Was israelische Soldaten lernen

gefunden auf twitter und ein Poster draus gemacht:

Israel ist in deutschen Medien grundsätzlich zumindest Mittäter – in der Regel Alleintäter

Erinnern wir uns: Der Palästinensische Islamische Jihad verlor einen Terrorchef, den die israelische Luftwaffe durch einen gezielten, punktgenauen Angriff tötete. Daraufhin begannen gut 48 Stunden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen durch genau diese Terrortruppe. Israel reagierte mit zielgenauen Angriffen auf Terroristen und ihre Einrichtungen.

Dann gab es unter Vermittlung Ägyptens einen „Waffenstillstand“. Der von Anfang an seitens der Terroristen nicht eingehalten wurde, die weiter Raketen schossen. Darauf reagierte die deutsche Medienlandschaft mit Aussagen, die klar besagten, Israel habe „trotz Waffenstillstand“ den Gazastreifen angegriffen. Führend dabei u.a. tagesschau.de:

Auch das Nürnberger Tagblatt schoss in diese Richtung

und schaffte es sogar zu behaupten: „Diese Meldung spiegelt den belegbaren Sachverhalt zur Veröffentlichung der Meldung am 15.11.2019 um 8 Uhr wider.“ DAS ist glatt gelogen, denn jeder wusste, dass die Terroristen die Waffenruhe gebrochen hatten, dass Israel auf erneuten Beschuss REargierte!

Dann zeigt der Satz „Israel hat trotz einer vereinbarten Waffenruhe erneut mehrere Stellungen militanter Palästinenser bombardiert“, wie die Stoßrichtung ist und dass diese Bemerkung so stark hervorgehoben wird, beweist, dass das gezielt kolportiert wird.

Anscheinend mag das ZDF dem nicht hinterherhinken zu wollen. MEAN Watch dokumentiert auf twitter:

„Waffenruhe. Das scheint weder Hamas noch Israel zu stören.“ Es geht nicht, dass die Terroristen die Täter sind und Israel nicht. Nein, Israel MUSS Täter sein, erst recht, wenn es sich wehrt. Der Judenstaat hat mindestens auf einer Stufe mit den Terroristen zu stehen, wenn nicht tiefer. Die israelische Reaktion wird auf eine Stufe gestellt mit den Aggressionen aus dem Gazastreifen. Mit anderen Worten: Israel darf sich nicht wehren, muss allen Terror hinnehmen, wenn es nicht in Grund und Boden verdammt werden will. Aber wehrt es sich nicht, kommt auch nichts, das die Terroristen kritisiert. Denn die „Berichterstattung“ setzt immer erst dann ein, wenn Israel zurückschlägt!

Und es spielt natürlich absolut keine Rolle, dass die Terroristen gezielt Nichtkombattanten umbringen wollen und ihren Tod bejubeln, während die IDF sich auf erwiesene Terroristen konzentriert und zivile Opfer nach bestem Bemühen vermeidet.

Was sagt uns eigentlich die mediale und Eliten-Reaktion auf diese Kriegsakte insgesamt? Erinnern wir uns an 2006: Die Hisbollah führte einen mehrteiligen Angriff auf Israel aus, bei dem dann auch eine israelische Patrouille auf israelischem Staatsgebiet überfallen wurde. 8 Soldaten wurden getötet, 2 entführt (und ermordet). Israel wurde „kritisiert“, dass wegen einer solchen Lappalie in den Libanon einmarschiert wurde.

Übersetzen wir das doch mal auf die Ereignisse der letzten Woche: Ein Chefterrorist (und seine Ehefrau) wurden getötet. Hätte da nicht die logische Reaktion darin bestanden, den Terroristen den Vorwurf zu machen, dass sie wegen einer solchen Lappalie derart überreagieren?

Das ist eine Idee, die den Israel-„Kritikern“ nie kommen würde, denn dieser Vorwurf wird ausschließlich Israel gemacht. Ausschließlich Israel wird kein Verständnis entgegengebracht, während man bei den Terroristen immer ein Auge zudrückt und Verständnis findet. Terroristen bringen einen beliebigen Israeli um? Kein Grund gegen die Terroristen vorzugehen! Maß halten!  Zurückhaltung! Israel tötet einen Terrorführer? „Da müssen die sich doch nicht wundern, wenn die Araber sich wehren!“ Wehren? Mit 450 Raketen? Ach ja, das sind ja nur bessere Sylvesterknaller, keine Juden ernsthaft geschädigt… Nicht, dass das Ziel gewesen wäre, ganz im Gegenteil, aber das spielt für die Israelhasser keine Rolle. Ihre „Wahrnehmung“ ist derart einseitig und mit Scheuklappen behaftet, dass ihr Handeln und Denken durchaus mit einer Vokabel charakterisiert werden kann, die sie aufs Übelste zurückweisen, das A-Wort. Nein, sie sind nur „israelkritisch“. Aber derart kritisch, dass der Antisemitismus-Vorwurf gerechtfertigt ist und sie ihn sich gefallen lassen müssen.

Die Kyros-Debatte bestätigt ironischerweise die Wahrheit der jüdischen Geschichte in Jerusalem

Rivkah Fishman-Duker, JCPA, 3. November 2019

Manche sehen im Kyros-Zylinder (oben) im British Museum eine Bestätigung der Bibel und ihrer Historizität von gefangene Völker: „Alle Völker, die ich sammelte und zurück in ihr Häuser brachte“ (Zeile 32), was die Bestätigung der Freilassung gefangener Juden sein könnte, selbst wenn diese im Text nicht genannt sind. Kyros wird zugschrieben den gefangenen Juden geholfen zu haben nach Judäa zurückzukehren, das zweite jüdische Gemeinwesen, und ihren Tempel wieder aufzubauen, der stehen blieb, bis er vom römischen Reich zerstört wurde. (Prioryman/CC BY-SA 3.0)

Ishaan Tharoor von der Washington Post machte sich daran US-Außenminister Mike Pompeo (1. Nov. 2019) – und damit auch Präsident Donald Trump – in seinen Kommentaren zu Pompeos Tweet vom 29. Oktober zu verunglimpfen, mit dem Kyros der Große gelobt wurde, der das Persische Reich im 6. Jahrhundert v.Chr. regierte.[1] Tharoor vermerkt korrekt: „Nach Quellangaben, einschließlich biblischer Schriften, erlaubte Kyros den deportierten Judäern im Exil nach den Verheerungen durch den babylonischen König Nebukadnezar II. in ihr Heimatland zurückzukehren.“[2] Vielleicht unbeabsichtigt bestätigt dies wichtige historische Wahrheiten, wobei nebenher zunichte gemacht wird, was Teil des palästinensischen Standard-Narrativs geworden ist. Trotzdem fordern Tharoors Entstellungen Korrekturen.

Der Erlass des Kyros ist nicht die Balfour-Erklärung

Der Erlass des Kyros erklärt keine „jüdische nationale Heimstadt“, wie es die Balfour-Erklärung machte, der am 2. November gedacht wurde. Damit wurde ein Tempel vereinbart, ein Ort der Verehrung (Opferung). Das ist klar. Es war jedoch Präsident Harry S. Truman, der sich selbst mit Kyros verglich und bei einem Treffen am Jüdischen Theologischen Seminar in New York kurz nach Ende seiner Amtszeit metaphorisch sagte: „Ich bin Kyros!“ In diesem Sinne war Kyros nichts anderes als ein politischer Zionist im modernen herzlschen Sinn, als es die Briten waren, die eine „jüdische nationale Heimstatt“ forderten – keinen Staat. Beide waren imperiale Mächte.

Zum Kontext: Als Kyros im Jahr 539 v.Chr. den Nahen Osten eroberte (mit Ausnahme von Ägypten, das von seinem Nachfolger Cambyses erobert wurde), gestattete er Völkern ihre Tempel wieder aufzubauen und ihre Götter verehren. Diese Politik war das Gegenteil dessen, was die Babylonier machten, deren Eroberungen durch Zerstörung von Tempeln und lokalen Göttern gekennzeichnet waren. Das war eine geschickte Politik seitens der Perser, denn sie tendierte dazu Revolten vorzubeugen.

Die Juden waren ein anderer Fall, denn die Mehrheit von ihnen war aus ihrer Heimat ins Exil nach Babylon gebracht worden. Die Babylonier hatten 586 v.Chr. den (ersten) Tempel und Jerusalem zerstört, die Hauptstadt des Königreichs Juda (auf Hebräisch: Yehuda; Yehud im Persischen). Kyros‘ Edikt erklärte (2. Chronik 36,23 und Esra 1,2-3): „Jeder unter euch, der zu seinem Volk gehört – sein Gott sei mit ihm -, der soll nach Jerusalem in Juda hinaufziehen und das Haus des Herrn, des Gottes Israels, aufbauen; denn er ist der Gott, der in Jerusalem wohnt.“ (Esra 1,3) Mit anderen Worten: Es scheint so, das Kyros den Wiederaufbau des Tempels und der Wiederherstellung Jerusalems als den Bau eines Tempels für einen lokalen Gott in einer Tempelstadt betrachtete, während die Juden Gott immer als den universalen Gott betrachteten, der auch der Gott Israels ist. Davon abgesehen war Kyros kein Theologe, sondern ein König und das war seine politische Entscheidung. Es ist klar, dass die Juden weder unabhängig noch souverän waren und dass sie unter persischer Herrschaft verbleiben würden.[3]

Kyros beging Kriegsverbrechen

Pompeos Tweet richtete sich auch gegen die enorm beliebte Antwort, die der antike König von Persien bei Iranern immer noch hervorruft, die der Ideologie der Islamischen Republik Iran diametral entgegen steht. Der Hinweis auf Exzesse im Kampf ist ein Versuch sein Ansehen als „proto-nationaler Held“ zu diskreditieren. Kyros war ein Eroberer und nicht humanitär, obwohl zu seiner Politik religiöse Toleranz gehörte – wie aus den Quellen ersichtlich ist. Niemand behauptet, dass er keine „Kriegsverbrechen“ beging. Alle antiken Könige waren brutal und es gab immer zivile Opfer und Kollateralschäden. Übrigens bombardierten die Alliierten während des Zweiten Weltkriegs Städte und im Bürgerkrieg brannte die Union Savannah nieder usw. Viele muslimische Kalifen waren notorische Killer. Es gibt keine Notwendigkeit moderne Vergleiche zu ziehen und Kyros wegen dem abzulehnen, was er den Babyloniern antat.

Das Geschichtsverständnis der evangelikalen Christen wird verunglimpft

Evangelikale haben ihre Art die Bibel auszulegen. Sie sind von niemandem „besessen“ außer von Jesus von Nazareth. Alle Führer vergleichen sich gerne mit von ihnen bewunderten früher bedeutenden (oder nicht so bedeutenden) Personen. Es gibt zahllose Beispiele. Erklärte nicht Senator Cory Booker aus New Jersey bei den Anhörungen gegen Brett Kavanaugh letztes Jahr, er sei Spartakus? Wenn Truman und Trump sich entschieden von sich als Kyros zu denken, ist das historisch fehlerhaft, geschieht aber in guter Absicht und ich würde dem nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken. Für diejenigen, die Israel verleumden wollen, ist alles, das gegen Israel ins Feld geführt werden kann, der Sache dienlich. Die Washington Post hat sich darin letzte Woche wirklich selbst übertroffen.

Sonderbarerweise erinnert die Kritik der Washington Post am Vergleich mit Kyros die Welt daran, dass der Tempel in Jerusalem stand, der Hauptstadt von Judah; das erkennt die jüdische Präsenz hier an, lange vor dem Islam und den Palästinensern. Das läuft dem verlogenen palästinensischen Narrativ zuwider, das behauptet die Juden seien kein indigenes Volk, sondern Eindringlinge, denen ein historischer Anspruch auf das Land fehlt.

Fußnoten:

[1] https://twitter.com/SecPompeo/status/1189199170537689088

[2] https://www.washingtonpost.com/world/2019/11/01/trump-administrations-obsession-with-an-ancient-persian-emperor/

[3] Eric Meyers/Sean Burt: Exile and Return: From the Babylonian Destruction to the Beginnings of Hellenism. In: Ancient Irael. 3. Ausgabe, Hg: Herschel Shanks. Washington DC, BAR, 2011, S. 216-235. Cyrus – S. 216-220

Der Zweite Libanonkrieg und asymmetrische Kriegsführung

Dov Lipman, HonestReporting, 27. Oktober 2019

Ein israelischer Polizist rennt nur Momente nach einer Salve Katjuscha-Raketen der Hisbollah an einem brennenden Strommast vorbei, die während des zweiten Libanonkriegs am 13. Juli 2006 Nahariya trafen. (Foto: Roni Schutzer/Getty Images)

Lange vor dem zweiten Libanonkrieg, schon 1968, nutzte die palästinensische Befreiungsorganisation den südlichen Libanon als Startrampe für Raketenangriffe auf israelische Städte. Die Israelischen Verteidigungskräfte waren 1982 in den Libanon vorgestoßen, um die Terror-Infrastruktur zu zerstören, die für diese Angriffe verantwortlich war; dann zog sie sich im Jahr 2000 nach Unterdrückung der Bedrohung ab.

Aber in den darauf folgenden Jahren rüstete die Terrororganisation Hisbollah mit der militärischen und finanziellen Unterstützung durch den Iran auf. Ab dem Jahr 2000 bis zum Sommer 2006 griff die Hisbollah Israel mit Artillerie und grenzüberschreitenden Vorstößen circa 200-mal an, tötete Dutzende Israelis und verletzte mehr als 100.

Hisbollah löst den Zweiten Libanonkrieg aus

Am 12. Juli 2006 schossen Hisbollah-Terroristen in einem nicht provozierten Angriff Raketen aus dem Südlibanon auf israelische Grenzstädte, wodurch fünf israelische Zivilisten verletzt wurden.

Dieser Raketenangriff war eine aber nur Ablenkung für einen anderen Angriff.

Bei einem sorgfältig geplanten Überfall schoss eine Hisbollah-Einheit eine Panzerbekämpfungs-Rakete auf zwei IDF-Fahrzeuge, die an der israelisch-libanesischen Grenze Patrouille fuhren. 3 israelische Soldaten wurden getötet. Die Hisbollah entführte zwei israelische Reservesoldaten – den 31-jährigen Doktoranden am Technion und frisch verheirateten Ehud Goldwasser sowie den 26-jährigen Jurastudenten Eldad Regev. Fünf weitere IDF-Soldaten wurden im Libanon bei einem sofortigen Versuch die entführten Soldaten zu retten getötet.

Eldad Regev und Ehud Goldwasser

Israel begann Hisbollah-Ziele zu bombardieren, ebenso Brücken und Straßen im Libanon; damit sollte verhindert werden, dass die Hisbollah die entführten Soldaten weit von der Grenze weg schafft.

Der zweite Libanonkrieg war in vollem Gange.

Die Hisbollah kündigte an, dass sie Goldwasser und Regev freilassen würde, wenn Israel libanesische „Gefangene“ frei ließe, die in Israel festgehalten wurden. Auf der Liste der Hisbollah stand auch Samir Kuntar, der für einen besonders grausamen Anschlag von 1979 verantwortlich war. Kuntar drang aus dem Libanon nach Israel ein, brach in ein israelisches Wohnhaus ein, entführte den 31-jährigen Danny Haran und seine vierjährige Tochter Einat. An einem nahe gelegenen Strand erschoss Kuntar Danny; dann tötete er Einat, indem er ihren Kopf gegen die Felsen schlug.

Israel betrachtete die Entführung von Regev und Goldwasser durch die Hisbollah als Kriegsakt, verhängte eine Luft- und Seeblockade über den Libanon, begann massive Luftangriffe auf Hisbollah-Ziele, gefolgt von einer Bodeninvasion.

Raketenangriffe auf Israel

Vom Iran und Syrien bewaffnet bombardierte die Hisbollah israelische Städte mit Raketen. Während des einmonatigen zweiten Libanonkriegs feuerte die Hisbollah mehr als 4.000 Raketen auf israelische Städte – über 100 pro Tag. Etwa ein Viertel landete in zivilen Bereichen von Haifa, Kiryat Schmona, Safed, Tiberias und Nazareth. Eine Million Israelis musste in der Nähe von Luftschutzbunkern bleiben und 250.000 Einwohner waren gezwungen die Städte im Norden in Richtung sicherer Gebiete außerhalb der Raketenreichweite  zu verlassen.

Die Raketenangriffe der Hisbollah verursachten in Israel zahlreiche Waldbrände. Es wird geschätzt, dass es 50 bis 60 Jahre dauern wird die 16.500 Morgen vernichteter Wälder wiederherzustellen.

Einwohner von Nahariya mussten während der Angriffe der Hisbollah mit Katjuscha-Raketen aus dem Libanon 2006 in einem Luftschutzbunker bleiben. (Foto: Mosche Milner, Gefälligkeit des israelischen GPO.)

Die Hisbollah startete diese Raketen aus zivilen Bereichen im südlichen Libanon und lagerte ihre Munition in Wohngebieten. Das gefährdete die libanesische Bevölkerung, weil Israel versuchte die Raketen und ihre Abschussrampen zu zerstören. Israel warf Flugblätter ab, die die Zivilisten informierten, sie sollten Bereiche verlassen, die es bombardieren musste.

Während Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International Israel wegen der Beschießung libanesischer Zivilisten und der Anwendung von unverhältnismäßiger Gewalt verurteilten, fasst Washington Post-Kolumnist Richard Cohen zusammen, warum die Anschuldigungen haltlos waren:

Die schrecklichen Konsequenzen von Verhältnismäßigkeit sind so klar, dass man sich fragt, ob das nicht nur ein Feigenblatt für allgemein antiisraelische Gefühle ist. Jeder, der sich im Nahen Osten ein wenig auskennt, weiß, dass Verhältnismäßigkeit Wahnsinn ist. Für Israel, ein kleines Land in Reichweite, wie wir herausfinden, einer aus dem Hinterhof eines Feindes gefeuerten Rakete, ist Verhältnismäßigkeit nicht nur nicht anwendbar, sondern Selbstmord. Das Letzte, was es brauchen kann, ist ein Abnutzungskrieg. Es reicht nicht, diese oder jene Raketenbatterie auszuschalten. Es muss Abschreckung wieder herstellen: Gibst du mir eine Ohrfeige, werde ich die das Licht ausknipsen.

Israel braucht dringend solche Abschreckung, seit es im Jahr 2000 aus dem Libanon und – vor kurzem – aus dem Gazastreifen abzog. Im Libanon geriet es praktisch in einen proportionalen Kreislauf aus Zuschlagen und Zurückschlagen mit der Hisbollah. Das kostete Israel 901 Tote und die Hisbollah verkündete 1.375, zu nahe an Pari, um eine nachhaltige Unterscheidung zu schaffen. Wie immer die Zahlen aussahen, es ändert die Tatsache nicht, dass israelische Wehrpflichtige oder Reservisten nicht glauben, dass Tod und Märtyrertum dasselbe sind. Auf Juden warten im Himmel keine Jungfrauen.

Eine Artillerieeinheit der IDF feuert 2006 von einer Stellung an der Nordgrenze auf Hisbollah-Ziele. (Foto: Mosche Millner, Gefälligkeit des GPO)

Die israelische Regierung erklärte wiederholt, sie kämpfe nicht gegen den Libanon, sondern nur gegen die Terrorinfrastruktur der Hisbollah. Da sich Waffenlager, Raketenwerfer sowie Kommando- und Kontrollzentren in oder sehr nahe von Häusern, Krankenhäusern, Schulen, Moscheen und allgemeiner Infrastruktur befanden, war der Schaden für den Libanon erheblich und unvermeidlich.

Die israelische Luftwaffe flog während des Monats der Kämpfe 11.897 Kampfeinsätze – mehr als während des Yom Kippur-Kriegs und fast doppelt so viele Einsätze wie im ersten Libanonkrieg. Die IDF verschoss 170.000 Artilleriegranaten, mehr als doppelt so viele wie während des Yom Kippur-Kriegs. 130.000 Häuser im Libanon in dem Bereich, aus dem Raketen gefeuert wurden, wurden beschädigt. 650 Kilometer Straßen, 73 Brücken und 900 Wirtschaftsgebäude wurden zerstört. Dank der Hisbollah-Doktrin sich in Zivilisten einzubetten wurde der zweite Libanonkrieg eine Fallstudie asymmetrischer Kriegsführung. Dr. Shaul Shay erklärte asymmetrische Kriegsführung so:

In asymmetrischen Konflikten sind demokratische Staaten – die typischerweise gewisse moralische Werte hoch halten – gezwungen, nichtstaatliche Akteure zu bekämpfen, die sich nicht an rechtliche oder humanitären Verpflichtungen gebunden verstehen. Trotz der gegenteiligen Propaganda schätzt Israel menschliches Leben wert, während nichtstaatliche Akteure wie die Hamas oder Al-Qaida regelmäßig humanitäre Prinzipien als bewusste Strategie missbrauchen, indem sie sowohl ihre eigene Zivilbevölkerung als auch die des sich verteidigenden Staates größeren Risiken aussetzen. Dass solche Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah aus dicht besiedelten Gebieten heraus agieren, illustriert diese Tatsache.

Israel erhielt breite Unterstützung, von westlichen Ländern bis zu arabischen Staaten. Saudi-Arabien erklärte, die Hisbollah sei allein verantwortlich für den Krieg. Die Vereinigten Arabischen Emirate Bahrain, Ägypten, Jordanien, Kuwait, der Irak und die Palästinensische Autonomiebehörde stimmten der saudischen Beschreibung des Angriffs der Hisbollah auf Israel als „unerwartet, unangemessen und unverantwortlich“ zu.

Nachbermerkungen zum Krieg

Während des Krieges wurden 121 IDF-Soldaten und 46 israelische Zivilisten getötet, davon 19 israelische Araber. Mehr als 4.000 Israelis wurden verletzt. Israel tötete mindestens 600 Hisbollah-Terroristen und verletzte 1.500. Um die 500 Libanesen starben während der Kämpfe und mehr als 2.500 wurden verletzt. Die Kämpfe endeten am 14. August mit einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand. Der UNO-Sicherheitsrat genehmigte die Resolution 1701, die die Entwaffnung der Hisbollah forderte, den Rückzug der IDF aus dem Libanon und dass die libanesischen Streitkräfte und eine vergrößerte UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) im südlichen Libanon stationiert werden sollten.

Leider erklärten sowohl die libanesische Armee als auch UNIFIL, dass sie nichts tun würden um die Hisbollah zu entwaffnen. Wie erwartet bewaffnete die Hisbollah sich wieder und nur zehn Jahre nach dem Krieg hatte sie bereits 100.000 Raketen, die jeden Ort in Israel erreichen können. 2019 entlarvte und neutralisierte die IDF eine Reihe von die Grenze querenden Tunneln der Hisbollah, von denen UNIFIL eingestand, dass sie die Resolution 1701 verletzen.

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah sagte New TV in einem Interview vom 27. August 2006: „Wenn es auch nur eine einprozentige Chance gegeben hätte, dass die Gefangennahme vom 11. Juli zu dem geführt hätte, was geschah, hätte ich das gemacht? Ich würde sagen nein, absolut nicht.“

Noch trauriger ist, dass Israel nicht in der Lage war, die gefangenen Soldaten zu finden. Da man nicht wusste, ob Goldwasser und Regev noch lebten, stimmte Israel zwei Jahre später einem Gefangenenaustausch zu, der die Freilassung von Samir Kuntar beinhaltete. Die Tür des Fahrzeugs, in dem die beiden israelischen Soldaten sich befanden, öffnete sich und zwei Särge wurden herausgeholt, die die sterblichen Überreste der beiden Soldaten beinhalteten.

Es gab zwar erhebliche Kritik aus dem israelischen politischen und zivilen Establishment bezüglich der Schwierigkeit, die eine mächtige Armee hatte eine kleinere und weniger gut ausgerüstete Terrororganisation wie die Hisbollah zu besiegen, aber israelische Offizielle weisen auf die Tatsache hin, dass die starke Antwort der IDF die israelische Abschreckung wiederherstellte.

Palästina falsch verstanden

Petra Marquardt-Bigman, Quilette, 31. Oktober 2019

Von meinem Heim am südlichen Rand von Tel Aviv höre ich jeden Tag den muslimischen Gebetsruf, der aus einer Moschee fast einen Kilometer weg im benachbarten Jaffa kommt. Jüdische Israelis sehen Arabisch auf ihrem Geld, auf Straßenschildern, auf Bussen und auf den Etiketten von Lebensmitteln, die den Konsumenten mit nährwertbezogenen Informationen versorgen. Sie hören Arabisch in Geschäften, Einkaufszentren und Cafés, die sie regelmäßig besuchen. Und wenn sie eine Klinik oder ein Krankenhaus besuchen, werden jüdische Israelis hören, wie ihre Mitpatienten Arabisch sprechen, was auch die Ärzte und Pfleger tun, die sich um sie kümmern. Israel mag der einzige jüdische Staat der Welt sein, aber Araber stellen rund 21 Prozent seiner Bevölkerung, also sind die Klänge und Zeichen der arabischen Sprache schlicht Teil des täglichen Lebens in dieser Ecke der Levante.

Also war ich überrascht zu erfahren – aus einem von Michael Humeniuk für Quilette geschriebenen Artikel – „wenn jüdische Israels gesprochenes Arabisch hören, was sie als Schreie wahrnehmen, dann wissen sie nicht, ob eine Bombe hochgehen wird oder einer einfach einem anderen ein Kompliment zu seinen Schuhen macht“. Humeniuk ist aus Toronto und sein Artikel ist ein gut geschriebener und (vermutlich) gut gemeinter Versuch über die „feierlichen Stereotype“ hinauszusehen, die er und andere Westler von Palästinensern „als Freiheitskämpfern oder Terroristen“ übernommen haben – „geopolitische Charakterdarsteller innerhalb des großen Narrativs dessen, was vage als ‚der Nahost-Konflikt‘ beschrieben wird“. Andere wie er, die in den Nahen Osten gereist sind, weil sie „von der Notlage der Palästinenser angerührt und besorgt sind“, sind derart von der Politik des Konflikts beschäftigt, dass sie vergessen „die Palästinenser selbst zu bemerken – wie sie kochen und essen, wie sie sich necken und flirten, wie sie feiern und trauern“. Dieser unaufgeklärten Ansicht möchte Humeniuk eine Korrektur bieten.

Leider wird es, während Humeniuk seine Erfahrungen aus Palästinas De-facto-Hauptstadt weitergibt, zunehmend offenkundig, dass er wenig von der Region, ihren Menschen oder ihren Komplexitäten weiß. Und so verfällt seine Lehrstunde (kühn übertitelt mit „Ramallah für Anfänger“) schnell in ermüdende Klischees, die ein stark befestigtes und paranoides Israel einem Porträt friedlicher, auf Eseln reitenden Palästinensern gegenüberstellt, die friedlich ihre malerischen Olivenhaine versorgen oder das Partyleben der Stadt genießen („billiger und einladender“, wird uns gesagt, als das von Tel Aviv gebotene). Diese Sichtweise missversteht nicht nur die belastete Geschichte und politische Gegenwart der Region, sie karikiert israelische Juden und palästinensische Araber auf beiden Seiten der Grünen Linie, die Israel und die von Jordanien vor dem Sechstage-Krieg 1967 annektierte Westbank auf nicht konstruktive Weise.

Humeniuks Aufsatz leistet der Vorstellung Beistand, dass ein Palästinenserstaat modern, offen und friedlich sein wird, vielleicht sogar positiv progressiv und nicht die Bastion des Fanatismus, die in Israels angsterfüllter Fantasie besteht. Das dafür erforderliche Wunschdenken wird durch sein eigenes Zeugnis verraten. Damit Humeniuk und sein jüdisch-kanadischer Freund Ari nicht für israelische Siedler gehalten werden, tarnen sie ihren Nissan Micra sorgfältig, indem sie islamische Gebetsperlen am Rückspiegel aufhängen und eine Keffiyeh – „den schwarz-weißen Schal, der die Gegnerschaft zu Israel symbolisiert“ – auf das Armaturenbrett legen. „Man erwartet außerdem“, fügt er hinzu, „dass man raucht – ständig – wie viele Palästinenser es tun.“ Diese List soll vermutlich die Bedeutung lokalen Wissens betonen, aber sie legt auch nahe, dass erkennbare Juden sich Sorgen machen sollten von Ramallahs Bevölkerung die Art gefährlicher Feindseligkeit anzuziehen, die dem Rest von Huemiuks Bericht fehlt.

Humeniuk und seine Gefährten fahren nach Qalandiya, wo sie respektvoll einen Teil der Grenzmauer mit Porträts von Yassir Arafat und Marwan Barghouti anstarren. Barghouti wird vage als „ein Führer der ersten und zweiten Intifada“ beschrieben, „der seit 2002 in Israel inhaftiert ist.“ Wofür inhaftiert? Humeniuk sagt es nicht, obwohl er berichtet, dass eine Parole die zwei Gemälde trennt; dort steht „Lasst Barghouti frei“, als ob er das Opfer einer Ungerechtigkeit sei, die internationale Aufmerksamkeit und dringende Wiedergutmachung verlangt. Fakt ist, dass Barghouti Fatahs berüchtigte Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden führte, eine terroristische Miliz, die für die Ermordung von zig israelischen Bürgern durch Selbstmord-Trupps während der zweiten Intifada verantwortlich ist. 2004, als der von ihm und Arafat angezettelte, mörderische Krieg wütete, wurde Barghouti für fünf Morde verurteilt (und in 21 Fällen, bevor angenommen wird, dass dies eine vorher abgemachtes Urteil ist, freigesprochen) und zu fünf aufeinander folgenden lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt.

Barghouti und Arafat haben mehr als die meisten andere die Aussichten auf Frieden ruiniert, aber Humeniuk suggeriert, dass das sie verehrende Wandgemälde Teil einer allgemeineren palästinensischen Hingabe an die Idee des romantischen Revolutionärs ist. Che Guevara, stellt er beifällig fest, „ist eine häufig auf T-Shirts dargestellt Persönlichkeit, die palästinensische Männer tragen“ und er hält inne, um für Bilder vor einer fast 7m hohen Statue von Nelson Mandela zu posieren, „umgeben von Blumen du ein paar Fuß über den Gehweg erhoben mit einem Halstuch in demselben roten Farbton wie das Dreieck auf der palästinensischen Flagge“. Mandelas Ansicht zum Konflikt war kompliziert, aber das hat die Palästinenser nicht davon abgehalten sich sein Vermächtnis und seine moralische Autorität anzueignen. „Kulturell“, schreibt Humeniuk, „identifizieren sich die Palästinenser mit jeder Art von politisch Benachteiligten.“

Während aber gegenkulturelle Ikonen revolutionären Terrors wie Guevara attraktiv auf westlichen Appetit für radikalen Chic wirken und Staatsmänner wie Mandela helfen mögen die palästinensische Sache in den Idealismus von Frieden, Wahrheit und Versöhnung zu hüllen, sind das nicht die einzigen historischen Persönlichkeiten, die in Palästina offen und unverfroren gefeiert werden. In der Stadt Qalqilya steht eine Statue von Saddam Hussein. Weitere öffentliche Plätze, die an die völkermörderischen B’athisten gedenken, sind in Jenin und Ramallah zu finden und in Yabad wurde eine „Märtyrer Saddam Hussein Schule“ gegründet. Zur Enthüllung der Statue in Qalqilya 2017 beichtete MEMRI, dass Distriktgouverneur Rafi Rawajba schwärmte: „Saddam war ein Wahrzeichen des Heldentums, der Ehre, Originalität und des trotzigen Widerstands, genauso wie der Märtyrer Yassir Arafat. Beide dienten als Kompass für die Araber und ihre resoluten Entscheidungen und als sie abtraten, ging der Arabismus mit ihnen.“

Derweil ist eine politische Kultur, die Terroristen und ihre Familien belohnt und ihnen Denkmäler setzt und Selbstmordbomber als heldenhafte Märtyrer preist, nicht nur für Friedensbemühungen destruktiv, sondern auch destruktiv für die palästinensische Gesellschaft an sich. Thane Rosenbaum stellt das 2017 in einem Artikel in der Washington Post heraus: „Wenn Mörder als Helden gepriesen und in den höchsten Ebenen der Regierung willkommen geheißen werden, wenn öffentliche Plätze und Straßen und Sommerlager nach Terroristen benannt werden, die israelische Kinder töteten, können Palästinenserführer nicht vernünftig begründet erwarten, dass ihre nächste Generation davon träumt Ärzte, Lehrer und Friedenstifter zu werden.“

Bedauerlicherweise ist auch klar, dass Unterstützung für Terrorismus bei Palästinensern weit verbreitet ist. Vom Pew Research Center über mehrere Jahre hinweg durchgeführte Meinungsumfragen unter der muslimischen Bevölkerung zeigen, dass die Palästinenser die größten Unterstützer von Selbstmordbombenanschlägen gegen Zivilisten sind, „um den Islam gegen seine Feinde zu verteidigen“. Die stärkste Unterstützung wurde 2007 verzeichnet, als 70 Prozent der Palästinenser die Ansicht äußerten, dass Selbstmord-Bombenanschläge gegen Zivilisten zur Verteidigung des Islam gerechtfertigt sein könnten. In der Folge der Anschläge vom 9/11 beobachtete Pew auch mehrere Jahre lang die muslimische öffentliche Meinung zu Al-Qaida und deren Führer Osama bin Laden und die Ergebnisse von Umfragen dokumentieren, dass die Palästinenser bin Ladens leidenschaftlichste Anhänger waren. Umfrageteilnehmer wurden gefragt, ob sie von bin Laden „überzeugt“ waren, dass er „im Weltgeschehen das Richtige tut“. 2003 antworteten 72 Prozent der Palästinenser mit Ja. Bis 2011, als bin Laden von US-Sondereinheiten getötet wurde, drückten 34 Prozent der Palästinenser immer noch „Überzeugung“ von bin Laden aus und die islamistische Terrororganisation Hamas verurteilte die USA für die Ermordung „eines arabischen heiligen Kriegers“.

Es mag Humeniuk beruhigen Geschichten zu berichten, dass Palästinenser frei Arak trinken und unverschleierte Frauen in engen Jeans Männern zusehen, wie sie Burnouts auf den Nelson-Mandela-Platz brennen, aber das ist kaum ein repräsentatives Bild des Lebens in den Gebieten oder ein Anzeichen dafür, wie ein unabhängiger Palästinenserstaat aussehen könnte. Meinungsumfragen bieten einen verlässlicheren Hinweis für palästinensische Ansichten als die Eindrücke, die von kanadischen Touristen gesammelt werden und demonstrieren, wie fehlgeleitet das rosige Bild der westlichen Linken sich von der palästinensischen Gesellschaft zu bekommen erlauben kann.

Eine Umfrage von Pew im Jahr 2013 bei fast 40.000 Muslimen in 39 Ländern stellte fest, dass Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen oft zu den muslimischen Bevölkerungen mit den extremsten Ansichten über die Rolle des Islam in der Gesellschaft gehören: 89 Prozent der Palästinenser sagten, sie wollten das Scharia-Recht; 66 Prozent begrüßen die Todesstrafe für Muslime, die zu anderen Religionen übertreten; 76 Prozent befürworten Verstümmelung als Bestrafung für Diebstahl und schockierende 84 Prozent sagten, sie wollen, dass Ehebrecher zu Tode gesteinigt werden. Auf die Frage, wie viel politischen Einfluss religiöse Leiter haben sollten, sagten 29 Prozent der Palästinenser, religiöse Leiter sollten eine Menge politischen Einfluss haben und weiter 43 Prozent sagten, sie wollten, dass religiöse Leiter wenigstens einigen politischen Einfluss haben. Diese Ansichten werden im Entwurf der palästinensischen Verfassung gespiegelt, der festlegt, dass die „Prinzipien der islamischen Scharia die Hauptquelle für die Gesetzgebung ist“.

Während Humeniuk nebenbei vermerkt, dass es einen „Unterschied gibt zwischen dem, wie Araber sich in Ramallah und in Tel Aviv verhalten“, ist es wichtig zu begreifen, dass Israels arabische Bürger eine eigne Identität entwickelt haben. Nach Angaben einer im April 2019 veröffentlichten Umfrage identifiziert sich eine Mehrheit entweder als arabisch-israelisch (46 Prozent) oder als palästinensisch-israelisch (19 Prozent), während eine Minderheit sich nur als arabisch (22 Prozent) oder als palästinensisch (14 Prozent) identifiziert. Diese Ergebnisse werden von einer weiteren kürzlich veröffentlichten Umfrage gestützt, die zeigt, dass „65 Prozent der arabischen Israelis stolz darauf sind Israelis zu sein“.

Der israelische Akademiker und Kolumnist Alexander Yakobson hat zurecht betont, dass ähnliche Umfragen seit Jahren gezeigt haben, dass Israels arabische Bürger „einen starke israelische Identität“ haben und die Umfrageergebnisse zudem „nicht nur eine Wertschätzung der Vorteile Israels (und Angst vor den Nachteilen palästinensischer Herrschaft) andeuten, sondern auch Stolz auf Israel zum Ausdruck bringen“. Das bedeutet nicht, dass Israels arabische Bürger nicht jede Menge Kritik an der israelischen Regierungspolitik haben, sondern sie haben kein wie auch immer geartetes Interesse an der sogenannten „Einstaaten-Lösung“, die Israel durch einen weiteren mehrheitlich arabisch-muslimischen Staat ersetzen würde. Stattdessen ist klar, dass „eine riesige Mehrheit der israelischen Araber nicht nur nicht in ‚Klein-Palästina‘ leben wollen“ (d.h. einem Palästinenserstaat in der Westbank und dem Gazastreifen), sondern dass „sie nicht in einem großen Palästina vom Mittelmeer bis zum Jordan leben wollen. Sie wollen in Israel leben.“

Gleichzeitig wollen israelische Araber, dass die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen einen eigenen Staat haben. In einer vor einem Jahr durchgeführten Umfrage begrüßten 82 Prozent eine Zweistaatenlösung und die Meinungsforscher stellten fest, dass dieses Ergebnis „typisch für die stärkste Unterstützung durch israelische Araber in früheren Umfragen“ war. Bei jüdischen Israelis liegtdie Unterstützung für die Schaffung eines Palästinenserstaats jedoch nur bei 43 Prozent, was weitgehend die Folge der bitteren Lektionen aus Israels Abzug aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 ist. Ich will nicht denen zustimmen, die jetzt argumentieren, der Abzug aus dem Gazastreifen war „ein Fehler“, aber die Hoffnung, dass die Palästinenser erpicht darauf sind ihre Hingabe an den Frieden zu demonstrieren, indem sie daran arbeiten den Gazastreifen in ein Singapur des Mittelmeers zu machen, war offensichtlich naiv.

Genauso wie das von Israels einseitigem Abzug aus dem Südlibanon 2000 geschaffene Vakuum von Irans schiitischem Stellvertreter Hisbollah gefüllt wurde, haben die vom Iran unterstützten Sunniten von der Hamas das Vakuum im Gazastreifen gefüllt. Heute ist der Gazastreifen eine islamistische Terror-Enklave, aus der mehr als 10.000 Raketen auf israelische Städte und Ortschaften geregnet sind – bei einer der jüngsten Salven im Mai wurden hunderte Raketen innerhalb eines einzigen Wochenendes gefeuert. Zusätzlich sind Tunnel unter der Grenze hindurch gegraben worden, um Angriffe und Entführungen zu ermöglichen; außerdem haben seit mehr als einem Jahr Randalierer versucht den Grenzzaun zu durchbrechen und Branddrachen gestartet, die verheerende Feuer verursacht haben, durch die tausende Morgen Ernten, Weideland, Wälder und Naturschutzgebiete auf der israelischen Seite der Grenze vernichtet wurden.

Für aus Europa und Nordamerika kommende Touristen ist es vielleicht natürlich vom Anblick von Grenzgebieten betroffen zu sein, die „voller militärischer Bautätigkeit sind: betoniertes Gelände, Stacheldraht-Zäune und Scharfschützentürme“. Es wäre in der Tat netter ohne das alles. In den 1990-er Jahren, als den Optimisten unter uns Frieden möglich schien, stellten wir uns vor, dass wir in der nicht allzu fernen Zukunft unsere Kinder nicht mehr in die Armee schicken müssten, weil der Nahe Osten wie Europa aussehen würde und offene Grenzen und Reisefreiheit es Israelis erlauben würden eine malerische Fahrt nach Beirut oder Damaskus zu unternehmen, so wie die Europäer von Berlin nach Paris oder Rom fahren können.

Aber wie so oft im Nahen Osten, behielten lagen die Pessimisten Recht. Die Region ist ein blutiges Chaos geblieben, in dem religiöse Fanatiker sich mit vermeintlichen säkularen Autoritären um die Kontrolle funktionsgestörter Staaten konkurrieren, gespalten durch konfessionellen und sektiererischen Hass. Die Juden sind die einzige indigene nicht arabische, nicht muslimische Minderheit, die es geschafft hat einen (relativ) sicheren Hafen und einen blühenden modernen Staat aufzubauen, der als Zuflucht für die meisten der etwa 850.000 Juden diente, die aus ihren uralten Gemeinden im gesamten Nahen Osten getrieben wurden.

Angesichts des düsteren Schicksals von Minderheiten selbst im heutigen Nahen Osten ist es ausgesprochen zynisch, dass Humeniuk zu dem Schluss kommt: „Egal wie tief man in den Konflikt hineinsieht, ob man die Juden verantwortlich macht oder die Araber verantwortlich macht oder beide, ist dies wirklich nur das älteste Spiel des Mannes: Linien in den Sand ziehen und was auf der eigenen Seite liegt ‚meins‘ zu nennen.“ Gut verteidigte Grenzen mögen wie eine Art chauvinistischer Anachronismus erscheinen, wenn das eigene Heim sich in Toronto befindet, aber wenn dein Heim nur eine kurze Fahrt vom Gazastreifen und ein paar Stunden von Damaskus entfernt liegt, sind diese „Linien im Sand“ eine Sache auf Leben und Tod.

Wie die Hasser es sehen

gefunden bei The Jewish Press:

Eine antike jüdische Münze, gefunden in der Altstadt von Jerusalem.
Nachweis, dass Menschen selbst schon vor tausend Jahren gefälschte Beweise für in Jerusalem lebende Juden vergruben.