Palästinenser gegen alle anderen: Die selektive Empörung der Medien, wenn Israel nicht beteiligt ist

HonestReporting, 26. Juli 2021

Im April 2015 gab Ahmed Tibi, ein Mitglied der Arabischen Gemeinsamen Liste des israelischen Parlaments, eine gewichtige Erklärung ab, mit der er die Kriegsverbrechen des Islamischen Staats (ISIS) an der syrisch-palästinensischen Bevölkerung verurteilte. „Was im Lager Yarmuk geschieht, ist ein Verbrechen gegen die Menschheit“, sagte er unter Bezugnahme auf die gewalttätige Übernahme des Flüchtlingslagers nahe Damaskus nur wenige Tage zuvor.

„Mehr als tausend Palästinenser wurden getötet“, versicherte Tibi.

Es fällt auf, dass diese Äußerung von praktisch allen Medien außerhalb Israels ignoriert wurde; die einzige Ausnahme war der Washington Examiner, der als einige große Nachrichten-Website Tibis Kommentare erwähnte. Die Tatsache, dass die Kommentare nicht berichtet wurden, war besonders bemerkenswert, wenn man im Hinterkopf hat, dass die Medien oft und ausgiebig alle seine Behauptungen über angebliche, von Israel begangene Verbrechen an Palästinensern berichteten (siehe z.B. hier, hier und hier).

Offenbar verdienen angebliche Verbrechen, die von Israel an Palästinensern begangen werden, mehr Aufmerksamkeit der Medien als tatsächliche Gräueltaten, die von anderen Akteuren an ihnen begangen werden.

Bevor 2011 der syrische Bürgerkrieg ausbrach, war Yarmuk Heimat für rund 160.000 palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen, was es zur größten solchen Gemeinschaft im Land macht. Das Lager wurde ursprünglich 1957 gegründet und hatte das Ziel arabische Flüchtlinge vor Israels Unabhängigkeitskrieg von 1948 zu beherbergen, bei dem fünf arabische Armeen den jungen jüdischen Staat angriffen.

Der syrische Bürgerkrieg zerstörte Yarmuk komplett. Bis Januar 2019 waren nur ein „paar Dutzend Familien“ im Lager übrig, es gab nur noch ausgebombte Gebäude und Schutt.

Nach Zusammenstößen zwischen Kräften von Anhängern und Gegnern Baschar al-Assads verhängte die syrische Regierung eine Belagerung des Bereichs. Zwischen Juli 2013 und Februar 2014 verzeichnete Amnesty International 194 Tote in Yarmuk, darunter 12 Babys, sechs Kinder und 41 alte Menschen. Zwei Drittel verhungerten; andere starben wegen fehlender medizinischer Behandlungen. In den folgenden Jahren brachten sich intensivierende Zusammenstöße, Luftangriffe und Artilleriebeschuss weitere Zerstörung und trieben die Todesopfer in Yarmuk auf geschätzte 1.458 hoch.

„Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat mehr von uns getötet als Israel es in seinem letzten Krieg gegen den Gazastreifen gemacht hat“, sagte ein palästinensischer Flüchtling der New York Times am 16. Dezember 2012.

Eine große Datenanalyse durch HonstReporting offenbart hingegen, dass die meisten prominenten Medienorgane diese palästinensischen Toten weitgehend übersehen haben. Zum Beispiel erwähnten, als das syrische Regime während einer einwöchigen Bombardierungskampagne auf Yarmuk 20 Zivilisten tötete, nur fünf Artikel die getöteten palästinensischen Zivilisten.

Dann übernahmen während des Angriffs der Regierung auf Yarmuk im April 2015 Terroristen des Islamischen Staats für kurze Zeit die Kontrolle über das Lager. Nach Angaben des Botschafters der Palästinensischen Befreiungsorganisation in Syrien, Anwar Abed al-Hadi, hat ISIS palästinensische Bewohner „hingerichtet, geköpft und vergewaltigt“. Diese Behauptungen wurden von palästinensischen Quellen vor Ort bestätigt, erhielt jedoch wenig bis keine Aufmerksamkeit seitens der Mainstream-Medien.

Die Verbrechen von ISIS an Palästinensern beschränkten sich nicht auf den Angriff auf Yarmuk. Nach Angaben von UNRWA, der UNO-Organisation für palästinensische Flüchtlinge, töteten Bomben des Islamischen Staats von Januar bis Juni 2016 in der Umgebung von Qabr Essit – einem weiteren Flüchtlingslager in den Außenbezirken von Damaskus – mindestens 36 Palästinenser.

Eine Analyse von HonestReporting stellte fest, dass diese palästinensischen Opfer von ISIS-Gräueltaten von großen Medien wie der New York Times, der Washington Post, CNN, Los Angeles Times, Associated Press, Reuters, der BBC und anderen nicht ein einziges Mal erwähnt wurden.

Bei Verbrechen der Hamas gegen die Palästinenser wegsehen

Genauso schienen viele Medienorgane Verbrechen einen Persilschein zu geben, die von der Hamas an Palästinenser begangen werden, also von der Terrororganisation, die den Gazastreifen seit mehr als einem Jahrzehnt regiert. Am 24. Juli 2021 riefen Palästinenser in der Küstenenklave die Hamas und andere bewaffnete Gruppen auf, aufzuhören Waffen in Wohngebieten zu lagern. Der seltene Aufschrei folgte einer großen Explosion im Al-Zawiya-Markt in Gaza Stadt, bei dem eine Person getötet und 14 weitere verletzt wurden.

Obwohl mehrere Medien schnell über die Explosion berichteten (siehe hier, hier und hier), entschieden sie sich später die Nachrichten über die wahrscheinliche Beteiligung palästinensischer Terrorgruppen zu ignorieren.

Tatsächlich offenbart eine Untersuchung der journalistischen Berichterstattung über den Gazastreifen ein Muster selektiver Berichte, wenn es um palästinensisches Leid geht. Als zum Beispiel ein Gaza-Teenager letztes Jahr von einem Sprengsatz getötet wurde, an dem er arbeitete, wurde in den Medien dieser Vorfall nicht erwähnt, der offenbart, wie die Terrorgruppen im Gazastreifen Minderjährige für sich rekrutieren – eine Tat, die ein Kriegsverbrechen darstellt.

Und im Kontext des Gaza-Konflikts vom Mai 2021 gingen Organe wie die New York Times einen Schritt weiter: Sie spielten aktiv die Verbrechen der Hamas an deren eigener Bevölkerung herunter (siehe hier und hier).

Das syrische Regime und Terrororganisationen wie ISIS und Hamas sind für ihre völkermörderischen Taktiken und Menschenrechtsverletzungen bekannt. Dennoch scheinen große Nachrichtenorgane anscheinend blind gegenüber dem Leid gewöhnlicher Palästinenser, die in ihr Fadenkreuz geraten.

Die Medien-Apathie erstreckt sich allerdings auch auf vom Westen unterstützte Regierungen. Zum Beispiel geht es Palästinensern nicht sonderlich besser, die unter der autoritären Herrschaft der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in der Westbank leben. Aber während der Tod von Nizar Banat, einem palästinensischen Menschenrechts-Aktivisten, der in PA-Gewahrsam starb, Anfang des Monats beträchtliche Berichterstattung erhielt (siehe hier, hier und hier), war die den Menschenrechtsverletzungen der PA gewidmeten Aufmerksamkeit flüchtig.

Wo waren diese Presseorgane, als die USA Ramallah beschuldigten gegen Teilnehmer des Wirtschafts-Workshops „Frieden zu Wohlstand“ in Bahrain vorzugehen – und sie in einigen Fällen folterte – ein Paukenschlag von einem Vorwurf, der nur in Israel Schlagzeilen machte?

Wenn Israel nicht beteiligt ist, scheint Schweigen eher die Faustregel zu sein als die Ausnahme. Es scheint fast so, als ob einige palästinensische Leben mehr zählen als andere.

Warum ignorieren die Medien „andere“ Menschenrechtsprobleme der Palästinenser?

Rachel O’Donogue, HonestReporting, 11. August 2021

Die Nachrichten-Berichterstattung über die vermeintlichen schrecklichen Lebensbedingungen, die die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen ertragen müssen, ist nicht schwer zu finden. In der Folge des von der Hamas initiierten ausgewachsenen Konflikts mit Israel im Mai konzentrierten sich zahlreiche in hoch gehandelten Publikationen veröffentlichte Artikel auf die Nöte, denen die Gazaner ausgesetzt sind, die zufälligerweise unter einer Terrorherrschaft leben (siehe hier, hier und hier).

Wie leider nicht anders zu erwarten war, ignorierte ein Großteil der Berichterstattung die Rolle, die die Hamas sowohl bei der Schaffung als auch der Beibehaltung der elenden Zustände spielte, die die Einwohner des Strips durchmachen. In der Tat wäre der Gazastreifen in weit besserer Verfassung, würde die Hamas z.B. zustimmen Israel zwei israelische Bürger, die seit mehr als fünf Jahren als Geiseln gehalten werden, sowie die sterblichen Überreste zweier IDF-Soldaten zurückgeben. Denn dann wäre Jerusalem geneigt mehr Hilfe anzubieten und wäre weit flexibler, was Nachkriegs-Wiederaufbaubemühungen in der Enklave angeht.

Darüber hinaus möchten viele Medienorgane gerne die Tatsache begraben oder völlig ignorieren, dass zwar die meisten Gazaner in Armut leben, die Hamas aber den unehrenhaften Status einer der reichsten Terrororganisationen der Welt genießt. Dank der großzügigen Finanzierung durch den Iran streichen die Herrscher des Gazastreifens ungefähr $700 Millionen pro Jahr ein – eine stolze Summe, die es ihr erlaubt die Munition zu beschaffen, die sie gewohnheitsmäßig in stark bebauten zivilen Bereichen oder unter Schulen und  Krankenhäusern lagert, statt sie in zivile Infrastruktur oder Programme zur Verbesserung des Lebens der gewöhnlichen Leute zu investieren.

Eine Fülle Spaltenplatz wurde auch aktuell der Affäre Scheik Jarrah/Schimon HaTzaik gewidmet (siehe hier und  hier) – praktisch ein Eigentumsstreit, der sich um arabische Mieter dreht, die ihren Mietzahlungen nicht nachkommen wollen – der die Aufmerksamkeit der Welt einfing, weil er eine weitere Gelegenheit war Israel als Aggressor gegen wehrlose Palästinenser hinzustellen.

Letzte Woche ist Israel nach dem Ausbruch von Feindseligkeiten entlang seiner Nordgrenze zum Libanon einmal mehr in die internationalen Schlagzeilen geraten. Über von palästinensischen Terrorgruppen sowie zuletzt der Hisbollah beanspruchte Raketenangriffe sowie die Vergeltungs-Artillerie- und Luftangriffe der IDF wurde weithin berichtet.

Hisbollah schießt Raketen nach Israel, es droht eine riskante Eskalation.
Hisbollah, Israel beschießen sich in gefährlicher Nahost-Eskalation

Was aber in diesen Artikeln kaum eine Erwähnung wert war: Der Libanon steht derzeit infolge einer wirtschaftlichen und politischen Krise am Rande des völligen Zusammenbruchs. Darüber hinaus gibt es kaum einen Verweis auf die Rolle des iranischen Terrorstellverteters Hisbollah bei der Vertiefung der entstehenden Katastrophe, darunter die Ablehnung eines umfassenden Rettungsprogramms des Internationalen Währungsfonds.

Vielleicht am auffälligsten überhaupt ist das Fehlen jeglicher Artikel der Mainstream-Presse, die die Aufmerksamkeit auf die am schlimmsten von der Notlage betroffene Gruppe im Libanon lenkt – die dort lebenden Palästinenser.

Die Misere dieser 300.000 Personen starken Bevölkerung aus hauptsächlich „Flüchtlingen“ kann nicht untertrieben werden: Ihnen werden zahlreiche Berufsbereiche verwehrt, in vielen Fällen dürfen sie kein Land besitzen und ihnen wird der Zugang zu Bildung vorenthalten. Wohlfahrtsorganisationen haben festgestellt, dass ihre bereits schlimme Lage noch von der andauernden Krise des Landes verschlechtert wurde und heute viele nicht einmal genug zu essen haben.

Es sind jedoch keine Artikel zu diesem Thema in irgendeiner der Mainstream-Publikationen erschienen, die normalerweise jede wahrgenommene Ungerechtigkeit an Palästinensern so gerne herausstellen. Nach Angaben von HonestReportings eigenen Daten wurden palästinensische Flüchtlinge im Libanon von allen Nachrichtenseiten in den USA in den letzten 30 Tagen insgesamt nur 86-mal erwähnt. In demselben Zeitraum wurde über Palästinenser im Gazastreifen mehr als 5.000-mal geschrieben.

Genauso schweigen die sozialen Medien – besonders Promis, die so stolz auf sich sind, dass sie die Ungerechtigkeiten der Welt herausstellen – über die Verschlimmerung des Problems.

Ein typisches Beispiel: Das Supermodel Bella Hadid nutzte diese Woche ihre Instagram-Plattform und deren fast 50 Millionen Follower, um gleichzeitig ihr Cover-Fotoshooting für die Vogue anzukündigen und ein „freies Palästina“ zu fordern. Trotz der Tatsache, dass ihr Vater einst kurz als Flüchtling im Libanon war, bevor er in die USA auswanderte und ein Immobilien-Magnat wurde, hat sie sich mit diesem Thema noch nicht gesondert beschäftigt.

Gibt es irgendeine Vermutung, warum die Medien sich entscheiden dieses Palästinenser-Thema zu ignorieren, aber eine Vielzahl Artikel über die Einwohner des Gazastreifens abzuliefern?

Du kannst nicht „pro-Israel“ sein, wenn du Antizionisten verteidigst

Liberale und Linke versuchen weiter den Konflikt mit antisemtiischen „Squad“-Mitgliedern Rashida Tlaib und Ilhan Omar zu vermeiden. Ihre Rechtfertigungen sind sehr dünn.

Jonathan S. Tobin, Israel HaYom, 15. August 2021

Es scheint so, dass die Abgeordneten Rashida Tlaib (Demokraten, Michigan) einigen ihrer linken jüdischen Verbündeten und Fürsprecher dann doch etwas zu weit gegangen sein könnte. Bei einer Online-Konferenz Gleichgesinnter der Demokratischen Sozialisten Amerikas beschloss die erste palästinensische Amerikanerin im Repräsentantenhaus in ihrer laufenden Kampagne der Dämonisierung Israels und der Juden einen Schritt weiter zu gehen.

Die Demokratin aus zog eine direkte Linie zwischen dem, was sie fälschlich als Unterdrückung der Palästinenser durch Israel bezeichnet, und dem Umgang mit Afroamerikanern in den Vereinigten Staaten, womit sie eine undurchsichtige, niederträchtige Verschwörung hinter Missetaten auf zwei Kontinenten behauptete.

„Sie tun das von Gaza bis Detroit. Die Struktur, unter der wir gerade leben, ist von denen geschaffen, die den Rest von uns zu ihrem eigenen Profit ausbeuten. Wenn Sie den Vorhang öffnen und dahinter sehen, dann sind es dieselben Leute, die – und ja, das tun sie – mit Rassismus Geld machen.“

Es gab nicht viele Zweifel darüber, wer „sie“ sind. Das ist dieselbe Frau, die früher schon mit antisemitischen Stereotypen hausierte und vor nicht einmal drei Monaten an einer auf Israel einprügelnden Sitzung im US-Repräsentantenhaus beteiligt war, wo sie Lügen über den jüdischen Staat und Rechtfertigungen für den Hamas-Terrorismus heraussprudelte. Sie macht außerdem deutlich, dass sie glaubt, die einzig gerechte Lösung für den Konflikt im Nahen Osten bestehe darin den einzigen jüdischen Staat auf dem Planeten auszuradieren.

Aber zu behaupten, dieselben Leute, die verhindern, dass die Palästinenser die Juden loswerden, würde „normaler Amerikaner“ ausbeuten, verband das alles in einen Verschwörungsbogen, dem die ebenfalls aus Michigan stammende Ikone und Antisemit Henry Ford beglückt beigepflichtet hätte.

Die Reaktion von Liberalen, die so getan haben, als kämen Hass und Antisemitismus von der Rechten, reichten von Wut bis Verwirrung. Jonathan Greenblatt von der Anti-Defamation League hat aus dem voreingenommenen Manuskript der Partei heraus agiert, der er während der beiden Administrationen der letzten Jahre diente, obwohl auch er sie als „entsetzlich“ betrachtete.

Aber Greenblatts Instinkt, dies irgendwie mit den Leuten in Verbindung zu bringen, die er wirklich ablehnt – Republikaner und der ehemalige Präsident Trump – verwies darauf nur als „antisemitisches Pfeifen“. Das ist ein Begriff, der wiederholt gegen Trump eingesetzt wurde, um behaupten zu können, dass er irgendwie an Antisemitismus beteiligt war, obwohl er nicht nur der pro-israelischste Präsident aller Zeiten im Weißen Haus war, sondern seine Freundschaft und engen Verbindungen zu Juden nie in Frage standen.

Dieselbe Linie wurde von Dana Milbank von der Washington Post gefahren, der ebenfalls ständig Trump dämonisierte und es fällt ihm sehr schwer zu begreifen, warum Menschen wie Tlaib, von denen er so verzweifelt gut denken will, Antisemiten sind.

Er ignorierte die Tatsache, dass Tlaibs Überzeugung eine ein Jahrhundert alte Tradition palästinensischen Denkens veranschaulicht, ebenso die Art von Verschwörungsverbreitung über jüdische Macht, die von Elementen der Linksextremen angewandt wird, die auf Karl Marx höchstpersönlich zurückgeht. Stattdessen behauptet er, dass sie Trump nachäfft, von dem er sagte, er habe Tlaib und Omar wegen ihres Antisemitismus und ihrer Bereitschaft Amerikas Rolle in internationalen Angelegenheiten als Hauptproblem, dem die internationale Gemeinschaft gegenüber steht, unfair kritisiert.

Das Problem hier ist nicht, wie weit liberale Stimmen gehen um Tlaib zu verurteilen. Die wahre Frage ist, was ihre Partei bereit ist zu tun, um festzulegen, dass sie die Art offenen Judenhasses nicht tolerieren wird, die sie von sich gibt. Und die Antwort auf diese Frage lautet: nichts.

Erinnern wir uns, dass zu den ersten Aufgaben, die vom aktuellen Kongress aufgenommen wurden, als er Anfang diesen Jahres zusammentrat, gehörte die Bestrafung der Abgeordneten Marjorie Taylor-Greene (Republikanerin, Georgia), weil sie sich in der Vergangenheit eine Vielzahl QAnon-Verschwörungstheorien zueigen machte. Die berüchtigsten davon handelten von einer Führungskraft einer Rothschild-Bank und Weltall-Lasern. Demokraten beschlossen ein Exempel zu statuieren, indem sie Taylor-Greene das Recht verweigerten in Ausschüssen des Repräsentantenhauses zu sitzen.

Lassen wir die Tatsache beiseite, dass Taylor-Green Anfang des Jahres verkündete, sie habe sich seitdem von QAnon distanziert: Die Dinge, die sie in der Vergangenheit sagte, waren unhaltbar. Aber wie kann man sie als für Privilegien des Repräsentantenhauses für unwählbar erklären, wenn Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi und Mehrheitsführer Steny Hoyer – die beide weiterhin ihre Freundschaft zu und Unterstützung von Juden und Israel verkünden – Tlaib vom Haken lassen?

Die Antwort ist dieselbe, die sie in der Vergangenheit gegeben haben, um es abzulehnen Tlaibs „Squad“-Kollegin Ilan Omar (Demokratin, Minnesota) ernsthaft zu disziplinieren. Als „Women of Color“ wird ihnen ein dauerhafter Freifahrtschein gegeben Antisemitismus zu betreiben.

Im Juni zog Omar eine fadenscheinige und unerhörte Analogie zwischen Terrorgruppen wie der Hamas und den Taliban einerseits und Israel und den USA andererseits, für die sie eine ihrer Markenzeichen-„Klarstellungen“ gab, die einer Rücknahme oder Entschuldigung nicht einmal nahe kamen.

Omar hat früher schon amerikanische Juden mit ihrem berüchtigten „es geht nur um die Benjamins“-Satz zur Rolle, die die pro-Israel-Lobby AIPAC spielt, beschuldigt den Kongress zu kaufen. Das verhinderte nicht, dass die Parlamentspräsidentschaft sie befürwortet sowie als Star von Late Night-Fernsehcomedians gefeiert wurde, deren Sendungen einen täglichen gleichgesinnten Beitrag für die Demokratische Partei darstellen.

AIPAC geißelte das sowie einen Kommentar von „Squad“-Star Alexandria Ocasio-Cortez (Demokraten, New York), in dem sie sich gegen Hilfe für Israel stark machte und anstrebte die Hamas für ihre Terroranschläge auf den Judenstaat zu belohnen. Die Reaktion von führenden Demokraten und liberalen jüdischen Gruppen war nicht Empörung wegen ihrer Ziele, sondern richtete sich gegen die pro-israelische Lobby, weil die die Frechheit besaß, sie wegen dem, was sie sagte, anzuprangern.

Nach Angaben von Omar und ihren Verteidigern hieß etwas über ihren Antisemitismus und Hass gegen Israel zu sagen „ihr Leben in Gefahr zu bringen“. Die linke J-Street-Lobby behauptete, dass AIPAC damit, schlicht die Fakten zu festzustellen, „progressiven Demokraten den Krieg erklärt“ und falsche Beschuldigungen zu „Women of Color“ erhebt.

Leider sagten Pelosi und Hoyer, sich gegen das Paar oder Tlaib zu äußern sei „zutiefst zynisch und aufhetzend“ und es würde die Unterstützung für Israel nicht zunehmen lassen.

Das Problem hier lautet nicht nur, dass Mitglieder der erweiterten Version der „Squad“ von 2021 zu Israel gelogen haben und helfen zu antisemitischer Gewalt gegen Juden aufzustacheln. Das Problem ist, dass ihre Demokraten-Kollegen sich immer noch stärker von Versuchen angegriffen fühlen, diese Leute zur Verantwortung zu ziehen, als sie es von der Art offenen Antisemitismus sind, der von ihnen zum Ausdruck gebracht wird.

Demokraten reagieren auf jede Anfrage zu diesem Thema mit Gerede von rechtsextremem Antisemitismus. Aber das Land mit Gerede über Trump in den Wahnsinn zu treiben ist keine Antwort.

Wir wissen, dass Demokratische Sozialisten und andere Mitglieder der linken Basis der Partei, die derzeit sowohl das Weiße Haus als auch den Kongress kontrollieren, zunehmend antizionistische und antisemitische Positionen akzeptieren, was es für Mainstream-Demokraten politisch gefährlich macht sich ihnen entgegenzustellen.

Auch wenn sie schändliche Attacken gegen die führten, die versuchen die Wahrheit über „The Squad“ aufzuzeigen, zog J-Street seine Unterstützung für Tlaib wegen ihrer offenen Befürwortung der Elimination Israels zurück. Aber es gibt wenig Unterschiede zwischen ihrer Haltung und denen von Abgeordneten wie Omar, Ocasio-Cortez und Cori Bush (Demokraten, Missouri), die ebenfalls der antisemitischen BDS-Bewegung anhängen.

Wir befinden uns jetzt an dem Punkt, an dem liberalen jüdische Gruppen – ganz zu schweigen von den Demokratenführern Pelosi und Hoyer im Repräsentantenhaus – nicht erlaubt werden darf weiterhin mit den Bemühungen davonzukommen sich von diesen Hassern zu distanzieren, während sie sie eigentlich nicht verurteilen oder ihre Entfernung aus dem Kongress fordern. Das Gerede über die Verteidigung von „Women of Color“ und andere Versuche uns von der Wirklichkeit dessen abzulenken, was inzwischen auf einen informell für Antisemitismus eintretenden Gremium im Parlament hinausläuft, reicht schlicht nicht mehr aus.

Einfach ausgedrückt: Wenn Rashida Tlaib nicht dieselbe Behandlung zuteil wird wie Taylor-Greene, dann gibt es keine Möglichkeit zu argumentieren, dass die Mehrheit des Parlaments keinen Standard aufgebaut hat, der dem Antisemitismus von links gestattet durchzugehen.

Am Freitag wurden zwei Palästinenser getötet. Warum Sie nur von einem hörten.

David Lange, Israellycool, 26. Juli 2021

Am Freitag wurden zwei palästinensische Araber erschossen, aber nur einer schaffte es in die internationalen Nachristen.

Der erste, Mohammed Tamimi – aus dem berüchtigten Clan, der „Shirley Temper“ Ahed Tamimi und die Sbarro-Terroristin Ahlam Tamimi hervorgebracht hat – wurde angeblich von IDF-Soldaten erschossen. Ich schätze, er war an Steinwürfen und möglichen anderen gewalttätigen „Streichen“ beteiligt, aber was immer es war, die Mainstream-Medien machten sich mächtig über seinen Tod her.

Der zweite, ein namenloser palästinensischer Araber, wurde erschossen, nachdem er es versäumte an einem Checkpoint östlich von Gaza Stadt anzuhalten. Sein Tod wurde von den Mainstream-Medien nicht wie der von Tamimi berichtet. Wer rät warum, wird keinen Preis bekommen:

Militante der Issedin Al-Qassam-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Hamas, schossen auf drei Bürger, die in einem zivilen Fahrzeug nahe des Viertels Tuffah unterwegs waren. Einer der Passagiere wurde getötet, die beiden anderen verletzt.

„Am späten Freitagabend fuhr ein Fahrzeug zu schnell in einen der Checkpoints der Hama Al-Thogour-Streitkräfte im östlichen Grenzland des Viertels Tuffah östlich von Gaza Stadt ein“, sagte der Hamas-Innenminister in einer Erklärung zu dem Vorfall.

Die Sicherheitskräfte verdächtigten das Fahrzeug verdächtiger Aktivitäten und sie signalisierten dem Fahrer anzuhalten, doch dieser weigerte sich und fuhr mit sehr hoher Geschwindigkeit weiter.

Es wurden zwei Schüsse auf das Fahrzeug abgegeben, aber es hielt nicht an und floh“, stellte die Erklärung heraus, wobei zugegeben wurde, dass einer der Passagiere verletzt worden war.

Es ist nicht so, als seien die Mainstream-Medien abgeneigt über den Tod palästinensischer Araber zu berichten, auf die geschossen wird, weil sie an Checkpoints nicht anhalten. Es ist nur so: Wenn Israel nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, ist es nicht berichtenswert.

Jüdisch sein ist, was immer du es sein lassen willst – außer jüdischem Nationalbewusstsein

Elder of Ziyon, 8. April 2021

Ich twitterte neulich das hier:

„Ich drücke mein Jüdisch sein über tikkun olam aus!“

„Klasse!“

„Ich drücke meines über alte jiddische Theaterstücke aus.

„Fantastisch!“

„Bei mir Jüdische Küche!“

„Sagenhaft!“

„Meines läuft über Zionismus!“

„Wie kannst du es wagen Zionismus mit Judentum zu verbinden!“

Mein Punkt ist, dass die Anti-Israel-Truppen es lieben von ihrem jüdischen Erbe zu reden, das alles vom Essen von Bagels bis zur Erforschung des Feuers in der Triangle-Shirtwast-Fabrik sein kann. Das ist für sie alles Teil der Darstellung des Judentums.

Aber für Leute, die jüdisches Nationalbewusstsein als integralen Bestandteil ihres Judentums betrachten, hat ihre ausgedehnte Definition dessen, was Jüdisch sein bedeutet, hier seine Grenze.

Sie würden jeden, der irgendeinen Aspekt ihres Jüdisch seins attackiert, als antisemitisch bezeichnen, aber den jüdischen Staat oder jüdisches Nationalbewusstsein angreift, ist nicht antisemitisch – im Gegenteil, sie finden das lobenswert.

So sehr sie versuchen vorzugeben, dass der Zionismus irgendwie nichts mit dem Judentum zu tun hat, können sie scheinbar nicht erklären, was ihre Grenzen dafür sein, was jüdisch ist. Und für Leute, die andere beschuldigen sie als Juden zu auszugrenzen, ist das mehr als ein wenige scheinheilig.