Tanz unter Beschuss – Der Lebensrhythmus auf der israelischen Seite der Gaza-Grenze

David E. Kaplan, Lay of the Land, 23. Oktober 2019

Eine geplante Tanzaufführung an der Grenze zum Gazastreifen erinnert mich an den Golfkrieg von 1991, als der Irak Scud-Raketen auf Israel regnen ließ und Maestro Zubin Mehta aus New York zurückeilte, um Konzerte zu dirigieren. „Ich hatte viele Verpflichtungen in New York, die mich davon hätten abhalten sollen zu kommen, aber ich konnte mir nicht vorstellen nicht hier zu sein“, sagte er damals, als er Dirigent der New Yorker Philharmoniker war. Er dirigierte ausverkaufte Konzerte, wobei er seine Gasmaske genauso eng bei sich hielt wie seinen Taktstock, „vorsichtshalber!“

„Können Sie sich vorstellen“, sagte er mir in einem Exklusiv-Interview anlässlich seines 80. Geburtstags 2016 in Tel Aviv, „dass Scuds aus dem Himmel fielen, möglicherweise mit Chemikalien, dies aber die Israels nicht davon abhielt klassische Musik zu hören?“

Das sandte eine machtvolle und rührende Botschaft nicht an Typen wie Saddam Hussein – Zeitverschwendung – sondern an die Menschen in Israel, die trotz der schrecklichen Lage ihren Mut und Liebe zur Kultur behaupteten.

In „Liebe ist so stark wie der Tod“ nutzt die Tanzgruppe auch Marschmusik, die ans Militär erinnert, um Nationalstolz, die Bedeutung des Dienstes in der Armee und wie sie menschliche Sehnsucht nach persönliche Distanz auszudrücken. (Foto: Gal Dor)

Vorspulen in die Gegenwart: Dieses Charakteristikum wird von Liat Drors Tanzgruppe aus Sderot erneut zum Ausdruck gebracht, die an der Gaza-Grenze eine Aufführung gibt, um „unserer Menschlichkeit“ angesichts des Lebens unter ständigem Beschuss darzubieten. „Es ist meine Verantwortung eine Vorstellung aufzuführen, selbst unter Raketenfeuer“, sagt eine stolze und kecke Liat, künstlerische Leiterin der Sderot Adama Dance Company.

Wie also sieht das Alltagsleben „unter Beschuss“ aus?

Die leitenden Sozialarbeitsbetreuerin an der Ben Guion-Universität im Negev (BGU) Yehudit Spanglet ist eine Spezialistin für Traumaverarbeitung, die das Connections and Links Trauma Center gründete, eine mobile Einheit, die sie regelmäßig nach Sderot bringt – eine Stadt unter Beschuss.

„Ohne Frage gibt es in Sderot und Südisrael hunderte Menschen, die in einem Zustand ständigen Traumas leben. Nicht nur infolge der dort fallenden Raketen, sondern auch wegen des Knallen des Verteidigungssystems Eiserne Kuppel, das glücklicherweise die meisten einfliegenden Raketen abfängt. Die Explosionen, die im Himmel ertönen, können in den Ohren eines Menschen lange nach dem Angriff nachhallen. Viele Traumaopfer leben in Angst, selbst während ausgedehnten Waffenstillstandsperioden. Jedes Mal, wenn die Sirenen heulen und die Menschen in Deckung rennen müssen, wird der Trauma-Schaden früherer Angriffe verstärkt.“

Leben auf Messers Schneide. Eine aus dem Gazastreifen geschossene Rakete trifft eine Fabrik im Gewerbegebiet der südisraelischen Stadt Sderot und löst ihren Brand aus. Das Feuer führte zu weiteren Explosionen innerhalb der Fabrik. (Foto: Edit Israel/Flashgo)

Sie führt einen Besuch in Sderot an, als die Stadt beschossen wurde und draußen auf einer Straße „stand eine Frau, paralysiert, starrte in den Himmel. Ihr Hals war vor Angst starr, wenn die Alarmsirenen erklangen. Bevor sie einen Bunker erreichen konnte, explodierten die Raketen der Eisernen Kuppel, wie über ihrem Kopf. Ihr Ehemann wollte sie nicht ins Krankenhaus in Aschkelon bringen, daher brachten wir sie langsam nach Hause, ihr Kopf starrte immer noch hoch in den Himmel. Als sie wieder Zuhause war, nachdem wir eine halbe Stunde mit ihr geredet hatten, lockerten sich ihre Halsmuskeln und ihr Körper entspannte sich schließlich.“

Von Sderot nach Paris. Liat Dror und Nir Ben Gal sind die Gründer und Leiter des ADAMA Dance Center aus Sderot und die kreativen Choreographen und Manager  der ADAMA Dance Company. Sie begannen zusammen im Kibbuz-Workshop Zeitgenössisches Tanzensemble zu tanzen. Ihr erstes eigenes Stück „Zweiraumwohnung“ gewann den ersten Platz bei des internationalen Choreographie-Wettbewerbs „Biennale“ in Paris. Sie beschreiben ihren Choreographiestil als einzigartige israelische Kombination aus Bewegung, Theater und zeitgenössischem Tanz.

Im Kreuzfeuer gefangen

Dieser Lage unerbittlicher Gefahr für nahe der Gaza-Grenze lebenden Israelis trotzend wird eine Tanztruppe der Adama Dance Company aus Sderot einen Auftritt bieten, um zu betonen, wie es ist im Kreuzfeuer gefangen zu sein – nicht nur wegen der Raketen aus der Luft, sondern aus „Pflicht, Menschlichkeit und der Bedeutung des Selbst“.

Liat und ihr Partner Nir Ben Gal sagen, ihre neue Aufführung mit dem Titel „Liebe ist so stark wie der Tod“ wird vermitteln, was es bedeutet unter Raketenfeuer zu tanzen und unter den donnernden Klängen der Luftschutzsirenen und dem hämmernden Klängen der Raketen Kunst zu schaffen.

„Leben nahe des Gazastreifens“, sagt Liat, „präsentiert uns schwierige Fragen zum Wert der Kunst, wenn sie nicht in einem Museum ausgestellt ist oder in einem klimatisierten Theater in Sicherheit gewürdigt wird.“

Scharfes Sderot. Die Adama Dance Company startet unter der Leitung von Liat Dror und Nir Ben Gal „All‘arrabbiata – ein stilles Herz in einer lärmenden Welt“. All’arrabbiata bedeutet auf Italienisch „wütende Salsa“. Liat sagt: „Heiß und scharfe Tomaten mit würziger Zwiebelsoße… Die Schärfe dominiert nicht den Gesamtgeschmack, sondern sorgt nur dafür, dass sie zu fühlen ist.“

Die neueste Arbeit der Tanzgruppe balanciert auf der Lage aus Nationalstolz und der Notwendigkeit persönlich sein Volk zu verteidigen – daher die Einbindung von Marschmusik in die Partitur – aber auch dem menschlichen Bedürfnis nach persönlicher Distanz.

„Dieses Treffen zwischen den beiden ist in meinem Alltagsleben im Studio sehr real“, offenbart Liat.  Es begann mit ihren Erfahrungen im Dienst in der IDF (Israelische Verteidigungskräfte) „und setzte sich mit der sehr schwierigen Erfahrung Eltern von Soldaten zu sein fort“.

Sie sagt, die Show geht die Fragen des echten Lebens an, „Liebe dem Krieg vorzuziehen, mit einer komplexen Realität umzugehen und andere zu akzeptieren – sei es ein Ehepartner, ein Nachbar oder jemand mit anderen politischen Meinungen“.

Sie behauptet, das Leben in Sderot hebe diese Fragen immer heraus und „hält mich in ständiger Wachsamkeit“.

Während Tanzlehrer irgendwo sonst in der Welt sich wegen Fragen sorgen könnten, dass Schüler persönliche Probleme haben oder krank sind, hat Dror Angst:

„Werden wir in der Lage sein zu proben? Werden wir diese Probe bis zu Ende machen können oder werden die Raketensirenen ertönen? Immerhin liegt es in meiner Verantwortung selbst unter Raketenbeschuss eine Show zusammenzustellen.“

Sie sagt, die Tanztruppe verwendet Aufnahmen von „Livemusik aus Auftritten der Vergangenheit“, darunter „Lachen des Publikums, das Knacken von Stühlen und die Klänge des Atmens von Anwesenden“. Für Liat „ist das eine Form der Korrespondenz, sowohl mit unserer Vergangenheit als auch mit seiner Bedeutung für das, was sich gerade jetzt in Israel, Sderot oder jedem Ort abspielt, wo die Lücken größer sind als die Chancen auf Frieden“.

Good Vibes. Zubin Mehta dirigiert 1977 ein Konzert der Eröffnungsfeier des „Guten Zauns“ an der israelisch-libanesischen Grenze. (Foto: David Rubinger)

Musik für unsere Ohren

Als Israel 1982 im Südlibanon im Krieg war, brachte Zubin Mehta Israels Philharmonie-Orchester  ein paar Kilometer über die Grenze in ein libanesisches Tabakfeld. „Wir bauten eine Bühne unter einem Zelt auf und spielten für eine Gruppe örtlicher Libanesen.“ Nach dem Konzert, sagte Mehta, „eilten die Konzertbesucher auf die Bühne, um die Musiker zu umarmen“.

Jahre später sagte der Maestro nachdenklich: „Ich würde es so sehr lieben diesen Anblick heute noch einmal zu sehen: Araber und Juden, die einander umarmen. Ich bin jemand, der positiv denkt. Ich weiß, dieser Tag wird kommen.“

Video: … und dann kam die Hamas

United With Israel, 10. Juli 2018

Israels Süden war ein Paradies … bis die Hamas vorbei…

Seit März haben die Hamas-Terroristen aus dem Gazastreifen eine Welle Brandanschläge gegen Israel verübt, Vernichtung gesät, wo einst florierendes und blühendes Gebiet war.

Tausende Morgen Agrarland und Naturschutzgebiete wurden von hunderten Branddrachen und Feuerballons niedergebrannt, die die Hamas schickte.

Die Hamas behauptet GANZ Israel gehöre den Palästinensern – wie kann man solch furchtbare Vernichtung an einem Land verursachen, das man als sein eigenes beansprucht?

 

Der Feuerdrachen-Terror

gefunden auf twitter:

Der 7. Juli markiert 100 Tage seit die Palästinenser anfingen Brand-Drachen und -Ballone aus dem Gazastreifen nach Israel zu schicken.

Bis jetzt wurden mehr als 30.000 Morgen wertvollen Landes verbrannt. Im Kontext: Das sind etwa 22.500 Fußballfelder!

Das ist schlicht und einfach Terror! Aber wo ist die Empörung?

(persönliche Anmerkung am Rande: Ich habe mit meinen Eltern gesprochen, die fleißig unsere Mainstream-Medien konsumieren, ob sie etwas von den Bränden im südlichen Israel wissen. Sie hatten keine Ahnung davon, haben von mir zum ersten Mal etwas davon gehört.)

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (8. – 11. Juli 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2018 geführt.

Sonntag, 01.07.2018:

Am Freitag starb ein Terrorist am Gaza-Zaun durch seinen eigenen Sprengsatz. Inzwischen behaupten die Terroristen, er sei von israelischen Soldaten erschossen worden. In Wahrheit versuchte er eine Granate in seiner Steinschleuder zu platzieren, um sie auf Soldaten zu schleudern. Dabei ging das Ding hoch, tötete ihn selbst und verletzte mehrere andere Araber. Es gibt Videomaterial davon (auf twitter gefunden):

Ein Diplomat aus Qatar versuchte Israel hinter den Kulissen davon zu überzeugen, dass die Spannungen am Gazastreifen aufhören würden, wenn mehr Gazaner Arbeit in Israel bekämen.

Nachdem Netanyahu das Verbot der Besuche auf dem Tempelberg durch Minister der Regierung aufhob, war Landwirtschaftsminister Uri Ariel das erste Kabinettsmitglied, das heute den Tempelberg besuchte; ein weiterer Abgeordneter ging ebenfalls hinauf. Knessetmitglieder dürfen jetzt alle drei Monate den Tempelberg besuchen. Am Montag wollen 3 Abgeordnete den Tempelberg besuchen.

Die PA verurteilte die Besuche von Juden auf dem Tempelberg und wirft Israel „Angriffe“ auf islamische und christliche heilige Stätten vor.

Montag, 09.07.2018:

Aussage eines iranischen Generals: Die Streitkräfte in Syrien warten nur noch auf den Befehl Israel zu vernichten.

Premier Netanyahu hat angekündigt den Waren-Übergang Kerem Schalom wegen des anhaltenden Drachen-/Ballonterrors zu schließen. Das gilt nicht für Humanitäres und für Lebensmittel. Außerdem wurde beschlossen die Fischereizone vor dem Gazastreifen nicht auf 9 Seemeilen auszuweiten.
Der Islamische Jihad tobt, die Schließung sei eine Kriegserklärung und ein Verbrechen gegen die Menschheit. Was die Hamas genauso sieht.

Morgen soll ein neuer Versuch gestartet werden die Blockade von Gaza aus zu durchbrechen. Angeblich soll kranke und verletzte Gaza-Araber damit transportiert werden.

Mahmud Abbas hat einmal mehr bekräftigt, dass Trumps Friedensplan „nicht stattfinden“ wird.

Die arabische Hass-Knessetabgeordnete Hanin Zoabi will nicht helfen, dass das Patriarchengrab für Rollstuhlfahrer zugänglich gemacht wird. Mit Dingen, für die die Besatzung zuständig sei, beschäftige sie sich nicht.

Feuer-Terror-Bilanz nach 100 Tagen: Es gab 678 von den Terrordrachen und -ballonen ausgelöst Brände in Israel.

Verteidigungsminister Lieberman hat den zur Hamas gehörenden Fernsehsender Al-Quds TV mit einer Anordnung zur Terrororganisation erklärt. Von der Hamas kommt, den Sender so zu bezeichnen sei Terror; arabische Knesset-Abgeordnete verurteilen den Schritt als Verletzung der freien Meinungsäußerung.

Dienstag, 10.07.2018:

Erklärung der „Söhne Zawaris“ (eine Gruppe Gaza-Terroristen, die hauptsächlich die Terrordrachen und -ballons steigen lässt), zur israelischen Entscheidung den Übergang Kerem Schalom wegen des Feuer-Terrors zu schließen: Sie bekräftigen ihr Recht den Gazastreifen zu verteidigen und haben die Entscheidung getroffen nachts große Bündel an Brandballons gegen die Siedler zu starten (merke: die „Siedler“ leben in dem, was selbst die UNO und die Staaten der Welt als Israel anerkennen):

Die EU hatte in der Hagai-Straße in der Altstadt Schilder aufgehängt. Diese wurden jetzt von der Stadtverwaltung entfernt.

Ein israelisches Gericht verurteilte die PA zur Zahlung von NIS 13,5 Millionen Entschädigung an Araber, die wegen angeblicher Kollaboration mit Israel gefoltert worden waren.

Die Hamas hat sich die Proteste und den Terror am Gaza-Zaun in den letzten 100 Tagen $45 Millionen kosten lassen.

Mittwoch, 11.07.2018:

Die Hamas hat die Händler des Gazastreifens informiert, dass ab sofort die Einfuhr von Obst aus Israel in den Gazastreifen gestoppt ist. (Was ist das für eine „Blockade“, in der das „Opfer“ Einfuhren von täglich 30-40 LKW-Ladungen Obst verhindert?)

Ein ranghoher PA-Vertreter beschuldigt Israel die Rechte muslimischer Gläubiger in der Patriarchenhöhle zu verletzen. Es habe im ersten Halbjahr 298 Fälle von verhinderten Gebetsrufen gegeben; Israel habe die Sicherheitskräfte am Eingang zur „Moschee“ verstärkt; und der Bereich sei wegen Feiertagen zweimal gesperrt gewesen. Außerdem hätten „extremistische Siedler“ am Montag die Zehn Gebote in einer der Türen geritzt, was „eine eklatante Provokation“ sei. Darüber hinaus habe es einmal ein jüdisches Fest auf dem Gelände gegeben, bei dem bis spät in die Nacht Musik gespielt worden sei. Er rief die Araber zu Standhaftigkeit und Widerstand gegen die „rassistische Besatzung“ auf. (Die PA betrachtet das Patriarchengrab als allein muslimische heilige Stätte.)

Auf einer Konferenz berichtete Yoram Ettinger, dass jedes Jahr etwa 20.000 PA-Araber aus den Palästinensergebieten emigrieren. Die PA blies die Zahl der Einwohner in Judäa und Samaria auf, was aber von israelischer Seite leider nicht richtiggestellt wird.

Die Hamas-Terroristen machen mit ihrem Umwelt-Terrorismus nicht einmal vor dem Meer halt; hier ist ein Video eines der „Aktivisten“ der gestrigen „Flottille“, das zeigt, wie auch im Meer Reifen verbrannt werden, um die Israelis zu stören.

Die Reaktion auf die Brandstiftungen ist ein moralischer Fehlschlag

Uri Heitner, Israel HaYom, 3. Juli 2018

Unsere Ernten und Felder brennen jetzt seit drei Monaten. Der westliche Negev steht in Brand. Seit langen Wochen sind die dort lebenden Menschen von Rauch eingedeckt, atmen ihn ein. Und die israelische Regierung findet sich mit der Situation ab, schluckt die abscheuliche Terrorkampagne.

Die Regierung hat die neue Gleichung an der Grenze zum Gazastreifen akzeptiert. Es ist in Ordnung unsere Felder abzubrennen und wenn die IDF mit Warnschüssen in die Nähe der Terroristen „antwortet“ – Gott bewahre, nicht auf die Terroristen selbst – dann schießen sie nachts Raketen auf unsere Gemeinden.

Um das ganze Ausmaß des Versagens zu begreifen, müssen wir zur letzten „Runde“ der Kämpfe an der Grenze zum Gazastreifen zurückgehen, dem 29. Mai. Dutzende Raketen und Mörser wurden auf unsere Gemeinden geschossen und die IDF konterte mit Luftangriffe und Artilleriebeschuss. Die „Runde“ endete mit einer beschämenden israelischen Niederlage.

Ich bin keiner dieser übereifrigen Typen, die dazu aufrufen „die Hamas zu stürzen“, „den Gazastreifen zu erobern“ und „den Terror ein für allemal zu beseitigen“. Das sind populistische Sprüche. Ich glaube nicht an einen „K.O.-Schlag“, sondern an langfristige Abschreckung. Ein Krieg niedriger Intensität bietet keinen klares, unzweideutiges „Siegerbild“. Sie wird im Verlauf der Zeit gemessen. In diesem Fall war das Ergebnis sofort offensichtlich – und fatal.

Die Runde endete mit einem Waffenstillstand. Im Prinzip ist ein Waffenstillstand ein positives Ergebnis, weil er bedeutet, dass Menschen aufhören aufeinander zu schießen. Ein Waffenstillstand ist aber vorgetäuscht, wenn Dutzende Felder und Wäldchen tagtäglich entlang der Gaza-Grenze niedergebrannt werden.

Die Runde endete mit einem Waffenstillstand, der nur das Raketenfeuer thematisiert, nicht die Branddrachen. Das bedeutet, dass Israel diese terroristische Brandstiftungskampagne legitimiert, so dass, wenn Israel auf diese Angriffe reagiert, es angeblich den Waffenstillstand verletzt! Das ist eine unerträgliche Gleichung. Ein souveränes Land kann nicht das Niederbrennen seiner Felder und das Abbrennen einer gesamten Region hinnehmen und es kann das nicht „schlucken“. Diejenigen, die die Branddrachen starten verdienen dasselbe Schicksal wie die, die Raketen starten.

Und genau so, wie wir nicht „in die Nähe“ der Raketen schießenden Terroristen feuern, dürfen wir nicht nur in die Nähe der Terrorzellen schießen, die Branddrachen nach Israel starten. Das unschuldige Wort „Drachen“ ist irrelevant, wenn es um massive Zerstörungswut geht. Der Unterschied zwischen Drachen und „Branddrachen“ ist analog dem einer Wasserpistole und einer echten. Ein Branddrachen ist kein Spielzeug, er ist eine Waffe, die von Terroristen geführt wird. Eine Drachenzelle ist nichts andres als eine Raketenzelle. Sie muss zerstört werden, idealerweise bevor sie die Drachen startet.

Die Reaktion auf einen Brandanschlag muss identisch zu der auf eine Raketensalve sein. Kein Land kann sich mit einer solch krassen Verletzung seiner Souveränität und derartiger landwirtschaftlicher Verheerung arrangieren.

Dies ist keine Sache eines operationellen Fehlschlags. Sie ist ein moralisches, ethisches Versagen. Es handelt sich darum, dass eine Regierung ihren grundlegenden Pakt mit ihren Bürgern verrät – um ihre Sicherheit sicherzustellen. Würde die Regierung die IDF anweisen der Brandstiftungskampagne ein Ende zu setzen und würde die fehlschlagen – das wäre ein operationeller Fehlschlag. Ein operationeller Fehlschlag ist legitim, weil Lehren aus den Fehlern gezogen werden können; man bringt das in Ordnung. Das moralische Versagen ist unentschuldbar.