Die unverschämte Verlogenheit der tagesschau einmal mehr offenbart

Am 31. März berichtete (ausgerechnet wieder mal) die BILD-Zeitung online eine Kritik von Andrea Kiewel an der „Berichterstattung“ der tagesschau in der Jüdische Allgemeine vom 28. März. Sie hatte den Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv live miterlebt, unmittelbar nach ihrer Ankunft in Israel. Für die Berichterstattung der ARD zu diesem Vorfall und dem folgenden Tag mit der israelischen Reaktion auf arabische Aggression die hatte sie kein Verständnis. Verständlich. Denn in dem 28-sekündigen Beitrag der tagesschau wurde erst einmal ständig auf Israels Angriffe (die RE!-aktion) durch den Wolf gedreht, Israel zum Aggressor gemacht und ganz am Ende ein winziges Sätzchen angehängt: „Am Montag hatte die Hamas bei einem Raketenangriff ein Haus in Israel zerstört.“ Wo dieses Haus stand und dass dabei 7 Menschen, teilweise schwer verletzt wurden, drei davon kleine Kinder – nichts. Aber vorher in aller Ausführlichkeit Israels Handeln negativ darstellen, das ging. Kiewel regte sich völlig zurecht darüber auf, dass von der tagesschau die Ereignisse auf den Kopf gestellt wurden und ein falscher Eindruck erzeugt wurde. Auch, was Kiewel schon gar nicht mehr schreibt, dadurch, dass der Hamas-Raketenregen noch weiter ging und auch sonst am Grenzzaun jede Menge Gewalttaten un Angriffe durch die Hamas stattfanden.

Die Reaktion der tagesschau ließ erstmal auf sich warten. Sie folgte am 31. März nach den üblichen Mustern (screenshot):

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke, der die Verantwortung für die Berichterstattung der tagesschau tragen muss, geriert sich hier auf twitter als Opfer ungerechtfertigter Kritik. Einer Kritik, auf deren Inhalte er nicht mit einem einzigen Wort eingeht! Er pickt sich etwas heraus, was nicht gesagt wurde und „widerlegt“ es. Er geht nicht darauf ein, dass die Reihenfolge nicht stimmte. Er gibt mit keinem Wort zu erkennen, welche wichtigen Einzelheiten der Geschehnisse er ignoriert.

Dieser lapidare „Konter“ wie ist genauso verlogen wie der kritisierte Bericht und hat genauso System:

Der Bericht stellt den Auslöser der Geschehnisse ans Ende, statt an den Anfang. Er berichtet ausführlich über Israels Handeln, während das der Araber nur in knappstmöglichster Weise erwähnt wird, ohne da im Geringsten auf wichtige Einzelheiten einzugehen. Die werden geflissentlich außen vor gelassen. Das ist das System, mit dem die tagesschau in der aus dem arabisch-israelischen Konflikt „berichtet“.

Die Reaktion des Chefs geht auf keinen Punkt der Kritik ein, sondern imagniert sich einen eigenen, der nicht so angeführt wurde. Und den „widerlegt“ er mit einem zwar richtigen, aber völlig unzureichenden Hinweis, der zudem alles weglässt, was das Problem ausmacht. Auch das ist System. So arbeitet jeder „Israelkritiker“, der es nicht nötig hat sein Weltbild durch Fakten stören zu lassen.

Ähnliches kann man denen attestieren, die in den Kommentaren zu Gniffkes Kommentar ihre Lobeshymnen auf die Tagesschau singen. Nicht ein einziger scheint sich mit der Kritik Kiewels beschäftigt zu haben. Es handelt sich bei ihnen um eine reine Echo-Kammer: Tagesschau gut, öffentlich-rechtliche Sender gut, alle Kritiker dumm und ahnungslos. Ein Versuch, die auch hier zuhauf geübten Kritikpunkte irgendwie zu entkräften – Fehlanzeige. Stattdessen mimimi und Diffamierungen gegenüber den Kritikern.

Der stern hat erkannt (staun), dass Gniffke da reichlich sparsam mit der Wahrheit umgegangen ist und dass seine Reaktion auf die Kritik unzureichend ist:

Mit seiner Replik macht es sich Gniffke ziemlich einfach. Er verschweigt, dass der von ihm zitierte Satz erst ganz am Ende des Beitrages kommt, nachdem der Zuschauer zunächst den Eindruck gewinnen musste, Israel sei der Aggressor. Zu dem – zumindest unglücklichen – Aufbau der Meldung sagt der Chefredakteur kein Wort. Eine wirkliche Entkräftung der Kritik Kiewels ist sein Beitrag damit nicht.

Was auch der stern dabei nicht begriffen hat – wie man dort selbst gerne mal so arbeitet? – ist es System ist, wie berichtet wird und wie auch hinterher mit Kritik umgegangen wird, nicht „unglücklich“. Jeder Israelfreund und Medienkritiker kann ganze Balladen davon singen.

Es wird Zeit, dass die Qualitäts-Journaille endlich Qualitätsprüfungen unterzogen und für ihre Verlogenheit zur Rechenschaft gezogen wird. Zum Beispiel mit Entzug der Zwangsgebühren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen.

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Deutsche Medien berichten über einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv

Die Terroristen im Gazastreifen haben am späten Abend des 14. März den Konflikt wieder einmal weiter eskaliert. Zwei Raketen wurden auf den Großraum Tel Aviv geschossen. Beide richteten zum Glück – ganz entgegen der Absichten der Terroristen – keinen Schaden an. Die deutsche Qualitätsjournaille berichtet. Drei Beispiele:

Ein Wunder bei der Süddeutsche Zeitung: Die Reihenfolge des Geschehens stimmt schon in der Schlagzeile und den Inhaltspunkten darunter!

Natürlich beschäftigt sich die SZ zuvörderst mit dem israelischen Gegenschlag  und weidet diesen aus, bevor es ein klein wenig (unvollständige) Info zum arabischen Terrorismus gibt. Zitat:

Die israelischen Streitkräfte bestätigten auf Twitter Angriffe auf mehrere „terroristische“ Ziele, machten zunächst aber keine näheren Angaben dazu.

Wie gehabt: Israelische Angaben werden durch die Wiedergabeart in der Zeitung in Zweifel gezogen, die Anführungszeichen signalisieren dem Leser: Pass auf, hier kommt was, das nicht stimmt. Im Gegensatz dazu werden arabische Angaben teilweise zwar als solche gekennzeichnet, aber nicht gewertet – womit sie als glaubhaft etikettiert sind.

Und dann muss das Ganze am Ende garniert werden. Zuerst mit Informationen aus 2014 sowie den „teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze“ (Hervorhebung: heplev), die natürlich ausschließlich mit den Opferzahlen aus dem Gazastreifen versehen sind; und zusätzlich mit einem Verweis auf einen anderen Artikel: Frauen im Nahost-Konflikt. „Es gibt keine Träume in Gaza“.

Es kann ja nicht sein, dass Israel das Opfer ist, die Araber müssen Opfer sein, nicht Täter.

BILD agiert ähnlich: Die Schlagzeile ist grundsolide, faktisch, genauer als in der SZ.

Auch danach folgt viel ausführliche Information über den israelischen Gegenschlag (von den Terroristen übernommen), bevor ein Video aus Tel Aviv während des Raketenangriffs der Terroristen samt Abwehrfeuer folgt und dann ein paar sehr kurze erläuternde Zeilen dazu.

Den Vogel schießt einmal mehr die tagesschau ab. Auf ihrer Internetseite findet sich die politisch passende/gewollte Desinformations-Schlagzeile:

„Im Gazastreifen“ fliegen Raketen. Sonst nicht? Die Inhaltsbeschreibung gibt zwar die Reihenfolge richtig wieder (Angriff auf Tel Aviv, Reaktion Israels), aber auch dort finden sich die üblichen Vokabeln, die Israel als Täter und schlimmer als die Terroristen darstellen: „holte umgehend zum Vergeltungsschlag aus und flog Angriffe“. Die Juden können ja nichts anderes als Rache nehmen und überreagieren. Zum Beispiel dadurch, dass „mehrere Ziele“ im „Gazastrafen“ bombardiert wurden. Tel Aviv wurde nicht bombardiert. Und ob „Gazastrafen“ ein harmloser Tippfehler ist, darüber könnte mancher gerne spekulieren.

Natürlich darf auch bei der tagesschau nicht fehlen, dass die israelische Kategorisierung der Ziele im Gazastreifen in Anführungszeichen gesetzt wird, um sie in Zweifel zu ziehen. Dass es „mindestens 4 Explosionen“ gegeben hat, „davon eine besonders schwere in der Stadt Gaza“, gibt dem Ganzen auch wieder den Anstrich der Übertriebenheit der israelischen Reaktion. Was sind 4 Explosionen, eine davon besonders schwer, schon gegen zwei harmlose Raketen?

Und auch hier wieder die Garnierung mit einer Rechtfertigung für den Terror durch das Einklinken eines Links zu einer „Zusatzinformation“:

Die Opfer sind die Araber. Nicht die Israelis. Die Juden sind die Täter. Das wird dem Medienkonsumenten-Michel auch bei Eskalationen durch die Terroristen immer schön eingehämmert.

Was will uns die Tagesschau damit sagen?

Die UNO-Vollversammlung hat am 6. Dezember einen Resolutionsvorschlag der USA vorliegen gehabt, mit dem die Hamas und ihr Terror gegen israelische Zivilisten verurteilt werden sollte.

Die Arabische Liga brachte einen Entschluss zu Abstimmung ein, mit dem für die von den USA vorgelegte Resolution eine Zweidrittelmehrheit nötig sein solle. Dieser Vorschlag wurde mit knapper Mehrheit angenommen (zuerst hieß es, mit 1 Stimme Mehrheit, später dann mit 3 Stimmen Mehrheit). Das war ein zulässiger, äußerst seltener Schritt. Aber damit war auch klar, dass der US-Beschluss verhindert werden konnte.

Und so geschah es dann auch. Die von den USA vorgelegte Resolution bekam 87 Ja-Stimmen, 58 Nein-Stimmen und 32 Staaten enthielten sich. Einige waren auch abwesend. Das heißt, dass zwar eine relative Mehrheit für die Resolution gefunden wurde, es fehlte aber die Zweidrittelmehrheit – und weniger als die Hälfte konnte sich dazu durchringen eine Terrororganisation Terroristen zu nennen bzw. ihren Terror zu verurteilen.

Das sagt schon einiges über die UNO aus. Und zwar nur Schlechtes.

Noch schlimmer ist dann die deutsche Medienlandschaft in Gestalt der tagesschau.de. Hier wird wieder typisches Trump-Bashing ebenso betrieben, wie eine Verharmlosung der Hamas.

Nikki Haley wollte kurz vor ihrem Abgang „noch einmal auf den Tisch hauen“ – mit anderen Worten: Das, was die da machte, war nicht ernst zu nehmen, Selbstaufplusterung, überflüssig und unredlich. Eher ungehörig.

Die Resolution sei einseitig, behauptet das Qualitätsmedium. Wann wäre das nicht einseitig gewesen? Wenn Israel mit dafür verurteilt worden wäre, dass die Hamas seine Zivilbevölkerung terrorisiert? Wenn Terrormaßnahmen wie die Brand-/Sprengdrachen und –Ballone, über die die ARD ohnehin nicht berichtet, außen vor gelassen worden wären? Wenn Israel dafür verantwortlich gemacht worden wäre, dass die Hamas ihren Völkermord nicht verwirklichen kann?

„Resolutionen des Gremiums sind anders als die des Sicherheitsrats allerdings rechtlich nicht bindend“, schreiben sie zu Haleys Bemerkung, die Resolution sei ein – und das wird in Anführungszeichen gesetzt – essenzieller Schritt hin zu einem Frieden. Also bezeichnen sie Haleys Aussage als Blödsinn. Warum? Weil eine Aufforderung zur Einstellung des Terrors keinen Frieden möglich macht? Weil damit die „Weltgemeinschaft“ der Hamas nicht die Gelbe Karte gezeigt hätte? Oder eher, weil nach Meinung der tagesschau.de Israel die Alleinverantwortung für Frieden im Nahen Osten zugewiesen werden muss?

Wann haben diese Qualitätsmedienmacher jemals auf die Bedeutung der Beschlüsse der Vollversammlung hingewiesen, wenn es gegen Israel ging?

Übrigens: Sie sagte nicht, die Resolution sei ein essenzieller Schritt hin zum Frieden. Sie fragte ausdrücklich die Araber: Ist der Hass so groß? Ist der Hass auf Israel so groß, dass Sie eine Terrororganisation verteidigen? Eine, die dem palästinensischen Volk direkt Schaden zufügt? Ist es nicht Zeit, das loszulassen? Damit wahrer Frieden und Sicherheit in der gesamten Region einkehren kann: Ist es nicht an der Zeit, dass beide Seiten das loslassen? Um des Frieden willens und um dieser Institution [UNO] willen dränge ich meine Kollegen mit allem Respekt die Resolution der Vereinigten Staaten zu unterstützen.

Mit anderen Worten: Die tagesschau.de verzerrt, was Haley gesagt hat – und lügt daher diesebezüglich.

Wie sehr es den Superjournalisten gegen den Strich geht, wenn sich jemand auf die Seite Israels stellt, zeigen sie im letzten Absatz ihres Pamphlets:

Israel, die EU und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die Macht im Gazastreifen übernommen. Unter Präsident Donald Trump fahren die USA bei den UN einen stark pro-israelischen Kurs. Aus dem UN-Menschenrechtsrat und der Kulturorganisation Unesco stiegen sie unter dem Vorwurf antiisraelischer Tendenzen aus. Zudem erkannten sie Jerusalem als Israels Hauptstadt an, verlegten ihre Botschaft dorthin und strichen Hilfsgelder in Millionenhöhe für Palästinenser. Trotz dieser umstrittenen Maßnahmen hat Trump für Anfang 2019 einen Plan für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern angekündigt.

Ja, das geht gar nicht. Merkt man schon am missbilligenden Duktus des Textes. Die Weltregierung UNO ist heilig, die darf nicht kritisiert werden, auch nicht ihre Unterabteilungen. Und schon gar nicht darf das Mantra infrage gestellt werden, wie der Nahost-Konflikt zu lösen ist. Deshalb müssen die Terrorbanden weiter alimentiert werden, muss Israel seiner Rechte beraubt werden. Den Palästinensern die Leviten lesen und einen Friedensplan ankündigen widerspricht sich bei den Herrschaften der aktuellen Kamera tagesschau.

Dass sie selbst die Einseitigkeit par excellence sind, werden sie natürlich bis mindestens zum Mond von sich weisen. Dass sie mit ihrer Einseitigkeit ausschließlich gegen Israel unter die IHRA-Definition von Antisemitismus fallen könnten, werden sie mehr als empört zurückweisen. Wie alles, was sich diesbezüglich an berechtigter Kritik gegen sie richtet. Sie sind deutsche Journalisten. Volkserzieher. Meinungsvorgeber. Hofberichterstatter. Und das ist ihrer Meinung nach gut so. Auch wenn sie diese Begriffe natürlich bestreiten. Wie alles, was sie entlarvt.

Wenn die Medien zuschlagen… (1)

Wie tagesschau.de auf eine Leserbeschwerde reagiert – 7. Januar 2005

Von: Andrea
An: redaktion@tagesschau.de
Thema: Anmerkungen zu zwei Veröffentlichungen auf Ihrer Website (07.01.2005 09:02)

„Palästinenser beklagen massive Behinderungen durch Israel“ „Die Liste der Geberländer für die Flutopfer“

Sehr geehrte Damen und Herren,
zu den o. g. Veröffentlichungen auf Ihrer Website habe ich folgende Anmerkungen:

1. Beim Artikel „Palästinenser beklagen massive Behinderungen durch Israel“ vermisse ich, dass Israel eine Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben wird. Zum Beispiel wird der von Mustafa Barguti dargestellte und von Carsten Kühntopp weiter verbreitete Vorfall an einer Straßensperre von der israelischen Armee ganz anders, nämlich wie folgt dargestellt: „Er (Barguti) kam zur Straßensperre. Er wurde gebeten, sich der normalen Kontrolle zu unterziehen, was er aber nicht wollte. Schließlich hat er doch der Kontrolle zugestimmt, weil er nicht länger warten wollte. Es wurde keine Gewalt gegen ihn angewendet und er hätte sich das Ganze sparen können, wenn er sein Kommen im Voraus angekündigt hätte.“ (aus einer Stellungnahme der israelischen Botschaft in Berlin vom 6.1.05) Hier steht also Aussage gegen Aussage. Meine Frage an Sie lautet deshalb: Warum bringen Sie nicht beide Aussagen? Warum geben Sie Israel weder in diesem noch in anderen „Wahl“-Artikeln die Möglichkeit einer Stellungnahme zu dem, was angesichts der anstehenden Wahlen in den Palästinensergebieten vorgeht bzw. nicht vorgeht? Nennen Sie es seriösen Journalismus, nur die eine Seite darzustellen? Ich selbst nenne es nicht so. Mich erinnert es eher an das Vorgehen der Yellowpress. Unter seriösem Journalismus verstehe ich, dass man nicht Israel einseitig zum Sündenbock macht, sondern dass objektive Fakten geliefert werden. Und hierzu gehören angesichts der Wahlen, die doch demokratisch ablaufen sollen, auch umfassende (und nicht nur einseitige) Fakten wie z. B. die drei folgenden:
a) Taisar Khaled von der „Democratic Front for the Liberation of Palestine“ hielt am 31.12.04 seine Wahlkampagne in Jerusalem ab. Diese wurde ihm von den israelischen Behörden genehmigt, weil er -wie in parlamentarischen Demokratien üblich- die Wahlkampagne beantragt und entsprechend Antrag ausgeführt hatte. Mustafa Barguti und Bassam al-Salhi (von der kommunistischen Volkspartei) konnten ihre Wahlkampagnen nicht durchführen, weil sie sich nicht an das demokratische Gesetz, Wahlkampagnen entsprechend gestelltem Antrag durchzuführen, gehalten haben. (Quelle: http://www.haaretz.com/hasen/spages/520077.html)

b) Es gibt verstärkt Aufrufe seitens muslimischer und christlicher Kleriker im Gazastreifen, in der Westbank und in Ostjerusalem, am 9. Januar zur Wahl zu gehen. Denn es wird befürchtet, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Wahlberechtigten zur Wahl gehen wird, was dem Wahlboykott der Hamas und den Organisationsproblemen innerhalb der Fatah nach Arafats Tod zugeschrieben wird. (Quelle: http://www.haaretz.com/hasen/spages/523563.html)

c) Auf das Hauptquartier des Leiters der palästinensischen Volkspartei und Wahlkandidaten für die Präsidentschaftswahlen der PA, Bassam al-Salhi, wurden letzte Woche Schüsse abgefeuert. Es gab keine Toten oder Verletzten. Palästinensische Quellen führten den Vorfall auf interne Konflikte linker Wahlkandidaten zurück. (Quelle: http://www.haaretz.com/hasen/spages/520860.html)

Warum werden solche Fakten nicht gebracht?

2. Bei der Liste der Geberländer für die Flutopfer in Südostasien fehlt Israel!!! Warum ist es nicht auf der Liste, obwohl es auch gespendet hat??? Spenden Israels sind z. B. hier nachzulesen: http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/missionhome.asp?MissionID=88

Sehr geehrtes Redaktionsteam der Tagesschau,
von einem öffentlich-rechtlichen Sender, dem u. a. auch meine Gebühren zukommen, erwarte ich objektive, seriöse Informationen und keine Meinungsmache!

Mit freundlichen Grüßen,
Andrea L.

Die Antwort von tagesschau.de:

From: <z….@tagesschau.de>
To: andrea
Sent: Friday, January 07, 2005 1:27 PM
Subject: Re. Anmerkungen zu zwei Veröffentlichungen auf Ihrer Website

Sehr geehrte Frau L.

den Vorwurf der einseitigen Berichterstattung über die Palästinenserwahl kann ich nicht gelten lassen. Der von Ihnen monierte Bericht stammt von unserem Korrespondeten in Ramallah. Herr Kühntopp kann deshalb nicht ständig beobachten, welche Stellungnahmen die israelische Botschaft in Berlin abgibt. Im Übrigen berichteten wir auch über Äußerungen von israelischer Seite zur Palästinenserwahl. Hier zwei Beispiele:

„Israel will Truppen am Wahltag zurückziehen“ http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3876796,00.html
und „Israel billigt Erleichterungen“ http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3915670,00.html

In unserem Dossier zur Wahl am Sonntag ist auch ein Bericht der Korrespondentin Bettina Marx, in der ausführlich die israelischen Erwartungen an den künftigen Palästinenserpräsidenten dargestellt werden: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3949154,00.html

Die Liste der Geberländer für die Flutopfer haben wir aus Informationen verschiedener Nachrichtenagenturen zusammengestellt. Keine Agentur führte Israel darin an. Zudem erhebt unsere Aufstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Uns deswegen Meinungsmache zu unterstellen, ist – bei allem Respekt – absurd.

Mit freundlichen Grüßen
H…. Z….
tagesschau.de

Sehr schön. Halten wir die sich daraus ergebenden Richtlinien fest:

  1. Der Berichterstatter in Ramallah kann sich nicht der Quellen in Berlin bedienen (Internet gibt’s ja nicht) – aber die vor Ort (Jerusalem) sind auch tabu! (Oder hat etwa die Berichterstattung in Israel das Thema völlig ausgelassen????)
  2. Ein völlig einseitiger Bericht ohne Darstellung der Gegenseite ist völlig in Ordnung; dieser Seite wird gelegentlich ja auch ein Bericht gewidmet. Dass die Verleumdung durch den einseitigen Bericht nicht durch andere Berichte zu anderen Themen ausgeglichen werden kann, spielt dabei keine Rolle.
  3. Wenn alle anderen Israel aus der Liste der Geberländer raus lassen, hat die „tagesschau“ keinerlei Verpflichtung, diesen Fehler nicht zu machen, ganz im Gegenteil! Eine Recherche zu solchen Angaben ist grundsätzlich überflüssig bis verboten.

So kann man sich jeglicher Verantwortung entziehen und auch noch beleidigt sein, dass man Meinungsmache vorgeworfen bekommt. Gute Nacht, deutsche Medienlandschaft!

Meine Antwort auf die ARD – „Nachbemerkungen zu unseren Beiträgen über Wassermangel im Westjordanland, Tagesschau und Tagesthemen vom 14.8.2016“

ARD/BR hat auf die Kritik an ihrem Lügenbericht in der tagesschau/den Tagesthemen vom 14. August reagiert: http://blog.br.de/studio-tel-aviv/2016/08/15/stellungnahme-zur-kritik-am-tagesthemen-beitrag-vom-14-08-2016.html. Darin wurde auch Ulrich Sahm angegriffen. Er kontert:

Von Ulrich Sahm, Jerusalem, 16. August 2016 (direkt vom Autor)

Mitte Juni wurde der Bruch einer Wasserleitung gemeldet. Das habe zu zeitweiligen Engpässen bei der Wasserversorgung geführt. Der Grund war Wasserdiebstahl, was zum Bruch der Hauptleitung nach Salfit führte.

Am 28.7. wurde der Radiobericht des BR gesendet: Der Streit ums Wasser ARD Studio Tel Aviv am 28/07/2016 um 06:00 Uhr

Wie der reine Zufall so will, wurden der gleiche Ali Osman und der gleiche Clemens Messerschmid (nicht „Wasserschmid“ wie bei der unfehlbaren ARD) interviewt, die fast 3 Wochen später dann auch in Tagesschau und in den Tagesthemen auftauchten.

Das Filmchen über einen Rohrbruch hat Cogat auf Facebook am 15.6. gepostet: https://www.facebook.com/cogat.israel/posts/1027620780666939

Am 21. Juli berichtet Cogat erneut über Wasserdiebstahl durch Palästinenser in der gleichen Gegend: https://www.facebook.com/cogat.israel/posts/1049708118458205

In dem Bericht vom 26.6. schreibt die Jerusalem Post über die palästinensischen Verantwortlichkeiten für die Wasserknappheit: Wasserdiebstahl (5 Millionen m³ Wasser pro Jahr), Verweigerung von Gesprächen mit den Israelis, 20-40% mehr Bedarf vor allem für die Landwirtschaft (nicht zum Duschen und Trinken). Um den erhöhten Bedarf zu decken, habe Israel Maßnahmen ergriffen, die aber nicht umgesetzt werden könnten, solange die Autonomiebehörde keine Genehmigung für eine Modernisierung der Infrastruktur gegeben habe. Ohne palästinensische Erlaubnis können die Israelis nicht tätig werden. Die Folgen dieser Weigerung trafen besonders das palästinensische Dorf Salfit. Wasser habe genauso in jüdischen Siedlungen in der Gegend gefehlt: Shiloh, Ariel, Yitzhar, Eli, Kedumim, Itamar, Elon Moreh und Rechilim. Am Freitag (24.6.) habe es in mehreren Siedlungen gar kein Wasser gegeben. Es handelte sich also nicht um eine Maßnahme gegen Palästinenser, sondern um ein allgemeines Problem der Infrastruktur, von der Siedler genauso betroffen waren. Genau in dieser Zeit hat Mahmoud Abbas die Israelis von dem Europäischen Parlament bezichtigt, palästinensische Brunnen zu vergiften. Dieses hat Abbas innerhalb von Stunden widerrufen.

Die ARD hat nicht verraten, wann sie den Rundfunk/Fernsehbericht angefertigt hat.

„Als wir gedreht haben, galt der Rohrbruch als repariert.“ Der nicht erwähnte Rohrbruch „galt“ also als repariert. Warum hat dann die Stadtverwaltung von Salfit das Wasser nicht fließen lassen?

Es heißt in dem BR-Bericht wörtlich: „Nur noch ein- bis zweimal in der Woche pumpen die örtlichen Wasserwerke Trinkwasser in den Stadtteil, in der Familie Osman lebt. Alle Haushalte füllen dann ihre Tanks: Das Wasser muss dann solange reichen, bis die Stadtwerke das nächste Mal den Hahn für diesen Teil der Stadt aufdrehen. In Zahlen heißt das: 167 Liter pro Tag für eine sechsköpfige Familie. In Deutschland liegt der durchschnittliche Verbrauch pro Kopf und Tag bei 126 Litern.”

Darf ich also annehmen, dass das ARD Team gefilmt hat, just bevor die Stadtverwaltung wieder Wasser geliefert hat?

Waschmaschinen: Ich frage erneut, warum denn „früher“ genügend Wasser für die Waschmaschine vorhanden war und jetzt nicht mehr. Da gemäß allen offiziellen Angaben das Wasser früher noch knapper war als heute, müsste man mal prüfen, wie alt die Waschmaschine ist, die Familie Osman allein aus „Hoffnung auf Normalität“ gekauft hat. Wer kauft sich teure Geräte, wohl wissend, sie mangels Wasser nicht benutzen zu können? Die ARD behauptet: „Diese Menschen haben eben noch immer Hoffnung auf Normalität.“

Da Ali Osman hier der einzige „Kronzeuge“ ist, müsste man wenigstens prüfen, ob auch bei anderen in Salfit das Wasser fehlt, oder ob es nur ein Problem in Osmans Stadtteil ist.

Bei einer Pressetour nach Ouja bei Jericho stellte sich heraus:

1) Keiner der Bürger hatte eine installierte Wasseruhr, also zahlte keiner für seinen Wasserkonsum.

2) Der Bürgermeister zeigte (aufgrund meiner Nachfrage) den Journalisten eine happige Wasserrechnung aus Ramallah(!). Diese Rechnung sollten die Europäer bezahlen, da er kein Geld dafür habe. Kein Wunder, da seine Bürger nichts bezahlt haben.

3)  Aus diesem Grund wäre es sinnvoll gewesen, auch Ali Osman nach seinen Wasserrechnungen zu befragen, um seinen früheren Wasserverbrauch zu prüfen. Es geht hier um die grundsätzlichste Recherche. Ebenso hätte der Verantwortliche für Wasserfragen in der Stadtverwaltung von Salfit befragt werden können. Der war gewiss nicht durch „hohe jüdische Feiertage“ verhindert.

4) Niemand bezweifelt, dass die Palästinenser kein Wasser im Überfluss haben, obgleich es durchaus ausreicht, zahlreiche Swimmingpools zu füllen, Straßen mit Wasserstrahl aus dem Hydranten abzuspritzen (mehrfach in Bethlehem gesehen, auf dem Krippenplatz und vor einer Woche an einer der Hauptstraßen). Es reicht für die netten Wasserfontänen in Hebron und anderswo. Der Bericht wäre aufrichtiger gewesen, wenn einerseits die Wasserverschwendung und andererseits die Knappheit gezeigt worden wäre. Denn es gibt beides. Und hat nicht die ARD selber mal eine große Reportage über die reichen Leute im Westjordanland gebracht, mitsamt ihren Pools?

5) Was den Namen der Familie Osman angeht: Nein, darüber sollte man sich nicht lustig machen. Aber wieso heißen einige „Iraki“ und sehr bekannte Palästinenser „el Masri“, auf gutdeutsch „der Ägypter“ usw. Es gibt viele Beispiele für die Herkunft waschechter arabischer „Palästinenser“, die man anhand der Namen sehen kann. Zum Beispiel der Präsident des lutherischen Weltbundes. Der stammt aus Jerusalem und heißt Younan (der Grieche). In Deutschland gibt es das genauso. Jeder Adelige ist nach seinem Herkunftsort („von“ XYZ, oder Graf von XYZ) benannt. Und darf ich ungeprüft vermuten, dass unser Innenminister französische Ursprünge hat? Gleiches Spiel können sie bei den israelischen „Toledanos“ spielen, die heute sogar einen spanischen Pass beantragen dürfen oder den zahlreichen Spiros, Schapiras usw, deren Wurzeln mal in Speyer lagen. Das ist alles sehr irrelevant. Aber wenn ein Volk von sich behauptet, „Ureinwohner“ und „Eingeborene“ zu sein, spielt es vielleicht doch eine Rolle, wenn deren Namen anzeigen, dass sie im 19. oder 20. Jahrhundert aus der Ferne eingewandert sind.

6) „Dass ihr Leiden auf so wenig Empathie stößt, hat uns sehr verwundert.“
Ich habe viel Empathie für leidende Menschen, aber nicht so sehr, wenn sich herausstellt, dass die Leiden hausgemacht sind. Die ARD meint hier wohl mit „Empathie“, dass Israel beschuldigt werden müsse, und nicht etwa, dass Palästinenser vielleicht für die eigenen Versäumnisse verantwortlich sind.

7) Ali Osman besitzt ein anständiges Haus und kann sich Mineralwasser aus dem Supermarkt leisten. Wie steht es um arme Bauern oder gar Flüchtlinge, die sich das nicht leisten können? Wir wissen nicht einmal, welchen Beruf Osman ausübt, jedenfalls hat er ausreichend Geld. Es wäre interessant zu erfahren, warum der gut situierte Osman zweimal bei ARD Zeuge der Anklage gegen Israel sein durfte.

8) „Was wir in diesem Zusammenhang aufrichtig bedauern – und künftig anders machen werden – ist, dass wir es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen. Grund dafür war, dass wir wegen eines hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben.“ Hat der von Ihnen erwähnte „hohe jüdische Feiertag“ auch einen Namen? In dieser fast feiertagslosen Sommerzeit gibt es seit Juni nur Tischa Be´av. Und der wurde am 14.8. begangen, am Tag der Aussendung Ihres Beitrags. Es ist unvorstellbar, dass Sie den Film ausgerechnet an einem Sonntag recherchiert, gedreht und ausgestrahlt haben, zumal es drei Wochen zuvor schon den Radiobericht gab. Es wäre auch hilfreich zu erfahren, bei welchen israelischen Experten Sie angefragt haben. Nur so könnte man nachforschen, warum die alle abgesagt haben. Der Fastentag wäre kein triftiger Grund gewesen.

9) „Dass Wassermangel aufgrund mangelnder Verteilungsgerechtigkeit in Salfit und vielen Orten der Westbank Alltag ist, belegen auch diverse Berichte von unabhängigen Organisationen wie z.B. der Weltbank. http://siteresources.worldbank.org/INTWESTBANKGAZA/Resources/WaterRestrictionsReport18Apr2009.pdf West Bank & Gaza – World Bank Publishes Assessment of Restrictions on Palestinian Water Sector Development http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/weltbank-bericht-palaestinenser-verlieren-jaehrlich-milliarden-durch-besatzung-12671307.html.” Diese Texte sind mir alle wohlbekannt. Wenn ich die ARD richtig verstehe, ist es den Palästinensern zum Beispiel in der “fruchtbaren Jordansenke” richtig gut gegangen, als sie noch “frei” waren, ehe die israelischen Besatzer kamen. Da stimmt was nicht, denn die Jordanier waren genauso „Besatzer“ und davor die Briten und davor 400 Jahre lang die Osmanen. Bei meiner ersten Fahrt 1968 durch das westliche Jordantal (auf der israelisch besetzten Seite) war es eine desolate Wüste. Erst unter den Israelis wurden über 90% der Haushalte im Westjordanland an fließendes Wasser angeschlossen.

„Den Vorwurf von Uli Sahm in der Internetplattform von honestly concerned, der von vielen nachfolgenden Kritikern unhinterfragt fast wörtlich übernommen worden ist, Herr Messerschmid hätte behauptet „Israel hätte Staudämme gebaut, um dann Gaza zu fluten“ streitet Clemens Messerschmid als „fabriziert“ vehement ab. Er distanziert sich auch von anderen, nach eigenen Aussagen, „fabrizierten und nicht belegbaren Behauptungen.“ Einen Mailwechsel zu dieser Kontroverse aus dem Jahre 2013 hat Herr Messerschmid uns vorgelegt.“

Dieser Briefwechsel liegt auch mir vor. Meine erste Mail an Herrn Messerschmid habe ich am Donnerstag, 19.Dezember 2013 um 20:31 Uhr geschickt: „Sehr geehrter Herr Messerschmid, ein Bekannter hat mir empfohlen, dass ich mich an Sie wenden sollte, wegen der Überschwemmungen in Gaza (Rafah und Deir el Balah). Wissen Sie etwas von israelischen Staudämmen, die gebaut worden seien, um den Palästinensern Wasser vorzuenthalten und die jetzt beim Wintersturm geöffnet worden seien, um die Palästinenser zu überschwemmen? Arabische und iranische Medien berichteten. Die Israelis dementierten.”

Herauf antwortete er am 20.12 um 09:35 Uhr:

„Tja, Herr Sahm

nix Genaues weiss ich auch nicht.

Sie meinen wohl technische Details ueber die flood gates…Amira (Hass vom Haaretz, U.S.) hat mich auch schon gefragt und ich musste passen.

die wenigen Dinge, die ich Weiss:

– Israel faengt tatsaechlich den Abfluss aus dem Wadi Hebron-Wadi Besor(Isr)-Wadi Gaza so weit es geht ab. Wenn ich recht im Kopf habe, etwa 12.3 Mio Kubikmeter im Jahr – also stattlich, wenn man bedenkt, dass das zufaellig genau die Menge aller Brunnen ist, die wir seit Oslo in der West Bank bohren konnten.

– Es ist nicht das erste mal, dass Wadi Gaza ueberflutet.

– Das Design ist leider genau so, dass Israel allen ruhigen (nutzbaren) Abfluss fuer sich allein zurueckhaelt, aber den (zerstoererischen) Strom-Runoff, Starkregenabfluss, dann ueber die Kammkannte nach Gaza ablaesst. –> Gaza kriegt also per design immer nur die Flash floods ab.

– Das ist seit vielen Jahren so. Leider spitzt sich aber in Gaza selbst die lage immer mehr zu.

– Immer leute fangen aus Verzweiflung und im Chaos der Zustaende an, IM Wadi selbst zu siedeln (squatten). Das muesste unterbunden werden, aber wer hat schon Ausweichunterkuenfte fuer sie.

– Vor Jahren sollten storm conductance pipes verlegt werden – das wurde auch fleissig von gebern (UN? ich weiss nicht mehr) begonnen, brach aber nach der verhaengung der Totalblockade vor 6 Jahren rapide ab. (Baustoffmangel, etc. – man kennt’s ja zum Ueberdruss). Hier liegt also eindeutig auch eine Verantwortung Israels (und uns Gebern, die wir uns das klaglos gefallen lassen!). Zuverlaessige Freunde berichteten mir von den aufgelassenen,abgebrochenen Baustellen, und wie die Leute aus Gaza dann die „wertvollen“ Bauteile abschleppten…

– Gaza hat natuerlich auch keinen PLATZ (ganz anders wiederum als Israel zw. Beer Sheva und Re’im), um die natuerliche Loesung (Ponder, Auen, Ueberschwemmungs-Feuchtgebiete) anzugehen – Sie kennen die Diskussion ja aus Deutschland (Oberrhein Hochwaesser).

– Und dann noch das Problem der Pumpen, die Strom braeuchten! (Seit November eine E-Werke, bzw.kein Fuel- und dazu Israel’s Strafregime der Unterversorgung – ebenfalls, planvoll, absichtlich…)

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Es gibt ein paar relative zuverlaessige Quellen, die von aktiver Oeffnung von Daemmen sprechen. http://www.ewash.org/en/?view=79YOcy0nNs3D76djuyAnkRVT

Aber aktiv wissen tun wir es nicht. Ich enthalte mich da immer einer Vermutung.

Fuer mich steht aber nach all dem oben Aufgefuehrten fest, dass die eventuelle aktive Oeffnung der Schleusen nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs waere und somit vom eigentlichen Skandal ABLENKEN, der ja im Design verankert ist.

Ich vermute, dass, wenn Israel das Wasser nutzbringend auffangen koennte, es dies auch mit Sicherheit getan haette. Nur hier war die Flut zu stark…

Alles unklar?

Clemens Messerschmid“

Hierzu einige Anmerkungen:

– Israel fängt also doch Wasser ab. Dazu braucht man Mauern oder eben Dämme, die nicht zu finden waren und von den Israelis dementiert worden sind. Messerschmid weiß nichts von solchen Staudämmen, aber er kennt die von Israel so abgefangene Wassermenge.

– Er kennt zwar nicht diese Dämme, aber er kann sich ausführlich zu deren Design äußern: „aber den (zerstoererischen) Strom-Runoff, Starkregenabfluss, dann ueber die Kammkannte nach Gaza ablaesst“. Welch unglaubliche wissenschaftliche Erkenntnis! Wenn ein (nicht existentes) Staubecken vollgelaufen ist, dann fließt das Wasser über die Kante ab. Das ist nun einmal so. Daraus aber zu folgern, dass die Israelis das bewusst tun, um Gaza zu überschwemmen, ist eine heftige Unterstellung. Es sollte Messerschmid und der ARD bekannt sein, dass Israel nicht einmal fähig ist, schwere Überflutungen in Tel Aviv zu verhindern. Und selbst die tollen Amerikaner sind ziemliche Stümper: Siehe die Überschwemmungen in Louisiana. Oder die Deutschen bei Dresden oder entlang des Rheins. Hierzu auch noch ein Kommentar zu den Überschwemmungen in Gaza: https://medforth.wordpress.com/2013/12/19/kommentar-israel-uberflutet-den-gazastreifen/

– Verwunderlich war für mich, dass jemand im Dienst und Lohn deutscher Regierungsbehörden steht, darunter viele deutsche und einige internationale Organisationen und Stiftungen (GIZ, DED, KfW, CIM; Weltbank, USAID, UN), und dann die Einladung zum Empfang aus Anlass des 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit) der Vertretung in Ramallah, im Mövenpick ausgerichtet, aus ideologischen Gründen ausschlägt. In einer Mail vom 22.12.2013 um 18:35 Uhr schrieb er: „Dass Sie mich am 3. Oktober nicht trafen, ist kaum verwunderlich. Am 3. Oktober feiere ich naemlich nicht – Sie schon? Und noch dazu im Moevenpick!?“

– Wenn Messerschmid bei Muslim Markt auftritt, für die palästinensische Kampfseite „electronic intifada“ schreibt und ansonsten sehr anti-israelische Äußerungen an verschiedenen Stellen hinterlassen hat, sollte er sich nicht wundern, wenn das auch seine „Reputation“ als Wasserexperte in Frage stellt. Dass er Landeszentralen, Schulbuchverlage und Abgeordnete nahezu aller Fraktionen berät, sagt nichts aus über seine Glaubwürdigkeit. Gewisse Staudämme nicht zu kennen, sich dann aber ausführlich über deren Design zu äußern, mitsamt der bösen israelischen Absicht, damit den Palästinensern zu schaden, ist ein Widerspruch in sich.

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Auch tapfer in nirgendwo hat auf die Reaktion reagiert:
Tapfer im Nirgendwo antwortet der ARD Tagesschau

Die Große Lüge im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: Wassernot in der ARD-Tagesschau-Redaktion

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 14. August 2016 (direkt vom Autor)

Die Tagesschau der ARD brachte am Sonntagabend um 20 Uhr ohne aktuellen Aufhänger einen Bericht von Markus Rosch über die „Wassernot“, unter der „viele Palästinenser“ leiden, wie Moderator Jan Hofer verkündete. „Die Ressource ist knapp und wird von den Israelis streng rationiert“, behauptet Hofer weiter. Das Wasser ist gewiss knapp, aber von einer „Rationierung“ kann keine Rede sein!

„Verschärfend komme hinzu, dass Palästinenser keine Baugenehmigungen für Brunnen erhielten, um sich selbst zu versorgen,“ setzt Hofer fort.

Selbstverständlich muss es Genehmigungen für das Bohren von Brunnen geben. Genauso ist es in Deutschland und anderswo. Da kann nicht jeder in seinem Hinterhof nach Gutdünken einen Brunnen bohren oder das Wasser aus dem Rhein, der Elbe oder der Spree abpumpen. Denn sonst würde sehr schnell das passieren, was im Gazastreifen kurz nach dem kompletten Abzug der Israelis 2005 geschehen ist. Sowie die „scharfe Kontrolle“ der Israelis weggefallen war, und die örtlichen Behörden der Palästinenser sich um nichts mehr kümmerten, haben die Menschen nur ein paar Meter tief in den Sand gebohrt, eine Pumpe angeschlossen und schon sprudelte kostenfrei das Wasser ins Haus. Ohnehin war man im Gazastreifen (und teilweise auch im Westjordanland) nicht „gewöhnt“, eine Wasser- (oder Strom-) Rechnung zu zahlen. Das Dumme war, dass der hohe Spiegel des Grundwassers in Gaza ganz schnell sank. Dann floss Salzwasser aus dem Mittelmeer nach. Heute ist 95% des Süßwassers im Gazastreifen ungenießbar. Das einzige Trinkwasser im Gazastreifen pumpt Israel dorthin. Eine „Selbstversorgung“, wie Hofer sagt, indem man Brunnen bohrt, muss in jedem Fall mit allen Beteiligten abgesprochen sein, weil man sonst ganz schnell das Grundwasser unwiederbringlich zerstört und dem Nachbarn das Wasser abgräbt.

Nun zur Reportage von Markus Rosch. Er berichtet über die Ortschaft Salfit, ohne mitzuteilen, wann er die Reportage gedreht hat.

Vor etwa 2 Wochen hat es (wegen schlechter Instandhaltung) einen Rohrbruch bei einer Hauptleitung gegeben. Einige Tage lang war tatsächlich in Salfit wie in Siedlungen, die alle über das gleiche Rohr versorgt wurden, das Wasser knapp.

Rosch erwähnt nicht, dass es sich hierbei um Wasser handelt, das von Israel in das Westjordanland gepumpt wird. Er sagt auch nicht, ob er seine Reportage ausgerechnet während dieses Rohrbruchs gedreht hat. Die emotionalen Darstellungen, des Mädchens, das sich nicht waschen könne, der Vater mit den Wasserflaschen oder die entnervte Schwester, die nicht einmal die Waschmaschine benutzen kann, bedürfen keines Kommentars. Angemerkt sei nur, dass die sich gewiss keine Waschmaschine angeschafft hätte, wenn die Wasserknappheit ein Dauerzustand wäre. Auch der feine tröpfelnde Wasserhahn wirkt nicht so, als würde der nur im Winter nach einem Regenfall benutzt werden.

Rosch schwenkt mit der Kamera in Richtung einer Siedlung und auf das Schild nach Schiloh. O-Ton: „Doch während Siedlungen wie Schiloh, das in der Nähe von Salfit liegt, viel Wasser bekommen, gehen palästinensische Dörfer oft leer aus.“ Anstatt in der Siedlung mal nachzufragen oder mit einem israelischen Hydrologen zu sprechen, bleibt es bei seiner Behauptung, ohne jegliche Nachweise.

Im Gegenteil. Rosch trifft sich mit den deutschen Hydrologen Clemens Messerschmidt.

Über Messerschmidt sei hier erst einmal erwähnt, dass er Empfänge der deutschen diplomatischen Vertretung in Ramallah grundsätzlich aus ideologischen Gründen boykottiert. Er scheint also nicht in deutschen Diensten zu stehen. Das verriet er im Dezember 2014, als es im ganzen Nahen Osten schwere Unwetter mit Schnee in den Bergen und Überschwemmungen in Tel Aviv gab. Selbstverständlich stand wegen der Regengüsse auch der Gazastreifen unter Wasser. Was behauptete damals der diplomierte Hydrologe aus Deutschland? Israel habe Staudämme geöffnet, die es allein gebaut habe, um im Winter den Gazastreifen zu überschwemmen – oder vielleicht besser ausgedrückt – wegzuschwemmen. Tatsache ist, dass es diese von Messerschmidt behaupteten „Staudämme“ gar nicht gibt. Sie waren reine Erfindung. Messerschmidt tritt übrigens auch im „Muslim-Markt“ auf, eine üble anti-israelische Plattform.

Messerschmidt hat sogar recht mit der Behauptung, dass das Bergland im Westjordanland ziemlich regenreich sei. Doch verschweigt er, dass der Regen die unterirdischen Grundwasser-Seen füllt und dass Wasser per Schwerkraft immer nach unten fließt. Anders ausgedrückt: Der Regen fällt im „palästinensischen“ Gebiet, fließt aber unterirdisch nach Westen in Richtung Israel und nach Osten in Richtung Jordan und Totes Meer. Aus Sicht Messerschmidts müssten die Israelis offenbar alles Wasser ihrer Quellen ins Westjordanland pumpen, weil der Regen dort gefallen ist und deshalb den Palästinensern gehöre. Auf Europa übertragen müssten alle Anwohner des Rheins ihre Wasserrechnung an die Schweiz entrichten, weil dort der Rhein entspringt.

Rosch verschweigt zudem, dass Israel heute etwa ein Drittel mehr Wasser in die palästinensischen Gebiete pumpt, als in den Osloer Verträgen festgelegt. Er verschweigt auch, dass etwa 40% des verfügbaren Wassers bei den Palästinensern wegen maroder Infrastruktur verloren geht. In Israel und in Europa sind 10% Wasserverlust „normal“.

Während in Israel etwa 90% das Abwassers geklärt und in separaten Rohren der Landwirtschaft zugeführt wird, haben die Palästinenser Lieferungen billigen geklärten Wassers für ihre Landwirtschaft abgelehnt mit dem Argument: „Eure Sch… wollen wir nicht“. So vergeuden palästinensische Bauern weiterhin kostbares Trinkwasser in traditionell verschwenderischer Weise für ihr Gemüse auf den Feldern.

Abschließend sei hier erwähnt, dass viele Palästinenser ihre Wasserrechnung nicht bezahlen. In der Folge hat sich ein Schuldenberg in Millionenhöhe* für Strom und Wasser angehäuft. Rosch hat sich nicht die Mühe gemacht, die Familie Osman nach ihrer monatlichen Rechnung zu befragen. Dass Israel dennoch weiterhin Strom und Wasser liefert, liegt am internationalen Druck und an der Selbstverständlichkeit, dass Israel die Palästinenser weder verdursten noch im Finsteren sitzen lassen wollen.

Hier sei noch angemerkt, dass die „palästinensische“ Familie Osman einen Namen führt, der nicht sehr arabisch klingt, sondern eher „osmanisch“.

(C) Ulrich W. Sahm
Wortprotokoll der Sendung:

Jan Hofer: Im Westjordanland leiden viele Palästinenser unter Wassernot. Die Ressource ist knapp und wird von den Israelis streng rationiert

Kritiker werfen Israel vor, eigene Siedlungen bevorzugt zu versorgen. Verschärfend komme hinzu, dass Palästinenser keine Baugenehmigungen für Brunnen erhielten, um sich selbst zu versorgen.

Markus Rosch

Salfit, eine Stadt im Westjordanland. Mit knapp 10.000 Einwohnern. Aber ohne Wasser. Ein Problem auch für die Familie Osman, bei über 30 Grad. Vater Ali schleppt Wasserflaschen nach Hause. Maximal 2 Mal in der Woche füllt die Stadtverwaltung die Wassertanks auf. Die 7-köpfige Familie Osman bekommt etwa 100 Liter am Tag, wenn denn der Wasserlaster kommt. Ali: „Wir brauchen Wasser zum Leben. Jetzt gibt es keines mehr. Wie lange soll das noch so gehen?“ Tochter: „Ich geh mit meinen Freunden zum Ferienlager. Danach sind wir immer schmutzig. Aber wir können uns danach nicht waschen. Unsere Eltern wollen nun, dass wir nicht mehr dahingehen.“

Bild schwenkt zu einer Siedlung in der Ferne.

Rosch: Das Wasser im Westjordanland kontrollieren und verteilen die Israelis.

(Im Bild Straßenschild nach Schiloh)

Doch während Siedlungen wie Schiloh, das in der Nähe von Salfit liegt, viel Wasser bekommen, gehen palästinensische Dörfer oft leer aus. Dabei gäbe es genug Wasser, so der deutsche Hydrologe Clemens Messerschmidt. Die Gegend sei eine Wasserreiche Region, doch Israel kontrolliere die Verteilung.

Messerschmidt: „Die Palästinenser brauchen eine Erlaubnis für jede Arbeit im Wassersektor. Ob für einen Brunnen bohren oder eine Leitung legen. Oder eine Pumpstation aufbauen. Oder einen Wasserturm hinstellen wollen. Immer brauchen wir eine Erlaubnis und das Militär sagt einfach nein.

Rosch: Ali Osmans Schwester ist mit den Nerven am Ende. Kein Abwasch ist möglich. Auch die Waschmaschine kann sie nicht benutzen. Mittlerweile isst die Familie von Plastiktellern. (Neben der Spüle ist lauter normales Geschirr zu sehen). Hier in Salfit ist es ein täglicher Kampf um jeden Tropfen Wasser.

Dazu auch zu lesen:
– Henrik M. Broder: Die Tagesschau nimmt es mit der Wahrheit so genau wie Präsident Abbas
Israel, die Palästinenser und das Wasser (Lizas Welt)

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* meines Wissens sind es mehere HUNDERT Millionen Euro (hepelv)

Wo ist Shiloh? Oder: Geografie-Kenntnisse der tagesschau

Yisrael Medad, My Right Word, 23. November 2015

Diese neue EU-Etikettierungskampagne produziert einige dumme Dinger.

Hier ist ein Bild (von tagesschau.de), das eine Meldung zur Politik dieses deutschen KaDeWe-Ladens zum Boykott begleitet und ihre Umkehrung:

Dazu gibt es eine Bildunterschrift:

Da steht: „Aus der Stadt Ramallah im Westjordanland wird Wein exportiert. Solche Produkte müssen künftig gekennzeichnet werden. | Bildquelle: Reuters“

Shiloh liegt nicht in Ramallah. Wir befinden uns außerhalb des von der PA beaufsichtigten Territoriums, rund 18 Kilometer nördlich.

Und diese Kartons sind aus dem Weingut Shiloh, das in Shiloh liegt. (heplev: Gibt es in Ramallah überhaupt „Siedlungen“?)

Und der Wein ist hervorragend.