Das manipulierte Symposium der Hebräischen Universität zum Antisemiten Achille Mbembe

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Am 15. September lädt ein Professor der Hebräischen Universität Jerusalem Teilnehmer zu einem Online-Symposium über den in Kamerun geborenen Philosophen Achille Mbembe ein, der an der Universität Witwatersand in Johannesburg lehrt. Die Einladung zu dieser Veranstaltung besagt, dass sie in der Folge der jüngsten Kampagne gegen ihn in Deutschland und der Angriffe auf seine Arbeit als antisemitisch stattfindet.

Mbembe ist wegen seines Antisemitismus zurecht bloßgestellt worden. Das ist bei weitem nicht der einzige Grund, warum er eine höchst problematische und negative Persönlichkeit ist. Alan Posener, Redakteur bei der Wochenzeitung Welt am Sonntag schrieb: „Mbembes Arbeit repräsentiert einen Totalangriff auf die europäische Tradition der Aufklärung. Das gilt insbesondere für seinen Aufsatz Necropolitics.“[1] Posener fügte hinzu: „Die Aufklärung selbst ist nicht frei von antisemitischen Merkmalen, aber bei der Gegenaufklärung ist der Antisemitismus ein konstitutiver Faktor, so wie der Antizionismus für Mbembe, der gegen die Aufklärung ist.“

Posener schrieb: „Ich weiß nicht, was ich schlimmer finden soll, Mbembes Antisemitismus oder seine Verachtung für die Aufklärung, seine ungerechtfertigte Kritik an Israel oder seine ungerechtfertigte Kritik am Liberalismus.“ Posener behauptete, dass Mbembes Aufsatz die Unterschiede zwischen „Widerstand und Selbstmord, Opferrolle und Erlösung, Märtyrertum und Freiheit verwischt“. Er beschuldigt Mbembe der „Rechtfertigung von Mord durch Selbstmord“. Posener definierte Mbembe als einen „Nihilisten“.[2]

Die große öffentliche Debatte in Deutschland begann vor ein paar Monaten infolge einer Einladung Mbembes als Hauptredner bei der Eröffnungsfeier der Ruhr-Triennale am 14. August. Dieses Musik- und Kulturfestival sollte im August und September 2020 stattfinden. Lorenz Deutsch, der Kultur-Sprecher der liberalen FDP im nordrhein-westfälischen Landtag, schrieb im März in einem offenen Brief an die Direktorin des Festivals, in dem er die Ausladung Mbembes forderte.

Er bemerkte, dass Mbembe geschrieben hatte, Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern sei „schlimmer als Südafrikas Umgang mit der schwarzen Bevölkerung unter der Apartheid“.[3] Mbembe ist zudem ein akademischer Unterstützer der BDS, obwohl er das bestreitet. Er unterschrieb 2010 eine Petition, die die Universität Witwatersrand aufforderte alle Verbindungen zur Ben Gurion-Universität zu kappen.

Der deutsche Antisemitismus-Beauftragte Felix Klein sagte, die Eröffnungsrede eines solch wichtigen Festivals sollte nicht von jemandem gehalten werden, der nachweislich den Holocaust relativiert.[4] Das Festival wurde im April wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Doch damit endete die Affäre Mbembe nicht. Er veröffentlichte einen Artikel, der zwei große Lügen enthielt. Mbembe behauptete, er sei angegriffen worden, weil er schwarz ist.[5] Das war allerdings in der Diskussion über ihn überhaupt nicht aufgekommen. Die zweite falsche Behauptung lautete, die Angriffe auf ihn kämen aus der extremen Rechten. Tatsächlich kamen die meisten Angriffe aus dem deutschen Mainstream.

Allmählich kamen mehrere weitere Aspekte von Mbembes Hetze gegen Israel ans Licht. Einer war, dass er dafür gesorgt hatte, dass eine israelische Wissenschaftlerin 2018 von einem Symposium an der Universität Stellenbosch in Südafrika ausgeladen wurde. Mbembe machte seine Teilnahme davon abhängig, dass sie nicht teilnimmt.[6]

Die Einladung der Professorin der Hebräischen Universität zu dem Symposium verbirgt all das und mehr. Sie sagt, dass sie anstrebt Mbembes Beitrag zu unserem Verständnis von Palästina-Israel zu überdenken. Mit anderen Worten: Das Seminar will ergründen, wie dieser Nihilist, Demokratie-Minimierer, extrem antiisraelische Hetzer und Teilzeit-Antisemit uns helfen kann den palästinensisch-israelischen Konflikt zu verstehen. Soweit bekannt ist, hat Mbembe nichts zur Verherrlichung von Völkermord, Mord und Tod in der palästinensischen Gesellschaft veröffentlicht. Ernste Akademiker würden dies als nur weiteres wichtiges Hindernis für einen möglichen Beitrag des Seminars zum Thema betrachten.

Nicht so für die Organisatoren der Hebräischen Universität. Sie schreiben, sie „wünschen zu erkunden, wie seine Arbeit genutzt werden kann, Schlüsselereignisse und Dynamiken in Bezug auf die Naqba und ihre Nachwirkungen, die 1967 besetzten Palästinensergebiete oder zu Israels Herrschaftssystem im Allgemeinen zu analysieren. Wir hoffen, dass diese Veranstaltung die Gelegenheit eröffnen wird lokalen Wissenschaftlern unterschiedliche Aspekte seiner Arbeit vorzustellen, sei es auf Grundlage des bekannten Necropolitics (2019) oder anderer Erfindungen.“

In dieser Karikatur einer akademischen Einführung werden allerlei andere Aspekte der Interventionen Mbembes in der Einladung zu dem Symposium nicht erwähnt. Sie erwähnt seine Gleichsetzung von Holocaust und Apartheid nicht. Mbembe hat zugegeben, dass es einen quantitativen Unterschied zwischen beiden gibt. Posener reagierte damit, dass er schrieb, das sei grundfalsch: „Der Holocaust war nicht eine viel größere Form der Apartheid, und, was wichtiger ist, die Apartheid nicht eine kleinere Version des Holocausts. Vielmehr handelt es sich um einen nicht quantitativ, sondern qualitativ anderen Vorgang.“[7]

In den alten Tagen, zugegebenermaßen vor ein paar Jahrzehnten, konnte angenommen werden, dass Universitäten die Entwicklung von Wissen förderten. Auf Grundlage vorhandenen Wissens konnte man über unvoreingenommene Untersuchung weitere Erkenntnisse entwickeln. Für Teile der akademischen Gemeinschaft gilt das weiter, auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Für die Urheber des Symposiums gilt dies hingegen nicht. Stattdessen versuchen sie angeblich weiteres Wissen zu entwickeln, indem entscheidende Elemente existierender Informationen nicht erwähnt werden.

Es gibt zudem einen weiteren üblen Aspekt. Die Organisatoren des Symposiums werben für Mbembe als Person, die für den Boykott einer weiteren israelischen Universität eintrat und für die Rücknahme der Einladung einer israelischen Wissenschaftlerin zu einer Konferenz in Südafrika sorgte. Das Problem besteht aber nicht in dem, was es dem Image der Organisatoren antut, die sich mit ihrer Einladung zum Symposium selbst akademisch disqualifizierten. Das größere Problem ist, dass es eine respektierte akademische Institution beschmutzt – die Hebräische Universität.

[1] https://warwick.ac.uk/fac/arts/english/currentstudents/postgraduate/masters/modules/postcol_theory/mbembe_22necropolitics22.pdf

[2] https://starke-meinungen.de/blog/2020/07/13/mit-carl-schmitt-und-co-gegen-die-spaetmoderne-achille-mbembe/

[3] http://www.welt.de/kultur/article207338945/Achille-Mbembe-bei-Ruhrtriennale-Es-reicht-mit-dem-steuerfinanzierten-Israelhass.html

[4] zeit.de/kultur/2020-05/felix-klein-holocaust-achille-mbembe-protests-english

[5] taz.de/Mbembe-zum-Antisemitismusvorwurf/!5684094/

[6] http://www.algemeiner.com/2020/05/04/despite-passionate-defense-of-academic-freedom-scholar-at-center-of-german-antisemitism-row-campaigned-to-exclude-israeli-professors/

[7] https://starke-meinungen.de/blog/2020/06/17/ueber-textverdrehungen-und-taschenspielertricks/

Die Geschichten hinter der Reise der Exodus

Diese Video-Zeugenaussagen aus der Toldot Yisrael Collection bieten einen Blick hinter die Kulissen der Geschichte des berühmten Schiffes.

Shai Ben-Ari, the Librarians, 9. Juli 2020

Für eine bestimmte Generation verkörpert die Geschichte der Exodus, des Schiffes, das 4.500 jüdische Flüchtlinge aus dem Nachkriegseuropa ins Mandat Palästina fuhr, das Wesen der Gründung Israels – eine Reise, einen Exodus von den Höllentiefen des Holocaust zu den berauschenden Höhen von Unabhängigkeit und nationaler Selbstständigkeit.

Tatsächlich gibt es viele, die erst Dank „Exodus“ – dem erfolgreichen Hollywood-Film von 1960, auch wenn der Film nur sehr lose auf der Geschichte des echten Schiffes basiert – auf die Geschichte des modernen Staats Israel aufmerksam wurden.

Die Exodus bei ihrer Ankunft im Hafen von Haifa. The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Das Projekt Toldot Yisrael, das auf den verschiedenen Plattformen der israelischen Nationalbibliothek gehostet wird, war in der Lage mehrere Video-Interviews zu sammeln, die die wahre Geschichte der Reise der Exodus erzählen sowie einen seltenen Blick auf die Ereignisse zu werfen, die sich hinter den Kulissen ereignete.

Als Monica Levin den Film mit Paul Newman endlich sah, schockierte ihr Vater – Louis „Shorty“ Levin – seine Tochter damit, dass er ihr erzählte: „Ich möchte, dass du weißt, dass das Schiff mir gehörte…“

Levin war damals Eigner des Schiffs, als man es noch als „President Warfield“ kannte.

Die Exodus bei ihrer Ankunft im Hafen von Haifa. The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Die  Organisation, die schließlich „Shorty“ Levin das Schiff abkaufte, war als HaMossad LeAliyah Bet („Die Institution für Immigration B“) bekannt. Das war ein Arm der jüdischen Untergrundorganisation Haganah, die sich der Ermöglichung heimlicher, illegaler jüdischer Immigration ins Mandat Palästina verschrieben hatte.

Um ihre Aktivitäten zu tarnen, nutzte die Untergrundgruppe Fassadenorganisationen, hinter denen sie sich verbergen konnte. Als es dazu kam die President Warfield zu kaufen, lief alles über eine Strohmann-Firma, die einen sehr nichtjüdischen Namen hatte: „The Chinese American Industrial Corporation“. Der einzige Jude im Firmenvorstand war ein Agent der Haganah, der die Angewohnheit hatte fast überall aufzutauchen; es war der zukünftige Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek. Monica Levin erzählt unten die ganze Geschichte:

„Mr. Lopez, ich habe einen Umschlag für Sie. Haben Sie einen Umschlag für mich?“

Es waren schwierige Zeiten. Ein Drittel des Judentums war in Europa gerade ausgelöscht worden und die Männer und Frauen der verschiedenen zionistischen Organisationen hatten nicht die Absicht sich durch Bürokratie oder auch legale Hindernisse abschrecken zu lassen, die dem, was als Sache des schieren Überlebens angesehen wurde, im Weg standen.

Bevor man in der Lage war zu arrangieren, dass Schiffe jüdische Holocaust-Überlebende von Europa nach Palästina bringen konnten, mussten die Papiere dieser Schiffe in Ordnung gebracht werden. David Macarov war einer derer mit dem Auftrag mit diplomatischen Konsuln in New York zu reden, die die Flaggenpapiere bereitstellen konnten, die nötig waren, um zu diesen Rettungsreisen an Bord zu gehen. Es überrascht kaum, dass Macarov oft ein paar Handflächen schmieren musste. Ein für ihn typischer Satz wurde:

„Mr. Lopez, ich habe einen Umschlag für Sie. Haben Sie einen Umschlag für mich?“

In einer überraschenden Wendung offenbarte David Macarov, dass die Reise der Exodus an den Bananenpreis auf dem internationalen Markt gebunden war:

Ein Schiff nach Oklahoma?

Sam Schulman war einer der wenigen, die die President Warfield in ihrem Heimathafen in Baltimore bestiegen, auf ihrem Weg Flüchtlinge aus Frankreich einzusammeln. Selbst in einem befreundeten amerikanischen Hafen waren Diskretion und Geheimhaltung nötig.

Als Schulman den Pier erreichte, ging er auf die Männer zu, die das Schiff an den Docks bemannten…

„Ich sagte: ‚Ist das das Schiff, das nach Palästina fährt?‘ Sie sagten: „Nein, nein, nein, wir fahren nach Oklahoma.‘ Ich dachte nur: ‚Oklahoma hat keinen Zugang zum Meer…‘“

Schulman beschrieb dann detailliert die schicksalhafte Reise der Exodus, einschließlich dessen, wie das Schiff umgebaut wurde, um viele Flüchtlinge aufzunehmen sowie all die dramatischen Auseinandersetzungen mit der britischen Royal Navy…

Sie können hier hunderte Interviews mit den Männern und Frauen der Gründergeneration Israels finden und hier können Sie mehr über das Projekt Toldot Yisrael erfahren.

Wem gehört das Land?

Victor Rosenthal, Abu Yehuda, 2. August 2020

Es hört niemals auf: Die Europäer beschweren sich, dass Israel etwas baut bzw. eher, dass Israelis planen etwas zu bauen. Solche Aktivitäten, behaupten sie, sind illegal, weil nach ihren Angaben nichts, das östlich der Waffenstillstandslinien von 1949 liegt, Israel gehört.

Aber wem gehört es wirklich? Ein Anfang wäre die Frage, die der Blogger, der sich „Elder of Ziyon“ nennt, neulich in einem Tweet stellte: „Welches Land war am Tag vor Beginn des Sechstage-Kriegs der legitime Souverän in Judäa und Samaria?“

1948 besetzte Jordanien das Territorium illegal, als es eines der fünf arabischen Länder war, die in das Gebiet des ehemaligen britischen Mandats einfielen, um die Juden davon abzuhalten dort einen souveränen Staat zu gründen (und sogar versuchten die Juden zu töten und aus dem Land zu vertreiben). 1950 annektierte es (wiederum illegal) das Gebiet und nannte es die „Westbank“.)

Diese Aggression verletzte eindeutig die UNO-Charta und in den 19 Jahren, die Jordanien es hielt, erkannten nur zwei Staaten (Großbritannien und Pakistan) seine angebliche Inhaberschaft an. Zufällig begingen die Jordanier während ihrer Eroberung und Besatzung zahlreiche Kriegsverbrechen, angefangen mit der gewaltsamen ethnischen Säuberung seiner jüdischen Einwohner; dazu gehörte auch die vorsätzliche Zerstörung von Synagogen und die Weigerung Juden und Christen zu erlauben ihre heiligen Stätten in Jerusalem zu besuchen – etwas, das Jordanien in den Waffenstillstandsvereinbarungen zugesagt hatte.

Aus mehreren Gründen war Israels Anspruch 1967 stärker als der von Jordanien. Einer lautet, dass Nutznießer des Mandats das jüdische Volk ist; es verweist auf die Schaffung einer „jüdischen Heimstatt“, keiner arabischen. Es ist auch angemessen die „Heimstatt“ als einen Staat zu verstehen, obwohl die Briten sie sich wahrscheinlich eher als ein Protektorat innerhalb ihres Empires vorstellten. Und ein arabischer Staat (Jordanien) war bereits als Teil davon geschaffen worden.

Ein weiteres Argument ist die Doktrin des uti possidetis juris, die feststellt, dass neue souveräne Staaten, die durch Entkolonisierung entstehen, dieselben Grenzen bekommen wie die vorher kolonialen Einheiten (ein Artikel, der die Anwendung auf Israel erklärt, ist hier). Die Doktrin soll die Schaffung von „Niemandsland“ verhindern, was die Quelle von Konflikt werden könnte – wie es in dieser Region tatsächlich eingetreten ist!

Ich habe den UNO-Teilungsplan von 1947 aus einem wichtigen Grund nicht angeführt: Er ist für das Völkerrecht irrelevant. Als Resolution der Vollversammlung war er nur eine Empfehlung; und da die Araber ihn sofort ablehnten, wurde er nie umgesetzt. Er gab den Willen der Mehrheit der UNO-Mitglieder zur damaligen Zeit kund, dass ein jüdischer (und ein arabischer) Staat im Bereich zwischen Jordan und Mittelmeer geschaffen werden könnte aber er hatte keine bindende Kraft.

Schließlich gibt es das Argument für die Rechte des ältesten vorhandenen indigenen Volkes – die eingeborenen Einwohner.

400 Jahre kontrollierten die Osmanen das Land. Davor war es eine Reihe fremder Herrscher bis zurück zum letzten jüdischen Staat in Judäa, der Hasmonäer-Dynastie, die etwa 80 Jahre um 100 v.Chr. andauerte. Davor gab es  Perioden griechischer und babylonischer Herrschaft nach der Zerstörung der biblischen Königreiche Judäa und Israel. Beachten sie, dass die einzigen indigenen Regime im Land Israel von da an bis in die Moderne jüdisch waren. Alle anderen wurden durch Eroberung aufgebürdet, einschließlich einer arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert, die den Islam in die Region brachte.

Obwohl einige Juden in ihrem Heimatland blieben, wurden viele in alle Welt zerstreut, besonders nachdem die Römer die jüdische Rebellion des Bar Kochba 135 n.Chr. niederschlugen. In der Diaspora behielten diese Juden ihre Verbindung zu ihrem Heimatland bei, was ein wesentlicher Teil des Judentums war.

Diese Geschichte wurde von der internationalen Gemeinschaft im Beschluss vom San Remo anerkannt, der das Mandat Palästina einrichtete, in dem Großbritannien das Land treuhänderisch „als nationale Heimstatt des jüdischen Volks“ zu halten versprach. Die Verpflichtung das Mandat einzuhalten, wie es vom Völkerbund übernommen wurde, ging per Artikel 80 von deren Charta an auf die UNO über.

Was ist mit den Palästinensern? Es gibt und gab nie ein arabisches Land namens „Palästina“. Vor 1967 betrachteten sich überhaupt kaum palästinensische Araber als Teil eines „palästinensischen Volks“, sondern als Angehörige ihrer jeweiligen Clans oder arabische Nationalisten als Teil der „arabischen Nation“ und andere Mitglieder als der muslimischen ummah. Seither haben sie jedoch behauptet ein eigenes Volk und die eingeborenen Einwohner des Landes zu sein und auf dieser Basis erheben sie den Anspruch auf Souveränität.

Da dieser Anspruch dem des jüdischen Volkes entgegen steht ist, ist er bei anderen Muslimen und Europäern beliebt, die es alle vorziehen würden, dass die jüdischen Luftmenschen sich in Luft verwandeln würden, wie die denkwürdigen Worte von André Schwarz-Bart lauten. Tatsache ist aber, dass die meisten Familien, die sich als „Palästinenser“ bezeichnen, nur eine kurze Geschichte im Land haben. Ein paar wenige von ihnen könnten von Juden und anderen abstammen, die hier in biblischen Zeiten lebten; und einige könnten Wurzeln haben, die bis zur arabischen Eroberung zurückreichen. Fast alle übrigen kamen nicht früher als 1830, der Zeit der Eroberung der Region durch Mohammed Ali. Eine sehr große Zahl kam, nachdem der zionistischen Zustrom und die britische Anwesenheit begannen wirtschaftliche Chancen zu schaffen, die besser waren als die derer, die in Syrien, Ägypten, Jordanien und anderen lebten. Beweise dafür finden sich in vielen palästinensischen Namen, die sich auf Herkunftsorte beziehen, so al-Haurani (Syrien) und al-Masri (Ägypten).

Ein einzigartiges Volk, das hunderte oder tausende Jahre zusammen gewesen ist, wie das jüdische Volk, entwickelt eine einzigartige Sprache, Religion und Kultur. Die Palästinenser sind ein neues Volk, das sehr wenige speziell palästinensische – im Gegensatz zu arabischer – Kultur hat, außer vielleicht ihre gewalttätige Gegnerschaft zu jüdischer Souveränität und Hass auf Juden, die von ihren Führern seit Amin al-Husseini in den 1930-ern geschürt worden sind.

Es gibt keine archäologischen oder historischen Belege antiker Kulturen, die mit den heutigen Palästinensern verbunden werden können. Die Juden andererseits können eine Fülle solcher Belege vorzeigen, vermutlich mehr als jede andere heute existente Kultur. Wenn jemand beanspruchen kann die Eingeborenen im Land Israel zu sein, dann sind es die Juden.

Das Argument, dass Siedlungsaktivitäten illegal sind, wird üblicherweise aus den Genfer Konventionen zu kriegerischer Besatzung gezogen, die eintritt, wenn im Verlauf eines Krieges oder einer Aggression ein Land die physische Kontrolle über einen Teil eines anderen übernimmt. Da aber das fragliche Territorium keinem anderen Land gehört, kann die Anwesenheit israelischer Streitkräfte oder Siedler keine kriegerische Besatzung sein. Selbst wenn dem so wäre, bestand die ursprüngliche Absicht des Abschnitts der Vierten Genfer Konvention, der einem Land verbietet seine Bevölkerung in besetztem Territorium anzusiedeln, darin Massenvertreibungen und Exil zu verhindern, wie es bei der Nazi-Deportation deutscher Juden ins besetzte Polen der Fall war, die in keiner Weise der freiwilligen Migration von Israelis nach Judäa und Samaria sowie das Jordantal gleicht.

Aber betrachtet Israel sich selbst als kriegerischen Besatzer? Nicht wirklich. 1971 urteilte Meir Schamgar, Israels Generalstaatsanwalt, dass die Territorien zwar genau genommen nicht besetzt waren, Israel aber den Haager und Genfer Konventionen zum Schutz von Zivilisten in besetzten Gebieten folgen würde, um so den Weg für die letztliche Rückkehr einiger der Gebiete im Tausch für Friedensverträge unter arabische Kontrolle zu bereiten und internationaler Kritik vorzubeugen. Mit anderen Worten: Wir würden uns verhalten als ob die Gebiete besetzt seien.

2004 schrieb der vorsitzende Richter des Obersten Gerichtshofs, Aharon Barak, in einem Urteil zur Sicherheitsbarriere: „Der Startpunkt für alle Seiten“ ist, dass die Gebiete in kriegerischer Besatzung gehalten werden. Aber das war schlicht eine Arbeitsdefinition und ein Ausdruck dieser Meinung; das Gericht hat in Wirklichkeit nie über die Frage der Besatzung geurteilt.

Um die von Elder of Ziyon gestellte Frage zu beantworten: Das Land gehörte 1967 und tatsächlich auch schon 1948 dem Staat Israel. Es gehört uns auch heute. Wir sind die eingeborenen Einwohner des Landes, wir haben unsere Verbindung zu ihm nie verloren, wir haben Genehmigung durch das Völkerrecht und wir haben es (bisher) erfolgreich verteidigt. Einer unserer größten Fehler im Kampf um die Weltmeinung ist es, dies nicht stark oder regelmäßig genug zu hervorzuheben.

Leistungskurs ethnische Säuberung

David Lange, Israellycool, 23. Juli 2020

Hier sind zwei Grafiken, die ich heute Morgen erstellt habe. Können Sie raten, was jede der beiden zeigt? (Bevölkerungsentwicklung in Lauf der Zeit)


Die erste zeigt die jüdische Bevölkerung in diesen arabischen Ländern seit 1947:

  • Algerien
  • Ägypten
  • Irak
  • Libyen
  • Marokko
  • Syrien
  • Tunesien
  • Jemen

Von wo ungefähr 850.000 weggingen (überwiegend wegen Verfolgung, Antisemitismus, politischer Instabilität, Armut und Vertreibung, obwohl manche aus zionistischen Gründen umzogen), während die zweite die Gesamtbevölkerung der Araber in Israel und dem, was allgemein Gazastreifen und die Westbank genannt wird, zeigt.

Dennoch haben die Israelhasser eine gewaltige Lockvogeltaktik ausgeführt, was viele überzeugt, dass Israel ethnische Säuberung (und sogar Völkermord) betreibt, wenn in Wirklichkeit argumentiert werden kann, dass das Gegenteil der Fall ist.

Quellen:

Weltbank

Inter-Agency Task Force on Israeli Arab Issues

Britannica proCon.org

Times of Israel

Jewish Virtual Library

Der Exodus der schwarzen Hebräer – 50 Jahre später

Seltene Bilder enthüllen die ersten Tage der Gruppe im verheißenen Land

Zack Rothbart, the  Librarians, 16. Februar 2020

Foto von IPPA-Mitarbeitern, Dan Hadan-Sammlung, The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Eines Tages hatte der Mann, der als Ben Ammi Ben-Israel bekannt werden sollte, während der Arbeit eine Offenbarung.

„Ich erkannte, dass ich der Messias war“, erzählte Ben-Israel später.

1967 verkauften hunderte seiner Anhänger all ihre Habe und folgten ihm in den liberianischen Dschungel, wo sie sich ein Dorf bauten, einem Prozess nach hunderten Jahren der Sklaverei und des Rassismus spiritueller Reinigung nachgingen.

Einige gingen letztlich zurück nach Amerika, während andere – weitgehend inspiriert von den Worten, die Dr. Martin Luther King Jr. kurz vor seiner Ermordung äußerte – beschlossen in ihr eigenes verheißenes Land weiterzureisen, das Land Israel.

Im Dezember 1969 beendeten rund drei Dutzend Mitglieder der Gemeinschaft, offiziell als die afrikanisch-hebräischen Israeliten von Jerusalem und allgemein als die Schwarzen Hebräer bekannt, ihren Exodus und ließen sich in der Negev-Wüste nieder. Ben Ammi Ben-Israel blieb in Liberia zurück, um ein paar ungelöste Dinge zu klären, bevor er mit einer weiteren Gruppe kommt und sich im März 1970 seiner Familie und der Gemeinschaft in der kleinen Stadt Dimona anschloss. Nach Angaben von Ben-Israel erhielt er bei seiner Ankunft in Israel einen Zusatznamen: „Nasi Hashalom“, Hebräisch für „der Friedensprinz“.

Foto von IPPA-Mitarbeitern; Dan Hadani-Sammlung, The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Die hier erscheinenden seltenen Fotos wurden im Januar 1970 aufgenommen, nur ein paar Wochen nachdem die Gemeinde in Dimona gegründet wurde und vor der Ankunft des charismatischen Führers der Gruppe. Die Bilder sind Teil des Dan Hadani-Archivs, aus der Nationalen Fotografien-Sammlung der Familie Pritzker in  der israelischen Nationalbibliothek.

Foto von IPPA-Mitarbeitern; Dan Hadani-Sammlung, The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Die israelische Obrigkeit wusste nicht, wie sie mit dem Friedensprinz und seinen Anhängern umgehen sollte, den selbsterklärten Nachkommen der verlorenen Stämme Israels, die einige Form des Judentums zu praktizieren scheinen, jedoch auch eigene Bräuche und ein eigenes Glaubenssystem hatten. In einem nie da gewesenen Schritt gab die Regierung den afrikanisch-hebräischen Israeliten Touristenvisa, gewährten ihnen aber auch alle Leistungen, die Immigranten zustanden, einschließlich Bildung, Sozialwohnungen, Hilfe bei der Arbeitssuche und volle medizinische Versorgung.

Foto von IPPA-Mitarbeitern; Dan Hadani-Sammlung, The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Ein früher Bericht erzählt von der Neugier und Wärme, die Dimonas indische und nordafrikanische jüdische Einwohner ihren neuen Nachbarn entgegenbrachten. Nach Angaben eines anderen Berichts über die Schwarzen Hebräer „ist jeder, der mit ihnen in Kontakt kommt, voll des Lobes: hart arbeitende Menschen, freundlich, zusammenhaltend, sauber. Großartige Bürger.“

Foto von IPPA-Mitarbeitern; Dan Hadani-Sammlung, The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Trotzdem war ihre Ankunft begleitet von beträchtlichem Misstrauen und sogar Antipathie, weitgehend getrieben von ihrer ungewöhnlichen Herkunft und Bräuchen. Als Meir Kahane 1971 nach Israel zog, fand sein erster Auftritt in Dimona statt, wo er die Gruppe beschuldigte die Ehre des jüdischen Volks zu beleidigen. Afrikanisch-hebräische Israeliten, die während der 1970-er und 1980-er Jahre in kleineren Gruppen kamen, wurden ausgewiesen. Bei der Landung im Land 1977 zerrissen drei Mitglieder der Gemeinschaft sogar ihre Tickets und amerikanischen Reisepässe im erfolglosen Versuch die Ausweisung zu verhindern. An einem Punkt bot ein ranghoher ägyptischer Beamter ihnen etwas ironisch an die afrikanisch-hebräischen Israeliten in seinem Land anzusiedeln, das sich damals immer noch mit dem jüdischen Staat im Krieg befand.

Trotzdem hatte Ben Ammi Ben-Israel nicht die Absicht den Exodus seiner Gemeinschaft nach Ägypten oder irgendeinen anderen Ort fortzusetzen. Er drängte seine Gemeinde zu Geduld. Nachdem sie die Innenstadt von Chicago und den Dschungel Liberias überstanden hatten, konnte ein wenig Durchhaltevermögen gewiss auch die bürokratischen und kulturellen Herausforderungen meistern, denen sie in Israel gegenüber standen.

Foto von IPPA-Mitarbeitern; Dan Hadani-Sammlung, The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

1990 erstellte dann Innenminister Aryeh Deri von der ultraorthodoxen Schas-Partei Richtlinien, die letztlich sicherstellen sollten, dass die überwiegende Mehrheit der Gemeinschaft die Genehmigung erhielt dauerhaft in Israel zu bleiben.

Während Ben Ammi Ben-Israel 2014 verstarb, leben seine Lehren weiter im „Friedensdorf“, einem städtischen Kibbuz in Dimona, wo die meisten hebräisch-afrikanischen Israeliten Jerusalems immer noch leben. Im Verlauf der Jahre blühte die strikt vegane Gemeinschaft auf und wurde zunehmend in die israelische Gesellschaft und Kultur integriert. Sie haben eine Reihe erfolgreicher veganer Restaurants eröffnet, tragen besondere Stiefel aus synthetischem Material, um ihre religiösen Verbote gegen das Tragen von Leder nicht zu verletzen.

Die meisten heutigen Mitglieder der Gemeinschaft sind in Israel geboren, doch der Einfluss des schwarzen Amerika der 1960-er Jahre lebt im Tonfall des von ihnen gesprochenen Englisch weiter, ebenso in der Musik und dem Tanz, für den sie legendär geworden sind. Mitglieder der Gemeinschaft vertraten Israel zweimal beim Eurovision Song Contest: 1999 Eden mit „Yom Huledet/Happy Birthday“ und 20026 mit Eddie Butler mit „Together We Are One“.

Obwohl es etwas Zeit brauchte, kann man es wohl heute schwer bestreiten, dass die Vision, die Ben Ammi Ben-Israel kurz nach seiner Ankunft in Israel vor einem halben Jahrhundert in einem Zeitungsinterview aussprach, sich weitgehend erfüllte. „Wir wollen wirklich nur eines: dass ihr begreift, dass wir das Land lieben, gute Bürger sein wollen, Freunde aller Menschen.“

Foto von IPPA-Mitarbeitern; Dan Hadani-Sammlung, The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Wächter Israels (15)

Paula R. Stern, Facebook, 28. Juli 2020

Das ist S, eine Soldatin in der IDF; gestern bewachte sie die Nordgrenze Israels, wie sie es an den meisten Tagen tut. Dabei identifizierte sie eine anrückende Hisbollah-Zelle. Sie schickte die Warnung aus und nach einem ziemlich eindrucksvollen Geschieße nahm die Hisbollah-Zelle reißaus. Es gab bei unseren Soldaten keine Verletzten; nur für die Hisbollah war es peinlich.

Mission ausgeführt, dank einer jungen, wachsamen Frau, die die Grenze bewacht.

Und weil ich nicht widerstehen kann, füge ich eine sehr chauvinistische Bemerkung hinzu, von der ich mir sicher bin: Die Hisbollah-Terroristen testen ihre „Männlichkeit“, indem sie herankamen und planten ihren Feind anzugreifen. Dass sie von einer Frau in die Flucht geschlagen wurden, weil das die Art ist, wie sie sie betrachten … ein Mädchen … ist unendlich befriedigend.

Sie ist eine Soldatin Israels, mutig und wahrhaftig. Sie bewacht unsere Grenzen genauso gut wie die, die manche „kämpfenden“ Soldaten (Kravi) nennen. Die Wahrheit lautet – alle unsere Soldaten sind Kravi – kämpfende Soldaten, weil unsere Armee ohne jede dieser Aufgaben nicht funktionieren würde.

Ich finde es klasse, dass es eine junge Frau war, die einen  Trupp Hisbollah-Terroristen identifizierte und letztlich besiegte und OMG, ich hoffe, sie wissen, dass es S. war – eine geliebte tochter Israels, die sie erledigte!