Die Wahrheit zu Jerusalems Davidstadt – Die Lügen über Silwan

Nachschon Zenton, einer der Direktoren der Straße der Ausgrabungn, halt ein Katapultgeschoss, das offenbar im Kampf während der großen Revolte verwendet wurde (Shai Halawi, Antiquitäten-Behörde)

Nadav Shragai, Jerusalem Center for Public Affairs, Institute for Contemporary Affairs Nr. 624, Juli 2019

  • Die antike Pilgerstraße in der Davidstadt ist eine der sensationellsten archäologischen Entdeckungen, die seit Israels Gründung in Jerusalem gemacht wurden. Auf dieser Straße, die unter der Asche der römischen Zerstörung bemerkenswert gut erhalten geblieben ist, gingen viele tausend Juden in der Zeit des Zweiten Tempels nach einem rituellen Bad im Teich Siloah rund 700 Meter den Hügel auf den Tempelberg hinauf.
  • Die Stelle wurde erstmals von französischen, britischen und amerikanischen Archäologen vor einhundert Jahren ausgegraben, zu einer Zeit, in der der Staat Israel nicht existierte und Jerusalem unter muslimischer Herrschaft stand.
  • Die Davidstadt, die archäologisch untersucht wird, deckt rund 60.700 Quadratmeter Fläche – oder rund 6 Prozent des arabischen Viertels Silwan – ab. Der israelische Oberste Gerichtshof hat Behauptungen zurückgewiesen, die Grabungen würden die Häuser von Einwohnern Silwans gefährden und klargestellt, dass sie unter strenger technischer Aufsicht und in Übereinstimmung mit professionellen Standards durchgeführt werden.
  • Hunderte arabische Einwohner von Silwan sind bei den Grabungen unter den Häusern des Dorfes beschäftigt worden – derart viele, dass die Hamas und die palästinensische Autonomie sie bedrohte und zwang ihre Arbeit zu verlassen.
  • Die Ausgrabungen erfolgen in der Nähe des Tempelbergs und nicht darunter. Das stimmt für alle von Israel durchgeführten Grabungen im Verlauf der Jahre in anderen Teilen der Altstadt und der Umgebung des Tempelbergs. Die Al-Aqsa ist nicht in Gefahr; gefährdet ist die Freiheit wissenschaftlich-archäologischer Forschung in diesem Bereich.
US-Botschafter David Friedman und der Gesandte Jason Greenblatt schwingen einen Vorschlaghammer und nehmen an der Einweihungszeremonie für die Jerusalemer Pilgerstraße teil. (Screenshot)

Aus dem Film über die Pilgerstraße in der Davidstadt, südlich des Tempelbergs.[1]

Am 1. Juli 2019 wurde ein Foto des US-Botschafters in Israel David Friedman und des US-Gesandten Jason Greenblatt, wie sie mit einem Vorschlaghammer auf eine dünne und symbolische Mauer einschlagen, zur Schlagzeile des gesamten Ereignisses.

Das ist eine der sensationellsten archäologischen Entdeckungen, die in Jerusalem seit der Gründung Israels gemacht wurden. Auf dieser Straße, die unter der Asche der römischen Zerstörung bemerkenswert gut erhalten blieb, gingen – gemäß den historischen Beschreibungen viele tausende Juden in der Zeit des zweiten Tempels nach einem rituellen Bad im Teich Siloah rund 700 Meter zum Tempelberg.

Ein Fragment einer Tafel, in die kolorierte Steine eingelassen sind. (Kobi Herati, Davidstadt)

Im Verlauf der letzten fünf Jahre haben israelische Archäologen 350 Meter dieser Straße freigelegt, darunter zahlreiche Artefakte, die die letzte Schlacht in Jerusalem vor rund 2.000 Jahren zwischen den jüdischen Rebellen und den Römern wieder zum Leben erwecken.

Friedman nahm an der Einweihungsfeier nicht nur Teil, um Anerkennung der Souveränität Israels über den Bereich der Davidstadt zum Ausdruck zu bringen, sondern auch um ein großartiges archäologisches Unternehmen der israelischen Antikenbehörde zu bewundern, das voller Entdeckungen und Funde steckt. Obwohl dieses Unternehmen von Israel am 30. Juni eingeweiht wurde, begann es vor mehr als hundert Jahren an einer Stelle, die von nicht israelischen Archäologen ausgegraben wurde, zu einer Zeit, in der der Staat Israel nicht existierte und Jerusalem unter muslimischer Herrschaft stand.

Archäologen der israelischen Antikenbehörde haben unter strenger Überwachung durch Sicherheitsingenieure (in Übereinstimmung mit den striktesten Standards der Welt) nach der Pilgerstraße – fälschlich als Herodianische Straße bekannt – erst seit den 2000-ern gesucht bzw. diese ausgegraben. Aber sie und die Antikebehörde sind nicht die ersten, die nach dieser Straße suchen oder sie ausgruben. Ihnen ging in der Zeit der jordanischen Herrschaft die britische Archäologin Kathleen Kanyon voarus, die die nördlicheren Teile der Pilgerstraße aufdeckte und auch warnte, dass die Davidstadt solle schnell ausgegraben werden, bevor die Jordanier dort eine Straße pflasterten – was in der Tat das ist, was sie schließlich machten. Kenyon ging eine archäologische Forschungsdelegation in der Zeit des britischen Mandats voraus. Und dieser Delegation gingen Ende des 19. Jahrhunderts, unter osmanischer Herrschaft, die Archäologen Jones Bliss und Archibald Dickie voraus.

Die Arbeit an der Straße (Kobi Herati, Davidstadt)

Vor der Diskussion der vielen Entdeckungen aus den neuen Ausgrabungen müssen wir zuerst die Anschuldigungen widerlegen, dass sie die Häuser der Einwohner des arabischen Viertels Silwan gefährden.

Lokale Araber nahmen an den Grabungen teil, bis sie bedroht wurden

Im Verlauf der Jahre nahmen hunderte Einwohner von Silwan an den archäologischen Grabungen der Antikenbehörde teil, die von der NGO „Elad“ (der Name ist ein Akronym für „Zur Davidstadt“) finanziert werden. Mehr als einmal fanden die Grabungen unter den Häusern genau dieser arabischen Arbeiter statt. Sie hätten dort bis heute weiter gearbeitet, wäre ihnen nicht von Abgesandten der Hamas und der PA in Ostjerusalem Gewalt angedroht worden. Diese Drohungen zwangen sie ihre Arbeit aufzugeben.

Politische Gegner der archäologischen Grabungen in der Davidstadt, die seit fast 50 Jahren durchgeführt werden, versuchen alle paar Jahre die Arbeit der Antikenbehörde zu behindern, wobei oft auf juristische Verfahren zurückgegriffen wird. Ein- oder zweimal haben sie es sogar vor den Obersten Gerichtshof geschafft, dessen Richter dafür bekannt sind, dass sie den Behauptungen der Verletzungen der Menschenrechte gegenüber sehr sensibel sind. Die Kläger behaupteten, dass die Grabungen die Einwohner von Silwan gefährden und der Oberste Gerichtshof sah sich ihre Vorwürfe an und wiesen sie ab.

Die ehemalige Richterin am Obersten Gerichtshof Edna Arbel erklärte in Anwort auf eine Eingabe (Oberster Gerichtshof, Akte 9252/080), die gegen die Grabungen am Parkplatz Givati (Teil der Davidstadt) eingereicht wurde, dass „viele der von den Klägern erhobenen Behauptungen leere Worte waren, ohne Grundlage für diese Behauptungen“. Nachdem israelischen Profis ihr eine Reihe Maßnahmen beschrieben, die unternommen wurden, um die Stabilität der Wohnhäuser in dem Bereich sicherzustellen, sagte sie: „Die Kläger legten keinerlei Beweise vor, die eine Verbindung zwischen den Ausgrabungen und den Schäden untermauern, die angeblich an ihren Häusern verursacht wurden.“

Richterin Arbel fuhr fort:

Es scheint keine Meinungsverschiedenheit darüber zu geben, dass der Parkplatz sich innerhalb des Gebiets eines Nationalparks befindet und dass die darin durchgeführten Ausgrabungen bisher einen beeindruckenden archäologischen Schatz hervorgebracht haben, der von großer wissenschaftlicher und historischer Bedeutung ist, die über Israels Grenzen hinausgeht. … Israels reiche hisorische Vergangenheit wird Schicht um Schicht in seinem Boden aufgedeckt. Die historischen Annalen des Landes, der Menschen, die darin gelebt haben, es durchzogen und in die Seiten der Geschichte eingingen. Im Verlauf der Jahre wurden diese Annalen im Land begraben und wurden zu seinen Geheimnissen.

„Israel“, zitierte die Richterin aus einem anderen Urteil, „ist in der Tat ein junges Land, aber seine Wurzeln gehen tief in die menschliche Geschichte und sein Land ist in Länge und Breite mit antiken Überresten einer uralten menschlichen Zivilisation angefüllt, die in dieser Region tausende Jahre lang lebte und gestaltete. Dies gilt umso mehr bezüglich dem als Davidstadt bekannten Schauplatz. Die Reste der Davidstadt erzählen die Geschichte Jerusalems über tausende Jahre hinweg, wie man immr noch aus der hebräischen Bibel (s. z.B. 2. Samuel 4,8, 9,11; 1. Chronik 15,1; und der Ort selbst wird natürlich sogar früher erwähnt, in der Geschichte der Opferung Isaaks) und anderen Quellen erfahren kann.

Die nationale wie internationale Bedeutung der Geheimnisse der Davidstadt ist nicht einzigartig für das jüdische Volk, sondern ist für jeden von Bedeutung, der in die Geschichte dieser Region eintauchen will, die die Wiege der monotheistischen Religionen ist. Die Bedeutung der archäologischen Forschung liegt nicht nur im Verständnis der Vergangenheit des Landes und in der Möglichkeit den Wahrheitsgehalt der uns aus anderen Quellen bekannten Details zu verifiziren, sondern auch in der Tatsache, dass sie [die Forschung] ein Licht auf die Entwicklung der menschlichen Kultur wirft. Als solche geht seine Bedeutung Völker und Grenzen hinaus.

„Es musste klargestellt werden“, vermerkte Arbel, „dass die Grabungsarbeiten auf dem Parkplatz unter der Aufsicht und Begleitung von Profis durchgeführt wurden.“

Siegel, Paläste und eine goldene Glocke

Und in der Tat lieferte der Givati-Parkplatz einige Jahre später einen reichen Schatz aufschlussreicher archäologischer Funde. Der Hauptfund ist ein beeindruckendes Gebäude aus dem Ende der Zeit des zweiten Tempels, das nach Ansicht einiger Archäologen Königin Helena vom Königreich Aidabene in Assyrien vor rund 2.000 Jahren diente. Helena konvertierte zum Judentum und baute in der Davidstadt prachtvolle Paläste. (Die Paläste des Königs von Adiabene werden in den Schriften des Josephus erwähnt und sie wurden im Israel Museum in Jerusalem-Modell vom Ende der Zeit des zweiten Tempels nachgebaut.)

Ebenfalls am Givati-Parkplatz wurden Reste aus der Zeit des ersten Tempels gefunden: eine sechs Meter breite byzantinische Sraße, von der 30 Meter freigelegt wurden; ein Gebäude eines Gutsbesitzers aus der Römerzeit mit einem Hofraum, Garten und einer Mikwe [einem rituellen Bad]; und Rest aus der uralten Muslimzeit. Ein besonders interessanter Fund war ein Stempelsiegel, auf dem in antiker hebräischer Schrift die Worte zu sehen sind: „Für Natanmelech Eved Hamelech“ [Sklave des Königs]. Der Name Natanmelech erscheint in 2. König und die Forscher sagen, der archäologische Fund datiert aus derselben Zeit wie der Bericht in der Bibel –der zweiten Hälfte des siebten Jahrhunderts v.Chr.

Nach Angaben der Forscher ist der Givati-Parkplatz offenbar also der Ort der antiken Festung Acra, die von König Antiocus Ephiphanes 167 v.Chr. in der Zeit der Herrschaft der Seleukiden über das Land gebaut wurde. Die Festung blieb während der Revolte der Makkabäer ein Bollwerk der Seleukiden und ihrer helleniziden Anhänger.

Ein Fragment eines reich verzierten Tisches. (Kobi Herati, Davidstadt)

Ein weiteres Urteil von Arbel behandelte den herodianischen Entwässerungstunnel, der direkt unter dem Verlauf der Pilgerstraße liegt (die auch als „Herodesstraße“ bekannt ist). Der Entwässerungstunnel wurde vor ein paar Jahren durch die Archäologen Ronny Reich und Eli Shukrun entdeckt und heute kann man durch ihn aus der Nähe des Teichs Siloah bis zu den Fundamenten der Westmauer (nahe des Davidson Center) gehen.

In diesem Entwässerungstunnel wurden so aufregende Funde gemacht wie Kochtöpfe und Küchenutensilien mit denen die Rebellen ihre letzten Mahlziten einnahmen, bevor die Römer sie entdeckten und mehr als 2.000 von ihnen töteten (Angaben von Josephus). Ebenfalls im Entwässerungstunnel gefunden wurde ein Schwert, das einem römischen Legionär gehörte, noch in der Lederscheide, sowie ein Bild der Tempel-Menorah, die von einem anonymen Individuum auf die Rückseite einer zerbrochenen Tonscherbe gekratzt wurde, der die echte Mnorah offenbar mit eigenen Augen gesehen hatte.

Zusätzlich wurde ein faszinirendes, einzigartiges Artefakt in dem Entwässerungstunnel gefunden: eine goldene Schelle mit einer Lasche am Rand. Diese Schelle war auf den Saum des Gewandes eines angesehenen Mannes aus Jerusalem genäht gewesen, möglicherweise sogar des Hohepriesters selbst. [Exodus/2. Mose 39,24-26]

Das im Entwässerungstunnel gefundene Goldglöckchen – war es vom Gewand des Hohepriesters? (Davidstadt)

Auf dem Boden des Tunnels wurde die Abdeckung einer Zisterne aus der Zeit des ersten Tempels gefunden. Die Zisterne liegt zur Hälfte unter dem Entwässerungstunnel und zur  Hälfte (dieser Teil ist blockiert und nicht zugänglich) auf dem Tempelberg. Auch hier wurden Küchenutensilien gefunden und jüdische Rebellen gegen die Römer könnten hier auch ihre letzten Augenblicke versteckt in der Zisterne verbracht haben.

Intarsienring aus einem wertvollen Ring (Kobi Herati, Davidstadt)

„Die Verletzung der Eigentumsrechte – soweit sie existieren – ist geringfügig“

Es wurde vor dem Obersten Gerichtshof zum Entwässerungstunnel zudem behauptet (Akte 1308/08), dass die Arbeit darin die Einwohner von Silwan direkt darüber gefährdet. Auch hier erkärte Richterin Arbel in einem weiteren und gesonderten Urteil:

Erstens wurde trotz der Behauptungen der Kläger erklärt, dass die Arbeit unter professioneller Ingnieursaufsicht erledigt wird und Teil eines genehmigten Bauplans ist. Und nicht nur das. Wie aus den Äußerungen der Beklagten deutlich wird, sind die meisten Tätigkeiten, die die Antikenbehörde im Tunnel ausführt, nicht wirklich Ausgrabungsarbeiten, sondern beinhalten Beseitigung von Müll, der sich im Kanal über zweitausend Jahr hinweg angesammelt hat.

Die Richterin erwähnte die Verstärkungsarbieten, die unternommen werden, um Schaden zu verhindern und fügte hinzu:

Man könnte daher sagen, dass die Arbeit mit der Begleitung und Aufsicht durch Profis ausgeführt wird, nicht wie die Kläger behaupten; und es ist klar, dass diese Profis sich nicht nur wegen der Fertigstellung der Arbeit im Entwässerungstunnel Sorgen machen, sondern sich auch ihrer Verpflichtungen bewusst sind sicherzustellen, dass die Arbeit auf eine Weise erledigt wird, die die Kläger, ihre Familien und ihr Eigentum nicht schädigen.

Was das Recht der Kläger auf Eigentum des Grundes unter ihren Häusern angeht, erklärte die Richterin:

In dem Ausmaß, in dem es solche Rechtsverstöße gibt, sind sie geringfügig… Den Verstößen steht ein beträchtliches öffentliches Interesse bei der Ausführung der Arbeit entgegen. Stattdessen ist die Enthüllung der Geheimnisse der Vergangenheit, die hunderte und tausende von Jahren in den Eingeweiden der Vergangenheit lagen, ein zentraler Aspekt archäologischer Forschung. Die Leistungen dieser Forschung sind ein facettenreiches öffentliches Interesse, ob wegen dem, was zum Verstehen der Geschichte des Landes und der Geschichte des jüdischen Volkes beigetragen wird, oder egen der Beiträge, die sie für das Vrständnis historischer Ereignisse, die nicht nur für das jüdische Volk und seine Geschichte wichtig sind.

Der Givati-Parkplatz und der Entwässerungstunnel sind nur zwei Beispiele der Stätten in der Davidstadt, die uns in den letzten Jahren ihre Geheimnisse preisgegeben haben. Es gibt andere wichtige Beispiele: 2005 entdeckte die Archäologin Dr. Eilat Mazar Reste eines großen Steingebäudes, die sie geneigt ist als Palast von König David zu identifizieren.

In den 1970-er und 1980-er Jahren entdeckte der Archäologe Dr. Yigal Shiloh das Bullen-Haus und das Ahiel-Haus innerhalb des Bereichs der Ausgrabungen in der Davidstadt, die Area G genannt wird. Auf den Bullen im Grabungsbereich hatten Namen wie Schiftiyahu Ben Tsafen und Beniyahu Ben Hoschijo überlebt, ebenso die Namn Yirmeyahu Ben Schafan (ein königlicher Schreiber) und Azaryahu Ben Hilkiyahu (ein Priester der Zeit des ersten Tempels). 45 der im Bullen-Haus gefundenen 51 Bullen trugen Inschriften in antiker hebräischer Schrift und beinhalteten den Namen des Eigentümrs des Siegels zusammen mit dem Namen seines Vaters.

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Nachschon Zenton, einer der Direktoren der Straßen-Ausgrabung, hält ein Katapult-Geschoss, das offenbar im Kampf während der Großen Revolte verwendet wurde. (Schai Halawi, Antiquitätenbehörde)

Als die 2000-er Jahre anstanden, wurden in der Davidstadt Wehranlagen für eine Quelle und einen kanaanitischen Teich entdeckt. Als großer, in natürlichen Fels geschlagener Teich war er ein Atandbein des Wassersystems, aus dem die Kanaaniter ihr Wasser bezogen. Dieser Teich wurde im 18. Jahrhundert v.Chr. geschlagen, ging aber im achten Jahrhundert v.Chr. komplett außer Betrieb, möglicherweise wegen der Ausgrabung des berühmten Hesekia-Aquädukt.

Die Pilgerstraße

Und jetzt ist die Pilgerstraße entdeckt worden. Nur rund 350 der 700 Mer der Straße sind bisher freigelegt worden. Obwohl die vorherrschende Meinung lautete, dass Herodes die Straße baute, stellte sich heraus, dass sie in der Zeit der römischen Statthalter gebaut wurde, die nach ihm kamen, insbesondere in den Tagen des römischen Statthalters Pontius Pilatus.

Die Archäologen, die die Pilgerstraße im Verlauf von fünf Jahren ausgegraben haben – Dr. Joe Uziel, Ari Levi, Nachschon Zenton und Moran Hajibi – haben eine weitere Mutmaßung zunichte gemacht: Es waren nicht arme Leute, die entlang der Pilgerstraße im Breich der „Unterstadt“ lebten, sondern tatsächlich eine reiche Bevölkerung. Zu den Verwüstungen der Zerstörungen, die entlang der Straße freigelegt wurden, sind Luxusgüter gefunden worden, darunter Steintische mit Intarsienarbeiten, Schmuck verschiedener Art und Parfümflaschen. Zusammen mit diesen gibt es viele andere Funde: Münzen, Kochtöpfe, komplette Stein- und Tonwerkzeuge, seltene Glasgegenstände, ein prächtiges Podium (für öffentlichen Ankündigungen) und Teile von Pfeilen und Katapulten – Zeugen der letzten Schlacht um den „Osthügel“ während der Großen Revolte der Juden gegen die Römer, die mit der Zerstörung des zweiten Tempels endete.

Von Warrn zu Kenyon: Die Archäologen, die die Davidstadt ausgruben

Die vielen Entdeckungen in der Davidstadt während der Zeit der israelischen Herrschaft treffen auf Dutzende Ausgrabungen und Grabende, die in der Davidstadt gegraben haben, die die am meisten archäologisch ausgegrabne und erforschte Stelle in Jerusalem während der Jahre der modernen Forschung ist. Hier ist für die, die von Israel als „politische Ausgrabungen“ betreibend reden, eine Liste der Grabungsleiter in der Davidstadt, die mit ihrer Arbeit zeitlich vor Israel gearbeitet haben:[2]

In der Zeit der osmanischen Herrschaft gruben Charles Warren vom Palestine Exploration Fund ausgiebig in Jerusalem und entdeckte das Wassersystem, das man als Warrens Schacht kennt (1867).

Warrens Expeditionsteam in Jerusalem (1867, Palestine Exploration Fund)
Gemälde von Charles Warren bei der Erkundung unter Robinsons Bogen entlang der Westmauer (Palestine Exploration Fund)

1880 machten zwei Teenagerjungs den deutschen Architekten Conrad Schick auf die Existenz einer antiken Inschrift aufmerksam, die neben dem südlichen Ausgang des Wassertunnels in der Davidstadt eingraviert war. Diese Entdeckung der Shiloah/Siloam-Inschrift gehört zu den wichtigsten dort. [Das Original hängt heute in einem türkischen Museum.]

Die Siloam/Schiloah-Inschrift kennzeichnete die Vollendung des Wasserwerks von Hönig Hesekia von der Gihon-Quelle zum Teich von Siloam im achten Jahrhundert v.Chr.

1881 entdeckte der deutsche Archäologe Hermann Gutte den byzantinischen Teich Siloah als Mauerteile aus unterschiedlichen Zeiträumen. Wie vermerkt entdeckten Bliss und Dickie vor mehr als hundert Jahren Teile der Pilgerstraße. Und Vater Louis-Hugues Vincent trug mehrere seiner einigen Entdeckungen zum Verständnis der Davidstadt bei.

Unter britischer Herrschaft nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein internationales Projekt durchgeführt, um den Hügel der Davidstadt unter der Schirmherrschaft der britischen Mandatsregierung zu erforschen. R.A.S. Macalister grub an der Stellel für den britischen Palestine Exploration Fund und R. Weill für die Franzosen. Unter jordanischer Herrschaft wurde, wie vermerkt, nur eine Ausgrabung in der Davidstadt unter der Führung der Archäologin Kathleen Kenyon durchgeführt, die persönlich die Genehmigung dort zu graben von König Hussein erhielt.

Schlussfolgerung

Wenn palästinensische Medien aufschreien, dass Silwan in Gefahr ist, lügen sie zweimal: Einmal, weil die israelischen Ausgrabenden und Behörden sich in der Davidstadt nichts ohne die Genehmigung der Sicherheitsingenieure tun, zudem befolgen sie die striktesten Standards; zweitens weil die Davidstadt, die etwa 60.700 Quadratmeter abdeckt, rund 6 Prozent des Territoriums von Silwan darstellt.

Wenn Palästinenserführer und -kleriker aufschreien, dass die Ausgrabungen in der Davidstadt die Al-Aqsa gefährden, dann lügen sie wissentlich. Die Ausgrabungen erstrecken sich nicht über die Mauer in das Tempelberggelände hinein. Jahre lang hat Israel sichergestellt um den Berg herum zu graben und nicht darunter. Das war bei der Westmauer und entlang der Südmauer des Tempelbergs so und dasselbe gilt bezüglich der Davidstadt. Selbst wenn die Ausgrabungen der Mauer des Berges vom Süden her nahe kommen, gehen sie nie darüber hinaus. Die Besucher, die über die Pilgerstraße oder durch den „herodianischen Entwässerungstunnel“ gehen, steigen zum Davidson Center hinauf, das am Fuß der Mauern des Berges liegt und nicht darin.

Daher erscheint es so, wie im Fall des Tempelberggeländes, dass die Schärfe und die Verleumdung bezüglich der Davidstadt zum Teil der Unfähigkeit der Hetzer entstammen mit der jüdischen Vergangenheit des Ortes klarzukommn, die an das Herz Jerusalems grenzen – den Tempelberg.

Zu der Zeit, in der die Palästinenser die Geschichte Jerusalems umschreiben – sowohl die jüdische als auch die muslimische Geschichte – und versuchen zu beweisen, dass sie vor den Juden in der Stadt waren (trotz dem, was moderne Forscher uns erzählen), ist die Davidstadt für sie ein weiterer Gegenstand ihres großen Gefüges der Leugnung vieler jüdischer Verbindungen zu Jerusalem, seinen Stätten und seinen heilgen Orten.[3]

* * *

Fußnoten:

[1] Video der Pilgerstraße, https://www.youtube.com/watch?v=FL6s9oJ3suI

[2] Entnommen einer Umfrage von Ronny Reich und Eli Shukrun, das 2008 im Zuge der Neunten Konferenz zu Untersuchungen der Davidstadt und des antiken Jerusalem, S. 14-41.

[3] Für mehr zu diesem Thema siehe: Nadav Shragai: Alilat Al-Aksa b’Sakana: Diyukano shel Sheker (Die Verleumdung Al-Aksa ist in Gefahr: Die Geschichte einer Lüge). Jerusalem (Jerusalm Center for Public Affairs/Sifriyat Maariv) 2012, S. 45 – 64.

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Jüdische Verbindungen zum Tempelberg – die Geschichte

Pesach Benson, 7. März. 2019 (auf Deutsch ursprünglich veröffentlicht auf Medien BackSpin)

Ein Großteil des israelisch-palästinensischen Konflikts kreist um Land. Es gibt starke christliche, muslimische und tatsächlich auch jüdische Verbindungen zur Region. Aber es gibt ein bestimmtes Stück Land, das voller Geschichte, Symbole und Bedeutung steckt, nicht nur für die in Israel lebenden Juden und Palästinenser, sondern auch für die Menschen rund um die Welt.

Das ist der Tempelberg.

Dieses trapezförmige Plateau sind die heikelsten 37 Ar in Israel, vielleicht sogar in der Welt. Am bedeutendsten ist der mit seinem goldenden Dach glitzernde Felsendom mit seinem Kultstatus. Innerhalb befindet sich der Grundstein, von dem viele glauben, dass er der Ort des Allerheiligsten ist. Am Südende des Plateaus befindet sich die Al-Aqsa-Moschee. Unten an der Westseite der Umfassungsmauer um den Tempel befindet sich die Westmauer.

Foto von Yossi Zamir/Flash90 mit Ergänzungen durch HonestReporting

An jedem beliebigen Tag kommen Pilger aus aller Welt nach Jerusalem, um nach Gott zu suchen oder zumindest für eine Art spiritueller Erfahrung. In fußläufiger Nähe zum Tempelberg befinden sich der Zionsberg, der Ölberg, die Grabeskirche, die Via Dolorosa, der Siloah-Teich und der Hesekiel-Tunnel sowie weitere mit der Bibel in Verbindung stehende Orte.

Bei so vielen heiligen und historischen Stätten: Warum ist der Tempelberg der eine Ort, der so viel mehr Leidenschaften entfacht?

Die jüdischen Verbindungen zum Tempelberg gehen tief. In der jüdischen Tradition wird der Tempelberg als heiligster Ort der Welt betrachtet, die Stelle des ersten und des zweiten Tempels, gebaut jeweils von König Salomo und Serubbabel. Ground Zero wäre das Allerheiligste, dass innerste Heiligtum, das der Hohepriester nur einmal im Jahr betrat.

Auf Hebräisch als Har HaBayit(Tempelberg) oder Har HaMoriah (Berg Moriah) bekannt, ist die Heiligkeit des Tempelbergs derart überragend, dass viele praktizierende Juden nicht in einem Zustand ritueller Unreinheit (dazu unten mehr) dort hingehen. Diese Einschränkung zu Besuchen kompliziert die Bemühungen die jüdischen Bande zum Tempelberg zu stärken. Die Stelle, die dem Tempel am nächsten ist, wo die weit überwiegende Mehrheit der Juden betet, ist die Westmauer, eine Stützmauer um den Tempelberg.

Vom Grundstein (auf Hebräisch even ha-Schtiyya), der sich innerhalb des Felsendoms befindet, nehmen viele an, dass er die Stelle ist, wo die Bundeslade im Allerheiligsten stand, der erste Ort, wo am dritten Schöpfungstag die Erde erschien und die Stelle, wo Abraham seinen Sohn Isaak als Opfer vorbereitete.

Gemäß der jüdischen Tradition wird auch der dritte Tempel dort gebaut werden.

Die Muslime kennen den Tempelberg als Haram al-Scharif (das edle Heiligtum). Die Al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Stätte des Islam.

Ein Großteil der Berühmtheit des Tempelbergs entstammt der Geschichte der Nachtreise des Propheten Mohammed. Gemäß dem Islam flog Mohammed von Mekka auf einem geflügelten Pferd nach Jerusalem, das oben auf der Westmauer landete. Vom Grundstein stieg er in den Himmel auf und traf dort andere Propheten, bevor er nach Mekka zurückkehrte.

Der Felsendom gehört zu den ältesten Werken vorhandener islamischer Architektur und seine glitzernde goldene Kuppel ist das kultigste heute mit Jerusalem verbundene Bild. Auf Arabisch wird die Westmauer nach dem Pferd Buraq-Mauer (Hait al-Buraq) genannt.

Für Christen ist der Tempel der Ort, wo Jesus als Junge vorgefunden wurde, wie er mit den rabbinischen Ältesten diskutierte (Der zwölfjährige Jesus im Tempel) und wo er später die Geldwechsler und Händler vertrieb (Tempelreinigung).

Die historischen jüdischen Wurzeln des Christentums machen den Tempelberg zu einer sehr beliebten Pilgerstätte. Obwohl sie keine formale Rolle in der Verwaltung der heiligen Stätte haben, verfolgen Kirchenführer die Entwicklungen auf dem Tempelberg und äußern sich oft zu Fragen in Sachen seines Status quo. Man nimmt an, dass die Überbleibsel eines Mosaiks aus der Byzantinerzeit, das unter der Al-Aqsa-Moschee – die einzige dort je vorgenommene archäologische Grabung – gefunden wurden, die Reste einer Kirche oder eines Klosters sind.

Der Zweck dieses Artikels besteht nicht darin die Ansprüche irgendeiner Seite zu beweisen oder zu widerlegen, sondern die jüdischen Verbindungen zum Tempelberg besser zu verstehen.

Der Status quo

Die bestehenden Umstände der Verwaltung des Tempelbergs gehen bis 1967 zurück, als Israel Ostjerusalem von Jordanien eroberte. Tage nach dem Krieg traf sich Verteidigungsminister Mosche Dayan mit Jerusalems muslimischen Führern. Weil er einen Religionskrieg fürchtete, stimmte Dayan zu die von Jordanien geführte Islamische Waqf weiterhin den Tempelberg verwalten zu lassen.

(Eine Waqf ist eine Treuhandverwaltung. Die heute den Tempelberg beaufsichtigende Waqf ist auch für die anderen muslimischen Institutionen in Jerusalem verantwortlich, einschließlich Schulen, Moscheen, Religionsgerichten, Waisenhäusern, Bibliotheken, Museen und anderen Immobilien.)

Der aus diesem Treffen gekommene informelle Status quo sieht wie folgt aus:

  • Juden und Nichtjuden soll es erlaubt sein den Tempelberg zu besuchen.
  • Juden und Nichtjuden, die den Tempelberg besuchen, werden die muslimischen religiösen Gefühle respektieren.
  • Juden und Nichtjuden ist es nicht erlaubt auf dem Tempelberg zu beten.
  • Die Westmauer sollte der Hauptort für jüdisches Gebet sein.
  • Die islamische Waqf sollte die alltägliche Verwaltung des Tempelbergs beaufsichtigen, während Israel die „Gesamtsouveränität“ behalten sollte.

Nach dem Krieg verabschiedete die Knesset das Gesetz zur Erhaltung der Heiligen Orte, das den freien Zugang und Schutz der heiligen Orte unter israelischer Zuständigkeit sicherstellen sollt, einschließlich des östlichen Jerusalem.

Israelische Fallschirmjäger auf dem Ölberg betrachten während des Sechstagekriegs den Tempelberg

Die israelischen Gerichte haben die Aufgabe des Verbots von jüdischem Gebet abgewiesen. In einem Urteil zu einem Fall, bei dem die Polizei einen Juden wegen Gebets vom Tempelberg warf, schrieb der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Aharon Barak:

Das Grundprinzip lautet, dass jeder Jude das Recht hat den Tempelberg zu betreten, dort zu bten und Gemeinschaft mit seinem Schöpfer zu haben. Das ist Teil der religiösen Freiheit anzubten, es ist Teil der freien Meinungsäußerung. Doch wie bei jedem Menschenrecht ist das nicht absolut, sondern ein relatives Recht… Tatsächlich ist es, in einem Fall, bei dem es so gut wie sicher ist, dass das öffentliche Interesse verletzt wird, wenn die Rechte auf freie Religionsausübung zu Gbet und freier Meinungsäußerung einer Person umgesetzt werden, möglich die Rechte der Person einzuschränken, um das öffentliche Interesse zu wahren.

Das israelisch-jordanische Friedensabkommen von 1994 (Artikel 9) verankerte eine „Sonderrolle“ der jordanischen Monarchie in der Verwaltung der heiligen Stätten Jerusalems, einschließlich des Tempelbergs. In einer Sonderabmachung mit der palästinensischen Befreiungsorganisation von 1994 übergab jedoch Jordanien die Rolle des Großmuftis – der führenden religiösen Persönlichkeit – an die Palästinenserführung. Der aktuelle Großmufti, ernannt von Mahmud Abbas und mit Gehalt der PA, ist Mohammed Hussein, der jüdische Verbindungen zum Tempelberg zurückweist – insbesondere bestreitet, dass der Tempel dort je existierte.

Vor kurzem, im Februar 2019, erweiterte Jordanien die Größe des Waqf-Rats, um mehr Palästinenser unterzubringen. Der vergrößerte Rat schließt den ehemaligen Mufti Ikrama Sabri ein, der Ankara nahe steht und hilft den türkischen Einfluss in Jerusalem auszuweiten.

Die Geschichte des Tempelbergs

Schöpfung: Nach jüdischer Tradition war der Tempelberg das erste Land, das erschien, als Land und Waser am dritten Tag der Schöpfung getrennt wurden.
ca. 2000 v.Chr.: Abraham bereitet Isaak als Opfer vor (1. Mose 22).
ca. 1000 v.Chr.: König David kauft die Tenne von Arunah, dem Jebusiter (2. Samuel 24 und 1. Chronik 21). Der Kauf markiert den Beginn der formellen jüdischen Verbindung zum Tempelberg.
825 v.Chr.: Salomo baut den ersten Tempel.
423 v.Chr.: Der babylonische König Nebukadnezar zerstört den ersten Tempel.
353 v.Chr.: Juden bauen den zweiten Tempel.
164 v.Chr.: Hasmonär-Aufstand gegen die Griechen, reinigen und weihen den Tempel neu; an die Ereignisse erinnert das Hanukkah-Fest.

Ein Modell des zweiten Tempels nach der Renovierung durch König Herodes.

20 v.Chr.: König Herodes beginnt mit der Renovierung des Tempels, baute den Tempelberg aus und baute eine Stützmauer um ihn herum. (Die Westmauer ist der einzige verbleibende Teil dieser Stützmauer.)
70 n.Chr.: Die Römer zerstören den zweiten Tempel, bauten darauf einen Tempel für Jupiter Capitolinus.
335 n.Chr.: Die Byzantiner weihen die Grabeskirche. Sie betrachteten die Zerstörung des Tempels als Erfüllung des christlichen Sieges über die Juden. Da die christliche Gottesverehrung zur Grabeskirche verlagert wird, wird der Tempelberg zur Müllkippe.
638 n.Chr.: Omajjaden-Muslime erobern Jerusalem und beginnen den Tempelberg aufzuräumen.
692 n.Chr.: Die Omajjaden vollenden den Bau des Felsendoms.
705 n.Chr.: Die Omajjaden bauen die Al-Aqsa-Moschee an der Stelle eines kleinen muslimischen Gebetshauses am Rand des Tempelbergs.
1099: Christlich Kreuzfahrer erobern unter der Führung von Gottfried von Bouillon Jerusalem. Sie konvertieren den Felsendom in eine Kirche und die Al-Aqsa in den Templer-Hauptsitz.
1187: Die Ayyubiden erobern unter der Führung von Saladin Jerusalem von den Christen und renovieren den Felsendom und die Al-Aqsa.
1517: Die Osmanen erobern das heilige Land.
1917: Britische Streitkräfte besiegen im Ersten Weltkrieg die Türken. Von Großbritannien in den Obersten Muslimrat ernannten Palästinensern wird die Verantwortung für die Verwaltung des Tempelbergs übergeben.
1948: Der israelische Unabhängigkeitskrieg. Jordanien besetzt Ostjerusalem einschließlich des Tempelbergs. Der von Jordanien betriebenen Waqf wird die Verantwortung für die Aufsicht über den Tempelberg gegeben.
1967: Israel erobert im Sechstage-Krieg den Tempelberg.
1996: In Verletzung des Status quo beginnt die islamische Waqf den Umbau eines Durchgangs im Untergrund in eine massive Gebetshalle, die Marwani-Moschee genannt wird. Tausende Tonnen Erde und Schutt, die Überreste von Altertümern aus der Zeit der Tempel beinhalten, werden ohne archäologische Aufsicht abgekippt. Die Waqf tut Vorwürfe der systematischen Tilgung jüdischer Verbindungen zum Tempelberg ab.
2017: Zwei israelische Polizisten werden von einem Terroristen getötet, der eine Schusswaffe auf den Tempelberg schmuggelte. Palästinenser randalieren, als Israel Metalldetektoren installiert, die später entfernt werden.

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg in der Tradition

Juden an der Westmauer betrauen an Tischa B’Av die Zerstörung des Tempels.

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg sind über Jahrhunderte hinweg durch eine Reihe jüdischer Bräuche am Leben erhalten, darunter:

  • Rund um die Welt beten Juden mit Blickrichtung auf Jerusalem.
  • In Jerusalem beten Juden mit Blick zum Tempelberg.
  • Theoretisch würden auf dem Tempelberg betende Juden mit Blick in Richtung des Allerheiligsten.
  • Jüdische Gebete dreimal am Tag beinhalten die Bitte um die Restaurierung des Tempels.
  • Von einem Juden, der die Ruinen des Tempels sieht, wird erwartet, dass er seine Kleidung zerreißt und sagt „Unser Haus der Heiligkeit und Pracht, in dem unsrer Vorfahren Dich singend priesen, und alles, das wir so sehr schätzten, ist zerstört worden.
  • Juden fasten und trauern wegen der Zerstörung der Tempel, die beide an Tischa B’Av fielen.
  • Das Pessah-Seder und die Gebete an Yom Kippur enden beide mit den Worten „Nächstes Jahr im wiederaufgebauten Jerusalem“, was sich auf den Tempel bezieht.
  • Bei jüdischen Hochzeiten zertritt der Bräutigam ein Glas und zitiert Psalm 137, dass Jerusalem nicht vergessen wird und „möge meine Zunge an meinem Gaumen festkleben, … wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe“.
  • As zusätzliches Zeichen der Trauer werden jüdische Verbindungen zum Tempelberg von vielen praktizierenden Juden betont, indem sie einen kleinen Teil ihres Hauses unverputzt und unangestrichen lassen.

Trotz der lange andauernden jüdischen Verbindungen zum Tempelberg verbieten viele rabbinische Autoritäten Juden das Gelände zu betreten, weil die Regeln zur rituellen Reinheit für bestimmte Bereiche weiter gelten. Die genaue Position der inneren Höfe des Tempels und des Allerheiligsten sind wegen der im Talmud beschriebenen verschiedenen Möglichkeiten die Maße des Tempelbergs zu verstehen nicht gesichert; außerdem ist der Tempelberg beträchtlich größer als er es war, als der Talmud festgelegt wurde.

In den vergangenen Jahre haben einige rabbinische Meinungen argumentiert, dass Juden die Bereiche des Plateaus zu betreten, die gesichert nicht zu den inneren Höfen oder dem Allerheiligsten gehörten, weil die Gebote der rituellen Reinheit nicht auf den gesamten Tempelberg gelten. Einige Rabbiner ermutigen Juden sogar das Plateau zu besuchen, um die jüdischen Verbindungen zum Tempelberg aktiv zu behalten.

Die Einzelheiten dieser Entscheidungen und die Fragen, die sie aufwerfen, gehen über den Umfang dieses Artikels hinaus.

Ein Luftbild des Tempelbergs

* * *

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg zurückzuweisen hilft den Palästinensern jüdische Ansprüche auf Jerusalem zu untergraben und das Konzept Israels als jüdischer nationaler Heimat zu leugnen. Das ist der Grund, weshalb Palästinenser wertschätzen, dass Organisationen wie die UN Educational, Scientific and Cultural Organization (UNSCO) Resolutionen verabschieden, die darauf bestehen, dass Israel keine rechtlichen und historischen Ansprüch auf Jerusalem haben.

Weil der Tempelberg ins Herz des Kerns jüdischer, muslimischer und christlicher Narrative geht, stellt er die größte Streitfrage für die Zukunft von Vereinbarungen zwischen Israel und den Palästinensern dar.

Fotos/Bilder: CCO Pixabay; Stern, Halbmond und Kreuz via Wikimedia Commons; Zweiter Tempel via Wikimdia Commons; Tischa B’Av via Wikimedia Commons; Luftbild via Wikimedia Commons.

Acht Dinge, die Sie über die Kotel und den Tempelberg wissen müssen

Inspiration from Ziyon, 31. Mai 2019

Es gibt viele Fehlvorstellungen zum Tempelberg, der Kotel und der Al-Aqsa-Mosche. Verwirrung und noch mehr Konflikt können ausgeräumt werden, wenn man die Fakten deutlich macht!

Hier sind 8 Dinge, die Sie über den für das jüdische Volk heiligsten Ort der Erde wissen müssen:

1. Was ist für Juden der heiligste Ort der Welt?

Lautet Ihre Antwort „die Klagemauer“ (Westmauer, Kotel)? Wenn ja, dann ist das ein Fehler, den leider viele Leute machen!

Kotel bedeutet auf Hebräisch wörtlich „Mauer“. Diese Mauer ist so wichtig, dass es unnötig wurde zu benennen, welche Mauer das ist, es ist DIE Mauer. Gleichzeitig ist sie nicht an sich wichtig, sondern durch die Nähe zu dem, was wirklich wichtig ist – der Tempelberg.

Der heiligste Ort der Erde ist für Juden der Tempelberg im Herzen Jerusalems.

2. Warum ist der Tempelberg dem jüdischen Volk heilig?

Es steht geschrieben:
Wie der Nabel im Zentrum des menschlichen Körpers sitzt
so ist das Land Israel der Nabel der Welt…
gelegen im Zentrum der Welt
und Jerusalem im Zentrum des Landes Israel
und das Heiligtum im Zentrum Jerusalems
und der heilige Ort im Zentrum des Heiligtums
und di Lade im Zentrum des heiligen Orts
und der Grundstein vor dem heiligen Ort
weil die Welt dort gegründet wurde.
(Midrasch Tanchuma aus der Römerzeit)

Es wird geglaubt, dass der Grundstein die Grundlage ist, die Gott nutzte um die Welt zu schaffen. Um diesen Stein herum wurde der Tempel gebaut und innerhalb des Tempels, auf dem Grundstein, wurde die Bundeslade platziert. Das ist die Quelle der Heiligkeit des Tempels und seiner Bedeutung für das Judentum.

Jüdische Quellen identifizieren diesen Felsen auch als den in der Bibel erwähnten Ort, wo Isaak gebunden wurde, wo Abraham Gottes Test absolvierte, um zu sehen, ob er bereit war seinen Sohn zu opfern. An diesem Ort hörten Menschenopfer für Gott als legitimer Brauch auf zu existieren und schon vor den Zehn Geboten übernahm das Judentum die moralische Führung der Welt.

3. Sagt man Kotel, Klagemauer oder Westmauer?

„Klagemauer“ ist ein allgemein verwendeter, höchst beleidigender Begriff, eine uralte Form der Delegitimierung der jüdischen Geschichte durch Herabsetzung jüdischen Leides angesichts des Verlustes des antiken jüdischen Tempels, den die Römer im Jahr 70 zerstörten. Es ist der Begriff von Nichtjuden, die Israel besetzten, über den Schmerz der Juden spotteten, die weinend an der Kotel, der Westmauer standen, die die einzige Mauer ist, die vom antiken Tempel in Jerusalem stehen gelassen wurde. (Sie ist noch nicht einmal einen Mauer der eigentlichen Tempelbauwerks, sondern eine Stützmauer des Geländes.)

Während der Zeit der christlichen Römerherrschaft über Jerusalem (ca. 324-638) war Juden der Zutritt zu Jerusalem komplett verboten, außer um Tischa B’Av zu feiern, den nationalen Trauertag für den ersten und den zweiten Tempel; an diesem Tag weinten die Juden an dem heiligen Ort. Der Begriff „Klagemauer“ wurde daher fast ausschließlich von Christen verwendet und in der Zeit der nichtjüdischen Kontrolle zwischen der Einrichtung der britischen Herrschaft 1920 und dem Sechstagekrieg 1967 wiederbelebt. Dieser abwertende Begriff verhöhnt den Schmerz des jüdischen Volks im Sinne von: „Jetzt legen diese Juden wieder los, sie weinen wieder.“

Kotel ist das auf Hebräisch verwendete Wort und bedeutet schlicht „Mauer“. Die Wahl dieses Begriffs deutet die Bedeutung des Bauwerks in der jüdischen Seele an – diese eine übriggebliebene Mauer ist so bedeutend, dass es nicht notwendig ist im Einzelnen anzuführen, von welcher Mauer da gesprochen wird. DIE Mauer. Es ist zwar nicht die Mauer selbst, die heilig ist, es war der Tempel und was auf dem Berg stand, das heilig war. 2000 Jahre, Exil und viele furchtbare Erfahrungen in dieser Zeit haben nicht ausgereicht um das jüdische Volk die Bedeutung des Tempels vergessen zu lassen.

Die Mauer hat an Bedeutung zugenommen, weil sie alles ist, was vom Tempel übrig ist und weil den Juden das Recht auf dem Tempelberg zu beten verweigert wurde (und weiterhin verweigert wird). Die Kotel wurde kostbar, weil sie der Ort war, wo Juden dem für das jüdische Volk Allerheiligsten auf Erden am nächsten kommen konnten.

„Westmauer“ ist eine faktische Beschreibung der Mauer. Die Kotel ist die westliche Stützmauer des Tempels und es absolut vernünftig sie als solche zu beschreiben.

4. Wussten Sie, dass es einen egalitären Gebetsbereich an der Kotel gibt (Ezrat Yisrael)?

Ezrat Yisrael wurde eröffnet, um die Bedürfnisse verschiedener Juden abzugleichen, die unterschiedlich beten wollten, um allen Freiheiten nach eigenem Dafürhalten für Gebet zu ermöglichen, ohne diejenigen zu beunruhigen, die von unterschiedlichen Arten zu beten vor den Kopf gestoßen sind.

Der egalitäre Abschnitt ist zu allen Tages- und Nachtzeiten geöffnet, genauso wie der bekanntere traditionelle Bereich. Männer und Frauen können gemeinsam frei beten. Frauen haben die Freiheit nach Wunsch laut zu singen und aus der Thora zu lesen, wenn sie das möchten. Anders als im traditionellen Bereich der Kotel gibt es in Ezrat Yisrael Tische mit Sonnensegeln, damit Menschen in der Thora lesen können ohne in der glühenden Sonne stehen zu müssen.

Ein zusätzlicher Bonus ist, dass Ezrat Yisrael sich inmitten einer archäologischen Stätte befindet, wo man Überreste aus der Zeit des Tempels sehen kann, was es einfacher macht sich vorzustellen in der Zeit von damals zu sein, als der Tempel noch stand!

5. Wussten Sie, dass der größte Teil der Kotel unter der Erde und nur durch die Kotel-Tunnel zugängig ist?

Im Verlauf der Jahrhunderte begrub ein natürlicher Aufbau archäologischer Schichten einen Großteil der Kotel. Ausgrabungen haben Einsicht in die Pracht des Bauprojekts der antiken jüdischen Tempel gegeben. Innerhalb der Tunnel kann man die Kotel entlang gehen, die Größe der Steine bewundern, aus denen die Mauer gebaut ist und sogar in das eintreten, was einst ein Freiluft-Straßenmarkt war, der sich heute komplett unter der Erde befindet.

An einem Punkt in den Tunneln werden sie vermutlich Frauen an dem Ort beten sehen, der sich direkt gegenüber des Grundsteins befindet – man müsste durch die Mauer gehen, um dorthin zu kommen.

Die Ausgrabungen werden fortgesetzt und je mehr Arbeit erledigt wird, desto mehr von unserer Vergangenheit in der Antike wird aufgedeckt. Wenn Sie in Jerusalem sind, dann verpassen Sie die Tunnel-Tour nicht!

6. Wann wurde der Tempelberg dem Islam heilig?

Interessanterweise wird Jerusalem im Koran überhaupt nicht erwähnt! Jerusalem wurde im Islam nicht aus religiösen Gründen wichtig, sondern es diente als politische Notwendigkeit. Lesen Sie hier mehr von der Geschichte des Islam und des Tempelbergs.

7. Was ist die Al-Aqsa-Moschee?

Die meisten Leute halten die Moschee mit der goldenen Kuppel für die Al-Aqsa, die Moschee, über die Muslime diskutieren, wenn es um die Wichtigkeit des Tempelbergs geht. Das stimmt aber nicht. Die Moschee mit der goldenen Kuppel heißt Felsendom, weil sie über dem Grundstein gebaut wurde, der gemäß der jüdischen Tradition der heiligste Ort der Welt ist. Die Al-Aqsa-Moschee ist ein niedriges Gebäude mit grauem Dach, das südlich des Felsendoms ebenfalls auf dem Tempelberg steht.

Während Juden, wo immer sie sich auf der Welt befinden, sich dem Grundstein zuwenden, beten Muslime mit Blickrichtung Mekka. Das bedeutet, dass Muslime, die auf dem Tempelberg beten, dem Grundstein dabei ihre Kehrseite zuwenden.

8. „Apartheid“ auf dem Tempelberg

Obwohl der Staat Israel 1948 gegründet wurde und Juden Jerusalem 1967 wiedervereinten, ist es Juden (und Christen) bis heute nicht erlaubt auf dem Tempelberg zu beten. Die Besuchszeiten für Juden sind äußerst eingeschränkt.

Sonntag bis Donnerstag (beachten Sie, dass Juden der Besuch am Sabbat nicht gestattet ist!):
Sommer: April bis September von 8.30 bis 10.30 und von 13.30 bis 14.30 Uhr
Winter: Oktober bis März von 7.30 bis 10.30 und 12.30 bis 13.30 Uhr

Nichtmuslime betreten den Tempelberg nur durch das Mughrabi-Tor (über dem traditionellen Frauenbereich der Kotel). Beim Betreten werden Nichtmuslime von israelischen Polizisten durchsucht und gewarnt keinerlei religiöse Gegenstände zu benutzen oder irgendetwas zu tun, das als Gebet betrachtet werden könnte: Man darf keine Bibel herausholen, seine Augen schließen oder still im Herzen beten, sich vor dem Felsendom verbeugen oder irgendwelche rituellen Zeichen der Trauer zeigen.

Im Gegensatz dazu ist der Tempelberg für Muslime zu allen Tages- und Nachtzeiten über Tore zugänglich, die nur Muslime benutzen dürfen. Beim Betreten werden sie nicht durchsucht.

Die Definition von Apartheid lautet: zwei getrennte gesetzliche Regelungen für dieselben Leute. Der Tempelberg ist der einzige Ort in Israel, an dem Israelis anderen Gesetzen unterworfen werden, die auf der Grundlage gelten, ob jemand Muslim oder Jude ist.

(Der Originalartikel wurde ursprünglich hier veröffentlicht.)

Die Al-Aqsa-Moschee des Koran steht nicht in Jerusalem

Mordechai Kedar, Shemitta Rediscovered, 25. Juli 2018

Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Lügner müssen ein gutes Gedächtnis haben.“ Der Grund ist klar: Ein Lügner muss sich an seine eigenen Lügen und wem er sie erzählte erinnern, um sich nicht selbst zu widersprechen und seine Verlogenheit zu offenbaren. Diese Regel gilt auch für wichtige Themen. Jerusalem zum Beispiel, dessen Heiligkeit für sunnitische Muslime auf einer späten und politischen Interpretation eines Koranverses gründet, während sie für schiitische Muslime nur die drittheiligste Stadt ist, nachrangig gegenüber Mekka und Medina (heute die Stadt Nadschaf im Südirak).

Frühe islamische Quellen erklären, dass die „Al-Aqsa-Moschee“ (wörtliche Bedeutung: die entfernte Moschee) im Koran nur einmal erwähnt wird und eine von zwei Moscheen in der Nähe von Ji’irrana war, einem Dorf zwischen Mekka und Taaf auf der Arabischen Halbinsel (heute Saudi-Arabien). Eine der Moscheen hieß „al-Masjid al-Adna“, was „die nahe Moschee“ bedeutet; die andere hieß „al-Masjid al-Aqsa“, die „entfernte Moschee“. Wenn der Koran auf die Al-Aqsa-Moschee verweist, wenn der den Mythos der Nachtreise des Propheten Mohammed von der „heiligen Moschee“ in Mekka zur Al-Aqsa erzählt, der „entfernten Moschee“, dann bezieht sich das auf die Moschee in Ji’irrana.

682 n.Chr., fünfzig Jahre nach Mohammeds Tod, rebellierte Abd Allah Ibn al-Zubayr, der starke Mann von Mekka, gegen die Omajjaden, die in Damaskus herrschten und erlaubte ihnen nicht der Haddsch nach Mekka nachzukommen. Da die Haddsch-Pilgerreise eine der fünf Säulen des Islam ist, waren sie gezwungen Jerusalem als ihre Alternative für den Ort der Pilgerreise zu wählen. Um die Wahl Jerusalems zu rechtfertigen, schrieben die Omajjaden die im Koran erzählte Geschichte um, verlegten die Al-Aqsa-Moschee nach Jerusalem und fügten als Zugabe das Märchen der Nachtreise Mohammeds zur Al-Aqsa hinzu. Das ist der Grund, dass die Sunniten Jerusalem heute als ihre drittheiligste Stadt betrachten.

Der schiitische Islam, der vom Omajjaden-Kalifat gnadenlos verfolgt wurde, akzeptierte die Falschmeldung des heiligen Jerusalem nicht, was der Grund dafür ist, dass die für Schiiten zweitheiligste Stadt Nadschaf im Irak ist, der Grabesort des Schiiten-Gründers Ali bin Abi Talib. Viele der Ältesten der Schiiten – iranische und von der Hisbollah – begannen Jerusalem erst nach der Rebellion Khomeinis 1979 als heilig zu bezeichnen, um die Sunniten davon abzuhalten sie zu beschuldigen, sie seien dem Zionismus gegenüber zu sanft.

Die erste Lüge ist in diesem Fall die fadenscheinige Behauptung, die „entfernte Moschee“ befinde sich in Jerusalem.

Auf die erste wurden weitere Lügen gehäuft, wobei die hauptsächliche Verdrehung der Tatsachen der genaue Ort der sogenannten Al-Aqsa-Moschee ist, die bis vor gar nicht kurzer Zeit das Gebäude mit der silbernen Kuppel am Südende des Tempelbergs war.

Der gesamte Bereich des Tempelbergs ist als al-Haram al-Scharif bekannt – „der heilige und edle Ort“ – aber nach dem Sechstage-Krieg gab es eine Veränderung, als jüdische Stimmen zu hören waren, insbesondere die des Oberrabbiners von Haifa, Rav Sche’er Yaschuw HaCohen; er forderte die Errichtung einer Synagoge auf dem Berg. Unmittelbar nach dem Krieg sagte auch IDF-Oberrabbiner Schlomo Goren, dass er religiöse Veranstaltungen auf dem Tempelberg feiern wollte. Man hatte das Gefühl, dass die muslimische Welt keinen Einspruch erheben werde, da die Al-Aqsa-Moschee sich am Südrand des Geländes befindet und die Synagoge sich nicht in der Nähe befinden würde.

Das Ergebnis war allerdings, dass die Muslime beschlossen zu verkünden, dass die im Koran erwähnte Al-Aqsa sich nicht nur auf die Moschee am Südende des Geländes bezieht, sondern der Name für den kompletten Bereich des Tempelbergs ist, womit sie den ursprünglichen Namen al-Haram al-Scharif aufgaben. Mein Kollege Professor Yitzchak Reiter diskutierte das Thema ausführlich in seinem Buch „From Mecca to Jerusalem and Back“ aus dem Jahr 2005. Die Umbenennung des Tempelbergs ist eindeutig eine Ente, wobei zwei Dokumente, eins davon bekannt, eines weniger bekannt, die Wahrheit offenbaren.

Die bekanntere Quelle ist ein 1924 von niemand Geringerem als dem offenen Antisemiten (und späteren guten Freund Hitlers) Mufti Haddsch Amin al-Husseini erstelltes Heft, das in den Jahren nach seiner Veröffentlichung häufig neu aufgelegt wurde. Dr. Daniel Tassel aus Lexington (Massachusetts) gab mir ein 1930 gedrucktes Original; für diese Großzügigkeit bin ich äußerst dankbar. Der Titel des Hefts lautet „Ein kurzer Führer zum Haram al-Scharif – Jerusalem“. Beachten Sie, dass der Bereich nicht Al-Aqsa genannt wird. Die Al-Aqsa-Moschee erscheint in dem Heft als Kapitel, nach dem Kapitel über den Felsendom, dem Gebäude auf dem Gelände mit der goldenen Kuppel. Es ist klar, dass die Al-Aqsa-Moschee für Haddsch Amin al-Husseini, den Mufti von Jerusalem, schlicht ein Gebäude am Südrand des Geländes ist, denn genau das ist sie.

Das weniger bekannte der beiden Dokumente ist eines, das ich gerade bei meinem Freund Chaim Steinberger Zuhause in New York fotokopierte. Chaim hat eine große Sammlung an Landkarten des Landes Israel und er zeigte mir eine gewöhnliche jordanische Touristen-Landkarte von Jerusalem, die 1965 erstellt wurde, zwei Jahre vor dem Sechstagekrieg von 1967. Zur gleichen Zeit war Ostjerusalem immer noch vom haschemitischen Königreich Jordanien besetzt, während die gesamte Welt schwieg und kein einziges Wort gegen seine völlig illegale Besetzung von sich gab. Die Karte wurde von einem Jordanier namens Abd al-Rahman Rasses gezeichnet, der als offizieller Landvermesser arbeitete und von der haschemitischen Tourismusbehörde Jordaniens autorisiert war. Sie trägt die Worte: „empfohlen und genehmigt von der offiziellen jordanischen Tourismusbehörde“.

Eine Durchsicht der Karte zeigt, dass der Tempelberg-Komplex 1965 immer noch „al-Haram al-Scharif“ genannt wurde, dass er auf dem „Berg Moriah“ stand und dass die „Al-Aqsa-Moschee“ einfach ein Gebäude am Südende des al-Haram al-Scharif“ war. Mit anderen Worten: Dreißig Jahre vor dem Friedensabkommen zwischen Israel und dem Königreich Jordanien bezeichneten die Jordanier die Al-Aqsa als nichts weiter als ein Gebäude am Südrand des al-Haram al-Scharif, der wiederum auf dem Berg Moriah gebaut war.

Die Lügner des Islam entschieden sich die Al-Aqsa „auszuweiten“ – deren wahrer Standort in Wahrheit in der arabischen Wüste liegt – um den gesamte Bereich des Tempelbergs zu umfassen, aber erst nachdem die Juden den Ort ihrer Tempel im Sechstagekrieg vom Juni 1967 befreiten. Schließlich könnten die Juden auf dem Tempelberg unter der Leitung von Rabbi Goren und She’er Yaschuw HaCohen eine Synagoge bauen wollen.

Beispielsweise sagte Scheik Ikrama Sabri, 1994 bis 2006 der Mufti von Jerusalem, in einer Rede am Freitag, 4. Januar 2002 Folgendes (meine Hinzufügungen in Klammern – M.K.): „O ihr Muslime (überall in der Welt), wenn wir von der gesegneten Al-Aqsa-Moschee reden, meinen wir eine Moschee, deren Bereich 144 Dunam groß ist (die Größe des al-Haram al-Scharif insgesamt), einschließlich der Mauern, der al-Burak-Mauer (die Westmauer), der Wege, der Hallen, Eingänge und Plätze, zusätzlich zu dem Teil, der überdacht ist (dem Gebäude am Südende), dem Teil, der antik ist (unter der Überdachung) und dem Grundstein (unter dem Felsendom), der Gebetsstätte Marwani (Ställe Salomos), alles ist Al-Aqsa…“

Eine weitere Lüge, die von derselben Landkarte aufgedeckt wird, folgt dieser auf dem Fuß. Sie betrifft die Stelle des jüdischen heiligen Tempels. Ich habe eine ganze Menge Freitagspredigten auf Arabisch angehört, die ich leider nicht aufgezeichnet habe, darunter einige, in denen der Prediger behauptete, der al-Haykal al-Maz’um – „der angebliche (jüdische) Tempel“ – habe nie in Jerusalem gestanden. Ein Prediger behauptete, er befand sich auf dem Berg Sinai und in einem anderen Fall sagte der Prediger, er sei auf dem Berg Gerzim bei Nablus, wo „die Samaritaner die authentischen jüdischen Traditionen bewahren“. Die jordanische Landkarte straft jeden dieser islamischen Redner Lügen.

Man fragt sich, warum die Al-Aqsa-Moschee für die Muslime eine solche Bedeutung hat und warum sie ihr solche Berühmtheit zuteilen, dass sie als eines der Grundprinzipien ihres Glaubens akzeptiert wird. Die Antwort liegt in der Tatsache, dass der Islam sich als Religion definiert, die nicht in die Welt kam um in Frieden mit den ihm vorausgehenden Religionen Judentum und Christentum zu leben, sondern als universale Religion, die dazu gedacht ist sie auszulöschen und die Welt zu erobern. Der Islam betrachtet sich selbst als „Din al-Haqq“, die wahre Religion und Judentum und Christentum als „Din al-Batil“, die falschen Religionen. Die Muslime haben Angst, dass die Rückkehr des jüdischen Volks in sein Land, seine Städte und an den Ort seiner Tempel dem Judentum den Status einer lebendigen, aktiven und wahren Religion gewähren wird, was eine theologische Bedrohung für die schiere Existenz und den Daseinsgrund des Islam darstellt.

Das ist der Grund, dass alle jüdischen Aktivitäten auf dem Tempelberg, besonders jüdisches Gebet, sie in Wut versetzt und sie werden alles tun, auch Tatsachen verdrehen und offen lügen, um zu verhindern, dass die Juden an die Orte zurückkehren, von denen aus sie vor fast 2.000 Jahren ins Exil getrieben wurden. Das ist es, was den Konflikt um Jerusalem zur Grundlage eines theologischen Kampfs macht, dessen Quelle die Unfähigkeit der muslimischen Welt ist die Geschichte und religiösen Rechte von nicht muslimische Gläubigen anzuerkennen, die nach Maßgabe des Islam allesamt dafür vorgesehen sind zu verschwinden.

Alle anderen Aspekte des Konflikts – nationalistische, politische oder rechtliche – sind Tarnschichten, die den wahren Disput zwischen Israel und seinen Nachbarn, den theologischen, verbergen sollen.

Heute, wo wir mit dem Beginn einer Rückkehr nach Zion gesegnet sind, erinnern wir an die Zerstörung der Tempel und die Zerstreuung unseres Volkes unter die Nationen der Welt. Wir können mit eigenen Augen sehen, dass die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Land, in seine Hauptstadt und an die Stelle der heiligen Tempel vielen und besonders unseren muslimischen Nachbarn verhasst ist. Die aufkommende Frage lautet, ob wir weiter mit den muslimischen Unwahrheiten zum Tempelberg leben müssen – nachdem wir unser Land und die Hauptstadt erfolgreich von islamischer Besatzung befreit haben – oder ob wir sie über das informieren sollten, was wir durchaus wissen, aber versuchen zu verdrängen: dass es unsere Vorfahren waren, die vor 3.000 Jahren hier waren und den einen Gott anbeteten, währen ihre Vorfahren heidnische Stämme in der saudischen Wüste waren, die Wein tranken, ihre Töchter lebendig begruben und Götzen anbeteten.

Wenn wir uns selbst und unserem Erbe genug Respekt erweisen und für unsere Rechte einstehen, werden sie uns respektieren und in Frieden lassen.

Möge das jüdische Volk bald mit der völligen Erlösung gesegnet sein.

Der Status quo, den es auf dem Tempelberg nie gab

Elder of Ziyon, 8. April 2019

Ha’aretz hat einen Artikel zu einer Fotoausstellung, die Bilder des Tempelbergs seit dem Beginn der Fotografie zeigt. Diese ist im Museum der David-Zitadelle in Jerusalem zu sehen. (Den Artikel finden Sie kostenlos hier.)

In dem Artikel heißt es:

In den (auf 1967) folgenden Jahren wurde der Tempelberg von zahllosen Israelis fotografiert, die über den Ort spazierten. In diesen Jahren schien die Waqf die derzeitigen, sogenannten „Sittsamkeits“-Regeln nicht hochzuhalten. Viele Männer und Frauen sind zu sehen, wie sie in Shorts herumgehen, manchen halten Souvenirs in Händen oder Taschen mit Einkäufen aus der Altstadt.

In den 70-ern wurde der Ort vom Fotografen Mula Eshet als Set für Modefotos von Gottex genutzt. In der Ausstellung ist ein Mannequin in einem blauen Kleid vor dem Hintergrund der blauen Verzierungen des Felsendoms fototgrafiert worden – eine heute kaum vorstellbare Szene.

Diese Details zeigen, dass es den „Status quo“ des Tempelbergs, der von der jordanischen Waqf angeblich gehalten wird, nicht existierte. Die Einschränkungen für Israelis und Juden beim Besuch des Ortes, die es heute gibt, sowohl was Kleidung als auch das Tragen von Taschen angeht, gab es nicht.

Noch eins zu dem Foto des Mannequins von 1976.

Ich habe gelegentlich vermerkt, dass der Felsendom im Verlauf der Jahrhunderte mit Unkraut übersät gewesen ist. Man würde eher nicht erwarten, dass mit einer muslimischen heiligen Stätte so umgegangen wird. Hier ein Beispiel aus den 1950-er Jahren:

Das Bild mit dem Gottex-Mannequin zeigt, dass sich sogar noch 1976 Unkraut seinen Weg durch das Pflaster bahnte.

Das Goldene Tor – Sha’ar Harachamim auf dem Tempelberg

Israel Daily Picture, 20. Februar 2019

Das Goldene Tor (Sha’ar Harahamim, Gnadentor) in der Altstadtmauer von Jerusalem hat am Yom Kippur, dem jüdischen Versöhnungstag, besondere Bedeutung. Wäre das Tor offen, würde es direkt auf den Tempel-Platz führen. Das Äußere des Tores würde sich zum Kidrontal und den dahinter liegenden Ölbergs öffnen. In talmudischer Literatur war das Tor auch als Schuschan-Tor bekannte, weil es in östlicher Richtung (zur persischen Stadt Schuschan) liegt und vielleicht auch wegen der Rolle, die vom persischen König Kyros bei der Rückkehr der Juden nach Jerusalem nach dem babylonischen Exil spielte.

Das Goldene Tor, betrachtet vom Tempelplatz aus (1860)

Gemäß jüdischer Tradition nahm ein Botschafter (in der Regel ein Priester) am Yom Kippur ein Opferlamm vom Tempel mit durch das Tor in die Wüste. Die Reinigungszeremonie Rotes Kalb involvierte ebenfalls ein Opfer durch das Tor im Osten hin zum Ölberg zu bringen.

Das Innere des Goldenen Tores. Stammen die Säulen vom Tempelgebäude? (1900)

Anders als die meisten anderen Tore Jerusalems war das Goldene Tor ursprünglich mindestens ein Jahrtausend zuvor gebaut, als Süleiman der Prächtige die Mauern Jerusalems 1540 wieder aufbaute. In der Tat glauben einige Archäologen, dass das ursprüngliche Tor, das auf den Bau des Herodes oder sogar die Zeit Nehemias (440 v.Chr.) zurückgeht, heute noch unter dem aktuellen Tor besteht. Vielleicht wegen der großen religiösen Bedeutung des Tores für Juden und Christen als der Route des Messias nach Jerusalem hinein wird angenommen, dass Suleiman das Tor versiegelte und den Bau eines muslimischen Friedhofs vor dem Tor erlaubte.

Von hebräischer Schrift auf den inneren Wänden der Torkammer wird angenommen, dass sie von jüdischen Pilgern vor mindestens 1.000 Jahren hinterlassen wurden. (s. Studie von Shulanit Gera, Catedra, auf Hebräisch.)

Die von „Abraham“ in die Mauer geritzten Schriftzeichen.
Diagramm der beiden Ebenen des Goldenen Tores (mit Erlaubnis der Biblical Archeological Review)
Der antike unterirdische Bogen und die Knochengrube. (James Fleming)

Die Theorie eines antiken Tores erhielt 1969 Unterstützung, als ein Archäologie-Student namens James Fleming das heutige Tor untersuchte. Plötzlich gab der vom Regen vollgesogene Boden unter ihm nach und er fand sich in einer Knochengrube wieder, die sich auf einem anderen Tor 8 Fuß unter der Oberfläche befand. Fleming fotografierte diese Entdeckung. Als er am nächsten Tag zurückkam, war das Grab von den islamischen Aufsehern des Friedhofs mit einer Zementplatte versiegelt worden.

Vielleicht stammen die Knochen sogar aus dem Jahr 625 n.Chr., als eine jüdische Revolte die Perser gegen die Byzantiner unterstützte. Angeführt von Benjamin von Tiberias und seiner Arm kontrollierten die Juden die Stadt mehrere Jahre lang, möglicherweise stellten sie sogar die religiösen Bräuche auf den Ruinen des Tempels wieder her. Die Zeit war gekennzeichnet von Abschlachten, das von allen Seiten begangen wurde.