Campus-Strolche

Dry Bones, 5. Februar 2018

Ein Bericht der ADL stellt fest, dass es an Universtäten von 2016 auf 2017 einen Zunahme der weiß-rassistischen Propaganda um 258% Prozent gegeben hat.

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Bildung arabischer Bürger in Israel

gefunden auf twitter:

Bildung baut die  Zukunft. Israel investierte von 2012 bis 2016 NIS 300 Millionen in die Integration von Arabern an den Universitäten. Das Ergebnis: Erstaunliche Zunahmequoten an arabischen Studenten (s.u.). Dieser Erfolg führte jetzt zur Investition weiterer NIS 960 Millionen in den nächsten sechs Jahren.

Fakten zu arabischen Studenten in Israel
Veränderungen seit 2010:
80% Zunahme arabischer Studenten, die an israelischen Universitäten studieren (von 26.000 auf 36.000)
Rate arabischer Studenten der Gesamtstudentenschaft in Israel ging von 10,2% auf 16,1% hoch
Rate arabischer Master-Studenten verdoppelte sich seit 2010 (von 6,2% auf 13% 2017)
66% Zunahme arabischer Studenten in Ingenieurs-Studiengängen,
44% Zunahme in mathematischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen,
87% Zunahme in Business Administration-Studiengängen

Antisemitismus unter britischen Akademikern

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Antisemitismus manifestiert sich in verschiedenen Segmenten der britischen Gesellschaft. Die Politik ist ein wichtiger solcher Bereich. Vorfälle in der Labour Party dominieren, sind bei weitem nicht die einzigen.[1] Die akademische Welt ist ein weiterer Bereich, an dem es regelmäßig antisemitische Vorfälle gibt. Diese kommen in verschiedenen Universitäten, auch bei führenden vor, ebenso bei Studentenorganisationen.

Die jüdische Schutzorganisation Community Security Trust schrieb zum Jahr 2016 in einem Bericht über die akademische Welt: „Bei 41 antisemitischen Vorfällen waren die Opfer jüdische Studenten, Akademiker oder Studierendengremien; 2015 wurden im Vergleich dazu 21 solche Vorfälle registriert. Von den 41 verzeichneten Vorfällen in diesem Bereich für 2016 fanden 17 auf dem Campus statt, während 24 weitere, die Studenten, Akademiker oder Studierendengremien betrafen, außerhalb der Universitäten stattfanden.“[2]

Im Mai 2016 sagte Oberrabbiner Ephraim Mirvis, dass jüdischen Studenten sich einer „Wand von Antizionismus gegenüber sahen, von der sie das Gefühl haben und wissen, dass es sich um Judenhass handelt, wenn sie zur Universität gehen“. Er fügte an: „Universitätsleiter sollten sich ‚schämen‘, dass an ihren Universitäten ‚Zionisten-Bashing‘ stattfindet.“[3]

Baroness Deech, die das höchste Amt in Großbritannien bekleidete, das sich mit Anzeigen von Studenten befasst, erklärte, dass viele jüdische Studenten glauben, Juden sollten wegen Antisemitismus an einer Reihe von Universitäten nicht studieren. Zu diesen gehören die SOAS in London, Exeter, Southampton und Manchester. Mehrere der beschuldigten Universitäten bestritten, dass dem so sei. Baroness Deech erklärte: „Das extreme Maß an Feindschaft gegenüber Israel an Universitäten im ganzen Land kann manchmal so weit gehen, dass sie mit Antisemitismus gleichzusetzen sind.“[4]

Jonathan Arkush, Vorsitzender des Board of Deputies, der Dachorganisation der britischen Juden, riet im März 2017 jüdischen Studenten, sich nicht an der angesehenen London School of Economics einzuschreiben. Er machte das, nachdem die LSE den amerikanischen Akademiker Richard Falk eingeladen hatte, einen ehemaligen UNO-Sonderberichterstatter für Palästina.[5]

Viele Jahre lang hat Falk extrem gegen Israel gehetzt. Das Simon Wiesenthal Center veröffentlicht jedes Jahr eine Liste der Top-Ten der antisemitischen/antiisraelischen Verleumdungen weltweit. 2013 kam Falk auf den dritten Platz. Er hatte behauptet, Israel könnte einen naziartigen Holocaust planen; zudem billigte er palästinensische Selbstmord-Bombenanschläge und bestritt, dass die Hamas eine Terrororganisation ist.[6]

An der Oxford University verschmolzen Antisemitismus an Universtäten und in der Politik. Die öffentliche Beachtung von weit verbreitetem Antisemitismus in der Labour Party begann, als im Februar 2016 Alex Chalmers, einer der zwei Vizevorsitzenden des Oxford University Labour Club (OULC) wegen des Antisemitismus in der Organisation zurücktrat. Er schrieb in seinem Rücktrittsbrief: „Ob es nun Mitglieder der Exekutive sind, die mit lässiger Hemmungslosigkeit mit dem Begriff ‚Zio‘ um sich werfen (ein Begriff für Juden, der sich gewöhnlich auf vom Ku Klux Klan betriebene Internetseiten beschränkt) oder ranghohe Mitglieder des Clubs ihre ‚Solidarität‘ mit der Hamas zum Ausdruck bringen und ausdrücklich deren Taktiken der willkürlichen Ermordung von Zivilisten verteidigen.“[7]

Ein Jahr später entschied das National Executive Committee der Labour Party, dass nichts gegen die OULC-Studenten unternommen wird. Baroness Royall, die für die Partei einen Bericht zum Antisemitismus in der OULC geschrieben hatte, sagte, die Entscheidung werde „eine weithin vertretene Ansicht bestätigen, dass wir Antisemitismus nicht ernst nehmen“.[8]

An der University of Cambridge gab es ebenfalls antisemitische Vorfälle. Im Mai 2017 gestand der Master of Christ College ein, dass man jüdischen Studenten „Bestürzung und Schmerz“ zugefügt habe, indem man eine irreführende Ermittlung zu Anzeigen zweier jüdischer Studenten durchführte, die unter antisemitischen Übergriffen von Mitgliedern der Sportvereine des Colleges litten. Die ursprüngliche Vertuschung durch die Universität wurde von der Tageszeitung Telegraph aufgedeckt.[9]

Im Februar 2017 wurden an verschiedenen Fakultäten der University of Cambridge an Schwarzen Brettern und in Gemeinschaftsräumen Flugblätter gefunden, die den Holocaust leugneten. Der Vizekanzler der Universität, Sir Leszek Borysiewicz, verurteilte dies und brachte große Sorge zum Ausdruck.[10] Etwa zur selben Zeit wurden ähnliche Flugblätter an weiteren Universitäten gefunden, darunter dem University College of London, der University of Glasgow und der University of Edinburgh.[11]

Antisemitische Vorfälle verschiedener Natur gab es an der University of Edinburgh auch schon in früheren Jahren. 2011 wurde der israelische Diplomat Yishmail Khaldi gemobbt, als er dort sprach. 2012 wurde der israelische Botschafter Daniel Taub von Studenten unterbrochen, die Parolen skandierten und Palästinenserflaggen schwenkten. Es gab Berichte jüdischer Studenten, die wegen Antisemitismus ihre Kurse an der Universität verließen. Einige beschuldigten die Universitätsleitung, sie schenke dem Problem keine Beachtung.[12] 2015 setzte die Edinburgh University Student Association (EUSA) eine Diskussion zum Boykott Israels auf den Tag vor Pessah an, so dass viele jüdische Studenten sich nicht gegen eine BDS-Resolution aussprechen konnten.[13] 2016 wurde an der Universität ein Plakat gefunden, das sagte, der Holocaust sei Betrug.[14]

Antisemitismusprobleme gibt es auch bei der National Union of Students (NUS). Die damalige Präsidentin der Union, Malia Bouattia, wurde vom Home Select Affairs Committee des Unterhauses dafür kritisiert, dass sie die Birmingham University als „Außenposten des Zionismus“ bezeichnete.[15] Ein Jahr später gab es einen neuen Skandal bei der NUS, als drei Kandidaten, die Posten im Exekutivkomitee inne hatten oder Kandidaten für das Gremium waren, antisemitische Kommentare vorgeworfen wurden.[16]

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Antisemiten und ihre Verbündeten in der akademischen Welt die von der britischen Regierung übernommene[17] Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkunion nicht mögen.[18] Die IHRA-Definition ist beispielsweise von der University and Colleges Union abgelehnt worden, die 110.000 Mitglieder und eine lange Geschichte antiisraelischer Hetze hat.[19] Die angeführten Beispiele sind nur eine Auswahl vieler weiterer Punkte.

[1] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/20599

[2] https://cst.org.uk/data/file/b/e/Incidents%20Report%202016.1486376547.pdf, Seite 7.

[3] http://www.independent.co.uk/student/news/chief-rabbi-ephraim-mirvis-urges-university-vice-chancellors-to-address-growing-anti-semitism-a7022081.html

[4] http://www.telegraph.co.uk/education/2016/12/22/britains-top-universities-becoming-no-go-zones-jews-baroness/

[5] http://jewishnews.timesofisrael.com/jewish-students-told-dont-study-at-lse-by-board-president/

[6] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TOP-TEN-2013.PDF

[7] http://www.independent.co.uk/student/news/oxford-university-labour-club-co-chair-alex-chalmers-resigns-amid-anti-semitism-row-a6878826.html

[8] http://www.thejc.com/news/uk-news/oxford-labour-1.430828

[9] http://www.telegraph.co.uk/news/2017/05/11/master-cambridge-college-admits-causing-hurt-jewish-students

[10] http://www.cambridge-news.co.uk/news/cambridge-news/vice-chancellor-profoundly-concerned-more-12575041

[11] http://jewishnews.timesofisrael.com/holocaust-denial-leaflets-distributed-on-uk-campuses/

[12] http://www.thejc.com/news/uk-news/university-students-quit-after-toxic-antisemitism-in-edinburgh-1.39270

[13] http://www.jpost.com/Diaspora/Edinburgh-University-students-accused-of-anti-Semitism-over-Passover-BDS-vote-395900

[14] https://thetab.com/uk/edinburgh/2016/04/20/appalling-anti-semitic-poster-found-kings-buildings-23500

[15] http://www.independent.co.uk/news/education/nus-president-malia-bouattia-anti-semitism-parliament-home-affairs-select-committee-israel-a7363591.html

[16] http://jewishnews.timesofisrael.com/nus-candidates-step-down/

[17] http://www.theguardian.com/society/2016/dec/12/antisemitism-definition-government-combat-hate-crime-jews-israel

[18] http://jewishnews.timesofisrael.com/four-universities-reject-uks-definition-of-anti-semitism/

[19] http://jewishnews.timesofisrael.com/ucu-antisemitism-definition/

Wer finanziert die „akademische Forschung“, die versucht Israel zu delegitimieren?

Manfred Gerstenfeld interviewt Ofira Seliktar (direkt vom Autor)

Das Thema, wer die sogenannte „akademische Forschung“ finanziert, die den Staat Israel delegitimiert und wer die verschiedenen Campus-Aktivitäten gegen ihn unterstützt, ist extrem komplex und facettenreich. Die unvollständigen Initiativen dieses Thema zu untersuchen sind weit davon entfernt angemessen zu sein.

Dennoch kennen wir bestimmte Fakten zu diesem Thema. Verschiedene Stiftungen, hauptsächlich mit arabischen und muslimischen Spendern, spielen eine führende Rolle bei der Finanzierung der Nahost- und Israelforschung überall in der Welt. Viele Spenden werden über Stiftungen gestreut, die von Königsfamilien eingerichtet wurden.

Ofira Seliktar ist Professorin em. für Politikwissenschaften am Gratz College (Pennsylvania) und ehemalige Forscherin am Middle East Research Institute der University of Pennsylvania. Sie ist Autorin von neun Büchern und vielen Artikeln zu amerikanischen Geheimdiensten.

Seliktar führt eine Reihe Beispiele an: Die saudische Prinz Walid al-Talal-Stiftung sticht bezüglich des Umfangs ihrer Spenden in den USA heraus. Sie hat z.B. Nahost-Zentren an Eliteuniversitäten finanziert, unter anderem in Harvard, Yale, Georgetown und Berkeley.

Die Sultan bin Abdul Aziz ibn Saud-Stiftung ist eine weitere prominente saudische Stiftung. Sie hat große Geldsummen an das Nahost-Zentrum in Berkeley sowie eine Reihe weiterer amerikanischer Universitäten gespendet. Die saudische Khalid Bin Abdallah, Bin Abdul Rahman al Saud-Stiftung hat der Harvard University einen Lehrstuhl gestiftet.

Die Sultan von Oman-Stiftung hat ebenfalls einen Lehrstuhl an der Harvard-Universität gestiftet. Qatar ist ein relativer Neuling auf dem Feld. Es entwickelt ein hoch ambitioniertes Programm zur Formung der westlichen höheren Bildung. Die Familie Kahlifa al-Thani, Herrscherfamilie des Landes, hat eine Stiftung eingerichtet. Diese ist bereits zu einem wichtigen Spieler in der Forschung zum Nahen Osten und der Außenpolitik geworden.

Der Iran wirbt für die schiitische Version des Islam und die iranische Außenpolitik. Seine Förderung wird durch das iranische Außenministerium, das Ministerium für Kultur und Führung, das Ministerium für Information und Sicherheit – das für die Geheimdienste zuständig ist – sowie eine Vielzahl religiöser Stiftungen geleitet. Eine sehr prominente ist die Alavi-Stiftung, die wiederum von der Mustazafeen Foundation geführt wird. Letztere ist der größte halbstaatliche Konzern im Iran, geschaffen 1979 von Ayatollah Khomeini. Die Alavi-Stiftung hat Stipendien an mehr als dreißig Universitäten in ganz Nordamerika vergeben. Die Sanktionen zum Zurückdrängen des iranischen Atomprogramms hatten keine Auswirkungen auf die Mustazafeen Foundation, die als halbstaatliche Gruppe ihr eigenes Budget hat.

Viele bedeutende Institute und Zeitschriften haben ebenfalls große Spenden aus arabischen Quellen erhalten. Dazu gehören das Middle East Policy Council und sein Middle East Policy Journal. Diese Zeitschrift veröffentlichte zum Beispiel den ursprünglichen Aufsatz von John Mearsheimer und Steven Walt zur Israel-Lobby, der später als Buch veröffentlicht wurde.

Ein weiteres von arabischen Spendern bezuschusstes Institut ist das Institute for Palestine Studies. Seine Publikation, The Journal of Palestine Studies, leistete Pionierarbeit bei den akademischen Studien von „Israel als Kolonialstaat“ und „Israel als Apartheidstaat“. Die Qatar-Stiftung kaufte den Verlagsriesen Elsevier Press. Der veröffentlicht unter anderem Lancet, ein sehr prestigeträchtiges Medizinjournal. Lancet hat zum Beispiel eine aufhetzerisches Op-Ed zu angeblichen israelischen Gräueltaten während der Operation Fels in der Brandung im Gazastreifen 2014 veröffentlicht.

Eine zweite Quelle antiisraelischer und pro-palästinensischer Forschung sind selbstständige Stiftungen. Anfang der 2000-er Jahre wurde den Aktivitäten der Ford Foundation viel Aufmerksamkeit gewidmet. 2003 veröffentlichte Edwin Black eine Reihe von Artikeln für die Jewish Telegraph Agency, in denen er erläutert, wie die Stiftung antiisraelischen Aktivismus finanziert. Eines der vielen Themen, die er aufdeckte, war die Finanzierung antiisraelischen Aktivismus bei der UNO-Weltkonferenz gegen Rassismus, die 2001 in Durban (Südafrika) stattfand. Als dies bekannt wurde, befahl der US-Kongress der Ford Foundation die Einstellung von Fördergeldern an die, die Feindschaft für das Image Israels unterstützen.

Noch eine Kategorie Spender für antiisraelische Aktivitäten sind Ölfirmen und große Konzerne mit umfangreichen Verbindungen in den Nahen Osten. Den größten Beitrag leistet die Ölfirma Aramco. Ein Artikel in Aramco World erklärt: „Der Nahe Osten ist das einzige Regionalstudienfach, das nicht wirklich auf Geografie basiert… Ein intellektuelles Thema, das entweder Araber oder den Islam einbezieht, sei es zeitgenössisch oder historisch, ist ein Thema, dem sich Forscher legitim annehmen können.“ Dier Artikel fährt damit fort, dass Aramco es unterstützt „den Weg zu größerem interregionalem Verständnis zu ebnen“, indem in Nahost-Zentren an amerikanischen Universitäten investiert wird.

Ein Thema, das umfangreiches und detailliertes Studium fordert, ist die Finanzierung von israelkritischer Forschung durch diverse deutsche Stiftungen. Das muss als innerhalb des allgemeinen Rahmens der Finanzierung von Studien deutscher Stiftungen in Israel betrachtet werden.

Seliktar schließt: Systematische Forschung zum Thema der Finanzierung der Delegitimierung Israels geht sogar über die Fähigkeit eines kompletten Forscherteams hinaus. Dafür wären die Entschlossenheit und die Ressourcen des Staates Israel nötig. Man kann sich nur wundern, warum diese Bedrohung der nationalen Sicherheit von der israelischen Regierung noch nicht thematisiert wurde.