-Stabschefs eine ähnliche Strategie in den von ihnen geleiteten Kriegen eingesetzt. Generalleutnant d.R. Dan Halutz machte das während des zweiten Libanonkrieges 2006 und Generalleutnant d.R. Benny Gantz machte 2014 während der Operation Fels in der Brandung dasselbe. Das US-Militär nutzte diese Strategie in seinem Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien und dem Irak ebenfalls.

Das Versagen der israelischen Luftwaffe im Yom Kippur-Krieg von 1973 deutete sich durch Ereignisse an, die in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 1970 stattfanden. In dieser schicksalhaften Nacht brachten die Ägypter heimlich 10 Batterien SAM-2 und SAM-3 an den Suezkanal. Am nächsten Nachmittag stiegen zwei Paare israelischer Piloten in F-4 Phantoms zu einem Einsatz auf, um die Batterien auszuschalten, aber leider wurden zwei von ihnen von den sowjetischen Abwehranlagen abgeschossen.

Bis dahin wurden die F-4 Phantom als vor Raketen sicher angesehen.

Nach Angaben des damaligen Luftwaffen-Einsatzleiters, Oberst Jacob Agassi, war IAF-Kommandeur Generalmajor Moti Hod angesichts der Nachricht fassungslos (ungerechtfertigterweise, so Agassi) und kam zu dem Schluss, dass die IDF keine Möglichkeit hatte die von den SAM-Batterien dargestellte Gefahr zu überwinden. Fünf Wochen später sollte Hod derjenige sein, der für Israels Duldung der furchtbaren Umstände verantwortlich war, denen es begegnen musste, um den Abnutzungskrieg zu beenden.

Israel unternahm nie etwas als Reaktion darauf, dass die Ägypter die SAM-Batterien entlang des Kanals aufbauten.

Brigadegeneral Benny Peled beantragte, dass Major Ezra Harel, der gerade vom Studium in den USA zurückkam, eine komplette Untersuchung des Computersystems der Luftwaffe durchführt. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein solches Durcheinander gesehen“, sagt Harel. „Soldaten reichten einen Bericht ein, aber der Bericht sollte nie seinen Bestimmungsort erreichen. Der Informationsfluss war völlig unberechenbar. Als ich zum Leiter der automatisierten System der Luftwaffe ernannt wurde, organisierte ich alles. Aber dann brach der Yom Kippur-Krieg aus und ich konnte keine weiteren Verbesserungen vornehmen.“

Oberst d.R. Eliahu Yitzhaki, der während des ersten Libanonkriegs die Abteilung für elektronische Kriegsführung der IAF kommandierte, glaubte, der erste Schritt in der Revolution Maulwurfgrille 19 fand 1973 statt.

„Am 17. Oktober, dem Tag nachdem wir den Kanal überquerten, wurde vier Jets befohlen die SAM-Batterien anzugreifen; dazu sollten sie die ‚hataf‘-Methode einsetzen [bei der die Flugzeuge tief, dann hoch und dann wieder tief fliegen sollten]. Ich sagte Peled, dass das eine Selbstmordmission sei. ‚Nun, da kann man jetzt nichts machen – die Befehle sind bereits ausgesandt. Lassen Sie uns das Beste hoffen‘, antwortete Peled.“

„Vier Flugzeuge wurden während der Operation getroffen und sechs unserer Flieger wurden getötet oder gefangen genommen“, fuhr Peled fort. „Am nächsten Tag wurden alle Flugzeuge der IAF gegroundet. Ihre Kommandeure warteten auf die Abteilung für elektronische Kriegsführung, um die Lage retten. Operation Nussknacker 23 wurde in voller Synchronisierung mit der Abteilung für elektronische Kriegsführung geplant. Die Flugzeuge flogen hoch, führten all ihre Aufgaben aus und nicht ein einziges Flugzeug wurde getroffen. Die Revolution hatte begonnen.“

Nach dem Krieg begann das von Peled ernannte Team die Luftwaffe wieder aufzubauen. „Wir werden hier ein Kommandozentrum aufbauen, um SAM-Batterien anzugreifen“, sagte Oberstleutnant Amos Amir, damals Leiter der Operation. „Der Leiter der Operationen wird hier in diesem Stuhl sitzen und alle Informationen über die Positionen der Batterien aus allen quellen werden in Echtzeit in diesen Computer laufen – nicht die, wo wir vor 10 Stunden waren. Und entsprechend dieser Informationen werden wir unsere Kampfpiloten führen, damit sie wissen können, wohin sie zielen müssen.“

Amir fuhr fort: „Das erste Problem, mit dem wir uns befassen mussten, war die Tatsache, dass die Ägypter die SAM-Batterien ständig verlegten. Wir würden einen Bericht erhalten, dass sie an einem bestimmten Ort stehen würden, aber wenn unsere Piloten diese Koordinaten erreichten, waren die SAMs nicht mehr dort. Das war im Sechstagekrieg kein Problem gewesen – wenn ein Flugzeug sie an einem bestimmten Ort gesehen hatte, war sie immer noch dort, wenn unsere Kampfflugzeuge dort eintrafen und wir waren in der Lage das Ziel zu zerstören. Dasselbe galt für die Panzer. Obwohl sie manchmal ein wenig bewegt worden waren, wenn wir dort eintrafen, konnten wir sie in der Regel in der Nähe orten.

Unsere zweite Herausforderung bestand darin zu erfahren, wie man ein Kontrollsystem erschafft. Wir  würden ein Flugzeug losschicken, um eine SAM zu bombardieren und wenn es sie ortete und erfolgreich zerstörte, waren wir glücklich. Konnte sie nicht geortet werden, würde das Flugzeug weiter nach ihr suchen. Bis der Yom Kippur-Krieg ausbrach, führten wir weiter Einsätze durch, bei denen wir ein Flugzeug losschickten, es würde wieder sein Ziel bombardieren und sich dann schnell wieder zurückziehen. Aber jetzt wollten wir den Feind schwer treffen, ohne ihm zu nahe zu kommen.“

Und so geschah es, dass die IAF während der neun Jahre zwischen dem Yom Kippur-Krieg und dem ersten Libanonkrieg aus dem Nichts eine erstklassige Luftwaffe aufbaute. Die Luftwaffe hatte ein phänomenales Kommunikationsnetzwerk, das mit den verschiedenen Waffengattungen in Kontakt blieb. Es bekam zwei Spitznamen: „Periskop“ und „Mitsing-Gruppe“, die beide andeuten, wie gut die verschiedenen Waffengattungen sich integrierten und dass sie ein gemeinsames Ziel hatten. Jede hatte ihre eigene Rolle, wusste aber auch, wie man kooperieren musste, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Als am 6. Juni 1982 der erste Libanonkrieg ausbrach, hatte die IAF die geheimdienstlichen Fähigkeiten zu jedem Zeitpunkt zu wissen, wo sich ihre Ziele befanden. Sie hatte außerdem die Fähigkeit die syrische elektronische Kommunikation zu stören und konnte die Raketenbatterien mit elektrooptischen Raketen aus einer Entfernung von 40 km zu zerstören.

Am 4. Juni 1982 schossen Terroristen, die unter Anleitung von Abu Nidal vorgingen, der im Irak lebte und nicht der PLO angehörte, in London den Botschafter Shlomo Argov an. Sofort danach gab Premierminister Menachem Begin dem Druck von Verteidigungsminister Ariel Sharon und Generalstabschef Rafael „Raful“ Eitan nach und genehmigte die Operation „Kleine Kiefern“. Das war eine begrenzte Operation gegen die PLO im westlichen und zentralen Bereich des Südlibanon, der bis zu 40km jenseits der israelischen Grenze reichte.

Sharon und Eitan hatten jedoch andere Pläne. Sie wollten auch die Kontrolle über den östlichen Libanon bis zur Autobahn Beirut-Damaskus übernehmen und die Syrer hinauswerfen, damit sie den maronitischen Christen nicht ihre Kontrolle aufzwingen konnten; die Maroniten waren mit Israel verbündet. Aber um das zu tun, brauchten sie einen Vorwand, um die Operation beginnen zu können.

Die Operation sollte eineinhalb bis zwei Tage dauern, aber am dritten Tag ereignete sich ein Vorfall, der Sharon und Eitan den Vorwand lieferte, auf den sie gehofft hatten: Eine Einheit unter dem Kommando von Brigadegeneral Dan Vardi griff die Jezzine-Komplex direkt südlich von Jebl Baruch an, wo zwei Bataillon syrische Panzer, zwei Intanterie-Bataillone, zwei Divisionen Spezialeinheiten und zwei Divisionen der Fatah standen. Die Begründung für den Angriff lautete, dass die Syrer eilig Verstärkungen in das Gelände gebracht hatten. Ohne Begin zu informieren, genehmigte Sharon EItans Antrag darauf, dass IDF-Kampfjets die Verstärkungen bombardieren und die IDF-Truppen das Gelände erobern.

Vardi und seine Soldaten griffen die Stadt und die Armeebasis an; dabei flohen die meisten Syrer oder wurden gefangen genommen. Während des Angriffs hatten die Israelis den Erfolg 32 Panzer zu zerstören.

Die IAF schoss außerdem vier syrische Kampfjets ab. In Reaktion darauf brachten die Syrer fünf neue SAM-6-Raketenbatterien von den südlichen Golanhöhen in den Libanon, was die Zahl der SAMS im Libanon auf 19 erhöhte.

Die Operation Maulwurfgrille 19 wurde nachts ausgeführt und alle an der Operation beteiligten Luftwaffenflugzeuge wurden kurz davor alarmiert. Zum ersten Mal in der Geschichte der IAF wurde entschieden, dass Ivri nur die Kampfjets kommandieren sollte, die syrische Flugzeuge angreifen und dass Aviem Sella die Jets kommandierte, die die SAM-Batterien am Boden angreifen sollten.

Brigadegeneral d.R. Avi Barber, der von den Syrern während der Operation Modell 5 im Yom Kippur-Krieg gefangengenommen und als Geisel gehalten wurde, kommandierte eine Staffel, die für die Operation trainiert worden war; die andere Hälfte wurde angewiesen die SAM-Basen unter Nutzung traditioneller Methoden zu sprengen, sollte das erste Team scheitern.

Allerdings wurden einige der Piloten von Ungewissheit geplagt, wie ihre Erfolgsaussichten aussahen, darunter der zukünftige Luftwaffen- und Generalstabschef Dan Halutz sowie der zukünftige Leiter der Personalabteilung Avi Gil. Barber jedoch übernahm das Kommando der Staffel von Sella und war absolut zuversichtlich.

An diesem Mittwoch beaufsichtigte Barber die Vorbereitung der Flugzeuge sehr gewissenhaft. Der Beginn der Operation war für mittags angesetzt. Um 10 Uhr versammelte er die Mitglieder der Staffel im Lageraum. Als erstes sprach der Navigator Hauptmann Doron Dovrat, der nicht nur den Standort der SAM-Batterie kannte, sondern auch das gesamt Gebiet des Libanon.

Jedes Flugzeug führte zwei elektro-optische Bomben mit (präzisionsgelenkte Munition), von denen jede eine Tonne wog.

Gemäß dem Prinzip der Redundanz sollten die Navigatoren vier Bomben auf jede Batterie abwerfen. Jede Bombe kostet $1 Million. Die Navigatoren sollten die Bombe genau ins Zentrum jeder Batterie werfen. Dovrat wiederholte den Plan, besonders die Details, die die Navigatoren besonders wissen mussten, obwohl sie den Einsatz seit Jahren trainiert hatten.

Als nächstes sprach Barber zur Gruppe. Als er seine Ansprache beendete, warf er den Stab hin, den er genutzt hatte, um die Ziele auf der Landkarte zu zeigen und sagte dramatisch: „Jeder von euch hat eine große Verantwortung auf seinen Schultern, damit dieser Einsatz ein Erfolg wird. Ihr habt alle gelernt wie man fliegt und habt alle nötigen Mittel bekommen. Jetzt setzt es um!“ Der Beginn der Operation wurde auf 13 Uhr verschoben, dann weiter auf 14 Uhr. Um 13:45 Uhr hoben die Kampfjets unter Einhaltung von Funkstille einer nach dem anderen ab.

„Wir folgten vorbereiteten Routen über dem Meer, bis die Küste des Libanon in Sicht kam“, schilderte Barber. „Als wir 32km von der SAM6-Batterie entfernt waren, identifizierten wir unser Ziel. Ich flog etwas näher heran, um sicherzustellen, dass die Bombe das Ziel auch erreicht und löste die Bombe. Zuerst flog die Bombe auf Autopilot, aber dann übernahm Dovrat die Kontrolle und steuerte sie auf das Ziel zu. Plötzlich meldete das Kontrollzentrum ‚Alfa‘, was bedeutete, dass die Bombe ihr Ziel getroffen hatte. Ich erkannte, dass gerade etwas Historisches stattgefunden hatte. Ich hatte das Ziel bei meinem ersten Versuch getroffen und zerstört.“

Es dauerte nur 110 Minuten, bis die IAF 15 der 19 SAM-Batterien vernichtete.

An diesem Punkt entschied Sella die Operation zu stoppen und nicht zu versuchen die verbleibenden vier SAM-Batterien zu zerstören, um das Leben der Piloten nicht zu gefährden. Ivri bestätigte die Entscheidung. Am nächsten Tag wurden zwei weitere Batterien zerstört und am letzten Tag des Einsatzes die beiden verbliebenen Batterien.

Insgesamt waren während der drei Tage der Operation Maulwurfgrille 19 nicht weniger als 97 syrische Flugzeuge zerstört, ohne dass ein einziges israelisches Flugzeug getroffen wurde.

Während der Operation vernichtete die IAF komplett die Kampffähigkeit des syrischen Militärs, jedenfalls kurz- und mittelfristig. Jetzt hatte die IAF die vollständige Luftraumkontrolle, das syrische Militär hatte keine Überlebenschance.

Trotz der sich heute verändernden Schlachtfelds mit asymmetrischen Kriegsführungstaktiken, die auf Boden-Boden-Flugkörpern basieren – wie iwr es bei der Hisbollah im Libanon und der Hamas im Gazastreifen erlebt haben – bleiben die in der Operation Maulwurfgrille 19 gelernten Lektionen eine wichtige Strategie in Israels Verteidigungsfähigkeiten.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (8. – 11. Juli 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2018 geführt.

Sonntag, 01.07.2018:

Am Freitag starb ein Terrorist am Gaza-Zaun durch seinen eigenen Sprengsatz. Inzwischen behaupten die Terroristen, er sei von israelischen Soldaten erschossen worden. In Wahrheit versuchte er eine Granate in seiner Steinschleuder zu platzieren, um sie auf Soldaten zu schleudern. Dabei ging das Ding hoch, tötete ihn selbst und verletzte mehrere andere Araber. Es gibt Videomaterial davon (auf twitter gefunden):

Ein Diplomat aus Qatar versuchte Israel hinter den Kulissen davon zu überzeugen, dass die Spannungen am Gazastreifen aufhören würden, wenn mehr Gazaner Arbeit in Israel bekämen.

Nachdem Netanyahu das Verbot der Besuche auf dem Tempelberg durch Minister der Regierung aufhob, war Landwirtschaftsminister Uri Ariel das erste Kabinettsmitglied, das heute den Tempelberg besuchte; ein weiterer Abgeordneter ging ebenfalls hinauf. Knessetmitglieder dürfen jetzt alle drei Monate den Tempelberg besuchen. Am Montag wollen 3 Abgeordnete den Tempelberg besuchen.

Die PA verurteilte die Besuche von Juden auf dem Tempelberg und wirft Israel „Angriffe“ auf islamische und christliche heilige Stätten vor.

Montag, 09.07.2018:

Aussage eines iranischen Generals: Die Streitkräfte in Syrien warten nur noch auf den Befehl Israel zu vernichten.

Premier Netanyahu hat angekündigt den Waren-Übergang Kerem Schalom wegen des anhaltenden Drachen-/Ballonterrors zu schließen. Das gilt nicht für Humanitäres und für Lebensmittel. Außerdem wurde beschlossen die Fischereizone vor dem Gazastreifen nicht auf 9 Seemeilen auszuweiten.
Der Islamische Jihad tobt, die Schließung sei eine Kriegserklärung und ein Verbrechen gegen die Menschheit. Was die Hamas genauso sieht.

Morgen soll ein neuer Versuch gestartet werden die Blockade von Gaza aus zu durchbrechen. Angeblich soll kranke und verletzte Gaza-Araber damit transportiert werden.

Mahmud Abbas hat einmal mehr bekräftigt, dass Trumps Friedensplan „nicht stattfinden“ wird.

Die arabische Hass-Knessetabgeordnete Hanin Zoabi will nicht helfen, dass das Patriarchengrab für Rollstuhlfahrer zugänglich gemacht wird. Mit Dingen, für die die Besatzung zuständig sei, beschäftige sie sich nicht.

Feuer-Terror-Bilanz nach 100 Tagen: Es gab 678 von den Terrordrachen und -ballonen ausgelöst Brände in Israel.

Verteidigungsminister Lieberman hat den zur Hamas gehörenden Fernsehsender Al-Quds TV mit einer Anordnung zur Terrororganisation erklärt. Von der Hamas kommt, den Sender so zu bezeichnen sei Terror; arabische Knesset-Abgeordnete verurteilen den Schritt als Verletzung der freien Meinungsäußerung.

Dienstag, 10.07.2018:

Erklärung der „Söhne Zawaris“ (eine Gruppe Gaza-Terroristen, die hauptsächlich die Terrordrachen und -ballons steigen lässt), zur israelischen Entscheidung den Übergang Kerem Schalom wegen des Feuer-Terrors zu schließen: Sie bekräftigen ihr Recht den Gazastreifen zu verteidigen und haben die Entscheidung getroffen nachts große Bündel an Brandballons gegen die Siedler zu starten (merke: die „Siedler“ leben in dem, was selbst die UNO und die Staaten der Welt als Israel anerkennen):

Die EU hatte in der Hagai-Straße in der Altstadt Schilder aufgehängt. Diese wurden jetzt von der Stadtverwaltung entfernt.

Ein israelisches Gericht verurteilte die PA zur Zahlung von NIS 13,5 Millionen Entschädigung an Araber, die wegen angeblicher Kollaboration mit Israel gefoltert worden waren.

Die Hamas hat sich die Proteste und den Terror am Gaza-Zaun in den letzten 100 Tagen $45 Millionen kosten lassen.

Mittwoch, 11.07.2018:

Die Hamas hat die Händler des Gazastreifens informiert, dass ab sofort die Einfuhr von Obst aus Israel in den Gazastreifen gestoppt ist. (Was ist das für eine „Blockade“, in der das „Opfer“ Einfuhren von täglich 30-40 LKW-Ladungen Obst verhindert?)

Ein ranghoher PA-Vertreter beschuldigt Israel die Rechte muslimischer Gläubiger in der Patriarchenhöhle zu verletzen. Es habe im ersten Halbjahr 298 Fälle von verhinderten Gebetsrufen gegeben; Israel habe die Sicherheitskräfte am Eingang zur „Moschee“ verstärkt; und der Bereich sei wegen Feiertagen zweimal gesperrt gewesen. Außerdem hätten „extremistische Siedler“ am Montag die Zehn Gebote in einer der Türen geritzt, was „eine eklatante Provokation“ sei. Darüber hinaus habe es einmal ein jüdisches Fest auf dem Gelände gegeben, bei dem bis spät in die Nacht Musik gespielt worden sei. Er rief die Araber zu Standhaftigkeit und Widerstand gegen die „rassistische Besatzung“ auf. (Die PA betrachtet das Patriarchengrab als allein muslimische heilige Stätte.)

Auf einer Konferenz berichtete Yoram Ettinger, dass jedes Jahr etwa 20.000 PA-Araber aus den Palästinensergebieten emigrieren. Die PA blies die Zahl der Einwohner in Judäa und Samaria auf, was aber von israelischer Seite leider nicht richtiggestellt wird.

Die Hamas-Terroristen machen mit ihrem Umwelt-Terrorismus nicht einmal vor dem Meer halt; hier ist ein Video eines der „Aktivisten“ der gestrigen „Flottille“, das zeigt, wie auch im Meer Reifen verbrannt werden, um die Israelis zu stören.

Natürlich ist die Stürmung der Grenze zu Israel ein Kriegsakt. Fragen Sie doch einfach Ägypten, Jordanien, den Libanon – und die Hamas

Elder of Ziyon, 11. Juni 2018

Syrer nähern sich 2011 der israelischen Grenze.

Der aktuelle „Große Marsch der Rückkehr“ ist nicht der erste Versuch von Palästinensern nach Israel „zurückzukehren“, indem sie vorgeben friedlich durch die israelische Grenze zu marschieren.

2011 gab es zwei ähnliche Demonstrationen bzw. Versuche, im Mai und im Juni zum Nakba-Tag und zum Naksa-Tag. Araber palästinensischer Herkunft versuchten aus dem Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten sowie dem Gazastreifen und der Westbank nach Israel zu gehen.

In den meisten Fällen wurden die Demonstranten nicht von Israel aufgehalten, sondern von der Polizei und den Armeen der Gastgeberländer und Territorien – oft mit Gewalt.

Am 15. Mai schoss die libanesische Armee auf die Demonstranten und tötete zehn von ihnen.

Die ägyptische Armee stoppte alle Buse mit Demonstranten, bevor diese sich der Grenze nähern konnten und in Jordanien wurden Dutzende verletzt, als die jordanischen Sicherheitskräfte die Demonstranten davon abhielten sich der Grenze mit Israel zu nähern.

Wenn das friedliche Proteste waren, warum hätten die Gastgeberländer dann bereit sein sollen Gewalt einzusetzen, um die eigenen Bürger davon abzuhalten sich israelischem Territorium zu nähern?

Der Grund lautet: Jeder weiß, dass ohne Erlaubnis eine Grenze zu überschreiben ein Kriegsakt ist, kein Protest. Die Länder wollten die Möglichkeit vermeiden einen Krieg mit Israel anzufangen (mit der Ausnahme Syriens, das die Demonstrationen ermöglicht hatte, um die Welt vom Beginn des syrischen Aufstands abzulenken).

Während der Demonstrationen am 5. Juni hießt sogar die Hamas die Protestler davon ab sich der Gaza-Grenze zu nähern, indem sie Checkpoints errichtete und diejenigen festnahm, die versuchten sie zu umgehen.

Damals gaben die USA eine Erklärung aus, die die offensichtliche Wahrheit verkündete. „Wir rufen alle Seiten auf Zurückhaltung zu üben. Provokatives Handeln wie dieses sollte vermieden werden. Israel hat wie jeder andere souveräne Staat das Recht sich zu verteidigen.“

Bemerkenswert ist ebenfalls, dass Israel 2018 genau dieselben Methoden einsetzte wie 2011 um die Demonstranten aufzuhalten: Es warnte sie, setzte Tränengas ein und schoss auf ihre Beine, wenn die anderen Methoden nichts fruchteten. Es gab keine Verurteilungen seitens der internationalen Gemeinschaft und wie wir gesehen haben, versuchten sogar der Libanon und Jordanien und Ägypten – und die Hamas – die Proteste zu stoppen, wenn nötig mit Gewalt.

Die internationale Reaktion auf die aktuelle Welle der gewalttätigen Krawalle ist Scheinheiligkeit hoch drei.