The War of a Million Cuts – Kapitel 4: Kategorien der Dämonisierung

Ein besseres Verständnis des Dämonisierungsprozesses erfordert die Klassifizierung der wichtigen Formen der Förderung von Hass. Verbale Dämonisierung besteht aus zwei weiten Kategorien: falschen Angaben und verzerrten Argumenten. Dämonisierung durch bildliche Darstellung, von denen Karikaturen nur ein einzelner Aspekt sind, ist eine weitere Komponente des breiten Aufgebots an Schüren von Hass. Eine weitere Komponente sind Aufrufe zum Handeln, deren extreme Fälle Aufrufe zu völkermörderischer Gewalt sind. Noch eine Komponente der Dämonisierung besteht aus Handlungen gegen Israel und die Juden.

Lügen sind eine konzeptionell einfache Form falscher Äußerungen. In christlich-religiösem Antisemitismus bestand die faktische Hauptlüge darin, dass „die Juden den Sohn Gottes töteten“. Van der Horst betont, dass die Beschuldigung, die Juden seien verantwortlich für die Ermordung Jesu, nicht wahr sein kann, da die Juden in römischer Zeit keine Macht hatten jemanden zu töten. Alles, was wir aus anderen Quellen wissen, sagt uns, dass Pilatus durch und durch skrupellos und gnadenlos war. Die Vorstellung, dass er einen Menschen vor der Todesstrafe retten würde, weil er ihn für unschuldig hielt, ist nicht historisch und fast lächerlich.“[1]

Wie so viele Lügen entwickelt sich auch diese weiter. Sie brachte die Behauptung mit sich, dass alle Juden die Generationen hindurch für eine Tat verantwortlich waren, die ihre Vorväter nicht begangen hatten. Das Neue Testament macht jedoch geltend, dass Christen „die andere Wange hinhalten“ sollen, wenn sie angegriffen werden.[2]

Während des Zweiten Vatikanischen Konzils 1965 verwarf die katholische Kirche die Behauptung alle Juden seien für Gottesmord verantwortlich. Manche Christen halten diese Lüge trotzdem am Leben. Die lange Geschichte des Gottesmord-Vorwurfs und seiner mörderischen Folgen illustriert, wie antisemitische Lügen erzeugt werden und wie gefährlich sie für Juden sein können.

Man sollte hier hinzufügen, dass das Konzept, Einzelpersonen könnte für das verantwortlich gemacht werden, was ihre Vorfahren taten viele Generationen zuvor taten – und in diesem konkreten Fall nicht taten – untergräbt das juristische und moralische Funktionieren einer jeden Gesellschaft. Es ist ein unmoralisches Konzept. In einer Demokratie können Menschen nur für ihr eigenes Tun verantwortlich gemacht werden, nicht für die ihrer Vorfahren.

Was das Konzept bedeuten könnte, Menschen für die Verbrechen ihrer Vorfahren haftbar zu machen, kann mit aktuellen Beispielen illustriert werden. Der deutsche Antisemitismus verschwand nicht mit der Kapitulation des Landes im Mai 1945. Sigmar Gabriel, derzeit Parteichef der deutschen Sozialdemokraten und Vizekanzler, ist in Sachen seines Vaters an die Öffentlichkeit gegangen. Er sagte, diese sei ein extremer Nazi gewesen, was weiter ging, als der Krieg endete; er versuchte seinen Sohn in dieser Richtung großzuziehen.[3] Obwohl Gabriel sich gegen seinen Vater wehrte, fragt man sich, ob etwas von diesem Teil seiner Jugend zurückgeblieben ist. Als er Hebron besuchte, schrieb er auf seiner Facebook-Seite, dass dort israelische Apartheid zu erleben sei.[4] Nach diesem Besuch schwieg er jedoch zu Ähnlichkeiten zwischen der Förderung von Völkermord an den Juden durch die Nazipartei und der des Islamonazis von der Hamas.

Der ehemalige deutsche Präsident Richard von Weizsäcker stachelt heute gegen Israel auf. Man kann nicht getrennt von der Haltung seines Vaters Ernst von Weizsäcker betrachten, der als Nazikriegsverbrecher verurteilt worden war.[5] Genauso wenig kann man die Tatsache, dass 51 Prozent der Deutschen glauben, Israel verhalte sich wie ein Nazistaat, losgelöst von den Verbrechen ihrer Vorfahren betrachten.[6] Israel zu kriminalisieren hilft die Schuld der Generation ihrer Vorfahren zu bagatellisieren.

Holocaust-Leugnung

Eine extreme antisemitische Lüge von heute ist die Holocaust-Leugnung. Das zugrundeliegende ziel dieser Lüge ist die Juden als extreme Verbreche darzustellen. Hier behaupten Antisemiten, dass Juden einen gewaltigen Massenmord an ihrem eigenen Volk durch Dritte – die Nazis und ihre Verbündeten – erfanden, der nie stattfand. Auf diese Weise dauert die Lüge an, die Juden würden sich als großes Opfer positionieren, um Mitgefühl zu gewinnen. Das ist eines der neueren Motive des Antisemitismus. Es entwickelte sich fast unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, hauptsächlich, aber nicht ausschließlich in Frankreich. Zu seinen frühen Verfechtern gehörte der Faschist Maurice Bardèche sowie Paul Rassinier, der vor dem Krieg Kommunist gewesen war, später Sozialist und Mitglied des französischen Widerstands wurde. In den folgenden Jahren konzentrierten sich oft auf Robert Faurisson, einen ehemaligen Literaturprofessor an der Universität von Lyon.[7]

Holocaust-Leugnung ist eine Facette des zeitgenössischen Antisemitismus, dessen Methodologie, einschließlich der von den Tätern verwandten Motive, ihrer Motivation und ihrer Verbreitungsmethoden detailliert analysiert worden ist. Das wurde zum Beispiel durch die amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt in ihrem Buch Denying the Holocaust: The Growing Assault on Truth and Memory[8] aus dem Jahr 1993 gemacht.

In ihrer Analyse Faurissons schrie Lipstadt, er

Erstellt regelmäßig Fakten, wo es keine gab und jegliche Information als falsch abqualifiziert, die mit seinen vorgefassten Schlüssen nicht konform geht. Er behauptet zum Beispiel, dass der deutschen Armee „drakonische“ Befehle gegeben worden seien bei an „Exzessen“ gegen Zivilisten, einschließlich der Juden, mitzumachen; folglich konnte der Massenmord an den Juden nicht stattgefunden haben. Mit dieser Argumentation ignoriert Faurisson schlicht die Aktivitäten der Einsatzgruppen, der für die Ermordung riesiger Zahlen von Juden verantwortlich waren.[9]

Als Nazis in der Nachkriegsgesellschaft zum Symbol für alles Übel wurden, mussten ihre Sympathisanten die Geschichte fälschen und behaupten, die Nazis seien nicht so arglistig. In seiner extremsten Version wurde das zum Vorläufer der Holocaust-Leugnung.

Heutzutage ist Holocaust-Leugnung in der muslimischen Welt weit verbreitet, tritt aber auch sonst in der Mainstream-Gesellschaft auf. 2009 strahlte der große norwegische Fernsehsender TF2 ein Interview von mehr als einer Viertelstunde mit dem verurteilten britischen Holocaust-Leugner David Irving aus.[10] Der ihn interviewende Journalist zeigte wenig Wissen zu den diskutierten Themen.

Weitere Lügen

Viele der antisemitischen Motive in den bisherigen Kapiteln gründen auf sachlichen Lügen. Juden nutzten kein christliches Blut für ihre Matzen oder andere Rituale. Im Gegenteil. Das Judentum verbietet den Verzehr von Blut strikt, selbst das von Tieren. Israelis töten keine Palästinenser, um ihre Organe wiederzuverwenden. Israel drang bei der Operation Gegossenes Blei nicht in den Gazastreifen ein, um Frauen und Kinder zu töten, wie es die die Hamas unterstützenden norwegischen Ärzte Gilbert und Fosse behaupteten. Nach Aussage meiner Recherchen tötete ncht israelische Soldaten das Palästinenserkind Mohammed al-Dura. Juden streben nicht danach die Welt zu beherrschen. Anders als Christentum und Islam will das Judentum keine Nichtgläubigen bekehren, was eine Voraussetzung dafür ist, dass eine Religion oder Ideologie die Weltherrschaft erreichen will. Fakt ist, dass es eher schwierig ist Jude zu werden, da die Anforderungen für einen Übertritt sehr streng sind. Juden vergifteten in Europa während des Mittelalters keine Brunnen. Juden sind keine Schweine und Affen oder andere Tiere. Die Lügen über Juden sind mannigfaltig.

Lügen als Propagandainstrument in der arabischen Welt

Lügen in der muslimischen Welt bilden eine Kategorie für sich. Der israelische Politikwissenschaftler Michael Widlanski erklärt:

Palästinenserführer haben unklare Botschaften als strategische Waffen entwickelt, um Gegner zu entwaffnen, zu demoralisieren und zu täuschen, während sie gleichzeitig die Unterstützung Dritter gewinnen. In der Tradition der Taqiyya – die Kunst der Verstellung – nutzen Sie doppelzüngige Erklärungen für unterschiedliches Publikum. Das ist einen vom Islam zugelassene Anwendung des Lügens, um Feinde zu besiegen. Unterhalten sie sich auf Englisch, scheinen sie friedliebend zu klingen. Doch gleichzeitig senden sie den Arabern auf Arabisch kriegerische Botschafen.

Diese Methode der zerstörerischen Mehrdeutigkeit wurde bereits von Haddsch Amin al-Husseini, dem Großmufti von Jerusalem in der Vorkriegszeit, praktiziert.  Er war in den frühen 1920-er Jahren und später in Propagandasendungen für die Nazis stark an der Verbreitung falscher Meldungen darüber beteiligt, Juden würden „versuchen den Tempelberg zu erobern“. Fatah-Führer, insbesondere Yassir Arafat und Mahmud Abbas, folge in der Verwendung von Vieldeutigkeit in Husseinis Fußstapfen.[11]

Nadav Shragai, ein auf die Geschichte des palästinensisch-israelischen Konflikts bezüglich Jerusalem spezialisierter israelscher Journalist, sagt: „Zu Beginn dieses Jahrhunderts behauptete Yassir Arafat öffentlich, es habe nie einen jüdischen Tempel auf dem Tempelberg gegeben. Aber vor 1967 bestätigten muslimische Quellen, die auch Jahrhunderte zurückgehen, die Existenz des jüdischen Tempels auf dem Tempelberg.“[12]

Diese Lüge ist Teil einer viel breiteren Gefüges an Lügen, die behaupten, das jüdische Volk habe keine Verbindung zum Land Israel. Die Bemühungen der Arabischen Liga die für Januar 2014 geplante UNESCO-Ausstellung „Juden und das heilige Land“ zu verhindern, kann als Teil dieser Vorgehensweise betrachtet werden. Nach verschiedenen Protesten gegen die Absage wurde die Ausstellung für Juni 2014 neu geplant.[13]

Beschuldigungen

Eine zweite Kategorie falscher Äußerungen sind unbegründete Beschuldigungen. Die Linie zwischen Lügen und erfundenen Beschuldigungen ist oft sehr schmal.

In seiner Pressekonferenz vom 27. November 1967 machte der damalige französische Präsident Charles de Gaulle eine oft publizierte Bemerkung, in der er die Juden „ein elitäres und herrschsüchtiges Volk“ nannte. Das wird oft als die Wiedereinführung des Antisemitismus auf den höchsten Ebenen der europäischen demokratischen Mainstream-Gesellschaften nach dem Holocaust betrachtet. Mit dem Bruch des Nachkriegstabus ebnete de Gaulle den Weg für andere europäische Politiker, die in späteren Jahren viel weiter gehen sollten.[14]

2003 behauptete der damalige Labour-Unterhausabgeordnete Tam Dalyell, dass eine jüdische Intrige in den Vereinigten Staaten und Großbritannien deren Regierungen in einen Krieg gegen Syrien treibe.[15]

Eine in Europa besonders weit verbreitete, extrem falsche Beschuldigung ist bereits erwähnt worden: „Israel verhält sich den Palästinensern gegenüber wie die Nazis gegenüber den Juden.“ Dasselbe gilt für die damit in Zusammenhang stehende Beschuldigung: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“

Eine Art der Beschuldigung besteht darin eine Person negativ zu etikettieren. Während der Operation Fels in der Brandung sagte Erdoğan zum Beispiel, die israelische Politikerin Ayelet Shaked habe dieselbe Mentalität wie Hitler, weil sie behauptete die Palästinenser seien Israels Feind.[16] Weniger als eine Woche später beschuldigte er Israel, es habe „Israel in der Barbarei übertroffen“.[17]

Ein Beispiel aus Südafrika zeigt eine Kombination aus Beschuldigung und Etikettierung. Der Afrikanische Nationalkongress in Südafrika verglich Israel in einer vom stellvertretenden Generalsekretär der Partei, Jessie Duarte, geschriebenen Erklärung ebenfalls mit den Nazis; er behauptete: „Der Staat Israel hat die besetzten Gebiete Palästinas in ein permanentes Todeslager verwandelt.“[18]

Auch Venezuela hat Israel während Fels in der Brandung mit den Nazis verglichen. Präsident Nicolas Maduro behauptete, dass Israel „eine höhere Phase seiner Politik des Völkermords und der Auslöschung mit der Bodeninvasion palästinensischen Territoriums initiierte und unschuldige Männer, Frauen, Mädchen und Jungen tötete.“[19]

Israel als Apartheidstaat

Nach der UNO-Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban 2001 wurde die Lüge „Israel ist ein Apartheidstaat“ populär gemacht. Der israelische Experte für Internationales Recht Robbie Sabel merkt an, dass unter weißer Herrschaft in Südafrika „die schwarze Bevölkerung ausgegrenzt, und diskriminiert wurde und kein Stimmrecht bei Parlamentswahlen hatte. Sie konnte auch nicht Teil de Regierung werden.“

Das steht im Gegensatz zu Israels Wirklichkeit:

Israel ist eine ethnisch gemischte sowie vielfarbige Gesellschaft. Es hat freie Wahlen mit allgemeinem Wahlrecht. Seine Justiz ist unabhängig und genießt hohes internationales Ansehen. Juden bilden 80% der Bevölkerung. Araber, überwiegend Muslime, aber auch Drusen und Christen, sind die größte Minderheit. Wie alle anderen Minderheiten sind sie aktiv am politischen Prozess beteiligt. Aufstachelung zu Rassismus ist in Israel ein Verbrechen.

Sabel fügt hinzu:

Seit Israel 1948 unabhängig wurde, hat es immer arabische Parlamentarier gegeben. Es hat arabischen Kabinettsmitglieder und stellvertretende Knessetpräsidenten gegeben. Es gibt arabischer Richter an allerlei Gerichten, einschließlich des Obersten Gerichtshofs. Es gibt viele arabische Ärzte in Krankenhäusern, ebenso Abteilungsleiter. Es gibt arabische Professoren an Universitäten. An allen israelischen Universitäten studieren viele arabische Studenten. Das Außenministerium hat arabische Botschafter und weitere Diplomaten. Es gibt Araber unter ranghohen Armee- und Polizeioffizieren und so weiter. Diese Realität unterscheidet sich radikal von der des weißen südafrikanischen Apartheidregimes von 1948 bis 1994.[20]

Benjamin Pogrunds Buch Drawing Fire hat den Untertitel „Investigating the Accusations of Apartheid in Israel“ [Untersuchung der Apartheid-Beschuldigungen in Israel].  Der Autor, ein Journalist mit linken Einstellungen, ist Israel gegenüber kritisch und widmet dem Islamo-Nazi-Völkermordcharakter der größten Palästinenserpartei Hamas geringfügige Aufmerksamkeit. Trotzdem sagte er in einer persönlichen Anmerkung in dem Buch:

Ich wurde wegen Magenkrebs in einem der führenden Krankenhäuser Israels behandelt, dem Hadassah auf dem Skopusberg in Jerusalem. Der Chirurg (es handelte sich um den leitenden Chirurgen) war Jude, der Anästhesist war Araber. Die Ärzte und Schwestern, die sich um mich kümmerten, waren Juden und Araber. Während viereinhalb Wochen als Patient sah ich, wie arabische und jüdische Patienten dieselbe hingebungsvolle Pflege erhielten. Etwa ein Jahr später ging der Chefchirurg in Rente; er wurde von einem Arzt ersetzt, der Araber ist. Seitdem bin ich in Kliniken und Notaufnahmen gewesen. Alles ist für jeden dasselbe. Israel ist wie Apartheid-Südafrika? Lächerlich.[21]

Es gibt jedoch ein westliches Land, in dem es offenbar Apartheid gibt. Nach den Morden vom Januar 2015 sagte der französische Premierminister Manuel Valls, dass es in Teilen Frankreichs „territoriale, soziale und ethnische Apartheid“ gibt.[22]

Beschuldigungen zur Zukunft

Ein extrem schwierig zu bekämpfendes Mittel der verbalen Dämonisierung ist das der Beschuldigungen über zukünftiges Handeln, für das es keine Anzeichen gibt. Diese sind zum Beispiel weit schwieriger anzufechten als Lügen.

Ein Beispiel für eine solche Beschuldigung zur Zukunft lautet, dass Israel vorhat die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg zu zerstören.[23] Shragai sagt, diese Ente wird von führenden palästinensischen, arabischen und muslimischen Gruppen und Einzelpersonen verbreitet. „Haddsch Amin al-Husseini, vor dem Krieg Großmufti von Jerusalem, war der erste, der in den 1920-er Jahren diese Verleumdung propagierte. Es war Teil der gewaltigen antisemitischen Aktivitäten seines Verbündeten Hitler.“

Shragai fügt hinzu: „Die ‚Al-Aqsa ist in Gefahr‘-Lüge ist seit 1967 massiv aufgebläht worden. Sie wird von offiziellen iranischen Quellen propagiert – Al-Qaide, Hamas, Hisbollah, usw. Ikrama Sabri, der von der PA ernannte ehemalige Mufti von Jerusalem, ist ein weiterer führender Verbreiter des Al-Aqsa-Verleumdung.“[24]

Eine weitere Beschuldigung zu zukünftigen Handlungen, die von Israel unternommen werden, wurde vom deutschen Literatur-Nobelpreisträger Günther Grass erhoben. Er behauptete in einem Hass-Gedicht – ohne jegliche Beweise vorzulegen – dass Israel es darauf anlegt mit Atombomben Völkermord am iranischen Volk zu begehen. Diese Gedicht wurde von großen europäischen Zeitungen veröffentlicht, darunter die Süddeutsche Zeitung,[25] die italienische La Repubblica,[26] der britische Guardian,[27], die spanische El País,[28] die dänische Politiken[29] und die norwegische Aftenposten.[30] Solch umfangreiche Veröffentlichung ist für ein Gedicht so ungewöhnlich, dass sie nur mit den antiisraelischen Einstellungen der Redakteure der Zeitungen erklärt werden kann.[31]

Eine weitere unbegründete Beschuldigung zur Zukunft wurde vom ehemaligen französischen rechten Premierminister François Fillon erhoben. 2014 behauptete er, dass Israel eine Bedrohung für den Weltfrieden sei. Er formulierte seine Fälschung damit, dass Israel eine solche Bedrohung darstellt, weil es nicht half einen Palästinenserstaat zu gründen.[32]

Übertreibungen

Ein Untermotiv falscher Äußerungen sind Übertreibungen. Ein wichtiger Fall betraf die Behauptungen von Palästinensern und anderer Propagandisten zur Zahl der palästinensischen Opfer als Ergebnis der Militäroperationen Israels im Flüchtlingslager von Jenin 2002. Diese Intervention folgte dem Selbstmordbombenanschlag eines als Frau verkleideten Hamas-Terroristen im Park Hotel in Netanyah am Vorabend des Pessah. Dreißig Menschen wurden getötet und 140 verletzt.[33]

Während der folgenden Kämpfe im Flüchtlingslager Jenin wurden etwa 55 Palästinenser – hauptsächlich bewaffnete Kämpfer – sowie 23 israelische Soldaten getötet. Doch mehrere Palästinenserführer, einschließlich des Sprechers Saeb Eekat, sagten der Presse, die Zahl der getöteten Palästinenser sei zehn- oder mehrfach so hoch wie die tatsächliche Zahl. Erekat behauptete zudem, dass das Lager komplett zerstört worden sei; später konnte man sehen, dass die Kämpfe nur einen kleinen Teil des Gebiets betroffen hatten.[34]

2014 produzierte eine neue Variante desselben Motivs. Er behauptete, in den Kämpfen zwischen Israel und der Hamas seien nur vier Prozent der getöteten Palästinenser Militante gewesen.[35] Das Meir Amit Intelligence and Terrorist Informatin Center untersuchte die Liste der palästinensischen Namen und kam zu dem Schluss, dass 52 Prozent der Getöteten Militante waren.[36]

Gefälschte (verlogene) Argumente

Der Einsatz von Lügen, falschen Beschuldigungen und Übertreibungen als Dämonisierungsmittel ist leicht zu verstehen. Eine weitere Art der Hasspropaganda, die Verwendung gefälschter Argumente, ist weit undurchsichtiger. Diese Täuschungen gründen auf deformierter Argumentation, bei der die vorgelegten Argumente die aus ihnen gezogenen Schlüsse nicht unterstützen.

Die drei Hauptkategorien der Täuschungen sind emotional, ethisch und logisch. Diese Gruppen wiederum haben verschiedene Unterkategorien.

Eine Kategorie emotionaler Täuschungen ist die der Nachahmungseffekte. Das bedeutet, dass Menschen mit der Person übereinstimmen, die einer Äußerung zustimmen, weil alle anderen das angeblich tun. Geschehen kann das aufgrund von Einschüchterung. Angst, dem Wunsch zu einer Gruppe dazu zu gehören oder aus Opportunismus. Ein Beispiel für Letzteres tritt ein, wenn die prominentesten Forscher einer akademischen Fakultät antiisraelisch sind. Jüngere Forscher könnten überlegen, dass sie keine Aufstiegsmöglichkeiten haben, wenn sie keine ähnlichen Ansichten hegen. Sie könnten sich dann selbst überzeugen, dass dies ihre wahren Gefühle sind.

Den Mitläufer-Opportunismus zu beweisen ist schwierig. Man vermutet, dass verschiedene Politiker antiisraelische Positionen einnehmen, weil sie sich nach ihrer nationalen Karriere nach Posten bei den Vereinten Nationen umsehen. Eine weitere Variante ist die, dass Politiker antiisraelische Haltungen einnehmen, um sich in ihre Parteilinie einzufügen.

Abschreckungstaktiken sind ein weiteres Beispiel für emotionale Täuschungen. Es wird ein Versuch unternommen Menschen Angst zu machen, indem man ihnen mit Folgen für ihr Handeln oder Nichtstun droht, die nicht stimmen, weit von dem entfernt sind, was tatsächlich geschah oder alles andere als so harmlos sind, wie sie es angeblich sein sollen. Während der erneuerten isralisch-palästinensischen Friedensverhandlungen von 2013 warnte US-Außenminister John Kerry Israel, es könne eine dritte Intifada ausbrechen, wenn den Palästinensern gegenüber nicht weitere Zugeständnisse gemacht würden. Der israelische Verteidigungsminister Mosche Ya’alon reagierte mit der Aussage, Israel würde „die Dinge weise führen, ohne sich um Drohungen zu sogen oder ob es eine dritte Intifada gibt oder nicht.“[37]

Gefühlsbetonte Appelle

Eine wichtige Unterkategorie emotionaler Täuschungen besteht in gefühlsbetonten Appellen.

Diese basieren in erster Linie auf Mitleidgefühlen und der Unterstützung der Armen.[38] Über gefühlsbetonte Appelle zielen die Präsentatoren darauf ab ich Publikum zu überzeugen seine Position zu übernehmen, indem sie emotionale Manipulation einsetzen. An die Gefühle des Publikums zu appellieren lenkt von den Fakten und solider Logik ab.

Henry Silverman trotzt der Täuschung des Appells zu Mitleid als „aus emotional geladenen Bildern oder Sprache, die Mitgefühl beschwören und ein Publikum dazu manipulieren, dass sie parteiische Sichtweise manipulieren oder eine Interessengruppe unterstützen“, bestehen.[39]

Ein bekanntes Beispiel für gefühlsbetonte Appelle besteht darin, dass „die Palästinenser schwach sind, daher sind sie Opfer und Israel ist führ ihren Zustand verantwortlich zu machen.“ Die Palästinenser sind Superopfer geworden und können oft in den Augen vieler ihrer Unterstützer aus dem Westen nichts Falsches tun.[40] Diese Unterstützer sehen regelmäßig sogar bei den Völkermordabsichten der Hamas weg.

Es wurde viel gefühlsbetonter Appell eingesetzte, als Israel gegen die Gaza-Flottille vorging. Die Flottille wurde als Versuch humanitärer Hilfe fehldargstellt. Lügen und falsche Argumente vermischten sich. In Wirklichkeit hatte die türkische Mavi Marmara, das bei weitem größte Schiff, keinerlei humanitäre Hilfe an Bord, ebenso zwei der anderen. Einige der transportierten Güter hatten militärische Verwendungszwecke. Zu weiteren Posten der „Hilfe“ gehörten Medikamente, die bereits abgelaufen waren.

Darüber hinaus wurden sieben der neu auf der Mavi Marmara getöteten Personen vor der Abfahrt dabei gefilmt, wie sie ihrem Wunsch Ausdruck gaben als Märtyrer zu sterben. Gemäß dem Völkerrecht hat Israel das Recht eine Blockade über den Gazastreifen zu verhängen und damit die Schiffe daran zu hindern ihr Ziel zu erreichen. Viele der weltweiten Reaktionen auf die Flottille waren somit ein großer Sieg des palästinensischen gefühlsbetonten Appells über die legalen Rechte Israels.[41]

Wie Westler indirekt für das Töten von palästinensischen Zivilisten werben

Während der Operation Fels in der Brandung wurde die Abwegigkeit des gefühlsbetonten Appells dann besonders offenkundig. Regierungen wussten, dass die Hamas sich bemühte die Tode von Kindern und Zivilisten zu maximieren, indem sie Raketen von Orten in direkter Nähe zu ihnen abfeuerte. Dennoch schalten diese Regierungen Israel wegen der angeblich hohen Zahl an zivilen Toten unter der Bevölkerung des Gazastreifens.

Genau genommen halfen diese Westler der Terrororganisation, indem sie Rhetorik verwendeten, die anstrebt die beiden Seiten moralisch auf eine Stufe zu stellen oder sie stellten Israel als alleine verantwortlich für alle toten Palästinenser dar. Die palästinensischen zivilen Toten, darunter Kinder, waren weithin die Folge der Tatsache, dass die Hamas gezielt aus dicht bewohnten Gebieten mit hoher Konzentration an Kindern Raketen auf israelische Zivilisten schoss. Israel kann es sich nicht leisten ohne Reaktion beschossen zu werden. Der Hamas sind zivile Tote der Bevölkerung des Gazastreifens egal. Die Ausländer, die Israel dafür verurteilen, dass es auf die Hamas zurückschießt und dabei Zivilisten töten, sind ebenfalls unbezahlte Berater der Hamas. Ihre Verurteilungen bedeuten, je mehr Zivilisten und Kinder in Gefahr gebracht werden, desto mehr werden sterben und desto mehr wird Israel statt der Hamas für ihren Tod verurteilt werden.[42]

Manche Journalisten sagen die Wahrheit

Während Fels in der Brandung schüchterte die Hamas regelmäßig Auslandsreporter im Gazastreifen ein. Trotzdem machte eine Reihe Medien klar, dass die Hamas aus der Nähe der stark bewohnten Gebiete feuerte, aus denen die Reporter sendeten.

Sreenivasan Jain vom indischen NDTV berichtete, dass die Hamas Raketen aus einem dicht bevölkerten Bereich im Gazastreifen gegenüber von zwei Hotels mit internationalen Kunden abfeuerte. Seine Worte: „Aber als wir gerade über die verheerenden Folgen der israelischen Offensive auf Gazas Zivilisten berichteten, war es gleichermaßen wichtig darüber zu berichte, wie die Hamas genau diese Zivilisten gefährden, indem sie Raketen tief auf dem Herzen ziviler Gebiete verschießen.“ Das Team reichte den Bericht geflissentlich ein, nachdem sie den Gazastreifen verlassen hatten, weil die Hamas es nicht sonderlich freundlich aufnimmt, wenn darüber berichtet wird, wie sie ihre Raketen verschießt.“[43]

Aishi Zidan von der finnischen Zeitung Helsingin Sanomat berichtete täglich, dass ein Hamas-Rakete vom Parkplatz des Schifa-Krankenhauses aus geschossen wurde, von dem sie berichtete, dass er voller Frauen und Kinder war, die durch israelische Angriffe verletzt wurden.[44]

Auch hinter Maha Abu al-Kas, einem arabischsprachigen Reporter von France 24 wurde eine Rakete losgeschossen. Sie berichtete auch von einer Straße der Stadt, als sie zivile Opfer, Versorgungsmängel im Gazastreifen sowie Gefahren berichtete, die israelische Luftangriffe auch für Journalisten darstellten, bevor ihr Bericht vom Abschuss einer Hamas-Raketen direkt hinter ihr unterbrochen wurde.[45]

Ethische Täuschungen

Ethische Täuschungen involvieren die Zuordnung falscher Autorität an eine Person oder jeden, der die Gedanken dieser Person teilt, wenn er oder sie ein Publikum bittet „einer Behauptung zuzustimmen, die einfach auf seinem oder ihrem Charakter gründet oder auf der Autorität einer anderen Person oder Institution, die nicht voll qualifiziert sein dürfte diese Behauptung aufzustellen.“[46] Ein Beispiel der ethischen Täuschungen besteht in der Behauptung, dass Israel im Unrecht ist, weil die UNO-Vollversammlung es verurteilt hat. Solche Verurteilungen bedeuten nur, dass die arabischen und muslimischen Staaten so viel Gewicht in der Versammlung haben, dass sie bei der Abstimmung ihre Meinung durchsetzen können.

Eine weitere Unterkategorie ethischer Täuschungen besteht in Dogmatismus, in dem Diskussion wegen dem Gewicht der Meinung des Präsentators ausgeschlossen ist. Noch ein weiterer Aspekt ist das Angebot persönlicher Autorität als Beweis.

Logische Täuschungen

Eine Unterkategorie logischer Täuschungen besteht in der Umkehr von Ursache und Wirkung; alternativ kann ein Ereignis nach dem anderen auftreten, ohne von ihm verursacht zu sein. Silerman zitiert das Beispiele einer Reuters-Story, die ein düsteres Bild der Wirtschaft und der Lebensbedingungen des Gazastreifens malt, bei denen insbesondere werden die Armutsraten erwähnt werden,[47] während Israel fälschlich als Täter dargestellt wird.[48]

Zu weiteren logischen Täuschungen gehört die Anwendung von zweierlei Maß, die Verwendung falscher moralischer Äquivalenz und Sündenbocksuche. Unten werden wir diskutieren, wie einige dieser Täuschungen gegen Israel verwendet werden.

Zweierlei Maß

Das Cambridgte Dictionaries Online definiert „zweierlei Maß“ kurz und bündig: „Eine Regel oder Standard an gutem Verhalten, das von manchen Menschen unfair erwartet, dass sie ihr folgen oder es erreichen, andere Menschen aber nicht.“[49]

Die Verwendung von zweierlei Maß für Juden verglichen mit anderen ist im Verlauf vieler Jahrhunderte ein wichtiges Mittel der Diskriminierung im Kern antisemitischer Aktivitäten und Aufstachelung gewesen. Das war oft der Fall, zum Beispiel wenn Juden darauf eingeschränkt wurden in bestimmten Teilen einer Stadt zu leben, nicht die Kleidung tragen durften, die sie tragen wollten und in den meisten Berufen nicht arbeiten konnten. Gegen sie eingesetztes zweierlei Maß betraf damit die meisten Aspekte ihres Lebens ungemein. Diese Diskriminierung von Juden war regelmäßig von Dämonisierung begleitet.

Die FRA-Definition von Antisemitismus unterscheidet „reguläre“ Kritik an Israel von antisemitischen Äußerungen gegen den Staat. Sie erkennt den antisemitischen Charakter von zweierlei Maß, vermerkt, dass es antisemitisch ist zweierlei Maß gegen Israel anzuwenden, indem man von ihm ein Verhalten erwartet, das von anderen demokratischen Staaten nicht erwartet oder gefordert wird.[50] Man fragt sich jedoch, warum unterschiedliche Standards angewendet werden sollen, um demokratische Länder und nicht demokratische zu beurteilen. Das an sich scheint zweierlei Maß zu sein.

Die Reaktionen auf die Operation Fels in der Brandung erbrachten jede Menge zweierlei Maß. Nur einer der Fälle, die sich ereigneten, war die Aussage von Außenminister John Kerry, Israel könne mehr tun, um im Gazastreifen zivile Opfer zu vermeiden.[51] Würde man zum Beispiel die Einstellungen der USA in Sachen Verursachung ziviler Opfer in Afghanistan untersuchen, dann würde sich ergeben, dass Kerrys Bemerkung unangebracht und unzulässig war. Seine Sprecherin Jen Psaki bekräftigte seine Forderung an Israel. Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und der französische Außenminister Laurent Fabius forderten Israel auf zivile Opfer zu verhindern.[52]

Es kommt selten vor, dass ein offizieller Vertreter einer Institution die Existenz von zweierlei Maß gegenüber Israel zugibt. Eine solche Gelegenheit ergab sich im Dezember 2014, als Jacques De Maio, Leiter des Internationalen Roten Kreuzes in Israel und den Palästinensergebieten, sagte: „Warum gibt es so viel mehr Konzentration auf Israel als auf Syrien und andere Orte, an denen viel mehr Zivilisten sterben? … In anderen anhaltenden Kriegen sterben in einer Woche mehr Zivilisten als in Israels Kriegen in einem ganzen Jahr.“[53]

Kategorien des zweierlei Maß

Die Zahl der Fälle, in denen zweierlei Maß an Israel angelegt wurde, ist fast unendlich. Um die verschiedenen Aspekte dieses Phänomens zu veranschaulichen, kann man Beispiele aus den verschiedenen Kategorien des an Israel angelegten zweierlei Maßes im Vergleich mit anderen Ländern anführen. Es sollte festgehalten werden, dass, soweit Boykottaufrufe betroffen sind, die Verwendung falscher Argumente mit Aufrufen zu Handeln gegen Israel verbunden werden.

Eine Kategorie des an Israel angewandten zweierlei Maßes gründet auf Erklärungen oder voreingenommener Berichterstattung. Solche Darlegungen oder Berichterstattung kann aus den Vereinten Nationen oder anderen internationalen Organisationen, Regierungen, Parlamenten, von Kirchenleitern, aus Medien, Gewerkschaften, NGOs, akademischen Gremien, verschiedenen Institutionen sowie von Einzelpersonen kommen.

Ein wichtiger Fall verzerrter Erklärungen betrifft die Verurteilungen der von Israel vorgenommenen Tötung von Hamas-Führer Scheik Ahmed Yassin im Jahr 2004 durch viele Länder. Der Hagel an positiven internationalen Reaktionen auf die Tötung von Bin Laden durch die US-Armee 2011 hätte Israel mit einer bedeutenden Gelegenheit bieten können das von so vielen in der westlichen Welt und andernorts angewandte zweierlei Maß zu demonstrieren. Alles, was man hätte tun müssen, war die Reaktionen verschiedener wichtiger Führungspersönlichkeiten und Institutionen zu dieser Ermordung mit denen nach der Tötung von Scheik Yassin zu vergleichen. Dieser Terroristenführer war für viele tödliche Anschläge auf israelische Zivilisten verantwortlich, darunter Selbstmord-Bombenanschläge.[54]

Die Erklärung der Vereinten Nationen in diesen beiden Fällen illustrieren diese Einseitigkeit gut. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte gegenüber Reportern: „Der Tod Osama bin Ladens, letzten Nach von Präsident Obama verkündet, ist ein Wendepunkt-Moment in unserem gemeinsamen weltweiten Kampfs gegen den Terrorismus.“[55] Nach der Tötung von Scheik Yassin hatte der damalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan gesagt: „Ich verurteile die gezielte Ermordung von Scheik Yassin und den anderen, die mit ihm starben. Solches Handeln widerspricht nicht nur dem internationalen Recht, sondern sie tun auch nichts um bei der Suche nach einer friedlichen Lösung zu helfen.“[56]

Nach der Tötung Bin Ladens, erklärten Führer des Europarats und der Europäischen Kommission, sein Tod „machte die Welt zu einem sichereren Ort und zeigten, das Terroranschläge nicht ungestraft bleiben.“[57] Nach der Tötung Yassins, sagte der damalige Außenpolitikchef der EU Javier Solana: „Diese Art des Handelns trägt nicht dazu bei die Bedingungen für Frieden zu schaffen. Das sind sehr, sehr schlechte Nachrichten für den Friedensprozess. Die Politik der Europäischen Union ist durchgängig die Verurteilung außergerichtlicher Tötungen gewesen.“[58] Viele weitere europäische Politiker, die die gezielten Tötungen durch die israelischen Verteidigungskräfte verurteilt hatten, , lobten die Amerikaner dafür, dass sie Bin Laden töteten.

Dann bezeichnete der damalige britische Außenminister Jack Straw die Tötung Scheik Yassins als „inakzeptabel“ und „ungerechtfertigt“. Der offizielle Sprecher des damaligen Premierminister Tony Blair verurteilte den „gesetzwidrigen Angriff“ und stellte fest: „Wir haben wiederholt deutlich gemacht, dass wir gegen Israels Verwendung gezielter Tötungen und Ermordungen sind.“ Der britische Premierminister David Cameron gratulierte Präsident Obama zum Erfolg der Ermordung Bin Ladens. Cameron betrachtete sie als massiven Schritt vorwärts im Kampf gegen extremistischen Terrorismus. Der ehemalige Premierminister Blair hieß Bin Ladens Tod ebenfalls.[59]

Auslassungen

Ein zweiter Typ des zweierlei Maß – und vermutlich die häufigste Unterkategorie – ist die Auslassung relevanter Informationen. Eine Möglichkeit etwas auszulassen, besteht darin Kontext zu löschen. Zum Beispiel könnten Medien nicht oder kaum die tausende Terrorraketen in israelische Bevölkerungszentren schießen, was die israelische Armee zwingt schließlich zwang mit der Operation Gegossenes Blei 2008/9 in den Gazastreifen einzudringen. Dieselben Medien könnten dann den Schwerpunkt auf Israels Militäraktionen gegen die Hamas legen.

Thomas Friedman von der New York Times deckte – viele Jahre später – auf, dass vor 1982 in Beirut stationierte westliche Korrespondenten nicht über all die Korruption der dortigen PLO-Führung schrieben. Er vermerkte zudem, dass diese Korrespondenten die PLO mit weit mehr Großzügigkeit beurteilten, als sie es mit den Phalangisten, Israelis oder Amerikanern machten.[60] Ein wichtiger Grund bestand darin, dass sie sich mit der PLO gut stellen mussten; andernfalls, ihm, wenn der Auslandsredakteur anreist, ihm das heißbegehrte Interview mit Yassir Arafat nicht gewährt werden.[61]

Unverhältnismäßiges Verhalten

Eine dritte Kategorie von zweierlei Maß involviert unverhältnismäßiges Verhalten. Ein Beispiel tritt auf, wenn die Medien detailliert negative Nachrichten über Israel berichten, weit extremere negative Nachrichten über arabische oder muslimische Staaten aber nicht. NGO Monitor hat in seinen Publikationen aufgedeckt, wie Human Rights Watch (HRW) unverhältnismäßiges Verhalten zur Dämonisierung Israels verwendet. 2008 führte NGO Monitor eine quantitative Analyse der Publikationen von HRW durch. Es wurde festgestellt, dass diese NGO Israel als den nach Saudi-Arabien zweitschlimmsten Verletzter von Menschenrechten im Nahen Osten darstellt, noch vor dem Iran, Syrien, Jordanien und Ägypten. In dem Jahr verurteilte HRW Israel 33-mal wegen Verletzung der „Menschenrechtsgesetze“, des „Humanitären Menschenrechts“ oder „internationalen Menschenrechts“; im Vergleich dazu wurden die Palästinenser 13-mal angeführt, die Hisbollah sechsmal und Ägypten fünfmal. NGO Monitor wies darauf hin, dass HRW Israel während dieses Jahres auf eine Stufe mit dem Sudan und ehemaligen Führern von Jugoslawien, dem Konto und Uganda stellte.[62]

Einmischung in Israels innere Angelegenheiten

Ein vierter Typ der Verwendung von zweierlei Maß ist die Einmischung in Israels innere Angelegenheiten. Ein Beispiel dafür ist ein vom deutschen Bundestag nach dem Vorfall mit der Gaza-Flottille 2010 einstimmig verabschiedeter Beschluss. Damit wurde behauptet Israels Handeln „dient nicht den politischen und Sicherheitsinteressen Israels“.

Der ehemalige sozialdemokratische Abgeordnete Gerd Weisskirchen, ein führender Antisemitismus-Experte, fragte sich, wie der Bundestag überhaupt entscheiden könne, was den Interessen Israels dient. Und selbst wenn er das könne, wie konnte er eine solche Entscheidung intensiven Dialog mit der israelischen Knesset treffen?[63]

Diskriminierendes Handeln

Eine fünfte Kategorie des zweierlei Maß besteht in diskriminierendem Handeln gegen Israel. Deises könnte sich mit der schon erwähnten Kategorie der voreingenommenen Äußerungen. Bereits vor einem Jahrzehnt verwies Cotler auf die Vereinten Nationen als Paradigma des gegen Israel praktizierten  zweierlei Maßes. Er sagte: „Trotz der Killing Fields überall auf der Welt saß der UNO-Sicherheitsrat von März bis Mai 2002 in fast kontinuierlichen Sitzungen zusammen und diskutierte ein nicht existentes Massaker in Jenin.“[64] Ein weiterer Typ der Diskriminierung manifestierenden zweierlei Maes gegen Israel ist die Werbung für Boykotte, De-Investitionen und Sanktionen (BDS). Ein Beispiel von vielen ist das des norwegischen Pensionsfonds, der seine Anteile aus einige israelischen Firmen abzog, während er die Anteile an einer Reihe hoch unethischer Firmen aus anderen Ländern im Portfolio behielt.[65]

Zweierlei Maß bei der Anwendung des Internationalen Rechts

Eine sechste Kategorie betrifft zweierlei Maß bei der Anwendung des internationalen Rechts. Meir Rosenne, Anwalt für internationales Recht, ehemaliger Botschafter in den Vereinigten Staaten und Frankreich, sagte: „Es gibt zwei Typen des internationalen Rechts. Eines wird wird auf Israel angewendet, das andere auf alle anderen Staaten. Das gerät ins Blickfeld, wenn man sich die Art und Weise ansieht, wie mit Israel in internationalen Institutionen umgegangen wird…“

Rosenne erwähnt dann als typisches Beispiel die gutachterliche Stellungnahme des Internationalen Strafgerichtshofs von 2004 zum israelischen Sicherheitszaun. „In seinem Urteil entschied den Haag, dass das inhärente Recht der Selbstverteidigung nur dann durchgesetzt wird, wenn man von einem Staat konfrontiert wird. Würde das stimmen, dann bedeutete es, dass, was immer die Vereinigten Staaten gegen Al-Qaida unternimmt, illegal ist. Das kann nicht als Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UNO-Charta betrachtet werden, denn Al-Qaida ist kein Staat.“[66]

Humanitärer Rassismus

Der bereits erwähnte „humanitäre Rassismus“ ist noch eine weitere Kategorie des zweierlei Maß. Er ist eine der am wenigsten erkannten Formen des Rassismus. Wie bereits gesagt kann er als Zuweisung verminderter Verantwortlichkeit für Menschen gewisser Ethnien oder nationalen Gruppen wegen ihrer kriminellen Handlungen und Absichten definiert werden. Menschen,d  e humanitären Rassismus betreiben, beurteilen Fehlverhalten und Verbrechen entsprechend der Farbe und dem Machtrang derer, die sie begehen, unterschiedlich. An Weiße werden z.B. andere Verantwortungsstandards angelegt als an Farbige[67] Und Israelis wird jede Maßnahme zum Vorwurf gemacht, die sie treffen ums ich zu verteidigen. Humanitärer Rassismus wird manchmal mit Dämonisierung kombiniert. 1984 besuchte der stellvertretende schwedische Außenminister Pierre Schori, ein Sozialdemokrat, Israel. Er pries Arafat und seine „flexible Politik“, behauptete in einem Artikel, dass „Die Terrorakte der PLO seien ‚bedeutungslos‘, während Israels Gegenmaßnahmen ‚verachtenswerte Terrorakte‘ waren.“[68]

So erscheint das gegen Israel verwendete zweierlei Maß in einer großen Zahl an Bereichen und hat viele Aspekte der westlichen Gesellschaft durchdrungen. Die Anwendung solchen zweierlei Maßes gegen Israel hat einen kumulativen Effekt der Dämonisierung und führt zu einem langsamen Aufbau von Unterstützung seiner Delegitimierung.

Einige europäische Politiker gestehen ein, dass europäische Länder zweierlei Maß an Israel anlegen. Einer davon ist der niederländische Außenminister Uriel Rosenthal. Er sagt über den UNO-Menschenrechtsrat: „Die Angriffe auf Israel nutzen Ländern wie dem Iran, Zimbabwe, Kuba und bis 2011 auch Syrien. Leider machen mehrere europäischen Länder ebenfalls bei der Anwendung von zweierlei Maß mit.“[69]

Das bedeutet so viel wie ein Eingeständnis, dass diese Länder gemäß der FRA-Definition für Antisemitismus antisemitische Taten gegen Israel begehen.

Um die Einseitigkeit besser aufzudecken, sollten Vergleichsstudien zu den Äußerungen führender europäischer Politiker zu Israel und anderen Ländern in ähnlichen Situationen durchgeführt werden. Ein Hauptkandidat für die Untersuchung ist Catherine Ashton, die frühere Hohe Vertreterin für Äußere Angelegenheiten und Sicherheitspolitik der Europäischen Union.

Dieser Autor hat in einem ausführlichen Aufsatz zu diesem Thema viele weitere Beispiele für zweierlei Maß analysiert.[70]

Falsche moralische Äquivalenz

Ein weiterer üblicher Typ verzerrter Argumentation besteht in falscher moralischer Äquivalenz, einem Missbrauch von Gegenüberstellungen. Das ist die trügerische Behauptung, es gebe keinen moralischen Unterschied zwischen zwei Taten, deren Wesen stark variiert. Sie wird oft angewendet, um die Gleichheit zweier Übel zu betonen, die im Ausmaß weit auseinander liegen. Manchmal ist eines der Elemente der Vergleichs nicht von Übel, während das andere dies sehr wohl ist.

Falsche moralische Äquivalenz sollte nicht mit moralischem Relativismus verwechselt werden. Letzterer kann zum Ausdruck gebracht werden, um Gräueltaten zu rechtfertigen, denn sie sind im Wertesystem einer bestimmten Kultur oder in bestimmten Abschnitten der Geschichte akzeptabel. Moralischer Relativismus wird regelmäßig verwendet, um Gräueltaten und Rassismus in nicht demokratischen Gesellschaften, einschließlich der muslimischen, reinzuwaschen.

Moralische Relativisten postulieren regelmäßig Postkolonialismus, das Zeitalter der Globalisierung, das Ende des Kalten Krieges, den Aufstieg des Säkularismus und die angenommene kulturelle und imperiale Hegemonie des Westens über muslimische Gesellschaft als Gründe für den Aufstieg des islamistischen Terrors in den letzten zwanzig Jahren. Durch die Verwendung dieser Faktoren als Rechtfertigung für weltweiten Terror begründen moralische Relativisten die beabsichtigten Massentötungen von Zivilisten.[71]

Falsche moralische Äquivalenz wurde auch 1961 von Adolf Eichmann in seinem Verfahren in Jerusalem angewandt. Er behauptete, es habe im Zweiten Weltkrieg keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen den Alliierten und den Achsenmächten gegeben. Richter Benjamin Halevi antwortete Eichmann während des Verfahrens mit der Erklärung:

Sie haben die Auslöschung der Juden oft mit den Bombenangriffen auf deutsche Städte verglichen und Sie haben die Ermordung jüdischer Frauen und Kinder mit dem Tod deutscher Frauen bei Luftangriffen verglichen. Es ist ihnen mit Sicherheit klar, dass es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen diesen beiden. Einerseits werden Bombardements als Instrument genutzt den Feind zur Kapitulation zu zwingen. So wie die Deutschen mit ihren Bombardements versuchten die Briten zur Kapitulation zu zwingen. In diesem Fall ist es ein Kriegsziel einen bewaffneten Feind auf die Knie zu zwingen. Wenn Sie andererseits unbewaffnete jüdische Männer, Frauen und Kinder aus ihren Heimen holen, sie der Gestapo übergeben und sie dann zur Auslöschung nach Auschwitz schicken, dann ist das etwas ganz anders, nicht wahr?[72]

Falsche moralische Äquivalenz wird in vielen Fällen gegen Israel eingesetzt. Das kann in mehrere Kategorien heruntergebrochen werden. Einige Beispiele werden unten kategorisiert. Eine Reihe sind bereits diskutiert worden, so Israel als „Nazistaat“ und Israel als „Apartheidstaat“.

Zionismus und Rasissmus

Die Resolution „Zionismus ist Rassismus“ ist ein Beispiel für falsche moralische Äquivalenz; sie wurde ursprünglich verbreitet, um eine politische Agenda zu fördern. Bis Mitte der 1960-er Jahre gab es wenig Erwähnung von Zionismus, der ethnonationalen Bewegung für die Rückkehr des jüdischen Volks in sein Heimatland, als rassistische Ideologie. Den Zionismus als Form des Rassismus auszusondern war eine von der Sowjetunion geschaffene Maßnahme um ihre Weigerung Antisemitismus zu verurteilten zu rechtfertigen. Sowjetische Führer hatten das Gefühl, Antisemitismus zu verurteilen würde ihre Verbündeten in der arabischen Welt verärgern.

Diese politisch Strategie wurde ursprünglich in den 1960-er Jahren genutzt, um gegen Israel zu verhandeln und es aus den Vereinten Nationen auszuschließen. Als das fehlschlug, hatten die Sowjetunion, ihre Satellitenstaaten und arabischen Verbündeten stattdessen 1975 den Erfolg der Verabschiedung der UNO-Resolution 3379.[73] Diese legte fest, dass „Zionismus eine Form des Rassismus und der Rassendiskriminierung ist“.[74] Diese Resolution blieb in Kraft, bis die Vollversammlung sie 1991 offiziell zurücknahm, nach dem Sturz der Sowjetunion.[75]

Die Vorstellung von Zionismus als einer rassistischen Ideologie bleibt in der arabischen Welt sehr populär. Insbesondere antisemitische arabische Karikaturen haben diese falsche moralische Gleichsetzung propagiert, die oft stereotypische Darstellungen von habgieriger, hakennasiger Juden verwenden. In einer Karikatur aus dem Jahr 2001 in der libanesischen Daily Star wird ein chassidischer Jude dargestellt, der auf die Welt uriniert, ein Cape trägt, auf dem „Rassismus“ steht. Kotek gibt an: „Der libanesische [Karikaturist] Stavro Jabra identifiziert sich mit der wahren Ursache des Bösen in der Welt – Arroganz und jüdischem Rassismus.“[76]

In Ägyptens Wochenzeitung Al-Ahram, einer „Quasi-Regierungszeitung, greift der Karikaturist Gomaa das Judentum an: Ein Rabbiner stachelt mit einer der steinernen Gesetzestafeln zu Rassismus auf“. Auf dieser Tafel, die den Zehn Geboten gleichen, steht „Rassismus“.[77]

Zionismus und Kolonialismus/Imperialismus

Mit diesem missbräuchlichen Vergleich „Zionismus ist Rassismus“ ist eine weitere Erklärung falscher moralischer Gleichsetzung verbunden: dass Israel eine Kolonialmacht im Nahen Osten darstellt. Vertreter dieser Theorie argumentieren, der Zionismus rechtfertige, wie Kolonialismus und Imperialismus, die Kolonisierung von farbigen Völkern in deren eigenem Land durch Weiße, die dann die gesamte Bevölkerung regieren und ihre Ressourcen ausbeuten. Landes entlarvte die Scheinheiligkeit dieser falschen moralischen Gleichsetzung auf seiner Internetseite The Augean Stables. Er zeigte die harmlose Natur zionistischer Siedlungen im osmanischen und britischen Palästina auf, die in scharfem Kontrast zu den imperialen Bestrebungen der europäischen Mächte der damaligen Zeit standen:

Hinter dieser ziemlich sanft geäußerten Äußerung liegt der Pfad zur wahren Bewertung israelischen „Kolonialismus“ und „Imperialismus“. Alle anderen kolonialen Projekte (d.h. das spanische in Lateinamerika, das britische in Südafrika, das französische in Algerien) ereigneten sich mit einer Eroberungswelle. Die einzige Art, wie die neuen Kolonialisten Anspruch auf das Land erheben konnten, war über Eroberung, über die (bestenfalls) die Einwohner vertrieben wurden und der Etablierung einer überwältigenden militärischen Überlegenheit. Politische Macht kam durch Sieg im Krieg. Mit diesem Verhalten gingen die europäischen imperialistischen Kolonialisten mit den internationalen Normen von Jahrtausenden konform.

Das zionistische Projekt der Kolonisation funktionierte auf eine deutlich andere Weise. Statt als militärische Nullsummen-Sieger anzukommen, kamen die Zionisten als Nachbarn mit positiver Summe. Zugegeben hatten sie nicht die Fähigkeit zu erobern und zugegebenermaßen bauten sie ihre Verteidigung gegen räuberische Angriffe sowohl von arabischen als auch beduinischen Bewohnern des Landes, aber sie machten trotzdem Frieden mit den meisten derer, die dort wohnten, indem sie ihnen den Nutzen er Zivilgesellschaft anboten: harte, produktive Arbeit ließ es jedem besser gehen.[78]

Zionismus und Faschismus

Eine weitere Variante ist die falsche moralische Gleichsetzung des „Zionismus ist Faschismus“. Als er im Februar 2013 vor der Fünften Allianz des Zivilisationsforums in Wien sprach, erklärt der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan: „So wie der Zionismus, der Antisemitismus und der Faschismus wird es unvermeidbar, dass Islamophobie als Verbrechen gegen die Menschheit betrachtet werden muss.“[79]

Die Äußerung wurde von US-Außenminister John Kerry, UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu kritisiert. Netanyahus Büro veröffentlichte dieser Antwort auf Erdoğans Rede: „Es handelt sich dabei um eine dunkle und verlogene Äußerung der Art wie derer, von denen wir glaubten, sie seien aus der Welt verschwunden.“ Erdoğan zog seine Kommentare selbst nach internationalen Druck nicht zurück und er lieferte auch keine Entschuldigung.[80]

Kerry sagte: „Offensichtlich stimmen wir dem nicht zu, wir finde das verwerflich.“[81] Eine Äußerung des Büros des UNO-Generalsekretärs lautete: „Der Generalsekretär hörte die Rede des Premierminister über einen Übersetzer. Wenn der Kommentar über den Zionismus korrekt übersetzt wurde, dann war er nicht nur falsch, sondern widerspricht jedem Prinzip, auf dem das Bündnis der Zivilisation gründet.“[82]

Der Holocaust und die Nakba

Der Holocaust und die Nakba sind im öffentlichen Diskurs von muslimischen Hetzern und ihren Verbündeten oft gleichgesetzt worden, aber auch von anderen. Die beiden historischen Ereignisse sind nicht gleich und können nicht verglichen werden. Die Nakba war das direkte Ergebnis der Weigerung der Palästinenser die UNO-Teilungsresolution zu akzeptieren und des folgenden, von den Arabern initiierten Krieges in Palästina. Der Holocaust war ein Völkermord industrieller Auslöschung, geplant und ausgeführt von Deutschland und seinen vielen Verbündeten.

Mir Litvak und Esther Webman erforschen das Konstrukt der Nakba als Äquivalent zum Holocaust. Wie die falsche moralische Gleichsetzung des Zionismus als Rassismus, war die Gleichsetzung von Holocaust und Nakba ein palästinensisches strategisch-politisches Manöver: „Die Nakba, die das palästinensische Leid verkörpert, wurde als Gründungsmythos in der palästinensischen nationalen Identität neu gestaltet, womit sie – bewusst oder unbewusst – eine ähnliche Rolle erfüllen, wie der Holocaust, dem Inbegriff des jüdischen Leidens, in der israelischen Gesellschaft.“[83]

Nach einem Besuch in Israel sagte der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu in einem Interview mit Ha’aretz: „Der Westen war wegen des Holocaust von Schuld und Reue gegenüber Israel verzehrt, wie es auch sein sollte. Aber wer zahlt die Buße? Die Buße wird von den Arabern, von den Palästinensern gezahlt.“[84]

Robert Rozett, Tutus Museumsführer und Direktor der Bibliothek von Yad Vashem, antwortete in derselben Zeitung:

Natürlich sind es die Juden, die für den Holocaust mit dem Blut von rund sechs Millionen unschuldigen Opfern zahlten – nicht die Täter, nicht die Zuschauenden und nicht die Araber in Palästina oder sonstwo. Zu sagen, dass die Palästinenser für den Holocaust zahlen, setzt fälschlich voraus, dass die jüdische Verbindung zum Land Israel nur infolge des Versuchs der Nazis die Juden auszulöschen Bedeutung bekam. Das übersieht die uralte und unablässige Verbindung des jüdischen Volks zu Israel und das moderne zionistische Unternehmen, das ein Volk im Exil in seine uralte Heimat zurückbrachte.[85]

Der französisch Präsident Nicolas Sarkozy besuchte 2007 Algerien. In der Stadt Constantine sagte er bei einem Vortrag vor Studenten: „Ich appelliere an den progressiven Islam das Recht des Volks Israel anzuerkennen, das so viel erlitten hat, um frei zu leben. Ich appelliere an das Volk Israel dem palästinensischen Volk nicht dieselbe Ungerechtigkeit zuzufügen, die es so viele Jahrhunderte lang erlitten hat.“[86]

Mord und unbeabsichtigte Todesfälle

Eine weitere Kategorie falscher moralischer Gleichsetzung impliziert, dass der beabsichtigte Mord an unschuldigen Zivilisten dem nicht gewollten und zufälligen Tod von Zivilisten bei gezielten Tötungen gleichkommt. Das wird oft genutzt um eine irreführende Analogie zwischen israelischen Militäroperationen, die sich ausschließlich gegen Terroristen richten, und vorsätzlichem, kaltblütigem Mord zu behaupten.

Im März 2012 verglich Ashton den Tod unschuldiger Menschen, verursacht von Serienmördern und brutalen Diktatoren wie Syriens Bashar al-Assad mit zufälligen toten Zivilisten infolge israelischen Handelns im Gazastreifen. In einer Rede vor palästinensischen Jugendlichen in Brüssel sagte sie: „Wenn wir über das nachdenken, was heute in Toulouse geschah, erinnern wir uns an das, was letztes Jahre in Norwegen geschah, wir wissen, was in Syrien geschieht und wir sehen, was im Gazastreifen und an anderen Orten geschieht – wir erinnern uns an junge Menschen und Kinder, die ihr Leben verlieren.“

Die damalige israelische Oppositionsführerin Tzipi Livni antwortete: „Es gibt keine Gleichartigkeiten zwischen einem Akt des Hasses oder eines Führers, der Mitglieder seiner Nation tötet und einem Land, das Terror bekämpft, auch wenn Zivilisten dabei zu Schaden kommen.“[87]

Während der Operation „Fels in der Brandung“ setzte Ashtons Büro einmal mehr Israel und die Hamas moralisch auf eine Stufe. Im Auftrag Ashtons verurteilte der italienische Staatssekretär für Auslandsangelegenheiten Benedetto Della Vedova das „wahllose Schießen von Raketen auf Israel durch militante Gruppen im Gazastreifen“; er fügte hinzu, dass „die Union die wachsende Zahl zivilier Opfer beklagt, die durch israelische Militäroperationen entstehen“.[88] In dieser Äußerung verfehlte er es nicht nur zu anzugeben, dass diese militanten Gruppen von der EU – seiner eigenen Organisation – als solche gekennzeichnete Terrororganisationen sind,[89] sondern er erwähnte auch nicht, dass Raketen der Terroristen aus dem Gazastreifen wahllos auf israelische zivile Bevölkerungszentren geschossen werden.[90]

Ein weiteres Beispiel dieser Kategorie falscher moralischer Gleichsetzung ereignete sich, als US-Außenminister John Kerry die drei 2013 beim Bombenanschlag auf den Boston-Marathon getöteten Personen mit den neun auf der Marvi Marmara getöteten Personen gleichsetzte; das Schiff war Teil einer Flottille, die 2010 versuchte Israels Blockade des Gazastreifens zu brechen.[91] Kerry stellte die Militanten auf der Mavi Marmara hier fälschlich als unschuldige Aktivisten und Zuschauer dar, so wie die wirklich unschuldigen, beim Boston Marathon von Terroristen getöteten Opfer.[92]

Die Philosophin Jean Bethke Elshtain merkt an:

Wenn wir nicht zwischen einem zufälligen Tod als Ergebnis eines Autounfalls und einem gewollten Mord unterscheiden können, würde unser Strafjustizsystem auseinanderfallen. Und wenn wir nicht zwischen der Tötung von Kombattanten vom bewussten Beschießen friedlicher Zivilisten unterscheiden können, leben wir in einer Welt des moralischen Nihilismus. In einer solchen Welt wird alles auf denselben Grauton reduziert und wir können keine Unterscheidung treffen, die uns helfen unsere politische und moralische Orientierung zu finden.[93]

Gezielte Aktionen gegen Terroristen und gewolltes Töten von Zivilisten

Die Titelseite der Druckausgabe der New York Times vom 16. November 2012 verwendete ebenfalls visuelle Manipulation, um moralische Gleichsetzung eines getöteten palästinensischen Terroristen und eines ermordeten israelischen Zivilisten zu vermitteln. Diese Titelgeschichte zeigt zwei gleich große Fotos, beide von Beerdigungen. Das erste Foto stammt aus dem Gazastreifen, von der Beerdigung von Ahmed al-Jabari, einem Hamas-Militärkommandeur, der bei einem israelischen Luftangriff zu Beginn der Operation Wolkensäule getötet wurde. Das zweite Bild stammt von der Beerdigung von Mina Scharf, der ersten israelischen Zivilistin, die von einer Hamas-Rakete während dieser Operation getötet wurde.

Adam Chandler vom Tablet Magazine schrieb über die jeweiligen Hintergründe von Jabari und Scharf; dabei demonstrierte er in einem Leitartikel die Ungerechtigkeit dieser Gleichsetzung:

Jabari wurde getötet, weil er eine starker Mann der Hamas war, der ein Jahrzehnt lang Terroraktivitäten leitete und zu den zentralen Persönlichkeiten bei Planung der Entführung von Gilad Shalit gehörte. Unter seinem Bild ist eines der Leiche von Mina Scharf, einer 25-jährigen dreifachen Mutter, die für den Chabad in Neu-Delhi in Indien arbeitete und die eine von drei Zivilisten war, die getötet wurde, als eine Rakete der Hamas ein Wohnhaus in Kiryat Malachi traf.[94]

In einem Kommentar zum selben Thema in der Huffington Post fragt David Harris, geschäftsführender Direktor des American Jewish Committee: „Wäre im selben Geist gleich viel und angrenzender Raum für Fotos der Beerdigungen von Osama bin Laden und einem seiner Opfer gegeben worden?“[95]

Im Oktober 2001 wurde der israelische Tourismusminister Rehavam Ze’evi von palästinensischen Terroristen ermordet. Der dänische Außenminister Mogens Lykketoft, der später Parteichef DER dänischen Sozialisten werden sollte, sagte im Fernsehen, es gebe keinen Unterschied zwischen dieser Ermordung und Israels gezielter Tötung von Terroristen.[96]

Während der Operation Fels in der Brandung veröffentlichte der Europarat ein Dokument, in dem die Schlussfolgerungen über den eskalierenden Konflikt im Gazastreifen ausgeführt wurden. Durch alle Schlüsse hindurch wurden Israel und die Hamas als die „Seiten“ des Konflikts bezeichnet und die Hamas wurde nie Terrororganisation genannt, obwohl die EU sie 2003 auf ihre „schwarze Liste“ der Terrororganisationen gesetzt hatte.[97]

Das Dokument endet mit dem Satz: „Israelis und Palästinenser müssen die strategische Wahl des Friedens treffen, um ihren zukünftigen Generationen zu erlauben, dass sie ohne die Konflikte der Vergangenheit leben und sie die Stabilität, Sicherheit und des Wohlstands genießen können, die ihnen derzeit verweigert werden.“[98] Durch die Verwendung des Begriffs Palästinenser geht die EU einen Schritt weiter, indem sie die Hamas nicht erwähnt.

Soldaten entführen versus Terroristen inhaftieren

Die öffentliche Debatte nach der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Shalit begünstigte eine weitere Kategorie falscher moralischer Gleichsetzung: die angebliche Analogie mit inhaftierten palästinensischen Terroristen.

Im Oktober 2011, zu Zeit des Austauschs von Shalit für 1.027 palästinensisch Häftlinge, darunter 280 wegen Planung und Ausführung von Terroranschlägen Verurteilten, wurde regelmäßig der Ausdruck „Gefangenenaustausch“ verwendet. Eine Organisation, die von einem „Gefangenenaustausch“ redete, war Amnesty International. In ihrer Pressemitteilung mit dem Titel „Israelisch-palästinensischer Gefangenenaustausch wirft hartes Licht auf Haftbedingungen auf allen Seiten“ erklärte Malcolm Smart, Amnestys Direktor für den Nahen Osten und Nordafrika: „Dieser  Handel wird Gilad Shalit und seiner Familie nach einer Quälerei Entlastung bringen, die mehr als fünf Jahre dauerte. Viele palästinensische Familien werden heute ein ähnliches Gefühl der Erleichterung empfinden, wenn sie mit ihren Verwandten wiedervereint werden, von denen viele Jahrzehnte unter harten Bedingungen in israelischer Haft verbrachten.“

In derselben Publikation, einer der wenigen von Amnesty International zu Shalit veröffentlichten und das nur zur Zeit seiner Freilassung, geht es in zwölf der siebzehn Absätze des Textes um die Zustände für palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen.[99]

Alan Dershowitz, Jura-Professor an der Universität Harvard, nahm diese und andere Argumente auseinander:

Jeder einzelne von Israel festgehaltene Gefangene juristischen Beistand hat und einige haben die Freilassung erreicht. Jeder einzelne von ihnen hat Zugang zu Besuchen des Roten Kreuzes, kann mit der Familie kommunizieren und sein Aufenthaltsort ist bekannt. Entführte israelische Soldaten werden hingegen sind durch kriminelle Elemente isoliert, werden regelmäßig gefoltert, oft ermordet (wie vor kurzem geschehen) und haben keinen Zugang zum Roten Kreuz oder juristischer Beratung. Darüber hinaus sind von Israel festgehaltene Gefangene Terroristen – sprich: nicht rechtmäßige Kombattanten. Viele sind Mörder, die per regulären Gerichtsverfahren überführt und verurteilt wurden. Die „Frauen“ und „Kinder“ sind schuldig, unschuldige Babys und andere Nichtkombattanten ermordet oder das versucht zu haben. Die entführten Soldaten sind rechtmäßige Kombattanten, die dem Status von Kriegsgefangenen unterliegen.

Dershowitz hebt hervor, dass Hamas und Hisbollah mit israelischen Soldaten nicht so umghen, wie Israel seine Gefangenen behandelt, weil „sie Terrororganisationen sind, die sich nicht innerhalb des Rechtssystems bewegen“.[100]

Legitime Regierungen und Terroristen

Bei Äußerungen zu Israel und seinen terroristischen Feinden haben Offiziell aus aller Welt falsche moralische Gleichsetzungen zwischen dem Handeln Israels als legitimer Regierung und dem der Terrororganisationen vorgenommen, die gemäß dem Völkerrecht illegal sind. Zu Beginn der Operation Wolkensäule 2012 stellten Äußerungen von offiziellen Vertretern Russlands, Indiens, der Türkei und Schwedens Israel und die Hamas auf dieselbe Stufe.[101]

Premierminister Erdoğan sagte einer Versammlung des Eurasischen Islamischen Rats: „Diejenigen, die gleichzeitig von Muslimen und Terror reden, verschließen ihr Augen, wenn Muslime massenhaft abgeschlachtet werden.“ Er sagte zudem: „Diejenigen, die bei der Diskriminierung von Muslimen in den eigenen Ländern wegsehen, sehen auch weg, wenn unschuldige Kinder im Gazastreifen massakriert werden… Deshalb sage ich, dass Israel ein Terrorstaat ist.“[102]

David Harris antwortete: „Erdoğan hat Israel als ‚Terrorstaat‘ gebrandmarkt, weil es die Unverfrorenheit hat sich gegen eine Gruppe zu verteidigen, die seine Vernichtung anstrebt. Er hat lautstark Israels Einsatz von militärischer Gewalt verurteilt, während er nie die hunderte an Raketenangriffe auf Israel allein dieses Jahre verurteilte.“[103] Erdoğans extreme Heuchelei ist sogar angesichts der vielen von und in muslimischen Staaten begangenen Morde klarer geworden, die seit den Revolutionen in einer Reihe arabischer Länder in den letzten Jahren zugenommen haben.

Islamophobie und Antisemitismus vergleichen

In der westlichen Welt werden Islamophobie und Antisemitismus oft fälschlich als gleiche Formen der Diskriminierung dargestellt. Während seines erwähnten Besuchs in Algerien erklärte Präsident Sarkozy, dass nichts Antisemitismus mehr ähneln würde als Islamophobie.[104]

Antisemitismus und Islamophobie haben insofern ein gemeinsames Element, als viele Westler den „anderen“ ablehnen. Der Unterschied zwischen beiden Arten von Angst und stereotypischer Diskriminierung ist allerdings weit größer als ihre Ähnlichkeit. Obwohl beide Gruppen im modernen Europa Ungemach gegenüberstehen, könnten das Ausmaß und die Art dieser Verfolgung unterschiedlicher nicht sein. Der Antisemitismus hat seine Ursprünge in vielen Jahrhunderten religiöser und ethnischer Hasspropaganda. Islamophobie entstammt nicht nur gefühlter Aggression, sondern auch tatsächlicher Gewalt, die von vielen in der Welt des Islam im Namen der Religion unterstützt wird.

2011 gab Erna Solberg, damals die konservative Oppositionschefin und heutige Premierministerin Norwegens, nach den Morden durch Anders Breivik der größten Zeitung des Landes, Verdens Gang, ein Interview. Sie behauptete, heute würden Muslime in Norwegen wie die Juden in den 1930-er Jahren behandelt. Solberg führte als Beispiel Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, Nichtzulassung zu Nachtclubs, dazu Behauptungen, sie seien keine richtigen Norweger und werden regelmäßig gefragt, woher sie ursprünglich kommen. Sie fügte hinzu, dass viele inidividuelle Muslime kollektiv für die Taten aller Muslime verantwortlich gemacht werden. Solberg gab implizit zu, dass ihr Vergleich weitgehend falsch war, als sie erklärte, dass Muslime heute keiner brutalen Repression wie Juden in den 1930-er Jahren unterworfen sind. Solberg ignorierte auch praktischerweise die Tatsache, dass norwegische Behörden zu muslimischer Partizipation an der Gesellschaft ermutigen. Muslime spielen in der norwegischen Politik eine bedeutende Rolle.

Die jüdische Journalistin Mona Levin fasste das so zusammen: „Muslim-Bashing ist verwerflich und wird durch das Ziehen von Parallelen zur jüdischen Geschichte weder verbessert noch verschlimmert.“[105] Der Vorsitzende der kleinen jüdischen Gemeinde in Oslo, Ervin Koch, reagiert mit der Versicherung, dass Solbergs unangemessene Bemerkungen über die Juden zeigte, dass sie die Geschichte nicht begriffen. Während der 1930-er Jahre wurden Juden von Staaten verfolgt und waren Opfer rassistischer Gesetze, was bei Muslimen in Norwegen heute nicht der Fall ist.

Islamophobie und Fels in der Brandung

In einigen westlichen Ländern brachten die Reaktionen auf die Operation Fels in der Brandung erneut das Thema „Islamophobie ist das Gleiche wie Antisemitismus“ auf. Jüdische Gemeinden haben ihren Teil daran, dass dies gestattet wird. Eine davon ist das Board of Deputies of British Jews, das mit dem Muslim Council of Britain (MCB) eine gemeinsame Erklärung ausgab:

Die britische Journalistin und Schriftstellerin Melanie Phillips analysierte diesen Text und schrieb:

Die gemeinsame Erklärung mit dem MCB verurteilte Antisemitismus und Islamophobie als seien sie gleichgestellte Formen des Fanatismus… Islamophobie ist ein allumfassender Begriff, der benutzt wird, um jeden zu dämonisieren, der legitime Kritik am Islam oder Muslimen übt. Es ist nicht irrational Angst vor im Namen des Islam verübten Morde und Terrorismus zu haben; es ist nicht fanatisch vor den ständigen Übergriffen des Scharia-Rechts oder den Verbindungen zwischen islamischen Wohltätigkeitsorganisationen und terroristischer Geldwäsche in London zu warnen; es ist keine Dämonisierung muslimische Übergriffe auf Frauen und Mädchen oder auf die freie Meinungsäußerung zu dämonisieren. Doch alle diese Meinungen werden als „islamophobisch“ verdammt, um sie zum Schweigen zu bringen.[106]

In den Niederlanden unterschrieben im September 2014 jüdische Gemeindeleiter zusammen mit ihren muslimischen und christlichen Gegenüber eine gemeinsame Erklärung. Einer der vielen problematischen Aspekte war ihre Erklärung, dass sowohl „Judenhass als auch Islamophobie nicht toleriert werden dürfen“. Nicht erwähnt wurde, dass ein gewaltig unverhältnismäßiger Teil der Aggression und Hetze gegen Juden in den Niederlanden Teilen der niederländisch-muslimischen Gemeinschaft entstammt.[107]

Verurteilungen

Regelmäßige Verurteilungen können eine weitere Form der Dämonisierung sein. Vor mehr als zehn Jahren sagte Cotler:

Die UNO-Vollversammlung verabschiedet jedes Jahr rund 20 Resolutionen gegen Israel, so viele wie gegen den Rest der internationalen Gemeinschaft zusammen. Wieder kommen die großen Menschenrechtsverletzer unbeschadet davon. Diese Entscheidungen sind zwar nicht bindend, aber sie sind wichtige Abbildungen der politischen Kultur der internationalen Gemeinschaft.[108]

Man könnte hinzufügen, dass diese Situation sich in den letzten zehn Jahren nicht sonderlich verändert hat.

Die Zahl der Verurteilungen Israels durch einzelne Länder ist fast unendlich. Der Vorfall mit der Gaza-Flottille zum Beispiel, die Provokationen durch türkische Teilnehmer zur Folge hatte, ergab viele Verurteilungen. Eine der Organisation der Islamischen Kooperation war Teil von deren Propagandakriegs gegen Israel. Ihre Erklärung besagte:

Die OIC-Gruppe verurteilt scharf die illegale, brutale und provokative israelische Aggression, die in internationalen Gewässern gegen den zivilen Schiffskonvoi verübte, der lebenswichtige humanitäre Hilfe mitführte, die von hunderten internationalen Friedens- und Menschenrechtsaktivisten für den besetzten und belagerten Gazastreifen geliefert werden sollte. Die OIC-Gruppe verurteilt zudem aufs Schärfste die Tötung und Verletzung mehrerer Zivilisten durch israelische Militärkräfte, die das türkische Fahrzeug in dem humanitären Konvoi angriffen.[109]

Auch Schweden nahm nach dem israelischen Kommandounternehmen gegen die Mavi Marmara eine extrem antiisraelische Haltung ein. Sofort danach traf Außenminister Karl Bildt zwei der schwedischen Flottillen-Aktivisten in Istanbul, wo er Anteilnahm für sie und ihre Sache zum Ausdruck brachte und Israel verurteilte.[110] Er erklärte zudem, dass Israels Palästinenserpolitik „katastrophal“ sei und „zu einem Problem nach dem anderen führt“.[111] Man kann in der Tat nur bedauern, dass nie eine detaillierte Analyse von Ashtons Verurteilungen Israels erstellt wurde. Wäre das gemacht worden, könnte man das mit dem vergleichen, wie oft sie die großen Menschenrechtsverletzer der Welt verurteilt hat.

Handlungsaufrufe

Ein Teil des Dämonisierungsprozesses wird über öffentliche Aufrufe ausgeführt gegen Israel und/oder Juden vorzugehen. Die gewalttätigsten Aufrufe sind die nach Völkermord an Israel. Die überwiegende Mehrheit dieser Aufrufe kommt aus erheblichen Teilen der muslimischen Welt. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts hat der Iran eine wichtige Rolle bei diesem Phänomen gespielt. Am 26. Oktober 2005 sprach der damalige Präsident des Iran Mahmud Ahmadinedschad auf der Konferenz „Welt ohne Zionismus“ – die dem jährlichen Al-Quds (Jerusalem)-Tag vorausging, der von Ayatolah Khomeini eingeführt wurde – im Innenministerium in Teheran. Er erklärte:

Imam [Khomeini] sagte: „Dieses Regime, das Quds besetzt hält, muss aus den Seiten der Geschichte entfernt werden.“ Dieser Satz ist sehr weise … Heute strebt [Israel] teuflisch und hinterlistig an, die Kontrolle der Kriegsfront zu kontrollieren … Wenn jemand unter dem Druck der Hegemonialmacht [d.h. des Westens] steht und begreift, dass etwas falsch ist oder wenn er naiv ist oder ein Egoist und sein Hedonismus lässt ihn das zionistisch Regime erkennen, dann sollte er wissen, dass er im Feuer der islamischen Ummah [Nation] brennen wird … Oh liebes Volk, schau auf diese globale Arena. Wem stehen wir gegenüber? Wir müssen begreifen, wie tief die Schande ist, die uns vom Feind aufgezwungen wurde, bis unser heiliger Hass sich stetig ausbreitet und wie eine Well zuschlägt.

Andere Redner der Veranstaltung waren Terroristenführer Hassan Nasrallah von der Hisbollah im Libanon und Khald Meschaal von der Hamas, der heute in Qatar lebt. Vor seiner Aussage sagte Ahmadinedschad hunderten anwesenden Studenten, sie sollten den Slogan „Tod Israel“ rufen.[112]

Aufstachelung zu Terror ist eine weitere Form verbaler Aggression. Ein weiterer Typ Aufruf zu Handeln schließt Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) ein. All diese haben einen stark dämonisierenden Charakter.

Handlungen gegen Israel

Die gewalttätigsten Handlungen gegen Israel sind gewöhnlich von verbaler Dämonisierung begleitet. Die militärischen Feldzüge, die Selbstmord- und anderen Terroranschläge erhalten oft, wenn auch nicht immer, Unterstützung aus dem arabischen Propagandakrieg.

Der britische Antisemitismus-Experte Michael White stellte fest, dass eine Veränderung in der Art der Terrorbedrohungen gegen die jüdischen Gemeinden stattgefunden hat:

Viele Terrorgruppen, die gegen Juden schießen, haben ihre Wurzeln in politischen Ideologien, die Antisemitismus in ihre Weltsicht einbinden. Neonazi-Gruppen zum Beispiel halten an der Ansicht fest, dass Juden radikal minderwertig sind und sich verschwören die weiße Rasse zu vernichten. Islamistische Terroristen, sowohl der schiitischen als auch der sunnitischen Variante, glauben, dass Juden moralisch minderwertig sind und sich verschwören den Islam zu untergraben und zu vernichten. Linke Terrorgruppen, die Juden angegriffen haben, haben oft mit ihren antiamerikanischen und antikapitalistischen Ansichten verschmolzen. Der Glaube an eine jüdische oder zionistische Verschwörung ist in den Ideologien üblich, die die meisten Terrorgruppen antreiben, die sich gegen Juden und Israel richten. Die Vorstellung, dass Juden, der Zionismus oder Israel die Schaffung einer neuen, besseren Welt für alle verhindern, ist ebenso allen verschiedenen extremistischen Ideologien gemein.

Er fügte hinzu:

Terroristische Bedrohungen für Juden im 21. Jahrhundert kommen in der Hauptsache aus drei Richtungen: dem globalen Jihad (d.h. Al-Qaida und seine Partner und Anhänger), dem Iran und seinen Stellvertretern und Neonazis und weißen Rassisten. Linksextreme und anarchistische Gruppen verübten in den 1970-er und 1980-er Jahren viele Terroranschläge auf jüdische Gemeinden. Obwohl einige Restruppen dieser Art in Deutschland, Italien, Griechenland und Lateinamerika verbleiben, steht ihnen heute weniger finanzielle Unterstützung oder Ausbildung zur Verfügung als es vor dessen Implosion vom Sowjetblock gab. Folglich ist die Terrorbedrohung aus diesem Bereich niedrig.[113]

Antiisraelische Demonstrationen sind ein weiterer Typ des Handelns, zu dem Delegitimierung gehört. Eine beträchtliche Zahl davon wird begleitet von antijüdischer Gewalt und antisemitischer wie antiisraelischer Hetze. Bei einigen von ihnen sind Rufe wie „Tod den Juden“ oder „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ zu hören.

BDS

Die Boykott-Kampagnen gegen Israel müssen in einem viel größeren Kontext betrachtet werden. In der Vergangenheit sind Boykotte unterschiedlicher Arten gegen andere Regierungen nicht sehr erfolgreich gewesen. Aber dauerhafte Auswirkungen zu erzielen ist nicht unbedingt das Hauptziel der Boykotteure. Die begleitende Publicity ist ihnen als Ziel oft weit wichtiger.

Es gibt einen weiteren wichtigen Aspekt für die Boykotte. In komplexen und stark integrierten Gesellschaften nimmt die Verletzbarkeit der Gesellschaft ständig zu. Umso mehr als im Fall der Boykotte ist dies aus den mörderischen Aufrufen der Bewegung Islamischer Staat erwiesen. Sie fordert Unterstützer in der westlichen Welt auf Westler wahllos Westler zu töten. Wenn jeder ein potenzielles Opfer ist, dann wird es zum Problem alle zu schützen.

In einem Kontext allgemeiner Verletzbarkeit gibt s wenig, was das Individuum tun kann um sich selbst zu schützen. Das war in gewissem Maß für Israelis während der Intifadas der Fall; jeder Israeli konnte Opfer mörderischer palästinensischer Anschläge werden. Genauso zielten Anschläge auch wahllos auf Israelis im Ausland.

Die antiisraelische kanadisch-jüdische Autorin Naomi Klein gab – während sie Israel verunglimpfte – zu, dass die antiisraelischen Boykotte zweierlei Maß einsetzen. Sie behauptete: „Die beste Strategie zur Beendigung der zunehmend blutigen Besatzung ist für Israel, dass es zum Ziel der Art weltweiter Bewegungen wird, die der Apartheid in Südafrika ein Ende setzte.“ Klein fügte an: „Warum Israel herausheben, wenn die Vereinigten Staaten, Großbritannien und andere westliche Länder dasselbe im Irak und Afghanistan tun?“ Ihre Antwort: „Boykott ist kein Dogma, sondern eine Taktik. Der Grund, dass die BDS-Strategie gegen Israel ausprobiert werden sollte, ist ein praktischer: In einem so kleinen und vom Handel abhängigen Land könnte es tatsächlich funktionieren.“[114]

Das ist ein Kernfall von Antisemitismus, da Israel ausgesondert wird und erklärt einige bei Antiisraelismus und Antisemitismus genutzte Instrumente. Ein Schlüsselelement des Antisemitismus konzentriert sich auf das eigene Handeln gegen Juden, weil sie ein einfacheres Ziel sind als andere. Versteht man das erst einmal, dann sieht man es in vielen anderen Situationen, die Israel und die Juden involvieren. Das erklärt auch, zum Teil, das Phänomen, dass die Juden oft die ersten sind, die angegriffen werden, aber nie die letzten. Es klärt auch, warum Juden Israel Indikatoren der Natur vieler Phänomene sowohl in muslimische als auch westlichen Gesellschaften sind.

Der Haupteinpeitscher der britischen Konservativen Partei, Michael Grove, sagte 2014 in einer Rede beim Holocaust Education Trust:

Wir müssen gegen dieses Vorurteil unsere Stimme erheben. Wir müssen die Menschen daran erinnern, dass das, was mit einer Kampagne gegen jüdische Waren in der Vergangenheit bekannt mit einer Kampagne gegen jüdisches Leben endete. Wir müssen klar machen, dass diese Art von Vorurteil mit den Juden beginnt, aber nie mit den Judenendet. Wir müssen uns vereint gegen den Hass stellen. Heute mehr als je zuvor.

Er fuhr fort: „Wir wissen, dass die jihadistischen Terroristen, die für furchtbare Gewalt überall im Nahen Osten verantwortlich sind, nicht nur gegen Juden und Israel schießen, sondern gegen uns alle im Westen.“

Gove fasste zusammen:

Sie hassen Israel und sie wollen die Heimat des jüdischen Volks auswischen, nicht wegen dem, was Israel tut, sondern wegen dem, was Israel ist – frei, demokratisch, liberal und westlich. Wir müssen uns daran erinnern, dass Israels Existenzrecht zu verteidigen die Verteidigung unserer gemeinsamen Menschlichkeit ist. Heute mehr als je zuvor.[115]

Ein ähnliches Argument wie das von Klein wurde vom Präsidenten der American Studies Association (ASA), Curtis Marez, verwendet. Er bestritt nicht, dass viele andere Länder, darunter einige aus Israels Region, eine vergleichbare oder schlechtere Menschenrechtsbilanz haben als Israel. Er soll allerdings gesagt haben, dass „man irgendwo anfangen muss“. Er fügte hinzu, dass palästinensische zivilgesellschaftliche Gruppen seine Organisation gebeten haben Israel zu boykottiere; keine derartigen Aufforderungen sind von Gruppen in anderen Ländern gemacht worden.[116]

Die BDS-Bewegung hat in den letzten Jahren zunehmend Erfolge gehabt. Man sollte hinzufügen, dass dies zum Teil durch die fehlenden professionellen Antworten der israelischen Behörden der Fall ist.

 

Fußnoten:

[1] Manfred Gerstenfeld: Interview with Pieter van der Horst: “The Origins of Christian Anti-Semitism.” Post-Holocaust and Anti-Semitism, 81, 1. Juni 2009.

[2] Lukas 6,29

[3] SPD-Chef: Gabriel spricht über seinen Nazi-Vater. Der Spiegel Online, 11. Januar 2011.

[4] Israels Palästinenserpolitik: Gabriel erntet Kritik nach Apartheid-Vergleich. Der Spiegel Online, 15. März 2012.

[5] https://wjewishvirtuallibrary.org/jsource/biography/Weizsaeker.html.  library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf.

[6] Aribert Heyder, Julia Iser, Peter Schmidt: Israelkritik oder Antisemitismus? Meinungsbildung zwischen Öffentlichkeit, Medien und Tabus. In: Wilhelm Heitmeyer: Deutsche Zustände. Frankfurt am Main (Suhrkamp) 2005, S. 144ff.

[7] Henry Rousso: Le dosssier de Lyon III: Le rapport sur le racisme et le négationnisme à l’université Jean-Moulin. Paris (Fayard) 2004.

[8] Deborah Lipstadt: Denying the Holocaust: The Growing Assault on Truth and Memory. New York (Free Press/Macmillan) 1993. (Den Holocaust Leugnen: Der zunehmende Angriff auf Wahrheit und Erinnerung)

[9] Manfred Gerstenfeld: Interview with Deborah Lipstadt: Denial of the Holocaust and Immoral Equivalence. Post-Holocaust and Anti-Semitism, 11, 1. August, 2003

[10] youtube.com/watch?v=mkizDpl7x_E (part 1) (angesehen 2. Juni 2009); http://www.youtube.com/watch?v=369WqEJ6ChA (part 2) (angesehen 2. Juni 2009).

[11] Manfred Gerstenfeld: Interview with Michael Widlanski: Deceitful Palestinian Statements as Strategic Weapons. Israel National News, 23. September 2013.

[12] Manfred Gerstenfeld: Interview with Nadav Shragai: Libel: Israel Intends to Destroy the Al-Aksa Mosque. Israel National News, 16. Oktober 2013.

[13] JTA: UNESCO sets date for contested Jews in Israel exhibit. Haaretz, 28. Januar 2014

[14] http://wyoutube.com/watch?v=JA9nFQyRTdw (angesehen 14. Juli 2014).

[15] Fraser Nelson: Anger over Dalyell’s ‘Jewish Cabal’ Slur. The Scotsman, 5. Mai 2003

[16] Lahav Harkov: Erdogan: ‘Ayelet Shaked has same mindset as Hitler’. The Jerusalem Post, 15. Juli 2014.

[17] Gulsan Solaker und Jonny Hogg: Turkish PM Erdogan says Israel ‘surpasses Hitler in barbarism. Reuters, 19. Juli 2014.

[18] Raphael Ahren: South Africa’s ruling party compares Gaza op to Nazi crimes. The Times of Israel, 10. Juli 2014.

[19] Venezuela condems Israeli ‘genocide’ and ‘extermination‘. Reuters, 19. Juli 2014.

[20] Manfred Gerstenfeld: Interview with Robbie Sabel: On the ‘Israel is an Apartheid State’ Slander. Israel National News, 2. Dezember 2013.

[21] Benjamin Pogrund: Drawing Fire. London (Rowman & Littlefield) 2014, S. 152.

[22] Lilian Alemagna und Laura Breton: Valls denonce un ‘apartheid territorial, social et ethnique’ en France. Liberation, 20. Januar 2015.

[23] Nadav Shragai: The “Al-Aksa is in Danger” Libel: The History of a Lie. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs) 2012.

[24] Gerstenfeld, interview with Shragai.

[25] Günther Grass: Was gesagt werden muss. Süddeutsche Zeitung, 10. April 2012.

[26] Günter Grass: Quello che deve essere ditto. La Repubblica, 4. April 2012; Ugo Volli: Poesia dedicata a Günter Grass; Andrea Tarquini: Una poesia contro Israele, l’ultima provocazione di Grass Le sue atomiche una minaccia”; Adriano Prosperi, “Se la storia viene capovolta in un brusio di responsabilità. Informazione Corretta, 4. April 2012.

[27] Günter Grass: What Must Be Said.The Guardian, 5. April 2012.

[28] Günter Grass: Lo que hay que decir. El País, 4. April 2012.

[29] Dokumentation: Læs Günter Grass’ digt. Politiken, 7. April 2012.

[30] Günter Grass: Det som må sies. Aftenposten, 8. April 2012.

[31] Manfred Gerstenfeld: Part-Time Anti-Semites. Israel National News, 23. April 2012.

[32] Vote sur la “Palestine Fillon: ‘Israël menace la paix mondiale’”. Le Monde Juif, 16. November 2014

[33] Passover suicide bombing at Park Hotel in Netanya. Israelisches Außenministerium, 27. März 2002.

[34] Backgrounder: A Study in Palestinian Duplicity and Media Indifference. CAM ERA, 1. August 2002.

[35] Tovah Lazaroff: Erdan: Israel needs to unite against Palestinian delegitimiza-tion. The Jerusalem Post, 29. September 2014.

[36] Examination of the names of Palestinians killed in Operation Protective Edge—Part Seven. Meir Amit Intelligence and Terrorist Information Center, 1. December 2014.

[37] Ari Yashar: Ya’alon to Kerry: Don’t Threaten Intifada. Arutz Sheva, 8. November 2013.

[38] Appeal to Poverty/Appeal to money. Aboucom. Retrieved from http://atheism. about.com/library/FAQs/skepticism/blfaq_fall_poverty.htm.

[39] Henry Silverman: How in 2010 Reuters engaged in anti-Israel propaganda. Journal of Applied Business Research 27, 6 (November-December 2011).

[40] Michael Labossiere: Fallacies. Fallacy Tutorial Pro 3.0. The Nizkor Project. Retrieved from http://www.nizkor.org/features/fallacies.

[41] Manfred Gerstenfeld: The Gaza Flotilla: Facts and Official Reactions. Post-Holocaust and Anti-Semitism, S. 102, 15. September 2010.

[42] Manfred Gerstenfeld: Israel against the forces of sentimental appeal. The Jerusalem Post, 22. Dezember 2014.

[43] Sreenivasan Jain: How Hamas Assembles and Fires Rockets. NDTV, 5. August 2014.

[44] Finnish reporter admits Gaza rockets launched from hospital. The Jerusalem Post, 2. August 2014.

[45] Reporter in Gaza startled by Hamas rocket whizzing over her head. TheJerusalem Post, 3. August 2014.

[46] Rhetorical Fallacies. Undergraduate Writing Center, University of Texas at Austin, 2013.

[47] Gazans Want Marshall Plan, Israel Policy Falls Short. Reuters, 27. Juli 2010.

[48] Silverman: How in 2010 Reuters engaged in anti-Israel propaganda.

[49] Cambridge Dictionaries Online: http://dictionary.cambridge.org/dictionary/brit- ish/double-standard.

[50] Working Definition of anti-Semitism. The Coordination Forum for Countering Anti-Semitism (CFCA), http://antisorg.il/eng/Working%20definition%20of%20antisemitism.

[51] Reuters and Matt Spetalnick: U.S.: Israel can do more to avoid civilian casualties in Gaza. Haaretz, 18. Juli. 2014.

[52] Reuters: US, UN, France call on Israel to do more to prevent civilian casualties in Gaza. The Jerusalem Post, 18. Juli 2014.

[53] Yonah Jeremy Bob: ICRC: World holds Israel to legal double standards. The Jerusalem Post, 3.Dezember 2014.

[54] Für eine detaillierte Analyse  s. Manfred Gerstenfeld: Bin Laden versus Yassin. Ynetnews, 5. März 2011.

[55] U.N. chief Ban hails bin Laden death as ‘watershed’. Reuters, 2. Mai 2011.

[56] World leaders condemn Yassin assassination. The Sunday Times, 22. März 2004.

[57] Lisa Bryant: Europe Welcomes bin Laden’s Death. Voice of America, 2. Mai 2011.

[58] World leaders condemn.

[59] Gerstenfeld: „Bin Laden.“

[60] Thomas Friedman: From Beirut to Jerusalem. New York (Anchor Books, Dou-bleday) 1990, S. 72-73.

[61] ebenda

[62] Examining Human Rights Watch in 2008: Double Standards and Post-Colonial Ideology. NGO Monitor, 13. Januar 2009.

[63] Gert Weisskirchen: Anmaßende Abgeordnete. Jüdische Allgemeine, 8. Juli 2010

[64] Manfred Gerstenfeld: Interview with Irwin Cotler: Discrimination against Israel in the International Arena: Undermining the Cause of Human Rights at the United Nations. In: Europe’s Crumbling Myths: The Post-Holocaust Origins of Today’s Anti-Semitism. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs), Yad Vashem, World Jewish Congress, 2003,

[65] Israel: Billionaire with settlement links targeted in divestment campaign. http://www.com/AKI/English/Security/?id=3.0.3758448930.

[66] Meir Rosenne, persönliche Kommunikation, zitiert in: Manfred Gerstenfeld: European Politics: Double Standards toward Israel. Jewish Political Studies Review 17, S. 3-4 (Herbst 2005).

[67] Manfred Gerstenfeld: Behind the Humanitarian Mask. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs und Friends of Simon Wiesenthal Center for Holocaust Studies) 2008, S. 22-23.

[68] Moshe Yegar: Neutral Policy—Theory versus Practice: Swedish-Israeli Relations. Jerusalem (Israel Council on Foreign Relations) 1993, S. 126-128.

[69] Manfred Gerstenfeld: Interview with Uriel Rosenthal: Nederland, Europa en Israel. Aleh, Februar 2014

[70] Manfred Gerstenfeld: Double Standards for Israel. Journal for the Study of Antisemitism 4, 2 (2012), S. 613-638.

[71] Steven Lukes: Moral Relativism (Big Ideas). London (Profile Books) 2009.

[72] Zitiert in: Michael Shermer/Alex Grobman: Denying History: Who Says the Holocaust Never Happenedand Why Do They Say It? Berkeley (University of California Press) 2009, S. 105.

[73] Dr. Yohanan Manor: The 1975 ‘Zionism is Racism’ Resolution: The Rise, Fall, and Resurgence of a Libel. Jerusalem Center for Public Affairs, 2. Mai 2010.

[74] UN Resolution 3379 (XXX), United Nations, November 1975

[75] Manor: 1975 ‘Zionism is Racism’ Resolution.

[76] Joël Kotek: Cartoons and Extremism: Israel and the Jews in Arab and Western Media. Edgware (UK: Vallentine Mitchell) 2009, S. 41.

[77] ebenda

[78] Richard Landes: 1948-2008 Part I: The Sad Story of the Nakba. The Augean Stables, 8. Mai 2008.

[79] Erdogan: Zionism is a crime against humanity. Ynetnews, 28. Februar 2013.

[80] Selcan Hacaoglu/Nicole Gaouette: UN Says Erdogan ‘Wrong’ to Link Zionism With Fascism. Bloomberg, 1. März 2013.

[81] Elad Benari: Kerry Says Erdogan’s Comments are ‘Objectionable’. Arutz Sheva, 1. März 2013.

[82] Generalsekretär Ban Ki-moon: Note to correspondents. United Nations, 1. März 2013

[83] Meir Litvak/Esther Webman: From Empathy to Denial: Arab Responses to the Holocaust. New York (Columbia University Press) 2009.

[84] Akiva Eldar: Tutu to Haaretz: Arabs paying the price of the Holocaust. Haaretz, 28. August 2009.

[85] Robert Rozett: An Open Letter to Archbishop Desmond Tutu. Haaretz, 4. September 2009.

[86] Le discours prononcé à Constantine. Algeria Watch, 6. Dezember 2007. http://www.algeria-watcorg/fr/article/pol/france/discours_sarkozy_constantine.htm.

[87] Israel to Ashton: Retract Toulouse-Gaza comparison. The Jerusalem Post, 20. März 2013.

[88] Debate: MEPs call for an immediate ceasefire in the Israeli-Palestinian conflict. Europaparlament, 17. Juli 2014.

[89] Freezing funds: list of terrorists and terrorist groups. Europäische Union.

[90] Israel’s protection and Hamas’ exploitation of civilians in Operation Protective Edge. Israelisches Außenministerium, 24. Juli 2014.

[91] Manfred Gerstenfeld: The Gaza Flotilla: Facts and Official Reactions. Jerusalem Center for Public Affairs, 15. September 2010.

[92] JTA: John Kerry Compares Gaza Flotilla and Boston Marathon Bombing Victims. Forward, 23. April 2013.

[93] Jean Bethke Elshtain: Just War against Terror: The Burden of American Power in a Violent World. New York (Basic Books) 2003, Kapitel 1.

[94] Adam Chandler: The Times, The Guardian Misrepresent Conflict. Tablet Magazine, 16. November 2012.

[95] David Harris: Israel and Hamas: Moral Clarity, Moral Fog, Moral Hypocrisy. The Huffington Post, 20 November 2012.

[96] Herb Keinon: Danish FM: Ze’evi Murder Same as Targeted Killings. TheJerusalem Post, 19. Oktober 2001.

[97] Anton La Guardia: Hamas is added to EU’s blacklist of terror. TheTelegraph, 12. September 2003.

[98] European Council conclusions on external relations (Ukraine and Gaza). Europarat, 16. Juli 2014.

[99] Israel-Hamas prisoner swap casts harsh light on detention practices of all sides. Amnesty International, 18. Oktober, 2011.

[100] Alan Dershowitz: The Anti-Israel Double Standard Watch. The Huffington Post, 14. Juli 2006.

[101] Harris: Israel and Hamas.

[102] Emre Peker: Turkey Labels Israel a ‘Terrorist State’. The Wall Street Journal, 19. November 2012.

[103] Harris: Israel and Hamas.

[104] Discours de Nicolas Sarkozy à Alger. Acom, 3. Dezember 2007, http://www.afrik.com/article13062.html.

[105] Mona Levin: Kan ikke sammenlignes. Aftenposten, 9. August 2011.

[106] Melanie Phillips: The False Equation of Jew-hatred and Islamophobia. The Jerusalem Post, 5. September 2014

[107] Manfred Gerstenfeld: Dutch Jewish Leaders Sign a Damning Declaration. Israel National News, 4. September 2014.

[108] Gerstenfeld: Interview with Cotler, S. 220.

[109] OIC Secrtary General: Israeli Aggression on the Relief Convoy Heading for Gaza Is a Crime and Blatant Violation of All International Laws Norms and Standards. Organization of Islamic Cooperation, 31. Mai 2010. http://www.oic-oci. org/topic_detail.asp?t_id=3833.

[110] Mats Tunehag: Iran’s Swedish Protector. The Wall Street Journal, 21. Juli 2010.

[111] Swede Bites Dog. The Wall Street Journal, 7. Juli 2010.

[112] Iranian President at Teheran Conference: ‘Very Soon, This Stain of Disgrace [Israel] Will Be Purged from the Center of the Islamic World—and This is Attainable. Middle East Media Research Institute (MEMRI) Special Dispatch Series, 1013, 28. Oktober 2005.

[113] Michael Whine: Terrorist Incidents against Jewish Communities and Israeli Citizens Abroad, 1968-2010. Post-Holocaust and Anti-Semitism, S. 108, 1. Juli 2011.

[114] Naomi Klein: Israel: Boycott, Divest, Sanction. The Nation, 26. Januar 2009.

[115] Rowena Mason: Gove says boycott of Israeli goods is sign of ‘resurgent anti-semitism’. The Guardian, 9. September 2014.

[116] Lazar Berman: Top US academic association decries Israel Boycott. The Times of Israel, 22. Dezember 2013.

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