Über die antijüdischen Christen

Joseph Farah, WorldNetDaily, 9. Mai 2002

Rund um die Welt befindet sich der Antisemitismus im Kommen.

Wir sehen, wie er sein hässliches Gesicht in Europa wieder erhebt. Und wir sehen ihn weitaus deutlicher in der widerlichen Rhetorik und unaussprechlicher, selbstzerstörerischer Gewalt im Nahen Osten.

Meine Theorie zu den Wurzeln des Antisemitismus ist sehr einfach. Er offenbart sich in denen, die gegen den Gott der Bibel rebellieren.

Warum sollten die, die sich mit Gott im Krieg befinden, Juden hassen? Weil diese Juden die Empfänger eines einzigartigen Versprechens Gottes sind. Sie sind das auserwählte Volk – erwählt nicht, weil sie ein überlegenes Volk sind, sondern weil sie ein unterdrücktes Volk waren, dessen wundersame Talente und Langlebigkeit nur dazu dienen können, den Gott zu verherrlichen, der für es verantwortlich ist. Wenn dieses Volk zerstört werden kann – oder auch nur so weit an den Rand zu drängen, dass es in der Welt praktisch unbedeutend wird – dann würde im Effekt Gott selbst geschlagen, entthront, delegitimiert.

Das ist meine Theorie.

Aber was ist mit dem offensichtlichen Anstieg des Antisemitismus der Leute, die sich nicht mit dem Gott der Bibel im Krieg befinden – Menschen, die behaupten, Jünger dieses Gottes zu sein?

Letzte Woche veröffentlichte WorldNetDaily eine beunruhigende Geschichte über abscheulichen Antisemitismus arabischer „christlicher“ Geistlicher.

Einige der Zitierten forderten einen neuen Kreuzzug gegen die Juden. Andere nannten die Juden „satanisch“. Wieder andere zitierten die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“ als Quelle ihres Hasses.

Warum übernehmen zumindest einige arabische Christen – einschließlich Männern in Führungspositionen – antijüdische Rhetorik von den extremsten Islamisten? Ich kann mir ein paar Gründe für dieses rätselhafte Phänomen denken:

  • Christen sind im Nahen Osten selber seit langer Zeit verfolgt worden – und die Bedingungen werden für sie schlechter. Die große Mehrheit der arabischen Christen floh bereits vor .angem aus der Region. Viele derer, die dort blieben, haben versucht, ihren „eigenen Frieden“ mit den dominanten Muslimen zu machen. Manche glauben, sie können sich bei der islamischen Mehrheit lieb Kind machen, indem sie mit ihnen gegen die Juden Stellung beziehen.
  • Israel hat manchmal zum arabisch-christlichen Skepsis gegenüber den Juden beigetragen, indem es sie im Libanon, in Bethlehem, in Nazareth und anderswo im Stich ließ. In dem Versuch, sich seinen islamischen Gegnern anzupassen und sie zu beschwichtigen hat es sich auf den Kopf gestellt und die vergessen – sogar missachtet – mit denen es eine strategische Allianz hätte bilden und eine gemeinsame Sache finden können.
  • Einige dieser sogenannten „Christen“, die mit dem Finger auf die Juden zeigen, weil die an ihren Problemen schuld sein sollen, sind Hochstapler. Sie mögen kulturelle Christen sein. Sie mögen Christen aus Tradition sein. Aber sie sind kaum die geistigen Nachfolger des Jesus von Nazareth – des jüdischen Zimmermanns, des Rabbi aus Galiläa.

Der letzte Grund für den kochenden Antisemitismus einiger „christlicher“ Araber mag hart klingen, richtend, sogar verdammend. Das mag sein, aber meine Worte sind wahr.

Obwohl von uns niemand das Herz eines anderen beurteilen kann, ist uns geboten „sie an ihren Früchten zu erkennen“.

Welche Art von Frucht bringt bösartiger Antisemitismus hervor? Schlechte Frucht. Verfaulte Frucht. Tödliche Frucht.

Ich denke, diese Lehre passt genauso auf diese sogenannten „Christen“ im Westen, die ihre antisemitischen Züge zeigen. Diese Leute befinden tatsächlich auch Rebellion gegen Gott. Sie dienen nicht dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Sie dienen einem anderen oder vielen anderen Göttern.

Antisemitismus ist der Definition nach antichristlich. Christen dienen dem Gott der Hebräer. Der Gott der Christen wählte die Juden als Sein Volk aus und schloss einen besonderen Bund mit ihnen. Ihr Retter kam als Jude auf die Erde. Die frühe Kirche bestand zum größten Teil aus Juden.

„Anti-jüdische Christen“ ist daher ein Widerspruch in sich selbst.

Die gute Nachricht für Christen wie Juden ist, dass sie große Mehrheit der Christen – besonders die im Westen – instinktiv und reflexartig Unterstützer Israels und der jüdischen Sehnsucht nach einer Heimat sind, die sicher und gesichert von Angriffen der Hasser ist. Tatsache ist, obwohl das nicht immer so war, dass die Kirche heute der wichtigste Verbündete der Juden in dieser Welt ist. [heplev: Das mag für die Kirchen in Amerika gelten; für unsere offiziellen Volks-Kirchen in Deutschland wie auch in anderen Staaten Europas trifft es nicht zu. Hier müssen wir den Maßstab des wiedergeborenen Christseins anlegen und weniger von den Kirchen reden!]

Es sind immer teuflische Dinge im Namen des Christentums begangen worden. Es hat immer Wölfe im Schafspelz gegen. Es hat immer Hasser gegeben, die sich als rein im Herzen ausgegeben haben.

Aber Gott sitzt noch immer auf dem Thron. Seine Versprechen gelten wirklich für alle Zeit. Er hat einen Plan und die Juden sind Teil davon.

Und das ist es, was die Antisemiten wirklich umtreibt.

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[Ein israelischer] Rückzug wird nicht funktionieren

Daniel Pipes/Jonahan Schanzer, Wall Street Journal, 15. April 2002

Es gibt die weit verbreitete Vorstellung, dass, wenn Israel nur seine Streitkräfte und Bevölkerung aus der Westbank und Gaza abzieht, die palästinensische Gewalt gegen die Israelis enden und Verhandlungen beginnen würden. Wofür würden sie schließlich sonst noch zu kämpfen haben?

In diesem Geist besteht die französische Regierung darauf, dass sich die israelische Armee „zurückziehen muss“. Präsident Bush sagte Israel, dass „die Besatzung durch einen Rückzug auf sichere und anerkannte Grenzen in Übereinstimmung mit den UN-Resolutionen enden muss“. Und keine geringere Persönlichkeit als UN-Generalsekretär Kofi Annan berichtet, dass „die gesamte Welt verlangt, dass Israel sich zurückzieht“.

Das hört sich gut an – allerdings nur, wenn man die Geschichte ignoriert. Wir haben diesen Film bereits gesehen und er hatte kein Happy End. Der Film heißt „Libanon 2000“ und wegen der Lehren, die er enthält, ist er es wert noch einmal erzählt zu werden.

1978 schickte Israel Truppen in den Libanon, um Angriffen auf den jüdischen Staat vorzubeugen. Diese Truppen verblieben dort fast ununterbrochen zwei Jahrzehnte lang und schützen den Norden hauptsächlich vor Angriffen durch die islamistische Hisbollah-Gruppe. Im Laufe der Zeit wurden die Taktiken der Hisbollah zunehmend tödlich und ausgeklügelt. Ihre Anschläge schlossen Doppelangriffe ein, bei denen Stoßtrupps aus kurzer Entfernung auf israelische Militärziele schossen, wobei das Feuer schwerer Artillerie sie aus Entfernungen bis zu 6km schützte. Oder Hisbollah schoss Sperrfeuer mit Katjuscha-Raketen auf Israels Bevölkerungszentren. Sie spezialisierte sich auch auf Straßenanschläge mit hoch entwickelten Antipersonen-Minen.

Diese Angriffe töteten durchschnittlich 25 Israelis im Jahr und belasteten die Moral. Im Februar 1997 änderten sich die Dinge vom Schlechten zum Schlimmeren, als zwei Transporthubschrauber, die Soldaten in den Südlibanon hinein und heraus brachten, miteinander kollidierten und alle 73 Mann an Bord starben. Vier israelische Mütter von gefallenen Soldaten hielten kurz darauf eine kleine Demonstration gegen die israelische Anwesenheit im Libanon ab, was eine Bewegung ins Leben rief, die durch das Land fegte. Die „Vier Mütter“-Organisation rief zum Rückzug aus dem Krieg auf, den viele Israelis mit der US-Erfahrung in Vietnam gleich setzten. Der öffentliche Druck baute sich bis zum Mai 2000 weiter auf, als Israel seine Truppen zurückzog und auf eine von der UNO anerkannte Grenze mit Libanon zurückkehrte.

Die Israelis setzten große Hoffnungen in den Rückzug; sie betrachteten ihn als ein Vorbild für arabisch-israelische Harmonie. Mach‘ es so, wie die Welt draußen es verlangt und mache dann klar, dass jeder zukünftige Übergriff hart bestraft wird. Die Regierung von Ehud Barak setzte Hisbollah (und ihre syrischen und iranischen Hintermänner) davon in Kenntnis, dass sie keine weitere Aggression tolerieren würde. Die Welt nickte Zustimmung. Die meisten Israelis glaubten sich glücklich und sicherer als vor dem Rückzug.

Um auf dieser Basis aufzubauen überzeugte Premierminister Ehud Barak im Juli 2000 Präsident Clinton, für einen Gipfel mit Yassir Arafat höchstpersönlich den Gastgeber zu spielen. In Camp David bot er noch nie da gewesene Zugeständnisse an und hoffte, die palästinensische Akte schließen zu können, wie die libanesische gerade geschlossen zu haben glaubte. Dumm nur, dass Hisbollah und die Palästinenser die entgegen gesetzte Lehre aus dem Rückzug zogen. Hisbollah prahlte, wie islamische Kräfte im „kleinsten arabischen Land“ dafür gesorgt hatte, dass Israel sich in „geschlagen und resigniert“ zurückzog.

Für Arafat gilt, dass er, statt vom guten Willen Israels inspiriert zu sein, dieses als schwach und demoralisiert ansah. Von Hisbollahs Erfolg angespornt, verloren er und die Politik seiner palästinensischen Körperschaft das Interesse an der Diplomatie und dem, was diese erreichen konnte – die partielle Erreichung ihrer (eigentlichen) Ziele. Statt dessen übernahm er der das Modell der Gewalt von Hisbollah, um einen vollständigen Sieg zu erringen.

Es war daher nicht überraschend, dass Arafat die wild-generösen Angebote von Herrn Barak glatt ausschlug und sich nicht einmal dazu herab ließ Gegenvorschläge zu machen. Natürlich bedeutet vollständiger Sieg in diesem Zusammenhang die Vernichtung Israels, nicht die Koexistenz zweier Staaten. Wie konnte Arafat weniger anstreben, als er dieses hübsche Angebot in Camp David ausschlug?

Und so nahmen die Palästinenser am 29. September 2000 die Gewalt auf, die immer noch anhält.

Nach eineinhalb Jahren dieses Krieges glauben die Palästinenser, dass ihr Feldzug erfolgreich ist. Er hat zwei Drittel mehr Israelis getötet als der Krieg von 1967. Eine kürzlich erfolgte Analyse der Washington Post erklärt, dass sie die Gewalt als das Mittel ansehen, mit dem das Ziel erreicht wird, „Israel in Furcht zu versetzen, es zu demoralisieren, seine Wirtschaft zu schädigen und es so zu schwächen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann es in die palästinensischen Forderungen einwilligt“. Die Palästinenser reden darüber, israelische Städte „als Eroberer“ zu betreten und sind sich sicher, (kurz) vor dem Sieg zu stehen.

Kurz gesagt: Als Israel dem Geheiß der Welt folgte und aus dem Libanon abzog, verringerte es auf katastrophale Weise seine Sicherheitslage. Ja, Herr Annan hieß das gut, aber wie gut war das angesichts eines wiederbelebten palästinensischen Feldzugs der Gewalt? In einer schlechten Nachbarschaft wie dem Nahen Osten bringt Kapitulation die hervor, die das Recht des Stärkeren ausüben.

Die Geschichte mit dem Libanon hält eine heftige Lehre für die bereit, die einen israelischen Abzug aus der Westbank und dem Gazastreifen suchen. Die geschichtliche Erfahrung deutet stark darauf hin, dass die Palästinenser eine solche Entwicklung als ein Zeichen dafür deuten würden, dass Israel unter Feuer klein bei gibt, was sie weiter ermutigt, ihrem ultimativen Siegespreis nachzujagen – der Vernichtung Israels und seiner Ersetzung durch „Palästina“.

Eines Tages, wenn die Palästinenser ihre Entschiedenheit aufgegeben haben, den jüdischen Staat zu eliminieren, kann und sollte Israel sich aus den 1967 gewonnenen Gebieten zurückziehen. Aber ein solcher Schritt sollte nicht einmal erwogen, geschweige denn in Verhandlungen diskutiert werden, bevor die Palästinenser und die Araber nicht bewiesen haben, dass sie Israels Existenz zu akzeptieren bereit sind und dann tatsächlich harmonisch über einen langen Zeitraum neben ihm leben. Dieses Langzeitprojekt wird Jahrzehnte brauchen. So langsam es auch sein mag, es ist der einzige Weg den Konflikt zu lösen. Es gibt keine Abkürzungen.

Inzwischen mögen die Israelis es müde sein, die oberste Kontrolle über die Westbank und Gaza auszuüben, aber das gerade gestorbene Oslo-Experiment der palästinensischen Autonomie (1994 – 2002) demonstriert geradezu, dass sie keine andere Wahl haben.

Für die USA gilt: Da es ihrer Politik gegenüber dem arabisch-israelischen Konflikt in den letzten Jahren derart katastrophal erging, ist es vielleicht an der Zeit einen völlig anderen Ansatz in Erwägung zu ziehen. Fangen wir mit den Grundlagen an: Unser Interesse liegt in der Sicherung der israelischen Sicherheit, gute Arbeitsbeziehungen mit arabischen Staaten zu erhalten und einen ausgedehnten arabisch-israelischen Krieg zu vermeiden. Glücklicherweise können diese Ziele durch Konzentration auf ein übergreifendes Politikziel erreicht werden: der Reduzierung der arabischen Feindseligkeit gegenüber Israel. Das kann dadurch erreicht werden, dass man mit Israel und den arabischen Führern daran arbeitet, den arabischen Glauben an israelische Schwäche platzen zu lassen.

 

Aus Bethlehem: Mitri Rahebs Lügenimperium

Dexter Van Zile, The Jerusalem Journal, 10. Oktober 2017

Warum argumentiert der Bethlehemer Pastor Mitri Raheb, dass die heutigen Juden „ein erfundenes Volk“ seien, um dann auf den Tempelberg zu marschieren, was implizit die Ermordung von zwei Israelis dort feiert?

Dreizehn Tage, nachdem palästinensische Terroristen zwei israelische Polizisten auf Jerusalems Tempelberg ermordeten, besuchte der lutherische Pfarrer Mitri Raheb den Tatort um zu feiern. Er feierte nicht den Anschlag an sich, sondern die Massenproteste, die die israelische Regierung überzeugte Metalldetektoren zu beseitigen, die sie nach dem Morden am Tempelberg installierte.

Raheb postete eine Videomontage seines Besuchs der All-Aqsa vom 27. Juli 2017, zwei Tage nach dem Anschlag. Die auf YouTube gepostete und auf twitter und Facebook gesendete Montage zeigt Raheb, wie er Arm in Arm mit anderen palästinensischen Pastoren steht und Muslimführern vor der Al-Aqsa-Moschee Respekt zollt. In einem zu dieser Montage führenden Tweet erklärte Raheb, dass sein Besuch an der Al-Aqsa – wo viele Imame regelmäßig Hass gegen Juden von sich geben – eine „unvergessliche Nacht … Demonstration des Glaubens an den Raum des Reichs und christlich-muslimischer Einheit als Mittel des kreativen Widerstand“ sei. In Reaktion erklärten Rahebs Fans den lutherischen Pastor aus Bethlehem zu einem palästinensischen „Nationalschatz“.

Die meisten christlichen Friedenschaffenden würden es als schlecht ansehen jubelnde Zurschaustellung von Solidarität mit einer politischen Regierung zu betreiben, die gegen Juden gerichtete Gewalt und hass als einigende Agenda nutzt, aber Raheb hat Zurschaustellungen wie diese schon Jahre lang gezeigt. Aus Rahebs Perspektive als antiisraelischer Agitator und Anerkennung suchender Dhimmi war sein Besuch der Al-Aqsa ein überwältigende Erfolg. Er bot ihm eine Gelegenheit jihadistische Gewalt mit Schleiern „kreativem Widerstand“ und interreligiöser „Einheit“ von Christen und Muslimen zu verschleiern – vergiss, dass die von ihm gerühmte Einheit in Verachtung für Juden und ihren Staat wurzelt.

Rahebs Rhetorik reichte fast aus die Menschen vergessen zu machen, dass das Drama um die Metalldetektoren auf dem Tempelberg mit palästinensischen Terroristen begann, die aus kurzer Distanz auf zwei arglose israelische Polizisten schossen – einen davon der Vater eines neu geborenen Babys – und sie töteten. Wenn Hail Stawi und Kaamil Snaan nicht von zwei Mördern überfallen worden wären, die ihnen auf dem Tempelberg auflauerten, wären überhaupt keine Metalldetektoren installiert worden, es hätte keine Proteste gegeben und Raheb hätte keinen „kreativen Widerstand“, den er feiern könnte.

Das ganz Drama um die Metalldetektoren und die Morde, die zum Akt ihrer Installation führten, wurzelte nicht in einem Wunsch nach Freiheit oder Selbstbestimmung für die Palästinenser, sondern in der einenden Agenda antijüdischen Hasses, die das Spektakel von Rahebs Besuch – und dass er in den sozialen Medien eine Kampagne fuhr, die die Aufmerksamkeit darauf lenkte – morbide und gruselig machte. Als Pastor hätte er den Hass betrauern sollen, der das Drama antrieb, an dem er sich beteiligte, aber hier schürte er die Flammen – auf demselben Steinpflaster, wo der Anschlag sich entfaltete.

Statt den Versuch zu unternehmen die antiisraelische Feindseligkeit zu dämpfen und infrage zu stellen, die unverantwortliche palästinensische Eliten benutzt haben, um Jahrzehnte lang an der Macht zu bleiben, stellt sich Raheb damit in eine Reihe, um bei den korrupten, autoritären Kleptokraten gut angeschrieben zu bleiben, die die Westbank kontrollieren.

Das ist eine gute Arbeit, wenn man sie bekommt. Wegen seiner Verbindungen und der Nützlichkeit für die palästinensische Autonomiebehörde ist Raheb in der Lage gewesen in der Westbank so etwas wie ein Imperium aufzubauen. Zusätzlich dazu viele Jahre als Pastor der Lutherischen Weihnachtskirche in Jerusalem zu dienen (ein Posten, den heute Munther Isaac inne hat), ist Raheb der Gründer und Präsident des Diyar-Konsortiums, eines eingetragenen Vereins, der Menschen in der Westbank soziale Dienste bietet. Er ist außerdem Gründer und Präsident des Dar al-Kalima-Universitätskollegs für Kunst und Kultur in Bethlehem, das oft als drittgrößter Arbeitgeber in Bethlehem beschrieben wird.

Ein Imperium wie dieses – zu dem ein medizinisches Zentrum, ein Kulturzentrum und ein Verlagshaus gehören – kann in der Westbank nicht ohne die Unterstützung der PA aufgebaut werden, die nicht Kosten kommt.

Infolge seiner unternehmerischen Gepflogenheiten war Raheb in der Lage das Kolleg auf Land zu gründen, das lutherischen Missionaren aus Deutschland gehörte und das die Briten im Ersten Weltkrieg beschlagnahmten. Das Land fiel letztlich in den Zuständigkeitsbereich der PA unter der Führung von Yassir Arafat. Raheb trat mit Plänen an Arafat heran, die von einem berühmten Architekten vorbereitet waren und erbat das Land zurück, damit er sein Kolleg beginnen konnte.

„Mit etwas Überredungskunst waren wir es uns möglich mindestens sechs Morgen dieses Landes zurückzubekommen“, erzählte Raheb 2016 einem amerikanischen Publikum. „Arafat sagte: ‚Okay, du musst beweisen, dass das erste Gebäude gebaut und in Betrieb! Ist, weil viele Leute dieses Stück Land haben wollen.‘ Es ist wirklich Land erster Klasse.“ Heute hat das Kolleg fünf Gebäude.

Um das Kolleg und andere Institutionen in Bethlehem zu unterstützen hat Raheb einen Stiftung in den USA gegründet, die Bright Stars of Bethlehem. Von 2009 bis 2015 sammelte die Stiftung insgesamt $5,5 Millionen, die Rahebs Imperium an gemeinnützigen Vereinen halfen der drittgrößte private Arbeitgeber in Bethlehem zu werden.

Wie alle Imperien propagiert das von Raheb eine Geschichte, die seine Existenz sich selbst und seinen Kernbestandteilen gegenüber legitimiert, die in diesem Fall aus Befürwortern der Vernichtung Israels in der palästinensischen Gesellschaft und antizionistischen Aktivisten in Nordamerika und Europa bestehen.

Raheb braucht die Unterstützung beider Gruppen, um sein Imperium in der Westbank zu erhalten. Die erste Gruppe – Israelhasser in der palästinensischen Gesellschaft – erlaubt ihm als Christ in der Westbank zu wirken; die zweite Gruppe – Israelhasser im Westen – bietet ihm die Gelder, die er braucht, um sein Imperium finanziell aufrechtzuerhalten. Beide Gruppen nutzen antiisraelische Feindseligkeit als Instrument, um in ihrer jeweiligen Gesellschaft Status zu erreichen und beizubehalten. Raheb gibt ihnen einfach die Geschichte, die sie brauchen, um ihre Feindseligkeit zu rechtfertigen.

Ein wichtiger Aspekt seiner Geschichte, die bei seinem Besuch auf dem Tempelberg zur Schau gestellt wurde, besteht darin, dass israelische Gewalt gegen die Palästinenser hervorgehoben und verurteilt wird, während palästinensische Gewalt ignoriert oder hinter einem Schleier sprachlicher Beschönigungen und Vernebelung versteckt wird. Dieses Narrativ ist schon eine ganze Weile das Alltagsgeschäft palästinensisch-christlicher Propaganda gewesen-.Naim Ateek, der Gründer von Sabeel, war ein früherer (wenn auch nicht der erste) Lieferant dieser Geschichte, die Raheb seit Jahren vorträgt.

Dieses Narrativ wird in Rahebs Buch aus dem Jahr 2004 klar offenbar; es heißt Bethlehem Besieged: Stories of Hope in Times of Trouble [Bethlehem hinter Mauern: Geschichten der Hoffnung aus einer belagerten Stadt]. In diesem Text erzählt der Pastor von Bethlehem die Geschichte der israelischen Invasion der Westbank im Jahr 2002, die am 2. April des Jahres begann. Er redet von den Panzern, Schützenpanzern und Hubschraubern, die Israel in die Westbank schickte und er beschreibt die Zerstörung, die an der Kirche angerichtet wurde, in der er Pfarrer war.

Schön und gut. All das ist ein legitimer Teil der Geschichte. Die Gemeinschaft, der zu dienen Raheb aufgerufen ist, litt als Ergebnis der Invasion. Raheb ist ihr Pastor und will ihre Geschichte erzählen.

Aber in seinem Buch verfehlt es Raheb irgendwo den Selbstmord-Bombenanschlag im Park Hotel in Netanya zu erwähnen, bei dem während einer Pessahfeier dreißig Israelis getötet und 140 weitere verletzt wurden. Er versäumt es auch seinen Lesern zu erzählen, dass achtzig Israels (zumeist Zivilisten) bei palästinensischen Selbstmordanschlägen getötet und ind en Wochen vor Israels Eindringen in die Westbank mehr als fünfunddreißig Zivilisten durch Schusswaffengebrauch getötet wurden. Israels Invasion 2002 war eindeutig eine Folge dieser Anschläge, aber Raheb erwähnt sie nicht einmal.

Solch einseitige Aussagen, die Teil eines kalkulierten Versuchs sind Israel als böse und die Palästinenser als völlig unschuldig darzustellen, waren ein wichtiger Faktor der erfolgreichen Kampagne die beratenden Gremien der Presbyterianischen Kirche der USA und der United Church of Christ zu überzeugen Entscheidungen zu treffen BDS-Beschlüsse gegen Israel zu fassen. Rahebs Aussage ist auch in Europa gefragt, wo er für seine Arbeit eine Reihe von Preise erhielt; diese Arbeit wird von den Leuten, die ihm diese Auszeichnungen verliehen,  als „friedenstiftend“ beschrieben.

Rahebs Glaubwürdigkeit in der Welt des progressiven Christentums im Westen ist etwas, das im Licht der radikalen Rhetorik betrachtet werden sollte, die er nutzt, um das jüdische Volk und seine Verbindung zu Israel zu delegitimieren.

Auf der Christus am Checkpoint-Konferenz von 2010 erklärte Raheb, dass der moderne Staat Israel „das Rom der Bibel repräsentiert, nicht das Volk des Landes“ und wenn ein DNA-Test an ihm selbst, König David und Benjamin Netanyahu  vorgenommen würde, es Gemeinsamkeiten bei ihm und König David geben würde, aber keine bei Netanyahu, denn der „stammt aus einem osteuropäischen Stamm, der im Mittelalter zum Judentum übertrat“.

Mit anderen Worten: Die Juden aus Europa, die den modernen Staat Israel gründeten, sind keine echten Juden, weil sie eine Gruppe sind (üblicherweise als „Khasaren“ bezeichnet), die vor Jahrhunderten zum Judentum konvertierte und daher keine Verbindung zum Land Israel hat. Das ist übler Stoff direkt aus dem Handbuch für antisemitische Propaganda, die von Typ wie David Duke[1] und anderen verbreitet werden. Und doch betrachten progressive Christen im Westen Raheb als „Friedensstifter“.

Mumpitz.

Rahebs Antijudaismus – und das ist er – wird auch in seinem Buch Faith in the Face of Empire: The Bible Through Palestinian Eyes (Glaube unter imperialer Macht: Eine palästinensische Theologie der Hoffnung) aus dem Jahr 2015 deutlich zum Ausdruck gebracht. In diesem Buch tut Raheb alles in seiner Macht stehende, um die Juden aus der christlichen und jüdischen Geschichte wegzuschreiben und durch die Palästinenser zu ersetzen. „Jesus war ein nahöstlicher palästinensischer Jude“, schreibt er zu Beginn seines Buches.

Also wirklich: Nein.

Jesus war ein jüdischer Jude, geboren nicht in „Palästina“ (ein Wort, das von den Römern genutzt wurde deutlich nach seiner Kreuzigung um eine Region zu beschreiben. Das ist kein unschuldiger Anachronismus seitens Rahebs, sondern Teil einer anhaltenden Strategie den Juden ihre Geschichte in der Region wegzunehmen und die Palästinenser an ihre Stelle zu setzen.

Raheb wird an einer entscheidenden Passage des Textes offenkundig. Nachdem er Shlomo Sands Buch The Invention of the Jewish People [Die Erfindung des jüdischen Volkes] beschwor, um zu argumentieren, dass die Juden ein erfundenes Volk sind, behauptet Raheb, dass die Palästinenser die ursprünglichen Einwohner des Landes sind; er behauptet, dass

„die Einheimisches im Land zu Fremden gemacht worden sind, um Raum für ein erfundenes Volk zu machen, das das Land besetzt.“

Mit solchen Argumenten schenkt Rabeb den palästinensischen Bemühungen Glauben, die die jüdischen Verbindungen zum Land Israel und zum Tempelberg bestreiten.

Warum führt Raheb solche Argumente an? Weil er das muss. Es ist Teil seines Jobs.

Er muss ein Imperium leiten.

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[1] ehemaliger Chef des Ku Klux Klan

Die heftigen Reaktionen auf Israels Selbstverteidigung sind pure Heuchelei

Jonathan S. Tobin, Jewish World Review, 5. April 2002

Nach der letzten Runde der palästinensisch-arabischen Terrorangriffe auf Israel stellt sich im Bewusstsein der meisten Juden rund um die Welt eine Frage, deren Beantwortung uns unter den Fingern brennt. Nach 18 Monaten des Terrorkriegs des palästinensischen Führers Yassir Arafat wundern wir uns: Wie viel jüdisches Blut muss noch vergossen werden, damit die Welt verlangt, dass die Mörder gestoppt werden?
Wie viele Massaker an Juden, die sich auf Passah-Sederfeiern befinden, jüdischen Müttern und Kindern, die Pizza essen, jüdischen Teenagern in eine Diskothek oder jüdischen Café-Gästen müssen noch geschehen, bevor die internationalen Medien, die europäischen Staaten und andere Sympathisanten der palästinensischen Sache beginnen, sich auf die Leiden der Opfer zu konzentrieren, statt auf die der Verbrecher?

Sind hunderte unschuldige tote Israelis genug?

Die Antwort ist eindeutig: Nein. Denn die Welt richtet ihre Proteste in der Nachfolge der Passah-Massaker der letzten Woche nicht gegen Arafat und seine terroristischen Verbündeten, sondern gegen die israelische Armee, die versucht, die Mörder in ihren Lagern in den palästinensischen Städten auszurotten.

Müssen wir warten, bis die Zahl der jüdischen Leichen in die Tausende geht?

Das sind keine frivolen oder rhetorischen Fragen. Denn wenn die Antwort auf unsere Frage unklar ist, dann müssen wir das so verstehen, dass trotz all des endlosen Geredes und der verbrauchten Tinte über den Holocaust sich in den letzten 60 Jahren einige Dinge nicht geändert haben.

Wenn die Welt, nach all den Lippenbekenntnissen zur Erinnerung an die sechs Millionen jüdischen Märtyrer und Helden, die im Holocaust zugrunde gingen, Israel erzählen kann, dass seine Menschen nicht schützenswert sind und dass es Zugeständnisse an die terroristischen Mörder als Lösegeld für die Leben derer, die noch nicht ermordet wurden, machen muss, dann sind die Gedenkfeiern zur Shoah vergeblich. Es stimmt, dass die palästinensischen Araber in dem Konflikt gelitten haben und dass dieses schlecht geführte Volk weiterhin leidet. Aber es muss wiederholt werden, dass der derzeitige Konflikt ein Krieg ist, zu dem sich Arafat selbst entschlossen hatte, nachdem er das großzügige israelische Friedensangebot in Camp David im Juli 2000 ablehnte. Und sein Volk umarmte ihn für diese Entscheidung, als es statt dessen den Frieden mit Israel hätte wählen können.

Es sind die Palästinenser, die sich entschieden einen Terrorkrieg mit dem Ziel der Zerstörung Israels dem Frieden vorzuziehen sei. Selbst jetzt, nachdem diese selbst zugefügten Wunden so viele arabische Leben gekostet haben, ist das Verlagen Israel anzugreifen zu groß, als dass es ihnen erlaubte, einen Waffenstillstand zu unterschreiben.

Aber viel zu viele Schaulustige – ob nun ignorante Journalisten, naive „Friedensaktivisten“ oder pro-arabische Propagandisten – interessieren sich nicht für die arabische Kampagne zur Zerstörung Israels und den Terrorismus, der sich gegen israelisch Unschuldige richtet.

Sie schauen, aber sie sehen nichts. Sie hören, aber sie hören nicht zu.

Keine noch so große Beweislast, dass Arafat und die palästinensische Autonomiebehörde sind tief in die Selbstmord-Anschläge und andere terroristische Akte gegen Israelis verstrickt sind, überzeugt sie.

Erklärungen Arafats und der Autonomiebehörde, die klar machen, dass ihr einziges wirkliches Ziel die Zerstörung des Staates Israel ist, werden routiniert ignoriert. Die Voraussetzung, dass es einen Unterschied zwischen der PA und ihren fundamentalistischen Hamas-Verbündeten gibt, hat sich in Luft aufgelöst. Aber ihre mörderischen Attacken auf Israel haben doch tatsächlich heftige Reaktionen gegen Israel produziert statt eine Welle der Sympathie.

Die „ausgeglichene“ Berichterstattung in vielen amerikanischen Zeitungen, die atemlosen Berichte der Fernsehkorrespondenten oder die offen pro-arabische europäische Presse machen alle deutlich, dass eine Menge Leute die Mythen akzeptiert haben, dass die israelische „Unterdrückung“ und „Besatzung“ der Palästinenser genauso schlecht, wenn nicht schlimmer als der arabische Terrorismus sind.

Dabei spielt es keine Rolle, dass diese „Besatzung“ hätte beendet werden können, wären die Palästinenser Willens gewesen, einer Friedensvereinbarung zuzustimmen. Der Anblick von Juden, die bewaffnet in Selbstverteidigung gegen das Abschlachten ihrer Landsleute aufstehen, ist für die empfindlichen Sensibilitäten der Welt immer noch zu viel.

Mehr noch: Obwohl palästinensisch-arabische Selbstmord-Attentäter bei dem, was als Passah-Massaker in die Geschichte eingeht, haufenweise tote Juden zurück ließen, sind die meisten Berichte und Kommentare über die Lage nicht an den jüdischen Opfern interessiert, sondern konzentrieren ihre Aufmerksamkeit auf das Missgeschick des Volkes, das die Bomber hinaus geschickt hat, um so viele Juden wie möglich zu töten und zu verstümmeln.

Just zu dem Zeitpunkt, an dem Israel am stärksten unter dem palästinensischen Terrorismus zu der Ablehnung des Friedens zu leiden hat, wird es von seinen Kritikern und „Freunden“ heftigst unter Feuer genommen, die denken, dass mehr Zugeständnisse es vor sich selbst retten werden.

Präsident Bush steht unter enormem internationalen und inländischem Druck, von seiner Unterstützung der israelischen Selbstverteidigung gegen den Terrorismus abzugehen. Was aber diese Kritiker wirklich sagen, wenn sie Bush wegen seines „Nichtstuns“ kritisieren, ist, dass der Präsident einschreiten und Israel unter Druck setzen sollte, den palästinensischen Forderungen nachzugeben und damit die Terroristen für ihre Gewaltkampagne zu belohnen.

Hört auf mit den Krokodilstränen

In dieser Woche der Trauer, die Yom Hashoah vor an ging – dem Tag der Erinnerung an die sechs Millionen ermordeten Juden, der am 9. April begangen wird – können wir denen, die Israel zum Sündenbock machen und dem jüdischen Leiden gleichgültig gegenüber stehen, nur sagen:

Tut uns die leeren Phrasen der Sympathie für die europäischen Juden, die vor sechs Jahrzehnten von Tätern des Bösen getötet wurden, nicht mehr an, wenn ihr kein Mitgefühl für ihre Nachkommen in Israel habt, deren Blut heute vergossen wird.

Wenn ihr bereit seid, den leben israelischen Staat zu opfern um die palästinensischen Begierden zu befriedigen oder ihm das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen, wenn seine Bevölkerung geschlachtet wird, dann erspart uns die Krokodilstränen für die von den Nazis und ihren Kollaborateuren ermordeten Juden und , denn niemand kümmerte sich genug, um die Mörder aufzuhalten.

So gesehen ist es ein Zufall, dass der Anstieg des Antisemitismus in Europa – durch die jüdischen Einrichtungen in Belgien und Frankreich belegt, die letzte Woche abgebrannt und verwüstet wurden – zu einer Zeit geschieht, in der der gegen Israel gerichtete arabische Hass von genau diesen Ländern toleriert wird.

Die Schreie der Gefallenen in Israel dürfen durch die Amerikaner – Juden wie Nichtjuden – nicht unbeantwortet bleiben.

Der achtzigste Jahrestag der Zweistaaenlösung

1937 schlug ein offizieller britischer Bericht erstmals die Teilung des Mandats Palästina vor. Die Geschichte dahinter hilft zu erklären, warum der arabisch-jüdische Konflikt ungelöst bleibt.

Rick Richman, Mosaic, 2. Oktober 2017

Lord Peel und Sir Horace Rumbold, Vorsitzender und Vizevorsitzender der Königlichen Palästina-Kommission, nachdem sie 1937 in Jerusalem Beweismittel vom Hohen Arabischen Rat entgegennahmen (Library of Congress)

In diesem epochalen Jahr der Zionismus-Jubiäen – dem 120. Jahrestag des Ersten Zionistenkongresses in Basel, der 100. der Balfour-Erklärung, der 70. der UNO-Teilungsresolution, der 50. des Sechstage-Kriegs – gibt es noch ein weiteres, das beachtet werden sollte: der 80. Jahrestag des Berichts der britischen Peel-Kommissin, die erstmals eine „Zweistaatenlösung“ für Palästina vorschlug.

Die Geschichte des Peel-Berichts ist heute weitgehend unbekannt, aber aus zwei Gründen lohnt es sich sie zu erzählen:

Erstens ist es eine historische Saga mit sechs außergewöhnlichen Personen, vn denen fünf vor der Kommission aussagten: auf der Seite der Zionisten David Ben-Gurion, Ze’ev Jabotinsky und Chaim eizmann, die jeweiligen Anführer der linken, rechten und des Zentrums der zionistischen Bewegung; auf der arabischen Seite Haddsch Amin al-Husseini, der Mufti von Jerusalem; und auf der britischen Seite Winston Churchill, der hinter verschlossenen Türen eine entscheidende Aussagen machte. Louis Brandeis, der führende amerikanische Journalist, spielte ebenfalls eine wesentliche Rolle.

Zweitens und heute vielleicht noch wichtiger, hilft die Geschichte zu erklären, warum der arabisch-jüdische Konflikt ein Jahrhundert nach der Balfour-Erklärung ungelöst bleibt.

Die Geschichte und Vorgeschichte der Balfour-Erklärung wird in Jahrestags-Artikeln in Mosaic von Martin Kramer, Nicholas Rostow, Allan Arkush, Colin Shindler, und Douglas J. Feith auf bemerkenswerte Weise beschrieben. Als im November 1917 Britannien während des Ersten Weltkriegs im Nahen Osten gegen die osmanische Türken kämpfte, erklärte der britisch Außenminister Arthur Balfour formell die britische Unterstützung für „eine nationale Heimstatt für das jüdische Volk“ in Palästina. Die Balfour-Erklärung, so wurde sei bekannt, wurde nach umfangreichen Überlegungen des britischen Kabinetts und Konsultationen mit den britischen Verbündeten abgegeben, darunter den USA, deren Präsident Woodrow Wilson sie im Oktober 1917 bestätigte. 1922 band der Völkerbund sei in das Mandat für Palästina auf, das der Bund Britannien anvertraute; damit wurde die Erklärung als Teil des Völkerrechts verankert.

Die palästinensischen Araber lehnten sowohl die Balfour-Erklärung als auch das Mandat des Völkerbundes ab, selbst nachdem Britannien 1923 den größeren Teil Palästinas östlich des Jordan abtrennte und Emir Abdallah von Transjordanien als dessen neuen herrscher anerkannte. 1929 randalierten Araber in Jersalem, massakrierten Juden in Hebron und SAfed und griffen Juden an anderen Orten im Land an. 1936 reien die Araber in einer erheblichen Eskalation einen Generalstreik aus, sabotierten Züge, Straßen und Telefonleitungen, betreiben weit verbreitet Gewalt gegen Juden, zerstörten ihre Bäume und Ernten und verübten Guerillaanschläge gegen britische Mandatsbehörden.

Im Mai 1936 verkündeten die Briten ihre Absicht eine Kommission einzurichten, um „die zugrundeliegenden Ursachen der Unruhen zu ermitteln und Empfehlungen für die Zukunft abzugeben. Die arabische Gewalt ging den Oktober hindurch weiter, was die Ankunft der von Lord Peel geführten Kommission in Jerusalem bis zum November verzögerte. Als sie auf dem Weg war, erklärten die Araber, dass sie das Procedere boykottieren würden.

Die Juden erkannten, dass die Zukunft ihrer nationalen Heimstatt in Gefahr war, legten die Juden der Kommission eine wichtige Verteidigung der zionistischen Sache vor: ein 288 Seiten langes, gedrucktes Memorandum, zusammen mit fünf Anhängen, die die Geschichte Palästinas und damit die rechtliche Grundlage der Balfour-Erklärung beschrieben. Das Memorandum betonte die Dringlichkeit der Stunde – die Nazis waren seit drei Jahren an der Macht und hatten den deutschen Juden ihre Bürgerrechte genommen. Das Memorandum betonte, dass Juden „nicht nur wegen der Geltendmachung abstrakter Reichte besorgt waren“, sondern auch wegen „dews Drucks verhängnisvoller praktischer Notwendigkeit“:

Die jetzt in Deutschland Bedingungen vorherrschenden Bedingungen sind nur zu gut bekannt, um langwierige Beschreibungen zu erfordern… Aber es ist nicht nur in Deutschland, wo Juden unter [solchen] Bedingungen leben… Mehr als fünf Millionen Juden … sind in bestimmten teilen von Ost- und Südost-Europa konzentriert … für die die erkennbare Zukunft keine Hoffnung bereit hält. Die Fluchtrouten schließen sich… Was sie vor der Verzweiflung rettet, ist der Gedanke [einer jüdischen nationalen Heimstatt].

Weizmann, Ben-Gurion und Jabotinsky sagten zwischen November 1936 und Februar 1937 vor der Kommissin aus. Zusammengenommen stellten ihre Vorträge die entschiedenste und eloquenteste Verteidigung des Zionismus dar, seit Theodor Herzl 40 Jahre zuvor den ersten zionistischen Kongress  einberief. Weizmanns zweistündiger Vortrag war vielelich der beste in seiner langen Karriere als Kopf der zionistischen Organisaion. Die „sechs Millionen Menschen … die an Orten eingepfercht sind, an denen sie unerwünscht sind“, sagte er, sahen sich einer Welt gegenüber, „die isch in Orte teilt, wo sie nicht leben können und solche, die sie nicht betreten können“. Die Juden strebten nur „einen Ort in der Welt an … wo wir leben uns uns in Übereinstimmung mit unserem Charakter artikulieren und unseren Beitrag zur Zivilisation auf unsere eigene Weise leisten können.“

Ben-Gurions Aussage war, wenn überhauptmöglich, noch kraftvoller. Die Rechte der Juden in Palästina, erinnerte er die Kommissin, stammten nicht aus dem Mandat und der Balfour-Erklärung, sondern aus der in der Bibel aufgezeichneten Geschichte :

Die Bibel ist unser Mandat, die Bibel, die von uns geschrieben wrude, in unserer Sprache, in Hebräisch, in genau diesem Land. … Usner Recht ist so alt wie das jüdische Volk. Es war nur die Anerkennung dieses Rechts, das in der Balfour-Erklärung und dem Mandat zum Ausruck kam. … Wir gründen etwas wieder neu, das wir hatten, das wir hielten und das während der gesamten Geschichte des jüdischen Volks uns gehörte.

Jabontinsky war bei der lezten öffentlichen Anhörung der Kommission an der Reihe, das am 11. Februar 1937 in London stattfand. Die Zeitungen in London berichteten, dass „hunderte Jude sich vor dem Oberhaus anstellten“, um seine Aussage zu hören und „weitere Menschen abgewiesen als zugelassen werden konnten“. Zu den Honoratioren im Zuschauerraum gehörten William Ormsby-Gore (de eneue Außenminister für die Kolonien) und Lady Blanche Dugdal (Lord Balfours Nichte). Jabotinsky, der führende Redner unter den Zionisten, sprach von der drändenden Unerlässlichkeit der Rettung:

Wir müssen Millionen, viele Millionen retten. Ich weiß nicht, ob es eine Frage der Neuunterbringung eines Drittels der jüdischen Rasse, der Hälfte der jüdischen Rasse oder eines Viertels der jüdischen Rasse ist … aber es ist eien Frage von Millionen. … Es ist recht verständlich, dass die Araber Palästinas es vorziehen würden, dass Palästina der arabische Staat Nummer 4, 5 oder 6 ist – dass begreife ich recht gut – aber wenn der arabische Anspruch mit unserer jüdischen Forderung gerettet zu werden gegnüber gestellt wird, dann ist das wie die Ansprüche des Appetits gegen die Ansprüche des Verhungerns.

Eine zusätzliche Aussage wurde hinter verschlossenen Türen geliefert; Weizmann sprach über arabische Forderungen. Nach seiner Sicht würden die Araber niemals mit wengier als der kompletten Eliminierung des Mandats zufrieden sein. „Sie haben drei Königreiche“ – nämlich Syrien, den Irak und Transjordanien – „durchd en Weltkrieg“, sagte er und jetzt „neiden sie uns was immer wir heute in Palästina haben.“ Mit Verweis auf den Mufti warnte er, dass dies ein Führer sei, der „nicht einen einzigen Juden ins Land kommen sehen will“ und ass weitere britische Zugeständnisse an ihn kontraproduktiv sein würden.

Die gesamte Geschichte des Mandats und der Balfour-Erklärung ist eine Geschichte der Reduzierung … der schmeichelns und den Arabern gut zuzureden eine Art Kompromiss zu akzeptieren und hat sie dazu gebracht genau die entgegengesetzte Richtung einzuschlagen. Sie haben Gesagt: „Wenn wir mit einem Pogrom, zwei Pogromen oder drei Pogromen so viel erreichen können, dann wareten wir ab und wir werden den passenden Moment finden, zu dem wir [die Juden] vernichten können. … [Ihre Haltung ist immer die gewesen:] „Wir sind gegen die Balfour-Erklärung, wir sind gegen das Mandat, wir können das nicht diskutieren.“

In der Tat war das genau das, was die Araber sagten, als sie ihren Boykott der Vorgänge im Januar beendeten und sich entschieden dann doch auszusagen. Der Mufti, der als ihr Führer erschien, informierte die Kommission, dass die Balfour-Erklärung und das Mandat komplett ungültig seien, das Ergebnis von „unzulässigem jüdischem Druck“ auf die britische Regierung und ein jüdischer Plan Salomos Tempel auf arabischen heilgen Orten wieder aufzubauen. Sie erklärten, dass Palästina „bereits vollkommen besiedelt“ sei und bezeichnete es als unmöglich „zwei unterschiedliche Völker“ im selben Land unterzubringen – ein Punkt, zu dem die Kommissionsmitglieder ihn dann genauer befragten:

Frage: Wenn die Araber einen Staat in Palästina hätten, würden sie bereit sein die Juden willkommen zu heißen, die sich bereits im Land befinden?

Antwort: Das wird dem Gutdünken der Regierung überlassen bleiben, die eingerichtet werden wird…

F: Glaubt seine Eminenz, dass dieses Land die 400.000 Juden aufnehmen und integrieren kann, die sich bereits im Land befinden?

A: Nein.

F: Einige von ihnen müssten evenuell durch einen freundlichen oder auch schmerzlichen Prozess entfernt werden?

A: Das müssen wir der Zukunft überlassen.

Am 12. März 1937 erschien Winston Churchill hinter verschlossenen Türen vor der Kommission und bestätigte den Kommissionsmitgliedern energisch die zugrundeliegende Vision der Balfour-Erklärung. „Natürlich war darüber nachgedacht worden und beabsichtigt, dass [die Juden] im Lauf der Zeit [in Palästina] einen überwiegend jüdischen Staat gründen“ und das dieser „große jüdische Staat Millionen zählen“ zählen könnte. Churchill bat die Kommissionsmitglieder dringend: „Komment Sie nicht von Ihrem Ziel ab.“

In den Monaten nach Abschluss der Anhörungen durch die Kommission begannen ihre Mitglieder über eine Teilung Palästinas nachzudenken. Weizmann war während seines privaten Erscheinens vor der Kommission zu einer solchen Idee befragt worden. Er hatte geantwortet, dass er nicht offiziell antworten könne, dass er persönlich aber glaube, sie könnte einen Weg nach vorne bieten.

Am 8. Juni 1937, enen Monat bevor der Bericht der Kommission veröffentlicht wurde, gab Sir Archibald Sinclar, der Vorsitzende der britischen liberalen Partei, ein Abendessen für Weizmann und die prozionistischen Schlüssel-Führungspersönlichkeiten aller Parteien: Winston Churchill, Clement Attlee, Leopold Amery, Josiah Wedgwood und James de Rothschild. Ein geheimes Memorandum fasste das Gespräch beim Dinner zusammen; darin wird festgehalten, dass Churchill zusammen mit allen anderen britischen Gästen außer Amery eine „sehr eindringliche Ablehnung“ der gesamten Teilungsidee zum Ausdruck brachte:

Churchill warnte die Anwesenden, dass die britische Regierung nicht vertrauenswürdig sei. … Mit einer Teilung würde der jüdische Staat sich nicht verwirklichen lasse; die Araber würden sofort Ärger machen und die Regierung würde wieder davonlaufen. Mit diesem Vorschlag würde ein blutiger Krieg ausgebrütet. Das einzige, was die Juden tun könnten, sei durchhalten, durchhalten, durchhalten!

Das Memorandum vermerkte sowohl Weizmanns diplomatische Antwort auf Churchill – nämlich dass der Teilungsplan „der einzige Ausweg zu sein schien, der sich der Kommmission empfehlen würde“ – und Churchills entschiedener Erwiderung: „Das ganze ist eine Fata Morgana. … und die Juden müssen durchalten.“

Am 7. Juli 1937 veröffentlchte das britische Kabinett den Bericht der Peel-Kommission. Seine 435 Seiten eichnete die 3.000-jähriger jüdische Verbindung zu Palästina nach; stellte fest, dass die jüdische nationale Heimstatt aufzubauen für die Araber von Vorteil gewesen war, die druch die Investition jüdischen Kapitals und jüdischer wirtschaftlicher Aktivitäten in Palästina profitierten; vermerkten die sehr große Zunahme der arabischen Bevölkerung in jüdisch-städtischen Gebieten im Vergleich mit praktisch keinem Wachstum in arabischen Städten wie Nablus und Hebron; bemerkte, dass jüdische Krankenhäuser und Kliniken sowohl Araber wie auch Juden versorgten; und erkannten, dass jüdische Bemühungen gegen Malaria überall in Palästina jedermann geholfen hatte.

Was die andauernde arabische Revolte angeht, war die zugrunde liegende Ursache, zum dem Schluss kam der Bericht, die unversöhnliche arabische Gegnerschaft zur jüdsichen Präsenz in Palästina. Die Sicht der arabischen Führer hatte sich „nicht einen einzigen Zentimeter von dem weg bewegt, die sie sich zu eigen gemacht hatten, asl sie erstmals die Folgen der Balfour-Erklärung begriffen“. Stattdessen fuhren die Araber fort „die Gültigkeit der Balfour-Erklärung und das Recht der Mächte zu bestreiten Großbritannien mit einem Mandat zu betrauen“. Und diese Ansichten wurden von oben herab durchgesetzt. Tatsächlich gab der Bericht an, das „übelste Element im Bild“ sein nicht der Terrorismus gegen die Juden – „Angriffe von Arabern auf Juden sind unglücklicherweise nichts Neues“ – sondern Anschläage von Arabern auf Araber, die verdächtigt wurde den Ansichten des Mufti unzureichend anzuhängen.

Zu dieser Verbindung zitierte der Bericht ein Beispiel: den Besuch von Bewaffneten beim „Herausgebe einer der arabischen Zeitungen im letzten August, kurz nachdem er Artikel veröffentlicht hatte, die dafür waren den vo Mufti initiierten ‚Streik‘ zu beenden. Und dieser Besuch kaum ein isoliertes Ereignis:

Ähnliche Besuche wurde während unseres Aufenthalts in Palästina bei wohlhabenden arabischen Landbesitzern oder Geschäftsleuten gemacht, von denen man glaubt, dass sie dem Fonds unangemessene Beiträge geleistet haben, die der Hohe Arabische Rat [des Muftis] sammelte, um Aaber für Schäden zu kompensieren, die sie während der „Unruhen“ erlitten. Die „Bewaffneten“ hören aber auch nicht bei Einschüchterungen auf. Es ist nicht bekannt, wer im lezten August den amtierenden arabischen Bürgermeister von Hebron ermordete, aber niemand hat Zweifel, dass er sein Leben verlor, weil er es gewagt hatte von der „extremistischen“ Politik des Hohen Rats abzuweichen. Der Versuch den arabischen Bürgermeister von Haifa zu ermorden – er fand ein paar Tage nach unserer Abreise aus Palästina statt – wird ebenfalls, so wird uns gesagt, als politisch betrachtet.

Kurz gesagt: Die Kommission befand, dass arabischer Nationalismus in Palästina statt aus einem „positiven natinalen Gefühl“ zu entstehen, „untrennbar imt Antagonimus zu den Juden verflochten“ war. Damit „wäre die arabische Haltung“, selbst enn die jüdische nationale Heimstadt „weit kleiner wär … genau dieselbe“. Auch konnten arabische „Moderate“ keine friedliche Regelung ermöglichen, da sie in wichtigen Fragen ausnahmslos dabei endeten sich auf die Seite der Extremisten zu stellen. Insgesamt war die Kommission daher „überzeugt, dass keine Aussicht auf eine dauerhafte Regelung gefunden werden kann, die auf moderatem arabischem Nationalismus gründet. Bei jeder folgenden Krise in der Vergangenheit ist diese Hoffnung gehegt worden. In jedem Fall hat sie sich als illusorisch erwiesen.“

Was sollte, angesichts der Befunde der Kommission, getan werden? 1923 hatte Großbritannien bereits in Kapitulation vor der arabischen Ablehnung der Balfour-Erklärung den Arabern bereits ganz Palästina östlich des Jordan überlassen, Territorium, das ursprünglich Teil der jüdischen nationalen Heimstatt gewesen war. Da die Kommission offen die arabische Kompromisslosigkeit und mörderischen Absichten der Araber den Juden gegenüber eingestand, schlugen die Briten jtzt feige einen weiteren Akt proarabischen Appeasement vor.

Diese erneute Kapitulation kam im Teilungsplan der Kommissin zum Ausdruck, der das Mandat für eine jüdische nationale Heimstatt durch einen winzigen jüdischen Staat ersetzen sollte. Die Araber, bereits im Besitz ganz Palästinas östlich des Jordan, würden jetzt weiter mit dem größten Teil Palästinas westlich davon belohnt werden. Die Stadt Jerusalem, mit einem Korridor zum Mittelmeer auf der begleitenden Karte in Grün gekennzeichnet, sollte weiterhin von den Briten kontrolliert werden. Was die Juden angeht, so würden sie auf einen „zwergenhaften Bereich“ (um Jabotinskys treffenden Bezeichnung zu zitieren) beschränkt sein – ein gedrängtes Küstenstift, das keinen Raum für weitere jüdische Zuwanderung zulassen würde.

(Quelle: Jewish Virtual Library)

Die Reaktion der prozionistischen britischen Personen der Öffentlichkeit auf den Bericht der Peel-Kommission war vernichtend. David Lloyd George – der zur Zeit der Balfour-Erklärung Premierminister gewesen war – nannte ihn „skandalös“ und „ein klägliches Zugeständnis“ britischen Versagens. Viscount Herbert samuel, in den 1920-er Jahren der britische Hochkommissar für Palästina, kritisierte ihn im Oberhaus hart. Im Unterhaus sprachen sich Winston Churchill, Archibald Sinclair und James de Rothschild kategorisch gegen die Teilung aus.

In Amerika därngte Louis D. Brandeis die Zionisten mit all ihrer Macht gegen den Teilungsplan vorzugehen. In einem Brief vom 26. Juli 1937 and Felix Frankfurter, seinen engen Freund und Mitzionisten, berichtete Brandeis, dass Josiah Wedgwood, ener der prozionistischen britischen Parteiführer, die am Abendessen nicht allzu viele Tage zuvor mit Weizmann teilnahmen, gesagt hatte, mehrere christliche Parlamentsmitglieder hätten Weizmann das in unmissverständlicher Sprache gesagt.“

In seiner Autobiografie von 1949 schrieb Weizmann, dass mit dem Bericht der Peel-Kommission „der arabische Terrorismus seinen ersten großen Sieg eingefahren hatte“, weil sie die Briten erfolgreich dazu gebracht hatten das Mandat für nicht funktionierend zu erklären. „Das Herzeleid und die Verbitterung der Juden“, schrieb er „war kaum zu beschreiben, während sie zusahen, wie der größere Hitler-Terror ihre Verwandten in Europa verschlang, während die Tore Palästinas als Zugeständnis an die Araber geschlossen wurden.“ 1937 glaubte er allerdings, dass das Angebot eines jüdischen Staates genutzt werden sollte, selbst wenn der viel kleiner sein würde als der, den man sich zur Zeit der Balfour-Erklärung vorgestellt hatte.

In seiner Rede auf dem Zwanzigsten Zionistischen Kongress in Zürich, der drei Wochen nach der Veröffentlichung des Berichts der Peel-Kommission eröffnete, lehnte Weizmann den genauen Plan der Kommission ab, drängte die 484 Delegierten aber dazu die Idee der Teilung zu genehmigen, die er „einen revolutionären Vorschlag“ nannte. Er sagte den Delegierten: „Wenn der Vorschlag einen Weg [zu einem jüdischen Staat] eröffnet, dann sage ich, der rund 40 Jahre lang alles getan hat, das [in meinen] Möglichkeiten leigt, der der Bewegung alles gegeben hat, Ja und ich vertraue darauf, dass sie es genauso tun werden.“ Der immer gerissene Ben-Gurion unterstützte Teilung ebenfalls; er glaubte ein kleiner jüdischer Staat könne später auf die eine oder andere Weise ausgeweitet werden.

Die nachfolgende Debatte war die kontroverseste seit 1903, als der sechste Zionistische Kongress Herzls Vorschlag für einen Judenstaat in Uganda ablehnte. Die amerikansiche Delegation war gegen Teilung, genauso die in arabischen Ländern des Nahen Ostens lebenden Juden sowie verschiedene Delegierte, die mit Jabotinsky sympathisierten. Der Kongress stimmte schließlich mit 300 zu 158 zugunsten einer Resolution, die ihre Leiter anwies „jeglicher Verletzung der Rechte des jüdischen Volks, wie sie von der Balfour-Erklärung international und dem Mandat garantiert wurde, Widerstand zu leisten“, aber die „Bereitschaft des jüdischen Volks [zum Ausdruck] brachte eine friedliche Regelung mit den Arabern Palästinas zu erreichen“. Weitere Verhandlungen zu einem Teilungsplan wurden genehmigt. Implizit hatte die zionistische Bewegung eine Zweistaatenlösung akzeptiert.

Was die Araber angeht, so lehnten sie den Bericht der Peel-Kommission rundheraus ab. Sie wollten keinerlei jüdische Souveränität welcher Art auch immer in Palästina anerkennen, egal wie zwergenhaft der Bereich sein würde. Die arabische Gewalt ging die nächsten zwei Jahre weiter, bis Großbritannien 1939 ein neues „Weißbuch“ veröffentlichte, mit dem es seinem früheren Teilungsvorschlag und Aufnahmezusgen zurückzog – eine haarsträubende Verletzung seiner Mandatsverpflichtung – um Palästina stttdessen in einen einzigen, mehrheitlich arabischen Staat zu umzubauen.In der Hofnung die Araber weiter zu besänftigen gingen die Briten dazu über drakonische neue Einschränkungen für jüdische Immigration aufzuerlegen; sie versprachen sie ganz auslaufen zu lassen und strenge Einschränkungen für jeden zukünftigen jüdischen Landkauf zu verhängen.

Drei Monate nach Ausgabe des Weißbuchs brach in Europa der Zweite Weltkrieg aus. Während des Jahres 1940 utnernahmen Weizmann, Jabotinsky und Ben-Gurion jeder einen Einsatz in Amerika, um Unterstützung für eine jüdische Armee zu finden, die sich dem Kampf gegen Hitler anschließen sollte. Haddsch Amin al-Husseini seinerseits ging nach Nazideutschland, um Pläne zu besprechen denKrieg so schnell wie möglich nach Palästina zu bringen. 1941 erzielte er ein geheimes Abkommen mit Hitler, um miteinander an dem zu arbeiten, was sie eine „gemeinsame Sache“ nannten: die Eliminierung des „jüdischen Elements“ in Palästina.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lehnten die palästinensischen Araber 1947 einmal mehr eine Zweistaatenlösung (UNO-Resolution 181) und dann, selbst nach der Gründung des Staates Israel noch dreimal ab: im Juli 2000 (Israels Camp-David-Angebot), im Januar 2001 (die Clinton-Parameter) und im September 2008 (das Angebot von Olmert). Palästinensische Unterhändler sind lange angewiesen worden niemals den Ausdrücke „jüdischer Staat“, „Heimat des jüdischen Volks“ oder irgendeinen ähnlichen Ausdruck zu verwenden, die jüdische Souveränität irgendwo im historischen Palästina anerkennen könnte.

In seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung 2016 forderte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, dass Großbritannien sich für die Balfour-Erklärung entschuldigen müsse und er weiderholte diese Haltung in seiner Rede vor der UNO am 25. September diesen Jahres. Er hat wiederholt behautpet (2011, 2014 und 2016), dass er „niemals“ einen jüdischen Staat anerkennen werde.

Achtzig Jahre nach dem ersten Vorschlag einer Zweistaatenlösung lehnen selbst „moderate“ palästinensisch-arabische Führer seine Grundvoraussetzung immer noch ab. Sie wollen einen Palästinenserstaat,a ber nicht, wenn der Preis die Anerkennung eines jüdischen Staates ist. In dieser Frage hat sich die palästinensische Haltung, um die Sprache der Peel-Kommission zu verwenden, „nicht einen Zentimeter verschoben“.

Was hat Obama vor?

Der amerikanische Präsident Obama zielt darauf Israel zu delegitimieren, bis es einlenkt

Moshe Dann,YNetNews, 5. Dezember 2010

Warum sollte Präsident Obama Amerikas Prestige, Geld und Einfluss für eine dreimonatige Einschränkung jüdischer Bautätigkeit in von Israel 1967 eroberten Gebieten aufs Spiel setzen? Eine weitere Verhandlungsrunde ist zum Scheitern verurteilt, da die palästinensischen Führer es bereits abgelehnt haben die Gespräche wieder aufzunehmen, wenn nicht der Baustopp auch auf Ostjerusalem ausgedehnt wird. Warum puscht Obama diesen Schneeball, wo er doch weiß, dass es unwahrscheinlich ist, eine Vereinbarung mit Substanz in so kurzer Zeit, wenn überhaupt zu erzielen?

Den israelischen Forderungen nach einer schriftlichen Verpflichtung, keine weiteren Baustopps zu verlangen, eine Staffel Kampfflugzeug zu liefern und palästinensische Vorlagen hin zu Eigenstaatlichkeit in der UNO ein Jahr lang zu blockieren, könnte Obama als Vorwand dienen einen palästinensischen Antrag im Sicherheitsrat mit einem Veto zu belegen. Aber das scheint die Zugeständnisse an Israel kaum wert zu sein. Und was passiert, wenn das Jahr um ist?

Amerikanische „Anreize“ (Bestechung) zu akzeptieren, ist für Israel erniedrigend – damit wird Politik und Geld dem Prinzip vorgezogen. Premier Netanyahu versprach, dass der erste Baustopp „nur eine einmalige Sache“ sei. Und israelische Bedingungen zu akzeptieren ist für Amerika herabsetzend. Beide Seiten sind moralisch kompromittiert; doch Israel wird als korrupt und hinterhältig dargestellt, als Friedensschluss vermeidend, während es gleichzeitig Belohnungen erpresst – ein typisch antijüdisches Stereotyp.

Elliott Abrams und Michael Singh stellen weise fest: „Die beunruhigenden Präzedenzfälle, die von diesem Paket gesetzt werden, werden eher dazu dienen die Aussichten für einen Durchbruch bei den Friedensverhandlungen zu trüben als sie zu verbessern… Der am meisten Besorgnis erregende Aspekt des Obama-Pakets ist die Verbindung, die es zwischen israelischen Zugeständnissen bei den Siedlungen (und offenbar auch bei der Geschwindigkeit der Bautätigkeit in Jerusalem) und anderen nicht zusammenhängenden politischen Fragen etabliert… Mit diesem neuesten Schritt versuchen die Vereinigten Staaten eine Politik zu retten, die es nicht wert ist gerettet zu werden.“

Was aber, wenn Obamas Ziel nichts mit irgendeinem „Friedensprozess“, Vereinbarungen oder Zugeständnissen zu tun hat? Was, wenn er und seine Administration wie ein Zauberer von ihrer versteckten Agenda ablenken: der Delegitimierung Israels?

Im April deutet Obama an, die Sicherheit im Irak und Afghanistan kämpfender amerikanischer Soldaten und Amerikas „unabdingbaren Sicherheitsinteressen“ stünden mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt in Verbindung; er macht Israel für den Stillstand verantwortlich.

Israel sitzt in der Falle

Obamas Strategie Israel durch erzwungene Zugeständnisse zu schwächen und zu isolieren, wird durch seine Konzentration auf die israelischen Siedlungen als „illegal“ und „inakzeptabel“, seine extremen Proteste gegen allen und jeden jüdischen Hausbau in Judäa und Samaria, sogar in Jerusalem, und seine direkte Forderung an Israel sein Atompotenzial offenzulegen und dem Atomwaffen-Sperrvertrag beizutreten offenbar. Einen weiteren dreimonatigen „Baustopp“ zu fordern, passt in das Muster der Verleumdung Israels.

Nachdem das Moratorium ausläuft – und angenommen, es ändert sich nichts – wird wieder Israel dafür verantwortlich gemacht und diffamiert, dass es keine „Zugeständnisse für den Frieden“ gemacht hat, „palästinensisches Land stiehlt“ und „die Palästinenser unterdrückt“. Obama kann behaupten, er habe sein Bestes gegeben; die Palästinenser werden ihren Persilschein bekommen; und Israel wird weiter ausgegrenzt und verurteilt werden. Israel sitzt in der Falle.

Wenn Israel den amerikanischen Bedingungen zustimmt und die Bestechung annimmt, verliert es seine Integrität und den Vorteil, den es jetzt hat – einseitig die jüdische Bautätigkeit ohne irgendein positives Ergebnis mehr als ein Jahr eingefroren zu haben. Wenn Israel nicht zustimmt, wird es als unweise und undankbar erscheinen, was seine Position weiter untergräbt. Obama kann wieder Israel für die Verhinderung des Friedens verantwortlich machen, für amerikanisches Nichtstun gegenüber dem Iran und für sein Versagen in Afghanistan.

Angesichts israelischer und palästinensischer Forderungen und Realitäten weiß Obama, dass mit einem dreimonatigen Deal nichts erreicht werden wird; der Ergebnis wird allerdings Israel als Paria-Staat kennzeichnen. Für den Prozess der Delegitimierung, der sich in der gesamten Welt ausgebreitet hat, ist das nur folgerichtig.

Das erklärt, warum die USA der Verurteilung Israels in der UNO und in Europa, Obamas „der muslimischen Welt ausgestreckten Hand“ und seiner Feindschaft gegenüber Israel nicht widersprachen.

Obamas Feindschaft gegenüber Israel ist angefüllt von den Vorurteilen und Verdrehungen seines geistigen Mentors Jeremiah Wright und seiner antiisraelischen Freunde wie Rashid Khalidi; wie bei vielen europäischen Politikern wird sie von Israels Widerstand gegen seine Forderungen verschärft. Aber Israel dafür zu bestrafen, dass es nicht mit ihm übereinstimmt, hat reale Folgen, die Israels Überleben bedrohen.

Israels Feinde – nicht in der Lage es militärisch zu besiegen – verurteilen es als unmoralisch, illegal, einen Gesetzlosen unter den Staaten, der Apartheid schuldig, Kriegsverbrecher, antimenschlich, sogar naziartig.

Obamas radikaler Wechsel der amerikanischen Außenpolitik gegenüber Israel, seine Überreaktion auf Wohnungsbau für Juden in Ostjerusalem, seine vorsätzlichen Brüskierungen und beleidigende Haltung dienen der Dämonisierung Israels und schädigen seinem Ansehen in der Welt.

Diese Agenda ignoriert eine einfache Tatsache: Wäre dies ein territorialer Disput, dann wäre er innerhalb der vergangenen 63 Jahre gelöst worden. Ein zweiter/dritter arabisch-palästinensischer Staat wird den Konflikt nicht beenden, sondern ihn auf unbestimmte Zeit am Leben erhalten; und über den Iran mit der Hilfe der Hamas und der Hisbollah Israels Überleben und die Stabilität der gesamten Region bedrohen.

Israel die Schuld dafür zuzuschreiben, dass es einer solchen Staatsgründung Widerstand leistet, schafft eine Atmosphäre des Hasses und der Verachtung. Diese Delegitimisierung scheint genau das zu sein, was Obamas Administration erreichen will.