Leonard Cohens Lieder des Yom Kippur-Kriegs

Mit einem Auftritt, der nie wirklich erklärt wurde, kam der legendäre Sänger in die Wüste, um in den blutigsten Wochen des Krieges für die Truppen zu singen.

Matti Friedman, Tablet Magazine, 4. Mai 2022

Leonard Cohen 1973 in der Wüste Sinai (Foto: Isaac Schokal)

Es gab immer etwas Kryptisches an „Lover Lover Lover“, dem Klassiker der kanadischen Musik-Ikone Leonard Cohen von 1974; er war der „poet of rock“ (Poet des Rocks). Der Song mag nicht so berühmt sein wie Cohens „Hallelujah“, aber er wurde von den Fans geliebt und war dem Sänger wichtig, der vier Jahrzehnte später noch immer Konzerte gab. Aber was bedeutete er? Warum schrie er in der ersten Zeile „Father, change my name“ (Vater, ändere meinen Namen)? Das klang nicht wie ein Liebeslied. Genauso wenig die Feststellung, dass ein Körper als „Waffe“ dienen könne oder die Hoffnung, dass der Song selbst als „Schild gegen den Feind“ dienen würde. Wer war dieser Feind? Und wer war das Publikum?

2009 beendete Cohen eine Welttournee mit einem Auftritt in Israel, wo ich lebe. Im Alter von 75 legte er einen der größten letzten Auftritte der Musikgeschichte hin. Das kam, nachdem er aus einem buddhistischen Kloster in Kalifornien auftauchte, um festzustellen, dass sein ehemaliger Manager sein Bankkonto leergeräumt hatte; er ging wieder auf Reisen und entdeckte, dass er in den Pantheon der Popmusik aufgestiegen war. Vielleicht waren Sie unter den Glücklichen, die eines dieser Konzerte erlebten. Ich wuchs in Kanada auf, wo Cohen immer als nationaler Schatz betrachtet worden ist, aber bis dahin hatte ich kaum wertgeschätzt, dass er in Israel denselben Status hatte. Als hier Karten in den Verkauf gingen, brachen die Telefonleitungen innerhalb von Minuten zusammen. Fünfzigtausend Menschen erschienen in Tel Aviv.

Den Grund für die intensive Verbindung kannte ich nicht, bis ein Artikel in einer Lokalzeitung eine Erklärung vorstellte. Es hatte mit einer Erfahrung zu tun, die Cohen lange Zeit zuvor mit Israelis geteilt hatte, im Herbst 1973. Mein Versuch herauszufinden, was passiert war, wurden zu Jahren der Recherche und Interviews und irgendwann zu einem Buch mit dem Titel Who By Fire, in dem es darum geht, wie ein Krieg und ein Sänger aufeinanderstoßen, um einen außergewöhnlichen Moment der Musik zu schaffen. Es stellte ich heraus, dass ein Strang der Geschichte mit „Lover Lover Lover“ und dem Kampf eines großen Künstlers oder eines jeden von uns damit im Zusammenhang steht, dass das Ziehen des Universums mit dem Magnetismus unseres eigenen Volksstamms und der Vergangenheit in Einklang gebracht wird.

Die zweite Woche des Oktober 1973 war eine der schlimmsten in der Geschichte Israels. Um 14 Uhr am 6. Oktober, das war der jüdische Fastentag Yom Kippur, starteten Ägypten und Syrien Überraschungsangriffe. Überall in Israel ertönten Sirenen, ein ägyptischer Bomber schoss eine gelenkte Rakete auf Tel Aviv, die Grenzverteidigungen zerbröckelten, die Luftwaffe begann an Flugzeugen und Piloten auszubluten, Verluste der Armee kletterten von Hunderten in die Tausende und die Israelis waren von Verzweiflung gepackt. In diesem Moment stiefelte ein verschrobener  Barde aus Montreal aus dem Rauch der Schlacht in der Wüste Sinai auf eine selbst verfügte Suche.

Lenoard Cohens Auftauchen schien damals so seltsam wie heute und ist nie richtig erklärt worden, obwohl dies in Israel eine der Geschichten zum Yom Kippur-Krieg geworden ist, die jeder kennt, genauso wie die berühmten Schlachten. Cohen war bereits ein internationaler Star. Drei Jahre zuvor hatte er vor einer halben Million Menschen beim Isle of Wight Festival gespielt, das größer war als Woodstock und wo wilde Fans Joan Baez mit Zwischenrufen störten, mit Flaschen nach Kris Kristofferson warfen und die Bühne samt Jimmi Hendrix darauf abbrannten, sich aber beruhigten, als Cohen nach Mitternacht auf die Bühne kam und sie hypnotisierte. Er war einer der größten Namen der Sechziger. Und hier war er jetzt im Nahen Osten, am Rande einer mit rauchgeschwärzten Panzern und Leichen in verkohlten Tarnanzügen übersäten Wüste, spielte ohne Verstärker für eine kleine Gruppe Soldaten mit einer Munitionskiste als Bühne. Einige Soldaten wussten nicht einmal, wer er war. Andere schon und konnten nicht begreifen, was um alles in der Welt er hier machte.

Wie er in den Krieg geriet und was ihn nach Israel zog oder trieb, ist eine andere Geschichte, eine, die ich mit Hilfe eines bemerkenswerten Manuskripts enträtselte, das er über die Erfahrung schieb und dann beiseite legte. Als er die Front im Sinai erreichte, war er in Begleitung einer Spontan-Band aus vier israelischen Musikern unterwegs. In einer Beschreibung  einer lange eingegangenen Zeitschrift, die das israelische Äquivalent des Rolling Stone war, saßen Soldaten nachts nach einem Tag der Kämpfe im Sand. Einige rauchten. Cohen kam an, trug Khaki. Er sprach in ernstem Englisch zu ihnen, was nicht alle verstanden. „Dieses Lied ist eines, das Zuhause gehört werden sollte, in einem warmen Raum mit einem Drink und einer Frau, die du liebst“, sagte er. „Ich hoffe, ihr werdet euch alle bald in dieser Situation wiederfinden.“ Er spielte „Suzanne“. Das Publikum für diese seltsame Tour war ein Querschnitt junger Israelis im schlimmsten Moment ihres Lebens – aufgewühlte Infanteristen, halb taube Artilleristen, Teenagermädchen aus einer zerstörten Radarstation, die gerade erlebt hatten, dass fünf Freunde getötet wurden. Ich verbrachte eine Menge Zeit damit sie ausfindig zu machen, um zu hören wie sie sich fühlten.

Eines der Konzerte fand auf einem Fliegerhorst namens Hatzor statt, wo Piloten in amerikanischen Phantom-Jets und französischen Mystères von sowjetischen Flugabwehrraketen in einer Menge abgeschossen wurden, wie die israelische Luftwaffe es nie erlebt hatte. Piloten schlossen die Reißverschlüsse ihrer Fliegeranzüge, verließen ihre Unterkünfte und verschwanden für immer. Diese Tour bezog ihre einzigartige Wirksamkeit aus der Tatsache, dass ein Sänger, dessen Themen die menschliche Unvollkommenheit und Vergänglichkeit und die kurzen Freuden waren, die deine Nacht versüßen können, sich mitten unter Leuten spielend wiederfand, für die diese flüchtigen Kräfte nichts Abstraktes waren, was in die Luft eines Wohnheims schwebt. Sie wussten, dass der Tod auf sie wartete, wenn das Konzert endete. Jeder war ernst. Kein Geld wechselte die Hände. Die Leute waren aufmerksam.

Auf dem Fliegerhorst spielte Cohen die Hits, die jeder kannte: „Suzanne“, „So Long Marianne“, „Bird on the Wire“. Der Auftritt verlief derart gut, dass einer der Offiziere die Musiker anflehte noch einmal zu spielen und in der Pause zwischen den beiden Auftritten schrieb Cohen ein Lied.

Eine der angenehmen Seiten für dieses Buch zu recherchieren, bestand darin Zeit mit den kleinen Notizbüchern zu verbringen, die Cohen während und nach dem Krieg schrieb und die im Nachlass des Sängers erhalten sind. Hier fand ich Gekritzeltes, halbe Gedankengänge, hingeworfene Zeilen und die ersten Schimmer von Liedern, die irgendwann Millionen kannten. Auf einer Seite eines kleinen orangen Notizbuchs, das er in Israel dabei hatte, schrieb er (und wenn sie Cohens Arbeit kennen, dann atmen Sie durch, denn Sie sehen die Geburt von etwas Berühmten):

Ich fragte meinen Vater, ich bat
ihn um einen anderen Namen

Das ist die embryonische Version von „Lover Lover Lover“. Es ist eine interessante Idee, damit anzufangen, besonders weil die Israelis sagen, dass Cohen darum bat ihn nicht mit Leonard anzusprechen, sondern mit Eliezer, seinem hebräischen Namen.

Cohen stellte den Song beim zweiten Auftritt auf dem Fliegerhorst vor, berichten zwei seiner Bandkollegen – der Liedermacher Oschik Levy, der neben der Bühne stand und  zuhörte und Matti Capsi, ein 23-jähriger, der bei der allerersten Vorstellung des Liedes Gitarre spielte; heute ist er selbst eine israelische Musiklegende. Cohen verfeinerte ihn, während die Band weiter durch den Krieg zog. In seinem unveröffentlichten Manuskript erwähnt Cohen die Vorstellung, dass er die Soldaten tatsächlich beschützen könne: „Ich sagte mir: Vielleicht kann ich einige der Leute mit diesem Song beschützen.“ Das könnte den Textteil über den „Schild gegen den Feind“ in dem Lied erklären.

„Lover Lover Lover“ ist ein Kriegslied. Es ist nicht klar, auf welchen „Lover“ er sich im Refrain bezieht, der dieses Wort einfach siebenmal anstimmt und fleht „komm zu mir zurück“. Aber wenn wir das Lied als eine Art Gebet verstehen, könnte das Wort vielleicht im Sinne des biblischen Hoheliedes erscheinen, wo Gottes Anwesenheit in Worten erotischer Liebe beschrieben wird. Wenige verlangen so eindringlich nach dieser Gegenwart wie Soldaten. Cohen wuchs in einer jüdischen Gemeinschaft auf, als Enkel eines gelehrten Rabbiners und er kannte die Bibel (und kannte, das Gefühl hat man, die erotischen Teile, besser als die anderen).

Oder vielleicht ist das nur ein klassischer Kriegsrefrain, ein Ausdruck der Sehnsucht nach jemandem, der weit weg ist, wie Konstantin Simonows „Warte auf mich“, das Lieblingsgedicht der Frontowiki der Roten Armee des Zweiten Weltkriegs. In diesem Lied beginnt jeder Vers mit: „Warte auf mich und ich werde zurückkommen.“ Cohens Mutter Mascha war muttersprachlich Russin und vielleicht sang sie ihm als Kind in den Jahren des Weltkriegs Simonow vor. Jeder, der Soldat gewesen ist, weißt, dass dieses Gefühl das mächtigste ist, weit stärker als Patriotismus oder Wut. Forscher, die die Musik der GIs in Vietnam studierten, fanden heraus, dass zwar Filme nach dem Krieg es so schienen ließen, als sei die Filmmusik mit „For What It’s Worth“ und „Fortunate Son“ politisch, die Lieder der Truppen aber tatsächlich die über Einsamkeit und Sehnsucht waren, so wie „Leaving on a Jet Plane“.

Leonard Cohen spielt in der Wüste Sinai. Zu seiner Linken findet sich Ariel Sharon (Foto: Yaakovi Doron)

Ein mysteriöses Detail in der Geschichte von „Lover Lover Lover“ tauchte erstmals auf, als ich Schlomi Gruner interviewte, der 1973 junger Offizier in einer improvisierten Infanterieeinheit war, die einige der härtesten Kämpfe im Sinai erlebte. Er und seine Freunde waren eines Abends auf der anderen Seite des Suezkanals, lagerten in einem aus dem Fallschirm eines von ihnen abgeschossenen ägyptischen Piloten gefertigten Zelt. Er war in der Wüste unterwegs und suchte nach Sprit für den Jeep der Einheit, als er mit leeren Händen zurückkam und einen Typen mit einer Gitarre sah, der auf einem falsch herum in den Sand gelegten Helm saß. Er kannte die Stimme; Leonard Cohen war da. Das machte keinen Sinn, aber es war wahr. Er sang „Lover Lover Lover“.

Als wir uns unterhielten, erinnerte sich Schlomi besonders an einen Vers, der sich mit den israelischen Soldaten identifizierte, in dem er sie „Brüder“ nannte. Damals waren die arabischen Staaten gegen Israel aufmarschiert und die meisten Länder Europas lehnten es ab Versorgungsflügen auch nur zu erlauben auf ihrem Weg nach hier aufzutanken. Die Israelis hatten das Gefühl intensiver Ausgrenzung. Es berührte ihn zu wissen, dass jemand wie Cohen den langen Weg nach Israel gekommen war und in den Sinai reiste, um sie zu treffen. Der Sänger war keine Flugzeugladung Waffen oder Verstärkung, aber seine Anwesenheit bedeutete etwas und genauso seine Worte: „Brüder“ ließ keinen Raum für Spekulationen darüber, wo Cohen stand. Das Problem: Es gibt in dem Lied keinen solchen Vers.

Zuerst dachte ich, Schlomi irrt sich. Die Erinnerung ist eine unzuverlässige Quelle, besonders in Augenblicken von extremem Stress, wie ich aus eigener Erfahrung in Uniform weiß. Aber dann fand ich einen Zeitungsartikel, veröffentlicht in einer israelischen Zeitung während des Krieges, in dem der Reporter festhielt, dass Cohen gerade einen neuen Song namens „Lover Lover Lover“ geschrieben hatte und einen Vers zitierte, der wie der klang, von dem Schlomi sprach.

Es war Cohens kleines oranges Notizbuch, das das Rätsel löste. Nach dem ersten Entwurf von „Lover Lover Lover“ unter der Überschrift „Fliegerhorst“ erscheinen acht Zeilen in der Handschrift des Sängers:

Ich ging hinab in die Wüste
um meinen Brüdern kämpfen zu helfen
Ich wusste, dass sie nicht falsch lagen
Ich wusste, dass sie nicht Recht hatten
aber Knochen müssen aufstehen und gehen
und Blut muss sich bewegen
und Männer gehen, um hässliche Linien zu ziehen
über den heiligen Boden

Um meinen Brüdern kämpfen zu helfen. Kein Wunder, dass diese Zeile für die Israelis herausstach. Und kein Wunder, dass Cohen sich schnell fing und anfing auf Abstand zu gehen. Das Zurückrudern hatte natürlich mit seinem Verständnis von dem zu tun, wo immer in diesen Wochen seine persönlichen Loyalitäten lagen, dass er als Poet größer sein musste als die Israelis und größer als dieser Krieg. Wenn man ihn fragte, wer in diesen Wochen sein Feind war, dann denke ich, es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er einfach gesagt hätte – Unmenschlichkeit.

Die Änderung dürfte durchaus mit einem bestimmten Moment in dem Krieg zu tun haben, der ein Bruchpunkt war. In seinem Manuskript beschrieb er es so:

Hubschrauber landet. In dem großen Wind beeilen sich Soldaten ihn zu entladen. Er ist voller Verletzter. Ich sehe ihre Bandagen und ich halte mich vom Weinen ab. Das sind junge Juden, sterbend. Dann sagt mir jemand, dass das ägyptische Verwundete sind. Meine Erleichterung verblüfft mich. Ich hasse das. Ich hasse meine Erleichterung. Das ist unverzeihlich. Das ist Blut an deinen Händen.

Seine Stammesidentifikation war zu weit gegangen. In dem  Notizbuch sieht man, dass er kurz nach dem Aufschreiben von „Lover Lover Lover“ bereits seine Meinung zu ändern begann. Die Worte „um meinen Brüdern kämpfen zu helfen!“ sind durchgestrichen und ersetzt durch „um die Kinder kämpfen zu sehen“. Jetzt ist er ein Beobachter, der von außen zusieht, vielleicht sogar nach unten blickt. Aber das kann auch nicht richtig geklungen haben und als der Song ein paar Monate später veröffentlicht wurde, war der ganze Vers weg. Wenn Cohen später „Lover Lover Lover“ aufführte, bestätigte er, wo er ihn schrieb, sagte aber, er sei für Soldaten „auf beiden Seiten“. Als drei Jahre vergangen waren, behauptete er bei einem Konzert in Frankreich 1976, er habe den Song „für die Ägypter und die Israelis“ geschrieben – in dieser Reihenfolge.

In diesen Jahren, als die amerikanische Armee noch in Vietnam war, spielten die meisten populären Künstler nicht für Truppen, weil es so aussehen könnte, als stimmten sie dem Krieg zu. Man muss schon so hoch entwickelt sein, durch die Politik auf die Menschlichkeit der Soldaten zu sehen. Johnny Cash und seine Frau June Carter reisten 1969 nach Vietnam, verbrachten ein paar Wochen auf einem  Militärflugplatz namens Long Binh, sangen für die Männer, die in den Busch zogen und für die, die in den Sanitätshubschraubern zurückkamen. „Ich konnte es kaum aushalten“, schrieb Cash, aber er ging hin. Und James Brown ging mit ein paar Bandmitgliedern 1968 hin, trotz der Unbeliebtheit des Krieges und trotz des Rassenhasses, der Brown und Amerika selbst bedrohte; die Tour begann direkt nach der Ermordung von Martin Luther King Jr. Er erzählte die Geschichte in Interviews mit der Washington Post und mit Jet und hätte auch für Cohen sprechen können.

Brown spielte zuerst auf dem Militärflugplatz Tan Son Nhut bei Saigon, tourte dann 16 Tage lang, zwei Shows an jedem Stopp, ließ sich zwischen den Gigs intravenös rehydrieren. Er behauptete, dass selbst die Vietcong sich anschlichen, um die Musik zu hören. „Wir machten es nicht wie Bob Hope“, sagte Brown. „Wir gingen da hin, wo die Eidechsen Schusswaffen trugen! Wir gingen da hin, wo sich das Zeug aus Apocalypse Now abspielte.“ Jede Menge Leute mochten den Krieg nicht. „Nun, auch ich mag den Krieg nicht“, sagte er, „aber wir haben Soul Brothers [Afroamerikaner] da drüben.“

(Friedmans Buch „Who By Fire: War, Atonement, and the Resurrection of Leonard Cohen“ wurde am 5. April 2022 veröffentlicht)

Zeit die palästinensische Mentalität gegen Terrorismus zu wenden

Hamas kann nicht im Gazastreifen mit Schutzgeld entlohnt werden, während sie gleichzeitig Terrorismus von der Westbank, dem Libanon und unter israelischen Arabern anzettelt.

Dan Schueftan, Israel HaYom, 10. Mai 2022

Palästinensischer Terrorismus, sowohl bei israelischen Arabern und aus der Westbank kommend, entstammt in einem großen Ausmaß aus der Erosion der Abschreckung seit der Zweiten Intifada. Seit der zweiten Intifada und den Krawallen vom Oktober 2000 ist eine neue Generation Palästinenser entstanden und die Krawalle. Sie haben nicht selbst erfahren, was passiert, wenn die Juden den Ernst der Gefahr begreifen, der sie ausgesetzt sind und beschließen den Willen der palästinensischen Gesellschaft Mörder loszuschicken und zu unterstützen unter Anwendung von Gewalt zu brechen.

Der Terrorist, der versuchte in den Ort Tekoa einzudringen und einen Anschlag zu verüben – genauso wie die Morde in Beer Sheva, Hadera, Bnei Brak und Tel Aviv, die Randalierer in Lod und Akko, die Schläger auf den Straßen im Negev und die Rowdys am Kibbuz Kfar Masaryk sind die jungen Leute, die die Erfahrung der Operations Schutzschild nicht hatten, die die zweite Intifada und die Zwangsunterdrückung der gewalttätigen Ausschreitungen arabischer Israelis in diesem Zeitraum löschte.

Wir reden von einem Teil der arabischen Gesellschaft, der das Konzept nicht vertraut ist, mit dem kultivierte Menschen „leben und leben lassen“. Was ihnen vertraut ist, ist, dass sie, wenn sie aufhören den Staat und die Mehrheit zu fürchten, eine kranke Befriedigung aus der Fähigkeit ziehen Angst und Schrecken zu verbreiten.

Diese Faktoren können nur mit Zwangsmitteln unterdrückt und vor ihnen abgeschreckt werden. „Versengen des Bewusstseins“, wie der ehemalige Generalstabschef Mosche Ya’alon es während der zweiten Intifada ausdrückte, war ein Konzept, dem damals mit der typischen hysterischen Kritik der Schwätzer in den Studios und der Presse begegnet wurde. Aber dank des Versengens des Bewusstseins wurde fast zwei Jahrzehnte lang jeder größere Ausbruch von Gewalt in den Gebieten verhindert und es gab Koordination mit den palästinensischen Sicherheitsapparaten.

Israels bestimmte Reaktion auf die Massenkrawalle arabischer Bürger im Oktober 2000 zur Unterstützung des gegen den Staat begonnen Terrorkriegs verhinderte breiter und organisierte Gewalt „zusätzlich zur Jagd auf und Eliminierung der Terroristen selbst und was jetzt nötig ist, ist eine Eskalation und weitere Operationen um das Umfeld zu treffen, das Terrorismus unterstützt. Die Eliminierung von Yahya Sinwar und Salah Arouri und ihrer Banden ist bei angemessener operationeller Gelegenheit wünschenswert, aber gezielte Tötungen selbst stellen keine strategischen Gewinne sicher.

Die Veränderung muss wahrnehmbar sein: Die Hamas kann nicht im Gazastreifen mit Schutzgeld entlohnt werden, während sie von der Westbank, dem Libanon aus und bei israelischen Arabern Terror anzuzetteln. Jenin kann keinen wirtschaftlichen Nutzen erhalten (Einreisegenehmigungne für israelische Araber), wenn es Terroristen aus seiner Mitte losschlickt und als von Terroristen betriebene exterritoriale Obrigkeit agiert. Die Hauptsache besteht darin die Anarchie daran zu hindern aus Israel herauszusickern.

Es muss eine Botschaft geschickt werden, die bei jungen Arabern in Israel widerhallt und einen Trend abbricht, die vor unseren Augen Fahrt aufnimmt. Neben der Barbarei der Pogrome in Akko und Lod, die patriotische Legitimation durch die arabische Führung in Israel erhalten hat, haben junge Araber jüngst angefangen Juden Angst aufzubürden wegen ihres perversen Vergnügens und dem Angriff auf Repräsentanten des Staates, seiner  Infrastruktur, einen Institutionen und seinen Symbolen anzugreifen. Sie tun dies, während sie ihre Ausschreitungen dokumentieren, weil sie sich vor dem Gesetz als immun fühlen. Sie verhalten sich so, weil ein Großteil der arabischen Gemeinschaft sie in den sozialen Netzwerken las Helden betrachtet und ihre Taten als emotionalen Ausgleich für die gerechtfertigten Unterlegenheitsgefühle.

Wenn das israelische Strafverfolgungssystem es versäumt sie streng zu bestrafen und diese Krawallmacher demütigen und wenn es nichts tut, um der arabischen Gemeinschaft die schwerwiegenden und anhaltenden Schäden zu zeigen, die ihnen über viele Jahre zugefügt werden, dann wird der Staat Israel sich schnell einer internen Bedrohung gegenüber sehen, deren Dimensionen ihm viel schwerere Maßnahmen gegen weit größere Zahlen abverlangen werden.

Von den Krawallmachern selbst ins Internet gestellte Videos zeigen, wie die in den Kibbuz Kfar Masaryk einbrachen,  ihre Gossensprache gegen die Einwohner richteten und offene Verachtung für ihre bewaffnete Wache zeigten. Sie dokumentieren zum Beispiel, wie sie die Polizei provozierten, indem sie wild vor einem Streifenwagen herumfuhren, auf ihren Pferden in ein Café ritten und weitere Provokationen dieser Art. Sie wagen es sich so barbarisch zu verhalten, weil sie sich des jämmerlichen Zustands des israelischen Strafverfolgungssystems bewusst sind, von der Polizei über die Staatsanwaltschaft bis selbst zu den Richtern.

Die Polizei ist stolz auf große Operationen, aber sie hat die öffentlichen Räume aufgegeben, während die Staatsanwaltschaft auf ihrer Ebene ihre Rolle missachtet, indem sie unerklärlichen Absprachen zu Gerichtsurteilen zustimmt und die Richter lächerlich leichte Strafen verhängen. Es beginnt mit der Art von gewalttätigen Ausschreitungen auf Israels Straßen, die die Stadt Arad isolierten und geht mit Pogromen in gemischten Städten weiter und wenn das nicht kräftig abgestellt wird, wird es mit dem Verlust der Sicherheit für Juden in ihrem eigenen Land und Versuchen enden das Militär in Kriegszeiten auf dem Weg zur Front abzuriegeln.

Es ist an der Zeit der Hamas einen Preis abzuverlangen

Israels Sicherheitssystem muss von einer Strategie der Mikro-Taktiken zu einer organisierten Strategie wechseln, die der Welle von Anschlägen ein Ende setzt.

Lilach Shoval, Israel HaYom, 6. Mai 2022

Der schwierige Terroranschlag in Elad, dem jüngsten in der aktuellen Terrorwelle, fordert vom Sicherheitssystem, dass es von einer Strategie der Mikro-Taktiken zu einer organisierten Strategie wechselt, die den Anschlägen ein Ende setzt.

Seit Mitte März sind 19 Israelis bei Terroranschlägen in Beer Sheva, Hadera, Bnei Brak, Tel Aviv und Elad ermordet worden. Wie bei dem Anschlag in Hadera scheint der Anschlag am Unabhängigkeitstag in Elad einiges an Planung erfordert zu haben. Vorläufige Informationen deuten auf zwei Terroristen, einer davon mit einem Beil bewaffnet, denen es gelang bei einem Anschlag am Unabhängigkeitstag drei Menschen zu ermorden und sieben weitere zu verwunden, zwei davon schwer.

In den letzten Wochen hat das Sicherheitssystem den Erfolg gehabt Dutzende Anschläge zu vereiteln, dank hochwertiger Geheimdienstinformationen, die der Dienst Schin Bet und die Aufklärungseinheit der IDF erlangten. Wir werden zwar nie in der Lage sein jeden Anschlag zu verhindern, aber das Versagen von Donnerstag erfordert, dass der Schin Bet klarstellt, wie die zwei Angreifer es schafften dem Radar des Sicherheitssystems zu entgehen.

Das Problem ist, dass Israel in der letzten Zeit einen hoch taktischen, man könnte sogar sagen mikrotaktischen Ansatz verfolgt hat und es verfehlte eine umfassende Strategie zur Bekämpfung des Terrorismus zu konsolidieren. Die Hoffnung ranghoher Diplomaten und Sicherheitsbeamter lautete: Wenn Israel in der Lage sein sollte den Monat mit Ramadan, Pessach und dem Unabhängigkeitstag sowie weiteren kontroversen Daten mit relativer Ruhe zu überstehen, dann würde es eine echte Chance geben, dass die Eskalation, die mit dem Anschlag in Beer Sheva begann, abklingen würde.

Damit im Hinterkopf beschloss Israel mit der aktuellen Terrorwelle durch die ausschließliche Verwendung von Geheimdienstinformationen, Abfangaktionen, sofortiger Reaktionen und eingeleiteten Operationen tief innerhalb der Palästinensergebiete sowie anderen Mitteln umzugehen. Aber die Wahrheit lautet, dass man Terrorismus nicht allein über taktische und punktuelle Maßnahmen bekämpfen kann.

Die Hamas im Gazastreifen ist die Quelle der ungezügelten Hetze und verantwortlich dafür, dass die Flammen geschürt werden. Sie ist die Organisation, die zu den Krawallen auf dem Tempelberg und den Anschlägen in Stadtzentren und in Judäa und Samaria anspornt. Es ist die Hamas, die es versäumt hat aggressiv das Schießen von Raketen aus dem Gazastreifen zu verhindern, während ihre Emissäre für Raketenschüsse aus dem Libanon verantwortlich sind.

Vor en paar Tagen hielt Yahya Sinwar, der Hamas-Führer im Gazastreifen, eine Rede, in der er die Palästinenser ausdrücklich aufrief weiterhin Anschläge mit Beilen zu verüben. Trotz dieser Rede ließ Israel weiter Arbeiter aus dem Gazastreifen in Israel zu, deren Löhne die Hams mit einem Steuersatz von 50% belegt, auch die Einfuhr von Waren und Geld aus Qatar in die Küstenenklave.

Israel hat von der Hamas keinen Preis eingefordert und hat PA-Präsident Mahmud Abbas mit Verständnis behandelt. Der PA-Führer mag verdeckt mit Israel kooperieren, aber seine Verurteilungen von Terroranschlägen sind dürftig und seine Leute zahlen den Familien der Terroristen weiter Gehälter.

Angesichts der sehr realen Sorgen, dass der tödliche Anschlag in Elad andere Möchtegern-Terroristen anregt, müssen ranghohe Diplomaten und Sicherheitsvertreter Strategie Gespräche führen, um einen Weg zu finden Sinwar dazu zu bringen die Hetzte zu beenden. Die aktuelle Taktik hat eindeutig versagt.

Wenn Israel Souveränität nicht durchsetzt, wird es sie verlieren

Die Palästinenser spielen ein langes Spiel mit einem leuchtenden und klaren Ziel: die Eliminierung Israels.

Douglas Altabef, Jerusalem Post, 2. Mai 2022

Wenn Israel seine Souveränität nicht durchsetzt, wird es sie verlieren – Meinung (Foto: Jamal Awad/Flash90)

Israel ist zwar militärisch, technologisch oder wirtschaftlich nie stärker gewesen, aber es leidet unter einer Überzeugungskrise.

Unsere Vorfahren waren Juden in der Diaspora, die sich in ihren Gastgeberländern auszeichneten und Großes leisteten, aber sie versuchten vergeblich die Anerkennung ihrer nicht gütigen, nichtjüdischen Nachbarn zu gewinnen. So wie sie, jagen Israels derzeitige Führungspolitiker der nicht zu bekommenden Unterstützung und Nähe führender westlicher Länder hinterher.

Im Namen dieser unerwiderten Suche nach Liebe sind die bereit gewesen unseren palästinensischen Feinden höchst gefährliche Signale zu schicken, Israel sei bereit nachzugeben, wegzusehen und palästinensisch Ansprüchen und Neigungen entgegenzukommen. Unsere Führungskräfte werden all das ins Gewand der Suche nach Entgegenkommen und Vernunft verkleiden. Das Ziel ist, den Palästinenser zu zeigen, dass Israel bereit ist palästinensische Empfindlichkeiten zu respektieren, indem keine Gründe für Beleidigung und Missgunst provoziert oder geboten werden.

All das klingt angemessen und weise, außer dass es alles völlig unangebracht und auf gefährliche Weise kontraproduktiv ist.

In einer der größten historisch falschen Fehlinterpretationen der Ziele und Absichten der Gegenseite haben Israels Führungskräfte den großen Fehler westlicher Geopolitik gemacht: die Annahme, dass die anderen grundsätzlich dasselbe wollen wie sie selbst. Wir wollen alle Frieden, Wohlstand und gute Beziehungen mit den Nachbarn sowie im Idealfall gegenseitige wirtschaftliche Befruchtung. Richtig?

„Lang lebe die Intifada“: Palästinenser und propalästinensische Anhänger protestieren während Tagen des Konflikts zwischen den beiden Seiten gegen israelische Angriffe auf den Gazastreifen; Brooklyn New York (USA), 15. Mai 2021 (Foto: Rashid Umar Abbas/Reuters)

Nun, was ist, wenn die anderen Typen schlicht die Dinge, wie sie laufen, so im Gang halten wollen, mit einem großen Vorbehalt: Du, Israel, bist kein Teil des Bildes. „From the river to the sea, Palestine will be free“ (Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein) ist kein Liedchen; es ist ein politisches Manifest der Trennung und Auslöschung. Punkt, Ende der Geschichte.

Wir verstehen die Ziele und Bestrebungen der Palästinenser ständig falsch. Wir ignorieren ihre Umfragen, die ständig wenig Interesse daran zeigen Frieden mit uns zu schließen. Wir ignorieren ihre Lehrpläne für Schulen und ihre populären Medien, die vor Judenhass und dem Wunsch überquellen uns alle aus unserem Land vertrieben sehen zu wollen. Wir täuschen uns selbst dazu zu denken, dass dies alles eine Darbietung, eine Pose ist, die was genau sicherstellen soll? Einen besseren Friedensvertrag, mehr palästinensische Kontrolle in Judäa und Samaria?

Natürlich nicht. Die Palästinenser spielen ein langes Spiel mit einem leuchtenden und klaren Ziel: die Eliminierung Israels.

Das ist das Bild und das ist das Ziel. Alle Politik, der Jihad, die Zahlungen an die Familien von Terroristen, die Schlachtrufe zur Verteidigung der Al-Aqsa, all das muss im Kontext der Arbeit hin auf dieses feststehende, sich nie ändernde, nie verschleierte Ziel gesehen werden.

Denn das ist ihr Drehbuch. Wenn wir uns selbst schlecht machen, indem wir sagen, dass Juden auf dem Tempelberg oder Juden, die in Jerusalem Flaggen tragen oder Juden, die bei einer Feier an einer Universität die „Hatikva“ singen, seien provokativ, dann helfen wir der palästinensischen Sache und ermuntern dazu. Wir zeigen ihnen, dass ihre Bemühungen funktionieren, dass unsere Entschlossenheit nachlässt und dass sie mit nur ein paar weiteren Anstößen, Forderungen, Krawallen und Appellen zu allgemeiner Verurteilung Israels dem Ziel viel näherkommen und dieses erreichbarer wird.

Eine der größten Wunden, die Israel sich selbst zugefügt hat, ist vor kurzem mit dem feigen Verhalten gegenüber palästinensischem Chaos auf dem Tempelberg zur Schau gestellt gewesen. Wenn die israelische Reaktion auf zynische, manipulative und geplante palästinensische Krawalle darin besteht, Juden ganz vom Aufstieg auf den Tempelberg abzuhalten, dann weiß man, dass wir Probleme haben.

Die Palästinenser wissen, dass der Tempelberg der heiligste Ort des Judentums ist. Sie wissen, dass ihre Fähigkeit uns unserer entscheidenden Verbindung zu berauben, nicht nur ein gewaltiger religiöser Sieg an sich ist, sondern auch ein gutes Zeichen für die eventuelle israelische Bereitschaft weniger wichtige Verbindungen und Assoziationen loszulassen. Mit der Verweigerung einer jüdischen Präsenz wird die Trennung der jüdischen Verbindung zum Tempelberg so zum Beweistext für den letztendlichen palästinensischen Sieg. Wie es in dem alten Lied heißt: Wenn wir es hier schaffen, dann werden wir es überall schaffen.“

Warum können wir das nicht sehen? Warum müssen wir so vorsätzlich begriffsstutzig sein, was die Realität dessen angeht, dem wir ins Auge sehen und mit dem wir es zu tun haben?

Hier ist ein aktuelles Beispiel dafür, wie fehlgeleitet unsere Politik ist. In einem vergeblichen Versuch die Palästinenser per Nichtprovokation zu beschwichtigen, lehnte die Polizei es in den Zwischentagen von Pessach ab einen Flaggenmarsch durch die Altstadt zuzulassen. In Reaktion darauf twitterte die Hamas, dass sie nach Vereitelung des Flaggenmarschs nach neuen und weiteren Symbolen ihrer zunehmenden Kontrolle dessen sucht, was in Jerusalem geschieht.

Hat die Hamas den Flaggenmarsch „vereitelt“? Auf einer gewissen Ebene natürlich nicht. Sie nahm keinen Einfluss, drohte nicht mit Konsequenzen, sollte er stattfinden. Aber auf einer tieferen und wahreren Ebene hatte sie natürlich den Erfolg ihn zu vereiteln. Wie? Indem sie Gewalt, Krawalle, Gesetzlosigkeit und den massiven Anschein zivilen Wahnsinns aufrechterhielten, hatten die Palästinenser/Hamas insofern Erfolg, als sie die israelische Obrigkeit einschüchtern und die pawlowsche Missbilligung seitens westlicher und arabischer Führer auslösen.

Das Ergebnis bestand in einem Verlust und einer Strafe für die Juden, nicht irgendeiner Art von Protest gegen die Palästinenser. Mit der Entscheidung die angemessene Politik laute die Schleusen für massive palästinensische Pilgerschaft zur Al-Aqsa zu öffnen, war unsere Obrigkeit nicht bereit den Kurs zu ändern.

Hier ist ein Vorschlag. Ich hätte gerne, dass unsere Regierung im nächsten Jahr, sagen wir, mit viel Vorankündigung verkündet, dass angesichts der Gewalt im Jahr zuvor dieses Jahr keine Besuche der Al-Aqsa erlaubt werden. Punkt. Und es wird zweifellos Randale geben. Aber die Krawalle werden bei den Palästinensern stattfinden, nicht bei uns.

Nur Verhalten wie dieses kann anfangen die Denkweise von einem letztlichen palästinensischen Sieg zu unvermeidbarer palästinensischer Niederlage verändern, was die Verneinung eines eliminatorischen Sieges bedeutet. Israels Führungspolitiker dürfen nicht das, was sie gerne stattfinden sehen würden, das ersetzen lassen, von dem sie wissen müssen, dass es passieren wird. Wir dürfen uns nicht selbst täuschen.

Unsere Souveränität steht auf dem Spiel. Wenn wir nicht bereit sie geltend zu machen, sie durchzusetzen und zu schützen, dann senden wir ein deutliches Signal, dass sie – unsere Souveränität – sich im Spiel befindet.

Und dann wird keine Maß an wirtschaftlichen oder gar militärischem Können uns beschützen.

Der Autor ist Vorstandsvorsitzender von Im Tirtzu und Direktor des Israel Independence Fund. Er kann über dougaltabel@gmail.com kontaktiert werden.

Stolz Zionist zu sein

Elder of Ziyon, 5. Mai 2022

Ich [Elder of Ziyon] habe den Originalaufsatz etwa 2002 geschrieben und ihn seitdem jedes Jahr abgeändert. Die Version dieses Jahres ist weitgehend überarbeitet worden.

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Für Antisemiten kann Israel nichts richtig machen.

Es kann liberaler sein als die USA. Es kann Muslimen gegenüber toleranter sein als Westeuropa. Es kann Schwulen gegenüber freundlicher sein als New York City. Es kann mehr medizinische Hilfe in Katastrophengebiete liefern als Staaten, die 50-mal größer sind. Es kann in aller Stille unsagbare Geldsummen ausgeben, die sicherstellen, dass seine Verteidigung keine Unschuldigen schädigt.

Es spielt keine Rolle – es bekommt nicht nur keine Anerkennung dafür, die Hasser behaupten auch, Israel mache das nur, um seine Verbrechen reinzuwaschen. Was heißt, dass selbst seine Selbstlosigkeit gegen es verdreht wird.

Eine normale Reaktion darauf bestünde drin zu sagen: „Bruder, warum?“ Warum das Richtige tun, wenn die Welt dich trotzdem wie einen Kriminellen behandelt?

Aber Israel tut nicht, was es tut, um Lob zu sammeln. Es tut, was es tut, weil es das Richtige ist und was andere Leute sagen, hat damit überhaupt nichts zu tun.

Das ist ein ethisches Niveau, das die meisten professionellen Ethiker oder Religionsführer niemals erreichen werden.

Ich bin Zionist und ich bin stolz darauf

Ich weiß, dass Israel das absolute Recht hat in Frieden und Sicherheit zu existieren, zumindest so sehr wie jedes andere Land. Angesichts der einzigartigen Geschichte Israels und des weltweiten Wiederauflebens des Antisemitismus hat Israel vertretbarerweise mehr moralische Legitimität als jede andere Nation der Erde.

Während Israel gewachsen ist, erfolgreich gewachsen ist und zu einer Wirtschaftsmacht wurde, hat es sich neuen Herausforderungen gegenüber gesehen. Das Richtige zu tun, ist nicht mehr so einfach. Seine Freunde hadern manchmal miteinander. Manchmal kommt Realpolitik ins Spiel. Jede Entscheidung, die es trifft, kann – und wird – von modernen Antisemiten als unmoralisch verleumdet, egal worum es sich handelt.

Jede Nation hat dieselben Konflikte. Jede liberale Nation hat Beziehungen zu illiberalen Nationen. Aber keine davon liegt unter dem Mikroskop, das die Welt Israel widmet.

Trotzdem versucht Israel bei all diesem Wettbewerbsdruck immer das größere Gute zu tun. Und am Ende ist das der Grund, warum Israel jetzt mehr Freunde auf internationaler Ebene hat als jemals zuvor. Die schnatternden, schwatzenden Antisemiten schäumen, während Israel immer größere Erfolge erzielt. Am Ende sind Israels verbleibende Feinde die schlimmsten Menschenrechtsverletzer der Erde – und Israels Gegner geben vor die Moralischen zu sein, während sei stillschweigend eine Galerie an Diktatoren und Despoten unterstützen.

In den vergangenen zwei Jahren haben wir festgestellt, dass das „,militante“ und „uneinsichtige“ Israel weit mehr an Frieden mit seinen arabischen Nachbarn interessiert ist als viele der Kritiker Israels, die oft Gruppen angehören, die „Menschenrechte“ und „Frieden“ in ihren Namen führen.

Es scheint keine Grenze für das zu geben, was Israel an schwierigen Problemen lösen kann. Ich bin stolz darauf, wie Israel auf so viele scheinbar unlösbare Probleme reagiert. In den frühen Tagen der Intifada schien es keine Lösung zu geben – aber die IDF fand eine und schaffte es die tödlichen Selbstmord-Anschläge von 60 im Jahr 2002 auf heute praktisch Null zu bringen. Die neue Welle der Anschläge ist eine neue Herausforderung und es ist herzzerreißend so viele weitere unschuldige Leben verloren zu haben, aber wir wissen, dass Israel hart daran arbeitet die jüngsten Anschläge zu stoppen, bevor sie stattfinden. Für jeden „erfolgreichen“ Anschlag (wenn man denn einen solchen Begriff benutzen will) hat es viele gescheiterte Versuche gegeben und diese sind wahrlich mirakulös. Es gibt immer neue Herausforderungen, aber jeder davon wird mit Hirn und Kreativität begegnet und gelöst.

Die Palästinenserfrage ist heute wahrlich unlösbar, denn die Palästinenserführung war nie an Frieden interessiert, sondern nur an der Vernichtung Israels. Es kann keinen Kompromiss mit einer Seite geben, deren Hauptziel die ethnische Säuberung ihres Gegners ist. Aber angesichts dieser Tatsachen tut Israel alles Mögliche, um das Leben der Palästinenser so gut wie möglich zu machen, ohne die Sicherheit der Israelis beeinträchtigen.

Hätte Israel einen echten palästinensischen Friedenspartner, dann gäbe es Frieden.

Israel war und ist erfolgreich mit seinen vielen Errungenschaften beim Aufbau einer Wüstenöde in ein blühendes und pulsierend modernes Land mit seinen zahllosen wissenschaftlichen Leistungen, unglaublicher Führung im Hightech-Bereich und der Umwelt, Weltklasse-Universitäten und Kultur. In praktisch allen heute gebauten Computern und Mobiltelefonen befinden sich Technologie und Erfindungen aus einem einzigen Land des Nahen Ostens. Eine winzige Nation unter ständiger Belagerung mit wenig natürlichen Ressourcen neben atemberaubender Schönheit, hat seine Intelligenz und Stärke genutzt, um eine moderne Erfolgsgeschichte zu schreiben.

Die Zionisten haben allen Grund auf die unglaublichen Leistungen der jüdischen Nationalbewegung stolz zu sein.

Das Wort „Zionist“ ist kein Schimpfname – es ist ein Kompliment.