Wenn Muslime Palästinenser morden

Marc Goldberg, The Times of Israel, 8. April 2015 (Übersetzung: Cora)

Als die israelische Armee (IDF) in den Gazastreifen einmarschierte, waren die Straßen Europas überfüllt mit Demonstranten. Da gab es handfeste Ausschreitungen vor der israelischen Botschaft in London und Tausende von Menschen marschierten zur Unterstützung der Palästinenser in Paris, Madrid und sonstwo. Bei jedem Protestzug wurde geschrien, dass die IDF in Gaza Massaker verüben würde. Die Bilder toter Palästinenserkinder füllten die Facebookseiten.

Es gab keine Massaker an den Palästinensern durch die IDF im letzten Sommer. Aber in Syrien findet eines statt. Genau jetzt, während Sie das hier lesen. Ma könnte Ihnen jedoch vergeben, wenn Sie sich dessen nicht bewusst sind. Denn diesmal demonstrieren nicht Zehntausende auf den Straßen. Es gibt keine Versammlungen, kein „Massaker“-Geschrei. Keine Forderungen an die Regierungen, aktiv zu werden.

Es gibt einfach nur ein ohrenbetäubendes Schweigen.

Es ist allerdings nicht so, als ob die Leute nicht wüssten, was im größten palästinensischen Flüchtlingslager Syriens, in Yarmouk, vor sich geht. Das Geschehen nimmt bei Sky News den ersten Platz ein und es wurde von allen großen Zeitungen der Welt veröffentlicht. Dennoch gibt es keinerlei Aktivitäten. Die Hitze, die Spannungen, der Aktivismus des letzten Sommers sind diesmal überhaupt nicht vorhanden.

Im Vereinigten Königreich gibt es keinen Mangel an Organisationen die sich der palästinensischen Sache verschrieben haben. Die Solidarity Campaign for Palestine war der Hauptorganisator der Demonstrationen und eines Boykottaufrufs gegen Israel, aber jetzt, im Fall des Leides in Syrien, ist das nur durch Abwesenheit auf ihrer Webseite bemerkenswert. Es sind keine Veranstaltungen in Planung, es gibt keine Hilfsaufrufe oder Vorhaben, die Mitglieder des Parlaments zu Aktionen aufzurufen.

Es herrscht Stille.

Ich würde gerne wissen, wie das möglich ist. Wie kann es sein, dass, wenn sich Israel verteidigt, Tausende auf die Straße gehen, Aktivisten mit Megaphonen marschieren und die gesamte Kampagnenmaschinerie losgeht, aber wenn wirklich Massaker an den Palästinensern verübt werden, bei allen Organisationen, die sich sonst so um die palästinensischen Belange kümmern, Schweigen herrscht?

Das ist wirklich ein äußerst seltsamer Sachverhalt. Aber vielleicht entspricht das dem Leitbild. das Mahmoud Abbas, Präsident der palästinensischen Selbstverwaltung, vorgegeben hat. Seine Worte von 2013 zu den Palästinensern in Syrien, wirken heute geradezu prophetisch: „Es ist besser, wenn sie in Syrien sterben, statt ihr Recht auf Rückkehr aufzugeben.“

Wahrscheinlich kommt das Schweigen hinsichtlich der Palästinenser in Syrien oder in anderen Gebieten des Nahen Ostens daher, dass man glaubt, es lohne sich nur zu demonstrieren, wenn ein Palästinenser von einem Israeli getötet wird. Selbst wenn das bedeutet, dass man mit Begriffen wie Massaker um sich wirft, obwohl es keines gibt, aber das wirkliche ignoriert, wenn es passiert.

Andauernd wird uns erzählt, dass der Konflikt zwischen den Palästinensern und den Israelis junge Muslime im Westen radikalisiert. Und was passiert, wenn diese radikalisierten jungen Muslime aus dem Westen in den Uniformen des islamischen Staates anfangen Palästinenser zu köpfen?

Augenscheinlich überhaupt nichts.

Vier einfache Schritte zur Beendigung des Nahost-Konflikts

Ted Belman, Israel National News, 7. April 2015

Dennis Ross und David Makovsky argumentieren in „Israels Drang zur Selbstzerstörung“, dass Netanyahu den Palästinenser Hoffnung bieten oder sich einer Wiederbelebung der Delegitimierungsbewegung stellen muss. Sie haben sicherlich recht darauf hinzuweisen, dass die Delegitimierungsbewegung wachsen wird, aber sie liegen mit ihrer Behauptung falsch, dass die Israels Antwort sein muss den Palästinensern Hoffnung zu machen.

Sie argumentieren, was Israel brauche sei der Beginn der Kapitulation noch bevor die Verhandlungen aufgenommen, geschweige denn abgeschlossen sind. Sie wollen, dass Israel seine Verhandlungsmasse für nichts aufgibt.

Die Palästinenser hoffen nicht darauf, dass sie einen Staat bekommen; sie hoffen einen Staat zu vernichten, nämlich Israel.

Nicht Israel muss guten Vertrauenswürdigkeit bieten, sondern die Palästinenser müssen beweisen, dass sie ernsthaft Frieden wollen.

Das Problem mit den Empfehlungen von Ross und Makovsky besteht darin, dass sie vorschlagen eine (jedenfalls von der internationalen Gemeinschaft) vorherbestimmte Lösung zu erzielen: zwei Staaten für zwei Völker auf Grundlage er Linien von 1967 mit Landtausch, einem geteilten Jerusalem und einer „gerechten Lösung“ für die palästinensischen Flüchtlinge, von denen es nur noch wenige (60.000) lebende, echte Flüchtlinge gibt – und für ihre Millionen Nachkommen. Was ist eigentlich aus „alle Angelegenheiten müssen verhandelt werden“ geworden?

Zudem ignorieren die Empfehlungen viele Bedrohungen Israels an dessen Grenzen. Ross und Makovsky gehen davon aus, dass die Bedrohungen sich irgendwann in Luft auflösen, bieten aber keine Argumente dazu, warum das so sein wird. Sie wollen, dass Israel sich selbst in Gefahr bringt, indem es „Hoffnung“ bietet. Und das, als die größte dieser Bedrohungen – der Iran – gerade wegen des von der Obama-Administration verhandelten Deals größer wird, der – wie Netanyahu es ausdrückt, ihnen den Weg zur Bombe ebnet.

Am 13. März 2015 berichtete Arutz-7: „Irans Basij-Kommandeur: Israel muss von der Landkarte gewischt werden.“ Die Times of Israel berichtete:

„Der Kommadeur der Basij-Miliz der Iranischen Revolutionsgarden sagte, Israel von der Landkarte zu löschen sei ‚nicht verhandelbar‘, so ein Bericht in Israel Radio am Dienstag.

„2014 sagte Naqdi, der Iran verstärke seine Anstrengungen zur Bewaffnung der Westbank-Palästinenser zum Kampf gegen Israel und fügte hinzu, der Schritt werde zu Israels Vernichtung führen, berichtete Irans Nachrichtenagentur Fars… Die Bewaffnung der Westbank hat begonnen und den Menschen dieser Region werden Waffen geliefert“, sagte Naqdi. „Die Zionisten sollten wissen, dass der nächste Krieg nicht auf die aktuellen Grenzen beschränkt sein und die Mudschaheddin werden sie zurückdrängen“, fügte er hinzu. Naqdi behauptete, dass ein Großteil des Arsenals der Hamas, ihrer Ausbildung und ihres technischen Knowhows im Konflikt mit Israel während des Sommers vom Iran zur Verfügung gestellt wurde.“

Ein großer Krieg zeichnet sich ab, dem die Obama-Administration Hilfe leistet und begünstigt, doch Ross und Makovsky ignorieren Israels Wirklichkeit und Gefahr.

Israel National News berichtete am 1. April 2015: „IDF-Szenario für den nächsten Hisbollah-Krieg: 1.500 Raketen pro Tag… Armee aktualisiert Schadensschätzungen für einen möglichen Krieg im Norden, erwartet Dutzende oder Hunderte Tote pro Tag… IDF-Experten schätzen, dass die Zahl der Raketen, die den Norden Israels an einem bestimmten Tag treffen werden,1.000 bis 1.500 betragen wird und die Zahl der täglich getöteten Menschen wird im zwei-, vielleicht sogar dreistelligen Bereich liegen.“

Obamas neuer Bettgenosse, der Iran, ist verantwortlich dafür, dass der Hisbollah ein enormes Arsenal an Raketen zur Verfügung steht, angeblich mehr als 60.000, mit denen in Israel Chaos und Verwüstung angerichtet werden soll. Ross und Makovsky erwähnen diese Bedrohung nicht.

Darüber hinaus ist die internationale Gemeinschaft verantwortlich für das Fehlen einer Lösung, weil sie weiter unterstützt, was sie als die schwächere Seite wahrnimmt. Normalerweise wird z.B. ein Arbeitskampf, bei dem die Arbeiter zugeschlagen haben, beigelegt, wenn beide Seiten sich entscheiden zu ihren Forderungen einen Kompromiss einzugehen; Gründe dafür ist wirtschaftliche Notwendigkeit. Im „Friedensprozess“ werden die Palästinenser auf Schritt und Tritt unterstützt, sowohl politisch als auch finanzielle und man lässt sie als schuldlos gelten. So haben sie keinerlei Grund oder Notwendigkeit Kompromisse einzugehen.

Diese Unterstützung hat den Zweck von Oslo konterkariert. Rabin sagte eins, dass die Palästinenser sich dem Willen Israels beugen müssten, weil Israel der Stärkere sei und alle Trümpfe in der Hand halte oder so etwas Ähnliches. Was er nicht einkalkulierte war, dass die internationale Gemeinschaft die Palästinenser den Palästinensern helfen und so eine Regelung unmöglich machen würde.

Daher wäre mein erster Vorschlag, die vorherbestimmte Lösung beiseite zu legen. Stattdessen sollte der einzige Parameter die Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats sein.

Zweitens sollte man die Seiten in Ruhe lassen. Hört auf die Palästinenser finanziell oder politisch zu unterstützen.

Drittens: Die UNRWA sollte abgeschafft und die sogenannten Flüchtlinge sollten auf die gleiche Weise neu angesiedelt werden, wie es mit allen Flüchtlingen weltweit gemacht wird. Resolution 393 der UNO-Vollversammlung sieht das vor.

„4. Erwägt, dass, ohne Beeinträchtigung von Absatz 11 der Resolution 194 (III) der Vollversammlung vom 11. Dezember 1948, die Wiedereingliederung der Flüchtlinge in das Wirtschaftsleben des Nahen Ostens, entweder durch Repatriierung oder Neuansiedlung unerlässlich ist als Vorbereitung für die Zeit, wenn internationale Hilfestellung nicht länger verfügbar ist sowie für die Verwirklichung der Friedensbedingungen und Stabilität in der Region.“

Die Resolution empfiehlt „Wiedereingliederung der Flüchtlinge in das Wirtschaftsleben des Nahen Ostens entweder durch Repatriierung oder Neusansiedlung“. Es gibt keinen Grund, dass diese „Flüchtlinge“ nicht auch überall in der Welt neu angesiedelt werden können, so wie die syrischen Flüchtlinge neu angesiedelt werden. Oder normalisiert sie einfach dort, wie sie sind, indem ihnen die Staatsbürgerschaft gegeben wird. Wenn die Gastgeberländer das tun ablehnen, dann müssen sie in Ländern neu angesiedelt werden, wo das möglich ist.

Es würde enorm helfen, wenn die Standarddefinition dessen, was ein Flüchtling ist, angewandt würde, statt auch ihre Nachkommen als Flüchtlinge anzusehen.

Ich sollte herausstellen, dass das „Rückkehrrecht“ aus Resolution 194 hergeleitet wird, die wie allle Resolutionen der UNO-Vollversammlung nur eine Empfehlung war.

Die Weltgemeinschaft trägt durch Beibehaltung des Flüchtlingsstatus für diese Menschen zum Stillstand im „Friedensprozess“ bei. Weil das „Rückkehrrecht“ aufrechterhalten wird, verstärken sie die Unlösbarkeit.

Viertens: Unterstützt die Auswanderung der Palästinenser aus Judäa und Samaria und dem Gazastreifen (statt ihn wieder aufzubauen). Dort leben aktuell rund 3,5 Millionen Araber. Wenn die Welt 2 Millionen von ihnen aufnehmen würde, könnte Israel seine Souveränität auf diese Gebiete ausweiten und den verbleibenden Arabern die Staatsbürgerschaft oder Autonomie anbieten. Damit wäre der Konflikt vorbei.

Zusammengefasst: Wenn der Westen den Konflikt beenden will, sollte er die „Flüchtlinge“ neu ansiedeln und 2 Millionen Araber aufnehmen. So einfach ist das.

Stattdessen ziehen es Ross und Makovsky vor von Israel zu fordern, dass es den Handel akezptiert, den sie vorherbestimmen – auf eigenes Risiko. Israel, weil es überleben will, wird nicht bereit sein das zu tun.

Es ist schon ironisch: Genau zu der Zeit, in der Obama jetzt bereit ist seine Optionen für das Aufzwingen einer Lösung zu überdenken, die Unterstützung für eine „Zweistaatenlösung“ zur Lösung des israelische-arabischen Konflikts in den Vereinigten Staaten weniger beliebt als sie es in den vergangenen zwei Jahrzehnten war, heißt es in einer neuen Meinungsumfrage der von Washington Post und ABC News.

Foto der Woche – Yarmuk und die Palästinenserfreunde

Die Palästinenser in Yarmuk leiden seit Jahren – verhungern, werden bombardiert und getötet, geköpft…

YARMOUK-Inside

Und hier ist die Reaktion all derer, die immer so lauthals für die Rechte und den Schutz der Palästinenser eintreten:

Yarmuk_proteste

Sage mir keiner, diesen Palästinenser-„Freunden“ ginge es darum Palästinensern zu helfen – sie wollen Israel an den Kragen. „Kindermörder IS“ habe ich noch nicht bei Demonstrationen für die Palästinenser gehört – auch weil es solche Demonstrationen nicht gibt. „Pro-palästinensische“ Demonstrationen sind reine Antiisrael-Veranstaltungen. Diese „Pro-Palästinenser“ sind Israelhasser, die nichts mit Hilfe für Palästinenser am Hut haben, sondern eher in Richtung Antisemiten einzusortieren sind.

In unserer Gegend sagen Taten mehr als Worte

Worte sind nur Schall und Rauch im Nahen Osten, bedeutungslos. Schau, was sie tun, nicht was sie sagen

Morchechai Kedar, Israel National News, 2.April 2015

Die Analyse der Ereignisse, die sich im Verlauf der letzten Jahre im Nahen Osten ereigneten, zeigt, dass die mächtigste, zentralste und einflussreichste Komponente dieser Ereignisse nichts Verbales ist – keine Reden, Versprechen, Dokumente und Vereinbarungen. Was zählt sind Taten vor Ort und die begleitenden Bedrohungen durch Gewalt.

Es mangelt nicht an Beispielen, die diese Regel beweisen:

Ägypten ist das offensichtlichste. Im Juni 2012 wurde Mohamed Morsi ins Präsidentenamt gewählt; es war die erste demokratische Wahl, die jemals in Ägypten abgehalten wurde. Wenig mehr als ein Jahr später, im Juli 2013, erhob sich Verteidigungsminister Abd el-Fatah al-Sisi und setzte Morsi ab. Die Welt explodierte, Obama erreichte den Siedepunkt und die USA froren ihre Militärhilfe für Ägypten ein. Jeder forderte, dass Sisi Morsi wieder ins Amt setzt, aber er lehnte ab. Dann hielt Sisi demokratische Wahlen ab und gewann. Diese Woche – zwanzig Monate, nachdem Morsi abgesetzt wurde – erkannte Obama endlich, dass sein Traum davon die Hegemonie der Muslimbruderschaft über den gesamten Nahen Osten zu herbeizuführen, auf Eis gelegt werden muss. Er telefonierte mit Sisi und sagte ihm, dass die USA ihre Militärhilfe für Ägypten erneuern werden. Sisis Hartnäckigkeit zahlte sich in großem Stil aus und der ägyptische General hatte Erfolg damit, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten seine Agenda aufzuzwingen.

Ein weiteres Beispiel ist Assad, der massenmordende Despot, der im Verlauf der vergangenen vier Jahre Zehntausende syrischer Staatsbürger getötet hat, während die Welt dem Blutbad zusah und nichts unternahm. Als er die roteste der Linien überschritt und chemische Waffen gegen sein eigenes Volk einsetzte, die Linien sich rosa zu verfärben schienen und dann vor unseren Augen durchsichtig wurden.

Die Welt verurteilt, der UNO-Sicherheitsrat verabschiedet bedeutungslose Entscheidungen, aber Assads fortgesetztes, bestialisches Verhalten ist der einzige Grund, dass er immer noch Teil Syriens regiert. Sein Tun spricht lauter als all die Worte, die die Welt und ihre Führer von sich geben.

Die Hisbollah ist eine Terrororganisation, die mit Zehntausenden Geschossen bewaffnet ist und der Ermordung des früheren libanesischen Premierministers Rafik Hariri für schuldig befunden wurde. Der UNO-Sicherheitsrat verbot die Wiederbewaffnung der Organisation nach dem Zweiten Libanonkrieg, aber diese Worte hielten sie nicht von der Wiederbewaffnung ab. Europa hat vielmehr mit dem „zivilen Flügel“ dieser Terrororganisation kooperiert, die auch den Libanon übernahm. Mit anderen Worten: Was nach den Worte der Welt keine Rolle spielt, was aber die Hisbollah erreicht, zählt. Beunruhigt die Tatsache, dass die Militanten der Hisbollah syrische Bürger ermorden, irgendjemanden genug, um etwas zu unternehmen? Es scheint so, dass die Welt erkennt, dass Worte diese Wirklichkeit nicht verändern.

Der Iran ist auf dem Weg zum Erlangen von Atomwaffen Jahre lang vorangekommen, was eine Wende in der Regional- und Weltpolitik ist. Die gesamte Welt spricht davon, es werden Reden gehalten, Dokumente werden geschrieben, Abhandlungen veröffentlicht, Vereinbarungen unterschrieben – doch all die Milliarden weltweit ausgeschütteter Worte zum Thema haben den Iran nicht dazu gebracht seine Atompläne auch nur eine Minute aufzuhalten. Nur die Invasion des Westens im Irak 2003 hatte das Ergebnis, dass der Iran die Entwicklung seines Atomprojekts eine Weile stoppte. Der Iran nahm seine Atomaktivitäten 2006 wieder auf, als er erkannte, dass niemand plante in das Land einzudringen, trotz all der Beweise für die iranische Verwicklung in den Aufstand im Irak und trotz der unbestreitbaren Tatsache, dass der Iran – indirekt, aber gewollt – den Tod Tausender Amerikaner und anderer Soldaten im Irak bis 2010 verursachte. Was iranisches Verhalten beeinflusst, ist nicht das, was über das Land gesagt wird, sondern was gegen das iranische Regime unternommen – oder nicht unternommen – wird.

Wirtschaftssanktionen können die iranische Atomkraft-Politik beeinflussen, denn Sanktionen sind ein praktischer und daher effektiver Schritt, aber jemand im Weißen Haus und dem US-Außenministerium hat entschieden, dass es besser ist Handeln durch Worte zu ersetzen. Im Nahen Osten sind Worte bedeutungslos. Die Iraner sind bereit angenehme Worte, Lächeln und Vereinbarungen zu bieten, aber ihr Handeln ist genau das Gegenteil dessen, was sie versprehcen – und das Handeln zählt.

Der Iran ist durch die Entscheidung des UNO-Sicherheitsrats gebunden, der ihm den Export von Waffen verbietet, aber hatten diese geschriebenen Worte die Ayatollahs davon abgehalten Waffen nach Syrien auszuführen? Oder zur Hisbollah im Libanon? An die Hamas und den Islamischen Jihad im Gazastreifen? An die schiitischen Milizen im Irak? An die Kurden im Nordirak? An Assads Regime in Syrien? An die Houthis im Jemen? Die Worte stehen auf Papier, aber Irans Handeln sind die Wirklichkeit.

Der Iran hat sich Jahre lang bewaffnet, er hat die schiitischen Houtis im Jemen finanziert und ausgebildet, deren Kampf um die Kontrolle des Jemen mit den Angriffen auf Sa’dah im nördlichen Jemen schon 2004 begann. Die Houthis gewannen an Stärke, bis sie vor ein paar Monaten die Hauptstadt Sa’ana eroberten und den Jemen in ein Blutbad verwandelten. All die Gespräche im Jemen über nationale Einheit, wie auch all das Gerede über die Teilung des Landes in autonome Bereiche waren vergeblich, da die Houthis ihren unerbittlichen Vormarsch fortsetzten.

Das Handeln der Houthis hat mehr Bedeutung als jede andere Entscheidung und jedes Dokument. Das ist es, was Saudi-Arabien, Ägypten und andere sunnitische Staaten anschob sich auf echten Krieg, nicht auf einen Krieg der Worte, gegen die Houthis vorzubereiten, die sie zurecht als jemenitischen Tentakel der iranische Krake betrachten.

Der Jemen ist auch eine Bühne, auf der Al-Qaida, die Organisation, gegen die die gesamte Welt ist, eine Rolle spielt; sie wächst, rückt vor und gewinnt die Kontrolle über mehr und mehr Territorium. Sie hat den Punkt erreicht, an dem ihr Ableger, der der 2004 im Irak als Zweig gegründete Islamische Staat, die Kontrolle über ein Drittel Syriens, ein Drittel des Irak an sich gerissen hat und die gesamte Welt in Angst vor seinen jihadistischen Messern und der Möglichkeit des Exports seiner Revolution nach Europa, Amerika, Australien und wer weiß noch wohin versetzt. Das Handeln der Jihadisten hat mehr Wirkung als die Verurteilungen, die gegen sie geäußert werden, weit mehr als die Entscheidungen, Artikel und Karikaturen gegen sie.

Im Gazastreifen hat offiziell – auf dem Papier – die palästinensische Autonomiebehörde das Sagen, aber die wahre Kontrolle liegt in den Händen der islamistischen Terrororganisation Hamas. Wie viele Worte sind über diese irrsinnige Situation verschwendet worden? Wie viele Vereinbarungen sind von beiden Seiten unterschrieben worden? Nicht kann die Wirklichkeit beeinflussen, in der die Hamas mit Gewalt im Gazastreifen herrscht, der PA praktisch sagt sie soll zur Hölle fahren. Selbst Israel hat nicht den Erfolg die Fakten vor Ort dort zu verändern.

Auch Israel ist in Besitz vieler Versprechungen verschiedener amerikanischer Präsidenten zu entscheidenden Fragen. Dazu gehört das iranische Atomprogramm zu stoppen, Israels Vroschläge zum Behalten der Siedlungsblöcke in Judäa und Samaria und seine Opposition zur Anerkennung eines Palästinenserstaates im Sicherheitsrat zu unterstützen. Was geschieht mit all den Zusicherungen und all den Worten, die Israel erhalten hat? Der Iran setzt sein Atomprojekt fort – und wird das nach jeder Vereinbarung weiter tun – und Amerika gründet einen Palästinenserstaat in Judäa und Samaria, obwohl niemand in Washington sicher sein oder versprechen kann, dass er sich in einen Hamas-Staat verwandelt.

Israel muss eine klares und genaues Ende ziehen: Aufhören zu reden und anfangen zu tun, was getan werden muss. Es muss der palästinensischen Autonomiebehörde ein Ende setzten, bevor aus ihr ein weiterer Hamas-Staat wird, und auf seinen Ruinen acht Emirate gründen: das im Gazastreifen besteht seit acht Jahren, aber weitere sieben müssen in den arabischen Städten in Judäa und Samaria gegründet werden – in Jenin, Schechem, Tulkarm, Kalkilya, Ramallah, Jericho, arabischen Bereichen von Hebron – die von örtlichen Hamulot (mächtigen, erweiterten Familien), während Israel auf dem Land mit all seinen intakten jüdischen „Siedlungen“ eine Macht bleibt.

Israel muss von Sisi lernen, dem Mann, der Erfolg mit dem richtigen Vorgehen gegenüber Amerika, Europa und all denen, die gegen ihn waren, hatte. Nur Handeln hat in der Wirklichkeit des Nahen Ostens Wirkung und für jeden, der ein kurzes Gedächtnis hat: Auch Israel wurde gegründet, als das jüdische Volk der Worte krank und müde war und zu handeln begann.

In unserer Gegend reden wir nicht. Wir handeln. Wer redet, tut in der Regel nichts und hat nicht den Wunsch irgendetwas zu tun; sie hoffen, dass ihre Worte ihr fehlendes Handeln verbergen werden. Israels neue Regierung muss einen praktischen Plan ausarbeiten – keinen, der nur Geschwätz und „Vereinbarungen ist – und anfangen Fakten vor Ort zu schaffen. Langfristig akzeptiert die Welt die Realität des Nahen Ostens, selbst unangenehme Realität, denn so läuft es in dieser Region nun mal.