Antizionismus – ist antisemitisch

Peter Fox auf auf twitter, 6. Juli 2018

Ich sehe etwas Geplappere, ob Antizionismus Antisemitismus ist.

Ist er. Hier die Gründe:

1/ Antizionisten werden behauptet, dass sie lediglich Kritiker israelischer Politik sind und wie diese die Palästinenser beeinträchtigt. Allerdings ist Antizionismus per Definition Gegnerschaft gegen den Staat Israel und sein Recht als Staat mit jüdischem Charakter zu existieren.

2/ Wenn es für dich in Ordnung ist, dass Palästina ein muslimischer Staat ist, aber nicht, dass Israel ein jüdischer Staat ist, dann erhebst du Antisemitismus zum politischen Diskurs.

3/ Gegen das Existenzrecht eines Staates zu sein ist etwas, das du zu anderen Länder nicht hörst, nicht einmal zu den verabscheuungswürdigsten. Niemand sagt jemals, er sei Anti-Nordkorea oder Anti-Iran. So unterirdisch diese Staaten auch geworden sind, die meisten hoffen auf Reformen, nicht auf ihre Vernichtung.

4/ Das soll nicht heißen, dass alle Antizionisten Antisemiten sind, aber alle Antizionisten betreiben eine Form von Borniertheit, die sich gegen Juden richtet, ob sie das nun wissen oder nicht.

5/ Wenn deine Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit das einzige jüdische Land der Welt von der Landkarte wischt, dann gibst du die Worte des iranischen Regimes wieder. Sieht nicht gut aus.

6/ Legitime Kritik an der Regierung Israels ist absolut akzeptabel. Antizionistische Opposition zur Existenz Israel ist es nicht.

7/ Wenn ein Schwuler sagt, etwas sei homophob, hören wir hin. Wenn ein Schwarzer sagt, etwas sei rassistisch, hören wir hin. Wenn eine Frau sagt, etwas sei sexistisch, hören wir hin. Wenn eine jüdische Person sagt, etwas sei antisemitisch, dann solltest du auch hinhören.

8/ Antisemitismus ist die einzige Form der Bigotterie, die nicht ernst genommen wird, außer sie nimmt das extremste Ausmaß an.

9/ „Aber nicht alle Juden sind Zionisten.“ – Jawoll, und nicht alle Frauen waren Sufragetten. Eine kleine Minderheit an Gegner macht die überwiegende Ansicht einer marginalisierten Gruppe nicht ungültig. Jede Bewegung hat ihre Außenseiter und jüdische Antizionisten sind da keine Ausnahme.

10/ Jüdischer Antizionismus ist so alt wie der Zionismus selbst, aber das macht ihn für das Weltjudentum nicht weniger destruktiv.

11/ Es gibt nichts Progressives an dem Versuch das jüdische Recht auf Selbstbestimmung zu beenden. Wenn du an Gleichberechtigung für die Palästinenser glaubst, dann sollte dein Herz auch die Gleichberechtigung für die Israelis zu schätzen wissen.

12/ Der Zionismus ist perfekt vereinbar mit Solidarität für Palästinenser und für mich spiegelt mein Zionismus meine progressiven Werte, zu denen palästinensische Eigenstaatlichkeit gehört. Frieden benötigt gegenseitige Verantwortung; und wenn alle Schuld auf Israel geschoben wird, dann ist das inhärent parteiisch.

13/ Der Zionismus und die Geschichte Israels und Palästinas sind ein vielschichtiges Thema, also gibt es selten eine eindeutige Antwort, die für beide Seiten gleich sind. Von Respekt und Empathie auszugehen ist immer ein guter Anfang.

14/ Nationen und ihr Trauma kategorisch abzulehnen verleiht dem Diskurs keinen Wert. Wenn du dich um die Fragen sorgst, die Israel und Palästina betreffen und nach einer fairen Lösung suchst, dann wäre es gut damit anzufangen Fragen zu stellen und weniger Urteile zu fällen.

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Der hohe Preis der israelischen Großzügigkeit

Keine gute Tat für die Palästinensern bleibt ungestraft

Mordechai Nisan, FrontPage, 5. April 2018

Obwohl eine sture Israelis nicht zustimmen werden: Israel ist tatsächlich vorzuwerfen, dass es keinen Frieden mit den Palästinensern gibt. Das soll nicht heißen, dass Israel auch am Krieg mit den Palästinensern schuld ist, obwohl Leute das irrtümlicherweise glauben könnten, bedenkt man die jüngsten toten 18 Palästinenser im Gazastreifen, die eine pseudo-zivile Invasion israelischen Territoriums am 30. März betrieben.

Die wahre Geschichte ist klar, wird aber im Allgemeinen von den Fake News-Medien falsch oder unterberichtet: Israels sträflichen Zugeständnisse, zahllose Gesten des guten Willens und weitreichende Hilfe, die seit der Oslo-Vereinbarung von 1993 Frieden mit den Palästinenser bringen sollten, aber allesamt gescheitert sind. Israel zog im Geist des „Land für Frieden“ aus dem gesamten Gazastreifen und Teilen von Judäa und Samaria ab. Angesichts der Palästinenser mit ihren Batterien an Terroristen und Steine werfenden Jugendlichen, Messerstechern und Brandstiftern, Nahrungsvergiftern und Fanatikern, die ihre Fahrzeuge in Soldaten und Fußgänger rammen, hat Israel oft unangemessene Nachsicht gezeigt, wo eiserne Bestimmtheit erwartet und gerechtfertigt gewesen wäre.

Israels selbstgefällige Großzügigkeit hat palästinensischen Feinden des Zionismus qualitativ hochwertige medizinische Behandlung in Krankenhäusern geboten, verurteilten und inhaftierten arabischen Terroristen akademische Studienabschlüsse ermöglicht und Gaza und Strom in den Gazastreifen und seinem Feind Hamas geliefert. Und die Gerichte – nun, Israels oberster Gerichtshof – ist ständig in Alarmbereitschaft jegliche Regierungsinitiative zu blockieren, mit dem die Sicherheitswand auf leeren Feldern neben arabischen Dörfern gebaut werden soll;  Bestrafungs- und Abschreckungsentscheidungen zur Zerstörung der Häuser von Terroristen werden aufgehoben.

In kulturellen Begriffen des Nahen Ostens haben wir eine Erklärung für den unaufhörlichen Konflikt aufgedeckt. Wir müssen darüber offen reden, frei von politisch korrekter Gedankenkontrolle und Mantras des Edward Said.

DESORIENTIERTE ARABER

Sommerpause

Dieser Blog geht jetzt erstmals in die Sommerpause, leider schon 2 Tage früher als geplant. Es gibt noch ein paar vorbereitete Texte, Fotos und Poster, die in den nächsten Tagen automatisch veröffentlicht werden. Aber Kommentare werden nicht freigeschaltet.

Ende August sollte dann wieder alles seinen normalen Gang gehen.

Sie sagen, sie lieben das Land

Die Juden sagen es. Die palästinensischen Araber sage es. Sie bestehen darauf, beide. Vehement. Und sie kämpfen darum. Es sei ihre angestammte Heimat, seit „ewigen Zeiten“. Es ist ihr „Baby“, um das sie sich kümmern.

So weit, so gleich. Oder ähnlich. Die Unterschiede hören nämlich damit schon auf. Wie die beiden Gruppen – vielleicht sogar Völker, auch wenn das eine nur erfunden ist – mit dem Land umgehen, sagt jedoch eine Menge darüber aus, wie sie wirklich über ihr Land denken.

Es gibt eine Geschichte, die veranschaulicht, wie wir mit der Behauptung umgehen und sie einordnen können, dass sie das Land lieben. Sie steht in der Bibel (1. Könige 3):

Damals kamen zwei Dirnen und traten vor den König.
Die eine sagte: Bitte, Herr, ich und diese Frau wohnen im gleichen Haus, und ich habe dort in ihrem Beisein geboren.
Am dritten Tag nach meiner Niederkunft gebar auch diese Frau. Wir waren beisammen; kein Fremder war bei uns im Haus, nur wir beide waren dort.
Nun starb der Sohn dieser Frau während der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt.
Sie stand mitten in der Nacht auf, nahm mir mein Kind weg, während deine Magd schlief, und legte es an ihre Seite. Ihr totes Kind aber legte sie an meine Seite.
Als ich am Morgen aufstand, um mein Kind zu stillen, war es tot. Als ich es aber am Morgen genau ansah, war es nicht mein Kind, das ich geboren hatte.
Da rief die andere Frau: Nein, mein Kind lebt und dein Kind ist tot. Doch die erste entgegnete: Nein, dein Kind ist tot und mein Kind lebt. So stritten sie vor dem König.
Da begann der König: Diese sagt: Mein Kind lebt und dein Kind ist tot! und jene sagt: Nein, dein Kind ist tot und mein Kind lebt.
Und der König fuhr fort: Holt mir ein Schwert! Man brachte es vor den König.
Nun entschied er: Schneidet das lebende Kind entzwei und gebt eine Hälfte der einen und eine Hälfte der anderen!
Doch nun bat die Mutter des lebenden Kindes den König – es regte sich nämlich in ihr die mütterliche Liebe zu ihrem Kind: Bitte, Herr, gebt ihr das lebende Kind und tötet es nicht! Doch die andere rief: Es soll weder mir noch dir gehören. Zerteilt es!
Da befahl der König: Gebt jener das lebende Kind und tötet es nicht; denn sie ist seine Mutter.

Salomo hatte von Gott Weisheit erbeten und bekommen. So fand er heraus, wer die wahre Mutter des Kindes war. Es war die Frau, die ihr Kind lieber weggab, als es tot zu sehen.

Übertragen wir das auf das Land Israel.

Auf der einen Seite haben wir die Juden, die seit rund 140 Jahren in großer Zahl wieder in das Land zurückkehren, das in biblischen Zeiten schon das ihre war. Sie gehen sehr sorgsam damit um. Sie kultivieren es, haben Sümpfe trocken gelegt, die Wüste ergrünen lassen, Wälder gepflanzt und setzen das immer weiter fort. Wohin sie in diesem Land gingen um sich niederzulassen, war es anfangs öde und praktisch unbrauchbar; sie bekamen Land verkauft, das als wertlos galt. Mit viel Geduld haben sie es urbar gemacht, so dass heute darauf Landwirtschaft betrieben werden kann. In urbanen Bereichen und auf dem „platten Land“ haben sie Industrie- und inzwischen Hightech-Betriebe angesiedelt, um den Menschen ein Auskommen zu schaffen. Das ganze Land wird entwickelt und bildet die Lebensgrundlage für seine Einwohner.

Die israelischen Technologien, gerade die landwirtschaftlichen, werden geteilt, anderen – gerade auch palästinensischen Arabern – weiter gegeben, damit auch die das Land bearbeiten können. Israel holt Bauern aus dem Gazastreifen sowie aus Judäa und Samaria und lehrt sie Agrartechniken, richtet Messen aus, damit sie ihre Produkte auch international vermarkten können. Macht das jemand, der das Land nicht liebt?

Wie gehen die Araber, die sich Palästinenser nennen, mit dem Land um?

Die Juden im Gazastreifen hinterließen gut funktionierende Landwirtschaftsbetriebe. Die Araber konnten sie übernehmen und damit weiterarbeiten, Geld verdienen. Aber sie zerstörten alles, vernichteten mögliche Lebensgrundlage. Innerhalb weniger Tage waren teuer erbaute und ihnen zum Gebrauch hinterlassene Gewächshäuser, Felder und Erntemöglichkeiten vernichtet.

Tut man das mit dem Land, das man liebt?

Heute leben die Israelis im Umfeld des Gazastreifens in Angst um ihre Naturschutzgebiete, Felder, Wälder und Gewächshäuser, ganz abgesehen von ihren Wohnhäusern und Orten. Denn diese sind bedroht: Aus dem Gazastreifen werden Drachen und aus Kondomen hergestellte Ballons gestartet, die Brand- und Sprengsätze mit sich führen.

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Seit drei Monaten brennt es im Land um den Gazastreifen. Etwa 30.000 Morgen Land sind schon vernichtet, zu Asche gemacht worden; jede Menge Tiere sind dort verendet, Wälder und Ernten vernichtet. Am letzten Wochenende musste Israel 9 Feuerwehren und 4 Löschflugzeuge einsetzen, um nur einen dieser Brände zu löschen.

Tut man das mit dem Land, das man liebt?

Zu Beginn des sogenannten „Marsch der Rückkehr“ verbrannten Araber zehntausende Reifen an der Grenze – nicht zu ersten Mal, dass auf diese Weise die Umwelt verschmutzt und geschädigt wurde, aber in diesem Ausmaß war das vorher noch nicht der Fall. Bis heute werden weiter jede Menge Reifen verbrannt, die Schadstoffe ziehen in den Gazastreifen und nach Israel.

Tut man das mit dem Land, das man liebt?

Die Einstellung der arabischen Führer und ihrer Handlanger lautet: Wir wollen nicht, dass ihr das Land habt. Also vernichten wir es.

Sie verhalten sich so, wie die üble Frau vor Salomo, die nicht die Mutter des lebenden Kindes war. Damit ist klar, wer das Land liebt und wer sich um es sorgt, wer es hegt und pflegt – und wer das Land eben nicht liebt.

Wer das Land nicht liebt, wer seine Vernichtung nicht nur in Kauf nimmt, sondern aktiv betreibt, dem kann das Land nicht gehören.

Am Yisrael Chai!

(Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es gibt eine Menge Araber, die lieber in Frieden mit den Israelis/Juden leben würden, auch und gerade im Gazastreifen. Aber die haben nichts zu sagen. Sie zählen leider nicht. Sie werden unterdrückt und müssen um ihr Leben bangen, wenn sie sich entsprechend äußern.)

Ein fiktives Gespräch

Gefunden auf twitter:

Prinz William: Was kommt als nächstes?

Berater: Das palästinensische Flüchtlingslager bei Ramallah.

PW: Bei Ramallah? In den Palästinensergebieten?

B: Ja.

PW: Woher kommen die Flüchtlinge?

B: Aus Palästina.

PW: Aber befinden wir uns nicht IN Palästina?

B: Ja.

PW: Und dafür zahlen wir?

B: Ja.

PW: Hmm….

Die Mega-Antisemiten der Welt

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

In den letzten Jahrhunderten war es kein Problem die führenden Antisemiten der Welt zu erkennen. Hinsichtlich des klassischen religiösen Antisemitismus dominierte die katholische Kirche diese Art von Hass zu verbreiten. Über Generationen hinweg wurden Juden beschuldigt für den Tod von Gottes behauptetem Sohnes Jesus verantwortlich zu sein. Das war eine Lüge. Nur die Römer konnten – während ihrer Besatzung Judäas – jemanden zum Tode verurteilen und dann die Hinrichtung ausführen.[1]

Zusätzlich dazu Menschen für etwas verantwortlich zu machen, das ihre Vorfahren getan haben – und diesem Fall nicht taten – ist eine Vorgehensweise, die Hass propagiert, bei systematischer Anwendung für jede Gesellschaft Gift. Später schlossen sich einige protestantischer Führer den antisemitischen Hetzern an; unter den Schlimmsten von ihnen ragte Martin Luther besonders heraus.[2] [3]

Auf dieser Infrastruktur extremer christlicher Hetze gegen Juden entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine zweite Art des klassischen Judenhasses: ethnischer/nationalistischer Antisemitismus. Auf diesem Gebiet war Deutschland konkurrenzlos, als es – mit Hilfe europäischer Verbündeter – den Holocaust ausführte.

In den ideologisch zerstückelten Gesellschaften von heute gibt es viele und weit gestreute Quellen des Antisemitismus. Aus dieser Vielfalt stechen einige antisemitische Täter und Vorfälle durch das, was sie tun oder sagen und wer sie sind, heraus. Diese Hetzer zu identifizieren bietet eine Perspektive für die Schwere ihrer Taten.

Zu wichtigen Bereichen dieses Problems gehören muslimischer Antisemitismus, rechter und linker Antisemitismus sowie Antiisraelismus.

Eine im Jahr 2003 gehaltene Rede des malaysischen Premierministers Mohammed Mahathir sticht durch ihren Hass auf Juden und die weit verbreitete Zustimmung dazu heraus. Er sprach bei der Eröffnung des zehnten Gipfels der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Putrajaya in Malaysia.

Mahathir erklärte die Beziehungen zwischen Muslimen und Juden zu einer weltweiten Konfrontation. Er sagte: „1,3 Milliarden Muslime können nicht von ein paar Millionen Juden besiegt werden.“ An dem Treffen nahmen Führungspolitiker aus 57 Ländern teil, die fast die gesamte muslimische Welt repräsentierten. Sie spendeten seiner Rede Beifall.[4]

Muslimischer Mega-Antisemitismus ist völkermörderisch. Die Führer des Iran propagieren offen Völkermord am jüdischen Staat. Sie sind zudem verantwortlich für den größten Terroranschlag auf Juden nach dem Zweiten Weltkrieg, der 1994 im AMIA-Gebäude in Buenos Aires stattfand.[5] Neben ihnen propagieren die Hamas und die Hisbollah völkermörderischen Antisemitismus.[6] [7]

Darüber hinaus wurden in diesem Jahrhundert alle ideologischen Morde an Juden in Europa, bei denen die Täter bekannt sind, von Muslimen begangen. Nichts ist dem extremen Hass auf Juden und Israel vergleichbar, der aus Teilen der muslimischen Gemeinschaft kommt. Es gibt keine anderen Staatsoberhäupter, rechte wie linke, die für weltweiten völkermörderischen Antisemitismus oder eine totale Konfrontation mit Israel und Juden werben.

So unerfreulich rechter Antisemitismus im aktuellen Umfeld des Hasses ist, es überragt jedoch keine Mega-Organisation die anderen. Die griechische Bewegung Golden Morgenröte ist nie an die Macht gekommen. Einige ihrer Führer befinden sich im Gefängnis und Griechenland ist kein Land mit sonderlichem Einfluss.[8] Ungarns Jobbik versucht moderater zu werden, um weitere Wähler zu gewinnen.[9] [10]

Der dritte Typ des Antisemitismus ist der Antiisraelismus. In der extremen Linken kann man viele finden, die gerne sehen würden, dass Israel verschwindet. Das kann nur über Völkermord geschehen.

Eine wichtige linke Gedankenströmung ist die, dass die Welt in Unterdrücker und Unterdrückte zu teilen ist. Die Unterdrücker sind allesamt weiß, einschließlich Israel und der Juden. Diese Leute ignorieren bewusst die leicht erkennbare Wahrheit, dass die meisten in diesem Jahrhundert in bewaffneten Konflikten getöteten Menschen von anderen Muslimen ermordete Muslime sind. Diese Gruppe antisemitischer Linksextremisten besteht nicht aus Staatsoberhäuptern und hat nicht viel Einfluss.

Bei den Mainstream-Linken finden wir in einer Vielzahl sozialistischer Parteien extreme Hetzer gegen Israel. Das derzeit übelste Beispiel im Westen ist die von Jeremy Corbyn geführte britische Labour Party, die möglicherweise die nächsten Parlamentswahlen gewinnen könnte. Labour ist aber weit davon entfernt von Antisemiten beherrscht zu werden. Gleichzeitig beschönigt die Mehrzahl der Parteimitglieder den Antisemitismus.[11]

Die drei wichtigsten sozialistischen Führungspolitiker; die Israel mit den Nazis auf eine Stufe stellten, sind tot: der schwedischen Premierminister Olof Palme,[12] der griechische Premierminister Andreas Papandreou[13] und der französische Präsident François Mitterand.[14]

Die Medien sind eine weitere wichtige Quelle linken Antisemitismus, der seinen Hass vorwiegend auf Israel konzentriert. Einer der niederträchtigsten Antisemiten war der deutschen Literatur-Nobelpreisträger Günther Grass. Dieser linke Schriftsteller war in seiner Jugend Mitglied der Waffen-SS.[15] 2012 behauptete er, Israel wolle mit Atombomben Völkermord am iranischen Volk zu begehen.[16] Er muss gewusst haben, dass das Gegenteil die Wahrheit war. Die Führer des Iran hatten Israel regelmäßig mit Auslöschung gedroht.

Wenn ein Nobelpreisträger die Chance hatte im Konkurrenzkampf der Mega-Antisemiten Erfolg zu haben, dann wäre auch der portugiesische Schriftsteller Jose Saramago ein Kandidat. Er setzte die am stärksten florierende palästinensische Stadt Ramallah mit Auschwitz gleich.[17]

Grass wurde erst zum Mega-Antisemiten, als sein Hass-Gedicht enorme Öffentlichkeit erhielt, weil sechs europäische Mainstream-Zeitungen mit Millionen Lesern es veröffentlichten. Das waren die deutsche Süddeutsche Zeitung,[18] die italienische La Repubblica,[19] der britische Guardian,[20], die spanische El Pais,[21] die dänische Politiken[22] und die norwegische Aftenposten.[23]

Man könnte auch nach dem zeitgenössischen christlichen Antisemitismus fragen. 1965 gab der Vatikan das Dokument Nostra Aetate aus, die Erklärung der Beziehungen der Kirche zu nicht christlichen Religionen.[24] Diese Äußerung reduzierte den katholischen Antisemitismus enorm.

Beträchtlicher antisemitischer Hass, der sich hauptsächlich auf Israel konzentriert, aber auch manchmal auf Juden, kommt aus Teilen der protestantischen Welt. Es ist jedoch schwierig sehr wichtige christliche Gruppen mit extremen Positionen zu finden. Der Ökumenische Rat der Kirchen (Weltkirchenrat) hetzt gegen Israel.[25] [26] Zwei liberale amerikanische protestantische Konfessionen werben für BDS. Die Zahl der Mitglieder beider Kirchen – der Presbyterianischen Kirche[27] und der United Church of Christ[28] – sind rückläufig und es wird erwartet, dass sie weiter zurückgehen. Mehrere östliche Kirchen können ebenfalls als Propagandisten von Judenhass erwähnt werden.[29] Man sollte jüdische antiisraelische Organisationen und Einzelpersonen nicht vergessen.[30] Glücklicherweise ist ihr Einfluss zu gering, als dass sie es in die erste Liga des Antisemitismus schaffen könnten.

Schließlich gibt es noch diejenigen, die die palästinensischen Völkermord-Befürworter unterstützen. Unter diesen stechen die Vereinten Nationen und mehrere der ihr angeschlossene Organisationen heraus.[31]

[1] jcpa.org/article/the-origins-of-christian-anti-semitism/

[2] http://www.momentmag.com/martin-luthers-anti-semitic-legacy-500-years-later/

[3] http://jcpa.org/article/historical-roots-anti-israel-positions-liberal-protestant-churches-2/

[4] http://www.jcpa.org/jl/vp506.htm

[5] http://www.nbcnews.com/news/latino/anniversary-remembering-argentina-s-jewish-center-bombing-n611551

[6] http://www.theguardian.com/world/2005/oct/27/israel.iran

[7] https://www.timesofisrael.com/hezbollah-leader-rallies-shiites-with-highly-sectarian-speech/

[8] https://www.theguardian.com/world/2013/oct/03/golden-dawn-leader-jailed-nikos-michaloliakos

[9] https://www.huffingtonpost.com/entry/how-hungarys-right-wing-parties-are-trying-to-reform_us_58f4fc35e4b04cae050dc97d

[10] http://www.haaretz.com/world-news/europe/head-of-hungarys-jobbik-denounces-partys-anti-semitic-ways-1.5628831

[11] https://besacenter.org/perspectives-papers/uk-labour-antisemitism/

[12] Per Ahlmark: Det ar demokratin, dumbom! Stockholm (Timbro) 2004, S. 307.

[13] http://www.nytimes.com/1982/06/26/world/israelis-assail-greek-leader-for-likening-them-to-nazis.html

[14] http://www.nytimes.com/1982/08/11/world/begin-hints-that-mitterrand-remark-paved-way-for-terrorists-attack.html

[15] http://www.spiegel.de/international/nobel-prize-author-guenter-grass-i-was-a-member-of-the-ss-a-431353.html

[16] http://www.theguardian.com/books/2012/apr/04/gunter-grass-poetry-attack-israel

[17] http://jcpa.org/article/holocaust-inversion-the-portraying-of-israel-and-jews-as-nazis/

[18] http://www.theguardian.com/books/2012/apr/05/gunter-grass-israel-poem-iran

[19] http://ricerca.repubblica.it/repubblica/archivio/repubblica/2012/04/04/una-poesia-contro-israele-ultima-provocazione.html?refresh_ce; Günter Grass, “Quello che deve essere detto,” La Repubblica, April 4, 2012

[20] https://www.theguardian.com/books/2012/apr/05/gunter-grass-israel-poem-iran

[21] https://elpais.com/internacional/2012/04/03/actualidad/1333466515_731955.html

[22] https://politiken.dk/kultur/fakta_kultur/art5415477/Dokumentation-L%C3%A6s-G%C3%BCnter-Grass-dig

[23] https://www.aftenposten.no/meninger/i/QoBnx/Det-som-ma-sies

[24] http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_decl_19651028_nostra-aetate_en.html

[25] http://www.economist.com/erasmus/2017/03/12/the-world-council-of-churches-clashes-with-israel-over-a-ban-on-boycotters

[26] http://www.camera.org/article/the-world-council-of-churches-supports-christian-anti-zionist-in-jerusalem/

[27] http://www.jpost.com/Christian-News/Pro-BDS-Presbyterian-church-set-to-lose-400000-members-444376

[28] http://www.ngo-monitor.org/reports/united-church-of-christ/

[29] http://www.jpost.com/Opinion/Op-Ed-Contributors/Middle-Eastern-Christians-and-anti-Semitism

[30] http://israelandtheacademy.org/wp-content/uploads/2016/06/progressive_jewish_thought.pdf

[31] http://www.gatestoneinstitute.org/7813/israel-moral-equivalence

Das Comeback von Hitlers Namen in der Öffentlichkeit

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

In den letzten Jahrzehnten hat Hitlers Name ein Comeback in der Öffentlichkeit erlebt. Das geht weit über seine Verwendung als Symbol des absolut Bösen hinaus. Es gibt so viele Beispiele der diversen Manipulation des Namens Hitlers in westlichen Gesellschaften und andernorts, dass nur ein paar Beispiele angeführt werden können.

Amerikanische Präsidenten mit Hitler gleichzusetzen hat wahrscheinlich mit Richard Nixon begonnen. Damals lösten Vergleiche mit dem deutschen Nazi-Diktator noch heftige Reaktionen aus. 2002 bezog die deutsche Ministerin Herta Däubler-Gmelin sich auf Hitler, als sie sagte Präsident George W. Bush wolle die Möglichkeit eines Krieges gegen Saddam Husseins Irak nutzen, um von seinen innenpolitischen Problemen abzulenken; „Das hat Hitler auch schon gemacht.“[1] Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder übernahm Däubler-Gmelin nicht in das neue Kabinett, das er einige Wochen später bildete.[2]

Solche Beleidigungen, die verwendet wurden, um Aufmerksamkeit zu erregen und Menschen zu beleidigen, sind in den Mainstream eingebracht worden und werden sogar von nationalen Führungskräften benutzt. Drei mexikanische Präsidenten, darunter der aktuelle Präsident Enrique Peña Nieto verglichen Trump mit Hitler.[3] Eine kleine amerikanische Organisation, das Anne Frank Center for Mutual Respect[4] – das den Namen der bekanntesten Holocaustopfers für politische Zwecke missbraucht – postete auf Twitter eine Liste angeblicher Ähnlichkeiten zwischen Trump und Hitler.[5]

Zu den Politikern außerhalb der Vereinigten Staaten, die mit dem Naziführer gleichgesetzt wurden, gehört Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihr Besuch in der Tschechischen Republik im August 2016 löste massive Proteste gegen ihren Umgang mit der Migrationskrise aus. Protestierende schwenkten Plakate, auf denen sie als Hitler dargestellt wurde.[6]

Auch außerhalb der Kreise der Neonazis findet man Bewunderung für Hitler. Die libanesische Sängerin Najwa Karam hat 50 Millionen Platten verkauft. Sie war das arabische „Gesicht“ der großen französischen Kosmetikfirma L’Oreal und diente als Jurorin in der arabischen Version von „Deutschland sucht den Superstar“, Arabs Got Talent. In der Sendung Talk of the Town des libanesischen Fernsehens wurde sie aufgefordert, Eigenschaften von sechs berühmten Männern auszuwählen, um den „idealen Mann“ zu schaffen; sie wählte Hitler wegen seiner „überzeugenden“ Redefähigkeit.[7] Ein amerikanischer weißer Rassist änderte 2017 seinen Nachnamen zu Hitler.[8]

Hitlers Name wird zudem in antisemitischen Verleumdungen verwendet. Im Februar 2011 veröffentlichte ein palästinensisches Magazin den Artikel eines 10-jährigen palästinensischen Mädchens, das einen Traum wiedergab, in dem Hitler ihr sagte: „Ja, Ich habe sie [die Juden] getötet, damit ihr alles wisst, dass sie eine Nation sind, die in aller Welt Zerstörung verbreitet.“ Dieses Magazin wurde von der UNESCO bezuschusst. Nach Protesten stoppte die UNESCO die Finanzierung dieser Veröffentlichung im Dezember 2011.[9]

2015 wurde der maltesische EU-Beamte Stefan Grech beschuldigt, er habe antisemitische Hassrede gerufen und eine [nichtjüdische] EU-Bedienstete angegriffen. Grech soll die Angestellte mit einer Tafel des Diktators Benito Mussolini auf den Kopf geschlagen und sie als „dreckige Jüdin“ bezeichnet haben; er habe gesagt: „Hitler hätte euch Juden erledigen sollen.“[10][11][12]

Der niederländische Oberrabbiner Binyamin Jacobs berichtet, dass niederländische Jugendliche bei einer Gedenkveranstaltung für Holocaustopfer während seiner Rede „Heil Hitler“ brüllten.[13] Das ist Teil eines allgemeineren Auftretens des Hitlergrußes. Seine Verwendung kann von indirektem Propagieren des Holocaust bis zur Identifzierung mit ihm in Neonazi-Bewegungen reichen.

Im Juli 2017 stand ein Schotte vor Gericht, weil er dem Hund seiner Freundin beibrachte, auf Äußerungen wie „Sieg heil“ und „Vergast die Juden“ den Hitlergruß zu geben. Er postete das auf YouTube, wo es millionen Male angesehen wurde. Der Mann entschuldigte sich später bei der jüdischenn Gemeinde. Im März 2018 wurde er von einem Gericht wegen Begehens eines Hassverbrechens für schuldig befunden.[14]

Teilweises Reinwaschen der Verbrechen Hitlers ist auch außerhalb von Neonazi-Gruppen zu finden. 2005 erklärte der niederländische protestantische Prediger Kees Mos in einer respektierten Kirche in der vornehmen niederländischen Stadt Wassenaar: „Der Jude in uns ist gemäß des Matthäus-Evangeliums ein Verräter.“ Mos fügte hinzu: „Das ist die Sünde des Juden, dass er es ablehnte menschlich zu sein.“ Er fuhr damit fort: „Wir haben Hitler in den vergangenen Jahrzehnten als Monster hingestellt, aber es gibt keine Monster.“

Ein ähnliches Motiv wurde von Björn Höcke verwendet, ein prominenter gewählter Repräsentant der rechtsgerichteten AfD. Er nannte Berlins Holocaust-Mahnmal „ein Monument der Schande“. Zudem bestritt er, dass Hitler absolut böse war. Höcke merkte an: „Wir alle wissen natürlich, dass es in der Geschichte kein Schwarz und kein Weiß gibt.“[15]

Eines der bizarrsten Beispiele für die Gleichsetzung des Holocaust ereignete sich, als der Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte, sich 2016 Hitler verglich. Er sagte, Hitler habe drei Millionen Juden massakriert – eine falsche Zahl, die wahre lautete sechs Millionen – und er wolle in den Philippinen drei Millionen Drogenabhängige töten.[16]

Historische Ereignisse und Personen verblassen im Verlauf der Zeit. Die offensichtlich gesteigerte Erwähnung des Namens Hitlers in der Öffentlichkeit kann nicht nur mit der Zunahme des Antisemitismus erklärt werden. Dies und die Desensibilisierung bezüglich seiner Verwendung gehören zu den wichtigsten Indikatoren des allmählichen Zerfalls des normativen Verhaltens in westlichen Zivilgesellschaften.

[1] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/irak-krise-daeubler-gmelin-bush-und-hitler-a-214597.html

[2] www.theguardian.com/world/2002/sep/20/usa.iraq2

[3] www.reuters.com/article/us-mexico-trump/two-former-presidents-of-mexico-compare-trump-to-hitler-idUSMTZSAPEC2S8JNRJU

[4] Anne Frank-Zentrum für gegenseitigen Respekt

[5] www.newsweek.com/anne-frank-center-trump-germany-world-war-ii-647888

[6] http://www.express.co.uk/news/world/703986/Angela-Merkel-German-leader-compared-Hitler-anti-migrant-protest-Prague-refugees

[7] www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TOP-TEN-2013.PDF

[8] http://www.usatoday.com/story/news/nation-now/2017/03/24/name-change-to-hitler-official/99587276/

[9] Jordana Horn: UNESCO to Stop Support for Palestinian Magazine. In: Jerusalem Post, 25. Dezember 2011.

[10] www.timesofisrael.com/case-of-eu-official-who-shouted-anti-semitic-hate-speech-lands-in-brussels-court

[11] www.israelnationalnews.com/News/Flash.aspx/390120

[12] www.timesofmalta.com/articles/view/20170610/local/maltese-eu-official-accused-of-slurs-faces-court-at-last.650327

[13] Binyomin Jacobs, “Geef tolerantie plek in onderwijs,” Reformatorisch Dagblad, July 6, 2010.

[14] http://www.telegraph.co.uk/news/2018/03/20/youtube-user-convicted-hate-crime-pet-dogs-nazi-salutes/

[15] www.newsweek.com/jews-germany-anti-semitic-hitler-afd-579952

[16] http://edition.cnn.com/2016/09/30/asia/duterte-hitler-comparison/index.html