Selbst Monumenten des Todes sagen wir „L’Chaim“

Anna Berg, The Time of Israel (blogs), 25. Juni 2015

Auf den ersten Blick sieht es wie abstrakte Kunst aus – ein modernes Denkmal mitten auf dem belebten Ben Gurion-Boulevard [in Tel Aviv], neben einem Saftstand, Kaffeestuben und Spielplätzen. Bei näherem Hinsehen erkennt man, dass es Denkmal anderer Art ist – ein Denkmal für die Menschen, die 1997 bei einem Selbstmordanschlag getötet und verletzt wurden.

Es steht einfach da. Wie eine stille, fast anonyme Erinnerung an schwerere Zeiten. Ich glaube nicht, dass viele Menschen ihm Aufmerksamkeit schenken – es ist einfach da. Nichts Merkwürdiges dabei, nur ein weiterer Teil der Stadt wie ein Stein auf dem Gehweg.

Heute kletterte ein Junge, vielleicht 6 Jahre alt, fröhlich darauf herum – spielte und stellte sich etwas vor, wie nur Kinder es tun können. Vielleicht stellte er sich vor er würde den Mount Everest besteigen. Oder ein Flugzeug fliegen.

Uns dann traf es mich: Die Denkmäler überall in der Stadt, die Geschichten davon, wie es war, bevor wir die Mauer bauten: die Selbstmordbomber, die Angst mit dem Bus zu fahren oder in ein Restaurant zu gehen. Man gewöhnt sich an die Sicherheitschecks und die Metalldetektoren und die Nachrichten von Terroranschlägen: Stichangriffe und Autos, die Unschuldige überfahren, die auf den Zug warten. Man gewöhnt sich sogar an die Raketenalarme und den Klang von durch die Eiserne Kuppel vom Himmel geschossenen Flugkörper.

Und es ist nichts Seltsames daran im Bus neben einem Soldaten in voller Uniform und mit einer M16 bewaffnet zu sitzen.

Wir gehen weiter zur Arbeit, zeihen unsere Kinder groß, diskutieren bei Kaffee Innenpolitik, essen im Restaurant und gehen an den Strand. Wir feiern weiter das Leben.

Ich machte im April 2014 Aliyah. Und meinen ersten Sommer hier verbrachte ich damit in Bunker zu rennen. Beim ersten Raketenalarm über Tel Aviv (und dem ersten Mal, dass ich ihn im wahren Leben hörte) weinte ich. Das zweite und das dritte Mal auch. Ein paar Wochen später saß ich mit einem aus Schweden zu Besuch gekommenen Freund in meinem Treppenhaus (unserer vorläufiger Schutzraum), tröstete ihn, hielt ihn und sagte ihm, es werde alles gut gehen. „Hör hin, das ist der Knall der Rakete, wenn sie zerstört wird! Es ist gleich vorbei!“ Ein paar Tage später trank ich mit einer Freundin Kaffe in auf der Dizengoff-Straße, als wieder der Alarm losging. Alle standen auf, verließen ruhig ihre Tische und gingen in einen nahe gelegenen Schutzraum, hörten dem Alarm zu, warteten auf die Knalle und gingen dann zurück und tranken weiter ihren Kaffee. Das Ganze war sehr surreal. Ich dachte immer daran, wie die Menschen reagiert hätten, wenn dasselbe in Stockholm passiert wäre. Dann erkannte ich, dass ich mich innerhalb von ein paar Wochen dem Leben hier angepasst hatte. Ich weinte nicht mehr, stattdessen hatte ich ein Gefühl von Trotz: „Ihr werdet mich NIEMALS davon abhalten mein Leben zu leben!“

Bedeutet das, dass der Krieg am Ende ein Spaziergang im Park war? Natürlich nicht. Es war stressig und mein Herz setzt immer kurz aus, wenn ich etwas höre, das auch nur entfernt wie ein Alarm klingt.

Die Israelis sind harter Haufen, aber ein warmherziger Haufen, der versucht sein Leben jeden Tag voll auszukosten. Das ist einer der vielen Gründe, warum ich das Leben hier liebe. Trotz all der Sorgen und Bedrohungen durch terroristische Nachbarn leben wir. Wir feiern das Leben. Wir passen uns an und machen weiter und bemitleiden uns nicht selbst. Allen Widrigkeiten zum Trotz blühen wir auf. Wir sagen sogar zu Todesdenkmälern „L’Chaim“ [auf das Leben].

Das ist etwas, das unsere Nachbarn niemals begreifen werden. Sie feiern den Tod und glauben, sie könnten uns dazu bringen aus Angst ihren Forderungen nachzugeben. Werden wir nie tun. Das Leben und der Wille zu leben sind um vieles stärker als jeder Selbstmordbomber oder Raketenangriff. Wir bleiben genau hier und wir werden nirgendwo sonst hingehen. Gewöhnt euch dran.

Ich liebe dich, Israel.

Blanker Hass

Michel Lumish, Israel Thrives, 27. Dezember 2014

Was den andauernden arabischen Krieg gegen die Juden des Nahen Ostens antreibt, sind Fanatismus und blanker Hass.

Sie verachten die Juden nicht wegen Israel. Sie verachten vielmehr Israel wegen der Juden. Wäre Israel das dreiundzwanzigste arabisch-muslimische Land in diesem Teil der Welt, würde es durchgängig als das bei weitem aufgeklärteste Land der Region gepriesen. Der Grund, dass dem nicht so ist, liegt nicht in seinem Verhalten, das angesichts des Drucks, der auf diese kleine Gemeinschaft ausgeübt wird, seinen Feinden gegenüber außerordentlich zurückhaltend ist.

Israel wird gehasst, weil es jüdisch ist.

Die Präsenz weit verbreiteten und traditionellen arabisch-muslimischen Fanatismus gegenüber Juden verändert die Tatsache nicht, dass es in meinem eigenen Land – den guten, alten USA – jede Menge blanken und ungerechtfertigten antismuslimischen Eifers gibt. Sehen Sie sich die Kommentare unter diesem YouTube-Video an – es gibt übrigens mehr als 2000 davon; sie betreffen eine Gerichtsverhandlung, die den Feindseligkeiten bei einer Feier in einer arabischen Gemeinschaft in Dearborn (Michigan) vor ein paar Jahren.

Sicentific 1982
Muslime sind kleine Mädchen, außer sie sind in einer Gang. Schwache Wichser.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich diese Art Meinung lese, schafft das Mitgefühl nicht mit dem Kommentierenden, sondern mit seinem Ziel.

Blues Lovr
Ich kann ums Verrecken nicht begreifen, WARUM die amerikanische Regierung diese unmenschlichen Monster hierhergebracht hat, damit sie bei uns leben. Jetzt droht uns, dass wir einem blutgetränkten Todeskult unterwerfen werden, der als Islam bekannt ist. Muslime schlagen und steinigen Frauen willkürlich zu Tode, sie prügeln Tiefe auf der Straße fürchterlich zu Tode, sie folgen einem Pädophilen, der eine Sechsjährige heiratete und ihr im Alter von 9 Jahren Sex aufzwang. Ich schwöre bei Gott, dass ich den nächsten dieser Kranken töten werde.

Wenn wir für das Wohlergehen des jüdischen Volks und des jüdischen Staates Israel eintreten, dann haben wir die Pflicht uns gegen diese Art von Hass zu stellen. Ich finde es hilfreich einen Unterschied zwischen Muslimen und denen zu machen, die dafür eintreten – oder befürworten – dass die Scharia als Grundlage der Regierung überall auf der Welt eingeführt wird. Wir haben jedes Recht uns gegen den politischen Islam zu stellen, egal, wo es ihn gibt, denn egal, wo es ihn gibt, er steht in direkter Gegnerschaft zum Wohlergehen des jüdischen Volks und aller Nichtmuslime, die unter der Herrschaft islamischer Vorherrschaft leben, was als Dhimmitum bekannt ist. Das verurteilt nicht Muslime als Menschen. Es ist vielmehr eine Verurteilung einer aufsteigenden und bemerkenswert boshaften politischen Bewegung, die wir alternativ „Islamofaschismus“ oder „radikalen Islam“ oder „Islamismus“ oder – was ich vorziehe – „politischen Islam nennen.

Wie auch immer, nichts davon rechtfertigt das hier:

Wnc8173
Diese Sandnigger-Muslime gehören nicht in die westliche Zivilisation. Schiebt sie ab oder steckt sie in Massengräber.

Nun, das ist ungefähr so abschreckend wie es nur werden kann. Erinnern Sie sich, dass es über 2.000 Kommentare unter diesem Eintrag gibt und die oben aus den ungefähr ersten fünfzehn aussortiert wurden.

mike franklin
Schafft sie aus den USA raus…
sie haben auch noch zehn Babys pro weißem Baby!!
Schwarze und Mexikaner genauso
WIR KÖNNEN SIE UNS NICHT ALLE LEISTEN.. WEISSE ZAHLEN DIE STEUERDOLLARS

Ich denke, das ist Mikes Art mich daran zu erinnern, wie es dazu kam, dass ich früher einmal Demokrat wurde. Es ging darum Leuten wie ihm entgegenzutreten.

Cliff Lee
Weiße Amerikaner müssen VERDAMMT NOCHMAL AUFWACHEN!!! Schiebt euch die Vielfalt in den Arsch. Diese Mistkerle werden das Land übernehmen und jeden Tag Bomben werfen und köpfen, wie es das Scheiß Dreckloch von Land macht, aus dem sie kommen. Schickt alle Nigger-Muslime zurück in die Hölle.

Gut. Genug davon. Sie wissen, was gemeint ist.

Der Punkt ist: Die pro-israelische/pro-jüdische Gemeinschaft ist nicht in der Position diese Art von Meinungen unkommentiert und nicht verurteilt durchgehen zu lassen. Wir können uns nicht mit Leuten verbünden, die gegenüber Muslimen „rassistisch“ sind.

Wir müssen eine scharfe Trennlinie zwischen muslimischen Menschen und dem politischen Islam ziehen.

So, wie wir niemals die Amerikaner allgemein für die Tatsache, sagen wir, der Tea Party verurteilen würden, so können wir nicht Muslime allgemein für den politischen Islam verurteilen.

Dem politischen Islam jedoch sollte direkt, ausdrücklich und mit allen notwendigen Mitteln Widerstand geleistet werden.

Wir dürfen uns auch nicht fürchten den politischen Islam zu verurteilen, denn aggressiv starrköpfige Menschen werden uns Engstirnigkeit gegenüber Muslimen insgesamt beschuldigen.

Es sind die, die solche Argumente bringen, die ISIS mit allen Muslimen oder die Hamas mit allen Muslimen oder deren aller Großvater, die Muslimbruderschaft, mit allen Muslimen in einen Topf werfen.

Wir sind gegen eine weit verbreitete, hoch aggressive politische Bewegung, die ihr Zentrum im Nahen Osten, aber Sympathisanten in der gesamten Welt hat. Der politische Islam, besonders wie wir ihn jetzt mit dem aktuellen Aufstieg des Islamischen Staates erleben, ist vielleicht noch bösartiger als die Nazis, wenn es erlaubt ist sich das vorzustellen.

Wir kämpfen für das Wohlergehen des jüdischen Staates Israel.

Wir kämpfen gegen das hier:

Und schließlich: Wenn die westliche Linke, einschließlich der jüdischen Linken, sich nicht dazu aufraffen kann sich energisch und konsequent gegen diese Bewegung zu stellen, dann haben sie ihre eigenen Werte der universellen Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit die Toilette runtergespült.

Warum sollten wir auf der Seite der Menschen stehen, die so geringe Neigung zeigen für ihre eigenen Werte einzustehen und die damit ihre Freunde und Nachbarn verraten?

Foto der Woche – Kriegsende

Gestern und heute wurde des Endes des Zweiten Weltkriegs (in Europa) gedacht. Hier mit Nachdenklichkeit, dort mit Pomp und Täterätä. Jeder eben so, wie es ihm gefällt und es gut findet. Es gibt wunderbare Traditionen (so in Russland die Ehrung der Veteranen durch die ganz normalen Staatsbürger). Es gibt Bilder, die nachdenklich machen, es gibt Bilder, die die schiere Freude ausdrücken; Bilder, die Verzweiflung zeigen, Bilder die Erleichterung zeigen – bei den Besiegten Deutschen, wie auch bei den Alliierten. Die Wehrmacht war geschlagen, die Sieger wachten über die Besiegten.

Und es gibt auch satirisch-amüsante Vergleiche  wie den unten – soll man so ewtas zeigen? Vielleicht nicht, vielleicht ja. Ich denke, diesen Wahnsinn satirisch/humoristisch/zynisch zu kommentieren, ist auch eine legitime Verarbeitung und vielleicht sogar Warnung. Auf jeden Fall eine Erinnerung daran, wer sich letztlich lächerlich gemacht hat, obwohl es so furchtbar ernst war. Es gibt böse Witzfiguren; wir sollten sie erkennen, um sie rechtzeitig bloßzustellen.

WKII_Scissors-beat-PaperSchnick-schnack-schnuck:
Schere besiegt Papier!

Foto der Woche – IDF in Nepal

Israel hat nach dem Erdbeben mehr Helfer nach Nepal geschickt als jeder andere Staat. Einige Astlöcher nutzen das natürlich wieder, um es ins Gegenteil zu kehren und Israel unlautere Motive zu unterstellen, darunter natürlich auch Charakterschweine wie Gideon Levy. Den Nepalesen wird das egal sein, sie sind froh über die Hilfe, die sie bekommen. Hier haben wir ein Kleinkind, das in den kommenden Jahren auch nicht vergessen wird, dass ein Isreli ihm half, weil seine Eltern ihm das immer wieder erzählen werden und es dieses Foto gibt:

IDF-Nepal

Kommentar der Woche: Israel feiert 67 Jahre – keine Müdigkeit zu erkennen

Dr. Aarom Lerner, IMRA, 23. April 2015

„Wir sind des Kämpfens müde, wir sind des Mutigseins müde, wir sind des Gewinnens müde, wir sind des Verteidigens gegen unsere Feinde müde“, sagte Ehud Olmert vor dem Israel Policy Forum im Juni 2005.

Ein Jahrzehnt später kämpfen wir immer noch mutig.

Und wir haben nicht die Illusion, dass ein Stück Papier das ändern kann.

Unsere Kinder dienten nicht in einer „Friedensarmee“ und wir erwarten, dass auch unsere Enkel das Privileg haben den jüdischen Staat zu verteidigen.

Aber ein Jahrzehnt nach einem kriminell korrupten Premierminister, der verzweifelt nach einem Weg suchte unser kollektives Handtuch zu werfen, sind wir so gut wie absolut nicht müde.

Während also Premierminister Benjamin Netanyahu sich aufmacht die durchaus herausforderndste Zeit anzugehen, der sich unser Staat in einer Generation zu stellen hatte, genießt er den entscheidenden Vorteil, dass er eine widerstandsfähige und entschlossene Nation anführt.