Warum feiert Syrien den Krieg vom Oktober 1973?

Elder of Ziyon, 7. Oktober 2020

ich verstehe, warum Ägypten den Krieg vom Oktober 1973 / Yom Kippur-Krieg feiert. Am Ende war er der Funke, der dazu führte, dass Israel den Sinai an Ägypten zurückgab.

Aber auch Syrien feiert den Krieg. Es gab am 6. Oktober, dem Jahrestag des Beginn des Krieges, in der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur SANA zahlreiche Artikel und Videos.

Dieser Artikel versicherte den Lesern, dass die Araber auf den Golanhöhen ganz begierig darauf waren, dass Syrien die Gegend wieder erobert. (Das ist ausdrücklich nicht der Fall.)

Dieser Artikel spricht mit syrischen Soldaten, die sich nahe der Grenze zu Israel befanden.

Dieser Artikel versucht zu erklären, warum der Krieg als Sieg betrachtet wurde – weil er keine Niederlange war:

Der vom Gründungsführer Hafez al-Assad angeführte Oktober-Befreiungskrieg bildete den Kompass des Kampfes zur Befreiung des usurpierten Landes und der Wiederherstellung arabischer Rechte. Er war eine eindeutige Ankündigung des Beginns des Zeitalters der Seige und des Endes der Ära der Niederlagen. Der Oktober-Befreiungskrieg war der erste Krieg im arabisch-israelischen Konflikt, der die Mauer der Verzweiflung nach dem Rückschlag des Juni 1967 durchbrach und die Tatsache weihte, dass Syrien die Burg der standhaften arabischen Nation ist, die ihre Existenz und Zukunft verteidig.

Sie erwähnen nicht, dass Israel am Ende des Krieges über die Lila Linie von 1967 überschritten hatte und die Außenbezirke von Damaskus beschoss.

Was für ein Sieg!

Assad ernennt Ellen DeGeneres zur Innenministerin

The Mideast Beast, 3. August 2020

ID 34739856 © Featureflash | Dreamstime.com

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad versucht die letzten Reste an Widerstand gegen seine weitere Herrschaft zu zerschlagen; dafür hat er die Moderatorin Ellen DeGeneres zur Innenministerin ernannt, um die sunnitische Mehrheit des Landes auf Linie zu halten.

Assad ernannte sie nachdem er von der starken Hand gelesen hatte, die DeGeneres gegenüber Mitarbeitern ihrer Fernsehshow eine harte Hand an den Tag legte.

„Ich brauche jemanden, der mit eiserner Faust regiert und keine Gnade zeigt; und ich bin zuversichtlich, dass Frau Degeneriert [sic] diese Rolle ausfüllen wird“, sagte Assad gegenüber dem Mideast Beast. „Außerdem las ich, dass sie ein vergiftetes Arbeitsumfeld schuf und ich brauche echt Leute, für die es in Ordnung ist vergiftete Umfelder zu schaffen.“

DeGeneres wird in Gegenden geschickt werden, die sich immer noch in offener Rebellion befinden und radikal unsensible Äußerungen von sich geben, hieß es von einem syrischen Offiziellen.

„Wir schickten sie in die gewalttätigsten Bezirke und sie bezeichnete jedermann als ihre „spirituelles Tier“, sagte der Offizielle. „Innerhalb von Stunden hatten sich alle ergeben.“

Weitersagen!

Eyal Dror, twitter, 28. Februar 2020

Glaubst du nicht! Ein Syrer bittet seine Freunde einem Offizier der IDF zu folgen!
Es ist ermutigend zu sehen, dass es einige syrische Menschen gibt, die zu schätzen wissen, was Israel für ihrer Familien geleistet hat.
Operation Guter Nachbar
Danke, mein Freund

Eine Bite. Würden meine Freunde
bitte in Erwägung ziehen Eyald Dror und Bei Halochem zu folgen.
Die Arbeit, die sie tun, verdient wirklich
viel mehr Follower. Sie repräsenteiren
das Beste Israels und der jüdischen Gesellschaft.
Danke

Folgen des Projekts „Guter Nachbar“

Dror Eyal, der langjährige Leiter des Projekts „Gute Nachbar“, erzählte auf Facebook:

Normalerweise, wenn ich einen Vortrag zum Projekt „Guter Nachbar“ beende, fragen die Leute mich, ob es das wert wie, unsere Leben für die Syrer zu riskieren.
Ich antworte immer mit Ja.
Hier ist ein kleines Beispiel, aufgeschrieben von Noam Shalev, einem Israeli, das ich als Antwort geben möchte:

Freitagabend, ein kleines Restaurant im Herzen von Stockholm. Ich beende mein Essen und frage nach der Rechnung.

Die Kellnerin kam herüber und ich gab ihr meine Kreditkarte, die plötzlich auf den Boden fiel. Sie bückte sich sofort, hob sie auf und betrachtete die Karte.

„Woher kommen Sie?“, fragte sie. „Israel“, antwortete ich und sah dann, dass sie mich mit offenem Mund ansah, zitterte und anfing zu weinen.

In Sekundenschnelle verschwand sie und ich griff schnell meinen Mantel und Hut, um den Ausgang zu finden, weil mir klar war, dass ich kein Jude in feindlicher Umgebung war. Und bevor ich auf die  gefrorene Straße entkommen konnte, kam sie mit einem anderen Mädel in Kochkleidung  zurück und zeigte auf mich, immer noch weinend und zitternd.

Ich war schon in Stellung für einen schnellen Rückzug, erkannte aber, dass es keine Feindseligkeit ihrerseits gab. Die Kellnerin bat mich um Vergebung und ihre Schwester erklärte mir, dass sie noch nie einen Israeli getroffen hatte und sie mir einfach nur Danke sagen wollten.

Offenbar waren sie Flüchtlinge aus Syrien und vor ein paar Jahren wurde ihre Mutter sehr krank und stand kurz vor dem Tod. Mitten in der Nacht wurde sie zur israelischen Grenze gebracht und von dort drei Wochen lang ins Krankenhaus in Safed. Und heute ist die Mutter gesund, lebt mit ihren Töchtern in einem Vorort von Stockholm.

Die Kellnerin konnte sich nicht mehr zurückhalten und rief ihre Mutter; dann finde ich mich in einem Mix aus Englisch und Deutsch mit einer aufgeregten und weinenden Frau sprechend wieder, die nur eines von mir erbittet: Danke all deinen Brüdern in Israel dafür, dass meine Töchter eine Mutter haben.

Bei all dem Zynismus, unserer scheußlichen Politik und ständiger Wut wegen einer Menge Dinge im Leben des Landes musste ich bis nach Stockholm reisen, um anderes zu fühlen.
Und wegen dieser einen syrischen Frau bin ich uns dankbar.

Hintergrund:

2016 begann die IDF das Projekt „Guter Nachbar“, um den syrischen Flüchtlingen in der Nähe der israelisch-syrischen Grenze zu helfen. Ziel war es, den Flüchtlingen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen, ohne in die Kämpfe verwickelt zu werden.

Seit Beginn der Kampagne hat es mehr als 700 verschiedene Operationen gegeben um Flüchtlingen zu helfen.
– 4.500 Verletzte wurden in Israel behandelt
– 1.400 verletzte Kinder wurden in Israel behandelt.

Israel lieferte den syrischen Flüchtlingen
– mehr als 2.000t medizinische Ausrüstung und Medikamente
– 1 Million Liter Gas
– 350t warme Kleidung
– eine Entbindungsklinik wurde eingerichtet
– Ein Feldlazarett wurde eingerichtet und zusammen mit Mitarbeitern verschiedener christlich-amerikanischer Organisationen wurden mehr als 8.000 Zivilisten behandelt.

Hamas-Umweltminister schwört die Reifenverbrennungen bis 2030 um 20% zu verringern

The MidEast Beast, 27. September 2019

Foto: taz

In einer der ambitioniertesten Initiativen gegen den Klimawandel hat der Hamas-Umweltminister Ahmet al-Buluti feierlich geschworen die Emissionen beim Verbrennen von Reifen bis 2030 um 20% zu senken.

„Wir müssen alle unseren Teil dazu beitragen der Realität der globalen Erwärmung entgegenzutreten und diese Ziele werden ein wichtiger Schritt zur Reduzierung unserer CO2-Bilanz sein“, sagte al-Buluti in einer Pressekonferenz. „Bis 2050 hoffen wir die Emissionen vom Reifen verbrennen zu halbieren, weil alle Nationen Opfer bringen müssen, um sicherzustellen, dass unser Planet bewohnbar bleibt.“

Während die Ziele der Hamas bis heute die aggressivsten sind, ist der Gazastreifen nur eine von vielen Nahost-Regierungen, die versuchen Emissionen zu reduzieren. Syrien hat den Übergang von CO2-intensiven Flächenbombardments zu CO2-freiem Saringas begonnen, während der Islamische Staat dabei ist das Verbrennen von Gefangenen bei lebendigem Leib auslaufen zu lassen und durch Enthauptungen zu ersetzen.

Der Yom Kippur-Krieg: ein Wendepunkt

Dov Lipman, HonestReporting, 12. September 2019

Photo: Government Press Office

Die arabischen Staaten versuchten Israel zu vernichten, schon bevor es gegründet wurde, indem sie ihre Leute aufstachelten Juden anzugreifen. Sie versuchten Israel zu vernichten, als sie den UNO-Teilungsplan von 1947 ablehnten und griffen Israel sofort nach dessen Unabhängigkeit 1948 an. Sie versuchten die 1950-er und 1960-er Jahre hindurch Israel mit Terroranschlägen zu vernichten, dazu 1956 mit der Sperrung des Suezkanals. Sie versuchten 1967 Israel über militärischen Angriff von allen Seiten zu vernichten. Nachdem sie mit all diesen Versuchen scheiterten Israel zu vernichten und Israels Ouvertüren für Frieden gegen die Rückgabe von Land, das es im Sechstage-Krieg eroberte, ablehnten, kamen die Araber ihrem Ziel im Oktober 1973 mit dem, was als Yom Kippur-Krieg bekannt wurde, sehr nahe.

Anwar Sadat

Der ägyptische Präsident Nasser starb im September 1970 und sein Nachfolger Anwar Sadat, der Optionen für eine langfristige Friedensvereinbarung mit Israel erkundete, stand unter dem Druck der ägyptischen Straße Ägyptens Ehre nach der Niederlage im Sechstage-Krieg wiederherzustellen.

Außerdem lag die ägyptische Wirtschaft in Trümmern; aber Sadat wusste, dass die tief gehenden Reformen, von denen er fühlte, dass sie nötig waren, bei Teilen der Bevölkerung zutiefst unbeliebt sein würden. Ein militärischer Sieg würde ihm die Popularität geben, die er brauchte um Veränderungen zu schaffen.

Gegen Ende 1972 begann Ägypten seine Streitkräfte aufzurüsten. Es erwarb MiG-21-Kampfjets und fortschrittliche panzerbrechende Lenkwaffen von der Sowjetunion. Zusätzlich wurden Generale, die 1967 versagt hatten, durch kompetentere Offiziere ersetzt und die Armee konzentrierte sich auf die Verbesserung ihrer militärischen Taktiken auf Grundlage der Verfahren des sowjetischen Militärs. Sadat erklärte, er sei vorbereitet „eine Million Soldaten zu opfern“, um das Territorium wiederzugewinnen, das Ägypten 1967 verlor.

Sadat arbeitete hart daran von anderen Ländern Rückhalt für die ägyptischen Bemühungen zur Rückeroberung des Sinai zu gewinnen und im Herbst 1973 behauptete er, er habe mehr als 100 Staaten, die diese Initiative unterstützten – zumeist aus der Arabischen Liga und von afrikanischen Staaten. Er streckte auch Fühler zu europäischen Ländern aus und abgesehen von massiver Militär- und diplomatischer Unterstützung durch die Sowjetunion gewann er die Unterstützung Großbritanniens und Frankreichs im UNO-Sicherheitsrat.

Hafez al-Assad

Der syrische Präsident Hafez al-Assad initiierte ebenfalls eine massive militärische Aufrüstung mit einem Plan die Golanhöhen zurückzuerobern. Auch er hatte Träume Syrien als das dominanteste Militär der arabischen Länder aufzubauen. König Hussein von Jordanien zögerte sich an einem neuen Krieg zu beteiligen. Er fürchtete die Möglichkeit in einem neuen Krieg noch mehr Territorium als die Westbank zu verlieren, die er 1967 verlor. Er war zudem aufgebracht wegen Sadats Versprechen an Yassir Arafat von der PLO, dass diesem die Kontrolle über die Westbank gegeben werde, sobald Israel besiegt sei. König Hussein betrachtete die Westbank als Teil von Jordanien und wollte es wieder unter seine Kontrolle gebracht sehen.

Darüber hinaus brach 1970 ein Beinahe-Bürgerkrieg zwischen Jordanien und der PLO-Führung aus, während der die PLO aus Jordanien vertrieben wurde. Syrien stellte sich auf die Seite der PLO und half dieser sogar militärisch, also fühlte sich Jordanien unbehaglich sich der ägyptisch-syrischen Allianz anzuschließen. Der Irak lehnte es wegen seiner strapazierten Beziehungen zum Iran ab sich einem Angriff anzuschließen und der Libanon wollte nicht involviert werden, weil seine Armee klein und instabil war.

Sadat war zum Krieg entschlossen. Seine geheime Planung begann 1971 – wobei er sogar die höheren Kommandoebenen aus der Planung heraushielt. Der Plan Israel gemeinsam mit Syrien anzugreifen, bekam den Codenamen Operation Badr, nach der Schlacht von Badr, in der Muslime, geführt von Mohammed, den Stamm der Qureish aus Mekka besiegten. Im Oktober 1972 sagte Sadat seinem Obersten Rat der Streitkräfte, dass er vorhabe gegen Israel in den Krieg zu ziehen.

Sadat drohte im April 1973 in einem Interview mit Newsweek öffentlich mit Krieg gegen Israel. Mehrfach in diesem Jahr führten arabische Armen groß angelegte Übungen durch und jedes Mal ging Israel für ein paar Tage auf die höchste Alarmstufe. Aber den Kommandeuren wurde bis weniger als eine Woche vor dem Angriff nichts von den tatsächlichen Kriegsplänen gesagt und die ägyptischen Soldaten erfuhren davon erst ein paar Stunden davor.

Auf der israelischen Seite gab es jede Menge Warnzeichen, die ignoriert wurden. Am 25. September besuchte Jordaniens König Hussein heimlich Israel, um Premierministerin Golda Meir zu warnen, dass die Syrer Israel angreifen und Ägypten sich anschließen würde. Das war eine von elf Warnungen vor dem Krieg, die Israel aus legitimen Quellen erhielt.

Im Oktober sah der IDF-Geheimdienst ägyptische Militärbewegungen nahe des Suezkanals, aber er tat das als reine Manöver ab. Israel sah auch syrische Truppen sich auf die Grenze zu bewegen, gleichzeitig mit einer Einberufung von Reserven und der Streichung allen militärischen Urlaubs. Aber Israels Geheimdienstführung betrachtete all das nicht als Bedrohung und hörte auf keine der Warnungen. Man schätzte korrekt, dass Syrien nicht alleine angreifen würde und das nur in Übereinstimmung mit Ägypten täte. Fälschlicherweise urteilte man auch, dass Ägypten nicht angreifen würde.

Der Schwiegersohn des ehemaligen Präsidenten Nasser, Aschraf Marwan, war ein ranghoher Mossad-Agent und sagte Israel, dass Ägypten nicht angreifen werde, bevor die Sowjetunion ihr mehr MiG-23-Kampfjets und Scud-Raketen liefern würde, die sie auf israelische Städte schießen konnten. Da die Kampfflugzeuge noch nicht angekommen waren und Ägyptens Soldaten nicht genug Zeit für das Training mit den Scuds hatten, nahm Israel fälschlicherweise an, dass Ägypten für einen Angriff nicht bereit war. Israel schickte keine Verstärkungen auf die Golanhöhen, was sich als bedenklicher Schritt erwies.

Am Tag vor dem Krieg sah General Ariel Sharon, ein zukünftiger Premierminister, Geheimdienst-Informationen, die eine viel größere ägyptische Truppenkonzentration entlang des Suezkanals zeigten als für ein Manöver verwendet werden würde, dazu Ausrüstung, die für die Überquerung des Kanals genutzt werden sollte. Er war sicher, dass der Krieg unmittelbar bevor stand und gab diese Information an seine Vorgesetzten weiter.

Die israelischen Geheimdienste sahen, dass sowjetische Berater und ihre Familien Ägypten und Syrien verließen; an den Grenzen zusammengezogene ägyptische und syrische Panzer, Infanterie und Raketen befanden sich auf einem Allzeit-Hoch und Transportflugzeuge voller Militärausrüstung landeten in den Hauptstädten Kairo in Ägypten und Damaskus in Syrien.

Marwan, der israelische Spion in höchsten Ebenen der ägyptischen Regierung, warnte weiterhin vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff, aber seine Warnungen schafften es nie vom Geheimdienst zur Premierministerin. In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober traf sich der Leiter des Mossad, Zvi Zamir, mit Marwan, der ihm sagte, dass ein gemeinsamer syrisch-ägyptischer Angriff bei Sonnenuntergang am nächsten Abend stattfinden würde. Israels Oberkommando forderte daraufhin eine teilweise Einberufung der Reserven.

Am Morgen des 6. Oktober überlegte Israels Führung einen Präventivschlag ähnlich dem gegen die ägyptische Luftwaffe, bevor Ägypten im Juni 1967 angriff. Aber nach Anhörung all der unterschiedlichen Meinungen entschied Premierministerin Meir, dass nicht angegriffen werden sollte. Sie erklärte, Israel würde amerikanische Militärhilfe benötigen, um einen ägyptisch-syrischen Angriff zu überleben und sie fürchtete, wenn Israel zuerst angreift, dann würde es dafür verantwortlich gemacht werden den Krieg angefangen zu haben und diese Hilfe nicht bekommen. Die Angst der Premierministerin war nicht unbegründet. US-Präsident Richard Nixon und Außenminister Henry Kissinger warnten Meir ständig davor einen Krieg zu initiieren. Am 6. Oktober noch betonte Kissinger Israel gegenüber erneut, dass es keinen Präventivschlag führen dürfe.

Am Yom Kippur, dem heiligsten Tag im jüdischen Kalender, an dem die meisten Juden einen großen Teil des Tages in der Synagoge verbringen, nur sechs Stunden, nachdem Israel beschloss keinen Präventivschlag zu führen, griffen ägyptische und syrische Streitkräfte Israel an – sie überschritten die Waffenstillstandslinien von 1967 im Sinai im Süden und auf den Golanhöhen im Norden. Ägypten griff mit 100.000 Soldaten und 1.350 Panzern an. Zur Zeit des Angriffs hatte Israel am Kanal 450 Soldaten und um die 100 Panzer. Israels fehlende Vorbereitung ermöglichte der ägyptischen Armee mit relativer Leichtigkeit auf den Sinai vorzudringen. Auch Syrien machte große Fortschritte und eroberte einen beträchtlichen Bereich des von Israel kontrollierten Territoriums auf den Golanhöhen.

Ägyptische Militärlaster überqueren am 7. Oktober 1973 eine über den Suezkanal gelegte Brücke.

Israel fand sich in einer fatalen Lage wieder, was die USA veranlasste über eine Luftbrücke Militärausrüstung zu schicken. Dies wurde auch gemacht, um den massiven Nachschub zu kontern, den die Sowjetunion nach Ägypten schickte. Als die israelische Armee fast schon die Außenbezirke der syrischen Hauptstadt Damaskus erreichte, befahl der ägyptische Präsident Anwar Sadat, der erkannte, dass der fehlgeschlagene arabische Feldzug bald zu Ende sein könnte, seinen Streitkräften in die Offensive zu gehen. Israel wehrte nicht nur diesen ägyptischen Vormarsch ab, sondern drängte die ägyptischen Streitkräfte so weit zurück, dass die IDF den Suezkanal überquerte, nach Ägypten vordrang und begann auf ägyptische Städte, einschließlich Kairo zu marschieren. Dieses Vordringen wurde allerdings gestoppt, als am 25. Oktober unter Druck der USA ein von der UNO vermittelter Waffenstillstand in Kraft trat.

Die Grenzen von Syrien und Ägypten waren nicht die einzigen Fronten, an der sich Israel in diesem Krieg verteidigen musste. Palästinensische Milizen schossen Katjuscha-Raketen und panzerbrechende Flugkörper aus dem Libanon auf israelische Städte nahe der libanesisch-israelischen Grenze. Sie schafften es einige Israelis leicht zu verletzen und es gab Schaden an israelischen Gebäuden. Die israelische Führung beschloss, dass sie keine weitere Kampfzone öffnen konnte und entschied, keine Streitkräfte in den Südlibanon zu schicken, um die Quelle des Raketenfeuers auszuräumen.

(Ägypten brach den Waffenstillstand schon am nächsten Morgen und trotz der Vereinbarung gingen die Kämpf bis Mitte Januar 1974 weiter.)

Israel verlor in dem Krieg mehr als 2.500 Soldaten und rund 8.000 wurden verletzt. 293 israelische Soldaten wurden gefangen genommen. Die Arabischen Armeen, denen sich der Irak anschloss, verloren zwischen 8.000 und 18.000 Soldaten (Ägypten und Syrien veröffentlichten nie offizielle Zahlen) und zwischen 18.000 und 35.000 Verwundete.

Israelische Kriegsgefangene wurden von ihren syrischen und ägyptischen Fängern furchtbar gefoltert. IDF-Soldaten wurden tot aufgefunden, nachdem sie mit verbundenen Augen und hinter dem Rücken gefesselten Händen hingerichtet wurden. Einige wurden mit Äxten geköpft und eine hohe Anzahl wurde mit Elektroschocks am ganzen Körper, einschließlich der Genitalien gefoltert, mit Zigaretten verbrannt und ihnen wurden die Fingernägel ausgerissen. Viele wurden noch lange nach Kriegsende gefangen gehalten.

Abgesehen von den horrenden Verlusten auf beiden Seiten hatte der Krieg für beide Seiten beträchtliche Folgen. Der Fehler nach Geheimdienst-Warnungen vor dem Krieg nicht zu handeln führte dazu, dass Premierministerin Meir und Verteidigungsminister Mosche Dayan zurücktraten. Israel schuf schließlich einen Nationalen Sicherheitsrat, um die Kommunikation und die Koordination zwischen dem Sicherheits/Geheimdienst-Apparat und der Regierung zu verbessern.

Die Auswirkungen des Krieges gingen aber weit darüber hinaus. Die Araber hatten nach dem Krieg widersprüchliche Emotionen und beide zogen in dieselbe Richtung. Einerseits hatten die Araber das Gefühl, sie hatten zwar ihr Ziel der Vernichtung Israels verfehlt, aber sie hatten Israel auch beträchtlichen Schaden zugefügt und das stellte ihre Ehre nach der vernichtenden Niederlage im Sechstage-Krieg sechs Jahre zuvor wieder her. Das gab ihnen die Fähigkeit Frieden mit Israels als „Gleichberechtigte“ auszuloten.

Andererseits sahen die Araber Israels militärische Stärke, wie es seine anfänglichen Verluste wegsteckte und dann in die Offensive ging, wobei es tief in die eigenen Länder eindrang. Diese Angst vor der Stärke Israels drängte sie dahin Frieden zu erkunden. Die israelische Seite erlitt einen schweren psychologischen Schlag, als sie plötzlich erkannte, dass sie nicht unbesiegbar war und es keine Garantie gab die arabischen Nachbarn im Krieg immer zu besiegen. Das verschob Israel zu einer stärkeren Entschlossenheit in Richtung Frieden zu arbeiten.

Die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten luden Israel, Ägypten, Syrien und Jordanien zu einem Treffen zu einer Friedenskonferenz im Dezember 1973 in Genf ein. Der Versuch scheiterte wegen Syriens Weigerung daran teilzunehmen. Durch die Bemühungen der USA unterzeichneten Israel und Ägypten am 18. Januar 1974 das Sinai I-Abkommen, mit dem Israel sich aus einigen seiner vorgeschobenen Positionen zurückzog, während es fast den gesamten Sinai behielt.

Das Sinai II-Abkommen wurde am 4. September 1975 unterzeichnet; mit ihm zog Israel von mehr Land im Sinai ab und UNO-Kräfte zogen dort ein, um das Gebiet zwischen Israel und Ägypten zu patrouillieren. Israel kontrollierte immer noch mehr als zwei Drittel des Sinai, die zu halten entscheidend war, während beide Seiten eine langfristige Übereinkunft ausloteten, ein Prozess, der letztlich 1979 im Friedensabkommen zwischen Israel und Ägypten gipfelte.

Die syrische Front war komplizierter; militärische Aktivitäten zwischen beiden Seiten setzten sich bis zum 31. Mai 1974 fort, als die USA eine „Entflechtungsvereinbarung“ vermittelten, in der Israel sich aus Syrien auf die Golanhöhen zurückzog, Syrien zustimmte seine Kriegsgefangenen in einem Gefangenenaustausch freizulassen und die UNO eine Entflechtungs- und Beobachtertruppe einrichtete, die den Frieden in einer Pufferzone bewahren sollte, die zwischen den beiden Ländern geschaffen wurde.

Der Yom Kippur-Krieg kennzeichnet das letzte Mal, dass die arabischen Nachbarländer Israels sich militärisch zusammenschlossen, um den Versuch zu unternehmen den jüdischen Staat zu vernichten.

25 syrische Kinder, alle hatten Riesenangst vor uns

Der Kommandeur der „Operation guter Nachbar“ erinnert sich an die Überraschung derer, denen von israelischen Soldaten geholfen wurde.

Oberstleutnant A., The Times of Israel blogs, 1. August 2017


Auf diesem undatierten Foto, das am 19. Juli 2017 zur Verfügung gestellt wurde, kümmert sich eine IDF-Soldatin als Teil des „Guter Nachbar“-Programms der Armee für syrische Zivilisten auf den syrischen Golanhöhen. (IDF-Sprecher)

Ich erinnere mich an den Beginn der Operation Guter Nachbar, als wäre es gestern. Die Wahrheit ist, dass wir ernste Zweifel hatten, ob das wirklich geschen würde – ob die Syrer tatsächlich kommen würden. Dann, um 3 Uhr morgens auf den eisekalten Golanhöhen, bemerkten wir, wie sie am Zaun entlang gingen.

Fünfundzwanzig Kinder an den Händen ihrer Mütter passierten die Tore, es erschien wie ein moderner Exodus. Der Satz „Die Syrer sind an der Grenze“ erhielt eine völlig neue Bedeutung.

Man konnte das Misstrauen in ihren Augen sehen. Müde und barfuß trafen sie in der Dunkelheit zum ersten Mal auf IDF-Soldaten, auf uns, die wir von ihrer Kultur so dämonisiert worden waren. Nach vielen Gesprächen mit einigen Syrern ist mir die Erkenntnis gekommen, dass es kein Mythos ist: Bis zu dem Tag, an dem sie unserer Hilfe erhielten, glaubten viele Syrer ernsthaft, IDF-Soldaten hätten Hörner und Schwänze.

Es war surreal eine Mutter zu sehen, die die Hand ihrer kleinen Tochter festhielt, vor Schwäche beinahe zusammenbrach. Instinktiv bemerkte einer der Golani-Soldaten, wie die Frau stolperte und sprang zu ihr, nahm das Kind in seine Arme. Plötzlich schien es, als sei die Grenze verschwunden: Es war ein Moment der Menschlichkeit, geteilt von zwei Leuten, ein Augenblick der Not einerseits und des Mitgefühls auf der anderen Seite. Einen Moment, den ich nie vergessen werde.

Seitdem sind wir weit gekommen. Diese Operation war der Beginn einer intensiven Periode humanitärer Aktivität. Jeden Tag und jede Nacht, rund um die Uhr, betrieben wir ein System, das ausschließlich Gutes tat. Wir stellten Mehl, Babynahrung, medizinische Geräte und Arzneimittel in riesigen Mengen zur Verfügung und das war nur der Anfang.

Auf der anderen Seite der Grenze gibt es einen Bürgerkrieg – den grausamsten seiner Art – und unsere Aufgabe bestand darin Geschichte zu schreiben und als diejenigen in Erinnerung zu bleiben, die das Richtige taten. Heute, mit der Perspektive, die ich aus fast einem Jahr gewonnen ahbe, erkenne ich, dass dieser allererste Augenblick am Zaun historisch war. Ein Moment, so hoffe ich, der in unserem Gedächtnis eingeprägt bleiben wird – ein Moment israelischen Stolzes und jüdischer Barmherzigkeit.

Vor allem anderen erinnere ich mich daran, dass mein Auftrag darin bestand Sicherheit garantieren – gute nachbarliche Beziehungen auf beiden Seiten der Grenze – und wir tun dies, vielleicht, auf die großzügigste Art, die möglich ist. Es ist ein große Privileg eine Einheit mit diesem Auftrag, an diesem Ort und zu dieser Zeit zu kommandieren. Uns wurde die Gelegenheit gegeben die Wirklichkeit neu zu formen und mit einer Menge Motivation und guten Leuten glaube ich, dass wir weiter unser Bestes tun werden.

Im Verlauf des vergangenen Jahres kann ich Dutzende bedeutender Moment zählen, aber einer hat sich in mein Gedächtnis eingegraben und ich glaube, es gibt nichts Angemesseneres, um diese Aktivität als „ein guter Nachbar sein“ zu beschreiben. Eine Woche nach Beginn des Winters, während eines schweren Gewitterregens, fuhren wir auf Anfrage der Syrer damit fort kranke Kinder aufzunehmen, obwohl das brutale Wetter etwas anderes vorschrieb. Am Ende fand ich mich neben einem syrischen Arzt stehend wieder, der zivile Verbindungsmann zu einem der Dörfer in der Gegend. Wir beide, pudelnass, sahen uns an und lachten.

„Ich hab dir gesagt, es wird schwierig“, sagte ich ihm.

Ohne zu zögern antwortete er mit einem Lächeln: „Jeden Tag fallen hunderte Bomben auf das syrische Volk – ein wenig Regen wird uns da nicht umbringen.“

Der Arzt wurde ernst: „Jedes Mal, wenn ihr bereit seid uns aufzunehmen“, sagte er, „werden wir kommen.“

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Der Autor ist der Kommandeur der Operation Guter Nachbar der IDF, die humanitäre Hilfe für Syrer anbietet, die im blutigen Bürgerkrieg in ihrem Land Schaden erleiden. Die IDF untersagt seine Identität preiszugeben (Foto des Autors für rein illustrative Zwecke).