UNDP streitet Sponsoring des Abu Jihad-Turniers ab, verurteilt aber die Glorifizierung durch den von ihr unterstützten palästinensischen Fußballverein nicht

Itamar Marcus/Nan Jacques Zilberdik, Palestinian Media Watch, 09.05.2013

Palestinian Media Watch offenbarte, dass das UNDP* ein nach dem Terroristen Abu Jihad benanntes Turnier sponserte; der Terrorist war für die Tötung von mindestens 125 Personen verantwortlich. In Reaktion gab das UNDP am Tag der Veröffentlichung durch PMW eine Erklärung aus, die die Sponsorenschaft des UNDP abstritt:

Das UNDP hat an dem Turnier, an seiner Namensgebung oder anderen damit in Zusammenhang stehenden Aktivitäten keine Rolle. Es wurde nicht über die fragliche Aktivität informiert. (s. volle Erklärung unten)

Bedauerlicherweise verurteilte das UNDP weder die Glorifizierung des Terroristen Abu Jihad, der für Jahre PLO-Terror verantwortlich war, noch verurteilte es, dass sein Name mit dem Terroristen in Verbindung gebracht wurde; auch verurteilte es die allgemeine palästinensische Praxis nicht, für die palästinensische Gesellschaft Terroristen als nachahmenswerte Vorbilder zu verherrlichen.

Tatsächlich nannte das UNDP in seiner gesamten Stellungnahme – obwohl es klar auf die PMW-Dokumentation reagierte – nicht ein einziges Mal den Namen „Prinz der Märtyrer Abu Jihad Fußballturnier“, von dem die Medien berichteten es sei vom UNDP gesponsert worden, sondern verwies lediglich auf den Club Ansar al-Quds, der das Turnier veranstaltete. Das UNDP stritt rasch seine eigene Beteiligung an der nicht identifizierten „fraglichen Aktivität“ ab und versicherte, dass „das UNDP-Logo … ohne vorherige Genehmigung genutzt“ wurde sowie dass „das UNDP den Club auffordert das UNDP-Logo mit sofortiger Wirkung von allem öffentlichen Material zu entfernen und sein Logo nicht ohne vorherige, ausdrückliche Genehmigung für Veranstaltungen oder Aktivitäten zu nutzen“.

Es ist bedauerlich, dass die UNO offen in diesem Umfeld der fortgesetzten Terrorverherrlichung arbeitet, sie aber nicht verurteilt, selbst wenn der Name der UNO damit verbunden wird. Fakt ist, dass das UNDP nach eigenen Angaben in der Stellungnahme den Fußballverein mit „einem Zuschuss von USD 25.000 bedachte, um Training und Ausrüstung für eine Fußballmannschaft des Clubs zu finanzieren“.

Gehört zu den Bedingungen der UNO für die Finanzierung von Sportvereinen nicht auch, dass die Clubs keinerlei Teile ihres Budgets für die Verherrlichung von Terroristen nutzen?

Der letzte Teil der Erklärung des UNDP, in dem es versichert, dass „das UNDP weiterhin alles unternehmen wird, um bei allen Unterstützungsempfängern und Nutznießern von Zuschüssen die gebührende Sorgfalt sicherzustellen, ist unvereinbar damit dem Club zu erlauben seine Gelder für die Glorifizierung von Terroristen zu verwenden. Wenn das UNDP für die Ausrüstung und das Training zahlt, aber still wegsieht, wenn Terroristen in Helden und nachahmenswerte Vorbilder verwandelt werden, dann erscheint seine Behauptung von „gebührender Sorgfalt zu allen Nutznießern von Zuschüssen“ merkwürdig.

2011 dokumentierte PMW einen ähnlichen Fall von Verbindung der UNO mit Terrorverherrlichung. Das palästinensische Jugendzentrum Al-Amari benannte ein Fußballturnier nach der ersten palästinensischen Selbstmord-Bomberin Wafa Idris, die 2002 einen Menschen tötete und mehr als 100 verletzte. Die Ankündigung beinhaltete das Logo der UNRWA als Teil des Logos des Al-Amari-Zentrums, die Sponsorenschaft der UNRWA nahe legte. Nach der Offenlegung durch PMW stritt die UNRWA damals auch ab, dass sie daran beteiligt war.

PMW-Dokumentationen von Terror-Verherrlichung in der PA
PMW-Dokumentationen von in PA-Terror und Hass-Förderung involvierten Auslandsponsoren.

Es folgt die offizielle Reaktion des UNDP auf das nach dem Terroristen Abu Jihad benannte Turnier:

UNDP-Reaktion auf Fußballturnier, das vom Club Ansar Al-Quds in Jerusalem ausgerichtet wurde

Das United Nations Development Programme (UNDP) hat keine Funktion im Turnier, seiner Namengebung oder irgendeiner anderen damit in Zusammenhang stehenden Aktivität. Es wurde nicht über die fraglichen Aktivitäten informiert.

Der Beitrag des UNDP zu Ansar al-Quds bestand in einem Zuschuss von USD 25.000 zur Finanzierung des Trainings und der Ausrüstung einer Fußballmannschaft des Clubs (Platzmiete, Trainer, Kameras, Sportausrüstung…).

Das UNDP-Logo wurde bei dieser Veranstaltung ohne vorherige Genehmigung des UNDP genutzt und ist keinesfalls das offizielle Logo der Organisation.

Das UNDP fordert den Club auf das UNDP-Logo mit sofortiger Wirkung von allem öffentlichen Material zu entfernen und sein Logo nicht ohne vorherige, ausdrückliche Genehmigung für Veranstaltungen oder Aktivitäten zu verwenden.

Das UNDP wird weiterhin alles unternehmen, um die gebührende Sorgfalt bei allen Nutznießern von Zuschüssen sicherzustellen.

[UNDP-Internetseite, 2. Mai 2013
http://www.undp.org/content/undp/en/home/presscenter/articles/2013/05/02/undp-response-to-soccer-tournament-hosted-by-ansal-al-quds-club-in-jerusalem/%5D

 

* UNDP = United Nations Development Programme (Entwicklungs[hilfe]programm der Vereinten Nationen)

Die Ironie eines „palästinensischen“ Tourismus-Videos

Elder of Ziyon, 23. November 2011

So beschreibt das United Nations Development Programme (UNDP – UNO-Entwicklungsprogramm) seine Ziele in den palästinensisch-arabischen Gebieten:

Die Hilfe der UNDP für das palästinensische Volk in allen Sektoren, sowohl in der Westbank als auch dem Gazastreifen und in Zeiten von Not wie im Frieden, zielt auf die Verringerung von Armut und den Wiederaufbau von Lebensgrundlagen. Seit 1978 hat unser Hilfsprogramm für das palästinensische Volk in den besetzten palästinensischen Gebieten Projekte im Wert von mehr als $600 Millionen realisiert, wobei sich auf die Gebiete konzentriert wurde, die dem palästinensischen Wohlergehen und sozio-ökonomischer Entwicklung entscheidend sind; dazu gehören Wasser, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Sozialdienste, Infrastruktur und ländliche wie landwirtschaftliche Entwicklung.

All dies sind angemessene Aktivitäten für Leute, die sich verzweifelt in Not befinden.

Was das folgende Video höchst interessant macht. Es ist sehr professionell gemacht und wurde vom PA-Tourismusministerium veröffentlicht; es zeigt einen Ort, wo man alles bekommt, was man will:

Irgendwie klafft da auseinander, wie „Palästina“ von der UNDP und anderer UNO-Literatur beschrieben wird du wie man es in diesem Video darstellt. Wenn man z.B. das UNDP-Zitat oben liest, dann müsste man glauben, die palästinensischen Araber seien arm und bräuchten dringend jede Menge Hilfe von außen.

Sieht man sich das Video an, dann erhält man den gegenteiligen Eindruck: „Palästina“ ist ein ORd, wo Geschäftsleute und wohlhabende Touristen keine Zugeständnisse an ihre Standards machen brauchen, wo Luxus die Norm ist.

Die Ironie dabei: Das Video wurde finanziert von der – UNDP!

Die UNO hat ureigenes Interesse daran die pal-arabischen Territorien als verarmt und unterdrückt erscheinen zu lassen, aber sie finanziert ein Video, das genau diese Gegenden luxuriös und schick erscheinen lässt.

Es ist schon etwas heuchlerisch Armut geltend zu machen und UNO-Almosen zu fordern, um ein Video herzustellen, das solch offensichtlich Reiche zeigt.

Die UNDP tut vieles, das beeindruckt – sie hilft sauberes Wasser bereitzustellen, eine nachhaltige Lebensmittelversorgung, medizinische Infrastruktur, Kleinstkredite, die Frauen in Entwicklungsländern helfen usw. Irgendwie glaube ich nicht, dass den Tourismus zu fördern eines ihrer Kernziele ist. (Sie diskutieren auf ihrer Internetseite über Öko-Tourismus, um verarmten Ländern zu helfen und deren natürliche Ressourcen zu schützen, aber das ist etwas völlig anderes.)

Traurige Tatsache ist, dass den palästinensischen Arabern Geld zu geben nicht länger auch nur ansatzweise mit ihrer Not in Verbindung steht. Es ist schick, nicht erforderlich. Ihr Geldregen wird inzwischen von Trägheit gespeist.

Es braucht keine weiteren Beweise als die Benefiz-Veranstaltung der Hoping Foundation „für palästinensische Flüchtlingskinder“, die diese Woche in England stattfand. Dort machten sich Dutzende hohlköpfiger Promis schick und hingen ab – wobei sie Hunderttausende Dollars sammelten.

Sehen Sie sich die Bilder davon an. Sie können einfach fühlen, wie sehr sie sich Sorgen um „Palästina“ machen.

UNO-Report über „wellness“ und Gefahren für die Menschheit

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 5. November 2011

 

Die Entwicklungsbehörde der UNO (UNDP) hat ihren jährlichen Report über den Zustand der Menschheit, Umweltgefahren und menschliche Befindlichkeiten wie Lebenserwartung und Wassergeschmack veröffentlicht. Norwegen steht auf Platz eins der Liste des Wohlergehens unter 187 Ländern der Welt. Die Demokratische Republik Kongo bildet das Schlusslicht. 500 Forscher und Experten beteiligten sich am Sammeln und Ausarbeiten der Daten.

Wie bei der UNO üblich enthält der Report einige politisch brisante Zuordnungen. Bekanntlich gibt es 193 UNO-Mitglieder und zusätzlich als Staat den Vatikan. In dem Report fehlen also ein paar Länder, während die „Besetzten palästinensischen Gebiete“ als separates Land aufgelistet werden. Taiwan wird als „Provinz Chinas“ angeführt, jedoch ohne Daten von Taiwan bei China mitzuzählen.

Wie bei der UNO üblich, wird die Welt in Regionen aufgeteilt. Europa, Afrika, Amerika oder Ostasien sind allgemein akzeptierte Region. Weil in dem Report die „Arabischen Staaten“ separat angeführt werden, fällt in dieser Aufteilung der Welt laut UNO der Staat Israel unter den Tisch. In UNO-Gremien wird Israel mal Europa zugeschlagen, obgleich der jüdische Staat in Asien liegt, oder den Inseln im Pazifik.

Die Lebensqualität der Länder wurde gemäß einem komplizierten Schlüssel ermittelt, als Durchschnitt von Lebenswartung, Schuljahren, des pro-Kopf Bruttosozialprodukts, Umwelt und weiteren Kriterien.

Auf den ersten Plätzen liegen erwartungsgemäß westliche Länder und das separat angeführte Hong Kong. Vor Deutschland (Platz 9) liegt Liechtenstein, gefolgt von Schweden und der Schweiz (Platz 11). Israel steht mit Platz 17 sehr weit oben auf der Liste zwischen Dänemark und Belgien. Österreich folgt auf Platz 19 vor Frankreich. Luxemburg auf Platz 25 liegt zwischen Italien und Singapur. Die Lebensumstände in der Russischen Föderation (Platz 66) sind offenbar schlechter als in Libyen. Den Menschen im Iran (Platz 88) geht es besser als in der Türkei oder Tunesien.
China und Thailand stehen auf Plätzen jenseits der hundert bessergestellten Länder. Ägypten führt auf dem Platz vor den „Okkupierten Palästinensischen Gebieten“ (Platz 114), in denen allerdings die Lebensqualität immer noch wesentlich besser zu sein scheint als in Syrien, Südafrika, Marokko, im Irak oder in Indien.

In separaten Statistiken wurde Armut ermittelt, unter anderem gemäß der Zugänglichkeit von Wasser, modernen Brennstoffen und sanitären Bedingungen. Die Zahlen enthalten viele kleine Überraschungen. In den palästinensischen Gebieten wurde nur bei 0,1 Prozent der Bevölkerung „ernste Armut“ ermittelt. Im Gegensatz dazu in Indien ganze 28,6 Prozent. Auch in manchen arabischen Staaten wie Syrien, Irak und Marokko leiden weit mehr Menschen unter akuter Armut als im Gazastreifen und im Westjordanland.

Die Gleichberechtigung der Frauen lässt sich unter anderem anhand des Prozentsatzes von Frauen im jeweiligen Nationalen Parlament ablesen, zum Beispiel 0 % in Saudi Arabien und Ägypten. Der UNDP fehlen aus unerfindlichen Gründen die Angaben zu Frauen im palästinensischen Parlament, obgleich die Wahlen 2006 weltweite Publizität wegen des Wahlsieges der islamistischen Hamaspartei erhalten hatten. Im Weltvergleich sind Frauen in Parlamenten in Schwarzafrika, Latein Amerika und Ostasien häufiger vertreten als in Europa und in den arabischen Staaten.

Ulkig sind die Angaben zum Aussterben von Tieren. So ist in Luxemburg und Liechtenstein jeweils nur eine Tierart bedroht, in Israel sind es 12 und in Portugal 19. Madagaskar ist mit 23 bedrohten Tierarten der Spitzenreiter.

Per Umfragen hat die UNDP sogar die „wellness“ der Menschen ermittelt. Die zufriedensten Menschen mit 7,6 Punkten auf einer Skala von 1 bis 10 gibt es in Norwegen, gefolgt von Australiern, Amerikanern,  Holländern, Schweizern, Österreichern und Israelis. Mit 6,7 sind die Deutschen schon spürbar unzufriedener. In der Dritten Welt, bei den Palästinensern und in den arabischen Staaten kommen nur wenige Länder auf mehr als 5 Punkte.

Für die hochentwickelten Staaten liegen der UNO keine Angaben über Analphabetismus vor. Am schlechtesten schneiden mit rund 73 % die arabischen Staaten und Schwarzafrika ab, während 98 % der Europäer lesen und schreiben können.

Empfangene „offizielle Entwicklungshilfe“ wird in einer weiteren Statistik nicht in absoluten Zahlen, sondern als Prozentsatz des Bruttosozialprodukts angegeben. Mit über 25 Prozent stehen die Palästinenser ganz oben auf dieser Liste, geschlagen von Lesotho, Niger einigen Inselstaaten und Afghanistan, wo fremdes Geld gar 45,7 Prozent des Bruttosozialprodukts ausmacht.

 

(C) Ulrich W. Sahm

 

Der Report: http://hdr..undp.org/en/media/HDR_2011_EN_Complete.pdf

Cash für Kim

EU Referendum hat am 19. Januar 2007 aufgezeigt, dass bei der UNO einmal mehr etwas nicht in Ordnung ist. Etwas, worüber die Welt völlig im Unklaren gelassen wird, weil die UNO ja die Weltregierung ist, die nichts falsch machen kann und nur gut sein kann.

Ein neuer Tag, ein neuer UNO-Skandal. Dieser befindet sich in seiner Frühphase. Nein, doch nicht: Der Skandal spielt sich seit einiger Zeit ab, aber seine Entdeckung befindet sich in seiner frühen Phase, wie das Wall Street Journal aufzeigt (in Englisch), die sehr stark an die Anfänge dessen erinnert, was wir inzwischen als den Öl-für-Lebensmittel-Betrug bezeichnen.

Eine Lektion aus dem Öl-für-Lebensmittel-Skandal und dass er nicht zu ernsthafter Reform geführt hat, ist die, dass für einige Auslandseliten es so etwas wie einen „Skandal“ bei der UNO nicht gibt. Denn für sie geht es bei der UNO immer um gute Absichten und die Hoffnungen und Träume in Sachen Frieden, statt um tatsächliche Resultate. Aber das ist genau die Nachsicht, die es nur allzu vielen Diktatoren erlaubt hat die UNO für ihre Zwecke auszunutzen und Turtle Bay an den derzeitigen Tiefpunkt gebracht haben. Zum Grund des Geldsegens für Kim vorzustoßen ist eine weitere Chance die UNO wieder in Form zu bringen und die Finanzierung einer weltweiten Bedrohung im Geschachere aufzuhalten.

Melanie Kirkpatrick erzählt einige der grausigen Einzelheiten in einem Artikel, der es wert ist in einem Zug durchgelesen zu werden.

Amerikanische Beamte drängen seit einiger Zeit auf größere Transparenz in diesen Aktivitäten, insbesondere den finanziellen Aktivitäten des UNO-Entwicklungsprogramms (United Nations Development Programme/UNDP) in Nordkorea. Ich bin sicher, dass es keinen unserer Leser überraschen wird, wenn man ihnen erzählt, dass das UNDP mauert.

In einem Brief an den stellvertretenden UNDP-Verwalter Ad Melkert vom 16. Januar legt Botschafter Mark Wallace von der US-Mission bei der UNO dar, was das amerikanische Graben bisher zu Tage gefördert hat: Das UNDP-Programm in der Demokratischen Volksrepublik „ hat seit Jahren in eklatanter Verletzung der Regeln der UNO agiert, dient als stete und reichhaltige Quelle harter Währungen und anderer Ressourcen für die nordkoreanische Regierung mit minimaler bis keinerlei Sicherstellung, dass die UNDP-Finanzen und –Ressourcen für legitime Entwicklungsarbeiten genutzt werden“.

Von welchen Summen ist hier die Rede? Schwer zu sagen, wenn man Kirkpatrick liest:

Die genaue Summe vom UNDP zur Verfügung gestellter harter Währung ist zwar nicht bekannt, aber die Dokumente deuten darauf hin, dass sie auf Dutzende Millionen Dollar seit 1988 hinaus laufen; eine Quelle sagt, sie könnte über 100 Millionen Dollar liegen. Eine interne Überprüfung vermerkt ein Budget von 27,9 Millionen Dollar für 29 Projekte. David Morrison, ein UNDP-Sprecher, sagt, „der Gesamtumfang des Programms“ in Nordkorea ist in den letzten Jahren verringert worden. Während für 2005/2006 noch 22,2 Millionen Dollar angesetzt waren, hat die Agentur letztes Jahr nur 3,2 Millionen und 2005 2,1 Millionen ausgegeben, sagt er. Die Programme teilen sich in vier Bereiche: humanitäre Hilfen, Gesundheitssystem, Umwelt und Landwirtschaft und die Wirtschaft.

Wissen wir wenigstens, wohin das Geld gegangen ist? Nun, nicht wirklich, da UNO-Inspektoren in Nordkorea nicht unbedingt willkommen sind.

Die Rechtfertigung, dass das UNDP lediglich humanitäre Arbeit leiste – für die Menschen Nordkoreas, nicht für die Regierung – ist angesichts der Details unglaubwürdig, die Kirkpatrick liefert. UNO-Beamte können nicht einmal mit Sicherheit sagen, dass all die „Entwicklungs“-Projekte existieren, weil ihnen nicht erlaubt worden ist ihre Projektorte zu besuchen. Beamte Pjöngjangs bestehen auf Barzahlungen, die für das Regime tauschbare harte Währung werden. Jeder UNO-Dollar ist einer mehr, den Kim nicht aus anderen (und oft illegalen) Quellen besorgen muss, um seine Generale zu bezahlen oder eine Atomzentrifuge zu kaufen.

Mit anderen Worten: Die gemeinhin miese Lage hat sich unter der Decke so entwickelt, dass sich nur die Frage stellt, welches harte Geld einem sehr miesen Diktator übergeben wird, der es nach Gutdünken nutzt.

Es gibt, betont Kirkpatrick, bis heute keine Belege, dass irgendein UNO-Vertreter Bestechungsgelder angenommen hat oder sich sonst in offen korrupter Weise verhält. Natürlich kann man die Möglichkeit nicht ausschließen, aber das ist unwesentlich um zu verstehen, wie Kim Jong-Il von westlicher „Großzügigkeit“ profitiert und für die Unfähigkeit der UNO ihren eigenen angeblichen Prinzipien nachzukommen.

Es scheint so, dass die UNDP-Beschäftigten in Pjöngjang fast ausschließlich aus Nordkoreanern bestehen, alle von der Regierung eingesetzt; ihre Gehälter werden ihnen nicht direkt ausgezahlt, sondern über genau diese Regierung. Wie viel davon die eigentlichen UNO-Leute erreicht ist schlichtweg genauso unbekannt der Teil des Geldes, der die Menschen in Not erreicht, also der größte Teil der Bevölkerung Nordkoreas.

Aber wer braucht ein Scheckbuch? Nach Angaben derselben Untersuchung ist Bargeld die einzige Zahlungsweise, die die Regierung akzeptiert. Das UNDP vergibt in Nordkorea keine Aufträge auf Rechnung und vor Ort wird in bar eingekauft – auch bei Beträgen über $1.000,-. Das schließt Kosten für Büros vor Ort ein, die normal freundlicherweise vom Gastgeberland gestellt werden. Nordkorea verlangt sogar Miete, etwa zwei Millionen Dollar im Jahr, sagt eine Quelle, die sich das Programm angesehen hat.

Unterdessen gibt es wenig bis keine Kontrolle der UNDP-Projekte in Nordkorea, deren Zahl nach Angaben eines UNO-Dokuments im letzten Jahr 30 betrug. Die UNDP-Regularien schreiben einen offiziellen Besuch vor Ort pro Jahr vor, aber da Pjöngjang Ausländern den Besuch einiger der Projektörtlichkeiten verbietet, ist das eine weitere Regel, die durch den Kamin geht. Überprüfungen einzelner Projekte finden bestenfalls stichprobenartig statt und sind im Fall von „nationally executed“ oder „NEX“-Projekten – d.h. diejenigen Projekte, die von der nordkoreanischen Regierung mit von der UNDP bereitgestellten Mitteln betriebenen werden – werden die Überprüfungen oft von der Regierung selbst durchgeführt, was der Bedeutung des Spruchs über den zum Gärtner gemachten Bock eine ganz neue Bedeutung gibt.

Ich frage mich, ob der neue Generalsekretär Ban Ki-Moon Dick-und-Doof-Filme schaut. Wenn, dann könnte er in Bezug auf seinen Vorgänger Kofi Annan Oliver Hardy zitieren: „Das ist wieder mal ein schönes Schlamassel, in das du mich da gebracht hat.“

Anmerkung heplev: Es wäre ja schön, wenn der neue UNO-Generalsekretär diese Haltung wenigstens einnehmen würde. Warten wir es ab. Es steht wohl eher zu befürchten, dass er dem Beispiel seines Vorgängers folgt und das vertuscht, statt aufzuräumen.