BDS: „Wir fordern den Boykott aller israelischen Firmen. Okay, nicht wirklich – nur die kleine Zahl Firmen, von denen wir glauben, dass wir sie tyrannieren.“

Elder of Ziyon, 2. Mai 2022

In der Folge der Aussage der Editorial-Seite des Harvard Crimson, man würde die BDS-Bewegung unterstützen, lohnt es sich genauer zu überprüfen, was BDS boykottiert sehen will.

Die Antwort ist – das ist willkürlich.

Auf ihrer Seite „wissen, was boykottiert werden soll“, heißt es: „Die BDS-Bewegung ruft zum Boykott aller Produkte aller israelischen – und internationalen – Firmen auf, die an Israels Verletzungen von Palästinenser-Rechten beteiligt sind. Praktisch alle israelische Firmen sind in einem gewissen Maß mitschuldig an Israels Besatzungs- und Apartheidsystem.“

Nur dass sie auf derselben Seite sagten: „Wir konzentrieren unsere Boykott auf eine kleine Zahl an Firmen und Produkten mit maximaler Wirkung.“

Gut, das bedeutet auch, dass sie jedermann aufrufen alle Produkte zu boykottieren, aber selbst nur einen kleinen Teil davon veröffentlichen.

Aber rufen sie tatsächlich zu ihrem Boykott auf, wie sie behaupten?

Die dürften dazu aufrufen, aber sie machen es selbst auf keinen Fall!

Hier ist eine unvollständige Liste an Firmen, die Forschungs- und Enwicklungsabteilungen und andere Verbindungen nach Israel haben; sie kommt von Deloitte und Touche:

Facebook, Google, Apple, Microsoft, Visa, PayPal, Snapchat, eBay, Samsung, Lenovo, General Electric – Sie wissen, dass keiner der BDS-ler , die Sie auffordern all diese Firmen zu boykottieren, es selbst tun! Niemand von ihnen wählt ihre Fluggesellschaften, ihre Mobiltelefonen, ihr sozialen Medien, ihren E-Mail-Dienst oder ihre Kreditkarten auf Grundlage dessen, ob diese Firmen Geschäfte mit Israel machen.

Der BDS-„Aufruf“ erfolgt nicht zum Boykott von Firmen, die Geschäfte mit Israel machen, sondern Firmen zu boykottieren, von denen sie festlegen, dass sie sie erfolgreich mobben können!

Das klingt nicht mehr wie eine Position aus Prinzip, nicht wahr?

Ist ruft als der The Crimson dazu auf alle israelischen Firmen zu boykottieren oder nur diejenigen, die eine selbsterklärte Führer der BDS-Bewegung glauben, sie könnten sie bedrohen? Denn entweder unterstützen sie gezielte Einschüchterung und Drohungen – oder sie sind scheinheilig.

Sucht euch einen aus, ihr Moralgiganten von Harvard!

Israels neuer Unabhängigkeitskrieg

Es ist an der Zeit einzugestehen, dass dem Problem der Gesetzlosigkeit im Negev Geld hinterherzuwerfen und seine Herkunft zu bestreiten, nicht funktionieren kann.

Generalmajor (a.D.) Gerschon HaCohen, Israel HaYom, 24. März 2022

Die verhängnisvolle Sicherheitslage im Negev wurde nicht im Verlauf des letzten Jahres geschaffen. Die Regierung von Naftali Bennett, die in drei Monaten ihr einjähriges Bestehen begeht, hat es allerdings bisher vermieden eine umfassende Kampagne zur Veränderung der Lage anzuführen. Obwohl die Einwohner eine willkommene Veränderung der Modi Operandi beim Einsatz der Polizei und der Verteidigungseinrichtungen willkommen geheißen haben, hat der Staat Israel das Ausmaß der Bedrohung und die Wurzeln ihrer Motivation bisher nicht eingeräumt.

Das Versagen liegt in einem falsch diagnostizierten Problem. In ihrer Herangehensweise an die Realität im Negev folgt die israelische Regierung blind zwei falschen Grundannahmen. Die erste identifiziert den Kern der Bedrohung als etwas, das von kriminellen Elementen ausgeht, während die zweite Annahme lautet, dass das Phänomen der Verbrechen in erster Linie sozio-ökonomischer Not entstammt. Beide Annahmen gründen auf einer Teilsicht des Phänomens und bestreiten die Tatsache, dass Probleme im nationalistisch-religiösen Kampf gegen Israels Souveränität wurzeln.

Eine Untersuchung der Investitionen israelischer Regierungen in den Beduinen-Sektor im Negev, einschließlich, wie viel Land für Bautätigkeit durch die Israel Lands Authority vergeben wurde –und natürlich im Vergleich zu Grundstückspreisen in nicht beduinischen Gemeinden – reicht aus, um Diskriminierungsbehauptungen zu widerlegen. Von der Entwicklungsbehörde Negev vorgelegte Zahlen deuten auf einen nie da gewesenen Umfang an Investitionen in Beduinengemeinden durch den Staat hin.

Auch die zweite Annahme, die kriminelle Elemente als Haupthindernis für souveräne Regierung betrachtet, kann widerlegt werden. Es gibt keine Uneinigkeit über die Wirksamkeit der kriminellen Bedrohung, aber es ist ein Fehler die Bedeutung der tiefen Verbindung zwischen der kriminellen Klasse und der nationalistischen Klasse zu ignorieren. Mit anderen Worten: Der israelischen Regierung und dem Verteidigungsbetrieb fehlt eine umfassende systematische Theorie zur Erklärung, was im Negev vorgeht und dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen.

Die erste Erklärung: Israels Führung der letzten Jahrzehnte hat administrative und operative Tendenzen gezeigt. Soll heißen: Sie reduziert ein Phänomen auf etwas, das aus sozio-ökonomischer Bedrängnis stammt, was ihr dann erlaubt eine administrative Antwort in Form eines Handlungsplan der Regierung und finanzielle Investitionen durch die Regierung zu bieten. Mit einem Problem, das in nationalistisch-religiöser Feindschaft wurzelt, kann andererseits nicht auf die vertraute und behagliche Weise umgegangen werden.

Die zweite Erklärung: Es wird blind der Annahme gfolgt, dass jedes Problem mit einem positiven Geist gelöst werden kann. Die israelische Führung wird hier von der amerikanischen Annahme geleitet, dass alle Menschen stark danach streben ihre Lebensqualität zu verbessern und dass Geld alles richten kann. Ein unaufhörlicher nationalistischer Kampf kann vermeintlich auch mit wirtschaftlichen Anreizen von Wohlstand und verbesserter Lebensqualität beschwichtigt werden. In den letzten Jahrzehnten ist das amerikanische Evangelium den Völkern das Licht der Demokratie zu geben gründlich zurückgewiesen worden. Trotz der Investition eines gewaltigen Vermögens in den Irak und Afghanistan weist die Realität vor Ort gründlich auf die Existenz von Gegenkräften hin, die vor dem Altar amerikanischen Wohlstands nicht das Knie beugen. Trotzdem klammern sich die israelische Gesellschaft und ihre Führung weiter am Versprechen amerikanischen Wohlstands und Erfolgs als Antwort, als ob das den Kern des Menschseins verkörpert.

Es ist an der Zeit zuzugeben, dass Israel immer noch seinen Unabhängigkeitskrieg um die Souveränität im Negev kämpft. Die israelische Regierung und die Sicherheitskräfte des Landes, einschließlich der IDF-Einheiten und aller Sicherheitsdienste, müssen eine umfassende und anhaltende Kampagne betreiben. Eine solche Kampagne würde auch wirtschaftliche Dimensionen beinhalten, aber diese müssten langfristig in die weit gefassten Sicherheitsbestrebungen integriert werden.

Vor 83 Jahren: Ein Massaker in Tiberias, Araber ermorden 19 Juden – davon waren 11 Kinder

Elder of Ziyon, 5. Oktober 2021

Aus dem Boston Globe vom 3. Oktober 1938:

Arabische Angreifer töten bei Massaker 19 Juden

Tiberias, Palästina, 3. Oktober – Neunzehn Juden wurde heute bei einem der schlimmsten Ausbrüche der aktuellen jüdisch-arabischen Krawalle um triviale Behauptungen zu palästina als Heimat von arabischen Rebellen getötet.

Leichen von Getöteten, rund die Hälfte davon waren junge, 1 bis 10 Jahre alte Kinder ,

wurden von den Araber verbrannt. Zwei weitere Juden wurden schwer verletzt.

Nachdem alle Telefonleitungen zerschnitten wurden, betraten die arabischen Rebellen Tiberias aus zwei Richtungen. Sie hatten die umgebenden Berge in Steinwurfweite vom See Genezareth besetzt.

Plötzlich erklang ein schriller Pfiff. Er war das Signal für einen gemeinschaftlichen Angriff auf die Polizeistation, Regierungsbüros und britische Polizeikaserne in Tiberias.

In der jüdischen Synagoge, dem Büro des Bezirkskommandanten und mehreren  Häusern brachen Brände aus.

Mit Gewehren, Bomben und Dolchen bewaffnet fielen Araber über jüdische Häuser her. Die betraten bei ihrem Angriff drei Häuser. In einem wurden sechs Personen getötet, fün in einem anderen und zwei in einem dritten.

Fast sofort kam Hilfe von der transjordanischen  Grenztruppe und Polizeiwachen einer benachbarten Siedlung. Sechs Araber wurden getötet und der Rest der Bande zerstreut.

Die Polizei sagte, sie könnte weitere Opfer des Massakers finden, wenn der Schutt der abgebrannten Häuser beseitigt ist. Soldaten, Flugzeuge und Bluthunde suchten den gesamten Bezirk Galiläa nach den Aufständischen ab.

Wikipedia fügt hinzu:

Arabische Aufrührer töteten in Tiberias 19 Juden, 11 davon waren Kinder. Während des Massakers setzten 70 bewaffnete Araber jüdische Häuser und die örtliche Synagoge in Brand. In einem Haus wurden eine Mutter und ihre fünf Kinder getötet. Der alte Pedell in der Synagoge wurde erstochen und eine weitere vierköpfige Familie wurde getötet.

Ein Vertreter des britischen Mandats berichtete: „Das war systematisch organisier und brutal ausgeführt. Von den neunzehn getöteten Juden, darunter Frauen und Kinder, wurden alle bis auf vier erstochen.“

Die Ziele waren nicht die Haganah oder gar „Zionisten“ – Tiberias war vor dem modernen Zionismus vielfach von Juden bewohnt. Die Ziele waren Juden – jüdische Familien, jüdische Frauen, jüdische Kinder und eine Synagoge.

Das Massaker scheint das Machwerk vo Abu Ibrahim al-Kabir gewesen zu sein, einem Jünger von Issedin al-Qassam.

Al-Kabir wird von Palästinensern immer noch als Held betrachtet – hier ist eine ihm gewidmete Fatah-Seite, die ihm Komplimente für einen Bombenanschlag in Nahalal im Jahr 1932 macht, bei dem ein jüdischer Vater und sein Sohn getötet wurden. Hier ist ein Video, das ihn lobt und ein Lied zu seinen Ehren zeigt.

Palästinensischer Nationalismus und Antisemitismus sind zwei Seite ein und derselben Münze.

Google: So etwas wie arabische Kriegsverbrechen gibt es nicht, nur jüdische

Israellycool-Leser Darth Caustic, Israellycool, 25. Juli 2021

Während einer Diskussion, in der mir nebulöse, falsch definierte „israelische Kriegsverbrechen“ vorgeworfen wurden, beschloss ich gegenüber meinem Gesprächspartner den Spieß umzudrehen und googelte „arabische Kriegsverbrechen“, um ihm zu zeigen, dass er nur auf einem Bein steht: von Mohammeds Massaker an den jüdischen Stämmen Arabiens bis zu den Völkermorden in Indien und Afrika, vom arabischen Sklavenhandel bis zur Arabisierung des Nahen Ostens und Nordafrikas (samt Zwangskonversionen, systematischer Unterdrückung von Nichtmuslimen und Massenvergewaltigungskampagnen, die bis heute weitergehen), von psychotischen Krieg von ISIS gegen die Vergasungen im Irak und dem Jemen und Selbstmord-Bombenanschlägen auf Zivilisten und die schlimmsten Exzesse im syrischen Bürgerkrieg.

Stellen SIe sich meine Überraschung vor, als Google dieses entzückende, quietschend reine Ergebnis auswarf:

Alles, was Sie über Menschenrechte in Israel wissen müssen und…
Tötungen und Massaker während des Palästinakriegs 1948 …
Liste der Tötungen und Massaker im Mandat Palästina …
Jüdische Gräueltaten im Heiligen Land
Jüdische Tötungen im Heiligen Land: Memorandum vorgelegt …

Bitte vermerken Sie: Bei jedem einzelnen Ergebnis auf der ersten Seite geht es um Israel, obwohl das nicht einmal Teil meiner Anfrage war und die weit überwiegende Mehrheit von ihnen entweder von jüdischen Kriegsverbrechen (zumeist fiktiv) handeln oder davon, dass Araber keinerlei Kriegsverbrechen begingen:

Trotz ihrer Rhetorik begingen arabische Armeen wenige Gräueltaten und es fanden keine großen Massaker an Gefangenen statt, als die Umstände es ihnen erlaubt hätten.

Klar, die Verteidiger des Kfar Ezion dürften da anderer Meinung sein.

Auf jeden Fall: Was hat das alles mit der langen, reichhaltigen und detaillierten Geschichte an Kriegsverbrechen und Gräueltaten zu tun, die von Arabern die Geschichte hindurch begangen wurden? Ich suchte nicht nach Informationen zu Israel, aber das ist alles, womit Google sich zu beschäftigen scheint.

Anmerkung spotplenni: Eine deutsche Google-Suche (28.07.2021, 16:15 Uhr) sieht etwas besser aus: Google bietet „Meintest du: Serbische Kriegsverbrechen“ an, dazu auf der ersten Seite ein Link zu Syrien, einen von Amnesty International zu den VAE, Übersetzungsseiten Deutsch-Arabisch und einen zum Jemen, aber keine Verweise auf Israel; auf der zweiten Seite weitere Verweise auf Wörterbücher und Syrien.

Zeugnis: Die Hälfte der Mitglieder des UNO-Menschenrechtsrats ist gegen Handeln zugunsten von Opfern

UN Watch, 17. Juni 2021 (per E-Mail)

Fast die Hälfte der Länder im höchsten UNO-Menschenrechtsgremium – dem die USA jetzt wieder beitreten wollen und das am Montag, 21. Juni eine dreiwöchige Sitzungsperiode begann – verwenden ihre Mitgliedschaft negativ; statt Handeln zugunsten von Opfern willkürlicher Festnahmen, Folter und anderer Verstöße zu unterstützen, widersetzen sie sich dem nach Angaben eines neuen, von UN Watch veröffentlichter Berichts.

UN Watchs „Scorecard“ maß alle 47 Mitglieder des UNO-Menschenrechtsrats auf Grundlage ihres Abstimmungsverhaltens im Jahr 2020 bei Resolutionen, die Opfer an Orten wie Belarus, Burundi, Eritrea, Iran und dem Jemen betrafen, sowie bei Resolutionen die Menschenrechtskonzepte definieren.

Dreizehn Länder wurden als mit „destruktivem“ Abstimmungsverhalten eingestuft, darunter Afghanistan, Bangladesch, Libyen, Namibia, Nigeria, Qatar, der Senegal und Somalia.

Weitere 10 Mitglieder des Rats wurden als mit „sehr destruktiven“ Bilanzen eingestuft, darunter Eritrea, Mauretanien, Pakistan, die Philippinen, der Sudan und Venezuela.

Wenn 60 Prozent des UNO-Menschenrechtsrats aus Tyranneien und anderen Nicht-Demokratien bestehen – absurderweise kamen China, Kuba und Russland dieses Jahr zu Mitgliedern wie Libyen, Pakistan und Venezuela hinzu – dann überrascht es nicht, dass so viele ihre Stimmen nutzen um gegen Handeln gegen die schlimmsten Menschenrechtsverletzter der Welt zu opponieren oder kontraproduktive Resolutionen zu unterstützen, die Diktaturen und Terroristen legitimieren.

Es kommt noch schlimmer: Die weltweit schlimmsten Situationen weitverbreiteter Menschenrechtsverletzungen kommen nie zur Abstimmung, wobei wichtige Menschenrechtsverletzer wie China, Kuba, Ägypten, Russland, Saudi-Arabien, die Türkei und Simbabwe im UNHRC völlige Immunität genießen, jeglicher Kritik oder Prüfung in Form von Resolutionen, Ermittlungen oder Sondersitzungen des Rats entgehen.

Nur 24 der 47 Mitglieder hatten gemischte oder positive Bilanzen. Zwölf Länder erhielten die Bewertung „konstruktiv“: Österreich, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Italien, Japan, die Niederlande, Polen, Slowakei, Südkorea, Spanien und die Ukraine. Diese Länder trugen zwischen 70% und 89% der Zeit Konstruktives zur Arbeit bei.

Vier Länder erhielten eine „sehr konstruktiv“-Bewertung: Australien, Bulgarien, die Tschechische Republik und die Marschallinseln. Das bedeutet, dass diese Länder zur Arbeit des Rats zu mehr als 90% der Zeit Konstruktives beitrugen, indem sie Schlüsselhandeln unterstützten, das Menschenrechte und Demokratie fördern und gegen die sind, die kontraproduktiv waren.

Acht Länder erhielten die Bewertung „gemischt“ – Argentinien, Armenien, Die Bahamas, Chile, Fiji, Mexiko, Peru und Uruguay – was bedeutet, dass ihre Beiträge nur manchmal positiv waren und sie auch kontraproduktive Aktionen des Rats unterstützten oder sich enthielten.

Nach Angaben der Wertungsliste von UN Watch waren mehr ein Drittel der Schlüssel-Resolutionen, die letztes Jahr verabschiedet wurden, nachteilig und kontraproduktiv.

Dazu gehören zwei von Kuba eingebrachte Resolutionen, die westliche Sanktionen gegen Syrien, Russland, Venezuela und andere Diktaturen als Menschenrechtsverletzungen einordneten; eine von China eingebrachte Resolution zur Förderung „gegenseitig vorteilhafter Kooperation“, die den Schutz der Rechte Einzelner unter Beachtung der „Prioritäten der betroffenen Staaten“ untergräbt; und eine Reihe von Resolutionen zum arabisch-israelischen Konflikt, eingebracht von islamischen Staaten, die für das Narrativ der Hamas und des Regimes von Syriens Baschar al-Assad werben.

Den kompletten Bericht finden Sie hier (auf Englisch)

Juden und Jerusalem – eine Liebesgeschichte

Am Jerusalem-Tag wird das jüdische Dankgebet gesungen, um unserer tiefen Dankbarkeit und Freude Ausdruck zu geben, dass wir unsere Hauptstadt wiederhergestellt und wieder vereint haben.

Yonina Pritzker, Israel HaYom, 4. Mai 2021

Die Bindung zwischen der Stadt Jerusalem und dem jüdischen Volk geht tief. Diese Liebe îst tief und wird durch die 4.000 Jahre jüdischer Geschichte hindurch in einer Unzahl von Arten zum Ausdruck gebracht.

Der Tempelberg in der heiligen Stadt Jerusalem ist der heiligste Ort des Judentums und bis heute wendet sich jeder Jude ihm zu um zu beten.

Wir dämpfen unseren glücklichsten Moment – die Feier einer Braut und eines Bräutigams – mit Erinnerungen an die tragische Zerstörung unseres antiken Tempels, wenn wir unter der Chuppah (Trau-Baldachin) „Im eschkahech yeruschalayim, tischkach yemini“ sagen: „Wenn ich dich vergesse, o Jerusalem, dann soll mir die rechte Hand verdorren…“ (Psalm 137,5)

Und wir schließen uns tief gehender persönlicher Traurigkeit auf einer Beerdigung mit der der Trauernden um unser zerstörtes Jerusalem, Zion, an, wenn wir sagen: Hamakom yinahem etchem b’tcoh scha’ar avelei tzion v’yeruschalayim“ – Möge Gott euch gemeinsam mit allen um Zion und Jerusalem Trauernden trösten.

Einige unserer frühesten Erfahrungen als Nation betreffen Jerusalem. Aus biblischen Zeiten erfahren wir von König David, dass er freudig tanzte, als er die Bundeslade Gottes nach Jerusalem, in die Stadt Davids, brachte. Die Stadt Hebron war zwar die erste Hauptstadt Israels, aber es war David, der später Jerusalem als Hauptstadt der gesamten Nation einrichtete.

König Salomo baute und weihte den ersten Tempel in Jerusalem mit großem Prunk ein. Die Nation sollte zu heiligen Festen die Pilgerreise und den Aufstieg nach Jerusalem machen.

Dann geschah das Undenkbare: Die Babylonier zerstörten unseren kostbaren Tempel: „An den Strömen von Babylon, da saßen wir und weinten, als wir an Zion dachten. … Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht mehr gedenke, wenn ich Jerusalem nicht erhebe über die höchsten meiner Freuden.“ (Psalm 137,1+6)

Fast 50 Jahre später geschah die gefeierte Rückkehr in unsere geliebte Stadt: „So spricht Kyros, der König von Persien: … Wer immer von euch aus seinem Volk ist – sein Gott sei mit ihm, und er ziehe hinauf nach Jerusalem, das in Juda liegt, und er baue das Haus des HERRN.“ (Esra 1,2-3).

Das jüdische Volk lebte und feierte Gottesdienste als freie und souveräne Nation im Land Israel seit Josua das Land mit den Israeliten betrat, bis die Babylonier den heiligen Tempel in Jerusalem 586 v.Chr. zerstörten. Siebzig Jahre später bauten die Juden den Tempel wieder auf, der dann Jahrhunderte lang stand, bis die Römer ihn im Jahr 70 n.Chr. zerstörten.

Bis heute ist Tischa B’Av im hebräischen Kalender, der die Zerstörung des ersten wie des zweiten Tempels in Jerusalem gedenkt, für das jüdische Volk ein Tag nationaler Trauer. Wir begehen diesen Tag als Fastentag. Wir tragen keine Lederschuhe, wir sitzen auf dem Boden, während das Buch der Klagelieder gesungen wird.

Durch jede Form der Vertreibung und Zwangsexils betete das jüdische Volk um die Rückkehr in sein Land, erwähnte Israels und Jerusalems in den täglichen Gebeten und erfüllte jeden Anlass im Lebenszyklus und jede festliche Feier mit der Sehnsucht nach Schiwat tzion, einer „Rückkehr nach Zion“, in das Land seiner Vorfahren. Dort sollten sie sich mit dem Schiwat Yisrael wiedervereinen dem Rest des Volks Israel, der seit uralten Zeiten bis heute im Land verblieben war.

Aus dem Spanien des 12. Jahrhunderts, schrie Yehuda Halev: „Libi b’mizrach, va’ani b’solf ma‘arav“ – Mein Herz ist im Osten, obwohl ich am Ende des Westens bin.

Juden haben die Jahrhunderte hindurch von Jerusalem gesprochen und sich danach gesehnt.

Im 19. Jahrhundert stellte der Arzt und Schrifsteller William R. Wilde fest: „Es spielt keine Rolle, wie der Status eines Juden aussieht und welchen Rang er hat oder wie weit weg das Land ist, in dem er lebt. Er lebt immer in der Hoffnung, dass er eines Tages nach Zion hinaufgehen wird… Wenn er sich der Stadt nähert … zieht er seine festlichste Kleidung an und sinkt mit dem Gesicht auf den Boden, weinend und betend, weil er das ersehnte Ziel seiner Pilgerreise erreicht hat. … Kein Sohn, der nach einer langen Abwesenheit nach Hause zurückkehrt, empfindet eine leidenschaftlichere Sehnsucht und größere Liebe … Das ist die authentische Liebe zur eigenen Heimat.“

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts stellten Juden in Jerusalem die Mehrheit der Bevölkerung. Aber Jordanien besetze, nachdem es zusammen mit den Armeen Ägyptens, des Libanon, Syriens und des Irak 1948 einen Vernichtungskrieg gegen das neu gegründete Israel führten, Jerusalem von 1948 bis 1967. Den Juden wurde verboten sich in den Bereichen innerhalb der Mauern der Altstadt aufzuhalten, wo sich die heiligsten jüdischen Stätten befinden und wo Juden gelebt hatten, seit diese Mauern gebaut wurden.

Die Juden, die seit Mitte des vorherigen Jahrhunderts als Mehrheit in Jerusalem gelebt hatten, wurden von den Jordaniern aus ihren Heimen in Jerusalem vertrieben und die Stadt Jerusalem war zum ersten Mal in der Geschichte zweigeteilt. Synagogen wurden zerstört und jüdische Friedhöfe wurden geschändet.

Einmal mehr von feindlichen arabischen Armeen belagert, befreite Israel dann 1967 seine alte jüdische Hauptstadt, gewann sie zurück und vereinte sie wieder.

Yom Yeruschalayim, der Jerusalem-Tag, wird dieses Jahr von Sonntagabend, 9. Mai, bis Montagabend, 10. Mai begangen. Er ist ein Tag jubelnder Feiern, an dem Hallel, das jüdische Dankgebet, gesungen wird, um unsere tiefgehende Dankbarkeit und Freude auszudrücken Jerusalem, unsere Hauptstadt, wiederhergestellt, wieder vereint zu haben.

Die Liebe des jüdischen Volks zu Jerusalem wurde die Jahrhunderte hindurch vom jüdischen Volk von der Poesie der biblischen Psalmen bis zu den Versen moderner Lieder zum Ausdruck gebracht, eins davon „Yeruschalayim Schel Zahav“ (Jerusalem aus Gold) von Naomi Schemer, ein Lied, dessen aufrüttelnde Bilder eines in seine geliebte Stadt nach Hause kommenden Volks ihm den Titel von Israels zweiter Nationalhymne eingebracht hat. Das ist das Lied, das israelische Fallschirmjäger 1967 freudig sangen, als sie die Altstadt, die Westmauer und den Tempelberg erreichten und befreiten, den Zugang für die Juden und die Souveränität der heiligsten Orte des Judentums wiederherstellten.

Wir sind zu den Zisternen zurückgekehrt
zu den Märkten und auf den Marktplatz
der Ruf eines Widderhorns auf dem Tempelberg
in der Altstadt …
Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer
und aus Licht
Siehe, ich bin eine Lyra für all deine Lieder

An Pessach sagen Juden „L’Schana haba’ah b’Yeruschalayim“: Nächstes Jahr in Jerusalem. Wenn ein Haus gebaut wird, lassen Juden eine Ecke unvollendet, um an die Zerstörung Jerusalems zu erinnern. Die Weisen von früher lehrten, dass der Welt 10 Maße der Schönheit gegeben wurden; von diesen erhielt Jerusalem neun.

Diese Fäden der Liebe und der Sehnsucht durchziehen die Schichten unserer Geschichte und schweißen diese uralte, moderne, ewige Stadt Jerusalem, Hauptstadt des jüdischen Volks, Israels, seit mehr als 3.000 Jahren mit den Generationen von Juden zusammen, die aus Ländern rund um die Welt in die jüdische Heimat gekommen sind.

Von den Juden des Jemen über die Wellen osteuropäischer Juden, zu irakischen, russischen Juden, Juden aus Marokko, Juden aus Nordamerika und aus Südamerika, den äthiopischen Juden von Beta Israel, den Bnei Menasche aus Indien; Juden jeder Hautfarbe, die jede Sprache sprechen, die den Mosaikteppich des modernen Israel bilden. Dieses verschiedenartige, lebensprühende Volk vereint sich in unseren gemeinsamen laschon hakodesch, unserer heiligen Sprache Hebräisch und bekennt mit einer vereinten Stimme die ewige Liebe für unsere Stadt, unsere Hauptstadt Jerusalem.

Der Schrifsteller Schmuel Yosef Agnon, Nobelpreisgewinner, hielt fest: „Yeruschalayim ainah nigleit elah l’ohaveha“ – Jerusalem offenbart sich nur denen, die es lieben.

Wir lieben dich, Jerusalem, seit 4.000 Jahren und immer mehr.

Einen frohen Yom Yeruschalayim!