Ja, New York Times, Fotos können irreführen. Und ihr habt selbst Haufen davon veröffentlicht.

Elder of Ziyon, 1.August 2022

Die New York Times hat einen interessanten Artikel über die Offenbarung, dass Herman Heukels, der die meisten der berühmten Fotografien von Juden machte, die sich für den Transport von Amsterdam zur Arbeit oder in Todeslager fertig machten, ein Nazi war.

Mit diesem Wissen verstehen wir heute, dass er beabsichtigte die Juden herabzusetzen, die er fotografierte. Er machte zum Beispiel keine Fotos von der sie umgebenen Polizei.

Auf einigen Bildern schimmert die Würde der Juden trotzdem durch.

Aber das verändert die Interpretation der Fotos.

Janina Struk, Autorin des Buches „Photographing the Holocaust: Interpretations oft he Evidence“ [Den Holocaust fotografieren: Interpretationen der Beweise] aus dem Jahr 2005 sagte, dass in der Nachkriegszeit aufgenommene Fotos von Schaulustigen, Tätern und Opfern „auf alle mögliche Arten vermischt wurden“ und kaum jemand fragte, wer die Fotos oder zu welchem Zweck aufgenommen hatte.

In den letzten Jahren, fügte sie hinzu, hat es eine größere Betonung der Kontextualisierung der Bilder gegeben, es wurde erklärt, wie sie aufgenommen wurden, so dass Betrachter bessere verstehen, was sie sich da ansehen – und so können die Leute bessere ethische Entscheidungen dazu treffen, wie sie dargeboten werden sollten.

Ich wünschte, die New York Times kümmere sich genauso sehr um den Kontext von Fotos aus dem Gazastreifen, die von modernen Antisemiten aufgenommen werden.

Hier sind zwei Fotos vom Krieg im Gazastreifen aus dem letzten Jahr, die offensichtlich gestellt sind, worauf ich damals hinwies:

Die New York Times heuert im Gazastreifen auch freie Fotografen an, die allen Anreiz haben Israel in einem schlechten Licht zu zeigen und Hamas-Kriegsverbrechen wie das Verschießen von Raketen aus Wohngebieten zu ignorieren. Die NYT hebt auch offensichtlich inszenierte Fotos wie dieses hervor, auf dem eine Kinderwiege irgendwie richtigherum landete, nur wenige Meter entfernt von dem zerstörten Gebäude, in dem sie sich angeblich befand – und ohne ein einziges Staubkörnchen darauf. Der Fotograf hatte auch das erstaunliche Glück einen fotogenen, traurigen Jungen zu finden, der gerade direkt davor vorbeiging, knapp daneben, damit wir beide sehen können.

Oder dieses, in dem eine alte Frau über gefährlichen Schutt kletterte, auf dem sie hätte fallen und sich die Hüfte brechen können, damit sie sich setzen konnte (auf einem passenden Plastikstuhl) um traurig in diese angeblich nicht gestellte Aufnahme zu blicken.

Sieht man den Strand im Hintergrund, dann könnte dieser Luftangriff im Lager Schati stattgefunden haben, wo sich laut Israel Hamas-Führer trafen – aber die New York Times sagt das nicht.

Kontext ist alles. Fotografen inszenieren ihre Fotos und geben ihren Motiven Anweisungen wie Schauspielern, wenn sie nicht erwischt werden. Sie versammeln sich vorher an wahrscheinlichen neuralgischen Punkten, stellen aber sicher, dass die anderen dutzenden Fotografen, die sich dort drängeln, nicht im Bild sind. Sie suchen diejenigen aus, die die Geschichte erzählen, die sie erzählen wollen und legen die nicht vor, die dem widersprechen. Die Freischaffenden liefern die Hintergrundinformation, die von den Redaktionen vorbehaltlos geglaubt werden.

Gibt es einen moralischen Unterschied zwischen der Veröffentlichung kontextfreier Fotos von Leuten, die in den 1940-ern Juden hassten und denen von Leuten, die heute Juden hassen?

Der letzte Absatz des Artikels über die Nazi-Fotos ist die beste Zusammenfassung des Themas und eines, auf das faire Medien sich eingestellt hätten, würden sie sich um Kontext und Objektivität kümmern.

Struk fügte hinzu: „Wir müssen von der Idee wegkommen, dass ein Foto einfach ein Fenster zur Welt ist. Das ist es nicht. Es ist eine sehr aufbereitete Version dessen, was der Fotograf sich zum Fotografieren aussucht.“

Eine Anzahl Leute für ein Stadion besuchen jeden Freitag die Al-Aqsa – und behauptet, Israel würde es ihnen zu schwer machen

Elder of Ziyon, 1. Juli 2022

Jeden Freitag findet man in den palästinensischen Medien zwei widersprüchliche Narrative.

Das eine erzählt, dass Israel die Zahl der Leute, die die Al-Aqsa-Moschee besuchen, einschränkt. Das andere erzählt, wie viele Menschen zum Beten dorthin gingen.

Heute [Freitag, 1. Juli – der Übersetzer] besuchten rund 55.000 Muslime die Gebetsstätte dort (und wahrscheinlich spielten einige Fußball). Das ist ein ausverkauft volles Fußballstadion an Menschen. Und wie bei Sportveranstaltungen und Konzertveranstaltungsorten kontrolliert die Polizei die Menge auf Waffen.

Aber niemand schreibt nach jeder Sportveranstaltung oder großem Konzert Artikel darüber, wie zudringlich die Wachen waren.

Nur auf dem Tempelberg.

Apartheid in der PA, nicht in Israel

First One Through, 26. Mai 2022

Die aktuelle Verleumdung Israels, die von antizionistischen Organisationen und Leuten populär gemacht wird, lautet, dass das Land eine Form von Apartheid praktiziert. Insbesondere befassen sie sich damit, dass Israel seine nichtjüdische Bevölkerung diskriminiert und rassisch trennt.

Das ist nicht nur ein absurder Vorwurf, sondern ein vorsätzlicher Versuch vom Antisemitismus und von der Fremdenfeindlichkeit der palästinensisch-arabischen Bevölkerung abzulenken.

Staatsbürgerschaft verboten

Mit seiner Gründung gewährte Israel allen Menschen, die in dem Land lebten, die Staatsbürgerschaft und als das Land weiteres Territorium annektierte – z.B. den östlichen Teil Jerusalems – ermöglichte es allen dortigen Einwohner ebenfalls die Staatsbürgerschaft zu beantragen, ungeachtet ihrer Religion. Heute sind rund 74% des Landes jüdisch, mehr als ein Viertel gehört anderen Religionen an. Es steht als einzigartig diverses Land in der gesamten Region des Nahen Ostens und Nordafrikas (MENA) da.

Das steht in scharfem Kontrast zur palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Der Präsident der PA, Mahmud Abbas, erklärte: „Wir werden keine Anwesenheit auch nur eines einzigen Israelis (heißt: Juden) – sei es ein Zivilist oder ein Soldat – in unserem Land erleben.“ Tatsächlich ist in den Landstrichen, die von der PA verwaltet werden – der Gazastreifen und die Areas A und B – die Demographie zu 100% arabisch. Kein einziger Jude ist zu finden, weil das der selbsterklärte antisemitische Auftrag der PA ist.

Minderheiten dürfen kein Land kaufen

Israel erlaubt jedem Häuser oder Wohnungen zu kaufen. In Jerusalem hat die israelische Regierung die Zahl der Häuser für Nichtjuden enorm erweitert, was von 1990 bis 2019 eine Zunahme von 188% der Einheiten für Araber bei nur 64% derer für Juden zum Ergebnis hatte.

Das ist ein scharfer Kontrast zur PA, die ein jordanisches Gesetz in Kraft belassen hat, das den Verkauf von Land an Juden verbietet. Die Strafe für den Verkauf kann Zwangsarbeit oder sogar der Tod sein. Es hat ein furchtbares Programm geschaffen, bei dem Araber, die Land an Juden verkaufen wollen, gezwungen hat Mittelsmänner und Strohfirmen zu nutzen, um nicht von der Regierung oder durch die antisemitische Selbstjustiz-Gewalt anderer Araber getötet zu werden.

Minderheiten dürfen nicht wählen oder im Parlament sitzen

Alle israelischen Bürger können wählen und für das Parlament kandidieren. Im Vielparteien-System des Landes gibt es einige arabische Parteien. 2022 ist eine arabische Partei Teil der Regierungskoalition und kann die Regierung zerbrechen lassen, falls sie das wünscht.

Da es in der PA keine Juden gibt, überrascht es nicht, dass es keine Juden im Parlament gibt.

Minderheiten dürfen nicht Premierminister werden

Israel hat keinen Religions-Lackmustest, wer Premierminister werden darf. Anders als die umgebenden arabischen Länder wie Syrien, wo der Premierminister Muslim sein muss.

Minderheiten dürfen nicht Richter werden

Israel gestattet allen seinen Bürgern Teil des Rechtssystems zu sein, darunter Anwälte, Richter und vor Gericht zu klagen. Der jüdische Staat hat einen Araber als Richter im Obersten Gerichtshof.

Die PA hat keinen Platz für Juden. Nirgendwo.

Minderheiten im Militär

Israel hat ein Wehrpflichtsystem, das all seine Bürger auffordert im Alter von 18 Jahren in der Armee zu dienen. Allerdings setzt das Land das Gesetz gegenüber arabischen und ultraorthodoxen Juden nicht durch, heißt sie aber willkommen, wenn sie sich verpflichten.

Die PA hat keinen Platz für Juden.

Gotteshäuser von Minderheiten sind nicht gestattet

Israel erlaubt allen der verschiedenen Religionen ihren Glauben offen zu leben. Es gibt kein Verbot von Minaretten auf Moscheen (wie es in der Schweiz existiert), kein Verbot von Halal-Fleisch (wie in Island), kein Verbot von Burqas oder Niqabs (wie in der Türkei). Der Bahai-Glauben hat große Gotteshäuser und den Mormonen half die israelische Regierung sogar in Jerusalem ihre Kirche zu bauen.

Die PA orientiert sich einzig um arabische Muslime und Christen. In Jordanien – das mehrheitlich palästinensisch ist – ist der Bahai-Glaube verboten und Juden mit religiösen Gegenständen werden an der Grenze abgewiesen.

Minderheiten wird der Besuch heiliger Orte verboten

Israel gestattet Menschen aller Religion den Zugang zu ihren heiligen Orten. Die israelische Regierung machte ein muslimisches Verbot rückgängig, nach dem Juden die Altstadt Jerusalems und den Tempelberg nicht besuchen durften, dasselbe bei der Höhle der jüdischen Matriarchen und Patriarchen in Hebron, als es 1967 die Stadt von den jordanischen Arabern zurückeroberte.

Die palästinensischen Araber (die von 1954 bis 1967 Jordanier waren) hatten Juden das Betreten ihrer heiligen Stätten verboten. Die PA und Jordanien versuchen bis heute weiter, den Besuch von Juden an der heiligsten Stätte des Judentums einzuschränken. Die palästinensischen Araber haben zudem unter ihrer Kontrolle befindliche jüdische heilige Stätten, so das Grab von Josef in Nablus, geplündert.

Minderheiten dürfen an heiligen Stätten nicht beten

Als Israel 1967 Jerusalem wieder vereinte, nachdem es von Jordanien angegriffen wurde, erlaubte es trotzdem der jordanischen Waqf den jüdischen Tempelberg zu verwalten. Diese Entscheidung hat veranlasst, dass Juden weiter das Gebet an dieser Stätte verboten ist, während hunderttausende Muslime das mehrfach am Tag tun können.

Wenn Juden ihre heiligen Stätten in den von der PA beherrschten Gebieten besuchen, müssen sie von Sicherheitskräften beschützt werden, sonst werden sie von Arabern gelyncht.

Minderheiten wird der Beuch von Universitäten verboten

Israels führende Universitäten wie die Hebräische Universität in Jerusalem und die Universität Tel Aviv, haben große Anteile Nichtjuden. In starkem Gegensatz dazu besuchen keine Juden palästinensische Universitäten und einige haben eine Geschichte des Verbots für Juden  – selbst antizionistischen Juden – auch nur einen Fuß auf den Campus zu setzen.

Leugnung der Geschichte und Kultur von Minderheiten

Die israelische Regierung erkennt die Hintergründe, Kulturen und Geschichte ihrer verschiedenen Bürger an. Sie lehrt die unterschiedlichen Geschichten in ihren Schulen und offizielle Schilder werden auf Hebräisch, Arabisch und Englisch aufgestellt. Derweil nutzt die PA in aller offiziellen Kommunikation einzig Arabisch und bestreitet aktiv die Geschichte von Juden in ihrem heiligen Land, einschließlich das ihres heiligen Tempels in Jerusalem.

Regierung stachelt zu Gewalt gegen Minderheiten auf

Israel ist eine pluralistische Gesellschaft, in der Juden und Nichtjuden an jedem Teil der Gesellschaft teilhaben. Die PA hingegen befindet sich praktisch im Krieg mit Juden und dem jüdischen Staat und ruft die Araber auf Juden anzugreifen.

Regierung belohnt Mörder von Minderheiten

Israel stellt Kriminelle, die Verbrechen begehen, vor Gericht – in der Vergangenheit sind Präsidenten und Premierminister ins Gefängnis gebracht worden.

Tatsächlich belohnt die PA kriminelle Aktivität, besonders Gewalt, die an Juden begangen wird. Sie bezeichnet Terroristen als „Märtyrer“ und benennt Schulen und Plätze nach ihnen, während ihren Familien tausende Dollar ausgezahlt werden.

Die Fremdenfeindlichkeit wichtiger Parteien

Die israelische Unabhängigkeitserklärung hieß alle Menschen willkommen und bis heute haben alle wichtigen politischen Parteien Israels, darunter der Likud, Yesch Atid und Blau und Weiß, Satzungen und Arbeitspapiere, die eine gerechte Gesellschaft für alle Bürger fördern.

Die palästinensische Verfassung ist für Araber geschrieben, mit dem Islam als offizieller Religion. Die Hamas, von vielen Ländern offiziell als Terrororganisation eingestuft, hat eine Charta voller antisemitischer Verleumdungen und Verschwörungstheorien. Sie fordert Krieg zwischen Juden und Muslimen.

Fremdenfeindlichkeit und Rassismus der Bevölkerung

Die palästinensischen Araber wählten die antisemitische Terrorpartei Hamas mit 58% ins Parlament, als die letzten Wahlen abgehalten wurden und Umfragen zeigen, dass die Hamas Präsidentschaftswahlen gewinnen würde, wenn diese heute stattfänden. Die Anti-Defamation League führte 2014 eine Umfrage durch, die zeigte, dass die palästinensischen Araber die antisemitischsten der Welt waren; von ihnen hegten 93% antisemitische Überzeugungen.


Israel hat eine liberale Demokratie im Herzen eines fremdenfeindlichen und antisemitischen Nahen Ostens geschaffen. Diejenigen, die das Land einen Apartheidstaat nennen, betreiben lediglich antisemitische Lügen, tun das aber in der Hoffnung, die Aufmerksamkeit von den zutiefst antisemitischen und fremdenfeindlichen Überzeugungen der palästinensischen Araber wegzuleiten.

Wie Russlands Einmarsch in die Ukraine Holocaust-Verzerrung schürt

Gidon Ben-Zvi, HonestReporting, 10. März 2022

Russlands Einmarsch in die Ukraine und die furchtbare humanitäre Krise, die das verursacht, sind weltweit seit zwei Wochen das Top-Thema gewesen. Prominente Nachrichtenorganisationen haben über die sich schnell entwickelnden Entwicklungen vor Ort sowie ihre möglichen langfristigen geopolitischen Auswirkungen berichtet. Dabei ist ein beunruhigender Trend aufgetaucht: die Verwendung von Analogien zum und Bildern vom Holocaust in Bezug auf diesen Konflikt.

Die Zerstörung, die von Europas heftigster militärischer Krise seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht wird, ist unbestreitbar schrecklich.

Aber in der Ukraine findet derzeit kein Völkermord – wie die systematische Auslöschung von rund 6 Millionen Juden durch die Nazis – statt.

Entsprechend zeichnen die Medien, in den meisten Fällen ungewollt, ein verzerrtes Bild der aktuellen Lage und verringern damit das Ausmaß, die Erinnerung und die Lektionen aus dem Holocaust, indem sie unkritisch den Sprachgebrauch verbreiten, der von Führungspolitikern weltweit verwendet wird.

Bedenken Sie das folgende Zitat aus einem Artikel der Washington Post vom 6. März mit der Überschrift: Israelischer Premierminister Bennett sagt, zwischen Ukraine und Russland zu vermitteln ist eine „moralische Verpflichtung“.

Der Botschafter der  Ukraine in Israel, Jevgeni Korniytschuk ging weiter … und beschuldigte [Israel] die Geschichte der Ukraine bei der Hilfe für Juden während des Holocaust zu vergessen.

Ein weiteres Beispiel findet sich in einem Text von CNN vom 5. März mit der Überschrift Israels angespannter Balance-Akt zwischen Russland und der  Ukraine:

Gleichzeitig muss Israel andere kritische Interessen schützen. Als Staat, der infolge des Holocaust als sichere Zuflucht für das Weltjudentum geschaffen wurde, zahlt Israel einen Preis dafür, dass es angesichts einer raubtierhaften Macht zu schwanken scheint, die Jagd auf einen schwächeren Staat macht.

Derweil veröffentlichte Business Insider am 8. März Chuck Shumer sagt „in der Ukraine ist ein Holocaust im Gang“ während Milliarden Hilfe ins Land geschickt werden sollen:

Den Ukrainern fehlen Lebensmittel, ihnen fehlt es an allem, ihnen fehlen Bunker, Strom, Medikamente – wir müssen ihnen diese Dinge besorgen. Da ist ein Holocaust im Gang. Wenn du siehst, dass Menschen an Bussen Schlange stehen, nur um eine Konfliktzone zu verlassen, und Putins Artilleriegranaten diese Busse beschießen, dann ist das untermenschlich, unter jeder Würde.“

Außerdem haben die Führer sowohl Russlands als auch der Ukraine den Holocaust beschworen. Ein Text in der New York Times vom 23. Februar zitierte unkritisch wie folgt eine der Rechtfertigungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür den Krieg zu beginnen:

„Ich habe die Entscheidung getroffen eine militärische Sonderoperation auszuführen“, sagte Putin. „Ihr Ziel wird sein Menschen zu verteidigen, die seit acht Jahren Verfolgung und Völkermord durch das Regime in Kiew erleiden. Dafür werden wir die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine anstreben…“

Der ukrainische Präsident Wolodymir Selensky seinerseits wurde in einem Artikel des Guardian vom 2. März mit dem Titel Ukraines Präsident bittet Juden weltweit sich gegen Russland zu äußern folgendermaßen zitiert:

„Ich spreche jetzt zu allen Juden der Welt – seht ihr nicht, was passiert? Es ist gerade jetzt sehr wichtig, dass Millionen Juden weltweit nicht weiter schweigen. Nazitum wird in Schweigen geboren…“

Warum der Holocaust anders ist

Die humanitäre Krise, die sich in der Ukraine entwickelt, ist katastrophal und ein Großteil der Welt tut zurecht seinen Teil das weit verbreitete Leiden zu lindern.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat zudem eine Ermittlung zu möglichen russischen Kriegsverbrechen eröffnet.

Wie dem auch sei, der Holocaust war grundlegend anders. Nazi-Deutschlands mörderisches Handeln gegen das jüdische Volk war von einer Vernichtungsideologie getrieben.

Hitlers Endlösung strebte an jeden Juden überall auszurotten.

Und das so sehr, dass der Begriff „Völkermord“ in direkter Reaktion auf den Holocaust geprägt wurde. Danach wurde eine juristische Definition des Begriffs in der Konvention zur Verhinderung und Bestrafung des Verbrechens des Völkermords von 1948 formuliert und kodifiziert

Warum Holocaust-Verzerrung so gefährlich ist

Laut der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA), deren Arbeitsdefinition für Antisemitismus von Dutzenden Ländern, einschließlich der USA, übernommen wurde, sind Holocaust-Leugnung und -Verzerrung moderne Formen des Judenhasses. Der Ernst des Themas ist im Kontext rapide steigenden Antisemitismus besonders akut geworden.

Entsprechend verurteilte das Holocaust-Gedenkmuseum Yad Vashem in Jerusalem am 27. Februar Vergleiche zum Holocaust aus Propagandazwecken im Kontext von Russlands Militäreinmarsch in die Ukraine. Dani Dayan, der Vorsitzende von Yad Vashem, machte deutlich, dass der Diskurs zum Konflikt „von unverantwortlichen Äußerungen und völlig inakkuraten Vergleichen mit der Nazi-Ideologie und -Taten vor und während des Holocaust durchtränkt“ ist.

Die Notwendigkeit den Holocaust korrekt zu beschreiben und sich korrekt auf ihn zu beziehen ist heute besonders wichtig, angesichts der Existenz eines Regimes im Iran, das einmal mehr eine völlige Auslöschung von mehr als 6 Millionen Juden verfolgt. Ali Khamenei, der oberste Revolutionsführer des Iran, hat ausdrücklich zu Israels Vernichtung aufgerufen und für eine offizielle Politik der Holocaust-Leugnung und -Verzerrung geworben, die diese Vorstellung normalisieren soll.

Mit diesem Ziel finanziert und bewaffnet Khamenei weiter von den USA als Terrororganisationen eingestufte Palästinenser und andere Terrorgruppen, die eine „Achse des Widerstands“ gegen den jüdischen Staat bilden.

Der Iran arbeitet daran Atomwaffen zu erlangen, was die Islamischen Republik mit den Mitteln versorgt einen weiteren Holocaust auszuführen.

Die Rolle der Medien beim kontern von Holocaust-Verzerrung

Nach Angaben des US-Außenministeriums bedroht die Verzerrung des Holocaust „unsere Fähigkeit aus seiner Geschichte zu lernen“. In einem Schritt hin zur Sicherstellung, dass nie wieder ein Völkermord zugelassen werden soll, nahm die UNO im Januar eine von Israel vorgeschlagene Resolution an, die die Leugnung und Verzerrung des Holocaust verurteilt.

Die UNO-Vollversammlung nahm die Resolution im Konsens an – was bedeutet, dass sie ohne Einzelabfrage der Länder angenommen wurde.

Einzig der Iran stimmte dagegen.

Massengräuel wie die noch relativ frischen Völkermorde z.B. in Kambodscha, Ruanda, Bosnien und Darfur heben die Notwendigkeit hervor Vernichtungsregime und Doktrinen eindeutig zu identifizieren und zu bekämpfen.

Indem sie es versäumen dem falschen Narrativ entgegenzuwirken, dass der russisch-ukrainische Konflikt irgendwie gleichbedeutend mit einem neuen Holocaust sei, manipulieren Nachrichtenorgane praktisch die Definition von Völkermord und verringern so die Notlage derer, die im Lauf der Geschichte das  Ziel der totalen Vernichtung waren.

Einige unangenehme Ukraine-Israel-Analogien

Die Araber sind, wie die Russen, die Aggressoren, versuchen ein Land zu erobern, das jemand anderem gehört. Israel ist, wie die Ukraine, eine umkämpfte Demokratie, mit tief verwurzelt im eigenen Land.

Stephen M. Flatow, Israel HaYom, 11. März 2022

Da die Nachrichten über den Krieg in der Ukraine überall die Schlagzeilen bestimmen, haben die offiziellen Vertreter der palästinensischen Araber und ihrer Fürsprecher Probleme Vergleiche zwischen der ukrainisch-russischen Krise und ihrer eigenen Sache zu finden. Es gibt in der Tat einige Vergleichbarkeiten, wenn auch nicht die, die sie im Sinn haben.

Der PLO-Vertreter Nihad Abu Ghosch sieht eine Analogie zwischen dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) und der Ukraine-Krise – in beiden Situationen, beschwert er sich, nutzt Israel die Lage aus, um „den Siedlungsbau in der besetzten Westbank durch die Werbung für Zuwanderung zu verstärken“.

Abu Gosch, sollte vermerkt werden, ist ein langjähriger offizieller PLO-Vertreter sowie Leiter für Information und Bildung bei der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP), einer Mitgliedsorganisation der PLO. Im Verlauf der Jahre hat er für die PLO als Chef für Diaspora-Angelegenheiten und als Leiter für Information und Bildung für die DFLP gewirkt.

Das ist wichtig, weil es die PLO war, die 1993 die Oslo-Vereinbarungen mit Israel unterzeichnete; die palästinensische Autonomiebehörde war noch nicht gegründet. Die Oslo-Vereinbarungen verbieten Israel den Bau neuer Orte in den von Israel kontrollierten Teilen von Judäa und Samaria nicht. Genauso wenig untersagen es die Vereinbarungen Israel ukrainische Juden oder sonst irgendjemanden in diesen Orten anzusiedeln.

Mit anderen Worten: Abu Gosch beschwert sich über etwas, das von den Vereinbarungen erlaubt ist, die seine eigene Organisation unterzeichnete und an die sie dadurch gebunden ist. Tatsächlich protestiert jeder PLO- oder PA-Vertreter, der gegen mehr Juden als Einwohner der israelisch kontrollierten Gebiete protestiert, gegen etwas, dem die PLO- und PA-Führung bereits zustimmten.

Warum beschweren sich also PA-Vertreter – und Fürsprecher der palästinensisch-arabischen Sache allgemein – weiter über „illegale jüdische Siedlungen“? Weil sei wissen, dass sie damit davonkommen können. Kein Reporter hat sie je gefragt: „Aber erlauben die Oslo-Vereinbarungen denn nicht jüdische Siedlungen in Israels Gebieten?“ Kein Redakteur prüft je die Fakten oder korrigiert sie, bevor sie ihre Op-Eds über „illegale Siedler“ veröffentlichen.

Eine weitere Ukraine-Palästinenser-Analogie, die aktuell die Runde macht, hat mit dem Leiden von Zivilisten zu tun. Diese Anschuldigung verbreitete sich letzte Woche in den sozialen Medien, dank des internationalen Supermodels Gigi Hadid, die ankündigte, sie spende all ihre Einnahmen „aus den Shows vom Herbst 2022“ als „Hilfe für die, die unter dem Krieg in der Ukraine leiden“ und „die dasselbe in Palästina erleben“.

Lassen wir die Scheinheiligkeit der PA oder Hamas einen Moment beiseite, dass sie Spenden ausgerechnet von den Einnahmen eines Models annehmen, deren Kleidung schamlos die islamischen Einschränkungen verletzten, die sowohl in den PA-Gebieten als auch im von der Hamas geführten Gazastreifen gelten. Die Verfassung der PA sagt: „Die Islam ist die offizielle Religion Palästinas“, und dass „die Prinzipien der islamischen Scharia die Hauptquelle der Rechtsordnung sind“. Die Frauenkleidung, die unter der PA und der Hamas gefördert oder auferlegt wird, unterscheidet sich sehr bemerkenswert von der, die von Hadid auf dem Laufsteg getragen wird.

Stattdessen wollen wir uns auf Hadids Analogie konzentrieren. „Hände weg von der Ukraine, Hände weg von Palästina“, twitterte sie und die Anhänger der palästinensisch-arabischen Sache überall nicken mit Sicherheit zustimmend.

Jahrzehnte lang haben die Israel umgebenden arabischen Regime die gewalttätigen palästinensisch-arabischen Terror-Separatisten in Judäa, Samaria und dem Gazastreifen unterstützt – genauso, wie Russland die terroristischen Separatisten in den Regionen Donetsk und Lugansk in der Ostukraine unterstützt hat. Die arabischen Regime haben regelmäßig unter dem Vorwand des „Leidens“ dieser Separatisten Kriege gegen Israel angefangen – wiederum genauso, wie Russlands Krieg gegen die Ukraine.

Die Araber sind, wie die Russen, Aggressoren, die versuchen ein Land zu erobern, das jemand anderem gehört. Israel ist, wie die Ukraine, eine umkämpfte Demokratie, tief verwurzelt im eigenen Land.

Was das Leiden unschuldiger Zivilisten angeht, so gibt es hier wiederum einen stichhaltigen Vergleich, nur nicht den, den Gigi Hadid oder Nihad Abu Gosch im Sinn haben. Die wiederholten arabischen Einmärsche in Israel haben das Leben tausender israelischer Zivilisten gefordert. Die täglichen Versuche palästinensisch-arabischer Terroristen Juden zu erschießen, zu erstechen oder mit Steinen totzuwerfen verursachen ständiges Leid für israelische Zivilisten. Ich frage mich, wann Hadid denselben Anteil an ihren Einnahmen spenden wird, um deren Leid zu lindern.

Lassen Sie uns also die Ukraine-Krise unbedingt auf Vergleichbarkeiten zu Israel prüfen, selbst wenn das, was wir finden, sich für PA-Sprecher, propalästinensischen Kultur-Promis oder anderen Fürsprechern der palästinensischen Sache als unbequem erweist.