Jesus, der palästinensische Araber

Verwirrt Antisemiten nicht mit Fakten

Giulio Meotti, Israel National News, 13. Januar 2016

Es spielt keine Rolle, dass Jesus Jude war, von einer jüdischen Mutter in einer jüdischen Stadt in Judäa zur Welt gebracht wurde, 135 Jahre bevor der Name „Palästina“ von den Römern geprägt wurde, um das jüdische Königreich auszulöschen und 650 Jahre bevor die Araber ihre Eroberung des Nahen Ostens begannen.

Wenn die Große Lüge wurzeln schlägt, wird sie bald zur Eiche.

Die Methodistische Kirche der USA stimmte gerade dafür ihre Investitionen aus fünf israelischen Banken abzuziehen: BDS, die Boykott-Bewegung, hat einen großen Sieg eingefahren. Ein Sieg, der wichtiger ist als ein akademischer Appel die israelischen Professoren aus europäischen Universitäten zu eliminieren oder die Entscheidung eines Pensionsfonds israelische Firmen auf eine schwarze Liste zu setzen. Die Entscheidung der Methodisten bedeutet, dass Jesus ein palästinensischer Araber geworden ist.

Der 1948 gegründete Ökumenische Rat der Kirchen (Weltkirchenrat) mit Sitz in Genf, der 5 Millionen Christen, zumeist Protestanten repräsentiert, ist Israel und den Juden gegenüber sehr feindlich eingestellt. Die Presbyterianische Kirche der USA verabschiedete eine der der Methodisten ähnliche Entscheidung, als sie ihre Investitionen aus israelischen Firmen abzog.

Esa gibt die Episkopalen mit zwei Millionen Mitgliedern, sieben Kirchen und Mahlgemeinschaft mit der Kirche von England, die „positives Investieren“ statt des Boykotts begrüßte, doch das ändert nichts: Es bleibt ein Versuch die wirtschaftliche Isolation Israels zu erreichen.

In Nordeuropa ist der kirchliche Boykott Israels Mainstream: In Schwede mit der Kirche von Schweden und der lutherischen Staatskirche; in Norwegen mit dem Internationalen Rat für Beratung der norwegischen Kirche; in den Niederlanden mit der Protestantse Kerk, die sich entschied ihre „Solidaritätspolitik mit Israel“ zu überprüfen; in England mit der Britischen Methodistischen Kirche, aber vor allem mit der Kirche von England, die ihre Investition in Veolia revidierte, das „schuldig“ war an der Eisenbahnlinie Jerusalem – Tel Aviv gearbeitet zu haben.

Während der zweiten Intifada, als palästinensisch-arabische Terroristen die Geburtskirche in Bethlehem besetzten, hielt ein lutherischer Bischof in Dänemark in der Kathedrale von Kopenhagen eine Predigt, in der er den israelischen Premierminister Ariel Sharon mit König Herodes gleichsetzte. Derweil betrieb eine Karikatur von George Forattini in einer der größten italienischen Zeitungen, La Stampa, eine Wiederbelebung der Anschuldigung des Gottesmordes mit einer Zeichnung des Jesuskindes, das auf einen israelischen Panzer schaut und sagt: „Wollen die mich noch einmal umbringen?“ Drei Tage vor der Veröffentlichung des Kunstwerks wurden 30 Israelis in Netanya von einem Selbstmordbomber ermordet, als sie Pessah feierten. Aber für diese jüdische Passion gab es keine vergossenen Tränen.

Heute, mitten in einer dritten Intifada, boykottieren Christen den jüdischen Staat Israel. Aber was würde ihrem „palästinensischen“ Jesus passieren, versuchte er 2016 Bethlehem zu betreten? Er würde als Jude gelyncht werden.

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Der Ökumenische Rat der Hass-Kirchen

Matan Ascher (direkt vom Autor; eine für das amerikanische Publikum gedachte englische Version findet sich bei Times of Israel blogs)

„Während wir den Tag der palästinensischen Gefangenen begehen, wollen wir unserer Solidarität mit mehr als 5.000 palästinensischen Häftlingen zum Ausdruck bringen, die in israelischen Gefängnissen schmachten.“ So begann im April 2014 der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) seine Äußerung, nachdem Israel die Freilassung von palästinensischen Terroristen abgebrochen hatte.

Viele von uns tendieren dazu zu glauben, dass der globale Antisemitismus eine grundlegende Sache ist, die zur DNA der Feinde Israels gehört. In vielen Fällen ist stimmt das, aber es ist auch wichtig zu verstehen, dass dieser Hass durch mehrere Organisationen für ziemlich lange Zeit verbreitet wurde. Während Israel sich Boykott und Terror entgegen stellt, gibt es kaum jemanden in der Welt, der die Aktionen von dem verfolgt, was möglicherweise als größte anti-israelische religiöse Propaganda-Motor der Welt genannt werden kann – dem ÖRK oder Weltkirchenrat. Wir sprechen von einer Dachorganisation 349 protestantischer, orthodoxer und evangelischer Kirchen in 150 Ländern (zum Beispiel die Evangelische Kirche in Deutschland und die Altkatholische Kirche Österreichs); vom ORK werden insgesamt fast 600 Millionen Christen auf der ganzen Welt repräsentiert. Die Organisation war im Jahr 1948 aus der ökumenischen Bewegung heraus gegründet worden und ist seitdem obsessiv auf den israelisch-palästinensischen Konflikt konzentriert.

Dies spiegelt sich auch in der fast völligen Missachtung für die Ermordung von Christen durch Muslime im Nahen Osten. So wird der ÖRK die Hamas nicht als Terrororganisation bezeichnen; erst im Hinblick auf die Intensivierung des islamischen Staats (früher bekannt als ISIS), hat man dort begonnen sich mit dem Thema des radikalen Islam auseinanderzusetzen.

Während der Militäroperation „Protective Edge“, hat der Rat Israel häufig hart verurteilt und Hamas nur selten erwähnt. ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit sagte: „Wir verurteilen die unterschiedslosen Angriffe des israelischen Militärs auf die Zivilbevölkerung in Gaza, wie wir das absurde und unmoralische Abfeuern von Raketen durch Militante aus dem Gazastreifen auf bewohnte Gebieten in Israel verurteilen.“ Wer sind denn diese Militanten? Doch der vielleicht nervigste Teil ist die Aussage: „Wir müssen die Situation im Gazastreifen angesichts der Besetzung der palästinensischen Gebiete untersuchen.“ Was hat das nun überhaupt mit den Raketen der Hamas zu tun?

Der ÖRK ist zudem eine der wichtigsten Organisationen, die an der BDS-Kampagne gegen Israel beteiligt sind. Im Jahr 2005 hat die Vollversammlung die Entscheidung der Presbyterianischen Kirche der USA (PCUSA) sich von Israel zu trennen unterstützt und sagte, diese Aktion sei „lobenswert“. Während „Protective Edge“ wurde diese Entscheidung bestätigt.

Der Rat arbeitet auf mehreren Ebenen: Die primäre ist die Bereitstellung von Meldungen und Aussagen, die durch ihre Kirchen wieder an mehr als eine halbe Milliarde Gläubigen geht. Seltamerweise wiederholt der ÖRK angesichts eines brennenden Nahen Ostens oft die Behauptung, dass „die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete das Hauptproblem ist, das Instabilität und Unruhe in der Region verursacht“. Eine weitere originelle Methode ist die Verurteilung der christlichen Unterstützer Israels, wenn gesagt wird, dass diese Unterstützer „das Wort Gottes verfälschen“.

In den letzten Jahren hat der ÖRK eine einzigartige Kombination aus Organisationen geschaffen, die in Israel operieren. Eine davon ist das PIEF – das Ökumenische Forum Palästina Israel. Gegründet 2007, setzt sich das PIEF aus palästinensischen christlichen Kirchenführern zusammen, die den religiösen und spirituellen Hintergrund zum Angriff auf Israel liefern. Ihre bekannteste Aktivität ist das im Jahr 2009 veröffentlichte Kairos-Dokument. Darin hieß es unter anderem, dass die Palästinenser auf das Recht auf Rückkehr warten (der die Zerstörung des jüdischen Staates bedeutet) und dass Israel den legitimen palästinensischen Widerstand nutzt, um ihn als Terrorismus zu bezeichnen. Das von der BDS-Bewegung unterstützte Dokument wurde in viele Sprachen übersetzt und in ÖRK-Kirchen auf der ganzen Welt verteilt.

Der ÖRK hat auch versucht, aus dem Inneren des Kongresses heraus gegen Israel zu agieren, indem angesehene Kirchenführer des ÖRK-Gremiums für die Vereinigten Staaten, des 45 Millionen Gläubige vertretenden NCC, im Jahr 2012 einen Brief geschickt bekamen, in dem die Mitglieder des Kongresses forderten die militärische Hilfe für Israel zu reduzieren.

Wie können wir mit ihren Aktivitäten umzugehen? Zuerst sollten wir sie eingestehen und genau beobachten. Wir müssen die örtlichen Kirchen für die Aktionen des Rates zur Verantwortung ziehen. Obwohl der Rat behauptet nicht antisemitisch zu sein, können wir eindeutig sagen, dass seine Worte Beweise für Hass auf Juden liefern. Abschließend denke ich, dass es für diejenigen, die Israel in der Auseinandersetzung mit dem globalen Terrorismus unterstützen, sehr wichtig ist sich zu bemühen und Israel im Umgang mit Einrichtungen wie dem ÖRK (die versuchen Israel schwach zu machen) zu helfen.

Matan Emmanuel Ascher ist Israeli und studiert Jura und Politikwissenschaft an der Bar-Ilan-Universität. Er ist Praktikant am Jerusalem Zentrum für Public Affairs (JCPA) und Leiter des Yuvalim-Projekts der Zionistischen Weltorganisation (WZO) an der BIU.
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auf Twitter: @matanasher

Weltkirchenrat schaut zu, während Christen sterben, Kirchen verkommen

Malcolm Lowe, Gatestone Institute, 22. Oktober 2013

Wer braucht den ÖRK noch? Wäre die Welt, ganz zu schweigen von den Christen des Nahen/Mittleren Ostens, ohne ihn besser dran?

Der Ökumenische Rat der Kirchen („Weltkirchenrat“/ÖRK) in Genf hat den Anspruch 345 Kirchen weltweit zu repräsentieren und ihnen zu dienen. Was hat er getan, um den verfolgten Kirchen im Irak, Syrien und Ägypten zu helfen? Oder der Flut syrischer Flüchtlingen nach Jordanien und in den Libanon? Antwort: Er hat das gesamte Jahr 2013 der Förderung einer „Weltwoche für Frieden in Palästina Israel“ (22.-28. September) gewidmet. Soll heißen, er hat Schweizer Franken in das Aufwühlen einer Ecke der Region gegossen, die gerade fast ruhig ist.

Es ist nicht so, als wäre es ein Geheimnis, dass muslimische Gewalt im Irak innerhalb eines Jahrzehnts die Hälfte der christlichen Bevölkerung aus dem Land trieb. Oder dass Untergruppen der Al-Qaida ganze syrische Dörfer und Städte ihrer christlichen Bevölkerung entleert haben. Oder dass kurz nach Präsident Morsis Absetzung fast hundert koptische Kirchen in Ägypten von Unterstützern der Muslimbruderschaft überfallen wurden. Und das war nur eines der Kapitel des fortgesetzten Martyriums der Kopten, von denen seit dem Sturz von Präsident Mubarak 100.000 aus Ägypten geflohen sind.

All diese Fakten sind auf vielen Internetseiten dokumentiert worden, vor allem von Raymond Ibrahim, der auch die endlosen Angriffe von muslimischen Gruppen auf Christen in Pakistan und Nigeria, in der Tat weltweit aufzeichnet. Seit August 2011 hat das Gatestone Institute seine monatliche Zusammenfassung solcher Berichte veröffentlicht. Wer jedoch einen Blick auf die Internetseite des ÖRK wirft, wird kaum irgendeine Wahrnehmung all dessen feststellen. Stattdessen ist die Internetseite des ÖRK vollgeladen mit Maßnahmen und Quellen zu den Palästinensern. Die „Quellen“ bieten Zusammenstellungen palästinensischer Propaganda, einschließlich Forderungen nach dem so genannten „Rückkehrrecht“ der Palästinenser (heißt: die Verwandlung Israels in einen mehrheitlich arabischen Staat).

Die Ausrede für dieses absurde Ungleichgewicht ist, dass der ÖRK seit Jahrzehnten entgegen aller Beweise behauptet hat und darauf besteht das weiter zu tun, Kirchen des Nahen Ostens hätten keine wirklichen Probleme außer der Palästinenserfrage. Früher in diesem Jahr (21.-25. Mai) veranstaltete der ÖRK in der Nähe von Beirut (Libanon) eine Konferenz zu „Christliche Präsenz und Zeugnis im Nahen Osten“. Die Schlusserklärung proklamierte: „Palästina bleibt weiter das zentrale Thema in der Region. Den Konflikt zwischen Israel und Palästina in Übereinstimmung mit den UNO-Resolutionen und dem internationalen Recht zu lösen wird enorm helfen die anderen Konflikte in der Region zu lösen.“

Rifat Odeh Kassis, Co-Autor und allgemeiner Koordinator der Kairos-Palästina-Initiative des ÖRK, ehemaliger Leiter des Ökumenischen Begleitprogramms des ÖRK in Palästina und Israel und Sonderberater des ÖRK-Generalsekretärs wird im Bild oben bei einem Interview gezeigt, das er dem Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar gab. (Fotoquelle: Kairos Palästina)

Wer in der Welt glaubt angesichts des Elends, das die Christen im Zuge des so genannten „Arabischen Frühlings“ überwältigt hat, noch an solchen Unsinn – außer unverbesserliche Judenhasser? Sicher, der ÖRK könnte ein paar der letzten unter den Bischöfen des Nahen Ostens zusammentrommeln, aber mit welcher Ausrede? Wie kann irgendein geistig gesunder, gut ausgebildeter Kirchenbürokrat der Sorte, aus denen sich der ÖRK rekrutiert, eine solche Erklärung abgeben, nur zwei Stunden Fahrt entfernt von den Wirren in Syrien, die Hunderttausende Flüchtlinge in genau den Libanon geschickt haben, in dem die Konferenz veranstaltet wurde?

Das derzeitige Level der Verfolgung von Christen ist in Ägypten derart hoch, dass selbst der ÖRK das nicht völlig übersehen kann. Am 15. August schickte Rev. Dr. Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des ÖRK, einen kurzen Solidaritätsbrief an ÖRK-Mitgliedskirchen in Ägypten. In diesem Brief drückte er Bedauern wegen „Angriffen auf einige Kirchen und Grundstücke christlicher Gemeinden“ aus. Das Wort „einige“ zeigt, wie wenig ihm bewusst war, dass bereits am Tag, an dem Präsident Morsi abgesetzt wurde, fünfzig Kirchen und eintausend christliche Unternehmen in Brand gesetzt wurden, wie der ägyptische Rechtsanwalt Ehab Ramsy berichtet. Jedenfalls, wenn Tveit nicht bewusst das Ausmaß des koptischen Leidens untertrieb.

Die Internetseite des ÖRK informiert uns, dass Tveit „zusätzlich zu diesem Brief“ anmerkte: „Ich hoffe, dass dies nicht als Konflikt zwischen Christen und Muslimen interpretiert wird.“ Wer, glaubt er, organisierte den systematischen Angriff auf ägyptische Christen? Balinesische Hindus? Animisten aus Papua-Neuguinea? Marsmännchen? Sogar Amnesty International, das sich sonst selbst übermäßig mit den Palästinenser beschäftigt, wagte es – in einem detaillierten Bericht (sechzehn Seiten mit reichlich Illustrationen) zu „Ägyptens Christen gefangen  zwischen religiös motivierten Angriffen und staatlichem Nichtstun“ – zu erwähnen, dass Muslime für die Anschläge verantwortlich waren.

Die 234 Worte des Briefs Tveits bilden den Beitrag des ÖRK zur Milderung des Leides von zehn millionen oder mehr ägyptischen Christen (es ist Teil ihres Elends, dass Ägypten keine verlässlichen Daten zur Verfügung stellt). Syrische Christen zählen rund zweieinhalb Millionen; die Hilfe des ÖRK für sie bestand in einer eintägigen Konferenz in Genf am 18. September und der Ausgabe eines Aufrufs zum Frieden am nächsten Tag. Im Gegensatz dazu hat der ÖRK im letzten Jahrzehnt echtes Geld in die Werbung für die palästinensische Sache gesteckt, obwohl lediglich 50.000 Christen in der Westbank und kaum eintausend im Gazastreifen wohnen. Ein Artikel mit dem Titel „Der Mythos der palästinensischen Christenheit“ stellte heraus, dass es in Israel selbst weit mehr Arabisch sprechende Christen gibt, die dort sogar einen höheren sozialen Status (Bildung, Einkommen) genießen als die jüdische Bevölkerung.

Für die Palästinenser hat der ÖRK in seiner Bürokratie einen besonderen Zweig geschaffen: sein Palestine Israel Ecumenical Forum (PIEF – Ökumenisches Forum Palästina Israel). Auf der „Was wir tun“-Seite des ÖRK wird das Thema „Kirchen im Nahen Osten“ wie folgt definiert: „Dieses Projekt will ein Ökumenisches Forum Palästina/Israel als Raum aufbauen, in dem die gesamte ökumenischen Bewegung ihre kollektiven Energien und Ressourcen für einen dauerhaften Frieden gemeinsam einbringen kann.“ Heißt: Im Nahen Osten kümmert sich der ÖRK nur um Palästina und er will, dass alle Kirchen der Welt diesen Exklusiv-Fokus übernehmen.

Das 2007 geschaffene PIEF ist die Körperschaft, die die erwähnte „Weltwoche für Frieden in Palästina Israel“ organisiert. Es hat außerdem ein Büro in Jerusalem eingerichtet, das Jerusalem Interchurch Center, das versucht örtliche Christen für Aktivitäten zu rekrutieren, die für die palästinensische Sache werben. Ein Beispiel ist das berüchtigte Kairos-Palästina-Dokument, eine von ÖRK-Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit einer Hand voll nicht repräsentativer örtlicher Christen geschaffenen Initiative, mit der der ÖRK seine Mitgliedskirchen bombardierte.

Das vom ÖRK am aufwändigsten finanzierte palästinensische Projekt ist aber sein „Ecumenical Accompaniment Program in Palestine and Israel“ (EAPPI – Ökumenisches Begleitprogramm in Palästina und Israel), das es inzwischen zwölf Jahre gibt. Die zugehörige Internetseite dieses ÖRK-Ablegers definiert seinen Zweck wie folgt: Das EAPPI „bringt Internationale in die Westbank, damit diese Erfahrung zum Leben unter Besatzung sammeln. Ökumenische Begleiter (EAs) bieten schützende Präsenz für gefährdete Gemeinden, beobachten und berichten Menschenrechtsverletzungen und unterstützen Palästinenser und Israelis, die gemeinsam für Frieden arbeiten. Wenn sie nach Hause zurückkehren, setzen sich die EAs für eine gerechte und friedliche Lösung des israelisch/palästinensischen Konflikts durch ein Ende der Besatzung, Respektierung des internationalen Rechts und Umsetzung der UNO-Resolutionen ein.“

Die „Internationalen“ werden hauptsächlich aus westlichen protestantischen Kirchen rekrutiert und verbringen gerade mal drei Monate mit der Gewinnung ihrer „Erfahrung“ (lies: intensive Indoktrination in palästinensischen „Narrativen“, deren Wahrheitsgehalt nicht nachgeprüft werden kann). Warum nur drei Monate? Weil das die Zeitspanne eines israelischen Standard-Touristenvisums ist, damit sie unbemerkt als Touristen kommen und gehen können. Bei ihrer Rückkehr müssen sie genausso viel Zeit mit Touren durch ihre Kirchen verbringen, um die Botschaft voranzubringen, die sie gelernt haben.

Hier sehen wir das wirklich Böse, das sich aus diesem Programm ergibt. Über das EAPPI sind die Bürokratien der reichen protestantischen Kirchen überzeugt worden, dass das Einzige, um das sie sich im Nahen Osten sorgen müssen, die Lage der Palästinenser ist. Alle Missionsressourcen der westlichen Protestanten werden auf Palästina konzentriert und ihre wichtigen Bürokraten sind genauso total besessen von dem Thema wie es der ÖRK selbst ist. Die verfolgten Christen des Irak, Syriens und Ägyptens können sich genauso gut einen Strick nehmen.

Warum, möchte man fragen, hat der ÖRK nicht einmal daran gedacht „Begleit“-Programme für Länder einzurichten, in denen Christen sterben und ihre Kirchen eingehen wie Primeln? Eine Antwort ist die oben zitierte groteske Lüge, die der ÖRK propagiert: dass Palästina das „zentrale Thema“ sei und dass dieses Problem zu lösen die Christen retten wird, die andernorts im Nahen Osten krepieren.

Eine weitere Antwort lautet: pure Feigheit. Die Hauptaufgabe der EAPPI-Internationalen – abgesehen davon, dass sie den nicht verifizierbaren palästinensischen Erzählungen lauschen – besteht darin den Palästinensern zuzusehen, wie sie durch israelische Checkpoints gehen. Die Zahl der Checkpoints ist in den vergangenen Jahren drastisch reduziert worden und die israelischen Behörden führen schnellere und sicherere Identifikationsmittel ein, also gibt es hier kein großes Risiko. Wenn die EAPPI-Internationalen einen Hauch von Gefahr haben wollen, können sie sich an einem Freitag – natürlich aus sicherer Entfernung – eine rituelle Auseinandersetzung zwischen Steine werfenden palästinensischen Jugendlichen und darauf mit Tränengas reagierenden israelischen Soldaten ansehen gehen. In Ägypten oder Syrien würden sie sich dagegen echten Gefahren durch Maschinengewehre, Brandstiftung oder Bombardierungen mit konventionellen und chemischen Waffen gegenüber sehen.

Zum Glück für die Christen des Nahen Ostens hat sich der Vatikan nie dem ÖRK angeschlossen und schickt lediglich Beobachter zu den seltenen Gelegenheiten, bei denen die ÖRK-Mitglieder sich an ihre ursprüngliche Aufgabe erinnern: zu theologischen Diskussionen zur geteilten Christenheit zu ermutigen. In Syrien und Ägypten stellen sich Katholiken des Franziskaner-Ordens mit anderen mutig den ernsten Gefahren, die die Lieferung von Hilfe an verfolgte Christen aller Konfessionen mit sich bringt.

Anders als der von seiner Obsession mit Palästina beeinflusste ÖRK und die westlichen protestantischen Kirchen hat die russisch-orthodoxe Kirche eine echte finanzielle Last zugunsten der syrischen Christen übernommen. Im August diesen Jahres überwies das Patriarchat von Moskau mehr als eine Million Dollar an das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochia, um dort zu helfen. „Spenden kamen aus den Diözesen, Gemeinden, Klöstern und von Einzelpersonen aus verschiedenen Städten, einschließlich Kaliningrad, Wladiwostok, Jekaterinburg, Syktywkar, Saransk, Murmansk, Pskow, Orenburg, Wolgograd, Tula und sogar Krimsk, das letztes Jahr vernichtende Fluten erlebte“, vermerkte das Moskauer Patriarchat. „Geld wurde auch aus Israel, Armenien, Italien, Deutschland und weiteren Ländern auf das Konto der Abteilung für Wohltätigkeit und Sozialdienste der Kirche überwiesen.“

Ja, sogar die Russisch-Orthodoxen in Israel leisteten einen Beitrag. Ebenso arbeitet das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem unter syrischen Flüchtlingen in Jordanien. Es gibt auch jüdische Gruppen in Israel, die die gefährliche Aufgabe auf sich genommen haben Lebensmittel und medizinische Gütern an Opfer des syrischen Bürgerkriegs zu liefern. Gleichzeitig sind Hunderte verwundeter Syrer nach Israel geschmuggelt worden, um in Krankenhäusern – kostenlos – medizinische Hilfe zu erhalten, während die israelische Armee nahe der Grenze ein Feldlazarett für weniger dringende Fälle errichtet hat. In israelischen medizinischen Einrichtungen arbeiten – natürlich – Muslime und Christen Seite an Seite mit Juden, um jedermann zu behandeln, was die Kommunikation mit den syrischen Arabern ermöglicht. Hier haben wir also ein Paradox: Der ÖRK bringt Israelis in Kirchen weltweit unerbittlich in Verruf, während Israelis weit mehr als der ÖRK tun, um Opfern der Gewalt in Syrien zu helfen.

Lassen Sie uns festhalten, was der ÖRK ist und was er nicht ist. Er beschreibt sich selbst als eine Organisation mit „345 Mitgliedskirchen, die mehr als 500 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern und Territorien repräsentiert“. Dieser Aspekt seiner Existenz ist jedoch nur einmal alle paar Jahre erkennbar, wenn er eine Versammlung oder eine Konferenz organisiert. Den Rest der Zeit ist der ÖRK nichts als ein Trupp Bürokraten in seinem Genfer Büro. Seine Aktivitäten und Erklärungen werden von diesen bestimmt – und von ihnen allein. Geht einer von ihnen in Rente, suchen die anderen dessen Nachfolger aus. Sie kommen überwiegend aus einer kleinen Zahl protestantischer Kirchen in Nordamerika und Nordeuropa. Als Ausnahme war von 2004-2009 ein Kenianer Generalsekretär, doch der trat plötzlich zurück, nachdem Fragen zu seiner Doktorarbeit aufgeworfen wurden. Der derzeitige Amtsinhaber Tveit ist ein norwegischer Lutheraner.

Diese protestantischen Kirchen sind diejenigen, die der Palästinenseragenda des ÖRK hörig sind. Betrachten Sie z.B. Robert O. Smith, einen Co-Moderator des PIEF des ÖRK, der außerdem im Namen einer großen lutherischen US-Kirche (der ELCA) über Europa und den Nahen Osten berichtet. Smith ist ein ständiger Kritiker – oder eher Verunglimpfer – des christlichen Zionismus, ob nun in seiner Doktorarbeit, seinen Artikeln oder seinem neuesten Buch.

Ein weiteres Beispiel sind die US-Presbyterianer (PCUSA). Ihre Nahost-Bürokraten haben seit Jahren versucht die Kirche in eine propalästinensische Haltung zu ziehen. Ein großer Teil der Laienschaft ist allerdings dagegen, ob nun aus Sympathie für Israel oder aus Ärger, dass ihnen diese Bürokraten etwas diktieren. Daher gibt es alle zwei Jahre einen Kampf auf der Vollversammlung der PCUSA. Beide Seiten investieren große Mengen an Geld, um Unterstützung zusammenzubringen – Geld, das die verzweifelt armen ägyptischen koptischen Familien viel besser hätten brauchen können. Bisher haben die Bürokraten meistens verloren, doch nur bis zur nächsten Vollversammlung.

In der PCUSA funktionieren die presbyterianischen demokratischen Prinzipien wenigstens noch. Anders in verschiedenen europäischen protestantischen Kirchen, wo die Laienschaft weniger in der Lage ist sich zu betätigen. An anderer Stelle habe ich dokumentiert, wie tief mit Fehlern behaftete propalästinensische Berichte offiziell von den britischen Methodisten und der Church of Scotland akzeptiert wurden. Die erste große Kirche, die diese Richtung einschlug, war allerdings die schwedische Kirche. In solchen Fällen ist das, was angekommen ist, eine neue Art der Ersetzungstheologie: Die Palästinenser sind das auserwählte Volk geworden und das Kairos-Palästina-Dokument erhält Vorrang vor der Bibel. Und in der Tat ermutigen diese Kirchen heftige Bibelkritik, aber Kairos Palästina wird als unfehlbare Heilige Schrift behandelt.

Es überrascht nicht, dass Kirchen, die die Grundlagen der protestantischen Theologe ausgemustert haben, in den letzten Jahrzehnten auch einen massiven Mitgliederrückgang, finanzielle Probleme und einen allgemeinen Richtungsverlust zu verzeichnen haben. Diese Verbindung wurde vor drei Jahren in einer meisterhaften Analyse von Dexter Van Zile herausgestellt; die Zeit seitdem hat das nur bestätigt. Er schrieb sie, als die Mitgliederzahl der PCUSA um rund 3% jährlich zurückging; 2012 lag der Rückgang bei 5,26%. Die Mitgliederzahl der ELCA ist im Zeitraum 2010-2012 um 5,95%, 4,98% und 2,68% zurückgegangen.

Die Agenda der Konferenzen und Versammlungen des ÖRK, zusammen mit allen geäußerten Erklärungen, werden ebenfalls in Genf bestimmt. Ein franziskanischer Freund wurde einmal zu einer solchen Show eingeladen. Als er ankam, wurde ihm gesagt, seine Aufgabe sei das Vorlesen eines Grußes der Christen aus dem Heiligen Land. Als er den ihm in die Hand gedrückten Text las, protestierte er, er habe ihn nie zuvor gelesen, dass er ihn natürlich nicht aus den Heiligen Land mitgebracht hatte und dass es darin Dinge gab, die offensichtlich falsch waren. Nein, wurde ihm gesagt, er müsse ihn genauso vorlesen, wie er war.

Gleichermaßen ist die anstehende Zehnte Versammlung des ÖRK (30.10.-8.11. in Busan, Korea) bereits komplett festgelegt. Das aus Genf diktierte Thema „Gott des Lebens, führe uns zu Gerechtigkeit und Frieden“ ist ein Fingerzeig: „Frieden und Gerechtigkeit“ ist ein vertrauter Slogan der propalästinensischen Propaganda. Das Handbuch der Zehnten Versammlung zeigt in der Tat, dass EAPPI und Kairos Palästina zusammen mit der „Öko-Gerechtigkeit Palästinas“ stark in den Vordergrund gestellt werden.

Was ist „Öko-Gerechtigkeit“?, wird man sich fragen. Die Antwort: „Die Redner werden die täglichen Ungerechtigkeiten der Besatzung und den kritischen Zustand der Umwelt im Heiligen Land behandeln. Wasserknappheit, Fragen der Abfallwirtschaft und Lebensmittelsouveränität sind allesamt drängende Anliegen der Palästinenser. Indem angesprochen wird, wie diese Anliegen die menschliche Bevölkerung wirtschaftlich, kulturell und psychologisch beeinflussen, informiert das Workshop die Teilnehmer über Öko-Gerechtigkeit und eine Diskussion zur Notwendigkeit internationaler Solidarität in dieser Frage fördern.“

Erwarten Sie aber bitte nicht, dass Punkte erwähnt werden wie die Weigerung der PA sich an gemeinsamen Abwasseraufbereitungsprojekten mit Israel zu beteiligen, die immense Verschwendung in den leckenden Hauptwasserleitungen der Palästinenserstädte oder die illegal gegrabenen Brunnen, die dafür gesorgt haben, dass das Grundwasser des Gazastreifens mit Meerwasser verunreinigt wurde. Nein, die Palästinenser werden wie üblich Israel zum Sündenbock für all ihre eigenen Sünden gegen die Umwelt machen.

Anfang letzten Jahres veröffentlichte Prof. Haim Gwirzman vom BESA Center an der Bar-Ilan-Universität die komplette Widerlegung all der oft wiederholten palästinensischen Lügen über die Lage mit ihrem Wasser. Eine Zusammenfassung seiner Erkenntnisse ist auch hier zu finden. Es gehört aber zur typischen palästinensischen Propaganda, dass dieselben alten Lügen ständig wiederholt werden, egal wie oft oder wie gründlich sie widerlegt worden sind. Und egal, wenn Christen dasselbe tun. Wenn Israel in Verruf gebracht wird, ist die Wahrheit bedeutungslos – das ist nur eine der Verbindungen zwischen Antiisraelismus und Antisemitismus.

Andererseits tauchen die Worte „Syrien“, „Ägypten“, „Irak“ und „Libanon“ nirgendwo im Handbuch für die anstehende Versammlung des ÖRK auf. Das Wort „Jordanien“ erscheint nur im Namen des „Environmental Education Center of the Evangelical Lutheran Church in Jordan and the Holy Land“ (Umweltbildungszentrum der Evangelischen Lutherischen Kirche von Jordanien und dem Heiligen Land) auf, dem Präsentator des Nonsens-Workshops zu „Öko-Gerechtigkeit“. Einmal mehr wird der ÖRK die wirklich drängenden Nöte der Christen des Nahen Ostens zugunsten der propalästinensischen Agitation ignorieren.

Ja, mögen Sie einwenden, aber es wird doch mehr auf der Tagesordnung der Zehnten Versammlung stehen. Formulieren Sie das anders herum: Wenn die anderen Sitzungen auf einem ähnlich schwachen Niveau sind, warum um die halbe Welt reisen, um dorthin zu gehen? Lassen Sie, wer immer die Zeit dafür hat, das Handbuch durchsehen und eigene Schlüsse ziehen. Sie könnten feststellen, dass es dem ÖRK egal ist, was angeboten wird, solange alle Teilnehmer fixiert auf Palästina nach Hause gehen.

Das führt zu einer weiter gefassten Frage: Wer braucht den ÖRK noch? Wäre die Welt, geschweige denn die Christen des Nahen Ostens, nicht ohne ihn besser dran? Als der ÖRK 1948 gegründet wurde, war es höchst ungewöhnlich, dass die Leiter verschiedener Kirchen miteinander konferierten. Heute ist es üblich und durch raschen und günstigen Lufttransport alltäglich. Päpste und Prälaten flitzen überall hin. Wenn der ÖRK einfach verschwände, würde er einen bequemen Parkplatz für protestantische Bürokraten beseitigen, die sich langweilen oder in ihren Kirchen am falschen Platz fühlen. Aber wer sonst würde ihn vermissen?

Was die diesjährige „Weltwoche für Frieden in Palästina Israel“ angeht, so scheint ihre Bedeutung eher gering gewesen zu sein. Das PIEF veröffentlichte eine kurze Mitteilung über Teilnahme „in mindestens 22 Ländern weltweit“, zusammen mit einer detaillierteren Liste. Das läuft auf die Aussage hinaus, dass in gerade einmal 20% der „mehr als 110 Länder und Territorien“ des ÖRK mindestens eine Kirche reagierte. In Deutschland wird z.B. nur eine Veranstaltung in Essen erwähnt. Unter „USA“ sind keine Veranstaltungen aufgeführt, nur Gebete, die von einem Vorstand der United Methodist Church und dem Presbyterium von Atlanta ausgegeben wurden. In „Russland und Ukraine“ nahm lediglich eine methodistische Kirche teil. Das kann kaum als Massenbewegung beschrieben werden. Es ist eher ein sektiererischer Kult mit seinen eigenen, komischen Ritualen.

Eines dieser Rituale ist ein „Änderungsspiel“ namens „Besatzung: ein Spiel um Leben“. Es ist nach dem Vorbild von „Snakes and Ladders“ (Schlangen und Leitern) gestaltet und soll palästinensische Not darstellen. Man kann hier Bischof William Kenny und Rev. Paul Dean auf so eine Art unter dem Blick des palästinensisch-lutherischen Bischofs Younan in London herumhüpfen sehen. Die Erfinder dieses Spiels nennen sich „Embrace the Middle East“ (Umarmt den Nahen Osten), also sollten sie Versionen für die syrischen und ägyptischen Christen in der Rubrik „Ein Spiel des Todes“ erfinden. (Immerhin ist „Monopoly“ in allen möglichen nationalen Versionen erhältlich.) Nur würden sie dann die hüpfenden Kleriker die furchtbaren Tode auf gewissen Plätzen simulieren lassen müssen. Bei anderen müssten sie ihre Taschen leeren, um die Jizya-Steuer zu zahlen, die den Kopten von muslimischen Gangstern abgepresst wird.

Was der ÖRK selbst beitrug, war eine Massenpilgerfahrt nach Jerusalem, doch die scheint nicht zustande gekommen zu sein. Die Liste des PIEF erwähnt sie nicht. Es gab Gerüchte über ein paar Dutzend solcher „Pilger“, die in einem Konvent in Bethlehem intensive Instruktionen erhielten, eine Art EAPPI-Crashkurs. Wenn sie stattfand, dann war sie im Vergleich mit den Tausenden zionistischer Christen, die zur gleichen Zeit am von der Internationalen Christlichen Botschaft in Jerusalem organisierten Laubhüttenfest teilnahmen, minimal. Die israelische Presse nahm nur Letztere wahr, wie sie durch die Straßen marschierten und auf einer traditionellen Parade israelischer Organisationen ihre Nationalflaggen schwenkten.

Genau während dieser Tage vom 22.-28. September hatten die Weltmedien keine Zeit für den ÖRK; aller Augen waren auf den Anschlag somalisch-muslimischer Terroristen auf ein Einkaufszentrum in Kenia gerichtet. Jeder hörte und las die furchtbaren Berichte, wie die Terroristen zuerst alle entließen, die beweisen konnten Muslime zu sein, dann die anderen grotesk folterten, bevor sie sie ermordeten. Die Angst vor islamischem Extremismus, nicht die Sorge um Palästina, hatte einen festeren Zugriff auf den Großteil des Westens.

Selbst die palästinensische Presse scheint den Plan des ÖRK ignoriert zu haben. Eine Durchsicht der Seiten von Al-Quds aus dieser Woche brachte keinen einzigen Hinweis, obwohl verschiedene andere Delegationen pflichtgemäß aufgeführt wurden. Vielleicht wurde eine der vom PIEF unter „Palästina“ aufgeführten Veranstaltungen irgendwo erwähnt, aber der Hinweis muss sehr kurz gewesen sein.

Schließlich wollen wir noch einen Blick auf die Empfehlungen des PIEF für Gottesdienste für Sonntag, den 22. September werfen. Sie waren überschrieben mit „Zum Beten braucht man eine Genehmigung des Militärs“ und bestand aus einem doppelten Ritual. Als erstes: „Blockieren Sie Ihre Kircheneingang mit Stacheldraht oder einer Sperre; erklären Sie den Gemeindegliedern, sie hätten keine geeignete Genehmigung die Kirche zu betreten.“ Das ist sicherlich bequemer, als Bewaffnete hineinzuschicken und willkürlich zu schießen, Bomben zu werfen, Bilder herunterzureißen und zu zerstören, Kreuze zu zerschlagen und den Ort in Brand zu setzen. Jedenfalls, wenn sie die Erfahrungen von Christen in Ägypten, Syrien, dem Irak, Pakistan oder Nigeria nachstellen wollten.

Der zweite Teil des Rituals bestand darin eine Erklärung laut vorzulesen, die von den Kirchenleitern in Jerusalem an Ostern diesen Jahres nach einem Tumult an einer Polizeisperre in der Altstadt von Jerusalem ausgegeben wurde. Die Erklärung führte Beschwerde wegen „großer Trauer und Schmerz für einige unserer Gläubigen, weil sie von einigen israelischen Polizisten schlimm behandelt wurden“.

Nun, ein Video des Vorfalls können Sie sich selbst ansehen. Obwohl die Jerusalem Post die Story diensteifrig mit „Video zeigt, wie Jerusalemer Polizei älteren Priester angreift“ überschreibt, erzählt das Video eine andere Geschichte. Der betreffende Priester versuchte offensichtlich sich durch eine Polizeiabsperrung zu zwängen und musste gebändigt werden. Jeder weniger Illustre wäre wegen Missachtung von Polizeianweisungen und Gewalt gegen Polizeibeamte festgenommen worden.

Wer viele Ostern in Jerusalem beobachtet hat, kann leicht erklären, wie die Vorgehensweise der Polizei aussieht. Das Problem ist, dass die Straßen um die Grabeskirche sehr eng sind, was es großen Zahlen von Menschen fast unmöglich macht sich gleichzeitig in beide Richtungen zu bewegen. Also sperrt die Polizei die gesamte Gegend mit Barrieren ab und richtet eindeutige Ein- und Ausgänge ein, damit der Strom der Gläubigen immer nur in eine Richtung fließt.

Der betreffende Priester – identifiziert als Leiter der koptischen Kirche in Ramallah – musste nur zu einem der ausgewiesenen Eingänge gehen. Aber er glaubte, er und seine Freunde sollten eine Ausnahme sein; als er versuchte sich an einer anderen Stelle durchzuzwängen, hielt ihn die Polizei auf. Die Kopten wurden wütend und die Kirchenleiter gaben – ungeachtet der Rechte der Sache – eine Solidaritätserklärung aus, um das Gesicht der koptischen Kirche zu wahren.

Wir sehen also, dass es eine glatte Lüge ist ein solches Ritual unter der Überschrift „Zum Beten braucht man eine Genehmigung des Militärs“ zu präsentieren. Eine angemessene Überschrift wäre „Bitte benutzen Sie zum Betreten der Kirche den nördlichen Eingang“. An den anderen Türen der Kirche sollte man statt Stacheldraht eine solche Mitteilung aufhängen. Aber wer könnte sich darüber aufregen?

Amerikanische Großkirchen-Christen gegen Israel

Manfred Gerstenfeld interviewt Rabbi Yitzchok Adlerstein (direkt vom Autor)

Die Führung der meisten „großen“ protestantischen amerikanischen Kirchen ist gefüllt von antiisraelischer Agitation, besonders bei denen, die in Missionskomitees sitzen. Inzwischen ist eine beträchtliche Zahl ihrer Mitglieder von antiisraelischer Rhetorik beeinflusst. Darüber hinaus sind jüngere Mitglieder infolge antiisraelischer Haltungen an Universitäten zunehmend Israel gegenüber feindselig. Wenn die Palästinenser hier weiter Fortschritte machen, wird das ein schwerer Schlag für das Selbstverständnis Amerikas als „felsenfest im Lager Israels stehend“ sein.

Zu diesen sehr linken Kirchen gehören die Presbyterianer, Methodisten, Episkopale, Lutheraner und die United Church of Christ. Sie zählen derzeit rund 16 Millionen Mitglieder. Ihre Mitgliedschaft und ihr Einfluss in den Vereinigten Staaten nehmen ab. Die Rhetorik dieser Kirchen wird in der Regel von noch harscherer aus kleineren Gruppen so genannter „Friedenskirchen“ übertroffen, darunter Mennoniten und Quäker.

Rabbi Yitchok AdlersteinRabbi Yitchok Adlerstein ist Direktor of Interfaith Affairs am Simon-Wiesenthal-Zentrum. Er ist der stellvertretender Lehrstuhlinhaber für Jewish Law and Ethics an der Loyola Law School und Gründungsredakteur des jüdisch-orthodoxen Blogs Cross-Currents.

Die großen Kirchen beanspruchen viele Kongressabgeordnete. Sie repräsentieren Amerikas Kernland und haben eine Reihe von israelfeindlichen Resolutionen verabschiedet. Dazu gehören Aufrufe zu Boykotten sowie De-Investion und Sanktionen (BDS). Einige zielen gegen Israel, andere fokussieren sich auf die „Siedlungen“. Mehrere Kirchen unterstützen das von Hass erfüllte, 2009 von einigen palästinensischen Christen veröffentlichte Kairos-Palaestina-Dokument. Es gibt auch Tourismus nach Israel unter palästinensischer Schirmherrschaft.

BDS begann 2004 mit der Verabschiedung einer Resolution in der Presbyterianischen Kirche (USA), die selektive De-Investition bei Anteilen amerikanischer Firmen forderte, die mit Israel Geschäfte machen. Lange zuvor stellte sich der 1948 gegründete Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) auf die Seite von Ländern der „Dritten Welt“ und deren Denken. Der ÖRK ist eine internationale Dachorganisation großer Kirchen, die in ihren Konfessionen zusammen 590 Millionen Mitglieder zu haben angibt. Er hat Israel regelmäßig verurteilt, aber nie gegen Versuche von Israels Nachbarn und Terroristen protestiert das Land von der Landkarte zu löschen. Oft schaden die von den Kirchen bezahlten Offiziellen Israel, ohne ein besonderes Mandat einer Versammlung zu haben. Im Herbst 2012 z.B., kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen, schickte ein Konsortium aus Kirchenvertretern einen Brief an Kongressmitglieder, in dem in Frage gestellt wurde, wie US-Militärhilfe von Israel verwendet wird, verbunden mit Forderungen nach Kürzungen dieser Hilfe.

Mehrere dieser Kirchen veröffentlichen auch extrem antiisraelisches Bildungsmaterial. Dies ist oft das einzige, das Kirchenmitglieder zu Gesicht bekommen. Die Methodisten produzierten vor einigen Jahren eine Studie, die von einem vom jüdischen Glauben abgefallen Pastor geschrieben wurde. Er gab zu das Judentum zu hassen. Darin gab es Abbildungen israelischer Soldaten, die an Naziwachen in Konzentrationslagern erinnerten.1

Die Motive dieser Kirchen sind verschieden. Einige zielen darauf den Staat Israel als „ein in Sünde empfangenes, kolonialistisches Unterfangen“ delegitimieren. Andere streben an, vom fehlenden Frieden im Heiligen Land christliches Zeugnis zu geben. Diese Kirchen haben viel von dem aussortiert, das ihre Großeltern glaubten und praktizierten; behalten haben sie das Mitgefühl für die Machtlosen. Indem sie die Palästinenser verteidigen, machen sie geltend den Underdog gegen das „mächtige und böse Israel“ zu unterstützen.

Die Theologie spielt in den antiisraelischen Aktivitäten der Großkirchen eine zunehmende Rolle. Es begann mit dem Sabeel-Zentrum für Ökumenische Befreiungstheologie und dessen Leiter Dr. Naim Ateek. Viele linke Kirchen sind Partnerschaften mit Sabeel eingegangen. Ateek nutzte in seiner Osterbotschaft von 2001 Kreuzigungs-Symbolik: „Vielen von uns scheint es so, dass Jesus wieder am Kreuz ist, zusammen mit tausenden gekreuzigter Palästinenser um sich herum.“2 Das führt den alten, mörderischen christlichen Vorwurf des Gottesmordes durch die Juden wieder ein. Ateek und andere streiten ab, dass die Bibel überhaupt von einem Bund für das Land mit den Juden spricht. Das ist eine Erneuerung der Ersetzungstheologie und des Supersessionismus und extrem gefährlich für Juden in der ganzen Welt, besonders in einer Zeit zunehmenden Antisemitismus.

Die palästinensischen Einflüsse bei antiisraelischem Schüren von Hass sind riesig. Sie haben ein Jahrzehnt lang Teams palästinensischer Christen durch die USA geschickt, die mit emotionalen Erzählungen über Leid an den innersten christlichen Gefühlen zerren. Sie sind effektiver als palästinensische Muslime, die nicht als „Brüder“ kommen.

Dennoch gibt es Überraschungen. 2012 ersetzten mehrere Konfessionen De-Investion durch Investitionsresolutionen. In einigen Fällen wurden Abstimmungen, die so aussahen als würden sie in die antiisraelische Richtung laufen, durch leidenschaftliche Reden von Pastoren gerettet, die darüber sprachen, welche Folgen solch eine Resolution auf die jüdische-christliche Freundschaft und Partnerschaften in ihren Kirchen haben würden.

Ich spreche regelmäßig mit Freunden in Kirchen, die über allerlei Fälle antiisraelischer Stimmungen nachdenken. Wenn ich viel davon der Fehlleitung christlicher Liebe zuschreibe, werde ich oft dadurch unterbrochen, dass jemand sagt: „Rabbi, ich wünschte, das stimmte. Es gibt weit mehr althergebrachten Antisemitismus in dieser Kirche als irgendjemand von uns gerne zugeben würde.“

Das Handeln dieser Großkirchen hat den Brunnen des christlich-jüdischen Dialogs vergiftet. Juden gingen einen manchmal fruchtbaren Dialog auf der Grundlage der Zusagen ein, dass die christlichen Partner die Verachtung für Juden und das Judentum hinter sich lassen würden und ernsthafte Versuche zu verstehen unternommen würden, was Juden wichtig ist. Die Art und Weise, wie diese Kirchen Israel behandeln, zeigt, dass beides nicht geschehen ist.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

1 www.camera.org/index.asp?x_context=2&x_outlet=118&x_article=1466
2 www.sabeel.org/res-archives.php?eventid=126

Weltkirchenrat greift Israel und Zionismus an

Michael Curtiss, Balfour Post, 5. Juni 2013

Seit mehr als zweitausend Jahren streiten sich Historiker und Analysten darüber, wie man die Berichte aus der Vergangenheit und der Gegenwart darstellen soll. Einige haben angestrebt Mitgefühlt oder Mitleid wegen der Leiden und Schwierigkeiten der Völker zu wecken, über die sie diskutieren. Andere haben ein Porträt präsentiert, das weniger emotional und dramatisch ist und eines, aus dem allgemeine Lehren gezogen werden können.

Es ist klar, dass viele – vielleicht eine Mehrheit – derer, die über den Zustand der palästinensischen Araber im Nahen Osten und das Verhalten des Staates Israel ihnen gegenüber schreiben oder sprechen, den ersten Ansatz gewählt haben. Das wurde gerade von den Äußerungen von Gremien großer christlicher Kirchen bestätigt. Am 24. Mai 2013 genehmigte die Vollversammlung der Church of Scotland den Bericht eines Komitees mit dem Titel „Das Erbe Abrahams?“. Der Bericht wurde ergänzt, weil die Kirche zugab, dass er „Sorge und Betroffenheit bei Teilen der jüdischen Gemeinschaft in Israel und darüber hinaus verursachte“. Diese Sorge wurde angemessen begründet. Selbst nach den angeblich moderateren Passagen in den Veränderungen des Dokuments beinhaltet es weiter dies: „Christen unterstützten Israel als Buße für Antisemitismus und den Holocaust. Als Israel dann durch die Misshandlung der Palästinenser umstrittener wurde, schwiegen die Christen.“

Der gesamte Bericht war in seiner antiisraelischen Haltung tendenziös und einseitig, sogar in dem Glauben an christliches Schweigen zu Israel. Fakt ist, dass das Gegenteil der Fall gewesen ist, da eine große christliche Kirche nach der anderen eifrig Israel wegen seines Handelns oder Nichthandelns den Palästinensern gegenüber verurteilte. Der jüngste Fall ist eine am 29. Mai 2013 vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und dem Nahost-Rag der Kirchen auf einer internationalen und ökumenischen Konferenz in Beirut (Libanon) veröffentlichten Erklärung. Repräsentanten jeder christlichen Kirche im Nahen Osten und aus christlichen Kirchen in 34 Staaten nahmen an dem Treffen im Kloster Notre Dame du Mont teil, um über „Christin im Nahen Osten: Gegenwart und Zeugnis“ zu diskutieren.

Die Konferenz sprach allgemein von zeitgenössischen Problemen im Nahen Osten und war sich dieser bewusst: Die Intensivierung religiöser Stammessysteme; die Zunahme des Fundamentalismus in vielen der Religionen der Welt; die Streuung des Einflusses radikalisierte islamistischer Gruppen; weit verbreitete Gewalt und Unsicherheit; ein Defizit an demokratischer Legitimität und Glaubwürdigkeit; Armut und das Fehlen von Chancen, besonders für Frauen und junge Leute.

Aber dennoch wurde nach der Erwähnung „christlicher Auswanderung aus der Region und ein pauschalisiertes Gefühl der Verlassenheit nach Jahrzehnten nicht hilfreicher Intervention“ das wahre Problem des Umgangs der Araber mit Christen nicht genannt, die verfolgt worden sind und die arabischen Länder in großer Zahl verlassen. Der Bericht behandelte nicht einmal das Schlachten in Syrien ein paar Kilometer vom Konferenzort entfernt, dass 80.000 Menschen abgeschlachtet und fast einen Million zu Flüchtlingen gemacht wurden.

Stattdessen folgte man dem bekannten und irreführenden palästinensischen Narrativ des Opfer seins. Unter Ausklammerung der gegenwärtigen, unglaublichen Turbulenzen in der arabischen Welt wie auch der täglichen Berichte aus Syrien fliehender Palästinenser und dem Präsident Assad unterstützenden Eintritt der Hisbollah in das Land definierte dieser ÖRK das bestehende Problem auf unfassbare Weise. Für den ÖRK „ist weiter Palästina das zentrale Problem in der Region“. Das sei für den Aufruhr in der Region zentral, ein Aufruhr, der die Doppelzüngigkeit der westlichen Mächte verschärfte, besonders die der USA. Dieser Aufruhr wurde erklärt mit der „Fortdauer, nach 65 Jahren, der steten Enteignung des palästinensischen Volks … das sein Land durch israelische Besatzung, fortgesetzte Siedlung auf Land innerhalb der Grenzen von 1967 durch einen Staat, der durch überwältigende militärische Macht und externe Bündnisse und Einfluss die Macht dazu hat“.

Der ÖRK war in diesem massiven Angriff auf Israel und der Vernachlässigung der Kämpfe, die man vom Tagungsort im Kloster vielleicht hören konnte, sowohl konkret als auch allgemein. Er behauptete, Jerusalem sei eine „besetzte Stadt mit einer Regierung, die diskriminierende Politik gegen Christen wie Muslime anwendet“. Der Rat sagte nichts zu Diskriminierung von Christen in anderen Ländern oder in Saudi-Arabien, wo christliche Glaubensausübung verboten ist. Stattdessen forderte der Rat, Jerusalem solle eine offene Stadt mit „gewissenhaftem Schutz“ seiner heiligen Stätten der drei Religionen sein, womit die Tatsache ignoriert wurde, dass Israel genau das aus seiner Sorge um die freie Religionsausübung gemacht hat.

Der ÖRK ging sogar in seiner unausgewogenen, sektiererischen und kurzsichtigen Erklärung noch weiter. Er griff Christen an, die seine Ansichten nicht teilen. Er behauptete: „Christen, die ‚christlichen Zionismus‘ fördern, verzerren die Interpretation des Wortes Gottes und die historische Verbindung der Palästinenser – Christen wie Muslime – zum Heiligen Land.“ Der ÖRK ist offenbar nicht nur heiliger  als alle anderen Christen, die mit seiner von Gott erhaltenen Botschaft nicht überein stimmen, sondern er unterstellt auch – auf weniger subtile Art – eine jüdische Weltverschwörung. Der ÖRK meint, dass christliche Zionisten „die Manipulation der öffentlichen Meinung durch zionistische Lobbys ermöglichen und innerchristliche Beziehungen Schaden zufügen“. In seinem extrem respektlosen Rat empfahl der ÖRK, dass er – vielleicht mit Hilfe eines Kreuzzugs und gewiss unter Andeutung einer Vendetta – seine akademischen Ressourcen versammelt und seine ökumenischen Partner konsultiert, um das Thema des christlichen Zionismus anzugehen, sein Quellen, seinen Gebrauch als politische Waffe gegen das palästinensische Volk und seine Auswirkungen auf die innerchristlichen Beziehungen aufzudecken.

Es ist beschämend, dass der ÖRK statt objektiver Analyse die palästinensische Wahrnehmung ihrer Lage nachgeahmt hat, die – zusätzlich zu echten Problemen – die Palästinenser als Opfer, als das internationale Symbol der Unterdrückten, präsentiert. Diejenigen – einschließlich des ÖRK – die sich mit den Unterdrückten oder mit den angeblichen Opfern identifizieren, haben die Sache der Palästinenser und die Verurteilung Israels zum Hauptfokus ihrer Agenda der Nahost-Angelegenheiten gemacht. Der ÖRK, angetrieben von einer modischen, politisch korrekten, antiwestlichen Ideologie der kollektiven Identifizierung mit den angeblich Unterdrückten, hat die Diskussion der verstörenden Probleme des Nahen Ostens von den akuten in Syrien, dem Libanon, Irak, Ägypten und dem Iran auf die vermeintlichen Unzulänglichkeiten Israels verschoben.

Es ist beschämend, dass er ÖRK Mitchristen in falschen Verdacht bringt, diejenigen christlichen Zionisten, die eine andere Wahrnehmung Israels haben und ihre Anteilnahme und Liebe für den jüdischen Staat beweisen. Der ÖRK und diejenigen christlichen Organisationen und Einzelpersonen, die mit seiner Erklärung übereinstimmen, sollten sich bewusst sein, dass ihre Behauptungen zu Israel und dem christlichen Zionismus, die nicht als Argumentationsfaden gewürdigt werden können, dem Beginn von Verhandlungen für eine friedliche Regelung des arabisch-israelischen Konflikts abträglich sind und diese behindern.

„Kairos Palästina“: Vom Geflunker zum Größenwahn

Malcolm Lowe, Hudson New York, 23. Dezember 2011

Ende 2009 tat sich eine kleine Gruppe christlicher palästinensischer Geistlicher und Laien zusammen und ersann ein Dokument mit dem Titel „Kairos Palästina“. Im Wesentlichen bewarben sie damit bekannte palästinensische Bestrebungen, verkleidet mit ein paar theologischen Floskeln. Selbst nach derzeitigen palästinensischen Standards war es eine extreme Erklärung. Zum Beispiel wurde eine Befürwortung der Zweistaaten-Lösung für Israel und die Palästinenser vermieden.

Jetzt, zwei Jahre später, hat der harte Kern der ursprünglichen Autoren in Bethlehem mit Unterstützern aus dem Ausland eine Konferenz zum Jahrestag abgehalten. Diesmal machten sie sich zum Tribunal, vor dem alle Kirchen der Welt angeklagt wurden, sie zeigten nicht genug Begeisterung für das damalige Dokument. Damit geriet es vom Geflunker zum Größenwahn.

Die von dieser Konferenz kommenden Äußerungen manifestieren einen Mix aus Triumph und Wut. Triumph, denn verschiedene Kirchenbürokraten – hauptsächlich in den Nahost-Ressorts einiger protestantischer Kirchen – hatten sich viel Mühe gegeben, um für das Dokument zu werben. Wut, weil die Aufnahme in den Kirchen insgesamt zumeist nur lauwarm war. Zum Beispiel ging der Versuch, das Dokument in den Niederlanden zu bewerben, nach hinten los, da prominente Kirchenleiter seine Vorschläge ablehnten.

In der Tat hat es beträchtliche Kritik an dem Dokument durch jene ernsten christlichen Theologen gegeben, die sich die Mühe machten, sich damit auseinanderzusetzen. Der Autor dieses Textes war einer der ersten, der die Anmaßungen und Täuschungen des Dokuments offen legte.

Triumph und Wut prägten die Eröffnungserklärung der Gedenkkonferenz durch Rifat Odeh Kassis. Einerseits proklamierte er, „Kairos Palästina verwandelt sich in eine breite Dachbewegung“ und sieht das Aufkommen einer „globalen Kairos-Koalition“ voraus. Andererseits beschimpfte er die Kirchen in Bausch und Bogen: „Wir können das Schweigen der Kirchen nicht länger akzeptieren!“ „Wir können keine finanzielle Unterstützung von einer Kirche oder Organisation akzeptieren, wenn diese sich nicht verpflichtet, für die Beendigung der Besatzung zu arbeiten.“ „Wir können die Argumente, welcher Kirche auch immer, nicht akzeptieren, die in ihren Ansichten ‚ausgewogen‘ sein will.“ Und so weiter und so weiter.

Kassis verlangte außerdem Monopolrechte über christliche Pilgerfahrten. „Wir werden uns laut dagegen aussprechen, dass irgendwelche Kirchen Touren ins Heilige Land organisieren, ohne uns zu besuchen“, drohte er. Darüber hinaus berichtete die Lokalpresse – auch wenn die Online-Zusammenfassung seiner Rede das nicht erwähnt – dass er eine „Kampagne zum totalen Boykott Israels“ forderte (hamlat muqata’a shamila li-Isra’il).

Von seinem hystrischen Ton mitgerissen, übersah Kassis, dass selbst die palästinensischen Kirchen einem dieser Verbote trotzen werden. All diese Kirchen, einschließlich seiner eigenen, sind komplett von Geldspenden aus dem Ausland abhängig. In einigen Kirchen bilden diese um die 90% des Haushalts. Keine palästinensische Kirche wird diese massiven Beiträge von der Unterstützung der politischen Forderungen der Palästinenser abhängig machen.

Für Kassis ist dieses Verhalten nicht neu. Bereits im Juni 2011 machte er sich zum Oberrichter über die Erzbischöfe der Welt mit einer langatmigen Attacke auf Dr. Rowan Williams, den Erzbischof von Canterbury. Williams hatte der BBC ein Interview gegeben, in dem er ein bemerkenswert gut informiertes Verständnis dafür zeigte, wie der Aufstieg extremistischer islamischer Bewegungen sich negativ auf die christliche Bevölkerung des Nahen Ostens auswirkt.

In seinen Anmerkungen wagte sich der Erzbischof anzudeuten, dass Muslime in Bethlehem die Christen schleichend ersetzen. Er sagte damit nichts Neues, nicht einmal etwas, das nicht weithin bekannt ist, doch es reichte aus, eine lange Maßregelung seitens Kassis‘ zu provozieren. Dieser beschrieb sich selbst als durch den Erzbischof „zutiefst beunruhigt“ und „schockiert“ und beharrte darauf: „Ihre Äußerungen zu Bethlehem sind besonders falsch und beleidigend, wenn Sie sagen, dass der Zuzug von Muslimen in den Bereich Bethlehems, wo es nur begrenzt Platz gibt, die Christen zwingt wegzuziehen.“

Neben der Wut trat im Brief später auch Verzweiflung auf, als Kassis schrieb: „Wir erwarten durch die Kirchenleiter aus aller Welt keine Unterstützung mehr.“ Das ist ein bemerkenswertes Eingeständnis, dass der kleine Trupp der Autoren von Kairos Palästina weit davon entfernt ist, die Reaktionen zu bekommen, die sie sich wünschten.

Die zugehörige „Kairos Palästina“-Internetseite führt ja eine Liste palästinensischer Christen, die ihr Dokument unterschrieben haben, außerdem eine zweite Liste von Muslimen und von ausländischen Christen, die es unterstützen. Sieht man aber genauer hin, dann stellt sich heraus, dass es sich bei den Ausländern um die üblichen Verdächtigen handelt. Ihre Zahl liegt bei zweitausend und ist in der letzten Zeit nicht sonderlich gewachsen. Nur etwa fünfzig bezeichnen sich als „Rev(erend)“ oder „F(ather)r“ (Pastor, Vater), die meisten davon unter den frühen Unterstützern. Zwei sind „Bischöfe“: der eine ist im Ruhestand, der andere führt eine Kirche, die er selbst gründete. Das bestätigt die verhaltene Reaktion der Kirchenleiter des Auslands. Was die Liste der Örtlichen angeht, so lässt sich vorstellen, dass der israelische Geheimdienst vergnügt zusieht, wie Kairos Palästina die Namen potenzieller Unruhestifter sammelt und veröffentlicht.

Bei den Organisatoren der Konferenz handelte es sich ebenfalls um dieselben alten Gesichter. Neben Kassis gehörten dazu Michel Sabbah (der ehemalige Lateinische Patriarch), Erzbischof Attalah Hanna und Rev. Naim Ateek. Hanna nimmt inzwischen nicht einmal mehr in Anspruch, im Namen des griechisch-orthodoxen Patriarchats zu sprechen. Ateek schied aus der örtlichen anglikanischen Kirche aus, nachdem er nicht es nicht schaffte, zum Bischof gewählt zu werden. Kurz gesagt: Es handelt sich um einen kleinen Klüngel, der statt der Kirchenleiter in Jerusalem lieber sich selbst als authentische Führer der lokalen Christenheit sehen würde. Es ist also kein Wunder, dass Kirchenleitungen andernorts gezögert haben sie mit offenen Armen zu begrüßen.

Das Kairos-Palästina-Phänomen findet allerdings bei anderen Möchtegern-Alternativführungen Begeisterung. Zu diesen gehören bürokratische Kerngruppen in den Kirchen, militante kirchliche NGOs wie Pax Christi und vor allem die Bürokratie des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖKR/Weltkirchenrat) in Genf. Dieses Gremium beansprucht für Hunderte Millionen Christen weltweit zu sprechen, in Wirklichkeit aber sind es nur ein paar Duzend Beamte in Genf, die einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit, Mühen und Ressourcen auf das Werben für die Sache der Palästinenser verwenden.

Es ist kein Zufall, dass die Abschlusserklärung der Kairos-Gedenkkonferenz die Anfänge von Kairos-Palästina (im Jahr 2009) ausdrücklich in den Zusammenhang des „Amman-Aufrufs von 2007“, der „Berner Perspektive von 2008“ und des „Ökumenischen Forum Palästina Israel“ (gegründet 2007) stellt. Alle drei waren Initiativen des ÖRK. So letztlich auch das Kairos-Phänomen, das mit Hilfe des ÖRK-Ablegers in Jerusalem, dem „Inter-Church Centre“, organisiert wurde. Kassis hat gelegentlich für den ÖRK gearbeitet, und seine Anprangerung von Kirchen des Auslands wurde in diese Abschlusserklärung eingearbeitet. Der ÖRK will zweifellos genauso eifrig für diese Erklärung werben wie für das frühere Kairos-Dokument selbst. Ihr Kirchen der Welt, nehmt euch in Acht: Der ÖRK hat ein Auge auf euch.

Die wahrhaft schrecklichen, mörderischen Regime in arabischen Ländern werden im Gegensatz dazu nie Gegenstand der „Aufrufe“, „Perspektiven“ oder „Foren“ des ÖRK. Konrad Raiser war in den letzten Jahren des Sowjetkommunismus ÖRK-Generalsekretär (1992 – 2003). Kurz nachdem er das Amt verließ (im Juli 2004), gab er halbherzig zu, dass der ÖRK dem Thema der sowjetischen Tyrannei in Osteuropa ausgewichen war. Noch länger überging der ÖRK jedoch Saddam Husseins Irak, das Syrien der Assad-Dynastie und alle anderen Länder des „Arabischen Frühlings“.

Stattdessen schikaniert der ÖRK Israel als problemloses Ziel. Er nimmt richtigerweise an, dass die israelischen Behörden, obwohl die Kairos Palästina-Internetseite die Namen von fast dreitausend palästinensischen Aktivisten bereitgestellt hat, diese nicht im Stil arabischer Regime zu Hunderten erschießen werden.

Kairos Palästina stellt sich selbst als spontanes örtliches Phänomen dar. Doch seine Herkunft wird genauer mit „von Genf, via Bethlehem“ beschrieben.