Wo Wasser liefern ein Verbrechen ist

Evelyn Gordon, 31. Januar 2016 (Commentary, 29. Januar 2016)

Wie baut man einen Staat für ein Volk auf, das ihn nicht bauen will? Das ist die offensichtliche Frage, die aus dem jüngsten Kapitel der fortbestehenden Saga von Rawabi entsteht, der ersten palästinensischen Stadt. Sie ist ein Vorzeige-Projekt, das internationale Diplomaten regelmäßig als Model palästinensischer Staatsbildung preisen, aber es hat von den übrigen Palästinensern kein solches Lob erfahren. Stattdessen beschuldigen jetzt genau die Leute, die davon profitieren sollen, Rawabis Gründer der Kollaboration mit dem Feind, weil er so grauenhafte Verbrechen begangen hat – das ist kein Witz – wie die Einwohner mit Strom und fließendem Wasser zu versorgen.

Rawabi wurde mit dem Ziel gegründet anständige, erschwingliche Wohnungen für Palästinenser der Mittelklasse zu bieten – theoretisch ein Ziel, das von der PA und ihren Einwohnern begrüßt werden sollte, die sich regelmäßig bei der internationalen Gemeinschaft darüber beschweren, wie elend ihre Lage ist. Von Anfang an unternahm die PA aber alles, um das Projekt zu untergraben; trotz wiederholter Versprechen es zu unterstützen, lehnte sie es ab die grundlegende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die die meisten Regierungen ihren neuen Wohnprojekten routinemäßig bieten. So berichtete die JTA letzte Woche, dass Rawabis Wasser- und Abwassersystem, Straßen, Schulen und kleine Kliniken allesamt – wie die Häuser auch – von dem Unternehmer Bashar Masri und der Regierung von Qatar finanziert werden.

Die PA versuchte zu verhindern, dass Rawabi endlich fließendes Wasser bekommt, indem sie es fünf lange Jahre lang ablehnte das gemeinsame israelisch-palästinensische Wasserkomitee einzuberufen, die alle neuen Wasserprojekte genehmigen soll. Rawai bekam sein Wasser erst, als Israel die Geduld verlor und seinen Anschluss an Hauptwasserleitungen einseitig genehmigte.

Trotz dieser Verschleppungstaktiken hielt Masri durch und Rawabi öffnete schließlich im August seine Tore für seine neuen Einwohner. Doch seitdem sind nur tröpfchenweise ein paar Menschen dort eingezogen, obwohl Masri behauptet, Rawabi habe niedrigere Preise und bessere Annehmlichkeiten als das nahe gelegene Ramallah. Von den 637 bereits fertiggestellten Wohnungen (von insgesamt geplanten 6.000) sind erst 140 bezogen, sagte er der JTA.

Das liegt zum Teil an der Sicherheitslage, sagte Masri: Die Welle palästinensischer Messerangriffe auf Israelis, die im Oktober begann, hat in der PA für einen wirtschaftlichen Abschwung gesorgt, so dass Menschen zögern Kredite aufzunehmen um eine Wohnung zu kaufen.

Doch, so vermerkt die JTA, das andere Abschreckungsmittel sind die Vorwürfe der Kollaboration, die gegen Masir und Rawabi von anderen Palästinensern erhoben werden:

** Das palästinensische Komitee für Boykott, De-Investition und Sanktionen hat Masir der „Normalisierung mit Israel“ beschuldigt, „die hilft die fortgesetzte Besatzung, Kolonisierung und Apartheid des palästinensischen Volks reinzuwaschen“. Wasel Abu Yousef, ein ranghoher Palästinenservertreter, sagte Al-Monitor, „alle Palästinenserfraktionen“ sollten Israel boykottieren, „einschließlich Rawabi“.**

Damit das klar ist: Masri wird nicht der Kollaboration mit den Siedlungen beschuldigt; Fakt ist, dass er forderte, dass jede Firma, die am Bau von Rawabi beteiligt ist, einen Vertrag unterzeichnet, keinerlei Produkte aus Siedlungen zu benutzen. Ihm wird vorgeworfen mit israelischen Offiziellen zusammenzuarbeiten, um die grundlegenden Dinge zu erhalten, die auch die meisten anderen Palästinenser von Israel erhalten, z.B. Strom, Wasser und Zement. Wie Masri aufzeigt: „Fünfundachtzig Prozent des Zements in ganz Palästina – in der gesamten Westbank und dem Gazastreifen – kommt aus Israel. In der Westbank kommt der gesamte Strom aus Israel.“

Aber nach Angaben der „Antinormalisierungs“-Aktivisten ist es besser, wenn die Palästinenser ohne neue Häuser, Strom und fließendes Wasser auskommen, als das Verbrechen zu begehen mit einem Israeli zu reden.

Rawabi ist übrigens keine Ausnahme; „Antinormalisierungs“-Aktivisten sind gleichermaßen gegen weitere Bemühungen ihren Staat aufzubauen, indem man das Leben der Palästinenser verbessert. 2013 z.B. zwangen diese Aktivisten zwei israelisch-arabische Geschäftsleute ihre Pläne zur Eröffnung einer Zweigstelle eines israelischen Bekleidungsgeschäfts in Ramallah zu stornieren. Das Geschäft hätte 150 Menschen Arbeitsplätze geboten, aber wer braucht schon Arbeit? 2012 wurde UNICEF gezwungen den Plan aufzugeben im Gazastreifen eine Entsalzungsanlage zu bauen – einem Gebiet, in dem 90 bis 95 Prozent des Wassers als verschmutzt gilt -weil sowohl die Hamas-Regierung als auch bürgerliche Gruppen gegen die Entscheidung Einspruch erhoben, Angebote des nahe gelegenen Weltführende bei der Entsalzungstechnologie einzuholen – dem zionistischen Gebilde. Vier Jahre später hat Gaza immer noch keine Entsalzungsanlage und seine Einwohner trinken weiterhin verschmutztes Wasser.

Im Verlauf der 21 Jahre ihres Bestehens ist die PA der pro Kopf weltgrößte Empfänger von Auslandshilfe gewesen. Aber sie hat kein einziges Krankenhaus keine Universität gebaut, keinen einzigen Einwohner der Flüchtlingslager auf PA-Territorium umgesiedelt; sie zahlt lieber Terroristen Gehälter und finanziert Kampagnen bei internationalen Organisationen gegen Israel. Und jetzt, nicht zufrieden damit darin zu versagen Palästina selbst aufzubauen, versucht sie sogar private Unternehmer davon abzuhalten das zu tun.

Der größte Teil der westlichen Welt scheint verzweifelt die Schaffung des Palästinenserstaates zu erwarten. Aber ein Staat ist nicht nur eine Flagge und ein Name und eine Landkarte; er muss auch auf dem Boden gebaut werden. Und wie die Erfahrung des Irak und Afghanistans demonstrierten kann keine Menge an Anstrengung von außen einen funktionierenden Staat aufbauen, wenn eine kritische Masse der örtlichen Einwohner nicht mitarbeiten will.

Solange also viele Palästinenser es als wichtiger betrachten Israel zu ächten als ihr eigenes Volk mit grundlegenden Notwendigkeiten wie Strom und fließendem Wasser zu versorgen, wird der Traum des Westens von einem Palästinenserstaat ein Luftschloss bleiben. Man kann keinen Staat für ein Volk bauen, das lieber den Benachbarten niederreißt als seinen eignen aufzubauen.

Israel misshandelt Flüchtlinge? Werfen wir einen genaueren Blick auf den Rest der Welt

Neue Studie offenbart: Während andere Länder behaupten Israel misshandle palästinensische Flüchtlinge, gehen sie mit ihren eigenen schlimmer um

Shimon Cohen, Israel National News, 14. Januar 2016

Jesidische Flüchtlinge im Irak

Wieder und wieder ist Israel wegen seines Umgangs mit palästinensischen Flüchtlingen angegriffen worden, vom Unabhängigkeitskrieg bis heute.

Eine neue Studie zeigt jedoch, dass dieselben Länder, die Israel wegen seins Tuns attackieren und kritisieren, ihre eigenen Flüchtlinge weit schlechter behandeln als Israel die Palästinenser. Diese Schlussfolgerung kommt aus der Untersuchung der Beziehungen anderer Länder zu Flüchtlingen aus diversen Konflikten.

Die Studie wurde von Lior Ben Haim vom Institut für Zionistische Studien durchgeführt. Er sprach mit Arutz Sheva über die überraschenden Daten, die seine Recherche offenbarte – Daten, die der Staat Israel sich aus irgendwelchen Gründen entschied nicht zu nutzen, um Angriffe abzuwehren.

Zuerst sprach Ben Haim über das, was ihn zur Erforschung des Themas motivierte – Behauptungen, die rund um die Welt und in Israel veröffentlicht wurden und erklärten Israel behandle Flüchtlinge nicht, wie es internationales Recht und Normen verlangen.

„Wir entschieden uns zum Thema zu recherchieren“, sagte er. Weiterhin stellte er fest, während zahlreiche Rechtsexperten erklärten Israel behandle Flüchtlinge angemessen, seien ihre Argumente nicht stark genug gewesen, um die gegen Israel zirkulierende Propaganda zu stoppen.

Ben Haim und seine Assistenten begannen sich Länder anzusehen, die Israel am lautesten verurteilen, um zu sehen, ob sie selbst die Standards einhalten, die sie vom jüdischen Staat fordern. „Wir untersuchten Land um Land, vom Zweiten Weltkrieg bis zum zentralen Konflikt unserer Zeit, Konflikte, in die westliche Länder involviert sind. Wir begutachteten 29 Konflikte in unterschiedlichen Ländern, untersuchten die verschiedenen geopolitischen, wirtschaftlichen und konzeptionellen Dimensionen und stellten fest, dass Israel dem internationalen recht weit genauer folgt, was Entschädigungen für Flüchtlinge angeht.“

Die Recherche betrachtete das Recht zu verlassenem Grundeigentum, das in den 1950-er Jahren verabschiedet wurde, sowie das Recht zu verlassenem Grundeigentum aus dem Jahr 1973. Ben Haim gibt an: „25 Jahre lang, bis 75, konnte man Entschädigung für Land erhalten, das einem nachweislich gehörte. Der Staat Israel hatte ganze Bereiche des Verteidigungsministeriums und des Justizministeriums dem Auffinden dieser Menschen und der Entschädigung für ihr Land gewidmet, um zu beweisen, dass dieses Land jetzt dem Staat gehört, wie es juristisch akzeptabel ist.

„Es gibt in der Welt dafür nichts Vergleichbares. Nirgendwo – nicht in Deutschland, nicht in den USA, nicht in Russland und nicht in Frankreich oder anderen Ländern. Die meisten Länder, die eine Möglichkeit zur Entschädigung infolge verschiedener Konflikte anboten, gaben zwischen drei und sechs Monaten Zeit, das Höchste waren drei Jahre; nur kurze Zeit und sie forschten nicht nach den Menschen, um sie zu entschädigen.

Dieses Recht galt auch für Juden, die während der osmanischen Herrschaft Land kauften und nicht wussten, wo dieses Land sich befand. Der Staat suchte für sie nach dem Land und bezahlte sie entsprechend allgemein akzeptierten Wertes. Es gab keine Diskriminierung oder Versagen bei der Einhaltung internationaler Standards.“Ben Haim fügte an, dass die Öffentlichkeitsarbeit des Staates Israel zu einem Land passt, das nicht von seiner Berechtigung überzeugt ist und nicht weiß, wie es sich der Welt präsentieren soll. Und wenn Israel sich nicht selbstbewusst präsentiert, kann es nicht von anderen Ländern fordern, dass sie ihm glauben.

„Das ist auch das Argument, das wir von internationalen Offiziellen hören, die sagen, wir Israelis sagten uns selbst wir würden falsch liegen. Wir sind ein einer Äußerung unserer Feinde gefangen, ohne die Fakten zu überprüfen. Unsere Recherche nahm die Äußerungen ernst und wir überprüften sie, um zu wissen, ob wir falsch liegen.“

Nach seinen Angaben zeigte all das Graben und Überprüfen, dass Israel gegenüber Flüchtlingen nicht missbräuchlich handelt, insbesondere dann, wenn man es mit dem Rest der Welt vergleicht.

Ben Haim fügte weiter an, dass es in der Welt zwei Kategorien an Flüchtlingen gibt: palästinensische Flüchtlinge und alle anderen. Die unterschiedlichen Kriterien sorgen dafür, dass die Palästinenserfrage bestehen bleibt und sogar noch stärker wird. Ein Jude, der aus Marokko kommt, ist ein Flüchtling, sagt Ben Haim, aber er gibt seinen Flüchtlingsstatus nicht weiter. Gleichzeitig stellen die Kriterien der UNRWA sicher, dass Palästinenser ihren Status als Flüchtlinge erben. So nimmt die Zahl der Flüchtlinge überall auf der Welt ab, während die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge immer zunimmt.

Ben Haim stimmt mit der Festlegung überein, dass die UNRWA dazu zu bringen die allgemeinen Richtlinien für internationale Flüchtlinge anzuerkennen nicht mehr als ein paar Dutzend Flüchtlinge übrig lassen würde, wenn überhaupt welche. Dennoch haben diese wenigen lange genug unter Bedingungen gelebt, die als für Flüchtlinge nicht geeignet betrachtet werden.

„Von prozeduralen Standpunkt aus wurde die UNO-Flüchtlingskonvention 1951 geschrieben und trat 1954 in Kraft; sie wurde auf Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs angewandt. 1967 wurde ein erweitertes Protokoll hinzugefügt, das allen, die der Konvention beitreten wollen, dies gestattet, auch sie aus anderen Vorfällen zu Flüchtlingen gemacht wurden. 1968 beantragte Israel den Beitritt zur Konvention, wie es das schon 1954 machte, aber da war es gerechtfertigt, weil es hier Flüchtlinge aus Europa gab; 1968 lehnte die Welt es ab uns in der Konvention zu akzeptieren. Wir wollten, dass die Dinge offiziell sind, aber die Welt wollte das zweierlei Maß beibehalten – eins für den Rest der Welt und eins für die Bewertung der Juden.“

Ben Haim vermerkt, dass die Art, wie arabische Länder das Flüchtlingsproblem verewigen, indem sie es ablehnen den Palästinenser eine Staatsbürgerschaft zu geben, nur unternommen wird, um den Kampf gegen Israel aufrechtzuerhalten.

Trotz ihrer Beziehung zu Israel, merkt Ben Haim an, haben die anderen fortschrittlichen westlichen Staaten keinerlei Entschädigung für Flüchtlinge geliefert, die nach ihren Konflikten entstanden. „Die Alliierten, einschließlich Großbritannien, Frankreich, den USA und so weiter, nahmen nach dem Sieg im Zweiten Weltkrieg 12 bis 16 Millionen Deutsche, die nicht notwendigerweise Nazis waren, und deportierten sie im Verlauf der Jahre bis 1951 nach Deutschland. Es handelte sich praktisch um ethnische Säuberung und während dieser Deportationen starben 2 Millionen Menschen – Familien, Kinder und Erwachsene. Die Standards waren: Wenn du ein historischer Deutscher warst, kümmerten deine Rechte sie nicht, denn du gehörtest zum kollektiven Problem.“

Ben Haim erklärte in der Folge, dass die USA sich für ihr Handeln in den 1990-er Jahren entschuldigten, aber nur dafür einzelnen Menschen Schaden zugefügt zu haben, nicht für die Tat an sich. „Das machten sie in den 1990-ern, nachdem es die Sowjetunion nicht mehr gab und es keine geopolitischen Spannungen gab und es möglich war über einzelne Flüchtlinge und ihre Recht zu sprechen, nachdem die Besatzung abgeschlossen war. Das Gespräch bewegte sich vom Zählen zum öffentlichen Diskurs.

1989 und 1991 boten die USA Japan Entschädigung an, infolge ihres Handelsabkommens“, fügte Ben Haim an; er vermerkte, dass die Wirtschaftsinteressen der USA der einzige Grund für das Geld waren und dass die Italiener und die Deutschen es nie wagten etwas zu fordern.

In dem Positionspapier, das unter der Leitung des Institute for Zionist Strategy publiziert wurde, legt Ben Haim mehrere vertretbare Punkte dafür vor, die der Staat Israel in Reaktion auf internationale Kritik nutzen sollte. Jetzt muss nur noch jemand im Büro des Premierministers oder im Außenministerium die Befunde untersuchen und die Vorschläge umsetzen.

Der Holocaust im öffentlichen Bereich

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Wenn Zeit vergeht erhalten historische Ereignisse gewöhnlich immer weniger Aufmerksamkeit. Doch in den letzten Jahren scheinen der Holocaust, sein Missbrauch und Themen des Zweiten Weltkriegs zunehmende Bekanntheit im öffentlichen Diskurs zu gewinnen. Bis vor einigen Jahren war es immer noch möglich die öffentliche Erwähnung des Holocaust und damit in Zusammenhang stehende Themen in einem jährlichen Überblick zusammenzufassen. Das ist nicht länger der Fall. Heute ist alles, was man tun kann, mehrere Ereignisse aus den letzten ein bis zwei Jahren hervorzuheben, die aus einer Vielzahl herausstechen. Dieses Wiederaufleben von Bezügen zum Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg leitet sich höchst wahrscheinlich aus der rasch zunehmenden Unruhe überall in der Welt ab.

Themen des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs sind einige Male in den Wahlkampfkampagnen der anstehenden amerikanischen Präsidentenwahl aufgekommen. Zu den Beispielen gehört der republikanische Kandidat Mike Huckabee, der US-Präsident Barack Obama vorwarf er lasse Israel in die Öfen marschieren.[1] In der Debatte zur Waffenkontrolle behauptete ein weiterer republikanischer Kandidat, Ben Carson, dass das jüdische Volk den Holocaust hätte aufhalten können wenn es Waffen gehabt hätte.[2] Diese Äußerung instrumentalisiert fälschlich Juden und den Holocaust in einer innenpolitischen amerikanischen Debatte. Stark bewaffnete westliche Regierungen konnten die Deutschen bei ihren frühen Eroberungen nicht aufhalten, um wie viel weniger wäre das den verstreuten und entrechteten Juden möglich gewesen?

Der jüdische leitende Newsweek-Autor Alex Nazaryan twitterte: „Ted Cruz hat eine starke Basis in Iowa“ und hängte ein Foto von Menschen aus der Nazizeit an, die mit dem Hakenkreuz geschmückte Flaggen trugen. Hinterher entschuldigte er sich halbherzig – aber nicht bei Cruz: „Ich habe meinen Tweet gelöscht, der Cruz einen Nazis nannte. Seinen anständigen Anhängern gegenüber nicht fair, so sehr ich den Mann selbst nicht mag.“[3]

In einer amerikanischen Moschee kritisierte der demokratische Kandidat Bernie Sanders Trumps Aufruf Muslimen die Einreise in die USA zu verbieten; er erklärte: „Wir dürfen nie vergessen, was unter der rassistischen Ideologie der Nazis geschah, die zum Tod von Abermillionen Menschen führte, darunter viele Mitglieder meiner Familie.“[4] Da Trump nicht zur Vernichtung von Muslimen aufrief, wurde Sanders‘ Äußerung eine von vielen, die – führt man ihn in solchen Zusammenhängen an – verzerrte, was im Holocaust tatsächlich geschah.

Der autokratische türkische Präsident Erdoğan, ein antiisraelischer Aufwiegler, ist bekannt sowohl für positive Verweise auf Hitlers Staatsführung als auch dafür, sich selbst mit Hitler zu vergleichen. Er bezeichnete Hitlers Regime als ein Beispiel effektiver Regierungsarbeit.[5] Vor mehreren Jahren verglich der damalige Außenminister Avigdor Lieberman Erdoğan mit Goebbels.[6]

Der massive Flüchtlingszustrom aus dem Nahen Osten nach Europa hat ebenfalls dafür gesorgt, dass Themen angeführt werden, die mit dem Holocaust in Verbindung stehen. Lutz Bachmann, Gründer und ehemaliges Mitglied der deutschen antiislamischen Pegida-Bewegung, wurde mit Hitler verglichen.[7] Bachmann selbst verglich den deutschen Bundesjustizminister Heiko Maas mit Goebbels.[8] Auf einer Pegida-Demonstration in Dresen gaben einige Teilnehmer Holocaustleugnung Ausdruck.[9]

Selbst der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis hat sich an der Verdrehung des Holocaust beteiligt. Er und mehrere andere orthodoxe Rabbiner besuchten ein Flüchtlingslager in Griechenland. Mirvis sagte, „in ein Zelt gebracht, in dem Menschen ausruhen, habe ich an Bunker in Auschwitz gedacht, wo es ein sehr anderes Ende gab…“[10]

In Österreich verglich ein im Iran geborener Discjockey die Hetze gegen Minderheiten durch den rechten Parteichef Heinz Strache mit der Hitlers. Strache zog dagegen vor Gericht, verlor das Verfahren aber.[11]

Vom Holocaust gefärbtes Verfluchen von Juden geht weiter. In Spanien schrieb die jüdische Künstlerin Margarita Gokun Silver, dass eine Klassenkameradin ihrer Tochter, dem einzigen jüdischen Kind unter 1.300 Schülern, gesagt hatte, sie solle „in die Gaskammer gehen“. Gokun Silver fügte hinzu: „Meine Tochter erzählt mir, dass in der WhatsApp-Gruppe ihrer Klasse Schüler regelmäßig ‚Heil Hitler‘ als Gruß benutzen. Sie sagt, dass sie – über ihre Religion und Gemeinschaften – gelehrt worden sind, Juden seien und würden immer verdammt sein.“[12]

Es wird sich noch immer für Verbrechen der Zeit des Holocaust entschuldigt. 2015 entschuldigten sich sowohl Luxembourg[13] als auch Monaco[14] für ihr Verhalten gegenüber den Juden. Die Niederlande bleiben das einzige westeuropäische Land, das es ablehnt sich ehrlich mit dem Nichtinteresse ihrer Regierung für das Schicksal der Juden und der Kollaboration seiner Bürokratie mit den deutschen Besatzern während des Krieges zu beschäftigen. Anfang 2015 bog der niederländische Premier Mark Rutte einmal mehr parlamentarische Fragen ab, die ihn um eine solche Entschuldigung ersuchen.[15]

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende werden weiterhin Holocaust-Mahnmale gebaut oder eingeweiht, zum Beispiel in den niederländischen Städten Baarn,[16] Utrecht[17], Heemstede[18] und Den Haag.[19] Das Mahnmal in der Stadt Geffen gedachte jedoch neben ermordeten jüdischen Bürgern eines örtlichen niederländischen Soldaten, der als Freiwilliger in der deutschen Armee diente und im Krieg getötet wurde. Das führte zu Protesten.[20]

In Boston[21] und anderen Städten in verschiedenen Ländern wurden Holocaust-Mahnmale geschändet. Griechenland hat eine lange Liste an Schändungen von Holocaust-Erinnerungsmalen. Das Mahnmal für ermordete jüdische Kinder in Athen wurde 2015 zweimal geschändet.[22] In der griechischen Stadt Kavala wurde nach viel Diskussion ein Holocaust-Gedenkmal eingeweiht.[23] Es wurde zwei Wochen später mutwillig beschädigt.[24] In der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurde das Mahnmal für die vielen in Babi Jar Ermordeten letztes Jahr wieder mehrfach beschädigt.[25]

Die Anne-Frank-Stiftung im schweizerischen Basel beauftragte ein niederländisches Autorenpaar, Jessica Durlacher und Leon de Winter, ein neues Theaterstück auf der Grundlage von Annes Tagebuch zu schreiben.[26] Dafür wurde ein besonderes Theater gebaut. Das Stück hatte in Amsterdam Premiere und wird auch in anderen Ländern gezeigt werden.

Die Rechte an „Mein Kampf“ verjährten. Jetzt wurde eine kommentierte Ausgabe veröffentlicht.[27] Im Verlauf letzten der Jahre sind Übersetzungen in vielen Sprachen zu erhalten gewesen. Ausgaben werden seit Jahrzehnten in vielen Ländern, hauptsächlich in muslimischen Staaten verkauft. Bereits vor Jahren ist die türkische Übersetzung von Mein Kampf im Land ein Bestseller geworden.[28]

Diese Ausgaben sind nur wenige unter vielen. Man erlebt gelegentlich, dass Muslime andere Muslime als Nazis bezeichnen.[29] Die Trivialisierung des Holocaust erscheint in vielen Ländern in unterschiedlicher Form.[30] Gleichzeitig bringt Holocaust-Forschung viele neue Informationen ans Tageslicht.[31] Unter diesen Umständen werden mit dem Holocaust in Verbindung stehende Themen in den kommenden Jahren in der Öffentlichkeit weiter rapide zunehmen.

[1] http://edition.cnn.com/2015/07/26/politics/huckabee-obama-israel-oven-door/

[2] http://www.theguardian.com/us-news/2015/oct/09/ben-carson-claims-jewish-people-might-have-stopped-holocaust-if-they-had-guns

[3] https://www.washingtonpost.com/news/the-fix/wp/2016/01/07/no-that-newsweek-writers-tweet-about-ted-cruz-and-nazis-doesnt-prove-media-bias/

[4] http://www.haaretz.com/jewish/news/1.692361

[5] http://www.theguardian.com/world/2016/jan/01/turkish-president-recep-tayyip-erdogan-hitlers-germany-example-effective-government

[6] http://www.haaretz.com/israel-news/1.542806

[7] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/lutz-bachmann-pegida-gruender-spielt-hitler-13382531.html

[8] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-11/pegida-dresden-lutz-bachmann-vergleich-maas-goebbels

[9] http://www.bild.de/regional/dresden/pegida/hass-attacken-gegen-mahnwache-43333848.bild.html

[10] http://www.thejc.com/lifestyle/lifestyle-features/149519/the-refugee-camp-has-made-me-think-auschwitz%E2%80%99

[11] http://derstandard.at/2000021504601/Strache-verliert-Prozess-um-Hitler-Vergleich

[12] Lesen Sie dazu mehr auf http://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.683675

[13] http://www.haaretz.com/jewish/news/1.660752

[14] http://www.jpost.com/Diaspora/Monaco-apologizes-for-deporting-Jews-during-Holocaust-413490

[15] Artikel MG und Cooper

[16] http://www.joodsmonumentbaarn.nl/

[17] http://joodsmonumentutrecht.nl/verhaal-143/

[18] http://www.joodsmonumenthaarlem.nl/nieuws/onthulling-joods-monument-heemstede

[19] http://www.joodserfgoeddenhaag.nl/nieuw-joods-herdenkingsmonument-in-den-haag/

[20] http://www.refdag.nl/nieuws/binnenland/ophef_over_duitse_naam_op_oorlogsmonument_geffen_1_904142

[21] http://www.haaretz.com/world-news/1.658203

[22] http://www.jpost.com/Diaspora/Athens-Holocaust-memorial-desecrated-for-second-time-this-year-380553

[23] http://www.algemeiner.com/2015/06/11/greece-outraged-over-desecration-of-athens-holocaust-memorial-for-children/

[24] http://www.haaretz.com/jewish/news/1.662552

[25] http://www.jpost.com/Diaspora/Babi-Yar-Holocaust-site-vandalized-for-sixth-time-this-year-416306

[26] http://www.theatersinnederland.nl/toneelvoorstelling-anne/

[27] http://www.spiegel.de/international/germany/new-annotated-mein-kampf-offers-insight-into-hitler-a-1072032.html

[28] http://jcpa.org/article/present-day-anti-semitism-in-turkey/

[29] http://www.jihadwatch.org/2014/08/turkish-poet-islam-is-worse-than-nazism

[30] http://www.wsj.com/articles/holocaust-victims-mocked-in-ohio-state-band-parody-songbook-1438263839

[31] http://www.spiegel.de/politik/ausland/naziverbrechen-in-griechenland-durch-dokumente-aus-us-archiven-belegt-a-1058584.html

PA-Eltern

Die Redaktion von NAI hat für Israel heute hat mal recherchiert und ein paar Aussagen gesammelt, wie sich Eltern von terroristischen Jugendlichen äußern – gegenüber westlicher und israelischer Pressen und Behörden und gegenüber arabischen Medien:

Im Verhör gab der Attentäter zu, dass die palästinensischen Medien ihm zu einem Anschlag ermutigt haben. Seinem Entschluss, zu töten, fiel eine 38-jährige Mutter von sechs Kindern, Daphna Meir, zum Opfer. Vor der israelischen Kamera erklärte sein Vater, dass er gegen die abscheuliche Tat seines Sohnes sei, aber vor der palästinensischen Kamera lobte er seinen Sohn für den mutigen Anschlag um Al-Aksa willen.

Auch der Vater des 13-jährigen Palästinensermädchen Rakia Abu Ayid, die während ihres Angriffs erschossen wurde, lobte ihre Tat. Das Mädchen war mit einem Messer in ihrer Hand auf einen Wächter der jüdischen Siedlung Anatot zugerannt. „Gelobt sei Gott, der Allmächtige. Dies wird bestimmt der Al-Aksa-Moschee und Palästina gedient haben“, sagte ihr Vater im palästinensischen Rundfunk. „Nun wird sie ihre Geschwister treffen (im Himmel) und Allah wird sich ihrer erbarmen!“ Augenzeugen bestätigen, dass ihr Vater ihr nachgerannt sei, um sie davon abzuhalten. Er hatte den Eingang zur Siedlung eine Minute nach ihr erreicht, als sie schon neutralisiert worden war. Im Verhör gegenüber der israelischen Polizei weinte der Vater über den Tod seiner Tochter. Die Mutter erklärte gegenüber den israelischen Medien, dass ihre Tochter sich mit ihren Brüdern gestritten hatte und deswegen wutentbrannt mit dem Messer zur nahegelegenen jüdischen Siedlung gerannt war.

Dasselbe betonten auch die Eltern des 15-jährigen Palästinensers, der in Tekoa bei dem Versuch neutralisiert wurde, die schwangere Mutter Michal Froman zu ermorden. Die 30-Jährige trug mittelschwere Verletzungen davon, ihrem ungeborenen Kind geht es gut. Die Eltern des Attentäters erzählten, dass er innerhalb der Großfamilie Streit mit seinen Geschwistern hatte und deswegen in die Siedlung eindrang, um seine Wut loszuwerden. In den palästinensischen Medien haben die Eltern natürlich ebenso seinen Anschlag gelobt und ihren Sohn als Märtyrer gepriesen.

So kommt Tzipi Hotovely, die stellvertretende israelische Außenministerin völlig zurecht zu folgender Aussage:

„Die Welt muss unbedingt eingreifen. Es ist unmöglich, dass der Westen der palästinensischen Autonomiebehörde jährlich Geld zukommen lässt und diese verwendet ein Großteil für Propaganda gegen Israel, Terrorhetze und Terror… 15% des ausländischen Geldeinkommens wird für Sozialhilfe palästinensischer Terroristen in israelischen Gefängnissen und ihrer Familienangehörigen verwendet.“

Wie wär’s mal mit Nachdenken, „Weltgemeinschaft“?

Araber in Jerusalem

First One Through, 22. Januar 2016

Hört man den Vereinten Nationen zu, dann könnte man befürchten, dass palästinensische Araber in Jerusalem durch israelische „Besatzung“ „ethnisch gesäubert“ werden. Hier sind ein paar Fakten (Stastiken von 2011, wie sie vom Jerusalem Institute for Israel Studies zusammengestellt wurden).

Am schnellsten wachsende Gruppe in Jerusalem
und dem größten Teil des Nahen Ostens

Die arabische Bevölkerung Jerusalems hat nicht nur zugenommen, sondern sie hat schneller zugenommen als die jüdische Bevölkerung in Jerusalem, schneller als die Araber sonst in Israel und schneller als Araber in den umgebenden Ländern.

  • Die jährliche Wachstumsrate von Arabern in Jerusalem lag 2011 um 3,2% höher als die der Juden, die nur um 2,1% zunahm.
  • Die Araber stellen heute 36% der Bevölkerung Jerusalems; bei der Wiedervereinigung der Stadt waren es 26%.
  • Von 1967 bis 2011 wuchs die arabische Bevölkerung um das 5,7-fache, während die jüdische nur um das 3,4-fache zunahm.
  • Die Araber Jerusalems stellen heute 18% der Araber in Israel.
  • Die Sterberate der Araber in Jerusalem (2,7 pro 1.000) ist niedriger als die der Juden (5,2 pro 1000).
  • Jerusalem führt im Land bei der Zahl der Geburten und die arabischen Geburten stellen denselben Anteil (36%) wie die Bevölkerung der Stadt. Juden hatten 27,8 Geburten pro 1.000 Einwohner, die Araber 27,9 Geburten pro 1.000 Einwohner. Beide Raten sind extrem hoch und sind typischerweise in Afrika zu finden, nicht in entwickelten Staaten.
  • Arabische Schüler stellen 38% im Schulsystem Jerusalems, mehr als die 36% der arabischen Bevölkerung.


Arabische Frauen in Jerusalem betreten den Platz vor der Westmauer
(Foto: First.One.Through)

Mulismische Araber ähnlich wie hareidische Juden

Die demografischen Daten der muslimischen Araber in Jerusalem ähneln stark der der ultraorthodoxen (hareidischen) Juden in Jerusalem. Beachten Sie Folgendes:

Jerusalem Kinder (0-14) Senioren (über 65) mittleres Alter
hareidishe Juden 42% 6% 18%
muslimische Araber 40% 3% 20%
restliche Juden 26% 14% 31%
christliche Araber 23% 13% 33%

Die Armutsrate unter den muslimischen Arabern ähnelt ebenfalls der der hareidischen Juden. Beide Gemeinschaften tendieren dazu weit größere Familien zu haben als der Rest der Bevölkerung (Araber haben 5,7 Personen pro Haushalt, Juden 3,4; die Rate liegt aber in der hareidischen Gemeinschaft weit höher). Das führt typischerweise zu weit ärmeren Lebensumständen für beide Gruppen als für den Rest der Stadt.

Rund 23% der Stadt bezeichnet sich selbst als hareidisch, 36% als arabisch. Diese beiden Gruppen bilden den Grund, dass 51% aller Einwohner Jerusalems als in der niedrigsten sozio-ökonomischen Kategorie lebend betrachtet werden. Alle der mehrheitlich arabischen Viertel und 24% der jüdischen Viertel (hauptsächlich die hareidischen) werden sozio-ökonomisch in die unterste Kategorie eingeordnet.

Hareidische Juden hatten eine um 20% niedrigere Rate der Beteiligung (44%) an der Erwerbsbevölkerung als andere Juden (65%). Religiöse Araber hatten einen noch schlechteren Anteil (13%), verglichen mit den weniger religiösen Arabern (59%), die eher säkularen Juden vergleichbar sind.

In Gesamtjerusalem ist die arabischen Bevölkerung religiöser als die jüdische Gemeinschaft. Rund 51% der Juden betrachten sich als entweder hereidisch (30%) oder praktizierend. Im Vergleich dazu betrachten sich 75% der arabischen Bevölkerung als sehr religiös. Beide Zahlen liegen deutlich höher als man sie in anderen Städten in Israel findet.

Da die religiös Eifrigeren mehr Kinder haben und arm sind, leben sie unter gedrängteren Lebensbedingungen. Der durchschnittliche jüdische Haushalt in Jerusalem hat 1 Person pro Raum, während der Durchschnitt bei arabischen Haushalten viel höher bei 1,9 pro Raum liegt. Wegen dieser Armut und gedrängten Lebensbedingungen nutzen viele Araber die Dienste von UNRWA: 2011 hatte das Flüchtlingslager Schuafat die stärkste Zunahme (690 Personen mehr), während das Viertel Schuafat außerhalb der UNRWA-Einrichtung um 360 Personen abnahm.

Zusammenfassung

Religiöse Araber in Jerusalem sind der hareidischen Bevölkerung der Stadt sehr ähnlich und sie stellen einen viel größeren Anteil der arabischen Gemeinschaft als die strikt praktizierende jüdische Gemeinschaft es in der jüdischen tut. Beide Gruppen wachsen sehr schnell. Die Größe und das Wachstum der Familien, zusammen mit der schwachen Beteiligung an der Erwerbsbevölkerungsrate haben beide Gruppen in Armut belassen.

Die ungeschminkte Realität ist die, dass sowohl die Juden als auch die Araber in Jerusalem in einer ähnlichen Falle gefangen sind: Religiöser Eifer führt oft zu Armut und gedrängten Lebensbedingungen. Seltsamerweise ist die Zufriedenheitsrate zu Lebensqualität und Arbeitsplatz bei den Einwohnern Jerusalems höher als sonst in Israel, während der Frust wegen des Einkommens in Jerusalem am höchsten war. Es scheint so, als wären sich sowohl die arabischen als auch die jüdischen Einwohner Jerusalems der Kosten-Nutzen-Abrechnung des Lebens als extrem Religiöse sehr bewusst.

Es überrascht nicht, dass die heilige Stadt Jerusalem viele religiöse Menschen anzieht – Juden, Muslime und Christen gleichermaßen. Die religiös eifrigen Juden und Muslimen haben das Bevölkerungswachstum der Stadt angekurbelt (viele religiöse Christen heiraten nicht oder haben keine Kinder) und zudem das Armutsniveau der Stadt verstärkt.

Religiöse Juden sind leicht zu erkennen: Männer an ihren schwarzen Hüten und schwarzen Kippot, Frauen an ihren Kleidern. Religiöse Araber sind schwieriger visuell festzulegen, aber sie sind in Jerusalem zu einem weit größeren Anteil vorhanden als Juden und verantwortlich für das rasche Wachstum der Zahl der Araber sowie der niedrigeren Lebensstandards.

Entgegen den Berichten der UNO und Jerusalem-„Experten“ wie dem linksradikalen Danny Seidemann, den die New York Times sich entschied in Artikeln wie „Evictions in Walled Old City Stir Up a ‘Hornet’s Nest’“ (Zwangsräumung in den Mauern der Altstadt sind ein Stich ins Hornissennest) zu zitieren, können Araber in Jerusalem jederzeit die israelische Staatsbürgerschaft beantragen, was auch viele tun. Aber wie bei den hareidischen Juden Jerusalems bedeutet israelischer Staatsbürger zu werden keine Fahrkarte aus der Armut.

Ob arm oder reich, die Araber in Jerusalem sind die am schnellsten wachsende Gruppe aller Hauptstädte im Nahen Osten.