Der neueste völkermörderische Angriff der Türkei auf Christen und andere Minderheiten

Raymond Ibrahim, 5. Januar 2023 (The Stream)

Viele im Westen haben von den schweren Gräueltaten gehört, die die Jihadisten desIslamischen Staats im Irak und Syrien (ISIS) an den religiösen Minderheiten im Fruchtbaren Halbmond beging, besonders an Christen und Jesiden. Mehrere westliche Regierungen stuften diese Gräueltaten – zu denen Massaker, Kreuzigungen, Folter und Sexsklaverei gehörten – später als Völkermord ein.

Heute sind sich jedoch nur wenige bewusst, dass dieselben völkermörderischen Gräuel gegen genau dieselben religiösen Minderheiten weitergehen, die am meisten unter ISIS in Nordsyrien litten – diesmal durch niemand anderen als eine weitere muslimische Kraft mit Kalifen-Anspruch: die Türkei unter der Führung von Recep Tayyip Erdoğan.

Vom 20. bis 25. November 2022 führte die Türkei 2.500 Angriffe – Luftwaffe, Mörser, Drohnen, Artillerie usw. – mehrere Meilen tief hinter Syriens nördliche Grenze durch. Das von der Autonomen Verwaltung von Nord- und Ostsyrien (AANES) beherrschte Gebiet ist zufällig auch das, in der die meisten der früher verfolgten religiösen Minderheiten der Christen, Jesiden und Kurden leben.

Während der Operation Krallenschwert genannten Operation tötete die Türkei 48 Menschen, verletzte Dutzende und zerstörte oder beschädigte 2.300 zivile Häuser und Gebäude, darunter ein Kinderkrankenhaus, ein Gesundheitszentrum, ein Kraftwerk, unentbehrliche Öl- und Gasverarbeitungsbetriebe, entscheidende Getreidetürme und eine Großbäckerei.

Save the Persecuted Christians hielt fest: „Die Türkei scheint sich darauf zu konzentrieren der Zivilbevölkerung Lebensmittel, Wärme und Wasser entziehen zu wollen, während der Winter einsetzt. Sie warf sogar Bomben auf Zeltlager, in denen Überlebende früherer Invasionen untergebracht sind“, außerdem half sie ISIS-Terroristen aus dem Gefängnis zu entkommen.

Tödliche türkische Angriffe sind weitergegangen, die Genocide Watch veranlasste am 7. Dezember 2022 einen Genocide Emergency Alert (Völkermord-Notfallwarnung) auszugeben:

Diese militärischen Angriffe des Regimes von Recep Tayyip Erdoğan sind Teil einer breiteren türkischen Politik der Vernichtung der kurdischen und assyrischen [christlichen] Völker im nördlichen Syrien und dem Irak. Die Türkei hat Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit begangen, darunter Bombenangriffe, Artilleriebeschuss, Folter und außergerichtliche Tötungen. Die Angriffe sind Teil der türkischen Völkermord-Politik gegenüber den Kurden, Christen und Jesiden.

Anders als die von ISIS in derselben Region begangenen Gräuel erhielten diese jetzt von der Türkei begangenen allerdings null Aufmerksamkeit der westlichen „Mainstream-Medien“ – nicht zuletzt, weil die Türkei NATO-Mitglied ist und daher anscheinend vor Kritik abgeschirmt wird.

Zum Glück schweigen andere nicht. In einem aktuellen Webinar mit dem Titel „Ist das Völkermord? Die Türkei beschießt Syriens Christen, Jesiden und Kurden“ diskutierte ein Expertenforum von Save the Persecuted Christians und lieferte Beweise für das, was sie alle als das „völkermörderische“ Handeln der Türkei gegen Christen, Jesiden und Kurden und andere ethnisch-religiösen Minderheiten in Nordsyrien bezeichneten und boten Beweise, außerdem wie die USA und die internationale Gemeinschaft darauf reagieren sollte.

Der Moderator des Webinars, Frank Gaffney, Leiter des Center for Security Policy, begann damit, dass er diese Entwicklungen Erdoğan zuschrieb, „der sich für den neuen Kalifen hält“ und „der sich der Wiedererrichtung des osmanischen Kalifats sowie der Durchsetzung der Scharia, der obersten Doktrin des Islam“ verschrieben hat, die „für Christen besonders unterdrückerisch“ ist.

Die meisten, wenn nicht sogar alle Podiumsteilnehmer stimmten verschiedenen Punkten zu und betonten sie, darunter:

Die erklärte Absicht der Türkei für ihre Aggression in Nordsyrien – heißt eine „Sicherheitszone“ entlang seiner Südgrenze zu Syrien zu schaffen – ist ein Vorwand und eine Ausrede für ihre wahre Motivation: „die religiösen und ethnischen Minderheiten zu beseitigen“, sagte Charmaine Hedding, Präsidentin des Shai Fund. Zu Erdoğans Bodentruppen, fügte sie hinzu, gehören ehemalige Jihadisten von ISIS, Al-Qaida und Tahrir al-Schams, die „massive Menschenrechtsverletzungen begehen und eine Agenda zur Schaffung eines Kalifats haben; sie werden religiöse Minderheiten in dieser Gegend ausrotten“.

Was die Türkei in Nordsyrien tut, ist laut der Rechtsdefinition der internationalen Gemeinschaft für diesen Begriff nicht nur ein Völkermord, sondern die Fortsetzung einer alten Politik. Der Diskussionsteilnehmer Gregory Stanton (Präsident von Genocide Watch) machte geradeheraus geltend: „Die  Türkei ist eine völkermörderische Gesellschaft… Die Türkei hat in der Geschichte so viele Völkermorde betrieben“, anscheinend mit einer Feindseligkeit besonders gegenüber einer Gruppe: „Sie [die Türkei] ist seit vielen Jahrhunderten christenfeindlich gewesen und hat versucht so viele Christen wie möglich abzuschlachten.“

Hedding stimmte zu: „Dieser Völkermord ist ein Muster, das wir sehen und es ist gewiss nichts Neues… Was wir erleben werden, ist das Ende der Christenheit und einiger Jesiden in dieser Gegend, wenn wir der Türkei erlauben damit davonzukommen. Es wird eine humanitäre Krise geben.“ Hedding fügte an: „Für die, die sagen ‚mit uns nicht!‘ oder ‚Nie wieder!‘- hier ist es, es passiert erneut.“

Vergangenheit und Gegenwart: Türkische Vertreibungen und Todesmärsche von Christen und anderen Minderheiten.

Die derzeitigen Opfer der Türkei – besonders Christen und Jesiden – sind tragischerweise die Nachkomment der früheren Opfer der Türkei, die sie auf den Todesmärschen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ebenfalls „völkermordete“. Lauren Homer, Präsidentin des Law and Liberty Trust erklärte, dass Nordsyrien genau der Bereich ist, wo die Osmanen vor mehr als einem Jahrhundert zahllose Christen abschlachteten. Die, gegen die sie sich jetzt richtet, sind ihre Nachkommen. Genauso verfolgt die Türkei das Ziel „zu beenden, was sie angefangen hat“, sagte Hedding und „Hunderttausende Menschen zu vertreiben, um die Demografie in Nordsyrien neu zu gestalten und zweitausend Jahre Geschichte auszulöschen.“

Was die Türkei Christen und anderen Minderheiten in Nordsyrien antut, ist Teil eines viel größeren Plan alle Nachkommen der ehemaligen christlichen Untertanen des osmanischen Reichs zu säubern, einschließlich derer Armeniens und Griechenlands, die beide unter den Türken Völkermorde erlebten und die jetzt erneut von der Türkei „als Teil ihrer Völkermord-Politik“ ins Ziel genommen werden, um Stanton zu zitieren. „Sobald erklärt wurde, dass ISIS besiegt war“, betonte Homer, „begann die Türkei genau die Leute anzugreifen, die ISIS bekämpften und besiegten“, heißt: die Kurden und andere religiöse Minderheiten, die die AANES bildeten.

Das jüngste militärische Handeln der Türkei in Afrin wurde auch als sinnbildlich für die Völkermord-Kampagne dieses Staates hervorgehoben. Dort flohen hunderttausende Christen und Jesiden, selbst als die Türken „sie [Christen und Jesiden] wie von Tür zu Tür gehend die Tiere hetzten“, sagte Hedding.

Es gab eine „jihadistische Fatwa gegen diese Völker“, sagte  Homer, der damit bestätigte: „Die Türkei hat dieselben Ziele wie ISIS, die darin bestehen aus all diesen Bereichen radikalisiert islamistische Staaten zu machen.“ Am Ende zerstörten sie 18 von 19 jesidische Tempel; Afrins jesidische Bevölkerung ist inzwischen seit 2014 um 90 Prozent geschrumpft. Was Christen angeht, so sind sie alle, rund tausend Familien, vor diesem jüngsten jihadistischen Vorstoß geflohen.

Kino Gabriel, ein (assyrischer) Christ und Leiter des Syrischen Militärrats, bot ein einzigartige Perspektive „von vor Ort“. Er betonte, dass der Krieg gegen die Christen in Syrien im Lauf der Jahre viele Formen angenommen hat und in der modernen Zeit bis zur Umsetzung der Arabisierung durch die Al-Assad-Dynastie zurückreicht, in der die Christen von 25 Prozent der syrischen Bevölkerung 1950 auf 12 Prozent 2010 zurückging, eine Zahl, die nach ISIS und jetzt mit der Türkei nur noch weiter abnahm, die, daran erinnerte er die Zuschauer, „ein großer Anhänger der Muslimbruderschaft und sogar dieser radikalsten Lager ist“.

Die Podiumsteilnehmer stimmten alle überein, dass die beste Möglichkeit voranzukommen darin besteht, dass die USA, die „alle alle Karten in der Hand  haben“, die Türkei als NATO-Partner zur Unterlassung aufruft. Während die Türkei ihre NATO-Mitgliedschaft ausnutzen kann und das auch tut, um mit Mord davonzukommen, erklärte Stanton, dass die USA deren Mitgliedschaft leicht aussetzen könnten, was wahrscheinlich ausreichen würde, damit die Türkei beschließt, dass ihr neuer Völkermord das nicht wert ist.

Nadine Maenza, die Präsidentin des International Religious Freedom Secretariat, betonte ihrerseits wiederholt, dass US-Unterstützung für AANES unerlässlich ist, da sie das einzige geeignete und demokratische Bollwerk zum Schutz der religiösen Minderheiten unter ihrer Zuständigkeit sind.

Zum Völkermord an den Gaza-Palästinensern

twitter, 8. Januar 2023

Bevölkerung des Gazastreifens:

1970 – 340.000
1980 – 460.000
1990 – 650.000
2000 – 1, 3 Millionen
2021 – 2,08 Millionen

Es gibt keinen Völkermord.
Das ist eine Lüge, um zu Hass aufzustacheln.
Prangert es an, wenn ihr ihm begegnet.

Völkermord

gefunden auf LinkedIn:

Armenier in Anatolien 1914: 1.750.000
Armenier in Anatolien 1922: 280.000
VÖLKERMORD

Juden in Europa1941: 9.500.000
Juden in Europa1946: 3.600.000
VÖLKERMORD

Tutsis in Ruanda Anfang 1994: 1.400.000
Tutsis in Ruanda Ende 1994: 400.000
VÖLKERMORD

Bevölkerung des Gazastreifens 1970: 340.000
Bevölkerung des Gazastreifens 1980: 460.000
Bevölkerung des Gazastreifens 1990: 650.000
Bevölkerung des Gazastreifens 2000: 1.130.000
Bevölkerung des Gazastreifens 2010: 1.600.000
Bevölkerung des Gazastreifens 2014: 1.840.000
KEIN VÖLKERMORD

Klimawandel – Die neueste Rechtfertigung für Gemetzel an Christen

Raymond Ibrahim, 14. August 2022

Im Bild: Der blutverschmierte Boden der katholischen Kirche St. Franzisskus mik Bundesstaat Ondo in Nigera nach der dortigen Ermordung von 50 Christen am 5. Juni 2022 (Foto: AFP via Getty Images)

Politiker haben eine Möglichkeit gefunden zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Ignoriert das endemische Gemetzel an Christen überall in der muslimischen Welt, während gleichzeitig der Einfluss des Klimawandels mehr als übertrieben wird. Wie? Indem gesagt wird, dass der Klimawandel der wahre Motor ist, der die Verfolgung von Christen ist.

Am Pfingstsonntag, 5. Juni 2022 massakrierten Muslime rund 50 Christen in der St. Franziskus, einer nigerianischen Kirche (s. hier für mehrere weitere Beispiele  muslimischer Massaker an Gottesdienstbesuchern in ihren nigerianischen Kirchen). Zwei Tage später gab der Präsident Irlands, Michael Higgins, eine Erklärung zu dem Vorfall ab.

Darin verbindet er das Kirchenmassaker in Nigeria mit dem „Klimawandel“: Drei der vier Absätze der Erklärung behandeln globale Erwärmung, nirgendwo gibt die Stellungnahme islamische Radikalisierung und Terrorismus in der Region zu, ganz zu schweigen, dass das verurteilt wird – obwohl das exakt das ist, was zum Kirchenmassaker am Pfingstsonntag führte.

Tatsächlich und obwohl das von den sogenannten Mainstream-Medien nicht berichtet wird, werden die Christen von Nigeria laut mehreren NGOs mit einem Völkermord gesäubert werden. Laut eines Berichts vom August 2201 sind seit Beginn der islamischen Unruhen im Juli 2009 ernsthaft begannen, mehr als 60.000 Christen entweder bei jihadistischen Überfällen ermordet oder entführt worden, ohne dass man sie je wieder sah. Im selben Zeitrahmen wurden rund 20.000 Kirchen und christliche Schulen von „Allahu Akbar“ brüllenden Muslimen in Brand gesetzt und zerstört. 2021 ermordeten Muslime mindestens 4.650 nigerianische Christen wegen ihres Glaubens und fast 900 allein in den ersten drei Monaten diesen Jahres.

Statt auch nur im Entferntesten irgendeinen dieser beunruhigenden Trends einzugestehen, „verurteilte“ der irische Präsident Michael Higgins diejenigen, die „versuchen [muslimische] seelsorgerliche Menschen zu Sündenböcken zu machen, die zu den größten Opfern der Folgen des Klimawandels gehören.“ Das ist ein Hinweis auf die Fulani, islamische Hirten, die von jihadistischer Ideologie motiviert sind Christen zu überfallen und abzuschlachten, wie es heute aussieht, tagtäglich. Wie dieser Bericht andeutet, wird in Nigeria alle zwei Stunden ein Christ getötet – die meisten davon durch die Hände der Fulani.

Am 10. Juni antwortete Bischof Jude Ayodeji Arogundade von der christlichen Diözese, in der nigerianische Christen am Pfingstsonntag abgeschlachtet wurden, sowohl auf Higgins Behauptungen, der Klimawandel sei verantwortlich, als auch auf die obszöne Darstellung der Fulani durch den irischen Präsidenten, sie seien nicht weniger Opfer als die von ihnen abgeschlachteten Christen:

Auch wenn ich dem ehrenwerten Mr. Higgins dafür danke sich anderen anzuschließen, die den Angriff verurteilten und ihr Mitgefühl mit den Opfern ausdrückten, sind seine Gründe für eine Verbindung zwischen den Terroropfern und den Folgen des Klimawandels nicht nur irreführend, sondern reiben auch noch Salz in die Wunden all derer, die in Nigeria unter Terrorismus gelitten haben. Die Opfer des Terrorismus sind eine andere Kategorie, die mit nichts vergleichbar sind! Jedem, der die Ereignisse in Nigeria während der letzten Jahre genau verfolgt hat, ist klar, dass die zugrundeliegenden Probleme der Terroranschläge, des Banditentums und nicht nachlassenden Angriffe in Nigeria und der Sahelzone mit dem Klimawandel nichts gemein haben… Es ist völlig unangemessen in unserer aktuellen Situation auf irgendeine Form der Politik des Klimawandels anzuspielen… [Muslimische] Terroristen laufen frei herum, metzeln nieder, massakrieren, verletzen und versetzen verschiedene Teile Nigerias seit mehr als 8 Jahren in Terror, nicht wegen irgendeiner vernünftigen Sache, sondern weil sie böse sind. Punkt.

Genauso lautstark in seiner Verurteilung derer, die versuchen den Fokus von islamischem Terrorismus auf Klimawandel zu verschieben war Lord David Alton aus Liverpool, ein Menschenrechts-Verteidiger. Am 12. Juni schrieb er:

Die Politiker müssen ehrlicher zu dem werden das das Blutbad antreibt… Jedes [während des Anschlags auf die Kirche am Pfingstsonntag] stellt für einzelne Familien ein tragisches Herzleid dar… Es ist auffallend, wie wenig Interesse Mainstream-Medien daran gehabt haben ihre Geschichten ausführlich zu beschreiben. In Nigeria verlorene einzelne Leben sollten nicht weniger Nachrichtewert haben als in jedem anderen Teil der Welt. Und es ist auffallen, wie schnell Politiker und Kommentatoren dasselbe diskreditierte, banale Narrativ von sich geben, die Antriebe für solche Gemetzel seien Klimawandel und fehlende Ressourcen. Sie sagen, die Ursachen seien „kompliziert“ und erwähnen kaum einmal die jihadistische Ideologie, de hinter den endlosen Gräueltaten von ISIS und Boko Haram. Und dann sagen sie, dass jeder [Christen und Muslime] leiden und es eine Art Gleichwertigkeit der Opfer aus unterschiedlichen religiösen Hintergründen gibt. Sie sollten das den Familien derer sagen, deren Lieben tagein, tagaus das Ziel sind und sehen, welche Art von Antwort sie dann erhalten.

Ohne die Worte „Islam“, „Islamismus“ oder „radikaler Islam“ zu schreiben kommt Alton treffsicher, aber diplomatisch zum Schluss, indem er schreibt:

Es ist höchste Zeit, dass die Welt gegenüber der widerwärtigen Wahrheit aufwacht, dass dieselbe bösartige Kraft, die sich durch eine Gemeinschaft nach der anderen gemordet und verstümmelt hat, weiterhin brutal nigerianische Menschen ermordet und in der Lage gewesen ist, das ungestraft zu tun.

Weiter ist interessant festzuhalten, dass der Präsident Irlands, als er einen fast identischen Terroranschlag der Pfingstsonntags-Ermordung von rund 50 nigerianischen Christen – nämlich das Massaker von Christchurch, als ein Australier in Neuseeland 51 Muslime tötete – damals nichts von Klimawandel erzählte. Stattdessen hob er die wahre Ursache hervor (die auf beide Anschläge zutrifft) – die Religion. Nachdem er sagte, die Moschee-Anschläge in Neuseelen hätten „Menschen auf der ganzen Welt entsetzt“ – das Kirchen-Massaker in Nigeria erhielt in seiner Stellungnahme nie eine solches Schlagwort – fuhr Higgins fort:

Es kann keine Rechtfertigung für Gewaltakte und Diskriminierung auf Grundlage von Religion oder Überzeugungen geben. …Freie Religionsausübung ist ein Eckpfeiler jeder funktionierenden Demokratie und diese Rechte müssen allen Bürgern garantiert werden.

Irlands Präsident ist zufällig kaum der erste oder ranghöchste Politiker, der versucht islamischen Terrorismus dem Klimawandel anzuhängen. Im Dezember 2022 sagte UNO-Generalsekretär António Guterres: „Klimawandel“ … ist erschwerender Faktor für Instabilität, Konflikt und Terrorismus.“

Man begegnet dieser Behauptung selbst an den unwahrscheinlichsten Orten. In seinem aktuellen Buch The Politics of Persecution besteht der palästinensische Akademiker Mitri Raheb darauf, dass, was immer Christen im Nahen Osten vielleicht an Verfolgung erleben, nichts mit dem Islam zu tun hat. In seinem Versuch die Verantwortung allem und jedem sonst zuzuschreiben, bot er sogar in seinem Buch einen Abschnitt  zu „Klimawandel, der der christlichen Gemeinschaft seine Opfer abfordert“ an.

Das sind dann die verkommenen Anstrengungen, die manche Politiker, Akademiker und Medien zu unternehmen bereit sind.  Sie beuten schamlos das menschliche Leid von Christen und anderen aus, indem sie die Aufmerksamkeit  von ihrer wahren Ursache ablenken – islamischer Radikalisierung und Terrorismus – und sich ihren jeweiligen Lieblingsprojekten zuwenden, in diesem Fall dem Klimawandel.

„Vom Fluss bis zum Meer“ und darüber hinaus: 5 immer wiederkehrende „palästinensische Parolen“ und ihre nicht berichtete Aufstachelung zum Völkermord

Akiva Van Koningsveld, HonestReporting, 26. Juli 2022

Vor kurzem haben Medien Israel beschuldigt die freie Meinungsäußerung einzuschränken, indem pro-palästinensische Sprechchöre in Jerusalem verboten wurden. Statt aber die eigentlichen Sprechchöre zu zitieren, verwiesen Journalisten auf diese Parolen einfach als „palästinensische Sprechchöre“ und „antiisraelische Parolen“ oder sogar „antikolonialistische Sprechchöre“.

1. „Vom Wasser zum Wasser ist Palästina arabisch“

Die Lieblings-Parole der israelfeindlichen Bewegung, „From the River to the Sea, Palestine will be free“ [Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein] ist westlichem Publikum durchaus bekannt. Aber laut einiger Quellen ging „Min el-maiyeh lele mayieh, Falastin arabiya“ der englischen Parole voraus.

Auf jeden Fall laufen beide Parolen auf einen Ruf zu den Waffen für Palästinenser hinaus, sie sollten ganz Israel erobern, vom Jordan bis zum Mittelmeer, wie HonestReporting wiederholt erläuterte.

Die Sprechchöre wiederholen Kommentare der Führer der durch die USA als palästinensische Terrororganisation eingestuften Hamas, die sich verpflichtet hat den jüdischen Staat zu vernichten: „Palästina gehört uns, vom Fluss bis zum Meer und vom Süden bis zum Norden.“

Diese Parolen haben sich weit über den Gazastreifen, Ramallah und den Nahen Osten hinaus verbreitet. Das Supermodel Bella Hadid teilte den Ruf „From the river to the Sea, Palestine will be free“ mit ihrer massiven Gefolgschaft während eines antiisraelischen Marschs in New York 2021. Bemerkenswert ist, dass Hadid auf den jüdischen Staat genau dann losging, als die Israelischen Verteidigungskräfte darum kämpften Terroristen zu neutralisieren, die tausende Raketen auf zivile Bevölkerungszentren schossen.

Ebenso brüllten am 23. April 2022 in Chicago Aktivisten, die mit der BDS-Bewegung (Boykott, De-Investitionen, Sanktionen) verbunden sind: „Vom Wasser zum Wasser ist Palästina arabisch!“ Der Protest fand statt, als Israel sich der tödlichsten Welle palästinensischer Terroranschläge in mehr als einem Jahrzehnt gegenüber sah.

2. „Mit Seele und Blut werden wir dich erlösen, Al-Aqsa.“

Haltlose Anschuldigungen israelischer Bedrohung der Al-Aqsa-Moschee, der drittheiligsten Stelle des Islam, gebaut auf den Ruinen des antiken jüdischen Tempels in Jerusalems Altstadt, sind schon lange ein Schlachtruf für palästinensischen Terrorismus gewesen. Zum Beispiel wurde das Massaker 1929 in Hebron, bei dem Araber 67 jüdische Einwohner der Stadt ermordeten, von Gerüchten ausgelöst, Juden würden planen die Kontrolle über die Moschee an sich zu reißen.

Vor kurzem, nachdem der palästinensische Schütze Raad Hazem am 7. April 2022 in Tel Aviv drei Israelis tötete und mehr als ein Dutzend weitere verletzte, waren die Terrororganisationen in der Westbank und dem Gazastreifen schnell dabei den Anschlag mit der Behauptung in Verbindung zu bringen, die Heiligkeit der Al-Aqsa sei bedroht.

Die übliche palästinensisch Parole „Birruh biddam nafdika ya Aqsa“, die oft während Krawallen in Israels Hauptstadt zu hören ist, sollte daher als Aufstachelung zu einem Religionskrieg gegen das jüdische Volk verstanden werden.

Und diese Beliebtheit breitet sich aus. Im Verlauf der Jahre ist gewalttätiges Gebrüll wegen der Al-Aqsa-Moschee in Dearborn, Toronto, Manchester und Newcastle sowie weiteren Städte zu hören gewesen.

3. „Juden, erinnert euch an Khybar, die Armee Mohammeds kehrt wieder“

Die Geschichte des islamischen Schlachtrufs „Khaybar khaybar, ya yahud, jaisch Muhammad, sa yahud“ lässt sich bis zur Auseinandersetzung zwischen Mohammeds Armee und jüdischen Stämmen auf der Arabischen Halbinsel im siebten Jahrhundert zurückverfolgen. Nachdem die muslimischen Eroberer die Oase Khaybar angriffen und überrannten, massakrierten sie bekanntlich die Männer und verkauften ihre Frauen und Kinder in die Sklaverei.

Im Januar 2001 hielt der Nahost-Experte Jeffrey Goldberg in einem Artikel im New Yorker im Januar 2001 fest, dass die Khaybar-Parole zwar ursprünglich von der Hamas übernommen wurde, die säkularen Palästinenser sie aber anscheinend während der zweiten Intifada (2000 bis 2005) angenommen hatten.

Die schaurige Bedeutung dieser Parolengesänge ist offensichtlich: Was der islamische Prophet den Juden Arabiens vor 14 Jahrhunderten antat, wird in Israel bald wiederholt werden.

Vor drei Monaten nutzten Hamas-Anhänger bei einem offensichtlichen Versuch ihre Entschlossenheit zu zeigen Israel und die größte jüdische Gemeinschaft der Welt zu vernichten, in Jerusalem die Gelegenheit des Holocaust-Gedenktags, ein weiteres Khaybar zu fordern, während sie israelische Flaggen verbrannten.

Solche Morddrohungen sind auch bei pro-palästinensischen Kundgebungen in den USA aufgetaucht, darunter in New York, Chicago und Florida, ebenso in Kanada und mehreren europäischen Hauptstädten. Aber selbst, nachdem Staatsanwälte in Großbritannien und den Niederlanden die völkermörderische Absicht hinter diesen Parolen bestätigen, sind die Obrigkeiten weitgehend abgeneigt Anklage gegen die Demonstranten zu erheben.

4. „Setzt Schwert gegen Schert, wir sind die Männer von Mohammed Deif“

Die Absichten der Hamas, die den Gazastreifen mit eiserner Faust regiert, seit sie 2007 die Kontrolle über die Enklave an sich riss, sind gut dokumentiert. Im Einklang mit ihrer antisemitischen Gründungscharta beseht das tonangebende Ziel der Hamas darin, den einzigen jüdischen Staat „auszulöschen“ und „das Banner Allahs auf jeden Zentimeter [des britischen Mandats] Palästinas zu hissen“.

Als amtierender Kommandeur der Issedin al-Qassam-Brigaden, des sogenannten militärischen Arms der Hamas, ist Mohammed Deif damit beauftragt, dieses Ziel in die Realität umzusetzen. Entsprechend hat der Erzterrorist wegen seiner Rolle bei zahlreichen tödlichen Anschlägen seit mehr als einem Vierteljahrhundert auf Israels Liste der Meistgesuchten gestanden.

Darüber hinaus gab er persönlich am 10. Mai 2021 den Befehl Raketen auf Jerusalem zu schießen, was 11 Tage Kämpfe zwischen Israel und den palästinensischen Terrororganisationen auslöste.

Deif, der von den iranischen Islamischen Revolutionsgarden als „lebender Märtyrer“ gepriesen worden ist, ist nicht nur im Gazastreifen ein Star, sondern auch in der Westbank und Jerusalem. Nach dem Krieg des letzten Jahres nannte zum Beispiel ein Mann in Ramallah seinen neugeborenen Sohn Mohammed Deif.

Deifs Popularität ist auch in der heiligen Stadt zunehmend sichtbar. Dieses Frühjahr, als israelische Sicherheitskräfte nahe der Al-Aqsa-Moschee mit palästinensischen Randalierern Zusammenstöße hatten, verkündeten Hamas-Anhänger bei zahlreichen Gelegenheiten ihre Treue gegenüber der Terrorgruppe, indem sie skandierten: „Setzt Schwert gegen Schwert, wir sind die Männer von Mohammed Deif.“

Nicht viel später wurde dieselbe Parole während einer palästinensischen Kundgebung in Deutschlands Hauptstadt verwendet.

5. „Oh Qassam, oh Freund, versetze Tel Aviv einen Schlag“

Der Ruf „Ya Qassam ya habib, odrob odrob Tel Aviv“ spielt auf den von den USA als Terrororganisation eingestuften militärischen Arm an und ruft die Hamas auf Raketen auf Israels am dichtesten besiedelte Städte zu schießen. Letztes Jahr wurden 13 Zivilisten, darunter zwei Kinder, in Israel durch aus dem Gazastreifen geschossene Raketen getötet.

Jede auf Zivilisten abgefeuerte Rakete ist ein Kriegsverbrechen. Wie bei vielen Raketen, die in vorwiegend städtischen Gebieten gefertigt, gelagert, durch sie transportiert werden, von denen sie verschossen werden, dient die Bevölkerung des Gazastreifens effektiv als menschlicher Schutzschild, womit die Hamas jedes Mal, wenn sie eine Rakete schießt, weitere Kriegsverbrechen begeht.

„Oh Qassam, oh Freund, versetze Tel Aviv einen Schlag“ hat seinen Weg in den Westen gefunden, wird zunehmend von einigen pro-palästinensischen Aktivisten vereinnahmt. Bei einem Vorfall im Jahr 2014 z.B., den niederländische jüdische Studenten als „bedrohlich“ beschrieben, wurde Sai Englert, ein Dozent an der ältesten Universität der Niederland in Leiden auf Band aufgezeichnet, wie er etwas sang, was auf einen klaren Aufruf zu Gewalt hinausläuft.

Mit der Verschleierung der völkermörderischen Absicht hinter diesen „palästinensischen Parolen“ machen die Nachrichtenmedien sich im Grunde mitschuldig daran zu verewigen, was auf ein israelfeindliches Narrativ hinausläuft.

Wie Russlands Einmarsch in die Ukraine Holocaust-Verzerrung schürt

Gidon Ben-Zvi, HonestReporting, 10. März 2022

Russlands Einmarsch in die Ukraine und die furchtbare humanitäre Krise, die das verursacht, sind weltweit seit zwei Wochen das Top-Thema gewesen. Prominente Nachrichtenorganisationen haben über die sich schnell entwickelnden Entwicklungen vor Ort sowie ihre möglichen langfristigen geopolitischen Auswirkungen berichtet. Dabei ist ein beunruhigender Trend aufgetaucht: die Verwendung von Analogien zum und Bildern vom Holocaust in Bezug auf diesen Konflikt.

Die Zerstörung, die von Europas heftigster militärischer Krise seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht wird, ist unbestreitbar schrecklich.

Aber in der Ukraine findet derzeit kein Völkermord – wie die systematische Auslöschung von rund 6 Millionen Juden durch die Nazis – statt.

Entsprechend zeichnen die Medien, in den meisten Fällen ungewollt, ein verzerrtes Bild der aktuellen Lage und verringern damit das Ausmaß, die Erinnerung und die Lektionen aus dem Holocaust, indem sie unkritisch den Sprachgebrauch verbreiten, der von Führungspolitikern weltweit verwendet wird.

Bedenken Sie das folgende Zitat aus einem Artikel der Washington Post vom 6. März mit der Überschrift: Israelischer Premierminister Bennett sagt, zwischen Ukraine und Russland zu vermitteln ist eine „moralische Verpflichtung“.

Der Botschafter der  Ukraine in Israel, Jevgeni Korniytschuk ging weiter … und beschuldigte [Israel] die Geschichte der Ukraine bei der Hilfe für Juden während des Holocaust zu vergessen.

Ein weiteres Beispiel findet sich in einem Text von CNN vom 5. März mit der Überschrift Israels angespannter Balance-Akt zwischen Russland und der  Ukraine:

Gleichzeitig muss Israel andere kritische Interessen schützen. Als Staat, der infolge des Holocaust als sichere Zuflucht für das Weltjudentum geschaffen wurde, zahlt Israel einen Preis dafür, dass es angesichts einer raubtierhaften Macht zu schwanken scheint, die Jagd auf einen schwächeren Staat macht.

Derweil veröffentlichte Business Insider am 8. März Chuck Shumer sagt „in der Ukraine ist ein Holocaust im Gang“ während Milliarden Hilfe ins Land geschickt werden sollen:

Den Ukrainern fehlen Lebensmittel, ihnen fehlt es an allem, ihnen fehlen Bunker, Strom, Medikamente – wir müssen ihnen diese Dinge besorgen. Da ist ein Holocaust im Gang. Wenn du siehst, dass Menschen an Bussen Schlange stehen, nur um eine Konfliktzone zu verlassen, und Putins Artilleriegranaten diese Busse beschießen, dann ist das untermenschlich, unter jeder Würde.“

Außerdem haben die Führer sowohl Russlands als auch der Ukraine den Holocaust beschworen. Ein Text in der New York Times vom 23. Februar zitierte unkritisch wie folgt eine der Rechtfertigungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür den Krieg zu beginnen:

„Ich habe die Entscheidung getroffen eine militärische Sonderoperation auszuführen“, sagte Putin. „Ihr Ziel wird sein Menschen zu verteidigen, die seit acht Jahren Verfolgung und Völkermord durch das Regime in Kiew erleiden. Dafür werden wir die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine anstreben…“

Der ukrainische Präsident Wolodymir Selensky seinerseits wurde in einem Artikel des Guardian vom 2. März mit dem Titel Ukraines Präsident bittet Juden weltweit sich gegen Russland zu äußern folgendermaßen zitiert:

„Ich spreche jetzt zu allen Juden der Welt – seht ihr nicht, was passiert? Es ist gerade jetzt sehr wichtig, dass Millionen Juden weltweit nicht weiter schweigen. Nazitum wird in Schweigen geboren…“

Warum der Holocaust anders ist

Die humanitäre Krise, die sich in der Ukraine entwickelt, ist katastrophal und ein Großteil der Welt tut zurecht seinen Teil das weit verbreitete Leiden zu lindern.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat zudem eine Ermittlung zu möglichen russischen Kriegsverbrechen eröffnet.

Wie dem auch sei, der Holocaust war grundlegend anders. Nazi-Deutschlands mörderisches Handeln gegen das jüdische Volk war von einer Vernichtungsideologie getrieben.

Hitlers Endlösung strebte an jeden Juden überall auszurotten.

Und das so sehr, dass der Begriff „Völkermord“ in direkter Reaktion auf den Holocaust geprägt wurde. Danach wurde eine juristische Definition des Begriffs in der Konvention zur Verhinderung und Bestrafung des Verbrechens des Völkermords von 1948 formuliert und kodifiziert

Warum Holocaust-Verzerrung so gefährlich ist

Laut der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA), deren Arbeitsdefinition für Antisemitismus von Dutzenden Ländern, einschließlich der USA, übernommen wurde, sind Holocaust-Leugnung und -Verzerrung moderne Formen des Judenhasses. Der Ernst des Themas ist im Kontext rapide steigenden Antisemitismus besonders akut geworden.

Entsprechend verurteilte das Holocaust-Gedenkmuseum Yad Vashem in Jerusalem am 27. Februar Vergleiche zum Holocaust aus Propagandazwecken im Kontext von Russlands Militäreinmarsch in die Ukraine. Dani Dayan, der Vorsitzende von Yad Vashem, machte deutlich, dass der Diskurs zum Konflikt „von unverantwortlichen Äußerungen und völlig inakkuraten Vergleichen mit der Nazi-Ideologie und -Taten vor und während des Holocaust durchtränkt“ ist.

Die Notwendigkeit den Holocaust korrekt zu beschreiben und sich korrekt auf ihn zu beziehen ist heute besonders wichtig, angesichts der Existenz eines Regimes im Iran, das einmal mehr eine völlige Auslöschung von mehr als 6 Millionen Juden verfolgt. Ali Khamenei, der oberste Revolutionsführer des Iran, hat ausdrücklich zu Israels Vernichtung aufgerufen und für eine offizielle Politik der Holocaust-Leugnung und -Verzerrung geworben, die diese Vorstellung normalisieren soll.

Mit diesem Ziel finanziert und bewaffnet Khamenei weiter von den USA als Terrororganisationen eingestufte Palästinenser und andere Terrorgruppen, die eine „Achse des Widerstands“ gegen den jüdischen Staat bilden.

Der Iran arbeitet daran Atomwaffen zu erlangen, was die Islamischen Republik mit den Mitteln versorgt einen weiteren Holocaust auszuführen.

Die Rolle der Medien beim kontern von Holocaust-Verzerrung

Nach Angaben des US-Außenministeriums bedroht die Verzerrung des Holocaust „unsere Fähigkeit aus seiner Geschichte zu lernen“. In einem Schritt hin zur Sicherstellung, dass nie wieder ein Völkermord zugelassen werden soll, nahm die UNO im Januar eine von Israel vorgeschlagene Resolution an, die die Leugnung und Verzerrung des Holocaust verurteilt.

Die UNO-Vollversammlung nahm die Resolution im Konsens an – was bedeutet, dass sie ohne Einzelabfrage der Länder angenommen wurde.

Einzig der Iran stimmte dagegen.

Massengräuel wie die noch relativ frischen Völkermorde z.B. in Kambodscha, Ruanda, Bosnien und Darfur heben die Notwendigkeit hervor Vernichtungsregime und Doktrinen eindeutig zu identifizieren und zu bekämpfen.

Indem sie es versäumen dem falschen Narrativ entgegenzuwirken, dass der russisch-ukrainische Konflikt irgendwie gleichbedeutend mit einem neuen Holocaust sei, manipulieren Nachrichtenorgane praktisch die Definition von Völkermord und verringern so die Notlage derer, die im Lauf der Geschichte das  Ziel der totalen Vernichtung waren.

Der Völkermord an den Armeniern: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

Das Massaker an 1,5 Millionen Christen war letztlich ein heftiges Segment eines uralten und fortdauernden Kontinuums.

Raymond Ibrahim, 8. September 2021 (Doc Emet Productions)

Am 24. April 2021 wurde Joe Biden zum ersten amtierenden US-Präsidenten, der formell den Völkermord an den Armeniern anerkannte. Worum ging es bei diesem Völkermord und welche Bedeutung hat er heute?

Das Genocide Education Project [Bildungsprojekt Völkermord] bietet eine Zusammenfassung dieses tragischen Ereignisses, das sich während des Ersten Weltkriegs abspielte, nämlich von 1915 bis 1917:

Mehr als eine Million Armenier starben als Ergebnis von Hinrichtungen, Verhungern, Krankheiten, der brutalen Umwelt und körperlichem Missbrauch. Ein Volk, das seit fast 3.000 Jahren in der östlichen Türkei lebte [mehr als doppelt so lange wie die eindringenden islamischen Türken Anatolien besetzt hatten, das man heute als „Türkei“ kennt] verlor seine Heimat und wurde im ersten groß angelegten Völkermord des zwanzigsten Jahrhunderts tiefgreifend dezimiert. Anfang 1915 gab es rund zwei Millionen Armenier in der Türkei; heute sind es weniger als 60.000… Trotz der gewaltigen Menge an Beweisen, die auf die historische Realität des Völkermords an den Armeniern deutet – Berichte von Augenzeugen, offiziellen Archiven, fotografischen Beweisen, die Berichte von Diplomaten und die Aussagen von Überlebenden – ist die Leugnung des Völkermords an den Armeniern von nachfolgenden Regimen in der Türkei ab 1915 bis heute weiter gegangen.

Die Beweise sind in der Tat überwältigend. Schon 1920 hörte Resolution 359 des US-Senats Augenzeugenberichte zu „Vergewaltigung, Verletzung, Folter und Tod, die ihre unvergesslichen Erinnerungen in hundert schönen armenischen Tälern und der Reisende in der Region ist selten frei von Beweisen dieses gewaltigsten Verbrechens aller Zeiten.“

In ihren Memoiren Ravished Armenia beschreibt Aurora Mardiganian, wie sie vergewaltigt und in einen Harem gesteckt wurde (in Übereinstimmung mit den Kriegsregeln des Islam). Anders als tausende anderer armenischer Mädchen, die nach ihrer Schändung weggeworfen wurden, schaffte sie es zu entkommen. In der Stadt Malatia sah sie 16 gekreuzigte chirstliche junge Frauen: „Jedes der Mädchen war lebend an ihr Kreuz genagelt worden“, schrieb sie, „Nägel durch ihre Füße und Hände, nur ihr Haar wehte im Wind, bedeckte ihre Körper.“ (Solche Szenen wurden im Dokumentarfilm Auction of Souls von 1919 festgehalten, der sich in Teilen auf Mardiganians Memoiren stützt.)

Kurz gesagt: Dass die Türken im Ersten Weltkrieg einen vorsätzlichen Völkermord an den Armeniern inszenierten und ausführten, ist – für diejenigen, die sich noch um Fakten kümmern – eine unbestrittene Tatsache, ungeachtet dessen, wer ihn anerkennt und wer nicht (die Türkei selbst verkörpert die zweite Kategorie).

Trotzdem gehen die von den Türken an den Armeniern begangenen Gräueltaten weit über den Völkermord an den Armeniern hinaus. Fakt ist, dass es angemessener ist letzteres nicht als Einzelereignis zu betrachten, sondern als besonders heftiges Segment eines uralten und andauernden Kontinuums.

Der Völkermord vor dem Völkermord

Der anfängliche Völkermord an den Armeniern begann etwas mehr als tausend Jahre früher, als muslimische Stammesangehörige erstmals begannen in ein damals viel größeres Armenien zu strömen und es in das zu verwandeln, was es heute ist: der östliche Teil der modernen Türkei.

1019 „drang mit dem ersten Erscheinen der blutrünstigen Bestien die brutale Nation der Türken nach Armenien ein … und metzelte die christlichen Gläubigen gnadenlos mit dem Schwert nieder“, schreibt Matthäus von Edessa (gest. 1144), ein führender Chronist für diese Zeit. Drei Jahrzehnte später gingen die Überfälle praktisch nonstop weiter. 1049 erreichte der Gründer des Seltschuken-Reichs, Sultan Tughril Bey (regiert von 1037 bis 1063) die nicht ummauerte Stadt Arzden westliche des Vansees und „übergab die gesamte Stadt dem Schwert, was heftiges Gemetzel verursachte, ganze hundertfünfzigtausend Menschen“.

Nach der gründlichen Plünderung der Stadt befahl er, dass sie – einschließlich der 800 Kirchen – in Brand gesetzt und in eine Wüste verwandelt wird. Arzden war „voller Leichen“ und niemand „konnte die zählen, die in den Flammen umkamen“. Achthundert Ochsen und vierzig Kamele waren nötig, um die gewaltige Beute hinauszukarren, zumdeist aus den Kirchen Arzdens geholt. „Wie hiervon berichten, mit einer von Tränen erstickten Stimme?“, fährt Matthäus fort, von den vielen abgeschlachteten Armeniern, die „ohne Gräber zurückgelassen“ und „Beute der Aas-Bestien wurden, dazu „der Exodus der Frauen … die mit ihren Kindern in die Sklaverei und zu ewiger Knechtschaft verurteilt wurden! Das war der Anfang der Unglücksserie Armeniens“, klagt der Chronist, „also hört diesem melancholischen Vortrag zu.“

Andere Zeitgenossen bestätigen die Zerstörung, die Arzden heimsuchte. „Wie ausgehungerte Hunde“, schreibt Aristakes (gest. 1080), ein Augenzeuge; die Türken „warfen sich auf unsere Stadt, umzingelten sie und drängten hinein, massakrierten die Männer und mähten alles nieder wie Schnitter in den Feldern, machten die Stadt zu einer Wüste. Ohne Gnade verbrannten sie alle, die sich in den Häusern und Kirchen versteckt hatten.“

Elf Jahre später, während der türkischen Belagerung von Sabastia (dem heutigen Sivas) im Jahr 1060 wurden 600 Kirchen zerstört und „viele [weitere] Jungfrauen, Bräute und Damen wurde in Gefangenschaft geführt.“ Ein weiterer Überfall auf armenisches Territorium erlebte „viele und zahllose Menschen, die [zu Tode] verbrannt wurden.“ Die Gräuel sind zu zahlreich, als dass Matthäus sie noch erzählen könnte und er resigniert in Klagen:

Wer kann das Geschehen und die ruinösen Ereignisse berichten, die über die Armenier kamen, denn alles war mit Blut bedeckt… Wegen der großen Zahl der Leichen stank das Land und ganz Persien war angefüllt mit unzähligen Gefangenen; so betrank sich die gesamte Nation der Bestien am Blut.

Dann belagerte von 1064 bis 1065 Tughrils Nachfolger, Sultan Mohammed bin Dawud Chagrhi – der Nachwelt als Alp Arslan bekannt, einer der meistgefeierten Helden der mordernen Türkei – Ani, die befestigte Hauptstadt Armeniens, damals eine große und bevölkerungsreiche Stadt. Das donnernde Bombardement der Belagerungsmaschinen Mohammeds ließ die gesamte Stadt erbeben und zahllose zu Tode erschrockene Familie werden in den Erinnerungen als zusammengedrängt und weinend beschrieben.

Einmal eingedrungen begannen die Türken – Berichten zufolge bewaffnet mit zwei Messern in jeder Hand und einem weiteren im Mund – „gnadenlos die Einwohner der Stadt abzuschlachten … und ihre Leichen aufeinander zu häufen… Unzählige und zahllose Jungen mit aufgeweckten Gesichtern und schöne Mädchen wurden zusammen mit ihren Müttern weggeschafft.“

Nicht nur etliche christliche Quellen dokumentieren die Plünderung der armenischen Hauptstadt – eine zeitgenössische hält bündig fest, dass Mohammed „durch Massaker und Feuer aus Ani eine Wüste machte“ – das tun auch muslimische Quellen, oft in apokalyptischen Worten: „Ich wollte die Stadt betreten und mit meinen eigenen Augen sehen“ erklärte ein Araber. „Ich versuchte eine Straße zu finden ohne über die Leichen gehen zu müssen. Aber das war unmöglich.“

So gewinnt man eine Vorstellung davon, wie die armenisch-türkischen Beziehungen begannen – fast ein Jahrtausend vor dem Völkermord an den Armeniern 1915 bis 1917. Die Türken setzten die Armenier in den Jahrhunderten dazwischen natürlich weit mehr aus – Sultan Abdulhamid massakrierte von 1894 bis1896 bis zu 300.000 Armenier im Namen des Islam – aber das sollte als kurzer Blick in die Vergangenheit reichen.

Ein heiliger Hass

Zwar sind menschliche Eroberungszüge so alt wie die Zeit selbst, aber warum war die anfängliche türkische Eroberung Armeniens derart überschwemmt mit überzogen grausamen Tagen? Die Antwort lautet, dass für die Türken und andere muslimische Völker die Eroberung „der anderen“ mit einem frommen Grundprinzip durchtränkt ist – einer Ideologie, die eine notwendige Zutat für sadistischen Hass und seinen natürlichen Höhepunkt ist: Völkermord. Juden und Christen wurde gelehrt, dass Mord und Vergewaltigung „Sünde“ ist, genau das nahm für die bereits raublustigen Türken eine edle und heilige Rolle an, solange ihre Opfer Nichtmuslime waren, was sie von Haus aus zu Feinden machte – „Ungläubige“, für die das islamische Recht fordert, dass sie getötet, unterworfen oder versklavt werden müssen.

So schrieb Gregory Palamas, ein Geistlicher, der von den Türken gefangen genommen wurde, 1354: „Sie leben vom Bogen, dem Schwert und Ausschweifungen, finden Vergnügen daran Sklaven zu nehmen, widmen sich Mord, Plünderung, Beute … und sie begehen nicht nur diese Verbrechen, sondern sie glauben sogar – was für eine Verirrung – dass Gott ihnen das absegnet!“ Die Armenier waren sich schon bewusst, was die türkische Feindschaft antrieb: „Sie griffen uns wegen unseres christlichen Galubens an und sie sind erpicht darauf den christlichen Glauben auszulöschen“, erklärte ein David, ein armenischer Stammesführer, seinen Landsleuten während der Invasionen der Muslim im elften Jahrhundert.

Genauso vielsagend ist, dass der brutalste Umgang immer für diejenigen reserviert war, die sichtbar ihr Christentum verkünden. Während der erwähnten Plünderung von Arzden „verbrannten die muslimischen Invasoren Priester, die sie in den Kirchen gefangen nahmen und metzelten diejenigen nieder, die sie außerhalb fanden. Sie gaben den nicht Toten Schweinefleisch-Stücke in die Hände, um uns zu beleidigen“ – Muslime halten das Schwein für unrein – „und machten sie zu Objekten von Gespött für alle, die sie sahen.“

Gleichermaßen wurden während der Einnahme von Ani Geistliche und Mönche „verbrannt, während andere bei lebendigem Leib von Kopf bis Fuß enthäutet wurden“, schreibt Matthäus. Jedes Kloster und jede Kirche – davor war Ani als „die Stadt der 1001 Kirchen“ bekannt – wurde geschändet und in Brand gesetzt. Ein eifersüchtiger Jihadist kletterte auf die Hauptkatedrale der Stadt „und riss das schwere Kreuz herunter, das auf der Kuppel stand und warf es zu Boden.“ Das aus reinem Silber gefertigte, zerbrochene, „mannshohe“ Kreuz – und jetzt symbolisch für die Macht des Islam über die Christenheit – wurde als Trophäe in das heutige Aserbaidschan geschickt, um dort eine Moschee zu schmücken.

Der Völkermord an den Armeniern und Religion

Trieb dieselbe frühe muslimische Feindschaft gegen „Ungläubige“ auch den Völkermord an den Armeniern 1917 bis 1917 an? Leider hat der Westen seit diesem Vorkommnis in der Regel durch eine einzige, säkulare Weltanschauung artikuliert, das einzig Faktoren wie Territorialstreit und Nationalismus berücksichtigt. Dieser Ansatz hat zwar einen gewissen Wert, projiziert aber auch ausnahmslos westliche Motivation auf enorm andere Völker und Projekte.

Tatsächlich war es die religiöse Identität der Armenier, die letztlich zum Völkermord an ihnen führte. Das wird von der oft übersehenen Tatsache unterstrichen, dass die Türken, zusammen mit der Tötung von 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg auch schätzungsweise 750.000 Griechen und 300.000 Assyrer – alles Christen – systematisch massakrierten. So fragte ein Professor für Armenien-Studien rhetorisch: „Wenn er [der Völkermord an den Armeniern] eine Fehde zwischen Türken und Armeniern war, wie erklärt sich dann der gleichzeitig von den Türken an den christlichen Assyrern verübte Völkermord?“ Aus türkischer Sicht war das hauptsächliche Gemeinsame von Armeniern, Assyrern und Griechen, dass sie alle christliche „Ungläubige“ und daher existenzielle Feinde waren.

Der Völkermord als solcher kann als Höhepunkt des Jihad des Osmanischen Reichs gegen seine christliche Bevölkerung betrachtet werden. Nach Angaben des Buchs Year of the Sword: The Assyrian Christian Genocide [Das Jahr des Schwertes: Der assyrisch-christliche Völkermord] aus dem Jahr 2017 „wurde die Politik der ethnischen Säuberung von pan-islamischem und religiösem Fanatismus geschürt. Christen wurden als Ungläubige [kafir] betrachtet. Der Aufruf zum Jihad, am 29. November 1914 erlassen und aus politischen Gründen inszeniert, war Teil des Plans … sie zu kombinieren und über das Land der Christen hinwegzufegen und sie auszulöschen.“ So wie mit Armeniern und Greichen erzählen Augenzeugen-Berichte vom Ausstechen von Augen bei Assyrern und der Gruppenvergewaltigung ihrer Kinder auf Kirchenaltären – Kennzeichen von jihadistischem Sadismus. Nach Angaben von Schlüsseldokumenten war all dieses Teil eines „osmanischen Plan zum Auslöschen der Christen der Türkei“.

Was das Argument angeht, dass all diese völkermörderischen Gräueltaten, weil sie während des Ersten Weltkriegs stattfanden, letztlich ein Spiegel genau dessen waren – Krieg mit all seinen tödlichen Zerstörungen – so sieht die Realität anders aus. Krieg war nur ein Faktor, weil er für die Türken der Deckmantel war um das zu tun, was sie ohnehin schon lange tun wollten. Nach Beschreibung der Massaker als „administrativer Holocaust“ stellte Winston Churchill korrekt fest: „Die Gelegenheit [Erster Weltkrieg] bot die Lichtung des türkischen Bodens von einer christlichen Rasse.“ Oder mit den klaren Worten von Talaat Pascha, dem de facto-Führer des osmanischen Reichs während des Völkermords an den Armeniern von 1915 bis 1917: „Die Türkei nutzt den Krieg, um seine internen Feinde, d.h. die indigenen Christen, gründlich zu beseitigen, ohne dabei von äußerer Intervention gestört zu werden… Die Sache ist geklärt. Es gibt keine Armenier mehr.“

Der Krieg in Nargony-Karabach

Leider deuten aktuelle Ereignisse an, dass die Türken, weit davon entfernt Reue wegen des Völkermords an den Armeniern zu zeigen, diese immer noch mit völkermörderischer Absicht betrachten.

Im Oktober 2020 brach zwischen Armenien und seinem anderen muslimischen Nachbarn Aserbaidschan ein Krieg um das umstrittene Gebiet aus, das wir als Nagorny-Karabach kennen. Obwohl es tausende von Jahren armenisch und als Artsakh bekannt war und nach der Auflösung der UdSSR überwiegend armenisch blieb, wurde es Aserbaidschan zugewiesen, was Probleme verursachte und in dem aktuellen Krieg gipfelte. (Siehe: „15 Artsakh War Myths Perpetuated By Mainstream Media – 15 Kriegsmythen zu Artsakh, die von den Mainstream-Medien perpetuiert werden.)

Die Türkei schloss sich rasch ihren Religionsbrüdern in Aserbaidschan an und führte den Krieg gegen Armenien wohl sogar an, obwohl der Streit sie eindeutig nicht betraf. So fragte Nikol Paschinyan, Armeniens Premierminister, am 1. Oktober 2020 rhetorisch: „Warum ist die Türkei 100 Jahre nach der Auflösung des Osmanischen Reichs in den Südkaukasus zurückgekehrt?“ Seine Antwort: Um den Völkermord an den Armeniern fortzusetzen.“

Unter anderem finanzierte die Türkei „Jihadistengruppen“, die die Scharia duchsetzen, um den französischen Präsidenten Macron zu zitieren, die in Syrien und Libyen agiert hatten – einschließlich der Hamza-Division, die auf Seiten der Muslimbruderschaft steht und nackte Sexsklavinnen in Gefängnissen hielt – um die Armenier zu terrorisieren und abzuschlachten.

Einer dieser gefangenen Söldner gestand, dass ihm „eine monatliche Vergütung von $2.000 für den Kampf gegen die ‚Kafir‘ in Artsakh versprochen wurde, dazu 100 Dollar extra für jeden geköpften Kafir.“ (Kafir, oft als „Ungläubiger“ übersetzt, ist Arabisch für jeden Nichtmuslim, der es verfehlt sich dem Islam zu unterwerfen, was sie automatisch zu Feinden macht.)

Neben anderem ISIS-artigen Verhalten, das von dieser islamischen Söldner-Koalition aus Türken und Aserbaidschanern begangen wurde, folterten sie eine Intellektuelle, behinderte 58-jährige Frau bis zur Unkenntlichkeit, indem sie ihr sadistisch die Ohren, Hände und Füße abhackten, bevor sie sie schließlich hinrichteten. Ihre Familie konnte sie nur über ihre Kleidung identifizieren. Gleichermaßen zeigt Videomaterial getarnte Soldaten, die einen alten armenischen Mann überwätligen und zu Boden zwingen, der schreit und sie um Gnade anfleht, bevor sie ihm lässig die Kehle mit einem Messer durchschneiden. Bei einem Vorfall – und wie es im Verlauf der Zeiten unzählige Male geschehen ist – stand ein Jihadist auf einer armenischen Kirche, nachdem deren Kreuz abgebrochen wurde und brüllte triumphierend „Allahu Akbar“.

Zufälligerweise und wie man hätte erwarten können, teilt Aserbaidschen die islamische Feindlichkeit der Türkei gegenüber Armeniern. Nach Angaben eines Berichts vom 27. März 2021, wurden im Verlauf von nur zwei Wochen mindestens drei armenische Kirchen in der Region Nagorny-Karabach verwüstet oder zerstört – obwohl im November ein Waffenstillstand erklärt wurde. Videoaufzeichnungen zeigen aserbaidschanische Truppen, die eine der Kirchen betraten, lachten, spotteten, traten und darin befindliche christliche Gegenstände verunstalteten, darunter ein Fresko des letzten Abendmahls. Die Flagge der Türkei taucht auf den Uniformen aserischer Soldaten auf, was diesen Staat weiter hineinzieht. Als sie herankommen, sagt einer der Soldaten: „Lasst uns jetzt in die Kirche gehen, dort werde ich Namaz verrichten.“ Namaz ist ein Bezug auf muslimisches Gebet; wenn Muslime in nichtmuslimischen Tempeln beten, werden diese Tempel sofort zu Moscheen. In Reaktion auf dieses Video veröffentlichte Arman Tatoyan, ein armenischer Menschenrechtsaktivist, eine Erklärung:

Der Präsident Aserbaidschans und die Obrigkeit des Landes haben seit Jahren eine Politik des Hasses, der Feindschaft, ethnischen Säuberung und des Völkermords gegenüber Armenien, die Bürger von Armenien und dem armenischen Volk eingeführt. Die türkische Obrigkeit hat dasselbe getan oder offen zur selben Politik ermutigt.

Zum Beispiel sagte er, dass Aserbaidschans Präsident Alijew Anfang März stolz erklärte: „Die junge Generation ist mit Hass auf den Feind aufgewachsen“. Mit Feind meinte er Armenier.

Ein angeborener Hass

Der erwähnte Hass, der immer ein Vorläufer von Völkermord ist, ist in der modernen Türkei überall offensichtlich. Man muss nur der religiös aufgeladenen Tirade eines Türken dazu zuzuhören, dass alle Armenier „Hunde“ sind und dass jeder, der in der Türkei gefunden wird, für eine Idee abgeschlachtet werden sollte:

Was macht ein Armenier in meinem Land? Entweder der Staat wirft sie raus oder wir töten sie. Warum lassen wir sie leben? … Wir werden sie abschlachten, wenn es an der Zeit ist… Das hier ist türkischer Boden. Wie können wir osmanische Enkel sein? … Das Volk der Türkei, das Ehre, Würde hat und Allah muss die Köpfe der Armenier in der Türkei abschneiden. Es ist für jeden unehrenhaft einen Armenier zu treffen und ihn nicht zu töten… Wenn wir Menschen sind, lasst uns das tun – lasst es uns für Allah tun… Jeder, der  zuhört: Wenn du Allah liebst, bitte verbreite dieses Video von mir an alle…

Genauso sagte eine Frau in Antwort auf eine Frage, die zufällig befragte Passanten in der Türkei auf der Straße gestellt wurde– „Wenn Sie etwas ungestraft tun können würden, was würden Sie tun?“ – vor der Videokamera: „Was ich tun würde? 20 Armenier köpfen.“ Dann blickte sie direkt in die Kamera und lächelte, wobei sie mit dem Kopf nickte.

Mancher dürfte argumentieren, dass diese beiden genannten Beispiele nur Indizien sind – heißt, sie spiegeln türkische Wut, die durch den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan herbeigeführt wurde. Aber wenn das der Fall wäre, was hat das mit der Tatsache zu tun, dass der türkische Hass und Gewalt gegen Armenier Jahre vor den Nagorny-Karabach-Konflikt zurückreicht?

Beachten Sie ein paar Beispiele – die alle vor dem aktuellen Konflikt auftraten und daher keine Verbindung dazu haben – ohne besondere Sortierung:

2013 wrude eine 85-jährige Armenierin in ihrer Wohnung in Istanbul erstochen. Nur für den Fall, dass irgendjemand das Motiv missverstehen könnte, ritzte der türkische Mörder ein Kreuz in ihre nackte Leiche. Nach Angaben des Berichts „markiert dieser Angriff den fünften auf alte armenische Frauen (eine hat ein Auge verloren) in den letzten zwei Monaten.“ In einem Fall wurde eine achtzigjährige armenische Frau von einem maskierten Mann auf den Kopf geboxt und, nachdem sie auf den Boden kollabierte, wiederholt getreten.

Am Sonntag, 23. Februar 2019 wurden drohende Graffiti-Botschaften auf der Haupteingangstür der Armenischen Kirche der Heiligen Mutter Gottes in Istanblu gefunden. Das armenische Patriarchat von Konstantinopel sagte in einer Erklärung: „Es wurden rassistische und Hass-Reden sowohl in Englisch als auch in Arabisch geschrieben, die sagte: Ihr seid erledigt!“ Ein armenisches Parlamentsmitglied twitterte: „Jedes Jahr werden jede Menge Hass-Attacken gegen Kirchen und Synagogen ausgeführt. Nicht nur die Täter, sondern auch die Menschen, die hinter ihnen stehen, sollten angesprochen werden. Vor allem sollte die Politik, die den Hass produziert, beendet werden.“

Im August 2020 wurden ein armenischer Friedhof und eine Kirche geschändet. Nach Angaben des Berichts „wurden die Überreste aus den Gräbern geholt und die Knochen der Verstorbenen wurden überall verstreut“ (hier gibt es Bilder).

Am 22. Mai 2020 kletterte ein Mann am hellichten Tag auf den Zaun einer historischen armenischen Kirche in Istanbul, riss ihr Metallkreuz ab und warf es zu Boden, was auf einem Überwachungsvideo eingefangen wurde. Zwei Wochen zuvor brach ein weiterer Türke in die Heiligkreuz ein, eine historische armenische Kathedrale in der Osttürkei; er sagte die adhan auf – das islamische Gebet, das traditionell von Moscheen ausgerufen wird, durchsetzt mit „Allahu Akbar“-Rufen.

An diesem Punkt scheint es zunehmend so, dass, wenn es den völkermörderischen Hass der Türkei auf Armenier betrifft, Religion nicht nur ein Faktor ist, sondern der entscheidende Faktor. Dies zeigt sich offensichtlich darin, dass so, wie die Türkei einen Völkermord gegen andere Christen außer den Armeniern beging – insbesondere Griechen und Assyrer – sich auch die zeitgenössische türkische Feindschaft gegen alle Christen, nicht nur Armenier, richtet. Bedenken Sie die folgenden Beispiele, die nichts mit Armeniern zu tun haben und die vor dem Nagorny-Karabach-Konflikt auftraten.

2009 brach eine Gruppe junger Türken – darunter der Sohn eines Bürgermeisters – in einen Bibelverlag in Malatya ein. Sie fesselten seine drei christlichen Angstellten, folterten sie sadistisch Stunden lang und schlachteten sie schließlich ab; einer von ihnen war Deutscher. „Wir machten das nicht für uns, sondern für unsere Religion“, sagte einer der Beschuldigten später. „Lasst das den Feinden unserer Religion eine Lehre sein.“ Sie wurden später alle aufgrund einer Formalität freigelassen.

Ende 2019 stach ein 16-jähriger muslimischer Junge einem koreanischen christlichen Evangelisten mehrmals ins Herz; der 41 Jahre alte Ehemann und Vater starb kurz darauf. Monate zuvor wurde ein „86 Jahre alter Grieche in seinem Haus mit gefesselten Händen und Füßen ermordet aufgefunden“; Berichten zufolge wurde er „gefoltert“.

2019 schlugen zwei muslimische Männer einen christlichen Teengar auf der Straße, nachdem sie feststellten, dass er ein Kruzifix um den Hals trug. Die Protestantische Kirchenvereinigung sagte in Reaktion drauf: „Dieser Angriff ist das Ergebnis des zunehmenden Hasses auf Christen in der Türkei. Wir laden Regierungsvertreter ein gegen Hassreden zu handeln.“

Viel üblicher als die gezielten Schläge gegen oder das Töten von Christen – aber nicht weniger repräsentativ für den Hass – sind Angriffe, die mit Kirchen zu tun haben. Als ein Mann 2018 das Feuer auf die katholische Kirche der Heiligen Maria in Trabzon eröffnet, war das nur der jüngste von mehreren Anschlägen auf diese Kirche. Nur Wochen zuvor wurde eine improvisierte Bombe in ihren Garten geworfen; 2016 verwüsteten „Allahu Akbar“ brüllende Muslime die Kirche, auch mit Vorschlaghämmern; 2011 wurde die Kirche ins Visier genommen und wegen ihrem sichtbaren Kreuz bedroht; und 2006 wurde ihr katholischer Priester, Andrea Santoro, erschossen, während er beim Gottesdienst betete.

Ebenfalls mit „Allahu Akbar“-Rufen und „für die Al-Aqsa-Moschee wird Rache genommen“ warf ein weiterer Muslim 2015 einen Molotowcocktail auf die orthodoxe Kirche Aya Triada in Istanbul, was sie teilweise in Brand setzte. Bei einem weiteren Vorfall schlugen und traten 2016 vier Türken an die Tür der Agape-Kirche in der Schwarzmeer-Region – wieder mit „Allahu Akbar“-Rufen, mit denen sie ihre jihadistischen Motive bewiesen.

2014 störte eine zufällige Bande einen Taufgottesdienst in Istanbul. Sie drängten sich in die Kirche, brüllten Obszönitäten; einer bedrohte mit einem Messer die Anwesenden. „Das ist nicht das erste Mal und es wird nicht das letzte Mal sein“ antwortete ein lokaler Christ.

Ende 2019 waren Christen in der Kirche des Heiligen Paulus in Antalya versammelt; ein Mann, der Beleidigungen brüllte und die Gottesdienstbesucher physisch bedrohte, sagte, er würde „großes Vergnügen daran haben Christen zu vernichten, da er sie als eine Art Parasitentum an der Türkei betrachtete“.

Einer der alarmierendsten Vorfälle ereignete sich 2015: Volle 15 Kirchen erhielten Morddrohungen wegen „Leugnung Allahs“. „Pervertierte Ungläubige“, hieß es in einem Schreiben, „Die Zeit, da wir eure Hälse treffen, kommt bald. Möge Allah die Ehre und das Lob erhalten.“ „Drohungen sind für die protestantische Gemeinde, die in diesem Land lebt, nichts Neues; sie wollen ihrer Kinder hier groß ziehen“, kommentierte ein Kirchenleiter.

Im März 2020 wurden auf nur einem christlichen Friedhof in Ankara rund 200 zerstörte Grabsteine gefunden. Getrennt davon, aber etwa zur gleichen Zeit, zerbrachen Schänder ein Kreuz vom Grab einer kürzlich verstorbenen Katholikin; nur Tage davor wurde ihr Beerdigungsgottesdienst von „Allahu Akbar“-Schreien unterbrochen.

Bei der Diskussion all dieser Anschläge auf alles und jedes Christliche – Menschen, Gebäude und sogar Gräber – machte der türkische Journalist Seyfi Genç dafür ein „Milieu des Hasses“ verantwortlich:

Aber dieses hasserfüllte Umfeld kam nicht aus dem Nichts. Die Samen dieses Hasses werden verbreitet, angefangen in Grundschulen, über vom nationalen Bildungsministerium gedruckte Bücher, die Christen als Feinde und Hochverräter darstellen. Die Indoktrination geht über Zeitungen und Fernsehsender weiter, die auf einer Linie mit der Staatspolitik liegen. Und natürlich schüren die Predigten in Moscheen und das Gerede in Kaffeehäusern diesen Hass weiter.

All das ist eine Erinnerung daran, dass die Hauptzutat – religiös inspirierter Hass – die zum Völkermord an Christen (Armeniern, Griechen, Assyrern) von 1915 bis 1917 führte, nicht nur gesund und munter ist, sondern zunimmt – und zweifellos darauf wartet umgesetzt zu werden, sobald sich die nächste Gelegenheit bietet.

In seiner Stellungnahme zum Gedenktag an den Völkermord an den Armeniern am 24. April 2021 sagte Präsident Biden: „Jedes Jahr an diesem Tag gedenken wir den Leben all derer, die in der osmanischen Zeit beim Völkermord an den Armeniern starben und verpflichten uns erneut zu verhindern, dass solch eine Gräueltat jemals wieder geschieht.“ [Hervorhebung hinzugefügt]

Das klingt zwar vielversprechend, aber bis die Zeit kommt, dass die Wurzel des Völkermords an den Armeniern – die Wurzel für die anhaltende Verfolgung hunderter Millionen von Christen heute –erkannt und angegangen wird, müssen alle derartigen Behauptungen der Wachsamkeit als bloßes Theater betrachtet werden.