Warum christlicher Zionismus wichtiger ist als wir denken

Trotz einiger störender Tendenzen bei ihrer Jugend bleiben Evangelikale die leidenschaftlichsten Hüter des Bandes zwischen den USA und Israel.

Irit Tratt, Israel HaYom, 16. Dezember 2022

In den Tagen vor seinem Wahlsieg wurde Israels designierter Premierminister Benjamin Netanyahu vom Gründer und Vorsitzenden von Christians United for Israel (CUFI), Pastor John Hagee, interviewt. Die angenehme Übereinstimmung zwischen den beiden Männern war während des gesamten Gesprächs offensichtlich. Pastor Hagee überhäufte israelischen Führungspolitiker mit „Gottes Gebet für den Rest seines Lebens“.

Die Zurschaustellung der gegenseitigen Bewunderung spiegelt die Jahre wider, die Netanyahu damit verbracht hat die Verbindung zwischen Israel und der evangelikalen Gemeinschaft in den USA zu pflegen. Zum Beispiel sprach Netanyahu auf der CUFI-Jahreskonferenz 2017 und sagte der christlichen Menge, sie seien „Israels beste Freunde in der Welt“. Netanyahus Rede vor den Teilnehmern beim Christian Media Summit in Jerusalem diese Woche deutet an, dass eine vom Likud geführte Regierung untrennbar mit der Wahrung der Beziehungen Israels zu den Evangelikalen verbunden ist.

Dass Netanyahu sich eine Auszeit vom hektischen Wahlkampf nehmen würde, um mit Pastor Hagee zu sprechen, legt ein Bewusstsein für die aufsässige Reaktion auf die neue israelische Koalitionsregierung nahe, die diese bald von amerikanisch-jüdischen Gruppen erhalten sollte.

Zum Beispiel veröffentlichte das American Jewish Committee (AJC) nach dem Wahlerfolg der Religiös-Zionistischen Partei (RZP) von Bezalel Smotrich eine Erklärung, die „ernste Sorgen“ wegen früherer Äußerungen von RZP-Mitgliedern zum Ausdruck brachte, die mit der Prioritätensetzung des AJC zu „Pluralismus“ und „Inklusion“ im Konflikt befinden. Tatsächlich beunruhigten verständlicherweise die aufwiegelnden Kommentare von Smotrich und Ben-Gvir gegen die LGBTQ- und nicht orthodoxen Gemeinschaften das amerikanisch-jüdische Establishment.

Beide Abgeordnete haben seitdem ihre Rhetorik gemäßigt, wobei Ben-Gvir sich von seiner früheren Verbindung zur rechtsextremen Kahane-Bewegung distanzierte. Dennoch bleibt die Democratic Majority for Israel dabei, dass sie „zutiefst beunruhigt“, dass eine „extremistische Partei einen Fuß in die Knesset“ bekommen hat. Es überrascht nicht, dass die Union for Reform Judaism Sprachgebrauch wählt, der darauf hinweist, dass eine Partnerschaft des Likud mit der RZP möglicherweise Israelis Demokratie „gefährdet“.

Doch es war der frühere Chef der Anti-Defamation League Abe Foxman, der die direkteste Verurteilung publizierte. Im Gespräch mit der Jerusalem Post sagte Foxman letzten Monat, er würde aufhören Israel zu unterstützen, wenn die kommende Regierung die Definition derer ändert, die sich laut Rückkehrgesetz des Landes als Juden qualifizieren.

Solche Reaktionen amerikanisch-jüdischer Leitungspersönlichkeiten unterstreichen die zunehmende Dissonanz zwischen dem US-Judentum und Israels politischer Klasse. Folglich muss der jüdische Staat seine Beziehung zu den USA so umgestalten, dass die Verstärkung der Beziehungen zu verlässlichen evangelikalen Verbündeten betont wird, während es sorgfältig sein Ringen mit den Diaspora-Juden steuert.

In seinem Buch „The Arc of a Covenant“ hält Walter Russell Mead fest, dass amerikanische Juden oft darauf verzichtet haben die US-Regierung zu einer für Israel günstige Politik zu drängen. Stattdessen haben sie dazu geneigt die USA zu ermutigen ihre pro-israelischen Haltungen mäßigen. Historisch, schreibt Mead, waren es nicht führende jüdische Familien wie die Rothschilds und die Warburgs, die stark für die Erschaffung eines jüdischen Staates eintraten, sondern einflussreiche Christen wie J.P. Morgan und John D. Rockefeller.

Bis heute haben das US-Judentum und die Evangelikalen stabile Unterschiede in ihrem Herangehen an die amerikanisch-israelische Beziehung beibehalten. Während mehr als die Hälfte der US-Christen den ehemaligen Präsidenten Donald Trump beim Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem unterstützten, machten das laut einer AJC-Umfrage nur 16% der amerikanischen Juden.

Angesichts dessen, dass Christen mehr als 60% der US-Bevölkerung stellen, macht es für Israel sowohl demografisch als auch politisch Sinn seine Allianz mit den Evangelikalen zu hegen. Vor der COVID-19-Pandemie veröffentlichte israelische Tourismus-Zahlen zeigen, dass Christen mehr als die Hälfte der Auslandsbesucher in Israel stellen. Und da Israels Tourismus-Ministerium Initiativen einführt, um Christen ins Heilige Land zu locken, während jüdische Missionen wie Birthright finanzielle Rückschläge erleben, wird diese Zahl wahrscheinlich steigen.

Politisch haben jüdische Gruppen ihre Haltungen zu Themen, die für Israels Sicherheit entscheidend sind, aufgeweicht, insbesondere zu Irans Streben zum Erwerb von Atomwaffen. Stattdessen wird ihre gesetzgeberische Agenda von edlen, jedoch konsensgetriebenen Themen wie dem Krieg in der Ukraine und der Bekämpfung von Antisemitismus beherrscht.

Organisationen wie CUFI und die Christian Coalition of America haben ihrerseits Lobbyarbeit gegen die Wiederbelebung des mit Fehlern behafteten Atomdeal mit dem Iran zu einem Eckpfeiler ihrer politischen Anstrengungen gemacht.

Als sie im Amt waren, wiesen Außenminister Mike Pompeo und Vizepräsident Mike Pence wiederholt auf die untrennbare Verbindung zwischen ihrem christlichen Glauben und ihre Verbundenheit zum jüdischen Volk hin. Abgeordnete wie Kevin McCarthy erleben sogar Gegenwind mehrerer jüdischer Institutionen, nachdem sie gelobten linksextreme Ilhan Omar von der „Squad“ aus dem außenpolitischen Ausschuss zu entfernen, sollten sie Mehrheitsführer im Parlament werden.

Trotz einiger beunruhigender Trends bei ihren jungen Leuten bleiben die Evangelikalen die leidenschaftlichsten Hüter des Bandes zwischen den USA und Israel. Im Gegensatz dazu ist öffentliche Missbilligung amerikanisch-jüdischer Organisationen Israels Widerwille ihren pluralistischen Forderungen nachzukommen ein Hinweis auf ein Establishment, das sich mehr darum sorgt progressive Ideologien zu verteidigen als jüdische Interessen zu schützen. Israel darf nicht ins Hegen solch liberaler Orthodoxien verstricken. Momente, die der Abwehr solcher Kritik gewidmet werden, sind Zeit, die nicht damit verbracht wird sich auf innenpolitische und internationale Bedrohungen zu konzentrieren.

Die polarisierenden Kommentare amerikanisch-jüdischer Leiter deuten auf eine Realität hin, die von Israel fordert seine Verbindung zu den Evangelikalen anzupassen, während es versucht jüdische Organisationen von seiner zentralen Rolle und seinem Wert für das jüdische Volk zu überzeugen.

Der ungesunde Antisemitismus des „europäischen Siedler-Kolonialismus“

First One Through, 29. September 2022

Es gibt einige Narrative, die einfach das Vorstellungsvermögen übersteigen. Manche sind völlig widersinnig und leicht zu widerlegen. Andere scheinen aus Verzweiflung ausgespuckt worden zu sein, um eine Feindposition zu verharmlosen. Und ein paar sind derart verdreht, dass sie von Universitätsprofessoren ausgebrütet und geheiligt worden sein müssen.

Betrachten Sie die Redewendung „europäischer Siedlerkolonialismus“, mit dem nach Israel ziehende Juden beschrieben werden.

Rashid Khalidi von der Columbia University liebte diesen Ausdruck. Noch im November 2017, am 100. Jahrestag der Balfour-Erklärung, erhielt er beim UNO-Komitee zur Ausübung der unveräußerlichen Rechte des palästinensischen Volks Aufmerksamkeit. Er verwendet den Ausdruck auf mehrere Weisen:

  • „… Arabische Stadtbewohner, die mit zunehmender Sorge die ständige Ankunft neuer europäisch-jüdischer Immigranten
  • „… die Erklärung war auf die Bedürfnisse des Zionismus zugeschnitten worden, einem europäischen Kolonisierungsprojekt
  • Die Palästinenser waren daher dreifach gebunden, was in der Geschichte des Widerstands indigener Völker gegen europäischen Kolonialismus vielleicht einzigartig gewesen sein dürfte. Sie sahen sich der Macht des britischen Empires in der Ära zwischen zwei Weltkriegen gegenüber, als nie ein einziger Kolonialbesitz mit der teilweisen Ausnahme Irlands sich erfolgreich aus den Krallen der europäischen imperialen Mächte befreien konnte.“

Joseph Masad ist aktuell Professor an der Columbia, der moderne arabische Politik lehrt; er sagte so ziemlich das Gleiche in einem Artikel im Middle East Eye vom 19. Juli 2022: Algeria, Israel and the last European settler colony in the Arab world (Algerien, Israel und die letzte europäische Siedlerkolonie in der arabischen Welt).

  • „Von den fünf europäischen Siedlerkolonien, die in arabischen Ländern gegründet wurden, waren in den 1960-er Jahren nur noch Algerien und Palästina kolonisiert.“
  • Als die letzten zwei der europäischen siedlerkolonialistischen Mächte in der arabischen Welt bildeten Frankreich und Israel ein enges Bündnis zur Koordinierung der Erhaltung ihrer Siedlerkolonien.“
  • „Wie auch Frankreich und Italien behaupteten die europäisch-jüdischen Zionisten Nachkommen antiker hebräischer Palästinenser zu sein und lediglich in ihr angestammte Land ‚zurückzukehren‘.“
  • „das pan-Judentum des europäischen Zionismus, die „judäischen“ Herrlichkeiten der palästinensischen Hebräer wiederherzustellen, die sie sich als Vorfahren europäischer Konvertiten zum Judentum angeeignet hatten, was als progressiv und sozialistisch dargestellt wird.“
  • „Unglücklich wegen ihrer Isolation als letzte europäische Siedlerkolonie in der arabischen Welt lieferten die Israelis den französischen Kolonisten logistische Unterstützung…“

Die Studenten haben begriffen. Bei einer Abstimmung zum Boykott Israels an der University of Wisconsin im März 2017 ging einer der Studenten einen Schritt weiter:

„Der israelische Staat wurde unter Verwendung derselben nationalistischen und ausschließenden Prinzipien gegründet, mit denen Juden in Osteuropa ausgebeutet wurden. Die Grundlage machte Israel genauso unterdrückerisch wie die Länder, die jüdischen Heime und Leben zerstörten und sie aus Osteuropa trieben. Israel ist von Anfang an keine jüdische Idee gewesen, sondern eine europäische.“

Stellen Sie sich Verderbtheit der antizionistischen Geisteshaltung der Universitäten von heute vor, dass Israel nicht einmal als jüdische Idee betrachtet wird, sondern schlicht als Mittel des europäischen Kolonial-Imperialismus.

Die ungeheuerlichen Gesinnungen werden von den Vereinten Nationen und antizionistischen Medien unterstützt. Dass sie angesprochen und widerlegt werden müssen ist beschämend, geht aber an den Kern des verbreiteten falschen, israelfeindlichen Narrativs, mit dem die hausieren gehen, einen Palästinenserstaat anstreben und der als Anker für ihre antisemitischen Überzeugungen gebraucht wird.

Kolonialismus – der Wunsch zu gewinnen gegen den Wunsch loszuwerden

Viele europäische Länder gründeten in aller Welt Kolonien; zu ihnen gehörten Frankreich, Großbritannien, Spanien, Portugal, die Niederlande, Belgien und Italien. Jedes Land richtete Außenposten ein, um bestimmte Vorteile in weit entfernten Ländern zu erlangen. Einige suchten Rohmaterial wie Getreide und Mineralien, um sie nach Hause zu exportieren. Einige suchten nach Handelsrouten und neuen Märkten. Wieder andere brachten Missionare, um das Christentum zu verbreiten. Jedes Land strebte danach das neue Territorium für eigennützigen Gewinn zu erschließen.

Alle, bis auf einen Fall, der fälschlich als Kolonialismus verleumdet wird: Zionismus als „europäischer Siedlerkolonialismus“.

Das antisemitische Narrativ, das Zionismus als „europäischen Siedlerkolonialismus“ beschreibt, gründet auf zwei prinzipiellen Überzeugungen: dass europäische Länder die Juden des Kontinents loswerden wollten sowie der weitere Wunsch die muslimischen Araber im Nahen Osten zu schwächen.

Mit der ersten ausgeheckten Begründung versuchen antisemitische Antizionisten zu argumentieren, dass die Großmächte Europas die Region kollektiv von ihren Juden säubern wollen. Das ist Antisemitismus in seiner niedrigsten und übelsten Form, der nahelegt, dass Juden allgemein ungewollte Fremde in ihrer Mitte sind.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas puschte dieses Argument im April 2018: „Lord Balfour hatte die Juden, aber trotzdem gab er ihnen einen Staat. Der russische Außenminister war durchaus für seinen Hass auf die Juden bekannt, dennoch sagte er [den Juden]: ‚Kommt, ich werde euch einen Staat in Palästina geben.‘“ Abbas behauptete, dass alle europäischen Führer die Juden hassten und sie loswerden wollten und Palästina als Müllkippe verwendeten. Die Formulierung „europäischer Siedlerkolonialismus“ ist insofern zutiefst antisemitisch, weil er vermittelt, dass Juden widerwärtig und ungewollt sind.

Die zweite Prämisse des europäischen Kolonialismus im Wunsch ein fremdes Gebilde einzusetzen, um die angebliche Einheit der muslimischen Araber im Nahen Osten zu schwächen, ist dumm, weil verschiedene europäische Mächte mit den vielen Stämmen in der Region zu tun hatten und sie zu funktionierenden Regierungen und Ländern aufbauten. Das britische Mandat Palästina wird von Arabisten als etwas Einzigartiges angeführt, obwohl es mit dem Sturz des Osmanischen Reichs Mandate für die ganzen Länder gab, die unabhängige Staaten werden sollten, so wie der Libanon, Syrien und der Irak.

Juden haben nichts mit den Israeliten der Antike zu tun und lebten nie in Israel

Der Antisemitismus des „europäischen Siedlerkolonialismus“ reicht über die Schmähung hinaus, der Zionismus sei von europäischen Führern angestoßen worden, um Europa von seinen Juden ethnisch zu säubern. Er verhöhnt die jüdische Geschichte.

Der amtierende Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas schrieb seine Doktorarbeit über eine bestimmte Form der Holocaust-Leugnung, die behauptete, Juden hätten keine Verbindung zu oder Geschichte in Israel, also schmiedeten die frühen Zionisten Komplotte mit den Nazis, um das Leben derart unerträglich zu machen, dass die Juden gezwungen wären in ein fremdes Land zu emigrieren. Abbas behauptete fälschlich, die Juden seien Nachkommen der Chasaren, ganz ähnlich dem, wie Massad von der Columbia University behauptete, die Juden würden vorgeben von „palästinensischen Hebräern“ abzustammen (was immer dieser lächerliche Ausdruck bedeuten soll), sondern in Wirklichkeit ein Haufen europäischer Konvertiten sind, die sich die Geschichte von jemand anderem „aneigneten“.

Dieses widerwärtige Narrativ ist für die Antizionisten eine entscheidende Komponente, denn die Definition einer „Kolonie“ bedeutet ein „Gebiet unter voller oder partieller Kontrolle eines anderen Landes“. Frankreich mag zwar in Algerien eine fremde Kolonie errichtet haben, aber es ist unsinnig zu sagen, dass der gesamte europäische Kontinent eine gemeinsame Kolonie zum Nutzen aller aufgebaut hätte. Aber welche Wahl haben die Antisemiten? Wenn sie gezwungen werden anzuerkennen, dass Juden aus Judäa und dem Land Israel sind, dann handelt es sich per Definition nicht nur eine jüdische Kolonie, sondern eine rechtmäßige Rückkehr von Juden aus ihrer Diaspora. Der Ausdruck „europäischer Siedlerkolonialismus“ ist antisemitisch, weil er den Juden ihre elementare Geschichte im Land Israel abspricht.

Juden kamen schon vor dem Mandat Palästina nach Palästina

Antisemitische Antizionisten argumentieren, das europäische Kolonisierungsprojekt habe mit der Erklärung von Lord Balfour 1917 und dann mit dem Mandat Palästina begonnen. Wer ein klein wenig mehr von Geschichte weiß, könnte auf Theodor Herzls Ersten Zionistischen Kongress 1897 im schweizerischen Basel hinweisen.

Die Realität lautet, dass Juden immer im Land Israel gelebt haben und dorthin zogen. Während der letzten gut hundert Jahre des Osmanischen Reichs (1800 bis 1914) stieg die jüdische Bevölkerung um mehr als das 13,4-Fache. Die christliche Bevölkerung nahm in dieser Zeit nur um das 3,2-Fache zu, während die muslimische Bevölkerung sich mit der Zunahme auf das 2,1-Fache kaum bewegte, was bedeutet, dass keine Muslime in diesem Zeitraum ins Heilige Land migrierten, weil ein solches Wachstum der natürliche Trend der Geburten minus der Todesfälle ist.

Der Grund, dass die Juden ins Land zogen, ist: Das Land war den Juden heilig war. Juden aus aller Welt beten nach Jerusalem ausgerichtet, die einzige Religion, die das so macht. Juden ist geboten Jerusalem jedes Jahr dreimal zu besuchen. Es gibt Gebote, die Juden nur in Israel einhalten können.

Zu sagen, der Zionismus sei ein „europäisches Kolonialprojekt“ ist antisemitisch, weil das die Zentralität und Heiligkeit des Landes für die Juden leugnet.

Israelische Juden sein keine Europäer

Die Verleumdung „Zionismus ist Rassismus“ wurde von muslimischen Staaten in den 1970-ern ausgebrütet, nachdem die arabische Welt zum Dritten Mal damit scheiterte Israel zu vernichten (die Kriege von 1948/49, 1967 und 1973). Die unfassbare UNO-Resolution wurde von den Vereinten Nationen 1991 gekippt, aber der Vorwurf wurde in modernen Zeiten unter dem Banner der „weißen Vorherrschaft“ und des „europäischen Kolonialismus“ wieder eingeführt.

Die einfache Tatsache lautet, dass weniger als ein Drittel der Israelis Vorfahren aus Europa haben. Stand 2018 ist, dass nur 31,8% der Juden aschkenasisch, also europäischen Erbes, waren und 12,4% aus der ehemaligen UdSSR kamen. Im Vergleich dazu sind 44,9% Mizrahi und 3% aus Äthiopien. Die übrigen Juden (7,9%) haben gemischtes Erbe. Dann gibt es 21,1% Araber (Muslime und Christen) und 5% sind sonstige Gruppen, darunter Ba’hai (eine Religion, die in mehreren Nachbarländern verboten ist), Samaritaner und andere.

Zu sagen, Israel sei ein Geschöpf des „europäischen Kolonialismus“ ist fundamental unsinnig, weil die meisten Israelis nicht aus Europa kommen.

Schwacher Versuch von muslimisch-arabischen, antisemitischen Erlassen abzulenken

Der Vorwurf, der Zionismus gründe auf europäischem Kolonialismus ist auf vielen Ebenen antisemitisch. Er wird in einem armseligen Versuch verwendet die Sache eines Palästinenserstaats voranzutreiben, obwohl er in Wirklichkeit das Gegenteil tut, indem er zeigt, dass Araber furchtbar judenfeindliche Nachbarn sind.

  • Zuzugeben, dass Juden Jahrtausende vor den Arabern da waren, heißt nicht, dass Araber keine Geschichte im Land haben, also hört auf anderes vorzutäuschen.
  • Zuzugeben, dass der Tempelberg der einzige heilige Ort für Juden ist, heißt nicht, dass er für Christen oder Muslime keine Bedeutung hat.
  • Zuzugeben, dass Jordanien/palästinensisch-muslimische Araber Juden das Betreten der Altstadt Jerusalems und die Höhle der jüdischen Patriarchen und Matriarchen in Hebron verboten, als sie sie kontrollierten, heißt nicht, dass Juden andere Religionen das Betreten dieser heiligen Orte verbieten werden.
  • Zuzugeben, dass Jordanien 1954 ein antisemitisches Staatsbürgerrecht erließ, das die Staatsbürgerschaft in Judäa und Samaria nur Menschen gewährte, wenn sie keine Juden waren, heißt nicht, dass der jüdische Staat Israel Nichtjuden untersagt Staatsbürger zu werden.
  • Zuzugeben, dass die meisten Israelis keine europäischen Juden sind, heißt nicht, dass Israel ständig herausstellen wird, dass der größte demografische Anteil in Israel die Juden sind, die aus muslimisch-arabischen Ländern kamen, die aus ihren Heimen vertrieben wurden.

Der moderne Staat Israel ist einfach die Wiedergründung jüdischer Souveränität in ihrem historischen Heimatland. Der Versuch Israel als Produkt europäischen Kolonialismus und Imperialismus zu verunglimpfen, ist sowohl falsch als auch zutiefst antisemitisch und schadet genau genommen der Sache der Palästinenser, weil sie ihre Unfähigkeit zeigt mit dem jüdischen Volk in Frieden zu leben.

Das war der eigentliche erste Zionistenkongress

Uns wird oft erzählt, dass „der jüdische Staat in Basel gegründet wurde“, der Stadt, in der der erste Zionistische Kongress zusammentrat. Allerdings versammelten sich 15 Jahre früher Juden in der Stadt Focşani in Rumänien, um für die Siedlung im Land zu werben. Israel Gilad, ein Mitglied der Ersten Aliyah-Vereinigung und Urenkel des Gründers von Rosch Pina und Zikhron Ya’akov, möchte unsere Leser an die erinnern, die vor Herzl kamen…

Israel Gilad, (Goldenberg), the Librarians, 6. September 2022

Teilnehmer der Konferenz Hovevei Zion in Kattowitz, 1884. Teh Pritzker Family Nationla Photography Collection, Nationalbibliothek Israels.

1878 versammelten sich Europas Großmächte zum Berliner Kongress, um die Beute aus dem russischen und rumänischen Sieg über das Osmanische Reich im Russisch-türkischen Krieg aufzuteilen. Rumänien und Bulgarien riefen danach ihre Unabhängigkeit aus, dabei versprachen sie allen Einwohnern die Staatsbürgerschaft. Führend waren dabei der britische Premierminister Benjamin Disareli und der französische Justizminister Adolf Crémieux. Disraeli war Abkömmling einer zum Christentum konvertierten jüdischen Familie und Crémieux war selbst Jude.

Rumänien unternahm alles in seiner Macht, um diesen Schritt zu verhindern. Es setzte Jahre früher beschlossene Gesetze durch, die die Juden des Landes diskriminierten und ihre Lebensgrundlage zerstörten. Die Gesetze waren vorher nicht umgesetzt worden. Dieses Handeln, das die bereits brutale Realität des jüdischen Lebens in Osteuropa verschlimmerte, spornte die Juden an die Idee einer Rückkehr ins Land Israel zu unterstützen, eine Vorstellung, die sich bei den Juden der Region zu verbreiten begann.

Ende 1880 veröffentlichte David Gordon, der Herausgeber der jüdischen Zeitung Hamagid, einen Artikel, der die Bemühungen zur Organisation von Siedlungsvereinen für das Land Israel analysierte. Eine Schlussfolgerung lautete, dass kleine Organisationen oder Einzelpersonen bei dem Ziel scheitern würden „eine große landwirtschaftliche Siedlung für unser Volk im Land unserer Vorfahren zu gründen“. Er glaubte, eine starke Zentralkörperschaft, ähnlich der „Alliance“ der französischen Juden, gegründet werden sollte, die die Organisation und Siedlung leitet.

Porträt von David Gordon, dem Herausgeber von Hamagid. The Abraham Schwadron Collection, Nationalbibliothek Israels

Die erneuerte jüdische Siedlung im Land Israel hatte zu der Zeit nur zwei Kolonien, Gei Oni (das sich später in Rosch Pina entwickeln sollte) und Petah Tikva; beide wurden 1878 mit dem Ziel gegründet eine landwirtschaftliche Siedlung zu schaffen, die ihren Einwohnern einen Lebensunterhalt bieten sollte. Die Einwohner von Gei Oni mussten ihre Siedlung aufgrund von landwirtschaftlichem Scheitern aufgeben, während die Leute von Petah Tikva unter schweren Anfällen von Malaria litten. Bis Anfang 1880 waren die Gründer beider Kolonien gezwungen nach Safed und Jerusalem zurückzukehren, wo sie mit halukkah-Geldern (in jüdischen Gemeinden in Europa gesammelte Almosen, die an jüdische Einwohner des Landes Israel verteilt wurden) überlebten.

Gordons Idee war einfach: Die Grundlage der Organisation sollten die lokalen Vereine sein, die in Palästina Land kaufen sollten; jede Kolonie sollten eine gewisse Zahl an Bauernfamilien einsetzen (gemäß der Erlaubnis des Sultans bis zu 150 Haushalte), um darin zu arbeiten, so dass die Siedler von der Landwirtschaft leben. Gordon glaubte, dass eine große Zahl an Kolonien schließlich zur Anerkennung des Landes Israel als Heimat und Staat des jüdischen Volkes führen würde.

Am 13. März 1881 wurde der russische Zar Alexander II. von einer Terrorgruppe ermordet. Zu deren Mitgliedern gehörte eine jüdische Frau. Es folgten Pogrome an russischen Juden, die drei Jahre lang weitergingen. Die bei den Juden als „Stürme im Süden“ bekannten Pogrome motivierten Gruppen in Russland die Immigration nach Palästina zu organisieren. Die Juden Rumäniens, die erkannten, dass die Ereignisse in Russland sich bald verbreiten würden, erhöhten ebenfalls die Mitgliedschaft in zionistischen Vereinigungen.

Der Kongress in Focşani, der Beginn der Ansiedlung, „Hibat Zion“ und die zionistische Organisation

Ich würde behaupten, dass die zionistische Bewegung am 30. Dezember 1881 (nach dem julianischen Kalender) in Focşani in Rumänien gegründet wurde, beim eigentlichen „ersten Zionisten-Kongress“, an dem 51 Delegierte aus 32 Siedlungsorganisationen teilnahmen, die sich in der jüdischen Schule der Stadt trafen. Die Konferenz dauerte zwei Tage, während denen fünf Mitglieder gewählt wurden, um als „Zentralkomitee zur Besiedlung des Landes Israel und Syriens“ zu dienen. Samuel Pineles, ein zionistischer Aktivist aus Rumänien, wurde zum Vorsitzenden des Komitees und dessen Sekretär gewählt. Pineles, ein weiser und gewandter Organisator, leitete die Konferenz mit Links im Wissen, wann er, abhängig von den Umständen, entscheidend handeln und wann er flexibel sein musste.

Porträt von Samuel Pineles. Sammlung Abraham Schwadron, Nationalbibliothek Israels

Die beim Kongress in Focşani gegründete Bewegung, die später in Hovevei Zion (Liebhaber Zions) oder Hibat Zion (Liebe Zions) umbenannt werden würde, setzte sich als Ziel „die Lösung des Problems des rumänischen Judentums durch sofortige Immigration ins Land Israel, landwirtschaftliche Besiedlung und unabhängige Arbeit seitens der Siedler“. In seinem hebräischen buch Die Fackel wurde in Rumänien entzündet (Ha-Avuka Hudleka be-Rumanyah) schreibt Mosche Schaerf, dass der Kongress in Focşani „ein neues Phänomen in der jüdischen Geschichte war“.

Und so entstand das Zentralkomitee für die erste jüdische Siedlungsbewegung im Land Israel. Es finanzierte und managte die Gründung von zwei Kolonien: Zichron Ya’akov, das komplett von ihm gemanagt wird; und Rosch Pina, dem es lediglich Hilfe leistete.

Das Komitee schickte mit vier Reisen rund 120 Familien (mehr als 600 Leute) ins osmanische Palästina; diese brachten mehr als die Hälfte der ersten Siedlerwelle. Die erste zionistische Pionier-Gruppe, die ankam, war eine Gruppe aus der Stadt Moineşti; sie kaufte das Land in Gei Oni, auf dem sie Rosch Pina gründeten.

Samuel Pineles führte die zionistische Bewegung in Rumänien bis zu seinem Tod 1928 mit Ausnahme von rund fünf Jahren, während der er seine Aufmerksamkeit persönlichen geschäftlichen Dingen zuwandte.

Leider ging das Zentralkomitee für die Besiedlung des Landes Israel und Syriens im Frühjahr 1883 bankrott. Ende September in dem Jahr überwies das Komitee die Aktiva der von ihm gegründeten Kolonie, Zichron Ya’akov, in die Schirmherrschaft des Barons Edmund James de Rothschild.

Siegel der Stadt Focşani in Rumänien. Foto: Nadav Mann, Bitmuna. Aus der Sammlung Kfar Tavor, the Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels

Während Sukkot (dem Laubhüttenfest) 1882 traf Baron Rothschild Rabbi Mohilever, der von Rabbi Zadoc Kah, dem Oberrabbiner der französischen Juden begleitet wurde. Der Baron stimmte Rabbi Mohilevers Anfrage zu in Palästina eine Siedlung zu gründen und bot später ein wirtschaftliches Sicherungsnetz für die meisten der Siedlungen der ersten Welle an, die bankrott gegangen waren. Die Philanthropie des Barons verhinderte, dass die Siedlungen kollabierten, was, wäre der Fall tatsächlich eingetreten, zu einer großen Krise des Vertrauens in das zionistische Ziel geführt hätte.

Im November 1884 trat die Konferenz von Kattowitz zusammen und gründete offiziell die Bewegung „Hibat Zion“ und mit ihr wurde die Führung der Bewegung vom rumänischen ans russische Judentum übergeben.

Wir müssen zugeben, dass Hibat Zion als Bewegung ein Fehlschlag war, was ihre Fähigkeit angeht Pioniere zu motivieren und sie im Land Israel anzusiedeln. Die Bewegung agierte in „Salven“, die in erster Linie Reaktionen auf Pogrome und institutionalisierten Antisemitismus waren. Als Theodor Herzl auf der Bildfläche erschien, war die Führung der Bewegung in Osteuropa glücklich den Stab der gesamten zionistischen Bewegung an ihn weiterzugeben.

Im August 1897 trat in Basel der „Erste Zionistische Kongress“ zusammen – aber wie am Anfang dargelegt, lehne ich diesen offiziellen Titel ab. Wenn jemand mit der Zählung beim Kongress von Focşani bginnt, dann war der Kongress in Basel die siebte Versammlung.

Herzl war ein außergewöhnlich talentierter Journalist und der verehrte Anführer der zionistischen Bewegung, der sogar aus eigener Tasche ihre Aktivitäten finanzierte. Er gründete auf dem Kongress in Basel die World Zionist Organization und baute im Vergleich mit dem vorhergehenden einen eindrucksvollen Verwaltungsapparat auf. Trotzdem waren die praktischen Erfolge der zionistischen Organisation in ihren frühen Jahren bestenfalls unbedeutend. In den ersten Jahren schwand die Mitgliederzahl der Bewegung, der politische Zionismus konnte wenige Errungenschaften aufweisen und die Siedlungsaktivität der Organisation im Land Israel war bis etwa 1910 überschaubar.

Die Teilnehmer der Konferenz „Hovevei Zion“ 1890 in Odessa. Bitmuna, Sammlung Lancet. The Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels

Die Siedlungsaktivitäten der Zionist Organization folgte Herzls Konzept „keine Charta, keine Aliyah“ und brachte daher in diesen ersten Jahren nichts zustande. Die erste unter der Schirmherrschaft der Zionist Organization gegründete Siedlung war Degania im Jahr 1909. Erst Ende der 1930-er Jahre wurde die Zionist Organization zur Hauptsiedlungsbewegung und selbst dann gründete sie nur Kibbuzim und Moschawim (Gemeinschafts- und kooperative landwirtschaftliche Siedlungen).

Der Zusammenbruch und die Rettung der Siedlungen im Land Israel

Baron Rothschilds Zustimmung die Besiedlung im Land Israel zu finanzieren und sie vor dem Zusammenbruch zu retten sollte nicht vergessen werden. Die Gründerväter der jüdischen Siedlung im osmanischen Palästina zahlten allerdings den Preis dafür damit, dass sie ihre Unabhängigkeit verloren und Tagelöhner für den Baron wurden. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir unsere Schuld diesen frühen Pionieren gegenüber anerkennen und ihnen zugestehen, was ihnen zusteht.

David Ben-Gurion erkannte Baron Edmund de Rothschild als  den einzigen an, der einen Ehrenplatz in der zionistischen Geschichte beanspruchen konnte, weil er mehr für die Besiedlung des Lands israel getan hatte als jeder andere oder jedes Gremium. Damit bagatellisierte Ben-Gurion das Tun udnd ei schwere Arbeit der Organisationen und Pioniere, die von 1882 bis 1897 aktiv waren und Herzls World Zionist Organization vorausgingen.

All das begann vor hundertfünfundzwanzig Jahren, als der Kongress in Basel der „Erste Zionistische Kongress“ genannt wurde, obwohl sein voller Name „Der Erste Weltzionisten-Kongress“ lautete. Der Kongress in Basel war in Wirklichkeit der siebte seiner Art. Bis heute ist der erste Kongress des Zentralkomitees für die Besiedlung des Landes Israel und Syriens den meisten Juden unbekannt. Ich habe meine Ergebnisse hier in der Hoffnung veröffentlicht, dass Historiker eines Tages dieses historische Versehen im üblichen zionistischen Narrativ korrigieren werden.

Arabische Internetseite: Die Chasaren haben den Zionismus angefangen

Elder of Ziyon, 22. September 2022

Die palästinensische Seite AIKhanadq hat eine bizarre Geschichte ausgegraben.

Einige zeitgenössische Autoren schreiben den „Zionismus“ dem Berg Zion in Jerusalem zu und dass er im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entstand. Die Wahrheit deutet allerdings darauf hin, dass er ein Produkt des 12. Jahrhunderts n.Chr. war, weil bei den „chasarischen Juden“ auftauchte, einem Volk türkischer Herkunft. Ihr Einfluss reichte vom Schwarzen Meer im Westen bis zum Kaspischen Meer im Osten, das ihren Namen trug, das Kaspische Meer und vom Kaukasus im Süden bis zur Wolga im Norden. Im Jahr 740 n.Chr. nahmen der Chasarenkönig, sein Hof und sein Militär die jüdische Religion an und das Judentum wurde bei den Chasaren die offizielle Staatsreligion und es war etwas Einzigartiges bei den Heiden. Damit betrachteten die „Juden der Chasaren“ sich als „Gottes auserwähltes Volk“, das das „Rückkehrrecht“ ins „Verheißene Land“ Palästina habe.

Der Historiker Arthur Koestler sagte in seinem Buch „The Khazar Empire and Ist Legacy, the Thirteenth Tribe“ [Das Chasaren-Reich und sein Vermächtnis: der dreizehnte Stamm], dass es noch eine Kleinigkeit zum Thema der Chasaren gibt, etwas halb Mythisches, nahe an historischer Folklore, das bis heute überlebt. Im Chasaren-Land gab es eine messianische Bewegung und das war ein primitiver Versuch Palästina mit Waffengewalt zurückzuholen. Sie sagen: „Es ist die Zeit, in der Gott Sein Volk, das Volk Israel aus allen Ländern in der heiligen Stadt Jerusalem sammeln wird“, und sie führen an, dass „Salomo, der Son von Diji, Elias ist“ (einer der Propheten der Thora) und dass sein Sohn der erwartete Retter ist.

Es ist klar, dass diese Einladungen den jüdischen Gruppen m Nahen Osten galt und ihr Einfluss scheint schwach gewesen zu sein. Weil der nächste Schritt erst zwanzig Jahre später erfolgte, als der junge „Menachem“ sich „Daoud al-Ruy“ nannte und sich den Titel „Der Wartende Retter“ verlieh. Obwohl seine Bewegung im Chasaren-Land entstand, zog sie bald nach Kurdistan, wo der sogenannte „David“ mit Hilfe der Chasaren eine große bewaffnete Streitmacht sammelte, darunter lokale Juden, und sie übernahmen erfolgreich den befestigten Wald von Ahadi, nordöstlich von Mossul und vielleicht hoffe er seine Armee von dort nach Edessa zu führen, um mit Gewalt durch Syrien ins Heilige Land zu gelangen.

Der Autor behauptet, dass David Alroy, ein ziemlich berühmter falscher Messias, der erste war, der Juden zurück nach Israel führen wollte – und er war Chasare, nicht wirklich Jude. Daher hat der Zionismus selbst nichts mit dem Judentum zu tun uns ist nur eine falsche Bewegung, geschaffen von falschen Juden!

Ich habe manche Behauptung gesehen, dass Alroy Chasare war, aber ich habe keine Beweise dafür gesehen – er lebte Jahrhunderte nachdem das Chasaren-Königreich fiel und er lebte in Persien, nicht im früheren Chasaren-Land. Also scheint die gesamte Theorie bloße Erfindung.

Darüber hinaus geht die Geschichte falscher jüdischer Messiasse, die versuchen Juden zurück nach Israel zu führen, Alroy um Jahrhunderte voraus.  Wenn das Beweis für die Wurzeln des Zionismus als Bewegung der Rückkehr der Juden nach Israel ist, dann reicht der Zionismus  in die Tage von Bar Kochba zurück!

Der moderne Zionismus schuf nur zwei Dinge

First One Through, 2. September 2022

„Der Zionismus, die ideologische Untermauerung Israels, ist eine umstrittene politische Philosphie.“
Keith Ellison, Generalstaatsanwalt von Minnesota, ehemaliger Kongressabgeordneter (Demokraten), ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Demokratischen Partei

Mehr als 1.000 Juden aus aller Welt kamen diese Woche nach Basel in der Schweiz, um den 125. Jahrestag des ersten Zionistischen Weltkongresses zu begehen. Sie feierten den unglaublichen Erfolg des modernen Staates Israel, vor 75 Jahren wiedergegründet, der ganze 50 Jahre nach Theodor Herzls erster Konferenz der Inspiration in die Wirklichkeit gebracht wurde.

Der erste Redner war Israels Präsident Isaak „Bougie“ Herzog. Seine Rede hieß die Zionisten aus aller Welt willkommen, ungeachtet ihrer religiösen Konfession oder politischen Zugehörigkeit. Er forderte sie alle auf sich in das zionistische Projekt einzubringen und Fragen bezüglich „des gesamten jüdischen Volks gemeinsam zu erörtern, im Geist gegenseitiger Verantwortung und am wichtigsten: in umfassender und institutionalisierter Partnerschaft.“

Er schloss seine Bemerkungen damit ab, dass die breite Gemeinschaft den Zionismus von den abscheulichen Verleumdungen zurückzuholen muss, die die Gesellschaft heute bevölkern. Herzog offerierte seine Rezepte, zu denen einzigartige jüdische und israelische Ziele gehörten sowie der Umgang mit globalen Themen wie dem Klimawandel. Er erwähnte dreimal „tikkun olam“ (die Welt reparieren) als Mission (und potenzielles Balsam) zur Bekämpfung der hinterhältigen woken, antisemitischen Infektion der Welt.“ Der moderne Zionismus gibt uns unser Gefühl nicht nur eines gemeinsamen Schicksals, sondern auch gemeinsamer Bestimmung, solange das in unseren tiefsten Wurzeln verankert bleibt, die die untrennbaren Fäden von Volk, Land und Staat verwebt.“

„Nichts ist gruseliger als der Zionismus. Weist den Rassismus in die Schranken.“
Linda Sarsour, ehemalige verantwortliche Direktorin der Arab American Society von New York, Vizevorsitzende des Women’s March 2017

Herzogs Appelle an sein vielfältiges zionistisches Publikum war nett, zeigte aber, dass er die Wut und die Fehlvorstellungen zum Zionismus in der antiisraelischen Welt verinnerlicht. Sich der extremen Linken bei der Bekämpfung des Klimawandels unter dem Banner des Zionismus anzuschließen, klingt als habe er ein paar Artikel über Intersektionalität und „Allianzen“ gelesen. Sicher, für globale Themen zu kämpfen ist eine Verantwortung, die Israel mit der gesamten Welt teilt, aber das war kein Grundlagenthema für Herzls Zionismus vor 125 Jahren und den modernen Zionismus heute auf diese Weise umzudefinieren wird nichts dazu beitragen, die Definition von den Israelhassern „zurückzuholen“, die den jüdischen Staat beflecken und zerstören wollen.

„Wir müssen die Anti-Defamation League im Auge behalten. Wir müssen der Jewish Federation Aufmerksamkeit schenken. Wir müssen den zionistischen Synagogen Aufmerksamkeit schenken. Wir müssen den Hillel-Ortsgruppen an unseren Universitäten Aufmerksamkeit schenken. Denn nur weil sie heute unsere Freunde sind, heißt das nicht, dass sie hinter uns stehen, wenn es um Menschenrechte geht. Also tretet den Faschisten vehement entgegen, aber bekämpft auch die höflichen Zionisten. Sie sind nicht unsere Freunde.“
Zahra Billoo, Exekutivdirektorin des Council of American Islamic Relations (CAIR) San Francisco.

Herzog hat Recht, dass wir „den Zionismus zurückholen“ müssen, aber nicht indem wir seine Bedeutung in etwas ausdehnen, die von seinen Kerngrundsätzen weit entfernt sind. Wir müssen die Welt dazu bilden, was die einfachen Grundlagen-Wahrheiten sind und was moderner Zionismus tatsächlich bedeutet und schuf.

Die europäischen jüdischen Zionisten behaupten Nachkommen der antiken palästinensischen Hebräer zu sein und lediglich in ihr angestammtes Land „zurückzukehren“.
Joseph Massad, Professor an der Columbia University

Universitäten und extremistische Medien haben den Zionismus als gewalttätige nationalistische Anstrengung europäischer Juden arabisches Land zu stehlen dargestellt. Sie behaupten, Juden haben keine Geschichte oder Verbindung zum Land und sind einfach die jüngste Version des europäischen Kolonialismus. Glaubt Herzog wirklich, dass Israelis, die sich zu Klimawandel verbinden, helfen können solchen Wahnsinn aufzuhalten?

„Der Zionismus war nie die liebenswürdigste Ideologie.“
Steven Erlander,
Journalist der New York Times

„Der Forschungs- und Entwicklungszweig der Israelischen Verteidigungskräfte ist am besten für seine Pionierarbeit bekannt, innovative Wege zu finden Menschen zu töten und Sachen zu sprengen.“
David Halbfinger, Chef des Jerusalem-Büros der New York Times

Juden, Historiker und alle Menschen guten Willens müssen zu grundlegenden historischen Wahrheiten und dem Auftrag des modernen Zionismus deutlich sein.

Grundwahrheiten und Moderner Zionismus

Grundlegende Fakten:

* Juden sind ein Volk
* Juden haben tausende Jahre Geschichte im Land Israel
* Juden haben immer in Israel gelebt und sind dorthin gezogen.
* Das Land Israel ist ein Herzstück des Judentums

Der Moderne Zionismus

* Juden werden Antisemitismus nur erfolgreich bekämpfen, wenn sie volle Selbstbestimmung haben.
* Juden sollten in ihrer Heimat Souveränität haben.

Der moderne Zionismus stahl den Arabern weder Geschichte noch Land. Er ist keine Ableitung der Fälschung Die Protokolle der Weisen von Zion, die fälschlich behauptet, es gebe als Untermenge der Weltherrschaft das Ziel die palästinensischen Araber zu berauben. Die simple Tatsache ist, dass Juden tausende Jahre Geschichte im Land Israel haben und dass sie immer im Land gelebt und dorthin gezogen sind, weil es ein zentraler Teil des Judentums ist.

„Die zionistische Idee die Region vom Nil bis zum Euphrates zu beherrschen war durchaus bekannt, aber Israel erkannte, dass die Zweistaatenlösung es in dieser Richtung nicht weiterbringen würde.“
Hiba Husseini, Vorsitzender des juristischen Komitees für Endstatus-Verhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis und Sprecher bei den Vereinten Nationen

„Der zionistische Plan ist grenzenlos. Nach Palästina wollen die Zionisten sich vom Nil bis zum Euphrat ausdehnen. Wenn sie die von ihnen eroberte Region verdaut haben, werden sie weitere Expansion anstreben und so weiter. Ihr Plan ist in den Protokollen der Weisen von Zion enthalten und ihr gegenwärtiges Verhalten ist der beste Beweis für das, was wir sagen.“
Hamas-Charta, Artikel 32

Der moderne Zionismus wurde von Herzl auf nur zwei Ideen begonnen. Erstens, dass Juden auf immer als Minderheit in Ländern rund um die Welt ins Visier genommen werden, ob sie sich als fromme orthodoxe Juden oder assimilierte Säkulare präsentieren; und zweitens ist die einzige Möglichkeit sicher zu sein und eine Zukunft zu haben wieder die Souveränität in ihrer Heimat zu bekommen.

Antizionist zu sein bedeutet, dass man nicht an eines oder beide davon glaubt. Gegen das erste zu sein, bedeutet die furchtbaren Verbrechen zu ignorieren oder zu verharmlosen, die an dem am meisten verfolgten Volk der Geschichte begangen wurden. Sich gegen das Zweite zu stellen bedeutet auf die Vernichtung des einen jüdischen Staates zu drängen. Beides ist unverhohlen antisemitisch.

„Die drei Grundcharakteristiken des Zionismus sind: Rassismus, Expansionismus und Siedler-Kolonialismus.
UC San Diego – Redner bei der Abstimmung über De-Investition.

„Israel ist von Anbeginn an keine jüdische Idee, sondern eine europäische.“
BDS-Abstimmung an der University of Wisconsin

Den „Zionismus zurückzuholen“, wie der israelische Präsident Herzog es wünscht, ist notwendig, aber sein Rezept sich den woken Sachen anzuschließen ist unsinnig. Solche Bemühungen werden Colleg-Campusse und die Medien nicht von ihren Fehlvorstellungen neu auszurichten, Israel sei ein gewalttätiger europäischer Kolonialistenstaat.

Stattdessen müssen wir wiederholt die fundamentalen Wahrheiten zu Juden und dem Land Israel darlegen. Wir müssen die Bedeutung des Zionismus und dass Antizionismus Antisemitismus ist deutlich artikulieren. Und wir müssen laut verkünden, dass wir stolze Zionisten sind und über die liberale Demokratie staunen, die im illiberalen Nahen Osten blüht.

Stolz Zionist zu sein

Elder of Ziyon, 5. Mai 2022

Ich [Elder of Ziyon] habe den Originalaufsatz etwa 2002 geschrieben und ihn seitdem jedes Jahr abgeändert. Die Version dieses Jahres ist weitgehend überarbeitet worden.

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Für Antisemiten kann Israel nichts richtig machen.

Es kann liberaler sein als die USA. Es kann Muslimen gegenüber toleranter sein als Westeuropa. Es kann Schwulen gegenüber freundlicher sein als New York City. Es kann mehr medizinische Hilfe in Katastrophengebiete liefern als Staaten, die 50-mal größer sind. Es kann in aller Stille unsagbare Geldsummen ausgeben, die sicherstellen, dass seine Verteidigung keine Unschuldigen schädigt.

Es spielt keine Rolle – es bekommt nicht nur keine Anerkennung dafür, die Hasser behaupten auch, Israel mache das nur, um seine Verbrechen reinzuwaschen. Was heißt, dass selbst seine Selbstlosigkeit gegen es verdreht wird.

Eine normale Reaktion darauf bestünde drin zu sagen: „Bruder, warum?“ Warum das Richtige tun, wenn die Welt dich trotzdem wie einen Kriminellen behandelt?

Aber Israel tut nicht, was es tut, um Lob zu sammeln. Es tut, was es tut, weil es das Richtige ist und was andere Leute sagen, hat damit überhaupt nichts zu tun.

Das ist ein ethisches Niveau, das die meisten professionellen Ethiker oder Religionsführer niemals erreichen werden.

Ich bin Zionist und ich bin stolz darauf

Ich weiß, dass Israel das absolute Recht hat in Frieden und Sicherheit zu existieren, zumindest so sehr wie jedes andere Land. Angesichts der einzigartigen Geschichte Israels und des weltweiten Wiederauflebens des Antisemitismus hat Israel vertretbarerweise mehr moralische Legitimität als jede andere Nation der Erde.

Während Israel gewachsen ist, erfolgreich gewachsen ist und zu einer Wirtschaftsmacht wurde, hat es sich neuen Herausforderungen gegenüber gesehen. Das Richtige zu tun, ist nicht mehr so einfach. Seine Freunde hadern manchmal miteinander. Manchmal kommt Realpolitik ins Spiel. Jede Entscheidung, die es trifft, kann – und wird – von modernen Antisemiten als unmoralisch verleumdet, egal worum es sich handelt.

Jede Nation hat dieselben Konflikte. Jede liberale Nation hat Beziehungen zu illiberalen Nationen. Aber keine davon liegt unter dem Mikroskop, das die Welt Israel widmet.

Trotzdem versucht Israel bei all diesem Wettbewerbsdruck immer das größere Gute zu tun. Und am Ende ist das der Grund, warum Israel jetzt mehr Freunde auf internationaler Ebene hat als jemals zuvor. Die schnatternden, schwatzenden Antisemiten schäumen, während Israel immer größere Erfolge erzielt. Am Ende sind Israels verbleibende Feinde die schlimmsten Menschenrechtsverletzer der Erde – und Israels Gegner geben vor die Moralischen zu sein, während sei stillschweigend eine Galerie an Diktatoren und Despoten unterstützen.

In den vergangenen zwei Jahren haben wir festgestellt, dass das „,militante“ und „uneinsichtige“ Israel weit mehr an Frieden mit seinen arabischen Nachbarn interessiert ist als viele der Kritiker Israels, die oft Gruppen angehören, die „Menschenrechte“ und „Frieden“ in ihren Namen führen.

Es scheint keine Grenze für das zu geben, was Israel an schwierigen Problemen lösen kann. Ich bin stolz darauf, wie Israel auf so viele scheinbar unlösbare Probleme reagiert. In den frühen Tagen der Intifada schien es keine Lösung zu geben – aber die IDF fand eine und schaffte es die tödlichen Selbstmord-Anschläge von 60 im Jahr 2002 auf heute praktisch Null zu bringen. Die neue Welle der Anschläge ist eine neue Herausforderung und es ist herzzerreißend so viele weitere unschuldige Leben verloren zu haben, aber wir wissen, dass Israel hart daran arbeitet die jüngsten Anschläge zu stoppen, bevor sie stattfinden. Für jeden „erfolgreichen“ Anschlag (wenn man denn einen solchen Begriff benutzen will) hat es viele gescheiterte Versuche gegeben und diese sind wahrlich mirakulös. Es gibt immer neue Herausforderungen, aber jeder davon wird mit Hirn und Kreativität begegnet und gelöst.

Die Palästinenserfrage ist heute wahrlich unlösbar, denn die Palästinenserführung war nie an Frieden interessiert, sondern nur an der Vernichtung Israels. Es kann keinen Kompromiss mit einer Seite geben, deren Hauptziel die ethnische Säuberung ihres Gegners ist. Aber angesichts dieser Tatsachen tut Israel alles Mögliche, um das Leben der Palästinenser so gut wie möglich zu machen, ohne die Sicherheit der Israelis beeinträchtigen.

Hätte Israel einen echten palästinensischen Friedenspartner, dann gäbe es Frieden.

Israel war und ist erfolgreich mit seinen vielen Errungenschaften beim Aufbau einer Wüstenöde in ein blühendes und pulsierend modernes Land mit seinen zahllosen wissenschaftlichen Leistungen, unglaublicher Führung im Hightech-Bereich und der Umwelt, Weltklasse-Universitäten und Kultur. In praktisch allen heute gebauten Computern und Mobiltelefonen befinden sich Technologie und Erfindungen aus einem einzigen Land des Nahen Ostens. Eine winzige Nation unter ständiger Belagerung mit wenig natürlichen Ressourcen neben atemberaubender Schönheit, hat seine Intelligenz und Stärke genutzt, um eine moderne Erfolgsgeschichte zu schreiben.

Die Zionisten haben allen Grund auf die unglaublichen Leistungen der jüdischen Nationalbewegung stolz zu sein.

Das Wort „Zionist“ ist kein Schimpfname – es ist ein Kompliment.

Warren Harding – ein vergessener zionistischer Held

Michael Freund, The Jerusalem Post, 5. November 2020

Diese Woche vor hundert Jahren gewann ein unbesungener Verfechter der zionistischen Sache, der seinen Lohn nicht erhalten hat, erdrutschartig sein Rennen um das Weiße Haus. Und weil sein wichtiger Beitrag für die schließliche Gründung des modernen Staates Israel weitgehend übersehen worden ist, wäre jetzt die passende Zeit sich mit Dankbarkeit daran zu erinnern, was Warren G. Harding für das jüdische Volk tat.

Bild: Wikipedia

Am 2. November 1920 gewann Harding, ein Republikaner, 60,2% der Wählerstimmen und satte 404 Wahlmänner-Stimmen, mit denen er zum 29. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Er übernahm das Amt am 4. März 1921 (erst 1937 wurde die Amtseinführung des Präsidenten auf den 20. Januar verschoben) und starb am 2. August 1923 nach kaum der Hälfte seiner ersten und einzigen Amtszeit. Trotzdem tat Harding in dieser kurzen Zeit eine Menge, um die Grundlagen für die zukünftige Unterstützung des noch nicht wiedergeborenen jüdischen Staates zu legen.

Erst einmal zögerte der in die Fußstapfen seines Vorgängers Woodrow Wilson getretene Harding nicht, öffentlich Sympathie für den Zionismus und dessen hochfliegende Ziele zu äußern. Am 1. Juni 1921, weniger als drei Monate nach Amtsübernahme, vermerkte Harding vorherwissend: „Für jemanden, der den Dienst des hebräischen Volks insgesamt studiert hat, ist es unmöglich den Glauben zu vermeiden, dass es eines Tages in seine historische Heimat zurückgeführt wird und dort in eine neue und noch großartigere Phase seines Beitrags zur Förderung der Menschheit eintreten wird.“ In der Folge hatte Harding am 13. Januar 1922 Nahum Sokolow, den Präsidenten des Exekutivrats des World Zionist Congress, fast eine Stunde lang im Weißen Haus zu Gast und gab seiner „Sympathie für den Zionismus“ Ausdruck, währen er auch die „Unterstützung der Regierung der Vereinigten Staaten“ versprach. Das Treffen gab Sokolow und seiner Delegation einen wichtigen Anschub bei ihren Bemühungen darum die Werbetrommel für amerikanische Unterstützung für einen jüdischen Staat zu rühren.

Mehrere Monate später, am 11. Mai 1922, schrieb der Präsident in einem Brief an ein zionistisches Komitee: „Ich bin sehr froh meine Zustimmung und herzliche Sympathie für die Bemühungen der Palestine Foundation zur Wiederherstellung Palästinas als Heimat für das jüdische Volk zum Ausdruck bringen zu können. Ich habe immer mit Interesse, das ich für genauso praktisch wie gefühlsbetont halte, den Vorschlag zur Wiederherstellung Palästinas und der Erneuerung einer realen jüdischen Nationalität betrachtet und ich hoffe, die jetzt vorgenommenen Anstrengungen hierzu in diesem wie in anderen Ländern werden die vollsten Erfolgsmaßstäbe haben.“ In ähnlicher Weise rief er in einem an die Zionist Organization of America am 25. Juni des Jahres versandten Schreiben noch energischer aus: „Ein lange gehegtes Interesse an der zionistischen Bewegung, sowohl vom Gefühl her als auch praktisch, veranlasst mich zu dem Wunsch, dass ich die Mitglieder der Organisation treffen könne und die Wertschätzung zum Ausdruck bringen kann, die ich für die großartige Bewegung empfinde.“

Harding beschränkte sich aber nicht nur darauf über den Zionismus, die nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes, unterstützend zu reden. Er setzte auch seinen Präsidentenstift ein, um zionistische Geschichte zu schreiben.

Am 21. September 1922 unterschrieb Harding die Loge-Fish Resolution, einen von beiden Häusern des Kongresses einstimmig verabschiedet Beschluss, der die Balfour-Erklärung von 1917 bestätigte, mit der die britische Regierung ihre Unterstützung einer jüdischen  nationalen Heimstatt im Land Israel zum Ausdruck brachte.

Die Resolution war im Juni 1922 von zwei Republikanern, den Abgeordneten Hamilton Fish III. und Senator Henry Cabot Lodge, eingebracht wurde, aber schnell breite, parteiübergreifende Zustimmung erhielt. Tatsächlich sagte der Kongressabgeordnete James A. Gallivan (Demokrat aus Massachusetts), er hoffte sie würde „eine Quelle der Ermutigung des jüdischen Volkes in seinem Kampf darum ins Land zurückgebracht zu werden, aus dem sie zwangsvertrieben wurden“. Es überrascht nicht, dass sowohl das US-Außenministerium als auch die New York Times gegen die Resolution waren, aber der Präsident ignorierte ihre Proteste und bestand darauf, dem sein Prüfsiegel zu geben.

Mit seiner Unterschrift unter den Beschluss erteilte Harding den Zielen der zionistischen Bewegung offizielle US-Unterstützung, womit er sie in den Augen vieler Amerikaner wie auch vieler Juden legitimierte, von denen einige auf der Hut waren den Zionismus offen zu unterstützen, weil sie Angst vor dem hatten, was ihre nichtjüdischen Nachbarn denken könnten, aber das parteiübergreifende Votum zusammen mit der Genehmigung des Präsidenten half diese Ängste zu dämpfen. Darüber hinaus bereitete das die Bühne dafür, dass folgende US-Regierungen Israel sowohl 1984 bei seiner Gründung als auch darüber hinaus unterstützten.

Die Unterzeichnung der Resolution versinnbildlichte Hardings tiefe Überzeugung, dass das jüdische Volk unweigerlich ins Land seiner Vorväter zurückkehren würde. Nur wenige Wochen zuvor, am 21. August 1922, als er dem amerikanischen Judentum Neujahrsgrüße schickte, schrieb Harding bewegend: „Das Gedenken zum diesjährigen Rosch Haschanah, den Neujahrstag des jüdischen Volkes, wird das Ende eines Jahres kennzeichnen, das in den jüdischen Annalen besonders bemerkenswert war. Es ist die endgültige Zusage an das jüdische Volk, dass sein langes Streben nach Wiederbegründung der jüdischen Nationalität im Heimatland dieses großartigen Volks definitiv verwirklicht werden wird. Das ist ein Ereignis bemerkenswerter Bedeutung nicht nur für das jüdische Volk, sondern auch für seine Freunde und Gratulanten überall, zu denen zu zählen die amerikanische Nation stolz gewesen ist.“ Weniger als ein Jahr später starb Harding plötzlich im Alter von 57 Jahren. Obwohl er damals extrem beliebt war, erlitt sein Ruf einen schrecklichen Schlag, als nach seinem Tod eine Reihe von Skandalen und außerehelichen Affären ans Tageslicht kamen. In der Tat ist er unter Historikern lange als einer der schlimmsten Präsidenten der amerikanischen Geschichte eingestuft worden. Trotzdem schuldet das jüdische Volk Harding Dankbarkeit dafür, dass er den Zionismus förderte und der Sache der jüdischen Eigenstaatlichkeit wichtigen Auftrieb gab, insbesondere nach der Balfour-Erklärung. Damit nahm er eine prinzipielle Haltung ein, widersetzte sich Kritikern und setzte einen Präzedenzfall für seine Nachfolger, von denen einer bis heute lebt.

Und dafür kann und sollte das jüdische Volk immer dankbar sein.