Warum begibt sich Israel immer nur in die Defensive?

Victor Rosenthal, Abu Yehuda, 12. September 2021

Seit 1967 ist das Gebiet unter israelischer Kontrolle beträchtlich geschrumpft. Gleichzeitig haben die Bedrohungen der Sicherheit der Israelis zugenommen. Der Terrorismus nimmt ab und wieder zu, geht aber nie ganz weg. Auch wenn es „Friedensverträge“ (eigentlich langfristige Waffenstillstandsabkommen) mit Ägypten und Jordanien gibt, hat sich die Feindschaft der palästinensischen Araber nur verstärkt. Die Hamas bedroht weiter die Einwohner des südlichen Israel mit Raketen, Mörsergranaten, Infiltrationsversuchen, Brandballons und neuerdings auch mit Maschinengewehrfeuer. Israels Kontrolle über Judäa und Samaria sowie das Jordantal, die für die Verteidigung des Staates unerlässlich ist, ist im Verlauf der Zeit schwächer geworden: Die Areas A und B sind für Juden No-Go-Zonen und in Area C verbreitet sich arabische Bautätigkeit. Selbst innerhalb des Israel von vor 1967 entgleiten Teile Galiläas und des Negev israelischer Kontrolle. Es gibt neue existenzielle Bedrohungen, die kurz davor stehen akut zu werden: das iranische Atomprojekt und die Entwicklung von Präzisionsraketen und Drohnen durch die Hisbollah und die Hamas.

Nicht, dass es keine Lichtblicke gäbe. Einige Beispiele sind die Abraham-Vereinbarungen, die beweisen, dass wahre jüdisch-arabische Kooperation um ein gemeinsames Ziel nicht unmöglich ist und sogar noch ermutigender, dass es die Form eines „warmen Friedens“ annehmen kann, der mehr ist als ein bloßer Waffenstillstand. Aber insgesamt haben die Siege von 1967 es nicht geschafft sich in einen – in den Worten von Shimon Peres – „neuen Nahen Osten“ übersetzen zu lassen.

Einer der Gründe lautet, dass es ein ideologischer Konflikt ist, der auf den maßgeblichen Grundsätzen des Islam basiert, die nicht übertüncht werden können. Das wird in der absehbaren Zukunft ein Problem bleiben und es gibt wenig, das wir in Israel deswegen tun können. Aber trotzdem gibt es einen pragmatischen Ansatz, der den Respekt unserer Nachbarn beibehält, auch wenn der nicht von Zuneigung begleitet ist.

Israel hat die technologischen und wirtschaftlichen Zutaten, die den Respekt (sowie Furcht und Abschreckung) einfordern, die wir brauchen, um eine regionale Macht zu werden – tatsächlich DIE herausragende Regionalmacht. Aber um das eintreten zu lassen, gibt es eine fundamentale strategische Veränderung, die wir vornehmen müssen. Wir müssen aufhören in der Defensive zu bleiben sondern in die Offensive gehen.

Die defensive Haltung ist tief in unserer politischen und militärischen Kultur verwurzelt, selbst wenn öffentliche Äußerungen das Gegenteil andeuten. Sogar der Krieg von 1967, als unser taktischer Ansatz darin bestand in die Offensive zu gehen, wurde in Reaktion auf unmittelbar bevorstehende Bedrohungen aus Ägypten und Syrien gekämpft. Seitdem sind fast jeder militärische Feldzug und alle unsere diplomatischen Aktivitäten reaktiv statt proaktiv gewesen. Allerdings ist unsere Diplomatie, die sogar eine Zeit lang die verderbliche Idee des „Land für Frieden“ übernahm (ich hoffe, diese Zeit ist vorbei) schlimmer als reaktiv gewesen – sie ist unterwürfig gewesen.

Bedenken Sie die Taktiken, die wir in Reaktion auf die verschiedenen Bedrohungen seitens unserer Feinde übernommen haben: Statt aggressiv auf Raketenangriffe zu antworten, um Abschreckung zu schaffen, beschlossen wir die Raketen mit der Eisernen Kuppel abzuwehren und den wirtschaftlichen Schaden zu akzeptieren, der durch die unverhältnismäßigen Kosten angerichtet wird (Hamas-Raketen kosten vielleicht ein paar hundert bis ein paar tausend Dollar, während die von der Eisernen Kuppel eingesetzten Projektive jedes $50.000 kosten und in der Regel in Paaren verschossen werden.) Vergeltung für Brandballons wird sorgfältig abgestimmt, damit niemand verletzt wird. Wir versuchen minimale Gewalt einzusetzen, um an unserer Gaza-Grenze menschliche Angriffswellen abzuwehren und um gewalttätige Krawalle in Judäa und Samaria niederzuwerfen. Wir begrenzen die Ausweitung jüdischer Gemeinden in den Gebieten, während wir die Bauvorschriften auf von Europa finanzierte arabische Bautätigkeit in Area C nur minimal durchgesetzt werden und versäumen es illegale Beduinensiedlungen zu entfernen.

Israelfeindliche Medien machen viel Bohei um Abweichungen von den „keinen Schaden zufügen“-Regeln, aber diese sind Ausnahmen und widersprechen der Gesamtpolitik. Eines der Hauptziele der israelfeindlichen „Forschung“ an links dominierten Universitäten besteht sogar darin zu zeigen, dass die breite Strategie Israels, sowohl historisch als auch zeitgleich, darin besteht Araber zu verletzen und zu unterdrücken. Um das zu tun ignorieren sie wichtigen Kontext, übertreiben und erfinden sogar „Fakten“.

Warum also versäumt es Israel „offensiv zu werden“? Warum spielen wir den Ball immer unseren Feinden zu und ermutigen sie wieder zu punkten? Warum ist die wichtigste Überlegung der Sicherheitskräfte in jeder Situation größeren Konflikt zu meiden, um „die Dinge nicht weiter aufzuheizen“?

Es ist verlockend zu sagen, dass es eine inhärente Schwäche der jüdischen Psyche ist, vielleicht in unseren Jahrtausenden in der Diaspora erlernt, die uns davon abhält aggressiv zu handeln. Aber dem ist nicht so: Während der Phase vor der Staatsgründung und dem Unabhängigkeitskrieg übernahmen wir die Initiative, militärisch wie diplomatisch. Was hat sich geändert?

Ich denke, das Problem besteht darin, dass es heute in Israel keine Vereinbarung zu angemessenen langfristigen Zielen gibt, die zu erreichen wir anstreben. Bis 1948 war das Ziel, das die große Mehrheit der Juden im Jischuw unterstützte, die Gründung eines souveränen Staates, selbst wenn es Meinungsverschiedenheiten zur genauen Wesen dieses Staates gab. Weil es ein gemeinsames Ziel gab, gab es kein Zögern dabei die Strategien und Opfer anzunehmen, die notwendig waren es zu erreichen.

Heute gibt es einen jüdischen Staat und die Meinungsverschiedenheiten über sein Wesen trennen uns. Unsere Kompromissregierung spiegelt unsere Spaltung perfekt. Das Gesetz zum Nationalstaat, das versucht zu erklären, was es heißt ein „jüdischer“ Staat zu sein, ist umstritten. Und die Gegnerschaft zu dem Gesetz besteht nicht nur aus Arabern; es gibt Juden, denen die Idee eines jüdischen Staates peinlich ist und die einen „Staat aller seiner Bürger“ bevorzugen würden.

Die Staaten, die sich ambitionierte Ziele gesetzt haben – ob wir sie nun als gerecht, moralisch, vorteilhaft oder das Gegenteil davon betrachten – sind diejenigen, die aggressive, proaktive Ziele verfolgen. Der Iran und Russland fallen einem dazu ein. Wo es solche Ziele nicht gibt, wie es oft in politisch gespaltenen demokratischen Ländern wie den USA und Großbritannien der Fall ist, ist die Politik unbeständig und schwach. In Israel nimmt dies die Form der Regierung an, die entsprechend dem kleinsten gemeinsamen Nenner der öffentlichen Meinung entspricht, der da „haltet uns sicher“ lautet.

Leider für die Israelis ist die Politik des sich lediglich Verteidigens nicht einmal effektiv darin, die Bevölkerung sicher zu halten. Indem dem Feind erlaubt wird die Initiative zu ergreifen, erlaubt man die Entwicklung zukünftiger existenzieller Bedrohungen. Eine Fortsetzung dieser Politik wird zu weiterer Schrumpfung des jüdischen Staats führen, bis nur die Volksrepublik Nord-Tel Aviv übrig sein wird – und die wird ein von arabischen Staaten umgebener binationaler Staat sein.

Aber die Optionen sind nicht nur expansiver Imperiumbau, wie er von Russland und Iran betrieben wird, oder das ziellose Treiben, in das wir verfallen sind. Es gibt eine weitere Alternative. Das ist die Rückkehr zum Ziel einiger der frühesten Zionisten: die jüdische Besiedlung von ganz Eretz Yisrael und die Einrichtung jüdischer Souveränität im ganzen Land, vom Fluss bis zum Meer, entsprechend der natürlichen geostrategischen Grenzen des Landes (dabei darf nicht ungesagt bleiben: Man könnte leicht vergessen, dass noch 2007 ein israelsicher Premierminister (Omert) die Rückgabe der Golanhöhen an Syrien anbot).

Das ist ein Ziel, für das das Volk Israels kämpfen würde und eines, das uns in die Lage versetzen würde die rein defensive Strategie durch eine proaktive, aggressive zu ersetzen, die unsere fortgesetzte Existenz garantieren würde.

In Israel sind alle Juden Familie. Das wollen die Hasser beenden.

Elder of Ziyon, 11. März 2021

Adam Levick teilt auf Facebook eine wunderbare Geschichte:

Eine „Nur in Israel“-Geschichte: Ich wartete darauf in Terem geröntgt zu werden und eine Mutter mit einem Baby-Jungen (ein paar Monate alt) in einem Kinderwagen bat eine alte Dame, die sie eindeutig nicht kannte, auf ihr Baby aufzupassen, während sie zum Röntgen ging.

Dann musste die alte Dame zu ihrem Röntgen-Termin, also bat sie einen Mann, den sie nicht kannte, ob er auf das Baby aufpassen würde – weil die Mutter des Jungen noch nicht zurückgekommen war.

Dann wurde der Mann in den nächsten Röntgenraum gerufen und er gab das Baby an mich weiter. Ich passte auf ihn auf (circa 10 Minuten), bis seine Mutter schließlich heraus kam. Die Mutter war dankbar, aber nicht übertrieben – so als hätte ich ihr gerade die Uhrzeit gesagt, statt die Sicherheit und das Wohlergehen ihres Kleinkindes sicherzustellen!

Jetzt ist das Interessante, dass dies hier kein ungewöhnliches Ereignis ist. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: auf einer Ebene denke ich: „Wow!… Sie vertraut das Leben ihres Babys völlig Fremden an!“ Und ich könnte mir nicht vorstellen, dass dies in den USA passiert – bestimmt nicht in einer großen Stadt.

Aber es gibt hier etwas über das Leben … Man muss hier leben, um zu wissen was ich meine. Auf einer Ebene schien es irre, auf der anderen schien es absolut natürlich – das Beste, was dieses Land ist.

Das ist nur eine „Nur in Israel“-Geschichte. Es gibt hunderte andere. Einige Beispiele:

Wenn niemand etwas Seltsames daran sieht dich zu fragen wie viel du für dein Haus bezahlt hast oder wie hoch deine Hypothek ist oder übrigens aus, wie viel zu verdienst.

Wenn eine fremde alte Dame zu dir kommt, wenn du dein Kleinkind im Arm hältst und den Reißverschluss des Mantels des Kindes zuzieht und sagt, es sei zu kalt, als dass das Kleine auf diese Weise draußen ist. Und dann in ihr Taxi steigt.

Wenn deine Bankerin dir sagt, dass du mit langfristigen Spareinlagen 2% Zinsen bekommst oder du könntest in Bonds investieren und auch dass ihr Sohn, in deinem Alter, zufällig Single ist und ob du zum Schabbat-Essen kommen magst.

Es gibt einen gemeinsamen Nenner hinter diesen Geschichten.

Das ist so, weil Israel weit mehr ist als ein jüdischer Staat. Es ist ein Ort, an dem alle Arten von Juden tatsächlich Familie sind.

Keine Gemeinschaft. Kein Stamm. Familie.

Derselbe familiäre Instinkt, der sich im Anvertrauen deines Kindes an andere Juden ausdrückt, findet sich in einem Streit mit einem anderen Juden, den du nie zuvor getroffen hast. Das Familiengefühl erklärt sowohl die erstaunliche israelische Freundlichkeit und offensichtliche israelische Grobheit.

Als jemand, der immer noch außerhalb Israels lebt, spüre ich das stark, wenn ich zu Besuch komme. Es fühlt sich an wie Zuhause zu sein. Es fühlt sich angenehm an. In den USA bin ich immer wachsam, mache mir Sorgen wegen jedes negativen Eindrucks, den ich versehentlich als Jude machen könnte; in Israel fühle ich mich, als könnte ich meine Schuhe abstreifen und meine Füße auf den Kaffeetisch legen ohne um Erlaubnis zu fragen.

Das ist berauschend.

So behaglich fühle ich mit selbst in den meisten jüdischen Gemeinden in Amerika nicht. Sie alle haben ihre Standards, ihre kulturellen Bräuche und einige Menschen passen hinein und einige passen nicht.

Das ist in Israel nicht der Fall, wo Juden aller Hintergründe, religiöser Intensität und Hautfarbe Teil derselben Familie sind.

Familien geben zuerst auf ihre Mitglieder acht. Natürlich sollten sie die, die keine Familienmitglieder sind, mit Respekt behandeln und eine moralische Familie lehrt alle ihre Mitglieder zu anderen menschlich zu sein. Jeder sollte seine Nachbarn so gut wie möglich behandeln. Aber wenn das Boot sinkt und du nur einen Menschen retten kannst, wirst du dich für deinen Verwandten entscheiden. Das ist so normal wie moralisch.

Unerträglicherweise versuchen Israelhasser aus diesem Gefühl für Familie das schlimmstmögliche Verbrechen zu machen.

Wenn sie sagen, dass jüdische Israelis „jüdische Herrenmenschen“ seien, dann sagen sie, mit anderen Juden wie mit Familie umzugehen sei unmoralisch. Die Hasser versuchen, das Schöne und Bewegende in etwas Bösartiges und Rassistisches zu verkehren.

Sie wollen, dass jüdische Solidarität und Stolz das Gleiche sind, wie zu denken, dass Nichtjuden weniger als menschlich sind. Sie plappern die schlimmste Haltung der Antisemiten durch die Jahrhunderte nach. Am meisten wollen sie, dass die Juden aufhören als Familie zu handeln. „Wir identifizieren uns nicht mit unseren Mitjuden und wir wollen auch nicht, dass ihr das tut“, lautet die Botschaft derer [von ihnen], die zufälligerweise durch Geburt ebenfalls Juden sind.

Das ist der Grund, dass der Vorwurf von „jüdischem Überlegenheitsanspruch“ so durch und durch abstoßend ist. Er ist nicht nur antisemitisch – er ist ein Versuch zu vernichten, was das jüdische Volk Israel so besonders macht.

Israels Stärke kommt aus dem Gefühl für Familie, das normale, gesunde Juden für einander empfinden. Nichts kann das wegnehmen.

Die EU lügt über das Völkerrecht

Elder of Ziyon, 9. September 2021

Der offizielle Twitter-Account der Delegation der Europäischen Union bei den Palästinensern postete:

Wir verfolgen mit Sorge die Selbstdemontage eines Hauses gestern in Batn al-Hawa/Silwan in Ostjerusalem, die 9 Familienmitglieder obdachlos machte. Siedlungsaktivitäten, einschließlich Zwangsräumungen und Abrisse in Ostjerusalem, sind gemäß dem interanationalen Recht illegal und untergraben die Friedensaussichten.

Lassen sie uns annehmen, dass Teile Jerusalems gemäß dem Völkerrecht „besetzt“ sind. Verletzt Israel dieses Recht, wenn es Gesetze gegen illegale Bautätigkeit durchsetzt?

Natürlich nicht. Die Genfer Konventionen sind eindeutig:

Artikel 64: Die Strafgesetze des besetzten Gebietes bleiben in Kraft, außer wenn sie durch die Besetzungsmacht endgültig oder vorübergehend außer Kraft gesetzt werden, weil sie eine Gefahr für die Sicherheit dieser Macht oder ein Hindernis bei der Anwendung des vorliegenden Abkommens darstellen. Unter Vorbehalt dieser letzteren Erwägung und der Notwendigkeit, eine wirksame Justizverwaltung zu gewährleisten, sollen die Gerichte des besetzten Gebietes fortfahren, alle durch die erwähnten Gesetze erfassten Vergehen zu behandeln. Immerhin kann die Besetzungsmacht die Bevölkerung des besetzten Gebietes Bestimmungen unterwerfen, die unerlässlich sind zur Erfüllung der ihr durch das vorliegende Abkommen auferlegten Verpflichtungen, zur Aufrechterhaltung einer ordentlichen Verwaltung des Gebietes und zur Gewährleistung der Sicherheit sowohl der Besetzungsmacht als auch der Mitglieder und des Eigentums der Besetzungsstreitkräfte oder -verwaltung sowie der durch sie benützten Anlagen und Verbindungslinien.

Artikel 65: Die durch die Besetzungsmacht erlassenen Strafbestimmungen treten erst dann in Kraft, wenn sie veröffentlicht und der Bevölkerung in ihrer Sprache zur Kenntnis gebracht worden sind. Sie können keine rückwirkende Kraft haben.

Artikel 66: Die Besetzungsmacht kann die Angeklagten im Falle einer Verletzung der von ihr kraft Artikel 64 Absatz 2 erlassenen Strafbestimmungen vor ihre nichtpolitischen und ordnungsmäßig gebildeten Militärgerichte stellen, unter der Bedingung, dass diese im besetzten Gebiet tagen. Die Rechtsmittelgerichte sollen vorzugsweise im besetzten Gebiet tagen.

Artikel 67: Die Gerichte dürfen nur jene Gesetzesbestimmungen anwenden, die vor der Begehung der strafbaren Handlung gegolten haben und in Übereinstimmung mit den allgemeinen Rechtsgrundsätzen stehen, insbesondere mit dem Grundsatz, dass die Strafe der Schwere des Vergehens angemessen sein soll. Sie haben in Betracht zu ziehen, dass der Angeklagte kein Staatsangehöriger der Besetzungsmacht ist.

Tatsächlich rissen die Jordanier von 1949 bis 1967 nicht nur Häuser in Jerusalem und andernorts ab, sondern sie vertrieben zwangsweise Palästinenser aus Gebieten, die sie für andere Zwecke haben wollten. Aus The Palestinian refugees in Jordan, 1948-1957 by Avi Plascov:

Der Stadtrat von Jerusalem wurde von der Entscheidung der Regierung-UNRWA, das Lager Mu’askar im jüdischen Viertel der Altstadt an eine andere Stelle in Anata, ein paar Kilometer weit weg, zu verlegen, entbunden. Die Stelle, die für ihre Wiederansiedlung ausgesucht wurde, war zumeist Juden gehörendes Land; daher würde der Transfer nicht auf Kosten der Einheimischen erfolgen, noch würde es Problem wegen beschlagnahmtem Land geben. Darüber hinaus würde den Flüchtlingen zu zeigen, dass sie immer noch jüdisches Land besetzen, ihnen vielleicht etwas Befriedigung und eine Art handfeste Sicherheit verschaffen, während das neue Lager Schuafat zu nennen Flüchtlinge anziehen würde, es zu einem gesunden Viertel zu machen, in dem viele Villen gebaut werden. Trotzdem lehnten es die meisten Flüchtlinge ab umzuziehen, da sie fürchteten sowohl ihre Einkommensquelle – den Markt und die Touristen – als auch die Gelegenheit am zweitheiligsten Ort [sic] muslimischer Gläubiger zu beten zu verlieren. Folglich musste die Armee sie zwangsweise in ihr neues Lager verlegen, was sich bis 1965 hinzog.

Einen weiteren UNRWA-Regierungs-Plan gab es im Raum Ramallah, wo acht Konzentrationen von Flüchtlingen aufgebrochen und ihnen eigenes Land gegeben wurden. Die Regierung wollte sie nahe des Senderstandorts, weg von der Einfahrt in die Stadt, wieder ansiedeln. Es gab zudem keine Politik zum Bau neuer Lager oder inoffizielle zu übernehmen, weil Flüchtlingskonzentrationen ausgedünnt werden sollten.

Der Stadtrat war allerdings darauf bedach die Flüchtlinge zu verlegen und versprach, er würde für sanitäre Anlagen sorgen und dafür die Verantwortung übernehmen und die Miete für das erste Jahr übernehmen, wonach die Regierung sie zahlen würde. UNRWA stimmte zu. Die alten Häuser, die die Stadt verunstalteten, sollten abgerissen und die viele Nichtflüchtlinge von der Polizei in ihre jeweiligen Dörfer evakuiert werden.

Das ist das jordanische Recht, das Israel „erbte“ und das auf früheren britischen und osmanischen Gesetzen gründete.

(Zufälligerweise sollte auch Jordanien Häuser von Regimegegnern abreißen, wobei es sich auf britische Vorschriften verließ, die dem Militär gestatteten das Haus eines jeden abzureißen, der der Gewalt verdächtig war, was in der Palestine Defence (Emergency) Regulation 119 [Palästina Notfallverteidigungsvorschrift 119] stand.)

Kurz gesagt: Wenn Israel Jerusalem legal annektiert, dann kann es seine eigenen Baugesetze anwenden. Wenn Israel Teile Jerusalems besetzt hält, ist es verpflichtet die früheren Baugesetze anzuwenden, die den Abriss illegal erstellter Bauwerke bewilligt.

Die Behauptung der EU, dass Israel illegal handelt, wenn es bestehende Baugesetze durchsetzt, ist komplett falsch.

Die Nazis konnten den Künstler David Friedmann nicht zerstören

Jetzt sucht seine Tochter nach seinen von den Nazis geplünderten und verlorenen gegangenen Kunstwerken

Miriam Friedman Morris, the Librarians, 22. Juli 2020

David Friedmann 1936 in seiner Wohnung in der Paderborner Straße 9 in Berlin-Wilmersdorf. Im Hintergrund sein Gemälde des Berliner Doms. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es in der Wohnung seiner Schwägerin gefunden. Friedmanns Gemälde von Schlossbrücke und zeugnaus, heute im Deutschen Historischen Museum, erscheint ebenfalls. Diese Gemäldoe gehören zu den hunderten von den Nazis geplünderten und verloren gegangenen Kunstwerken.

Seit ich ein Kind war, sah ich meinen Vater mit einer Intensität und Leidenschaft malen, die etwas in mir berührte. Ich war fasziniert von seiner erfolgreichen Vorkriegs-Karriere und dem Schicksal seiner von den Nazis geplünderten Kunst. Er hatte weniges, das er aus einer Sammlung hunderter Gemälde, Zeichnungen, Lithografien und Radierungen zeigen konnte. Das verstärkte meine Leidenschaft diese Arbeiten zu finden und vor dem Vergessen zu retten.

David Friedmann wurde am 20. Dezember 1893 in Märisch-Ostrau (Österreich-Ungarn) geboren, dem heutigen Ostrava in der Tschechischen Republik. Er studierte Radierungen bei Hermann Struck und Malerei bei Lovis Corinth in Berlin. Er malte einige der wichtigsten Ereignisse der modernen Geschichte, überlebte den Ersten und den Zweiten Weltkrieg als Künstler. Friedmann schuf spätimpressionistische Landschaften, Stillleben, Innenräume, Akte und erhielt Applaus als Maler, der für seine Porträts bekannt war, die aus dem Leben gezeichnet waren. Er stellte an der Akademie der Künste, in der Berliner Secession und zahlreichen Galerien in ganz Deutschland und der Tschechoslowakei aus. Seine Verwendung von Hell und Dunkel, seine Fähigkeit Gesichtsausdrücke zu vermitteln, die Komposition sind alle Kennzeichen seiner Arbeit. Mit Bleistift und Papier fing er die großen Schachmeister der 1920-er Jahre ein. 1924 brachten ihm seine Schnellzeichner-Fertigkeiten eine zweite Karriere als freier Pressekünstler ein. Er skizzierte hunderte berühmte zeitgenössische Persönlichkeiten aus den Künsten, Musik, Theater, Sport,  Politik und Industrie, veröffentlichte hauptsächlich in den Berliner Zeitungen und in der Radio-Programmzeitschrift Der Deutsche Rundfunk. Zu den porträtierten Berühmtheiten gehörten Albert Einstein, Arnold Schönberg, Thomas Mann, Max Liebermann und Emaunel Lasker.

„Richard Réti am Schachbrett“, Lithografie, 1923. Diese erschien in einem Portfolio mit dem Titel „Das Schachmeister-Turnier in Mährisch Ostrau“ und alternativ „Köpfe berühmter Schachmeister“. Fünf Portfolios sind gefunden worden. (© Miriam Friedman Morris; Bild zur Verfügung gestellt von der Nationalbibliothek der Niederlande)

Friedmanns blühende Karriere in Berlin wurde 1933 durch das Naziregime beendet. Während sich alle seine Optionen einschränkten, produzierte er weiterhin Kunst, die Ereignisse illustrierte, sowie seine persönlichen Erfahrungen in der damaligen Zeit.1938 floh Friedmann mit seiner Familie nach Prag, entkam den Nazis einzig mit seinem künstlerischen Talent als Mittel zum Überleben. Er stellte das menschliche Schicksal als Flüchtling in Prag, als Gefangener im Ghetto von Lodz, im Auschwitz-Außenlager Gleiwitz I und als Überlebender bildlich dar. Seine Frau Mathilde und die kleine Tochter Mirjam Helene wurden in Auschwitz ermordet.

1941 plünderte die Gestapo sein hinterlassenes Werk in Berlin. Er verlor seine Ateliermöbel und -materialien, hunderte Ölgemälde, Wasserfarben, Zeichnungen, Radierungen und Lithografien. Nach Friedmanns Deportation ins Ghetto Lodz plünderten die Nazi-Behörden seine Kunstproduktion in Prag. 1946, als die Post von Berlin nach Prag endlich wieder eingerichtet war, erhielt Friedmann Porträt-Drucke und Fotos seiner Arbeit in einem Album. Die Prager Porträts waren auf 1940/41 datiert und geben zahlreichen bekannten und unbekannten Opfern ein Gesicht – historisch bedeutende Beweise einer dynamischen jüdischen Gemeinschaft, die vom Nazi-Regime vernichtet wurde. Weitere Porträts wurden im Nationalmuseum in Prag, Beit Theresienstadt in Givat Haim (Ihud) in Israel und in zwei der Familie gehörenden Sammlungen gefunden. Zahlreiche Arbeiten, darunter Porträts und Landschaften, tauchten im jüdischen Museum im Prag auf.

Überlebende Fotos von Stillleben, die David Friedmann 1939 und 1940 in Prag malte. Sein letzter Wohnort vor der Deportation ins Ghetto Lodz war die Dušní 10 im jüdischen Viertel der Stadt.
Diese Porträt-Drucke David Friedmanns von Jakob Edelstein, František Weidmann und Herbert Langer wurden 1940/41 in Prag produziert. Das Album wurde später dem Kunstmuseum von Yad Vashem gestiftet.

Kunstwerke wurden vom Nazi-Regime systematisch beschlagnahmt und auf Auktionen versteigert. Der Verbleib der restlichen geplünderten Kunst Friedmanns ist unbekannt.

Anschaulicher Titel: „Am Ufer“, Öl auf Holz, signiert von David Friedmann unten links und datiert auf 1932.
Das war eines von mehreren Gemälden, das später in Frankreich mit der roten Zahl „6198“ auftauchte, was nahe legt, dass es sich um eine Auktions-Verkaufsnummer handelt.

Aus seiner Haftzeit wurde eine Porträt-Zeichnung eines polnischen Gefangenen in Gleiwitz I im Staatsmuseum Auschwitz-Birkenau in Polen entdeckt. Es tauchten auch Beweise von Friedmanns Arbeit im Ghetto auf. Seine Radierung der Ghettobrücke von Lodz aus dem Jahr 1942 erschien als Kopfteil auf Seiten des The Chronicle of the Lodz Ghetto, 1941-1944 auf. Ein handgemachtes Album mit 33 Zeichnungen, die die Aktivitäten eines Hutmacher-Geschäfts („ressort“) im Ghetto Lodz 1943 dokumentieren, wird zudem in der Sammlung des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau aufbewahrt.

Diese kolorierte Zeichnung stammt aus einem Album von 1943 von David Liebermann, das die Aktivitäten der Hutmacher-Werkstatt („ressort“) im Ghetto Lodz dokumentiert. (Foto: E. Ringelblum, Jüdisches Historisches Institut Warschau, Inventarnummer MZIH B-419/24)

Im Alter von 51 Jahren wurde Friedmann befreit – beträchtlich älter als die meisten anderen Überlebenden; er glaubte, es habe einen Grund gegeben, dass er überlebte. Die Verantwortung Zeugnis abzulegen lastete schwer auf seinem Gewissen, schon vor der Deportation. Sein brennender Wunsch war der Welt die skrupellose Verfolgung und Unmenschlichkeit zu zeigen, wie sie von den Nazis praktiziert wurde, in der Hoffnung, dass eine solche Barbarei niemals wieder geschehen würde. Friedmann fing die Szenen ein, die er nicht aus seinem Gedächtnis löschen konnte – Zwangsarbeit, Folter, Tötungen und der Todesmasch. Er nannte die Reihe „Weil sie Juden waren!“

„Todesmarsch vom Lager Gleiwitz I ins Lager Blechhammer“, Öl, 1947. David Friedmann zeigt sich selbst als Gefangener mit Brille als Erinnerung daran, dass seine Kunst ein Zeugnis des Bösen aus erster Hand ist. Er wurde von der Roten Armee am 25. Januar 1945 in Blechhammer befreit. (© Miriam Friedman Morris)

Friedmann malte seine Nachkriegsreise hindurch weiter. 1948 in Prag heiratete er Hildegard Taussig, eine Überlebende mehrerer Konzentrationslager. Ihre Ehe begann der Geschwindigkeit von  Flüchtlingen. Ein Jahr später floh das Paar aus der kommunistischen Tschechoslowakei nach Israel, wo ihre Tochter, erneut Miriam genannt, geboren wurde. Er arbeitete in einem Schilderladen und trug zur Gründung von Israels kommerzieller Kunstindustrie bei.

In jeder freien Minute zeichnete er für sich selbst. Friedmanns Farbpalette veränderte sich zu helleren, sonnendurchfluteten Tönen, weil er seine alte, dunkle Welt hinter sich ließ, um sein neu angenommenes Land zu erkunden. Nach zwei Jahren gründete er seine eigene Werbefirma und war Freischaffender für die Zeitungen, was ihm mehr Zeit für künstlerische Vorhaben erlaubte. Neben Porträts malte er Landschaften des Sees Genezareth, von Jaffa, Haifa, Tel Aviv, Netanya, Naharia und Tiberias. Einige Werke signierte er mit „Dfri“, die hebräischen Buchstaben für Daled, Peh, Resch, Jod.

Er genoss es auch Ansichten des Flusses Yarkon und von Hadar Yosef zu malen, wo er lebte. Mit Verständnis für die verarmten Juden, die aus dem Jemen eimigriert waren, porträtierte er Bettler auf den Straßen, um ihr Leid auszudrücken. David Friedmann hatte die Landschaft des Beginns des jüdischen Staates eingefangen. Jahrzehnte später hatte ich das enorme Vergnügen die dramatisch veränderte Szenerie aufzuspüren, die er malte, die heute schwer zu finden oder nicht mehr existent ist.

„Jemenitischer jüdischer Bettler“, Öl, 1950. Aus einer Privatsammlung.
„Straße zwischen Tel Aviv und Jaffa“, Ö, ca. 1950. Aus der Sammlung von Miriam Friedman Morris.

Israel war ein neuer Staat in armseligen wirtschaftlichen Verhältnissen. Unbeirrt davon, dass er 61 Jahre alt war, richtete Friedmann seine Ambitionen auf Amerika; 1954 kam er in New York an. Er musste vergessen, was in seinem Herzen verborgen war, die Gemälde aus den Konzentrationslagern und seinen Lebensunterhalt bestreiten. Direkt vom Schiff kommend sprach er bei der Werbetafel-Firma General Outdoor Advertising (GOA) vor. Er malte so schnell wie möglich, weil nur das unsere Familie vor der Armut retten würde. GOA kümmerte weder sein Alter, noch dass er kaum Englisch sprach.

Sie waren beeindruckt von einem fähigen Künstler, der mit erstaunlicher Geschwindigkeit malte – dieselben Fertigkeiten, die ihm 1994 in Gleiwitz I das Leben retteten, wo Friedmann mit primitiven Materialen improvisiert hatte, seine eigenen Farben und Pinsel aus Mitteln des Lagers herstellte, um ein Wandbild auf der Mauer einer Baracke zu malen, um den SS-Offizieren seine künstlerische Fähigkeit zu zeigen und ihn vor dem Tod zu bewahren. Was konnte er produzieren, um sie zu beeindrucken? Er dachte an die Havel, gemalt in Berlin mit „weißen Wolken am blauen Himmel, Bäumen und dazwischen ein paar kleine Häuser mit roten Dächern, Wasser, weißen Segelbooten und ihren Spiegelungen im Wasser“.

„Havel-Landschaft, Berlin“, Öl, 1923. Dieses Gemälde hing Jahrzehnte lang im Haus von Andrea Kress, die neugierig auf David Friedmann wurde. Sie erfuhr davon, dass die Tochter des Künstlers nach verlorener Kunst suchte und schickte dieses Foto.

Die GOA ließ die Familie zuerst nach Chicago und dann nach St. Louis umziehen. Nach nur fünfzehn Monaten in Amerika wurde Friedmann in die höchste künstlerische Position seiner Branche ernannt worden. Statt Bildern aus den Konzentrationslagern malte er die kultigen Schönen und fröhliche Leute, die auf zwei Stockwerke hohen Reklametafeln Bier verkauften. Die neue Karriere brachte Anerkennung und Zufriedenheit mit dem Leben in Amerika. 1960 wurde die Familie Friedmann zu stolzen Staatsbürgern der USA und ließ symbolisch das zweite „n“ im Nachnamen fallen.

Nach seiner Pensionierung 1962 sollte seine Kunst nicht schweigen. Er produzierte eine zweite Serie Holocaust-Kunst, um gegen den Antisemitismus und Rassenhass aller Menschen zu kämpfen. Die Ausstellung David Friedmann eröffnete 1965 in Baltimore (Maryland), beging 20 Jahre seit der Befreiung; darüber wurde sogar in der israelischen Presse berichtet.

David Friedmann legt letzte Hand an seine Kohlezeichnung „Befreiung?“ an. Der Künstler stellt sich selbst als den Gefangenen mit Brille dar. (Foto: Peter Rosvik, St. Louis, Missouri, 1964)

Friedmann starb im Alter von 86 Jahren am 27. Februar 1980. Er ist international mit Arbeiten anerkannt, die dauerhaft im Museum der Holocaust- Geschichte in Yad Vashem in Jerusalem, im Holocaust Museum & Learning Center in St. Louis und dem Sokolow-Museum in der Tschechischen Republik ausgestellt sind. Seine Arbeiten befinden sich in Sammlungen im Staatsmuseum Auschwitz-Birkenau in Polen, und im United States Holocaust Memorial Museum in Washington DC sowie anderen Institutionen und Museen. Weitere Ausstellungsorte sind die Halle der Berliner Philharmonie, das Terezin-Mahnmal in der Tschechischen Republik, der Hauptsitz der Vereinten Nationen und das deutsche Konsulat in New York.

1954 gehörte Friedmann zu den ersten, die von Deutschland wegen von den Nazis geplünderter Kunst entschädigt wurden. Die damit verbundene Summe beinhaltete Ansprüche für all seinen geplünderten Besitz. Er setzte seinen Kampf um Gerechtigkeit fort. 1961 erkannte ihm das oberste internationale Entschädigungsgericht in Berlin eine höhere Anpassung zu.

Dieses Gemälde von David Friedmann wurde 2002 in einem Katalog für das Auktionshaus Joseph Weiner gefunden. Obwohl es „Stillleben“ heißt, lautet der angemessene Titel „Vase mit Anemonen“, Öl, 1923. Letzte bekannte Ortsangabe war Haidhausener Kunst- und Antiquitäten GmbH, München.
„Liegender Häftling“, Kohle, 1945. Zuletzt gesehen in Israel, der Ort der Zeichnung aus dem Häftlingslager Gleiwitz I ist unbekannt. Die Zeichnung – eine von acht der Sammlung von Ze’ev Schek – war als Spende seiner Witwe Alisa Schek an das Kunstmuseum Yad Vashem in Jerusalem gedacht. Drei  Zeichnungen aus dieser Sammlung sind dauerhaft im Museum der Holocaust-Geschichte in Yad Vashem ausgestellt.

David Friedmann war ein erfolgreicher Künstler mit sowohl jüdischer als auch nichtjüdischer Klientel. Die Kunst wurde privat, in Galerien, Ausstellungen und bei Auktionen verkauft. Bei ihrer Flucht aus dem Deutschen Reich stellten die meisten Emigranten fest, dass sie ihre Kunst verkaufen mussten, um ihre Flucht zu finanzieren. Andere schafften es mit ihrer Kunst zusammen zu fliehen.

Kunstwerke finden weiterhin oft neue Eigentümer – verkauft auf Auktionen oder privat – und wird von Menschen gekauft, die nicht als Sammler bekannt sind. Stücke werden Generationen lang an Wänden von Familienheimen ausgestellt und die Tochter des Künstlers sucht nach ihnen. Kunstwerke von David Friedmann sind überall in der Welt aufgetaucht – den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Belgien, England, Frankreich, Deutschland, Italien, der Tschechischen Republik, Polen, Israel, Australien, China, Kanada und in den Vereinigten Staaten. Während der letzen zwei Jahrzehnte habe ich angefangen seine Vorkriegs-Kunst zu finden.

Jedes Gemälde, das auftaucht, ist ein Sieg gegen das Deutsche Reich. David Friedmann trug Wichtiges sowohl im Rahmen der Kunst des 20. Jahrhunderts als auch im Schaffen von Materialien bei, die eine machtvolle menschliche Rolle in der Bildung von Menschen über die Realität des Holocaust spielen.

Mein Ziel ist es einen Katalog seiner Werke zu veröffentlichen, Beweise der brillanten Karriere, die die Nazis nicht zerstören konnten.

Gemalt von David Friedmann 1915 im Studentenatelier von Professor Lovis Corinth in Berlin, ist dies eines der seltenen überlebenden Werke aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Nach einer Jahrzehnte dauernden  Suche hatte die Autorin das Glück mit der Familie des Eigentümers in Verbindung zu treten und das Originalgemälde 2012 in Israel zu sehen.

Um mehr über David Friedmann und Informationen, die sie über bestehende Werke erhalten wollen, besuchen Sie bitte www.davidfriedmann.org oder die Facebook-Seite David Friedmann—Artist As Witness.

Dieser Artikel ist als Teil der Gescher L’Europa veröffentlicht worden, der Initiative der Nationalbibliothek Israels Geschichten zu teilen und mit Menschen, Institutionen und Gemeinschaften in Europa und darüber hinaus in Verbindung zu treten.

Gedankenverlorenes Territorium: Israels „Völkermord“ an Palästinensern als Modell zur Förderung des Bevölkerungswachstums

„Wir könnten sogar fordern, dass die IDF auch uns besetzt.“

PreOccupied Territory, 25. August 2021

Amman, 25. August – Ländern, die sich einer demografischen Krise gegenüber sehen, streben jetzt nach Input von denen, die für den Völkermord an den Palästinensern in einem Jahrzehnte dauernden Prozess verantwortlich sind, der eine Verzehnfachung dieser demografischen Gruppe zur Folge hatte, stellten Experten fest.

Bevölkerungsstatistik-Forscher stellten diese Woche einen Entwicklungstrend bei Staaten mit Bevölkerungen fest, die sich unterhalb der Reproduktionsrate vermehren oder die demografisches Wachstum benötigen, das die aktuellen Wachstumsprognosen übertrifft, um ihre wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit beizubehalten: Findet heraus, was immer es ist, das Israelmit seiner weithin in Verruf gebrachten Massenvernichtung der Palästinenser gemacht hat, und die Palästinenserbevölkerung nach statistischen Angaben der Palästinenser und der UNO  um 900 Prozent in gerade sieben Jahrzehnten hat steigen lassen und setzt das um.

„Die meisten Menschen nehmen selbstverständlich an, dass Völkermord in Bevölkerungsreduzierung resultiert“, erklärte Prinz Hussein Abu Bakr von Jordanien, der eine königliche Taskforce zum Thema führt. „Das trifft auf die meisten, aber nicht auf alle Völkermorde zu: die an den Juden in Europa natürlich, aber auch an den Armeniern im Osmanischen Reich, den Tutsi in Ruanda, den Ukrainern unter Stalin und den Uiguren unter dem kommunistischen China, um nur ein paar zu nennen. Aber die merkwürdige Ausnahme bleiben die Palästinenser unter israelischer Besatzung, die trotz ethnischer Säuberung, willkürlichen Tötungen, vergiftetem Wasser und Luft sowie zahllosen anderen Dingen, von denen Menschenrechtsaktivisten uns gesagt haben, dass Israel sie ihnen antut, ausschließlich exponentielles Bevölkerungswachstum erlebt haben, sowohl in den besetzten Gebieten als auch den Flüchtlingslagern an anderen Orten. Dieses Phänomen machte uns nachdenklich: Wir sollten mit unserem eigenen Volk tun, was immer es ist, das Israel tut, um die Palästinenser zu völkermorden, weil das das Ergebnis ist, das wir sehen wollen.“

Der Prinz hielt zudem fest, dass die über Israel berichteten Massenmisshandlungen an und -tötungen von palästinensischer Kindern gegen alle Vermutungen eine palästinensische Bevölkerung zur Folge hatte, die jünger ist als der weltweite Gesamtdurchschnitt.“ Er ist anders als jeder Völkermord, den ich bisher studiert habe“, gab er zu. „Ich muss wirklich, wirklich wissen, wie sie das gemacht haben, denn es könnte uns ernsthaft helfen unsere alternde Bevölkerung und die potenzielle wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit anzugehen, die sich damit bietet.“

Staaten über den Nahen Osten hinaus haben auch Interesse bekundet. „Wir befinden uns mitten in einer drohenden demografischen Pleite, also ist das eine wichtige Erfahrung, auf die wir zurückgreifen können“, gestand der dänische Innenminister Sven Larssen ein. „Ich habe bereits Kollegen in Israel kontaktiert, um zu bestimmen, wie modular oder anpassbar ihre Methodik ist. Wenn alles hart auf hart kommt, könnten wir uns auch einfach durch die IDF besetzen lassen. Wir könnten einiges von dieser israelischen ‚Völkermord‘-Magie brauchen.“

Lehrt die Geschichte uns nichts?

Das katastrophale Versagen der Oslo-Vereinbarungen von 1993 hat bewiesen, dass Terroristen mit territorialen und finanziellen Opfern zu besänftigen Israel keinen Frieden garantiert.

Doron Matza, Israel HaYom, 2. September 2021

Der Tod des Grenzpolizisten Barel Hadaria Schmueli durch einen Hamas-Terroristen an der Gaza-Grenze spiegelt nicht nur einen taktischen Fehler seitens der Verteidigungskräfte, sondern auch eine breiter fehlerhafte Politik.

Israel versucht mit der Hamas eine Vereinbarung zu treffen, nicht viel anders als die USA mit dem Iran. Und ähnlich wie Washington verfolgt auch unsere Regierung einen Traum, in dessen Kern Yassir Arafat und seine Palästinensische Befreiungsorganisation sowie die Palästinensische Befreiungsfront falsch verstanden wurden.

1991 übernahm die israelische Regierung einen Ansatz diplomatischer Arrangements. Die Annahme – die sich dann als falsch herausstellte – lautete, dass für die Palästinenser israelisches Territorium aufzugeben diese in ihren Feindseligkeiten besänftigen würde.

Das katastrophale Versagen des Oslo-Prozesses nach der zweiten Intifada – nachdem Arafat Israels großzügiges Angebot einer dauerhaften Vereinbarung ablehnte und die israelfeindliche Gewalt stützte – zeigte, dass die palästinensische Nationalbewegung ihren Konflikt mit Israel nie in klassischen Begriffen politischer Vereinbarungen auf Grundlage territorialer Kompromisse betrachtete, sondern als Langzeit-Feldzug, um den Zionismus vom Angesicht der Erde zu wischen.

Fast 30 Jahre später besteht Jerusalem darauf genau denselben Fehler wieder zu begehen, nur diesmal in Bezug auf die Hamas. Statt einer diplomatischen Vereinbarung ist es diesmal eine wirtschaftliche und statt Territorium im Tausch für Frieden sind es die Wirtschaft, Gelder und eine Teilaufhebung der „Belagerung des Gazastreifens“ im Tausch für Sicherheit.

Eine solche Perspektive ist in den letzten Jahren zum Grundstein israelischer Politik geworden. Es war eine passende Variante der fehlenden Bereitschaft der Regierung einen militärischen Feldzug im Gazastreifen zu führen.

Es ist derart schlimm geworden, dass Abgeordnete angefangen haben von der Hamas begangene Terroranschläge blind als „Aufsässigkeit“ zu betrachten, die nicht das Hauptziel der Organisation darstellt.

Nicht einmal der aktuelle 11-tägige Krieg im Gazastreifen veränderte die Denkweise der Regierung. Im Gegenteil, er verfestigte die Annahme, dass die Kämpfe eine Gelegenheit dafür geschaffen haben zu einer Vereinbarung zu kommen, ohne zu erkennen, dass genauso, wie Arafat und die PLO nie einen Kompromiss mit Israel erzielen wollten, die Hamas es auch nicht tut.

Die Geschichte lehrt uns, dass die Hamas und die PLO nicht nur fundamental dasselbe sind, sondern dass diplomatische Opfer Israels dem jüdischen Staat keinen Frieden garantieren werden.

Kurzvergleich der Gesten des guten Willens von Israel und Hamas

Elder of Ziyon, 5. September 2021

Hier ist eine Zusammenfassung dessen, was Israel und die Hamas in der vergangenen Woche machten:

IsraelHamas
– Ausweitung der Fischereizone vor dem
Gazastreifen auf 15 Seemeilen
(die größte seit 2007)
– Zusätzliche Waren und Baumaterial
über den Übergang Kerem Shalom in
den Gazastreifen importiert.
– Weitere 5 Millionen Kubikmeter Wasser
werden in den Gazastreifen gebracht.
– 5.000 weitere Arbeitnehmer werden aus
dem Gazastreifen nach Israel gelassen.
– Es wird daran gearbeitet Bargeld aus
Qatar zu den Gazanern zu bringen.
– weitere Brandballons
– Raketen
– gewalttätige Krawalle am Zaun
– Drohungen mit Eskalation

Leute, die sagen, es sei israelisches Handeln, das die Hamas zum Terrorismus bringt, sind einmal mehr widerlegt worden. Aber sie werden weiter ihre Lügen von sich zu geben.