Liebe Palästinenserin, …

Paula R. Sterin, A Soldier’s Mother, 8. März 2016

Eine fünfzigjährige Palästinenserin versuchte am Morgen [des 8. März] einen israelischen Grenzschützer zu erstechen. Die Polizei bemerkte ihr Tun und schoss auf sie, bevor sie Erfolg hatte. Sie wurde schwer verletzt du starb an ihren Wunden. Bei diesem jüngsten Terroranschlag wurden keine Israelis verletzt.

Und so fing ich an nachzudenken…

Liebe Palästinenserin,

ich wurde noch nie angeschossen. Ich bete zu Gott, dass mir das auch nie passieren wird.

Aber hier bist du, erschossen, trotz versuchen dein erbärmliches Leben zur retten. Du bist heute Morgen in Jerusalem auf einen Polizisten zugegangen und hast ein Messer gezogen und die Polizei schoss dich an. Bis zu diesem Morgen ist es sehr wahrscheinlich, dass du und ich bei den wichtigen Meilensteinen des Lebens uns sehr ähnlich waren.

Du warst um die 50 Jahre alt, nur ein wenig jünger als ich. Ich bin eine Tochter, ein Ehefrau, eine Mutter und Großmutter. Ich frage mich, was du bist … oder warst …, abgesehen davon dass du Terroristin warst – und glücklicherweise eine ungeschickte und jetzt tote.

Hattest du Kinder, einen Ehemann und Enkel? Hättest du Erfolg gehabt, dann wäre jemandes Leben heute sehr verändert worden. Letzten Mittwoch war Tzvika Cohen ein viel geliebter Sicherheitsmann in Ma’ale Adumim, der die Menschen grüßte, wenn sie hier das Einkaufszentrum betraten und verließen. Letzten Donnerstag übernahm er den Platz eines anderen Wachmanns, der zu krank war um die Nachtschicht zu machen.

Ein arabischer Arbeiter, einer, mit dem er zusammensaß und Kaffee trank, hatte Erfolg mit seinem Anschlag von hinten auf Tzvika. Immer und immer wieder traf er Tzvika mit einem Beil und jetzt, während seine Familie und Gemeinde für seine Genesung beten, hat sich unsere Stadt verändert. Die Menschen sind wütend und wollen keine arabischen Arbeiter in unserer Stadt. Wir wissen, dass nicht alle Arbeiter schuldig, nicht alle Terroristen sind. Aber dieser eine, der es war, kam mit einer Arbeitserlaubnis her, trank Kaffee mit dem Personal des Einkaufszentrums und hatte ein freundschaftliches Verhältnis zu ihnen … bis er sich entschied jemanden zu töten.

Heute versuchtest du jemand anderem zu tun, was dieser arabische Arbeiter tat – das Leben eines Menschen zerstören und seine Familie für immer zu verändern. Du hast versagt, weil unserer Grenzschützer gelernt haben, dass dir nicht zu trauen ist – nicht einmal einer Frau, nicht einmal einem jungen Kind. Und so waren sie wachsam, wie immer. Sie sahen dich kommen. Vielleicht sahen sie Angst in deinen Augen, vielleicht sahen sie Hass. Was immer es war, sie wussten, noch bevor du das Messer zogst, dass du gekommen warst um zu töten.

Und so waren sie, als du dein Messer zogst, bereit – du gingst auf einen Schützer zu; andere sahen und schossen auf dich … und du starbst. In dieser Minuten und den wenigen, die dir auf dieser Erde blieben – dachtest du an deine Welt, die, die du verlassen hast?

Du bist darin gescheitert jemanden zu verletzen und so dreht sich die Welt in Israel weiter; aber die Welt, an deren Gestaltung du die letzten fünfzig Jahre gearbeitet hast, hat sich verändert. Wer wird sich um deine Familie kümmern? Vielleicht hat dein Mann weitere Ehefrauen? Das ist etwas, das wir nicht haben, also weiß ich nicht, wie das funktioniert. Ich vermute, er wird jetzt öfter mit den anderen Ehefrauen schlafen, wo er nicht mehr mit dir schlafen muss. Sie werden sich um seine Bedürfnisse kümmern, sicher stellen, dass er zu essen hat.

Aber warum sollten seine anderen Frauen sich um deine Kinder und Enkel kümmern? Ich sprach einmal mit einem Araber namens Daoud über seine Frauen. Seine erste Frau war damals 46 Jahre alt und er nannte sie „die Arme“. Vielleicht dachte dein Mann so über dich. Vielleicht hast du es gehasst, dass er sich andere Frauen nahm – ich würde es bestimmt hassen, wenn mein Mann sich einer anderen zuwendet.

Hast du Kinder? Ich habe fünf. Drei sind mit den wundervollsten Menschen verheiratet. Sie haben erstaunliche Leben aufgebaut, aber sie haben immer noch das Gefühl mich zu brauchen. Ich rede fast jeden Tag mit ihnen. Einer ist heute wütend auf mich, aber ich sage ihm immer, dass ich ihn liebe und umarme ihn oder gebe ihm einen Kuss – und er umarmt mich oder küsst mich zurück. Ich glaube nicht, dass es im Leben viele Dinge gibt, die so stark sind wie die Mutterliebe, also kann ich nicht anders als mich zu fragen, was mit deiner passiert ist.

Hast du Kinder? Sind sie alle erwachsen? Meine Jüngste ist 16 Jahre alt. Ich sehe sie aufwachsen du staune über die Frau, die zu entstehen beginnt. Sie ist eine Schönheit und anmutig und ein Drama, genau auf der am Rand ins Morgen. Sie kommt in mein Zimmer und erzählt mir alles aus ihrer Welt. Was ist mit deinen Töchtern? Und deinen Söhnen? Meine Kinder wissen, dass ich vom anderen Ende der Welt kommen würde, um zu ihnen zu kommen, Berge versetzen würde, wenn es nötig wäre.

Und eine Kinder – was hast du sie gelehrt? Dass du lieber einen Juden töten würdest statt für sie Mutter zu sein? Dass sie dir nacheifern sollen, dass auch sie für das Messer leben und vielleicht sterben müssen? Glaubst du vielleicht, dass du mit 50 aufgehört hast Mutter zu sein, dass sie dich nicht mehr brauchen? Ich vermute mal, das ist etwas, von dem du hoffst, dass es wahr ist, da du dich jetzt entschlossen hattest sie zu verlassen.

Hast du Enkel? Ich habe drei kleine Enkel. Sie erfüllen mein Leben mit viel Freude. Sag‘ das nicht meinen Kinder, aber ich denke, mein ältester Enkel ist das klügste menschliche Wesen der Welt. Ich könnte ihm ständig zuhören. Ich lese ihm vor und er erzählt mir Geschichten. Ich muss daran denken Englisch mit ihm zu sprechen, wenn er mir auf Hebräisch antwortet. Meine Enkelin lässt mein Herz schmelzen, wenn sie die Treppen hochruft: „Savta, ich komme!“ oder „Savta, gute Nacht. Ich liebe dich!“. Und mein jüngster Enkel, für den gibt es keine Worte. Er sieht mich einfach an und ich weiß, die Welt ist in Ordnung.

Hast du Enkel? Was wird ihnen von dir in Erinnerung bleiben? Vielleicht werden sie sich überhaupt nicht an dich erinnern. Du wirst ein Name geworden sein, eine Märtyrerin. Sie werden lernen, dass du es vorzogst einen ruhmreichen Tod zu sterben, statt sie aufwachsen zu sehen. Dass dein Hass auf Juden, die du nicht einmal kennst, stärker war als jede Liebe, die du angeblich für sie hattest. Wirst du von ihnen erwarten, dass sie deinen sinnlosen Tod rächen?

Meine werden sich an die süße Soße erinnern, die ich auf meine Hamburger gebe, an die Kartoffel-Kutel – das Rezept dafür ist in Wirklichkeit das meiner Schwiegermutter. Sie werden sich erinnern, dass ich sie hielt, wenn sie weinten, mit ihnen spielte. Sie werden sich an das große Spielzeugauto erinnern und an die Rutsche, die ich für sie habe, wenn sie zu Besuch kommen.

Du bist also jetzt tot. Vielleicht werde ich deinen Namen nie erfahren, ob du verheiratet warst, Kinder hattest, Enkel hattest.. Wenn dem so war, hat du der nächsten Generation und der darauf folgenden weiteres Gift hinzugefügt. Und die Ironie ist, dass du wahrscheinlich herausfinden wirst, dass der Himmel Terroristen nicht annähernd so willkommen heißt, wie man dir weisgemacht hat.

Oh, CNN und Reuters werden über die Palästinenserin schreiben, die heute von Israelis erschossen wurde. Sie werden weit unten in dem Artikel eine Zeile hinzufügen, dass du ein Messer gezogen hast. Du wirst der Statistik hinzugefügt – den Terroranschlägen des Zählers in Israel. Aber mal ehrlich, nach mehr als 300 Anschläge in den letzten Monaten wird einer, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, liegt deiner sehr weit hinten.

Was wir hier also haben, liebe Palästinenserin, ist ein vergeudeter Tod eines vergeudeten Lebens.

Wie man den palästinensisch-israelischen Konflikt nicht löst

Clifford May, The Washington Times, 24. Februar 2016

Stellen Sie sich vor, Ihr Auftrag lautet sicherzustellen, dass der Konflikt zwischen Israelis du Palästinensern nicht gelöst wird – nicht einmal jetzt, einer Zeit, in der selbst erklärte Jihadisten verheerende Schäden in einem großen Teil des Nahen Ostens anrichten und als Folge Israels Beziehungen zu Ägypten, Jordanien und sogar Saudi-Arabien sich verbessern. Welche Politik könnte Ihnen helfen Ihren Auftrag zu erfüllen?

Beginnen wir mit einer Idee, die die Franzosen in Umlauf gebracht haben: Versammeln Sie eine „Friedenskonferenz“, verkünden im Vorhinein, wenn keine Fortschritte erzielt werde, wird die israelische Seite dafür verantwortlich gemacht und die palästinensische wird belohnt. Dann braucht man keine Kristallkugel um vorherzusagen, wie das ausgehen wird.

Fordern Sie zweitens, dass die Israelis „die Besatzung beenden“ und sagen Sie nicht, was sie Ihrer Meinung nach besetzt halten – ob es ein bestimmtes Gebiet ist oder jeder Quadratzentimeter des israelischen Bodens. Ignorieren Sie zudem die Tatsache, dass die Israelis vor mehr als einem Jahrzehnt aus dem Gazastreifen abzogen, Ansprüche auf ein Gebiet aufgaben, dass sie Ägypten in einem Verteidigungskrieg abnahmen, ein Territorium, das davor von Britannien regiert und davor Jahrhunderte lang tiefste Provinz des Osmanischen Reiches war.

Der Gazastreifen wird derzeit von der Hamas regiert, einer Palästinenserorganisation, die sich offen der Auslöschung Israels durch Jihad verschrieben hat. Um das zu erreichen hat die Hamas Tausende Flugkörper nach Israel geschossen und – in den letzten Jahren – Terrortunnel gegraben. Kein Problem: Rechtfertigen Sie das als „Widerstand“.

Wenn die Israelis auf solche Angriffe reagieren, nutzt Hamas palästinensische Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Beschuldigen Sie auch hierfür Israel. Sie werden überrascht sein, wie viele Menschen nicken werden. Du Sie werden die Hamas ermutigen diese tödliche, unmoralische und illegale Gepflogenheit weiter zu betreiben. Fühlen Sie sich deswegen nicht schlecht. Den Friedensprozess zu unterstützen soll kein Picknick sein.

Es wird außerdem hilfreich sein, wenn Sie darauf bestehen, dass die Fatah, die in der Westbank herrscht, hart daran arbeitet einen Modus Vivendi mit Israel zu finden, selbst wenn ihre Führer zu Terror aufstacheln (zum Beispiel durch die Klage Israel bedrohe die Al-Aqsa-Moschee, die die Israelis in Wahrheit beschützen und vor langem unter muslimische Verwaltung stellten) und überhäufen die palästinensischen Teenager mit Ehren, die auf der Straße auf Israelis einstechen. PA-Präsident Mahmud Abbas hat es seit Jahren abgelehnt mit den Israelis zu verhandeln. Ignorieren Sie das. Das macht fast jeder andere auch.

Wenn Sie konkret werden und fordern, dass Israel seine Besatzung der Westbank beendet (Territorium, das von Jordanien regiert wurde, bis Jordanien 1967 Israel angriff), sollten Sie vorgeben nicht zu wissen, dass ein israelischer Abzug angesichts des Nichtvorhandenseins von Sicherheit garantieren wird, dass Terroristen die Berge, die die Mittelmeerküste überblicken, Flugkörper und Mörser nach Tel Aviv wie auch auf Israels internationalen Flughafen schicken werden.

Um sich zu verteidigen, werden die Israelis zurückschießen oder Truppen wieder in die Westbank schicken müssen. Das wird hohe Opferzahlen auf beiden Seiten zur Folge haben. Wenn Sie dazu befragt werden, dann sagen Sie: „Du spekulierst doch bloß.“ Oder: „Nun, man muss etwas riskieren.“

Ein weiterer Vorschlag: Unterstützen Sie BDS; das steht für „Boykott, De-Investition und Sanktionen“, eine Kampagne zur Dämonisierung Israels und um Regierungen und Firmen zu überzeugen gegen den einzigen jüdischen Staat der Welt Wirtschaftskrieg zu führen.

BDS-Befürworter werden unerbittlich Dreck auf Israel; sie sind der nicht unbilligen Überzeugung, dass manches davon kleben bleiben wird. Sie erfreuen sich zum Beispiel daran Israel als „Apartheidstaat“ zu bezeichnen, obwohl in Wirklichkeit muslimischen Bürgern Israels Rechte garantiert werden, die für Muslime – von Minderheiten ganz zu schweigen – in jedem beliebigen mehrheitlich muslimischen Land nicht vorhanden sind. „Apartheid“ bedeutet „getrennt“. Perverserweise versuchen BDS-Befürworter Israelis und Palästinenser zu trennen, nicht zuletzt durch die Schließung von Unternehmen, in denen sie zusammenarbeiten.

Ranghohe Führer der BDS-Kampagne wie Omar Barghouit lehnen jegliche Möglichkeit ab, dass ein Palästinenserstaat friedlich an der Seite des jüdischen Staates besteht. „Wir sind gegen in jüdischen Staat, auf jeglichem Teil Palästinas“, hat er offen erklärt. Nichtsdestotrotz sollten Sie dabei bleiben, dass BDS darauf abzielt eine „Zweistaatenlösung“ zu erreichen. Die meisten Leute werden die Diskrepanz nicht erkennen.

Als BDS-Fürsprecher werden Sie vor den gegen Araber und Muslime (sowie Christen, Jesiden und andere) verübte Gräueltaten die Augen verschließen müssen, die direkt hinter Israels Grenzen stattfinden. Israel ist und muss der öffentliche Feind Nr. 1 bleiben – das ist die BDS-Story und an der müssen Sie festhalten.

Jede Menge Leute werden das schlucken – wenn auch nicht alle. Es gibt solche, die begreifen, wie Antiisraelismus und Antisemitismus inzwischen ineinandergreifen. So wie das Ziel des radikalen Antisemitismus im 20. Jahrhundert ein Europa ohne Juden war, ist das Ziel des radikalen Antisemitismus im 21. Jahrhundert ein Naher Osten ohne einen jüdischen Staat. In beiden Fällen sind Mord, Wirtschaftskrieg und Propaganda Mittel, die diesem Zweck dienen.

Eine wachsende Liste von Kongressmitgliedern aus beiden Parteien betrachtet BDS als das, was sie ist. In den letzten Tagen haben sie begonnen Gesetzesinitiativen umzusetzen, die antiisraelische Handels- und Wirtschaftspraktiken zu verhindern versuchen, zum Beispiel durch Autorisierung der US-Handelsrepräsentanten die Wirtschaftsbeziehungen mit jedem EU-Staat zu neu zu bewerten, der den Boykott Israels unterstützt.

In Illinois und South Caroline wurden Gesetze verabschiedet – ebenfalls mit starker Unterstützung aus beiden Parteien – die Firmen bestrafen, die Israelis diskriminieren. Ähnliche Maßnahmen stehen in anderer US-Bundesstaaten an.

Es hat internationale einiges Umdenken gegeben: In Kanada, Frankreich, Spanien und Großbritannien wurden Anti-BDS-Gesetzesvorlagen oder -Resolutionen verabschiedet. Die Europäische Union könnte von ihrer strafenden Etikettierung von Produkten in Israel und von Israel kontrollierten Gebieten Abstand nehmen.

Die überwiegende Mehrheit der Israelis wäre bereit den Palästinensern zu helfen die Eigenstaatlichkeit in solchen Gebieten zu erreichen – wenn eine Vereinbarung erreicht werden kann, die sicherstellt, dass Unabhängigkeit mit Feuerwerk gefeiert wird, das am Himmel explodiert, statt mit Raketen, die in israelischen Dörfern explodieren.

Stellen Sie sich vor, Ihr Auftrag lautete eine solche Vereinbarung so lange wie möglich schwer erreichbar zu machen. Sie wissen, was Sie zu tun haben. Und vielleicht wissen Sie jetzt auch, wer sonst das tut.

Solche Überlegensheitstöne…

solches Reden, das den anderen niedermacht, klein machen soll, ihn zum Unterworfenen erklärt, kenne ich aus der Geschichte vor allem von zwei Bewegungen.

Die einen trugen braune  Hemden (manche schwarze), die anderen rote Tücher. Beide hatten einen eigenen Gruß, die einen einen ausgstreckten Arm, die anderen eine gereckte Faust. Gemeinsam war ihnen, dass das Individuum nichts galt, sondern die Masse die Identitätsvorgabe war und machte.

Daher sollte es keinen wundern, wenn ich diese Leute als die gleiche Sorte Truppe empfinde, wie die beiden eben beschriebenen – die Nazis und die Kommunisten. Dieser Islam, der sich hier darstellt, ist genauso totalitär, unfrei, unterdrückerisch und grausig wie die Schweinebewegungen des 20. Jahrhunderts.

Mein Israel

Paula R. Stern, 12. Januar 2016

Ein Post für Sarah Tuttle-Singer … die mich fragte und deshalb werde ich antworten, so gut ich kann…

Mein Israel ist ein Traum, der anfing, als ich 13 war, aber erst wahr wurde, als ich 33 war.

Mein Israel ist eine Insel, ein sicherer Hafen, ein Strahl, der durch die bewegte See scheint, die es umgibt.

Mein Israel ist eine Botschaft, die von Herz zu Herz und von Hirn zu Hirn gesendet wird – zu jedem Juden weltweit. Es ist Zuhause. Wenn du in Gefahr bist, wenn du in Angst lebst, wenn andere dich nicht sein lassen, wer du sein möchtest – komm nach Hause.

Mein Israel ist die Frau, die mir morgens um halb fünf am Kotel (der Westmauer des Tempelbergs in Jerusalem) einen Schal und warmen Tee gab, als ich auf den allerersten Minyan des Tages wartete, um die Morgengebete zu beginnen; und mein Israel sind die Vögel, die genau zur Morgendämmerung aufstiegen und anfingen über den Köpfen der Menschen zu kreisen, als der neue Tag geboren wurde. Beim dritten Mal, dass ich das erlebte, begriff ich, dass es Teil des Wunders der Zeit, des Ortes war.

Mein Israel ist ein Land, das seinen Söhne in den Dienst ruft, seine Mütter aufruft mutig genug für Unterstützung zu sein, wenn diese Söhne in den Krieg gerufen werden. Es ist ein Land, in dem Menschen öfter mutig in die Gefahr laufen als dass sie davor wegrennen.

Mein Israel ist ein Heim für ein Volk, das gewandert ist, sich aber immer Jerusalem zuwandte, wenn es betete, egal, wo sie waren. Es ist ein Land, das alle Religionen willkommen heißt – das einzige Land der Region, in dem Christen und Juden sicher Gottesdienst feiern können.

Mein Israel ist der Beduine, der unsere Straßen fegt; der arabische Arzt, der mir diesen Sommer half; die russische Krankenschwester, die sich vor kurzem um meinen Vater kümmerte, die französischen Nachbarn, die auf der anderen Straßenseite wohnen; der jemenitische Mann, der nebenan wohnt; der Marokkaner, der direkt neben dem nächsten Nachbarn wohnt; die amerikanische Familie, die dann kommt, der Iraner, bei dem ich so gerne Schuhe kaufe.

Mein Israel ist ein Land, das so viele Probleme hat – aber keine, die so schlimm sind, dass unserer Ärzte, Krankenpfleger, Rettungsteams und Hilfskräfte zögern würden einen Alarmstart hinzulegen und um die Welt zu fliegen, wenn andere eine Katastrophe erleben – nach Haiti, nach Kenia, nach Missouri, nach Indonesien…

Mein Israel ist ein Land der Wunder. Jeden. Einzelnen. Tag.

Mein Israel ist ein Versprechen, das mein Mann mir vor mehr als dreißig Jahren gab, ein Versprechen, das ich meinen Kindern vor dreiundzwanzig Jahren gab. Er stimmte zu ins Land zu kommen und es zu seinem Zuhause zu machen und wenn ich ihn heute frage, ob er reisen möchte, sagt er mir, es gäbe keinen Grund und so finden unsere Urlaube meistens irgendwo in der Nähe statt.

Mein Israel ist dort, wo es keine Rolle spielt, wie links oder rechts wir sind, wir treffen uns ohne zu zögern in der Mitte, wenn sich Tragödie oder Bedürftigkeit einstellen.

Unweihnachtliche Weihnachtsgedanken

Weihnachten – das scheint für einige DIE Gelegenheit zu sein entweder auf Israel einzuprügeln oder das Mantra der Bosheit Israels weiter einzuimpfen.

Ich habe gestern – Heiligabend – wenig Nachrichten mitbekommen. Erst auf der Fahrt nach Hause hörte ich um Mitternacht, was den Tag über so gewesen war. Da schickten WDR und NDR in ihrer gemeinsamen Nachrichtensendung ins Rennen, dass vier Palästinenser getötet wurden und auch am Tag vorher einiges los war. Sie „sollen“ Messerangriffe unternommen haben. Das ganz kam so rüber, dass der Tod der Mörder völlig unnötig war (wer den Bericht einer Wachfrau in Ariel liest, weiß, dass der Attentäter noch schwer verletzt weiter versuchte sie zu ermorden), während die jüdischen Opfer völlig außen vorgelassen wurden. Der Lateinische Patriarch beklagte in Bethlehem die Gewalt im Namen der Religion – einen Täter benannte er nicht. WDR/NDR nahmen das zum Anlass die „palästinensischen“ Toten aufzulisten und die jüdischen zu ignorieren. Passt also.

DIE ZEIT gerierte sich mal wieder als Lügner, ob aus Dummheit und Unwissen oder aus Bosheit, sei dahingestellt: Auch hier wurde von Gewalt geschrieben, die die Weihnachtsfeiern im Heiligen Land überschatteten. „Auch an Heiligabend hat es bei Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern Tote gegeben. Israelische Sicherheitskräfte erschossen im Westjordanland bei mehreren Zwischenfällen vier Palästinenser, von denen einige zuvor Israelis mit Messern angegriffen hatten. Mehrere Israelis waren dabei verletzt worden. Zuvor waren in Jerusalem zwei Palästinenser getötet worden, die an einem Zugang zur Altstadt auf Passanten eingestochen hatten.“ Dann folgt die undifferenzierte Auflistung der Toten auf beiden Seiten und die Mär, dass der Streit um den Tempelberg und die Besatzung Auslöser der seit drei Monaten andauernden Gewalt seien. Von der Hetze der Araber, der Hass-Erziehung in Medien, Schulen, Moscheen – kein Wort. Einseitig – ja, wenn auch nicht so schlimm wie es sonst in unseren Medien so üblich ist. Aber ein schwachsinniges Schmankerl darf dann denn wohl doch nicht fehlen: Der Gazastreifen ist immer noch von Israel besetzt:

DIE-ZEIT-2015-12-24_01

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Das Foto ist von DPA verbreitet worden; hat sie auch die Bildunterschrift gemacht? Das Foto stammt jedenfalls aus Hebron, wo sich Sanitäter (vergeblich) um einen angeschossenen Terroristen kümmerten, der mit seinem Auto Soldaten gerammt hatte.

Es sagt viel darüber aus, was ein Qualitätsmedium vermitteln will, wenn es schlicht die Fakten falsch bringt.

Auch die Auswahl des Fotos macht Sinn: Die vielen Soldaten, die zeigen, dass das israelische Militär und Israel gewalttätig sind und die Palästinenser die Opfer am Boden. Von der Gewalt der Araber ist nichts zu sehen. Die kommt immer hinter dem, was die Israelis tun. Die wird eher nebenher erwähnt. Und im Bild kommst sie schon gar nicht vor. Dabei ist sie einfach zu finden, wenn man denn nur will. (Ein paar wenige Beispiel habe ich hier eingestellt.)

Aber immer noch etwas besser als einige andere. So ließ die Associated Press 2 Palästinenser nach einem Messeranschlag töten – man sollte also meinen, dass die beiden Araber die Opfer des Messerangriffs waren, in Wirklichkeit waren sie die von Sicherheitskräften erschossenen Täter (die nur keine weiteren Opfer finden konnten). Einige „Qualitätsmedien“ wie die New York Times und TIME übernahmen das. CNN machte es noch besser: „2 Tote bei Anschlag in Altstadt von Jerusalem“. Man muss AP zugute halten, dass sie nach heftiger Intervention von HonestReporting die eigene Schlagzeile änderte: „2 palästinensische Angreifer getötet, 2 Israelis sterben in Jerusalem.“ Was wiederum die Frage aufwirft: Warum werden die Araber aktiv „getötet“, während Israelis einfach nur ohne jede Ursache „sterben“?

Die absolute Krone der Verlogenheit setzt sich jedoch Press TV auf: „Israelische Streitkräfte erschießen 2 Palästinenser in Al-Quds“. Das wundert nicht, ist doch Press TV ein Organ der Terror- und Lügenmullahs in Teheran. Was jedoch auch wieder den Gedanken ins Spiel bringt, weshalb die westlichen Qualitätsmedien in ihrer Berichterstattung so nahe an der Lügenpresse einer Mordbande liegen.

Und auch sie dürfen nicht fehlen: die Alibijuden wie Avi Primor, die uns weiter mit der Mär indoktrinieren, die sogenannten Palästinenser würden nur aus Verzweiflung handeln (in diesem Fall mit der Vokabel „Hoffnungslosigkeit“ zum Ausdruck gebracht). Kann man solchen Leuten wirklich nicht beibringen, dass es auch andere Gründe für Judenmord gibt? Nein, das geht nicht, denn dann wäre es möglich, das arabische Terroristen auch mal aus Fanatismus handeln. Das können aber nach Maßgabe unserer Eliten und Qualitätsmedien ausschließlich Weiße, die dem Spektrum rechtsradikal bis Nazi zugeordnet werden, also alles, was nicht die Ansichten der Gutmenschen-Linken vertritt. Und dann werfen sie Leuten, die sie pauschal in diese Ecke stellen, vor, sie würden in Schwarz-weiß-Mustern denken und seien nicht in der Lage Nuancen zu erkennen. Na Mahlzeit.

Gibt es Aussicht, dass sich daran etwas ändert? Wohl kaum. Außer es wird endlich dem Volk mal aufs Maul geschaut und seine Sorgen ernst genommen, statt jeden Widerspruch oder auch jede (berechtigte!) Frage immer gleich in die Naziecke zu verbannen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Problemen, statt Gift zu versprühen – das wäre mal ein Fortschritt. Vielleicht wird der endlich gemacht, wenn die bösen Verbrecher von den „rechtspopulistischen“ Parteien weiter Wahlerfolge erzielen. Irgendwann müssen die Großkopferten doch mal erkennen, dass sie die Menschen denen in die Arme treiben, die sie so verteufeln. Und vielleicht gibt es dann ein Umdenken und etwas realistischere Politik, statt der aktuellen Beschimpfungen Andersdenkender und das Abbügeln von allem, was ins ideologische Bild nicht passen darf. Eine Ausrichtung an der Realität, statt diese der Ideologie anpassen zu wollen (was nur vergeblich sein und letzten Endes schiefgehen kann) würde gut tun und eine Radikalisierung in die falsche Richtung verhindern. Hoffen wir, dass dieser Punkt bald erreicht wird.