Der Himmel fällt uns nicht auf den Kopf, es gibt keine Heuschreckenplage und Israel wird nicht zur faschistischen Theokratie

Elder of Ziyon, 4. November 2022

Allein die Schlagzeilen in Ha’aretz lassen einen fragen, wann sie eine Heuschreckenplage in der Folge des Wahlsiegs des Likud-Blocks voraussagen.

Sie sind alle von heute [Freitag, 4. November].

Die Westbank steht auf der Kippe und Netanyahu holt die Pyromanen
Wird Israel zur Theokratie? Religiöse Parteien sind größte Wahlgewinner
Netanyahu verspricht, er „kam nicht um zu zerstören“, aber wird er sich selbst kontrollieren können?
Jüdischer Überlegenheitsanspruch ohne Masken
Netanyahus Wahlsieg erteilte dem Judentum einen schweren Schlag

Ja, Bibi hat das Judentum zerstört!

Die Sache ist die, dass wir das kennen. Wir haben schon ähnliche Warnungen der Medien, Koryphäen, „Experten“ und amerikanisch-jüdischen Leitern erlebt, jedes einzelne Mal, wenn in Israel eine rechte Regierung eine Wahl gewonnen hat.

Jimmy Carter wird für seine relativ ungebildete Nahost-Diplomatie wahrscheinlich keinen Nobelpreis gewinnen. Aber wenn die Dinge in dieser Region in den nächsten Jahren von schlecht zu schlimmer verlaufen, dann wäre es unfair dem Präsidenten zu viel Schuld dafür zu geben.
Aus irgendeinem Grund ist die gewaltige politische Veränderung der letzten Monate in Israel – eine wahrlich außergewöhnliche rechte Metamorphose – in der amerikanischen Presse unzureichend berichtet worden. Und damit steht Herr Carter weiter unter demselben Druck der US-Sympathisanten Premierminister Menachem Begins provokative Regierung zu unterstützen, wie er das viel mildere Regime von Herrn Begins Vorgänger unterstützen sollte. Das könnte die Amerikaner teuer zu stehen kommen, sollte im Nahen Osten ein Krieg ausbrechen, der die Araber zu einem weiteren Öl-Embargo verpflichten würde, um US-Waffenlieferungen an Israel zu stoppen.

Amerikanische Juden fürchten, Sharon wird Israel in neuen Nahost-Krieg führen

Dennoch war es Israels Rechte, die Frieden mit Ägypten schloss, die half die Abraham-Vereinbarungen voranzutreiben, die arabischen Israelis Rekordsummen an finanzieller Unterstützung gegeben hat.

Ich kann nicht vorhersagen, was diese Regierung tun wird. Die Ängste sind allerdings reichlich übertrieben und viel zu viele Leute glauben diese irrsinnigen und hirnverbrannten Vorhersagen.

Hier ist das, was ich weiß:

* Israel ist eine starke Demokratie mit Kontrolle der Regierung. Sie kann nicht wegen ein oder zwei Ministern faschistisch werden.

* Netanyahu ist ein brillanter Politiker und der Vorsitzende der größten gewählten Partei. Er wird Deals abschließen, um seine größere Agenda in Gang zu bringen, aber wenn es etwas gibt, gegen das er opponiert, dann wird das nicht passieren.

* Netanyahu hat bereits eine lange Führungsgeschichte. Wir kennen seine Ansichten und Positionen. Die Sorge, dass er plötzlich seine politischen Meinungen ändern wird – die trotz der Berichterstattung in den Medien ziemlich moderat sind – ist lächerlich.

* Zeitungen und Gelehrte gewinnen Leser, indem sie Voraussagen abgeben, die extrem sind und sie werden selten dafür bestraft falsch zu liegen – es gibt also in den prominenteren Organen wenig Anreiz für nüchterne Analyse

Meine Meinung zu Netanyahu ist seit der letzten Wahl gefallen, aber er hat seine Positionen und Vision deutlich gemacht. Er wird nicht von irgendeinem Knessetmitglied oder Minister manipuliert werden – er ist derjenige, der sie manipuliert. Die Dinge werden weitgehend so sein, wie sie es in seinen früheren Amtszeiten waren, also weitgehend pragmatisch.

Der Himmel fällt uns nicht auf den Kopf und diejenigen, die überzogene Vorhersagen anstellen, sind so unzuverlässig wie diejenigen, die vorhersagten, Begin und Sharon würden Kriege anfangen.

Von Hitler bis Putin: Die Palästinenser haben die Angewohnheit die „falsche Seite“ zu unterstützen

Meinung: In den 1940-er Jahren verbrachte Palästinenserführer Mufti Haddsch Amin al-Husseini den Großteil des Zweiten Weltkriegs in Berlin und bejubelte Adolf Hitler; heute ist PA-Chef Mahmud Abbas einer von wenigen arabischen Führern, die Russland und seinen Verbündeten Iran im Ukraine-Krieg unterstützen.

Ben-Dror Yemini, YNet, 16. Oktober 2022

Wenn es um wichtige internationale Konflikte im Verlauf der Geschichte geht, hat die Palästinenserführung sich oft, wenn nicht sogar immer, entschieden „die falsche Seite“ zu unterstützen. Von Adolf Hitler über Saddam Hussein bis jetzt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin, auf dessen Seite PA-Präsident Mahmud Abbas zu stellen sich entschied.

Während des Zweiten Weltkriegs standen die Palästinenser vor der Entscheidung entweder das Achsen-Bündnis oder die alliierten Großmächte zu unterstützen. Sie entschieden sich für das deutsche Nazi-Reich. Ihr damaliger Führer Haddsch Amin al-Husseini verbrachte den Krieg in Berlin und soll Hitler beraten haben alle Juden in der arabischen Welt zu vernichten. Lokale arabische Gemeinden waren begeistert, als der Nazi-General Erwin Rommel auf Ägypten und damit Richtung Palästina marschierte.

SS-Führer Heinrich Himmler und Mufti Haddsch Amin al-Husseini begrüßen sich mit einem herzlichen Handschlag.

Al-Husseini lehnte auch den UNO-Teilungsplan für Palästina ab, was zur Nakba führte, die auch als die palästinensische Katastrophe genannt wird. In den 1960-er Jahren konspirierte der damalige PLO-Führer Ahmed Schukeiri mit Jordanien, Syrien und Ägypten um die Juden zu vertreiben, was zur arabischen Niederlage im Sechstage-Krieg führte.

Ein arabischer Geschäftsmann, den ich Dubai traf, sagte mir, dass sein Vater niemals aufhörte der palästinensischen Sache Geld zu spenden, weil er glaubte, ihr Kampf sei Teil einer gemeinsamen kulturellen Identität. Die Spenden endeten, als der damalige Palästinenserführer Yassir Arafat sich entschied die Invasion des Irak in Kuwait 1990 zu unterstützen. Soweit es die arabische Welt betraf, bissen die Palästinenser die Hand, die sie fütterte.

Als islamische Terrorgruppen Anschläge in den USA verübten, feierten die Palästinenser auf dieselbe Weise, wie es tun, wenn israelische Zivilisten hier in unserem Land getötet werden. Aber langsam hat sich etwas an der Art geändert, in der die arabische Welt die Palästinenser betrachtet – andernfalls wären 2020 die Abraham-Vereinbarungen nicht unterzeichnet worden.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Foto: Reuters)

Was uns zur jüngsten Entscheidung der Palästinenser bringt beim russischen Einmarsch in die Ukraine Russland gegen die westlichen Mächte zu unterstützen. Ein sehr bekannter palästinensischer Journalist sagte im Mai: „Die Ukraine und ihr Volk sind am Ende. Der Gewinner ist der Iran.“ Damals schien es so, dass nur er das glaubte, aber heute ist klar, dass die zerstörerische Natur der Palästinenser einmal mehr obsiegt hat.

Letzte Woche fand in Astana, der Hauptstadt Kasachstans, die von Russland unterstützte Konferenz zu Interaktion und Vertrauen bildenden Maßnahmen in Asien statt. Nur zwei arabische Führer nahmen an dem Gipfel teil: der Führer von Kuwait, das zur Muslimbruderschaft gehörende Organisationen sponsert, und Mahmud Abbas.

Es spielt keine Rolle, wie warm die Umarmung durch die Administration Biden ist oder wie viele Milliarden die Europäische Union ihm schickt, Abbas entscheidet sich dafür einen skrupellosen Diktator zu unterstützen – genauso, wie der Mufti Hitler und wie Arafat Saddam unterstützte. Es scheint so, als gebe es keine Möglichkeit den alten und gescheiterten palästinensischen Weg aufzugeben.