Israel Apartheid Week: Die als Menschenrechts-Kampagne getarnten Verleumdungen

Paul Shindman, HonestReporting, 10. März 2020

Jedes Frühjahr schlägt das jährliche Hass-Fest „Israel Apartheid Week“ bei Studenten an Universitäten in Nordamerika und Europa auf. Im Versuch junge Studenten dahin zu bringen sich den Reihen der Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) gegen Israel anzuschließen, ist die Israel Apartheid Week eine einseitige Propaganda-Veranstaltung, die Israel mit dem zielgerichteten Etikett der Apartheid verleumdet.

Der Blitzkrieg der Aktivitäten und Parolen der Israel Apartheid Week beschuldigen Israel ein „Apartheid-Regime“ zu sein, das Palästinenser ausbeutet und „Kolonialismus“ sowie „ethnische Säuberung“ einsetzt. Doch obwohl sie an akademischen Campussen veranstaltet wird, betreibt die Israel Apartheid Week keine Diskussionen oder Debatten, sondern beschäftigt sich stattdessen mit dem, was die Jewish Friends of Labour in Großbritannien als „das extremste Ende antiisraelischen Aktivismus“ bezeichnet.

Israel Apartheid Week: Die Strategie

Analyse der BDS-Strategien zeigen, dass sie „historisch im Einklang mit antisemitischen Bewegungen“ sind und Taktiken einsetzten, die die palästinensische Sache  zu einem „Klassenkampf“ machen.

„Juden wird die Wahl gegeben sich entweder der Revolution für „Gerechtigkeit“ anzuschließen oder verurteilt zu ewrden, merkte Dr. Alex Joffe vom Begin-Sadat Center for Strategic Studies an.

Die Organisatoren erklären offen, dass die Israel  Apartheid Week integraler Bestandteil der Kampagne  Boykott, De-Investitionen und Sanktionen zu Delegitimierung Israels ist. Ihr Ziel besteht darin jegliche Diskussion abzuwürgen, die Israel unterstützen könnte, akademische Institutionen zu zwingen alle Kontakte mit Israel abzubrechen, einschließlich akademischen Verbindungen, ihre Investitionen aus allem mit Israel verbundenen abzuziehen und akademische Freiheiten einzuschränken, indem Professoren und Studenten sanktioniert werden, die BDS in Zweifel ziehen oder Unterstützung für den jüdischen Staat zum Ausdruck bringen.

Die Israel Apartheid Week zielt darauf ab zu Apartheid-Israel zu bilden und die Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen aufzubauen.

Söldner tragen die Kleidung von Friedensaktivisten und die Organisatoren der Israel Apartheid Week nutzen starke Phrasendrescherei und Einschüchterung, um eine Atmosphäre zu schaffen, dass Studenten und Akademiker ohne zu Fragen zu dem Schluss kommen, Israel sei wie das alte  Südafrika unter der Apartheidherrschaft. Mit dieser Analogie werden die Konvertiten dafür rekrutiert Boykotte gegen Israel zu unterstützen, ähnlich den Boykott-Versuchen gegen das ehemalige Apartheid-Südafrika.

In seiner detaillierten Analyse der BDS stellte Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs fest, dass naive Anhänger der palästinensischen Sache von solchen Kampagnen angezogen, „im Glauben, sie seien Mainstream-Organisationen, die die Palästinenser unterstützen. Allerdings werden diese Kampagnen oft von Linksextremen, Islamisten oder anderen antiisraelischen Radikalen betrieben.“

Die von Aktivisten der Israel Apartheid Week verbreitete aufhetzerische Feindschaft geht über Israel hinaus und richtet sich gegen jüdische Studenten.

„Regelmäßig werden während der Israeli Apartheid Week und BDS-Kampagnen jüdische Studenten ausgewählt, drangsaliert und sogar angegriffen, ungeachtet ihrer Gefühle zu Israel“, sagte Tammi Rossman-Benjamin, eine Dozentin an der University of California Santa Cruz. Die intensiv antiisraelische Stimmung an ihrer Universität löste auch eine religiöse Rückwirkung aus, in der „atemberaubende 70% der jüdischen Studenten Antisemitismus erlebten“.

Trotz der Tatsachen, die eigen, dass Israel nicht wie das früher Apartheid-Südafrika ist, hat die BDS-Taktik das „Apartheid“-Mantra zu wiederholen um es wie einen Virus zu verbreiten, das Ergebnis, dass die Medien und einige Diplomaten es sowohl wissentlich als auch offenbar manchmal unwissend missbrauchen.

Die Mythen abschießen

Eine international respektierte Stimme, die den Mythos der israelischen „Apartheid“ abschoss, gehört zu Richard Goldstone, der prominente südafrikanische Richter, der später eine UN-Untersuchung des von der Terrorgruppe Hamas ausgelösten Kriegs 2009/10 leitete. Sein Abschlussbericht wurde als den palästinensischen Terror belohnend betrachtet, von Israel verurteilt und von BDS und den Organisatoren der Israel Apartheid Week als Munition verwendet. (Golstone gab später Reue wegen des Berichts Ausdruck.)

Richter Richard Goldstone

„In Israel gibt es keine Apartheid. Nichts dort kommt der Definition von Apartheid auch nur nahe“, schrieb Goldstone in der New York Times.

Goldstone stellte heraus, dass israelisches Recht, anders als Südafrika, kein Konzept von Trennung und Domination eines Volkes über ein anderes verankert. „In Israel ist Gleichberechtigung Gesetz, der Anspruch und das Ideal; Ungerechtigkeiten werden vor Gericht oft erfolgreich angefochten.“

Er stellte wortgewand heraus, dass insbesondere die Palästinenserfrage keine Apartheid ist:

Die Lage in der Westbank ist komplexer. Aber auch hier gibt es keine Absicht „ein institutionelles Regime systematischer Unterdrückung und Dominanz durch eine Rassengruppe“ beizubehalten. Das ist ein entscheidender Unterschied, auch wenn Israel sich gegenüber den Palästinensern dort aggressiv verhält. Südafrikas zwangsweise Rassentrennung sollte dauerhaft der weißen Minderheit nutzen, zum Nachteil der anderen Rassen. Im Gegensatz dazu hat Israel dem Konzept der Existenz eines Palästinenserstaats im Gazastreifen und fast der gesamten Westbank zugestimmt und forderte die Palästinenser am über die Parameter dazu zu verhandeln.

Die südafrikanische Journalistin Rolene Marks beobachtete scharfsinnig: „Selbst in den dunkelsten Tagen der Apartheid stellte NIEMAND Südafrikas Existenzrecht als Land in Frage, egal, wie viel die Welt gegen seine rassistische Politik war.“

Klima der Angst auf den Campussen

Im Gegensatz dazu besteht das Ziel von BDS nicht darin einen demokratischen Palästinenserstaat zu gründen, sondern Israel zu demontieren. Aktivisten rufen nicht zu einer Zweistaatenlösung auf und BDS hat nicht das Ziel den Konflikt zu lösen.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau

Erstmals veranstaltet wurde die Israel Apartheid Week 2005 an einer kanadischen Universität; vom kanadischen Premierminister Justin Trudeau wurde sie wütend verurteilt; er sagte: „Die BDS-Bewegung, wie die Israeli Apartheid Week, hat an kanadischen Universitäten keinen Platz.“

… Kanadisch-jüdische Studenten an Universitäten können sich nicht länger sicher oder frei fühlen sich zu äußern und ihre politischen Ansichten auszusprechen. Jedes Mal, wenn ein kanadischer Student sich an seiner Universität wegen einer Bewegung unsicher fühlt, die ein Problem mit mir hat und das ist der Grund, warum ich Klartext rede und ich werde weiter Klartext reden die Israeli Apartheid Week und die BDS-Bewegung zu verurteilen.
Der kanadische Premierminister Justin Trudeau, 16. April 2019

Die BDS-Bewegung, wie die Israeli Apartheid Week, hat an kanadischen Universitäten keinen Platz. Als Absolvent der McGillU bin ich enttäuscht.

Auf dem Höhepunkt der Giftigkeit bezeichnete ein Organisator der Israel Apartheid Week Kanada als Apartheidstaat wie Israel. Das zog eine kräftige Rüge in den kanadischen Medien nach sich; sie verhöhnten die „Heuchler in der Bewegung ‚Israeli Apartheid Week‘“ und sagten, die Israel Apartheid Week laufe auf einen „modischen Vorwand hinaus, der von Eiferern und marginalisierten Radikalen übernommen wurde“.

Es gibt zudem Opposition gegen BDS und die Israel Apartheid Week im palästinensischen Sektor, wo Friedensaktivisten sagen, sie schaden ihren Bemühungen. Der prominente Menschenrechtsaktivist Bassam Eid sagte: „Als Palästinenser, der sich der Arbeit für den Freiden verschrieben hat … glaube ich nicht, dass die BDS-Vertreter unserer Sache helfen. Im Gegenteil, sie schaffen nur mehr Hass, Feindseligkeit und Polarisierung.“

Richter Goldstone, in Südafrika wegen seiner Rolle dabei zu helfen die Apartheid zu beseitigen und Südafrika in eine volle Demokratie zu überführen, weithin respektiert, spricht mit Autorität, wenn er die wichtigste Behauptung der BDS-Bewegung und den Grundgedanken hinter der Israel Apartheid Week abschießt:

„Der Vorwurf Israel sei ein Apartheidstaat ist ein falscher und boshafter, der Frieden und Harmonie verhindert statt dafür zu werben“, lautet Goldstones Schluss.

Es gibt eine Menge Israelis, die in der Westbank leben und dort Geschäfte haben – aber sie sind keine „Siedler“. Nur Juden können „Siedler“ sein.

Elder of Ziyon, 22. März 2018

Ha’aretz berichtet:

Zu einer Zeit, in der die Zahl der Studenten an Universitäten in Israel allgemein fällt (Studenten strömen stattdessen in Scharen an private Colleges), zeigt ein Bericht des palästinensischen Bildungsministeriums, den Ha’aretz erhalten hat, dass die Zahl der Israelis an der Universität in Jenin innerhalb eines Jahrzehnts von 36 auf 5.294 gestiegen ist.

Ein organisiertes Transportsystem bringt Studenten aus ihren Häusern in Galiläa und dem Kleinen Dreick arabischer Städte in Zentralisrael in die Westbank. Tatsächlich stellen israelische Araber heute die Mehrheit der Studentenschaft an der AAUJ (Arab American University in Jenin), der ersten palästinensischen Privatuniversität. Die im Jahr 2000 gegründete Institution befindet sich südöstlich von Jenin in der Area A der Westbank – d.h. unter der vollen zivilen und Sicherheitskontrolle der PA.

Offiziell ist Israelis das Betreten der Area A verboten, aber die israelischen Verteidigungskräfte setzen das Verbot gegenüber arabischen Bürgern nicht durch. Der Bericht des palästinensischen Bildungsministeriums zeigt, dass mehr als 8.000 Israelis in diesem Studienjahr in der Westbank studieren, 66 Prozent davon an der Universität Jenin. Sie stellen 55 Prozent aller Studenten der AAUJ und ihre Anwesenheit macht sich deutlich in dem bemerkbar, was an der Schule studiert wird und in ihrer Atmosphäre. Während eines Besuchs dort könnte man einen Moment lang das Gefühl haben, man befände sich an einer israelischen Institution für höhere Bildung in einer Stadt in Galiläa.

Die Studenten der AAUJ sagen, die Beziehungen zu ihren palästinensischen Kommilitonen seien warm und freundschaftlich, trotz der erwarteten akademischen Konkurrenz. Viele leben in israelischen Arabern gehörenden Wohnungen nahe des Campus, der von Cafés und Restaurants umgeben ist, die ebenfalls von Israelis betrieben werden. Mehr als 2 Prozent der Vollzeitbeschäftigen der Universität haben die israelische Staatsbürgerschaft.

Es gibt also Israelis, denen Wohnungen in Palästinensergebieten gehören – und niemand bezeichnet sie als „Siedler“.

Es gibt Israelis, denen Geschäfte in der Westbank gehören – und niemand fordert, dass diese Geschäfte boykottiert werden. Im Gegenteil, die Palästinenser kaufen fröhlich Produkte von diesen Israelis.

Der einzige Unterschied zwischen diesen Israelis und den Israelis, bei denen die Welt darauf besteht, dass sie illegal und Friedenshindernisse sind, besteht darin, dass diese Israelis nicht jüdisch sind.

Was braucht man noch mehr als Beweis dafür um zu wissen, dass diejenigen, die am lautesten wegen „israelischen Siedlern“ brüllen, einfach nur Antisemiten sind?

Bildung arabischer Bürger in Israel

gefunden auf twitter:

Bildung baut die  Zukunft. Israel investierte von 2012 bis 2016 NIS 300 Millionen in die Integration von Arabern an den Universitäten. Das Ergebnis: Erstaunliche Zunahmequoten an arabischen Studenten (s.u.). Dieser Erfolg führte jetzt zur Investition weiterer NIS 960 Millionen in den nächsten sechs Jahren.

Fakten zu arabischen Studenten in Israel
Veränderungen seit 2010:
80% Zunahme arabischer Studenten, die an israelischen Universitäten studieren (von 26.000 auf 36.000)
Rate arabischer Studenten der Gesamtstudentenschaft in Israel ging von 10,2% auf 16,1% hoch
Rate arabischer Master-Studenten verdoppelte sich seit 2010 (von 6,2% auf 13% 2017)
66% Zunahme arabischer Studenten in Ingenieurs-Studiengängen,
44% Zunahme in mathematischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen,
87% Zunahme in Business Administration-Studiengängen

Antisemitismus unter britischen Akademikern

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Antisemitismus manifestiert sich in verschiedenen Segmenten der britischen Gesellschaft. Die Politik ist ein wichtiger solcher Bereich. Vorfälle in der Labour Party dominieren, sind bei weitem nicht die einzigen.[1] Die akademische Welt ist ein weiterer Bereich, an dem es regelmäßig antisemitische Vorfälle gibt. Diese kommen in verschiedenen Universitäten, auch bei führenden vor, ebenso bei Studentenorganisationen.

Die jüdische Schutzorganisation Community Security Trust schrieb zum Jahr 2016 in einem Bericht über die akademische Welt: „Bei 41 antisemitischen Vorfällen waren die Opfer jüdische Studenten, Akademiker oder Studierendengremien; 2015 wurden im Vergleich dazu 21 solche Vorfälle registriert. Von den 41 verzeichneten Vorfällen in diesem Bereich für 2016 fanden 17 auf dem Campus statt, während 24 weitere, die Studenten, Akademiker oder Studierendengremien betrafen, außerhalb der Universitäten stattfanden.“[2]

Im Mai 2016 sagte Oberrabbiner Ephraim Mirvis, dass jüdischen Studenten sich einer „Wand von Antizionismus gegenüber sahen, von der sie das Gefühl haben und wissen, dass es sich um Judenhass handelt, wenn sie zur Universität gehen“. Er fügte an: „Universitätsleiter sollten sich ‚schämen‘, dass an ihren Universitäten ‚Zionisten-Bashing‘ stattfindet.“[3]

Baroness Deech, die das höchste Amt in Großbritannien bekleidete, das sich mit Anzeigen von Studenten befasst, erklärte, dass viele jüdische Studenten glauben, Juden sollten wegen Antisemitismus an einer Reihe von Universitäten nicht studieren. Zu diesen gehören die SOAS in London, Exeter, Southampton und Manchester. Mehrere der beschuldigten Universitäten bestritten, dass dem so sei. Baroness Deech erklärte: „Das extreme Maß an Feindschaft gegenüber Israel an Universitäten im ganzen Land kann manchmal so weit gehen, dass sie mit Antisemitismus gleichzusetzen sind.“[4]

Jonathan Arkush, Vorsitzender des Board of Deputies, der Dachorganisation der britischen Juden, riet im März 2017 jüdischen Studenten, sich nicht an der angesehenen London School of Economics einzuschreiben. Er machte das, nachdem die LSE den amerikanischen Akademiker Richard Falk eingeladen hatte, einen ehemaligen UNO-Sonderberichterstatter für Palästina.[5]

Viele Jahre lang hat Falk extrem gegen Israel gehetzt. Das Simon Wiesenthal Center veröffentlicht jedes Jahr eine Liste der Top-Ten der antisemitischen/antiisraelischen Verleumdungen weltweit. 2013 kam Falk auf den dritten Platz. Er hatte behauptet, Israel könnte einen naziartigen Holocaust planen; zudem billigte er palästinensische Selbstmord-Bombenanschläge und bestritt, dass die Hamas eine Terrororganisation ist.[6]

An der Oxford University verschmolzen Antisemitismus an Universtäten und in der Politik. Die öffentliche Beachtung von weit verbreitetem Antisemitismus in der Labour Party begann, als im Februar 2016 Alex Chalmers, einer der zwei Vizevorsitzenden des Oxford University Labour Club (OULC) wegen des Antisemitismus in der Organisation zurücktrat. Er schrieb in seinem Rücktrittsbrief: „Ob es nun Mitglieder der Exekutive sind, die mit lässiger Hemmungslosigkeit mit dem Begriff ‚Zio‘ um sich werfen (ein Begriff für Juden, der sich gewöhnlich auf vom Ku Klux Klan betriebene Internetseiten beschränkt) oder ranghohe Mitglieder des Clubs ihre ‚Solidarität‘ mit der Hamas zum Ausdruck bringen und ausdrücklich deren Taktiken der willkürlichen Ermordung von Zivilisten verteidigen.“[7]

Ein Jahr später entschied das National Executive Committee der Labour Party, dass nichts gegen die OULC-Studenten unternommen wird. Baroness Royall, die für die Partei einen Bericht zum Antisemitismus in der OULC geschrieben hatte, sagte, die Entscheidung werde „eine weithin vertretene Ansicht bestätigen, dass wir Antisemitismus nicht ernst nehmen“.[8]

An der University of Cambridge gab es ebenfalls antisemitische Vorfälle. Im Mai 2017 gestand der Master of Christ College ein, dass man jüdischen Studenten „Bestürzung und Schmerz“ zugefügt habe, indem man eine irreführende Ermittlung zu Anzeigen zweier jüdischer Studenten durchführte, die unter antisemitischen Übergriffen von Mitgliedern der Sportvereine des Colleges litten. Die ursprüngliche Vertuschung durch die Universität wurde von der Tageszeitung Telegraph aufgedeckt.[9]

Im Februar 2017 wurden an verschiedenen Fakultäten der University of Cambridge an Schwarzen Brettern und in Gemeinschaftsräumen Flugblätter gefunden, die den Holocaust leugneten. Der Vizekanzler der Universität, Sir Leszek Borysiewicz, verurteilte dies und brachte große Sorge zum Ausdruck.[10] Etwa zur selben Zeit wurden ähnliche Flugblätter an weiteren Universitäten gefunden, darunter dem University College of London, der University of Glasgow und der University of Edinburgh.[11]

Antisemitische Vorfälle verschiedener Natur gab es an der University of Edinburgh auch schon in früheren Jahren. 2011 wurde der israelische Diplomat Yishmail Khaldi gemobbt, als er dort sprach. 2012 wurde der israelische Botschafter Daniel Taub von Studenten unterbrochen, die Parolen skandierten und Palästinenserflaggen schwenkten. Es gab Berichte jüdischer Studenten, die wegen Antisemitismus ihre Kurse an der Universität verließen. Einige beschuldigten die Universitätsleitung, sie schenke dem Problem keine Beachtung.[12] 2015 setzte die Edinburgh University Student Association (EUSA) eine Diskussion zum Boykott Israels auf den Tag vor Pessah an, so dass viele jüdische Studenten sich nicht gegen eine BDS-Resolution aussprechen konnten.[13] 2016 wurde an der Universität ein Plakat gefunden, das sagte, der Holocaust sei Betrug.[14]

Antisemitismusprobleme gibt es auch bei der National Union of Students (NUS). Die damalige Präsidentin der Union, Malia Bouattia, wurde vom Home Select Affairs Committee des Unterhauses dafür kritisiert, dass sie die Birmingham University als „Außenposten des Zionismus“ bezeichnete.[15] Ein Jahr später gab es einen neuen Skandal bei der NUS, als drei Kandidaten, die Posten im Exekutivkomitee inne hatten oder Kandidaten für das Gremium waren, antisemitische Kommentare vorgeworfen wurden.[16]

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Antisemiten und ihre Verbündeten in der akademischen Welt die von der britischen Regierung übernommene[17] Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkunion nicht mögen.[18] Die IHRA-Definition ist beispielsweise von der University and Colleges Union abgelehnt worden, die 110.000 Mitglieder und eine lange Geschichte antiisraelischer Hetze hat.[19] Die angeführten Beispiele sind nur eine Auswahl vieler weiterer Punkte.

[1] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/20599

[2] https://cst.org.uk/data/file/b/e/Incidents%20Report%202016.1486376547.pdf, Seite 7.

[3] http://www.independent.co.uk/student/news/chief-rabbi-ephraim-mirvis-urges-university-vice-chancellors-to-address-growing-anti-semitism-a7022081.html

[4] http://www.telegraph.co.uk/education/2016/12/22/britains-top-universities-becoming-no-go-zones-jews-baroness/

[5] http://jewishnews.timesofisrael.com/jewish-students-told-dont-study-at-lse-by-board-president/

[6] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TOP-TEN-2013.PDF

[7] http://www.independent.co.uk/student/news/oxford-university-labour-club-co-chair-alex-chalmers-resigns-amid-anti-semitism-row-a6878826.html

[8] http://www.thejc.com/news/uk-news/oxford-labour-1.430828

[9] http://www.telegraph.co.uk/news/2017/05/11/master-cambridge-college-admits-causing-hurt-jewish-students

[10] http://www.cambridge-news.co.uk/news/cambridge-news/vice-chancellor-profoundly-concerned-more-12575041

[11] http://jewishnews.timesofisrael.com/holocaust-denial-leaflets-distributed-on-uk-campuses/

[12] http://www.thejc.com/news/uk-news/university-students-quit-after-toxic-antisemitism-in-edinburgh-1.39270

[13] http://www.jpost.com/Diaspora/Edinburgh-University-students-accused-of-anti-Semitism-over-Passover-BDS-vote-395900

[14] https://thetab.com/uk/edinburgh/2016/04/20/appalling-anti-semitic-poster-found-kings-buildings-23500

[15] http://www.independent.co.uk/news/education/nus-president-malia-bouattia-anti-semitism-parliament-home-affairs-select-committee-israel-a7363591.html

[16] http://jewishnews.timesofisrael.com/nus-candidates-step-down/

[17] http://www.theguardian.com/society/2016/dec/12/antisemitism-definition-government-combat-hate-crime-jews-israel

[18] http://jewishnews.timesofisrael.com/four-universities-reject-uks-definition-of-anti-semitism/

[19] http://jewishnews.timesofisrael.com/ucu-antisemitism-definition/