Israels perfekte Bilanz der Vermeidung ziviler Todesopfer in Syrien 2022

Elder of Ziyon, 20. Dezember 2022

Das Syrian Observatory of Human Rights berichtet:

Zwei nicht identifizierte Bewaffnet, die wahrscheinlich der libanesischen Hisbollah angehören, wurden infolge des israelischen Angriffs nahe des internationalen Flughafens und in der Nähe von Damaskus getötet, wo die Angriffe auf ein Hisbollah-Lager mit Waffen und logistischem Material in einem Bauernhof zwischen Al-Saida Zainab und Al-Bajdaliyah zielten, die komplett zerstört wurden; es gibt Berichte von weiteren Opfern an der Stelle.

Israel schoss vier Raketen auf Positionen iranischer Milizen in der Umgebung des internationalen Flughafens von Damaskus und Bauernhöfe im Raum Al-Saida in Rif Dimaschq, wohin Krankenwagen eilten. Es wurden allerdings von keinen Opfern berichtet.

Das deutet zweierlei an: dass der Iran seine auf dem Weg zur Hisbollah befindlichen Waffen in Bauernhöfen versteckt – und dass der israelische Geheimdienst sie findet.

Aber das ist nicht die einzige Heldentat, die in diesem Artikel über israelische Geheimdienstinformationen erwähnt wird. Es gibt eine Zählung von durch ähnliche israelische Angriffe in Syrien dieses Jahr getötet wurden:

SOHR dokumentierte 32 Luftangriffe und Boden-Boden-Raketenangriffe seit Anfang 2022, bei denen Israel mehrere Positionen in Syrien angriff; dabei wurden fast 90 Ziele zerstört, darunter Gebäude, Lagerhäuser, Kommandozentralen und Fahrzeuge. Bei diesen Angriffen wurden 85 Militärs getötet und 115 weitere verletzt sowie 23 Zivilisten verletzt,d arunter ein kleines Mädchen und mindestens drei Frauen.
Die Toten sind Folgende:
* zwei iranische Offiziere, die unter dem Banner des Al-Quds-Korps agierten.
* zehn vom Iran unterstützte syrische Kämpfer.
* 29 vom Iran gestützte Kämpfer, die keine syrischen Staatsbürger waren.
* 36 Soldaten und Luftverteidigungsoffiziere der Streitkräfte des Regimes.
* 8 Kollaborateure der libanesischen Hisbollah.

Es ist eine perfekte Bilanz bei der Vermeidung von Todesfällen bei Zivilisten. Angesichts dessen, dass viele dieser Luftangriffe in Städten stattfanden, ist das ein weiterer Hinweis auf die Qualität der israelischen Informationen – und kein Zufall, da viele syrische Informanten nicht wollen, dass der Iran ihr Land übernimmt.

2021 wurden mehrere Zivilisten als Todesopfer israelische Luftangriffe berichtet, aber die meisten davon schienen von Trümmern syrischer Luftabwehr-Raketensystem getötet worden zu sein, die in bewohnten Gebieten niedergingen.

Jemand wirft Palästinenser aus ihren Häusern – und die Palästinenser sagten kein einziges Wort dazu

Elder of Ziyon, 21. Dezember 2022

Orient News berichtet:

Letzten Sonntag veröffentlichten wir einen belegten Bericht zur Beschlagnahme palästinensischer Grundstücke in Al-Hajar Al-Aswad und Palästina-Lagern durch das Regime Assad als Teil eines Generalplans um einen konfessionell schiitischen Vorort ähnlich dem der Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut zu gründen.

Der belegte Bericht bezog sich auf die Beschlagnahme palästinensischer Grundstücke unter fadenscheinigen Vorwänden, einschließlich des Scheiterns eines der Hauseigentümer eine Summe von einer Million syrischen Pfund, etwa $200, als Bußgeld zu zahlen.

Es muss vermerkt werden, dass der Assad-iranische Konfessionsplan sich immer noch im Frühstadium befindet und der neue Schritt unternommen wurde, nachdem Gerichte des Regimes in der Vergangenheit vorgetäuschte Anklagen gegen die Palästinenser erhoben hatten, um ihre Grundstücke zu beschlagnahmen, weil die Sache weit verbreitete Reaktionen und Proteste auslösten; also verfiel das Regime auf einen anderen Weg, der scheinbar zivil, strafrechtlich, prozesstechnische weit entfernt von Politik erscheint, so gut wie möglich versteckt vor den Medien und dem Rampenlicht und natürlich ohne dass gesetzliche Verwaltungsverfahren befolgt werden, weil sie in einem autoritären Regime erfolgen, das ursprünglich kein Gerichtswesen und Gerechtigkeit herstellt.

Der Bericht besagt weiter, dass die Palästinenserfraktionen kein Wort dazu sagen. Die palästinensische Autonomiebehörde und die Fatah wollen auf der guten Seite des Iran bleiben, was Teil dieses Plans ist.

Ein potenzielles Hindernis besteht darin, dass die Palästinenserlager – die während des Bürgerkriegs weitgehend zerstört wurden – von der UNRWA kontrolliert werden und die UNRWA müsste jede Übernahme genehmigen. Aber niemand baut die Lager so wieder auf, wie sie jetzt sind, also könnte Assad der UNRWA in der Zukunft im Austausch abgelegeneres Land anbieten.

Der stille Krieg zwischen Israel und dem Iran

Jonathan Schanzer, Middle East Quarterly, Winter 2023

Im Nahen Osten ist ein wichtiger Krieg seit einem Jahrzehnt im Gang, obwohl er nur unregelmäßig Schlagzeilen macht. Monat um Monat, Woche um Woche und Nacht auf Nacht sind die Israelis in der gesamten Region gegen die Islamische Republik Iran vorgegangen; die israelische Regierung nennt das „den Krieg zwischen den Kriegen“ (oder „der Feldzug zwischen Kriegen“).

Der Ursprung dieses Krieges ist klar. Seit den frühen 1980-er Jahren] hat Teheran Terror-Stellvertreter finanziert, bewaffnet und ausgebildet, um Israel anzugreifen.  Das zu gehören die Hisbollah im Libanon, die Hamas und der Palästinensische Islamische Jihad im Gazastreifen und seit etwas kürzerem schiitische Milizen in Syrien und dem Irak. Historisch hat Israel viele dieser Stellvertreter in kurzen, aber schmerzhaften Grenzkriegen bekämpft. Teheran hat nie einen Preis dafür bezahl. Das islamistische Regime präferierte diese Dynamik und die Israelis änderten die Einsatzregeln nie.

Aber im Verlauf des letzten Jahrzehnts hat Jerusalem das Drehbuch gekippt. Es steht mehr auf dem Spile, weil das iranische Regime immer näher an eine Atomwaffe rückt. Teheran zielt darauf seine Stellvertreter mit zunehmend tödlichen und präzisen Waffen zu bewaffnen, während es danach strebt in einer Einkreisungsstrategie immer näher an Israels Grenzen zu rücken. Ohne andere Optionen haben die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) iranische und vom Iran unterstützte Ziele angegriffen. Was als eine Ad-hoc-Serie an Operationen begann, hat sich in einen vollwertigen Feldzug entwickelt.

Die individuellen Angriffe dieses Feldzugs, oft ohne Zuordnung ausgeführt, waren ursprünglich so angelegt, dass sie regionalen Flächenbränden vorbeugten. Die Möglichkeiten des Iran und seiner Stellvertreter zu untergraben, so argumentierten israelische Offizielle, würde die Achse davon abhalten ausreichend Aktiva an für koordinierte Angriffe vorteilhaften Standorten zu stationieren. Verteidigungsminister Benny Gantz drückte das so aus: „Manchmal ist die Anwendung von Gewalt und eine Demonstration derselben in der Lage die Notwendigkeit für stärkere Gewaltanwendung zu vermeiden.“

Aber Konflikt zuvorzukommen ist auf Dauer keine zukunftsfähige Strategie. So wie das iranische Atomprogramm vorankommt und weil Teherans Stellvertreter an Israels Grenzen tödliche Waffen anhäufen, könnte dieser Schattenkrieg in einen breiteren Konflikt eskalieren, der Jerusalem in die Lage versetzen würde seine bedeutendsten Bedrohungen zu neutralisieren oder sogar zu eliminieren.

Cyber-Kriegsführung

Es gab zwar nie einen offiziellen Beginn des „Kriegs zwischen den Kriegen“, aber der erste Schuss wurde wohl 2010 mit dem Einsatz des „Stuxnet“-Wurms abgegeben, eine gemeinsame Cyber-Waffe der USA und Israels, die Teherans Atomprogramm um vielleicht zwei Jahre zurückwarf. Der Angriff erlangte spektakuläre Schlagzeilen, war aber natürlich nicht der letzte. Im Verlauf der letzten zehn Jahre haben die Israelis im Cyber-Space zunehmend gegen den Iran agiert. 2018 machte Teheran z.B. Jerusalem für einen Cyber-Angriff auf kritische iranische Infrastruktur verantwortlich und zwei Jahre später wurde Israel verdächtigt Cyber-Angriffe auf zwei iranische Regierungsbehörden und den iranischen Hafen Schahid Rajaee geführt zu haben. Dies sind nur ein paar der israelischen Cyber-Operationen, die öffentlich gemacht wurden. Im Oktober 2022 berichtete die Atomenergie-Organisation des Iran eine „illegale Infiltration“, von der weithin angenommen wurde, dass sie mit Israel in Verbindung stand.

Natürlich hat auch Teheran Israel im Cyber-Space geschlagen. 2018 drangen iranische Hacker in das Handy von IDF-Chef Gantz ein, der heute ein bekannter Politiker ist. Laut Nachrichtenberichten aus dem Jahr 2019 infiltrierten iranische Hacker beinahe Israels Raketen-Frühwarnsystem. Ende 2020 stahlen iranische Hacker Daten von mindestens 40 israelischen Firmen und erlangten sogar Zugang zu Israels Wassersystem. Anfang 2021 zielten iranische Hacker auf israelische medizinische Forscher, Regierungseinrichtungen, Universitäten und mehr.

Einige israelische Analysten haben auf Besorgnis wegen fehlenden Normen und Regeln in Verbindung mit Cyber-Kriegsführung hingewiesen. Ob das für Jerusalem ein ernstes Problem ist, muss abgewartet werden. Bisher dominiert Israel den Iran in diesem Bereich.

Psy-Ops

Res gibt in dieser Cyber-Kriegsführung auch eine psychologische Komponente. Im Juli 2021 z.B. erlangten Hacker Zugang zu den Anzeigetafeln des Zentralbahnhofs in Teheran und hießen Passagiere mit Aufrufen den Obersten Revolutionsführer Ali Khamenei anzurufen willkommen. Obwohl behauptet wurde, dass eine iranische Oppositionsgruppe dafür verantwortlich war, hatten wahrscheinlich die Israelis bei dieser Aktivität eine Hand im Spiel, womit sie die Fähigkeit demonstrierten, dass sie tief im Iran operieren können.

Noch erschütternder für das Regime war die Operation 2018, bei der der Mossad hunderttausende Dokumente aus einem geheimen Atomarchiv in den Außenbezirken Teherans heraus schleusten, was die laufenden Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den P5+1-Weltmächten (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien, dazu Deutschland) beeinflussten. Weil sie auf Fortschritte bei der Waffenherstellung hinwiesen, die das Regime vorher und energisch bestritten hatte, machten die Dokumente die Internationale Atomenergiebehörde auf Atomorte aufmerksam, die bis dahin vom Regime verschleiert wurden und schickten Atomexperten los, die sich drängelten Berge neuer Daten zu Teherans Atomprogramm zu beurteilen. Teheran hat seitdem seine interne Sicherheit verstärkt; die Paranoia hat entsprechend  zugenommen.

Attentate

Im November 2020 wurde der beste Atomwissenschaftler des Iran, Mohsen Fakhrizadeh, von einer ferngesteuerten Waffe in seinem Auto getötet; es besteht der Verdacht, dass das das Werk des Mossad war. Fakhrizadehs Ableben nahm Teheran kein institutionelles Atomwissen, aber es versetzte dem seit 1989 von Fakhrizadeh geleiteten Programm zweifellos einen bedeutenden Schlag. Tatsächlich war er der Kopf der Organisation für defensive Innovation und Forschung des Iran (das persische Akronym lautet SPND) und eines geheimen Programms namens „Projekt Amad“, das Forschung zu iranischen Atomwaffen betreibt.

Das Attentat auf Fakhrizadeh war kein isoliertes Ereignis. Der Mossad steckte wahrscheinlich hinter mindestens sechs anderen Anschlägen auf iranische Atomwissenschaftler seit 2007. Der vorzeitige Tod von Ardeshir Hosseinpou (2007), Masoud Ali Muhammadi (2010), Majid Shahriari (2010), Fereydoun Abbasi Davani (2010), Daryoush Rezaei Nejad (2011) und Mustafa Ahmadi Roshan (2012) erschienen allesamt dazu angelegt gewesen zu sein das Atomprogramm zu behindern, indem ihm institutionelles Wissen und menschlicher Ressourcen raubte.

Ohne Beziehung zum Atomprogramm steckten die Israelis 2020 hinter dem Attentat auf Abu Muhammad al-Masri, dem zweithöchsten Kommandeur von Al-Qaida, der in Teheran eine sichere Zuflucht genossen hatte. Seit den Anschlägen vom 9/11 haben Analysten die Natur der Verbindungen zwischen Teheran und Al-Qaida debattiert. Manche argumentieren, dass dies eine unbehagliche Beziehung zu vielen Al-Qaida-Agenten gewesen ist, die unter Hausarrest leben. Andere behaupten, dass das islamistische Regime die Terroraktivitäten der Gruppe ermöglicht hat. Das Attentat auf Masri, der sich frei im Iran bewegte, erweckte sicherlich den Anschein einer geheimen Absprache zwischen den beiden.

Auf hoher See

Israel und der Iran haben auch maritime Kämpfe geführt. Im März 2021 landete Israel einen Treffer auf einem Schiff auf dem Weg nach Syrien und im April traf es ein iranisches Spionageschiff im Roten Meer und einen iranischen Öltanker vor der Küste Syriens. Dann ereignetes sich im Mai eine Israel zugeschriebene Explosion auf einem weiteren iranischen Öltanker, wieder vor der syrischen Küste. Laut Wall Street Journal hatte Jerusalem seit 2019 eine Menge iranischer Schiffe ins Visier genommen.

Im Gegenzug wurden die Israelis getroffen. Im März 2021 steckte wahrscheinlich Teheran hinter einem Angriff auf einen israelischen Frachter nahe des Persischen Golfs und später im selben Monat wurde ein Schiff in israelischem Besitz vor der Küste des Oman von einer Rakete getroffen. Im April wurde ein Schiff in israelischem Besitz vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate angegriffen und später im selben Jahr wurde die von Israelis gemanagte Mercer Street in internationalen Gewässern von einer iranischen Drohne getroffen, was von Weltmächten verurteilt wurde.

Der Kriegsschauplatz Syrien

Unter all dem trat Syrien als das intensivste Schlachtfeld auf. Teheran hat den zehnjährigen Bürgerkrieg ausgenutzt, um sich militärisch im Land einzugraben und der Terrororganisation Hisbollah im Libanon große Mengen fortschrittlicher Waffen zu liefern. Jerusalem hat sich bemüht das zu verhindern.

Während die Ziele der Israelis wechseln, zielen die meisten Angriffe auf Präzisionsmunition auf dem Weg zur Hisbollah, von der Jerusalem sagt, sie seien „bahnbrechend“, weil sie die „statistischen Rakten“ der Gruppe beträchtlich verbessern, denen bisher Präzision fehlt. Ihre Flugbahn kann im Flug beeinflusst werden und sie treffen mit hoher Zielgenauigkeit. Israel hat die meisten davon zerstört, aber offizielle Vertreter geben an, dass „ein paar hundert“ Waffen im Libanon angekommen sind.

Ein Jahrzehnt lang hat es ungeschriebene Einsatzregeln zwischen den Iranern und den Israelis gegeben. Teheran hat bereitwillig schwere Verluste geschluckt, solange einige Waffen durchkamen. Eine weitere unausgesprochene Regel lautet, dass der Libanon, der Zielort der meisten dieser Waffen, für israelische Schläge nicht infrage kommt. Das Ergebnis sind tausende Angriffe in Syrien gewesen.

In den ersten fünf Jahren war Jerusalem eher verstohlen, behauptete nicht für das verantwortlich zu sein, was es traf. Doch Nachrichtenberichte lieferten klare Konturen des Kampfgebiets. Sie zeigten z.B. auf israelische Angriffe auf ein biologisches Forschungszentrum, auf wiederholte Angriffe auf fortschrittliche Waffen auf dem Weg zur Hisbollah und die Attentate auf Hisbollah-Kommandeure sowie die Tötung iranischer Offiziere.

2017 begann der Krieg aus dem Schatten hervorzutreten. Im April fing die IDF Hisbollah-Drohnen ab, die von Syrien aus in den israelischen Luftraum eindrangen; zwei Monate später wurden zehn Projektile nach Israel geschossen, was israelische Angriffe in ganz Syrien auslöste. Im Februar 2018, nachdem Teheran eine Drohne von der Luftwaffenbasis T4 nach Israel schickte, begann die IDF Luftangriffe auf iranische und syrische Ziele in Syrien, einschließlich der Luftabwehr. Zwei Monate später griffen die Israelis eine iranische Luftwaffenbasis in Syrien an, wobei sieben iranische Soldaten getötet wurden; und im Mai wurden fünfzehn iranische und irreguläre Kämpfer bei einem israelischen Angriff auf eine Einrichtung der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) getötet. Nicht viel später griff Israel mehr als fünfzig iranische Ziele in Syrien als Teil der „Operation Kartenhaus“ an und im Juni traf die IDF eine vom Iran unterstützte Miliz im Irak, was 20 Tote und die Zerstörung der militärischen Akiva zur Folge hatte.

Im Februar 2019 begann Jerusalem offen über diesen nicht eingestandenen Krieg zu reden, als der damalige Premierminister Benjamin Netanyahu mit einem Angriff auf syrische Ziele prahlte. Im März bestätigte der geschäftsführende Außenminister Israel Katz israelische Angriffe auf iranische Aktivposten in Aleppo und im April deutete Netanyahu an, dass Israel hinter einem Angriff auf eine iranische Waffenfabrik steckte. Im Mai beanspruchte die IDF den Verdienst dafür eine syrische Luftabwehr-Batterie beschossen zu haben.

Im Mai 2020 berichtete eine Nichtregierungsorganisation in Syrien von fast 40 Luftangriffen bis zu dem Punkt, die den Tod von 225 iranischen und Soldaten des Regimes Assad zur Folge hatten. Im Juni 2020 griffen die Israelis eine syrische Anlage zur Zwiebelverarbeitung und zur Viehfütterung an, die die Iraner zum Waffenlager gemacht hatten, während ein anderer Angriff einen Waffenkonvoi auf dem Weg zur Hisbollah im Libanon zerstörte. Im September traf die IDF einmal mehr die Luftwaffenbasis T4 und drei Monate später tötete ein israelischer Luftangriff einen hohen IRGC-Kommandeur. Die Israelis agierten zunehmend verwegener. Man konnte in vertraulichen gesprächen über die israelischen militärischen Erfolge in Syrien tatsächlich ein Gefühl von Stolz bei den hohen IDF-Militärs und Bediendern entdecken. Im Oktober 2022 gingen offizieller IDF-Vertreter so weit zu behaupten, dass 90 Prozent der iranischen Infrastruktur in Syrien zerstört war.

Unveränderte US-Politik

2020 wurde der Verlauf des „Krieges zwischen den Kriegen“ infrage gestellt. Die vier Jahre davor, also der Zeitraum, der den Großteil des Feldzugs darstellte, hatte die Administration Trump Jerusalems Anstrengungen die iranischen Aktivitäten an den israelischen Grenzen zu untergraben gestützt. Nach Trumps Abtritt war nicht bekannt, welche Politik Joe Biden verfolgen würde. Diese Unsicherheiten wurden im Januar 2021 abgeklärt, als die Israelis iranische und Hisbollah-Streitkräfte in Syrien beschossen. Dann trafen die Israelis im Oktober syrische Basen in Homs, drei Monate später gefolgt von einem Angriff auf Container in Syriens Seehafen Latakia. Keiner davon löste eine Reaktion des Weißen Hauses aus.

Satellitenbilder vom Februar 2022 zeigten Schäden an einer Drohnenbasis im westlichen iran, offenbar das Werk Jerusalems in Reaktion auf die versuchte  Lieferung von Waffen in die Westbank den Gazastreifen mit Hilfe von Drohnen im Jahr zuvor. Vier Wochen später startete Teheran Raketen auf ein Gelände in Erbil im Irak, von dem es sagte, es werden von Israel genutzt.

Im April griffen israelische Kampfflugzeuge syrische Waffenlager und Zentren an, in denen Raketen und unbemannte Flugobjekte entwickelt wurden. Ein weiterer Bericht etwas später im selben Monat bestätigte einen israelischen Angriff auf iranische Munitionsdepots bei Damaskus, während im Mai von einem ähnlichen Angriff auf Munition bei Damaskus berichtet wurde. Im August 2022 griffen israelische Jets im westlichen und zentralen Syrien an, töteten drei Soldaten und verletzten drei weitere. Die Israelis beschossen im Verlauf des Monats auch Damaskus und Aleppo in einem offensichtlichen Versuch iranische Flugzeuge davon abzuhalten Militärausrüstung zu liefern.

Wäre Washington wegen dieser Aktivitäten unglücklich, würde es das öffentlich sagen, selbst während die Administration Biden einen Atom-Deal mit Teheran anstrebte.

Der Faktor Russland

Die russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022 brachte ein neues Problem in den Krieg zwischen den Kriegen ein. Seit 2015 war die Israelische Luftwaffe (IAF) aufgrund der militärischen Intervention Russlands im syrischen Bürgerkrieg gezwungen sich auf russische Kooperation zu verlassen, um im Himmel über Syrien agieren zu können. Das hatte sorgfältige Konflikt-Vermeidung erfordert, weil die Russen am syrischen Himmel mit Kampfjets und fortschrittlichen Luftabwehr-Systemen patrouillierten.

Um seinen Feldzug aufrecht zu erhalten hatte Jerusalem keine andere Wahl gehabt, als sich mit Putin und seinen Stellvertretern auseinanderzusetzen. Schon früh erreichten die beiden Seiten ein stillschweigendes Übereinkommen, dass „Russland nicht in Israels Luftangriffe in Syrien eingreifen wird“. Aber der Austausch ist nicht ohne Spannungen gewesen. Israelische Piloten müssen innerhalb der Reichweite respekteinflößender russischer Luftabwehrsysteme vom Typ S-400 agieren. Das hat israelische Operationen wahrscheinlich in einem gewissen Ausmaß belastet.

Nachdem die russische Armee 2022 durch entschlossenen ukrainischen Widerstand gebremst wurde, soll der Kreml beschlossen haben Streitkräfte und Aktivposten von Syrian in die Ukraine zu verlegen. Was das für Israel bedeutet, muss abgewartet werden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Moskau seine militärische Präsenz in Syrien beibehalten könnte. Sollten die Russen aber Luftabwehrsysteme  aus dem zentralen und östlichen Syrien abziehen, würde das den Israelis neue Möglichkeiten in dem nicht eingestandenen Krieg bieten. Sollten die kooperativen Verbindungen zwischen Moskau und Teheran sich im Gegenzug vertiefen, könnte Jerusalem es zunehmend schwierig finden an seiner Nordgrenze zu handeln.

Schlussfolgerung

Bisher ist der Krieg zwischen den Kriegen eine einigermaßen begrenzte Strategie zur Bekämpfung  zukünftiger Bedrohungen durch den Iran gewesen. Fragen bleiben zu seiner langfristigen Brauchbarkeit als Vehikel für größere Angriffe, um die sofortigen existenziellen und strategischen Bedrohungen durch Teheran und seine Stellvertreter anzugehen. Frühere Offizielle vermerken, dass die Strategie helfen mag das Problem in Syrien und sogar darüber hinaus einzugrenzen, aber dass Jerusalem davon abgeschreckt worden ist mit den wahren Bedrohungen umzugehen: die zunehmenden Lagerbestände der Präzisionsmunition der Hisbollah (PGMs) im Libanon, das Auftauchen weiterer PGM-Produktionseinrichtungen im Libanon und der Bau zusätzlicher geheimer iranischer Atomanlagen oder tatsächlich der Gesamtfortschritte von Teherans Atomprogramm

Solche Kritik negiert nicht den Einfluss auf die gewagten und erfolgreichen israelische Operationen im nicht erklärten Krieg im Verlauf eines Jahrzehnts. Aber diese Gefahren dürfen nicht ignoriert werden. So mag Jerusalem bald herausfinden, dass es die ungeschriebenen Regeln mit Teheran austesten muss. Es könnte riskantere, asymmetrische Operationen durchführen, besonders da die Hisbollah weiter PGMs anhäuft und Teheran sich Jerusalems rote Linien an der Atomfront nähert.

Bis dahin kann der Krieg zwischen den Kriegen nicht aufhören. Mit den Worten des ehemaligen IDF-Kommandeurs: Amikam Norkin: „Das ist kein 100-prozentiger Erfolg. Aber ohne unsere Aktivitäten könnte die Lage hier viel negativer aussehen.“

Der Schattenkrieg der IDF gegen iranische Waffen in Syrien

Die IDF befindet sich mitten in einem anhaltenden Krieg gegen Waffenschmuggel aus dem Iran nach Syrien, wo sie in den Händen der libanesischen Terrororganisation Hisbollah enden.

Walla!/Amir Bohbot, Jerusalem Post, 29. Oktober 2022

Flaggen der Hisbollah und Syriens wehen auf einem Militärfahrzeug in West-Qalamoun, Syrien, 28. Aguut 2017 (Foto: Reuters/Omar Sanadiki)

Im August 2018 fegte eine gewaltige Explosion durch eine Straße von Masyaf, in einer Region von Syrien, die als Zentrum der Verteidigungsindustrie des vom Regime Assad kontrollierten Syriens bekannt ist. Der Angriff, den Vertreter Syriens dem israelischen Mossad zuschrieben, tötete den Raketenwissenschaftler Dr. Aziz Asbar.

„Es war ein Schlag gegen den weichen Unterbauch des syrischen Regimes, das seitdem große Anstrengungen unternommen hat das Fachgebiet wiederherzustellen“, sagte ein früherer Militärvertreter diese Woche.

Die Ermordung von Asbar war das Thema der Mitwirkung des Iran, der Hisbollah, Nordkoreas und Russlands bei der Entwicklung von Waffen auf syrischem Boden auf, insbesondere bei westlichen Geheimdiensten und moderaten sunnitischen Staaten im Nahen Osten.

Der israelische Krieg gegen Waffenherstellung und -schmuggel in Syrien

Aber der israelische Kampf begann schon 2005, nachdem Geheimdienst-Informationen die Entwicklung chemischer Waffen in Syrien zeigten.

Ein Poster des ranghohen iranischen Militärkommandeurs General Soleimani bei einer Kundgebung zum jährlichen Quds-Tag, dem Jerusalem-Tag, am letzten Freitag des heiligen Monats Ramadan in Teheran, 29. April 2022 (Foto: WANA News Agency/Reuters)

Nach israelischen Geheimdienst-Informationen und US-Sanktionen auf The Scientific Studies and Research Center (SSRC), wozu Sanktionen gehören, die 2017 von der Administration Trump gegen 271 Einzelpersonen in der SSRC verhängt wurde, das angegriffen Forschungszentrum.

Die Botschaft an Assad war deutlich, aber Damaskus war ungerührt, setzte die Entwicklung und den Schmuggel von Waffen zur Hisbollah und zu vom Iran gestützte Milizen überall in Syrien fort.

Ein Jahr später wurde Dr. Asbar getötet und im Verlauf der Zeit wurde sein Einfluss auf zahlreiche Projekte, besonders präzisionsgelenkte Flugkörper offensichtlich. Es muss noch herauskommen, wie nahe der Raketenwissenschaftler Assad, den getöteten Quds Force-Kommandeur Qassem Suleimani und nordkoreanischen Kollegen stand.

„Es war klar, dass Soleimani und Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah ein Komplott zur Übernahme der Kontrolle des Forschungszentrums und seiner Produktionsstätten führten“, sagte der ehemalige Militärvertreter. „Mit anderen Worten: In Syrien wurde eine bedeutende Route zum Schmuggel qualitativ hochwertiger Waffen für iranische Milizen und die Hisbollah eröffnet.“

„Israel kann das nicht hinnehmen“, fügte er hinzu.

Im Verlauf des letzten Jahres hat Tal Barry, Forschungsleiter bei Alma, an weitreichender Recherche zu verschiedenen Produktionseinrichtungen im SSRC gearbeitet. Dazu gehören Institut 1000, Institut 2000, Institut 3000 und Institut 4000.

Laut Barry wurde die Infrastruktur von Institut 4000, das hauptsächlich präzisionsgelenkte Flugkörper produziert, irgendwann während des syrischen Bürgerkriegs nach Masyat verlegt, wo Asbar das Projekt bis zu seinem mysteriösen Tod leitete.

Institut 4000 besitzt auch weitere, kleinere Projekte, sagte Barry, so das „Projekt 69“ zur Entwicklung von Scud-Raketen zusammen mit Nordkorea und dem Iran. Ein weiterer Zweig, Projekt 794, ist wegen seiner Nähe zu einer russischen Basis an der syrischen Küste besonders interessant.

Angebliche israelische Bemühungen Projekte des Institut 4000 zu beschädigen

Im August wurden syrische Verteidigungssysteme nach einem Luftangriff auf Einrichtungen des Institut 4000 in Masyaf aktiviert. Mehrere Gebäude wurden komplett zerstört, darunter eines, in dem sich Berichten zufolge ein Raketenlager befand, das zwei Tage lang brannte.

Im Oktober begannen die Anstrengungen die beschädigten Bauwerke wieder aufzubauen. „Führend dabei sind iranische Baufirmen, die den Revolutionsgarden nahestehen“, erklärte Barry.

„Was ist das Ziel? Starke Interessen des Iran in Syrien und der Hisbollah im Libanon… Die Hisbollah wird autonome Ressourcen in Beirut haben. Wenn Teheran könnte, würde es alles in den Libanon verlegen, aber sie sehen sich dort Schwierigkeiten ausgesetzt, es gibt im Libanon keine Infrastruktur.“

Das Ausmaß der der von Generalstabschef Generalleutnant Aviv Khohavi geleiteten IDF zugeschriebenen Angriffe legt nahe, dass der Iran und die Hisbollah weit davon entfernt sind ihre Fristen zu Projekten einzuhalten, die vor Jahren vom 2020 getöteten Soleimani gesetzt wurden. Sein Ersatz hat seitdem Syrien und den Libanon besucht, verbringt aber die meiste Zeit im Iran und Irak, von wo aus er die Übernahme der SSRC-Einrichtungen unter Assads Nase beaufsichtigt.

„Wir glauben, die Iraner operieren unter der Schirmherrschaft des Assad-Regimes mit Hilfe verschiedener Mittel an den Grenzübergängen und Flughäfen“, sagte ein ranghoher Militär gegenüber Walla. „Solange die Syrer es ablehnen das anzugehen, selbst wenn es ohne ihr Wissen geschieht, muss sich jemand darum kümmern.“

Die Krieger der sozialen Gerechtigkeit ignorieren arabische Sklavenhalter

Laut des Global Slavery Index (GSI) sind mehr als 500.000 Menschen Sklaven in arabischen Ländern. Viele weitere leben in Umständen moderner Sklaverei.

Mitchell Bard, JNS.org, 20. September 2022

Die Scheinheiligkeit derer, die vorgeben an soziale Gerechtigkeit zu glauben und über weißes Privileg und Kolonialismus schimpfen, ist recht gut dokumentiert. Die antisemitische Besessenheit derer, die Israel als den einzigen Übertreter bei Menschenrechten sehen und den Palästinensern ihre Gefolgschaft erklärten, ist angesichts ihres fehlenden Interesses die von Palästinenserführern an ihren eigenen Leuten begangenen Übergriffen, der Verfolgung von Palästinenser im Libanon und der Folter und Ermordung von Palästinenser durch das syrische Regime besonders ärgerlich. Noch bemerkenswerter ist das Schweigen der Menschenrechtsvertreter bezüglich der Sklaverei in der arabischen Welt.

Das Thema erhielt in den 1980-er Jahren mit der Veröffentlichung von John Laffins Buch The Arabs as Master Slavers (Die Araber als Meister-Sklavenhändler, 1982) und Murray Gordons Slavery in the Arab World (Sklaverei in der arabischen Welt, 1989) traurige Berühmtheit. Laffin notierte: „Der Sklavenhandel begann zuerst mit den Arabern in Afrika; sie waren Vermittler und Lieferanten“; und: „Seit der frühesten Zeit der Geschichte des Islam in Afrika wurden Sklaven regelmäßig als Tribute oder Steuern erwähnt, die an politische Obere gezahlt wurden.“

Laffin zitiert den Economist von 1956: „Saudi-Arabien schient in Bezug auf die ‚klassische‘ Sklaverei am schuldigsten zu sein.“  Die Saudis waren die Letzten, die in Arabien die Sklaverei abschafften – 1962. Trotzdem, hält Laffin fest: „Bis in die 1960-er Jahre florierte die Sklaverei in Arabien wie nie zuvor.“

Sprung in die Gegenwart.

Gerade wurde ein Bericht der International Labour Organization (ILO) veröffentlicht, der feststellte, dass schätzungsweise 50 Millionen Menschen 2021 unter Bedingungen moderner Sklaverei leben, darunter 3,3 Millionen Kinder. Davon sind 28 Millionen in Zwangsarbeit und 22 Millionen in Zwangsehen gefangen.

Mehr als 10 Prozent davon befanden sich in arabischen Staaten, die die höchsten Quoten an Zwangsarbeit (5,3 pro tausend Menschen) und Zwangsehen (4,9 pro tausend Menschen) hatten.

Laut Global Slavery Index (GSI) ein mehr als 500.000 Menschen Sklaven in arabischen Ländern.

Shravan Raghavan, der Herausgeber von Statecraft, einer Publikation, sich auf Südasien konzentriert, erklärte: „Arbeiter werden unter dem, was als das kafala-System bekannt ist, hergebracht; damit werden sie praktisch zum Eigentum des Arbeitsgebers.“ Diese Immigranten haben in der Regel keine Vorstellung von dem, in was sie hineingeraten.

„Unter den Konditionen des kafala-Systems“, hält er fest, „können die Arbeiter ihre Jobs nicht aufgeben oder das Land verlassen, ohne dass ihr Schirmherr ihnen das erlaubt und dieselben Schirmherren halten ihre Reisepässe und Gehälter zurück und fordern sogar Zahlungen, um ihre Freilassung zu genehmigen.“

Viele werden missbraucht:

Arbeiter können so geringe Löhne wie 80 Cent die Stunde erhalten und gezwungen werden Reste zu essen und den ganzen Tag über auf Abruf zu sein, ohne jegliche Freizeit. Sie werden auch intensivem physischem, verbalem und sexuellem Missbrauch, Schikanen und Einschüchterung unterzogen. Die Strafverfolgungsbehörden bieten wenig Erholung und schicken die abgekämpften Arbeiter im Allgemeinen direkt zu ihren Quälern zurück, wenn sie es wagen Alarm zu schlagen.

Die ILO berichtete zum Beispiel: Eines der schlimmsten Länder ist lange schon Qatar gewesen, das eine Bevölkerung von 2,9 Millionen und mehr als zwei Millionen migrantische Arbeiter hat, die 95% der Arbeitnehmer des Privatsektors ausmachen.

Laut ILO „hat es seit 2010, als Qatar das Recht erteilt wurde die FIFA-Weltmeisterschaft 2022 auszurichten, weit verbreitete Berichte über schwere Arbeitsrecht-Verletzungen an Migranten-Arbeitern gegeben, darunter Zwangsarbeit“. Das beinhaltete Beschuldigungen der Misshandlung der beim Bau der Stadien beschäftigten Arbeiter.

Um sich die Gelegenheit zur Ausrichtung der Weltmeisterschaft zu sichern, war das Land gezwungen Reformen einzuführen. Die ILO hat mit der Regierung Qatars zusammengearbeitet, kam aber zu dem Schluss: „Es wird allgemein anerkannt, dass die Arbeit nicht abgeschlossen ist.“

Der Bericht hält auch Bedenken wegen Menschenhandels  im Irak, Libyen, Syrien und dem Jemen fest. Syrien und der Jemen gehörten auch zu den Ländern, denen die Rekrutierung und der Einsatz von Kindersoldaten vorgeworfen wird.

Laut GSI hatten Syrien, der Irak und der Jemen die höchste Häufigkeit moderner Sklaverei und die höchste absolute Zahl der Opfer; sie sind für 76 Prozent der Opfer in der Region verantwortlich. Die Registrierenden bestätigten Probleme beim Sammeln von Daten und „die Wahrscheinlichkeit einer beträchtlichen Unterschätzung des Ausmaßes der modernen Sklaverei in der Region.“

Die GSI hielt auch fest, dass die Golfstaaten „eingeschränkten Schutz für Migranten-Bevölkerungen“ bieten, „die für moderne Sklaverei wenigsten geschützt sind“ und „sehr wenig unternommen haben, um die Rechte und Sicherheit der Millionen Migranten-Arbeiter zu schützen, die ihre Bau- und inländischen Arbeiterschaft ausmachen“.

Man sollte erwarten, dass die Leute, die das Washington Monument und das Jefferson Memorial abreißen wollen, weil diese Präsidenten Sklaven hielten, zumindest ein Fünkchen Sorge wegen der heutigen Sklaven an den Tag legen. Die Krieger der sozialen Gerechtigkeit sind so vom Verhalten Israels aufgebracht, dass sie nicht über seine Grenze und die umstrittenen Gebiete hinausblicken, um die weit verbreiteten Übergriffe in der Region zu sehen. Nicht einmal Sklaverei kann sie von ihrer kurzsichtigen Konzentration auf die Juden ablenken.

Warum die verstärkte israelische Luftkampf-Aktivität über Syrien?

Das Tempo der Angriffe spiegelt eine allgemeinere Bereitschaft zur Konfrontation, während die Region in eine neue Phase eintritt.

Jonathan Spyer, Jerusalem Post, 16. September 2022

illustratives Bild eines Luftangriffs (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

In den letzten Monaten hat es laut regionalen Medien eine bemerkenswerte Zunahme israelischer Luftangriffsoperationen gegen mit dem Iran verbundene Ziele auf syrischem Boden gegeben.

Israelische Flugzeuge beschossen am 6. September den Flughafen Aleppo in Nordsyrien. Diese Operation folgte kurz nach einem früheren Angriff auf dasselbe Ziel am 31. August. Laut SANA, der offiziellen Medienagentur des syrischen Regimes, beschädigte der Angriff am 6. September die Start- und Landebahn, was sie vorübergehend außer Betrieb setzte.

SANA berichtete, dass westlich von Syriens Latakia-Küste über dem Mittelmeer Raketen gestartet wurden. Das der syrischen Opposition nahestehende Syrian Observatory for Human Rights (SOHR), berichtete derweil, dass der Angriff sich gegen ein Lager richtete, das eine mit dem Iran verbundenen Miliz nutzt.

North Press, eine der kurdischen de facto-Obrigkeit in Nordsyrien nahestehende Medienagentur, hatte einen leicht anderen Bericht. Der Angriff vom 6. September, behauptete die Agentur, richtete sich gegen ein Flugzeug auf dem Weg nach Najaf im Südirak, das zwei Mitglieder der libanesischen Hisbollah an Bord hatte. North Press zitierte eine Quelle des Flughafens Aleppo als Grundlage dieses Berichts.

Reuters zitierte derweil einen „Kommandanten in einem vom Iran gestützten regionalen Bündnis“, der behaupte, der Angriff habe direkt vor der Ankunft eines Flugzeugs aus dem Iran stattgefunden. Dieser Bericht scheint zu einer Erklärung von Ram Ben-Barak zu passen, dem Vorsitzenden des Knessetausschusses für Außen- und Verteidigungspolitik und ehemaligem ranghohen Geheimdienst-Offizier, laut dem „der Angriff bedeutete, dass gewisse Flugzeuge nicht in der Lage sein würden zu landen und dass eine Botschaft an Assad geschickt wurde: Wenn Flugzeuge landen, die den Zweck haben Terrorismus zu fördern, wird Syriens Verkehrskapazität Schaden nehmen.“

Ein Arbeiter repariert an einem Gebäude in Damaskus am 20. November 2019 Schäden von einem israelischen Luftangriff. Israel sagte, es traf Dutzende iranische Ziele in Syrien in Reaktion auf Raketenfeuer vom Vortag auf den Golanhöhen. (Foto: Reuters/Omar Sanadiki)

Eine Angriffsserie in Syrien

Unabhängig vom genauen Wesen der Operation folgte diese einer Reihe von Israel zugeschriebenen Angriffen, die in den letzten Wochen syrische Ziele getroffen haben. Am 25. August wurden mehrere Militärstandorte im Raum Hama von Raketen getroffen.

Am 27. August behauptete eine Äußerung des russischen Fliegerhorsts in Khmeimim Erfolge der russischen Pantsir-S1- und S-75-Systeme, die von den syrischen Streitkräften bedient wurden, sie hätten einige auf das Zentrum für wissenschaftliche Studien und Forschung in Masyaf geschossene Raketen abgeschossen; Masyaf ist ein regelmäßiges Ziel der israelischen Luftstreitkräfte.

Am 15. August trafen Luftangriffe syrische Militärposten in den Regierungsbezirken Tartus und Damaskus; dabei gab es drei Tote. Am 12. August wurden 2 Personen verletzt, als ein Dorf nördlich von Quneitra, nahe der israelisch-syrischen Grenze, mit Artillerie beschossen wurde.

Das sind die statistischen Daten für den letzten Monate. North Press schätzt, dass seit Beginn des Jahres 24 israelische Luftangriffe gegen Ziele in Syrien stattgefunden haben. Die klare Mehrheit davon wurden gegen iranische Ziele durchgeführt. Wenn diese Zahl stimmt, dann stellen sechs solche Operationen im letzten Monat eine klare Steigerung des Tempos dar.

Warum finden die Angriffe auf Syrien jetzt statt?

Der konkrete Beschuss des Flughafens von Aleppo steht fast sicher mit den jüngsten Hinweisen in Zusammenhang, dass der Iran sich zunehmend auf seine „Luftbrücke“ nach Syrien und in den Libanon verlässt, weil Israel erfolgreich und systematisch gegen Bemühungen vorgeht Waffen und Ausrüstung auf dem Landweg zu verlegen.

Diesbezüglich ist erwähnenswert, dass Cham Wings, Syriens größte private Luftfahrtgesellschaft, ankündigte, alle Flüge würden nach den Angriffen zum Internationalen Flughafen Damaskus umgeleitet. Cham Wings wird vom US-Finanzministerium seit 2016 mit Sanktionen belegt, weil es „materielle Unterstützung für Organisationen bietet, gegen die wegen Verbreitungs- und Terroraktivitäten Sanktionen verhängt wurden“. Von der Firma wird weithin angenommen, dass sie einen aktiven Anteil bei der Lieferung von Waffen und Milizkämpfern zwischen dem Iran und Syrien hat.

Aber das zunehmende Tempo der Aktivitäten steht nicht nur in Beziehung zu bestimmten Fällen größerer Verwendung von Lufttransport durch Teheran. Stattdessen ist es Teil eines breiteren Bildes zunehmender regionaler Spannungen. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die zu diesem aufkommenden Bild beitragen.

Russlands Abzug aus Syrien

Erstens scheint Russland sich aus Syrien zurückzuziehen. Das erfordert einen sofortigen Vorbehalt. Es gibt keine Aussichten auf einen kompletten russischen Abzug. Die Luftwaffenbasis in Khmeimim und die Marineeinrichtungen in Tartus und Latakia sind starke strategische Aktivposten, die beibehalten werden.

Die Aufrechterhaltung der Herrschaft Assads ist ebenfalls ein klares Ziel Moskaus. Aber darüber hinaus sind die Russen jetzt mit einem wilden, ins Stocken geratenen Feldzug in der Ukraine beschäftigt. Moskau fehlen die Kapazitäten für zwei gleichzeitige strategische Einsätze. Die israelische Firma ImageSat International legte Ende August Belege vor, dass das in Masyaf stationierte Luftverteidigungssystem S-300 abgebaut und nach Russland zurückgebracht worden ist.

Derzeit tauchen Beweise auf, dass die der russischen Regierung nahestehende Verteidigungsfirma Wagner in den letzten Monaten aktiv unter pro-Assad-Syrern rekrutiert. Syrische Freiwillige werden dann geschickt, um die russischen Einsätze in der Ukraine zu unterstützen. Das ist eine merkwürdige und bedeutende Umkehr der Rollen.

Größere Freiheit für den Iran in Syrien

Russische Abwesenheit gibt der Rolle des Iran in Syrien größere Bedeutung und mehr Freiheit. Die zwei Länder haben in den letzten Jahren auffallend unterschiedliche und gelegentlich einander entgegengesetzte Projekte in Syrien verfolgt. Aber der russische Abzug reduziert auch für Israel einen komplizierenden Faktor. Der Iran mag seine Aktivitäten verstärken, während die Russen sich zurückziehen, aber genauso werden Teherans Verletzbarkeit und israelische Handlungsfreiheit zunehmen.

Zweitens sieht es jetzt, wenn man davon ausgeht, dass keine Wendung in letzter Minute eintritt, so aus, als stehe eine Rückkehr zum Joint Comprehensive Plan of Action nicht bevor. In Abwesenheit jeglichen diplomatischen Prozesses in Bezug auf das iranische Atomprogramm und angesichts der israelischen Entschlossenheit die regionalen Bestrebungen des Iran aufzuhalten, wird eine Konfrontation immer wahrscheinlicher.

Diesbezüglich verdienen die angriffslustigen Äußerungen von Hassan Nasrallah, dem Führer der Hisbollah, der Vertretergruppe der Islamischen Revolutionsgarden im Libanon, besondere Beachtung.

Die übliche Interpretation, die aus dem Sicherheitsbereich in Israel kommt, lautet, dass diese Äußerungen in Verbindung zu einem Versuch des Hisbollah-Führers stehen, einiges von der verlorenen Legitimität seiner Bewegung zurückzuholen, während er als Verteidiger der natürlichen Ressourcen des Libanon posiert.

Genauso wahrscheinlich ist jedoch, dass der plötzlich zunehmende Trotz des Hisbollah-Führers die Öffnung einer allgemeineren Stimmung bei iranischen Stellvertreter- und Franchiseorganisationen widerspiegelt – die größere Bereitschaft für das Risiko von Zusammenstößen mit Israel in der sich jetzt öffnenden Zeit zu verkünden.

Es lohnt sich festzustellen, dass der Iran diese Woche die volle Mitgliedschaft in der von China geführten Schanghai Cooperation Organization erreicht; das soll bei einem Gipfeltreffen in der usbekischen Stadt Samarkand geschehen. Chinesische Ölkäufe ermöglichten es dem Iran die Strategie des „maximalen Drucks“ der Administration Trump zu überstehen.

Ein Scheitern der aktuellen US-Administration in der Atomdiplomatie Erfolg zu haben, wo Trumps Zwangspolitik ebenfalls scheiterte, wird Teheran in seiner Überzeugung bestärken, dass die USA eine den Nahen Osten verlassende Macht sind. Der Iran bewegt sich auf engere Beziehungen mit der Allianz hin, die sich selbst als Rivale des schwindenden US-Hegemons versteht.

Schließlich ist es wichtig festzuhalten, dass die Steigerung der israelischen Aktivitäten eindeutig nicht allein mit Syrien zu tun hat. Vielmehr ist sie Teil von Israels allgemeineren Erweiterung und Vertiefung seiner durchsetzungsfähigen Haltung in den letzten Monaten gegenüber der Bandbreite der iranischen Aktivitäten in der Region.

Dieser neue, umfassende Ansatz spiegelte sich diese Woche in der Rede von Mossad-Leiter David Barnea bei der Konferenz des International Institute for Counter-Terrorism in Herzliya. Barnea sagte seinem Publikum, dass „die Führung des Iran begreifen muss, dass Angriffen auf Israel oder Israelis, ob direkt oder über Strohmänner, mit einer schmerzhaften Reaktion gegen die Verantwortlichen auf iranischem Boden begegnet wird. Wir werden nicht die Strohmänner verfolgen, sondern diejenigen, die sie bewaffneten und ihnen Befehle erteilten und das wird im Iran geschehen.“

Während die Atom-Diplomatie in die Zielrunde geht, scheint die Stimmung in den rivalisierenden Lagern im Nahen Osten in Richtung einer größeren Bereitschaft zu Konfrontation zu gehen. Der zunehmende Umfang und die Unerschrockenheit israelischer Aktivitäten in Syrien spiegeln diese Veränderungen wider.

Die Krawalle in Aleppo 1947 zwangen fast alle Juden zur Flucht

Bataween, Point of No Returen, 29. Juli 2022

Es ist 75 Jahre her, dass der Ausbrauch grausamer Krawalle in Aleppo (Syrien) den Exodus fast aller seiner jüdischen Einwohner innerhalb von fünf Jahren erzwang. Joel D. Parker traf einen Überlebenden des Krawalls. Geschichtsbücher behaupten, 75 Juden seien getötet worden, aber der Zeuge scheint einen zeitgenössischen Bericht zu bestätigen, dass es umfangreiche Schäden an Eigentum gab, aber kein Jude starb.

Der Hof der Großen Synagoge von Aleppo. Das Bebäude wurde bei den Krawallen 1947 niedergebrannt (Foto: Diarma)

Joel D. Parterr twitterte den folgenden Bericht eines Überlebenden:

Ich konnte gestern mit einem 88-jährigen jüdischen Mann aus Aleppo sprechen und es war staunenswert. Er konnte Einzelheiten der Krawalle vom 29. November 1947 berichten, als hätten sie erst gestern stattgefunden. Er war etwa 13 und seine Schule wurde niedergebrannt.

Auf seinem Schulhof, der direkt neben der Hauptsynagoge im jüdischen Viertel lag, war er Zeuge zerrissener und verbrannter Thora-Rollen und gibt an, als einer der ersten in der Synagoge gewesen zu sein, um nach dem Aleppo-Codex (Keter Aram Tzova) zu sehen.

Er erinnerte sich, dass er und seine Familie sich während der Krawalle unbewaffnet in ihrem Haus versteckten und versuchten die Vordertür mit ihren Möbeln zu blockieren. Er sagte, sie wussten, das würde nicht halten. Sie konnten die Mobs der Leute draußen hören.

Er schätzte, dass es 100.000 Menschen [wahrscheinlich eine Übertreibung] aller politischer Strömungen gab, hauptsächlich, aber nicht nur Muslime, die herumrannten und skandierten: „Filastine Biladna, wa’al-Yahud Kalabna“ (Palästina ist unser Land und die Juden sind unsere Hunde.“)

Obwohl praktisch jede jüdische Institution bei den Krawallen beschädigt wurde, darunter 13 Synagogen, drei moderne Oberschulen und weitere jüdische Clubs usw., wurde kein einziger Jude von den Randalierern getötet [glaubt er]. Nur ein alter Mann hatte einen Herzinfarkt.

Er sagte, die Regierung befahl auf höchster Ebene [d.h. Präsident Quwatli] persönlich die Protestler sollten Blutvergießen vermeiden. Sie wollte eine Botschaft vermitteln, wollte aber nicht ihre neugewonnene Unabhängigkeit verspielen.

Leider wurde diese sehr deutliche Botschaft von der jüdischen Gemeinschaft als Warnung verstanden das Land zu verlassen, weil das nächste Mal nicht gewaltfrei sein könnte. Rund 6.000 der 10.000 Juden sollten in den folgenden Monaten weggehen und bis 1954 gab es in Aleppo praktisch keine Juden mehr.

Abraham Elmaleh berichtet in Had HaMizra vom 12. November 1948:

„Im Monat Kislew 5578, eine Weile nach Beginn der traurigen Ereignisse in Israel, brachen bei den Juden von Aleppo furchtbare Krawalle aus. Und diese berühmte biblische jüdische Siedlung wurde komplett zerstört. Mehr als hundert jüdische Häuser, fünf jüdische Lager und Geschäfte, fünf jüdische Schulen, der jüdische Jugendclub, das jüdische Waisenhaus und mehr als zehn Synagogen wurden ihre Möbel und Hausrat genommen. Einhundertfünftausend Thora-Rollen wurden zusammen mit ihren Kronen und den Silber- und Goldkronen darauf, rund 4.000 Gebetbücher, Talmud und Kommentare wurden allesamt von arabischen Randalierern verbrannt und zerstört.

A page from the ‘Keter’

Der größte Schaden wurde an der uralten Synagoge verursacht, die vor rund 1.500 Jahren gebaut wurde und sie wurde in Brand gesetzt. Tausende Forscher und Gelehrte sowie berühmte Orientalisten sollten sich an sie wenden, um ihre kostbare Sammlung an Büchern und Thora-Rollen zu untersuchen. Unter den wertvollen alten Schätzen, die die Randalierer in Aleppo in dieser Synagoge zerstörten, ist besonders das antike, als „Keter“ bekannte, Thora-Buch zu erwähnen, das dem Schriftgelehrten Esra zugeschrieben wird und in goldenen Buchstaben geschrieben war; sein Preis wurde auf tausende Pfund geschätzt. (Das Keter wurde tatsächlich gerettet, obwohl einige seiner Seiten fehlten, nach Israel geschmuggelt und befindet sich jetzt in Jerusalem – red.). Dasselbe Keter wurde zu Professor Kasuto von der Hebräischen Universität geschickt, damit er Originalverse daraus kopieren konnte. Hunderte jüdische Schüler sind ohne Thora unterwegs, ohne Bildung, weil die Regierungen Syriens und des Libanon die Schulgebäude der Alliance Israelite Universelle und anderer Institutionen beschlagnahmten, um hunderte aus Israel geflohene  arabische Flüchtlinge zu beherbergen.

Witwen, die auf alles mit Nächstenliebe reagierten, sind in zu trostlosen Armen geworden, die sich auf Laubhaufen wälzten, ohne ihre Haut zu bedecken und ohne einen Fetzen, um ihren Köpfen Schatten zu geben. Hunderte anderer Juden sind jetzt nackt, durstig und barfuß, sie warten auf das Erbarmen des Himmels. Das sind die schwersten Schläge, die den Oberhäuptern der syrischen Juden zugefügt wurden.“