kein Antisemitismus…

Was heute alles als „Israelkritik“ definiert wird, geht auf keine Kuhhaut mehr; ebenso das, was heute (wieder) über Juden gesagt werden kann. Hier ein paar Beispiele (weitere kann man u.a. bei Gerd Buurmann finden):

– Im Herbst 2015 berichtete DIE WELT, dass eine DITIB-Moscheegemeinde in Nordhessen Auszüge aus dem Koran und den Hadithen auf ihre Internetseite gestellt hatte – die allesamt judenfeindliche Äußerungen darstellen.
Der Leser erfuhr etwa: „Die Juden predigen Gutes, aber hören nicht auf Böses zu tun“, „Die Juden sind gemein“, „Juden haben ihre eigenen Propheten umgebracht“, „Juden sind geizig“ und „Juden sind schwache Kämpfer“.
In dieser „kondensierten“ Form stellt das Volksverhetzung dar, deshalb wurde Strafanzeige gestellt. Ein Mainzer Politiker erstattete ebenfalls Anzeige. Er erhielt mit Datum vom 6. Oktober 2016 folgende Antwort:

ditib-gemeinde_kein-antisemitismusMerke: muslimischer Judenhass, der mit Koranversen und Auszügen aus den Hadithen betrieben wird, ist kein Antisemitismus und wird nicht verfolgt.

2. August 2016: Ein NPD-Kommunalpolitiker aus Sachsen vertritt die Meinung, dass der Holcoaust viel weniger Opfer gekostet hatte, dass es in Auschwitz einen Sportplatz und ein modernens Krankenhaus mit 60 Ärzten gab, die „gelernten deutschen Verbrechen“ alles Lügen sind und weiteres. Das Oberlandesgericht Naumburg befand jetzt, dass das keine Volksverhetzung ist. (Strafbar ist die Verharmlosung oder Beschönigung des Holocaust. Das Gericht sieht es so, dass der Politiker das nicht gemacht hat.) Dass der NPD-Mensch vom „dubiosen bis bösartigen und für Deutschland verheerenden Einfluss der Juden bzw. des Zionismus auf Deutschland“ schwadroniert, ist anscheinend auch nicht vorwerfbar.

31. Juli 2016: Facebook bekam einen Eintrag wegen Hassbotschaften gemeldet. Nach Ansicht von Facebook verstößt der Eintrag nicht gegen die Gemeinschaftsregeln:

FB-keinAntisemitismus160731

21. Juli 2016: Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim bietet eine Lehrveranstaltung „Zur sozialen Lage von Jugendlichen in Palästina“ an. Das darin (seit Jahren) verwendete Lehrmaterial wirft Israel Folter, Organ-Diebstahl („Organernte“), ethnische Säuberung und völlig Entrechtung der Palästinenser vor. Trotz Bewertung des Materials als antisemitsch selbst durch die Amadeu Antiono Stiftung weisen die Verantwortlichen der HAWK die Vorwürfe zurück.

14. Juni 2016 spielte bei der Fußball-Europameisterschaft Portugal gegen Island. In St. Etienne wollte ein junger Israeli mit seiner israelischen Flagge ins Stadion gehen. Ein Wachmann namens Mustafa hielt ihn beim Gang auf die Tribüne auf und sagte ihm, er dürfe die Flagge nicht mit reinnehmen. Nachdem er die Sicherheitskontrollen schon anstandslos durchlaufen hatte. Nach dem Recht dürfte keine israelische Flagge mit auf die Tribüne genommen werden, damit es keine Probleme gibt. Angaben dazu, wo das steht und ob er das belegen könne, konnte er nicht machen. Irgendein anderer Verantwortlicher (der sich weigerte sich zu identifzieren) kam dazu und behauptete, es dürften überhaupt keine Flaggen von Nichtteilnehmer-Ländern gezeigt werden. Im Stadion gab es aber zumindest Flaggen von Algerien, Marokko, Venezuela sowie Trinidad und Tobago.

– Am 6. April berichtete Gerd Buurmann über eine Facebook-Gruppe, in der offen über Israel gelogen und gegen Juden gehetzt wird. Er meldete (erstmal) das Video, zu dem ihm das aufgefallen war, das eine erlogene „Nachricht“ verbreitete und Anlass für unglaublich antisemitische Äußerungen von Usern darstellte. Die Rückmeldung von Facebook: Das „verstößt nicht gegen die Gemeinschaftsstandards“. Merke: Über Israel darf verleumdend gelogen werden, Juden darf man ermorden wollen, die Vernichtung der Juden zu wünschen ist völlig in Ordnung!

Großbritannien (Meldung vom 12. November 2015): Ein Mann (Muslim, aber das sagt man ja nicht) hielt in London öffentlich eine antisemitische Tirade, pries Hitler, leugnete den Holocaust, nannte Juden „Asiatische Affen“, „Blutsauger“, „Huren“, behauptete sie würden stinken und griff Israel-Aktivisten körperlich an. „Glaubt den Juden nicht, sie sind böse!“, brüllte er. In seiner Tirade schaffte er es, so ziemlich alles Antisemitische einfließen zu lassen, das man kennt: Juden trinken das Blut christlicher Kinder, Zitate aus den „Protollen der Weisen von Zion“. Er wurde wegen versuchter Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung und einigem mehr angeklagt. Jetzt wurde das Urteil verkündet. Das Gericht sprach ihn in seinem Urteil allerdings von einem frei: Es gäbe bei seinem Tun keinerlei rassistische oder religiöse Aspekte und verurteilte ihn lediglich wegen „krimineller Sachbeschädigung“, weil er das Handy des von ihm beschimpften Juden zerschlagen hatte.

Berlin, Oktober 2015: Eine angeblich spontane Demonstration von angeblichen Pro-Palästinensern vor dem Bundeskanzleramt. Rufe auf Arabisch, unter anderem „Khaybar Khaybar al Yehud“. Khaybar ist ein Massaker Mohammeds an einem jüdischen Stamm, der Ruf wird genutzt, um Menschen gegen Juden aufzustacheln – sie zu ermorden (das mit ihnen zu tun, was der Prophet mit ihnen machte). Aber laut Polizei ist aber dieser Schlachtruf ausdrücklich NICHT als volksverhetzend eingestuft.

twitter: Ein Fotograf der Jerusalem Post war auf twitter in Naziuniform dargetellt worden. Die Beschwerde wurde von twitter abgeschmettert: In dem Land, in dem er wohnt, würde das nicht den twitter-Regeln widersprechen, hieß es.

Wels bei Linz, Österreich, Februar 2015 – ein türkischer Friseur schrieb auf Facebook zu einem von ihm geposteten Hitler-Foto: „Ich könnte alle Juden töten. Aber ich habe einige am Leben gelassen, um euch zu zeigen, wieso ich sie getötet hätte.“ Die Staatsanwaltschaft Linz konnte keinen Antisemitismus erkennen; bei dem Mann fehle die „subjektive Tatseite“.

Wuppertal, Februar 2015:
Ein Gericht entschied: Dass zwei junge Muslime die Synagoge in Wuppertal mit einem Brandsatz bewarfen, hat nichts mit Antisemitismus zu tun, weil sie damit nur auf die (angeblichen) Verbrechen Israels gegen die Palästinenser aufmerksam machen wollten.

– Essen, Sommer 2014:

KeinAntisemitismus_essen-180714

Berlin, Juli 2014 – zur Unterstützung des Gazastreifens betet ein dänischer Imam für die Auslöschung der Juden:

 

 

3 Gedanken zu “kein Antisemitismus…

  1. Da ich diese Seite gerade erst eingerichtet habe, bin ich natürlich für Hinweise dankbar, die mich zu weiteren Beispielen leiten, ob nun aktuell oder zurückliegend.

  2. GAb es nicht auch den Fall, dass eine Zeichnung von Netanyahu, der gerade das Blut eines Kindes trank, nicht antisemtisch war, weil die Figur „keine Krummnase“ aufwies?

    • Das war kein Netanyahu. In der Süddeutschen Zeitung wurde ein „Palästinenserkind“ serviert und einer mit einer Israelflagge zerteilte es sich mit Messer und Gabel. Und noch ein paar Dinger. Das galt als zulässige „Karikatur“. Der Schmock vom Domplatz in Köln hängte sie auch auf, Gerd Buurmann stellte Strafanzeige und die Staatsanwaltschaft Köln lehnte wies wegen der fehlenden Krummnase als nicht antisemitisch ab.

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