Nach dem Libanonkrieg 2006 – Kommentar (1): Der „Sieg“ der Hisbollah

Am 12. Juli überfiel ein Kommando der Hisbollah aus dem Libanon heraus eine israelische Patrouille, tötete 8 Soldaten und entführte zwei. Zur Ablenkung beschoss die Hisbollah Israel massiv mit Katjuscha-Raketen. Israel reagierte mit einem Einmarsch in den Südlibanon. Die Kämpfe dauerten etwa einen Monat, dann ließ sich die israelische Regierung von der UNO, Westeuropa und den USA zu einem Waffenstillstand überreden. Es wurde versprochen, im Südlibanon eine Schutztruppe von 15.000 UNO-Soldaten zu stationieren, die dafür sorgen sollte, dass die Hisbollah entwaffnet wird und keine Bedrohung für Israel mehr darstellt. So viel zur Vorgeschichte.

Was nach dem Beginn des Waffenstillstands geschah und wie dieser sowie die Versprechen an Israel einzuschätzen sind, dazu folgen einige Kommentare. Ich habe auch den von Charles Krauthammer übersetzt, obwohl ich denke, dass er völlig falsch liegt. Ich stelle ihn an den Anfang, weil die übrigen Texte aufzeigen, dass die bei Krauthammer beschriebenen Voraussetzungen nicht erfüllt werden – im Gegenteil: Die Erfahrungen aus diesem Krieg führen sogar dazu, dass anderer Feind Israels seine strategischen Planungen ändert.

Hier folgen insgesamt 5 Kommentare zur damals aktuellen Lage:

Jonathan Krauthammer, Jewish World Review, 1. September 2006

„Wir dachten nicht, nicht einmal zu einem Prozent, dass die Gefangennahme derzeit zu einem Krieg führen würde und schon gar nicht zu einem von diesem Ausmaß. Sie fragen mich, wenn ich am 11. Juli gewusst hätte… dass die Operation zu solch einem Krieg führen würde, hätte ich es getan? Ich sage: Nein, absolut nicht.“
Hassan Nasrallah, Hisbollah-Führer, 27. August

So viel zum „strategischen und historischen Sieg“, den Nasrallah vor weniger als zwei Wochen erklärt hatte. Welcher wahre Sieger erklärt, hätte er es gewusst, er hätte den Krieg nicht begonnen, der im Triumph endet?

Nasrallahs Eingeständnis, vom Westen völlig heruntergespielt, macht klar, was die Libanesen bereits wissen. Die Hisbollah mag zwar den Propagandakrieg gewonnen haben, aber am Boden haben sie verloren. Und zwar gewaltig.

Stimmt, unter der ungeschickten und unschlüssigen Führung von Ehud Olmert hat Israel die Gelegenheit verpasst die Hisbollah militärisch zu vernichten und zu einem nicht existenten Faktor für Israels Sicherheit, die Politik des Libanon und der iranischen Außenpolitik zu machen. Dennoch wurde die Hisbollah schwer getroffen. Sie hat hunderte ihrer besten Kämpfer verloren. Eine tief eingegrabene Infrastruktur an der Grenze zu Israel ist ruiniert. Der große Held musste sich so sehr verstecken, dass Nasrallah der „Untergrundmullah“ genannt worden ist.

Am wichtigsten: Die politischen Gewinne der Hisbollah im Libanon während des Krieges haben sich als illusorisch erwiesen. Sowie der Staub sich legt, sind die Libanesen wütend auf die Hisbollah, weil die einen Krieg provozierte, der ihnen nichts als Zerstörung brachte – und sich dann auf den Ruinen zum Sieger erklärte.

Die westlichen Medien wurden einmal mehr vom Schwärmen über die „arabische Straße“ ergriffen. Der Mob kam heraus um der Hisbollah zuzujubeln, wie sie Raketen auf Israel regnen ließ – welche Überraschung! – und die arabischen Regierungen, die anfangs die Hisbollah kritisierten, hielten passenderweise den Mund. Jetzt, wo der Mob nach Hause gegangen ist, ist die Hisbollah erneut Angriffen ausgesetzt – in Zeitungen in Saudi-Arabien, Kuwait und Ägypten, wie auch durch viele Libanesen, einschließlich einflussreichen schiitischen Akademikern und Clan-Führern. Die Araber wissen, wo ihre Interessen liegen. Und sie liegen nicht bei einer schiitischen Miliz, die im Auftrag des Iran kämpft.

Selbst vor der Zerstörung erlangte die Hisbollah bei den letzten Wahlen nur rund 20 Prozent der Stimmen, was kaum ein Mandat darstellt. Die Hisbollah hat allerdings Waffen und das ist die Quelle ihrer Macht. Aber jetzt ist selbst das gefährdet. Daher Nasrallahs Eingeständnis. Er weiß, dass der Libanon, so schwach seine Armee auch sein mag, den tiefen Wunsch hegt ihn zu entwaffnen und dass das Eintreffen von vielen Europäern, so schwach ihr Mandat sein mag, es unmöglich machen wird, die riesige Maginot-Linie wieder aufzubauen, für deren Errichtung er sechs Jahre gebraucht hatte.

Das ist der Grund, dass die erwartete zweite Runde in der Tat nicht kommen wird. Die Hisbollah ist weder militärisch noch politisch in der Position eine weitere Runde zu kämpfen. Nasrallahs Eingeständnis, dass der Krieg ein Fehler war, ist ein implizites Versprechen, das nicht zu wiederholen, weil er dann als politischer Spieler im Libanon endgültig am Ende wäre.

Die Libanesen wissen, dass Israel leicht zu reparierende Landebahnen bombardierte, als es das neue Flughafenterminal hätte zerstören und den Libanon um 10 Jahre zurückwerfen können. Die Libanesen wissen, dass Israel die Hisbollah-Fernsehtürme angriff, als es Beiruts Elektrizitätswerk hätte pulverisieren können, das Milliarden Dollar gekostet hatte. Die Libanesen wissen, dass die israelische Führung beim nächsten Mal kaum so zögerlich und zurückhaltend sein wird. Die Hisbollah wagt es nicht ein nächstes Mal zu riskieren.

Noch wichtiger ist die erneute Verschiebung in der internen libanesischen Machtbalance. Durch den geschwächten Nasrallah schließen sich die übrigen wichtigen Parteien gegen ihn zusammen. Selbst sein wichtiger christlicher Verbündeter, Michel Aoun, hat die Entwaffnung der Hisbollah gefordert. Die demokratische Bewegung 14. März hat die Oberhand wiedergewonnen und könnte – ohne Hilfe von außen – die Hisbollah marginalisieren.

In einem derart schwachen Land können Außenseiter entscheidend sein. Eine starke europäische Präsenz im Süden, ernsthaftes amerikanisches Training und Ausrüstung für die libanesische Armee und rücksichtsloser Druck bei der UNO können den Umschwung bringen. Wir sollten bei der UNO besonders aggressiv darin sein, die Untersuchung gegen Syrien wegen des Mordes an Rafiq Hariri weiterzutreiben und Resolutionen umzusetzen, die die Entwaffnung der Hisbollah vorschreiben.

Es ist erst 18 Monate her, dass die Demokraten der Bewegung 14. März Syrien aus dem Libanon warfen und an die Macht kamen, was den Höhepunkt des amerikanischen Demokratisierungsprozesses in der Region darstellte. Nasrallahs zeitweiser Aufstieg während des gerade beendeten Krieges ist der Tiefpunkt dieses Projekts. Nasrallahs Prahlen trug zur allgemeinen Verzweiflung in Washington bei über den Aufstieg des „shiitischen Halbmonds“, der sich von Teheran nach Beirut erstreckt.

Fakt ist, dass die Hisbollah schwer geschlagen wurde, ebenso der Iran. Im Nahen Ostens vergehen viel versprechende Augenblicke jedoch schnell. Das muss genutzt werden. Wir müssen den Anspruch erheben, dass die Resolution 1701 des UNO-Sicherheitsrats umgesetzt werden sollte und unablässigen Druck im Sinne der Libanesen ausüben – einer großen Mehrheit von ihnen – die die Umsetzung durchführen wollen.

„Euer Geld UND euer Leben“

Die neue Einheitsregierung der Palästinenser erfüllt lediglich die Befürchtungen der „Skeptiker“. Nichtsdestotrotz gilt sie in weiten Kreisen Europas als Neuanfang und die Forderung mit ihr zu verhandeln und sie zu unterstützen ist weit verbreitet. Wie das einzuordnen ist und wie man das bewerten sollte, zeigt Caroline Glick sehr drastisch auf:

Die israelische Linke, die Europäer und das Außenministerium unternahmen den ihnen einzig möglichen Schritt

Caroline Glick, Jewish World Review, 20. März 2007

Angst und Vorahnung erfüllten in den Tagen vor der Vereidigungszeremonie für die neue Hamas-Fatah-Terrorregierung in der palästinensischen Autonomie den Raum. Seit der saudische König Abdullah letzten Monat die Kapitulation der Terrorgruppe Fatah gegenüber der Terrorgruppe Hamas aushandelte, flüsterte jedermann, der irgendjemand ist, dieselben Fragen: Wie würden die Terroristen es zustande bringen, die Existenz Israels in einer Regierungsplattform unterzubringen, die die Legitimität eines jüdischen Staates anerkennt? Was würde die Regierung, die im Großen und Ganzen aus Terroristen besteht, über den Terrorismus sagen? Wie würde sie der Frage der 4 bis 5 Millionen so genannter palästinensisch-arabischer Flüchtlinge ausweichen, die sich in Tel Aviv und Haifa niederlassen wollen?

Und am wichtigsten: Jedermann wollte wissen, wie die palästinensische Terroristen-Einheitsregierung den so genannten Friedensprozess angehen würde, bei dem palästinensische Terroristen Israel Frieden versprechen, aber nie liefern, während Israel ihnen Land, Gewehre, Geld und internationale Legitimität gibt. Wie würden sie den „Glaubensgrundsatz“ behandeln, der besagt, dass die Welt sicher und friedlich sein wird, wenn nur die Juden Judäa, Samaria und Jerusalem sowie einen Haufen Geld der Hamas-Fatah aushändigen?

Würden sie die Lippenbekenntnis-Anforderungen des Quartetts erfüllen und der Gewalt abschwören, Israels Existenz anerkennen und die Vereinbarungen zwischen Israel und der PLO akzeptieren, die uns das derzeitige Paradies des Friedens im Verheißenen Land brachten?

In operativen Begrifflichkeiten: Was die Leute letztlich interessierte, war, ob die Palästinenser der israelischen Linken, den Europäern und dem [US-]Außenministerium die Gründe liefern würden, die direkte europäische Finanzierung, Bewaffnung und das Eintreten für die palästinensischen Terrorgruppen gegen Israel wieder aufzunehmen und Israel unter Druck zu setzen die Zugeständnisse an die Hamas-Fatah-Regierung wieder aufzunehmen.

Traurigerweise – für die Friedensstifter – ist die Antwort auf alle obigen Fragen: Nein. Die Palästinenser haben unter der Hamas-Fatah-Regierung ihren Unterstützern den Rücken gekehrt: der israelischen Linken, Europa und dem Außenministerium. Die Plattform ihrer Regierung ist Antithese für alles, wofür die israelische Linke, die EU und das Außenministerium zu stehen vorgeben.

Statt die Legitimität Israels zu akzeptieren, lehnt die neue Regierung Israels Existenzrecht ab. Der PA-Vorsitzende und Fatah-Terrorchef Mahmud Abbas erklärte, das so genannte „Rückkehrrecht“ (oder die unbegrenzte Einwanderung von Millionen fremder Araber in den Staat Israel) – die zur Vernichtung Israels führen würde – ist die nicht verhandelbare Position der gesamten Hamas-Fatah-Terrorregierung.

Statt der Gewalt abzuschwören erklärte Hamas-Terrorboss und PA-Premierminister Ismail Haniyeh am Samstag klar, dass seine Hamas-Fatah-Regierung „alle Formen des Widerstands“ unterstützt. Abbas Lakai, Parlamentarier, palästinensischer Unterhändler und korrupter Fatah-Geschäftsmann Nabil Shaath plapperte diesen Punkt im Auftrag der Fatah nach. In Verteidigung der Unterstützung des Terrors durch die Terrorregierung sagte Shaat: „Das Recht auf Widerstand gegen die Besatzung ist ein legitimes Recht… Das sollte uns nicht davon abhalten eine Hudna [zeitlich begrenzter Waffenstillstand] anzustreben, besonders, wenn das im Interesse der Palästinenser ist. In der Zwischenzeit werden wir unser Recht auf Widerstand nicht aufgeben.“

Und tatsächlich besagt die Regierungsplattform, dass der „Widerstand“ nur bei Verwirklichung des „Rückkehrrechts“ angehalten werden kann. Was Frieden angeht, so gibt der Einheits-Handel zwischen Fatah und Hamas den Friedenskrämern keinen Raum. Die Regierungsplattform autorisiert zwar Abbas zu Verhandlungen mit Israel, aber Haniyeh erklärt, dass jede Vereinbarung, die einen palästinensischen Staat in Judäa, Samaria und Gaza anerkennt, das Recht der Palästinenser ihre „Befreiung“ des Restes von Palästina, d.h. Israel, nicht behindern darf.

Angesichts der völligen Zurückweisung ihrer Minimalbedingungen unternahmen die israelische Linke, die Europäer und das Außenministerium den einzig Schritt, den sie unternehmen konnten: Sie ignorierten alles, was die Palästinenser sagten und taten. Gegenüber der absoluten Verschreibung der Palästinenser zu Terror und Erpressung haben sie die Augen geschlossen und sich der Fantasie ergeben, dass man mit den Palästinensern einen Handel abschließen könnte.

Menachem Klein ist einer der Propagandisten der Genfer Initiative aus dem Jahr 2003, wo radikale Linke unter der Führung von Meretz-Chef Yossi Beilin, finanziert von der Schweizer Regierung, eine Kapitulationsvereinbarung mit den Palästinensern, geführt vom ehemaligen Propagandaminister Yasser Abed Rabbo, unterzeichneten. Ohne Vollmacht von irgendjemandem überschrieben Klein und seine Kollegen den Laden der PLO und bestanden dann darauf, dass die israelische Regierung für alle Probleme der Region verantwortlich sei, weil sie einen solchen Kuhhandel nicht selbst unterschrieben hatte.

Bei Ynet schrieb Klein, dass es jetzt an der Zeit, dass die radikale Linke die Übung des Bruchs israelischen Rechts wiederholte, das Kontakte mit Terrorgruppen wie der Hamas verbietet, und noch eine weitere Kapitulationsvereinbarung ausgehandelt werden soll.

In seinen Worten: „Nicht nur die israelische Regierung sollte mit der palästinensischen Einheitsregierung Kontakt pflegen, die israelische Linke sollte das ebenfalls tun. Die israelische Linke sollte mit Gesprächen allein mit Abbas nicht zufrieden sein. Wenn die israelische Regierung ihr im Weg steht, sollte die Linke die Taktik wieder aufnehmen, die sie in den 1980-er Jahren charakterisierte, als die Regierung ein Gesetz einbrachte, das Kontakte mit PLO-Repräsentanten verbot. Mit der Hilfe verschiedener europäischer Regierungen kann auch dieses Hindernis überwunden werden.“

Kleins Aufruf wurde von Verteidigungsminister und Chef der Arbeitspartei, Amir Peretz, wiederholt. Als er am Sonntag bei einem Treffen des Kabinetts sprach, forderte Peretz, dass Israel einen eigenen Friedensplan einbringt, der auf dem Angebot gründet, dass Israel nicht darauf besteht, dass die Palästinenser zuerst den Terrorismus aufgeben, bevor Israel ihnen mehr Land überlassen kann. An Prinzipien, wie dem Recht der Bürger Israels nicht ermordet zu werden, festzuhalten, lässt Israel friedensfeindlich aussehen, erklärte Peretz.

Wie ihre israelischen Klienten haben die Europäer keinen Hehl aus ihrem Eifer gemacht die Terrorregierung zu umarmen. In Erinnerung an ihre Quisling-Vorgänger sind die Norweger das erste europäische Land geworden, das sie voll anerkennt.

Den Neo-Quislingen folgten die EU und Italien, die beide den Palästinensern Gratulationsbriefe zu ihrer neuen Terrorregierung schickten. Es wird berichtet, dass Frankreich zugestimmt hat, den Außenminister der Hamas-Fatah-Terrorregierung zu empfangen; und Großbritannien hat versprochen seine „humanitäre Hilfe“ für die Palästinenser weiterzuführen.

Das Außenministerium seinerseits, das festsetze, es würde nicht mit der Hamas sprechen, ist mehr als glücklich mit Ministern der Fatah zu sprechen, die die Agenten der Hamas machen. Salam Fayad, Lieblings-Terrorfinanzier der Amerikaner und recycelter PA-Finanzminister, wird Ende dieser Woche Washington besuchen. Bei einer seiner jüngsten Heldentaten hatte Fayad die Aufsicht über das Verschwinden von 100 Millionen Dollar Steuergewinne, die Israel an Abbas’ Büro überwies.

Die Palästinenser könnten bezüglich ihrer Forderungen nicht klarer sein. Sie haben keinerlei Schritte auf Israel zu gemacht, nicht einmal auf ihrer ergebenen Unterstützer, und wollen, dass Israel aufhört sich zu verteidigen; und sie wollen, dass Israel und der Rest der Welt ihnen haufenweise Geld gibt. Ersteres wollen sie, um Israel ohne Furcht angreifen zu können. Letzteres wollen sie, weil sie, so sehr sie sich Israels Vernichtung verschrieben haben, absolut nicht daran interessiert sind ihre eigene Gesellschaft und Wirtschaft in irgendetwas zu entwickeln, was einem lebenswerten Staat ähnelt. Sie sind nicht einmal in der Lage ihre eigenen Leute zu ernähren. Und deshalb brauchen sie uns, damit wir das für sei tun, selbst wenn sie gegen uns Krieg führen.

Das macht zwar alles sehr wütend, aber es gibt in dieser Woche nichts Neues an den Taten irgendeiner der beteiligten Parteien. Man könnte gar durch das Lesen 60 Jahre alter Dokumente zeigen, dass sich substanziell sehr wenig geändert hat, seit die palästinensischen Araber erstmals auf Terror zurückgriffen, um das Entstehen des jüdischen Staates zu verhindern.

Das britische Weißbuch von 1939 gibt zwar „uneingeschränkte Verurteilung“ bezüglich „von arabischen Terroristen gegen Mitaraber und Juden gleichermaßen angewendeter Methoden“ Ausdruck, um dann nur zu erklären, dass „nicht geleugnet werden kann“, dass die einzig angemessene Antwort auf den arabischen Terror ist, die jüdische Einwanderung zu kappen und damit das europäische Judentum seinem Schicksal zu überlassen. Das einzige, wofür die Briten die Anwesenheit der Juden haben wollten, was „das ganze Finanz- und Wirtschaftssystem Palästinas“ aufrecht zu erhalten.

Es muss nicht gesagt werden, dass die palästinensischen Araber das Zugeständnis einsteckten und die Anschläge weiter führten, weil der britische Plan zu „pro-jüdisch“ war. Im September 1948, mitten im Unabhängigkeitskrieg, der anfing, weil die arabische Welt und die palästinensischen Araber einen Vernichtungskrieg gegen Israel begannen, statt die Teilung des Landes durch die UNO zu akzeptieren, erklärte UNO-Vermittler Graf Folke Bernadotte, dass der Plan ohne die „wirtschaftliche Union“ zwischen den Arabern und den Juden ohnehin zum Scheitern verurteilt sei, weil es „gerechtfertigte Zweifel bezüglich der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit des vorgeschlagenen arabischen Staates“ gab.

Die palästinensischen Araber versäumten es damals ihren eigenen Staat zu schaffen; Grund war ihre „fehlende Bereitschaft irgendeinen Schritt zu unternehmen, der auch nur stillschweigende Akzeptierung der Teilung andeuten könnte. Und durch ihr Beharren auf einem einheitlichen Staat in Palästina.“

Damals wie heute gab es keinen lebensfähigen palästinensisch-arabischen Staat, weil die Palästinenser der Vernichtung Israels derart verschrieben sind, dass sie sich weder die Zeit nehmen, noch das Interesse an den Tag legen könnten sich selbst zu versorgen. Damals wie heute bestand die so genannte internationale Gemeinschaft darauf die völkermörderische Kriegslüsternheit des palästinensisch-arabischen Nationalismus zu ignorieren und Entschuldigungen dafür zu finden, während man versucht die Palästinenser mit Geld zu beschwichtigen und die Verleihung internationaler Unterstützung und Legitimität für die Sache, Israel die Eingeweide herauszureißen.

Das einzige, was man angesichts dieser historisch beständige Verderbtheit tun kann, ist endlich zu erklären, dass das Spiel aus ist. Diejenigen, die die Anerkennung der Hamas-Fatah-Terrorregierung gesamt oder in Teilen unterstützen, brechen internationales Gesetz und die Resolution 1373 des UNO-Sicherheitsrats, die Mitgliedstaaten verbietet Terroristen und diejenigen, die ihnen sichere Zuflucht geben, zu finanzieren.

Es gibt keinen Friedensprozess, nur einen Kriegsprozess. Und wenn wir diese Tatsache nicht erkennen und bekämpfen, dann werden wir bald anfangen mehr Unschuldige zu beerdigen, deren Leben geopfert wird, weil wir zu stur waren die Wirklichkeit zu wahrzunehmen.
——

Wie sehr Glick gerade mit der Feststellung Recht hat, dass die Augen vor den Zielen und Absichten der Terrorregierung verschlossen werden, zeigt sich in Äußerungen der Bundestagsabgeordneten der Grünen, Kerstin Müller, die postuliert, das Bestehen auf der Erfüllung der Minimalforderungen des Quartetts sei nicht dazu angetan den Friedensprozess voran zu bringen. Genauso zeigt es sich im Verhalten der Entwicklungsministerin der Bundesregierung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, die der Frage ausweicht, ob die Regierung Haniyeh tatsächlich, wie die Terroristen behaupten, die Forderungen des Quartetts erfüllt hat; statt dessen will sie, dass mit der neuen Terroristenregierung geredet wird und ruft dabei ausdrücklich nicht zum Dialog mit der Hamas auf. Dieses schizophrene Teilen spricht Bände darüber, wie ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Politiker tickt.

Wie Hamas und Fatah zusammenarbeiten, um den Konflikt zu perpetuieren

Mirabelle, Israellycool, 17. August 2016

Hamas und die palästinensische Autonomiebehörde sind die besten Frenemies.[1] Selbst während sie sich um die Macht zanken arbeiten die sogenannten Moderaten von PA und Fatah mit den Fundamentalisten der Hamas zusammen, um die Umsetzung der Zweistaatenlösung zu verhindern.

PA-Präsident Mahmoud Abbas

Die PA hat wiederholt Teilungsangebote abgelehnt. Arafat lehnte ein Angebot für Unabhängigkeit und Frieden 2000 in Camp David ab und der aktuelle Präsident Mahmud Abbas gestand ein, dass er 2008 Ehud Olmerts Angebot abgelehnt hatte. Vor kurzem bekräftigte er seine kategorische Ablehnung jeglichen territorialen Kompromisses und forderte einen „palästinensischen Staat, mit Ostjerusalem als Hauptstadt, in den Grenzen von 1967“. Und er lehnt Friedensverhandlungen weiter ab.

Dieser Forderung kann natürlich nicht nachgekommen werden. In seinem Buch Like Dreamers: The Story of the Israeli Paratroopers Who Reunited Jerusalem and Divided a Nation[2] beschreibt Yossi Klein Halevi die Art, wie jordanische Streitkräfte während des Krieges von 1967 wahllos Häuser in jüdischen Vierteln Westjerusalems aus Stellungen in der Westbank beschossen. In der Times of Israel erklärt Caitlyn Martin:

70 Prozent der Bevölkerung Israels lebt in dem Gebiet, das man aus Alfe Menasche [in Samaria] sehen kann. Vor 1967 lebte hier niemand. Es war von der jordanischen Armee als Geschützstellung genutzt worden. Es wurde dazu genutzt in Zeiten des Konflikts israelische Städte zu beschießen.

Eine Rückkehr zu den Waffenstillstandslinien von 1948 ist schlicht keine realistische Option. Abbas jedoch hat weiter auf einem starrköpfigen Zugeständnis beharrt, das für Israel unmöglich ist. Abbas‘ unnachgiebige Haltung macht einen verhandelten Abzug aus den umstrittenen Gebieten in der Westbank unerreichbar.

Gleichzeitig greift die Hamas Israel weiter aus dem Gazastreifen an, obwohl sie weiß, dass es keine Hoffnung für sie gibt Israel militärisch zu besiegen. Während viele Gazaner während der Operation Fels in der Brandung vor zwei Jahren obdachlos gemacht wurden, hat sich die Hamas eifrig damit beschäftigt Hilfsgelder abzuschöpfen, um die Infrastruktur für den nächsten Krieg zu schaffen. Diese Infrastruktur baut auf Moscheen und Schulen als Teil ihrer Strategie. Die standhafte Hingabe der Hamas an Gewalt und das Risiko, dass sie die Westbank an sich reißt, machen weitere einseitige Rückzüge unmöglich.

Der verbundene Effekt des Handelns von Hamas und Fatah besteht in der Verewigung des Status quo, auch wenn dieser für alle Seiten zunehmend elender wird. Israel kann keine Abzugsvereinbarung aushandeln, weil es niemanden zum Verhandeln gibt. Israel kann nicht ohne Abkommen abziehen, weil das zu tun nur noch mehr Chaos und Gewalt mit sich bringen würde. Es steckt buchstäblich zwischen Felsbrocken und Raketen fest.

Man kann nur annehmen, dass die palästinensischen Araber ihn der Hoffnung handeln, dass die internationale Gemeinschaft, wenn der Status quo fortbesteht, Israel zwingen wird zumindest den arabischen Einwohnern der Westbank die Staatsbürgerschaft zu geben, wenn nicht auch denen des Gazastreifens. Natürlich ist diese Hoffnung vergebens, denn der UNO fehlt die Macht und Fähigkeit einen solchen Plan gegen Israels Willen durchzusetzen und Israel wird niemals einem nationalen Selbstmord zustimmen.

Es ist eindeutig an der Zeit die Suche nach anderen Alternativen zu beginnen.

Ein guter Ort für einen Anfang wäre es die Ereignisse zu untersuchen, die zur aktuellen Situation führten. 1948 schlug die UNO eine Teilung der Gebiete vor, die heute Israel, die Westbank und den Gazastreifen umfassen. Der neu wiederhergestellte Staat Israel wurde von den Armeen des Libanon, Syriens, des Irak, Ägyptens und Jordaniens angegriffen. Es war Jordanien, das von 1948 bis 1967 die Westbank besetzte.

Und es war Jordanien, das die Feindseligkeiten initiierte, die darin endeten, dass Israel 1967 die Westbank eroberte. Nach dem Präventivangriff auf Ägypten

Schickte Premierminister Levi Eschkol König Hussein eine Nachricht, in der er sagte, Israel würde Jordanien nicht angreifen, wenn dieses keine Feindseligkeiten beginne. Als das jordanische Radar eine Gruppe Flugzeuge auf dem Radar ausmachte, die von Ägypten nach Israel flogen und die Ägypter Hussein überzeugten, dass dies ihre Flugzeuge seien, befahl er der Beschuss von Westjerusalem. Es stellte sich heraus, dass es Israels Flugzeuge wraen und sie von der Zerstörung der ägyptischen Luftwaffe am Boden zurückkehrten. Derweil griffen syrische und irakische Truppen Israels Nordgrenze an.

Hätte Jordanien nicht angegriffen, wäre der Status Jerusalems während des Kriegsverlaufs unverändert geblieben. Als aber die Stadt erst einmal beschossen wurde, musste Israel sie verteidigen und damit nahm es die Gelegenheit wahr sie zu vereinigen und Jordaniens 19-jährige Besetzung des östlichen Teils zu beenden.

Jordanien spielte bei der Schaffung der aktuellen Situation eine beträchtliche Rolle. Es ist an der Zeit, dass Jordanien, mit dem Israel inzwischen einen Friedensvertrag hat, aufgefordert wird eine Rolle bei der Lösung zu übernehmen.

König Abdallah II. von Jordanien

Die nächste US-Administration muss wahrscheinlich erheblichen Druck auf Jordanien ausüben und vermutlich beträchtliche Anreize anbieten. Da es die PA ablehnt irgendeiner wie auch immer gearteten Lösung zuzustimmen, muss jedoch eine Lösung ohne ihre Zustimmung erreicht werden. Indem man direkt mit Jordanien agiert, können Israel und die USA DIE widerspenstige PA umgehen. Israel kann Gebiete annektieren, die es annektieren muss, Gebiete, von denen Bill Clinton und Dennis Ross begriffen, dass es sie annektieren muss. Der Anteil der Gebiete, die Israel nicht behält, sollte es an Jordanien zurückgeben.

Jordanien hätte dann mehrere Optionen. Die Annexion des Gebiets wäre eine davon. Eine weitere, dass die Westbank ein Territorium von Jordanien wird, ähnlich dem Status Puerto Ricos zu den USA. Dieser Weg könnte Jordaniens Angst davor eine Minderheit im eigenen Land zu werden steigen lassen. Eine Konföderation von Jordanien und Palästina ist eine Möglichkeit, die in letzter Zeit Thema beträchtlicher Diskussionen gewesen ist. Die einzige Voraussetzung für Jordanien bestünde darin den Frieden zu halten. Beträchtliche US-Beistand könnte und müsste wahrscheinlich auch in der Hilfe bestehen dies zu erreichen.

Während die PA dem wohl kaum zustimmen wird und das auch nicht muss, ist es möglich, dass es bei der palästinensisch-arabischen Bevölkerung erhebliche Unterstützung gewinnen könnte. Jüngste Umfragen haben gezeigt, dass zwischen 42% und 76% der palästinensischen Araber eine Konföderation mit Jordanien befürworten. Der prominente palästinensische Akademiker Sari Nusseibeh hat sich ebenfalls für einen solchen Plan eingesetzt und es wird berichtet, dass die Al-Quds-Universität diese Möglichkeit bereits detailliert erforscht hat. Professor Nusseibeh sagte kürzlich gegenüber Al-Monitor: „Die Palästinenser und die Jordanier haben historische beziehungen und uralte Familienbande und die Konföderation könnte eine Alternative sein, die von den Palästinensern akzeptiert wird, um die israelische Besatzung loszuwerden.“ Khaled Abu Toameh schrieb vor kurzem: „Das Gerede über eine Konföderation zwischen den Palästinensern und Jordanien zeigt, dass unter den aktuellen Umständen die Zweistaatenlösung (ein Palästinenserstaat neben Israel) von Palästinensern nicht länger als realistische Lösung betrachtet wird, die ihrem Volk ein besseres Leben bringt.“

Anfang dieser Woche wurde König Abdallah damit zitiert, dass „ und von oberstem nationalen Interesse ist“. Der König sollte seinen Worten Taten folgen lassen.

Diejenigen, die begreifen, dass die Wurzeln dieses Konflikts religiöser und nicht politischer Natur sind, werden verstehen, dass die palästinensisch-arabische Bevölkerung jordanischer Herrschaft weit offener gegenüber ist als israelischer. Und diejenigen, die etwas von Geschichte verstehen, werden begreifen, warum Jordanien den Parteien gegen über eine Verpflichtung hat.

Israel hat diesen Konflikt nicht geschaffen und kann ihn nicht alleine lösen. Wenn die nächste US-Administration begreift, dass es die symbiotische Beziehung zwischen Fatah und Hamas ist, die die palästinensische Eigenstaatlichkeit blockiert und den Konflikt perpetuiert, nicht irgendetwas, das Israel tut oder nicht tut, dann wird sie die Suche nach einem neuen Ansatz beginnen müssen.

[1] Eine Zusammensetzung aus „friends“ (Freunde) und „enemies“ (Feinde), auf Deutsch vielleicht: Freinde

[2] Wie Träumende: Die Geschichte der israelischen Fallschirmjäger, die Jerusalem wiedervereinten und eine Nation spalteten.

Zitate zur Flucht der Araber in Palästina 1948

Zitate, die bestätigen, dass arabische Führer den Arabern sagten, sie sollten fliehen

aus David Meir-Levi: „The Big Arab Lie“, FrontPageMag.com, 18. Mai 2005

Vorbemerkung:
Auch bei uns ist es inzwischen „Allgemeingut“, dass die Israelis 1948 die „Palästinenser“ zu Hunderttausenden gewaltsam vertrieben, weshalb sie heute in Flüchtlingslagern in den Nachbarstaaten bzw. auch im Gazastreifen und der „Westbank“ leben müssen. Abgesehen davon, dass dieses Leben in Flüchtlingslagern mitnichten zwingend notwendig wäre, wenn diese Flüchtlinge wie alle anderen Flüchtlinge der Welt behandelt würden, reicht ein flüchtiger Blick in die Vergangenheit und das, was zu damaligen Zeit an Äußerungen seitens Arabern und anderen gesagt und geschrieben wurde. Hier eine Reihe Beispiele:

  1. „Der erste Teil unserer Fünften Kolonne besteht in denen, die ihre Häuser im Stich lassen… Beim ersten Zeichen von Ärger nehmen sie Reißaus um die Lasten nicht teilen zu müssen.“As-Sha’ab, Jaffa, 30.01.1948
  2. „(die fliehenden Dorfbewohner)… bringen Schande über uns alle, dadurch, dass sie ihre Dörfer verlassen“ – As-Sarih, Jaffa, 30.03.1948.
  3. „Es wird von den Juden alles unternommen um die arabische Bevölkerung zu überzeugen da zu bleiben und ihr normales Leben weiterzuführen, in ihre Geschäfte und Firmen zu gehen und sie zu versichern, dass ihr Leben und ihre Interessen sicher sind.“ – Distrikt-Hauptquartier der britischen Polizei in Haifa, 26. April 1948 (zitiert in: Samuel Katz: Battleground.)
  4. „Die Massen-Evakuierungen, z.T. durch Angst ausgelöst, z.T. durch Befehle arabischer Führer, ließen das arabische Viertel von Haifa als Geisterstadt zurück… Durch den Rückzug der arabischen Arbeiter hofften deren Führer Haifa zu paralysieren.“ – Time Magazine, 3. Mai 1948, S. 25
  5. „Die arabischen Straßen (Palästinas) sind seltsam entleert (weil)… nach dem schlechten Beispiel der Besitzenden es einen Exodus aus Jerusalem gegeben hat, aber nicht im gleichen Ausmaß wie aus Jaffa und Haifa.“ – London Times, 05.05.1948
  6. „Die arabischen Zivilisten verfielen in Panik und flohen schimpflich. Dörfer wurden regelmäßig verlassen, bevor sie durch den Verlauf des Krieges bedroht waren.“ – General John Glubb „Pascha“, The London Daily Mail, 12. August 1948
  7. „Die Tatsache, dass es diese Flüchtlinge gibt, ist die direkte Folge des Akt der arabischen Staaten in Gegnerschaft zur Teilung und dem jüdischen Staat. Die arabischen Staaten stimmten in dieser Politik ohne Ausnahme überein und sie müssen zur Lösung des Problems beitragen.“ – Emile Ghoury, Sekretär des Hohen Palästinensischen Arabischen Komitees in einem Interview mit dem „Beirut Telegraph“ am 09.06.1948. (Dasselbe Interview erschien im „London Telegraph“ im August 1948.)
  8. Der stärkste Faktor [für die Flucht der Palästinenser] waren die vom Hohen Palästinensischen Arabischen Komitee über Radio gemachten Ankündigungen, die alle Araber Haifas drängten zu gehen… Es wurde klar angedroht, dass Araber, die in Haifa verblieben und den jüdischen Schutz akzeptierten, als Überläufer betrachtet würden.“ – London Economist, 2. Oktober 1948
  9. „Es darf nicht vergessen werden, dass das Hohe Arabische Komitee zur Flucht der Flüchtlinge aus ihren Heimen in Jaffa, Haifa und Jerusalem ermutigte.“ – Near East Arabic Broadcasting Station, Zypern, 04.03.1949
  10. „[Die Araber Haifas] flohen trotz der Tatsache, dass die jüdischen Behörden ihre Sicherheit und Rechte als Bürger Israels garantierten.“ – Monsignore George Hakim, Griechisch-katholischer Bischof von Galiläa in der New York Herald Tribune, 30. Juni 1949.
  11. „Die militärischen und zivilen (israelischen) Behörden drückten ihr tiefes Bedauern angesichts dieser gravierenden Entscheidung ausdrückten (die arabischen Militär-Delegierten von Haifa und der geschäftsführende Vorsitzende des Hohen Palästinensischen Arabischen Komitees entschieden sich Haifa trotz des israelischen Angebots eines Waffenstillstands zu evakuieren). Der jüdische Bürgermeister von Haifa hielt einen leidenschaftlichen Appell an die Delegation (der arabischen Militärführer) ihre Entscheidung zu überdenken.“ – Memorandum des Arab National Committee of Haifa, 1950, an die Regierungen der Arabischen Liga; zitiert in J.B. Schechtman: The Refugees in the World. New York 1963, S. 192f.
  12. Sir John Troutbeck, British Middle East Office in Kairo, notierte in Telegrammen an Vorgesetzte (1948/49), dass die Flüchtlinge (in Gaza) keine Bitterkeit gegenüber den Juden haben, sondern intensiven Hass gegenüber den Ägyptern in sich tragen: „Sie sagen: ‚Wir wissen, wer unsere Feinde sind (womit sie die Ägypter meinen)’, und erklären, dass ihre arabischen Brüder sie unnötigerweise überredeten ihre Häuser zu verlassen… Ich hörte sogar, dass man sagte, viele der Flüchtlinge würden die Israelis willkommen heißen, sollten sie herkommen und den Distrikt übernehmen.“
  13. „Die arabischen Staaten, die die palästinensischen Araber ermutigten ihre Häuser vorläufig zu verlassen, um den eindringenden arabischen Armeen nicht im Weg zu sein, haben es versäumt ihre Versprechungen den Flüchtlingen gegenüber zu erfüllen.“ – Die jordanische Tageszeitung „Falastin“, 19. Februar 1949.
  14. „Der Generalsekretär der Arabische Liga, Azzam Pascha, versicherte den arabischen Völkern, dass die Besetzung Palästinas und Tel Avivs so einfach wie ein militärischer Spaziergang sein würde… Brüderlicher Rat wurden den Arabern Palästinas gegeben, sie sollten ihr Land, ihre Heime und ihre Eigentum verlassen, um auf zeit in benachbarten Bruderstaaten zu bleiben, damit die Kanonen der arabischen Invasions-Armeen sie nicht niedermähen würden.“ – Al Hoda (in New York ansässige libanesische Tageszeitung), 8. Juni 1951.
  15. „Wer brachte die Palästinenser als Flüchtlinge in den Libanon, wo sie jetzt unter der böswilligen Haltung der Zeitungen und örtlichen Führer leiden, die weder Ehre noch Gewissen haben? Wer brachte sie herüber in grässliche Straßen, ohne einen Pfennig, nachdem sie ihre Ehre verloren? Die arabischen Staaten, darunter der Libanon, taten das.“ – Beiruter muslimische Wochenzeitung „Kul-Shay“, 19. August 1951.
  16. „Wir werden das Land mit unseren Kanonen zerschmettern und jede Stelle austilgen, an der die Juden Schutz suchen. Die Araber sollten ihre Frauen und Kinder in sichere Gebiete bringen, bis die Kämpfe abgeklungen sind.“ – der irakische Premierminister Nuri Said, zitiert in „Sir An-Nakbah“ (Das Geheimnis der Katastrophe) von Nimr el-Hawari, Nazareth 1952.
  17. „Der arabische Exodus… wurde nicht durch den eigentlichen Kampf verursacht, sondern durch die übertriebene Beschreibung, die von den arabischen Führern verbreitet wurde, um sie dazu zu bringen die Juden zu bekämpfen… Für die Flucht und den Fall der anderen Dörfer sind unsere Führer verantwortlich, wegen ihrer Verbreitung von Gerüchten, die jüdische Verbrechen übertrieben und sie als Gräuel beschrieben um die Araber aufzustacheln… Durch die Verbreitung von Gerüchten über jüdische Gräueltaten, das Töten von Frauen und Kindern usw. pflanzten sie Angst und Terror in die Herzen der Araber in Palästina, bis sie flohen und ihre Häuser und Eigentum dem Feind überließen. – die jordanische Tageszeitung „Al Urdun“, 9. April 1953.
  18. Die Arabischen Regierungen sagten uns: Geht weg, damit wir hingehen können. Also gingen wir weg, aber sie gingen nicht hin. (Zitat von einem Flüchtling) – Al Difaa (Jordanien), 6. September 1954.
  19. „Der massenhafte Exodus fand zum teil wegen des Glaubens der Araber statt, verstärkt durch die Prahlerei einer unrealistischen Presse und der unverantwortlichen Verlautbarungen einiger arabischer Führer, es könne nur eine Frage von wenigen Wochen sein, bevor die Juden von den Armeen der arabischen Staaten besiegt sein würden und es den palästinensischen Arabern ermöglicht würde in ihr Land zurückzukehren und es wieder in Besitz zu nehmen.“ – Edward Atiyah (Sekretär der Arabischen Liga, London, „The Arabs“, 1955, S. 183)
  20. „Die arabischen Staaten wollen das Flüchtlingsproblem nicht lösen. Sie wollen es als offene Wunde behalten, als Affront vor der UNO und als Waffe gegen Israel. Den arabischen Führern es total egal, ob die arabischen Flüchtlinge leben oder sterben.“ – Ralph Galloway, ehemaliger Kopf der UNRWA, 1956.
  21. „Bereits in den ersten Monaten des Jahres 1948 verfügte die Arabische Liga Befehle, die die Leuten dazu anhielten zeitlich begrenzt Zuflucht in den Nachbarländern zu suchen, um dann später an ihre Wohnorte zurückzukehren… und ihren Anteil des verlassenen jüdischen Eigentums zu erhalten.“ – Bulletin der The Research Group for European Migration Problems, 1957.
  22. „Die Israelis argumentieren damit, dass die arabischen Staaten die Palästinenser dazu aufriefen zu fliegen. Und tatsächlich erinnern sich immer noch in Israel lebende Araber daran, dass sie von arabischen Militär-Kommandeuren gedrängt wurden Haifa zu verlassen, die die Stadt bombardieren wollten.“ – Akhbar el Yom, 12. Oktober 1963
  23. „Der 15. Mai 1948 kam … An diesem Tag rief der Mufti von Jerusalem die Araber Palästinas auf das Land zu verlassen, denn die arabischen Armeen wollten kommen und an ihrer Stadt kämpfen.“ – Die Tageszeitung Akhbar el Yom aus Kairo, 12. Oktober 1963
  24. Bei der Auflistung des arabischen Versagens 1948 merkt Khaled al-Azm (syrischer Premierminister) an, dass „… der fünfte Faktor der Aufruf der arabischen Regierungen an die Einwohner Palästinas war, es (Palästina) zu verlassen und über die Grenze in die benachbarten arabischen Länder zu gehen. Seit 1948 sind wir es, die die Rückkehr der Flüchtlinge verlangt haben, während wir es waren, die sie dazu brachten wegzugehen. Wir brachten die Katastrophe über eine Million arabischer Flüchtlinge, indem wir sie einluden und unter Druck setzten wegzugehen. Wir haben sie daran gewöhnt zu betteln… wir haben daran teilgenommen ihre Moral und ihre soziale Stellung gesenkt… Dann beuteten wir sie aus, indem wir sie die Verbrechen Mord, Brandstiftung und Steine werfen auf Männer, Frauen und Kinder ausführen ließen… all das im Dienst politischer Ziele…“ – Khaled el-Azm, syrischer Premierminister nach dem Krieg von 1948 in seinen Memoiren von 1972, veröffentlicht 1973
  25. „Die arabischen Staaten hatten Erfolg damit das palästinensische Volk zu zerstreuen und ihre Einheit zu zerstören. Sie erkannten sie nicht als geeinigtes Volk an, bis die Staaten der Welt das taten und das ist bedauerlich.“ – Abu Mazen (Mahmud Abbas), aus dem offiziellen Journal der PLO, „Falastinel-Thawra“ („Was wir gelernt haben und was wir tun sollten“), Beirut, März 1976.
  26. „Seit 1948 sind die arabischen Führer das Palästinenser-Problem in unverantwortlicher Weise angegangen. Sie haben die palästinensischen Menschen für politische Zwecke missbraucht; das ist lächerlich, ich möchte sogar sagen: kriminell…“ – König Hussein, Haschemitisches Königreich Jordanien, 1996.
  27. „Abu Mazen wirft den arabischen Staaten vor, dass sie die Ursache des palästinensischen Flüchtlingsproblems sind“ – Wall Street Journal, 5. Juni 2003:

Mahmud Abbas (Abu Mazen) verfasste im März 1976 in „Falastin al –Thawra“, dem offiziellen Journal der PLO in Beirut einen Artikel: „Die Arabischen Armeen drangen nach Palästina ein, um die Palästinenser vor der zionistischen Tyrannei zu schützen, ließen sie aber statt dessen im Stich, zwangen sie auszuwandern und ihr Heimatland zu verlassen, führte bei ihnen eine politische und ideologische Blockade ein und warfen sie in Gefängnisse, die den Ghettos ähneln, in denen die Juden in Osteuropa lebten.“

Wie Abu Mazen andeutete, waren es größtenteils Drohungen und Angst machen seitens arabischer Führer, die dafür sorgten, dass 700.000 Araber 1948 aus Israel flohen, als arabische Armeen in den neuen Staat einfielen. Seitdem ist die wachsende Flüchtlings-Bevölkerung, die heute nach UNO-Schätzungen bei 4 Millionen liegt, in schmutzige Lager gesperrt worden, die über den Nahen Osten verteilt sind – im Libanon, in Jordanien, Syrien, dem Gazastreifen und der Westbank.

1950 baute die UNO die United Nations Relief and Works Agency als „zeitlich begrenzte“ Hilfsbemühung für die palästinensischen Flüchtlinge auf. Der ehemalige UNRWA-Direktor Ralph Galloway erklärte acht Jahre später, dass „die arabischen Staaten das Flüchtlingsproblem nicht lösen wollen. Sie wollen es als offene Wunde behalten, als Waffe gegen Israel. Den arabischen Führern ist es total egal, ob die arabischen Flüchtlinge leben oder sterben. Das Einzige, was sich seitdem geändert hat, ist die Zahl derer, die in diesen Gefangenenlagern eingepfercht sind.

Die Knochen unserer Toten

Der Wert menschlichen Lebens ist die Krux des Nahost-Konflikts

Jonathan Tobin, Jewish World Review, 9. Februar 2004

Wenn es um Massenmord geht, dann scheint jedermann ein Pop-Psychologe zu werden. Jeder will wissen, warum einige Leute danach streben Killer zu werden, selbst wenn es sie das Leben kostet – wie es bei den Palästinensern der Fall ist.

Seit Jahren plappern die Quasselstrippen im Fernsehen und die, die für Mainstream-Organe über die Lage schreiben, immer dasselbe nach. Die Palästinenser sind von einem Gefühl der Armut und Hoffnungslosigkeit motiviert, das ihr Leben unerträglich gemacht hat. Was sonst kann man von einem verzweifelten Volk erwarten, als dass es sich unter Israelis in die Luft jagt?

Aber nach dreieinhalb Jahren palästinensischen Abnutzungskriegs gegen Israel zieht dieses Argument nicht mehr. Die Mehrzahl derer, die solche Verbrechen verübt haben, waren weder enteignet noch arm. Sie kommen eher aus den gebildeten Klassen – mit reichlich Gründen leben zu wollen. Die palästinensische Frau, die letzten Monat eine Verletzung vortäuschte, kam aus einer wohlhabenden Familie und hatte zwei Kinder, die jünger als 3 Jahre alt waren. Und die Gräueltat in einem Jerusalemer Bus letzte Woche wurde ausgerechnet von einem Mitglied der palästinensischen Polizei verübt.

Es tut nicht gut, über die Mitgefühls-Rhetorik oder die Art induktiver Argumentation, wie sie von Kommissaren in amerikanischen Fernseh-Serien wie „Law & Order“ benutzt wird, vorzugeben wir verstünden solche Leute. Statt dessen müssen wir anfangen, die Gesellschaft zu verstehen, die sie ausgebrütet hat.

Aber so etwas auch nur vorzuschlagen macht uns zum Ziel von Kritik, wir würden ein Volk verallgemeinern, statt über Einzelpersonen zu diskutieren. Uns wird gesagt, dass nur Rassisten so etwas vorzuschlagen wagten.

Wenn es aber um palästinensische Terroristen geht, bringt uns die Konzentration auf das Individuum statt die Gruppe nicht weiter. Diese Terroristen agieren in Übereinstimmung mit Werten, die in ihrer Kultur Beifall finden, und als Teil eines Krieges, die eine bestimmte Gesellschaft gegen Israel führt. Die Selbstmord-Bomber und andere Terroristen, die israelische Männer, Frauen und Kinder kaltblütig zu töten, tun das, wovon ihre staatlichen Schulen und religiösen Institutionen ihnen gesagt haben, dass es eine ehrenhafte, sogar heilige Tat sei.

Also müssen wir uns, wenn auch zögernd, fragen, welche Art von Gesellschaft denken würde, dass es eine gute Sache ist grauenhafte Morde zu begehen. Werden Juden nicht als Menschen angesehen? Sind Palästinenser wirklich Barbaren, die – wie der Historiker Benny Morris vor Kurzem andeutete – weggeschlossen gehören?

Den Feind entmenschlichen

In der Vergangenheit waren nicht einmal diejenigen, die in aufgeklärten Demokratien lebten, wegen Generalisierungen über ihre Feinde besorgt. Sehen Sie sich irgendeinen Hollywood-Film an, der während des Zweiten Weltkriegs gedreht wurde, und sie werden vergeblich nach einer menschenfreundlichen Darstellung eines deutschen oder japanischen Soldaten suchen.

Wir können verächtlich über den kruden Chauvinismus der damaligen Zeit lachen, aber was sonst sollten Amerikaner von Leuten denken, die unsagbare Gräuel in Polen, China und andernorts verübt hatten? Die Wahrheit ist, dass die Drehbuch-Autoren und die Zuschauer dieser Filme tatsächlich nicht einmal einen Bruchteil des Schreckens kannten, der von den Nazis und ihren Kollaborateuren beim Holocaust oder im Fernen Osten durch die Diener des japanischen Kaiserreichs begangen wurden.

Die Amerikaner nahmen damals an, dass die Japaner und die Nazis dem menschlichen Leben nicht den gleichen Wert zumaßen wie sie es taten. Aber bis zur Zeit des Vietnamkriegs waren die Amerikaner zu fortschrittlich, um solche Argumente zu glauben.

Gleiches gilt für die meisten Israelis, wenn es um die Darstellung ihrer arabischen Feinde geht. Fast vom Beginn der modernen zionistischen Bewegung an hat die hebräische Volksbewegung ihr Bestes getan, um die Araber respektvoll darzustellen. Die meisten in Israel produzierten Filme und Theaterstücke haben sich alle Mühe gegeben die Palästinenser menschlich abzubilden und den Schmerz wegen des Konflikts und der Verluste auf beiden Seiten aufzuzeigen.

Die Vorstellung des Opfers für die Nation ist Teil des zionistischen Wissensguts. Aber selbst ein Werk wie das klassische Gedicht „Der Silberteller“ von Nathan Altermann, in dem die toten Helden des Unabhängigkeitskriegs Israels die Nation daran erinnern, dass der jüdische Staat mit ihrem Leben erkauft wurde, preist nicht den Tod oder entmenschlicht den Feind; es erinnert uns an den schrecklichen Preis, den selbst ein gerechter Krieg fordert.

Selbst heute, in einer Zeit, in der jüdisches Blut so einfach vergossen wird, ist stupider Hass gegenüber den Arabern in der israelischen Gesellschaft immer noch ein marginaler Faktor.

Nicht so bei den Arabern. Man muss nur die Übersetzungen aus der arabischen Presse und dem Fernsehen zu lesen, die vom Middle East Media Research Institute (www.MEMRI.org) veröffentlicht werden, um zu verstehen, dass die Delegitimierung Israels und der Juden integraler Bestandteil der arabischen Mainstream-Kultur ist.

Mancher wird Israel dafür verantwortlich machen und behaupten, dass seine Weigerung den palästinensischen Forderungen nachzukommen und sein Beharren darauf den Terror zu bekämpfen den arabischen Hass schafft. Aber diese Behauptung ist ein Schlag ins Gesicht der Tatsache, dass der jetzige Krieg einer ist, für den sich die Palästinenser entschieden, als sie einen Staat hätten bekommen können. Das Ziel der palästinensischen Nationalbewegung – Israels Vernichtung – bleibt unverändert bestehen.

Mehr als eine philosophische Frage

Und doch sahen wir mitten in diesem verzweifelten Krieg letzte Woche die Bereitschaft Israels hunderte von terroristischen Gefangenen gegen einen gefangenen Israeli und die Leichen von drei getöteten Soldaten einzutauschen. Über Israel wird berichtet, dass es bereit war sogar noch mehr Terroristen freizulassen, wenn nur Hisbollah oder irgendeine andere arabische Gruppe den lange gesuchten Gefangenen Israeli Ron Arad übergeben würden – oder zumindest seine leblosen Knochen. Berichte der letzten Zeit in der israelischen Presse enthüllten, dass DNA-Tests bewiesen, dass ein kürzlich von der Hisbollah erhaltenes Knochenfragment (Vorauszahlung für einen zukünftigen Handel?) nicht Arad gehörte.

Warum sind die Israelis so sehr bereit, derart viel für ein einziges Leben einzutauschen, wenn die Palästinenser bereit sind, die ihren so unnütz zu verschwenden? Ich habe den Verdacht, dass es nicht so sehr eine Frage der Abwertung des Lebens ist, als der größere Wert, den sie dem von ihnen angestrebten ultimativen Sieg zumessen.

Das ist mehr als eine philosophische Frage, denn wenn wir glauben, dass Israels Feinde unseren Schrecken über den Konflikt teilen, dann werden wir immer versuchen, sie mit Zugeständnissen zu beschwichtigen. Wenn ihre Ziele sich aber von denen der Juden unterscheiden, dann könnte ein Wechsel der langfristigen Strategie geboten sein.

Wir mögen nicht verstehen, warum Araber Mord ehren und Juden nicht, aber zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte sind wir gezwungen, diese Frage wenigstens zu stellen. Wenn statt eines Disputs über Territorium etwas Dunkleres innerhalb der palästinensisch Gesellschaft diesen Krieg antreibt, dann ist jede Debatte über einen Friedensprozess letztlich rein akademischer Natur. Und das ist eine Möglichkeit, die sehr wenige von uns zuzugeben bereit sind.