Wie Nazis in Ägypten halfen Juden davon zu „überzeugen“, dass sie das Land verlassen

Bataween, Point of No Return, 31. Januar 2023

Nur Tage nach dem Internationalen Holocaust-Gedenktag passt es, sich and die Tatsache zu erinnern, dass tausende Nazis sich in den 1950-er Jahren in Nassers Ägypten wechselten. Laut einem neuen Buch – Nazis on the Nile von Vivyan Kinross – bildeten frühere Wehrmachtssoldaten, Raketenwissenschaftler, Chemie-Ingenieure, Waffenhersteller und Waffenhändler, Veteranen deutscher Spezialeinheiten ägyptische Soldaten darin die Briten in der Suez-Kanalzone und die Israelis im Gazastreifen zu bekämpfen. Die Briten entdeckten deutsche Subversionstaktiken in der ägyptischen Außenpolitik, Propaganda- und Geheimdienst-Operationen und Ägypten wandte Zwangsmaßnahmen an, um seine jüdische Bevölkerung nach der Suez-Krise von 1956 zu überzeugen das Land zu verlassen. Für die Familie von Edna Anzarut Turner stand das Menetekel schon vor der Vertreibung an der Wand. Sie erzählte Point of No Return ihre Geschichte.

Otto Skorzeni 1943

„Ich war bereits in England und meine Mutter begab sich zum schweizerischen Botschafter. Sie wollte mir über deren diplomatische Post etwas Geld schicken.

Sie kannte ihn sehr gut.

Als er sie sah, rang er nach Luft: „Madame Anzarut, was machen Sie noch hier? Das Land ist voller Nazis. Otto Skorzeni ist hier. Wollen Sie als Lampenschirm enden? Gehen Sie, verlassen Sie das Land so bald wie möglich.“

Wie auch immer, sie war nicht in der Lage mir Geld zu schicken.

Sie eilte nach Hause, nahem den britischen Pass meines Vaters und ihren eigenen, brachte sie zum ägyptischen Passamt, wo sie Ausreise- und Einreise-Visa beifügten.

Sie kaufte Flugtickets, packte für jeden einen Koffer, eine Decke. Sie füllte alle Vasen unseres Hauses mit Blumen und brachte die Autos zu verschiedenen abgelegenen Garagen und warf die Schlüssel in den Nil.

Am nächsten Tag warteten sie auf das Taxi.

Es wurde an die Tür gehämmert. Geschrei: „EFTAH, EFTAH!“ (Macht die Tür auf.)

Es war nicht das Taxi, es waren zwei herrische Polizisten mit dem Räumungsbefehl.

Meine Eltern sahen sie einfach an und die Situation war derart unpassend, dass sie beide in unkontrolliertes Gelächter ausbrachen.

Offenbar blickten die Polizisten völlig verdutzt aus der Wäsche. Niemand hatte ihnen jemals so ins Gesicht gelacht.

Meine Eltern sagten ihnen, sie seien zu spät dran. Sie würden das Land verlassen, ohne dass man sie vertreiben müsse.

Sie zeigten ihnen die zwei Koffer und dann brüllte mein Vater sie an: „IMSCHIE, IMSCHIE, BARRA, BARRA … je SCRAM…“, in dem Moment, als der Taxifahrer ankam.

Meine Eltern warfen noch einmal einen letzten Blick auf ihr schönes, elegantes Haus und die mit Blumen gefüllten Vasen … und das war’s dann.

Mein Vater starb sechs Jahre später infolge von stressbedingtem Speiseröhrenkrebs.

Ednas Vater war 52, ihre Mutter 47. Sie hat nie wieder geheiratet.

Was hat die „Nakba“ mit den vielen Malen gemeinsam, bei denen Juden vertrieben oder aus ihren Häusern gezwungen wurden? Das ist offensichtlich!

Elder of Ziyon, 17. Mai 2022

Judenvertreibungen (1100 bis 1600) – Vertreibungsbereich, Wiederansiedlungsbereich

Mit all dem Gerede vom „Nakba-Tag“ diese Woche wollte ich sehen, wie viele Male Juden in der Geschichte zu Flüchtlingen wurden.

Eine Wikipedia-Seite führt nicht weniger 70 verschiedene Gelegenheiten an, zu denen Juden Flüchtlinge wurden. Und sie listet wirklich nicht alle auf – sie fasst z.B. alle Juden aus arabischen Ländern, die von 1948 bis 1972 gezwungen wurden diese zu verlassen, zu einer einzigen Vertreibung zusammen.

Es gibt viele, die nicht sonderlich bekannt sind, so das Mawza-Exil von 1679, als fast alle Juden im Jemen in eine Wüstenstadt verbannt wurden (ein Jahr lang, bis ihre arabischen Nachbarn, die auf sie angewiesen waren, den König anbettelten ihnen die Rückkehr zu erlauben).

Was haben also diese vielen Vertreibungen von Juden mit der sogenannten „Nakba“ gemeinsam?

Für alle verantwortlich gemacht werden – Juden.

Ein wiederkehrendes Motiv in westlicher wie arabischer antisemitischer Rhetorik lautet, das Verhalten von Juden dafür verantwortlich ist, dass sie aus so vielen Ländern geworfen wurden. Selbst Mahmud Abbas sagte das in einer öffentlichen Rede.

Juden haben die einzigartige Unterscheidung nicht nur für jeden der Missstände der Welt und die Verfolgung anderer verantwortlich zu sein, sondern sie sind auch für ihre eigene Verfolgung verantwortlich!

Yom HaGirusch: Das Innere der Geschichte des „Tags der Vertreibung“

Die weithin vergessene ethnische Säuberung, für die es in der Geschichte der Menschenrechtsverletzungen fast keine Parallele gibt.

Edwin Black, FrontPage Mag, 3. Dezember 2021

Sprechen wir über eine weithin vergessene ethnische Säuberung, die in der Geschichte der menschlichen Missstände kaum eine Parallele hat. Erinnern Sie sich an die koordinierte internationale Vertreibung von rund 850.000 Juden aus arabischen und muslimischen Ländern, wo sie volle 27 Jahrhunderte lang friedlich gelebt hatten? Wie manche wissen, legte die israelische Regierung 2014 den 30. November als Gedenktag dieser Massen-Gräueltat fest. Er hat keine wirkliche Identität oder einen Namen wie „Kristallnacht“. Aber ab heute werden wir ihn als Yom HaGirusch kennen – den „Tag der Vertreibung“.

Es ist ein Jahre dauernder Weg gewesen, um diese Identität zu identifizieren und festigen. Es begann in dem Augenblick, in dem Hitler 1933 an die Macht kam. Die internationale panarabische Gemeinschaft, von Palästina aus koordiniert und vier Kontinente umspannend, bildete eine lebhafte politische und später militärische Allianz mit den Nazis. Diese Partnerschaft funktionierte in der dünnen Luft der Regierungsflure, auf den von Krawallen zwiegespaltenen Straßen vieler Städte auf beiden Seiten des Ozeans und schließlich den schießpulergeschwängerten Gräbern und Fronten des von Krieg erstickten Europas. Der Vorarbeiter dieser Allianz war Haddsch Amin al-Husseini, der Großmufti von Jerusalem, aber er führte eine begierige Koalition arabischer Führer, die im Hohen Arabischen Rat organisiert waren, zusammen mit populären Anhängern von der arabischen Straße. Sie hatten sich mit der Ideologie und den Zielen der Nazis eins gemacht, wozu die Vernichtung der Juden und der Sieg über britischen Einfluss gehörten.

Nachdem der Mufti im Oktober 1937 der Strafverfolgung im jüdischen Palästina entkam, siedelte er nach Bagdad über. Der Irak wurde zum neuen Gravitationszentrum der Kollaboration der Araber mit den Nazis. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 hatten die irakischen Araber unter der Anleitung des Muftis alle möglichen Arten Nazi-Ideologie und Bündnisse in den Irak importiert. Am 1. Und 2. Juni 1941, als Deutschland kurz davor war Russland anzugreifen und arabisches Öl brauchte, begannen Nazi-Araber ein blutiges zweitätiges Pogrom gegen ihre jüdische Gemeinschaft, die dort seit 2.700 Jahren wohnte – eintausend Jahre vor Mohammed. Die Zusammensetzung arabisch-nazi trifft nicht nur zu, weil diese Araber in Wort und Tat Faschisten waren, sondern weil sie sich tatsächlich mit Deutschlands Nazi-Partei identifizierten. Einige der Randalierer trugen Hakenkreuze; viele waren sogar ei den Nürnberger Fackelmärschen mitmarschiert. Die Syrische Nationalsozialistische Partei legte sich eine Flagge zu, die der Nazideutschlands nachempfunden war.

In diesen Albtraum-Krawallen vom 1./2. Juni wurden Juden auf der Straße gejagt. Fand man sie, wurden jüdische Mädchen vor ihren Eltern vergewaltigt, Väter wurden vor ihren Kindern geköpft, Mütter wurden öffentlich wie Tiere behandelt, Babys wurden durchgeschnitten und in den Tigris geworfen. Die Mobs in Bagdad brannten Dutzende jüdischer Geschäfte nieder, drangen in jüdische Häuser ein und plünderten sie.

Wir werden nie erfahren, wie viel Hunderte ermordet und verstümmelt wurden, weil bei den folgenden Ermittlungen viele Angst hatten auszusagen. Aber dieses blutige Ereignis wurde als „Farhud“ bekannt, was gewalttätige Enteignung bedeutet. Der Farhud beschreibt den Anfang des Endes des irakischen Judentums – mehr als 140.000 Seelen.

Kurz bevor der Staat Israel 1948 seine Unabhängigkeit erklärte, versprach die Arabische Liga der Welt, sie werde eine Massenvertreibung all ihrer Juden durchführen. Die Arabische Liga koordinierte tatsächlich Formen und Vorgehensweisen in mehr als einem Dutzend Länder. Im Irak zum Beispiel wurde das Gesetz 51 zu Kriminalität modifiziert, um „zionstisch“ einzubeziehen – das als jeder Jude definiert werden konnte, der mit hebärischer Schrift auf einem Gebetsbuch gefunden wurde. Das Gesetz 1 zur Ausbürgerung wurde geändert, um Juden ihre lange schon gehaltene Staatsbürgerschaft abzuerkennen und dann erlaubte Gesetz 5 die Beschlagnahe jüdischen Vermögens.

Ähnliche Entrechtung wurde überall in der arabischen und muslimischen Welt wiederholt. Rund 2.000 Nazis führten und unterstützten diese Prozesse – ehemalige KZ-Wachen, Gestapo, SS-Offiziere und Wehrmacht-Kommandeure, die den Nürnberger Prozessen entkommen waren, um Hitlers Krieg gegen die Juden fortzusetzen – jetzt aber im Nahen Osten.

Gleichzeitig versprach die Arabische Liga in den neuen Staat Israel einzumarschieren. „Das wird ein Vernichtungskrieg und ein bedeutendes Massaker werden, von dem man wie von den mongolischen Massakern sprechen wird“, versprach Azzam Pascha, der Generalsekretär der Arabischen Liga.

Vier Monate lang bettelte der World Jewish Congress die Vereinten Nationen an, die damals in Lake Success (New York) zusammentraten, man möge die ethnische Säuberung aufhalten. War das ein Geheimnis? Kaum. Die New York Times war damals die führende Zeitung in den USA. Ihre fett gedruckte Überschrift mit Weckrufcharakter erklärte: „Juden in allen muslimischen Ländern in gravierender Gefahr“. Der Artikel führte markant die vertreibenden Länder auf und wie viele tausend Juden ethnische gesäubert werden würden. Französisch-Marokko: 190.000; Irak: 130.000; Algerien: 120.000, und so weiter, bis die Gesamtzahl die dunkle Summe von 900.000 erreichte.

In vielen Ländern wurde den Juden deutlich gemacht, dass sie, sollten sie Widerstand leisten, weiteren Farhuds unterzogen und dann in naziartige Konzentrationslager deportiert werden würden. Immerhin unternahmen arabische Regime während des Zweiten Weltkriegs, angeführt vom Mufti, Anstrengungen Juden nach Auschwitz zu schicken. Der Mufti war durch mehrere Lager geführt worden, darunter den Hauptsitz des SS-Lagersystems. Während des Krieges bauten lokale Vertreter überall in der arabisch beeinflussten Welt Konzentrationslager als Zentren für Sklavenarbeit und Folter auf. Von den Dutzenden Lagern in arabischen Ländern sind Namen wie Im Fout in Marokko, Djelfa in Algerien und Giado in Libyen als verblasste Fußnoten verloren gegangen.

Ende der 1940-er Jahre wurden den Farhud heraufbeschwörende Lieder populär und zahlreiche Mini-Farhud-Pogrome waren bereits durch die jüdischen Gemeinden gelaufen. So wurden die Juden eine Gemeinde nach der anderen an entlegene Orte gekarrt, wo heimliche Lufttransporte – oft von der Firma organisiert, die zu Alaska Airlines wurde – die Juden dann, gepackt wie die Sardinen, nach Israel ausflogen.

Die Araber glaubten, sie würden dem neuen Staat Israel eine demografische Bombe verschaffen. Aber Israels Flüchtlingslager waren recht temporär und die meisten der Hundertausende wurden komplett in den jüdischen Staat absorbiert. Diese Verbrechen gegen die Menschheit ließ Israels Bevölkerung fast um die Hälfte anschwellen, was die weitgehend europäische Bevölkerung des frisch unabhängigen Israel in eine verwandelte, die zur Hälfte sephardisch/mizrahisch war – die im Wesentlichen aus arabischen Staaten stammte. Diese von den arabischen Staaten betriebene Vertreibung straft die Verleumdung Lügen, dass Israelis ein Haufen gut situierter Juden aus London, Los Angeles und Lwiw sei. Und sie sie konzentriert und fokussiert die Frage der arabischen Flüchtlinge von 1948 neu.

1948 marschierte der neu gebildete und erschaffene Staat Jordanien in die Westbank ein und schuf sie erst. In drei offiziellen Konferenzen in Ramallah, Jericho und Hebron stimmten die Araber dafür keine eigene nationale Identität zu schaffen, sonder lieber Untertanen Jordaniens zu werden.

Als Israel 1964 bewiesen hatte, dass es nicht ins Meer getrieben werden konnte, half der sowjetische KGB die Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation zu arrangieren. Die Araber nahmen dann den Zionisten den Namen „Palästinenser“ weg – womit sie im Grunde Identitätsdiebstahl begingen. Niemand kann mir vor 1964 irgendeine Identifizierung von Arabern als Palästinenser zeigen. In The Edwin Black Show habe ich öffentlich um wenigstens ein einziges Beispiel gebeten. Dennoch ist für die Sache der „Palästinenser“ … auf Grundlage gefälschter Geschichte, gefälschter Fakten, jüdischer Ignoranz und den vergessenen Realitäten von 850.000 vertriebenen Juden eingetreten worden. Es hat in der Geschichte viele Vertreibungen und Zwangsmigration gegeben. Die Spanische Inquisition deckt im Großen und Ganzen einen einzelnen Bereich der Vertreibung ab. Der Tränenweg bezeichnet eine Kategorie der Zwangsmigration, nämlich die der amerikanischen Ureinwohner. Aber nie seit dem Römischen Reich hat die Welt erlebt, dass 15 Länder offen die Aberkennung und Vertreibung seiner Bürger einzig aufgrund ihrer Religion koordinieren.

Obwohl dieser gewichtige Akt immer eine Flamme war, die in den Familien der Enteigneten brannte, wurde er von der Welt vergessen. Der „Scha-Scha“-Virus kann ein gesamtes Volk infizieren, was beweist, dass es sowohl ein kollektives Gedächtnis als auch kollektives Vergessen gibt.

Ich selbst stolperte bei der Recherche für mein Buch Banking on Baghdad 2003 über den Farhud. Das weckte die Fackel der Erkenntnis neu. Das „Projekt Farhud-Anerkennung“, aktiviert von Sephardim in den USA, forderte lediglich, dass an den Massenmord erinnert wird. Ich tauchte tiefer in das Thema ein, was 2010 mein Buch The Farhud—Roots of the Arab-Nazi Alliance in the Holocaust zur Folge hatte; dieses verfolgte die arabisch-nationalsozialistische Allianz, die entsetzlichen Pogrome und die Nachkriegs-Vertreibung nach. Im Juni 2015 waren ich und eine Gruppe engagierter kommunaler Leiter in der Lage das zu tun, was viele von der Erinnerung versengte Familien als unmöglich bezeichnet hatten: In einer historischen Veranstaltung bei der UNO den Internationalen Farhud-Tag auszurufen, was von der UNO selbst weltweit gestreamt wurde.

Aber ich wollte immer mehr tun und der Massenvertreibung Identität und Hommage verleihen. Im November 2021 rief ich am 30. November mit Unterstützung meiner Kollegen in vielen Ländern in einer Sonderausgabe der Edwin Black Show den 30. November für immer als Gedenktag namens Yom HaGirusch aus.

Dieser Name, Yom HaGirusch, kennzeichnet den Punkt, an dem jüdische Gemeinden in vielen Ländern wieder einmal enteignet wurden, aber in der freien Nation Israel wieder Besitz erlangten. Der jüdische Staat ist jetzt im Besitz dieser Menschen und ihrer Nachkommen – und die wiederum besitzen jetzt den Staat. Besitz macht 90% des Überlebens aus. Israel ist zur Endstation der Juden geworden.

Von Marokko bis Indien  und vom Jemen bis Afghanistan wurden das Leben und Jahrhunderte Erbe verbrannt. Das geschah am hellichten Tag und mit kaum einem Murmeln der Welt. Es geschah nicht einmal fünf Jahre, nachdem die Welt erfuhr, dass sechs Millionen Juden vernichtet und weitere Millionen zu Flüchtlingen gemacht wurden. Schreiben Sie sich das auf. Yom HaGirusch. YomHaGirusch.com befindet sich jetzt noch in embryonaler Form, wird aber bald eine lebendige, weltweite Ressource und eine Warnung an die Welt sein, dass wir, wenn wir „Nie wieder“ sagen, das auch meinen.

Erinnerung an den „Zweiten Exodus“ am 30. November

Lyn Julius, Jewish News (blogs), 18. November 2021

Ägyptisch-jüdische Flüchtlinge besteigen ein Schiff.

Am 29. Oktober 1956 schwamm Lilian Abda im Suezkanal; dann kamen ägyptische Soldaten und verhafteten sie. Abda wurde angeklagt versucht zu haben dem Feind Informationen zukommen zu lassen. „Ich wurde in meinem Badeanzug zur Polizeiwache gebracht“, erinnert sie sich. „Am nächsten Tag vertrieben sie mich und meine gesamte Familie aus dem Land.“

Diesen Herbst vor 65 Jahren war Lilian Abda eine von 25.000 Juden, die von Präsident Nasser nach der Suez-Krise aus dem Land geworfen wurde. Nasser rächte sich an den 60.000 Juden – ein Viertel war bereits nach 1948 geflohen – weil Israel mit Großbritannien und Frankreich konspiriert hatte in die Halbinsel Sinai einzumarschieren um terroristische Überfälle auf sein Territorium zu stoppen.

Unter Anführung von Notstandsgesetzen begann Nasser britische und französische Staatsbürger, einschließlich Juden, zu auszuweisen. Sie wurden in zwei Wellen vertrieben: Den ersten wurden 24 Stunden gegeben, um das Land zu verlassen. Den zweiten wurde befohlen das Land mit ihren Familien innerhalb von sieben Tagen zu verlassen.Die Brhöden stigmatisierten dann alle Juden als Zionisten, verhafteten sie wahllos und internierten sie.

Edna Anzarut-Turner, die einen britischen Reisepass besaß, hat immer noch Albträume wegen ihrer Vertreibung. Jedem Mitglied ihrer Familie wurde erlaubt eine Decke, einen Koffer und ein Pfund mitzunehmen. Ihre Cousine Myra und deren Verlobter Benny wurden interniert und in Handschellen aus dem Gefangenenlager für „kriminelle Zionisten“ in Moascar bie Aboukir geholt, um in der Nebi Daniel-Synagoge in Alexandria zu heiraten. Der Rabbiner lehnte es ab die Hochzeitszeremonie durchzuführen, wenn die Handschellen nicht abgenommen würden. Es folgte ein gewaltiger Streit  mit den arabischen Wachen. Die Handschellen wurden während der Trauzeremonie abgenommen; und Myra und Benny wurden zu einem Schiff gebracht, das Ägypten verließ.

Britische und französisch Staatsbürger waren nicht die einzigen, die verjagt wurden. Clement Soffer erinnert sich: „Ich wurde im Alter von 15 Jahren mit 24 Stunden Vorwarnung ausgewiesen, gezwungen meine ägyptische Staatsbürgerschaft aufzugeben. Sie gaben mir ein Dokument mit dem  Stempel „Gefährder der öffentlichen Sicherheit“ und sagten mir, dass ich niemals zurückkommen dürfe. Mir wurde nicht erlaubt meine Familie zu sehen.“

An einem Tag im Dezember 1956 störte ein Klopfen an ihrer Haustür in Heliopolis (in Kairo) den Haushalt der Simsolos. „Zwei Offiziere des Militärs und zwei Polizisten forderten meinen Vater auf ihnen zu folgen“, sagt Gilbert Simsolo. „Drei Wochen lang hörten wir nichts von meinem Vater und wussten nicht einmal, wo er festgehalten wurde. Meine Mutter fand ihn schließlich in einem Militärlager bei Kairo. Uns wurde gesagt, dass er nur freigelassen würde, wenn wir ins Ausland gingen. Ein paar Wochen später waren wir mit meinem Vater auf einem Schiff nach Italien, ohne dass wir nach Ägypten zurückkehren durften.“

Geschichten vom, wie er bekannt wurde, „Zweiten Exodus“ werden am 30. November wieder erzählt, dem Tag, der in Israel zum Tag bestimmt wurde, an dem der Flucht von fast einer Million Juden aus arabischen Ländern und dem Iran im Zeitraum von 30 Jahren gedacht wird. Meine Organisation Harif, JW3 und Sephardi Voices UK werden sich auf die Zeit der Vertreibung nach der Suez-Krise konzentrieren. Aber wir werden auch die Tatsache feiern, dass die meisten Flüchtlinge Zuflucht in Israel fanden; der Rest wurde im Westen willkommen geheißen. So traumatisch er auch war, fast kein Jude bedauert den Abgang aus Staaten, in denen Toleranz gegenüber anderen nicht selbstverständlich war.

Es ist wichtiger als je zuvor die Erfahrungen jüdischer Flüchtlinge aus arabischen Ländern aufzuzeichnen, weil die Geschichte umgeschrieben wird, um die Juden für ihren eigenen Abgang verantwortlich zu machen oder ihr Leid herunterzuspielen. Ein typisches Beispiel ist der Amateurhistoriker Dr. Mohamed Aboulghar, dessen revisionistische Geschichte der Juden Ägyptens sich offensichtlich wie warme Semmeln verkauft.

Es reicht nicht um Gerechtigkeit zu kämpfen; wir müssen auch für die Wahrheit kämpfen.

Um am Gedenkabend am 30. November teilzunehmen oder online zuzusehen, siehe die  Internetseite von JW3 oder besuchen Sie www.harif.org/.

Der Stille Exodus

Pierre Rehov ist ein israelischer Dokumentarfilmer, der sich mit verschiedenen Themen des Konflikts zwischen den Arabern und Israel beschäftigt. Hier sind die jüdischen Flüchltinge aus arabischen Ländern das Thema:

Sie waren mehr als eine Million Juden. Von 1946 bis 1974 ist diese Million die Zahl der vergessenen Flüchtlinge, vertrieben aus der arabischen Welt und die die Geschichte gerne vergessen würde, während die Oper selbst ihr Schicksal unter einem Schleier der Scham versteckt ahben. Die Juden haben Jahrtausende in arabischen Ländern gelebt und schienen ihr Schicksal für immer angenommen zu haben; manche betrachteten ihr Überleben sogar als Wunder.
Aber 1948 wrude der Anfang ihes Exodus auch die Geburt des Staates Israel.
Und während die arabischen Armeen ihre Invasion des jungen Flüchtlingslandes vorbereiteten, während die Überlebenden der Schoah sich in Gefahren bringenden Schiffen stapelten, um die letzten Rückkehr in das Land ihrer Träume und ihrer Gebete zu vollführen, machten sich ein paar hunderttausend Araber aus Palästina bereit aus ihren Heimen zu fliehen, überzeugt, dass sie als Sieger und Eroberer zurückkehren würden.
Sie sollten bald schon Flüchtlingslager füllen, die auf dem Land ihrer Brüder gebaut wurden und – wegen ihrer Weigerung sich zu integrieren – ihren Flüchtlingsstatus an die nächste Generationen weitergeben.
Die Juden erhielten keinerlei Sonderstatus. Sie waren gerade in das Land ihrer Väter zurückgekehrt.
Und wenn sie aus Aden im Jemen, aus Ägypten, dem Irak, Syrien, Marokko, Tunesien oder Libyen kamen, wenn sie alles und manchmal sogar Verwandte, Erinnerungen und Friedhöfe verloren hatten, so waren sie bereit in Israel und im Westen ihr Leben wieder neu aufzubauen. Ohne jemals Schadenersatz zu fordern und ohne Rückkehrrecht oder gar den Wunsch, dass ihre Geschichte erzählt wird…

Ethnische Säuberung auf palästinensische Art

Joseph Farah, The Jewish Press, 7. Januar 2004

Man sah die Bilder Weihnachten im Fernsehen – israelische Soldaten, die durch Jerusalem patrouillierten. Man hörte, wie die Juden für die Unruhe in der Stadt Davids, dem Geburtsort von Jesus, verantwortlich gemacht wurden.

Diese Kolumne beschäftigt sich mit dem, was man in diesen, zu einer Art alljährlichem journalistischen Ritual gewordenen Berichten nicht sah oder hörte.

Die christliche Bevölkerung der Palästinensischen Autonomie, die einmal 20 Prozent der Region stellte, ist auf unter zweieinhalb Prozent gefallen.

Es leben weniger als 50.000 christliche Araber innerhalb der PA. 1948 war Bethlehem zu 80 Prozent christlich. Heute ist es zu 80 Prozent muslimisch. Wo gehen sie hin?

Sind Sie auf einen Schock gefasst?

Viele von ihnen ziehen das Leben in Israel dem unter der Herrschaft Arafats und seiner Freunde in der Hamas und dem Islamischen Jihad vor. Tatsächlich wäre das Leben so ziemlich überall besser und wer die Möglichkeit dazu hat, der geht weg.

Diese massive Ausstellung ethnischer Säuberungen und Bevölkerungsbewegung ist von der Palästinensischen Autonomiebehörde total verschleiert und von den internationalen Medien vertuscht worden. Schlimmer noch: sie wurde Israel angelastet. Aber Christen, die aus dem Heiligen Land fliehen, wissen, warum sie fort gehen. Man muss sie nur fragen. Es begann vor langer Zeit. Ich weiß es, denn meine Großeltern flohen in die Sicherheit, den Schutz und die Freiheit Amerikas.

Christen im Nahen Osten wissen sehr gut, wer ihr Feind ist. Sie wissen, warum sie unterdrückt werden. Sie wissen, wer sie angreift. Sie wissen, wer sie besetzt. Und es ist nicht Israel.

Hier sind die Fakten. Rund 2 Millionen Christen sind in den letzten 20 Jahren aus dem Nahen Osten geflohen. Manche Schätzungen liegen deutlich höher. Seit Arafat die Verwaltung der Palästinenser-Gebiete von Israel übernahm, ist die christliche Bevölkerung von 15 auf 2 Prozent gefallen. Sie werden fort getrieben. Sie werden ermordet. Sie werden vergewaltigt. Sie werden systematisch verfolgt. Sie werden belästigt. Sie werden eingeschüchtert.

So ist jetzt das Leben für Christen in Bethlehem und andere ehemals christliche Städte in der West Bank. Stellen Sie sich nur einmal vor, wie es sein wird, wenn Palästina ein richtiger Staat wird. Wenn diese Leute vor der israelischen Besatzung fliehen würden, warum gingen sie dann weg, nachdem die Israelis weg gingen? Das macht keinen Sinn. Israel hat den Exodus der Christen aus dem Nahen Osten nur auf eine Weise unterstützt: dadurch, dass es sich aus den Gebieten von Judäa, Samaria, Gaza, dem Südlibanon und anderen zurückzog. Als Israel diese Gebiete verwaltete, lebten christliche Araber in Schutz und Sicherheit.

Die Wahrheit ist, dass die christliche Bevölkerung Israels sich seit 1948 mehr als vervierfacht hat. Warum? Weil Israel Religionsfreiheit garantiert – währen die Palästinensische Autonomiebehörde eine offizielle Religion bietet, den Islam.

Was in der PA passiert ist: die schützende Hand Israels ist weggenommen worden und Arafat und der PA ist mehr und mehr Autonomie gegeben worden, ihr eigenes Land zu beherrschen.

Frage: Was ist schlimmer, als wegen seines Glaubens drangsaliert, belästigt, eingeschüchtert und verfolgt zu werden?

Antwort: Wegen seines Glaubens drangsaliert, belästigt, eingeschüchtert und verfolgt zu werden – und zusehen zu müssen, wie diejenigen, die diese Verbrechen begehen, andere dafür verantwortlich machen.

Es ist Zeit, dass die ganze Welt den Mini-Holocaust erkennt, der an den Christen des Nahen Ostens verübt wird. Es ist Zeit, die dieser Gräuel Schuldigen zu bestrafen – besonders die, die die Verantwortung für die Palästinensische Autonomiebehörde haben. Sie dürfen nicht mit einem eigenen Staat belohnt werden.