Wann ist in Israel Weihnachten?

Je nachdem, wenn man fragt, wird Weihnachten in Israel an einer Reihe unterschiedlicher Tage gefeiert.

Maayan Jaffe-Hoffman, Jerusalem Post, 20. Dezember 2019

In der Kathedrale des Heiligen Jakobus, einer armenischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert in Jerusalems Armenischem Viertel. (Foto: Wikimedia Commons)

Amerikanische Christen sind es gewohnt Weihnachten am 25. Dezember zu feiern, dem Datum, von dem heute viele glauben, dass es der Jahrestag der Geburt Jesu ist.

Aber in Israel wird Weihnachten am 25. Dezember, 7. Januar und 19. Januar gefeiert.

Warum?

Es gibt zwei verschiedene Kalender, zwei unterschiedliche Daten für Feiern und drei Kirchen.

Dr. Sergio La Porta, Haig und Isabel Berberian-Professor für Armenien-Studien und Interim-Dekan in Stellvertretung am College of Arts and Humanities der California State University in Fresno, erklärte dem Magazin, dass die römisch-katholische Kirche dem gregorianischen Kalender folgt, während die armenische Kirche in Jerusalem und die griechisch-orthodoxe Kirche dem julianischen Kalender folgen.

Armenier im Rest der Welt folgen dem gregorianischen Kalender, der erstmals 1582 von Papst Gregor XIII. eingesetzt wurde. Heute ist der gregorianische Kalender natürlich der international anerkannte Zivilkalender und auch als der westliche, säkulare oder christliche Kalender bekannt.

Der julianische Kalender ist ein Datierungssystem, das von Julius Caesar eingeführt wurde.

„Das machten sie bewusst während der osmanischen Zeit, damit ihre Feiern in der Geburtskirche sich nicht überschneiden“, erklärte La Porta die unterschiedlichen Daten. „Aber das schafft eine Menge Verwirrung – nun, uns verwirrt es stark.“

Die römischen Katholiken feiern am 25. Dezember. Die griechisch-orthodoxe Kirche feiert auch am 25. Dezember, aber nach dem julianischen Kalender, der vom gregorianischen etwa 13 Tage abweicht. Der 25. Dezember des julianischen Kalender fällt auf den 7. Januar [des gregorianischen Kalenders].

Die armenische Kirche in Jerusalem feiert Weihnachten am 6. Januar des julianischen Kalenders, der im gregorianischen Kalender auf den 19. Januar fällt.

La Porta sagte, die Armenier feiern die Geburt und die Offenbarung – den Tag, von dem sie glauben, dass Jesus als Gottes Sohn offenbart wurde – innerhalb von zwei Tagen, vom 5. auf den 6. Januar des julianischen Kalenders oder vom Nachmittag des 18. bis Mitternacht des 19. Januar im gregorianischen Kalender.

„Das half in der osmanischen Zeit immens“, sagte La Porta unter Verweis darauf, dass die Armenier Jerusalems am julianischen Kalender festhalten, während der Rest der armenischen Welt den logischen Wechsel vornahm. „Andernfalls würde jeder zur gleichen Zeit zur Geburtskirche gehen und es hätte Auseinandersetzungen gegeben. Weil sie die Armenier dazu bringen am julianischen Kalender festzuhalten, findet Weihnachten für sie etwa zwei Wochen später statt. Das hilft wirklich.“

La Porta erklärte, dass man in der Zeit des römischen Kaisers Konstantin, der selbst Christ war, anfing Weihnachten am 25. Dezember zu feiern. Das römische Imperium wählte diesen Tag wahrscheinlich, weil die Wintersonnenwende und das antike heidnisch-römische Sonnenwendfestes Dies Natalis Solis Invicti oder Fest der „uneroberten“ Sonne in diesem Zeitraum gefeiert wurden.

„Konstantin hatte die Geburt auf den 25. geschoben, um die Erinnerung an den Sonnen-Feiertag auszulöschen und auch, weil die Menschen damals schon etwas feierten, also war es ein guter Zeitpunkt für einen Feiertag“, sagte La Porta. „Die meisten Forscher glauben, dass Jesus im Frühling geboren wurde, aber es gibt eine Menge Streit darüber.“

Es gibt aber dazu, welcher Kalender genauer ist, keine Diskussion. Der gregorianische Kalender ist genauer als der julianische, der zu viele Tage hatte. Tatsächlich gingen, als 1582 der Wechsel vom julianischen zum gregorianischen Kalender vorgenommen wurde, 10 Tage verloren.

Weihnachtsfeiern in Israel nähern sich langsam stärker an westlichen Feiern an, einschließlich des Aufstellens von Weihnachtsbäumen und Lichterschmuck. Aber der Feiertag im heiligen Land konzentriert sich weiter auf liturgischen Gottesdienst in Bethlehem und gemeindliche Feiern.

Eine Sprecherin der armenischen Presse- und Informationsabteilung des armenischen Patriarchats erzählte dem Magazin von Weihnachtsfeiern am Krippenplatz, wo die Stimmen der jungen Chorsänger und Freudenrufe ihrer Aussage nach von Trompetenklängen, Dudelsäcken und Musik begleitet sind.

Der armenischen Gemeinschaft Jerusalems schließen sich Gottesdienstbesucher aus Jaffa, Haifa und Ramle sowie Pilger aus der Türkei, Armenien und den Vereinigten Staaten an. Die frommeren Besucher beten in der Mitternachtsmesse in der Kirche; der Gottesdienst beginnt zwischen 22 und 23 Uhr und endet erst gegen 6 oder 7 Uhr am nächsten Morgen.

Dann, sagte die Sprecherin, sammelt sich die Gemeinde zu besonderen Kuchen, Brot und Süßigkeiten.

„Es gibt immer Essen für alle“, sagte sie.

Die palästinensischen Miesepeter stehlen Weihnachten

Lahav Harkov, The Jerusalem Post, 20. Dezember 2017

Egal wie die Stadt irgendwann aussehen wird, Israel ist die richtige Wahl für die Kontrolle über Altstadt, denn nur Israel wird die religiösen Freiheiten von Juden, Christen und Muslimen schützen

Ein Gesamtblick zeigt den Felsendom in Jerusalems Altstadt auf dem Gelände, das Muslime als Edles Heiligtum kennen, Juden als Tempelberg – 6. Dezember 20107 (Foto: REUTERS)

Es war keine Überraschung, dass die Palästinenserführung wütend auf US-Präsident Donald Trumps Anerkennung des offensichtlichen Realität reagierten, dass Jerusalem Israels Hauptstadt ist.

Aber über den üblichen „Tag des Zorns“, auf israelische Kindergärten geschossene Raketen und auf vorbeifahrende israelische Autos geworfenen Brandsätze hinaus entschied sich die palästinensische Autonomiebehörde den Miesepeter zu geben und Weihnachten zu stehlen, womit sie nur bewiesen, dass Trump recht hatte vor den Launen der Seite nicht einzuknicken, die ein Muster der Verletzung der religiösen Freiheiten hat, wenn es um eine Stadt geht, die drei Religionen heilig ist.

Bethlehem, von dem man annimmt, dass es Jesu Geburtsort ist, und Ramallah, die palästinensische de facto-Hauptstadt, schalteten ihre Weihnachtslichter innerhalb einer Stunde nach Trumps Ankündigung ab.

In Nazareth, der Stadt, in der Jesus aufwachsen sein soll, heute die größte arabische Stadt in Israel, fuhr der muslimische Bürgermeister die Weihnachtsfeiern in Identifikation mit den Palästinensern herunter.

Und vor dem – inzwischen verschobenen – geplanten Besuch von US-Vizepräsiden Mike Pence in Jerusalem in der nächsten Woche kündigte Adeeb Joudeh, der Muslim, dessen Familie seit Generationen die Schlüssel zur Grabeskirche in der Hand hat, dass er Pence, einen frommen evangelikalen Christen, nicht hineinlassen würde.

Diese Taktik des Protests, bei der Christen ihre christlichen Feste verweigert werden, bestätigt einmal mehr, dass Trump das Richtige tat, als er Jerusalem zu Israels Hauptstadt erklärte und dass seine Administration letzten Freitag sagte, sie stelle sich vor, dass die Westmauer bei einem Endstatus-Ergebnis  innerhalb des israelischen Jerusalem liegt.

PA-Präsident Mahmud Abbas behauptet er sei ein Verteidiger christlicher Araber in Bereichen unter seiner Kontrolle. Er sagte in seiner Rede vor der Organisation der Islamischen Konferenz letzte Woche wiederholt, Jerusalem sei eine muslimische und christliche – aber nicht jüdische – heilige Stadt.

Aber die Bilanz der Palästinenser, schon vor dem Weihnachtsdämpfer dieses Jahr, sollte Christen zweifeln lassen.

1950 betrug die christliche Bevölkerung des Bereichs Bethlehem nach Angaben des National Catholic Reporter 86%. Heute sind es nur noch 12% und Christen stellen nur 2% der palästinensischen Bevölkerung, während es vor einer Generation noch doppelt so viele waren. Die Lage im Gazastreifen, der von der Terrororganisation Hama kontrolliert wird, ist noch schlimmer. Als die Hamas dort 2006 die Kontrolle übernahm, gab es dort 6.000 Christen; vor einem Jahr gab es 1.100. In Israel ist die christliche Bevölkerung sehr stabil um 2% geblieben; ihre Zahl nahm in den letzten 20 Jahren um etwa 5.000 zu.

Christen sind aus den palästinensisch kontrollierten Gebieten geflohen und es ist leicht zu verstehen warum, angesichts ihrer systematischen Misshandlung 2002 stürmten mit dem PA-Vorsitzenden Yassir Arafat verbundene Terroristen die Geburtskirche in Bethlehem, hielten Mönche in der Kirche als Geiseln, was zu einer Pattsituation mit der israelischen Armee führte. Einer der Palästinenser des Angriffs sagte später, sie wählten die Kirche gezielt als Stützpunkt ihres Kampfs, damit sie Israel schlecht aussehen zu lassen konnten.

Im Gazastreifen sind Christen um ihres Glaubens willen ermordet worden, darunter Rami Ayad, ein Leiter der Baptistenkiche von Gaza und Geschäftsführer des einzigen christlichen Buchladens. Die Kirche ist von der Hamas für den Kampf beschlagnahmt worden, weil sei eines der höchsten Gebäude von Gaza Stadt ist.

Nach all dem behauptet die Palästinenserführung immer noch, dass sie die beste Wahl zur Kontrolle der christlichen Stätten ist.

Juden haben natürlich gewusst, dass unsere heiligen Stätten in Jerusalem nicht den Palästinensern oder anderen arabischen Staaten anvertraut werden können.

Nachdem 1948 der Staat Israel gegründet wurde, übernahm Jordanien bis 1967 die Kontrolle der Altstadt Jerusalems und es gab ein pauschales Verbot für Juden die heiligsten Stätten des Judentums zu besuchen – den Tempelberg oder die ihn stützende Westmauer, wo Juden Jahrtausende lang für den Wiederaufbau des Heiligen Tempels auf dem Berg darüber beteten. Das Verbot wurde von Heckenschützen gestützt, die auf jeden schossen, der sich der Barriere zwischen der israelischen und der jordanischen Seite Jerusalems näherte.

Seit Israel 1967 die Altstadt befreite steht es Menschen aller Religionen frei Jerusalems heilige Stätten zu besuchen und zu beten. Das folgt dem Vers in Jesaja, der in jüdischen Gebeten verwendet wird und besagt, dass Gottes „Haus“ (gemeint ist der Tempel) „ein Haus des Gebets für alle Nationen heißen wird“.

Die Ausnahme ist der Tempelberg, der zwar unter israelischer Souveränität steht, aber entsprechend einer Auflage aus dem Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien von einer islamischen Stiftung verwaltet wird. Nichtmuslimen ist Gebet auf dem Templeberg verboten, obwohl der Ort allen drei großen monotheistischen Religionen heilig ist. Die Regel wird strikt durchgesetzt und Menschen sind vor die Tür gesetzt worden, weil sie sie verletzten.

Dass die Muslime die Verbindung aller anderen zum Tempelberg bestreiten ist so stark, dass, nachdem drei israelische Araber zwei israelisch-arabische Polizisten an der Stätte töteten, die ihnen angeblich so heilig ist und Israel beschloss aus Sicherheitsgründen Metalldetektoren zu installieren, palästinensisch und israelische Muslime gewalttätig randalierten.

Diese Leugnung wurde in Abbas‘ Rede letzte Woche und in von den Palästinensern gestützten Petitionen deutlich, die die UNESCO beschloss, die praktischerweise die Tatsache ausließen, dass der Tempelberg und die Westmauer dem jüdischen Volk heilig sind. Arabische Mitglieder des israelischen Parlaments sagen regelmäßig, die Israelis hätten die jüdische Verbindung zum  Tempelberg erfunden; diese Woche protestierten sie lautstark gegen archäologische Grabungen in dem Bereich, die das Gegenteil beweisen können – und schon bewiesen haben.

Es geht aber noch weiter zurück. Arafat sagte einst Präsident Bill Clinton, dass die jüdische Verbindung zu Jerusalem eine Fälschung sei. Clinton sagte Arafat, dass er damit falsch liege; als Christ wisse er, dass der jüdische Tempel dort stand.

Trump sagte in seiner Rede, dass Jerusalem Israels Hauptstadt ist, aber dass seine Grenzen in zukünftigen Verhandlungen festgelegt werden, was impliziert, dass die Palästinenser einen Teil der Stadt bekommen werden.

Egal, wie die Stadt am Ende aussehen wird: All das oben Geschriebene ist überwältigender Beleg dafür, dass Israel die richtige Wahl für die Kontrolle des Herzens Jerusalems – der Altstadt – ist, weil nur Israel bereit ist die religiösen Freiheiten von Juden, Christen und Muslimen – die sie heilig nennen – zu schützen bereit ist.

Oh Bethlehem, kleine Stadt Bethlehem

The Real Jerusalem Streets, Israellycool, 21. Dezember 2017

Das israelische Tourismusministerium macht sich beeit die Zehntausende Besucher willkommen zu heißen, deren Ankunft zur Weihnachtssaison erwartet werden.

Tourismusminister Yarvi Levin: „Israel lädt die Gläubigen aller Religionen ein in Freiheit und Sicherheit alle heiligen Stätten in Israel zu besuchen, dort zu beten und Gottesdienst zu feiern. Ich bin stolz diese Gelegenheit nutzen zu können und anzukündigen, dass wir dieses Jahr alle Rekorde an Einreise-Tourismus gebrochen haben und das Jahr 2017 mit dem Rekord von 3,5 Millionen Touristen abzuschließen, eine halbe Million mehr als der vorherige Rekord.“

Bethlehem befindet sich üblicherweise zu dieser Zeit im Jahr in den Nachrichten.

Von 15 Uhr am 24. Dezember bis 3 Uhr am (1.) Weihnachtstag  wird das Tourismus-Ministerium kostenlose Shuttle-Transporte anbieten, die helfen Pilger zwischen Jerusalem und Bethlehem zu transportieren; die Busse werden alle 30 Minuten zur vollen und halben Stunde fahren.

Bei einem Besuch im Dezember letzten Jahres traf unsere Gruppe auf die Schwester, die das christliche Waisenhaus in Bethlehem leitet. Sie sprach sehr sorgfältig. Jedes Wort wohlüberleg, um nichts zu sagen, das von den Medien falsch berichtet werden könnte. Sie beschwor uns sehr achtsam darin zu sein, was wir berichten.

Die Bemühungen der Nonnen diesen aufgegebenen Kindern einen warmen Ort zum leben zu geben, unter sehr schwierigen Umständen, waren beeindruckend. Die liebevolle Pflege war offensichtlich.

ich frage mich jedoch, wo dieser kleine Busche in der Zukunft sein wird. Ich frage mich, wo er heute ist. Ich fragte mich auch, wie viele Schekel in den Bau der Bank of Palestine in Bethlehem gesteckt wurden.

Für einen „Staat“ ohne Währung ist es wirklich eindrucksvoll. Erinnerte mich an ein gewisses Museum, das nichts auszustellen hat.

Ich habe in der letzten Woche eine Menge über Bethlehem nachgedacht. Mich gefragt, wo der internationale Aufruhr blieb, nachdem Trump redete und die Weihnachtsfeiern runtergefahren wurden?

Schließlich stand etwas in der Jerusalem Post: „Palästinensische Miesepeter stehlen Weihnachten.“

Mehr als miesepetrig bleibt mir angesichts der finanziellen Bedrängnis der Menschen in Bethlehem, die die größte Tourismuszeit des Jahres verlieren, dieses Foto aus dem letzten Jahr ständig im Sinn.

Nach einem faszinierenden Besuch in Bethlehem kam dieser Verkäufer auf uns am Busparkplatz zu. Ich liebte es, wie er seine Möglichkeiten nutzte, eine Krippe in der rechten und eine Menorah in der linken Hand.

Die Geschäfte waren letztes schlecht. Sie müssen dieses Jahr bisher noch schlechter sein – bei den Aufrufen zu Protesten vor Weihnachten in Bethlehem, wobei Jerusalem als neueste Ausrede genutzt wird.

Also poste ich für 2017 ein Foto des offiziellen Weihnachtsbaums von Bethlehem aus dem Jahr 2016.

Wie viele Christen werden dieses Jahr da sein, während Israel wieder kostenlose Fahren bietet.

Wie viele werden sich um den traurigen Zustand der kleinen Stadt Bethlehem sorgen, in dem Symbole und Zeichen von Weihnachten zusammen mit seinen christlichen Einwohnern verschwinden?