Geschichte wiederholt sich: Bethlehems Christen stehen vor der Auslöschung

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 1. September 2022

Bethlehem, das als Geburtsort Jesu Christi gilt, wird im christlichen Glauben verehrt und zieht jedes Jahr mehr als eine Million Pilger an, die kommen, um in der berühmten Geburtskirche zu beten. Hier stehen täglich hunderte Schlange, um eine kleine Felsgrotte zu betreten, in der ein 14-zackiger Silberstern die Worte trägt: „Hic de Virgine Maria Jesus Christus natus est“, was heißt: „Hier wurde Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren.“

Vor 70 Jahren nannte auch eine beträchtliche Anzahl an Christen Bethlehem ihr dauerhaftes Zuhause; die Bevölkerung der Stadt in der Westbank und der umgebenden Dörfer war zu 90 Prozent christlich.

2016 warnte die damalige Bürgermeisterin von Bethlehem, Vera Baboun, die Zahl sei auf 12 Prozent gesunken, auf nur noch 11.000 Menschen.

Aus der gesamten von der palästinensischen Autonomiebehörde verwalteten Westbank wird berichtet, dass weniger als 50.000 Christen verbleiben, während es im Gazastreifen, der von den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas regiert wird, gerade einmal 1.100 Christen übrig sind.

Die Krise der Christen im Heiligen Land ist nicht unbemerkt geblieben.

Letzten Dezember schrieb der britische Erzbischof von Canterbury, Justin Wellby, zusammen mit dem palästinensisch-anglikanischen Bischof Hosam Naoum einen Meinungsartikel, in dem sie den Rückgang der Christen im Geburtsort der Religion beklagten; sie argumentierten, dass das Handeln  „radikaler Gruppen“ dafür verantwortlich sei.

Sie erklärten, zu solchen Taten gehörte die Schändung von Kirchen, zusätzlich zu physischen und verbalen Attacken auf Priester, Mönche und Gläubige.

Dennoch zogen Erzbischof Welby und Bischof Naoum es vor die krasse Realität vor Ort zu ignorieren und machten für das Abstürzen der Christen mysteriöse „radikale Randgruppen“ und zunehmende „Siedlergemeinden“ verantwortlich.

Solche linguistische Ungenauigkeiten kaschieren den wahren Grund dafür, dass Christen aus dem Heiligen Land verschwinden, was laut der global agierenden christlichen Organisation Open Doors in Wirklichkeit das Ergebnis von „islamischer Unterdrückung“ ist.

Die Organisation warnt, das die Christen die Westbank in Scharen verlassen und deckte auf, dass „islamisch-extremistische Militante“ Christen in Angst vor Anschlägen versetzen und sagte, die Lage sei für Konvertiten zu dieser Religion noch bedrohlicher, weil sie sich noch schlimmerer Brutalität ausgesetzt sehen.

Eine weitere internationale gemeinnützige Organisation, The Voice of the Martyrs (Die Stimme der Märtyrer), die sich für die Rechte verfolgter Christen einsetzt, hat zahllose Berichte schrecklicher Folter zusammengetragen, die die palästinensische Autonomiebehörde ihrer christlichen Minderheit zuteil werden lässt.

Ein solcher Bericht ist der von Saif, einem Konvertiten vom Islam zum Christentum, der nahe Bethlehem lebt. Er beschrieb, wie er vom muslimischen Muezzin (Ausrufer) über den Moschee-Lautsprecher als „zionistischer Ungläubiger“ bezeichnet wurde; er wurde daraufhin zur örtlichen Polizeiwache zitiert. Wochenlang ertrug er furchbare Folter, darunter stundenlang kopfüber aufgehängt zu sein, Drohungen mit Kreuzigung und gewalttätige Verhöre.

Trotz seiner Freilassung gingen die PA-Kräfte weiter gegen vor und schließlich war Saif gezwungen nach Jerusalem zu fliehen, wozu er einen Pass benutzte, der ihm für seine Arbeit als Bau-Auftragnehmer ausgegeben worden war.

Im Gazastreifen ist die Lage der Christen unter der Herrschaft der islamistischen Hamas sogar noch trostloser.

Die Notlage der winzigen Minderheit wird von der entsetzlichen Erzählung von Rami Ayyad veranschaulicht, dem der letzte christliche Buchladen von Gaza gehörte, bis dieser nur Monate nach der Machtergreifung durch die Hamas 2007 und der Verhängung des islamischen Scharia-Rechts mit einer Brandbombe beworfen wurde.

Ayyad wurde von einem Angreifer entführt, gefoltert und später ermordet, der ungestraft davon kam, obwohl seine Identität den Behörden Berichten zufolge bekannt ist.

Der Niedergang der Christenheit in palästinensisch kontrollierten Gebieten ist Teil eines allgemeineren Musters der aus dem Nahen Osten und Nordafrika verschwindenden Christen.

2019 legte ein von Großbritannien in Auftrag gegebener Bericht das Ausmaß des Problems offen, der ihre schwindende Zahlen als „nahe am Völkermord“ beschrieb.

„Die Formen der Verfolgung reichen von routinemäßiger Diskriminierung in Bildung, Arbeitswelt und sozialem Leben bis zu völkermordartigen Angriffen auf christliche Gemeinschaften und haben seit der Jahrhundertwende zu einem erheblichen Exodus christlicher Gläubiger aus dieser Region geführt“, heißt es in dem Bericht.

„In Ländern wie Algerien, Ägypten, Iran, Irak, Syrien und Saudi-Arabien hat die Lage der christlichen und anderer Minderheiten ein alarmierendes Stadium erreicht. In Saudi-Arabien gibt es strikte Einschränkungen für alle Ausdrucksformen des Christentums, einschließlich öffentlicher Gebetsakte. Es hat regelmäßige Razzien auf private christliche Gottesdienste gegeben“, schloss der Bericht.

Die Krise, der sich Christen aktuell in der Region ausgesetzt sehen – sie ist Teil eines grauenvollen Musters, das mit der Massenvertreibung von Juden vor 70 Jahren begann.

Wie HonestReporting ausführlich beschrieb, wurden rund eine Million jüdischer Einwohner arabischer Länder gezwungen aus ihren Häusern zu fliegen, nachdem die palästinensischen Araberführer den UNO-Teilungsplan von 1947 ablehnten.

Obwohl Juden seit tausenden von Jahren durchgängig in Nordafrika und dem Nahen Osten lebten – lange vor dem Aufkommen des islamischen Glaubens – ist ihre Präsenz, außer in Israel, praktisch beseitigt worden.

Christen, die unter palästinensischer Herrschaft und in der Region leben, sehen sich als Ganzes derselben Zukunft gegenüber. Und Kirchenleiter versäumen es die Wurzel des Ganzen zu bloßzustellen.

Überwiegende Mehrheit der Palästinenser will die Option Flughafen Ramon nutzen; ihre Führer wollen, dass es ihnen schlecht geht.

Elder of Ziyon, 25.August 2022

Heute [am letzten Sonntag – d. Übers.] verkündete die PFLP, dass sie sich der palästinensischen Autonomiebehörde in Opposition zum israelischen Plan anschließt Palästinensern zu erlauben über den Ramon-Flughafen ins Ausland zu reisen.

Einer der Gründe ist gewichtig:

Die Passage palästinensischer Bürger über den Flughafen zielt darauf der kommunikativen und emotionalen Tiefe zu unserem brüderlichen Volk in Jordanien einen Schlag zu versetzen und das Ziel ist auch Unterstützung für die zionistische Wirtschaft zu bieten und die vom Feind gegen unser Volk praktizierte Apartheid-Politik zu bestätigen.

Sehen Sie? Den Palästinensern mehr Möglichkeiten zu geben, wie sie reisen können, und ihnen zu erlauben von einem israelischen Flughafen aus zu reisen, wo sie direkt neben israelischen Passagieren sitzen, ist Apartheid!

Palästinenser haben in den sozialen Medien starkes Interesse daran gezeigt den Ramon-Flughafen  zu nutzen. Sie sind nicht alle von dem Argument dagegen überzeugt, der von der PA und weiteren Führern angeführt wird.

Eine OnlineUmfrage zeigt, dass 66% sich darauf freuen über den Ramon reisen zu können, während nur 29% sagten, sie seien wegen „Normalisierung“ dagegen.

Ramallah Live verglich die Kosten für Einwohner der Westbank, wenn sie über Jordanien reisen, mit denen über Ramon und stellte fest, dass die jordanischen Gebühren mit 180 Schekeln dreimal so hoch sind wie die Kosten über Ramon (60 Schekel). Das schloss noch nicht die Gebühren für die Rückkehr ein, die Zahlung von VIP-Gebühren an der Allenby-Brücke, um die Stunden der Wartezeiten dort zu reduzieren.

Am 16 August sagte der palästinensische Verkehrsminister: „Wir werden darüber nachdenken Verfahren und Sanktionen gegen Reisende gegen Reisende zu verhängen, die den Ramon-Flughafen nutzen und wir drängen  alle Palästinenser diesen Flughafen nicht zu nutzen, weil er keine palästinensische Souveränität repräsentiert.“

Die palästinensische Reaktion auf Facebook ist vernichten gewesen; viele stellten heraus, dass er persönlich einen VIP-Reisepass besitzt, um über den Ben Gurion-Flughafen zu reisen – warum ist verletzt das keine palästinensische Souveränität?

Es gibt fast 10.000 Kommentar wie diese:

Ja, ich schwöre bei Gott, wir hassen dich
Wir wünschen eine Erklärung zu hören, die den Volk nutzt!!!
Mit der Ehre deiner Schwester: Halt den Mund und prügel dich selbst
Spucke auf dich und deine Behörde
Ihr seid alle illegitim und eure Herkunft ist nicht bekannt, Bastarde
Ich schwöre bei Gott, dass es Strafen und Verfahren gegen die Offiziellen geben muss, die das Volk an den Übergängen demütigen lassen. Ich stehe bei den Bürgern, die von irgendwo reisen, um seine Würde zu bewahren.

Andere betonen die furchtbaren Bedingungen und Erniedrigung an den jordanischen Übergängen und fragen, wie über Jordanien zu reisen „palästinensischer Souveränität“ hilft.

Und es gibt eine weitere Gruppe Palästinenser, die fordern in der Lage zu sein den Ramon-Flughafen zu nutzen: Gazaner!

Der aktuelle Plan sieht vor ihn nur für Palästinenser aus der Westbank zu öffnen, aber er liegt näher am Gazastreifen und die Gazaner würden die Chance ergreifen diesen Flughafen zu nutzen, statt zu versuchen es nach Kairo zu schaffen, was sehr schwierig ist. Manche fordern das Recht Ramon zu nutzen und weil Israel bereits viele von ihnen überprüft, damit sie in Israel arbeiten können, würde das eine Möglichkeit sein. Kommentatoren dort betonen die Demütigung fest, die sie durchmachen,shcon nur um die Chance zu haben nach Ägypten zu reisen; die Möglichkeit vom Ramon aus zu fliegen würde für Gazaner ein Traum sein. Wenn schon aus keinem anderen Grund als PR zu bekommen, sollte Israel überlegen denjenigen die Nutzung des Flughafens zu erlauben, die Sicherheitschecks durchlaufen.

Der Ramon-Flughafen gibt weiterhin die reine Heuchelei der palästinensischen und arabischen Führer preis, die seit Jahrzehnten Entscheidungen für die Palästinenser getroffen haben und vorgeben, diese Entscheidungen seien für deren eigenes Wohl. Am Ende dienen sie einzig dem Wohl der selbsternannten Führer und die Palästinenser leiden.

Israel behandelt die Palästinenser mit mehr Respekt als deren eigenen Führer es tun und trotz all der israelfeindlichen Propaganda wissen die Leute das sehr wohl.

15 Jahre seit der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen: „die dramatischste Entwicklung in der palästinensischen Arena“

Israelische Beobachter sagen, es gäbe zweifellos einen weiteren Hamas-Putsch, ohne dass die IDF in der Westbank agiert, ganz so wie der vom Juni 2007 im Gazastreifen. Bereitet die Hamas sich darauf vor ihren Schritt am Tag nach dem Abgang von PA-Führer Mahmud Abbas zu unternehmen?

Palsätinenser wählen vor dem muslimischen Feiertag Id al-Adha Schafe, Kühe und Kamele auf einem Viehmarkt in Rafah aus, südlicher Gazastreifen, 2. Juli 2022 (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

Yaakov Lappin, JNS.org, 6. Juli 2022

Vor 15 Jahren, im Juni 2007, machte die Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts eine erdbebenartige Veränderung durch. Die islamistische Terrorfraktion Hamas ergriff im Gazastreifen mit einer Serie tödlicher Überfälle die Macht, schoss Raketen und Mörser auf von der Fatah geleitete PA-Basen und stürmte ihre Stellungen. In brutalen Hinrichtungen warf die Hamas PA-Personal von Hausdächern in den Tod und vollführte Erschießungen in Krankenhäusern, was viele des verbleibenden PA-Personals zwang in die Westbank zu fliehen.

Im Blick zurück auf den palästinensischen Schauplatz der letzten Generation erzählte Oberst (a.D.) David Hacham, ein ehemaliger Berater für arabische Angelegenheiten bei sieben israelischen Verteidigungsministern und ranghoher wissenschaftlicher Mitarbeiter am MirYam-Institut gegenüber JNS: „Es gibt keinen Zweifel: Die wichtige, höchst bedeutende und dramatischste Entwicklung ist die Machübernahme der Hamas im Gazastreifen und die Zwangsvertreibungen der PA und ihres Personals aus dem Bereich mit Hilfe des Einsatzes von Gewalt gewesen.“

Dieses Ereignis hat langfristige Auswirkungen auf alle folgenden internen palästinensischen Entwicklungen, insbesondere der Machbalance zwischen Hamas und Fatah, sowie auf das Wesen des palästinensisch-israelischen Konflikts, sagte er.

„Die Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen war einer der Gipfelpunkte im Prozess des Machtaufbaus der Hamas [seit ihrer Gründung 1987] sowie ihrer Bemühungen ihre strategischen Ziele zu propagieren, um zur führenden, dominierenden Kraft im palästinensischen System zu werden“, sagte Hacham.

Diese Anstrengungen, die auch heute weitergehen, sind von ständigen Versuchen begleitet die Position der rivalisierenden Fatah-Bewegung zu untergraben, Teil der Zielsetzung der Hamas die PA und die PLO zu übernehmen, so Hacham.

Anhänger der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihad nehmen an einer Kundgebung zur Feier des tödlichen Terroranschlags von Tel Aviv am 7. April 2022 teil – südlicher Gazastreifen, 8. April 2022 (Foto: Attia Muhammed/Flash90)

Obwohl der Hamas-Putsch für viele Beobachter überraschend kam, war er letztlich ein erwarteter Schritt, sagte er, weil es eine Haltestelle auf der geplanten Reise der Terrororganisation zur Verwirklichung ihrer strategischen Ziele ist, zu denen letztlichen die Vernichtung Israels und seine Ersetzung durch einen palästinensisch-islamischen Staat gehört.

Im Juni 2007 diente Hacham als Berater für arabische Angelegenheiten im Büro des israelischen Verteidigungsministers; er war verantwortlich für die Koordination der Kontakte mit einer ägyptischen Sicherheitsdelegation, die damals im Gazastreifen aktiv war.

„Ich erinnere mich gut an die dramatischen Ereignisse, die damals eintraten“, sagte er. „Besonders den dringenden Telefonanruf, den ich vom ägyptischen General Burhan Hamed er hielt, der die Delegation des ägyptischen Allgemeinen Geheimdienst-Direktorats im Gazastreifen leitete. Er erzählte mir mit viel Emotion von dem, was vor Ort stattfand und bat, dass sich ihm helfe ihn aus der Gegend zu retten. Am Ende konnte er den Übergang Rafah erreichen und sicher auf die ägyptische Seite kommen“, erinnert sich Hacham.

Letztlich, sagte er, schuf die Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas ein zweiköpfiges palästinensisches Herrschaftssystem, in dem jedes Machtzentrum durch die Geografie, die Politik, religiöse Orientierung und die Demografie getrennt ist. Im Ergebnis, sagte Hacham, wurde die PA zu einer verkrüppelten Instanz, anfällig und Druck ausgesetzt, die nicht die gesamte palästinensische Bevölkerung oder Territorien, in denen sie lebt.

Ein Palästinenser geht an einem Graffiti vorbei, das Raketen schießende Hamas-Kämpfer darstellt; Khan Junis im südlichen Gazastreifen, 30. Mai 2022 (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

„Fehlende Transparenz, Korruption, Vetternwirtschaft und mehr“

Oberst (a.D.) Mosche Elad, einer der Gründer der Sicherheitskoordination zwischen den israelischen Verteidigungskräften und der PA, sagte, die Hamas habe nicht geplant ein Regime im Gazastreifen zu führen, das sich an den Taliban oder dem Islamischen Staat (ISIS) orientiert, weil der Charakter der Bevölkerung des Gazastreifens kein religiös-extremistischer ist. „Für die Bevölkerung des Gazastreifens ist das eine weitere Regierungsbehörde, fast eine Besatzung, würde ich sagen. Seit 1948, als die Ägypter ein Militärregime ausriefen, haben die Einwohner des Gazastreifens keinen einzigen Tag Unabhängigkeit erlebt“, sagte Elad, Dozent am Western Galiläa College im Norden Israels.

„Daher ist die Hamas eine Regierungsobrigkeit, die nach der ägyptischen und der israelischen Obrigkeit kam“, fügte er hinzu.

Andererseits, argumentiert Elad, hatte die Hamas den Erfolg Regierungsmuster zu schaffen, die nicht völlig scheiterten und die in gewissen Bereichen nicht „unter die der PA abfallen, sie in einigen sie sogar übertrafen, obwohl beide fehlende Transparenz, Korruption, Vetternwirtschaft und mehr haben.“

„Im Verlauf der Jahre hat die Hamas verstanden, dass es nicht sowohl Terrororganisation sein und einen Staat von 2 Millionen Menschen regiereng kann. Daher hat man in den letzten Jahren das Gefühl, dies sei in den Köpfen der Organisation internalisiert worden und sie beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie die Bevölkerung besser regiert werden kann, darunter Möglichkeiten die Lebensbedingungen im Streifen zu verbessern“, stellte er fest.

Eine der Möglichkeiten für die Hamas das Dilemma zu lösen, wie man regieren kann ohne seine extremistische Ideologie aufzugeben, bestand darin eine hudna mit Israel anzustreben, einen zeitlich begrenzten, mehrjährigen Waffenstillstand, der es ihr ermöglicht sich zu organisieren, wenn es um Souveränität geht und die Regierungsleistung zu verbessern, so Elad.

„Das charakterisiert übrigens andere Regime mit fundamentalistischen Veranlagungen, wie die frühere Herrschaft der Muslimbruderschaft in Ägypten, Marokko und Tunesien“, fügte er an. „Die Notwendigkeit eine Bevölkerung gut zu regieren und als zentrale Adresse zu agieren, lenkt den willen um sich mit religiös-extremistischer Ideologie auseinanderzusetzen.“

Palästinensische Arbeiter warten am Übergang Erez in Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen darauf zur Arbeit nach Israel einzureisen, 13. März 2022 (Foto: Attia Muhammed/Flash90)

„Zuckerbrot und Peitsche, Öffnung und Schließung des Gazastreifens“

Im Blick voraus auf das Ziel der Hamas die Westbank zu übernehmen, sagte Elad, dies sei eines der Alptraum-Szenarien für die Gegend. „In einige Städten [in Judäa und Samaria] hat die Hamas de facto die Herrschaft, so in Nablus und in Hebron; und wenn die IDF nicht in der Westbank wäre, dann würde es dort zweifellos einen weiteren Putsch wie den vom Juni 2007 im Gazastreifen geben und niemand in der PA könnte das verhindern“, sagte er.

„In der Hamas gibt es weiter den Wunsch die Westbank zu regieren, aber die Bewegung weiß, dass das nicht einfach sein wird, solange Israel die Siedlungen sichert und gleichzeitig auf den Zustand von PA-Führer Mahmud Abbas und seine Regierung ‚ein Auge wirft‘“, erklärte Elad und fügte hinzu, dass die Schüssel-Gabelung vor uns liegt, wenn Abbas – heute 87 Jahre alt – abtritt.

„Wenn die Hamas beschließt sich an Wahlen zu beteiligen und das demokratisch zu tun, könnte sie gewinnen – oder zumindest ein Unentschieden mit der PLO erzielen. Es könnte sein, dass die Hamas versteht, dass sie die Westbank nur über demokratische Wahlen übernehmen kann und dass die Bewegung sich darauf vorbereitet“, erklärte er.

Hacham deutete auf Schlüsselentwicklungen, die zum Pusch führten, so Israels Abzug aus dem Gazastreifen 2005 und die palästinensischen Wahlen 2006, bei denen die Hamas eine Mehrheit der Sitze im Palästinenserparlament erlangte. Als Ergebnis dieser Entwicklungen wurde Ismail Haniyeh von der Hamas Leiter einer palästinensischen Einheitsregierung, die nach dem Putsch von 2007 aufhörte zu existieren.

Von dem Punkt an, sagte Hacham, verwandelte sich der Gazastreifen in zutiefst feindliches Territorium für Israel und zur Startrampe für Terror- und Raketenangriffe auf israelische Städte, was zu mehreren Runden der Kämpfe führte, dessen letzte die Operation „Wächter der Mauern“ im Mai 2021 war. Israelische Bauern litten unter Jahren mit Brandballons, die Ernten abbrannten, Einwohner des Südens wurden gewalttätigen – von der Hamas inszenierten – Versuchen ausgesetzt über die Grenze nach Israel einzusickern, die von der IDF gestoppt wurden. Städte und Orte im Süden wurden regelmäßig von willkürlichen, massenhaften Raketenangriffen aus dem Gazastreifen ins Visier genommen.

Laut Elads Bewertung hat Israel, trotz der Herausforderungen, ein effektives Rezept gefunden den Konflikt zu verwalten; er fügte hinzu, dass die Arbeitsplätze und wirtschaftliche Möglichkeiten zu fördern sich allgemein als entscheidend dabei erwiesen hat das Gebiet zeitweise ruhig zu halten.

„Solange die Hamas ihre kompromisslose Haltung zu Israel beibehält, ist dies die Art mit dem Gazastreifen umzugehen – Zuckerbrot und Peitsche, um den Streifen in Übereinstimmung mit der Sicherheitslage zu öffnen und zu schließen“, sagt er.

Inzwischen plant die Hamas darauf zu warten, dass die Fatah sich mit internen Machtkämpfen um Abbas‘ Nachfolger „selbst erschöpft“, hält Elad fest, und dann den Versuch zu unternehmen die Kontrolle zu übernehmen. Allerdings, stellt er heraus, „wird das, solange Israel dort ist, nicht geschehen“.

Es ist 2022 und Antisemiten sagen immer noch „Juden vergiften die Brunnen“

Elder of Ziyon, 6. Februar 2022

Qaryout

Arabische und iranische Medien behaupten, dass Juden eine Quelle in Qaryut bei Schilo vergifteten.

Israelische Siedler verunreinigten am Freitag absichtlich das Wasser einer Quelle im Dorf Qaryout in der Westbank, nördlich von Nablus, berichtete Anadolu Agency.

„Die Siedler überfielen die Gegend, brachen das Schloss zur Wasserquelle auf, beschädigten den Zaun um sie herum und kippten unbekanntes Material mit einem schmutzigen Geruch ins Wasser“, bestätigte der Aktivist Baschar al-Qaryouti.

Er fügte hinzu: „Sie machten das, um das Wasser zum Trinken und für die Landwirtschaft unsicher zu machen.“

Ich konnte den Artikel der Anadolu Agency nicht finden.

Und es gibt kein Original, das dies in palästinensischen Medien berichtet. Sie alle zitieren die türkischen Medien zu etwas, das angeblich in ihrem Hinterhof geschah.

Keine Fotos des beschädigten Zauns oder zerbrochenen Schlosses. Keine Interviews irgendwelcher Zeugen. Keine Erwähnung in Ha’aretz. Nur Zitate israelfeindlicher Aktivisten, die aus irgendeinem Grund gegenüber einer türkischen Nachrichtenagentur reden, statt in den lokalen Medien.

Man sagt, es gebe nur sieben grundlegende Verschwörungen von Geschichten und alles sind Variationen. Ich habe das Gefühl, dass es auch nur sieben grundlegende antisemitische Verleumdungen gibt (Juden verbreiten Seuchen, Juden kontrollieren heimlich Institutionen, Juden fälschen Geschichte, Juden sind der schlimmsten Verbrechen eines jeden Zeitalters schuldig…) aber die Welt ist genauso unersättlich in dem Wunsch die Varianten der Judenhasser-Geschichte zu hören, wie sie es bei allen anderen erfundenen Geschichten ist.

In Area A leben tausende Israelis. Aber niemand wird sie als Kriegsverbrecher verurteilen – sie sind ja keine Juden.

Elder of Ziyon, 10. November 2021

Wann verurteilen die UNO, Amnesty International, Human Rights Wach, mit der PFLP verbundene NGOs, die BDS-Bewegung, Students for Justice for Palestine, Peace Now, die Jüdische Stimme für Frieden und J-Street nicht, dass israelische Staatsbürger in der Westbank leben?

Natürlich, dann wenn es sich um Araber handelt.

Aus Ha’aretz:

Rawabi vermarktet sich als Einiger palästinensischer Interessen und einem umsetzbaren Fahrplan zur Eigenstaatlichkeit, der vollmundige Versprechungen der traditionellen Führung buchstäblich durch Fakten vor Ort ersetzt.

In Area A – womit es zumindest auf dem Papier unter voller Kontrolle der palästinensischen Autonomiebehörde steht – und rund 35 Minuten nördlich von Ramallah gelegen, begann der Bau der Stadt 2010, anfänglich vom palästinensisch-amerikanischen Unternehmer Bashar Masri finanziert und erheblich unterstützt von Geld aus Qatar.

Während eines Besuchs saß ich vor kurzem mit dem allerersten Bürgermeister Zeiten der Stadt, Ibrahim Natour zusammen.

Nach der Anwesenheit und Rolle der arabisch-israelischen Bevölkerung in der Stadt gefragt, korrigierte mich Natour eilig: „Wir betrachten sie nicht als arabische Israelis: Sie sind Palästinenser. Palästinenser zu sein dreht sich nicht darum einen [israelischen] Personalausweis zu haben. Ich bin Palästinenser, aber ich komme aus Jerusalem. Wir diskriminieren nicht.“

Trotz anfänglicher Hoffnung bis zu 40.000 Einwohner anzuziehen, steht Rawabis aktuelle Bevölkerung derzeit bei mageren 5.000, von denen 70 Prozent die Stadt als ihre dauerhafte Heimat betrachten. Ein Vertreter der Stadt beschrieb die anderen 30 Prozent als „Wochenend-/Ferien“-Besucher. Außer bei wohlhabenderen Palästinensern mit doppelter Staatsbürgerschaft erscheint es logisch, dass viele von ihnen arabische Israelis sind – die einzigen, die in der Lage sind die Grenzübergänge ungehindert passieren können.

Amal, ein 46-jähriger Einwohner der arabisch-israelischen Stadt Um el-Fahm, war überrascht von der demografischen Aufschlüsselung der Stadt, die sich als Sprungbrett in Richtung Eigenstaatlichkeit vermarktet: „Ich fragte auch, wie viele Einwohner von außerhalb kommen [d.h. arabische Israelis]. Ich hatte den Eindruck, dass mindestens 80 Prozent aus der Westbank kommen. Sie sehen all die gelben [israelischen] Nummernschilder auf den Autos und die meisten davon kommen alle paar Monate zu Besuch – aber die werden Ihnen das nie sagen“, sagt er über die Stadtverwaltung.

Egal, wie man zählt, tausenden arabischen Israelis gehören Häuser und sie leben mindestens einen Teil der Zeit in Area A – unter palästinensischer Kontrolle.

Sie sind Siedler.

In einem Bereich, wo Juden nicht hindürfen.

Die Bürgermeister sagt: „Wir diskriminieren nicht.“ Nun, solange man die Diskriminierung von Juden nicht dazu zählt, wohl wirklich nicht.

Ken Roth von Human Rights Watch hat gesagt: „Jeder Transfer eines Siedlers in besetztes Gebiet ist ein Kriegsverbrechen.“ Sowohl Juden als auch Araber ziehen freiwillig in die Westbank. Aber Roth betrachtet es einzig dann als „Kriegsverbrechen“, wenn es sich um Juden handelt.

Dafür gibt es ein Wort.

Die israelischen Araber, die in Rawabi leben, stimmen in israelischen Wahlen ab – genauso wie die Juden, die weniger als zehn Kilometer weiter in Schilo oder Eli leben.

Sie können auf jeder Straße in der Westbank fahren – nicht nur den mythischen „Straßen nur für Juden“, sondern auch auf den arabischen Straßen, die Juden verboten sind.

Jedes einzelne Argument, Israel würde „Apartheid“ betreiben, wird von der Existenz israelischer Araber, die in einer arabischen Kommune leben, von der uns gesagt wird, sie sei „besetzt“, zunichte gemacht.

Je mehr man sich die Behauptung der „Apartheid“ anschaut, desto mehr sieht man, dass sie vom eigenen Fanatismus ausgelöst ist – gegenüber Juden und zwar nur gegenüber den Juden.

Warum Judäa und Samaria in Westbank umbenennen?

Dov Fischer, The Algemeiner, 22. August 2021

Ein Ausblick zeigt palästinensische Häuser im Westbank-Dorf Wadi Fukin mit der israelischen Siedlung Beitar Illit im Hintergrund, 23. Juni 2019. (Foto: Reuters – Mussa Qawasma)

Es gibt einen guten Grund, dass die arabische Welt und die antiisraelische Linke darauf bestehen den verlogenen und geografisch ungenauen Begriff „Westbank“ zu benutzen, wenn von Judäa und Samaria die Rede ist.

Denken Sie mal darüber nach: Stellen Sie sich eine Menschenrechtsbewegung vor, die um die Parole Verbietet Araber in Arabien! Aufgebaut ist. Eine solche Parole und Bewegung würde viele Fragen aufwerfen. Zum Beispiel: Wo sonst hätten Araber das Recht zu sein, wenn nicht in Arabien? Und wer könnten größeren Anspruch auf Arabien haben als Araber?

Obwohl freiheitsliebende Amerikaner endlos Gründe haben sich zu winden, wenn sie über Saudi-Arabien nachdenken (Freiheit hassende Amerikaner übrigens genauso), neigen wir alle dazu übereinzustimmen, dass anzunehmen ist, dass Araber, die dort leben wollen, das Recht haben das zu tun. Arabien für die Araber.

Irgendwo entlang der Litanei würde es Sinn machen zu sagen: Jehuda den Jehudim – d.h. Judäa den Juden. Selbst Antisemiten würde es schwer fallen sich hinter Parolen wie „Verbietet Juden in Judäa! Juden lebten nie in Judäa!“ zu stellen. Die Juden (hebräisch: Jehudim) des Stammes Judah (Jehudah) gaben dem Land Jehudah seinen Namen: Judäa, wie es in der Bibel transkribiert wird.

Es ist immer absurd gewesen Judäa und Samaria als „Westbank“ zu bezeichnen. Denken Sie an die berühmtesten Orten in der Bibel: Jerusalem, Hebron, Bethlehem, Nazareth, Bethel, Jericho, Schilo, Schechem (Nablus), Galiläa, Tekoa – alles Orte, an denen jüdische Patriarchen und Matriarchen, die Könige und Propheten unterwegs waren und lebten. Auch Jesus und die Apostel. Ihrer aller Leben war in Judäa und Samaria konzentriert. Diese Begriffe finden sich überall in der Bibel, wobei allein „Samaria“ mehr als 100-mal im Tanach (hebräische Bibel) und den christlichen Evangelien erwähnt wird.

In diesen Tagen gab es kein Tel Aviv, kein Herzliya, Haifa oder Netanya. Klar, die Zionisten besetzten dieses Land auch. Aber es in den Städten von Judäa und Samaria, wo die Samen westlicher Zivilisation gepflanzt wurden und Wurzeln schlugen.

Sie können praktisch jede der 140 jüdischen Gemeinden besuchen, in denen heute 800.000 Juden in Judäa und Samaria wohnen, und Sie werden keine Flussufer sehen. Es ist nicht wie in Jersey City (New Jersey, USA), wo man sich auf dem Westufer des Hudson River befindet. Niemand nennt Jersey City „die Westbank“. Warum nicht? Zu viel Geschichte? Zu viele biblischen Erinnerungen an Moses und Aaron, die Schuhe am Journal Square kaufen oder am Bahnhof Grove Street in die PATH-Züge steigen?

Die arabische Welt und ihre woken Verbündeten haben kein Problem damit jeden anderen Ort im Nahen Osten mit seinem biblischen Namen zu nennen: Beer Sheva, Galiläa, Jordan, Gaza, Damaskus, Libanon, Tyros, Sidon und natürlich Jerusalem, Hebron, Bethlehem und Nazareth. Selbst Amerikaner, die behaglich biblische Namen für so viele ihrer Städte verwenden: Hebron (Maryland), Jericho Turnpike (New York), Bethel (Indiana), Shilo (Tennessee), Manassas (= Menasche, Virginia).

Judäa und Samaria – Jehuda und Schomron – sollten mit ihren richtigen Namen genannt werden und nicht mit dem woken Ersatzbegriff, der 800.000 dort lebende Juden ihr Erbe und ihr Land nimmt. Denken Sie daran, wie ein Neugeborenes auf die Welt kommt, wie viele Stunden darüber nachgedacht wird, sogar innerhalb der Familie gestritten und verhandelt wird, wenn es um den Namen des Neulings geht. Namen haben große Macht und Bedeutung. Das ist der Grund, weshalb Israels Feinde Judäa und Samaria „die Westbank“ nennen.

Und weshalb wir Judäa und Samaria dazu sagen sollten.

Israels Anspruch an den „besetzten Gebieten“ gemäß dem Völkerrecht

Ein Schnellkurs für die Administration Biden

Hugh Fitzgerald, Jihad Watch, 8. April 2021

Die Administration Biden scheint zu glauben, dass der Weg Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu bringen darin besteht, die Israelis auf das zurückzudrängen, was sie als die „Linien von 1967“ beschreibt, was ein wenig akzeptabler ist als „die Waffenstillstandslinien von 1949“ zu sagen. Diese Linien waren keine anerkannten Grenzen; sie spiegelten schlicht die Stellen, an denen die jeweiligen Armeen Israels und seiner arabischen Feinde standen, als 1949 das Feuer eingestellt wurde.

Lassen Sie uns der fehlinformierten Administration Biden den nötigen Schnellkurs geben, den sie so eindeutig braucht, wenn es um Israels Anspruch an der Westbank, die so falsch als „besetztes Gebiet“ bezeichnet wird, und zu den Palästinensern und einer „Zweistaatenlösung“ gemäß dem Völkerrecht geht.

Es gibt zwei Quellen für Israels Anspruch auf die Westbank. Der erste und wichtigste ist das Mandat Palästina, das vom Völkerbund 1922 einzig dafür eingesetzt wurde, die jüdische nationale Heimstatt zu schaffen, aus dem mit der Zeit, wohlwollend aufgezogen vom Mandatshalter Großbritannien, der jüdische Staate werden sollte. Für die Araber war vom Völkerbund ebenfalls gut gesorgt worden. Ihnen wurden mehrere Mandate gegeben – Irak, Syrien und der Libanon. Darüber hinaus wurde ganz Palästina östlich des Jordan bis „hinaus in die Wüste“, das ursprünglich in das Mandat Palästina eingeschlossen war, von den Briten für jüdische Immigration gesperrt und als Emirat Transjordanien dem Haschemitenemir Abdallah zur Regierung übergeben. Und wie wir wissen, haben die Araber heute 22 unabhängige Staaten, weit mehr als jedes andere Volk, während die Juden exakt einen haben, einen winzigen Streifen, so klein, dass er auf einer Weltkarte kaum zu erkennen ist.

Das Mandat Palästina – siehe die Präambel und die Artikel 4 und 6 – sollte „die nationale Heimstatt für das jüdische Volk“ schaffen, indem „jüdische Immigration“ und „dichte Besiedlung des Landes durch Juden“ gefördert werden. Was war sein einziger Zweck: nicht „zwei Staaten“, sondern einer. Die Araber waren bereits gut versorgt durch die Mandate und sollten sogar außerhalb des Mandatssystems noch mehr bekommen. Gegenwärtig haben die Araber 22 unabhängige Staaten, weit mehr als jedes andere Volk, während die Juden exakt einen haben, einen winzigen Streifen, so klein, dass er auf einer Weltkarte kaum zu erkennen ist.

Das Mandatssystem des Völkerbundes hat nie „offenkundig das Völkerrecht verletzt“. Es wurde integraler Bestandteil des Völkerrechts. Auch verlor es seine Bedeutung nicht, als der Völkerbund sich auflöste, um von den Vereinten Nationen ersetzt zu werden. Artikel 80 der UNO-Charta – man kennt ihn als „den Artikel des jüdischen Volks“ – verpflichtete die UNO jedes Mandat, das es noch gab, erfolgreich zu Ende zu bringen.

Das Mandat für Palästina ist das unerlässliche Dokument, um die Geschichte des modernen Israel zu verstehen, dennoch wird es viel zu selten diskutiert, selbst von den vielen, die Israel Gutes wünschen, weil sie seine Bedeutung vielleicht nicht begreifen. Joe Biden, Tony Blinken, Jake Sullivan et. al. müssen es auf sich nehmen dieses Dokument zu studieren. Und dann sollten sie einen Blick auf die Mandats-Landkarten werfen, die das Territorium klar zeigen, das zu diesem Mandat gehört. Das Mandat Palästina erstreckte sich von den Golanhöhen im Norden bis zum Roten Meer im Süden und vom Jordan im Osten bis zu Mittelmeer im Westen. Das war das Territorium, das der jüdischen nationalen Heimstatt zugewiesen wurde. Als Jordanien im Unabhängigkeitskrieg fast ganz Judäa und Samaria einnahm und 1950 in „Westbank“ umbenannte, löschte das Israels Anspruch auf dieses Land nicht aus. Von 1949 bis 1967 hielt Jordanien die „Westbank“ militärisch besetzt. Als Israel das Gebiet nach dem Sechstage-Krieg in Besitz nahm, schuf das nicht seinen Anspruch, sondern erlaubte ihm gemäß diesem Anspruch zu handeln. Israel übernahm die Kontrolle und begann Siedlungen zu bauen, wie es die Bestimmungen des Mandats ausdrücklich vorsahen. Heute schlägt Israel vor, nicht die ganze Westbank zu annektieren – wozu gemäß dem Mandat das Recht hat – sondern nur 30% davon, darunter das Jordantal, das für die Verteidigung des Landes entscheidend ist, sowie die Städte und kleinen Orte („Siedlungen“ genannt, was Vergänglichkeit suggeriert), in denen heute eine halbe Million israelischer Juden leben. Es gibt Argumente für und gegen eine solche Annexion; die Weisheit oder Torheit davon mag legitim diskutiert werden, aber nicht legitim ist es eine solche Erweiterung israelischer Souveränität über Territorium, das ihm vom Völkerbund zugewiesen wurde, als „Verletzung des Völkerrechts“ zu beschreiben. Es wäre gut, wenn Joe Biden – und viele andere in seiner Administration – das begreifen würden.

Es gibt einen zweiten, unabhängigen Anspruch, den Israel auf die „Westbank“ und die Golanhöhen hat. Das ist UNO-Resolution 242, die von der Vollversammlung am 22. November 1967 einstimmig verabschiedet wurde. Sie sollte die Disposition der Gebiete behandeln, die Israel im Sechstage-Krieg gewann.

Der Hauptverfasser der Resolution 242 war Lord Caradon (Hugh M. Foot), von 1964 bis 1970 der permanente Repräsentant des Vereinten Königreichs bei den Vereinten Nationen. Zur Zeit der Diskussion der Resolution und der folgenden einstimmigen Annahme und bei vielen Gelegenheiten danach bestand Lord Caradon immer darauf, dass die Formulierung „aus Gebieten“ sehr bewusst nicht „aus allen Gebieten“ bedeutete, sondern nur aus einem Teil der Gebiete.

Seine Diskussion der Resolution 242 folgt:

Es wurde viel Wind wegen der Tatsache gemacht, dass wir nicht „die“ Gebiete oder „alle“ Gebiete sagten. Aber das war Absicht. Ich selbst kann die Grenzen von 1967 sehr wohl und wenn wir „die“ oder „alle“ geschrieben hätten, hätte das nur bedeuten können, dass wir den Wunsch hatten die Grenzen von 1967 in Form einer permanenten Grenze zu verewigen. Das zu empfehlen war ich natürlich nicht bereit.

Zu einer anderen Gelegenheit bestand er gegenüber einem Interviewer des Journal of Palestine Studies (Frühling/Sommer 1976) darauf, dass die Formulierung gewollt war. Lord Caradon wurde gefragt:

Die Grundlage für jede Regelung wird Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats sein, zu deren Architekten Sie gehörten. Würden Sie sagen, dass es einen Widerspruch zwischen dem Teil der Resolution gibt, der die Unzulässigkeit des Erwerbs von Territorium durch Krieg gibt und dem, was Israels Rückzug aus „besetzten Gebieten“ fordert, aber nicht aus „den besetzten Gebieten“?

Notabene: „aus Gebieten, die besetzt wurden“ ist nicht dasselbe wie „aus besetzten Gebieten“ – das erste ist eine neutrale, das zweite eine aufgeladene Beschreibung. Und Resolution 242 erwähnt nur „im jüngsten Konflikt besetzte Gebiete“.

Lord Caradon antwortete:

Ich verteidige die Resolution in ihrer jetzigen Form. Was sie erklärt, ist, wie Sie wissen, das allgemeine Prinzip der Unzulässigkeit der Übernahme von Land durch Krieg. Das bedeutet, dass Sie es nicht rechtfertigen können an Territorium nur deshalb festzuhalten, weil Sie es erobert haben. Wir hätten sagen können: Nun, geht zur Linie von 1967 zurück. Aber ich kenne die Linie von 1967 und das ist eine scheußliche Linie. Man könnte keine schlimmere Linie für eine permanente internationale Grenze haben. Es handelt sich um die, wo die Truppen 1948 in einer Nacht zufälligerweise standen. Sie hat keine Beziehung zu den Bedürfnissen der Situation.

Hätten wir gesagt: Ihr müsst auf die Linie von 1967 zurück, was das Ergebnis gewesen wäre, hätten wir den Abzug aus allen besetzten Gebieten festgelegt, dann hätten wir uns geirrt.

Beachten Sie auch, dass Lord Caradon sagt: „Man kann nicht rechtfertigen an Territorium festzuhalten, nur weil man es erobert hat“, wobei dieses „nur“ Jordanien galt, aber nicht Israel, denn die Vorkehrungen des Mandats wiesen das als „Westbank“ bekannte Gebiet ausdrücklich dem jüdischen Staat zu. Beachten Sie auch die Bestimmtheit dieser Ablehnung der Linien von 1967 als nichts weiter als das, „wo die Truppen in einer Nacht im Jahr 1948 zufälligerweise standen“, heißt: nichts anderes als Waffenstillstandslinien und keine international anerkannten Grenzen.

Es könnte nichts deutlicher sein als Caradon: Israel hat ein Recht an den Gebieten festzuhalten, die es benötigt, wenn es, wie die Schlüsselformulierung in Resolution 242 es ausdrückt, „sichere [d.h. zu verteidigende] und anerkannte Grenzen“ haben soll. Das würde zumindest die Annexion sowohl der Golanhöhen als auch des Jordantals erfordern. Das ist nicht nur die Meinung des israelischen Militärs, sondern auch das der amerikanischen Offiziere, die 1967 auf Anweisung von Präsident Johnson zum Generalstabschef Israels geschickt wurden, um sich anzusehen, welche Gebiete Israel behalten müsste. Ihr Bericht machte deutlich, dass die Golanhöhen bei Israel verbleiben müssten, um syrische Streitkräfte davon abzuhalten diese drohende Höhenlage einmal mehr dazu zu nutzen auf jüdische Bauern weiter unten zu schießen und dass das Jordantal in israelischer Hand bleiben muss, um potenzielle Invasoren aus dem Osten zu verhindern oder zu bremsen, die ansonsten gepanzerte Kolonnen schicken, die in der Lage wären Israel an seiner 16km schmalen Taille von vor 1967 zu zerschneiden.

Die Administration Biden sollte aufhören von der Verwendung der „Linien von 1967“ (eine irreführende Art die „Waffenstillstandslinien von 1949“ zu erwähnen) als plausible Leitlinie für Verhandlungen zu reden und stattdessen das Mandat für Palästina und die UNO-Resolution 242 als wesentliche Grundlage für direkte Verhandlungen zu diskutieren – kein hoffnungslos gegen Israel voreingenommenes Wichtigtuer-„Quartett“, sollte an Diskussionen zwischen Israel und den palästinensischen Arabern beteiligt sein. Wenn die palästinensischen Arber diese Vereinbarung nicht mögen, ist das ihr Pech. Israel ist bereit über die Aufgabe von Teilen der „Westbank“ zu reden, auf die es gemäß des Mandats Palästina vollen Anspruch hat, denn ein zukünftiger Palästinenserstaat wird ziemlich so wie der aussehen, den Jared Kushner und andere für den „Peace-to-Prosperity“-Plan der Administration Trump ausgearbeitet hat. Das ist ein großzügiger Deal für die Palästinenser. Israel wird 70% der Westbank sowie zwei große Streifen Territorium im Negev aufgeben. Und das ist nicht alles, was die Palästinenser bekommen. Nach dem Trump-Plan würden den Palästinensern $50 Milliarden Hilfe gegeben. Das wäre das größte Hilfspaket für ein einzelnes Land in der Geschichte. Im Gegensatz dazu war das größte Hilfspaket davor der Marschall-Plan, der $60 Milliarden wert war, aber von 16 Ländern geteilt werden musste. Vielleicht könnte etwas wie dieses Hilfspaket von den Biden-Leuten wiederbelebt werden, sobald sie Israels unantastbare Rechte die ganze Westbank zu behalten anerkennen, wenn es das denn will, und damit das Opfer stärker würdigen, das der jüdische Staat damit bringt, 70% des Territoriums an die Palästinenser abzugehen.

Einflussnahme und Proteste gegen den Biden-Plan sind zu unterstützen. Was aber am meisten gebraucht wird, ist die Bildung Bidens und seines außenpolitischen Teams was das Mandat Palästina und die UNO-Resolution 242 angeht. Sie haben eine ganze Menge zu lernen. Und geläutert von diesem Wissen sollten sie dann nicht mehr bereit sein die Palästinenser-Agenda zu unterstützen, die sie im Moment – völlig inakzeptabel – akzeptiert zu haben scheinen.