Die Hetze geht weiter: Der Iran erfindet Lügen über Juden auf dem Tempelberg und veröffentlicht sie

Elder of Ziyon, 11. Oktober 2021

Gewöhnlich versuchen selbst die schlimmsten Propagandaorgane ihre Lügen auf einem Krümel Wahrheit aufzubauen. Aber wenn die Medien dem Iran gehören, warum sich darum überhaupt kümmern?

Aus Irans Mehr News:

Zionistische Siedler greifen in der Al-Aqsa-Moschee Palästinenser an

Teheran, 10. Oktober (MNA) – Siedler des zionistischen Regimes begannen am Sonntag einen groß angelegten Angriff auf Palästinenser ni der Al-Aqsa-Moschee; sie wurden von militärischen Truppen des Regimes unterstützt und lieferten sich Zusammenstöße mit Palästinensern.

Zionistische Siedler setzen ihre feindlichen Aktionen gegen palästinensische Heiligtümer fort. Die Siedler griffen die Al-Aqsa-Moschee am Sonntag erneut an, berichtete Palestine Al-Youm.

Nach Angaben des Berichts skandierten zionistische Siedler islamfeindliche Parolen, nachdem sie Vorplätze der Al-Aqsa-Moschee angriffen. Es gab einen schweren Schlagabtausch zwischen den Siedlern des zionistischen Regimes und palästinensischen Bürgern nach dem von den Zionisten an der Al-Aqsa-Moschee begonnenen Angriff.

Das hat nie stattgefunden. Juden, die den Tempelberg besuchen, kommen dort keinen Muslimen nahe und die Polizei hält sie voneinander fern. Hätte es einen solchen Vorfall gegeben, wäre er weithin berichtet worden.

Die angegebene Quelle war „Palestine al-Youm“. Ich glaube, das ist der Satellitenkanal von PalToday.TV. Wenn man dessen Internetseite besucht, sieht man etwas Interessantes:

Diese Internetseite ist beschlagnahmt worden.

Im Juni beschlagnahmten die Vereinigten Staaten 33 iranische Internetseiten mit Domain-Namen, die in den USA registriert sind, weil sie illegal operierten, indem sie keine Lizenz des Büros für die Kontrolle von Auslands-Aktivposten (OFAC) einholten. Das Justizministerium hielt fest, „dass Komponenten der Regierung des Iran, zu denen IRTVU und andere gehören, sich als Nachrichtenorgane oder Medienorgane tarnten, die USA mit Desinformationskampagnen und bösartigen Aktionen ins Visier nahmen“.

Eine dieser beschlagnahmten Internetseiten war Paltoday.tv, ein Satellitenkanal, der ein Sprachrohr des Irans für die Hamas und den Islamischen Jihad ist.

Israelhasser puschen einen mehrgleisigen Angriff auf jüdische Rechte, der auf reinem Judenhass basiert. Ein Beispiel: Heute kommt ein weiterer von der sozialistischen Terrororganisation PFLP; dort hieß es, die Region könne wegen talmudischer Gebete explodieren. Die einzige Sorge der PFLP wegen Gebeten gibt es, wenn Juden sie sprechen.

Ein Mitglied des Zentralkomitees der Volksfront zur Befreiung Palästinas, Mahmud al-Ras, rief das palästinensische Volk auf seine Kräfte und Widerstand fortzusetzen, sie weiterhin zu konfrontieren und bereit zu sein sowie kampfbereit für die Schlacht Jerusalem angesichts der Eskalation des Angriffs der Besatzung auf die Vorhöfe der Al-Aqsa und der Entscheidung des Besatzungsgerichts zu verteidigen, das den Siedlern den Weg freimacht talmudische Gebete in seinen Vorhöfen zu auszuführen. Al-Ras erwog, dass Jerusalem mit seinen Kirchen und Moscheen die Identität eines Heimatlandes und das schlagende Herz Palästinas ist; er stellte heraus, dass der Versuch die talmudischen Gebete mit Aggression gegen die Al-Aqsa heraufzubeschwören darin besteht religiöse Brände auszulösen, die die gesamte Situation explodieren lassen, nicht nur in Palästina, sondern auch außerhalb.

Nur ein bisschen Judenhass am heiligsten Ort des Judentums

Elder of Ziyon, 1. Oktober 2021

Hier ist ein Tweet, der heute eine Gruppe Palästinenser auf Tempelberg zeigt, die unter anderem „Khaybar, Khaybar, oh Juden, die Armee Mohammeds wird zurückkehren“ skandierte. Was heißt: die Juden töten.

Das ist die Art Alltags-Antisemitismus, die in den Medien einfach nicht berichtet wird.

Muslimische Archäologen verwirrt von Überresten eines mysteriösen antiken Tempels unter der Al-Aqsa-Moschee

The MidEast Beast, 7. August 2021

Jerusalem – Unter dem Tempelberg arbeitende Archäologen haben eine Entdeckung gemeldet, die möglicherweise schneller die Geschichte umschreiben könnte als ein Schulbuch in Texas. Das Team muslimischer Archäologen begann die Arbeit um den Haram esch-Scharif (Tempelberg) vor einige Monaten und es scheint so, als hätten sie einen absolut einmaligen Fund gemacht.

„Es scheint so, dass das Edle Heiligtum über einem viel älteren Bauwerk errichtet wurde“, verkündete Teamleiter Dr. Yousef Muhamad. „Wir waren aber nicht in der Lage die Ursprünge der Ruinen festzustellen. Wir haben überall nach Antworten zu den antiken Erbauern gesucht. Haben Leute in der Moschee gefragt, die den Koran durchsahen und sahen im History Channel nach antiken Aliens.
Auf Grundlage dieser Recherchen lautet derzeit unsere beste Vermutung derzeit, dass der antike Tempel eine Moschee war, die von einer Art proto-muslimischer Gruppe gebaut wurde … oder von Außerirdischen, die die Erde vor mehreren Millionen Jahre gebaut wurde“, sagte Dr. Muhamad. „Wir sind zu diesem Schluss gekommen, nachdem wir die Tatsache einbezogen haben, dass zwischen der Zeit der Kanaaniter und der muslimischen Eroberung der Region niemand dort gelebt hatte.“

Das Team plant seine Expedition in der Hoffnung fortzusetzen, die Geheimnisse dessen zu entschlüsseln, was sie einfach „Die Verlorene Moschee, die Allah aus irgendeinem Grund unter der Al-Aqsa versteckt hat“ genannt haben. Dr. Muhamad informierte The MidEast Beast, den antiken Tempel zu verstehen sei von höchster Bedeutung, denn: „Das wird mit Sicherheit Einblick in den Aufstieg des Islam in der Region liefern und könnte uns sogar erlauben die Wurzeln des Islam selbst zu verstehen. Wir wollen wissen, wer den Tempel baute. Was geschah mit ihm? Und warum sind diese Leute nicht mehr da? Zweifelsohne wird, was immer wir finden, sicherlich die Sache eines historischen muslimischen Monopols in der Region stärken.“

Seit hundert Jahren lügen die Araber, dass Juden dabei sind die Al-Aqsa zerstören

Elder of Ziyon, 20. August 2021

The Guardian, 28. August 1924

In den 1920-er Jahren baute der berüchtigte antisemitische Mufti von Jerusalem – von den Briten ernannt – seine Machtbasis damit aufs, dass er in der arabischen Welt Geld für die Restaurierung der Al-Aqsa-Moschee und des Felsendoms Geld sammelte, die in 400 Jahren osmanisch-muslimischer Herrschaft verfallen waren.

Ein Teil seiner Verkaufsmasche lautete, die Juden hätten vor die Moschee zu zerstören, um einen dritten Tempel zu bauen. Er nahm Äußerungen von rabbinischen Leitern in Palästina über die messianische Ära und gab vor, Juden planten die Bauwerke auf dem Tempelberg abzureißen.

Das war eine machtvolle Botschaft, die die antisemitische arabische Welt begierig aufnahm. Es war die Lüge, die 1929 die Wurzel des tödlichen Massakers an Juden bildete.

Der Muslimische Kongress in Jerusalem 1931, angeführt vom Mufti, band diese Lügen geschickt mit „jüdischen Planungen“ zur Al-Aqsa an seinen Antisemitismus, als er alle jüdischen Reporter von der Berichterstattung über die Konferenz ausschloss.

1967 wurde die Lüge wieder aufgenommen, obwohl Israel die komplette Kontrolle über den Tempelberg hätte übernehmen können (und sollen).

Arabische politische Karikaturen puschen weiter die Lüge, dass Israel plant die Al-Aqsa und dne Felsendom abzureißen, obwohl es die Möglichkeit seit 54 Jahren gehabt hätte.

An jedem 21. August erreicht die Lüge einen fiebrigen Höhepunkt am Jahrestag des Anschlags eines geistesgestörten australischen Christen namens Denis Michael Rohan auf die Al-Aqsa.

Die palästinensisch-arabischen Medien lügen in der Regel rundheraus und sagen, Rohan sei Jude gewesen und dass diese Brandstiftung Teil eines zionistischen Komplotts zur Zerstörung der Al-Aqsa war.

Diese Lüge ist ein verlässliches Mittel die arabischen Leidenschaften zu entflammen, befeuert durch arabischen Antisemitismus. Sie ist besonders nützlich, wenn Palästinenserführer die Aufmerksamkeit von ihrem eigenen Versagen und den Problemen ihrer eigenen Leute ablenken wollen, indem sie ihren Judenhass als politisches Mittel einsetzen – genauso wie der Mufti es vor einem Jahrhundert machte.

Die Hamas will morgen Massenkundgebungen am Gaza-Zaun veranstalten, unter Nutzung dieses Jahrestages als Vorwand, um die Gazaner mit Hass anzuheizen. Die Jugendabteilung der Hamas hat eine Erklärung ausgegeben:

Die Feuer, die auf den Mauern und an den Seiten der gesegneten Al-Aqsa-Moschee seit 1969 entzündet wurden, sind noch nicht gelöscht worden. Der Geruch von schwarzem zionistischem Hass wabert immer noch umher und ihre Intrigen warten immer noch in der Al-Aqsa-Moschee, um die kriminellen Pläne gegen sie umzusetzen, angefangen mit der Absicht der Besatzung die Moschee in Zeit und Raum zu teilen, bis zur Idee sie abzureißen und an ihrer Stelle ihren angeblichen Tempel zu errichten.

Das entzündete Feuer war nicht, wie die Besatzung behauptet, eine Anomalie eines verrückten Menschen. Es handelt sich vielmehr um eine systematische Politik und eine feste Vision, die von der Besatzung seit dem ersten Tag an übernommen wurde, an dem sie ihre dreckigen Füße auf das reine Land  unseres Jerusalem setzte, deshalb richtete sie ihr Augenmerk auf das Projekt der Verjudung der Al-Aqsa-Moschee und Jerusalems.

Das Narrativ lautet, dass palästinensische „Standhaftigkeit“ das ist, was bisher die Juden von der Zerstörung des Gebäudes abhielt, also muss der Antisemitismus geschürt werden, um die Al-Aqsa gegen eine erfundene Bedrohung zu „verteidigen“.

Die gesamte Geschichte der Lüge ist mit Judenhass verbunden.

Wie die Westmauer zu einem der heiligsten Orte des Judentums wurde

Wann und iwe begannen Juden an der Westmauer zu beten?

Amit Naor, the Librarians, 28. Juli 2021

Ansicht der Westmauer und des Tempelbergs, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels

Beim Lesen des Titels könnten die, die mit jüdischen Quellen vertraut sind, schnell mit einem Zitat aus der Midrasch antworten: „Die Präsenz Gottes ist nie von der Westmauer gewichen.“ Diese sehr sachkundigen Leute wissen aber mit Sicherheit, dass die von unseren Weisen erwähnte Westmauer  nicht dieselbe gewaltige Mauer ist, die wir  heute die Westmauer nennen. Wie wurde dann die westliche Umfassungsmauer des herodianischen Tempelbergs zur bekanntesten national-religiösen Stätte für Juden weltweit?

Jüdische F rauen mit Gebetschals beten vor der Westmauer. Aus der Postkarten-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels.

Beginnen wir ganz am Anfang. Wie erwähnt ist die Westmauer, an der die Menschen heute beten, eine der vier Umfassungsmauern, die von König Herodes als Teil der Erweiterung und Renovierung des Tempelberggeländes und des Tempels gebaut wurde, der in seinem Zentrum stand. Ein weiteres Zitat der Weisen zum herodianischen Tempel behauptet: „Wer den Tempel des Herodes nicht gesehen hat, hat nie ein schönes Gebäude gesehen“ (Babylonischer Talmud Baba Batra 4a). Und während die meisten Weisen vermutlich nie eine Chance bekamen einen Blick auf das Taj Mahal oder den Palast von Versailles zu werfen, scheint es akkurat zu sein, wenn man sagt, dass der Tempel des Herodes nicht allzu schäbig gewesen sein kann. Dieser Tempel fand in dem berüchtigten Jahr 70 n.Chr. sein Ende, als die römischen Legionen ihn während der Eroberung Jerusalems und der Unterdrückung der Großen Revolte niederbrannten.

Als die Weisen von der „Westmauer“ (Hebräisch: HaKotel HaMa’aravi) schrieben, waren sie vermutlich immer noch in der Lage die Überreste der Westmauer des eigentlichen Tempelgebäudes zu sehen, zusätzlich zu den Umfassungsmauern des Tempelbergs-Platzes. Das war ein eindrucksvolles Relikt, das anscheinend nach dem Feuer der Römer noch stehen geblieben war. Es handelte sich um die Mauer, die sich am nächsten am Allerheiligsten befand und ihr übernatürliches Überleben trug vermutlich weiter zum Gefühl der Ehrfurcht und Heiligkeit des Ortes bei. Nach Angaben historischer Schätzungen ereignete sich seine endgültige Zerstörung spätestens gegen Ende des siebten Jahrhunderts, als die gerade angekommenen Muslimen an derselben Stelle den Felsendom bauten. Wir werden später zu dieser verloren gegangenen Westmauer zurückkehren.

Die Westmauer und Jerusalem auf einer Karte der heiligen Orte des Landes Israel. Klicken Sie hier, um sich die gesamte Karte der kartografischen Sammlung Eran Laor der Nationalbibliothek anzusehen.

Irgendwann wurde die Westmauer des Tempelgebäudes zerstört und was übrig blieb, war die Westmauer des Tempelbergs – die Umfassungsmauer des Platzes von Herodes. Allerdings muss jeder, der jemals einen Blick über die Altstadt geworfen hat, festgestellt haben, dass diese nicht die einzige stehen gebliebene Mauer des Tempelbergs ist. Die südliche und die östliche Mauer von Herodes mächtigem Bauprojekt sind ebenfalls übrig und stützen immer noch den Platz des Tempelbergs. Nur die nördliche Mauer ist nicht vollständig erhalten geblieben. Die südliche und die östliche Mauer wurden dann in die Mauern der Altstadt integriert. Das berühmte Gnadentor, auch als Goldenes Tor bekannt, durch das gemäß der Tradition der Messias in Jerusalem einziehen wird, wurde in die östliche Mauer gehauen.

In der Tat erwähnen Zeugenberichte von Reisenden, die das Land Israel schon in der byzantinischen Zeit besuchten, nicht unbedingt die Gebete, die auf der westlichen Seite des Tempelbergs stattfanden. Der Bericht des „Pilgers von Bordeaux“, bezeugte im Jahr 333, dass Juden immer noch einmal im Jahr auf den Tempelberg gingen (vermutlich am 9. Av) „und weinten und trauerten über einen Stein, der von ihrem Tempel übrig geblieben ist und den sie mit Öl salbten“. Könnte dies der Grundstein gewesen sein, der sich heute im Inneren des Felsendoms befindet? Ob es nun aus halachischen Gründen oder wegen der Einwände verschiedener Herrscher war, die Juden hörten auf, auf den Tempelberg selbst zu gehen und gaben sich mit dem Besuch der angrenzen Bereiche zufrieden.

Gebet an der Westmauer. Aus der Postkarten-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels.

Spätere Zeugenaussagen erwähnen die Westmauer, aber nicht zwangsläufig den Ort des Gebets, den wir heute kennen. Ein Text aus der Kairo-Genizah, geschrieben im 11. Jahrhundert, vermerkt die Gebete nahe der Westmauer, allerdings weiter nördlich, ein Ort direkter am zerstörten Allerheiligsten. Der berühmte jüdische Reisende des 12. Jahrhunderts Benjamin von Tudela führt die Westmauer namentlich an; er erklärt, dass dort Juden beteten. Er beschrieb allerdings das Gnadentor als in derselben Mauer befindlich, obwohl sich dieses Tor wie erwähnt in Wirklichkeit in der östlichen Mauer befindet. Dem muss die Tatsache hinzugefügt werden, dass Juden in dieser Zeit allgemein das Betreten der Stadt verboten war und es daher unwahrscheinlich ist, dass er persönlich Zeuge betender Juden in der Nähe der Westmauer war.

Die Westmauer ziert eine Landkarte Jerusalems aus dem 19. Jahrhundert. Nur wenige Landkarten der Stadt zeigen den wichtigen Ort markant, das die Stadt zumeist aus östlicher Richtung dargestellt wurde. Klicken Sie hier, um eine komplette Landarte aus den Kartografischen Sammlung Eran Laor-der Nationalbibliothek zu sehen.

Andere zeitgenössische Reisende erwähnen die Westmauer, aber nicht den Brauch daran zu beten. Manche stellen sogar heraus, dass die Westmauer alleine steht, dass niemand kommt um zu beten oder ihre massiven Steinblöcke zu sehen. Im 14. Jahrhundert schreib Ischtori Haparchi, ein weiterer berühmter Geograf der Region, von Juden, die an irgendeiner der Tempelberg-Mauern beteten, zu denen sie Zugang fanden, ohne eine besondere Präferenz für die im Westen. Diese Beschreibung wird von Inschriften verstärkt, die von Pilgern an den verschiedenen Mauern (einschließlich der Westmauer) eingeritzt wurden – in der Vergangenheit eine übliche Vorgehensweise von Besuchern heiliger Stätten.

An der Westmauer betende Männer und Frauen, Mitte des 19. Jahrhunderts. Foto: Felix Bonfils; die Priztker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Erst im 17. Jahrhundert begannen klare Belege für jüdisches Gebet an dieser bestimmten Stelle aufzutauchen. Anfangs waren es einzelne, die dort beteten und langsam sehen wir im Lauf der Jahre zunehmend Berichte, dass an der Stelle öffentliche Gebete abgehalten wurden. Zuerst waren das besondere Gebete am 9. Av und später bildete sich eine allgemeine Gebetsstätte, die im Herzen aller Juden tief verwurzelt wurde. Was stärkte die Position der Westmauer gegenüber den anderen Umfassungsmauern des Tempelbergs? Es scheint zwei Hauptgründe zu geben: Einer ist, dass es sich um dieselbe Westmauer handelt, die von den jüdischen Weisen erwähnt wird. Selbst wenn es bei der Identifizierung der fraglichen Westmauer zu einer Verwechslung gekommen ist, ist die aktuelle Westmauer in der Tat immer noch dem Allerheiligsten am nächsten, zu dem hinaufzugehen einmal verboten war. Der zweite Grund ist vielleicht prosaischer: Mitte des 15. Jahrhunderts verließen die Juden ihr Viertel auf dem Berg Zion und ließen sich stattdessen dort nieder, wo heute das jüdische Viertel ist. Die Nähe dieses neuen Viertels zur Westmauer half dabei sie zu dem bevorzugten Gebetsort der Jerusalemer Juden zu machen. Ein Erdbeben im 16. Jahrhundert legte offenbar weitere Teile der Westmauer frei, was die Schaffung des Gebetsortes ermöglichte, der uns heute bekannt ist. Es scheint so, dass die alleinige Heiligung der Westmauer bis ins aktuelle Jahrhundert nachverfolgt werden kann.

Gebet an der Westmauer, frühes 20. Jahrhundert. Es ist möglich die in die Mauer geritzten Inschriften zu sehen. Foto: Zadok Basan, aus dem Archiv Mosche David Gaon.

Das ist also die Geschichte der wichtigsten national-religiösen Stätte des heutigen Judentums. So wurde die Mauer zum Symbol der Sehnsucht des jüdischen Volks nach Zion. Und das war die Geschichte, die die Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft im Land Israel der britischen Untersuchungskommission erzählten, die nach den Krawallen von 1929 eingesetzt wurde und die nach einem Streit wegen Gebet an der Westmauer ausbrach. Und was ist mit den Zetteln, die in die Spalten zwischen den Steinen gesteckt werden? Das scheint ein „junger“ Brauch zu sein, der erst im 19. Jahrhundert eingeführt wurde. Er etablierte sich erst richtig, nachdem die Briten verboten Namen in die Westmauer zu ritzen, eine Gepflogenheit, die auch heute nicht länger akzeptiert wird. Andere Gebetsbräuche an der Westmauer haben sich im Verlauf der Zeit ebenfalls verändert: Heute werden z.B. von den orthodoxen Rabbinern der Stätte gemischte Gebete von Männern und Frauen nicht mehr erlaubt, obwohl das während der osmanischen Zeit üblich war. Es stellt sich heraus, dass Bräuche, die uns zeitlos erscheinen mögen, eigentlich auf Traditionen gründen, die die Gewohnheit haben sich im Lauf der Zeit zu verändern und weiter zu entwickeln.

„Muslimische Historiker bestätigen durchgehend jüdische Verbindungen zu Jerusalem“

Ein neues Buch, das vor dem Jerusalem-Tag veröffentlicht wurde, beschreibt, wie das muslimische Narrativ über die jüdische Verbindung zum Tempelberg verfälscht.

Nadav Shragain, Israel HaYom, 10. Mai 2021

Das Buch Islam, Jews and the Temple Mount (Islam, Juden und der Tempelberg) wird in der muslimischen Welt für einigen Aufruhr sorgen. Es stellt eine umfassende Liste früher islamischer Quellen dar, die den historischen jüdischen Anspruch auf Jerusalem anerkennen, im Gegensatz zu modernen muslimischen Religionsführern, die – im Zusammenhang mit dem arabisch-israelischen Konflikt – jede jüdische Verbindung zum Tempelberg bestreiten und das Argument fördern, es habe nie ein jüdischer Tempel dort gestanden.

54 Jahre nach der Vereinigung Jerusalems und der Etablierung israelischer Kontrolle über die Altstadt halten Professor Yitzhak Reiter und sein Co-Autor Dvir Dimant dem vorherrschenden muslimischen Narrativ einen Spiegel vor.

Nach Angaben des Buchs bestreiten islamische Führer kanonische muslimische historische Arbeiten, die bis ins 7. Jahrhundert n.Chr. nach dem Tod des Propheten Mohammed zurückreichen und erklären, dass der Grund, dass der Islam dazu kam den Grundstein im Zentrum des Felsendoms als heilig zu betrachten infolge des Wissens entstand, dass der jüdische Tempel dort stand.

Professor Yitzhak Reiter

Es ist alles da. Muslimische Quellen beschreiben immer wieder die Geschichte auf dieselbe Weise wie jüdische Quellen es tun: Der Bau des ersten Tempels auf dem Grundstein durch König Salomon; seine Zerstörung durch den babylonischen König Nebukadnezar; das babylonische Exil; die Erlaubnis des persischen Kaisers Kyros des Großen, dass die Juden nach Jerusalem zurückkehren und den zweiten Tempel bauen; und dessen Zerstörung durch den römischen Kaiser Titus.

Darüber hinaus bestätigen nicht nur die angesehensten Historiker des Islam die jüdische geschichtliche Zeitleiste, sondern sie betonen auch, dass der Grund dafür, dass Jerusalem und der Tempelberg im Islam als heilig angesehen werden, darin besteht, dass diese Orte auch im Judentum als heilig galten. Das entstammte der Ansicht des Islam als Fortsetzung des Judentums, sowie des Patriarchen Abraham und anderer Persönlichkeiten in den heiligen Schriften.

In ihrem Buch stellen Reiter, Experte für Islam-, Nahost- und Israelstudien, und Dimant, Absolvent des Shalem Center in Jerusalem und Forschungsassistent am Truman Institute for Peace Research, jüdische und islamische Quellen Seite an Seite vor und zeigen die unbestreitbare Ähnlichkeit der beiden auf.

Islam, Jews and the Temple Mount zeigt, dass muslimische Quellen bis zur Balfour-Erklärung von1917 die jüdische Verbindung zu Jerusalem nicht bestreiten, sondern sie zeigen sie systematisch auf und bestätigen sie. 1967 jedoch, als Israel im Sechstage-Krieg die Kontrolle über die Altstadt übernahm, nahm das Narrativ eine dramatische Wende und jede jüdische Verbindung zum Tempelberg zu bestreiten wurde zum verbreiteten Argument.

Von da an kehrten Muslime einer unermesslichen und reichhaltigen islamischen Literatur den Rücken, die die jüdische Verbindung zum Tempelberg bestätigt.

Im 10. Jahrhundert n.Chr. beschrieb Muhammad ibn Jarir al-Tabari, vielleicht einer der bekanntesten und respektiertesten Historiker der religiösen muslimischen Welt, wie Gott den König David davon abhielt den Tempel zu bauen, weil er Blut an seinen Händen hatte und die Aufgabe daher seinem Sohn Salomon zugeteilt wurde. Seine Beschreibung ist fast identisch zu der in der jüdischen Quelle, dem Buch der Chroniken.

Im 11. Jahrhundert beschrieb Abu Bakr Muhammad ibn Ahmad al-Wasiti, der als Prediger der Al-Aqsa-Moschee diente, dass König Salomon Probleme hatte die Tore des Tempels zu öffnen und es nur schaffte, nachdem er im Gebet den Namen seines Vaters erwähnte. Die Geschichte steht fast Wort für Wort im babylonischen Talmud.

Palästinenser beten vor dme Felsendom (Foto: Reuters/Ammar Awad)

Im 14. Jahrhundert vermerkte auch der arabische Historiker Ibn Khaldun in seinem kanonischen Werk Muqaddimah, dass König Salomon im vierten Jahr seiner Regierung den Tempel baute. Seine Beschreibung der Einweihung des Tempels ist identisch zu der in 1. Könige 6.

Im 15. Jahrhundert erwähnte dann der Historiker Mujir al-Din aus Jerusalem, dass der Tempel von König Salomon gebaut wurde, ebenso viele andere nach ihm. Fast immer war die Beschreibung in muslimischen Quellen ähnlich der der heiligen Schriften der Juden.

Das Wichtigste, sagten Reiter und Dimant gegenüber Israel HaYom, „ist, dass der Al-Aqsa-Komplex oder wie die Juden ihn nennen, der Tempelberg, vom [modernen] Islam als Stelle der beiden jüdischen Tempel und, noch wichtiger, Salomons Tempel anerkannt wird“.

„Der Islam hat die jüdische und christliche Tradition diesbezüglich übernommen und im Mittelalter versuchte er nicht die Tatsache zu bestreiten, dass der Felsendom die Fortsetzung von Salomons Tempel symbolisiert. Man könnte so weit gehen zu sagen, dass der Islam stolz darauf war“, sagten sie.

„Einige Forscher stellten sogar fest, dass bestimmte Bräuche und Zeremonien während der Omajjaden-Dynastie, die außerhalb des Felsendoms und sogar in dessen Inneren stattfinden, denen ähnelten, die im jüdischen Tempel stattfanden.“

Dimant fügte hinzu, dass eine der besten Quellen, die man sich ansehen kann, wenn man etwas über das traditionelle muslimische Narrativ bezüglich der jüdischen Verbindung zum Tempelberg lernen will, das heiligste Buch des Islam ist: der Koran.

Die Quellen, die wir in dem Buch anführen, haben eine besondere Bedeutung darin, dass sie sich nicht mit Geschichte befassen. Das zeigt, wie tief verwurzelt das Thema der beiden Tempel und der Israeliten bei Koran-Kommentatoren war.“

Reiter, der an dutzenden diplomatischer Treffen zwischen Israelis und Arabern teilnahm, sagte, dass er oft Palästinenser und Muslime aus Jordanien, Ägypten und anderen arabischen Ländern traf, die überzeugt waren, dass die Juden die Geschichte des ersten und des zweiten Tempels nach der Gründung des modernen Staates aus politischen und nationalen Gründen erfunden hätten.

„Darüber hinaus wurde mir klar, dass ranghohe arabische öffentliche Führer und Akademiker oft mit ihren historischen Quellen nicht vertraut waren, die Jahrhunderte lang den jüdischen Tempel in Jerusalem und die Geschichte der Israeliten in Jerusalem und dem Land Israel beschrieben“, sagte er.

Frage: Wie reagieren diese Intellektuellen, wenn Sie Ihnen erstmals diese Geschichte mitteilen?

„Viele gaben zu, dass sie [das] nicht wissen, aber es gibt auch Intellektuelle, Akademiker, die diese Bücher in ihren Regalen stehen haben. Sie sagen mir im privaten Gespräch, dass das, was [der ehemalige Vorsitzende der PLO Yassir] Arafat seinerzeit sagte, dass es in Jerusalem nie einen Tempel gab, Unsinn ist. Gleichzeitig erklären sie, dass sie im gegenwärtigen Stand des Konflikts öffentlich nicht dem akzeptierten akademischen Narrativ zustimmen können, das auch das jüdische Narrativ ist. ‚Wir müssen unseren Mund halten‘, sagten sie“, erklärte Reiter.

Frage: Wie geht der Islam mit dem offensichtlichen Widerspruch zwischen seinem aktuellen Argument um, das den am meisten respektierten historischen Quellen widerspricht?

„Das wird geleugnet. Ausgeblendet. Es gibt Verlegenheit. Ich zeigte arabischen Studenten, die ich unterrichte, das Manuskript. Was mich verblüffte, war, dass es keine Reaktionen gab. Niemand sprach sich dafür oder dagegen aus. Niemand sagte, das sei wahr oder es sei falsch. Einfach komplettes Schweigen. Ich schickte auch einem Freund in der jordanischen Königsfamilie eine Kopie, der zum Konflikt um den Tempelberg auf dem Laufenden gehalten werden wollte. Auch er schweigt derzeit.“

Die Al-Aqsa-Moschee (Getty Images)

Über die Jahre machte die israelische Regierung, wenn es um Verhandlungen um Jerusalem ging, keinen Gebrauch von den Quellen, die Reiter und Dimant in ihrem Buch anführen.

„Das Ziel war eine diplomatische und politische Debatte beizubehalten, ohne den religiösen Aspekt hineinzubringen“, erklärte Reiter, der drei israelischen Premierministern als stellvertretender Berater für arabische Angelegenheiten diente – Menachem Begin, Yitzhak Shamir und Shimon Peres.

Begin fragte mich einmal nach dem genauen Vers im Koran, der sagt, dass das Land Israel dem Mose verheißen wurde“, erinnert sich Reiter. „Aber dann stellten wir fest, dass einer der Kommentatoren des Koran erklärte, obwohl die jüdische Nation mit dem Heiligen Land verbunden ist, verdienen sie es nicht; Grund ist die Sünde des goldenen Kalbes.“

Frage: Glauben Sie, nachdem sie jetzt diese Quellen zusammenstellten und die Information zur Verfügung stellen, dass israelische Diplomaten sie nutzen werden?

„Unser Ziel ist es, den Diskurs quellenbasierter zu machen. Das ist sehr heikel. Wir wollen niemanden vor den Kopf stoßen. Das Buch ist Sprengstoff und Offizielle werden nicht danach drängen es zu verwenden. Wir sollen nicht, dass das Buch eine Quelle von Konflikt wird, sondern den Diskurs umgestalten und mit einem Aspekt bereichern, der ihm bisher völlig fehlt“, sagte Dimant.

Frage: Die Verbindung zwischen Islam und Judentum – wie weit reicht die zurück?

„Zufälligerweise las ich letzte Woche eine Biographie Mohammeds, die einige Jahrzehnte nach seinem Tod geschrieben wurde. Der Prophet, heißt es in dem Buch, traf sich mit Stammesführern aus der Stadt Medina, die mit Juden studiert hatten und sich oft mit Juden trafen. Er fragte sie über die Juden und ihren Glauben aus und sie sagten ihm unter anderem, dass Juden an einen einzigen Gott glauben“, sagte Reiter.

„Die Verbindung zwischen Islam und Judentum bestand von Beginn des Islam an. Der Islam hat sich immer als Fortsetzung des Judentums betrachtet. Der Koran ist voller Geschichten von [jüdischen] Propheten. Die Sure Yussuf im Koran ist fast identisch mit der Geschichte von Josef und seinen Brüdern im ersten Buch Mose. Und das ist nur ein einziges Beispiel“, fügte er hinzu.

Reiter und Dimant erklärten, dass der moderne Islam weit weniger stolz auf seine jüdische Ursprünge ist und sich oft große Mühe gibt sie zu verbergen. Der moderne Islam hat zudem archäologische Ausgrabungen auf dem Tempelberg verboten und nutzt das Fehlen bedeutender archäologischer Entdeckungen auf dem Berg – was das Ergebnis des Verbots ist – um seine Leugnung jeglicher jüdischer Verbindung zu Jerusalem oder die Existenz der Tempel zu untermauern.

Reiter und Dimant listen in ihrem Buch mehrere Typen von „Leugnern“ auf: diejenigen, die behaupten, dass der jüdische Tempel überhaupt nicht im Land Israel stand, sondern auf der Arabischen Halbinsel; diejenigen, die überzeugt sind, dass Abraham, König David und König Salomon keine Juden, sondern Persönlichkeiten des Islam waren; und diejenigen, die glauben, dass der traditionelle Islam ein Satz unausgewogener, erfundener Traditionen ist, der von Juden verändert wurde, die zum Islam konvertierten und die Religion mit ihren eigenen Inhalten beeinflussten.

Einige zeitgenössische Führer, erklärten Reiter und Dimant, erkennen an, dass es einmal einen jüdischen Tempel auf dem Berg gab, aber behaupten, er sei ein kleines Gebäude, das nicht lange stand und die Juden daher an der Stelle heute kein Recht haben. Nach ihnen haben die Juden von heute keine Verbindung zu diesen Israeliten.

Für viele Muslime „ist das Judentum das Rückgrat des Zionismus und sie betrachten die Religion als Bedrohung für den Islam und die Al-Aqsa-Moschee und sie beschlossen diese Bedrohung dadurch anzugehen, dass sie die muslimische Geschichte einerseits und die Geschichte der Juden andererseits neu schrieben.“

Frühe islamische Quellen, schlossen Reiter und Dimant, „akzeptierten die jüdische Tradition und ihre Spanne über hunderte Jahre ganz oder fast ganz, fast von den frühesten Tagen des Islam bis ins 20. Jahrhundert.

Wir behaupten, dass die, die die jüdische Verbindung zum Tempelberg aufgrund politischer Absichten bestreiten, ungewollt die islamische Geltung der Al-Aqsa und des Felsendoms untergraben, ebenso die Glaubwürdigkeit grundlegender, in Arabisch geschriebener Quellen, die die Klassiker des Islam und seiner Kultur und Identität sind.“