Tel Avivs erste Feuerwehrleute

Die Geschichte von Israels erster Feuerwehr

Chen Malul, the Librarians, 7. Juli 202

Ein Feuerwehrmann in Tel Aviv (The Photohouse Collection)

Als Kinder wollten wir alle Feuerwehrmänner werden. Das lag an dem, was wir im Fernsehen sahen. Wir verkleideten uns zu Purim oder Halloween als Feuerwehrleute, spielten mit roten Feuerwehrautos und löschten mit imaginären Schläuchen. Wir wollten Feuer bekämpfen und in Bäumen festsitzende Katzen retten. Um ehrlich zu sein: Es waren nicht so sehr die heldenhaften Aspekte, die so reizten, als die einfache Tatsache, dass Feuerwehrleute ein tolles Foto geben. Die Feuerwehrleute von Tel Aviv waren sich dessen durchaus bewusst und führten die Tradition bereitwillig fort – was niemanden überraschte: Sie waren unglaublich fotogen.

Feuerwehrmänner in Tel Aviv, 1938 (The Photohouse Collection)

Die Händler der Stadt waren die ersten, die die Notwendigkeit erkannten und auch die ersten, die handelten: Sie spendeten zwei große, handbetriebene Löschpumpen, zwei kleine, dazu 200m Schläuche, 50 Eimer, Äxte und Schaufeln zur Gründung der ersten Feuerwehr in Israel – der Feuerwehr von Tel Aviv.

In ihren frühen Jahren war die Feuerwehr hauptsächlich auf Freiwillige angewiesen. Sie agierten die gesamten 1920-er Jahre hindurch – dem Jahrzehnt der Gründung der Feuerwehr – und improvisierten dabei, ohne Leitung durch die Behörden. Sobald sie eingerichtet waren, forderten die Freiwilligen, dass der Stadtrat ihnen Ausrüstung und Gelder zur Verfügung stellt.

Erst 1929, als die Zahl der Brände in der Stadt zunahm, begann der Stadtrat der Feuerwehr Gelder zuzuteilen. 1935, ein Jahr, nachdem die Freiwilligen damit kämpften einen Brand zu löschen, der in der Fabrik „Ha’argaz“ in Petach Tikva ausgebrochen war, wurde ein Sonderausschuss ernannt, um den Zustand der Infrastruktur der Stadt zur Brandbekämpfung zu untersuchen; er kam zu dem Schluss, dass eine Belegschaft aus Freiwilligen nicht mehr ausreichte; stattdessen sollte eine große Feuerwehr aufgebaut werden, voll ausgestattet mit Spitzen-Löschausrüstung und Berufsfeuerwehrleuten.

In ihrem Buch Umgeben von Licht und Meer (hebräisch) vermerkt Anat Helman: „Einige der Schlussfolgerungen des Ausschusses wurden allmählich umgesetzt und ein paar Jahre später wurden Brände zumeist von Berufsfeuerwehrleuten gehandhabt, während Freiwilligen eine untergeordnete Rolle hatten.“

Ein Heft mit dem Titel “Der freiwillige Feuerwehrmann: Die Feuerwehr von Tel Aviv feiert ihr “Bar Mitzwa”-Jubiläum” (hebräisch), Januar 1938. Die Grafik-Illustration unten im Bild zeigt die Anzahl der Feuer während der Jahre 1931 bis 1937.

Die Feuerwehr von Tel Aviv war nicht nur damit beschäftigt Feuer zu löschen und Katzen zu retten. Nach der Schließung des Polizeiorchesters von Tel Aviv konkurrierten die Orchester der Feuerwehr und von Maccabi Tel Aviv um die Gunst der Öffentlichkeit. Mitte der 1930-er Jahre gewann die Feuerwehr den ersten Platz im Orchester-Wettbewerb von Tel Aviv.

Die Freiwillige Feuerwehr war auch damit beauftragt für Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen zu sorgen. Mehr als einmal nutzten sie ihre Feuerwehrschläuche, um Proteste auseinanderzutreiben, die außer Kontrolle geraten waren, eine Praxis, für die es einige harte Kritik seitens der Öffentlichkeit gab.

Die Feuerwehr von Tel Aviv am Wasserturm auf dem Rothschild-Boulevard während der 1920-er Jahre (The Bitmuna Collection)

Die Feuerwehrleute von Tel Aviv (The PhotoHouse Collection)

Seltene Bilder: Als die Haganah an den Stränden von Tel Aviv trainierte

Amit Naor, the Librarians (Land of Israel), 15. Juni 2020

Das Haganah-Camp Yona befand sich im Norden von Tel Aviv, an einer Stelle, an der heute ein Luxus-Hotel steht; das war der Ort einer Reihe historischer Ereignisse, vom Mord an Arlosoroff bis den Schüssen auf die Altalena.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom Israelischen Staatsarchiv.

Im Archiv von Beno Rothenberg, einem der bekanntesten in den frühen Jahren des Staats Israel aktiven Fotografen, befindet sich eine Bilderserie, die Mitglieder der Militärorganisation Haganah bei der Ausbildung im Camp Yona zeigen. Das Fotoarchiv wurde vor kurzem gescannt und wird heute dank der Meitar Collection in der Nationalbibliothek von Israel aufbewahrt. Diese Fotos der Männer und Frauen der Haganah, wie sie rennen, springen, kriechen, Einweisungen erhalten oder– zusammen und einzeln – einfach posieren, kann man sich heute auf der Internetseite der Nationalbibliothek ansehen. Die Trainingsübungen fanden im „Alten Norden“ von Tel Aviv statt, nahe der Stelle, an der sich heute das Hilton Hotel und der Unabhängigkeitspark (Gan Ha’atzmaut) befinden. Ich wurde neugierig auf die Geschichte dieses Lagers, in dem nicht nur die Trainingseinheiten der Haganah stattfanden, sondern auch mehrere denkwürdige Ereignisse der zionistischen Geschichte.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Es war nicht immer die Haganah, die in Camp Yona trainierte. Die Organisation kontrollierte das Lager ab Ende 1947, als die britische Armee sich im Dezember des Jahres aus der Gegend zurückzog. Die Haganah übernahm schnell die ehemalige britische Basis in Tel Aviv, was natürlich das Sarona-Gelände (heute das zentrale Hauptquartier der IDF – die Basis „Kirya“), sowie Camp Yona einschloss. Drei Tage nach dem Abzug wurde Yona Rasin, ein Haganah-Kommandeur, auf seinem Weg nach Jerusalem getötet. Seine Kameraden benannten die verlassene Militärbasis prompt nach ihm.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv
Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Was geschah vor all dem? Im frühen 20. Jahrhundert diente die Gegend als muslimischer Friedhof. Die Leute von Jaffa, weiter südlich an der Küste, litten unter einer Cholera-Epidemie und mussten ihre Toten in großer Entfernung von der Stadt begraben (aus demselben Grund, weshalb damals der jüdische Friedhof an der Trumpeldor-Straße eingerichtet wurde). 1942, während des Zweiten Weltkriegs, errichteten die Briten auf dem Kliff einen Erholungsort für Piloten der Royal Air Force. Warum ausgerechnet hier? Aus denselben Gründen, aus dem Menschen heute Tel Aviv besuchen wollen: Das Lager lag am Strand, in einer Stadt voller Cafés, Kulturveranstaltungen, Festen und natürlich – Alkohol. Britische Soldaten aus dem gesamten Nahen Osten kamen dorthin, um Urlaub und Erholung zu finden.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Am Fuß des Lagers auf einem Kurkar-Kliff gelegen lag der Sandstreifen, der heute als Hilton Beach bekannt ist, benannt nach dem Hotel, das sich über ihm erhebt. Hier unternahmen Sima und Haim Arlosoroff am Freitagabend, 16. Juni 1933, einen Spaziergang, nachdem sie ein Café direkt südlich verlassen hatten, wo heute das Dan-Hotel zu sehen ist. Dort sahen sie zwei Fremde, die ihnen einige Zeit gefolgt waren; dann zog einer von ihnen eine Schusswaffe und erschoss Arlosoroff, damals der Leiter der politischen Abteilung der Jewish Agency, so etwas wie der Außenminister der zionistischen Bewegung. Der Mord erschütterte die jüdische Gemeinschaft des Mandats Palästina und es wurde mit Fingern auf die revisionistische Bewegung gezeigt.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Lassen Sie uns ein paar – genauer gesagt 15 – Jahre vorspulen, in den Juni 1948. Vor der Küste von Tel Aviv lief ein als Altalena bekanntes Schiff auf Grund, nachdem es vom Kfar Vitkin-Stand, wo die Konfrontation mit Kräften der IDF begonnen hatte, weiter nach Norden floh. Im Rumpf des Schiffes befand sich eine Ladung Waffen, die die Irgun für ihre Soldaten geordert hatte. Die IDF hatte den Befehl das Schiff unter Einsatz von Artillerie zu stoppen. Wo waren die Kanonen stationiert, die das Schiff beschossen? Richtig, im Camp Yona auf der Kurkar-Höhe. Eine weitere Anekdote lautet, dass Abraham Stavsky, ein Mitglied der Jugendbewegung Betar, der der Ermordung Arlosoroffs beschuldigt wurde, während des Konflikts auf der Altalena getötet wurde.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv
Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Durch puren Zufall spielten sich zwei Schlüsselereignisse in dem bitteren Kampf zwischen dem linken und dem rechten Lager der  jüdischen Gemeinschaft in der Nähe der Haganah-Basis ab, die es nicht mehr gibt. Was ist sonst noch an dem historischen Ort passiert? Neue Haganah-Bataillone wurden in Camp Yona aufgestellt und es war hier, wo zahlreiche neue Rekruten in die Haganah eingewiesen wurden, als der Unabhängigkeitskrieg ausbrach. Camp Yona wurde auch genutzt, um in ihrer Frühzeit das medizinische Korps der IDF auszubilden. Zusätzlich befanden sich die Einrichtungen für das körperliche Training und die Kampfeignung der israelischen Armee sowie die Sportschule im Lager, bis sie in den 1950-er Jahren ins Wingate Institute verlegt wurden.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Während dieses Jahrzehnts und des nächsten ergab sich ein bitterer Streit zwischen der israelischen Regierung und der Stadt Tel Aviv, die das Camp räumen und an seiner Stelle einen großen öffentlichen Park bauen wollte. Vor Israels erstem Unabhängigkeitstag wurde das halbe Camp Yona beseitigt und im April 1949 begann der Bau des Unabhängigkeitsparks. Erst in den frühen 1960-er Jahren räumte die IDF den gesamten Bereich und der Park wurde endgültig fertiggestellt. Das Hotel Hilton wurde auf einem Teil des Landes gebaut; dort steht es bis heute.

Die Fotos in diesem Artikel und andere Fotos der Männer und Frauen der Haganah im Camp Yona finden sie hier. Sollten Sie sich selbst oder Verwandte auf diesen Fotos erkennen, lassen Sie uns das bitte in den Kommentaren oder auf Facebook oder Twitter wissen.

Von zwei Fotos

Es war Wahltag in Israel und das bedeutete, wir hatten einen Tag frei. Keine Schule, keine Arbeit, also sammelten mein Mann und dich, nachdem wir gewählt hatten, die Kinder ein, stiegen in einen Zug und fuhren nach Tel Aviv, um das Eretz Israel-Museum zu besuchen.

Gina Jacobson, Lay of the Land, 6 August 2019

Wir gingen umher, betrachteten die verschiedenen Ausstellungen und dann stießen wir auf David Rubinger-Ausstellung „Ich fing die Wahrheit ein; 1947-1997“. Weil er Fotografie-Nerd ist, war mein Mann fasziniert und verbrachte etwas mehr Zeit in der Ausstellung als die Kinder und ich. Also machten wir uns auf nach draußen und setzten uns auf eine Bank, um auf ihn zu warten.

David Rubinger (1924-2017)

Der Fotograf David Rubinger, der 1997 den Israelpreis für „Communication“ erhielt und letztes Jahr verstarb, war einer aus einer kleinen, ausgewählten Gruppe an Fotografen, deren Arbeit in die lokale wie die internationale Erinnerung drängt. Seine Karriere begann am Ende der Periode des  angeworbenen „zionistischen Fotografie“, die die örtliche Fotografen-Szene bis zur Gründung des Staates Israel 1948 beherrschte. Sein Kultbild der drei Soldaten an der Westmauer ist ein ins kollektive Bewusstsein der Juden rund um die Welt eingebranntes Bild. Es ist ein Symbol der Hoffnung und der gemeinsamen Verbindungen. Seine Fotos haben einige der wichtigsten und ergreifendsten Momente in der israelischen Geschichten festgehalten.

Rubinger machte seine Fotos mit analogen Spiegelreflex-Kameras; mit anderen Worten: Er sah das Bild nie in dem Augenblick, als es aufgenommen wurde und seine Ausstellung ist eine Reise in seine Erinnerungen.

Als der Ehemann fertig war, verließ er die Ausstellung; und als er uns zusammensitzen sah, hielt er an um ein Foto von uns zu machen.

David Rubingers Kultfoto der Fallschirmjäger an der Westmauer während der Befreiung Jerusalems im Sechstage-Krieg, Juni 1967.

Als er das Foto machte, kam die Ordnerin der Ausstellung angerannt: „Nein, nein, nein, Sie können dort kein Foto machen!“, rief sie (auf Hebräisch). Mein Mann, der schon Erfahrung damit hatte angeschrien zu werden, weil er fotografierte, wo es nicht erlaubt war, begann nach einem Schild zu suchen, das fotografieren verbietet. „Nein“, saget sie wieder“, Sie können dort kein Foto machen, die Mauer da, diese Mauer ist alt und hässlich!“

Dann deutete sie auf die andere Seite des Vorplatzes. „Da müssen Sie das Foto machen!“ Sie zeigte auf eine schattige Stelle mit einem farbenfrohen Blumenbeet.

„Hier. Hier ist eine schöne Mauer mit Jerusalem-Stein und Sehen Sie dies wunderschönen Blumen. Dort müssen Sie ein Foto machen!“

Und so ließen wir uns leicht amüsiert von ihr dirigieren, setzten uns vor die schöne Mauer und die schönen Blumen.

„Nein“, rief sie wieder. „Abba (Papa) muss auch auf das Foto!“, nahm meinem Mann die Kamera aus der Hand und dirigierte ihn, wie er sich zu uns setzen sollte.

Sie legte sogar ihre Uniformjacke auf die Steine, damit die Kinder sich darauf setzen konnten, während sie uns herumkommandierte, damit die schönen Blumen zu sehen waren.

Nach ein paar Fehlversuchen mit der Kamera und meinem 11-jährigen, der aufstand, um ihr zu zeigen, wo sie drücken musste, schoss sie ein schönes Familienfoto von uns und der schönen Mauer aus Jerusalemstein und den schönen Blumen.

Wir dankten ihr und sie erzählte uns, dass sie dies Blumen selbst gepflanzt hatte worauf sie sehr stolz war. Wir sprachen auch darüber, woher sie kam. „Oh, Sie sind gar keine Touristen, warum haben Sie Aliyah gemacht? Wie lange sind Sie schon hier? Wir kommen Sie klar?“

Sie erzählte uns, das sie ebenfalls immigrierte, aus Usbekistan und dass sie vor vielen Jahren nach Israel kam. Dann nahm sie unsere Karte und zeigte uns die besten Ausstellungen für die Kinder und wünschte uns alles Gute, bevor sie zurück in die Fotografie-Ausstellung ging.

Es mag kein Kultfoto gewesen sein, dass israelische Geschichte einfing, aber es war ein Bild, das Israels Gegenwart aufzeichnete. Dies ist ein Land, dessen vielfältige Bevölkerung diejenigen spiegelt, die seit der Geburt des Staates hier gewesen sind und die sich aus einer Vielzahl von Gründen entschieden haben nach Hause zu kommen. Die einfachen Freuden einer Familie einzufangen, die nach einer demokratischen Wahl einen Ausflug macht, spricht vom Optimismus, der Israel auf den Punkt bringt. Es schafft zudem eine bleibende Erinnerung all dessen, was das Land erduldet hat und seine nicht vorhersagbare, aber hoffentlich großartige Zukunft.

Wir hatten einen wundervollen Tag, gingen wählen, erkundeten die Geschichte unseres Landes und hatten allgemeine Entspannung, aber der beste Teil des Tages war für mich ein Foto mit meiner Familie vor ein paar wunderschönen Blumen!

Deutsche Medien berichten über einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv

Die Terroristen im Gazastreifen haben am späten Abend des 14. März den Konflikt wieder einmal weiter eskaliert. Zwei Raketen wurden auf den Großraum Tel Aviv geschossen. Beide richteten zum Glück – ganz entgegen der Absichten der Terroristen – keinen Schaden an. Die deutsche Qualitätsjournaille berichtet. Drei Beispiele:

Ein Wunder bei der Süddeutsche Zeitung: Die Reihenfolge des Geschehens stimmt schon in der Schlagzeile und den Inhaltspunkten darunter!

Natürlich beschäftigt sich die SZ zuvörderst mit dem israelischen Gegenschlag  und weidet diesen aus, bevor es ein klein wenig (unvollständige) Info zum arabischen Terrorismus gibt. Zitat:

Die israelischen Streitkräfte bestätigten auf Twitter Angriffe auf mehrere „terroristische“ Ziele, machten zunächst aber keine näheren Angaben dazu.

Wie gehabt: Israelische Angaben werden durch die Wiedergabeart in der Zeitung in Zweifel gezogen, die Anführungszeichen signalisieren dem Leser: Pass auf, hier kommt was, das nicht stimmt. Im Gegensatz dazu werden arabische Angaben teilweise zwar als solche gekennzeichnet, aber nicht gewertet – womit sie als glaubhaft etikettiert sind.

Und dann muss das Ganze am Ende garniert werden. Zuerst mit Informationen aus 2014 sowie den „teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze“ (Hervorhebung: heplev), die natürlich ausschließlich mit den Opferzahlen aus dem Gazastreifen versehen sind; und zusätzlich mit einem Verweis auf einen anderen Artikel: Frauen im Nahost-Konflikt. „Es gibt keine Träume in Gaza“.

Es kann ja nicht sein, dass Israel das Opfer ist, die Araber müssen Opfer sein, nicht Täter.

BILD agiert ähnlich: Die Schlagzeile ist grundsolide, faktisch, genauer als in der SZ.

Auch danach folgt viel ausführliche Information über den israelischen Gegenschlag (von den Terroristen übernommen), bevor ein Video aus Tel Aviv während des Raketenangriffs der Terroristen samt Abwehrfeuer folgt und dann ein paar sehr kurze erläuternde Zeilen dazu.

Den Vogel schießt einmal mehr die tagesschau ab. Auf ihrer Internetseite findet sich die politisch passende/gewollte Desinformations-Schlagzeile:

„Im Gazastreifen“ fliegen Raketen. Sonst nicht? Die Inhaltsbeschreibung gibt zwar die Reihenfolge richtig wieder (Angriff auf Tel Aviv, Reaktion Israels), aber auch dort finden sich die üblichen Vokabeln, die Israel als Täter und schlimmer als die Terroristen darstellen: „holte umgehend zum Vergeltungsschlag aus und flog Angriffe“. Die Juden können ja nichts anderes als Rache nehmen und überreagieren. Zum Beispiel dadurch, dass „mehrere Ziele“ im „Gazastrafen“ bombardiert wurden. Tel Aviv wurde nicht bombardiert. Und ob „Gazastrafen“ ein harmloser Tippfehler ist, darüber könnte mancher gerne spekulieren.

Natürlich darf auch bei der tagesschau nicht fehlen, dass die israelische Kategorisierung der Ziele im Gazastreifen in Anführungszeichen gesetzt wird, um sie in Zweifel zu ziehen. Dass es „mindestens 4 Explosionen“ gegeben hat, „davon eine besonders schwere in der Stadt Gaza“, gibt dem Ganzen auch wieder den Anstrich der Übertriebenheit der israelischen Reaktion. Was sind 4 Explosionen, eine davon besonders schwer, schon gegen zwei harmlose Raketen?

Und auch hier wieder die Garnierung mit einer Rechtfertigung für den Terror durch das Einklinken eines Links zu einer „Zusatzinformation“:

Die Opfer sind die Araber. Nicht die Israelis. Die Juden sind die Täter. Das wird dem Medienkonsumenten-Michel auch bei Eskalationen durch die Terroristen immer schön eingehämmert.

Promi-Köche testen Israels Kochszene

The Tower (Redaktion), 31. Januar 2019

Der bekannte britische Koch Jamie Oliver tourte diese Woche durch Tel Aviv, probierten israelische Küche für das, was gerüchteweise seine neueste, immer noch geheime Fernsehsendung ist, berichtete The Jewish Chronicle am Mittwoch.

Als Teil seiner Reise durch die Stadt besuchte Oliver das vegane Restaurant Sultana auf der Ibn Abirol-Straße, wo er dessen Markenzeichen bestellt: veganes Schwarma. Auf Facebook postete das Restaurant ein Bild eines lächelnden Oliver zusammen mit einem Statement: „Ja, die Gerüchte stimmen. Koch Jamie Oliver hat uns für eine Fernsehsendung besucht, die später dieses Jahr ausgestrahlt werden wird. Er war charmant und genoss das Schwarma und die Atmosphäre und das ist so ziemlich alles, was wir im Moment sagen können.“

Der Koch Jonathan Borowitz aus Tel Aviv begleitete ihn durch Teile der Stadt, wie eine sehr große Entourage, darunter ein Filmprouktionteam, was Gerüchte anheizte, Oliver sei in Israel um für seine neue Fernsehsendung zu filmen.

Borowitz sagte: „Jamie Oliver tourte über den Carmel-Markt, wo er vegetarische Läden besuchte und von allem begeistert war, was er aß und er hörte von mir über die soziale Bewegung „vom Bauernhof auf den Tisch“ in Tel Aviv.

Der Promikoch wurde gesehen, wie er mit Gemüse gefülltes Streetfood am Popup-Stand Panda Pita auf dem Carmelmarkt aß. An anderer Stelle auf dem Markt kostete Oliver das lateinamerikanische Gericht areapas am venezolanischen Streetfood-Stand Arepitas‘ Town.

Oliver und sein Team sollen eine volle Woche in Israel verbracht haben, hieß es im Chronicle.

Damit verbunden ist die Nachricht, dass eine Gruppe Gourmet-Köche, Autoren, Restaurantbesitzer und Persönlichkeiten der Lebensmittelbranche sich für die Birthright-Reise für Promi-Köche sammeln, organisiert vom kulinarischen Produzenten und Unternehmer Herb Karlitz.

Das Projekt ist steht nicht in Verbindung mit dem Birthright-Programm, das 18 bis 26 Jahre alte Juden dazu einlädt Israel zu erleben.

Die Times of Israel berichtete, dass Karlitz der Gruppe sagte, er sei „umgehauen“ von Israels Küchenszene, als er letztes Jahr zu Besuch war und „wie sie sich sein meiner ersten Reise vor mehr als 20 Jahren verändert hat, als ich „totgeschnitzelt“ und unbeeindruckt von der mangelnden Abwechslung blieb.“

Die Gäste sprachen ebenfalls anerkennend von Israelis kulinarischer Szene. Bäcker und Restaurantbetreiberin Nancy Silverton, die Israel schon in der Vergangenheit besuchte, sagte, sie sei „umgehauen, das ist so verdammt lecker“ und stellte fest: „Es ist großartig wieder hier zu sein.“

Zu der Gruppe gehörten die Köchin, Lebensmittel-Autorin und letzte Chefredakteurin des inzwischen eingestellten Gourmet Magazine Ruth Reichl, die Bäckerin und Restaurantbetreiberin Nancy Silverton, Koch und Fernsehstar Mark Murphy, Koch und Restaurantbetreiber Jonathan Waxman sowie Koch und „Chopped“-Jurymitglied Amanda Freitag.

Zu Gruppe gehörte auch gehörte Andrew Zimmern, der mit „Bizarre Food“ berühmt wurde. Er dokumentiert seine Israelreise auf seinem Instagram-Feed.

[Foto: Sultana/ סולטנה /Facebook]