Was ein Selfie über die Verhältnisse sagen kann

Auf der Seite der Times of Israel schreibt Will T.G. Miller in seinem Blog über eine junge Muslima in Belgien, die von einigen linkslastigen (US-) Medien als Heldin der Eintracht und des Friedens gefeiert wurde. Sie hatte sich bei einer Demonstration in Antwerpen demonstrativ im Kopftuch vor Demonstranten für das Verbot islamischer Kopfbedeckungen (oder doch nur die Vollverschleierung?) gestellt und in Siegerpose ein Selfie gemacht, das (nicht nur) in den sozialen Medien die Runde machte und ihr als Vorbild für „Frieden und Liebe“ Lob einbrachte. Ihr Verhalten zeigt einen gewissen Mut und soll bewundert werden.

Schon bald stellte sich allerdings heraus, wie friedliebend und für Zusammenleben die junge Frau tatsächlich ist. Sie sagte zwar im Interview mit der BBC, dass sie mit dem Foto zeigen wollte, „dass wir zusammenleben können, nicht nebeneinander, sondern miteinander“; was die Medien aber nicht herausfinden wollten, was, dass sich Toleranz und Miteinander nicht auf Juden bezieht. Für Juden gilt:

Hitler tötete nicht alle Juden, er ließ ein paar übrig. Damit wir wissen, warum er sie tötete. A*löcher.
Sch*juden, wollaah, ich hasse sie so sehr.

Seitdem versuchte sie ihre antisemitischen Hass-Tweets zu löschen, schließlich löschte sie ihren Twitter-Account komplett, aber die waren bereits reichlich dokumentiert worden. Doch das soll hier nicht das Thema sein. Millers Aufruf die westlichen Medien endlich für ihre Ignoranz und ihr Weißwaschen von muslimischem Hass zur Verantwortung zu ziehen, möchte ich allerdings eindeutig weiterempfehlen.

Mir ist ein anderer Aspekt der Selfie-Affäre aufgefallen. Die Frau hat sich vor Demonstranten gestellt, die gegen die Verschleierung stellten. Sie hat das im Kopftuch getan. Sie hat damit den Demonstranten vorgeführt, dass sie deren Ansichten entgegen tritt.

Was wäre geschehen, wäre die Situation umgekehrt gewesen? Nehmen wir eine beliebige Kundgebung von Muslimen, die irgendetwas fordert – mehr Rechte für Muslime oder die Trennung die Möglichkeit der Nichtteilnahme von Mädchen am Schwimmunterricht oder… Wir können auch beliebige Demonstrationen wie die zum „Al-Quds-Tag“ nehmen. Was geschieht dort mit Leuten, die irgendwo am Rand eine abweichende Meinung demonstrieren?

Wir kennen das. Im Ruhrgebiet wurde derart randaliert, dass die Polizei eine Wohnung stürmte (die Wohnungstür aufbrach), um eine Israelfahne abzuhängen. Israelfreunde werden angegriffen, wenn sie am Rande einer Demonstration eine Fahne zeigen. Während der letzten Jahre hatten die Organisatoren der „Al-Quds“-Tage alle Hände voll zu tun, um ihre Leute davon abzuhalten auf Andersdenkende loszugehen.

Stellen wir uns also vor, die junge Frau sei keine Muslima vor Anti-Kopftuch-Demonstranten, sondern eine beliebige Person mit einem Davidstern oder einem Kreuz um den Hals vor einem Trupp Demonstranten, die gegen Islamkritik demonstrieren. Was wäre wohl geschehen? Hätte diese Person ein siegessicheres Selfie aufnehmen können? Eher nicht. Wenn doch, wie hätten die Leute im Hintergrund wohl ausgesehen? Hätten sie so ruhig und abgeklärt da gestanden, wie die Leute im Hintergrund der Kopftuch-Frau? Mit Sicherheit nicht.

Was sagt uns das? Es sagt uns, wer für freie Meinungsäußerung steht und wer nicht. Unsere Gesellschaft – vielleicht nicht unbedingt die Leute, vor die die Selfie-Frau getreten ist, das weiß ich nicht. Aber sicher ist, dass die „Kollegen“ der jungen Frau mit der freien Meinungsäußerung „weniger tolerant“ umgehen, als die, vor denen sie demonstrierend hinstellte. Noch sind wir eine freie Gesellschaft, die aber leider nur mit einer Sorte Kritik umzugehen weiß – den anderen gegenüber wird sie zunehmend intolerant und restriktiv. Es gibt gerechtfertigte Kritik, die inzwischen nicht mehr geduldet wird, weil die Kritisierten sie nicht haben wollen, nicht damit umgehen können und mit Gewalt darauf reagieren. Statt die zu maßregeln, die nicht in der Lage sind sich mit Kritik auseinanderzusetzen und sie auszuhalten, werden die Kritiker untergebuttert und kriminalisiert.

Und DAS erzählt uns dieses Selfie einer boshaften muslimischen Antisemitin, die eben NICHT die Heldin ist, zu der sie linkslastige, Probleme ausblendende Medien zu machen versuchen.

Wer bin ich?

Paula R. Stern, A Soldier’s Mother, 6. Mail 2016

Die Sache mit Kommentaren auf einem Blog ist die, dass der Blogeigner eine Reihe an Auswahlmöglichkeiten hat. Die erste ist die, ob er Kommentare unmoderiert zulässt. Als Israelin kann ich sagen, dass kein israelischer Blog und wenige jüdische Blogs frei von Störmanövern sind und für die meisten deshalb die erste Wahl offensichtlich ist – wir moderieren alle Kommentare.

Die zweite Wahl ist: Wie geht man mit Kommentaren um, die weniger als schmeichelhaft sind, entweder zu den Kernthemen, die man vorlegt oder gegenüber eine Haltung, die man einnimmt. Mehr als einmal habe ich Leute gehabt, die mich wütend fragte, warum ich ihre Kommentare nicht durchlasse – und die Antwort ist immer dieselbe: Wie ich es nicht muss, das ist mein Blog, mein Leben und ich präsentiere ihn, wie ich lebe. Nehmt ihn so, lasst ihn, liebt ihn, hasst ihn – es ist meiner.

Manchmal lasse ich Kommentare zu und dann antworte ich darauf; manchmal überlasse ich es anderen darauf zu antworten. Manchmal entscheide ich mich, sie gar nicht freizuschalte – das ist mein Recht.

Manchmal poste ich sie, wie diesen: Mahmood Says…

Manchmal lege ich sie alle zusammen… wie hier: Comments on Comments…

Vor ein paar Tagen postete ich Six Million Tears. Heute schickte mir Anonymus #478 (oder ist es #479?) dies:

Als freiwillig in Deutschland lebender Jude frage ich Sie: Wer sind Sie, dass Sie ein ganzes Volk verurteilen? Wer sind Sie, dass Sie ihnen Vergebung absprechen, sie für immer verdammen? Meine Familie blutete und litt und starb hier; und doch sind wir immer noch hier. Und wir haben uns entschieden niemals zu vergessen, sondern Zukunft und Hoffnung zu finden. Wer sind Sie ein Urteil fällen? Sie sind nicht G-tt!

Ich schaltete den Kommentar frei und fand, ich bräuchte mehr Platz um zu antworten, also mache ich das hier.

Sie sagen, Sie sein ein freiwillig in Deutschland lebender Jude. Ich gebe zu, dass das eine Wahl ist, die ich nicht verstehe und ich möchten Ihnen dort alles Gute wünschen. Ich werde für Ihre Sicherheit beten, den ich habe viele Zweifel und Bedenken zu Juden, die in Europa leben.

Sie fragen mich, warum ich ein ganzes Volk verurteile. Ich werde ehrlich sein und sagen, dass es nicht so ist, dass ich sie alle verurteilt habe, im Gegenteil; es sind ihr Tun, ihre Entscheidungen. Wenn sie für alle Zeit verurteilt sind, dann bezweifle ich, dass ich die Macht habe diejenige zu sein, die das tut.

Wer ich bin, sie zu ohne Vergebung zu erklären, für immer verdammt? Nun, das Judentum ist anders als andere Religionen. Während andere Religionen Einzelnen die Möglichkeit einräumen Gottes Vergebung zu erklären, tun wir das nicht. Wir glauben, dass es für Vergebung zwei Elemente gibt. Das erste ist Gott – wer sind wir zu glauben, dass wir Gottes Vergebung gewähren können? Ich mache das bestimmt nicht. Das zweite ist die Person oder das Volk, denen Unrecht zugefügt wurde. Ich kann den Nazis für die von ihnen begangenen Morde nicht vergeben. Die einzigen, die vergeben können, sind die Toten. Sie ermordeten die, die ihnen Vergebung hätten gewähren können. Außerdem brauchen die Vergebung derer, denen sie Unrecht angetan haben, aber nicht töteten.

Ich kann ihnen sagen, dass mein Großvater den Deutschen bis heute nicht vergab … leider vergab er sich selbst nie, dass er nicht in der Lage war in Amerika genügend Geld zu verdienen, um seine Mutter und Schwestern in Sicherheit zu bringen. Meine Schweigermutter vergab den Deutschen auch nie; schlimmer ist, dass sie ihr gesamtes Leben lang unter dem Schatten dessen lebte, was sie überlebte.

Sie sagen, Ihre Familie blutete und litt und starb dort und doch leben Sie noch dort. Würde ich sagen, was mir durch den Kopf geht, würde ich Sie einen Narren nennen. Aber mein Herz sagt mir ich sollte diplomatischer sein, verständnisvoller. Ich weiß nicht, was Sie in Deutschland hält – ist es Geld? Ist es Loyalität Deutschland gegenüber? Was immer es ist, mir ist es ein Rätsel.

Meine Familie und die meines Mannes blutete, verhungerte, wurde vergast und eingeäschert. Diejenigen, die überlebten, sammelten sich und suchten nach den am weitesten entfernten Orten, die sie erreichen konnten – Australien, Palästina, die Vereinigten Staaten. Sie wollten nach Palästina, aber die Briten blockierten das; sie bekamen einige Visa für Australien, waren aber nicht bereit sich von ihren Geschwistern zu trennen und so logen sie und sagten auch sie seien abgelehnt worden. Und als die Visa schließlich kamen, flohen sie aus Europa nach Amerika.

Sie sagen Sie werden nie vergessen, sondern entscheiden sich Zukunft und Hoffnung zu finden und ich möchte Sie dafür logen. Ich hoffe, Sie werden hart daran arbeiten Ihre Freunde und Nachbarn bilden, damit auch sie nie vergessen. Was die Zukunft und Hoffnung betrifft – ich leben ein einem Land mit beidem; wir haben sie für immer in unserem Geist und unseren Herzen.

Und schließlich fragen Sie, warum ich ein Urteil spreche – und ich sagen Ihnen, dass ich das nicht gemacht habe. Ich habe einfach gesagt, was ich denke, was ich fühlte, als ich in Deutschland war. Es war ein Gedanke, der mir durch den Kopf ging. Ich empfand die Deutschen als wunderbare, interessierte, fürsorgliche Menschen. Das war für mich etwas Wunderbares. Ich ging dort in der Erwartung hin herausgefordert zu werden, mich bedroht zu fühlen. Das erste Mal, als ich einen Deutschen die Augen senken und meinen jüdischen Stern anblicken sah, fragte ich mich, was ich falsch gemacht hätte, so überaus stolz ich war ihn zu tragen. Als er seine Augen wieder hob und mich neugierig fragte: „Israel?“, fühlte ich meinen Körper sich verkrampfen, lehnte es aber in meinem Innern ab zu kneifen und antwortete trotzig: „Ja!“

Ich erwartete nicht, dass er lächelt, aber er tat es. Ich erwartete auch nicht, dass andere Deutsche neben ihm lächeln würden, aber sie taten es. Einer wandte sich mir zu und sagte „Hava nagila“ und jemand anderes sagte „Schalom aleichem“ – und auch ich lächelte.

Und so war nach Deutschland zu kommen eine Offenbarung. Es war ein langer Weg von dort, wo ich vor ein paar Jahren stand, als ich „Sie steckten sie in eine Gaskammer“ schrieb. Ich kann Ihnen heute sagen, dass ich niemals dort ankommen werde, wo Sie sind.

Und schließlich sagten Sie ich sei nicht Gott. Ich bin mir dessen sehr bewusst und behauptete nie es zu sein. Alles, was ich bin, ist eine Person mit einer Stimme und einer Meinung. Sie müssen das nicht mögen und für mich ist das in Ordnung. Aber ich werden Ihnen sagen, wer ich bin…

Ich bin die Enkelin eines Mannes, der Jahrzehnte lang litt; ich bin die Frau  eines Mannes, der seine Eltern sah, wie sie damit kämpften, was ihnen angetan wurde und was sie erlitten. Ich war gerade etwas mehr als zehn Jahre lang eine Schwiegertochter und hörte wie meine Schwiegermutter, zum ersten Mal, über den Holocaust zu sprechen begann, das Leben in den Lagern beschrieb und das Leben, dass sie davor hatten. Ich bin die Mutter von fünf erstaunlichen Israelis, von denen zwei gedient haben, von denen jetzt einer in der Armee Israels dient. Ich habe zwei Söhne und eine Tochter nach Polen geschickt, um sich dem Albtraum zu stellen in eine Gaskammer zu gehen.

Ich bin Jüdin. Ich habe in den Gaskammern von Maidanek und Auschwitz gestanden; ich habe die Öfen und die Asche gesehen. Ich bin an den Orten gewesen, an denen sie ermordet wurden; ich habe geweint, wo einige immer noch in Massengräbern beerdigt sind.

Ich in Israelin, mir für immer bewusst, dass es unsere Aufgabe ist wachsam zu sein; zu wissen, damit, sollte der Tag kommen, wie er in der Vergangenheit nur allzu oft kam, dass die Juden in Europa werden fliehen müssen, wir hier in Israel stehen, bereit unsere Türen und mehr zu öffnen, bereit unsere Söhne zu schicken. Wir sind in den Jemen und nach Äthiopien geflogen, wir haben Juden aus Russland, dem Iran, dem Irak herausgeschmuggelt… wir werden dasselbe in Frankreich und Deutschland und England tun und sogar in den USA, sollten wir es tun müssen.

Das ist es, was ich bin; das gibt mir das Recht meine Meinung zu haben. Ich wünsche den Deutschen alles Gute. Aber ich habe mit dem Holocaust gelebt und werde mit ihm leben … und folglich werden es auch die Deutschen tun.

Liebe Palästinenserin, …

Paula R. Sterin, A Soldier’s Mother, 8. März 2016

Eine fünfzigjährige Palästinenserin versuchte am Morgen [des 8. März] einen israelischen Grenzschützer zu erstechen. Die Polizei bemerkte ihr Tun und schoss auf sie, bevor sie Erfolg hatte. Sie wurde schwer verletzt du starb an ihren Wunden. Bei diesem jüngsten Terroranschlag wurden keine Israelis verletzt.

Und so fing ich an nachzudenken…

Liebe Palästinenserin,

ich wurde noch nie angeschossen. Ich bete zu Gott, dass mir das auch nie passieren wird.

Aber hier bist du, erschossen, trotz versuchen dein erbärmliches Leben zur retten. Du bist heute Morgen in Jerusalem auf einen Polizisten zugegangen und hast ein Messer gezogen und die Polizei schoss dich an. Bis zu diesem Morgen ist es sehr wahrscheinlich, dass du und ich bei den wichtigen Meilensteinen des Lebens uns sehr ähnlich waren.

Du warst um die 50 Jahre alt, nur ein wenig jünger als ich. Ich bin eine Tochter, ein Ehefrau, eine Mutter und Großmutter. Ich frage mich, was du bist … oder warst …, abgesehen davon dass du Terroristin warst – und glücklicherweise eine ungeschickte und jetzt tote.

Hattest du Kinder, einen Ehemann und Enkel? Hättest du Erfolg gehabt, dann wäre jemandes Leben heute sehr verändert worden. Letzten Mittwoch war Tzvika Cohen ein viel geliebter Sicherheitsmann in Ma’ale Adumim, der die Menschen grüßte, wenn sie hier das Einkaufszentrum betraten und verließen. Letzten Donnerstag übernahm er den Platz eines anderen Wachmanns, der zu krank war um die Nachtschicht zu machen.

Ein arabischer Arbeiter, einer, mit dem er zusammensaß und Kaffee trank, hatte Erfolg mit seinem Anschlag von hinten auf Tzvika. Immer und immer wieder traf er Tzvika mit einem Beil und jetzt, während seine Familie und Gemeinde für seine Genesung beten, hat sich unsere Stadt verändert. Die Menschen sind wütend und wollen keine arabischen Arbeiter in unserer Stadt. Wir wissen, dass nicht alle Arbeiter schuldig, nicht alle Terroristen sind. Aber dieser eine, der es war, kam mit einer Arbeitserlaubnis her, trank Kaffee mit dem Personal des Einkaufszentrums und hatte ein freundschaftliches Verhältnis zu ihnen … bis er sich entschied jemanden zu töten.

Heute versuchtest du jemand anderem zu tun, was dieser arabische Arbeiter tat – das Leben eines Menschen zerstören und seine Familie für immer zu verändern. Du hast versagt, weil unserer Grenzschützer gelernt haben, dass dir nicht zu trauen ist – nicht einmal einer Frau, nicht einmal einem jungen Kind. Und so waren sie wachsam, wie immer. Sie sahen dich kommen. Vielleicht sahen sie Angst in deinen Augen, vielleicht sahen sie Hass. Was immer es war, sie wussten, noch bevor du das Messer zogst, dass du gekommen warst um zu töten.

Und so waren sie, als du dein Messer zogst, bereit – du gingst auf einen Schützer zu; andere sahen und schossen auf dich … und du starbst. In dieser Minuten und den wenigen, die dir auf dieser Erde blieben – dachtest du an deine Welt, die, die du verlassen hast?

Du bist darin gescheitert jemanden zu verletzen und so dreht sich die Welt in Israel weiter; aber die Welt, an deren Gestaltung du die letzten fünfzig Jahre gearbeitet hast, hat sich verändert. Wer wird sich um deine Familie kümmern? Vielleicht hat dein Mann weitere Ehefrauen? Das ist etwas, das wir nicht haben, also weiß ich nicht, wie das funktioniert. Ich vermute, er wird jetzt öfter mit den anderen Ehefrauen schlafen, wo er nicht mehr mit dir schlafen muss. Sie werden sich um seine Bedürfnisse kümmern, sicher stellen, dass er zu essen hat.

Aber warum sollten seine anderen Frauen sich um deine Kinder und Enkel kümmern? Ich sprach einmal mit einem Araber namens Daoud über seine Frauen. Seine erste Frau war damals 46 Jahre alt und er nannte sie „die Arme“. Vielleicht dachte dein Mann so über dich. Vielleicht hast du es gehasst, dass er sich andere Frauen nahm – ich würde es bestimmt hassen, wenn mein Mann sich einer anderen zuwendet.

Hast du Kinder? Ich habe fünf. Drei sind mit den wundervollsten Menschen verheiratet. Sie haben erstaunliche Leben aufgebaut, aber sie haben immer noch das Gefühl mich zu brauchen. Ich rede fast jeden Tag mit ihnen. Einer ist heute wütend auf mich, aber ich sage ihm immer, dass ich ihn liebe und umarme ihn oder gebe ihm einen Kuss – und er umarmt mich oder küsst mich zurück. Ich glaube nicht, dass es im Leben viele Dinge gibt, die so stark sind wie die Mutterliebe, also kann ich nicht anders als mich zu fragen, was mit deiner passiert ist.

Hast du Kinder? Sind sie alle erwachsen? Meine Jüngste ist 16 Jahre alt. Ich sehe sie aufwachsen du staune über die Frau, die zu entstehen beginnt. Sie ist eine Schönheit und anmutig und ein Drama, genau auf der am Rand ins Morgen. Sie kommt in mein Zimmer und erzählt mir alles aus ihrer Welt. Was ist mit deinen Töchtern? Und deinen Söhnen? Meine Kinder wissen, dass ich vom anderen Ende der Welt kommen würde, um zu ihnen zu kommen, Berge versetzen würde, wenn es nötig wäre.

Und eine Kinder – was hast du sie gelehrt? Dass du lieber einen Juden töten würdest statt für sie Mutter zu sein? Dass sie dir nacheifern sollen, dass auch sie für das Messer leben und vielleicht sterben müssen? Glaubst du vielleicht, dass du mit 50 aufgehört hast Mutter zu sein, dass sie dich nicht mehr brauchen? Ich vermute mal, das ist etwas, von dem du hoffst, dass es wahr ist, da du dich jetzt entschlossen hattest sie zu verlassen.

Hast du Enkel? Ich habe drei kleine Enkel. Sie erfüllen mein Leben mit viel Freude. Sag‘ das nicht meinen Kinder, aber ich denke, mein ältester Enkel ist das klügste menschliche Wesen der Welt. Ich könnte ihm ständig zuhören. Ich lese ihm vor und er erzählt mir Geschichten. Ich muss daran denken Englisch mit ihm zu sprechen, wenn er mir auf Hebräisch antwortet. Meine Enkelin lässt mein Herz schmelzen, wenn sie die Treppen hochruft: „Savta, ich komme!“ oder „Savta, gute Nacht. Ich liebe dich!“. Und mein jüngster Enkel, für den gibt es keine Worte. Er sieht mich einfach an und ich weiß, die Welt ist in Ordnung.

Hast du Enkel? Was wird ihnen von dir in Erinnerung bleiben? Vielleicht werden sie sich überhaupt nicht an dich erinnern. Du wirst ein Name geworden sein, eine Märtyrerin. Sie werden lernen, dass du es vorzogst einen ruhmreichen Tod zu sterben, statt sie aufwachsen zu sehen. Dass dein Hass auf Juden, die du nicht einmal kennst, stärker war als jede Liebe, die du angeblich für sie hattest. Wirst du von ihnen erwarten, dass sie deinen sinnlosen Tod rächen?

Meine werden sich an die süße Soße erinnern, die ich auf meine Hamburger gebe, an die Kartoffel-Kutel – das Rezept dafür ist in Wirklichkeit das meiner Schwiegermutter. Sie werden sich erinnern, dass ich sie hielt, wenn sie weinten, mit ihnen spielte. Sie werden sich an das große Spielzeugauto erinnern und an die Rutsche, die ich für sie habe, wenn sie zu Besuch kommen.

Du bist also jetzt tot. Vielleicht werde ich deinen Namen nie erfahren, ob du verheiratet warst, Kinder hattest, Enkel hattest.. Wenn dem so war, hat du der nächsten Generation und der darauf folgenden weiteres Gift hinzugefügt. Und die Ironie ist, dass du wahrscheinlich herausfinden wirst, dass der Himmel Terroristen nicht annähernd so willkommen heißt, wie man dir weisgemacht hat.

Oh, CNN und Reuters werden über die Palästinenserin schreiben, die heute von Israelis erschossen wurde. Sie werden weit unten in dem Artikel eine Zeile hinzufügen, dass du ein Messer gezogen hast. Du wirst der Statistik hinzugefügt – den Terroranschlägen des Zählers in Israel. Aber mal ehrlich, nach mehr als 300 Anschläge in den letzten Monaten wird einer, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, liegt deiner sehr weit hinten.

Was wir hier also haben, liebe Palästinenserin, ist ein vergeudeter Tod eines vergeudeten Lebens.

Wie man den palästinensisch-israelischen Konflikt nicht löst

Clifford May, The Washington Times, 24. Februar 2016

Stellen Sie sich vor, Ihr Auftrag lautet sicherzustellen, dass der Konflikt zwischen Israelis du Palästinensern nicht gelöst wird – nicht einmal jetzt, einer Zeit, in der selbst erklärte Jihadisten verheerende Schäden in einem großen Teil des Nahen Ostens anrichten und als Folge Israels Beziehungen zu Ägypten, Jordanien und sogar Saudi-Arabien sich verbessern. Welche Politik könnte Ihnen helfen Ihren Auftrag zu erfüllen?

Beginnen wir mit einer Idee, die die Franzosen in Umlauf gebracht haben: Versammeln Sie eine „Friedenskonferenz“, verkünden im Vorhinein, wenn keine Fortschritte erzielt werde, wird die israelische Seite dafür verantwortlich gemacht und die palästinensische wird belohnt. Dann braucht man keine Kristallkugel um vorherzusagen, wie das ausgehen wird.

Fordern Sie zweitens, dass die Israelis „die Besatzung beenden“ und sagen Sie nicht, was sie Ihrer Meinung nach besetzt halten – ob es ein bestimmtes Gebiet ist oder jeder Quadratzentimeter des israelischen Bodens. Ignorieren Sie zudem die Tatsache, dass die Israelis vor mehr als einem Jahrzehnt aus dem Gazastreifen abzogen, Ansprüche auf ein Gebiet aufgaben, dass sie Ägypten in einem Verteidigungskrieg abnahmen, ein Territorium, das davor von Britannien regiert und davor Jahrhunderte lang tiefste Provinz des Osmanischen Reiches war.

Der Gazastreifen wird derzeit von der Hamas regiert, einer Palästinenserorganisation, die sich offen der Auslöschung Israels durch Jihad verschrieben hat. Um das zu erreichen hat die Hamas Tausende Flugkörper nach Israel geschossen und – in den letzten Jahren – Terrortunnel gegraben. Kein Problem: Rechtfertigen Sie das als „Widerstand“.

Wenn die Israelis auf solche Angriffe reagieren, nutzt Hamas palästinensische Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Beschuldigen Sie auch hierfür Israel. Sie werden überrascht sein, wie viele Menschen nicken werden. Du Sie werden die Hamas ermutigen diese tödliche, unmoralische und illegale Gepflogenheit weiter zu betreiben. Fühlen Sie sich deswegen nicht schlecht. Den Friedensprozess zu unterstützen soll kein Picknick sein.

Es wird außerdem hilfreich sein, wenn Sie darauf bestehen, dass die Fatah, die in der Westbank herrscht, hart daran arbeitet einen Modus Vivendi mit Israel zu finden, selbst wenn ihre Führer zu Terror aufstacheln (zum Beispiel durch die Klage Israel bedrohe die Al-Aqsa-Moschee, die die Israelis in Wahrheit beschützen und vor langem unter muslimische Verwaltung stellten) und überhäufen die palästinensischen Teenager mit Ehren, die auf der Straße auf Israelis einstechen. PA-Präsident Mahmud Abbas hat es seit Jahren abgelehnt mit den Israelis zu verhandeln. Ignorieren Sie das. Das macht fast jeder andere auch.

Wenn Sie konkret werden und fordern, dass Israel seine Besatzung der Westbank beendet (Territorium, das von Jordanien regiert wurde, bis Jordanien 1967 Israel angriff), sollten Sie vorgeben nicht zu wissen, dass ein israelischer Abzug angesichts des Nichtvorhandenseins von Sicherheit garantieren wird, dass Terroristen die Berge, die die Mittelmeerküste überblicken, Flugkörper und Mörser nach Tel Aviv wie auch auf Israels internationalen Flughafen schicken werden.

Um sich zu verteidigen, werden die Israelis zurückschießen oder Truppen wieder in die Westbank schicken müssen. Das wird hohe Opferzahlen auf beiden Seiten zur Folge haben. Wenn Sie dazu befragt werden, dann sagen Sie: „Du spekulierst doch bloß.“ Oder: „Nun, man muss etwas riskieren.“

Ein weiterer Vorschlag: Unterstützen Sie BDS; das steht für „Boykott, De-Investition und Sanktionen“, eine Kampagne zur Dämonisierung Israels und um Regierungen und Firmen zu überzeugen gegen den einzigen jüdischen Staat der Welt Wirtschaftskrieg zu führen.

BDS-Befürworter werden unerbittlich Dreck auf Israel; sie sind der nicht unbilligen Überzeugung, dass manches davon kleben bleiben wird. Sie erfreuen sich zum Beispiel daran Israel als „Apartheidstaat“ zu bezeichnen, obwohl in Wirklichkeit muslimischen Bürgern Israels Rechte garantiert werden, die für Muslime – von Minderheiten ganz zu schweigen – in jedem beliebigen mehrheitlich muslimischen Land nicht vorhanden sind. „Apartheid“ bedeutet „getrennt“. Perverserweise versuchen BDS-Befürworter Israelis und Palästinenser zu trennen, nicht zuletzt durch die Schließung von Unternehmen, in denen sie zusammenarbeiten.

Ranghohe Führer der BDS-Kampagne wie Omar Barghouit lehnen jegliche Möglichkeit ab, dass ein Palästinenserstaat friedlich an der Seite des jüdischen Staates besteht. „Wir sind gegen in jüdischen Staat, auf jeglichem Teil Palästinas“, hat er offen erklärt. Nichtsdestotrotz sollten Sie dabei bleiben, dass BDS darauf abzielt eine „Zweistaatenlösung“ zu erreichen. Die meisten Leute werden die Diskrepanz nicht erkennen.

Als BDS-Fürsprecher werden Sie vor den gegen Araber und Muslime (sowie Christen, Jesiden und andere) verübte Gräueltaten die Augen verschließen müssen, die direkt hinter Israels Grenzen stattfinden. Israel ist und muss der öffentliche Feind Nr. 1 bleiben – das ist die BDS-Story und an der müssen Sie festhalten.

Jede Menge Leute werden das schlucken – wenn auch nicht alle. Es gibt solche, die begreifen, wie Antiisraelismus und Antisemitismus inzwischen ineinandergreifen. So wie das Ziel des radikalen Antisemitismus im 20. Jahrhundert ein Europa ohne Juden war, ist das Ziel des radikalen Antisemitismus im 21. Jahrhundert ein Naher Osten ohne einen jüdischen Staat. In beiden Fällen sind Mord, Wirtschaftskrieg und Propaganda Mittel, die diesem Zweck dienen.

Eine wachsende Liste von Kongressmitgliedern aus beiden Parteien betrachtet BDS als das, was sie ist. In den letzten Tagen haben sie begonnen Gesetzesinitiativen umzusetzen, die antiisraelische Handels- und Wirtschaftspraktiken zu verhindern versuchen, zum Beispiel durch Autorisierung der US-Handelsrepräsentanten die Wirtschaftsbeziehungen mit jedem EU-Staat zu neu zu bewerten, der den Boykott Israels unterstützt.

In Illinois und South Caroline wurden Gesetze verabschiedet – ebenfalls mit starker Unterstützung aus beiden Parteien – die Firmen bestrafen, die Israelis diskriminieren. Ähnliche Maßnahmen stehen in anderer US-Bundesstaaten an.

Es hat internationale einiges Umdenken gegeben: In Kanada, Frankreich, Spanien und Großbritannien wurden Anti-BDS-Gesetzesvorlagen oder -Resolutionen verabschiedet. Die Europäische Union könnte von ihrer strafenden Etikettierung von Produkten in Israel und von Israel kontrollierten Gebieten Abstand nehmen.

Die überwiegende Mehrheit der Israelis wäre bereit den Palästinensern zu helfen die Eigenstaatlichkeit in solchen Gebieten zu erreichen – wenn eine Vereinbarung erreicht werden kann, die sicherstellt, dass Unabhängigkeit mit Feuerwerk gefeiert wird, das am Himmel explodiert, statt mit Raketen, die in israelischen Dörfern explodieren.

Stellen Sie sich vor, Ihr Auftrag lautete eine solche Vereinbarung so lange wie möglich schwer erreichbar zu machen. Sie wissen, was Sie zu tun haben. Und vielleicht wissen Sie jetzt auch, wer sonst das tut.

Solche Überlegensheitstöne…

solches Reden, das den anderen niedermacht, klein machen soll, ihn zum Unterworfenen erklärt, kenne ich aus der Geschichte vor allem von zwei Bewegungen.

Die einen trugen braune  Hemden (manche schwarze), die anderen rote Tücher. Beide hatten einen eigenen Gruß, die einen einen ausgstreckten Arm, die anderen eine gereckte Faust. Gemeinsam war ihnen, dass das Individuum nichts galt, sondern die Masse die Identitätsvorgabe war und machte.

Daher sollte es keinen wundern, wenn ich diese Leute als die gleiche Sorte Truppe empfinde, wie die beiden eben beschriebenen – die Nazis und die Kommunisten. Dieser Islam, der sich hier darstellt, ist genauso totalitär, unfrei, unterdrückerisch und grausig wie die Schweinebewegungen des 20. Jahrhunderts.