Auch Juden können Antisemiten sein!

Gilad Atzmon, das Musterbeispiel eines jüdischen Antisemiten, ist nicht allein

Manfred Gerstenfeld und Leah Hagelberg, Israel National News, 28. November 2016

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In einem weltweiten Antisemitismus-Wettbewerb für Juden würde Großbritannien vermutlich von Gilad Atzmon vertreten. Die von diesem Musiker, einem Israeli, der sagt er habe seinen Reisepass zerrissen,[1] veröffentlichten Verunglimpfungen sind derart heftig, dass selbst die palästinensische Internetseite Electronic Intifada sich von seinem Antisemitismus distanziert hat.[2]

Die Analyse seiner Äußerungen kann damit als Musterbeispiel für ähnliche Bewertungen trügerischer Verleumdungen durch jüdische Antisemiten dienen.

Die Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA)[3] ist ein angemessenes Mittel die Veröffentlichungen dieses Serienverleumders Israels und der Juden zu analysieren. Die Definition benötigte die Zustimmung ihrer 31 Mitgliedsstaaten – darunter Großbritannien.

Die IHRA-Definition besagt, dass es antisemitisch ist „die Juden als Volk oder Israel als Staat der Erfindung oder Übertreibung des Holocaust“ zu beschuldigen. Die Definition schließt ein, dass es antisemitisch ist „Gleichsetzungen zeitgenössischer israelischer Politik mit der der Nazis vorzunehmen“. Atzmon verhöhnt den Holocaust und seine Überlebenden in einem Artikel mit dem Titel „After all, I am a proper Zionist Jew…I am a Holocaust Survivor“[4], in dem er schreibt: „Ja, ich bin ein Überlebender, denn ich habe es geschafft all die gruseligen Berichte vom Holocaust zu überleben.“[5]

Er fügt hinzu: „Ich bin zudem völlig gegen Holocaustleugnung. Ich hasse die, die den Völkermord bestreiten, der im Namen des Holocaust stattfindet. Palästina ist ein Beispiel dafür…“[6]

Atzmon reitet seine Attacken auch oft gegen sogenannte jüdische „Progressive“. Dazu gehört die jüdische antizionistische Linke.[7][8] Er greift zum Beispiel den Amerikaner Max Blumenthal an,[9] der wiederholt Israel mit den Nazis gleichsetzte.[10] In einem Artikel mit dem Titel „Goyim Must Obey“[11] beschuldigt Atzmon die jüdischen Antizionisten, sie würden Goyim und sogar Palästinensern sagen, was ihnen zu tun erlaubt ist und wem sie zuhören dürfen oder nicht“[12] – genauso wie das eigentlich die Welt kontrollierende erwählte Volk es macht.

Er fügt an: „Vielleicht muss Goyim aller Altersstufen und Reihen gesagt werden, was sie tun ‚müssen‘: das ist einfach Teil davon auserwählt zu sein – (Ich bin nicht mehr auserwählt, also kann ich das nicht sagen)“.[13] Das stellt sicher, dass niemand Atzmons Antisemitismus „in der Annahme, dass Antizionismus kein Antisemitismus ist“ mit legitimer Kritik verwechseln kann.

Atzmons Ansichten sind klassischer Antisemitismus in Übereinstimmung mit den Protokollen der Weisen von Zion, die er als wahr und richtig verteidigt.[14]

Atzmon greift sogar Juden an, die sich komplett von Judentum und den Zionismus distanzieren.[15] Einer davon ist Shlomo Sand – ein israelischer Historiker und selbsternannter ehemaliger Jude, der The Invention of the Jewish People[16] schrieb. Eine andere ist Avigail Abarbanel – eine ehemalige Israelin, die heute als pro-palästinensische Aktivistin und Autorin für die antiisraelische Internetseite Mondoweiss tätig ist; daneben ist sie Psychotherapeutin in Australien. Laut Atzmon sind sie immer noch von „koscherem Binärdenken“ infiziert und weiterhin dem jüdischen Stammessystem verbunden sowie vom Holocaust besessen.

Er behauptet auch, dass Abarbanel es ablehnt ausreichend selbstbeobachtend zu sein, um „in den Spiegel zu sehen und zu identifizieren, was an den Juden dran ist, das so viele Anfeindungen zu so vielen unterschiedlichen Zeiten und an so vielen unterschiedlichen Orten hervorruft… etwas, das Bernard Lazare, ein früher Zionist, sehr wohl machte…“[17] Lazare, der vor mehr als hundert Jahren starb, gab in seiner Analyse des Antisemitismus viele selbsthassende Kommentare ab.[18]

Die IHRA-Definition besagt: „Unwahre, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotypische Beschuldigungen gegen Juden als solche oder die Macht der Juden als Kollektiv zu erheben – so z.B. besonders, wenn auch nicht ausschließlich den Mythos einer jüdischen Weltverschwörung oder dass Juden die Medien, Wirtschaft, Regierung oder soziale Institutionen kontrollieren – ist ein Beispiel für Antisemitismus.“

Äußerungen Atzmons fallen in diese Kategorie der IHRA-Definition, wenn er fragt: „Warum haben die Juden, ein Volk, das von seiner eigenen Vergangenheit besessen ist, so viel Angst vor anderen Völkern, zum Beispiel ‚weißen‘ Menschen, die bezüglich ihrer eigenen Vergangenheit wehmütig sind?“[19] Er beantwortet seine eigene Frage so: „Der progressive Jude versteht, dass die Arbeiterklasse sehnsüchtig auf eine Gesellschaft blickt, wie sie war, bevor Jerusalem dominierte; das heißt auf eine Zeit, bevor die amerikanische Politik von Typen wie Saban, Soros, Goldman Sachs und anderen globalen Kapitalisten kontrolliert wurde, die von Produktion, Herstellung und Landwirtschaft abgeschirmt waren.“[20]

Jüdische Verschwörung und jüdische Macht sind eine Klammer der verlogenen Verleumdungen Atzmons. Er schreibt: „Jüdische Macht ist die Macht Kritik an jüdischer Macht zum Schweigen zu bringen“, und erklärt weiter: „Für Leute, die in den USA, Großbritannien und Frankreich leben, ist jüdische Macht das Medium über das unsere Politik stattfindet.“[21]

In einem Artikel über George Soros, einen extrem antizionistischen amerikanischer Kritiker Israels, den er ständig als „den jüdischen Milliardär“ und „den jüdischen Oligarchen“ bezeichnet, schreibt Atzmon: „Soros‘ E-Mail wirft ein Licht darauf, wer im Westen tatsächlich den Ton angibt.[22] Eindeutig sind es nicht unsere sogenannten ‚demokratisch gewählten‘ Politiker. Stattdessen ist es „ein kleiner Kader an Oligarchen, Leute wie Soros und Goldman Sachs.“[23] Das ethnische Erbe dieser „Oligarchen“ ist unausgesprochen Teil davon.

Atzmons Artikel „For Goy Hatred on Speed Subscribe to the Forward”[24] ist voll von diesen Verschwörungstheorien, einschließlich der, dass “Wilhelm Reich, Marcuse und die Kulturmarxisten ihre sexualisierte Interpretation des ‚Sozialismus‘ nutzten, um den Westen zu schwächen und die Einheit der Arbeitsbewegung irreparabel zu vernichten“. In demselben Artikel macht Atzmon zudem den Bolschewismus, Kulturmarxismus, zionistische Konservative und den Zionismus für „jüdische Ideologien und politische Methoden“ verantwortlich, die zu einem „Jahrhundert der weltweiten Katastrophen“ geführt haben.[25]

In der IHRA-Definition heißt es: „Juden als Volk zu beschuldigen, für die realen oder eingebildeten Verbrechen verantwortlich zu sein, die eine einzelne jüdische Person beging oder sogar für Taten, die von Nichtjuden begangen werden, ist antisemitisch.“ Atzmon schreibt: „Wenn wir schon von Entschuldigungen reden, dann muss das Board of Deputies[26] sich immer noch für Lord Janner entschuldigen, der angeblich britische Waisen vergewaltigt hat, als er ihr Präsident war und daher mehr oder weniger die britischen Juden repräsentierte.“[27]

Ein weiteres Beispiel für Antisemitismus laut der IHRA-Definition ist die Beschuldigung jüdischer Bürger, sie seien Israel loyaler ergeben als ihrer eigenen Nation. Atzmon schreibt: „Die sogenannten ‚Antisemiten‘ – diejenigen, die Juden hassen, weil sie Juden sind – sprachen von Juden als Chamäleons. Sie konnten einfach die fehlende Integrität im Herzen der jüdischen Politik nicht verstehen. Sie konnten nicht begreifen, wie Juden so schnell die Verbündeten wechseln können.“[28]

Dieser Artikel trägt die Überschrift „Is Bibi a Lizard?“[29], was sich eindeutig auf die übliche Verschwörungstheorie von Reptilien-Hybriden bezieht, die die Welt kontrollieren, wie sie von David Icke vorgebracht wird.[30] Atzmons Artikel bezieht sich auf diesen britischen Fußballer und Sport-Ansager, der sich in einen Autor, öffentlichen Redner und Verschwörungstheoretiker verwandelte.[31]

Warum sollte Atzmon, der hauptsächlich auf seiner Internetseite veröffentlicht, Aufmerksamkeit gewidmet werden? Es gibt dafür mehrere Gründe. Einer ist, dass in einem teilweise antisemitischen Klima selbst eine Randfigur bei der Förderung der Aufstachelung gegen Juden und Israel helfen kann. Im Vereinten Königreich stimmen laut einer Studie der Universität Bielefeld von 2011 42% der Erwachsenenbevölkerung der irren Aussage zu, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt.[32]

Atzmon hat in der britischen Linken einigen Einfluss gewonnen, darunter bei der Sozialistischen Arbeitspartei und Indymedia.[33] Einer seiner Artikel ist von der extrem antiisraelischen Baroness Tonge[34] verbreitet worden. Artikel über Atzmon sind im The Atlantic[35] und im Guardian[36] erschienen. Sein Buch The Wandering Who[37] ist vom antizionistischen John Mearsheimer, R. Wendell Harrison Distinguished Service Professor für Politikwissenschaften an der University of Chicago und mit Stephen Walt aus Harvard Co-Autor von Die Israel-Lobby begrüßt worden.[38]

Oft ist das unsinnige Argument zu hören, dass Juden keine Antisemiten sein können. Darüber hinaus hat Atzmon aus irgendeinem Grund eine Aura der Legitimität, weil er Jude und Ex-Israeli ist, der einst in der IDF diente und heute diese heute kritisiert. Der Fall Atzmon, eines großen jüdisch-antisemitischen Hetzers, ist nicht der einzige. Einer unter vielen anderen ist der schon erwähnte Max Blumenthal. Er ist der Sohn von Sidney Blumenthal, einem engen Berater Hillary Clintons, von dem man weiß, dass er Artikel seines den Holocaust umkehrenden Sohnes an die geschlagene Präsidentschaftskandidatin weitergab.[39]

In den Niederlanden verstarb 2014 der führende jüdische, antisemitische Hetzer Hajo Meyer. Er ging sogar nach Deutschland, um an einer Schule in Gütersloh – die von einer Holocaust-Gedenkstiftung eine Beihilfe erhielt – zu sprechen; den Schülern dort sagte er, dass Israel ein Nazistaat ist.[40] Atzmon scheint ihn noch nicht entdeckt zu haben.

[1] http://ericwalberg.com/index.php?option=com_content&view=article&id=635:renouncing-jewishness-shlomo-sand-and-gilad-atzmon&catid=41:culture-and-religion&Itemid=94

[2] https://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/palestinian-writers-activists-disavow-racism-anti-semitism-gilad-atzmon

[3] https://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[4] Immerhin bin ich ein anstängier zionstischer Jude … ich bin ein Holocaust-Überlebender

[5] http://www.rense.com/general88/afterall.htm

[6] ebenda

[7] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/30/jewish-bigotry-on-speed-just-check-out-rabbi-jonathan-sacks

[8] http://www.gilad.co.uk/writings/2014/11/26/the-pathology-of-max-blumenthal

[9] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TOP-TEN-2013.PDF

[10] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/27/goyim-must-obey

[11] Nichtjuden müssen gehorchen

[12] ebenda

[13] http://www.thejc.com/comment-and-debate/columnists/149209/life-termite-colony

[14] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/10/12/can-jews-ever-leave-their-cult

[15] ebenda

[16] Die Erfindung des jüdischen Volkes

[27] Robert S. Wistrich: A Lethal Obsession: Anti-Semitism from Antiquity to the Global Jihad. New York (Random House) 2010, S. 16-17.

[18] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/8/28/utopia-nostalgia-and-the-jew

[19] ebenda

[20] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/7/30/jewish-power-in-decline

[21] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/8/18/george-schwartz-soros-the-oligarch-who-owns-the-left

[22] ebenda

[23] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/8/24/for-goy-hatred-on-speed-please-subscribe-to-the-forward

[24] Für auf Nichtjuden gerichteten Hass auf Speed abonnieren Sie den Forward

[25] ebenda

[26] der Vorstand der jüdischen Dachorganisation Großbritanniens

[27] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/12/is-bibi-a-lizard http://www.theatlantic.com/national/archive/2013/10/how-spot-reptilians-runing-us-government/354496/

[28] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/12/is-bibi-a-lizard

[29] Ist Bibi eine Eidechse?

[30] library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf.

[31] http://www.theguardian.com/commentisfree/2011/sep/25/gilad-atzmon-antisemitism-the-left

[32] http://jewishnews.timesofisrael.com/baroness-tonge-shares-article-about-jewish-power/

[33] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/19290

[34] http://www.theguardian.com/commentisfree/2011/sep/25/gilad-atzmon-antisemitism-the-left

[35] http://www.theatlantic.com/national/archive/2011/09/john-mearsheimer-endorses-a-hitler-apologist-and-holocaust-revisionist/245518/

[36] http://www.theguardian.com/commentisfree/2011/sep/25/gilad-atzmon-antisemitism-the-left

[37] Der wandernde Wer

[38] http://www.theatlantic.com/national/archive/2011/09/john-mearsheimer-endorses-a-hitler-apologist-and-holocaust-revisionist/245518/

[39] http://www.jpost.com/Opinion/No-Holds-Barred-Hillarys-Clintons-troubling-relationship-with-Israel-hating-adviser-441158

[40] http://www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-Features/Germans-use-anti-Israel-Jews-to-soothe-Holocaust-guilt

Stoff für’s Hirn

Jetzt wehren sich welche gegen Kopftuchzwang – Schachspielerinnen! (Und das gegen die Ignoranz ihres Weltverbandes, der meinte, man solle einfach „kulturelle Unterschiede respektieren“.)

Gerd Buurmann liest den ARD-Qualitätsjournalisten Susanne Glass und Markus Rosch noch einmal die Leviten – und entlarvt sie als rechercheunfähige/-verweigernde Stümper, die nicht mal lesen können.

„Antifa jagt Attentäter“? Sie sind selbst Attentäter und der Anschlag auf die Moschee in Dresden kann durchaus auch ihr Werk sein, wie Vera Lengsfeld zeigt. Aber unsere Qualitäts-Typen wissen es besser…

Amnesty International hat wieder mal spektakulär den Westen aufgefordert mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Wie verlogen und verzerrend AIs Darstellung der Flüchtlingsaufnahmen besonders durch die Türkei ist, zeigt Aron Sperber in seiner akribischen Analyse.

Leon de Winters Essay „Die Islamisierung Europas“ – über Verwirrungen und Irrtümer „Europas“ bezüglich der islamischen Invasion und dem freiwilligen Dhimmitum der Europäer.

Medien-BackSpin:
Ein palästinensischer „Kumpel wurde exekutiert“?!

Die Achse des Guten:
Lamya Kaddor: Die brave Frau denkt an sich selbst, bis zuletzt!
Die wohlfeile Gleichsetzung von Amok und Terror
Islam made in Germany (Broder)
Warum Damaskus weitertötet und massenhafte Rückführung eine Illusion ist
In der Idylle lauert der Siedler!
Unter 18? Altersdiagnose von Flüchtlingen einfach, aber unerwünscht

Gatestone Institute:
„Christliche Mädchen sind nur für eine Sache gedacht, das Vergnügen muslimischer Männer“
Europas neue Medien-Lieblinge: Terroristen
Die westlichen Dschihad-rechtfertigenden Scharlatane
Welche Nation ist (immer noch) Terrorismus‑Förderer Nr. 1?
Frankreichs neue Scharia-Polizei
Deutschland importiert die Kinderehe

Audiatur-Stiftung:
Das Leiden palästinensischer Flüchtlinge im syrischen Bürgerkrieg
Die kurze Blüte jüdischen Lebens in Polen nach der Schoah
Welche Nation ist (immer noch) Terrorismus‑Förderer Nr. 1?
Terrorhilfe-Verdacht: „Palästinensische Terror-Industrie muss stillgelegt werden“
Im Dienste von Diktatoren und Autokraten

Daniel (Politisches aus der Schweiz):
– Caroline Glick: Der neue Nahe Osten
Bruder wird gefoltert und gezwungen, zuzuhören, wie seine Schwester, 17, gruppenvergewaltigt wird, nachdem sie von einer pakistanischen Muslim-Bande entführt wurden und sich weigerten, vom Christentum zum Islam zu konvertieren

Conservo:
Das reine Gewissen muslimischer Mörder
80 Mio. Nazis im Volk und eine Handvoll Saubermänner in der Regierung?

Die EU, Terror und das Transparenz-Gesetz

Ron Jontof-Hutter, Israel HaYom, 14. September 2016

Feierlich kniete am 7. Dezember 1970 der deutsche Bundeskanzler Willy Brand reuevoll vor dem Warschauer Ghetto. Während des Yom Kippur-Krieges von 1973, als Israel vor der Auslöschung stand, verweigerte derselbe Willy Brand US-Flugzeugen, die dringende Hilfslieferungen nach Israel flogen, Landerechte in Deutschland.

Kanzlerin Angela Merkel sagt gelegentlich, dass Israels „Existenzrecht“ deutsche Staatsraison sei.

Wie Brand erscheint Deutschland mit gespaltener Zunge zu reden, wenn es um Antisemitismus geht. Wie die EU unterscheidet Deutschland zwischen Antisemitismus und Protest gegen Israels Politik, was auf dem Papier fair erscheint. So sind der Hitlergruß und Holocaustleugnung illegal. Andererseits ist der jährliche, vom Iran unterstützte Al-Quds-Marsch durch das Zentrum Berlins, mit dem zur Vernichtung Israels aufgerufen wird, legal. Berlin stellt sich gegenüber Appellen zum Verbot des Marsches ständig taub.

Der Gemeinsame Aktionsplan – der Iran-Atomdeal – wurde von Deutschland begeistert unterstützt, der den Iran in die Lage versetzt sein Atomprogamm nach zehn Jahren voll zu entwickeln, während zur Zeit Raketen getestet werden, die die Aufschrift „Tod Israel“ tragen. Dasselbe Deutschland beschloss jedoch, dass diese Atomanlagen für friedlichen Zwecke in Deutschland für die Deutschen zu riskant seien. Sie sollen bis 2022 ausgemustert werden.

Deutschland bleibt dabei, dass es eine „besondere Beziehung“ zu Israel hat, während der EU-Botschafter in Israel erklärte, dass Israel aussonderte, weil „einer von uns seid“.

Die EU-Staaten unterstützen verschiedene NGOs, obwohl sie „Nichtregierungorganisationen“ genannt werden. Deutschlands Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit bietet NGOs Gelder als Teil ihres Auslands-Entwicklungsprogramms. Vor kurzem entlarvte Professor Gerald Steinberg von NGO Monitor die Doppelzüngigkeit Deutschlands weiter. Die deutsche Regierung zahlt jährlich 4 Millionen Euro an NGOs in Israel; davon gehen 42% an Organisationen, die die Bewegung Boykott, De-Investitionen und Sanktionen und schlimmeres Unterstützen, so das Popular Struggle Coordination Committee (Komitee für die Koordination von Volkskampf), das sich für gewalttätige Aufstände in Judäa und Samaria einsetzt. Die deutsche Botschaft in Tel Aviv streitet die Finanzierung nicht ab, erklärt aber sanft, dass Deutschland den Boykott Israels nicht unterstützt. Es spendet an „Organisationen, die den Frieden unterstützen“.

Eine der von der EU finanzierten NGOs sind Zochrot, Grassroots Jerusalem und die Baladna Arab Youth Associatin, die sich allesamt verschreiben haben palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen der dritten und vierten Generation „zurückzuholen“, obwohl die meisten nie in Israel waren. Ich habe einige dieser „Flüchtlinge“ getroffen, die in Australien das komfortable Leben der Mittelklasse führen. Sie passen natürlich nicht in das Bild eines Flüchtlings, den wir im Fernsehen sehen. Meine aktuelle Satire „The Trombone Man: Tales of a Misogynist“[1] schildert die Geschichte eines solchen im Behaglichen lebenden Flüchtlings, der wie seine Eltern nie in Israel war. Trotz dieser Anomalie finanziert die EU diese Organisationen großzügig, die sich dem Schwerschwinden Israels als jüdischem Staat verschrieben haben.

Die EU unterstützt also einige Organisationen, die sich dem Untergang Israels verschrieben haben, während man Lippenbekenntnisse zu seinem „Existenzrecht“ abgibt, was immer das heißen mag. Die EU, geführt von Ländern wie Deutschland, unterstützt auch die Etikettierung von Menschen und Produkten von jenseits der Grünen Linie oder „Auschwitzlinie“, wie der verstorbene, friedfertige Außenminister Abba Eban sie nannte. Während sie es also offiziell ablehnt BDS zu unterstützen, finanzieren dieselben EU-Länder NGOs, die genau das tun – alles ohne eine Miene zu verziehen.

Die EU, die sich auf Demokratie und Menschenrechten verpflichtet hat, ist „zutiefst besorgt“ wegen des neuen Transparenzgesetzes, das die Knesset beschloss, obwohl es keinen Hinweis darauf gibt, dass diesen NGOs das Tun ihrer dubiosen Aktivitäten verboten wird. Das US-Außenministerium bezeichnete es als „abschreckend“, obwohl seine Gelder heimlich dazu [vergeblich – hepelv] genutzt wurden, den Ausgang der letzten Parlamentswahl in Israel zu beeinflussen. Derweil wankt Europa unter regelmäßigen Terroranschlägen, auf die die Europäer keine Antwort finden – außer Israel beleidigend mit Putins Russland zu vergleichen und wegen ihrer Mit-Demokratie „zutiefst besorgt“ zu sein, die darum kämpft ihre Bürgerrechte zu behaupten, während sie das Recht ihrer Bürger auf Leben zu erhalten versucht.

Israel bleibt eine lebendige Demokratie, trotz der hinterhältigen Taktiken der EU. Während Europa mit zunehmendem Terror ringt, ist seine übertriebene Sorge wegen eines Alliierten, der tagtäglich von Terror von innen und außen bedroht ist, deplatziert und unangebacht.

Letzten Endes sollte man sich erinnern, dass die verheimlichten Agenden vieler dieser NGOs wenig mit Menschenrechten an sich zu tun haben, sondern mehr damit die Bedingungen bereitzustelen, die dem Staat Israel sein Ende bereiten würden, indem sie die Nakba, Hoffnung, Widerstandsfähigkeit und das „Rückkehrrecht“ von Flüchtlingen und ihren Nachkommen betonen.

Das ist der Grund, dass es sich immer lohnt sich an den Willy Brandt von 1970 und den Willy Brand von 1973 zu erinnern. Es erfasst Europa perfekt.

[1] Der Posaunenmann: Erzählungen eines Frauenhassers

In eigener Sache: alte Einträge aus 2007

Bis November 2007 hatte ich meinen Blog bei myblog.de. Aufgrund von heftigen Problemen bin ich damals zu WordPress gewechselt.
Die Zugangsdaten zu myblog.de habe ich nicht mehr und die damals verwendete E-Mail-Adresse existiert nicht mehr.
Deshalb habe ich mich entschlossen die Einträge mit der Zeit weitgehend auf WordPress „rüberzuholen“ und gelegentlich auch etwas zu bearbeiten. Ein Beispiel ist dieser Text von Daniel Gordis, der nur verlinkt war.

Leider hat das auch zur Folge, dass alle, die meinen Blog abonniert haben, jetzt immer diese neu eingestellten alten Texte auch zugeschickt bekommen. Bitte nicht böse sein!

Außerdem ist die Seite nicht-mit-uns.com leider abgeschaltet worden. Dort befand sich meine alte „Naohst-Info“-Seite, mit der ich 2002 mal angefangen hatte übersetzte Hintergründe zum Nahost-Konflikt einzustellen. Diese werde ich ebenfalls mit und mit nach hier holen. Ich versuche sie so zu bearbeiten, das immer morgens früh einen Text von „damals“hier gepostet wird.

heplev

Gute Nachrichten aus Israel: Kurzinfo

[Yvaine]
Normalerweise würde heute wie gewohnt die Rubrik „Gute Nachrichten aus Israel“ erscheinen. Allerdings fallen diese für heute und nächste Woche aus, da der Autor des Originals auf Reisen ist.

Die Guten Nachrichten aus Israel erscheinen voraussichtlich wieder ab dem 29. März!

Stoff für’s Hirn

Ein wichtiger Artikel von Khaled Abu Toameh wurde beim Gatestone Institute ins Deutsche übersetzt: Warum die Palästinenser keinen Frieden mit Israel schließen können.

Was passiert, wenn ein Feld oder eine Plantage in der „Westbank“ brennt und die PA-Feuerwehr ist zuständig? Chaya hat’s erlebt.

Sind die israelischen Siedlungen völkerrechtswidrig? Auf tapfer im nirgendwo wird erklärt, was es mit der Behauptung auf sich hat.

Zafer Senocak beschreibt in der WELT, was seiner Meinung nach das Problem der Islamstaaten ist, einschließlich (und besonders, weil sie das am weitesten modernisierte islamische Land ist) der Türkei.

Ulrich Sahm beleuchtet ein Kardinalproblem westlicher „Qualitäts“-Journalisten anhand des Beispiels aus der Basler Zeitung.

Ein Text – ausgerechnet in der Süddeutschen Zeitung! – über Israel, der mal Verständnis findet und den Idioten ein paar klare Worte sagt. Auch ein paar wahre Worte über die terroristischen Hätschelkinder des Westens.

Friedenserziehung? „Palästinensische“ Schulen sind dafür gar nicht zu gebrauchen.

Der Iran-Deal:
– Gabriel will in Teheran „mit Freunden“ reden. Julian Reichelt sagt dem Dummbatz, wen er da als Freunde bezeichnen zu müssen glaubt.
Alex Feuerherdt beschreibt grundsätzliche Probleme mit dem Umgang mit dem Iran-Deal – die Geldgier siegt mal wieder über alles, was Anstand und Moral wäre.
Broder sehr böse über die Riege der altgedienten Grünen und nicht nur den Iran-Deal – und was hat der Mann wieder recht!

BDS:
– Die Audiatur-Stiftung berichtet über Initiativen gegen die BDS-Bewegung und erste Erfolge. (Eine der Initiativen ist das Israel Europe Freedom Center – IEFC.)

In eigener Sache

Ich bin von Montag bis einschließlich Freitag außer Landes. In der Zeit werden automatisch vorbereitete Beiträge freigeschaltet, Kommentare kann ich aber nicht freigeben und die täglichen Vorkommnisse („Friedfertigkeiten“, „Humanitäres“ und „Waffenstillstand und Friedfertigkeit?“) werden nicht aktualisiert.

Bis denne und lest fleißig weiter.

heplev