Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (05.-11.05.2013)

Sonntag, 05.05.2013:

Der letzte israelische Luftangriff auf Hisbollah-Waffennachschub wird von Syrien als „Kriegserklärung“ bezeichnet. Was soll das heißen, wenn das Land sich noch nie in etwas anderem als einem Kriegszustand mit Israel befunden hat? Außerdem soll der Angriff beweisen, dass Israel mit den Rebellen unter einer Decke stecke.
Auch die Arabische Liga wird auf einmal in Sachen Syrien aktiv: Die UNO soll die „israelische Aggression“ stoppen. Und Ägypten legt noch nach: Der israelische Angriff bedroht die Sicherheit und Stabilität in der Region. (Die Aufrüstung der Hisbollah nicht????)

Schaut mal, wer noch „den Angriff“ Israels verurteilt: die „Rebellen“! Das würde die Aufmerksamkeit von Massakern der Regierungstruppen ablenken.

Syrien soll wegen des Angriffs jetzt Raketen auf Israel ausgerichtet haben. (Ist das neu?)

Die israelischen Botschaften sind weltweit in Alarmbereitschaft gegangen, weil Racheakte der Hisbollah befürchtet werden.

Ein Jugendlicher (Israeli) verteilte an der Tapuach-Kreuzung Flugblätter – dort, wo letzte Woche ein fünffacher Vater ermordet wurde. Er wurde verhaftet. Hm…

Heckmeck:
Khaled Meschaal hat schonmal angekündigt, dass die neuesten Friedensversuche der USA fehlschlagen werden.

Montag, 06.05.2013:

Der Iran droht Israel wegen Syrien: Die Aggression wird nicht unbeantwortet bleiben und Tel Aviv eine vernichtende Antwort erhalten.

Wegen der Spannungen – vor allem in Sachen Syrien – wird Israel ein Großmanöver im Norden des Landes deutlich kleiner ausfallen lassen.

Die PalAraber haben es vorgemacht, die Hisbollah und der Libanon haben es nachgemacht, jetzt machen die Syrer es natürlich auch: Sie behaupten, Israel haben Uran-Munition eingesetzt. Macht die Lüge nicht wahrer, aber die Israelhasser haben wieder Propagandamunition.

Dienstag, 07.05.2013:

Eine Bilanz der Terroristen: Vom 23. bis 30. April: 119 Fälle von Angriffen mit Steinen, 18 Vorfälle mit Brandbomben, neben reichlich Verletzten auch ein ermordeter Israeli.

Ein Aktivist des Likud wurde von der Polizei wegen seines T-Shirts befragt, auf dem „Feiglin“ stand (ein Knessteabgeordneter, dem verboten wird den Tempelberg zu betreten). Die Polizei forderte den Mann auf das T-Shirt auf links gedreht zu tragen „um Provokationen zu vermeiden“. Er fragt im Gegenzug: „Wie können sie dann diese muslimischen Antiisrael-Banner tolerieren, die überall auf dem Tempelberg zu sehen sind?“ Als wenn das keine Provokation ist. Aber anscheinend dürfen nur die Juden nicht provozieren.

Es heißt, Netanyahu habe den Wohnungsbauminister angewiesen bis Juni alle Bauprojekte in Judäa und Samaria einzufrieren.

Heckmeck:
– Abbas ist im Land. Netanyahu ist auf Staatsbesuch. Da wollen die Chinesen jetzt auch mal die Friedensengel geben. Und so haben sie Abbas einen „Friedensplan“ gezeigt: „Grenzen von 1967“ (mit „Jerusalem“ als Palästinenser-Hauptstadt), Israels Existenzrecht und Verhandlungen sind Grundlage für einen dauerhaften Frieden zwischen den beiden Völkern. Ende der Siedlungsaktivitäten, der Gewalt gegen (arabische) Zivilisten, der Blockade des Gazastreifens; auf eine „Lösung“ für die arabischen Gefangenen wird gedrängt – alles „notwendige Bedingungen für die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen“. Mit anderen Worten: Die Israelis haben Vorleistungen zu bringen, das Ergebnis wird vorweggenommen und die Terroristen bekommen ihren Willen.

Mittwoch, 08.05.2013:

Hochrangiger PA-Vertreter: Wir ehren den heldenhaften Kämpfer,… der den Siedler tötete. Segen den Brüsten, die ihn nährten.“ [Über den Mörder von Evyatar Borovsky an einer Bushaltestelle.]
Jibril Rajoub: „Ich schwöre, hätten wir eine Atombombe, wir hätten sie heute Morgen eingesetzt.“

Jibril Rajoub findet übrigens weitere klare Worte: „Israel ist der Hauptfeind der Araber und Muslime, Widerstand in allen Formen weiterhin die Strategie“ seiner Organisation – der Fatah. Friedenspartner eben.

Friedensvertragspartner: Das Parlament von Jordanien verlangte in einer Abstimmung die Vertreibung des israelischen Botschafters aus Amman und die sofortige Abberufung des jordanischen Botschafters in Israel. Als Begründung wird „Israels Handeln an den heiligen Stätten des Islam und des Christentums in Jerusalem“ angeführt. Es passt den Herrschaften also nicht, dass Israel diese heiligen Stätten schützt und allen zugänglich macht?

Die Hamas feiert den 10. Jahrestag eines Selbstmord-Bombenanschlags in Rishon LeZion, bei dem 16 Menschen ermordet und 55 verletzt wurden (10 davon schwebten in Lebensgefahr). Frau Roth sollte sich bitte mal umsehen, wo die „moderaten Elemente“ der Hamas sind, die das nicht gut finden.

Donnerstag, 09.05.2013:

Der ägyptische Hassprediger Yusuf al-Qaradawi ist im Gazastreifen und hetzt: Israel hat kein Recht zu existieren. Es gab nie einen jüdischen Staat auf diesem Land.

Jordanische Sicherheitskräfte mussten „Demonstranten“ davon abhalten gewaltsam in die israelische Botschaft in Amman einzudringen.

Für Beit El wurde der Neubau von 296 Wohneinheiten genehmigt. Die PA geifert, das würde den Friedensprozess vernichten. (Welchen Friedensprozess?)

Hassan Nasrallah schwört, dass sein Terrortruppe „den besetzten syrischen Golan befreien“ wird.

Heckmeck:
Der chinesische Premierminister hat Netanyahu aufgefordert die Hindernisse für den Wiederbeginn der Friedensgespräche mit den Palästinensern beiseite zu räumen. (Es ist nicht bekannt, dass Mahmud Abbas ähnlich angegangen wurde.)

Samstag, 11.05.2013:

Oh ja, es gibt nichts Wichtigeres: Baroness Ashton ist schwer besorgt, dass Israel Wohnungen baut. Sich zur Ermordung von Evyatar Borovsky und der Erhebung seines Mörders zum Helden durch Mahmud Abbas hat sie bisher unterlassen.

Die Muslimbruderschaft in Ägypten veranstaltete eine Anti-Israel-Demonstration: „Das Volk will die Vernichtung Israels“.

Umfrage bei den „Palästinensern“: 45% glauben, Terror sei der beste Weg zum eigenen Staat. Das sind dreimal so viele, wie glauben, dass Verhandlungen am besten zum eigenen Staat führen. 22% sind für eine Kombination aus Terror und Verhandlungen. Das macht zwei Drittel der Araber in Judäa und Samaria sowie dem Gazastreifen zu Terror-Befürwortern. Aber der Frieden steht vor der Tür, sobald Israel den Forderungen der Terroristen nachgibt!

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2013“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

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Unterdrückungsspiele mit Scharaden-Charakter

Erst wurden die (sieben) irakischen Olympia-Sportler ausgeladen. Als Grund gab das IOC an, dass der Staat sich unzulässig eingemischt hätte, als er das NOK auflöste, dessen Mitglieder zum Teil vermisst sind (vor zwei Jahren entführt und niemand weiß wo sie sind und ob sie noch leben), während die übrigen sogar für nahöstliche Verhältnisse einfach zu korrupt waren. Das neue NOK wird vom IOC nicht anerkannt.

Jetzt gibt es einen „Kompromiss“: Zwei Athleten dürfen zu den Spielen, nachdem die irakische Regierung versprach nicht politisch in die olympische Bewegung des Landes einzugreifen. Im November soll es transparente Wahlen zum NOK geben. Natürlich begrüßen die IOC-Offiziellen, dass die irakische Flagge in Peking wehen wird. (Wieso nur zwei der ursprünglich sieben Athleten nach Peking dürfen, wird nicht klar.)

Nebenbemerkung: Als Saddam Hussein seinen Sohn Uday zum Leiter des NOK (und des irakischen Fußballverbandes) ernannte, sah das IOC nie einen Grund sich über „unzulässige politische Einmischung in die olympische Bewegung des Landes“ zu beklagen, geschweige denn Sanktionen zu erteilen.

Aber gegenüber Tyrannen und Diktaturen haben es die IOC-Offiziellen ja eh nicht mit Standhaftigkeit oder gar Widerstand. Das haben sie gerade erst wieder bewiesen, also sie die Internet-Zensur für alle Journalisten durch die Volksrepublik China für in Ordnung befanden (Nachrichten im Radio von 14 Uhr). Die Regierung in Peking hat damit ein weiteres der früher abgegebenen Versprechen gebrochen. Bereits vor ein paar Tagen hatte ein Fernsehbericht südamerikanische Journalisten gezeigt, die nur sehr eingeschränkten Internetzugriff hatten – und die offiziellen Ansprechpartner Chinas zeigten sich verwundert und behaupteten glatt, das stimme nicht. So geht’s auch, aber nur sehr kurz.

Um sich mit der Lüge nicht weiter lächerlich machen zu müssen, wurde anscheinend mit dem IOC gekungelt. Offizielle Darstellung jetzt: Der freie und ungehinderte Internetzugang sei nur für den Sport zugesagt worden. Das IOC bestätigte die Darstellung und schon ist der olympische Friede wieder hergestellt und der Freiheit Genüge getan. (Im April hieß es seitens des IOC noch, das Hauptpressezentrum würde nicht zensiert.) Die Journalisten hätten „für ihre Arbeit notwendigen Internetzugang“. (Der Sport ist bekanntlich von der Politik völlig losgelöst.)

Wenn alles mit rechten Dingen zugehen würde, dann müsste das IOC die Spiele absagen.

Wenn alles mir rechten Dingen zugehen würde, dann müssten die Reporter und Sendeanstalten jetzt die Spiele ignorieren. (Aber dazu haben sie zu viel Geld bezahlt.)

Da sie das nicht tun werden, müssten sie bei jedem Bericht, bei jedem Gespräch, jedes Mal, wenn ein Journalist sich äußert oder jemanden befragt, die Zensuraktivitäten der Chinesen erwähnt werden.

Aber dazu wird sich unsere Journaille auch nicht durchringen können. Das Getöse von heute wird für Olympia unter den Teppich gekehrt werden, damit die Spiele „schön“ werden.

Ich für mein Teil werde die Olympischen Spiele ignorieren. Mich wird keine Werbung der Olympia-Berichterstattung erreichen.

Flamme der Schande

Als richtige Diktatur muss die Volksrepublik China unbedingt neue Superlative setzen, um die Welt in Staunen zu versetzen ob der Leistungsfähigkeit des voll überlegenen Systems. Der „Fackellauf“ mit dem olympischen Feuer ist eine tolle Gelegenheit dazu – so weit um die Welt ist das Teil noch nie getragen worden. Bisher war es in erster Linie der nicht ganz direkte Weg von Griechenland ins Ausrichterland. Dieses Jahr werden Umwege genommen, die jeder Logik widersprechen und dem Geist Olympias mindestens so Hohn sprechen wie 1936 – oder wie die Friedenstauben in Moskau 1980.

Olympia-SorgeAnders als 1936 oder 1980 gibt es allerdings richtig Zoff. Noch nie musste ein Olympia-Fackel derart geschützt werden wie dieses Jahr gegen die Tibeter. Es waren zwar keine Wasserpistolen-Terroristen hinter irgendwelchen Büschen zu verzeichnen, aber am Montag in Paris verlöschte das Teil – gleich viermal. Das erste Mal löschten es die Organisatoren selbst, weil zu viele Demonstranten vorhanden waren; dann wurde sie ausgemacht, weil mit Wasser gesprüht wurde; dann waren wieder Demonstranten im Weg (sie hatten eine Brücke besetzt); und schließlich drohten vor dem Louvre Leute mit einem Feuerlöscher. Die Fackel wird jetzt besser geschützt als der Papst im Papamobil.

In London gab es Sonntag schon reichlich Zoff. Tibetische Demonstranten und ihre Sympathisanten machten den Fackel- zum Spießrutenlauf. Die britischen Sicherheitskräfte hatten alle Hände voll zu tun, der Fackel den Weg freizuräumen. Um die Fackel selbst kümmerten sich anscheinend andere – was bei uns nicht weiter vermerkt wurde. Auch bei den Briten scheinen es nicht allzu viele gemerkt zu haben; allerdings hat die Daily Mail recht heftige Reaktionen auf eine Gruppe Chinesen, über deren Aktivitäten auch Melanie Phillips sich aufregt:

Von mehreren Seiten wurde inzwischen aufgezeigt, dass der schockierendste Aspekt dieser Farce des Vorankommens der olympischen Fackel durch London und Paris die Anwesenheit und das Verhalten eines Trupps chinesischer Schläger in blauen Trainingsanzügen war, die eine bedrohliche Phalanx zwischen der Fackel und der nebenhertrottenden britischen Polizei bildeten. Lord Coe nannge sie „Schläger“ und Konnie Huq, die die Fackel trug, lieferte einige lebhafte und alarmierende Details:

Huq, eine von 80 Fackelträgern, sagte: „Die Männer in Blau verblüfften alle. Niemand schien zu wissen, wer sie offiziell waren oder welche Funktion sie hatten. Sie waren sehr roboterhaft, sehr konzentriert und ich bemerkte, dass sie Zusammenstöße mit unserer Polizei und den olympischen Autoritäten vor unserem Teil des Laufs, was etwas verwirrend war. Sie schnauzten mich an, Sachen wie ‚Lauf! Stop!’ und ich dachte Sachen wie: ‚Meine Güte, wer sind diese Leute?’ Sie drückten meine Hand weiter nach oben, als ich die Fackel hielt. Also waren sie… interessant.“

Die große Frage ist: Wer waren sie und wer hat ihnen eine solche Rolle für den Umzug zuerkannt? Die Times berichtet:

Die Metropolitan Police bestätigte gestern Abend, dass die Teilnehmer keine exekutive Gewalt in Großbritannien hatten, was bedeutet, dass sie keine Befugnis haben die Ordnung aufrecht zu erhalten. Das Außen- und Commonwealth-Ministerium und die chinesische Botschaft lehnten es ab die Rolle und Verantwortung der 14-köpfigen Gruppe zu kommentieren. Pro-tibetische Demonstranten behaupten, dass die Leute hoch ausgebildete chinesische Sicherheitsbeamte waren.

Andernorts sagt der Rat von Greater London, dass die Sicherheit auf den Straßen vom britischen Olympischen Komitee (BOC) organisiert wurde, währen das BOC sagt, dass die GLA (Verwaltung von Greater London) sie organisierte.

Fakt ist, dass dies eine perfekt legale Demonstration der Art war, die Großbritanniens offene Gesellschaft charakterisiert. Die Frage bleibt: Wer hat den staatlichen chinesischen Schlägern die Befugnis gegeben, eine Rolle bei der Kontrolle der Demonstration auf Londons Straßen gegeben?