Krieg ist Täuschung oder: Welche PLO-Charta lesen Sie?

Hugh Fitzgerald, Jihad Watch, 21. März 2021

Die PLO-Charta, die die Vernichtung Israels fordert, wurde 1964 angenommen, heißt: drei Jahre, bevor es auch nur einen einzigen Israeli in der Westbank, dem Gazastreifen oder auf den Golanhöhen gab. In der Charta wurde uneingeschränkt deutlich gemacht, dass selbst innerhalb der Linien von vor 1967 – die dieselben sind wie die Waffenstillstandslinien von 1949 – Israel nicht zu existieren erlaubt wird. Als die Oslo-Vereinbarungen von 1993 und 1995 erreicht wurden, fügten die Palästinenser – womit sie ein Image modifizierter Ansichten präsentierten – mit großem Tamtam Ergänzungen hinzu, die ihre angebliche Transformation in einen „Friedenspartner“ für den jüdischen Staat demonstrierten. Eine dieser Ergänzungen erkannte sogar eine jüdische Verbindung zum Land an. Aber Anfang März strahlte das Palästinenser-Fernsehen eine Sendung aus, in der die PLO-Charta ohne diese Ergänzungen vorgestellt wurde, die sich genauso liest wie die von 1964.

Ein Bericht zu diesem Programm befindet sich hier: „Palestinian TV broadcasts 1964 PLO Charter calling for Israel’s destruction“, Jerusalem Post, 17. März 2021.[1]

Das PA-Fernsehen strahlte Berichten zufolge Anfang März wiederholt eine Bildungsserie aus, die die veraltete Charta der Palästinensischen Befreiungsorganisation von 1964 hervorhob, die ausdrücklich die Vernichtung Israels fordert; das berichtete Palestinian Media Watch (PMW) am 17. März.

Die Sendung erwähnte nicht die wichtigen Ergänzungen, die 1993 und 1995 vorgenommen wurden, die die jüdischen Verbindungen zum Land anerkennen und außerdem die Grundlage für die Anerkennung einer Zweistaatenlösung bilden.

Stattdessen beinhaltete die Fernsehsendung ein Bild, das auf Paragraph 16 der Charta verwies; dieser fordert „die Befreiung Palästinas, aus einer internationalen Perspektive, als durch Selbstverteidigung nötig gemachte defensive Operation, wie sie von der UNO-Charta festgelegt ist“.

Angesichts dessen, dass Paragraph 16 Teil der 1964 angenommenen PLO-Charta ist, ist das „Palästina“, auf das verwiesen wird, eindeutig Israel in den Linien von vor 1967 – die dieselben sind wie die Waffenstillstandslinien von 1949, die Abba Eban eins als „die Auschwitz-Linien“ beschrieb. Innerhalb dieser Waffenstillstandslinien hatte Israel an seiner engsten Stelle eine nur 16km breite Taille, die von Qalqilya zum Mittelmeer reicht. Eine gepanzerte Kolonne des Feindes, die aus Osten angreift, könnte Israel an dieser Taille innerhalb von weniger als einer Stunde in zwei Teile zerschneiden. Die „Befreiung Palästinas“ gemäß Paragraph 16 bedeutet keine Wiedergewinnung der Westbank (oder des Gazastreifens) – die 1964 nicht „befreit“ werden mussten – sondern die Vernichtung Israels innerhalb seiner Linien von 1967. Die Vernichtung des jüdischen Staates wird in der PLO-Charta als „defensive“ Maßnahme beansprucht, weil schon die Existenz des jüdischen Staates auf „gestohlenem arabischen Land“ die ursprüngliche „Aggression“ ist, begangen an den Palästinensern. Alle Bemühungen den jüdischen Staat zurückzudrängen oder – im Idealfall – ihn zu vernichten, werden daher von den Arabern als „defensiv“ begriffen.

Der Erzähler der Sendung fügte weiter hinzu: „Die Charta … gründet auf dem Recht auf Selbstverteidigung und die Rückgabe des gestohlenen Heimatlandes in seiner Gesamtheit; und das ist ein Recht, dass die internationalen Konventionen und Normen bestätigen.“

Der Erzähler in dieser Sendung über die PLO-Charta erwähnt die Ergänzungen zur 1964-er PLO-Charta nicht, nicht einmal, um anzudeuten, dass sie nicht länger gelten. Er ignoriert sie einfach; sie existieren nicht, nicht für ihn und nicht für die PA, außer wenn sie mit den Amerikanern redet und ihre Maske für das Vortäuschen von Mäßigung darstellt. Die jüdische Verbindung zum Land Israel wird in der nicht ergänzten Version der Charta nicht anerkannt. Genauso wenig wird die „Zweistaatenlösung“, der die PA in den Ergänzungen zuzustimmen schien, in den Ergänzungen zur PLO-Charta von 1993 und 1995 hinzugefügt worden. Die Fernsehsendung zielte darauf ihrem palästinensischen Publikum die ursprüngliche, maximalistische Position der PLO vorzustellen, wie sie in ihrer nicht ergänzten Form von 1964 dargelegt wurde.

Zusätzlich vermerkte der Teil, in dem die PLO-Charta diskutiert wurde, nichts von der späteren Diskussion einer „Zweistaatenlösung“ und des Friedensprozesses und behauptete, dass das Wort „Rückkehr“ in der Charta ein Verweis auf „die Rückkehr des gesamten gestohlenen Heimatlandes“ sei; dazu wurde der Punkt betont, indem eine Landkarte gezeigt wurde, in der Israel komplett durch Palästina ersetzt war.

Während die Amerikaner wohl glauben, die PLO sei der ergänzten Charta verpflichtet, müssen sie informiert werden, dass die PLO auf ihrer Internetseite immer noch die Charta von 1964 verwendet, einschließlich des Paragraphen 22, der behauptet, dass Israel eine Bedrohung für die gesamte Menschheit sei. Die von der PA überprüfte Sendung beinhaltete nicht die kleinste Erwähnung der Ergänzungen – und Streichung bestehender Paragraphen – von denen Yassir Arafat feierlich versprochen hatte, sie würde Teil der PLO-Charta werden.

Paragraph 22, in der Sendung vorgelesen, ist der unnachgiebigste all der Paragraphen der PLO-Charta:

Der Zionismus ist eine politische Bewegung, die organisch mit dem internationalen Imperialismus verbunden ist; er streitet wider alle Aktionen zur Befreiung und fortschrittliche Bewegungen der Welt. Er ist seiner Natur nach rassistisch und fanatisch, in seinen Zielen aggressiv, expansionistisch und kolonialistisch und in seinen Methoden faschistisch. Israel ist das Instrument der zionistischen Bewegung und die geographische Basis des Welt-Imperialismus, die strategisch mitten in das arabische Heimatland platziert wurde, um die Hoffnungen der arabischen Nation auf Befreiung, Einheit und Fortschritt zu bekämpfen.

Israel ist eine ständige Quelle der Bedrohung des Friedens im Nahen Osten und in der ganzen Welt. Da die Befreiung Palästinas die zionistische und imperialistische Präsenz zerstören und zur Errichtung des Friedens im Nahen Osten beitragen wird, sucht das palästinensische Volk die Unterstützung aller progressiven und friedliebenden Kräfte und drängt sie alle, ohne Unterschied ihrer Mitgliedschaften und ihres Glaubens, dem palästinensischen Volk alle Hilfe und Unterstützung in ihrem gerechten Kampf zur Befreiung ihres Heimatlandes zu bieten.

Die Fernsehsendung erwähnt die Oslo-Vereinbarungen nicht, auch nicht die wichtigen Veränderungen, die an der Charta vorzunehmen versprochen wurde – Veränderungen, die genau den Paragraphen widersprechen, auf die diese Sendung sich konzentrierte. Die Ideologie und das Handeln der PA heute spiegeln die extreme Feindschaft und das kompromisslose Insistieren darauf, dass der jüdische Staat vernichtet werden muss. Die Paragraphen 16 und 22 bestreiten Israels Existenzrecht und erklären das Ziel der PLO Israel zu vernichten.

Die Sendung über die PLO-Charta war Teil einer Serie mit dem Titel „Lexikon der Revolution“. Der PA-Moderator entschied sich die Erklärungen der Charta herauszuheben, die Israels Existenzrecht bestreiten und das Ziel der PLO Israel als von der UNO-Charta genehmigte „defensive Maßnahme“ zu vernichten.

Der Text von Paragraph 16 wurde in der Sendung vorgelesen, begleitet von einer Folie auf dem Bildschirm, das Israel durch Palästina ersetzt zeigt. „PA präsentiert die PLO-Charta als derzeit die Vernichtung Israels fordernd“ von Itamar Marcus und Maurice Hirsch, Palestinian Media Watch, 16. März 2021:

„Paragraph 16 erklärt, dass die Befreiung Palästinas aus internationaler Perspektive eine defensive Operation ist, durch Selbstverteidigung notwendig gemacht, wie die UNO-Charta es festlegt“, daneben das alte Fatah-Logo, mit gekreuzten Gewehren und einer Landkarte „Palästinas“, zu der ganz Israel gehört, dazu dieser Text: „Al-Asifa – die Palästinensische Nationale Befreiungsbewegung“.

Was von der PA-TV-Sendung ausgelassen wird, ist genauso wichtig wie das, was sie beinhaltet. Vor allem wird die Tatsache nicht angeführt, dass die PA sich gemäß den Bedingungen der Oslo-Vereinbarungen verpflichtete alle Paragraphen der PLO-Charta zu streichen, die die Vernichtung Israels fordern.

Die einführende Erklärung des Erzählers bestreitet ebenso Israels Existenzrecht – indem er sagt, Israel existiere auf den Arabern „gestohlenem Heimatland“ und daher sei „es zurückzugeben“ – heißt: es zurückzuholen – ein Akt der „Selbstverteidigung“.

„Die Charta … gründet auf dem Recht auf Selbstverteidigung und der Rückkehr in das gesamte gestohlene Heimatland; und es handelt sich um ein Recht, das die internationalen Konventionen und Normen bestätigen.“

Um alle Zweifel zu beseitigen, dass ganz Israel als „gestohlenes Heimatland“ definiert wird, zeigt die begleitende Landkarte den Nahen Osten ohne Israel und ganz Israel als „Palästina“. Der Erzähler fährt fort:

„Die Paragraphen der Nationalcharta beinhalten eine Reihe von Themen: Der erste Paragraph erklärt: Palästina ist ein arabisches Land und ist mit einer nationalen Verbindung zu den anderen arabischen Ländern verbunden, die zusammen das große arabische Heimatland bilden und dass das palästinensisch-arabische Volk dasjenige ist, das die legitimen Rechte an seiner Heimat hat und es ist ein untrennbarer Teil der arabischen Nation… Die anderen Paragraphen behandeln die palästinensische Identität… und die Bedeutung der palästinensischen Sache für die arabische Existenz.“

Während die Sendung Wert darauf legt zu erwähnen, dass 1968 Ergänzungen an der Charta vorgenommen wurden, ignoriert sie die Tatsache, dass nach der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen andere Ergänzungen in Gang gesetzt werden mussten und dass diese Ergänzungen alle Paragraphen stornieren sollten, die Israels Existenzrecht bestreiten, einschließlich der in dieser Fernsehsendung angeführten.

In einem die Prinzipienerklärung von 1993 begleitenden Brief an den damaligen israelischen Premierminister Yitzhak Rabin schrieb Yassir Arafat:

„Die PLO bestätigt, dass die Artikel des Palästinensischen Bundes, die Israels Existenzrecht bestreiten, und die Vorkehrungen des Bundes, die mit den Verpflichtungen aus diesem Brief unvereinbar sind, jetzt unwirksam und nicht länger gültig sind. Folglich wird die PLO dem Palästinensischen Nationalrat die notwendigen Änderungen in Bezug auf den Palästinensischen Bund zur formellen Genehmigung vorlegen.“

Die Interimsvereinbarung zwischen Israel und der PLO vom September 1995 bekräftigte die Verpflichtung der PLO zur Veränderung ihrer Charta:

„Die PLO verpflichtet sich, dass der Palästinensische Nationalrat innerhalb von zwei Monaten ab dem Datum der Einsetzung des Rats zusammentreten und die notwendigen Änderungen bezüglich des Palästinensischen Bundes formell genehmigen wird, wie in den vom Vorsitzenden der PLO unterschriebenen Briefen an den Premierminister Israels vom 9. September 1993 und 4. Mai 1994 versprochen wurde.“ [Artikel XXXI(9)]

Das PA-Fernsehen hat damit vor seinen Zuschauern die Tatsache versteckt, dass die PLO diese Teile ihrer Charta streichen musste, die Israels Existenzrecht bestreiten und zu Israels Vernichtung aufrufen. Dass stimmt mit aktuellen PA-Botschaften an ihr Volk überein, die dieselbe Ideologie beinhalten, wie sie in der ursprünglichen Charta zu finden ist. Was immer sie der Welt draußen sagt  und besonders den Amerikanern: Die PLO – und jetzt die PA – schlägt ihre ursprüngliche Charta in Stein, sie ist die einzige Version, die sie ihrem Volk bietet. Die PA verbreitet in ihren Schulbüchern weiter Landkarten, die Israel als „Palästina“ zeigen. Israelische Städte werden immer noch als „palästinensisch“ bezeichnet. Die PA lehnt weiter – auch wenn die Administration Biden das nicht erkennen mag – schon nur die Vorstellung einer jüdischen Nation ab. Sie besteht weiter darauf, dass Israel und die Zionisten für die gesamte Instabilität im Nahen Osten und der Welt verantwortlich sind. Die PA unterstützt, wenn das politisch nützt, den „bewaffneten Kampf“. Die PA belohnt Terroristen und ihre Familien finanziell mit ihrem „Geld für Mord“-Programm. Sie ehrt Terroristen, indem sie Straßen und Plätze nach ihnen benennt.

Schließlich präsentiert die Internetseite der PLO bis heute die volle PLO-Charta mit allen Bestimmungen, die Israels Existenzrecht leugnen, die angeblich vor langer Zeit schon als Teil der Korrektur der Charta verschwunden sein sollten. Zu diesen Bestimmungen gehörten:

Artikel 19: Die Teilung Palästinas 1947 und die Gründung des Staates Israel sind komplett illegal.

Artikel 20: Die Balfour-Erklärung, das Mandat für Palästina und alles, das auf ihnen gründet, werden als null und nichtig erachtet.

Die auf der Internetseite der PLO eingestellte PLO-Charta beinhaltet zudem den Aufruf nach Israels Vernichtung durch Terror:

Artikel 9: Bewaffneter Kampf ist der einzige Weg Palästina zu befreien.

Artikel 10: Kommando-Aktionen (d.h. der PA-Euphemismus für Terror) stellt den Kern des palästinensischen Volksbefreiungskriegs dar.

Artikel 21: Das arabisch-palästinensische Volk lehnt, indem es sich über die bewaffnete palästinensische Revolution ausdrückt, alle Lösungen ab, die Ersatz für die totale Befreiung Palästinas sind.

Artikel 22: Der Zionismus ist eine politische Bewegung, die organisch mit dem internationalen Imperialismus verbunden ist; er streitet wider alle Aktionen zur Befreiung und fortschrittliche Bewegungen der Welt. Er ist seiner Natur nach rassistisch und fanatisch, in seinen Zielen aggressiv, expansionistisch und kolonialistisch und in seinen Methoden faschistisch. Israel ist das Instrument der zionistischen Bewegung und die geographische Basis des Welt-Imperialismus, die strategisch mitten in das arabische Heimatland platziert wurde, um die Hoffnungen der arabischen Nation auf Befreiung, Einheit und Fortschritt zu bekämpfen. Israel ist eine ständige Quelle der Bedrohung des Friedens im Nahen Osten und in der ganzen Welt. Da die Befreiung Palästinas die zionistische und imperialistische Präsenz zerstören und zur Errichtung des Friedens im Nahen Osten beitragen wird, sucht das palästinensische Volk die Unterstützung aller progressiven und friedliebenden Kräfte und drängt sie alle, ohne Unterschied ihrer Mitgliedschaften und ihres Glaubens, dem palästinensischen Volk alle Hilfe und Unterstützung in ihrem gerechten Kampf zur Befreiung ihres Heimatlandes zu bieten.

Erst nach Vorstellung der kompletten Version der Charta von 1964 erwähnt die Internetseite der PLO, dass die Artikel 9, 10, 19, 20, 21 und 22 1998 gestrichen und dass andere ergänzt wurden, ohne anzugeben, welche und ohne einen alternativen Text vorzulegen. Diese Information wird fast als Nachsatz geliefert; manche Lese dürften sie sogar übersehen. Was die PLO hätte tun müssen, ist, auf ihrer Internetseite nicht die ursprüngliche Charta einzustellen, sondern eine Version, bei der die gestrichenen Artikel gelöscht sind, so dass den Zuschauern klar wird, wie die aktuellste Version der Charta aussieht. Das machte sie bewusst nicht.

In der Übersicht zur PLO-Charta, die derzeit vom PA-Fernsehen ausgestrahlt wird, werden die Paragraphen verborgen, die Israels Existenzrecht bestreiten und offen zu seiner Vernichtung aufrufen, während die Tatsache vor den Zuschauern verborgen bleibt, dass sie „gestrichen“ wurden. Das war kein Versehen, sondern gewollt. Die PA erzählt ihren eigenen Leuten, dass die „wahre“ Version der PLO-Charta die ursprüngliche ist, die zur Vernichtung des jüdischen Staats aufruft. Die andere Version, die angeblich ein halbes Dutzend der Bestimmungen der Charta streicht, die zu Israels Vernichtung aufrufen, ist die, die die PA der Welt draußen und besonders den arglosen Amerikanern zeigt.

„Krieg ist Täuschung“, sagte Mohammed in einem berühmten Hadith. Welche PLO-Charta glauben Sie also?

[1] Palästinenserfernsehen strahlt PLO-Charta von 1964 aus, die Israels Vernichtung fordert

Administration Biden und sogar israelische Medien von palästinensischem Doppelsprech genarrt: Nein, die Hamas hat sich keiner Zweistaatenlösung verpflichtet.

Elder of Ziyon, 26. Februar 2021

Hier sind zwei Schlagzeilen, die letzten Sonntag von der Times of Israel und i24 News veröffentlicht wurden:

Bericht: In Brief an Biden verpflichten sich PA und Hams zur Zweistaatenlösung in den Linien von 1967
PA sagt Hamas hat ich friedlichem Widerstand, zwei Staaten verpflichtet – Bericht

Diese Berichte besagten, dass nach Angaben eines Briefs, den die PA der Administration Biden schrieb, die Hamas sich einer Zweistaatenlösung und friedlichem Widerstand verpflichtet hat.

Ich habe bereits angeführt, dass Hamasführer Ismail Haniyeh letzten Samstag sehr deutlich gesagt hat, dass sie weiter Terror unterstützen und Israel absolut auf keinen Fall anerkennen.

Die USA bestehen darauf, dass alle Partieen bei einer palästinensischen Wahl die 2006 festgelegten Prinzipien des Quartetts (USA, UNO, EU und Russland) einhalten. Die Haltung des Quartetts hat gelautet: „Alle Mitglieder einer zukünftigen Palästinenserregierung müssen sich zu Gewaltlosigkeit, Anerkennung Israels und Akzeptanz der bisherigen Vereinbarungen und Verpflichtungen bekennen.“

Die erste Seite des Briefs, den die PA den USA geschickt haben soll, findet sich auf der Internetseite Amad.ps und sie zeigt, dass die Palästinenser immer noch Meister darin sind leichtgläubige Westler glauben zu machen, sie würden Dinge sagen, die sie überhaupt nicht sagen.

Es gibt keinen Widerspruch zwischen dem an die Administration Biden geschickten Brief und den unnachgiebigen Äußerungen der Hamas vom letzten Samstag. Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen diesem Brief und der US-Haltung dazu, zu was die Palästinenser sich verpflichten müssen. Und doch sind die israelischen Medien und offenbar die Administration Biden bereit sich von dem doppelzüngigen Gerede in dem Brief irreführen zu lassen und vorzugeben, er sage etwas, was er mit vollkommener Sicherheit nicht sagt.

In dem mit Rechtschreibfehlern gespickten Brief heißt es:

Der folgende Konsens (Anhang 1) wurde zwischen allen politischen Fraktionen, einschließlich der Hamas, auf dem Treffen aller Generalsekretäre der politischen Fraktionen der Palästinenser am 3. September 2020 erzielt.

1. Verpflichtung zu den Standards des Völkerrechts
2. Verpflichtung auf einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 und Ostjerusalem als seiner Hauptstadt
3. Verpflichtung auf die PLO als politische Dachorganisation und dem einzigen legitimen Repräsentanten des palästinensischen Volks
4. Verpflichtung auf das Prinzip der friedlichen Machtübergabe durch Wahlen
5. Verpflichtung auf (friedlichen) Volkswiderstand

Nicht eine einzige der Bedingungen des Quartetts wird von dem Brief erfüllt!

Gewaltlosigkeit: Die Hamas sagt, dass sie umfassenden Widerstand „in all seinen Formen“ befürwortet und eine Ausdrucksform davon ist Volkswiderstand. Sie ist immer noch dem Terrorismus verschrieben.

Anerkennung Israels: Die PA sagt, dass die Hamas einen Palästinenserstaat akzeptiert – aber nirgendwo sagt sie oder impliziert auch nur, dass die Hamas Israel oder einer Zweistaatenlösung anerkennt. Hamas sagt, sie hält am Prinzip der „Nichtanerkennung der Legitimität der Besatzer“ fest. Heißt: Wenn die Palästinenser es schaffen einen Staat in irgendeinem Teil Palästinas zu bekommen, wird die Hamas das akzeptieren, ist aber weiterhin verpflichtet Israel zu vernichten.

Akzeptieren früherer Vereinbarungen und Verpflichtungen: Es wird in diesem Brief nichts dazu gesagt, lediglich eine vage „Verpflichtung zu Standards des internationalen Rechts“, was bedeutungslos ist. Da es keinen Konsens dazu gibt, was tatsächlich internationales Recht ist, können sie mit ihren eigenen Interpretationen behaupten diesem verpflichtet zu sein – zum Beispiel, dass Israel verpflichtete ist die Millionen Palästinenser die „Rückkehr“ zu gestatten. Das ist keinesfalls die Bestätigung der Verpflichtung der Einhaltung der Oslo-Vereinbarung und in Wirklichkeit hat der Hamas-Führer sie in derselben Rede auch ausdrücklich abgelehnt.

Es handelt sich um einen Test für die Administration Biden, um zu sehen, ob sie wirklich den Prinzipien verpflichtet ist, auf denen die USA in Sachen einer potenziellen  Palästinenserregierung bestanden haben. Bisher rasselt sie auf Grundlage der Berichte über diesen Brief, dabei durch.

Es überrascht nicht, das die PA genau dieses Spiel während der Administration Obama gespielt hat, auch damals ohne deswegen Gegendruck zu bekommen.

Allerdings kann man, wenn einen Seite etwas vormachen will und die andere vorgeführt werden will, nicht viel dagegen tun.

Die Verkaufsmasche des „Wie den Islam reformieren“

Raymond Ibrahim, 4. Februar 2021

Die Lieferanten des „moderaten Islam“ kommen zunehmend als Vertreter daher: Nachdem sie ihr „Kunden“-Problem groß im Detail beschreiben haben, präsentieren sie ihr „Produkt“ als Lösung – ohne sonderlich etwas zu erklären.

Nehmen wir einen aktuellen Artikel mit dem Titel „Wie man die islamische Welt weniger radikal macht“ von Yahya Cholil Staquf, der am 14. Januar 2021 im Wall Street Journal veröffentlicht wurde. Die erste Hälfte des Artikels fasst das Problem exakt zusammen und ist es wert ausführlich zitiert zu werden:

Fast eine Generation nach dem 9/11 hat die Welt wenig Fortschritt dabei bemacht sich von der Bedrohung durch den radikalen Islam zu befreien. Für jeden Osama bin Laden oder Abu Bakr al-Baghdadi, den die USA eliminieren, tauchen 100 Radikale auf.

Horrende Gewalt hat einen Großteil der islamischen Welt überflutet, von Zentralasien über den Nahen Osten bis nach Afrika. Sie bricht auch regelmäßig auf den Straßen von London, Paris und New York aus. Seit 2019 hat allein der britischen Inlandsgeheimdienst Beobachtungslisten mit mehr als 35.000 islamistischen Terrorverdächtigen geführt, von denen man annimmt, dass sie für das Königreich eine Bedrohung darstellen.

Warum wird die moderne Welt von islamischem Extremismus geplagt? Warum zeigen Al-Qaida, Boko Haram und der Islamische Staat eine solche Grausamkeit?

Wie ich vor kurzem der UNO-Vollversammlung sagte, können die Doktrin, die Ziele und die Strategie dieser Extremisten auf bestimmte Grundsätze des Islam zurückgeführt werden, die historisch praktiziert wurden. Teile des klassischen islamischen Rechts gebieten islamische Vorrangstellung, ermutigen zu Feindschaft gegenüber Nichtmuslimen und fordern die Gründung eines universalen islamischen Staates oder Kalifats. ISIS ist kein Ausreißer der Geschichte. […]

Die klassische islamische Orthodoxie schreibt als Bestrafung für Glaubensabfall den Tod vor und macht die Rechte von Nichtmuslimen vom Willen des muslimischen Souveräns abhängig, was Nichtgläubigen außerhalb dieses äußerst diskriminierenden Rahmens wenig Schutz bietet. Millionen frommer Muslime, einschließlich vieler in nichtmuslimischen Staaten, betrachten die volle Einführung dieser Grundsätze als zentrales Element ihres Glaubens.

So weit, so gut; aber dann legt Staquf nach der präzisen Beschreibung des Umfangs des Problems plötzlich (und subtil) den Rückwärtsgang ein:

Das Problem ist, dass diese Grundsätze, die den Kern islamistischer Theologie formen, der friedlichen Koexistenz in einer globalisierten, pluralistischen Welt abträglich sind. Aber wir können keine Ideologie aus der Existenz bomben. Fast ein Viertel der Menschen in der Welt sind Muslime und viele Muslime – mich eingeschlossen – sind bereit für unseren Glauben zu sterben. Die Welt wird den Islam nicht vertreiben, aber sie kann und muss die Geißel des islamischen Extremismus vertreiben. Das wird die Zusammenarbeit von Muslimen und Nichtmuslimen erfordern, dass sie sich friedlicher Aspekte islamischer Lehren bedienen, um zu Respekt für religiösen Pluralismus und die fundamentale Würde eines jeden menschlichen Wesens zu ermutigen.

Nachdem er korrekt bestätigte, dass die authentischen Lehren des Islam „islamische Vorherrschaft gebieten“, „zu Feindschaft gegenüber Nichtmuslimen ermutigen“ und dass „ISIS kein Ausreißer der Geschichte ist“, spielt Staquf also plötzlich das Thema herunter, indem er dies als „islamistische Ideologie“ und „islamischen Extremismus“ bezeichnet – als wolle er sagen, dass nichts von dem, worüber er redet, dem Islam angeboren sei. Er geht sogar so weit sich als bereit dafür zu sein zu erklären für den „wahren Islam“ zum „Märtyrer“ zu werden, was natürlich heißt offen dafür zu sein Händchen zu halten und mit Nichtmuslimen „zusammenzuarbeiten“.

Beachten Sie darüber hinaus, wie der die Optionen der muslimischen Welt einschränkt. Genau genommen ist nicht in der Lage zu sein „eine Ideologie aus der Existenz zu bomben“ nicht wahr. Wichtiger ist: Wer sagte, eine solch extreme Maßnahme sei nötig? Nur die Wahrheit sagen; den Islam zur Verantwortung ziehen; Sanktionen durchsetzen und Hilfe zurückhalten; und schlicht den Islam verbieten und die ihn praktizieren aus nicht muslimischen Staaten verbannen – alles Maßnahmen, die keinen Muslim „bombardieren“ oder töten würden – die viel zur Eliminierung des „islamischen Extremismus“ beitragen würden und das durch die Muslime selbst (wie es in der Kolonialzeit fast immer geschah).

Wie auch immer, nachdem er durch die Anfangspräsentation des Problems das Vertrauen des kritischen Lesers gewonnen und jede tatsächliche Lösung beiseite gewischt hat, geht Staquf zu seiner Lösung über:

Der dauerhafteste Weg eine extremistisch-religiöse Ideologie anzugehen, besteht darin ihre Lehren zu rekontextualisieren und sie von innen heraus zu reformieren. … Was nötig ist, ist eine glaubwürdige Alternative, die mit der islamischen Orthodoxie im Einklang steht und von denen entwickelt und verkündet wird, die in der muslimischen Welt über religiöse und politische Autorität verfügen.

Das klingt alles gut und schön, aber wenn die „islamisch Orthodoxie“ das Problem ist, wie Staquf selbst ursprünglich und richtig bestätigte, wie kann jegliche „Alternative“ – heißt, etwas, das der Orthodoxie widerspricht – jemals „glaubwürdig“ sein? Wenn der Koran und der Prophet deutlich und eindeutig die Bestrafung und den Tod von Apostaten sowie Feindschaft und diskriminierende Unterwerfung von Nichtmuslimen fordern – und das tun sie – wie kann der Aufruf zum Gegenteil von aufrichtigen Muslimen jemals für „glaubwürdig“ erachtet werden?

Offenbar spielen diese hochwichtigen Fragen keine Rolle; wichtig ist die Verkaufsmasche von Staqufs Produkt, die schließlich gegen Ende auftaucht:

Indonesiens Nahdlatul Ulama, die weltgrößte unabhängige Muslim-Organisation, deren Generalsekretär ich bin, wirbt für seine solche Alternative… Führer in der ganzen Welt können am besten dazu beitragen, indem sie das Verständnis des Islam untersuchen, das in Indonesien aufblüht.

Kein Zweifel: Die „Führer“ der Welt und jeder andere, der Staqufs Op-Ed liest, können auf andere Arten zu Indonesiens Nahdlatul Ulama „beitragen“ – zum „Produkt“, das dafür sorgt, dass ihr Problem („radikaler Islam“) verschwindet – wie es das Op-ed ihres Generalsekretärs verkauft.

Zufäligerweise darf man die Bemühungen muslimischer Reformer weder als vergeblich noch als unaufrichtig unterschätzen oder verurteilen, um die eine einfache Tatsache zu wahrzunehmen: Wo immer solche Reformer ihre Appelle oder Bemühungen direkt an uns – Nichtmuslime, „Ungläubige“, die per Definition null Einfluss auf islamisches Dogma haben – richten, statt an ihre Glaubensgeschwister, bei denen sowohl das Problem als auch die Lösung liegen, haben sie eine andere Agenda.

Wie und warum Muslime sich zum Islam selbst betrügen

Raymond Ibrahim, 12. Mai 2020

Scheik Ahmed al-Tayeb und Papst Franziskus

Ägyptens führender muslimischer Kleriker Scheik Dr. Ahmed al-Tayeb – auch bekannt als „der Wolf im Schafspelz“ von Papst Franziskus – behauptete vor kurzem eine nachweisbare Unwahrheit. Am 30. April 2020 erklärte der Großimam der angesehensten Universität der islamischen Welt, Al Azhar, während seiner Fernsehsendung, die jedes Jahr im Ramadan kommt und von Millionen in Ägypten und der arabischen Welt gesehen wird: „Der Islam strebt nicht nach Krieg oder Blutvergießen und Muslime wehren sich nur, um sich zu verteidigen.“

Dies ist natürlich eine Bestätigung der großartigen Schlussfolgerung, die bei einer kürzlich abgehaltenen Megakonferenz erreicht wurde, die sich der Suche nach Lösungen für „Extremismus“ widmet – und sie damit zum Gespött macht. In Ägypten von der Al-Azhar unter Teilnahme führender Repräsentanten aus 46 muslimischen Staaten veranstaltet, setzte al-Tayeb der zweitägigen Konferenz die Krone auf, indem er erklärte:

Jihad steht im Islam nicht synonym für Kampf; vielmehr ist der Kampf, der vom Propheten Mohammed und seinen Gefährten praktiziert wurde, nur einer seiner Typen; und das geschieht zur Abwehr der Aggression der Aggressoren gegen die Muslime, anstatt um die zu töten, die die Religion beleidigen, wie die Extremisten es behaupten.

Natürlich widersprechen solche Behauptungen mehr al einem Jahrtausend sowohl gut dokumentierter islamischer Lehre als auch islamischer Geschichte. Angefangen mit Mohammed – dessen spätere Kriege schwerlich defensiv, sondern Überfälle waren, die ihn und seine Anhänger stärken und im Ansehen über die Nichtmuslime erheben sollten – und unter den ersten „gerechten“ Kalifen und praktisch allen folgenden Sultanen und Herrschern bestand Jihad aus Überfällen, Abschlachten, Versklavung und im Idealfall der Eroberung von Nichtmuslimen, die die Einladung zur Annahme des Islam ablehnten. Man muss sich nur eine Landkarte der muslimischen Welt heute ansehen und erkennen, dass die riesige Mehrheit von all dem – der gesamte Nahen Osten, Nordafrika, die Türkei, Zentralasien im Osten bis nach Pakistan und darüber hinaus – durch gewalttätige Eroberung im Namen des Jihad in Besitz genommen wurde.

Statt aber Al-Tayeb einfach als weiteren Lügner abzutun, der versucht Gesicht zu wahren, lohnt es sich festzustellen, dass auf einer tiefer gehenden Ebene etwas anderes abgeht, wenn Muslime einander gegenüber darauf bestehen – in beiden Fällen sprach Al-Tayeb nicht zu Westlern, sondern zu anderen Muslimen – dass Jihad defensiver Natur ist.

Fakt ist, dass die überwältigende Mehrheit der Muslime, selbst die Terroristen, sich wie die meisten Menschen darauf festgelegt hat, sich und ihre Religion als „die Guten“ zu betrachten. Von daher gibt es eine implizite Übereinkunft zwischen ihnen ihre Religion immer mit angeborenen Konzepten von Gerechtigkeit darzustellen. Das hat verursacht, dass sie alles Erdenkliche tun, wie der aktuelle Fall nahelegt.

Zum Beispiel werden historische islamische Eroberungen in Arabisch oder anderen muslimischen Sprachen niemals als „Eroberungen“ bezeichnet; stattdessen sind sie futuhat – buchstäblich „Öffnungen“, durch die das Licht des Islam eintreten kann (oder fatah im Singular, wie die Palästinensergruppe sich bezeichnenderweise nennt). In diesem Zusammenhang erfolgte jeder Einfall in ein Land oder dessen Eroberung durch Muslime „selbstlos“, um widerspenstigen Ungläubigen den Islam zu bringen, die einfach, weil sie dem Islam Widerstand leisten, als die Aggressoren betrachtet werden.

Damit will gemäß einem Artikel mit dem Titel „The Wisdom of Jihad“ (Die Weisheit des Jihad), veröffentlicht von Islam Question and Answer (Islam – Frage und Antwort) der Jihad nicht „nur und einfach Nichtmuslime töten“; vielmehr „werden die Kuffar [Nicht-Muslime oder Ungläubige], die wir bekämpfen, selbst vom Jihad profitieren. Wir mühen uns gegen sie und bekämpfen sie, damit sie in die Religion Allahs eintreten, was Ihm genehm ist, was zu ihrer Rettung in dieser Welt und im Jenseits führen wird“.

Von daher ist zu verstehen, warum sogar sadistische Massenmörder und Pädophile wie der osmanische Sultan Mohammed (oder „Mehmet“) II. in der islamischen Geschichtsschreibung als „Mohammed der Öffner“ bekannt ist – denn es war er, der 1453 den widerstrebenden Bewohnern Konstantinopels das Licht des Islam brachte.

Dr. Ahmed ’Abdu Maher, ein ägyptischer Wissenschaftler und politischer Aktivist, verspottete einmal diese muslimische Logik in einem Video, in dem er eine hypothetische Frage stellte. Was, wenn Donald Trump – statt die Immigration aus ein paar terroristischen (zumeist muslimischen) Staaten zu verbieten und dafür als „Rassist“ verurteilt zu werden – der „selbstlosen“ Anschauung des Islams folgen und amerikanischen Muslimen Dreierlei zu Auswahl geben würde: Entweder ihr konvertiert zum Christentum oder ihr zahlt Jizya und lebt als Bürger zweiter Klasse oder ihr sterbt?

Wäre das rassistisch oder nicht? Wäre er ein Terrorist oder keiner? Wie können wir dann, wenn man bedenkt, dass wir in unserer islamischen Rechtsprechung, die ihr uns lehrt und von der ihr uns sagt, dass alle Imame übereinstimmen, dass die islamischen Öffnungen [d.h. Eroberungen] die Art sind, wie der Islam verbreitet wird? Diesem Wort „Öffnungen“ [futahat] gegenüber müssen wir sensibel sein! Diese islamischen Öffnungen bedeuten Schwerter und Töten.

Die islamischen Öffnungen, durch die Häuser, Festungen und Territorien verwüstet wurden, sind Teil eines Islam, dem zu folgen ihr uns motivieren wollt. Also frage ich, o Scheik, o Führer dieses oder jenes islamischen Zentrums in New York, würden Sie es mögen, wenn das Ihrer Frau und Ihrer Tochter angetan würde? … Dass Ihre Tochter [als Sklavin] an diesen Kämpfer geht oder Ihr Sohn an jenen Kämpfer, ein Fünftel [der Beute] an den Kalifen und so weiter? Ich meine: Ist das nicht das, was Sie als die Scharia Allahs bezeichnen?

Maher – dieser nominelle Muslim, der die hässlichen Realitäten der historischen Eroberungen des Islam erfasst hat – ist jedoch und leider in der muslimischen Welt ein seltenes Gut. Ein amerikanischer Islam-Historiker formulierte es so:

Die Eroberungen wurden von Anfang an als einer der unanfechtbaren Beweise für den Islam betrachtet. Sie zu bestreiten oder zu kritisch zu untersuchen – was in der muslimischen Welt erst noch geschehen muss – wird für Muslime, besonders Arabisch sprechende Muslime, sehr schmerzhaft werden. An jedem Punkt … hat, wenn Muslime versucht haben den militanten Jihad zugunsten des inneren, spirituellen Jihad aufzugeben… die Erinnerung an die Eroberungen und die Notwendigkeit sie zu rational zu machen, diese Bemühung überwältigt. Das Problem dürfte in dem Unwillen liegen sich der Tatsache zu stellen, dass die Eroberungen prinzipiell ungerechtfertigt waren. Sie waren keine „Befreiung“ und sie waren von den nicht muslimischen Völkern nicht gewünscht; sie wurden durchlitten und schließlich akzeptiert. [Understanding Jihad, S. 167]

Führer des Islam wie der Großimam al-Tayeb – den westlichen Mainstream kann man ebenfalls hinzurechnen – sind darauf festgelegt Muslime bezüglich der Vergangenheit des Islam (und daher der Gegenwart) zu täuschen. Und es wundert wenig; der „durchschnittliche“ Muslim, der die von der hässlichen Realität der Vergangenheit des Islam erfährt, fällt im Herzen oft von ihm ab, bleibt nur dem Namen nach Muslim.

Mit anderen Worten: Das Problem ist nicht nur, dass viele im Westen zum Islam und seiner Vergangenheit getäuscht werden; hunderte Millionen „normale“ Muslime werden ebenfalls getäuscht – und das aus genau demselben Grund.

Zwei unbedingt notwendige Fragen zur palästinensischen Eigenstaatlichkeit

Moshe Dann, PJ Media, 28. Dezember 2010

Als die PLO 1964 gegründet wurde, hieß „Befreiung“ ganz Israel. 1974 gewährte die UNO der PLO einen nichtstaatlichen diplomatischen Status; ihre Mission war – und ist – die „Befreiung Palästinas“. Des ganzen Palästina. Das Ziel hat sich nicht geändert.

1988, als der palästinensische Nationalrat im Namen der PLO – „der einzigen Repräsentantin des palästinensischen Volkes“ – einen Staat Palästina ausrief, bezog er sich auf die (1947 verabschiedete) UNO-Resolution 181, die eine Teilung des britischen Mandats Palästina empfahl. Die Araber lehnten die Anerkennung Israels ab und tun das immer noch.

Palästinenserführer sagen, sie würden nur die Tatsache der Existenz Israels anerkennen, aber nicht sein Recht als souveräner jüdischer Staat zu existieren; sie weisen nicht nur die Idee des jüdischen Nationalismus zurück, sondern auch seine historische, ideologische und juristische Grundlage. Das wird in der Charta sowohl der PLO als auch der Hamas ausdrücklich angegeben, ebenso im „vorläufigen Grundgesetz“ der palästinensischen Autonomie, die nach Angaben der PLO „die nationalen und historischern Rechte des palästinensischen Volkes“ bekräftigt.

1993 stimmte Yassir Arafat der Anerkennung Israels als Teil der Oslo-Vereinbarungen zu, wobei angeblich die Waffenstillstandslinien von 1949 gemeint waren – zumindest vorläufig. Als die PA 1994 gegründet wurde, um die Palästinenser in Judäa und Samaria (der Westbank) und dem Gazastreifen zu repräsentieren und die Bereiche unter ihrer Kontrolle zu verwalten, war die Voraussetzung dafür, dass die Palästinenserführer Israel als legitimen Partner anerkannten. Die Zeit hat preisgegeben, dass das eine List war. Die PLO, die die Palästinenser bei der UNO und im Ausland repräsentiert, ratifizierte die Oslo-Vereinbarungen nie, ebenso wenig die Prinzipienerklärung (DOP) oder irgendeine andere Vereinbarung, die die Anerkennung Israels beinhaltete.

Die DOP war kein Friedensvertrag, sondern eine Vereinbarung auf eine endgültige Lösung des Konflikts hinzuarbeiten und die PA zu gründen. Wer hat also jetzt die Kontrolle und wer wird das in der Zukunft sein?

Verfechter der Eigenstaatlichkeit – verzückt durch neue Bauprojekte, verbesserte Lebensqualität und der Rhetorik der „Beendigung der Besatzung“ – sprechen nicht von den Verpflichtungen und Risiken, die ein unabhängiger Staat mit sich bringt. Trotz rosiger Schilderungen funktionieren die grundlegenden palästinensischen Institutionen – zu Sicherheit, Gerichtswesen, Bildung und Umwelt – nicht angemessen oder richtig. Schwach und zerbrechlich wie sie ist, könnte diese Infrastruktur leicht kollabieren, was regionale Implosion und Chaos einlädt. PA-Gerichte sind eine Farce. PA-Schulen haben versagt. die PA hat es abgelehnt mit Israel zu kooperieren, um Abwasser- und Wasseraufbereitungsanlagen zu bauen. Die PA-Wirtschaft hängt von massiver Auslandshilfe ab.

Ohne Einfälle in von der PA kontrolliertes Territorium, um Terroristen festzunehmen und Straßensperren und Checkpoints zu bauen, die mögliche Angreifer stoppen, würden die Israelis sich einem weiteren Blutbad ausgesetzt sehen.

Dieses Ignorieren der Realität führte zum Aufstieg der Hamas und ihrer Eroberung des Gazastreifens, dem Aufstieg der Hisbollah und ihrer Dominanz im Libanon und zu Drohungen seitens des Iran. Diesen Weg weiterzugehen erscheint selbstmörderisch.

Die Palästinenserführung ist nicht bereit für die Eigenstaatlichkeit, nicht bereit Frieden mit Israel zu schließen und in einander bekriegende Gruppen zersplittert. Das ist keine gesunde Grundlage für die Zukunft der Araber oder der Israelis. Palästinensische Forderungen nach Eigenstaatlichkeit sind daher nicht nur verfrüht, sie sind unausgegoren. Das wäre so, als würde man einen zu Unfällen neigenden Fahrer ans Steuer setzen und das Beste hoffen.

Die Palästinenserführer haben eine umfangreiche Geschichte der Unverantwortlichkeit, der Hetze und des Terrorismus. Geteilt zwischen der Westbank und dem Gazastreifen, durchsetzt von Korruption und Missmanagement ist die PA nicht in der Lage weise oder effektiv zu arbeiten. Es regnet weiter Raketen auf Israel, antijüdische Hetze ist üblich und Terroranschläge sind eine ständige Bedrohung. Ihnen ein Land in die Hand zu geben lädt zur Katastrophe ein.

Warum dann für etwas eintreten, das so voraussehbar katastrophal werden kann? Würde ein Palästinenserstaat Israel oder der Region mehr Sicherheit bieten? Wenn die USA russische, iranische oder nordkoreanische Raketen auf Kuba oder in Venezuela nicht zulassen (und nicht zulassen sollten), wie können sie von Israel erwarten eine weit größere Gefahr in größerer Nähe zuzulassen?

Hat ein Palästinenserstaat höhere Priorität als Israels Existenz?

Das sind die Kernthemen und kritischen Fragen. Nicht die Siedlungen. Nicht die Grenzen. Nicht die „Flüchtlinge“. Und nicht Jerusalem. Palästinensische Eigenstaatlichkeit ist keine Antwort; sie wirft vielmehr schwerwiegende Fragen auf: Ist sie das Risiko wert und wie sehen die nicht beabsichtigten Folgen aus?