Das [zum damaligen Zeitpunkt] „gigantischste Verbrechen aller Zeiten“

Raymond Ibrahim, 31. Oktober 2019 (FrontPage Magazine)

Eine üble Wahrheit der Geschichte ist gerade bestätigt worden. Am 29. Oktober stimmte das US-Repräsentantenhaus mit überwältigender Mehrheit (405 zu 11) zugunsten von Resolution 296, die offiziell anerkennt, dass osmanische Türken im Ersten Weltkrieg an den Armeniern Völkermord verübten. (Nicht überraschend gehörte Ilhan Omar zu den sehr wenigen, die sich enthielten; ihre unaufrichtige Logik wird später angesprochen.)

Um offizielle Politik zu werden, muss die Resolution allerdings von beiden Häusern des Kongresses genehmigt und dann vom Präsidenten unterschrieben werden. Der Senat hat derzeit keinen Termin, um über die Maßnahme abzustimmen.

Es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Nach Angaben des Buches Remembrance and Denial: The Case of the Armenian Genocide

gab es zu Beginn des Jahres 1915 rund zwei Millionen Armenier in der Türkei; heute sind es weniger als 60.000 … Trotz der gewaltigen Menge an Beweisen, die die historische Realität des Völkermords an den Armeniern aufzeigen – Augenzeugenberichte, offizielle Archive, fotografische Belege, die Berichte von Diplomaten und die Zeugenaussagen von Überlebenden – wird die Leugnung des Völkermords an den Armeniern von aufeinander folgenden Regimen der Türkei von 1915 bis heute betrieben.

Tatsächlich empört sich die Türkei derzeit wegen dieser Resolution; ihr Präsident Recep Tayyip Erdoğan bezeichnete sie als „wertlos“ und die „größte Beleidigung“ für das türkische Volk.

Derartige sture Leugnung grenzt ans Surreale, bedenkt man, wie gut dokumentiert der Völkermord an den Armeniern ist. So sagt die International Association of Genocide Scholars (Internationale Vereinigung der Völkermordforscher): „Der Völkermord an den Armeniern ist nicht umstritten, sondern wird einzig von der türkischen Regierung und ihren Apologeten bestritten“.

Das ist auch nichts Neues. Der ehrenwerte Henry Morgenthau, von 1913 bis 1916 US-Botschafter in der Türkei, schrieb in seinen Memoiren Folgendes:

Als die türkische Obrigkeit den Befehl für diese Deportationen gab, wurde lediglich das Todesurteil für eine gesamte Rasse ausgegeben; sie verstanden das durchaus und in ihren Gesprächen mit mir machten sie keinen sonderlichen Versuch diese Tatsache zu verbergen… Ich bin überzeugt, dass die gesamte Geschichte der menschlichen Rasse keinen so furchtbaren Abschnitt wie diesen gab. Die großen Massaker und Verfolgungen der Vergangenheit scheinen fast unbedeutend, vergleicht man das mit dem Leiden der armenischen Rasse 1915.

1920 hörte der US-Senat für Resolution 359 Zeugenaussagen zu „Verstümmelung, Verletzung, Folter und Tod“ zahlloser Armenier; der amerikanische Oberstleutnant James Harbord bezeichnete den Völkermord als „das gigantischste Verbrechen aller Zeiten“.

In ihren Memoiren, Ravished Armenia, beschrieb Aurora Mardiganian, wie sie vergewaltigt und in einen Harem geworfen wurde (was mit den Kriegsregeln des Islam überein stimmt). Anders als tausende anderer armenischer Mädchen, die nach ihrer Schändung entsorgt wurden, schaffte sie es zu entkommen. In der Stadt Malatia sah sie 16 junge christliche Frauen, die gekreuzigt worden waren: „Jedes der Mädchen war lebend an ihr Kreuz genagelt worden“, schrieb sie, „Nägel durch ihre Füße und Hände, nur ihr Haar wehte im Wind, bedeckte ihre Körper.“ Solche Szenen wurden 1919 im Dokumentarfilm Auction of Souls dargestellt, einschließlich des oben gezeigten Bildes gekreuzigter junger Frauen.

Während der Völkermord im Westen weithin anerkannt ist – lange vor dieser neuen Resolution hatten mehr als 40 amerikanische Bundesstaaten ihn formell anerkannt – wird eine seiner Haupt- wenn nicht die Grundursache ständig übersehen: die Religion (muslimische Türken gegen christliche Armenier).

Der Völkermord wird leider über ein einzigartig säkulares Paradigma zum Ausdruck gebracht, das sich fast ausschließlich auf Nationalismus, Identität, territoriale Auseinandersetzungen usw. konzentriert – womit moderne, säkulare Sensibilitäten des Westens auf enorm unterschiedliche Charaktere und Zeiten projiziert werden.

Krieg ist natürlich ein weiterer Faktor, der den wahren Kern des Völkermords verschleiert. Weil diese Gräueltaten zumeist während des Ersten Weltkriegs geschahen, so wird argumentiert, waren sie letztlich ein Spiegel genau von diesem – Krieg, in all seinem Chaos und Zerstörung und nichts sonst. Aber wie Winston Churchill, der die Massaker als einen „administrativen Holocaust“ beschrieb, richtigerweise feststellte: „Die Gelegenheit [Erster Weltkrieg] bot sich für die Räumung einer christlichen Rasse von türkischem Bodens an.“ Selbst Adolf Hitler hatte darauf hingewiesen: „Die Türkei nutzt den Vorteil des Krieges, um seine internen Feinde gründlich zu liquidieren, d.h. die indigenen Christen, ohne dabei durch Intervention aus dem Ausland gestört zu werden.“

Selbst der am häufigsten angeführte Faktor für den Völkermord an den Armeniern, „ethnischer Identitäts-Konflikt“, ist zwar legitim, muss aber im Licht der Tatsache betrachtet werden, dass Religion historisch oft mehr für die Identität einer Person entscheidend ist als Sprache oder Erbe. Das wird heute in der muslimischen Welt tagtäglich demonstriert, in der muslimische Regierungen und muslimische Mobs christliche Minderheiten verfolgen, die dieselbe Rasse, Sprache und Kultur haben; Minderheiten, die von der Mehrheit nicht zu unterschieden sind – außer natürlich dadurch, dass sie nicht muslimische, also „Ungläubige“ sind.

So fragt ein Professor für Armenien-Studien: „Wenn er [der Völkermord an den Armeniern] eine Fehde zwischen Türken und Armeniern war, was erklärt dann den von der Türkei an christlichen Assyrern zur gleichen Zeit verübte Völkermord?“ Dasselbe kann über die Griechen gesagt werden (von denen während des Ersten Weltkriegs rund 750.000 liquidiert wurden). Aus türkischer Sicht war das, was die Armenier, Assyrer und Griechen gemein hatten, dass sie alle Christen waren – „Ungläubige“.

Und dasselbe kann von all den Christen und anderen nichtmuslimischen Minderheiten gesagt werden, gegen die sich richtete, was die USA als von ISIS begangenem Völkermord anerkennen – ein weiterer Völkermord, der ebenfalls während des Chaos eines Krieges verübt wurde und zwar gegen diejenigen, deren einziges Verbrechen darin bestand „Ungläubige“ zu sein.

Anmerkung: Kapitel 4 des aktuellen Buches des Autors, Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West, dokumentiert, dass der erste „Völkermord“ an den Armeniern durch die Türken schon genau vor einem Jahrtausend begann, im Jahr 1019.

Nie wieder?

Es ist gesagt worden, dass die Welt im Angesicht von Gräueltaten nie wieder schweigen wird. Aber wie kann man das behaupten, wenn im Verlauf der letzten Jahrzehnte den Morden an Millionen Menschen rund um die Welt mit Stille begegnet wurde?

Nadav Shragai, Israel HaYom, 2. Mai 2019

Im Zentrum des Konzentrationslagers Dachau befindet sich ein Denkmal aus Glas und Stein, auf das in zahlreichen Sprachen „Nie wieder“ geschrieben wurde. Auch im Zentrum des Todeslagers Treblinka ist ein ähnliches Mahnmal zu finden, das den von so vielen über die Jahre hinweg zu dieser Zeit im Jahr von uns wiederholten Schwur trägt.

Aber 80 Jahre nach dem Holocaust scheint es so, als sei die Zeit gekommen diesem Eid ein Fragezeichen hinzuzufügen.

In Europa wie auch bei radikalen Gruppen in den USA breitet sich Judenhass aus und Zurschaustellungen von Antisemitismus in seinen verschiedenen Formen sind mit zunehmender Regelmäßigkeit ausgebrochen. Manchmal handelt es sich um religiösen Hass, andere Male beruht er auf Kultur oder Rasse. In weiteren Fällen ist der Judenhass sozio-ökonomischer Natur.

Diese Erscheinungsformen des Hasses sind jedoch von geringerem Interesse. Seit dem Holocaust hat es unter unseren Feinden solche gegeben und gibt es weiter, die öffentlich erklärten, dass der Plan zu unserer Auslöschung in Kraft bleibt. Es gibt solche, die es schwer finden diese Tatsache zu akzeptieren, insbesondere den Fakt, dass die Nation, die jetzt in Zion wohnt, ihre Beziehung zur Gegenwart zu einem Großteil auf den Lektionen aus der Vergangenheit aufbaut.

Einer dieser Menschen war der verstorbene Professor Yehuda Elkana, selbst ein Holocaust-Überlebender, der das Cohn-Institut für Geschichte und Philosophie der Naturwissenschaften an der Universität Tel Aviv leitete. In den 1980-er Jahren lehnte Elkana es ab die Erinnerung an die Vergangenheit als politisches Argument zu verwenden; er sagte, das sei so, als lasse man die Toten am demokratischen Lebensprozess teilnehmen.

Es gibt viele in unserer Generation, die Elkanas Sichtweise teilen. Sie verstehen nicht, dass die Direktive zum Erinnern sich nicht gegen die Streuung und Verbreitung von Hass richtet, sondern die Sicherstellung eben dieser Existenz und Fortsetzung des Lebens ist, tatsächlich dazu dient sicherzustellen, dass der Holocaust niemals wieder begangen wird. Die Art das zu erreichen besteht darin zu fragen und zu forschen und zu fordern und zu untersuchen und fast ständig zu überlegen: Wird das wirklich nie wieder geschehen?

Eine Welt, die nicht erhebt

Solange Menschen herumlaufen, die bereit sind die Nazi-Rassentheorie und den Judenhass zu verbreiten und entsprechend zu handeln, ist diese Frage nicht nur legitim, sondern unverzichtbar. Nach dem Holocaust waren es der Jerusalemer Großmufti Haddsch Amin al-Husseini und der Feldkommandeur der Arabischen Befreiungsarmee, Fawzi al-Qawuqji, die davon sprachen, dass die „Endlösung die komplette Auslöschung aller Juden“ ist.

Etwa zu der Zeit des Sechstagekrieges 1967 waren es die Führer der arabischen Staaten oder ihre Sprachrohre, die von ihrer Doktrin in diesem Geist sprachen oder verbreiteten. In unserer Generation sprechen die Führer des Iran offen davon und große Teile der „aufgeklärten“ Welt verschließen vor ihren Äußerungen die Ohren. Auch das Phänomen des Islamischen Staates, das sehr stark an die Nazi-Ideologie erinnert, muss diese Welt noch verlassen.

Es ist gesagt worden, dass die Welt niemals wieder schweigen oder nicht handeln wird. Aber wie kann man diese Behauptung aufstellen, wenn im Verlauf der letzten Jahrzehnte an verschiedenen Orten überall auf der Welt Millionen von ihren Feinden ermordet worden sind, während die Welt mit Schweigen reagierte, mit Schweigen reagiert und mit aller Wahrscheinlichkeit weiterhin mit Schweigen reagieren wird.

Es reicht in diesem Zusammenhang aus, die Ermordung von 3 Millionen Muslimen und Hindus durch die westpakistanische Armee in Ostbengalen 1971 anzuführen, den Völkermord an 2 Millionen Kambodschanern durch das Regime der Roten Khmer, den Massenmord an einer halben Million Menschen in Darfur im Westsudan seit 2003 und die 400.000 Ermordeten im blutigen syrischen Bürgerkrieg.

Die Welt erhob und erhebt sich nicht wirklich gegen diese Gräueltaten auf, so wie sie sich nicht gegen den Völkermord an den Juden erhob. Es gibt nicht wirklich einen Grund anzunehmen, es würde etwas von Bedeutung unternommen werden, wenn – was der Himmel verhüten möge – die Existenz des jüdischen Volks in Israel oder weltweit bedroht würde.

Die Worte „Nie wieder“ müssen daher in unserer Generation nicht nur als Eid oder Versprechen dargelegt werden, sondern als unablässige Klarstellung und Frage, die ständig gestellt werden muss.

Israelischer Masochismus und niederländische Heuchelei

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Es gibt radikale kulturelle Unterschiede darin, wie Länder, auch Demokratien, ihre Vergangenheit lehren. Ich erfuhr in der Schule in den Niederlanden viel über Niederländisch-Indien – das spätere Indonesien – das damals noch Kolonie war. Aber uns wurde nichts über den Java-Krieg Mitte des 19. Jahrhunderts gelehrt, als das niederländische Militär zweihunderttausend Einheimische tötete, von denen zehntausende Zivilisten waren.[1]

Im Gegensatz dazu besuchte mein ältester Enkel eine Oberschule in Jerusalem und erhielt die Aufgabe über das Massaker von Deir Yassin zu schreiben. Die offizielle Version lautet, dass während intensiver Kämpfe rund 200 Araber, darunter Zivilisten, von Kämpfern der Irgun Zwai Leumi getötet wurden. Die tatsächliche Zahl liegt bei etwa der Hälfte.[2] Die Gräuel wurden aus politischen Gründen von Juden wie von Arabern übertrieben.[3] Warum wurde meinem Enkel diese Aufgabe gestellt? Deir Yassin war nicht typisch für die Art, wie Israel einen Krieg um sein Überleben führte.

Viele extreme niederländische Kriegsverbrechen wurden im Geschichtsunterricht der Niederlande verheimlicht oder bagatellisiert. Ich erfuhr ein wenig über den Krieg von 1873-1914 in Aceh in Niederländisch-Indien. Die Kolonisatoren töteten geschätzte hunderttausend Einheimische.

Hendrik Colijn war als Leutnant dort. Er solle später fünfmal niederländischer Premierminister werden.[4] Im November 1894 schrieb er seiner Frau, dass er in Übereinstimmung mit der allgemeinen Politik seinen Soldaten befohlen hatte neun Frauen und drei Kinder zu töten, die um Verschonung baten.[5] Das ist nur ein Beispiel von vielen.

2017 veröffentlichte der niederländisch-schweizerische Historiker Rémy Limpach ein 870 Seiten starkes Buch über niederländische Kriegsverbrechen, die in den zwei sogenannten „Polizeiaktionen“ 1947 und 1948 in Niederländisch-Indien an Unabhängigkeitskämpfern und kriminellen Banden verübt wurden. Er kam zu dem Schluss, dass niederländische Kriegsverbrechen struktureller Natur waren und nicht zufällig erfolgten, wie bis dahin behauptet wurde. Das Buch führt viele Beispiele von Niederländern an, die Brandstiftung, Folter und Gefangenenerschießungen begingen, ebenso Frauen und Kinder töteten. Es wurde mehrfach rezensiert, aber es gab keine größeren Reaktionen in der niederländischen Gesellschaft.

In den späten 1960-er Jahren wurde der offizielle Historiker der Niederlande, Cees Fasseur, damit beauftragt diese „Polizeiaktionen“ zu untersuchen. Er gestand später ein, dass die Recherche oberflächlicher Natur war.[6] Erst heute, wo alle niederländischen Täter tot oder sehr alt sind, ist eine bedeutende Studie der Entkolonisierungsperiode begonnen worden.

Über viele Jahrzehnte hinweg kümmerten niederländische Kriegsverbrechen niemanden. Der niederländische  Hauptmann Raymond Westerling hatte den Auftrag Teile der Insel Sulawesi zu „befrieden“. 1974 erzählte er einem Journalisten über einem Glas verdünnten Whiskys, dass er persönlich Richter von 350 Gefangenen vor einem Kriegsgericht war, die er nachher hinrichtete.[7] Seit 1971 war Dries van Agt, der später niederländischer Premierminister werden sollte, Justizminister. Gegen Westerling wurde nichts unternommen. Van Agt ist in den Niederlanden der Haupthetzer gegen Israel.

1969 wurde ein Interview mit Westerling, in dem er Kriegsverbrechen zugab, gefilmt. Alle niederländischen Fernsehsender lehnten die Ausstrahlung ab. Es wurde schließlich 2012 gezeigt.[8]

1987 schrieb der Historiker Ad van Liempt einen Artikel über einen Massenmord während der Polizeiaktionen, der 364 Tote in Niederländisch-Indien zurückließ.[9] Er sagte mir, es habe keine Reaktionen gegeben. 1997 schrieb er das Buch Der Zug der Leichen, das berichtet, wie die Niederländer fast die Hälfte der niederländisch-indischen Gefangenen verhungern ließen, die in einem Zug transportiert wurden. Van Liempt erzählte mir, dass viele es skandalös fanden, dass er darüber ein Buch schrieb.[10] Ein mir bekannter Filmemacher erstellte 1995 einen Film über die Massentötungen an hunderte Männern im Dorf Rawagade durch die niederländische Armee. Er sagte mir, dass die Einheimischen sich erinnerten, dass es auch in nahe gelegenen Dörfern ähnliche Verbrechen gab.[11]

In seinem Buch My  Promised Land (Mein verheißenes Land) aus dem Jahr 2013 berichtet Ari Shavit die Geschichte einer angeblich vorsätzlichen Tötung arabischer Zivilisten durch israelische Streitkräfte im Juli 1948 in Lod. Drei israelische Akademiker – Martin Kramer, Efraim Karsh und Benny Morris – erörterten Shavits Behauptungen. Keiner der drei betrachtet dessen Version als korrekt.[12] Der New Yorker veröffentlichte vor einigen Jahren eine gekürzte Version von Shavits Kapitel.[13] Der Redakteur hätte die Ausgaben seiner Zeitung ein ganzen Jahr lang mit mörderischen niederländischen Kriegsverbrechen füllen können, die in Indonesien in etwa den gleichen Jahren stattfanden.

1995 flohen niederländische UNO-Soldaten in die kroatische Hauptstadt Zagreb; sie kamen aus der bosnisch-muslimischen Stadt Sebrenica, das sie schützten. In einem Völkermord durch die Besatzer töteten bosnische Serben 8.000 Muslime. Ein niederländisches Gericht befand die niederländische Seite als für hunderte der Morde verantwortlich.[14] Der niederländisch Historischer Henri Beunders schrieb, dass niederländische Soldaten, während die Bosnier knietief in Blut standen, in Zagreb bis zu den Knöcheln in Bier standen und Applaus von ihrem Kronprinzen, dem Premierminister und dem Verteidigungsminister erhielten, die alle von dem knietiefen Blut wussten.[15]

Während einer Schlacht in Afghanistan nahe Chora töteten niederländische Soldaten 2007 schätzungsweise 50 bis 100 Zivilisten.[16] Die niederländische Regierung gesteht ein, dass sie nicht weiß, wie viele Zivilisten in der Zeit von 2006 bis 2010 von ihren Flugzeugen und Hubschraubern in der afghanischen Provinz Uruzgan getötet wurden.[17]

2018 gab die niederländische Regierung zu, dass ihre Flugzeuge im Krieg gegen ISIS im Irak und Syrien Zivilisten töteten. Während die USA, Großbritannien und Australien Informationen über die Tötung von Zivilisten in diesem Krieg lieferten, lehnen die Niederländer es ab das zu tun.[18]

Die niederländische scheinheilige Kultur des Umgangs mit den eigenen schwarzen Flecken der Vergangenheit hebt sich von der masochistischen israelischen Kultur der Betonung dessen, was man falsch gemacht hat, ab – die Taten der Israelis erblassen neben den niederländischen Verbrechen. In diese Kultur passt, dass aufeinander folgende niederländische Regierungen es stur abgelehnt haben das enorme Versagen ihrer Exilregierung in London während des Zweiten Weltkriegs gegenüber den verfolgten und ermordeten niederländischen Juden einzugestehen. Alle anderen westeuropäischen Länder, einschließlich Monacos und Luxemburgs, haben das getan. Mehrere davon haben sich zudem bei ihren jüdischen Staatsbürgern entschuldigt.

[1] Manfred Gerstenfeld interviewt Frank van Vree, “Hoe Nederlands collectieve Oorlogsherinnering zich ontwikkelde.” Aleh, September 2018.

[2] https://blogs.timesofisrael.com/deir-yassin-the-end-of-a-myth/

[3] https://besacenter.org/perspectives-papers/deir-yassin-nakba-war-crimes/

[4] https://://historiek.net/hendrikus-cohttpslijn-premier-crisisjaren/69176/

[5] http://www.nrc.nl/nieuws/1998/06/18/colijn-en-de-koloniale-oorlog-7403557-a1118402

[6] http://www.groene.nl/artikel/de-excessennota-moet-opnieuw

[7] Rolf Boost: Westerling spreekt voor de laatste maal: Ik was geen luitenant Calley. Panorama, 1971.

[8] http://www.ad.nl/binnenland/kapitein-westerling-geeft-oorlogsmisdaden-1947-toe~ab110a1b/

[9] Manfred Gerstenfeld interviewt Ad van Liempt: Onvermoeibaar op zoek naar Feiten. Aleh, April 2018; Ad van Liempt: De massamoord van Galoeng Galoeng. in: bijlage Vrij Nederland, 31. January 1987.

[10] Manfred Gerstenfeld interviewt Ad van Liempt: Onvermoeibaar op zoek naar Feiten”, Aleh, April 2018.

[11] Persönliche Kommunikation mit Alfred Edelstein.

[12] https://mosaicmagazine.com/essay/2014/07/what-happened-at-lydda/

[13] http://www.newyorker.com/magazine/2013/10/21/lydda-1948

[14] http://www.reuters.com/article/us-warcrimes-bosnia-srebrenica-idUSKBN19I0XZ

[15] http://retro.nrc.nl/W2/Lab/Srebrenica/130796opi.html

[16] http://www.telegraaf.nl/nieuws/2168198/defensie-aangeklaagd-om-slag-bij-chora

[17] http://www.volkskrant.nl/nieuws-achtergrond/onbekend-aantal-afghaanse-slachtoffers-door-nederlandse-bommen~b163fec0/

[18] http://www.rtlnieuws.nl/nederland/gevolgen-van-vernietiging-is-door-nederlandse-bommen-blijven-geheim

Der Völkermord-Mechanismus

Itamar Marcus, Jerusalem Post, 25. April 2009

Überlebende der Völkermorde in Ruanda und Darfur sprachen diese Woche in Genf auf der Parallelkonferenz zu Menschenrechten, mit der die Durban II-Veranstaltung der UNO gekontert wurde. Ihrer Beschreibung zuzuhören, wie sie von ihren Mördern systematisch dämonisiert wurden, machte klar, dass Völkermord nicht in einem Vakuum geschieht. Der Hass-Zustand einer Bevölkerung, die bereit und begierig darauf ist Völkermord zu begehen, muss genährt werden. Völkermord muss in positive Worte gekleidet werden, damit er die notwendige breite öffentliche Unterstützung bekommt.

Dem Rahmen aller Völkermorde ist eine sehr besondere Art von Dämonisierung gemein. In Ruanda lehrten die Hutus, dass die Tutsies Kakerlaken und Schlangen seien. Tutsi-Frauen wurden als listige Verführerinnen dargestellt, die Schönheit und sexuelle Macht nutzten, um die Hutus zu erobern. In Bosnien besagte ein fiktiver Nachrichtentext, dass Muslime Tieren im Zoo von Sarajewo mit serbischen Kindern fütter würden. Radio Ruanda strahlte wiederholt eine Warnung aus, dass Hutus kurz davor stehen würden von Tutsis angegriffen zu werden, um die Hutus zu überzeugen, dass sie, um sich zu schützen, zuerst angreifen müssten.

Zu dieser Dämonisierung gehörten zwei spezielle Komponenten. Erstens mussten die Opfer als klare und aktuelle Gefahr wahrgenommen werden, damit die Mörder überzeugt waren in Selbstverteidigung zu handeln. Zweitens wurden die Opfer dämonisiert, damit die Mörder sich selbst überzeugten, das sie keine wirklich menschlichen Wesen vernichteten.

Ein anständiger Mensch wird sich am Mord an Unschuldigen nicht beteiligen, aber ein anständiger Mensch könnte sich am Töten von Untermenschen beteiligen, die seine Existenz gefährden. Völkermord als Selbstverteidigung zu formulieren kann anständige Menschen zu Mördern machen. Der Schutz von Kindern und Familie kann aus einem ruhigen Nachbarn einen leidenschaftlichen Mörder machen, weil Selbstverteidigung immer gerechtfertigt ist.

In Darfur und Ruanda bestand alles Nötige, um eine Gesellschaft normaler Menschen in Mörder zu verwandeln, darin sie zu überzeugen, dass sie in Gefahr waren und dass die Leute, die sie gefährdeten, weniger menschlich waren.

Ein Blick zurück in die jüdische Geschichte macht klar, dass die Methode, die genutzt wurde, um Gewalt gegen Juden zu schüren, immer diese Formulierung der „Selbstverteidigung“ einschloss, an der nur Details geändert wurden.

Wenn also Juden im Mittelalter fälschlich der Brunnenvergiftung beschuldigt wurden, die tausende Tote verursachte, dann schlossen sich selbst anständige Menschen dem Töten an. Sie empfanden sich nicht als Mörder, denn sie verteidigten sich und ihre Familien. Als man glaubte, Juden würden das Blut von Kindern für ihre Passah-Matzen benutzen, dann empfanden es selbst anständige Menschen als in Ordnung, wenn sie Juden massakrierten, denn sie verteidigten ihre Kinder vor fürchterlicher Folter.

Selbst Hitler benutzt dieses Argument der Selbstverteidigung in Mein Kampf: In diesem Fall [angesichts der Bedrohung des deutschen Volkes durch die Juden] war die einzige Rettung der Krieg, Krieg mit allen Waffeen, die der menschliche Geist, Verstand und Willen aufbringen kann… Wenn der Jude… über die Völker dieser Welt siegt, dann wird seine Krone der Trauerkranz der Menschheit sein… Daher glaube ich heute, dass ich entsprechend des Willens des allmächtigen Schöpfers handle: Wenn ich mich gegen den Juden verteidige, dann kämpfe ich für das Werk des Herrn.“*

Auch Hitler verpackte seinen Völkermord als legitime Selbstverteidigung. Die Details mögen in jeder Gesellschaft anders sein, aber die Formulierung ist immer dieselbe.

Wenn man die palästinensische Werbung für Hass heute untersucht, dann ist es besonders auffällig und verstörend, dass diese Komponenten von Genoziden an Juden in der Vergangenheit hervorstechende Elemente der Hass-Werbung der palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas gegen Juden und Israelis sind. Zwei Sendungen des Hamas-Fernsehens Anfang des Monats dokumentieren dies klar.

Das Hamas-Fernsehen strahlte einen Sketch aus, in dem Schauspieler einen jüdischen Vater und seinen Sohn in traditioneller Kleidung darstellten, die den Hass gegen Muslime diskutierten, die ihre jüdische Religion fordert. Der Vater belebt sogar den Jahrhunderte alten Ritualmordvorwurf wieder, die Jüden würden das Blut der Muslime trinken: „Shimon, sieh, mein Sohn, ich will dich ein paar Dinge lehren. Du musst die Muslime hassen… wir wollen die Muslime ttöen, wir Juden wollen das Blut der Muslime trinken.“ Er kritisiert seinen Sohn später, dass er sich die Hände vor dem Gebet in Wasser wäscht: „Wir müssen unsere Hände mit dem Blut der Muslime waschen.“ (Al-Aqsa-TV, 3. April) Ironischerweise kam die Beschuldigung der Hamas, die Juden würden muslimisches Blut trinken, in der Woche vor dem Passah-Fest, dem Jahrestag vieler fürchterlicher Ritualmord-Vorwürfe.

Am selben Tag beendete ein religiöser Führer der Hamas seine Predigt mit dem Versprechen, dass letztlich der Völkermord an den Juden stattfinden wird. Um das richtig zu formulieren, begann er mit einer Darstellung der Juden als Feinde der Menschheit. Die Juden sind in sich böse, streben die Weltherrschaft an und sind eine Bedrohung der Muslime und der gesamten Menschheit.

Ziad Abu Alhai formulierte es so: „Hass auf Muslime und den Islam ist in ihren [der Juden] Seelen, sie sind von Natur aus so veranlagt… Israel ist ein Krebs, der die Welt beherrschen will.“ Er schlussfolgerte, dass den Juden die Auslöschung bestimmt ist: „Die Zeit wird kommen, durch Allahs Willen, wenn ihr Besitz zerstört und ihre Kinder ausgelöscht werden und kein Jude oder Zionist auf dem Angesicht dieser Erde verbleiben wird.“ (Al-Aqsa TV, 3. April)

Diese Dämonisierung und Entmenschlichung der Juden ist nicht auf die Hamas beschränkt. Obwohl sie zögert ausdrücklich zum Mord an Juden aufzurufen, während sie Geld vom Westen bekommen will, führt die PA weiterhin ihre unerbittliche Formulierung von Völkermord als Selbstverteidigung und zum Guten der Allgemeinheit fort.

In den PA-Fatah-Medien von heute werden Juden und Israelis durch böswillige Verleumdungen dämonisiert, darunter durch Lügen wie die Behauptung, dass Israel absichtlich AIDS und Drogen verbreite, naziartige medizinische Experimente an Palästinensern durchführe und plane die Al Aksa-Moschee zu zerstören.

Taysir al-Tamimi, der palästinensische religiöse Oberrichter, sagt: „Die AIDS-Frage muss die ihr zustehende Aufmerksamkeit bekommen… da wir Nachbar einer Gesellschaft [Israel] sind, wo diese Seuche weit verbreitet ist und die so handelt, dass [AIDS] in der palästinensischen Gesellschaft übertragen wird. Die Besatzungsbehörden, besonders die in Jerusalem, arbeiten daran Drogen und Drogenabhängigkeit zu verbreiten, ohne Zweifel.“ (PA-Radio, 17. Februar 2008)

Und dies kommt von Dr. Mutawakil Taha, dem Kopf der palästinensischen Schriftstellervereinigung und ehemalige stellvertretende Minister der PA: „Wir haben gesehen, wie sie [die Zionisten] mit Messern in die Bäuche schwangerer Frauen stechen, Kleinkinder abschlachten und kaltblütig Leben fressen. Sie beschossen Kinder und die Schöße von Frauen, damit dieses Volk sich nicht fortpflanzt.“ (PA-TV, 4. März 2008)

Ein Artikel in Al-Ayyam vom Juli 2008 beschuldigt israelische Siedler, sie setzten Ratten in Jerusalems Altstadt frei „um das Leben der [arabischen] Einwohner in eine Hölle auf Erden zu verwandeln, sie zur Flucht zu zwingen…“ (17. Juli 2008). Ein Video auf PA-TV stellte Szenen echter israelischer Panzer fiktiven Szenen eines Kindes gegenüber, auf das geschossen wird, womit die Fiktion geschaffen wurde, dass Israelis absichtlich auf palästinensische Kindern zielen und schießen. (PA-TV, 15. Mail 2008)

So, wie die Tutsis als Kakerlaken und Schlangen beschrieben wurden, haben sowohl die Hamas als auch die PA Juden als verabscheuungswürdige und gefährliche Tiere beschrieben, darunter als Kakerlaken, Spinnen, Skorpione und Alligatoren.

Zwar ist jede Verleumdung ein wenig andres, aber ihr Substanz dieselbe: Die Israelis und die Juden sind gefährlich, sie sind keine Menschen, wir müssen uns gegen sie verteidigen und wir sind klar im Recht, wenn wir das tun.

Es ist tragisch, dass diese Formulierung von Völkermord als notwendige Selbstverteidigung derart erschreckend erfolgreich geworden ist.

Eine Umfrage nach dem Mord an acht Jeschiwa-Schülern im letzten Jahr stellte fest, dass „84 Prozent der Palästinenser die Terror-Anschläge befürworten, bei denen acht junge Schüler in einer Jerusalemer Jeschiwa am 6. März 2008 getötet wurden“ (Umfrage des Palestinian Center for Policy and Survey Research, New York Times, 19. März 2008). Wie kann eine ganze palästinensische Gesellschaft den Mord an Kindern unterstützen? Eindeutig ist die Bezeichnung von Juden und Israelis als tödliche Gefahr für die Palästinenser ein totaler Erfolg gewesen.

Israel sieht sich jetzt einer Gesellschaft gegenüber, die sehr wahrscheinlich über das Stadium der Formulierung des Völkermords hinaus ist und den Punkt erreicht hat, die Tötung von Israelis, sogar Teenagern, als gerechtfertigt betrachtet. All dies wäre notwendig, damit die Bevölkerung bei dem von ihren Führern so oft in allen Details beschriebenen End-Script mitzieht, das das Mittel dazu wäre.

Apartheid und Völkermord – Doppelfehlschlag des Tages

Aussie Dave, Israellycool, 15. Januar 2018

Die israelische Polizei berichtete:

Ein 7-jähiges Mädchen aus dem Gazastreifen kam zu medizinischer Behandlung nach Israel und wurde von ihrem Vater auf dem Weg nach Hause ausgesetzt; sie kam gestern zur der Wach Lev Ha’ir in Jerusalem. Die Polizistin gab dem verängstigten Mädchen Wärme und Liebe, verpflegte sie und spielte stundenlang mit ihr.

Gleichzeitig wurde der Vater im Zentrum des Lands lokalisiert und festgenommen. Die Mutter des Mädchens, die im Gazastreifen blieb, wurde mit Hilfe der Zivilverwaltung ausfindig gemacht. Die Polizistin begleitete das Mädchen zum Übergang Erez und dem Treffen mit der Mutter. Das Mädchen trennte sich mit einer herzlichen Umarmung von der Polizistin und bat sie, sie im Gazastreifen zu besuchen.

Beachten Sie, dass das kleine Mädchen medizinische Behandlung in Israel erhielt (Versager bezüglich Apartheid wie Völkermord!) und dass über die medizinische Versorgung hinaus für sie gesorgt wurde, nachdem ihr Vater sie herzlos aussetzte (Versager bezüglich Apartheid wie Völkermord!)

Das ist nicht erwähnenswert, weil es ein seltenes Vorkommnis ist, sondern weil diese Dinge von den Mainstreammedien kaum einmal berichtet werden.

Tatsächlich ist die Wahrheit ziemlich langweilig – wir kümmern uns um die, die Hilfe brauchen, berücksichtigen aber immer Sicherheitsbedenken.