Die künstliche Empörung wegen der „Annexion“

Victor Rosenthal, Abu Yehuda, 21. Mai 2020

Annexion. Das Wort wird mit einer Giftigkeit ausgespuckt, dass man glauben möchte, damit werde Massenmord beabsichtigt. Von Mahmud Abbas über Jordaniens König Abdallah bis zur Europäischen Union und Justin Trudeau fließen die Verurteilungen, Warnungen und Drohungen immer weiter. Und natürlich hat Joe Biden auch etwas dazu zu sagen gehabt.

Ein paar Worte zur Realität hinter der sogenannten „Annexion“: Für den Anfang wird nichts annektiert. Die israelische Regierung vertritt die annehmbare Position, dass sie in Judäa und Samaria gemäß des Völkerrechts der Souverän ist; und man kann nichts annektieren, das einem bereits gehört. Aber Moment, sagen Sie, praktisch die gesamte Welt widerspricht, wie Quellen wie die BBC und die New York Times bis zum Erbrechen betonen. Leider für sie und die Palästinenser, mit denen sie mitfühlen, ist das Völkerrecht weder ein Beliebtheitswettbewerb noch einer Mehrheitsabstimmung in der UNO-Vollversammlung unterworfen. Es ist durchaus möglich, dass die Regierung Israels recht hat und „praktisch die gesamte Welt“ unrecht. Dies ist kein Artikel darüber, aber wenn Sie Interesse haben, ist hier ein guter.

Die Regierung bezeichnet das als „Ausweitung des israelischen Zivilrechts“ und das, weil derzeit die Teile von Judäa und Samaria, die nicht unter der Kontrolle der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) stehen, unter einer Militärregierung stehen (das ist der Fall, egal, ob die Einwohner Israelis oder Palästinenser sind).

Diejenigen, die sich so heftig über den Vorschlag aufregen, sagen auch gerne, „Israel plant die Westbank zu annektieren“. Die korrekte Formulierung lautet, dass Israel vorschlägt sein Zivilrecht auf bestimmte Teile von Judäa und Samaria auszuweiten, in denen jüdische Gemeinden bestehen, außerdem auf den größten Teil des Jordantals mit Ausnahme von Jericho mit seiner großen arabischen Bevölkerung. Es ist wichtig festzuhalten, dass fast keine Araber in den in Frage kommenden Gebieten leben. Diesen wird die volle israelische Staatsbürgerschaft angeboten, so wie den Arabern Jerusalems – oder denen von Haifa oder Jaffa.

Das Jordantal ist immer als ein Gebiet betrachtet worden, das bei einer dauerhaften Festlegung von Grenzen unter israelischer Kontrolle bleiben muss, weil es für Israels Verteidigung unentbehrlich ist. Keine „Zweistaatenlösung“, die dies nicht anerkennt, würde jemals akzeptiert werden. Und genauso wenig eine, die die ethnische Säuberung von Juden und die Vernichtung ihrer Gemeinden in Judäa und Samaria beinhaltet.

Der Furor wegen „der Annexion“ ist eine Ausrede, um Israel und den Trump-Plan zu attackieren, der der erste wirkliche Durchbruch in diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konflikts ist, seit die unseligen Oslo-Vereinbarungen ihn institutionalisiert haben.

Die Palästinenser haben ein Paradigma zum Konflikt übernommen, in dem Israel komplett schuldig ist. Gerechtigkeit, sagen sie, erfordert, dass wir „ihr“ Land verlassen – Fakt ist, das sie, wenn man sie fragt, sagen, dass dies alles zwischen Fluss und Meer einschließt; sie glauben, sie seien großzügig, indem sie nur Judäa und Samaria fordern (zumindest im Moment). Aber dieses Paradigma ist falsch. Tatsächlich sind wir diejenigen, die überaus großzügig gewesen sind, indem wir ihnen wiederholt große Teile des Landes anboten, Angebote, die zurückgewiesen wurden, weil sie nicht klar genug einen Weg zu einem arabischen Staat im gesamten Land boten.

Mahmud Abbas sagt, er wolle eine „Zweistaatenlösung“ und „Annexion“ würde das unmöglich machen. Aber Abbas hat „Zweistaatenlösung“ immer so verstanden, dass das „einen praktisch kompletten Abzug aus Judäa und Samaria bedeutet“, einschließlich der Vertreibung aller Israelis aus diesen Gebieten. Er stellt sich auch die Verwirklichung eines Rückkehrrechts (ein erfundenes Konzept, das im Völkerrecht nicht auftaucht) für die Millionen Nachkommen für die arabischen Flüchtlinge von 1948 vor. Er akzeptiert nicht, dass selbst der Teil Israels, der nach einer „Lösung“ in jüdischen Händen verbleiben würde, ein „jüdischer Staat“ oder „der Staat des jüdischen Volkes“ wäre; tatsächlich hat er mehrfach gesagt, dass es kein jüdisches Volk gibt. Daher ist es nicht falsch Abbas‘ zwei Staaten als einen ausschließlich arabischen Staat und einen multiethnischen Staat zu beschreiben, der bald eine arabische Mehrheit haben würde.

Es ist wenig wahrscheinlich, dass die Palästinenser ihr Paradigma und ihre gleichzeitigen Forderungen aufgeben, und schon gar nicht, solange sie von der PLO und der Hamas geführt werden.

Der Trump-Plan ist der Rahmen, in dem Israel heute agiert; er erkennt an, dass die traditionelle Zweistaaten-Idee ein Rohrkrepierer ist, weshalb zahllose Verhandlungsrunden gescheitert sind. Daher fordert er keine palästinensische Zustimmung, bevor der Prozess in Gang gesetzt wird, der zu dauerhaften, anerkannten Grenzen für Israel und zu Autonomie (wenn auch keiner vollen souveränen Eigenstaatlichkeit) für die Palästinenser führt. Das ist für die Palästinenser inakzeptabel, einfach weil er es ihnen unmöglich macht ihre eigentlichen Ziele zu verwirklichen, die sie nur auf Arabisch aussprechen: Israel durch einen arabischen Staat zu ersetzen.

Offizielle Vertreter der Europäischen Union und der Administration Obama akzeptierten das palästinensische Paradigma, obwohl sie – zumindest für die Öffentlichkeit –auch sagen, dass sie Israels Sicherheit und Existenzrecht befürworten. Damit wiederholen sie als Mantra ständig „Zweistaatenlösung“. Diese Haltung ist ins sich widersprüchlich.

Joe Binden, der Präsident der USA werden möchte, befürwortet ebenfalls eine „Zweistaatenlösung“ und ist gegen „Annexion“. Das muss er: Andernfalls würde er den linken Flügel der Basis der Demokraten verlieren sowie auf dieselbe Seite gestellt werden wir sein Kontrahent. Ich weiß nicht, wie er persönlich zur Existenz eines jüdischen Staats steht, sollte er sich diese Frage jemals gestellt haben oder ob er überhaupt tatsächlich Vorstellungen hat, die darüber hinaus gehen Präsident werden zu wollen. Aber ich weiß, dass er sich den Versuchen der Administration Obama hingegeben hat Israel unter Druck zu setzen.

Schon im Mai 2010, als Biden Israel besuchte – Obama selbst entschied sich Israel bis zu seiner zweiten Amtszeit zu meiden, zuvor war er in rund 33 Länder gereist – berichtete die von der EU finanzierte Organisation Peace Now den Amerikanern, dass ein Regionalkomitee einen vorbereitendem Schritt einem bestehenden Plan zum Bau von Wohnungen für religiöse Juden in Ramat Schlomo unternommen habe, einem Viertel in Jerusalem außerhalb der Grünen Linie; 200 weitere Wohneinheiten sollten hinzugefügt werden. Der Plan beinhaltete insgesamt etwa 1.600 Wohnungen.

Biden verurteilte die Ankündigung scharf, insistierte aber: „Es passt nichts zwischen die Vereinigten Staaten und Israel, wenn es um Israels Sicherheit geht.“ Nach seiner Rückkehr in die USA intensivierte die Administration allerdings die Attacken auf Israel und Außenministerin Hillary Clinton beschimpfte Netanyahu in einem erbosten, 43-minütigen Telefongespräch, in dem sie Israel beschuldigte die USA und Biden persönlich beleidigt zu haben, machte Israel für die Verhinderung von Verhandlungen mit den Palästinensern verantwortlich und forderte weitere Zugeständnisse an die Palästinenser, einschließlich der Freilassung von Terror-Häftlingen, um „Vertrauen aufzubauen“.

Wie der heutige Aufruhr wegen der „Annexion“ gab es eine künstliche Empörung, einen internationalen Auflauf gegen Israel wegen seiner hartnäckigen Unnachgiebigkeit. Der Unterschied besteht darin, dass der amerikanische Präsident heute uns unterstützt statt die Anklage gegen uns anzuführen. Heute wird leicht das Jahr 2010 vergessen, als es so aussah, als würde der Druck von Washington für gefährliche, sogar selbstmörderische Zugeständnisse niemals nachlassen.

Übrigens wurden bis 2018 in Ramat Schlomo keine neuen Häuser gebaut; dann wurden rund 500 Wohnungen gebaut. Das Versprechen von 1.600 neuen Wohneinheiten, das Biden und Obama 2010 so verärgert, wird erst jetzt erfüllt.

Eine weiterer interessanter Artikel zur Annexion“ bei audiatur online

Fordert der jüdische Staat Ärger heraus, indem er Siedlungen annektiert?

Ein führender proisraelischer Wissenschaftler sieht Gefahr voraus, seine Bedenken überzeugen aber nicht.

Jonathan S. Tobin, JNS.org, 8. Mai 2020

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu gibt eine Presseerklärung zur Umsetzung der israelischen Souveränität über das Jordantal und seine jüdischen Siedlungen, 10. Sept. 2019 (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Wie weit kann Israel gehen um seine Rechte an umstrittenem Gebiet geltend zu machen, ohne seinen vitalen Interessen echten Schaden zuzufügen? Das ist eine Diskussion, die die Israelis seit dem Juni 1967 gespalten hat, als der Staat im Verlauf eines Verteidigungskriegs in den Besitz des Landes kam, den das Königreich Jordanien die Westbank nannte und das gemäß jüdischer Tradition Judäa und Samaria heißt.

Die Argumente, ob Israel jüdische Gemeinden sowohl in der Westbank als auch Teilen Jerusalems, die von 1948 bis 1967 von Jordanien illegal besetzt worden waren, gründen sollte, sind heute irrelevant. Die Feinde des jüdischen Staates erkennen die historischen, religiösen und rechtlichen Argumente nicht an, die Israel zurecht anführt, um zu zeigen, dass es Juden erlaubt ist sich im Herzen ihres uralten Heimatlandes niederzulassen. Aber die Palästinenser haben wiederholt alle Angebote abgelehnt, darunter die, die ihnen einen unabhängigen Staat verschafft hätten; die Voraussetzung wäre gewesen, dass sie bereit sind ihren hundert Jahre alten Krieg gegen den Zionismus zu beenden. Hätten sie im Verlauf der letzten 20 Jahre irgendeines dieser Angebote angenommen, wäre die Diskussion über die Siedlungen längst vom Tisch.

Ohne den palästinensischen Wunsch die Legitimität des jüdischen Staates anzuerkennen, egal, wie seine Grenzen gezogen werden, hat Israel drei Alternativen.

Es kann Ariel Sharons katastrophales Experiment mit dem Gazastreifen 2005 wiederholen, bei dem jeder Soldat, Siedler und jede Siedlungen abgezogen wurde und es kann sich zurückziehen, während eine internationale Gemeinschaft ohne jedes Verständnis die Linien von 1967 als Grenzen fordert und lässt die Palästinenser schaffen, was immer für eine Art tödlichen Terroristenstaat sie in der Westbank haben wollen, während Israel die blutigen Folgen einer solchen Dummheit erntet.

Die zweite Option besteht darin den Status quo zu akzeptieren und zu warten, wie Israel es die letzten 50 Jahre lang gemacht hat, dass die Palästinenser zur Vernunft kommen und ein Ende des Konflikts aushandeln. Das ist die Politik, die Israels Premierminister Benjamin Netanyahu bisher verfolgt hat, während er versuchte einen Konflikt zu managen, der nicht gelöst werden kann, obwohl das zu tun ihm keinen Applaus seitens der Kritiker des Landes eingebracht hat.

Die dritte Option lautet, dass Israel einige, die meisten oder sogar alle Siedlungen annektiert, indem israelisches Recht in den Gebieten angewendet wird, wie es im Friedensplan der Administration Trump dargelegt wird, der Anfang diesen Jahres vorgestellt wurde.

Für Anhänger der Siedlungen ist die Notwendigkeit jetzt zu handeln– während die proisraelischste Administration der Geschichte noch im Amt ist – unerlässlich. Wenn Israel wartet, wird ein möglicher Machtwechsel in Washington im nächsten Januar mit einer historischen Gelegenheit enden, Fakten vor Ort zu schaffen, die, wie jeder andere Erfolg in der zionistischen Geschichte, bestehen bleiben wird, ob es den Feinden des jüdischen Staates nun gefällt oder nicht.

Das ist eine Aussicht, die von beiden abgelehnt sind, die immer noch an der gescheiterten „Land für Frieden“-Formel festhalten, an die die überwiegende Mehrheit der Israelis infolge der palästinensischen Verweigerungshaltung und Terrorismus nicht länger glaubt.

Diese Woche ist allerdings denen, die die israelische Regierung zur Vorsicht drängen, eine bedeutende konservative Stimme denen hinzugefügt worden. In einem in der New York Times veröffentlichten überraschenden Op-Ed hat Daniel Pipes, der Präsident des Middle East Forums, dargelegt, was er als sechs gute Gründe für Israel betrachtet die Ausweitung des Rechts auf die Gebiete auszuweiten, in der die Siedlungen liegen.

Pipes ist ein angesehener Wissenschaftler und eine wichtige proisraelische Stimme, also kann ihm nicht vorgeworfen werden, er untergrabe den jüdischen Staat oder schade ihm. Aber obwohl seine Argumente ernst genommen werden sollten, überzeugen sie nicht.

Der erste von Pipes‘ Punkten lautet, dass Annektierung Präsident Donald Trump wütend machen könnte, wenn sie nicht im Kontext seines Plans „Frieden zu Wohlstand“ erfolgt, der einen solchen Schritt erst als Teil der Verhandlungen fordert, durch die ein Palästinenserstaat geschaffen würde. Aber wie David Friedman, Amerikas Botschafter in Israel, jüngst in einem Interview mit Israel HaYom erklärt hat, ist Trump bei Netanyahus Plänen an Bord, es scheint also keinen Grund für den von Pipes befürchteten Wutanfall zu geben.

Zweitens sagt Pipes, ein Schritt zu den Siedlungen werde die abnehmende Zahl der Freunde Israels in der Demokratischen Partei und Europas verprellen und schwächen. Darin liegt eine gewisse Wahrheit, da sowohl die Demokraten als auch die Europäer von der Idee erbost sind, dass Israel auf diese Weise handelt, so dass selbst eine theoretische Zweistaatenlösung unmöglich gemacht wird.

Es stimmt aber nicht, dass diesen Aspekt des Trump-Plans umzusetzen einen Zweistaaten-Deal unmöglich machen wird. Darüber hinaus wird die Vorstellung eine Einbildung, auf die Annexion zu verzichten würde die antiisraelische Drift der Linken ändern. Die Palästinenser können einen Staat haben, aber Trumps Plan hat recht, wenn er ihnen signalisiert, dass das keinen vollen israelischen Rückzug auf die selbstmörderischen Linien von 1967 bedeuten kann. Auch diejenigen, die behaupten Israels Freunde zu sein, müssen diese Wahrheit eingestehen.

Das dritte Argument lautet, dass Annexion die zunehmende Kooperation zwischen Israel und den arabischen Staaten beenden wird, die es als stillen Verbündeten gegen den Iran betrachten. Saudi-Arabien, Jordanien und Ägypten könnten gegen die Annexion sein. Aber sie möchten auch Trumps Anerkennung der israelischen Souveränität über Jerusalem und den Golan nicht und das hielt sie nicht davon ab gegenüber Israel eine Politik zu verfolgen, die ihnen nutzte. Die arabische Welt ist nicht länger daran interessiert die palästinensische Unnachgiebigkeit zu ermöglichen und Maßnahmen, die der palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas klar machen, dass die Kosten ihrer Weigerung um Frieden zu verhandeln steigen werden, werden die arabischen Staaten kaum von Umgang mit Israel abhalten.

Viertens behauptet Pipes, dass Annexion die Palästinenser erzürnen und Jordanien, die Westbank und den Gazastreifen destabilisieren wird, was zu einem Blutbad führt, das Israel teuer zu stehen kommen wird. Die Palästinenser haben allerdings wenig Lust zu einer weiteren selbstzerstörerischen Intifada gezeigt, die sie – wie in der Vergangenheit – weit mehr kosten würde, als Israel. Darüber hinaus würde die Umsetzung des Trump-Plans, wie die US-Geste zu Jerusalem, das Leben der Palästinenser nicht sonderlich beeinflussen. Und weder die PA noch die Hamas wollen den Verlust von allem riskieren, ohne dass sie im Gegenzug etwas gewinnen.

Fünftens, sagt Pipes, wird Annexion die israelische Linke verprellen, was sie veranlassen würde den Zionismus aufzugeben und das Land zu verlassen. Das Problem mit diesem Argument ist, dass die israelische Linke als politische Kraft von der palästinensischen Unnachgiebigkeit zerstört worden ist, wobei nur noch wenige an die Idee glauben, dass es einen realistischen Friedenspartner gibt. Die überwältigende Mehrheit der Israelis habt weitere Zugeständnisse an die Palästinenser abgelehnt, bis diese bereit sind Frieden zu schließen. Die gewaltige Mehrheit zugunsten der Annexion in der neuen Knesset wäre vor 20 Jahren unvorstellbar gewesen. Die meisten Israelis erinnern sich an die tödlichen Folgen von Oslo und dem Gaza-Abzug und haben entsprechende Schlüsse gezogen.

Sechstens führt Pipes an, dass die Ausweitung der Souveränität auf die Siedlungen zu mehr arabischen Staatsbürgern Israels führen wird, womit größere demografische Probleme für den jüdischen Staat geschaffen werden. Aber die gemeinsamen israelisch-amerikanischen Komitees, die die Landkarten für die Annexion anfertigen, minimieren dieses Problem. Man kann zwar argumentieren, dass die von ihnen zu ziehenden Grenzen nicht handhabbar sind, aber der Plan wird nicht das Problem schaffen, das ihm Sorge bereitet.

Das beste Argument für die Annexion lautet, dass sie tatsächlich in die clevere Konflikttheorie passt, für die Pipes und das MEF sich in den letzten Jahren einsetzen. Alles, was den Palästinensern signalisiert, dass es für sie an der Zeit ist ihre Fantasie der Vernichtung des jüdischen Staates aufzugeben und dessen „Sieg“ einzugestehen, ist eine gute Idee. Statt einer „Maßlosigkeit, die die palästinensische Sache stärken wird“, wird der Schritt zu den Siedlungen es den Palästinensern klar machen, dass die Zeit nicht auf ihrer Seite ist. Das israelische Recht mit Unterstützung der Vereinigten Staaten auf die Siedlungen auszuweiten, sagt den Palästinensern, dass ihre Träume einer Rückkehr zu den Linien von 1967, so wie ihre Fantasien über die Vernichtung Israels insgesamt, niemals stattfinden wird.

So wie die Warnungen vor Trumps Jerusalem-Umzug im Nahen Osten falsch waren, sind auch Vorhersagen über das Schicksal nach der Annexion falsch. Freunde Israels müssen den Rat von Pipes ablehnen, sich mit böswilligen Alumni der Obama-Regierung und BDS-Anhängern zusammenzutun, um Israel davon abzuhalten zu handeln, um seine Rechte geltend zu machen. Stattdessen sollten sie tun, was die Administration Trump zu tun scheint – dem israelischen Volk und seinen gewählten Repräsentanten zuhören und ihre Entscheidungen stützen.

Pipes‘ Artikel in der New York Times und seine Antwort auf seine Kritiker auf Deutsch. Meiner Meinung nach hat Pipes zu viel hätte, könnte, vielleicht in seiner Argumentation.

Antizionismus zusammengefasst

Sar Shalom, Israel Thrives, 21. Mai 2020

Einat Wilf stellte einmal fest: „Für diejenigen, die an ein Privileg gewöhnt sind, fühlt sich Gleichberechtigung wie Diskriminierung an.“ Viele Gutmenschen in diesem Land verwenden das, um das heutige Israel durch das Objektiv der Realität von heute als neu aufgekommen zu betrachten. Durch dieses Objektiv sehen sie Israels Juden als privilegiert und interpretieren Israels Weigerung nachzugeben als Wegerung dieses Privileg abzugeben.

Der Fehler dieser Gutmenschen besteht darin, dass die glauben, die jüdische Geschichte habe 1948 oder vielleicht 1917 begonnen. Was sie übersehen ist, dass es im 19. Jahrhundert und davor schon eine jüdische Geschichte gab. Ein paar Begebenheiten vermitteln ein kritisches Element dieser Geschichte. In den 1830-er Jahren wurde ein Pascha, der einer Gruppe Chassiden eine Pacht gegeben hatte, durch einen Pascha abgelöst, der diese nicht erneuerte und sie den umliegenden Arabern gab, die diesen Chassiden 24 Stunden gaben ihren Flecken Land zu verlassen. 1860 massakrierten die Araber von Hebron ungehindert Juden in ihrer Stadt. Diese Vorfälle demonstrieren, dass die Araber Privilegien genossen, bevor auch nur jemand an Zionismus dachte.

Der Erfolg des Zionismus kippte diese Privilegien. Die Araber haben auf den Verlust der Privilegien so reagiert, wie jede andere Gruppe, die Privilegien verlor, reagiert hat. Der Antizionismus sagt, dass sie das Recht haben wegen ihrer verlorenen Privilegien beleidigt zu sein.

1939 bis 1945: Die katholische Kirche war Teil der Kriegsgesellschaft

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

In einem neuen Bericht anlässlich des 75. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs hat die Deutsche Katholische Bischofskonferenz endlich die Mittäterschaft der Kirche beim Handeln des Naziregimes während des Krieges eingestanden. Man muss nur ein paar Zeilen ihres Textes zitieren, um zu verstehen, was die derzeitigen Bischöfe über ihre Vorgänger in der Kriegszeit sagen: „Die katholische Kirche in Deutschland war Teil der Kriegsgesellschaft. Die patriotische Bereitschaft die materiellen, personellen und geistigen Ressourcen der Kirche für den Kriegseinsatz zu mobilisieren, blieb bis zum Ende ungebrochen.“[1] Weiter: „Sowohl im September 1939 als auch danach blieb der offene Protest der deutschen Bischöfe gegen den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg aus“ und „gegen die ungeheuerlichen Verbrechen an den als ‚rassenfremd‘ diskriminierten und verfolgten Anderen, insbesondere den Juden, erhob sich in der Kirche in Deutschland kaum eine Stimme.“[2] Es gab viele andere Wege, wie die Kirche den Nazis half. Der Bericht beschreibt auch diese.

Man sollte hinzufügen, dass die deutsche katholische Kirche die Prozesse gegen Nazi-Kriegsverbrecher als Racheakte wahrnahm. Diese extremen Kriminellen waren in ihren Augen Opfer, die von der Siegerjustiz verfolgt wurden.[3] Katholische Geistliche, auch aus dem Vatikan, gehörten zu denen, die tausenden Nazis halfen über die „Rattenlinie“ nach Lateinamerika zu entkommen.[4]

Der aktuelle Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, sagte, dass die in dem Bericht enthaltenen Eingeständnisse für die Bischöfe nicht leicht waren. „Wir wissen, dass der Vorsitz als Richter und Jury über unsere Vorgänger uns nicht zusteht. Keine Generation ist frei von Urteil und Vorurteil, die von ihrer Zeit geformt sind… aber wer später kommt, muss sich der Geschichte stellen, um daraus zu lernen.“[5] In seiner Einführung in den Bericht deckt Bätzing auf – das sollten schockierende Neuigkeiten sein – dass ernsthafte Fragen zum Verhalten der deutschen Bischöfe während des Zweiten Weltkriegs erst vor kurzem veröffentlicht wurden.

Warum warteten die Bischöfe 75 Jahre bis zu diesem Eingeständnis? Wir befinden uns Generationen an Bischöfen später. Was machte es den Bischöfen der Kriegszeit so schwer ihr Versagen einzugestehen? Im Katholizismus spielt die Beichte der eigenen Sünden des Individuums eine zentrale Rolle. Man sollte denken, dass die Natur des Katholizismus tatsächlich ein solches Eingeständnis fördern würde.

Selbst im Vergleich zu einer anderen deutschen religiösen Körperschaft brauchten die katholischen Bischöfe sehr lange, bis sie ihr Eingeständnis abgaben. Die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland gab 1980 „die christliche Mitverantwortung für und Schuld am Holocaust, die Ächtung und Auslöschung der Juden im Dritten Reich“ zu.[6]

Der Bericht ermöglicht es uns auch, eine bessere Perspektive auf einen Skandal zu gewinnen, der sich im März 2007 zutrug. 27 deutsche Bischöfe gingen auf Pilgerfahrt nach Israel. Das sollte ein Symbol der Versöhnung zwischen Juden und Katholiken sein. Einige der Bischöfe machten daraus allerdings einen beschämenden Besuch.

Gregor Maria Hanke, Bischof von Eichstätt, machte eine für Holocaust-Umkehrer typische Bemerkung; er suggerierte, dass Israelis sich wie Nazis verhalten: „Am Morgen sahen wir die Fotos des unmenschlichen Warschauer Ghettos und am Abend reisten wir in das Ghetto Ramallah.“ Später sagte er, er habe eine solche Gleichsetzung nicht beabsichtigt.

Bischof Walter Mixa aus Augsburg beschrieb die Situation in Ramallah als „wie im Ghetto“ und sagte, es sei „fast Rassismus“. Mixa trat 2010 von seiner Position in der Kirche zurück, weil ihm mehrere Verstöße vorgeworfen wurden. Er wurde später von einigen dieser Vorwürfe entlastet.[7]

Ein weiteres Mitglied der Delegation war der inzwischen verstorbene Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, der die Trennbarriere in der „Westbank“ mit der Berliner Mauer verglich. Bei einer anderen Gelegenheit entstellte er den Holocaust. Er setzte die Abtreibungspille mit dem Gas Zykon-B gleich, das in den Gaskammern der Nazis benutzt wurde. 2005 verglich er Abtreibungen in einer Predigt mit dem Holocaust.[8] Andere verletzende Bemerkungen, die als von diesen Bischöfen getätigt berichtet wurden, konnten nicht verifiziert werden.

Kardinal Karl Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, sprach in Yad Vaschem über die Vertiefung der Verbindungen zwischen Juden und Katholiken. Die Kirche veröffentlichte später, dass nur die Äußerung Kardinal Lehmanns repräsentativ für die Delegation sei.

Der neue Bericht stellt die Bischofsdelegation von 2007 weiter bloß. Ihre Mitglieder hätten sich entschuldigen müssen, statt Israel zu kritisieren. Katholische Kriminalität gegen die Juden geht mehr als 1000 Jahre vor die Kollaboration mit Hitler zurück. Es hat Jahrhunderte der Verfolgung, des Hasses, der Aufstachelung und manchmal sogar des Mordens gegeben. Erbarmungslose christliche Hetze gegen die Juden bot den Nazis einen Teil der Infrastruktur gegen sie.

Derweil braut sich ein weiterer möglicher Skandal bisher unbekannten Ausmaßes zusammen. Papst Franziskus beschloss vor kurzem alle Archive des Vatikans zum Kriegspontifikat von Pius XII. für Forscher zu öffnen. Eine Woche danach wurden sie im März wegen der Coronakrise wieder geschlossen. Einer der Wissenschaftler, der deutsche Katholik Herbert Wolf, hat erklärt, er hege keine Zweifel, dass der Papst vom Holocaust wusste.[9]

1999 schuf der Vatikan eine internationale katholisch-jüdische historische Kommission zur Erforschung der Rolle von Papst Pius XII. im Krieg. Ihr gehörten drei katholische und drei jüdische Mitglieder an. Einer davon war ein Israeli, der verstorbene Robert Wistrich. Da ihnen die Informationen, die sie anforderten, nicht gegeben wurden, stellte die Kommission ihre Aktivitäten 2001 ein.[10]

Man fragt sich, in welchem Ausmaß die massive Nachkriegs-Säkularisierung in Europa in Teilen vom Versagen der Kirchen im Zweiten Weltkrieg verursacht wurde. Seitdem hat die katholische Kirche im Auge der Öffentlichkeit enorme Schläge einstecken müssen, weil sie massiven sexuellen Missbrauch durch Mitglieder ihres Klerus verheimlichte. Eine von der Katholischen Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Studie stellte fest, dass 1.670 Priester von 1946 bis 2014 in sexuellen Missbrauch in Deutschland verwickelt waren.[11] Und wer weiß, was die riesigen vatikanischen Kriegszeit-Archive offenbaren werden?

[1] „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg Wort zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren, 20. April 2020. Hg. v. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz.“ Bonn, 2020, S. 12. https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2020/2020-075d-DB_107-Deutsche-Bischoefe-im-Weltkrieg.pdf

[2] ebenda, S. 14

[3] www.zeit.de/1992/09/vergebung-ohne-reue/komplettansicht

[4] www.dw.com/en/the-ratlines-what-did-the-vatican-know-about-nazi-escape-routes/a-52555068

[5] https://nypost.com/2020/05/03/german-catholic-bishops-admit-they-were-complicit-in-nazi-crimes/

[6] This is discussed in detail in Hans Jansen, “Christelijke theologie na Auschwitz ((The Hague: Boekencentrum, 1985), 694ff.

[7] http://www.dw.com/en/secret-file-rekindles-controversy-over-ex-bishop-mixa/a-5716587

[8] http://www.dw.com/en/combative-cardinal-joachim-meisner-dies-age-83/a-39548377

[9] www.bbc.com/news/world-europe-51703464

[10] https://jcpa.org/article/reassessing-pope-pius-xiis-attitudes-toward-the-holocaust/

[11] www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2018/MHG-Studie-gesamt.pdf

Untersuchung: Wie israelfeindliche Aktivisten die Corona-Krise gegen Israel einsetzen

Israelfeindliche Aktivisten instrumentalisieren Ereignisse und Krisen, die nichts mit Israel zu tun haben, und dies geschieht auch bei der Corona-Pandemie – die „üblichen Verdächtigen“ haben ein neuerliches Thema, das sie ausschlachten können.

Samantha Mandeles, Legal Insurrection, 9. April 2020 (Dank an Yvaine für die Übersetzung)

Wir haben viel darüber geschrieben, wie israelfeindliche Aktivisten routinemäßig Ereignisse und Krisen instrumentalisieren, die nichts mit Israel zu tun haben, und wie sie diese Ereignisse und Krisen gemäß der „Intersektions“-Theorie gegen Israel wenden.

Dies geschieht auch bei der Corona-Pandemie – die „üblichen Verdächtigen“ haben ein neuerliches Thema, das sie für ihre Zwecke nutzen können.

Zu den Gruppen und Individuen, die diese Pandemie instrumentalisiert haben, zählen: selbsternannt „jüdische“ israelfeindliche Organisationen wie die Jewish Voice for Peace (JVP) und IfNotNow (INN), so genannte Menschenrechts-Aufpasserorganisationen wie Human Rights Watch (HRW) und B‘tselem, zutiefste antizionistische Blogs wie Mondoweiss und Electronic Intifada, eine Vielzahl von Ortsgruppen und Studentenführern von Students for Justice in Palestine (SJP), Islamistengruppen wie die American Muslims for Palestine (AMP) und die Al-Awda Right of Return Coalition, Islamistenführer wie Abbas Hamideh und Linda Sarsour, Verschwörungstheorien verbreitende „Akademiker“ wie Asad Abukhalil und Steven Salaita sowie leichtgläubige Helfer wie der „Journalist“ Ben Norton und CodePink-Kodirektorin Ariel Gold.

Inhalt

  1. Einführung: Zeitungsenten über das „zionistische Coronavirus“
  2. Darstellung von Zionismus als eigentlicher Virus: Al-Awda und die islamistische Inspiration
  3. Opfer und Gefährdung: Palästinenser und Covid-19
  4. Zusammenkunft: Gazaner ignorieren die soziale Isolation und kommen zusammen, um ihren Israelhass auszudrücken
  5. Israel ist immer schuld: Ariel Gold und Ben Norton über Covid in Gaza
  6. Vorhersage einer palästinensischen Covid-19-Apokalypse: Jewish Voice for Peace, Linda Sarsour, B’tselem, Human Rights Watch und IfNotNow
  7. Coronavirus als neue BDS-Keule: Human Rights Watch, Jewish Voice for Peace, American Muslims for Palestine und Lamis Deek
  8. Covid-19 ein „Werkzeug israelischer Unterdrückung“: Students for Justice in Palestine, Steven Salaita, Lamis Deek, Mondoweiss und Carlos Latuff
  9. BDS-Inspiration in der arabisch-muslimischen Welt
  10. Rechtfertigung israelischen Leids: Students for Justice in Palestine, Steven Salaita, Mairav Zonszein und Sarah Leah Whitson
  11. „Die Welt ist nicht genug“: Antizionisten nutzen Covid, um Israel in die Ausweglosigkeit zu zwingen
  12. ‚Aid-Washing‘: Electronic Intifada und BDS Südafrika
  13. Spekulationen über israelische Pläne: Electronic Intifada und Asad Abukhalil
  14. Projektion von Pallywood-Perversionen auf Israel: die U.S. Campaign for Palestinian Rights und Scientists of the Palestinian Youth Movement
  15. Schluss
  16. Einführung: Zeitungsenten über das „zionistische Coronavirus“

——

A. Einführung: Zeitungsenten über das „zionistische Coronavirus“

Über Jahre hinweg haben israelfeindliche Propagandisten ihre radikale, mit dem Islamismus verbundene Bewegung in den „Mainstream“ zu bringen versucht, indem sie den jüdischen Staat unablässig mit Themen in Verbindung gebracht haben, die bereits große Wellen schlugen. „Intersektionalität“ predigende israelfeindliche Aktivisten behaupten, jegliche „Unterdrückung“, jegliches Unglück würde von denselben „Unterdrückern“ ausgeübt oder verschärft – und oft wird es so dargestellt, als folgten alle den gleichermaßen bösartigen Ideologien des Rassismus, des Imperalismus, des Kapitalismus und/oder des Zionismus. Israel wurde daher für alles verantwortlich gemacht – von tödlicher Polizeigewalt gegen farbige Amerikaner bis hin zu den Ungerechtigkeiten an der US-mexikanischen Grenze.

In ähnlicher Weise ist auch Covid-19 eine fast flächendeckend beunruhigende und unangenehme Situation; Israelgegner (darunter intersektionelle BDS-Befürworter, internationale arabische und islamistische Medien und Rechtsextreme) haben aus der weltweiten Angst, Enttäuschung und wirtschaftlichen Katastrophe Kapital geschlagen, indem sie das Virus und seine schädlichen Auswirkungen auf jede nur erdenkliche Weise mit Israel und Zionismus in Zusammenhang gestellt haben.

Zudem ergehen sich eingefleischte Antizionisten durch die Pandemie in einseitiger Bestätigung; wie Ex-Professor und BDS-Anhänger Steven Salaita (der den Zionismus öffentlich als ursächlich für Antisemitismus bezeichnet hat) zeigt, kann jeder Umstand so manipuliert werden, dass er auf das bereits vorher gefasste Urteil passt, Israelis mangele es an „Mitgefühl“.

Über Jahre hinweg haben israelfeindliche Propagandisten ihre radikale, mit dem Islamismus verbundene Bewegung in den „Mainstream“ zu bringen versucht, indem sie den jüdischen Staat unablässig mit Themen in Verbindung gebracht haben, die bereits große Wellen schlugen. „Intersektionalität“ predigende israelfeindliche Aktivisten behaupten, jegliche „Unterdrückung“, jegliches Unglück würde von denselben „Unterdrückern“ ausgeübt oder verschärft – und oft wird es so dargestellt, als folgten alle den gleichermaßen bösartigen Ideologien des Rassismus, des Imperalismus, des Kapitalismus und/oder des Zionismus. Israel wurde daher für alles verantwortlich gemacht – von tödlicher Polizeigewalt gegen farbige Amerikaner bis hin zu den Ungerechtigkeiten an der US-mexikanischen Grenze.

In ähnlicher Weise ist auch Covid-19 eine fast flächendeckend beunruhigende und unangenehme Situation; Israelgegner (darunter intersektionelle BDS-Befürworter, internationale arabische und islamistische Medien und weiße Rassisten) haben aus der weltweiten Angst, Enttäuschung und wirtschaftlichen Katastrophe Kapital geschlagen, indem sie das Virus und seine schädlichen Auswirkungen auf jede nur erdenkliche Weise mit Israel und Zionismus in Zusammenhang gestellt haben.

Zudem ergehen sich eingefleischte Antizionisten durch die Pandemie in einseitiger Bestätigung; wie Ex-Professor und BDS-Anhänger Steven Salaita (der den Zionismus öffentlich als ursächlich für Antisemitismus bezeichnet hat) zeigt (hier archiviert), kann jeder Umstand so manipuliert werden, dass er auf das bereits vorher gefasste Urteil passt, Israelis mangele es an „Mitgefühl“.

[Die USA lehnen es ab Sanktionen gegen den Iran aufzuheben, erwartet also nicht, dass Israel die Belagerung des Gazastreifens aufhebt, egal, wie viele Menschen an beiden Orten sterben. Imperialismus und Mitgefühl sind nicht miteinander vereinbar.
Die Notlage ist natürlich Absicht. Das Fehlen von Mitgefühl ist ein ideologisches merkmal des Imperialismus.]

B. Darstellung von Zionismus als eigentlicher Virus: Al-Awda und die islamistische Inspiration

Die wohl billigste Art und Weise, wie israelfeindliche Propagandisten die Pandemie ausschlachten, ist, indem sie den müden Vergleich wiederholen, Israel bzw. der Zionismus (die nationale Freiheitsbewegung des jüdischen Volkes) sei eine Krankheit.

Ungeachtet der uralten Geschichte der Verschwörungstheorien, Juden würden absichtlich Krankheiten verbreiten, kommen einige der übelsten Krankheitsvergleiche von iranischen Regierungsbeamten – darunter Ex-Präsident Mahmud Ahmadineschad und der amtierende Präsident Hassan Rohani –, die Israel oft als „Krebstumor“ bezeichnen und erklären, es solle vernichtet werden.

BDS-Befürworter sind diesem Beispiel gefolgt, z. B. als die britische Islamistengruppe Innovative Minds im Jahr 2012 eine Demo für ihre Israelboykott-Kampagne organisiert hat, stand auf mindestens einem Schild zu lesen: „Israel ist eine Krankheit, wir sind das Heilmittel“.

Neueren Datums (aus 2018) ist ein Tweet des Palestine Information Center (eine so genannte Nachrichtenwebsite, die häufig wegen der Verbreitung eklatanter Unwahrheiten entlarvt wird), worin Israel ebenfalls als „eine Krankheit“ bezeichnet wird (hier archiviert).

[Israel ist eine Seuche: Iraelische Militärpolizei verhindert, dass eine palästinensische junge Frau die Al-Aqsa-Moschee betritt, weil das Wort Palästinenser auf ihrer Tasche steht.]

Und schließlich gibt es noch die Konferenz des Palestinian Solidarity Movement an der Duke University im Jahr 2004, wo Mazin Qumsiyeh, islamistischer Mitbegründer der radikal israelfeindlichen Gruppe „Al-Awda Right of Return Coalition“, Berichten zufolge den Zionismus gleichermaßen als „Krankheit“ tituliert hat.

So ist es nur passend, dass Al-Awdas Mitbegründer (und anscheinend enger Freund der Kongressabgeordneten Rashida Tlaib) Abbas Hamideh dieses Sprachbild auch in Zeiten des Coronavirus bemüht hat. Er hat es sogar geschafft, sich (ähnlich wie die Innovative-Minds-Demonstranten) als das Heilmittel für Zionismus hinzustellen. In Hamidehs Tweet vom 9. März heißt es (hier archiviert): „So wird das Zionavirus bekämpft <3“.

Sein Tweet schmückte Hamideh mit einem Videoausschnitt, das ihn mit Megaphon auf der Al-Awda-Kundgebung draußen vor der AIPAC-Konferenz am 1. März 2020 bei einer Kundgebung außerhalb der jährlichen politischen Konferenz des American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) zeigt – derselben Kundgebung, die in in unserem letzten Posting dokumentierten: Video – Anti-Israel AIPAC protester: „Die müssten auf den Knien liegen und um Vergebung betteln“. Eindeutig kein Feind von Subtilität, rundete Hamideh sein „Zionavirus“-Tweet mit „F#CK ISRAELI OCCUPATION“ ab.

[So bekämpft man den Zionavirus]

C. Opfer und Gefährdung: Palästinenser und Covid-19

Zwar mögen die Abbad Hamidehs dieser Welt damit zufrieden sein, ein vage antisemitisches Kofferwort und ein selbstgefälliges GIF zu twittern (siehe oben), aber andere BDS-Befürworter versuchen Zusammenhänge zwischen Israel und Covid-19 herbeizulügen, indem sie die gängigeren BDS-geführten Narrative von palästinensischer Opferrolle und mangelnder Handlungsfähigkeit im Angesicht zweier Übel (US-Imperialismus und zionistischer Kolonialismus) übernehmen.

Oft implizieren BDS-Befürworter (oder sagen es sogar ganz offen), Israel gehöre zu den schlimmsten Menschenrechtsverletzern der Welt. Dementsprechend heißt es dann, die Palästinenser seien das am meisten geschädigte Volk der Welt – und dass ihre Opferrolle fast immer allein auf Israel zurückzuführen sei.

Wer dieses Narrativ übernimmt, für den bietet die aktuelle Covid-19-Situation eine ganze Reihe von Tragödien, die man ausschmücken und dann Israel zuschreiben kann. So wird die Mär der palästinensischen Dauer-Opferrolle neu verpackt und gestärkt.

Ein vor kurzem erschienener Text (hier archiviert) im israelfeindlichen Blog Electronic Intifada (dessen  Mitbegründer, der antiisraelische Hitzkopf Ali Abunimah Berichten zufolge seine Absicht ankündigte den Staat Israel zu vernichten, auf die Einstaaten-Lösung drängt, in welcher Israel kein jüdischer Staat mehr wäre, der lautstark BDS unterstützt und der Israels Gründung und Existenz als „Katastrophe“ bezeichnet) ist ein gutes Beispiel für die Corona-Umverkleidung der gängigen BDS-Themen.

Autorin Tamara Nasser schreibt darin:

Während immer mehr Menschen an Corona erkranken, sehen sich die Palästinenser einem alten Feind gegenüber: der israelischen Militärbesatzung. (…)

„Die Gazaner zählen zu den weltweit am stärksten von der Covid-19-Pandemie bedrohten Menschen“, so die palästinensische Menschenrechtsgruppe Al-Haq.

Aber wie so oft bei BDS-Befürwortern ist Nassers und Al-Haqs Händeringen über das palästinensische Wohlergehen rein performativ. Nachdem Nasser in abstrakter Weise die „Besatzung“ für die Verkomplizierung der palästinensischen Reaktion auf Covid verantwortlich macht, lässt sie sich zu einem genaueren Blick auf Berichte hinab, die aus Gaza stammen.

1. Zusammenkunft: Gazaner ignorieren die soziale Isolation und kommen zusammen, um ihren Israelhass auszudrücken

Tatsächlich deuten Berichte aus dem von der Hamas kontrollierten Gebiet darauf hin, dass einige Gaza-Beamte die fortgesetzte öffentliche Verunglimpfung Israels über die Sicherheit der Bevölkerung stellen.

Am 30. März twitterte eine offizielle palästinensische Nachrichtenagentur Fotos einer überfüllten „Pressekonferenz“ anlässlich des „Tages des palästinensischen Landes“ – ein jährlich stattfindendes Israelhassfest in Gaza, auf dem es oft zum „Great Return March“ kommt, wo Hunderte Araber (oft Angehörige der Hamas, des Palästinensisch-Islamischen Dschihad oder anderer Terrorgruppen) zur israelischen Grenze gehen und einen gewaltsamen Konflikt provozieren, der dann dem israelischen Militär in die Schuhe geschoben werden kann (hier und hier archiviert).

Die Fotos zeigen Dutzende eng zusammenstehende Menschen (darunter auch Kinder), und keiner trägt eine Maske. Zwei Fotos zeigen eine Frau mit Beingips und Krücken (aha, offenbar fehlt es also nicht an medizinischer Ausstattung, wie antiisraelische Stimmen ständig behaupten), die fröhlich auf einer großen auf dem Boden ausgebreiteten Israelflagge umherläuft.

Offenkundig verlief die Zusammenkunft wie geplant, trotz Berichten, dass die von der Hamas kontrollierte Regierung einige Tage vorher Präventivmaßnahmen angekündigt hatte. Dies nachdem zwei Gazaner unter Missachtung von Sicherheitsvorgaben aus dem Ausland nach Gaza zurückkamen und die ersten waren, die positiv auf Corona getestet wurden.

Die zwei Erkrankten hatten vom 11. bis 15. März an einer Islamkonferenz in Lahore/Pakistan teilgenommen, wie Quellen im Gazastreifen verrieten. Laut der Quellen hatten viele tausend Muslime an der Konferenz teilgenommen und die von den pakistanischen Behörden verhängten Beschränkungen ignoriert – denn wegen des Coronavirus waren ebensolche Zusammenkünfte verboten worden… Ein dritter Palästinenser aus dem Dorf Karawet Bani Hassan in der Nähe von Nablus (im Westjordanland) hatte ebenfalls dieser Konferenz beigewohnt und wurde letzte Woche nach seiner Rückkehr aus Pakistan positiv auf Corona getestet.

Und scheinbar, bevor die zwei Patienten ihre Diagnose bekamen:

…wir [Gazaner] glaubten, der Gazastreifen sei das sicherste Gebiet der ganzen Welt“, so Ayman al-Ghul, Sozialarbeiter aus der Stadt Gaza.

2. Israel ist immer schuld: Ariel Gold und Ben Norton über Covid in Gaza

Doch ungeachtet gegenteiliger Behauptungen waren israelfeindliche Entitäten nur allzu bereit, Israel die alleinige Schuld für aktuelle und zukünftige Covid-19-Fälle unter den Palästinensern zuzuschreiben.

Eine solche Anschuldigung findet sich schon bei CodePink-Kodirektorin Ariel Gold.

Schon oft haben wir über Gold und die radikale „Antikriegs“-Organisation CodePink berichtet. Im Rahmen unserer Berichterstattung fiel uns Golds Tendenz auf, Israel zwanghaft für alles die Schuld zuzuschieben, für jede beliebige Tragödie. Ein Beispiel war, als Gold versuchte, die Schießerei in El Paso gegen Israel zu verwenden. Wir haben auch über ihre Versäumnisse berichtet, echte unterdrückerische und autoritäre Regimes für ihre Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, z. B. als CodePink eine Propagandareise durch den Iran machte und dabei Frauen im Stich ließ und Juden niedermachte.

In den vergangenen Wochen ist Gold wieder in ihre alte Gewohnheit verfallen und hat denselben Satz immer und immer wieder getwittert. Die Schuld für jeglichen Covid-Toten in Gaza trifft allein Israel.

(Israel ist an jedem COVID-19-Toten im Gazastreifen schuld.)

[Das Völkerrecht: Israel ist an jedem Coronavirus-Toten im Gazastreifen schuld.]

Gold ist nicht die einzige; andere Israelhasser teilen ihre Überzeugungen, wenngleich mit etwas detaillierteren Erklärungen über den vermuteten Zusammenhang zwischen Israel und den Corona-Fällen in Gaza.

In einem Tweet vom 21. März behauptete der selbsternannte „Journalist“ (und Herausgeber der Grayzone News) Ben Norton (hier archiviert), Israel sei für jeden Covid-19-Todesfall in Gaza verantwortlich, weil es Gazas „Gesundheits-Infrastruktur zerbombt“ habe. (Die gut dokumentierte Angewohnheit der Hamas, Gazas „Gesundheits-Infrastruktur“ zu Waffenlagern, Abschussrampen und Militär-Hauptquartieren umzufunktionieren, verschwieg er geflissentlich.)

Er fügt hinzu, Israel setze Gaza einer „Belagerung im Mittelalter-Stil“ aus (was auch immer das heißen soll – vermutlich meint er Israels Seeblockade des Gazastreifens).

[Der Coronavirus hat jetzt den Gazastreifen erreicht, der unter völlig illegaler, brutaler, mittelalterlicher Belagerung durch Israel steht.
Der Gazastreifen hat kaum Gesundheitsinfrastruktur; es ist von Israel in Stücke gebombt worden. Jeder vom Covid-19 verursachte Tod ist Blut an Isrels Händen.]

3. Vorhersage einer palästinensischen Covid-19-Apokalypse: Jewish Voice for Peace, Linda Sarsour, B’tselem, Human Rights Watch und IfNotNow

Andere Corona-Schuldzuschreibungen umfassen übertriebene Anschuldigungen von israelischer Barbarei, aber auch schreckliche und paranoide Vorhersagen einer zukünftigen, von Israel angerichteten palästinensischen Corona-Apokalypse.

Eine dieser Vorhersagen gab es, als die extrem israelfeindliche Organisation Jewish Voice for Peace anlässlich des „Tags des palästinensischen Landes“ zu einer „virtuellen Kundgebung“ einlud. Hauptrednerin war niemand anderes als die berüchtigte islamistische Aktivistin und Louis-Farrakhan-Anhängerin Linda Sarsour (die vor kurzem Gegenwind bekam, als sie erklärte, Israel sei auf der Idee errichtet worden, Juden seien besser als alle anderen).

In ihrer auf Zoom gehaltenen Rede sagte Sarsour voraus, das Coronavirus könnte jeden einzelnen Menschen in Gaza töten:

Dieses Covid-Virus könnte ein Todesurteil für über zwei Millionen Menschen bedeuten, und dieses Blut wird an den Händen des amerikanischen Volkes und der amerikanischen Regierung kleben, die weiterhin die israelische Regierung unterstützt, welche Menschen weiterhin in einem Freiluftgefängnis eingesperrt hält.

Die gesamte „Kundgebung“ könnt ihr hier sehen: https://vimeo.com/402707651

Wie wir früher bereits feststellten, ist Sarsours Behauptung, Gaza sei ein „Freiluftgefängnis“, eine zentrale Überzeugung der BDS-Bewegung – wobei die Hamas-Kontrolle und die Abzweigung von Zement und anderen Baustoffen für Tunnels und Raketen natürlich ignoriert wird.

Und genau wie ihre „Verbündeten“ ignorierte Sarsour, dass sich Covid-19 in Gaza selbst laut Angaben der Hamas-Ministerien auszubreiten begann, als zwei Palästinenser aus dem Ausland zurückgekehrt waren.

Es scheint, als halte Sarsour und andere Gleichgesinnte nichts davon ab, über Israels angebliche Schuld zu schwadronieren, und die aktuelle ängstliche Atmosphäre in der Bevölkerung bestärke sie nur.

Eine besonders finstere Vorhersage im Stil der palästinensischen Opferrolle stammt von der Organisation B‘tselem, die sich selbst das „israelische Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten“ nennt. In Wirklichkeit ist B‘tselem, wie wir früher schon erklärt haben,

…Liebling der Linken, da ihr Hauptdaseinszweck wie bei den meisten vom Ausland finanzierten Organisationen darin besteht, jeden Morgen aufzustehen und etwas Schlimmes über Israel oder die israelische Gesellschaft zu finden. Jene Organisationen, die Israel ultragenau unter die Lupe nehmen und die palästinensische Gesellschaft vollkommen außer Acht lassen, spielen eine Schlüsselrolle im internationalen Propagandakrieg gegen Israel.

Tatsächlich warf B‘tselems Droh-Tweet vom 23. März Israel vor, es habe die Covid-19-Krise in Gaza „verursacht“, und warnte, Israel werde nicht in der Lage sein, die „Schuld“ am kommenden „Alptraumszenario zu leugnen“ (hier archiviert).

[COVID-19 im Gazastreifen? Nach mehr als einem Jahrzehnt israelischer Blockade – Israel wird es nicht schaffen die Verantwortung abzulenken, enn dieses Albtraum-Szenario sich ine ein Realität kehrt, die es gescahffen hat und die zu verhindern es keine Bemühung unternommen hat.]

Und wie die Beobachter der Organisation Monitor festgestellt haben, verbreitet auch die in New York ansässige Organisation Human Rights Watch dieselbe Art von Agitation und Propaganda:

Am 15. März 2020 twitterte der ausführende Direktor Ken Roth: „Das Coronavirus wird die Weisheit der israelischen Politik auf die Probe stellen, Wirtschaft und Gesundheitswesen von Gaza und Westjordanland zu lähmen. Als Besatzungsmacht (was angesichts Israels strenger Bewegungseinschränkungen auch für Gaza gilt) ist Israel für die Gesundheitsversorgung verantwortlich.“

Selbstverständlich sieht Roth Ägypten nicht ebenfalls „auf die Probe gestellt“ – obwohl Ägypten ebenfalls an Gaza grenzt und das Gebiet Einfuhr- sowie Reisebeschränkungen unterstellt hat. Und genausowenig tut dies IfNotNow (INN), eine intersektionelle Antizionisten-Organisation, die (ähnlich wie Jewish Voice for Peace) eine Spaltung in der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft zu erwirken versucht, indem sie a) Israel verunglimpft und b) die amerikanischen Juden für das „Unrecht“ der „Besatzung“ verantwortlich macht.

Wir haben früher bereits über INNs Bemühungen berichtet, ganz anders geartete Bewegungen für soziale Gerechtigkeit wie z. B. die Einwanderungsdebatte in den USA oder die LGBTQ-Bürgerrechte herzunehmen und deren Mitstreiter gegen Israel aufzuhetzen. Und natürlich hat INN das auch mit der Covid-19-Krise versucht. Investigative Project on Terrorism (IPT) dokumentierte INNs hysterische israelfokussierte Reaktion (hier archiviert), als die ersten Nachrichten über Covid-19-Fälle in Gaza eintrafen:

Dies könnte einer der schlimmsten #Coronavirus-Ausbrüche weltweit werden“, schrieb INN auf Facebook. „Hebt die israelische Regierung ihre Militärblockade des Gazastreifens nicht sofort auf und liefert medizinische Güter wie Masken und Beatmungsgeräte, dann könnten viele tausend Palästinenser sterben.“

Obwohl der von INN gepostete Artikel feststellte, dass die ersten Covid-19-Fälle in Gaza von Pakistan herrührten, die israelischen und ägyptischen Restriktionen bezüglich Gaza beschrieb und nachwies, dass ebenjene Restriktionen die Ausbreitung des Virus verlangsamt haben, ignorierte INN all diese Fakten und machte Israel für eine Katastrophe verantwortlich, die noch nicht einmal eingetroffen ist – alles nur mit dem Ziel, die eigene Sache voranzubringen.

Und mal ganz abgesehen von dem faktenignorierenden Narrativ über die Situation vor Ort in Gaza oder über Zweck und Auswirkung der israelischen Sicherheitsmaßnahmen (wie der Seeblockade) – derartige Verzerrungen durch sogenannte humanitäre Entitäten kann die Gefahr, der die Palästinenser durch Covid ausgesetzt sind, sogar noch verschärfen.

Indem Israelgegner die Schuld an jeglichen zukünftigen Covid-19-Ausbrüchen unter den Palästinensern allein Israel zuschieben, sprechen sie die Hamas und die Palästinenserbehörde (PA) – die autoritären und zutiefst korrupten Palästinenserregierungen, die den Gazastreifen und den größten Teil der Palästinensergebiete im Westjordanland kontrollieren – von ihrer überwältigend großen Schuld an palästinensischem Leid frei.

Und angesichts dessen, dass die Hamas und die PA immer wieder bewiesen haben, dass sie die Sicherheit und das Wohlergehen der Palästinenser nur allzu gern opfern, um Israel zum Sündenbock zu machen, spornt jedes Signal – insbesondere Signale aus dem Westen –, Hamas und PA würden für die Not ihres eigenen Volkes nicht verantwortlich gemacht, jedes der beiden Regime nur weiter an, alle Bürger, die sie für entbehrlich halten, in Gefahr zu bringen.

4. Coronavirus als neue BDS-Keule: Human Rights Watch, Jewish Voice for Peace, American Muslims for Palestine und Lamis Deek

Wilde Spekulationen über eine düstere Zukunft der Palästinenser sind Teil der Bemühungen, die ohnehin schon beachtliche Covid-19-Panik gegen Israel instrumentalisieren zu wollen; die Situation vor Ort zu übertreiben ermöglicht es den BDS-Aktivisten, den Druck auf Entscheidungsträger zu erhöhen.

Indem Sarsour, B‘tselem, Roth etc. einen kausalen Zusammenhang zwischen einer Politik, die Israels Fortbestand als jüdischem Staat garantiert, und einer möglichen Covid-Apokalypse der Palästinenser behaupten, benutzen sie die Krise als einen weiteren in einer langen Reihe rhetorischer Knüppel, mit denen Israel gezwungen werden soll, sich den destruktiven Forderungen zu beugen, welche von der BDS-Kampagne und ihren Vorläufern seit Jahrzehnten erhoben werden.

Beispielsweise haben BDS-Befürworter schon seit Jahren gefordert, Israel solle seine legale Seeblockade des Gazastreifens aufheben, aber diese Forderung haben sie nun erweitert: Israel soll die Blockade nun aufheben, um Masken und andere die Pandemie verzögernde Hilfsgüter in das von der Hamas kontrollierte Gebiet kommen können.

Wie NGO Monitor feststellte, hat Omar Shakir von Human Rights Watch in einem Tweet behauptet (hier archiviert):

Israel hat 2 Millionen Menschen in einer 40 mal 11 Kilometer großen Enklave eingesperrt und die Einfuhr von Waren 13 Jahre lang stark eingeschränkt, worunter der Gesundheitssektor des Gazastreifens stark litt. Echte Katastrophengefahr. Abriegelung muss aufhören.“ Shakir verschweigt die Korruption der Hamas, den Missbrauch von Hilfsleistungen und die Entscheidung, Ressourcen für den Terror einzusetzen anstatt medizinische Infrastruktur aufzubauen.

[Eilmeldung: Gaza-Gesundheitsministerium berichtet 7 neue Fälle von Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet wruden. Israel hat 2 Millionen Menschen in der 40x11km-Enklave eingepfercht und die Einfuhr von Waren 13 Jahre lang streng eingeschränkt, den Gesundheitssektor des Gazastreifens dezimiert. Echtes Risiko einer Katastrophe. Sperrung muss enden.]

Jewish Voice for Peace (JVP) hat ihrerseits den Twitter-Hashtag #SpreadSolidarity gefördert. Er ist Teil ihrer Kampagne, Israel solle seine legale Seeblockade des Gazastreifens wegen Corona beenden (ein Schritt, der zweifellos größere Waffentransporte an die Hamas zur Folge hätte). Ein Tweet enthielt eine Grafik, die mahnte: „Lasst Gaza atmen“ (hier archiviert).

[Israels 13-jährige E inschränkungen palästinensischer Reisen und Zugang zu Waren haben das Gesundheitssystem des Gazastreifens erstickt. Und Mitten in einer tödlichen Pandemie benötigen die Palästinenser im Gazastreifen lebensrettende Versorgungsgüter und Fürsorge mehr als je. Israel muss die Gaza-Blockade beenden und Solidarität verbreiten.]

Im Rahmen ihrer Kampagne hat JVP sich auch an amerikanische Gesetzgeber gewandt, indem sie eine Petition ins Leben rief und ihre Anhänger bat: „Sagt dem Kongress: Ende der Gaza-Blockade“. Der Grund: „Covid-19 stellt eine besondere Bedrohung der Palästinenser in Gaza dar“. Und wieder prophezeite sie die „unvermeidliche“ Auslöschung des Gazastreifens, falls Israel seine Sicherheitsvorkehrungen aufrechterhält:

Wir bitten die Mitglieder des Kongresses, Israel aufzufordern, sein Todesurteil für das Volk von Gaza aufzuheben und die Blockade zu beenden.

Andere Israelfeinde in den USA haben dieselbe Taktik angewandt. Eine davon ist die selbsternannte „Menschenrechtsanwältin, Aktivistin, Strategin und Ninja-Anwältin der Völker“ (und ehemaliges Vorstandsmitglied von CAIR-NY) Lamis Deek. Trotz ihrer erklärten Sorge um die Menschenrechts hat Deek Terroristen des Palästinensischen Islamischen Dschihad gepriesen und Hamas-Mörder dafür gelobt, dass sie Israelis getötet haben.

So ist ihre kürzliche Andeutung keine Überraschung, die amerikanische Gesundheitsversorgung habe während der Covid-Pandemie gelitten, weil die USA „Milliarden“ für Israel ausgibt, „die am stärksten militarisierte Gesellschaft der Welt und das letzte Apartheid-Kolonieprojekt“.

[Wann weitet Florida Medicaid aus? Wann verabschiedet der Kongress Medicare für alle? Ich könnte das echt brauchen.
Die Milliarden $, die USG für die höchst militarisierte Gesellschaft der Erde und das letzte lebende Apartheid-Kolonisierungsprojekt (d.h. Israel, dessen Siedler übrigens kostenlose Gesundheitsversorgung bekommen) in Verletzun gdes Völkerrechts per ICJ-Entscheidung von 2004 ausgibt – ist Geld,d as wir hier für Lebensmittel, Wohnraum und medizinische Versorgung brauchen.]

In ähnlicher Weise verschickte die radikal israelfeindliche Organisation American Muslims for Palestine eine E-Mail, in der sie ihre Anhänger bat zu fordern, der Kongress solle „Israels Menschenrechtsverstößen die Finanzmittel entziehen“. In diesem E-Mail wurde auch behauptet: „Das palästinensische Volk braucht heute mehr denn je unsere Solidarität, während es dem Sturm des Coronavirus gegenübersteht und gleichzeitig die grausame israelische Unterdrückung überlebt.“


Entzieht Israels Menschenrechtsverletzungen die Finanzierung,
finanziert lebensrettende Dienste für Palästina neu
Während diese COVID-19-Pandemie tobt, treiben unsere Steuerdollars weiter Israles Menschenrechtsverletzungen an, einschließlich der Einkerkerung palästinensischer Kinder und dem Abriss palästinensischer Häuser in der besetzten Westbank. Nicht nur das – 2018 beendete die Administration Trump alle lebensrettende humanitäre Hilfe für die Palästinenser, darunter die Beendigung der fast 70-jährigen Beziehung zur UNO-Organisatoin für palästinensische Flüchtlinge, UNRWA….

5. Covid-19 ein „Werkzeug israelischer Unterdrückung“: Students for Justice in Palestine, Steven Salaita, Lamis Deek, Mondoweiss und Carlos Latuff

Sogar über die Ausnutzung der Covid-Panik hinaus haben israelfeindliche Aktivisten darauf insistiert (hier archiviert), Israel mache die Pandemie für die Palästinenser noch gefährlicher als für jeden anderen. Sie sind sogar so weit gegangen zu behaupten, es sei Israel (und manchmal auch die USA), das das Virus ausnutzt – und zwar indem es das Virus als Waffe gegen die verwundbaren Palästinenser einsetzt.

Ex-Professor Steven Salaita und einer seiner Fans haben exakt das oben Beschriebene behauptet und die gesamte USA und ganz Israel ohne jede weitere Erklärung in den Schmutz gezogen, und zwar auf der Grundlage eines halb satirisch gemeinten Artikels (der sich für palästinensisches Wohlergehen einsetzt).

[Diese Pandemie hat (nicht zum ersten Mal) deutlich gemacht, dass die USA trotz ihrer lauten Bekundungen moralischer Überlegenheit versierter darin sind die Heilung der Betroffenen auszunutzen.
Jüdisch und vom Coronavirus in Panik versetzt? Komm mit deinem schuldigen Gewissen nach Israel
Commen Sie in ein Land, das sich mit dem Überwinden extremer Szenarien auskennt. Nutzen Sie Ihr Recht auf Staatsbürgerschaft und prangern Sie Netanyahus krasse Versuche an die Rechte der arabischen Bürger zu herabzustufen]

Und auch unsere Lieblings-“Menschenrechtsanwältin“ Lamis Deek erhob einen ähnlich merkwürdigen Vorwurf im Zusammenhang mit dem Coronavirus, indem sie twitterte, Israel nutze Covid-19 als „Werkzeug für ethnische Säuberung und Völkermord an den Palästinensern“ (hier archiviert).

[Keine Frage, israel betrachtet den Ausbruch des Coronavirus als Verbündeten und Mittel für ethnische Säuberung und Völkermord an den Palästinensern.
Sie haben gerade die Notfallklinik für Coronaausbruch zerstört, Soldaten spucken auf palästinensische Autotüren, Siedler dringen immer noch in Häuser und zerstören sie.]

Dann ist da noch der Fall des israelfeindlichen brasilianischen Karikaturisten Carlos Latuff (dessen Karikaturen die palästinensische Gewalt gegen Israelis als lebensrettende Heldentaten wohlgesinnter Comic-Figuren dargestellt haben; er hat den zweiten Platz im Holocaust-Karikaturenwettbewerb des iranischen Regimes belegt). Seine Haltung bezüglich Israel und Covid hat er im israelfeindlichen Blog Mondoweiss dargelegt – seine dortige Karikatur zeigt einen israelischen Soldaten am Betonteil der israelischen Sicherheitsbarriere, der eine harmlose alte Palästinenserin mit vorgehaltener Waffe zwingt, auf eine Wand aus riesigen Covid-19-Viren zuzugehen.

Das Bild deutet an, Israel gebrauche das Virus sozusagen für seine „Drecksarbeit“; Latuff scheint davon auszugehen, Israels Ziel sei die Auslöschung der Palästinenser, und das Virus sei ein willkommenes Mittel zu diesem Zweck. Ebenso unterstellt die Karikatur ironischerweise, Israel sei frei von Covid und habe die Krankheit auf die Palästinensergebiete beschränkt, die völlig damit durchsättigt seien.

Natürlich ist das völlig abwegig. Laut den jüngsten Berichten gibt es in Israel über 9.000 dokumentierte Covid-Fälle, 60 davon sind tödlich verlaufen. Im Vergleich hierzu weisen die jüngsten palästinensischen Berichte der Anzahl und dem Prozentsatz nach weit geringere Werte auf: 247 Fälle im Westjordanland, 13 Fälle im Gazastreifen.

Wie der Blog IsraellyCool anmerkt, ignoriert die Karikatur…

bequemerweise die Tatsache, dass Gaza auch an Ägypten grenzt (das die Freizügigkeit gleichermaßen einschränkt), die Hamas wegen Corona nun die Grenzübergänge nach Israel und nach Ägypten geschlossen hat, und dass Israel mit den Palästinensern zusammenarbeitet, um Lösungen gegen Corona zu finden.

Trotz dieser Tatsachen gewinnt der Vorwurf, Israel setze das Virus absichtlich zur Verschlimmerung der ohnehin schon grausamen Behandlung der Palästinenser ein, bei BDS-Anhängern an Boden.

Tatsächlich ist das schon zum Lieblingsthema der Students for Justice in Palestine (SJP) geworden, die seit ihrer erstmaligen Gründung im Jahr 2001 zu den größten antizionistischen und antisemitischen Hetzern zählen.

SJP war wegen ihrer hoch aggressiven, manchmal eklatant antisemitischen Possen schon oft in diesem Blog zu Gast, beispielsweise als die SJP-Ortsgruppe am Vassar College eine Nazi-Karikatur verbreitete oder als die SJP-Ortsgruppe an der University of California in Davis jüdische Studenten mit „Allahu akbar“-Sprechchören verhöhnte. Uns blieb auch nicht verborgen, dass SLP-Gruppen an vorderster Front „intersektioneller“ Bemühungen stehen, völlig sachfremde Themen wie Black Lives Matter gegen Israel einzusetzen; so arbeitet SJP beispielsweise daran, einer breiten Schicht der modernen Bürgerrechtsbewegungen Antizionismus einzuimpfen, indem sie an BLM-Proteste zweckentfremdet (wie z. B. in Ferguson, Baltimore und New York City geschehen). Ein weiteres Beispiel wäre ein Zusammenschluss aus SJP-Ortsgruppen im New Yorker Stadtgebiet, die sich die Schwierigkeiten der Studenten mit Studiengebühren zu eigen machten und die 2015er Studentenproteste zweckentfremdeten, indem sie die Behauptung streuten, die Studiengebühren verteuerten sich wegen CUNYs „zionistischer Verwaltung“ und wegen israelischen Investitionen.

Es überrascht also nicht, dass SJP auch Corona für seine Propagandaziele instrumentalisiert.

Eine SJP-Ortsgruppe, die diese Taktik anwendet, ist diejenige an der Cornell University. Schon lange versucht sie (und hat darin versagt), BDS-Resolutionen an der Cornell durchzubringen, sogar unter Gebrauch von Bildern der Popular Front for the Liberation of Palestine.

In einem Facebookbeitrag vom 16. März sprach Cornells SJP-Ortsgruppe unter Verwendung vollkommen islamistischen Sprachgebrauchs Israel mit dem typischen Bombast am Coronavirus schuldig: „Die unmenschliche Besatzung der zionistischen Entität hat in Gaza jeden Tag zu einem Tag des Ausnahmszustands gemacht.“

Die SJP-Ortsgruppe an der University of Maryland organisierte am 10. März eine Veranstaltung, auf der das Coronavirus ebenfalls mit der „Besatzung“ in Verbindung gebracht wurde (hier archiviert).

a. BDS-Inspiration in der arabisch-muslimischen Welt

Damit keiner glaubt, BDS-Anhänger wären ganz allein auf diese clevere Corona-Instrumentalisierung gekommen, hier einige Beispiele für dieselbe Art von Anschuldigungen aus der arabischen Welt.

Das Middle East Media Research Institute (MEMRI), das Medienbeiträge aus der MENA-Region übersetzt, hat eine Vielzahl an Beispielen für solche Anschuldigungen veröffentlicht:

Der Ausbruch des Coronavirus ging mit der Verbreitung einer Vielzahl von Verschwörungstheorien über den Ursprung des Virus einher, die u.a. in arabischen und insbesondere in palästinensischen Medien verbreitet wurden. Während PA-Regierungssprecher Ibrahim Milhem sagte, die PA ergreife Anti-Corona-Maßnahmen in Abstimmung und Zusammenarbeit mit Israel, beschuldigten einige palästinensische Medien Israel und die USA, das Virus aus verschiedenen Gründen in der Welt zu verbreiten – um China und den Iran zu schwächen, um Trumps Wiederwahl zu stützen, um Israels Machtübernahme in der Region voranzubringen.

In der PA-Tageszeitung Al-Hayat Al-Jadida erschien am 16. März eine politische Karikatur, die das Coronavirus als israelischer Panzer zeigt, der einen Palästinenser mit einem Kind im Arm verfolgt. Die Karikatur erinnert an das Grundthema in Carlos Latuffs Karikatur weiter oben; beide zeigen die Palästinenser (ängstlich und unter Waffenbedrohung) als unzweifelhaft wehrlos und unschuldig. Und beide zeigen übergroße Versionen des Virus, der den Palästinensern den Weg nach vorne versperrt.

Hier ein weiteres Beispiel aus palästinensischen Medien (MEMRI, Hervorhebung hinzugefügt):

As‘ad Al-Zouni, ein jordanischer Journalist palästinensischer Herkunft, der häufig antisemitische und Verschwörungs-Artikel schreibt, schrieb auf der palästinensischen Nachrichtenwebsite Dunya Al-Watan, die Juden und die CIA seien für die Ausbreitung des Virus verantwortlich: „[Das Auftauchen] des Coronavirus, der sich in aller Welt verbreitet… und der am selben Tag in China erschien, als Auftragnehmer Präsident Trump ein Handelsabkommen mit jenem riesigen Land unterzeichnete, kann nicht als reiner Zufall betrachtet werden. Dies gilt besonders, weil die zionistengesteuerte US-Medienmaschinerie diese ganze Sache als Geschäft bezeichnet. Vielleicht geschah die Ausbreitung [des Virus] in 46 US-Staaten nachdem sich Auftragnehmer Trump gleichgültig gegenüber der Lage gezeigt hatte und den Amerikanern sagte: ‚Macht euch keine Gedanken, es ist nicht schlimm, es geht vorbei.‘ … Dieses Virus ist sicherlich Ergebnis des verborgenen Hasses der Juden auf die ganze Welt, und seine Ausbreitung in den USA soll dies zeigen und gleichzeitig als Waffe für Auftragnehmer Trump im baldigen Wahlkampf dienen, um seine Wiederwahl zu sichern – als Dankeschön für die Gunst, die er der Kolonie Israel, der chasarischen, zionistischen, jüdischen Terrorentität erwiesen hat.

Die wichtigsten [dieser Gefälligkeiten] waren der Trump-Friedensplan, [Maßnahmen und Aussagen bezüglich] Jerusalem, die Golanhöhen und die Siedlungen. Als die Juden die Feuersbrunst des Ersten Weltkriegs entfachten, erhielten sie die Balfour-Erklärung. Als sie den Zweiten Weltkrieg entfachten, bekamen sie ihre Chasarenkolonie in Palästina. [Jetzt] wollen sie einen dritten [Welt-]Krieg, um das jüdische Königreich Groß-Israel auszurufen – und hier sind wir nun und leben in der Atmosphäre eines dritten Weltkriegs, wo die militärischen und politischen Horizonte der regionalen und innenpolitischen Konflikte besiegelt sind, während die wirtschaftliche Stagnation aufgrund der steigenden Preise und der politischen Stagnation immer schlimmer wird.“

In einem dritten Beispiel hielt MEMRI die Rede eines jemenitischen Gelehrten fest, der behauptete, Covid-19 sei Teil eines jüdischen Komplotts, heilige muslimische Städte zu „verjuden“.

[Freitagspredigt des jemenitischen Gelehrten Ibrahim Al-Ubeidi: Der Coroanvirus ist Teil eines Plans der Juden, Israels, der USA Mekka, Medina zu kontrollieren; der Clan der Saud ist eine jüdische Familie, die an die Macht gebracht wurde, um diese Städte zu verjuden.]

6. Rechtfertigung israelischen Leids: Students for Justice in Palestine, Steven Salaita, Mairav Zonszein und Sarah Leah Whitson

Oben haben wir einige Beispiele gehabt, wie israelfeindliche Aktivisten Covid-19-Nachrichten und -Fakten in ihr antizionistisches Narrativ umgebogen haben. Aber es geht teilweise noch weiter: Einige haben versucht, die negativen Auswirkungen der weltweiten Isolation umzumünzen. Indem Antizionisten behaupten, die durch den Lockdown verursachten finanziellen Nöte, die Frustration, Einsamkeit und Langeweile entsprächen dem, was Palästinenser jeden Tag erleben, wollen sie Israel mit einem zutiefst unangenehmen Gefühl, das jetzt alle persönlich erfahren haben, in Verbindung bringen.

Der ehemalige Professor Steven Salaita bietet ein weiteres Beispiel für angewandte „Lockdown-Instrumentalisierung“ (hier archiviert):

[Im Gaastreifen ging der Lockdown dem Virus voraus; Lockdown wird einen Impfstoff überdauern. Palästinensisches Leid ist eine notwendige Voraussetzung dessen, was Menschen im Westen gerne Normalität nennen.]

So können israelfeindliche Kohorten die Krise nutzen, Unterstützung für ihre Bewegung aufzubauen, und zwar innerhalb wie außerhalb Israels.

Aber diese Taktik hat noch mehr Nutzen. Mit der Behauptung, die Covid-Beschränkungen in Israel ähnelten dem, was Israel den Palästinensern auferlegt – also dass die Israelis nun einen Geschmack ihrer eigenen Medizin mitbekämen –, können Antizionisten ihre Gleichgültigkeit gegenüber israelischem Leid wegen der Pandemie rechtfertigen. Und schlimmer noch, sie rechtfertigen die Überzeugung, Israelis verdienten es, wegen Covid-19 zu leiden.

Typisches Beispiel: Mairav Zonszein, eine jüdische antizionistische Autorin mit Fokus auf „Israel/Palästina und seine Rolle in der US-Politik“, offenbarte ihren Mangel an Sympathie für Israelis, die unter der Pandemie litten. Zonszein, eine „freischaffende Journalistin“, die Ilhan Omar, Rashida Tlaib und B‘tselem gegen Antisemitismusvorwürfe verteidigt hat, reagierte mit Zynismus auf die Nachricht über israelische Lockdowns. Die Präventivmaßnahmen verglich sie mit dem, was „unter der Besatzung leidende Palästinenser bereits seit über einem halben Jahrhundert mitmachen“.

Schlimmer noch, Zonszeins bittere Worte zogen eine ähnliche Reaktion von Sarah Leah Whitson nach sich, eine ehemalige Mitarbeiterin von Human Rights Watch. Wie NGO Monitor festhielt:

Sarah Leah Whitson, derzeit am Quincy Institute und früher Leiterin der MENA-Abteilung bei Human Rights Watch, …machte Gebrauch von der klassisch antisemitischen Ritualmordlegende, als sie [Zonszeins Tweet beantwortete und] über „6 Millionen jüdische Israelis“, die wegen des Virus plötzlich ein Leben unter „Besatzung“ verstünden, schrieb: „Eine so winzige Geschmacksprobe. Da fehlt ein Esslöffel Blut.“

Vielleicht bedauerte Whitson ihren Ausbruch von Schadenfreude, da sie ihren Tweet später löschte. (Seit September 2018 hat sie jedoch einen festen ‚angepinnten Tweet‘ auf ihrem Account, der eine künstlerische Darstellung des Mohammed-Al-Dura-Falles zeigt. Der Fall Al-Dura gilt gemeinhin als Schwindel, der Israel des Mordes an einem zwölfjährigen arabischen Jungen beschuldigen soll – eine moderne Version der antisemitischen Ritualmordlegende.)

[Sean Durns: Ah, die gute alte Ritualmordlüge – gerade rechtzeitig für Pessah. Was für eine großartige Einstellung.
Mairav Zonszein: 6 Millionen jüdische Israelis bekommen jetzt einen Eindruck davon, was die gleiche Anzahl unter Besatzung lebender Palästinenser mehr als ein halbes Jahrhundert lang erlebt haben.
Sarah Leah Whitson: Was für ein winziger Eindruck. Ich vermisse einen Teelöffel Blut.
Larry Weiss: Großartig, wieder von Sarah Leah zu hören.
Prof.Gerald Steinberg: Sarah Leah hat die Beweise gelöscht. Schuldig. QuincyInst – diese Unmoral liegt vor deiner Türschwelle. Sie wird nicht verschwinden.]

Andere Zionisten waren weniger schüchtern mit ihrer offensichtlichen Apathie gegenüber israelischem Leid. Eine der schockierendsten Reaktionen war die auf den Tod des 88jährigen Holocaust-Überlebenden Aryeh Even, der am 20. März an Covid-19 verstarb und der so geliebt und verehrt wurde, dass sogar seine Krankenschwester Rachel ihre Verzweiflung über sein Ableben in Worte kleidete:

Mein Herz ist gebrochen. Freitag nacht wurden meine schlimmsten Ängste wahr, als ich zusehen musste, wie mein geliebter Patient Aryeh Even seine letzten Atemzüge tat. Durch Gottes Gnade eilten zwei Patienten-“Engel“ an seine Seite. Mit Tränen in den Augen beobachte ich, wie sie instinktiv ihre Hände auf seine Augen legen und das „Shema“-Gebet sprechen. Sie trösten ihn und verabschieden sich, und seine Seele schreitet durch das Himmelstor. Du hast mein Herz berührt. Auch das des Personals und der Patienten hast du berührt. Ich weiß, dein Leben wird eine Inspiration für das gesamte Volk Israel sein. Geh in Frieden. Geh in Frieden an deine Ruhestätte. Pass von oben auf uns auf.

Die allgemeine Trauer über Evens Tod veranlasste die ehemalige NYU-Studentin und SJP-Führerin Leen Dweik, ihre herzlose Gleichgültigkeit auf Twitter hinauszuposaunen.

[Stand With  Us: Eine frühere Leiterin der Ortsgruppe New York City der SJP (Students for Justice in Palestine), Leen Dweik, postete diesen hasserfüllten und verstörenden Tweet, nachdem er erfuhr, das Israel den ersten Corona-Toten meldete (einen 88-jährigen Holocaust-Überlebenden)
sippin on dat: Soll ich mir die Nägel heute rot oder grün lackieren?
Spectator: Gerade gemeldet: Israel berichtet den ersten Corona-Toten]

Schon bald nach Dweiks Tweet veranlasste die öffentliche Empörung ihre Alma Mater zu einem Kommentar:

Die New York University (NYU) unternahm diese Woche einen ungewöhnlichen Schritt und verurteilte eine ehemalige Studentin wegen eines spöttischen Tweets über den ersten israelischen Corona-Todesfall.

Nachdem sie letzten Freitag vom Tod des 88jährigen Holocaustüberlebenden Aryeh Even in Jerusalem erfuhr, twitterte Leen Dweik, Ex-Vorsitzende der SJP-Ortsgruppe der NYU: „Egal, soll ich meine Nägel heute rot oder grün anmalen?“

Am Dienstag gab NYU-Sprecher John Beckman bekannt: „Bei fast 500.000 Ehemaligen reagiert die NYU nur selten auf Social-Media-Posts ihrer Absolventen, aber dieser Tweet einer ehemaligen NYU-Studentin über den ersten israelischen Covid-19-Todesfall war gefühllos und beschämend.“

Er fügte hinzu: „Die von der Pandemie verursachten Störungen und Todesfälle sollten Anlass sein, uns in Sympathie zu vereinen. Sie sollten keine Quelle für Uneinigkeit und Gleichgültigkeit sein. Die NYU verurteilt solche Gefühllosigkeit; sie steht im Widerspruch zu den Werten unseres Campus.“

Aber wie es auch bei anderen israelfeindlichen Aktivisten der Fall ist, die wir hier erwähnt haben, ist dieser hasserfüllte Text bei Dweik keine unerwartete Anomalie. 2018 mitverfasste und bewarb sie eine Pro-BDS-Resolution der Studentenvertretung an der NYU, und 2018 bis 2019 war sie Vorsitzende der SJP-Ortsgruppe der NYU.

Sie tritt auch als „Buzzfeed-Artikelschreiberin“, für die sie im März 2019 einen Text verfasste. Sie und ihr mit JVP in Zusammenhang stehender Mitautor nutzten ihre fünf Minuten Buzzfeed-Ruhm, um sich als „Menschen in unerschütterlicher Solidarität mit den Palästinensern in ihrem Kampf für Freiheit und Menschenrechte“ zu präsentieren, ebenso als „Aktivisten, die sich nicht vor der Wahrheit scheuen“ und die „wissen, dass wir die Pflicht haben, jeglichen Fanatismus anzuprangern, wo auch immer wir ihn vorfinden“. Und: „Wir verstehen nur zu gut die Konsequenzen von Antisemitismus, muslimfeindlichem Fanatismus und weißem Rassismus.“

Doch im selben Artikel verteidigten Dweik und ihre Mitautorin die kontroverse Unterstellung von Kongressmitglied Ilhan Omar, AIPAC besteche Kongressmitglieder, damit sich diese für Israel einsetzen. Sie prangerten den „massiven Einfluss der Israellobby“ an. Dementsprechend lässt auch der Rest von Dweiks Tweets wenig Zweifel, dass dieser auf Covid bezogene Ausdruck von Borniertheit keine Anomalie war; unter ihren Tweets sind viele Befürwortungen der Zerstörung Israels und viele höhnische Reaktionen auf Berichte, in denen das Leid mit Israel in Verbindung stehender Studenten zum Ausdruck kommt (hier und hier archiviert):

[Menschen, die die Abschaffung des Staates Israel nicht wollen … wyd]

[ein Zionist an der Uni sagte, die Zeit, in der all das BDS/Tel Aviv-Resolution-Zeugs ablief, war die „schlimmste Woche ihres Lebens“ wie Imao sis warte einfach, bis iwr den gesamten Staat Israel demontieren]

7. „Die Welt ist nicht genug“: Antizionisten nutzen Covid, um Israel in die Ausweglosigkeit zu zwingen

Trotz der internationalen Propaganda, die Covid-Krise gegen Israel auszuschlachten, arbeitet der jüdische Staat eng mit Palästinensern zusammen und koordiniert den Transfer medizinischer Güter, humanitärer Hilfe und medizinischer Ausbilder nach Gaza und in die arabischen Gebiete des Westjordanlands. Zudem stellt er sicher, dass alle Covid-19-Patienten in Israel angemessen versorgt werden, ungeachtet ihrer Religion. Selbst die Vereinten Nationen – die nicht gerade als Freund Israels bekannt sind – lobten die „ausgezeichnete“ israelisch-palästinensische Kooperation im Kampf gegen die Pandemie.

Aber für Israelfeinde sind Fakten weitgehend irrelevant – sie sind sogar eine Bedrohung für die Delegitimierungsbemühungen der BDS. In Folge haben viele lautstark plärrende Antizionisten begonnen, eine weitere altbekannte BDS-Taktik zu adaptieren: die Ablehnung (oder sogar Leugnung) aller guten Werke, die Israel tut. Für BDS sind sie a) ein Versuch, die Welt von dem Missbrauch der Palästinenser abzulenken, und/oder b) die Ruhe vor dem Sturm, nämlich weitere Ungerechtigkeiten gegenüber den Palästinensern.

a. ‚Aid-Washing‘: Electronic Intifada und BDS Südafrika

BDS-Aktivisten haben sich solche Behauptungen schon früher zu eigen gemacht; wie bereits gesagt haben besessene Antizionisten Israel oft des sogenannten „Pinkwashing“ beschuldigt – also zweckdienlich Pro-LGBTQ-Politik zu betreiben, um die Welt von der Tatsache israelischer Grausamkeit gegenüber den Palästinensern abzulenken. Der produktive Blogger Elder of Ziyon drückt es gut aus:

Für diese kranken Leute ist es buchstäblich unmöglich, dass Israel oder die Israelis irgendetwas Bewundernswertes tun. Alles im Zusammenhang mit Israel ist Konflikt. Der Konflikt ist alles. Für sie wird Israel durch den Wunsch definiert, sämtliche Araber loszuwerden. Jeder Gegenbeweis wird sofort als PR abgetan. Das Konzept, dass die meisten Israelis einfach nur wie jeder andere auch ihr Leben leben wollen und dass sie sogar nette, normale, freundliche Leute sein können, muss bekämpft werden. Nimmt die Welt Israelis als Menschen wahr, wird die Botschaft israelischer Kriminalität verwässert – und das darf nicht sein. Alles, was der Dämonisierung des jüdischen Staates entgegensteht, ist per definitionem ebenso teuflisch wie der jüdische Staat selbst.

Eine dieser Personen nennt sich auf Twitter „gazawia“ und behauptet, „Doktorant an der Columbia U“ zu sein. Offenbar entschlossen, einen Weg zu finden, die Aufmerksamkeit von Israels Transfer von medizinischen Gütern nach Gaza abzulenken, erwiderte gazawia auf ein COGAT-Update (COGAT steht für Coordination of Government Activities in the Territories) mit Empörung und nannte die Gruppe „Besatzer“, die „kein Recht haben zu entscheiden, was in den Gazastreifen hinein und hinaus geht“ (hier archiviert):

[COGAT: Heute koordinierte COGATS Gaza-CLA den Transfer medizinischer Ausrüstung und Labormaterials über den Übergang Erez nach Gaza, auf Anforderung der WHO, die für die Durchführung von hunderten von Tests zur Identifizierung und Entdeckung des Coronavirus bei Patienten gebraucht werden.
gazawia: Ihr habt kein Recht zu kontrollieren, was in den Gazastreifen rein- und aus ihm rausgeht,  ihr Besatzer -beendet eure Kolonisierung sofort!]

Einige Tage zuvor reagierte Electronic-Intifada-Redakteurin Maureen Murray ähnlich zynisch auf COGAT (hier archiviert):

[Gestern besuchten Experten des israelischen Gesundheitsministeriums im Bereich der Mediz8in, Infektionsprävention, Logistik und Bauwesens die Krankenhäuser Al-Makassed und Auguste Victoria in Jerusalem, um bei der Einrichtung zweckbestimmter Abteilungen zur Unterbringung von COVID-19-Patienten zu helfen.]

[Mareen Murphy: Ich hoffe, die Polizei stürmte während des B esuchs aus dem Gesundheitsminiterium nicht die Krankenäuser und entführte Patitenten.]

BDS will so viel wie möglich von Israels Bemühungen, von Covid betroffenen Palästinenser zu helfen, verschleiern und gleichzeitig die Pandemie als Propagandawerkzeug gegen Israel einsetzen. Wie Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs in einem kürzlich erschienenen Essay bemerkt:

Israelische Maßnahmen zum Schutz seiner arabisch-israelischen Bürger und Einwohner, wozu auch die detaillierten Anweisungen des Gesundheitsministeriums auf Arabisch zählen, hinderten die Führung von BDS Südafrika nicht daran, im Rahmen der jährlichen „Israel Apartheid Week“ die üblichen verlogenen und konspirativen Anschuldigungen gegenüber Israel vorzubringen. Am 19. März behauptete Mohammed Desai, BDS Südafrikas Gründer und Chefprediger, Israel verweigere die Herausgabe lebenswichtiger Anweisungen auf Arabisch für arabisch sprechende Bürger. Desais falsche Anschuldigung wurde jedoch an Ort und Stelle durch den anderen Gast der Fernsehdebatte, den arabischen Israeli Yoseph Haddad, als falsch entlarvt. Er bezeichnete den schockierten Desai im südafrikanischen Staatsfernsehen als „Lügner“.

Ronnie Kasrils, ein jüdischer Aktivist bei BDS Südafrika und bekennendes kommunistisches Mitglied des Afrikanischen Nationalkongresses, spann Desais Erfindung weiter. Gegenüber der südafrikanischen Tageszeitung Daily Maverick erklärte er: „Israel… gibt Corona-Anweisungen nur in hebräischer Sprache heraus und ignoriert die arabische Muttersprache der 20% Palästinenser, die im Zionistenstaat leben.“

Andererseits, sollten BDS-Anhänger je gezwungen sein, israelische Hilfe oder Rücksichtnahme auf Araber anzuerkennen, können sie argumentieren, die Hilfe sei absichtlich unzureichend oder solle die israelische Unterdrückung der Palästinenser verschleiern.

Zum Beispiel reagierte ein Israelhasser auf COGATs Bemühungen mit exakt diesem Einwand und plärrte, der israelische Transfer von Ausrüstung nach Gaza würde „niemanden täuschen“.

b. Spekulationen über israelische Pläne: Electronic Intifada und Asad Abukhalil

So haben Antizionisten die Covid-19-Pandemie dazu genutzt, eine Lose/Lose-Situation für Israel zu schaffen. Jede positive Maßnahme, die Israel ergreift, kann zum Beweis für ruchlose israelische Absichten umgebogen werden; und natürlich beschuldigt man Israel auch der Planung weiterer Ungerechtigkeiten gegenüber den Palästinensern.

In einem vor kurzem auf Arabisch veröffentlichten Tweet (hier archiviert) beklagte Professor Asad Abukhalil von der California State University: „Es ist mehr als zwei Wochen her“, seit ein israelisches Forschungszentrum seine Pläne verkündet hat, einen Covid-19-Impfstoff zu entwickeln. Aber Abukhalil ließ es dabei nicht bewenden; vielmehr schloss er (selbstverständlich ohne jeden Beweis), die augenscheinliche Verzögerung bei der Herausgabe des israelischen Impfstoffes könne an einem israelischen Plan liegen, den Arabern den Zugang zu dem Impfstoff auf unbestimmte Zeit zu verwehren: „Ein Jahr? Zwei Jahre? Drei Jahre?“

Ein ähnlich bizarres Beispiel für antizionistische Spekulationen über angebliche israelische Pläne zur Unterdrückung der Palästinenser gab es im oben erwähnten Artikel „Pandemic and Occupation“ von Electronic Intifada. Autorin Tamara Nasser quälte sich ob der Möglichkeit, Israel könne einige arabische Viertel in Ostjerusalem vom Rest der Stadt abschneiden, wofür Corona dann als Entschuldigung herhalten müsse – trotz der Tatsache, dass ihre verlinkte Quelle ausdrücklich betonte, Jerusalems Bürgermeister und die Polizei hätten keinerlei Pläne, so etwas durchzuführen. Sie schrieb:

Eine solche Maßnahme wäre ein weiterer Schritt, die seit langem bestehenden Pläne Israels, die Jerusalemer Stadtgrenzen neu zu ziehen und diese Stadtviertel formell von Jerusalem abzutrennen.

Israel würde das Coronavirus als Vorwand benutzen, um diese Stadtviertel von Jerusalem abzuschneiden, obwohl die Fallzahl in diesen Vierteln deutlich niedriger ist als im Land Israel selbst.“

Andernorts hat Asad Abukhalil, Professor an der California State, Israel angesichts der COVID-Pandemie (hier archiviert) der Planung unheimlicherer Gräueltaten beschuldigt. Elder of Ziyon dokumentierte:

Und an der California State University, die Asad Abukhalil beschäftigt (er hat einen Blog namens The Angry Arab – der wütenden Araber), beschuldigt der Professor alle Nichtjuden in Massengefängnisse stecken zu wollen.

[asad abukhalil: Israel wird – da bin ich sicher – für Juden und Nichtjuden verschiedene medizinische Verfahren  haben. Nichtjuden werden in Massengefängnisse gesteckt werden.
Israel HaYom: Israel könnte Quarantäne für alle verhängten, die aus dem Ausland zurückkommen, sagt Netanyahu unter zunehmenden Bedenken zu Coronavirus.]

c. Projektion von Pallywood-Perversionen auf Israel: die U.S. Campaign for Palestinian Rights und Scientists of the Palestinian Youth Movement

Ein offener Brief von November 2019 aus der Feder des jetzt im Ruhestand befindlichen Gelehrten Richard Landes von der Boston University bietet eine Erklärung für die zunehmend absurden antizionistischen Theorien über Israels Absichten.

Als es an der Universität zu einer Kontroverse kam, weil sie überlegte, Dr. Sarah Ihmoud einzustellen (eine antisemitische BDS-Predigerin, die sich als Akademikerin ausgibt), schrieb Professor Landes:

Dr. Ihmoud ist keine Gelehrte, sondern eine professionelle Propagandistin, deren Aufgabe (ähnlich wie bei den traditionellen Praktikern des uralten Hasses) in der Anklage Israels (d. h. souveräner Juden) besteht, das Land würde unschuldige Palästinenser auf vorsätzliche und böswillige Weise angreifen. Dies tut sie mit erfundenen Behauptungen (daher die Bedeutung ihrer unverlässlichen Referenzen), die sie dann zu einer postkolonialen theoretischen Struktur verbiegt, in welcher Israel die Verkörperung des Bösen darstellt und an einem Völkermord und am Unglück der Welt schuldig ist.

In der Tat vermute ich, dass sich bei einer sorgfältigen Untersuchung ihrer Behauptungen ergibt, dass viele ihrer Anklagen gegenüber Israel Projektionen der [Nahost-]Kultur sind, die sie nicht erwähnt; ein in antisemitischen Angriffen in Vergangenheit und Gegenwart sehr häufig anzutreffendes Muster. (Ihr Zitat von Mordechai Kedar verwechselt seine Beschreibung der palästinensischen Kultur mit einem Aufruf an Israel, sich auf solche Weise zu verhalten; und sie beschuldigt Ben-Gurion, zionistische Gebärmütter zu Waffen u machen, wobei das ein explizit palästinensisches Thema ist.) Warum fanden so viele Enthusiasten der Protokolle der Weisen von Zion (von den Nazis und Kommunisten des 20. Jahrhunderts bis zu den globalen Dschihadisten des 21.) dieses gefälschte Dokument so aufregend? Weil es ihnen erlaubte, Juden genau der kriminellen Ambitionen zu beschuldigen, die sie selbst verfolgten.

Ob BDS-Anhänger ihre Verachtung von coronainduziertem israelischem Leid rechtfertigen oder Geschichten über israelischen Hass erfinden – viele ihrer israelfeindlichen Covid-Behauptungen scheinen ebenfalls „Projektionen“ zu sein.

In einem Paradebeispiel hierfür antwortete ein israelfeindlicher Tastenheld vor kurzem auf die Corona-Todesnachricht des Holocaustüberlebenden Aryeh Even: „Bestimmt beschuldigen sie die Palästinenser.“ (hier archiviert) Dies trotz der überwältigend großen Anzahl von Fällen, wo Palästinenser und israelfeindliche Missionare aller Art das Virus auf Israel geschoben haben.

Sie werden es vermutlich den Palästinensern anhängen.

Ein weiteres Beispiel: Die israelfeindliche U.S. Campaign for Palestinian Rights (USPCR) stellte ein Online-Toolkit für „Palästinenserrechte während Covid-19“ zusammen:

Das Toolkit ist voll mit Quellen, die antizionistisches Verhalten auf Israel projizieren und Verschwörungstheorien rund um den jüdischen Staat als Tatsache darstellen. USCPR scheint sich dessen jedoch nicht bewusst zu sein und ergreift in der Einleitung zu dem Toolkit die Gelegenheit, sich und seine Verbündeten als nach „Gerechtigkeit“ Strebende zu preisen:

Als Organisatoren, die eine bessere und gerechtere Welt für alle Völker aufbauen, ist uns bewusst, dass Zeiten großer gesellschaftlicher Krisen in Augenblicke großartiger Möglichkeiten verwandelt werden müssen. Inspiriert von Generationen eisern durchhaltender Organisatoren hat der nationale Organisations- und Lobbystab der US Campaign for Palestinian Rights (USPCR) dieses Toolkit ins Leben gerufen, das für Organisierer für Palästinenserrechte gedacht ist, die vor Ort mit den Herausforderungen des gegenwärtigen Augenblicks kämpfen.

Einer der im Toolkit zur Verfügung gestellten Links ist ein offener Brief einer Gruppe namens „Scientists of the Palestinian Youth Movement“. In einer besonders bizarren Wirklichkeitsverdrehung ignorieren sie die unzähligen Behauptungen, Israel benutze das Virus als Waffe, und bestehen statt dessen darauf, dass „zionistische Medien“ die Palästinenser für die Verbreitung von Covid-19 verantwortlich machen werden:

Scientists of the Palestinian Youth Movement (SPYM) bringt unsere Analyse und unsere Befürchtungen über die Eskalation der Reaktionen auf Covid-19 zum Ausdruck, ausgelöst durch SARS-CoV-2, früher als 2019-nCoV bekannt. Wir glauben, dass Wissenschaft nicht in einem Vakuum existiert, und wissenschaftliche Exaktheit muss ein Verständnis der systemischen Kräfte von Unterdrückung und Enteignung umfassen. Wir müssen all den Einzelpersonen und Bevölkerungsgruppen Aufmerksamkeit schenken, die strukturell nicht über die notwendigen Mittel verfügen, um ihr Ausgesetztsein dem Virus gegenüber zu verringern und denen eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung vorenthalten wird.

Palästinenser, die weiterhin gegen die zionistische Kolonisierung und ethnische Säuberung kämpfen, haben aufgrund der brutalen Besatzungsmaschinerie, Belagerung und Apartheid nur beschränkten Zugang zu Krankenhäusern und erhalten nicht die notwendige Behandlung. Gesundheitliche Entbehrungen sind keine zufällige Folge eines kolonialen Siedlerprojekts, sondern wohnt einem kolonialen System inne, das darauf ausgerichtet ist, Land und Gesellschaft für die einheimische Bevölkerung unbewohnbar zu machen. Der zionistische Staat, auf der Enteignung und dem Exil der Palästinenser errichtet, hat die Palästinenser stets als eine äußere Bedrohung des Staates betrachtet und sie oft mit Ansteckung und Ungeziefer gleichgesetzt. Angesichts dessen haben wir allen Grund zu der Annahme, dass die zionistischen Medien die Palästinenser und ihr unterversorgtes Gesundheitssystem als Hauptverantwortliche für Covid-19 bezeichnen werden.

Neben der Beschränkung des palästinensischen Zugangs zu Gesundheitsversorgung ist der zionistische Staat der Hauptakteur bei der Eindämmung palästinensischer Nothilfen in Massen-Notsituationen, die der Staat dem palästinensischen Volk auferlegt hat, worunter auch die Völkermordkampagnen in Gaza zählen.

D. Schluss

BDS-Tatsachenverdrehern ist nichts heilig… von der Vortäuschung von Verletzungen bis hin zum Einsatz von Kindern als Requisiten, vom Jubilieren über jüdisches Leid bis hin zur Anklage des jüdischen Staates wegen exakt denselben Dingen, die ihm angetan werden. Jahrzehntelang haben israelfeindliche Hetzer ausgeklügelte schreckliche Szenen israelischer „Brutalität“ und palästinensischer „Opferrolleinszeniert, wobei sie sich völlig im Recht sahen, solches zu tun.

Auch die Covid-19-Krise war hier keine Ausnahme. Indem die jüdische nationale Freiheitsbewegung und die einzige jüdische Staat der Welt mit der Verwüstung durch das Coronavirus in Verbindung gebracht werden, können Israelhasser unseren Staat leichter so darstellen, wie Antisemiten über viele Generationen hinweg Juden dargestellt haben: als mutwillig zerstörerische Schattenmacht, fast unkontrollierbar und auf unerklärliche Weise mächtig, genau wie das Virus selbst.

Professor Landes stellte fest, dass BDS-Enthusiasten und Pallywood-Produzenten hauptsächlich deswegen so erfolgreich mit ihren Propagandabemühungen sind, weil viele im Westen diese Bilder leichtgläubig weiterverbreiten. Es ist das Bild des palästinensischen David, der tapfer gegen den übermächtigen israelischen Goliath kämpft. Im Zeitalter des neuen Coronavirus haben Islamisten und ihre linken intersektionellen Befähiger weitere Elemente zu diesem Mythos beigetragen: Goliath nutzt biologische Kriegsführung und David hat noch nicht mal eine Maske.

Israel leidet weiter unter dem Hass-Virus, obwohl es arabische Leben rettet

Melanie Phillips, 8. Mai 2020

Während Länder rund um die Welt damit kämpfen die Covid-19-Krise in den Griff zu bekommen, sind Israels Leistungen bislang bemerkenswert gewesen.

Die Sterblichkeitsrate durch den Virus ist im Verhältnis zu seiner Bevölkerung erheblich niedriger als die in anderen Ländern wie Großbritannien, Schweden oder den Vereinigten Staaten. Der wichtigste Grund dafür besteht darin, dass der Virus mit der Art von mutigem, strategischem Herangehen angegangen wird, mit dem das Land sich gegen seine physischen Feinde wehrt.

Diese Woche begann Israel, weil die Fälle der Neuinfektion auf ein paar Dutzend sanken, eine ganze Reihe von Einschränkungen der öffentlichen Aktivitäten aufzuheben. Viele haben jedoch Angst, dass der Ausstieg des Landes aus dem Lockdown zu schnell und zusammenhanglos erfolgt und vielleicht die Infektionsrate wieder außer Kontrolle geraten lässt.

Abgesehen davon hat Israels Verteidigung gegen diesen unsichtbaren Feind auch etwas Positives hervorgehoben, das vorher nicht voll gewürdigt wurde.

Tausende israelisch-arabischer Gesundheits-Mitarbeiter haben ihr eigenes Leben riskiert, indem sie an der Seite ihrer jüdischen Kollegen Virus-Patienten behandelten.

Es hätte kaum eine anschaulichere Demonstration der Gleichheit und Unverzichtbarkeit geben können und das wird von Israels Juden wie Arabern registriert worden sein. Es hat die Bedeutung der israelischen Araber im Gesundheitssystem des Landes plastisch verdeutlicht, die darin 17 Prozent der Ärzte, 24 Prozent der Pflegekräfte und 48 Prozent der Pharmazeuten stellen.

Das könnte tiefgreifende politische Folgen in einer Gesellschaft haben, in der der Status der israelischen Araber, die 20 Prozent der Bevölkerung stellen, eine empfindliche Quelle gegenseitigen Misstrauens, Übertreibung und Ablehnung ist.

Israels herausragende bisherige Erfahrung mit dem Coronavirus könnte auch globale Auswirkungen haben. Anfang dieser Woche versprach Premierminister Benjamin Netanyahu auf einer internationalen Konferenz für Gelder zur weltweiten Bekämpfung des Virus eine Spende von $60 Millionen.

Er erklärte, wobei er mit Israels Fachwissen in Wissenschaft, Forschung und Innovation prahlte: „Wir hoffen mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um unsere einzigartigen Fähigkeiten zu nutzen und Lösungen zu finden, die allen nützen.“

Mit diesem Angebot versuchte Netanyahu auch Israels Bilanz bei der Bekämpfung des Virus wirksam einzusetzen, um die weltweite Feindseligkeit gegenüber seinem Land zu reduzieren.

Es kann wenig Zweifel geben, dass selbst relativ unfreundliche Länder begierig auf Israels Erfolge schielen. Diese Woche kündigte das Verteidigungsministerium an, dass das Israel Institute for Biological Research eine bahnbrechende wissenschaftliche Entwicklung bei der Identifizierung eines Abwehrstoffes gemacht hat, der den Covid-19 neutralisiert.

Ob sich das als globaler Lebensretter erweisen wird oder nicht: Es kann wenig Zweifel geben, dass Israel in der wissenschaftlichen Anstrengungen zur Entwicklung eines Impfstoffes, von Gegenmitteln und Tests zur Bekämpfung des Virus mit an der Spitze steht.

Die Hoffnung, dass solche Leistungen die antiisraelische Feindseligkeit in Freundschaft verwandeln wird, dürfte allerdings etwas zu optimistisch sein. Und ja, es gab einen „fliegendes Schwein“-Moment, als die Vereinten Nationen Israel tatsächlich, zusammen mit den palästinensischen Arabern, wegen der „nie da gewesenen Kooperation zu Anstrengungen zur Eindämmung der Epidemie“ lobten.

Israels Bemühungen dazu sind in der Tat unermüdlich gewesen.

Geschätzte 40.000 Arbeiter aus den umstrittenen Gebieten sind Genehmigungen gewährt worden bis zum Ende des Ramadan in Israel zu bleiben. Der Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) hat ihnen sicheren Transit von ihren Wohnorten zu ihren Arbeitsplätzen über die Grüne Linie zugesagt. Israelische Arbeitgeber sind dafür verantwortlich diesen Arbeiter Unterkunft zu geben sowie sie mit Schutzmasken und Handschuhen auszurüsten. Die israelischen Behörden stellen ihnen sogar die Krankenversicherung.

Solche Kooperation findet sogar im von der Hamas geführten Gazastreifen statt – der Quelle nicht endender mörderscher Angriffe auf Israel. COGAT ermöglicht dort nicht nur die Lieferung internationaler Hilfen wie Testausrüstung, Schutzkleidung, Desinfektionsmitteln, medizinischer Bestände und anderer humanitärer Versorgungsgüter. Zusätzlich sind dutzende Ärzte, Pfleger und anderes medizinisches Personal von israelischen Teams darin ausgebildet worden mit Covid-19 infizierte Patienten zu behandeln.

Eine Trainingseinheit für rund 20 medizinische Mitarbeiter aus dem Gazastreifen wurde von einem Team des medizinischen Zentrums Scheba in Ramat Gan über mehrere Stunden am Übergang Erez durchgeführt. Zusätzlich wurde einer Gruppe erlaubt den Gazastreifen zur Ausbildung am medizinischen Zentrum Barzilai in Aschkelon zu verlassen und medizinisches Personal beider Seiten haben Konferenz gemeinsame Telefonkonferenzen abgehalten.

Richard Kemp, Großbritanniens ehemaliger Oberkommandierender in Afghanistan und heute unermüdlicher Fürsprecher Israels, hat ebenfalls das nie da gewesene Ausmaß einer solchen Kooperation mit israelischen Arabern festgestellt.

In ihren Dörfern, schreibt er, werden bei jungen Einheimischen Uniformen der israelischen Verteidigungskräfte oft als provokativ betrachtet. An solchen Orten, soweit sie von Israels Gesundheitsministerium als Virus-Brutstätten identifiziert werden, haben jedoch der Einsatz muslimischer IDF-Soldaten und sorgfältige Kommunikation mit Dorfführern bisher geholfen unerwünschte Vorfälle zu verhindern.

In einigen Fällen haben muslimische Zivilisten, die offizielle Rollen ausfüllen, sogar fluoreszierende Westen mit Markierungen des IDF Heimatfront-Kommandos getragen, was nach Kemps Beobachtung „etwas ist, das man normalerweise nicht hört und auf das Verständnis der Notwendigkeit des Zusammenrückens hinweist“.

Die IDF hat zudem mehr als 100.000 Lebensmittelpakete an israelische Araber in Orten verteilt, in denen es beträchtliche Virus-Ausbrüche gegeben hat. Und in ganz Israel sind aus Hotels Isolierstationen gemacht worden, die auf für sich allein stehende Gemeinschaften wie Muslime oder orthodoxe Juden zugeschnitten sind. In Jerusalem wurde zum Beispiel ein Hotel in ein Halal-Quarantänezentrum für muslimische Einwohner verwandelt, die aus dem Ausland zurückkommen.

Trotz all dem gibt es kaum Zeichen einer Aufweichung bei denen, die üblicherweise auf Israel eintreten. Elf europäische Botschafter in Israel, einschließlich derer des Vereinten Königsreichs, Deutschlands, Frankreichs und der Europäischen Union, haben Israel mit ernsten Konsequenzen gedroht, wenn es mit der Annexion von Teilen der Westbank weiter macht.

Einmal mehr haben sie die tendenziöse Behauptung nachgeplappert, ein solcher Zug stelle eine Verletzung des Völkerrechts dar. In Großbritannien haben fast 130 Parlamentarier an Premierminister Boris Johnson geschrieben und ihn gedrängt Wirtschaftssanktionen zu verhängen, wenn Israel diese Gebiete annektiert. Es hat sich da also nichts geändert.

Israel hat zudem die Europäische Union wutentbrannt gerügt, weil sie den Palästinensern sagte, Verbindungen zu Terrororganisationen würden nicht automatisch die Teilnahme an einem von der EU finanzierten Programm ausschließen.

Und natürlich wird weiter von den üblichen Verdächtigen der antiisraelischen Medien geschossen. Die Washington Post forderte vor kurzem, dass Israel „die Belagerung des Gazastreifens aufhebt“, um sicherzustellen, dass „palästinensische Ärzte und Krankenpfleger die Ressourcen haben, die sie brauchen, um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Patienten sicherstellen zu können“.

Wie üblich plappert sie gedankenlos die Propaganda nach, ohne sich darum zu kümmern einen Blick auf die Fakten zu werfen. Es hat sich also hier nichts geändert.

Was die palästinensischen Araber selbst angeht, so diffamieren ihre Führer Israel weiterhin mit Bosheit und Ritualmordlügen, obwohl es ihnen hilft das Leben von Palästinensern zu retten.

Mohammed Schtayyeh, Premierminister der palästinensischen Autonomiebehörde, hat behauptet, dass einige israelische Soldaten „versuchen den Virus über die Türgriffe von Autos zu verbreiten“, während offizielle PA-Publikationen behaupten Israel versuche palästinensische Häftlinge zu kontaminieren.

Derweil verhafteten Hamas-Sicherheitskräfte letzten Monat mehrere Friedensaktivisten wegen Hochverrats, nachdem sie an einem zweistündigen Zoom-Onlinetreffen mit israelischen Aktivisten teilnahmen, um Themen von gemeinsamem Interesse zu diskutieren, darunter den Virus. Das Hamas-Innenministerium beschuldigte sie „einen Normalisierungsaktivität mit der israelischen Besetzung veranstaltet“ zu haben.

Als Zeichen, dass aus etwas Schlechtem etwas Gutes entstehen kann, schein es so, als verursache diese Pandemie Schritte gewöhnlicher Israelis und palästinensischer Araber hin zu Koexistenz mit israelischen Juden.

Wie auch immer, angesichts der tiefen Irrationalität des Israelhasses sowohl im Westen als auch in der arabischen und muslimischen Welt wird es mehr brauchen als unzählige von Israel vor dieser Seuche gerettete Araber und andere, damit sich die Haltung ändert.

Das Gaza, das uns nicht gezeigt wird: Klamottenkauf für Ramadan

Imshin, twitter, 10. Mai 2020

Yara zog los um ein festliches Outfit für den Ramadan zu kaufen. Ich zählte 5 Kinder-Bekleidungsläden, in die sie ging, ohne die Geschäfte für Accessoires und Schuhe, aber keine Sorge, sie wusste genau, was sie haben wollte. (Am 9. Mai auf YouTube hochgeladen.)