Vorweihnachtliche ZDF-Lügenpropagandashow am 23. Dezember 2018

Arye Sharuz Shalicar, Facebook, 23. Dezember 2018 [Anmerkungen in Klammern, kursiv gestellt, von mir]

Der ZDF -Jahresrückblick aus Israel ist an Unprofessionalität kaum zu überbieten.
In 7 Punkten kurz erklärt:

1. Mit keinem Wort werden Hunderte Rakete erwähnt, die von der Terrororganisation Hamas im Laufe des Jahres aus dem Gazastreifen nach Israel abgefeuert wurden und teilweise Häuser trafen und zerstörten. Auch Dutzende Quadratkilometer an verbrannter Erde auf israelischer Seite wegen Terrordrachen und Ballons aus Gaza haben keinen Platz gefunden in dieser “Analyse”.

2. Die auf mehreren internationalen Terrorlisten geführte Hamas wird als “palästinensische Organisation” relativiert/nett geredet. Nicht einmal, dass es sich hierbei um Radikalislamisten handelt spielt eine Rolle. Man möge sich vorstellen ein deutscher Sender würde eine ähnliche Herangehensweise bei ISIS haben. Unvorstellbar.

3. Der Gazastreifen wird brutal von den Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad regiert. Zu behaupten, dass “zivilgesellschaftliche Organisationen” zu Demonstrationen aufgerufen hätten und die Hamas dann irgendwann später auf den rollenden Zug aufgesprungen sei, ist an Naivität oder Realitätserfindung kaum zu überbieten. [Ist aber gewollt, um Israel zu verleumden.]

4. Mit keinem Wort werden die 4 Hisbollah-Terrortunnel erwähnt, die aus dem Libanon nach Israel hineingebuddelt worden sind, mit dem Ziel Terrorkommandos nach Israel hineinzuschmuggeln, um laut Nasrallah den “Galil [Galiläa] zu erobern”.

5. Das Wort “Iran” kommt nicht ein einziges Mal vor. Auch nicht Russland, Syrien, Revolutionsgarden, Quds-Brigaden, Hisbollah, ISIS oder schiitische Söldner. Dafür aber die USA, Ungarns Orban und die Saudis. Entweder alle oder keinen. Nur die eine Seite schlecht reden, alle anderen aber komplett rauslassen ist ein unvollständiges Bild liefern und das sollte nicht das ZDF-Niveau sein. [Ist es aber leider – schon lange!]

6. Die ermordeten Juden vom Terroranschlag im Industriegebiet Barkan am 7.10.2018, Kim Levengrond und Ziv Hagbi, WAREN WEDER SIEDLER NOCH SOLDATEN! Es ist eine absolute Frechheit palästinensischen Terror zu relativieren, indem alle Juden als Siedler und Soldaten “deligitimiert”werden.

7. Es war ein relativ friedliches Jahr für israelische Verhältnisse, ohne lang andauernde Kriegssituationen und das, obwohl um Israel herum Tausende Muslime und nicht-Muslime dieses Jahr von Muslimen abgeschlachtet, gefoltert und vergewaltigt wurden.
Durch den Abzug der Amerikaner aus Syrien, der verzweifelten Lage der Hamas in Gaza und der bloßgestellten Hisbollah, die eine ihrer wichtigsten strategischen Waffen (Tunnel nach Israel) verloren hat, besteht eine relativ große Chance, dass 2019 kein besseres Jahr wird. Und man sollte nicht ausblenden, dass 2019 Wahljahr ist in Israel…

Dieser Bericht spiegelt eine verdrehte Realität wieder, relativiert Terror und Terrororganisationen, lässt zentrale Fakten und Spieler komplett aus und bezeichnet ermordete Juden als Siedler und Soldaten, das alles mit nur einem Ziel: dem deutschen Zuschauer am Vorweihnachtsabend die bösen, bösen, bösen Juden zu liefern.

Euer Arye

[Das ZDF ist das Paradebeispiel für die Nahost-Berichterstattung der deutschen Medienlandschaft – lückenhaft bis zum Geht-nicht-mehr, um eine einseitige Darstellung zu erzielen, die auch noch als Qualitätsjournalismus verkauft wird. Das ist seit inzwischen Jahrzehnten zu beobachten; wer die Augen aufmacht, kennt es nicht (mehr) anders. Diese Leute sollten ganz heftig den Mund halten, wenn ihnen „Lückenpresse“ bis „Lügenpresse“ vorgehalten wird, denn das sind äußerst exakte Beschreibungen dessen, was hier journalistisch geschieht!]

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Die Qualitätsmedien und ihre Verblödung

… zeigen sich am heutigen Jerusalemtag mal wieder in vollem Ausmaß.

„Israel feiert Geburtstag“, behauptet das ZDF in seiner Nachrichtensendung von 17 Uhr. Das ist Qualitätsjournalismus!

Liebes ZDF, nur weil heute der 14. Mai 2018 nach dem westlichen/christlichen Kalender ist und David Ben-Gurion nach unserem Kalender vor 70 Jahren den Staat Israel ausrief, heißt das noch lange nicht, dass in Israel heute die Staatsgründung gefeiert wurde. Wurde es nämlich nicht. Das entsprechende Datum im hebräischen Kalender, der für Israel maßgeblich ist, war der Jahrestag der Staatsgründung samt entsprechenden Feiern schon vor fast einem Monat – am 19. April (unser Kalender), im hebräischen Kalender der 4. Ijar.

Diese Feiern hat das ZDF wohl verpasst. Und nicht nur das ZDF. Die anderen Sender, die ich heute angesehen habe, verbreiteten denselben Unsinn.

Ja, Israel hat heute gefeiert. Nicht (nur) wegen des Umzugs der US-Botschaft, sondern auch den JERUSALEM-TAG (Yom Yeruschalayim) – der Tag der Wiedervereinigung im Sechstagekrieg 1967. Natürlich auch gemäß des hebräischen Kalenders.

Aber DAS will man lieber nicht verbreiten. Das könnte peinlich sein – wo sich doch alles um Jerusalem dreht, was die Themen des Tages sind. US-Botschaft in Jerusalem, Boykott der Eröffnung durch europäische Diplomaten, Jerusalem darf nicht Israel gehören…

Ist das wirklich Ahnungslosigkeit? Nicht gewusst, was tatsächlich ist? Oder geht das weiter und die Herren und Damen Qualitätsjournalisten hier vielleicht sogar bewusst fehlberichtet? Sollte da doch System dahinter stecken? Eine Desinformationskampagne?

Wie auch immer. Heute haben die Qualitätsmedien sich mal wieder als Windbeutel erwiesen, die nicht in der Lage sind ihrer Aufgabe – Berichterstattung/Information – nicht nachzukommen.

Dem schloss sich übrigens Sat1 spätestens in den Nachrichten um 19.55 Uhr an: Die Gaza-Unruhen sind von der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem ausgelöst – als hätte es nicht seit Wochen die gewalttätigen Angriffe auf den Gaza-Zaun gegeben.

Was übrigens ZDF und Sat1 gemein haben: Araber „haben angeblich“ versucht den Grenzzaun zu zerstören. Als gäbe es nicht die Belege dafür – auch schon aus den vergangenen Wochen.

Haben diese Sprachrohre eigentlich wirklich keine Ahnung, welchen Schwachsinn sie hier von sich geben? Wie bruchstückhaft sie hier „Informationen“ weitergeben?

Sie behaupten weiter, die Provokationen gingen von Israel aus. Dass die Araber nur reagieren.

Sie propagieren weiter die alten Rezepte, die ihnen seit Jahrzehnten um die Ohren fliegen. Und erfüllen damit Einsteins Definition von Wahnsinn: Immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

Wie der Fünfstern in die israelische Flagge kommt – die „Heilige“ Legende des ZDF

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 31. Dezember 2017

ZDF am ersten Weihnachtstag: Mit Markus Lanz im heiligen Land

Es ist immer schön zu erfahren, was das deutsche Fernsehen so sieht. Noch spannender, was es alles nicht bemerkt. Besonders interessant wird es, wenn es Dinge behauptet, die sonst keiner wahrnimmt und die meisten Überraschungen bieten sogenannte Reportagen aus dem Nahen Osten, der, wenn man sich nicht festlegen will, ob man Israel oder „Palästina“ meint, von deutschen Journalisten gerne auch das „Heilige Land“ genannt wird.

Herr Lanz begleitet den Pater Nikodemus durch das „Heilige Land“ und ist überrascht:

04:00 „Dominieren hier (in Bethlehem) nicht die Minarette?

05:00 Pater Nikodemus erklärt: „Christen werden immer weniger, weil die Christen am wenigsten Kinder haben, … weil wir wollen, dass die Kinder eine Zukunft haben, dass die eine optimale Schulausbildung haben, dass die alle auf die Universität gehen können. Was sind die Christen hier? Sie sind die Apotheker, Ingenieure, Ärzte, die Bildungselite.“

Der Zuschauer fragt sich: Haben die gut ausgebildeten Christen im „Heiligen Land“ nun gute Jobs oder sie sind gegangen? Fakt ist, dass in Israel die Christen von Jahr zu Jahr mehr werden und oft sehr gute Jobs haben. Das gilt allerdings nur für Israel selbst, und nicht für Bethlehem und die palästinensischen Gebiete. Denn da ziehen die gut ausgebildeten Christen tatsächlich weg. Was der Zuschauer nicht weiß: Bis 1948 war Bethlehem eine rein christliche Stadt. Heute bilden Christen in Bethlehem nur noch eine schwindende Minderheit. Die Behauptung, dass Kinder und Christen keine „Zukunft“ hätten, ist ein typisch palästinensisches Narrativ und gilt nicht für Israel selbst. Lanz hätte auch feststellen können, dass die Zahl der Christen in Israel stetig wächst, auch wenn deren Anteil an der Gesamtbevölkerung sinkt, wegen vieler Kinder bei Muslimen und orthodoxen Juden, sowie wegen jüdischer Einwanderung. (Genauso ist der Anteil der Türken in Deutschland 1990 drastisch gesunken, ohne dass auch nur ein einziger das Land verlassen hätte: wegen der Wiedervereinigung) Aber im „Heiligen Land“ des Deutschen Fernsehens will man es wohl nicht so genau wissen

05:44 erklärt uns Lanz „Doch Plakate an den Straßenecken zeigen, dass auch in der Geburtsstadt Jesu ein unseliger Konflikt schwelt. Sie erinnern an Palästinenser, die in blutigen Auseinandersetzungen mit Israelis starben. Manche auch als Selbstmordattentäter, mit unzähligen Toten auf beiden Seiten, darunter auch immer wieder Kinder.“

Typisch für palästinensische Selbstmordattentate ist, dass es nur einen toten Attentäter gibt, aber viele Tote auf der anderen Seite. Doch Lanz scheint hier die Ähnlichkeit zum Attentat auf dem Breitscheidplatz vermeiden zu wollen. Denn sonst könnte man sich vielleicht fragen, warum es in Berlin eigentlich noch keine Heldenikone von Anis Amri gibt, als Erinnerung an den „unseligen Konflikt“ der Islamisten mit dem deutschen Staat.

06:00 „Eine Mauer, mit 8 Metern weit höher als die Berliner Mauer, trennt die Westbank von Israel. Und soll so das Land vor neuen Terroranschlägen aus den Palästinensergebieten schützen. Ein unverzichtbarer Schutz für die einen, ein Quell ständiger Frustration für die anderen. An diesen Türmen entlädt sich immer wieder die Wut der Bevölkerung. Zuletzt nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den US Präsidenten.“

Der Vergleich mit der Berliner Mauer hinkt aus mehreren Gründen: Sie wurde vom DDR- Regime errichtet, um die eigene Bevölkerung einzusperren, während die israelische Mauer Terroristen aussperren soll. Die israelische Mauer ist durchlässig, aber nur durch Kontrollpunkte. Täglich wechseln über 120.000 Palästinenser nach Israel, um ihrer Arbeit nachzugehen. Weitere 30.000 Palästinenser arbeiten in den israelischen Siedlungen im Westjordanland. An der Berliner Mauer gab es Selbstschussanlagen und andere Methoden, Menschen zu töten, nicht an der israelischen Mauer.

07:00 Treffen mit dem palästinensischen Pfarrer Mitri Raheb. Lanz fragt, was für Raheb die Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem bedeutet.

Raheb meint, man solle sich „die Westbank als Emmentaler Käse vorstellen. Bethlehem ist so ein Loch in diesem Käse. Von drei Seiten von dieser Mauer umgeben. Im Norden, Westen und Süden. Nur im Osten haben wir noch keine Mauer.“

Auch nach Süden hin ist Bethlehem offen und ohne Mauer. Aber das wollen weder Raheb noch Lanz zur Kenntnis nehmen.

An dieser Stelle entspinnt sich ein denkwürdiger Dialog:

Lanz: „Was macht das mit den Menschen, die haben ja überhaupt keine Gelegenheit mehr, sich zu begegnen, sich kennenzulernen. Das Verständnis für den jeweils anderen wird ja immer kleiner.“

Raheb: „Ein Sinn von dieser Mauer ist, dass die Israelis den Eindruck bekommen, die Palästinenser gibt es nicht. Also wir sind hier sozusagen verborgen hinter der Mauer.“

Lanz: „Und umgekehrt auch.“

Raheb: „Das führt natürlich dazu, dass auch die Palästinenser deshalb keinen Israeli mehr treffen können. Das heißt man kann natürlich sehr einfach Stereotype bilden und Feindbilder.“

Lanz: „Klischees / Vorurteile.“

Raheb: „Genau“

Hier denkt der Fernsehmann vermutlich nicht an die Poller, die in diesem Jahr allen frei fahrenden LKWs den Zugang zu den deutschen Weihnachtsmärkten verstellten. Aber es kommt noch dicker:

Raheb: „Die Mauer steht da wo das letzte Haus im Ort steht. Das heißt, unsere Städte können nicht mehr wachsen. Wenn eine Stadt nicht mehr wachsen kann, (heißt das) wir können keine neuen Viertel bauen.“

Unwidersprochen von Lanz kann hier Raheb Blödsinn behaupten, denn „unsere Städte“ sind keineswegs völlig eingemauert. Auch Bethlehem kann sich problemlos nach Süden und Osten hin ausbreiten. Unerwähnt bleibt auch, dass israelische Städte wie gerade Jerusalem sich wegen der Mauer nicht in alle Richtungen ausbreiten können.

Durch den verständnisvollen deutschen Reporter ermutigt, spinnt Raheb seine Legende munter weiter: „Wir können nicht expandieren, das heißt natürlich, die Arbeitslosigkeit wächst, Bethlehem hat die höchste Arbeitslosenquote in der ganzen Westbank. Also 24,6 Prozent momentan. Wenn die Arbeitslosigkeit wächst, heißt das, die Kriminalität wächst, mit Kriminalität kommen Drogen, und das ist also eine von Menschenhand gemachte Katastrophe. Die meisten jungen Leute hier, das ist ein Unterschied zu Deutschland, haben überhaupt kein Problem zu glauben, dass es ein Leben nach dem Tode gibt. Das Problem für die jungen Leute hier ist zu glauben, dass es ein Leben vor dem Tod gibt, wofür es sich zu leben lohnt.“

Warum gibt es dann keine Selbstmordattentäter in vielen anderen Ländern mit großer Armut und Arbeitslosigkeit? Diese Frage stellt sich Lanz nicht, sondern erklärt dem staunenden Zuschauer:

Lanz: „Die Isolation durch die Mauer ist Nährboden für Frustration und Aggression. Kinder werden früh radikalisiert. Seit der ersten Intifada, dem ersten Aufstand gegen die israelische Besatzung, stehen bei den Protesten immer wieder auch Kinder an vorderster Front, so auch der kleine Ramzi Aburedwan, der 1988 Steine auf israelische Soldaten warf.“

Lanz vertauscht hier komplett Ursache und Wirkung. Er unterstellt hier, dass es auch 1988 schon eine Mauer gab. Damals war das ganze Land aber noch offen, ohne jeden Checkpoint. Die Mauer wurde erst 2003 errichtet, wegen der Selbstmordattentate. Aber vermutlich ist man im deutschen Fernsehen der Ansicht, dass diese Information den Zuschauer verwirren könnte.

Anschließend folgt eine Unterhaltung über erschossene Kinder, denn wir wissen ja auch aus Deutschland, dass es bei bestimmten Tätergruppen immer nur um Kinder geht.

Ramzi ist „heute ein bekannter Kulturmanager und arbeitet als Dirigent in Belgien, Frankreich und Marokko“. Er erklärt im Rückblick: „Das Steinewerfen war damals die einzige Art, wie wir uns mitteilen konnten, dabei wollten wir nur frei sein.“

Lanz hat Verständnis: „Ramzi führt mich an den Ort… In eines der vielen Flüchtlingscamps, in dem er aufwuchs“ „seit fast 70 Jahren leben Menschen in diesen slumartigen Vierteln – die damals vertrieben wurden.“

Warum Tausende aus Nahost vertriebene Juden in Israel eine Heimat gefunden haben, sich aber bis heute kein arabischer Staat der muslimischen Menschen aus dem ehemaligen Mandatsgebiet Palästina angenommen hat, diese Frage stellt sich Lanz nicht.

Stolz wird berichtet, Ramzi sei auch über die Grenzen des Westjordanlandes aktiv.

Interessant: Eben hieß es doch noch, dass die Palästinenser eingesperrt seien und nicht reisen könnten…

Auch ein junger Geigenbauer erklärt mit Hinweis auf Israel: „Wenn sie wirklich Frieden haben wollen, dann würden sie keine Mauer bauen…“

Die von Lanz nicht gestellte Gegenfrage: Und wenn die Palästinenser Frieden wollen, wieso betreiben sie Terror, bis die Israelis für viel Geld sich mit Mauern und Kontrollpunkten schützen müssen?

Weiter geht es nach Nazareth. Hier sei die Sehnsucht nach Frieden groß. Lanz sagt: „Hier leben Muslime, Christen und Juden zusammen ohne trennende Mauer.“

Sein Begleiter Nikodemus differenziert: Nazareth ist arabisch, Obernazareth jüdisch

In Nazareth gibt es keine Mauern, das stimmt, aber unerklärt bleibt, wieso keine Juden im arabischen Teil der Stadt wohnen, während im jüdischen Ober-Nazareth auch viele Araber eingezogen sind.

24:17 Screenshot. Lanz schaut wohlgefällig auf ein altes Relief und sagt: „der Davidstern ist heute Symbol Israels“

Lanz verwechselt hier allerdings das Pentagramm, den fünfzackigen Stern, aus dem sich auch der Sowjetstern entwickelt hat, mit dem Hexagramm, dem sechszackigen „Davidstern“, der die Flagge Israels schmückt.

Besonders friedlich wird es für Lanz in Tabgha, einer Begegnungsstätte von Behinderten am See Genezareth. Für Lanz ein „Urlaub vom Nahostkonflikt“, „Hier entsteht sehr viel Frieden“ „So treffen sich hier auch israelische und arabische Gruppen…“

Offenbar ist hier jüdisch mit „israelisch“ gemeint, wobei auch die arabischen Behinderten Israelis sein dürften. Eine wunderbar absurde Aussage, die letztlich besagt, dass Israelis mit Israelis friedlich umgehen können…

Bei 33:23 wird dem Zuschauer ein Kraftwerk gezeigt und erklärt: Dieses Kraftwerk lieferte vor 70 Jahren Strom für die ganze Region.

Lanz vergisst zu erwähnen: Das Rutenberg-Kraftwerk in Naharaim hat bis 1948 Strom geliefert und wurde dann durch Krieg zerstört und verlassen.

Beim Thema Taufplatz und Schmutzwasser im Jordan gibt es ebenfalls Verwechslungen. Die von den Israelis künstlich errichtete Taufstätte ist rund 100 km oberhalb des ursprünglichen Taufplatzes…sie befindet sich bei dem noch aufgestauten Ausfluss des See Genezareth.

Herrlich ist auch bei Minute 34:30 die Bemerkung von Lanz zum Toten Meer. Er nennt es „salzig kühles Nass“.

Lanz hat wohl noch nie im Sommer versucht, sich im Toten Meer abzukühlen… “Die Wassertemperatur im Toten Meer ist vor allem für Menschen mit Abneigung vor kaltem Wasser ein Traum: denn bei Temperaturen von bis zu 31 Grad Celsius muss wirklich niemand frieren.“

Lanz trifft Mira Edelstein von EcoPeace, eine Umweltaktivistin. Diese erzählt nichts Falsches, lässt aber wesentliche Punkte aus:

Das Wasser verdunstet sehr stark und es wird für die Gewinnung von Kali, Salz, Brom und andere Mineralien von Israel und Jordanien entnommen. Das ist der Hauptgrund für das Verschwinden des Meeres, nicht nur der mangelnde Zufluss von Wasser, etwa aus dem Jordan. Das Problem hat schon vor über 120 Jahren Theodor Herzl erkannt und vorgeschlagen, einen Kanal zwischen dem Roten und Toten Meer zu bauen, um das Wasser wieder aufzufüllen. Zurzeit verhandeln Israel und Jordanien über ein Projekt, diesen Kanal zu verwirklichen. Es ist unverständlich, wieso Lanz hier nur eine „Aktivistin“ zu Wort kommen lässt und offenbar weder eigenständig recherchiert, noch eine verantwortliche Person der Regierung interviewt hat.

Zum Gazastreifen:

40:00 Lanz: „Abgeriegelt vom Rest der Welt, so nah am hochmodernen Israel und doch unendlich fern.“

Nicht erwähnt wird, dass der Gazastreifen noch bis 2005 offen war und nicht „abgeriegelt“. Endgültig blockiert wurde er seit dem „Krieg“ der Hamas gegen Israel ab 2007 wegen Raketenbeschuss und Terrortunnels.

„Immer wieder schießen Extremisten Raketen auf Israelisches Gebiet, töten und verletzen Zivilisten. Das Militär schlägt dann mit Härte zurück.“

Klischeehafte Formulierung. Wer diese „Extremisten“ sind, wird verschwiegen. Laut ZDF gilt „Härte“ nicht für Raketenbeschuss, sondern nur für die israelischen Konter.

„Die letzte blutige Auseinandersetzung liegt gerade mal 3 Jahre zurück Und auch im Moment ist die Lage angespannt“ (Gezeigt werden Erwachsene mit Babys auf den Armen)

Lanz weiter: „Eselskarren transportieren Schutt vom letzten Gazakrieg 2014 ab“, (gleichzeitig sind die modernsten Autos zu sehen, die aber für Lanz keine Erwähnung wert sind)

„Keine Diskriminierung der Christen, aber auch hier gibt es fanatische Menschen“

Nikodemus erwähnt hier korrekt die doppelte Besatzung von außen durch Israel und von innen durch das Regime…

Lanz: „Tage der Christen sind gezählt“. Sein Gewährsmann Rami Hanua Saba: „nur 1000 christliche Gemeindemitglieder, vor 5-6 Jahren waren wir noch 5-6000“

Nicht erwähnt wird, dass Christen aus dem Gazastreifen geflohen sind wegen Morden und weil deren Gemeindehäuser als Abschussrampen für Raketen gegen Israel missbraucht wurden.

Nun kommt Lanz zu Saad Hakoura, einem Juwelier, der zwei Geschäfte in Gaza besitzt. Die Wirtschaft sei „seit 10 Jahren am Boden. Wir machen zurzeit nur noch 20% im Vergleich von vor 2007. Da hatten wir noch alles.“

Wer sich auskennt, weiß, wieso 2007 als Datum erwähnt wird: Es geht um die Machtübernahme der demokratisch gewählten Hamas im Gazastreifen. Aber so genau will es Lanz wohl nicht wissen.

Bei 48:51 erzählt Lanz „Tankwagen aus Ägypten liefern Gas. Gazas Kraftwerk kann nur maximal 4 Stunden Strom am Tag generieren.“

Das hier erwähnte Kraftwerk wird nicht mit Gas, sondern mit Dieselöl betrieben, wie Lanz zahlreichen deutschen Quellen hätte entnehmen können:

„Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist am Samstag mangels Diesel-Kraftstoffs abgeschaltet worden.”

„Vor zwei Wochen hatte Ägypten Lastkraftwagen mit Diesel in das Gebiet geschickt. Dieser ist nun jedoch aufgebraucht. Ägypten hat der Hamas-Regierung am Wochenende aber weitere Diesellieferungen zugesichert. Die Energiekrise geht auf einen Machtkampf zwischen der Hamas und der Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zurück. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) unter Abbas weigert sich, den bislang von Israel nach Gaza gelieferten Strom zu bezahlen. Israel hat die Lieferung auf Bitten der PA gekürzt.”

Weiter wird in dem Film erwähnt, dass der Gazastreifen von Israel blockiert und abgeriegelt sei.

Auch Herr Frings von der Adenauer-Stiftung erklärt, Israel halte die Blockade auf dem Landweg, im Luftraum und im Meer aufrecht.

Bei der Familie in Gaza, deren Leid unter der Stromknappheit so eindrücklich dargestellt wird, sind jedoch Medikamente aus Israel zu sehen, darunter „Abilak“. Wie sind die wohl in den Gazastreifen gelangt, wenn Israel ihn „blockiert“?

50:40 Lanz: „Bevölkerungsdichte in Gaza so hoch, wie an kaum einem anderen Ort der Welt“

Die Bevölkerungsdichte in Singapur, Hongkong oder Tel Aviv ist höher als im Gazastreifen.

Fazit: Herr Lanz hat eine wunderbar angenehme Stimme. Wenn er sich jetzt auch noch an die Fakten halten würde, könnte aus dem Mann ein echter Reporter werden.

(C) Ulrich W. Sahm

Hetze im ZDF, 12.10.2016

Attila Teri auf Facebook, 12. Oktober 2016:

ZDF-Hetzte gegen Israel am 12.10.16 (ab Minute 34.05)- und das auch noch ausgerechnet am Yom Kippur! Hat das ZDF gehofft, dass kein Jude an diesem Tag Fernsehen guckt und so der Beitrag nicht auffällt?

„Größtes Freiluftgefängnis der Welt! – so beschreiben Menschenrechtsorganisationen häufig den Gazastreifen. Der schmale Küstenstreifen wird von der radikal-islamischen Hamas kontrolliert und durch Israel von Außenwelt praktisch abgeschlossen. Drei Kriege mit der israelischen Armee in den vergangenen Jahren haben Spuren hinterlassen. Die Hoffnungslosigkeit ist vor allem für die vielen Kinder und Jugendlichen schwer zu ertragen. Wer Glück hat, findet für sich einen Weg, damit zu Recht zu kommen. So wie die 16jährige Miriam. Nicola Albrecht erzählt ihre Geschichte.“

So lautete die Anmoderation zu dem Beitrag, der gerade im ZDF Mittagsmagazin gelaufen ist. Anschließend folgt eine „rührende“ Geschichte von einem „palästinensischen“ Mädchen in Gaza, das in ihrem ersten O-Ton sagt:

„Unser Leben hier ist anders, Wir haben immer Angst vor dem Krieg. Und wenn Krieg ist, dann bleibe ich zwar Zuhause, aber ich fürchte mich trotzdem. Auch unser Haus könnte bombardiert werden.“

Nicola Albrecht gibt anschließend ihr Bestes, um Israel anschließend als Aggressor einzuordnen: In ihrem Text heißt es: „Miriam hat schon drei Kriege erlebt. Untersuchungen zeigen, in Gaza ist jedes 2. Kind traumatisiert………. Sie hat einen Ort gefunden, wo sie sich wohlfühlt. Auf dem Meer. Sie ist die erste junge Frau, die segeln kann. Weil ihr Vater als Geschäftsmann gut verdient, hat er ihr eine kleine Yole gekauft………“ Am Land geht in Gaza kaum etwas voran. Erst kürzlich mahnte die Weltbank an, dass von den zugesagten Hilfsgeldern von der internationalen Staatengemeinschaft zum Wiederaufbau nach dem Krieg 2014, nicht einmal die Hälfte angekommen sei. Und Israels Blockadepolitik die Situation zudem verschärfe. ………..

Damit Frau Albrecht behaupten kann, ihrer journalistischen Pflicht Genüge getan zu haben, wird in EINEM Satz auf die Hamas Bezug genommen: „Und die radikal-islamische Hamas, die den Gazastreifen regiert, veruntreut offenbar Gelder, investiert in den Bau von sogenannten Terrortunneln………..

Dann geht es weiter mit dem Paliwoodstück:

„Ich versuche nicht so weit zu segeln. Ich höre, wenn die israelische Marine auf die Fischer schießt, die weit rausfahren. Aber mein Traum ist es, im Ausland für Palästina an einem internationalen Segelwettbewerb teilzunehmen.“

Der Schluss hat es dann noch einmal in sich: „Miriam glaubt an Gott und irgendwann, erzählt sie uns, wird ihr Allah schon helfen, Gaza der Hamas und den enggezogenen Grenzen ihrer Heimat zu entfliehen.“

Mehr offene PR gegen Israel geht kaum. Die wahren Gründe blendet Frau Albrecht komplett aus, erwähnt auch nicht mal in einem Satz, dass die Grenzen zu Ägypten hermetisch zugemacht wurden wegen dem islamistischen Terror usw. Genauso wenig, warum z.B. die israelische Marine auf „palästinensische“ Fischer schießt, wenn überhaupt. Sie erweckt einzig allein nur den Eindruck, dass Israel der Terrorist sei. ES WIRD ZEIT IHR DAS HANDWERK ZU LEGEN!

ZDF info, 15.45 – der Nahost-Konflikt wird erklärt

Die Einführung setzt den Ton: Ein Konflikt, der Überhöhungen sucht und deshalb Nationalismen und Religiöses betont. Dabei sei das weder ein nationalistischer noch ein religiöser Konflikt, alles Quatsch. Es geht nur ums Land, alles andere ist Überhöhung.

Ach nee. Dann haben die Araber das also schon immer überhöht? Wie bescheuert muss man sein, dass man den religiösen Aspekt rauswirft? Als Ursache für unbedeutend erklärt?

Geografisch-politische Erklärung der Lage Anfang des 20. Jahrhunderts: Es gab da zwei osmanische Provinzen: Mesopotamien und Syrien. Ganz im Westen befindet sich Palästina mit der Hauptstadt Jerusalem.

Geht’s noch? Es gab weder „Palästina“ noch war Jerusalem dessen oder überhaupt eine Hauptstadt!

Sollte man sich das weiter ansehen? War doch von vornherein klar, was dabei rauskommen würde – Geschichtsklitterung.

Ich habe mal weiter aufgepasst. Die Balfour-Erklärung war ein seltsames Dokument, wegen seiner Formulierungen.

Scholl-Latour: Die Briten wollten die jüdisch interessierten USA auf ihre Seite ziehen, deshalb die Balfour-Erklärung, die Unterstützung der Juden. (Na ja, von PSL kann man nichts erwarten, das nicht irgendwie „USA-kritisch“, als von Vorurteilen negativ getränkt ist.)

San Remo: Kein Wort vom Auftrag des Mandats! Die Briten machen, die Araber wollten was anderes. Die zionistische Seite war pro-britisch, stellte Forderung an britische Entscheidungsträger, sofortige Umsetzung der Balfour-Erklärung. Ja, was sollten die denn sonst fordern, wenn es auch Auftrag des Mandats war! Das lässt das ZDF in seiner „Dokumentation“ aus, die nicht alles dokumentiert, sondern nur sehr selektiv darstellt.

„Die Neuankömmlinge“ (Juden aus Russland) werden als Fremdkörper dargestellt, Konkurrenz aus Europa, denen die Fellachen „nicht gewachsen“ waren. Die Juden versuchten die nichtjüdischen dort Lebenden wegzubekommen.
Oh, jetzt kommt noch eine Erwähnung von neuen Arbeitsmöglichkeiten, die die Araber anzogen.

Aber auch PSL merkt nicht, was er da für einen Widerspruch konzipiert: Einerseits kauften und bearbeiteten Juden Brachland, das als wertlos galt, andererseits sollen sie von dort Araber verdrängt haben. Hm…

Ach ja: Die Juden akzeptieren die Araber nicht und das sorgte für die Spannungen.

Oh, 1921: Die zionistischen Aktivitäten sorgten für einen „Aufstand“ der Araber und die Ermordung von 41 Juden. Klar, die Opfer von Judenhass sind die Ursache für Judenhass.

Die Juden beginnen ihre eigenen Bürgerwehren zu erreichten und alles wird konfrontativer.

Wer ist also die Ursache? Ist ja wohl klar.

Mir reicht es. Abgeschaltet.

Ein Unterschied zu den Arabern

DryBones, 30. Juni 2014

Die schlimme Nachricht ist gerade gekommen. Ich habe viel zu sagen, aber dieser Cartoon ist das Erste.

Anmerkung heplev:
Die Überschrift des Eintrags stammt von mir; sie ergänzt, was im Bild gesagt wird. Man sollte es weiter ergänzen: dass das ein krasser Gegensatzu zu den Terror-Arabern ist, ein moralisches Verhalten, das dem der so genannten Palästinenser deutlich überlegen ist. Und dem so einiger deutscher Kommentierenden (ganz unten, am Ende des Textes beispielhaft dokumentiert) in den Online-Medien sowieso.

Bei den Terroristen sind Aufrufe zu Gewalt und Mord an der Tagesordnung, wenn um einen durch Israel getöteten Terroristen „getrauert“ wird. Das ZDF ging vorhin in seiner „Berichterstattung“ davon aus, dass die Israelis das auch so machen. „Rache“ war DAS Stichwort schlechthin. Wie die Reaktion der Israelis aussieht, kann man auf einer Fotoserie bei Arutz-7 sehen (runterscrollen!): Spontane Gebete, Kerzen, ein improvisiertes „Grabmahl“. Aber beim ZDF war ja schon die Suchaktion der Armee „Rache“!

PS: Wenn man sieht, was Lila da in den Kommentarspalten bei tagesschau.de gefunden hat, kann man nur noch Ekel empfinden und sich schämen, dass man im selben Land lebt (ganz zu schwiegen davon zum selben Volk zu gehören).

Sind Juden in Europa sicher?

Benjamin Weinthal, The Philadelphia Inquirer, 1. April 2012

Die französischen Behörden brachten vor kurzem eine dramatische Pattsituation mit einem durchgeknallten Bewaffneten zu einem abrupten Ende, als sie ihn in einem Haus in Toulouse im südwestlichen Frankreich erschossen. Mohamed Merah, ein 23-jähriger französischer Staatsbürger algerischer Herkunft wird verdächtigt vier Juden vor einer Schule und drei Soldaten erschossen zu haben, nachdem er aus Südasien nach Frankreich zurückkehrte.

Merahs Mordrausch stellt eine neue europäische Tradition des Imports radikalen Judenhasses dar. Von dem geständigen Al-Qaida-Unterstützer wird angenommen, dass er in der Region Waziristan in der Provinz des pakistanischen Nordwestens traininert wurde und in Afghanistan gegen NATO-Streitkräfte kämpfte.

Merah, von dem berichtet wird, er haben seine Morde damit gerechtfertigt, er wolle „palästinensische Kinder zu rächen“, ist der letzte in einer langen Reihe mörderischer Antisemiten, für die Sache der Palästinenser zu Terrorismus griff. Vor gerade etwas über 30 Jahren zündete in die Volksbefreiungsfront für Palästina (PFLP) eine Bombe vor der Synagoge Union Libérale Israelite de France in Paris; vier Personen wurden getötet und mehr als 40 verletzt.

Ein Jahr später, 1981, stürmte ein Mitglied der palästinensischen Terrororganisation Abu Nidal eine Bar Mitzvah-Feier in einer Synagoge mit Handgranaten und Maschinengewehren; er tötete zwei und verletzte 30 Personen.

Eine von der Anti-Defamation League gerade veröffentlichten Studie zeigte, dass in Frankreich „das Gesamtlevel des Antisemitismus auf 24 Prozent der Bevölkerung stieg; bei einer 2009 von der ADL durchgeführten Umfrage waren es noch 20 Prozent.“

Die Umfrage offenbarte die stete Zunahme antisemitischer Haltungen in neun von zehn EU-Ländern, in denen Befragungen durchgeführt worden, darunter Österreich, Deutschland, Ungarn, Polen, Spanien, Italien, den Niederlanden, Norwegen und Großbritannien.

Auch die europäischen Regierungen spiegeln diesen Trend.

Die österreichische Zeitung „Die Presse“ schrieb 2010, dass Erklärungen von Krisitin Halvorsen, norwegischer Bildungsministerin der Sozialistischen Partei, die Israel scharf kritisieren, zur „Legitimierung von Angriffen“ auf Juden beigetragen haben. Jüdische Schüler sind in Norwegens Schulen angegriffen worden und Lehrer haben einfach weggesehen. Letztes Jahr fragte ich Bruce Bawer, gefeierter Autor von „While Europe Slept“ und „Surrender“ mit Wohnsitz in Oslo, ob Norwegens Juden sich überlegen sollten Aliyah zu machen (nach Israel zu ziehen). „Ja“, sagte er ausdrücklich.

In Schweden hat die Stadt Malmö zu einem Exodus schwedischer Juden nach Israel beigetragen. 2010 ließ eine Gruppe schwedischer Muslime, die rund 20 Prozent der 290.000 Personen betragenden Bevölkerung Malmös ausmachen, „Sieg Heil“ und „Hitler, Hitler“ aus Lautsprechern tönen und warfen Steine und Flaschen auf eine kleine Gruppe Juden, die friedlich zur Unterstützung Israels demonstrierten seine Grenzen gegen die Raketenangriffe der Hamas zu verteidigen.

Als Reaktion darauf machte Malmös sozialdemokratischer Bürgermeister Ilmar Reepalu die Juden dafür verantwortlich. In einem Interview mit Skånska Dagbladet, das bizarrerweise am Internationalen Holocaust-Gedenktag veröffentlicht wurde, argumentierte Reepalu, Schwedens Juden seien weitgehend für die an ihnen verübte Gewalt verantwortlich, denn sie „distanzierten“ sich nicht von Israel und dem Gaza-Krieg. „Die Gemeinde entschied sich eine pro-israelische Demonstration abzuhalten“, fügte er hinzu.

All dies hilft zu erklären, warum Malmös bereits winzige jüdische Bevölkerung von 700 Personen unter einem toxischen Mix aus linker Politik und islamistischem Judenhass rapide schwindet. Nach den Schüssen in Toulouse, schoss Reepalu einmal mehr gegen die schwedischen Juden, indem er behauptete eine politische Partei – die Schwedischen Demokraten – habe die jüdische Gemeinde der Stadt infiltriert, um Hass gegen Muslime zu verbreiten.

Schwedens kleine jüdische Gemeinde veröffentlichte einen Brief an den Chef der schwedischen Sozialdemokratischen Partei, in dem sie feststellte, dass die Gemeinde „schon lange Hass und Drohungen erdulden musste, nur weil sie Juden sind … Ilmar Reepalu hat jetzt alle Grenzen überschritten… Diese Art von Verschwörungstheorie kennen wir aus der Geschichte nur allzu gut.“

In dem Brief heißt es weiter: „Ilmar Reepalu hat für uns Juden in Schweden keinerlei Glaubwürdigkeit mehr.“

Ungeachtet seiner unruhigen Vergangenheit ist Deutschland inzwischen zu einer zentralen Drehscheibe radikalislamischer Aktivitäten in Europa geworden. Die Bundesrepublik hat es abgelehnt die Hisbollah zu verbieten, den libanesischen Stellvertreter des Regimes des Iran, von dem berichtet wird, dass es dort 900 Mitglieder gibt. Die Hisbollah – wie die Hamas im Gazastreifen – hat sich der Vernichtung Israels verschrieben und hat bei Anschlägen auf dem gesamten Globus Amerikaner und Juden ermordet.

Es verstört, dass Deutschlands bekannter Fernsehsender ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) ohne Beschwerde ein Interview mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ausstrahlte, in dem dieser den Holocaust leugnete. Der Holocaust ist „eine Lüge Israels“, die es dem jüdischen Staat gestattet den Palästinensern zu schaden, sagte Ahmadinedschad in dem Interview im März.

Claus Kleber, bekannter Journalist des vom Steuerzahler finanzierten, öffentlich-rechtlichen Senders, sendete das 45-minütige Interview und veranlasste Dieter Graumann, den Vorsitzenden der 105.000 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinschaft, den Sender dafür zu kritisieren, dass er Ahmadinedschad eine Plattform zur Verbreitung seins „Gifts“ bot. „Ich bin sehr enttäuscht, dass ein respektierter deutscher Journalist – und obendrein in einem öffentlich-rechtlichen Sender – derart dreiste Bemerkungen einfach unwidersprochen lässt“, sagte Graumann.

Holocaustleugnung ist in Deutschland gesetzeswidrig, doch die Behörden haben sich im Verlauf der Jahre entschieden diese Gesetze nicht gegen Repräsentanten des iranischen Regimes anzuwenden, die Hitlers Verbrechen in der Bundesrepublik geleugnet haben.

Jetzt, nach den furchtbaren Morden in Frankreich, sieht die Zukunft des europäischen Judentums auch dort trostlos aus.

Auf dem gesamten Kontinent sehen sich Juden bestenfalls Gleichgültigkeit seitens der politischen Eliten, radikalislamischen Einwanderungsbevölkerungen und linkem Nichtstun gegenüber; im schlimmsten Fall ist es stillschweigender Antisemitismus. Sie werden gezwungen sein harte Entscheidungen zu treffen.