Wie die Westmauer zu einem der heiligsten Orte des Judentums wurde

Wann und iwe begannen Juden an der Westmauer zu beten?

Amit Naor, the Librarians, 28. Juli 2021

Ansicht der Westmauer und des Tempelbergs, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels

Beim Lesen des Titels könnten die, die mit jüdischen Quellen vertraut sind, schnell mit einem Zitat aus der Midrasch antworten: „Die Präsenz Gottes ist nie von der Westmauer gewichen.“ Diese sehr sachkundigen Leute wissen aber mit Sicherheit, dass die von unseren Weisen erwähnte Westmauer  nicht dieselbe gewaltige Mauer ist, die wir  heute die Westmauer nennen. Wie wurde dann die westliche Umfassungsmauer des herodianischen Tempelbergs zur bekanntesten national-religiösen Stätte für Juden weltweit?

Jüdische F rauen mit Gebetschals beten vor der Westmauer. Aus der Postkarten-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels.

Beginnen wir ganz am Anfang. Wie erwähnt ist die Westmauer, an der die Menschen heute beten, eine der vier Umfassungsmauern, die von König Herodes als Teil der Erweiterung und Renovierung des Tempelberggeländes und des Tempels gebaut wurde, der in seinem Zentrum stand. Ein weiteres Zitat der Weisen zum herodianischen Tempel behauptet: „Wer den Tempel des Herodes nicht gesehen hat, hat nie ein schönes Gebäude gesehen“ (Babylonischer Talmud Baba Batra 4a). Und während die meisten Weisen vermutlich nie eine Chance bekamen einen Blick auf das Taj Mahal oder den Palast von Versailles zu werfen, scheint es akkurat zu sein, wenn man sagt, dass der Tempel des Herodes nicht allzu schäbig gewesen sein kann. Dieser Tempel fand in dem berüchtigten Jahr 70 n.Chr. sein Ende, als die römischen Legionen ihn während der Eroberung Jerusalems und der Unterdrückung der Großen Revolte niederbrannten.

Als die Weisen von der „Westmauer“ (Hebräisch: HaKotel HaMa’aravi) schrieben, waren sie vermutlich immer noch in der Lage die Überreste der Westmauer des eigentlichen Tempelgebäudes zu sehen, zusätzlich zu den Umfassungsmauern des Tempelbergs-Platzes. Das war ein eindrucksvolles Relikt, das anscheinend nach dem Feuer der Römer noch stehen geblieben war. Es handelte sich um die Mauer, die sich am nächsten am Allerheiligsten befand und ihr übernatürliches Überleben trug vermutlich weiter zum Gefühl der Ehrfurcht und Heiligkeit des Ortes bei. Nach Angaben historischer Schätzungen ereignete sich seine endgültige Zerstörung spätestens gegen Ende des siebten Jahrhunderts, als die gerade angekommenen Muslimen an derselben Stelle den Felsendom bauten. Wir werden später zu dieser verloren gegangenen Westmauer zurückkehren.

Die Westmauer und Jerusalem auf einer Karte der heiligen Orte des Landes Israel. Klicken Sie hier, um sich die gesamte Karte der kartografischen Sammlung Eran Laor der Nationalbibliothek anzusehen.

Irgendwann wurde die Westmauer des Tempelgebäudes zerstört und was übrig blieb, war die Westmauer des Tempelbergs – die Umfassungsmauer des Platzes von Herodes. Allerdings muss jeder, der jemals einen Blick über die Altstadt geworfen hat, festgestellt haben, dass diese nicht die einzige stehen gebliebene Mauer des Tempelbergs ist. Die südliche und die östliche Mauer von Herodes mächtigem Bauprojekt sind ebenfalls übrig und stützen immer noch den Platz des Tempelbergs. Nur die nördliche Mauer ist nicht vollständig erhalten geblieben. Die südliche und die östliche Mauer wurden dann in die Mauern der Altstadt integriert. Das berühmte Gnadentor, auch als Goldenes Tor bekannt, durch das gemäß der Tradition der Messias in Jerusalem einziehen wird, wurde in die östliche Mauer gehauen.

In der Tat erwähnen Zeugenberichte von Reisenden, die das Land Israel schon in der byzantinischen Zeit besuchten, nicht unbedingt die Gebete, die auf der westlichen Seite des Tempelbergs stattfanden. Der Bericht des „Pilgers von Bordeaux“, bezeugte im Jahr 333, dass Juden immer noch einmal im Jahr auf den Tempelberg gingen (vermutlich am 9. Av) „und weinten und trauerten über einen Stein, der von ihrem Tempel übrig geblieben ist und den sie mit Öl salbten“. Könnte dies der Grundstein gewesen sein, der sich heute im Inneren des Felsendoms befindet? Ob es nun aus halachischen Gründen oder wegen der Einwände verschiedener Herrscher war, die Juden hörten auf, auf den Tempelberg selbst zu gehen und gaben sich mit dem Besuch der angrenzen Bereiche zufrieden.

Gebet an der Westmauer. Aus der Postkarten-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels.

Spätere Zeugenaussagen erwähnen die Westmauer, aber nicht zwangsläufig den Ort des Gebets, den wir heute kennen. Ein Text aus der Kairo-Genizah, geschrieben im 11. Jahrhundert, vermerkt die Gebete nahe der Westmauer, allerdings weiter nördlich, ein Ort direkter am zerstörten Allerheiligsten. Der berühmte jüdische Reisende des 12. Jahrhunderts Benjamin von Tudela führt die Westmauer namentlich an; er erklärt, dass dort Juden beteten. Er beschrieb allerdings das Gnadentor als in derselben Mauer befindlich, obwohl sich dieses Tor wie erwähnt in Wirklichkeit in der östlichen Mauer befindet. Dem muss die Tatsache hinzugefügt werden, dass Juden in dieser Zeit allgemein das Betreten der Stadt verboten war und es daher unwahrscheinlich ist, dass er persönlich Zeuge betender Juden in der Nähe der Westmauer war.

Die Westmauer ziert eine Landkarte Jerusalems aus dem 19. Jahrhundert. Nur wenige Landkarten der Stadt zeigen den wichtigen Ort markant, das die Stadt zumeist aus östlicher Richtung dargestellt wurde. Klicken Sie hier, um eine komplette Landarte aus den Kartografischen Sammlung Eran Laor-der Nationalbibliothek zu sehen.

Andere zeitgenössische Reisende erwähnen die Westmauer, aber nicht den Brauch daran zu beten. Manche stellen sogar heraus, dass die Westmauer alleine steht, dass niemand kommt um zu beten oder ihre massiven Steinblöcke zu sehen. Im 14. Jahrhundert schreib Ischtori Haparchi, ein weiterer berühmter Geograf der Region, von Juden, die an irgendeiner der Tempelberg-Mauern beteten, zu denen sie Zugang fanden, ohne eine besondere Präferenz für die im Westen. Diese Beschreibung wird von Inschriften verstärkt, die von Pilgern an den verschiedenen Mauern (einschließlich der Westmauer) eingeritzt wurden – in der Vergangenheit eine übliche Vorgehensweise von Besuchern heiliger Stätten.

An der Westmauer betende Männer und Frauen, Mitte des 19. Jahrhunderts. Foto: Felix Bonfils; die Priztker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Erst im 17. Jahrhundert begannen klare Belege für jüdisches Gebet an dieser bestimmten Stelle aufzutauchen. Anfangs waren es einzelne, die dort beteten und langsam sehen wir im Lauf der Jahre zunehmend Berichte, dass an der Stelle öffentliche Gebete abgehalten wurden. Zuerst waren das besondere Gebete am 9. Av und später bildete sich eine allgemeine Gebetsstätte, die im Herzen aller Juden tief verwurzelt wurde. Was stärkte die Position der Westmauer gegenüber den anderen Umfassungsmauern des Tempelbergs? Es scheint zwei Hauptgründe zu geben: Einer ist, dass es sich um dieselbe Westmauer handelt, die von den jüdischen Weisen erwähnt wird. Selbst wenn es bei der Identifizierung der fraglichen Westmauer zu einer Verwechslung gekommen ist, ist die aktuelle Westmauer in der Tat immer noch dem Allerheiligsten am nächsten, zu dem hinaufzugehen einmal verboten war. Der zweite Grund ist vielleicht prosaischer: Mitte des 15. Jahrhunderts verließen die Juden ihr Viertel auf dem Berg Zion und ließen sich stattdessen dort nieder, wo heute das jüdische Viertel ist. Die Nähe dieses neuen Viertels zur Westmauer half dabei sie zu dem bevorzugten Gebetsort der Jerusalemer Juden zu machen. Ein Erdbeben im 16. Jahrhundert legte offenbar weitere Teile der Westmauer frei, was die Schaffung des Gebetsortes ermöglichte, der uns heute bekannt ist. Es scheint so, dass die alleinige Heiligung der Westmauer bis ins aktuelle Jahrhundert nachverfolgt werden kann.

Gebet an der Westmauer, frühes 20. Jahrhundert. Es ist möglich die in die Mauer geritzten Inschriften zu sehen. Foto: Zadok Basan, aus dem Archiv Mosche David Gaon.

Das ist also die Geschichte der wichtigsten national-religiösen Stätte des heutigen Judentums. So wurde die Mauer zum Symbol der Sehnsucht des jüdischen Volks nach Zion. Und das war die Geschichte, die die Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft im Land Israel der britischen Untersuchungskommission erzählten, die nach den Krawallen von 1929 eingesetzt wurde und die nach einem Streit wegen Gebet an der Westmauer ausbrach. Und was ist mit den Zetteln, die in die Spalten zwischen den Steinen gesteckt werden? Das scheint ein „junger“ Brauch zu sein, der erst im 19. Jahrhundert eingeführt wurde. Er etablierte sich erst richtig, nachdem die Briten verboten Namen in die Westmauer zu ritzen, eine Gepflogenheit, die auch heute nicht länger akzeptiert wird. Andere Gebetsbräuche an der Westmauer haben sich im Verlauf der Zeit ebenfalls verändert: Heute werden z.B. von den orthodoxen Rabbinern der Stätte gemischte Gebete von Männern und Frauen nicht mehr erlaubt, obwohl das während der osmanischen Zeit üblich war. Es stellt sich heraus, dass Bräuche, die uns zeitlos erscheinen mögen, eigentlich auf Traditionen gründen, die die Gewohnheit haben sich im Lauf der Zeit zu verändern und weiter zu entwickeln.

„Muslimische Historiker bestätigen durchgehend jüdische Verbindungen zu Jerusalem“

Ein neues Buch, das vor dem Jerusalem-Tag veröffentlicht wurde, beschreibt, wie das muslimische Narrativ über die jüdische Verbindung zum Tempelberg verfälscht.

Nadav Shragain, Israel HaYom, 10. Mai 2021

Das Buch Islam, Jews and the Temple Mount (Islam, Juden und der Tempelberg) wird in der muslimischen Welt für einigen Aufruhr sorgen. Es stellt eine umfassende Liste früher islamischer Quellen dar, die den historischen jüdischen Anspruch auf Jerusalem anerkennen, im Gegensatz zu modernen muslimischen Religionsführern, die – im Zusammenhang mit dem arabisch-israelischen Konflikt – jede jüdische Verbindung zum Tempelberg bestreiten und das Argument fördern, es habe nie ein jüdischer Tempel dort gestanden.

54 Jahre nach der Vereinigung Jerusalems und der Etablierung israelischer Kontrolle über die Altstadt halten Professor Yitzhak Reiter und sein Co-Autor Dvir Dimant dem vorherrschenden muslimischen Narrativ einen Spiegel vor.

Nach Angaben des Buchs bestreiten islamische Führer kanonische muslimische historische Arbeiten, die bis ins 7. Jahrhundert n.Chr. nach dem Tod des Propheten Mohammed zurückreichen und erklären, dass der Grund, dass der Islam dazu kam den Grundstein im Zentrum des Felsendoms als heilig zu betrachten infolge des Wissens entstand, dass der jüdische Tempel dort stand.

Professor Yitzhak Reiter

Es ist alles da. Muslimische Quellen beschreiben immer wieder die Geschichte auf dieselbe Weise wie jüdische Quellen es tun: Der Bau des ersten Tempels auf dem Grundstein durch König Salomon; seine Zerstörung durch den babylonischen König Nebukadnezar; das babylonische Exil; die Erlaubnis des persischen Kaisers Kyros des Großen, dass die Juden nach Jerusalem zurückkehren und den zweiten Tempel bauen; und dessen Zerstörung durch den römischen Kaiser Titus.

Darüber hinaus bestätigen nicht nur die angesehensten Historiker des Islam die jüdische geschichtliche Zeitleiste, sondern sie betonen auch, dass der Grund dafür, dass Jerusalem und der Tempelberg im Islam als heilig angesehen werden, darin besteht, dass diese Orte auch im Judentum als heilig galten. Das entstammte der Ansicht des Islam als Fortsetzung des Judentums, sowie des Patriarchen Abraham und anderer Persönlichkeiten in den heiligen Schriften.

In ihrem Buch stellen Reiter, Experte für Islam-, Nahost- und Israelstudien, und Dimant, Absolvent des Shalem Center in Jerusalem und Forschungsassistent am Truman Institute for Peace Research, jüdische und islamische Quellen Seite an Seite vor und zeigen die unbestreitbare Ähnlichkeit der beiden auf.

Islam, Jews and the Temple Mount zeigt, dass muslimische Quellen bis zur Balfour-Erklärung von1917 die jüdische Verbindung zu Jerusalem nicht bestreiten, sondern sie zeigen sie systematisch auf und bestätigen sie. 1967 jedoch, als Israel im Sechstage-Krieg die Kontrolle über die Altstadt übernahm, nahm das Narrativ eine dramatische Wende und jede jüdische Verbindung zum Tempelberg zu bestreiten wurde zum verbreiteten Argument.

Von da an kehrten Muslime einer unermesslichen und reichhaltigen islamischen Literatur den Rücken, die die jüdische Verbindung zum Tempelberg bestätigt.

Im 10. Jahrhundert n.Chr. beschrieb Muhammad ibn Jarir al-Tabari, vielleicht einer der bekanntesten und respektiertesten Historiker der religiösen muslimischen Welt, wie Gott den König David davon abhielt den Tempel zu bauen, weil er Blut an seinen Händen hatte und die Aufgabe daher seinem Sohn Salomon zugeteilt wurde. Seine Beschreibung ist fast identisch zu der in der jüdischen Quelle, dem Buch der Chroniken.

Im 11. Jahrhundert beschrieb Abu Bakr Muhammad ibn Ahmad al-Wasiti, der als Prediger der Al-Aqsa-Moschee diente, dass König Salomon Probleme hatte die Tore des Tempels zu öffnen und es nur schaffte, nachdem er im Gebet den Namen seines Vaters erwähnte. Die Geschichte steht fast Wort für Wort im babylonischen Talmud.

Palästinenser beten vor dme Felsendom (Foto: Reuters/Ammar Awad)

Im 14. Jahrhundert vermerkte auch der arabische Historiker Ibn Khaldun in seinem kanonischen Werk Muqaddimah, dass König Salomon im vierten Jahr seiner Regierung den Tempel baute. Seine Beschreibung der Einweihung des Tempels ist identisch zu der in 1. Könige 6.

Im 15. Jahrhundert erwähnte dann der Historiker Mujir al-Din aus Jerusalem, dass der Tempel von König Salomon gebaut wurde, ebenso viele andere nach ihm. Fast immer war die Beschreibung in muslimischen Quellen ähnlich der der heiligen Schriften der Juden.

Das Wichtigste, sagten Reiter und Dimant gegenüber Israel HaYom, „ist, dass der Al-Aqsa-Komplex oder wie die Juden ihn nennen, der Tempelberg, vom [modernen] Islam als Stelle der beiden jüdischen Tempel und, noch wichtiger, Salomons Tempel anerkannt wird“.

„Der Islam hat die jüdische und christliche Tradition diesbezüglich übernommen und im Mittelalter versuchte er nicht die Tatsache zu bestreiten, dass der Felsendom die Fortsetzung von Salomons Tempel symbolisiert. Man könnte so weit gehen zu sagen, dass der Islam stolz darauf war“, sagten sie.

„Einige Forscher stellten sogar fest, dass bestimmte Bräuche und Zeremonien während der Omajjaden-Dynastie, die außerhalb des Felsendoms und sogar in dessen Inneren stattfinden, denen ähnelten, die im jüdischen Tempel stattfanden.“

Dimant fügte hinzu, dass eine der besten Quellen, die man sich ansehen kann, wenn man etwas über das traditionelle muslimische Narrativ bezüglich der jüdischen Verbindung zum Tempelberg lernen will, das heiligste Buch des Islam ist: der Koran.

Die Quellen, die wir in dem Buch anführen, haben eine besondere Bedeutung darin, dass sie sich nicht mit Geschichte befassen. Das zeigt, wie tief verwurzelt das Thema der beiden Tempel und der Israeliten bei Koran-Kommentatoren war.“

Reiter, der an dutzenden diplomatischer Treffen zwischen Israelis und Arabern teilnahm, sagte, dass er oft Palästinenser und Muslime aus Jordanien, Ägypten und anderen arabischen Ländern traf, die überzeugt waren, dass die Juden die Geschichte des ersten und des zweiten Tempels nach der Gründung des modernen Staates aus politischen und nationalen Gründen erfunden hätten.

„Darüber hinaus wurde mir klar, dass ranghohe arabische öffentliche Führer und Akademiker oft mit ihren historischen Quellen nicht vertraut waren, die Jahrhunderte lang den jüdischen Tempel in Jerusalem und die Geschichte der Israeliten in Jerusalem und dem Land Israel beschrieben“, sagte er.

Frage: Wie reagieren diese Intellektuellen, wenn Sie Ihnen erstmals diese Geschichte mitteilen?

„Viele gaben zu, dass sie [das] nicht wissen, aber es gibt auch Intellektuelle, Akademiker, die diese Bücher in ihren Regalen stehen haben. Sie sagen mir im privaten Gespräch, dass das, was [der ehemalige Vorsitzende der PLO Yassir] Arafat seinerzeit sagte, dass es in Jerusalem nie einen Tempel gab, Unsinn ist. Gleichzeitig erklären sie, dass sie im gegenwärtigen Stand des Konflikts öffentlich nicht dem akzeptierten akademischen Narrativ zustimmen können, das auch das jüdische Narrativ ist. ‚Wir müssen unseren Mund halten‘, sagten sie“, erklärte Reiter.

Frage: Wie geht der Islam mit dem offensichtlichen Widerspruch zwischen seinem aktuellen Argument um, das den am meisten respektierten historischen Quellen widerspricht?

„Das wird geleugnet. Ausgeblendet. Es gibt Verlegenheit. Ich zeigte arabischen Studenten, die ich unterrichte, das Manuskript. Was mich verblüffte, war, dass es keine Reaktionen gab. Niemand sprach sich dafür oder dagegen aus. Niemand sagte, das sei wahr oder es sei falsch. Einfach komplettes Schweigen. Ich schickte auch einem Freund in der jordanischen Königsfamilie eine Kopie, der zum Konflikt um den Tempelberg auf dem Laufenden gehalten werden wollte. Auch er schweigt derzeit.“

Die Al-Aqsa-Moschee (Getty Images)

Über die Jahre machte die israelische Regierung, wenn es um Verhandlungen um Jerusalem ging, keinen Gebrauch von den Quellen, die Reiter und Dimant in ihrem Buch anführen.

„Das Ziel war eine diplomatische und politische Debatte beizubehalten, ohne den religiösen Aspekt hineinzubringen“, erklärte Reiter, der drei israelischen Premierministern als stellvertretender Berater für arabische Angelegenheiten diente – Menachem Begin, Yitzhak Shamir und Shimon Peres.

Begin fragte mich einmal nach dem genauen Vers im Koran, der sagt, dass das Land Israel dem Mose verheißen wurde“, erinnert sich Reiter. „Aber dann stellten wir fest, dass einer der Kommentatoren des Koran erklärte, obwohl die jüdische Nation mit dem Heiligen Land verbunden ist, verdienen sie es nicht; Grund ist die Sünde des goldenen Kalbes.“

Frage: Glauben Sie, nachdem sie jetzt diese Quellen zusammenstellten und die Information zur Verfügung stellen, dass israelische Diplomaten sie nutzen werden?

„Unser Ziel ist es, den Diskurs quellenbasierter zu machen. Das ist sehr heikel. Wir wollen niemanden vor den Kopf stoßen. Das Buch ist Sprengstoff und Offizielle werden nicht danach drängen es zu verwenden. Wir sollen nicht, dass das Buch eine Quelle von Konflikt wird, sondern den Diskurs umgestalten und mit einem Aspekt bereichern, der ihm bisher völlig fehlt“, sagte Dimant.

Frage: Die Verbindung zwischen Islam und Judentum – wie weit reicht die zurück?

„Zufälligerweise las ich letzte Woche eine Biographie Mohammeds, die einige Jahrzehnte nach seinem Tod geschrieben wurde. Der Prophet, heißt es in dem Buch, traf sich mit Stammesführern aus der Stadt Medina, die mit Juden studiert hatten und sich oft mit Juden trafen. Er fragte sie über die Juden und ihren Glauben aus und sie sagten ihm unter anderem, dass Juden an einen einzigen Gott glauben“, sagte Reiter.

„Die Verbindung zwischen Islam und Judentum bestand von Beginn des Islam an. Der Islam hat sich immer als Fortsetzung des Judentums betrachtet. Der Koran ist voller Geschichten von [jüdischen] Propheten. Die Sure Yussuf im Koran ist fast identisch mit der Geschichte von Josef und seinen Brüdern im ersten Buch Mose. Und das ist nur ein einziges Beispiel“, fügte er hinzu.

Reiter und Dimant erklärten, dass der moderne Islam weit weniger stolz auf seine jüdische Ursprünge ist und sich oft große Mühe gibt sie zu verbergen. Der moderne Islam hat zudem archäologische Ausgrabungen auf dem Tempelberg verboten und nutzt das Fehlen bedeutender archäologischer Entdeckungen auf dem Berg – was das Ergebnis des Verbots ist – um seine Leugnung jeglicher jüdischer Verbindung zu Jerusalem oder die Existenz der Tempel zu untermauern.

Reiter und Dimant listen in ihrem Buch mehrere Typen von „Leugnern“ auf: diejenigen, die behaupten, dass der jüdische Tempel überhaupt nicht im Land Israel stand, sondern auf der Arabischen Halbinsel; diejenigen, die überzeugt sind, dass Abraham, König David und König Salomon keine Juden, sondern Persönlichkeiten des Islam waren; und diejenigen, die glauben, dass der traditionelle Islam ein Satz unausgewogener, erfundener Traditionen ist, der von Juden verändert wurde, die zum Islam konvertierten und die Religion mit ihren eigenen Inhalten beeinflussten.

Einige zeitgenössische Führer, erklärten Reiter und Dimant, erkennen an, dass es einmal einen jüdischen Tempel auf dem Berg gab, aber behaupten, er sei ein kleines Gebäude, das nicht lange stand und die Juden daher an der Stelle heute kein Recht haben. Nach ihnen haben die Juden von heute keine Verbindung zu diesen Israeliten.

Für viele Muslime „ist das Judentum das Rückgrat des Zionismus und sie betrachten die Religion als Bedrohung für den Islam und die Al-Aqsa-Moschee und sie beschlossen diese Bedrohung dadurch anzugehen, dass sie die muslimische Geschichte einerseits und die Geschichte der Juden andererseits neu schrieben.“

Frühe islamische Quellen, schlossen Reiter und Dimant, „akzeptierten die jüdische Tradition und ihre Spanne über hunderte Jahre ganz oder fast ganz, fast von den frühesten Tagen des Islam bis ins 20. Jahrhundert.

Wir behaupten, dass die, die die jüdische Verbindung zum Tempelberg aufgrund politischer Absichten bestreiten, ungewollt die islamische Geltung der Al-Aqsa und des Felsendoms untergraben, ebenso die Glaubwürdigkeit grundlegender, in Arabisch geschriebener Quellen, die die Klassiker des Islam und seiner Kultur und Identität sind.“

Medien verpassen die eigentliche Story bei den palästinensischen Krawallen auf dem Tempelberg

Emanuel Miller, HonestReporting, 9. Mai 2021

Am Freitag skandierten tausende Moscheebesucher gewalttätige Parolen, während sie auf dem Tempelberg randalierten, dem heiligsten Ort des Judentums, auch Standort der Al-Aqsa-Moschee, dem drittheiligsten Ort des Islam. Mehr als 200 Palästinenser und 17 israelische Polizisten wurden bei den daraus resultierenden Zusammenstößen verletzt.

Aber das war nicht das, wie die Medien die Geschichte berichteten.

Wenn man irgendeinen Bericht der New York Times, der BBC, des Guardian, der Washington Post oder der Associated Press liest, dann könnte einem vergeben werden zu glauben, dass palästinensische Moscheebesucher von unbarmherzigen israelischen Sicherheitskräften misshandelt wurden.

Eine solche Darstellung ist nicht nur eine Verzerrung der Fakten, sondern trübt auch das Gesamtbild.

In den Berichten ausgelassen: palästinensische Kampfrufe

„Ya Qassam, Ya Habib/Bombardiert, bombardiert Tel Aviv.“                     

Das waren die Worte von den Lippen nicht hunderter, sondern tausender Palästinenser, die sich auf dem Tempelberg versammelt hatten, um den letzten Freitag des Monats Ramadan zu begehen.

Das waren nicht die einzigen Gewaltworte: Der bekannte alte Kehrreim „Mit unserer Seele, mit unserem Blut werden wir dich erlösen, Al-Aqsa“ wurde ebenfalls wiederholt skandiert.

Das vielleicht ungeheuerlichste Beispiel kam in einem Beitrag von NPR, in dem Parolen erwähnt wurden – aber nur die einer kleinen Gruppe jüdischer Extremisten während der letzten Wochen (Minute 2:40 im Audio-Clip). Die auf Arabisch von tausenden muslimischer Moscheebesucher während der Zusammenstöße am Freitagabend gesungenen Parolen wurden hingegen nicht als erwähnenswert betrachtet.

Während dies von den Medien fast nicht berichtet wurde, sollte Reuters als eines der wenigen gelobt Nachrichtenorgane gelobt werden, das die Aufstachelung zu Gewalt erwähnte.

Derweil beschrieb die selbsternannte „Friedens“-Organisation IfNotNow das Hassreden als „inspirierenden … palästinensischen Widerstand“.

Grob vereinfachendes Framing des „Konflikts im Scheik Jarrah um Land“

In den letzten Tagen hat eine juristische Debatte über das Schicksal von ein paar Immobilien im Viertel Schimon HaTzadik/Scheik Jarrah in Ostjerusalem international Schlagzeilen gemacht. Es ist zwar klar, dass dieser Fall von Randalierern in Jerusalem als Sammelruf benutzt wird, aber Medienberichte haben das Narrativ so weit übersimplifiziert, dass die palästinensische Intoleranz praktisch ignoriert wird.

Ein von der BBC nach den Krawallen am Freitagabend veröffentlichter Artikel dient als perfektes Beispiel. Er begann mit der Dokumentation der Zahlen der Verletzten und führte die von jeder Seite eingesetzten Waffen an, womit der Eindruck vom „mutigen“ palästinensischen Underdog entstand, der brutalen israelischen Sicherheitskräften die Stirn bot:

Mindestens 163 Palästinenser und sechs israelische Polizisten sind bei Zusammenstößen in Jerusalem veröffentlicht worden, sagen palästinensische Sanitäter und die israelische Polizei. Die meisten wurden an der Al-Aqsa-Moschee verletzt, wo israelische Polizei mit Gummigeschossen und Blendgranaten schoss, während die Palästinenser Steine und Flaschen warfen.

Der nächste Absatz gestaltet das Thema vor dem Hintergrund eines anderen:

Wegen der möglichen Zwangsräumung von Palästinensern von Land, das jüdische Siedler beanspruchen, haben Spannungen zugenommen.

Heruntergespielt: palästinensische Gewalt

Eine weitere anscheinend unangenehme, von den Medien ignorierte Tatsache ist, dass palästinensische Randalierer große Felsbrocken auf den Tempelberg brachten und in der Al-Aqsa-Moschee versteckten. Videos der Zusammenstöße zeigen auch Palästinenser, die Feuerwerkskörper als Waffen verwenden, was die israelische Grenzpolizei zwang Schilde einzusetzen, um sich zu schützen. Es scheint auch so, dass Laser eingesetzt wurden, um die Beamten abzulenken und zu verwirren. (Das im Original hier gezeigte Video konnte ich leider nicht einbinden.)

Diese von der israelischen Polizei zur Verfügung gestellten Videobilder sind von unschätzbarem Wert, weil sie den Zuschauern hilft sachgemäß zu verstehen, was im von der Washington Post verwendeten Leitbild eingefangen wurde. Die Bildbeschreibung der Post lautete: „Palästinenser reagieren, als israelische Polizei während Zusammenstößen auf dem Gelände, das die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalems Altstadt beherbergt, Blendgranaten verschießt.“

Das Bild zeigt hingegen sehr deutlich Feuerwerkskörper, die in der Luft explodieren, am wahrscheinlichsten die von den Palästinensern eingesetzten – mit der Aussicht israelische Sicherheitskräfte zu verletzen – die eine Reaktion auslösten.

Und während Blendgranaten von den Sicherheitskräften tatsächlich manchmal zur Zerstreuung der Menge eingesetzt wurden, sieht es in Wirklichkeit so aus, wenn sie explodieren.

Es scheint daher klar zu sein, dass die Bildbeschreibung der Post falsch ist.

Nicht berichtet: der palästinensische Machtkampf

Vielleicht zum ersten Mal überhaupt wurden am Wochenende auf dem Tempelberg Hamas-Flaggen gehisst. Die Terrororganisation, die den Gazastreifen beherrscht, hat sich Israels Vernichtung verschrieben und zeigt in Jerusalem Wirkung.

Die Flaggen sollten für sich selbst sprechen, schließlich repräsentieren sie eine völkermörderische Gruppe. Aber es gibt einen weiteren Blickwinkel zu diesem Vorfall.

Wie weithin erwartet, sagte PA-Präsident Mahmud Abbas vor kurzem die Parlamentswahlen ab, die ursprünglich für den 22. Mai angesetzt waren. Seitdem haben die Spannungen zwischen Abbas‘ Fatah, die praktisch die Westbank per Erlass regiert, und der Hamas zugenommen. Als Reaktion hat die Hamas die Hetze gegen den jüdischen Staat gesteigert, was viele Analysten als Versuch interpretierten ihr öffentliches Profil durch Demonstration ihrer nationalistischen Aufrichtigkeit zu verbessern.

Leider wird den Lesern regelmäßig detaillierte, nuancierte Berichterstattung zum eineinhalb Jahrzehnte dauernden innerpalästinensischen Konflikt vorenthalten. Das hat fundamentale Fehlwahrnehmungen zur Beziehung zwischen Israel und den Palästinensern wie auch zwischen den Palästinensern selbst zur Folge. In diesem Fall ist die Folge klar: Die Leser bleiben darüber fehlinformiert, was wirklich die jüngste Eskalation der Gewalt in Jerusalem verantwortlich ist.

(Bilder: Getty Images, Emmanuel Dunand)

Die Lüge, die Jerusalem in Brand setzt

„Die Al-Aqsa ist in Gefahr“ wird herausgeschleudert, um religiösen Terrorismus anzuwerfen, wenn die nationale Motivation verweht. Derweil erlaubt Israel, dass das unfassbare Zugeständnis, das es 1967 machte, als selbstverständlich betrachtet wird.

Nadav Shragai, Israel HaYom, 9. Mai 2021

Rund 20 Jahre nach den Krawallen vom Oktober 2002 auf dem Tempelberg und den unvergessenen Äußerungen des damaligen Führers der Partei Ra’am, MK Abd al-Malik Dahamsche, er wäre „bereit der erste Schahid zu sein, der die Al-Aqsa verteidigt“, geben beide Arme der Islamischen Bewegung in Israel – der legale Südliche Zweig wie auch der verbotene Nördliche – heute Ähnliches von sich.

Alles ist koordiniert: Die ideologische Linie ist die der Muslimbruderschaft. Die Operation vor Ort und die Aufstachelung werden von der Hamas, der Islamischen Bewegung und einigen Arabern in Ostjerusalem erledigt. Die palästinensische Autonomiebehörde ist wie üblich mit dabei. Das ist dieselbe Achse, die während der Krise um die Metalldetektoren aktiv war. Es handelt sich um dieselbe Achse, die während der aktuellen Schlägereien am Damaskustor einsetzte. Es ist auch jetzt dieselbe Achse. Das Ziel ist, den Konflikt auf religiöse Linien zu schieben, nachdem die nationalistische Frage sich als für einen Flächenbrand unzureichend erwies. Der Weg das zu tun läuft über dieselbe alte Lüge: „Die Al-Aqsa ist in Gefahr.“

Manchmal handelt es sich um eine wahnhafte Behauptung, Israel plane die Moscheen auf dem Tempelberg abzureißen. Manchmal ist es eine niederträchtige Behauptung, Israel plane angeblich am Status quo auf dem Tempelberg herumzubasteln, wenn genau das Gegenteil wahr ist: Die Muslime sind diejenigen, die den Status quo gewaltig umstoßen.

Aber diese Geschichten haben vor langer Zeit aufgehört nur Propaganda und Aufstachelung zu sein. Sie sind Ersatz für Terrorismus und Katalysator für Terroranschläge, Krawalle und jetzt einen Halbaufstand geworden, dessen Zweck darin besteht Israels Zugriff auf und Souveränität über die Altstadt von Jerusalem und den Tempelberg zu schwächen.

Die neue Gleichung, die Hamas versucht zu konstruieren, ist eine, in der Israel in Jerusalem im Tausch für Ruhe abgibt, sowohl in der Stadt selbst als auch in Judäa und Samaria und dem Gazastreifen. Diese Formel, ob es nun um den Tempelberg oder das Viertel Scheik Jarrah/Schimon HaTzadik geht oder um den Bau im Viertel Har Homa, sollte mit strenger Hand niedergeschlagen werden. Die Hamas betrachtet jedes Zugeständnis in Jerusalem oder überhaupt als Schwäche und Ermutigen, um die Krawalle, den Terror sowie Aufwiegelung und mehr zu intensivieren.

Die Öffentlichkeit in Ostjerusalem, arabische Israelis und die Araber in Judäa, Samaria und dem Gazastreifen sind versiert darin die Fiktion der „Al-Aqsa in Gefahr“– und der angeblich nötigen Verteidigung – einzusetzen, um politische und nationale Zwecke durchzusetzen. Der Vater der Verleumdung und des religiösen Terrorismus in Israel war der Großmufti Haddsch Amin al-Husseini. Sein Nachfolger ist Scheik Raed Saleh, derzeit im Gefängnis, wie er es verdient. Salehs Verbündete und Schüler sind diejenigen, die jetzt Jerusalem und den Tempelberg in Flammen setzen.

Zur „Al-Aqsa ist in Gefahr“-Koalition, die in den letzten Jahren Terrorismus hervorbrachte, gehören auch die Islamische Bewegung in Israel, einige arabische Knesset-Abgeordnete, die PA und ihre Sprecher, alle Arme der PLO, die Fatah, der türkische Führer Recep Tayyip Erdoğan, die Hamas, der Palästinensische Islamische Jihad, die Hisbollah, der Iran, Syrien sowie Mitglieder des Blocks, der sich mit der moderaten arabischen Welt in Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und den Golfstaaten sowie Indonesien identifiziert. Seit Jahren haben deren Mitglieder versucht sich einander bei der Aufstachelung und im Radikalismus auszustechen, weil schon das Thema anzurühren ihnen in den Augen ihres jeweiligen Publikums und ihren Kreisen Vertrauenswürdigkeit gibt.

Der Diskurs, in den der radikale Islam die Welt wie auch uns [die Israelis] zieht, fokussiert sich fast ausschließlich auf den heiligen Status des Tempelbergs für Muslime. Niemand erinnert die Welt an das enorme, unglaubliche Zugeständnis zum Berg, das Israel bereits gemacht hat, schon 1967, als es ihn in die Hände einer rivalisierenden Religion, des Islam, gab, für den er nur der drittheiligste Ort ist, was den Rechten der Juden dort massiven Schaden zufügte.

Aus irgendeinem Grund ist diese Tatsache, die nun wirklich schwer zu akzeptieren ist, etwas geworden, das für selbstverständlich gehalten wird, was es aber nicht sein sollte. Es gibt nirgendwo auf der Welt ein solches Beispiel eines anderen Zugeständnisses wie dieses in Beziehungen zwischen den Religionen, aber Israel spielt es herunter, als sei das nie geschehen.

Die „Tod den Juden“-Rufe an der Al-Aqsa-Moschee, von denen Sie sonst nichts hören werden

David Lange, Israellycool, 10. Mai 2021

Erinnern Sie sich daran, dass eine kleine Gruppe Extremisten an einer Welle nicht provozierter Angriffe auf Juden „Tod den Arabern“ skandierte? Natürlich tun Sie das – es war überall in den Medien und den Feeds der sozialen Medien von US-Politikern und –VIPs. Und es wurde von israelischen Politikern und der israelischen Gesellschaft klar und deutlich verurteilt.

Wie stehen die Wetten, dass diese nächste (nicht sonderlich) neue Parole – ebenfalls aus Israel, aber von weit mehr Leuten skandiert – die den Tod von Juden überall fordert, von denselben Medienorganen, US-Politikern und VIPs ignoriert wird?

Auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee skandierten vor kurzem Palästinenser mit Hamas-Flaggen „Juden, denkt an Khaybar, die Armee Mohammeds kehrt zurück.“

Das sind dieselben völkermörderischen Rufe, die wir im Verlauf der Jahre bei israelfeindlichen Kundgebungen erleben konnten. Und die Welt gähnte dabei genauso, wie sie es jetzt tut. Denn: Schau mal da, Israel ist schlimm und es gibt nur rechte Antisemiten.

Schocker aus Saudi-Arabien: Tempelberg ist jüdisch, Muslime sollten Richtung Mekka beten

Saudische Twitter-User spielen die Bedeutung Jerusalems für Muslime herunter, geben zu verstehen, dass die Juden den Tempelberg kontrollieren sollten.

Yakir Bezion, United With Israel, 8. März 2021

Saudische Twitter-User haben aktuell einen neuen Gedankengang gepuscht, der die Bedeutung von muslimischen Gebeten in Richtung der heiligen Stadt Mekka in Saudi-Arabien betont, während die Bedeutung der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem heruntergespielt wird, berichtete Israel National News (Arutz-7) am Sonntag.

Die umstrittene Kampagne scheint dazu konzipiert zu sein die Bedeutung der saudischen Städte Mekka und Medina als heilige Orte des Islam zu betonen und die Bedeutung Jerusalems und des Tempelbergs für Muslime auszuschließen, womit sie jegliche islamische Obrigkeit der Palästinenser über den Ort reduzieren.

Eine der Botschaften kommt Berichten zufolge von dem bekannten saudischen Karikaturisten Fahd al-Jabiri, der twitterte: „Die Gebetsrichtung für Juden spielt für uns keine Rolle, was uns wichtig ist, ist einzig unser Heimatland.“

Ein weiterer englischsprachiger Tweet kommt von einem Marokkaner namens Ibtissam Zegiga, in dessen Profil steht, er studiere Hebräisch und wolle Frieden; er ruft „unsere lieben Brüder und Schwestern“ auf sich der Bewegung anzuschließen.

„Diese aktuelle saudische Twitter-Bewegung glaubt, dass der Tempelberg und die Erwartung des [jüdischen] dritten Tempels keine Bedeutung für Muslime haben. Eine neue Ära, eine des Friedens.“

Nach Angaben des Berichts ist die saudische Kampagne eine Reaktion auf die palästinensischen Online-Beleidigungen und Parolen gegen das Königreich Saudi-Arabien, die nach Freitagsgebeten bei einer Demonstration auf dem Tempelberg zu hören waren. Die Saudis haben die aktuellen Abraham-Vereinbarungen in aller Stille unterstützt, die Frieden zwischen vier arabischen Ländern und Israel schufen, was die Palästinenser wütend gemacht hat.

Die Reaktion der Saudis besteht darin zu betonen, dass die Al-Aqsa in Jerusalem schlicht eine Moschee wie alle anderen Moscheen ist; dass es für die Gebetsrichtung für alle Muslime keine Rolle spielt, wo sie sich auf dem Planeten befinden, dass auf die Stadt Mekka in Saudi-Arabien auszurichten ist.

Ein Tweet des Account Saudi Arabia in Numbers besagte, dass Muslime von der Religion nicht verpflichtet sind den Palästinensern zu helfen um Jerusalem zu kämpfen, von dem die Palästinenser ständig betonen, dass die Al-Aqsa-Moschee der „drittheiligste Ort des Islam“ ist.

„Unser Prophet, Frieden und Segen sei mit ihm, verließ uns nicht mit einem Gebot, nicht einmal mit einem einzigen Wort, dass Jerusalem befreit werden muss“, hieß es in dem Tweet; dem folgte: „Die einzigen zwei heiligen Moscheen befinden sich in [den saudischen Städten] Mekka und Medina.“

„Am Ende wird zunehmend deutlich, dass das Haupthindernis zum Erreichen der Verwirklichung des Rufs, ‚der Tempelberg ist in unseren Händen‘ wir selbst sind“, sagte Tom Nissani, Generaldirektor der Temple Mount Heritage Foundation gegenüber Arutz-7.

„Heute betonen die Saudis und auch die Marokkaner die starke Verbindung des jüdischen Volkes zum Tempelberg und die Abschwächung seiner Bedeutung für den Islam“, stellte Nissani fest. „Es handelt sich um eine historische Gelegenheit die feindselige Waqf vom Tempelberg zu vertreiben und ihn insgesamt israelischem Management zu übergeben, das in Zusammenarbeit mit den Emiraten, den Saudis und Marokkanern, Juden und Nichtjuden komplette Freiheit für Zugang und Religion auf dem Tempelberg ermöglichen wird, damit die gemeinsamen Ziele erreicht werden.“