Die Welt belügen

Dror Eydar, Israel HaYom, 23. September 2016

Also legte PA-Präsident Mahmud Abbas fest: „Terrorismus … kennt keine Religion“; und das ist einen Zusammenfassung seiner Rede. Mit seiner einnehmenden, großväterlichen Erscheinung und seinem wehleidigen Lebenswandel hat er die beeindruckende Fähigkeit der Welt in die Augen zu sehen und sie anzulügen. Suchen sie überall auf dem Globus nach irgendeiner Art von Terrorismus, der nicht den Islam beinhaltet. „Es gibt keinen Konflikt zwischen uns und der jüdischen Religion und ihrem Volk. Unseren Konflikt haben wir mit der israelischen Besatzung unseres Landes“, sagte Abbas.

Es gibt eine Unzahl an Belegen, die das Gegenteil beweisen: Äußerungen offizieller Vertreter der palästinensischen Autonomiebehörde, die Charta der Fatah sowie die der Hamas, der Medien, der Schulbücher und blutige Hetzte offizieller PA-Prediger – hier sind nicht Israelis der Fokus der Aufmerksamkeit, auch nicht die Besatzung, sondern die Juden als Nation und als Religion.

Abbas jammerte weiter: „Wenn Sie [die UNO] unseren Schutz nicht sicherstellen, wer wird es dann tun?“ Und ich glaubte, wenn Israel nicht den Rais (PA-Präsident) behütet und einen Verteidigungspuffer um die PA sichergestellt hätte, dann hätte die Hama die Führung übernommen (wie sie schon vor einer Weile die Straße übernahm), Schläferzellen des Islamischen Staats würden aktiv geworden sein und es hätte einen rechtsfreien Raum gegeben.

Balfour machte genau das Richtige.

Hier ist die Geschichte des Konflikts wie sie der PA-Präsident schildert: Vor 100 Jahren knallte die „berüchtigte“ Balfour-Erklärung in die Welt, was England erlaubte dem Volk sein Land zu stehlen und es den Juden zu geben, einem Volk, dessen Verbindung zu diesem Land von niemandem verstanden wird. 1947 machte der UNO-Teilungsplan den Weg für die „Nakba“ frei und als wäre das nicht genug gewesen begann 20 Jahre später, 1967, die „Besatzung“.

Die Wahrheit ist natürlich anders herum und muss wiederholt werden: Die Balfour-Erklärung war ein Akt der Gerechtigkeit für das jüdische Volk, als sie ihm nicht weniger als ein Prozent des Nahen Ostens versprach, der sich unter der Kontrolle der Osmanen und der Europäer befand. 99 Prozent wurde den Arabern gelassen. Dann wurde von diesem mickrigen einen Prozent auch noch Territorium für die Haschemiten-Familie genommen, die aus dem Hedschas kam; auf diesem Land wurde Jordanien gegründet.

Netanyahu ging zum Angriff über.

Die Juden haben immer jedem Angebot zugestimmt, um ihren Staat zu gründen, selbst auf dem winzigsten Stückchen Territorium. Die Araber haben immer abgelehnt, da ihre Hoffnung die „Jahud“ (Juden) zu vernichten nicht nachlässt. Ze’ev Jabotinskys Eiserne Mauer hat es immer noch nicht in ihr Bewusstsein geschafft, bis heute nicht. Die Nakba -die katastrophale Zerstörung – ist die ihre und nur die ihre.

Hier haben wir zwei Daten, an die Abbas sich erinnern sollte: 2017 wird es 120 Jahre her sein, dass der Erste Zionistische Kongress in Basel zusammentrat, um die 2000 Jahre alte Hoffnung des jüdischen Volks auf die Rückkehr nach Zion zu diskutieren; und es wird 750 Jahre her sein, dass Nahmanides nach Israel zog und die jüdische Besiedlung Jerusalems erneuerte.

Seltsamerweise gibt es in den alten Texten keinerlei Erwähnung des „palästinensischen Volks“, das „seit undenkbaren Zeiten“ „in Frieden und Ruhe“ auf seinem Land lebte. Nicht einmal zur Zeit der Balfour-Erklärung. „Wahrheit wird sprossen aus der Erde“. (Psalm 85,12 – Eberfelder Übersetzung)

Und dann ging Premierminister Benjamin Netanyahu zum Angriff über und er mischte die Karten durch.

Warum linker Antizionismus Antisemitismus ist

Palästinensisch-arabische Propaganda, antisemitische Radikalisierung der Linken

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 18. Oktober 2009

In klarer Demonstration, wie „progressiv“ sie wirklich ist, arbeitet die antiisraelische Linke hart daran einen mittelalterlichen Ritualmord-Vorwurf wiederzubeleben. Zuerst wiederholte die schwedische Zeitung Aftonbladet palästinensisch-arabische Propaganda über medizinisch unmöglichen Organdiebstahl; und dann druckte das vom Saddam-Unterstützer Alexander Cockburn betriebene linke Magazin Counterpunch einen Artikel ab, der tatsächlich mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe gegen Juden als Beweis benutzt.

Es gibt etwas Frappierendes an der antisemitischen Radikalisierung in der Linken, die so extrem ist, dass sie, nachdem die Beschuldigung Organdiebstahl als modernen Ritualmord-Vorwurf genutzt wurde, auch noch versucht mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe wiederzubeleben und zu legitimieren.

Linke wie Alexander Cockburn behaupten natürlich, dass sie keine Antisemiten sind, sondern Antizionisten. In der Tat veröffentlichte Cockburn ein Buch, „The Politics of Anti-Semitism“, das dieser Prämisse gewidmet ist. Aber so unglaubwürdig wie die Prämisse, dass ein enthusiastischer Verteidiger Saddam Husseins wie Cockburn und so viele der Linken, die doch wie besessen Israel wegen Menschenrechtsverletzungen angreifen, kein zweierlei Maß zur Schau stellen … das Argument „antizionistisch, nicht antisemitisch“ löst sich in Nichts auf, wenn man Artikel veröffentlicht, die mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe gegen Juden wiederbeleben, die als Quellen einen Israel Shamir haben – das Pseudonym eines schwedischen Neonazis und weiterem regelmäßigen Autor für Counterpunch, der Artikel über Juden schreibt, die so charmante Überschriften tragen wie „Die Vampir-Killer“, „Brunnen vergiften“, „Kugel-Esser“ und „Blut in den Adern erstarren lassendes Verleumdung“.

Cockburn und seinesgleichen sind schlicht die Führungsgruppe des linken Antisemitismus, die in die verdorbensten Brunnen des Fanatismus eintauchen und ohne Scham die faulenden Früchte von Goebbels und den Protokollen der Weisen von Zion ernten. Wie ein großer Teil der europäischen Linken beginnt die amerikanische extreme Linke die Vortäuschung des „Antizionismus ist kein Antisemitismus“ zugunsten des reinen „mittelalterlichen“ Zeugs fallenzulassen, was ihnen hilft die Muslime an Bord zu bekommen, während man den Krieg direkt zu ihren jüdischen Kritikern trägt. Ungenierten Antisemitismus zu begrüßen erlaubt der Linken jegliche Defensive bezüglich der Doppelstandards abzuwerfen, den sie gegenüber Israel noch behielten und einfach die Juden als Ganzes zu verdammen.

Hamas weiter gehende Kampagne der Gewalt gegen Israelis

Aber dieselbe Haltung ist in subtilerer Form in der Linken im Allgemeinen überall vorhanden. Nehmen wir den Besuch Mia Farrows im Gazastreifen, wo sie natürlich Israel dafür verurteilte, dass es seine Grenze mit der von der Hamas geführten Territorium schließt. Hielt sie inne, um die fortgesetzte Gewaltkampagne der Hamas gegen Israelis zu verurteilten? Ja klar.

Farrow kritisierte auch die militanten Raketen und riet den Gazanern „der internationalen Gemeinschaft nicht die Munition zu liefern, euch in negativem Licht zu sehen“. Sie zu stoppen, sagte sie, könnte zu mehr internationaler Hilfe führen.

Sie verurteilte die Raketenangriffe der Hamas auf zivile Städte nicht, weil sie falsch sind. Nein, sie verurteilte sie, weil sie befangenen Leuten „Munition“ geben, die ansonsten nicht gewalttätigen und idealistischen Hamas-Terroristen „in einem negativen Licht“ zu sehen. Und natürlich: Wenn die Hamas aufhören würde, würde ihnen mehr Hilfe zukommen.

Das dem innewohnende zweierlei Maß spricht Bände über Farrows Sicht gegenüber dem Recht der Juden und der palästinensischen Araber zu leben. Das ist aber kaum einzigartig für eine mittelgradig unbedeutende Hollywood-Schauspielerin, denn es ist die alltägliche Gesinnung der Linken, dass Israel kein Recht hat das Leben seiner Bürger zu verteidigen; schließlich ist deren Leben irgendwie weniger wert als das der sie Angreifenden. Das ist natürlich keine neue Haltung, nur eine alte, die unter der Linken einmal mehr in de Vordergrund rückt.

Historisch war der Antisemitismus eine übliche Einstellung eines Teils der europäischen Linken gegenüber den Juden, die für ihren Widerwillen sich in den Strom der Arbeiter, Anwälte und Bauern zu assimilieren, der der Linken so am Herzen liegt; und natürlich wegen ihres Kapitalismus. Pamphlete und Bücher von Sozialisten und Marxisten enthielten regelmäßig antisemitische Beschimpfungen … lange bevor sie es schafften den Zionismus als Thema zu übernehmen. Marx selbst benutzte eine Sprache gegenüber den Juden, die nicht allzu weit von dem entfernt war, was Goebbels im nächsten Jahrhundert vorlegte. Im frühen 20. Jahrhundert unterstützten die Kommunisten regelmäßig russische und arabische Pogrome gegen Juden. Fakt ist, dass diese Unterstützung in New York zum Boykott des kommunistischen Revolverblatts „The Daily Worker“ durch Zeitungsverkäufer führte, was dessen Verbreitung praktisch zur Strecke brachte.

Linker Antisemitismus begann im 20. Jahrhundert etwas zurückzugehen, als die Linke ihre Ziele der Zerstörung des Judentums in Europa und Amerika erreichte und eine große Zahl von Juden in die Reihen der sozialistischen Bewegung rekrutierte. Eine Reihe von Taktiken wurde genutzt, von den direkten Säuberungen der UdSSR, die ihre „jüdische Sektion“ einsetzte, um Synagogen zu schließen, die jüdische Geistlichkeit ins Gefängnis zu stecken und hinzurichten und alle zionistischen Bewegungen zu ächten, bis hin zur Nutzung sozialistischer antijüdischer Zeitungen in Europa und Amerika wie den Forward, der ein jüdisches Publikum suchte, die regelmäßig das Judentum verspottete und den Sozialismus als die einzige Antwort anpries.

Israel aber repräsentierte einen fundamentalen Bruch der sozialistischen Agenda, die verlangte, dass die Juden sich assimilieren, ihre religiösen Überzeugungen aufgeben und daran arbeiten den Sozialismus in den Ländern aufzubauen, in denen sie leben. Stattdessen gewann Israels Wiederaufbau einen großen Schub von Juden, die der deutschen sozialistischen und russisch-kommunistischen Bewegung „den Rücken kehrten“ und daran arbeiteten ihr eigenes Land aufzubauen. Und das ist eine „Ketzerei“, die die Linke den Juden nie vergeben hat.

Die Agenda der Linken war ein Ende von Ethnie und Religion, eine einzige Weltregierung, in der alle Brüder sein würden. Israel wiederherzustellen widersetzte sich dieser Agenda. Es war separatistisch und nationalistisch und als die UdSSR auf die arabische Welt setzte – da war für die Linke alles klar. Israel musste der Feind der Linken sein. Der Verlauf der Zeit hat die Etiketten ausgetauscht, damit sie mit den politischen Trends übereinstimmen. Aber hinter all dem steckt der alte, klassische Antisemitismus des Karl Marx, der die Juden für die Popularisierung des Kapitalismus verantwortlich machte; dazu schrieb er: „Der Gott der Juden ist säkularisiert und zum Gott dieser Welt geworden… Geld ist der eifersüchtige Gott der Juden.“

H.G. Wells, der große Glaubende, dass die gesamte Mensch von einem wohlwollenden Eine-Welt-Staat regiert werden muss, erklärte die Position der Linken sehr deutlich in „The Shape of Things to Come“. Und diese Haltung ist es wert gehört zu werden, denn unter all dem heuchlerischen Nonsens über die Menschenrechtsverletzungen, den die Linke aus allen Ecken speit … wird der Groll der Linken gegen die Juden offengelegt … und wie der Antisemitismus der Linken mit ihren Antizionismus verbunden ist.

Die Juden waren in der Lage gewesen sich als Volk getrennt zu halten, eigenartiges Essen zu essen und bestimmten religiösen Bräuchen zu folgen, eine Nation innerhalb der Nation, in jedem Staat der Welt. Sie waren für Staatsmänner ein immerwährendes Reizmittel gewesen, überall ein Bruch der kollektiven Solidarität…

Es hätte vorgeschlagen werden können, dass ein derart weit verstreutes Volk eine kosmopolitische Mentalität hätte entwickeln und eine geeignete Binde-Organisation für viele Zwecke der Welt hätte formen können, aber ihre besondere Kultur der Isolation war so stark, dass sie dies weder taten noch darum bemüht zu sein schienen. Nach dem Weltkrieg spielten die orthodoxen Juden jedoch nur eine schwache Rolle bei den anfänglichen Versuchen einen modernen Staat zu formulieren, weil sie weit mehr mit einem Traum namens Zionismus beschäftigt waren… Dieser betonte ihre traditionell willentliche Trennung vom Hauptteil der Menschheit. Es reizte die Welt sich fast unmerklich und unheilbar gegen sie zu stellen.

H.G. Wells Argument gegen Israel ist auch sein Argument gegen die Juden. Sie sind ein und dasselbe, beide verurteilt, weil sie die „kollektive Solidarität“ untergraben, weil sie es verfehlen „kosmopolitisch“ zu sein und zu helfen die Welt in den von Wells vorgesehenen sozialistischen modernen Staat zu verbinden.

Und bis heute charakterisiert die Linke Juden als gut oder schlecht auf Grundlage von deren Bereitschaft sich zu assimilieren, ihre markanten religiösen Gebräuche abzulegen und zu helfen den „Modernen Staat“ zu schaffen. Gute Juden helfen, den „Modernen Staat“ zu ermöglichen. Schlechte Juden halten an religiösen Bräuchen fest und sind pro-Israel und untergraben daher den „Modernen Staat“.

Es ist ebenfalls bemerkenswert, dass trotz all der angeblichen Progressivität und Futurismus des H.G. Wells seine Sicht der Juden so mit mittelalterlicher Engstirnigkeit angefüllt ist wie Counterpunch heute davon schreibt, dass Juden menschliches Blut trinken. Aber die Progressivität der Linken ist immer vorgetäuscht gewesen, ihr Ursprung ist in einem primitiven Traum eines Staates aufgeklärter Menschen verwurzelt, die den menschlichen Pöbel zu ihren Füßen beaufsichtigt. Eine Vision, die vormodern und fundamental feindlich der Idee individueller Rechte gegenüber steht, die in unabhängigen Republiken wurzeln.

Und schließlich stellt sich H.G. Wells vor, wie die Zukunft Israels und der Juden aussehen wird. Auch das ist bemerkenswert, denn es ist dieselbe Zukunft, in die die Linke die Juden inzwischen seit langer Zeit drängt.

Und doch verschwand zwischen 1940 und 2059, in wenig mehr als einem Jahrhundert, diese antiquierte, verstockte Kultur. Sie und ihr zionistischer Staat, ihr koscheres Essen, das Gesetz und der ganze zugehörige Rest gingen vollständig in die menschliche Gemeinschaft auf. Die Juden wurden nicht unterdrückt; es gab keine Ausrottung… doch unter der Zwangsherrschaft gab es nie irgendeine wie auch immer geartete Verfolgung; dennoch wurden sie aus ihrer Merkwürdigkeit und rassischem Egoismus innerhalb von kaum mehr als drei Generationen hinaus erzogen. Ihre Aufmerksamkeit wurde von Moses und dem Abraham gegebenen Versprechen und der Täuschung, dass Gott seine Schöpfung alleine für sie schuf, abgelenkt und ihnen wurde die Wahrheit über ihre Rasse gelehrt. Die Welt ist voller als je zuvor von Männern und Frauen semitischer Herkunft, aber sie gehören nicht länger zu „Israel“.

Das ist die Endlösung, die sich die Linke vorstellt. Keine Ausrottung, keine „besondere Verfolgung“, einfach nur das Ende der Juden als irgendetwas anderem als ein weiterer DNA-Strang, der sich durch die genetische Verpackung der menschlichen Rasse arbeitet. Und sie haben nur allzu viel Erfolg gehabt. Die Sowjetunion löschte die jüdische Identität praktisch aus und weit verbreiteter Säkularismus hat im Rest der Welt viel erreicht. Israel ist der Schlupfwinkel geworden, die größte Ansammlung von Juden in der Welt.

Und so wird die Linke davon getrieben Israel zu vernichten. Es auf die eine oder andere Weise wegzuwischen und Platz für den „Modernen Staat“ zu machen, in dem es keinen Gott gibt, keine Bibel und keinen Raum für einen Haufen semitischer Nomaden, die die Vermessenheit an den Tag legten den Versuch zu unternehmen mit Ihm zu reden. In dem Menschen nichts weiter als schlaue Affen sind, Gott eine Erfindung primitiver Vorstellungskraft und die einzigen Götter die aufgeklärten Herrscher des Einen Weltstaats sind.

Um zu verstehen, warum Antisemitismus und Antizionismus eins sind, brauchen wir nicht weiter zu sehen als zu H.G. Wells, der schrieb: „Zionismus ist ein Ausdruck der jüdischen Weigerung sich zu assimilieren.“

Dieser eine Satz ist die finale These im hässlichen Vermächtnis des linken Hasses auf Israel und die Juden. Er demonstriert, warum Antizionismus nicht vom Antisemitismus getrennt werden kann, denn dahinter steckt eine Brandmarkung der jüdischen Identität. Das ist der ideologische Treibstoff hinter dem Antizionismus sowohl der westlichen linken als auch ihrer arabischen Verbündeten. Die westlichen Linken verlangen zu wissen, warum die Juden sich nicht assimilieren. Die Araber verlangen zu wissen, warum die Juden nicht glücklich damit sind zweitklassige Dhimmis im eigenen Land zu sein. Antizionismus ist die Verweigerung der Rechte der Juden als Volk, die sich auf Antisemitismus gründet, der Verweigerung der Gleichberechtigung der Juden. Dieses zweierlei Maß vereinigt Antisemitismus und Antizionismus in zwei Wörter für dieselbe Idee: dass die Juden nicht existieren sollten.

Was verhindert Frieden?

Aus der arabischen Perspektive sind jüdische Souveränität, Selbstbestimmung ein Gräuel

Moshe Dann, YNetNews.com, 7. September 2009

Für Araber ist Israels „Besetzung“ Judäas, Samarias (der Westbank“) und des Gazastreifen im Jahr 1967 und die in der Folge gebauten Siedlungen nur Teil des Problems.

Das wirkliche Problem sind der Zionismus und die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 als jüdischer Staat. Kein „Friedensplan“ – selbst der extremste, der von Israel verlangt sich aus allen 1967 eroberten Gebieten zurückzieht – wird das arabisch-muslimische Problem lösen, einen nominell jüdischen Staat in keinerlei Form zu erlauben. Aus der arabischen Perspektive gibt es daher zwei sich überlappende „Besatzungen“: eine aus dem Jahr 1948 und die andere von 1967. Eine zu lösen, die andere aber zu legitimieren ist (für sie) inakzeptabel. Jüdische Souveränität und Selbstbestimmung – Zionismus – sind Anathema.

Das ist der Grund dafür, dass Präsident Obamas „Friedensplan“ nicht funktionieren wird; er geht davon aus, dass die Araber an Ausgleich interessiert sind. Egal jedoch, welche Zugeständnisse Israel macht, sie werden nicht genug sein, so lange Israel selbst in irgendeiner Form bestehen bleibt. Denn der Zionismus, wie die arabische und muslimische Welt ihn sehen, ist Rassismus, ein Übel, das ausgemerzt werden muss.

Sich auf die Siedlungen zu konzentrieren ist daher nicht das wirkliche Problem. Diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Israel mögen praktische Notwendigkeiten sein; das bedeutet aber nicht die Akzeptierung des Existenzrechts Israels als „jüdische nationale Heimat“. Selbst, wenn alle „Außenposten“ zerstört würden: Was wird mit den 300.000 Juden geschehen, die in Judäa und Samaria leben? Und was mit der gleichen Zahl, die in Viertel Jerusalems lebt, die nach 1967 gegründet wurden?

Und selbst, wenn all diese Juden in die israelischen Waffenstillstandslinien von 1949 umgesiedelt werden könnten, würde das die Frage der Existenz Israels als Staat, in dem die vorherrschenden Symbole, Sprache und Kultur jüdisch sind, der jüdischen Einwanderern Vorzug und Hilfe gibt und dessen Identität und Zweck mit dem jüdischen Volk verbunden sind, nicht lösen. Mehr noch: Wie die meisten militärischen und strategischen Experten herausgestellt haben, würde eine Rückkehr zu den Waffenstillstandslinien von 1949 die israelischen Möglichkeiten sich zu verteidigen erheblich reduzieren.

Obamas „Friedensplan“ beschäftigt sich nicht mit arabischen Eigentumsansprüchen – dem falschen „Rückkehrrecht“ – dem Ergebnis eines verlorenen Völkermord-Krieges gegen Juden, unterstützt durch die Armeen von fünf arabischen Nationen. Er erwähnt auch nicht die UNRWA, die die arabischen Behauptungen, ihre Unnachgiebigkeit und Feindseligkeit 60 Jahre lang unterstützte.

Wer wird die jüdischen heiligen und archäologischen Stätten kontrollieren und beschützen? Und wer wird lebenswichtige Wasserversorgung aus den Grundwasserspeichern in den Bergen sicher stellen?

Ohne eine klare Strategie und detaillierte Planung wird Obamas Friedensstoß die nächste Explosion der arabischen Gewalt gegen Israel entzünden, mit dem zusätzlichen Sprengstoff von palästinensischen Brigaden, die von den USA unter General Keith Dayton ausgebildet und versorgt wurden. Fortschrittliche Raketen und Waffen in den Händen von Hamas und Hisbollah sowie Unterstützung aus dem Iran, Libyen und anderen arabischen und muslimischen Staaten werden Israel an den Rand eines zweiten Holocaust bringen.

In dem Kampf geht es nicht um die Aufteilung von Territorium, sondern darum, ob Israel es verdient überhaupt zu existieren. Der Grund dafür, dass diese Frage nicht auf dem Tisch ist, besteht darin, dass kein arabischer Führer Israels Existenzrecht anerkannt hat oder anerkennen will; sie wollen nicht einmal grundlegende Fakten der Geschichte anerkennen, z.B. dass es einen Tempel oder ein jüdisches Gemeinwesen gab.

Das Aufkommen von Judenhass, besonders in Europa, wie er im jüngsten schwedischen Ritualmord-Vorwurf gegen Israel, einem Bruchteil der von EU-Staaten gegebenen offiziellen Unterstützung für antijüdische Sachen in Form von antiisraelischer Fürsprache augenscheinlich ist, zeigen die Tiefe dieser Feindseligkeit auf.

Verteidigungsaktionen der IDF, z.B. im Gazastreifen gegen die Hamas, im Libanon gegen die Hisbollah oder gegen palästinensische Terroristen als „Kriegsverbrechen“ zu bezeichnen, ist ein legitimer Weg der Dämonisierung der Juden-als-Israelis geworden. Den Judenstern mit dem Nazi-Hakenkreuz gleichzusetzen und israelische Soldaten als Neonazis darzustellen, sind legitimer Ausdruck der Opposition gegen Israel selbst geworden.

Jüdische Siedlungen mit arabischem Terrorismus und Hetze zu verbinden ist eine Verspottung der Unterschiede zwischen dem Bau von Häusern und der Abschlachtung unschuldiger Menschen.

Ein Versagen zu begreifen, was die Araber wirklich wollen und was Israel sich zu riskieren leisten kann, vermischt mit einer Ideologie, die auf simplizistischen Lösungen kann nicht die Grundlage einer soliden, realistischen Politik sein. Es trägt zu der Sichtweise bei, dass Israelis (Juden) Teufel sind.

Im nächsten Krieg wird es nicht um Siedlungen oder Jerusalem oder einen zweiten arabisch-palästinensischen Staat gehen – welcher Art auch immer. Es ging und wird weiter um Israels Recht gehen überhaupt zu existieren.

Fünf Dinge, die Sie über den Weltkirchenrat wissen müssen

CAMERA, 16. September 2016

Vom 18. Bis 24. September 2016 werden Aktivisten und Beschäftigte des Ökumenischen Rats der Kirchen, einer Dachorganisation von 350 protestantischen und orthodoxen Kirchen mit Hauptsitz in Genf (Schweiz) an einer „Weltwoche für Frieden in Palästina-Israel“ teilnehmen.

Das ist eine jährliche Veranstaltung jedes Jahr September, für die im Internet und den Mitgliedskirchen des ÖRK weltweit geworben wird.

Der ÖRK fördert eine verzerrte Sicht auf den arabisch-israelischen Konflikt. Nach seiner Schilderung sind die Israelis für das Fortbestehen des israelisch-palästinensischen Konflikts und das dadurch verursachte Leid verantwortlich. Die Verbrechend er Palästinenser sind gewöhnlich der Erwähnung nicht wert. (Zu einer kurzen Diskussion der Propaganda, die vom ÖRK in diesem Jahr ausgesendet wurde, lesen Sie bitte diesen von CAMERA produzierten Artikel, der Anfang der Woche in The Algemeiner veröffentlicht wurde.)

Der ÖRK ist ein regelmäßiger Antagonist im Propagandakrieg gegen den jüdischen Staat gewesen. Hier folgen fünf Dinge, die Sie über den ÖRK wissen müssen, um seine Rolle bei der Förderung von Antizionismus in christlichen Kirchen weltweit zu verstehen.

  1. Beschäftigte des ÖRK und Friedensaktivisten brüllen wie Löwen gegen Israel, verhalten sich aber eher unterwürfig, wenn sie mit muslimischen Führern und jihadistischen Bewegungen zu tun haben.

Wie die unten verlinkten Artikel zeigen hat der Ökumenische Rat der Kirchen wiederholt und regelmäßig israelisches Handeln verurteilt, während der bezüglich der Verbrechen arabischer und muslimischer Führer sowie politischer Bewegungen des Nahen Ostens ziemlich still bleibt.

Das wird im Versagen des ÖRK auf die Massaker der PLO an Christen während des libanesischen Bürgerkriegs besonders offenkundig. Unter der Führung von Yassir Arafat tötete die PLO 1976 tausende Christen in Damour.

Das hielt den ÖRK nicht davon ab einen lobenden Nachruf auf Arafat auszugeben, als der 2004 starb. Darin hieß es unter anderem: „In seiner langen Geschichte als Führer erreichte Yassir Arafat die Erkenntnis, dass wahre Gerechtigkeit Frieden, Sicherheit und Hoffnung sowohl für die Palästinenser als auch die Israelis zu begrüßen.

Interessanterweise hat der ÖRK den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu verurteilt, dem Regierungschef des einzigen Landes des Nahen Ostens, in dem die indigene christliche Bevölkerung zunimmt; dieser hatte sich geweigert Terroristen aus dem Gefängnis zu entlassen.

  1. Der ÖRK hat zwei Beamtenapparate – das Ökumenische Forum Palästina-Israel (PIEF) und das Ökumenische Begleitprogramm in Palästina-Israel (EAPPI), die der Verurteilung Israels gewidmet sind. Es gibt jedoch keinen ähnlichen Beamtenapparat, der für Christen eintritt, die in mehrheitlich muslimischen Ländern leiden.

Das PIEF wurde vom ÖRK 2007 gegründet; es ist eine Gruppe christlicher Leiter und Theologen, die Äußerungen produziert und sendet, die Israel verurteilen, ohne die Palästinenserführer für deren Verbrechen verantwortlich zu machen. Das EAPPI wurde vom ÖRK während der zweiten Intifada gegründet; es schickt Aktivisten zumeist aus Europa und Nordamerika, um sich bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten und in Gemeinden der Westbank lebenden israelischen Zivilisten solidarisch auf die Seite der Palästinenser zu stellen. Sie spezialisieren sich zudem darin Bilder und Geschichten von sich schlecht verhaltenden Israelis zu sammeln und diese an Christen in ihren Heimatgemeinden zu schicken.

Das EAPPI veröffentlicht z.B. ein Editorial in seinem inzwischen eingegangen Magazin (ChainReaction), mit dem zu einer Einstaatenlösung des israelisch-palästinensischen Konflikts gefordert wurde (was die Eliminierung des Staates Israel bedeutet hätte); ein weiterer Artikel rier die Unterstützter auf das Gesetz durch das Hacken von Regierungs-Internetseiten zu brechen. (Dieser Artikel ist inzwischen aus dem Internet entfernt worden.)

Wenn es darum geht muslimische Gewalt gegen Christen anzusprechen, gibt der ÖRK verurteilende Erklärungen ab, doch diese sind typischerweise weit sanfter als die Kritik von ÖRK-Institutionen an Israel. Als ökumenische Körperschaft hat der ÖRK alles in seiner Macht stehende getan, den Empfindlichkeiten muslimischer Führer nicht zu nahe zu treten, mit denen er Dialoge betreiben.

Mehr Hintergrund liefert der Wissenschaftler Malcolm Lowe aus Jerusalem. Er hat beim Gatestone Institute über das Versagen des ÖRK geschrieben den Mund zugunsten unter der Knute muslimischer Gewalt leidender Christen aufzumachen.

  1. Während der Ökumenische Rat der Kirchen regelmäßig Israel und seine Führungspolitiker verurteilt, ist er sehr zurückhaltend gewesen über die vom syrische Bashar al-Assad verübten Gräuel zu sprechen.

2015 gab der Ökumenische Rat der Kirchen eine Erklärung aus, in der er Sorge wegen des Gebrauchs von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg zum Ausdruck brachte; diese Ekrlärung sagt aber nicht, wer diese Waffen auch nutzt. Interessanterweise liefert eine Suche nach „Assad“ auf den Internetseiten des ÖRK keine Treffer zur Erwähnung der Verbrechen Bashar Assads gegen das Volk Syriens. Ihm wird der Einsatz von Chlorgas gegen Zivilisten in Syrien vorgeworfen. Eine Suche nach „Chlor“ auf den Seiten des ÖRK zeigt auch zu diesem Thema keine Treffer.

  1. Die Gremien des ÖRK verzichtete darauf den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan in den 1980-er Jahren zu verurteilen.

Während Christen aus dem Nahen Osten den ÖRK überzeugt haben unablässig Israel zu verurteilen, war die russisch-orthodoxe Kirche in der Lage zu verhindern, dass der ÖRK den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan in den 1980-er Jahren zu verhindern. Delegierte der russisch-orthodoxen Kirche sagten Delegierten der ÖRK-Vollversammlung 1982, wenn die Organisation den Einmarsch verurteilt, würde sie nicht länger in der Lage sein Mitglied des ökumenischen Gremiums zu sein. Zu Informationen über diese Geschichte lesen Sie bitte hier mehr.

  1. Der Ökumenische Rat der Kirchen war ein wichtiges Organ und Verteidiger der UNO-Konferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und zugehöriger Intoleranz, die 2001 in Durban (Südafrika) stattfand und die sich ein antisemitisches Hassfest kehrte. Insbesondere beschloss man dort eine Verurteilung von Antisemitismus und schon vor Beginn der Konferenz erfolgte Bemühungen den jüdischen Staat von einer Delegitimierungsresolution auszunehmen zu löschen.

Die UNO-Konferenz in Durban war ein Wendepunkt-Ereignis, das demonstrierte, dass die internationale Menschenrechtsgemeinschaft von einer sehr üblen und feindseligen Gruppe an Aktivisten gekidnappt worden war, die mehr daran interessiert waren Hass auf Israel statt menschliches Wohlergehen zu fördern. Staat sich gegen diese Agenda zu stellen half der ÖRK dabei. In einer Presseerklärung sagte die ÖRK-Delegation bei der Konferenz sie „feiert, dass eins solches Forum stattfand, weil es in die lange geschätzte Tradition des ÖRK fällt Opfern [von Rassismus] Raum zu öffentlicher Rede zu geben“. Die Delegation berichtete zudem, dass ihr „durch die sensiblen Erklärungen und der Unterstützung seiner palästinensischen Mitglieder enorm geholfen wurde“.

Interessanterweise sagte die Konferenz von Durban so gut wie nichts über die Menschenrechtsverletzungen in mehrheitlich muslimischen Ländern. Vorhersagbar wurde diese verzerrte Agenda bestätigt, bevor die Konferenz begann. In einem von der UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte 1m 15. August 2001 vorgelegten Hintergrundpapier stellte der ÖRK eine ausschließlich Konzentration auf den Einfluss weißen Kolonialismus auf Völker der Dritten Welt zur Schau, ohne den Einfluss des arabischen Imperialismus und des expansionistischen Islam einzuräumen, den diese auf Minderheiten in aller Welt hatten. (Mehr Information dazu finden Sie hier.)

Aber hier ist die Krönung: Der ÖRK hat beschlossen einen Verweis auf Antisemitismus und Bemühungen zur Delegitimierung des jüdischen Staates in einer Resolution zu löschen, die auf der Konferenz genehmigt werden soll. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Hintergrund:
Hier ist eine Liste an Artikeln, die die beunruhigende Feindschaft des ÖRK gegenüber dem jüdischen Staat dokumentieren:

The World Council of Churches‘ Ongoing Anti-Israel Obsession, The Algemeiner, 14. Sept. 2016.
Dignity… Or Dhimmitude? The Algemeiner, 14. Sept. 2014.
World Council of Churches attacks Israel to no gain, The Commentator, 3. Juni 2013.
The World Council of Churches Anti-Israel Policies, Arutz Sheva, 29. Dez. 2011.
The World Council of Churches Broadcasts a Lethal Narrative, CAMERA, 11. Okt. 2011.
The World Council of Churches Made Durban Worse, CAMERA, 13. Sept. 2011.
Broadcasting a Lethal Narrative: The World Council of Churches and Israel, Jewish Political Studies Review, 1. Aug. 2011.

Was ist für die UNO „empörend“?

First One Through, 16. September 2016

UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon ist nie ein großer Fan Israels gewesen. Er hat seine zehn Jahr im Amt wiederholt dazu genutzt Israel zu verurteilen und die palästinensische Autonomiebehörde zu rechtfertigen. Im Juni 2016 entschied er sich dafür im Gazastreifen nahe dem Bereich zu stehen, wo jihadistische Militante auf israelische zivile Bereiche schossen und erklärte: „Ich stehe auf der Seite der Menschen des Gazastreifens, um zu sagen, dass die Vereinten Nationen immer auf eurer Seite stehen werden.“

Während er auf die Zielgerade seiner schauderhaften Amtszeit einbog, fand Ban Ki-moon eine besondere Bemerkung eines führenden Politikers der Welt jenseits des Fassungsvermögens.

Es war nicht der Führer des Iran, der seine Absicht erklärte Israel von der Landkarte zu wischen.

Es war nicht der Führer Russlands, der in die Krim einmarschierte.

Es war nicht der Führer Nordkoreas, der Atomwaffen testet.

Es war nicht der Führer Syriens, der einen Bürgerkrieg führt, der bisher fast eine halbe Million Leben kostete.

Ban Ki-moon ignorierte diese Taten oder Kommentare nicht. Er verurteilte sie. Aber er schien auch zu glauben, dass sie eine gewisse Logik hatten. Sie waren schlecht, aber verständlich.

Es gibt allerdings einen Führungspolitiker der Welt, der etwas erklärte, was jenseits des Fassungsvermögens war. Etwas „Empörendes“.

Es überrascht nicht, dass Ban Ki-moon sich auf den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu konzentrierte, der unhöflicherweise auf eine schlichte Tatsache hinwies: dass der amtierende Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, darauf bestanden hat, dass ein neuer Staat Palästina im jüdisch-biblischen Heimatland frei von Juden sein muss.

„Ich bin beunruhigt von einer aktuellen Äußerung des israelischen Premierminister, der diejenigen, die gegen Siedlungserweiterungen sind, als Unterstützer von ethnischer Säuberung beschrieb. Das ist inakzeptabel und empörend.“ – Bank Ki-moon, 15. September 2016

Es kann nicht bestritten werden, dass Abbas seine Absichten klar geäußert hat. Es stimmt ebenfalls, dass Ban Ki-moon die antisemitische Forderung unterstützt. Aber vom israelischen Führungspolitiker deswegen herausgefordert zu werden – der dieselbe Sprache benutzt, die Abbas für Israel verwendet – konnte der UNO-Generalsekretär dann nicht noch akzeptieren.

Die UNO genehmigt den Begriff „ethnische Säuberung“ im israelisch-arabischen Konflikt nur, wenn Araber ihn für Israel verwenden.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, September 2016

Aber kann man die UNO das vorwerfen? Jahrhunderte lang hat sich die Welt wohl damit gefühlt Juden zu diktieren, wo sie zu leben haben, ob in Ghettos, in Sondersiedlungen oder über Zwangsvertreibungen. Nicht die Araber. Nicht die Sikhs, Nicht die Schwarzen. Nur die Juden.

Und damit, dass der Leiter der Vereinten Nationen dem jüdischen Regierungschef zuhören muss, wie der seine adoptierten Mündel angreift, war er einfach nicht mehr in der Lage umzugehen.

Ban Ki-moon erklärte bereits, dass er auf der Seite von Gaza steht. Er hat seine Begeisterung darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Terrorgruppe Hamas an den palästinensischen Wahlen teilnimmt. (Er erklärte zudem, dass er geschockt war zu erfahren, dass die Hamas Juden töten will, obwohl das in ihrer Charta klar aufgeschrieben ist und ihre Führer ihre Absichten tagtäglich in den Medien erklären.)

Und all das passt ins Weltbild der UNO.

Die UNO erwartet von Israel, dass es sich schlecht verhält und verurteilt es mehr als den Iran, China und Russland zusammen. Aber Netanyahus Stellungnahme trieb den Generalsekretär über Abneigung hinaus zur Empörung.

Was für die UNO „empörend“ ist: dass der jüdische Staat erklärt, dass er genug davon das einzige Volk auf dem Planeten zu sein, dem verboten wird auf bestimmtem Land zu leben, ganz zu schweigen von seiner historischen Heimat, die das Völkerrecht ihm ausdrücklich gab. Empörung, dass Juden nicht damit zufrieden sind auf einem Bruchteil ihres Heimatlandes zu leben, ohne Rechte an ihrem heiligsten Ort. Empörend, dass Juden die Frechheit haben die Wahrheit zu sagen.

Wo ist Ihre Empörung?

Die Gerstenfeld-Definition für antiisraelischen Antisemitismus

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die im Mai 2016 von der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) verabschiedete Antisemitismus-Definition erwähnt in ihren verschiedenen Veranschaulichungen mehrere Beispiele antiisraelischen Antisemitismus. Doch die Definition konzentriert sich auf Antisemitismus gegen Juden, nicht den gegen Israelis. Je mehr man die IHRA-Definition anwendet, desto mehr erkennt man, dass eine eigene Definition für antiisraelischen Antisemitismus erforderlich ist. Der folgende Text könnte als erster Entwurf für Organisationen oder Länder dienen, die eine solche Definition einführen möchten.

Die Definition des antiisraelischen Antisemitismus könnte im Einklang mit der IHRA-Definition für Antisemitismus so lauten:

Antiisraelischer Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung Israels, die als Hass gegenüber Israel und Israelis oder deren Diskriminierung zum Ausdruck kommen kann. Rhetorische und physische Erscheinungsformen antiisraelischen Antisemitismus sind gegen Israel oder israelische Einzelpersonen und ihr Eigentum sowie gegen israelische Einrichtungen gerichtet.

Die folgenden Beispiele möchten als Veranschaulichung dienen. Zu den Erscheinungsformen könnte gehören, dass der Staat Israel auf eine Weise ins Ziel genommen wird, wie es für kein anderes Land der Fall ist, wie durch die Kennzeichnungspolitik für Produkte aus Israel oder den umstrittenen Gebieten. Kritik an Israel, die der gegen alle anderen Länder gerichteten ähnelt, ist kein antiisraelischer Antisemitismus. Antiisraelischer Antisemitismus klagt regelmäßig Israel, Israelis oder Zionisten an sie würden Komplotte schmieden, um der Menschheit zu schaden und wird oft dazu genutzt Israel für Dinge verantwortlich zu machen, die in anderen Ländern oder anderen Teilen der Welt schief gehen. Er drückt sich in Handeln, Reden, Schreiben, visuellen Formen aus und verwendet boshafte Stereotype und negative Charakterzüge.

Zu zeitgenössischen Beispielen für antiisraelischen Antisemitismus im öffentlichen Leben, den Medien, an Universitäten und Schulen gehört Folgendes, ist aber nicht darauf beschränkt:

– Aufrufe Israelis zu töten oder ihnen Schaden zuzufügen, ebenso dabei zu helfen oder das zu rechtfertigen. Dies beinhaltet jegliche Art der Unterstützung antiisraelischer Terrororganisationen, einschließlich ihnen Waffen zur Verfügung zu stellen und sie zu finanzieren sowie ihre Legitimierung zu propagieren.

– Unwahre, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotypisierenden Beschuldigungen gegen Israelis an sich oder die Macht Israels oder das, was oft die Israel-Lobby genannt wird, als Kollektiv zu erheben – sowie besonders, aber nicht ausschließlich der Mythos einer weltweiten israelischen oder zionistischen Verschwörung oder dass Israel, Israelis oder Zionisten die Medien, die Wirtschaft, Regierung oder andere gesellschaftliche Institutionen kontrollieren.

– Zionisten, den Staat Israel oder Israelis als Volk zu beschuldigen, für reale oder eingebildete Missetaten verantwortlich zu sein, die von einzelnen Israelis oder gar Taten, die von Nichtisraelis begangen werden.

– Israelis ihr Recht auf Selbstbestimmung zu verweigern, z.B. indem man behauptet die Existenz des Staates Israel sollte verworfen werden, ihm fehle Legitimität oder er sei ein rassistisches Unterfangen.

– Die Anwendung von zweierlei Maß, indem man von Israel Verhalten fordert, das von keinem anderen Staat erwartet oder gefordert wird. Das schließt die Bewegung Boykott, De-Investitionen und Sanktionen ein, wenn sie ausschließlich auf Israel zielt. Dazu gehört ebenso moralischer Relativismus, indem an Israel andere moralische Kriterien angelegt werden als an andere Länder und besonders seine Feinde.

– Die Verwendung von Symbolen und Bildern, die mit klassischem Antisemitismus verbunden sind, so Vergleiche mit der Tötung Jesu, Ritualmord-Vorwürfen und zeitgenössischen Mutationen davon, um Israel oder Israelis zu beschreiben.

– Die Verwendung falscher moralischer Gleichsetzung von Israel und Zionismus, einschließlich, aber nicht ausschließlich von Zionismus und Rassismus oder Kolonialismus/Imperialismus oder Faschismus, Gleichsetzung von Holocaust und Nakba, die gezielten Tötungen von Terroristen mit vorsätzlichem Mord an Zivilisten auf eine Stufe zu stellen und Äquivalenzen zwischen der Entführung von Soldaten und der Inhaftierung von Terroristen anzustellen sowie moralische Äquivalenz zwischen Israels Handeln als legitimem, souveränem Staat und dem illegitimen Handeln von Terroristen herzustellen.

– Die Umkehrung des Holocaust, z.B. durch das Ziehen von Vergleichen zeitgenössischer israelischer Politik und Verhalten zu dem von extrem verbrecherischen Regimen wie den Nazis sowie den Vergleich palästinensischer Orte zu Holocaust-Orten wie dem Gazastreifen mit dem Warschauer Ghetto oder Auschwitz. Außerdem Gleichsetzung von Israel oder Israelis mit anderen, die Völkermord begehen oder das tun wollen wie die Bewegung Islamischer Staat. Das kann auch indirekt geschehen, zum Beispiel mit der Behauptung Israel führe einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser. Gleiches gilt für Gleichsetzungen Israels mit dem südafrikanischen Apartheid-Regime.

– Alle Israelis kollektiv für Handeln des Staates Israel oder seiner Regierung haftbar zu machen.

– Es liegt antiisraelischer Antisemitismus vor, wenn Organisationen Kommissionen mit unausgewogenen Aufträgen zur Untersuchung vorgeworfener israelischer verbrecherischer Aktivitäten beauftragt werden, während das Handeln seiner Feinde ignoriert wird. Darüber hinaus zu akzeptieren in solch einseitigen Kommissionen zu mitzuarbeiten.

Antiisraelisches Handeln ist kriminell, wenn es durch Gesetze in bestimmten Ländern als solches definiert wird. Kriminelles Tun ist antiisraelischer Antisemitismus, wenn das Ziel der Attacken, ob nun Menschen oder Immobilien – Gebäude, Schulen und Gebetsstätten – ausgewählt werden, weil sie israelisch sind, mit Israelis verbunden sind oder als solche wahrgenommen werden.

Antiisraelische Diskriminierung liegt vor, wenn Israelis Chancen oder Dienste verweigert werden, die anderen zur Verfügung stehen und in einer Reihe von Ländern illegal sind.