Fälschungsfoto des Tages: Das palästinensisch-arabische Mädchen, das dem Tod ins Auge starrt

David Lange, Israellycool, 30. Juni 2020

Das folgende Foto und der dazugehörige Text wurden vor kurzem auf Facebook und dann an weiteren Stellen gepostet:

„Ich bin keine hirnlose, dumme, Tiktok-Muslima. Ich bin eine arabisch-muslimische junge Frau. Ich werde bis zum letzten Atemzug für meine Masjid-al-Aqsa kämpfen.
Halt mich auf, wenn du kannst!“
Eine mutige palästinensische Schwester
Möge Allah unserer palästinensischen Brüder und Schwestern schützen…

Es ist hunderte Male, wenn nicht öfter geteilt worden.

Es ist eine Lüge.

Tatsächlich erledigte India Today für mich die Arbeit. Das Foto ist aus Chile.

Eine Demonstrantin sieht einem Bereitschaftspolizisten während eines Protests anlässlich des Militärputsches von 1973 in Santiago de Chile ins Auge; 11. September

Worum geht es mit Chile und palästinensischer Fotofälschung?

Die positive Nachricht lautet, dass zumindest Facebook das jetzt als Fälschung gekennzeichnet hat,

Teilweise falsche Information.
Überprüft von unabhängigen Fact-Checkern.
Siehe warum

obwohl ich denke, das ein Großteil des Schadens bereits angerichtet ist.

Darauf setzen die Hasser.

Antiisraelische Fotofälschung des Tages

David Lange, 10. Juni 2020

Vor ein paar Monaten twitterte Hossein Abdollahian, ehemaliger stellvertretender Außenminister für arabische und afrikanische Angelegenheiten in Irans Außenministerium und derzeit Sonderberater des Präsidenten des Islamischen Parlaments des Iran für internationale Angelegenheiten, dies hier:

Alle Regierungen, Parlamente, intl. Organisationen und globale öffentliche Meinung sind verpflichtet in der Coroankrise die unschuldigen Palästinenser nicht zu vergessen. Wir müssen die humanitäre Belagerung von Gaza und die Verbrechen gegen Palästina über intl. Druck beenden Israel hat keine Platz in der Zukunft der Region

Er implizierte eindeutig, dass das Foto das eines palästinensischen Kindes mit von IDF-Soldaten auf sich gerichteten Schusswaffen ist.

Ist es nicht.

Der als Fotograf zweifache Pulitzer-Preisgewinner Mohammed Muheisen Ein palästinensischer Junge reagiert, als Jugendliche ihn bedrohen, indem sie ihre Spielzeugschusswaffen auf ihn richten, geschehen in einer Gass im Flüchtlingslager Al-Amari in Ramallah in der Westbank, 16. Juni 2009 (Foto: Mohammed Muheisen/AP)

Haben Sie jemals gemerkt, dass es sich fast jedes Mal, wenn Sie einem dieser Bilder begegnen, um eine Falschdarstellung handelt? Schon komisch…

Palästinensische Fotolüge des Tages: Wann gibt es was zu essen?

David Lange, Israellycool, 10. Mai 2020

Eine selbsternannte „Palästinenserin, Journalistin“, der „über mein Leben im belagerten Gazastreifen“ twittert, hat diesen Appell um Hilfe für „die Kinder von Gaza“ getwittert:

„Wir sind hungrig und wir wissen, wann wir essen werden. Also erinnert euch, wer Hunger hat und nicht weiß, wann es Essen gibt.“ Schickt mir eine PN und lasst mich wissen, ob ihr dazu betragen wollt den Kindern von Gaza zu helfen. Helft den Armen im Ramadan 2020…

Der Link geht zu dieser GoGetFunding-Seite, die mit den herzerweichenden Bild im Tweet nichts zu tun zu haben scheint. Ich nehme also an, sie wählte dieses Bild bewusst für den Upload aus.

Waum bin ich auf das Bild fixiert? Weil es nur ein weiteres Beispiel palästinensischer Fotofälschungen ist.

Ein Junge erhält eine Essensspende für von der Überschwemmung Betroffene in den Außenbezirken von Sukkur in Südwest-Pakistan (AP/Shakil Adill)

Wenn die Umstände im Gazastreifen so grauenhaft sind, wie kommt es dann, dass palästinensische Propagandisten ständig gezielt Fotos aus anderen Teilen der Welt verwenden oder sogar komplett gefälschte Fotos erstellten?

Ich denke, wir kennen die Antwort darauf bereits.

Update:

Nachdem David Lange von Israellycool das Foto entlarvte, wurde es ersetzt – durch eine weitere Foto-Fälschung:

Das Bild zeigt einen afghanischen Jungen in Kabul am 4. Oktober 2011 – ersetzt wurde als ein  Foto aus Pakistan, das Gaza der Poster Gaza zuschrieb, nachdem er beim Fälschen erwischt wurde, durch ein ebenso unangebrachtes Foto aus Afghanistan.

Auge um Auge – Zahn um Zahn

Ulrich Sahm (übernommen aus einem Forum)

Die Beschäftigung mit Israels „Reaktion“ auf Terroranschläge wäre nichts Absonderliches, wenn sie nicht mit biblischen Versen, einer angeblichen „jüdischen Mentalität“ und Vorurteilen begründet würde. Jeder zweite deutsche Kommentar zu Israel enthält die (falsche) Behauptung, dass Israels Regierung gemäß dem Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ handle.

In Deutschland birgt die Verwendung vorbelasteter Begriffe aus der Tradition des Antisemitismus die Gefahr, unbeabsichtigte Emotionen zu erwecken. Eine mit biblischen Versen begründete Kritik an der Politik des jüdischen Staates liefert jenen rechtsradikalen Unverbesserlichen den „Beweis“ dafür, dass das „Weltjudentum“ und der Staat Israel gemäß Methoden handeln, die schon das antisemitische Machwerk „Die Protokolle der Weisen Zions“ vorgezeichnet hat.

Peinliche Nebenwirkungen

Kritik an Israels „Politik der Vergeltung“ kann auch ohne unterschwellig antisemitisch belastete Bibelverse mit allgemein gebräuchlichen Begriffen dargestellt werden. Das würde, ohne fragwürdige Nebenwirkungen, den beabsichtigten Zweck besser erfüllen.

Jedes Land und jeder Politiker reagieren ständig auf Ereignisse. Der eine handelt gemäß seiner „Politik“, andere richten sich nach ihrer „Ideologie“. Meistens werden die Reaktionen auf Grund der jeweiligen Interessen abgewogen. Nur im Falle Israels scheint der Ministerpräsident seinen Ministern aus der Bibel vorzulesen, um zu verkünden, was Israel nach Raketenangriffen des Irak oder nach Bombenanschlägen zu tun habe.

Vatikan ohne Bibelverse

Selbst bei Kommentaren zur Politik des Vatikans werden Bibelverse längst nicht so oft als „Erklärung“ verwendet wie im Falle Israels. Gewisse Vorurteile stecken offensichtlich so tief, dass manche „Nahostexperten“ lächerliche Fehler machen. Sie scheinen fest davon überzeugt zu sein, dass „der Jude“ und der jüdische Staat „anders“ funktionieren als der normale deutsche Christenmensch.

So fragte ein „Nahostexperte“, was denn das jüdische Religionsgesetz bei „Rache“ vorschreibe, wie und wann Rache verübt werden müsse. „Müssen die Juden warten, bis die Todesopfer begraben sind?“

Während die Amerikaner „Sanktionen“ erwägen oder mit einer „militärischen Intervention“ drohen, werden Israels Reaktionen nicht als politische oder militärische „Antwort“ beschrieben, den parteipolitischen oder staatlichen Interessen entsprechend, sondern als die von einem jüdischen Rachegott gelenkte Politik mit archaisch biblischer Motivation.

Satan als Rächer

Die geläufigen, bei Begräbnissen von ermordeten Kleinkindern gesagten Sprüche in Israel zeugen davon, dass die jüdische Religion Gott die Rache überlässt, dem Menschen aber verbietet. „Der Herr möge ihr Blut rächen“ heißt es da, oder: „Die Rache für den Mord an einem kleinen Kind hat selbst der Satan noch nicht geschaffen.“

Der große jüdische Ethiker und Rabbiner Samson Raphael Hirsch widmet in seinem Buch „Versuche über Jissroels Pflichten in der Zerstreuung“ nur ein winziges Kapitel dem Thema Rache. „Du darfst nicht rächen!“ zitiert er im Untertitel aus dem 3. Buch Moses 19,18 und führt dann aus, was im zweiten Teil des gleichen Verses steht: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Auch im „Kitzur Schulchan Aruch“, einem Kompendium aller 613 jüdischen Religionsgesetze, wird ebenfalls jener Vers aus dem 3. Buch Moses zitiert. Wer dennoch Rache „an seinem Feind“ verüben will, dem wird geraten, gute Taten zu tun und ein noch besserer Mensch zu werden. „So kannst Du indirekt Rache an Deinen Feinden üben, weil die sich schämen werden, wenn sie von Deinen guten Taten hören. Sie werden trauern, wenn sie von Deinem guten Ruf erfahren…“ (1.Buch 30, 8)

Keine Blutrache ohne Schutzburgen

Der biblische Begriff der „Blutrache“ gilt nur für Mord an einem Verwandten ersten Grades. Eine biblische Voraussetzung für die Blutrache war die Existenz von so genannten Zufluchtstädten, in denen der Delinquent Schutz finden konnte. Seitdem es diese Schutzburgen nicht mehr gibt, ist im Judentum die Blutrache verboten. Das Prinzip der Blutrache ist also vor über 2000 Jahren abgeschafft worden.

Der Spruch „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ steht im 3. Buch Moses 24,20. Da geht es um Fragen der Entschädigung und des Strafmaßes für Verbrecher. Ein erschlagenes Tier sollte im vollen Wert ersetzt werden. Wer einen Menschen erschlägt, der sollte getötet werden, also „Todesstrafe“ bei Mord. Da unterscheidet sich die Bibel von vielen zivilisierten Ländern bis heute nicht.

„Auge um Auge, Zahn um Zahn“ besagt lediglich, dass für ein ausgeschlagenes Auge eine gleichwertige, angemessene Strafe verhängt werden sollte. An anderer Stelle heißt es, dass ein Knecht freigelassen werden sollte, wenn ihm ein Auge oder ein Zahn ausgeschlagen wurden. Das ist gar das Gegenteil von „Rache“. Denn für den Herrn bedeutet die Freilassung seines Sklaven eine Geldstrafe, für den Sklaven bedeutet Freilassung eine große Belohnung.

Auge um Auge – Deutsches Rechtsprinzip

Im modernen deutschen Strafgesetzbuch gibt es sehr ähnliche Gesetze. Nur wird da ein Geldbetrag als Schadensersatz und eine Gefängnisstrafe als Sühne für das begangene Gewaltverbrechen festgelegt. Andere Zeiten, andere Sitten. So hat also das moderne deutsche Strafgesetzbuch schlicht das biblische Prinzip „Auge um Auge“ übernommen. Es ist deshalb verwunderlich, wenn im deutschen Sprachgebrauch ausgerechnet dieser Vers als Umschreibung für eine grausame und unangemessene militärische Vergeltung und eine „typisch israelische Verhaltensweise“ verwendet wird.

Die Auffassung, dass „Auge um Auge“ ein jüdisches Grundprinzip der Rache sei, geht auf den klassischen christlichen „Antisemitismus“ zurück: auf das Bemühen des Christentums, sich vom Judentum abzugrenzen. Jesus hat laut Matthäus 5,38 diesen Vers aus dem Alten Testament zitiert, um polemisch dazu seine neue Lehre zu verkünden: „die zweite Backe hinhalten“. In moderne Sprache übertragen fordert Jesus Straffreiheit für Verbrecher. Dieses „Prinzip“ ist bislang in keinem christlichen Staat beherzigt worden, genauso wenig wie der andere Vorschlag Jesu: die Feinde zu lieben. Kein christlicher Staat hat in den vergangenen 2000 Jahren die Bereitschaft gezeigt, sich selbst zu Gunsten des Feindes aufzugeben oder gar im Krieg zu kapitulieren, nur um dieser Lehre Jesu zu genügen.

Friedensbewegt

Die deutsche Friedensbewegung beruft sich noch am ehesten auf die Bergpredigt Jesu. Die Friedensbewegung ist aber (leider) nur in einem Land denkbar, wo ein konventioneller militärischer Angriff (fast) undenkbar ist und wo die Nachbarländer keine direkte Bedrohung darstellen. Dennoch gibt es selbst in der Bundesrepublik keinen verantwortungsbewussten Politiker, der sich für eine einseitige Abschaffung der Bundeswehr, des BND oder der Polizei aussprechen würde, nur weil Jesus geraten hat, „den Feind zu lieben“.

Jesus Christus habe Nächstenliebe gelehrt, während die Juden „stur“ an ihrem „Rächergott“ festhielten. So hat es Martin Luther in seinen antisemitischen Spätschriften behauptet, nachdem er verärgert war, dass die Juden ihm nicht in Massen folgten. In Deutschland hatten diese Schriften bis ins zwanzigste Jahrhundert einen nachhaltigen Einfluss. Luthers Sprachkünste hatten einen großen Einfluss auf die Gedankenwelt der Deutschen, schlicht über die Bedeutung der Worte und Begriffe der deutschen Sprache. Das hat Millionen Juden das Leben gekostet.

Irrlehre der Kirche

Die Kirche hat von Anfang an versucht, das Christentum als eine Religion der Nächstenliebe darzustellen. Sie habe die jüdische „Religion der Rache“ überwunden. Um das zu „beweisen“ wurde immer wieder der Vers „Auge um Auge“ herangezogen, obgleich der mit Rache nichts zu tun hat. Die Kirche hat die jüdische Religion Jahrhunderte lang verunglimpft und die christliche verherrlicht, indem sie den Eindruck erweckte, als habe Jesus den Vers „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erfunden. Beide Anschauungen gingen Hand in Hand und haben sich zu einem negativen Vorurteil gegenüber den Juden verfestigt.

Ein evangelischer Theologe aus Berlin, auf diese Verse angesprochen, sagte: „Die falschen Interpretationen wurden doch schon vor 20 Jahren von der evangelischen Theologie klar als falsch herausgestellt…“ Er bestätigte, dass es fast 2000 Jahre lange gültige Lehre der Kirche war. Ebenso gestand er, dass neue theologische Lehrsätze nur sehr langsam, wenn überhaupt, den christlichen Laien erreichen.

Kohls zweite Backe

Wenn nun von Israel verübte Vergeltungsschläge mit dem missverstandenen und umgedrehten biblischen Vers „Auge um Auge“ verurteilt werden, entsteht zudem der Eindruck, als sei Israel eine Theokratie. Das ist falsch. Israel ist eine recht normale westliche Demokratie. Zu schließen, dass die staatlichen Interessen Israels aus der Bibel herausgelesen werden, gilt nicht einmal für „fromme“ Parteien. In Deutschland würde man vermutlich laut lachen, wenn jemand den christdemokratischen Bundeskanzler Kohl fragte, welche „andere Backe“ die Bundesrepublik Deutschland der RAF hinhalten wolle, nachdem Schleyer, Herrhausen oder Schäuble einem Attentat zum Opfer gefallen sind.

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Gut ergänzt wird diese Stellungnahme durch Angaben von Pastor i.R. Klaus-Peter Lehmann, der aus dem Materialdienst des Ev. Arbeitskreises Kirche und Israel in Hessen und Nassau zitiert.