Die künstliche Empörung wegen der „Annexion“

Victor Rosenthal, Abu Yehuda, 21. Mai 2020

Annexion. Das Wort wird mit einer Giftigkeit ausgespuckt, dass man glauben möchte, damit werde Massenmord beabsichtigt. Von Mahmud Abbas über Jordaniens König Abdallah bis zur Europäischen Union und Justin Trudeau fließen die Verurteilungen, Warnungen und Drohungen immer weiter. Und natürlich hat Joe Biden auch etwas dazu zu sagen gehabt.

Ein paar Worte zur Realität hinter der sogenannten „Annexion“: Für den Anfang wird nichts annektiert. Die israelische Regierung vertritt die annehmbare Position, dass sie in Judäa und Samaria gemäß des Völkerrechts der Souverän ist; und man kann nichts annektieren, das einem bereits gehört. Aber Moment, sagen Sie, praktisch die gesamte Welt widerspricht, wie Quellen wie die BBC und die New York Times bis zum Erbrechen betonen. Leider für sie und die Palästinenser, mit denen sie mitfühlen, ist das Völkerrecht weder ein Beliebtheitswettbewerb noch einer Mehrheitsabstimmung in der UNO-Vollversammlung unterworfen. Es ist durchaus möglich, dass die Regierung Israels recht hat und „praktisch die gesamte Welt“ unrecht. Dies ist kein Artikel darüber, aber wenn Sie Interesse haben, ist hier ein guter.

Die Regierung bezeichnet das als „Ausweitung des israelischen Zivilrechts“ und das, weil derzeit die Teile von Judäa und Samaria, die nicht unter der Kontrolle der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) stehen, unter einer Militärregierung stehen (das ist der Fall, egal, ob die Einwohner Israelis oder Palästinenser sind).

Diejenigen, die sich so heftig über den Vorschlag aufregen, sagen auch gerne, „Israel plant die Westbank zu annektieren“. Die korrekte Formulierung lautet, dass Israel vorschlägt sein Zivilrecht auf bestimmte Teile von Judäa und Samaria auszuweiten, in denen jüdische Gemeinden bestehen, außerdem auf den größten Teil des Jordantals mit Ausnahme von Jericho mit seiner großen arabischen Bevölkerung. Es ist wichtig festzuhalten, dass fast keine Araber in den in Frage kommenden Gebieten leben. Diesen wird die volle israelische Staatsbürgerschaft angeboten, so wie den Arabern Jerusalems – oder denen von Haifa oder Jaffa.

Das Jordantal ist immer als ein Gebiet betrachtet worden, das bei einer dauerhaften Festlegung von Grenzen unter israelischer Kontrolle bleiben muss, weil es für Israels Verteidigung unentbehrlich ist. Keine „Zweistaatenlösung“, die dies nicht anerkennt, würde jemals akzeptiert werden. Und genauso wenig eine, die die ethnische Säuberung von Juden und die Vernichtung ihrer Gemeinden in Judäa und Samaria beinhaltet.

Der Furor wegen „der Annexion“ ist eine Ausrede, um Israel und den Trump-Plan zu attackieren, der der erste wirkliche Durchbruch in diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konflikts ist, seit die unseligen Oslo-Vereinbarungen ihn institutionalisiert haben.

Die Palästinenser haben ein Paradigma zum Konflikt übernommen, in dem Israel komplett schuldig ist. Gerechtigkeit, sagen sie, erfordert, dass wir „ihr“ Land verlassen – Fakt ist, das sie, wenn man sie fragt, sagen, dass dies alles zwischen Fluss und Meer einschließt; sie glauben, sie seien großzügig, indem sie nur Judäa und Samaria fordern (zumindest im Moment). Aber dieses Paradigma ist falsch. Tatsächlich sind wir diejenigen, die überaus großzügig gewesen sind, indem wir ihnen wiederholt große Teile des Landes anboten, Angebote, die zurückgewiesen wurden, weil sie nicht klar genug einen Weg zu einem arabischen Staat im gesamten Land boten.

Mahmud Abbas sagt, er wolle eine „Zweistaatenlösung“ und „Annexion“ würde das unmöglich machen. Aber Abbas hat „Zweistaatenlösung“ immer so verstanden, dass das „einen praktisch kompletten Abzug aus Judäa und Samaria bedeutet“, einschließlich der Vertreibung aller Israelis aus diesen Gebieten. Er stellt sich auch die Verwirklichung eines Rückkehrrechts (ein erfundenes Konzept, das im Völkerrecht nicht auftaucht) für die Millionen Nachkommen für die arabischen Flüchtlinge von 1948 vor. Er akzeptiert nicht, dass selbst der Teil Israels, der nach einer „Lösung“ in jüdischen Händen verbleiben würde, ein „jüdischer Staat“ oder „der Staat des jüdischen Volkes“ wäre; tatsächlich hat er mehrfach gesagt, dass es kein jüdisches Volk gibt. Daher ist es nicht falsch Abbas‘ zwei Staaten als einen ausschließlich arabischen Staat und einen multiethnischen Staat zu beschreiben, der bald eine arabische Mehrheit haben würde.

Es ist wenig wahrscheinlich, dass die Palästinenser ihr Paradigma und ihre gleichzeitigen Forderungen aufgeben, und schon gar nicht, solange sie von der PLO und der Hamas geführt werden.

Der Trump-Plan ist der Rahmen, in dem Israel heute agiert; er erkennt an, dass die traditionelle Zweistaaten-Idee ein Rohrkrepierer ist, weshalb zahllose Verhandlungsrunden gescheitert sind. Daher fordert er keine palästinensische Zustimmung, bevor der Prozess in Gang gesetzt wird, der zu dauerhaften, anerkannten Grenzen für Israel und zu Autonomie (wenn auch keiner vollen souveränen Eigenstaatlichkeit) für die Palästinenser führt. Das ist für die Palästinenser inakzeptabel, einfach weil er es ihnen unmöglich macht ihre eigentlichen Ziele zu verwirklichen, die sie nur auf Arabisch aussprechen: Israel durch einen arabischen Staat zu ersetzen.

Offizielle Vertreter der Europäischen Union und der Administration Obama akzeptierten das palästinensische Paradigma, obwohl sie – zumindest für die Öffentlichkeit –auch sagen, dass sie Israels Sicherheit und Existenzrecht befürworten. Damit wiederholen sie als Mantra ständig „Zweistaatenlösung“. Diese Haltung ist ins sich widersprüchlich.

Joe Binden, der Präsident der USA werden möchte, befürwortet ebenfalls eine „Zweistaatenlösung“ und ist gegen „Annexion“. Das muss er: Andernfalls würde er den linken Flügel der Basis der Demokraten verlieren sowie auf dieselbe Seite gestellt werden wir sein Kontrahent. Ich weiß nicht, wie er persönlich zur Existenz eines jüdischen Staats steht, sollte er sich diese Frage jemals gestellt haben oder ob er überhaupt tatsächlich Vorstellungen hat, die darüber hinaus gehen Präsident werden zu wollen. Aber ich weiß, dass er sich den Versuchen der Administration Obama hingegeben hat Israel unter Druck zu setzen.

Schon im Mai 2010, als Biden Israel besuchte – Obama selbst entschied sich Israel bis zu seiner zweiten Amtszeit zu meiden, zuvor war er in rund 33 Länder gereist – berichtete die von der EU finanzierte Organisation Peace Now den Amerikanern, dass ein Regionalkomitee einen vorbereitendem Schritt einem bestehenden Plan zum Bau von Wohnungen für religiöse Juden in Ramat Schlomo unternommen habe, einem Viertel in Jerusalem außerhalb der Grünen Linie; 200 weitere Wohneinheiten sollten hinzugefügt werden. Der Plan beinhaltete insgesamt etwa 1.600 Wohnungen.

Biden verurteilte die Ankündigung scharf, insistierte aber: „Es passt nichts zwischen die Vereinigten Staaten und Israel, wenn es um Israels Sicherheit geht.“ Nach seiner Rückkehr in die USA intensivierte die Administration allerdings die Attacken auf Israel und Außenministerin Hillary Clinton beschimpfte Netanyahu in einem erbosten, 43-minütigen Telefongespräch, in dem sie Israel beschuldigte die USA und Biden persönlich beleidigt zu haben, machte Israel für die Verhinderung von Verhandlungen mit den Palästinensern verantwortlich und forderte weitere Zugeständnisse an die Palästinenser, einschließlich der Freilassung von Terror-Häftlingen, um „Vertrauen aufzubauen“.

Wie der heutige Aufruhr wegen der „Annexion“ gab es eine künstliche Empörung, einen internationalen Auflauf gegen Israel wegen seiner hartnäckigen Unnachgiebigkeit. Der Unterschied besteht darin, dass der amerikanische Präsident heute uns unterstützt statt die Anklage gegen uns anzuführen. Heute wird leicht das Jahr 2010 vergessen, als es so aussah, als würde der Druck von Washington für gefährliche, sogar selbstmörderische Zugeständnisse niemals nachlassen.

Übrigens wurden bis 2018 in Ramat Schlomo keine neuen Häuser gebaut; dann wurden rund 500 Wohnungen gebaut. Das Versprechen von 1.600 neuen Wohneinheiten, das Biden und Obama 2010 so verärgert, wird erst jetzt erfüllt.

Eine weiterer interessanter Artikel zur Annexion“ bei audiatur online

Ein Leitfaden für die Verwirrten: Was bedeutet Israels Schritt mit der Souveränität?

Wo wird Israel seine Souveränität anwenden? Was wird der Preis dafür sein? Und warum ist der Trump-Plan besser als die früheren Vorschläge?

Ariel Kahana, Israel HaYom, 19. Mai 2020

US-Präsident Donald Trump schüttelt Premierminister Benjamin Netanayhu die  Hand. (Foto: Kobi Gideon/GPO)

Die Friedensvision der Administration Trump hat eine ganze Menge an Gerüchten dazu geschaffen, ob Israel seine Souveränität auf bestimmte Bereiche in Judäa und Samaria ausweiten wird. Die Richtlinien der neuen Regierung legen fest, dass dies bereits am 1. Juli passieren könnte. Aber worüber genau reden wir?

Was bedeutet die Anwendung der Souveränität?

Israel hat Judäa und Samaria seit ihrer Eroberung im Sechstagekrieg von 1967 als umstrittene Gebiete betrachtet. Wenn es seine Souveränität auf bestimmte Bereiche ausweitet, würden sie zu israelischem Territorium werden.

Wie wendet man Souveränität an?

Grundsätzlich mit Hilfe eines Kabinettsbeschlusses oder eines Gesetzes der Knesset, das festlegt, dass die Gesetze des Staates Israel in diesen Gebieten gelten. In einem weiteren Schritt könnte Israel ankündigen, dass es diese Gebiete nicht länger als umstritten ansieht, sondern als Teil Israels.

Wo wird die Souveränität angewendet?

Der Trump-Plan gewährt Israel 30% von Judäa und Samaria. Ein Kartierungskomitee arbeitet daran die genauen Grenzen zu skizzieren. Wahrscheinlich würde die Souveränität im Jordantal und den israelischen Gemeinden in Samaria, der Region Binyamin, im Gush Etzion und am Berg Hebron angewendet. Die zu diesen Gemeinden führenden Straßen werden ebenfalls als Teil Israels definiert werden.

Ist die Souveränität für Israel gut?

Verglichen mit dem, was andere US-Administrationen vorgeschlagen haben, gibt es keinen Zweifel, dass der Trump-Plan besser ist (z.B. behält Israel gemäß diesem Plan 30% statt 5% von Judäa und Samaria). Israelische Sicherheitsexperten glauben, dass fortgesetzte israelische Präsenz im Jordantal Teil eines jeden Deals sein muss und eine überwältigende Mehrheit der Israelis und der Entscheidungsträger stimmen der Anwendung der Souveränität zu. Manche machen sich Sorgen, dass der Schritt den Friedensverträgen mit Jordanien und Ägypten schaden würde.

Ist das für Israel kostenlos?

Nein. Israel wird zustimmen 70% von Judäa und Samaria gemäß des Friedensplans abzugeben und Land im Negev zu tauschen, um den Gazastreifen substanziell zu erweitern. Israel wird auch der Gründung eines Palästinenserstaats in dem Gebiet, das es verlässt,  zustimmen, dazu der Einrichtung einer palästinensischen Hauptstadt in Ostjeruslem. Zusätzlich wird Israel der Entlassung palästinensischer Häftlinge zustimmen, mit Ausnahme von Mördern oder solchen, die versuchten zu morden. Und Israel wird einem vierjährigen Siedlungsbaustopp in vielen Gemeinden in Judäa und Samaria zustimmen.

Warum ist dann der Trump-Plan besser als vorherige Pläne?

Anders als Pläne der Vergangenheit macht Trumps Vision alle Gewinne der Palästinenser von einer langen Liste fundamentaler Schritte zu Versöhnung abhängig. Dazu gehört eine komplette Einstellung antiisraelischer Hetze und ein Ende der Zahlungen an Terroristen sowie die Aufgabe juristischer Schritte gegen Israel beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Der US-Botschafter in Israel David Friedman formulierte es gegenüber Israel HaYom so: Israel wird „mit dem Palästinenserstaat leben müssen, wenn die Palästinenser Kanadier werden. Und wenn die Palästinenser Kanadier werden, sollte alle eure Probleme sich verflüchtigen.“

Wird der Schritt zur Souveränität warten müssen, bis die Palästinenser Kanadier werden?

Nein. Präsident Trump sagte, das Kartierungskomitee wird „die Konzept-Landkarte in eine detailliertere und kalibriertere Darstellung umsetzen, damit Anerkennung sofort erreicht werden kann… Und die Vereinigten Staaten werden israelische Souveränität über das Territorium anerkennen, das meine Vision als Teil des Staates Israel vorsieht“. Botschafter Friedman hat auch gesagt, dass dies innerhalb mehrerer Wochen durchgeführt werden kann.

Wird Israel diesen Schritt bald tun?

Das hängt von Israel ab. Premierminister Benjamin Netanyahu unternimmt alle vorbereitenden Schritte und wenn er das tut, wird Präsident Trump ihm grünes Licht geben.

Soll nicht Trump das entscheiden?

Trump kann immer Druck ausüben, aber er hat bereits seine Zustimmung gegeben. Viele in seiner Administration würden jeden israelischen Schritt in dieser Sache unterstützen, darunter sein Vizepräsident, sein Stabschef, sein Außenminister und sein Botschafter in Israel. Die Position seines leitenden Beraters und Schwiegersohns Jared Kushner wird höchstwahrscheinlich beträchtlichen Einfluss haben, aber er konzentriert sich jetzt mit größter Wahrscheinlichkeit auf die Erholung der US-Wirtschaft nach der Koronavirus-Krise. Es liegt in Trumps politischem Interesse, dass Israel diesen Schritt geht, weil viele in seiner Basis aus der evangelikalen Rechten kommen und sehr für diesen Schritt sind. Wahrscheinlich würde Trump wollen, dass das vor den Präsidentschaftswahlen im Herbst stattfindet.

Warum ist die Linke gegen den Plan?

Natürlich birgt das Risiken, weil jeder in dieser Arena unternommene Schritt viele sensible Themen berührt. Wenn die Souveränität ausgeweitet wird, könnte das in Krawallen resultieren. Jordanien hat gewarnt, es könnte die Beziehungen zurückschrauben. Europäische Länder und höchstwahrscheinlich die EU selbst werden aufgebracht sein und Israel wirtschaftlich bestrafen. Israel könnte sich wegen dieses Zugs auch juristischen Herausforderungen gegenüber sehen. Somit könnte der Schritt eine Gegenreaktion aus Ländern in der Region und andernorts auslösen.

Was gewinnt Israel dann durch diesen Schritt?

Die Souveränität auszuweiten wird zum ersten Mal seit Gründung des Staates 1948 erlauben Israels Grenzen eindeutiger festzulegen. Zusätzlich sind viele der Prinzipien des Trump-Plans für Israel bei weitem besser als das, was andere Pläne geboten haben. Er fordert keine Zwangsräumung von Siedlern und gibt den Palästinensern vier Jahre positiv zu reagieren und „kanadisch“ zu werden. Wenn sie ihre Uneinsichtigkeit weiter treiben, ist es möglich dass die USA laut Plan vier Jahre weiter Israel weiteres Territorium übernehmen lassen.

Sind die Araber wirklich empört über diesen Schritt?

Nein. Die arabische Welt gibt Lippenbekenntnisse zu den Palästinensern ab, obwohl sie von ihnen die Nase voll hat. Selbst einige Jordanier finden, wenn das Jordantal Teil Israels wird, wäre gut für das Königreich, aber sie haben Angst das zu laut zu sagen. Ägypten und viele arabische Staaten haben die Vision Trumps willkommen geheißen und sich nicht dem Chor der Kritiker und den Drohungen des jordanischen Königs Abdallah angeschlossen.

Werden Jordanien oder Ägypten ihren Friedensvertrag mit Israel aufkündigen?

Ein solches Szenario ist unwahrscheinlich. Ägypten hat sich zum Souveränitätsproblem nicht wirklich geäußert. Jordaniens König hat von einem Schritt geredet, der einen Zusammenprall mit Israel auslöst und er könnte seinen Botschafter abziehen oder sogar die Vereinbarung Gas aus Israel zu beziehen aussetzen. Aber den Friedensvertrag mit Israel aufzukündigen wird Jordanien mehr schaden als Israel und zu einer wütenden Reaktion der USA führen. Also wird der König, auf seine Weise, versuchten zwischen der erbosten Straße einerseits und Israel sowie den USA andererseits zu lavieren, wie er es früher schon gemacht hat.

Kann der Prozess über eine lange Zeit in Phasen erfolgen?

Nein. Die Amerikaner wollen, dass der Schritt zur Souveränität auf einen Schlag erfolgt.

Wie wird das ablaufen?

Das werden wir am Ende des Sommers wissen.

Und nochmal: Das britische Mandat Palästina hat NICHTS mit den heutigen Palästinensern zu tun

Elder of Ziyon, 19. Mai 2020

Issa Amro, der beliebte palästinensische Demonstrant, der in westlichen Medien begeistert porträtiert wird, twittert:

Ja, er verwendet ein britisches Dokument aus dem britischen Mandat Palästina, um irgendwie vorzugeben, es beweise, dass es so etwas wie einen unabhängigen Palästinenserstaat gegeben habe.

Wir haben diese Argumente früher schon demontiert, aber … es gibt keinen Mangel an Material, das wir noch nicht genutzt haben.

Hier ist etwas Geschichte Palästinas für Sie:

„Palästina erneuern“ bedeutet die jüdische Heimat wiederherzustellen.

Einiges an palästinensischer Kunst und Handwerk – mit Jiddisch, dieser uralten palästinensischen Sprache.

Die S/S Tel Aviv fuhr unter der Flagge von Palästina!

Ein paar Alltagsbilder von Palästinensern mit einem berühmten Palästinenser-Zitat.

Das ist interessant. Die Jüdische Brigade unter den Briten im Zweiten Weltkrieg hatte eine Kapelle, die 1945 dieses Konzert gab.

Irgendwo da draußen gibt es ein Video davon, wie die Kapelle spielt, aber ich kann es nicht mehr finden.

Das ist die einzige palästinensische Kultur, die vor 1948 existierte. Das zu sagen ist nicht politisch korrekt, aber das macht es nicht weniger wahr.

Als David Ben Gurions Vater ihm etwas Bargeld schickte

Als Dr. Irving Halperin im Sommer 1968 an David Ben-Gurion schrieb, enthielt die Antwort ein paar überraschende Anekdoten über den ersten Premierminister des jüdischen Staates.

Zack Rothbart, the Librarians, 8. August 2017

Ich bin lange schon ein „unsichtbarer“ Fan von Ihnen gewesen.

Es war der Sommer 1968.

Die Vereinigten Staaten befanden sich in Aufruhr. Protestierende und öffentliche Zurschaustellung der Zuneigung füllten die Straßen, neue Musik füllte den Äther.

Für viele war San Francisco das Epizentrum von allem. Das San Francisco State College, an dem Dr. Irving Halperin Englisch lehrte, hatte Gewalt, Massenproteste, Verhaftungen von Studenten und Lehrenden erlebt. Es sollte bald der Ort des längsten Studentenstreiks in der akademischen Geschichte Amerikas sein.

Gleichwohl erwähnt Dr. Halperin in dem Brief, den er auf Englisch an den ersten Premierminister Israels schrieb, nichts von dem, was um ihn herum vorging.

Brief von Ben-Gurion an Irving Halperin, Corresponcence, 14. August 1968, Ben-Gurion-Archiv

Halperin war ein jüdischer Akademiker mittleren Alters, der einfach etwas über die Vergangenheit wissen wollte, über die Zeit der „Zweiten Aliyah“ sechs Jahrzehnte zuvor, in der Ben-Gurion das osmanische Palästina zu seiner Heimat machte.

In den letzten vier Monaten war ich fürchterlich beschäftigt und bitte um Entschuldigung, dass ich Ihren Brief vom 14. August bis jetzt nicht beantwortet habe.

Am 18. September schrieb Ben-Gurion handschriftlich aus bescheidenen Räumlichkeiten des Kibbuz Sde-Boker in der Wüste Negev auf Englisch seine Antwort. Israels 82-jähriger Gründervater war peinlich berührt, dass er so lange gebraucht hatte, um einem Mann in Kalifornien zurückzuschreiben, den er nie getroffen hatte.

Halperin hatte Ben-Gurion gebeten „dokumentarisches Material“ und „literarische Arbeiten“ zu empfehlen, die ihm helfen könnten ein Buch über „das Alltagsleben der Siedler der zweiten Aliyah in Israel“ zu schreiben. Er wollte „ein greifbares Verständnis dafür, wo sie arbeiteten, wie sie lebten, was sie aßen, wie sie die Herausforderungen des Landes sahen, wie sie litten usw.“ Dann schob er am Rand der Seite „auf Englisch“ nach und verband das mit „literarische Arbeiten“, um klar zu machen, dass hebräische Quellen für ihn nicht verwendbar sein würden.

In seiner Antwort schlug Ben-Gurion zuerst vor, er solle ספר העליה השניה (Das Buch der Zweiten Aliyah) lesen, eine hebräische Sammlung von Aufsätzen und persönlichen Berichten mit Bezug zu der Zeit. Dann bot er in erster Person diesem Fremden vom anderen Ende des Globus einen intimen Bericht (in Englisch) seiner frühesten Erfahrungen im Land Israel an.

Ich werde mein Leben beschreiben, als ich vor 62 Jahren ein Jahr in Petah-Tikva und vor 60 Jahren in Sejera arbeitete. In P.T.: Es war nicht leicht jeden Tag zur Arbeit zu gelangen, da unsere Kolonisten arabische Arbeitskräfte bevorzugten. Ich arbeitete 8 Stunden am Tag, wenn ich zur Arbeit kam. Ich erhielt pro Tag 8 Piaster, arbeitete 8 Stunden pro Tag. Ich konnte nicht jeden Tag arbeiten, entweder weil ich nicht zur Arbeit gelangte oder weil ich unter Malaria litt. Im Durchschnitt arbeitete ich 10 Tage in einem Monat.

Die Farm Sejera im Jahr 1912, aus dem Buch ספר העליה השנייה, das Ben-Gurion persönlich empfahl.

Ben-Gurions Vater, selbst ein begeisterter und aktiver Zionist, der einmal an niemand anderen als Theodor Herzl geschrieben hatte, um um Rat über die Ausbildung des jungen David zu fragen, konnte es nicht ertragen von den armseligen Umständen seines Sohnes zu lesen. Er hatte seinen Sohn sogar erfolglos zurück nach Plonsk eingeladen und schickte ihm Geld, um dabei zu helfen seine Lage zu verbessern:

Als mein Vater erfuhr, dass ich an Malaria und Hunger litt, bat er mich in einem Brief nach Hause zu kommen. Ich antwortete, dass Israel mein Zuhause ist. Dann schickte er mir Geld. Ich schickte das Geld zurück.

Nachdem er Malaria, Hunger und mickrige 8 Piaster am Tag durchlitten hatte, zog Ben-Gurion in die Siedlung Sejera in Galiläa, wo „ich dauerhafte Arbeit hatte und obwohl mein Lohn nur 30 Franken betrug, war ich recht glücklich“.

Nachdem er angab, ein persönlicher, handgeschriebener Bericht von Israels Gründungsvater sei von marginaler Bedeutung, schließt Ben-Gurion seinen Brief an Halperin mit: „Aber versuchen Sie das Buch ‘ספר העליה השניה‘ („Das Buch der zweiten Migrationswelle“) zu bekommen – eine einfache Empfehlung und vielleicht eine nicht so subtile Ermahnung Hebräisch zu lernen eines alternden Staatsmanns in der israelischen Wüste an „einen ‚unsichtbaren‘ Fan“ am anderen Ende der Welt.

Der Umschlag, in dem David Ben-Gurion seinen Brief an Dr. Irving Halperin am San Francisco State College schickte. Aus der Abraham Schwadron-Sammlung an der Nationalbibliothek Israels (Schwad 01 02 216)

Handgeschriebener Brief von David Ben-Gurion an Dr. Irving Halperin, Sde-Boker, 9. September 1968. Aus der Abraham Schadron-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels (Schwad 01 02 216)

Besonderen Dank and Leanna Feldman vom Ben-Gurion-Archiv an der Ben-Gurion-Universität im Negev, Daniel Lipson und Chen Malul von der Nationalbibliothek Israels für ihre Unterstützung und Einblicke.

Kenne deine Geschichte: Jüdischer Erwerb von Agrarland in Palästina

David Lange, Israellycool, 14. Mai 2020

Aus Zeitungsarchiven und historischen Dokumente, um die üblichen Fehlvorstellungen zum Nahost-Konflikt zu widerlegen; hier: JTA, 9. Dez. 1929

Gestern postete ich darüber, wie Juden, die nach Zion zurückkehrten, das Malaria-Problem durch Trockenlegung der Sümpfe ausmerzten, was zu besseren Lebensbedingungen für alle damaligen Einwohner Palästinas führte, einschließlich der Araber.

Heute bringe ich einen Bericht der JTA von 1929 zu bestimmten Berichten der Shaw-Kommission, die gegründet wurde, um die gewalttätigen Unruhen in Palästina Ende August 1929 zu untersuchen, zu denen auch das Massaker von Hebron gehörte.

In diesen besonderen Berichten beschwerte sich Mohammed Ragheb, ein Inspektor des Landwirtschaftsministeriums, über die Juden, aber seine Beschwerden sind aufschlussreich. Zum einen gesteht er ein, dass unsere Trockenlegung der Sümpfe allen nutzte. Zweitens beschwert er sich zwar, die Juden würden „das Land schlucken, das für Orangenanbau am besten ist“, aber seine Aussage zeigt, dass die Juden diese Ländereien legal kauften.

Mohammed Ragheb, ein Inspektor im Landwirtschaftsministerium, Moslem, der einige landwirtschaftliche Erfahrung in Ägypten, Österreich und Rumänien haben soll, stimmte zu, dass die jüdischen Siedler malariainfizierte Sümpfe nehmen, sie trocken legen und daraus fruchtbares und wohnliches Land machen; in seiner Aussage für die arabische Seite erhob er in der gestrigen Sitzung der Untersuchungskommission den Vorwurf, dass die Juden nicht nur die Ländereien an sich reißen, die für Orangenanbau nutzbar sind, sondern dass von den fast 60.000 Ar, die für diesen Zweck entlang der Küstenebene von Gaza bis Haifa genutzt werden können, die Juden vor kurzem 25.000 Ar erworben haben.

Aus den durch den Zeugen Auni Abdul Haid vom Arabischen Rat moralisierend in einem Versuch die bekannte Beschwerde gegen die Juden zu beweisen vorgelegten Zahlen geht hervor, dass sie allmählich in die besten Ländereien eindrangen und die Araber enteigneten. Raghebs Belege waren ähnlich denen anderer arabischer Zeugen, nur betonte er die Küstenebene.

Ragheb erklärte, dass Palästinas Zukunft aus landwirtschaftlicher Sicht von der Küstenebene abhängt, die, wie er sagte, in den Besitz der Juden übergeht, die bereits 40 Prozent des Landes für den Anbau von Zitrusfrüchten kultivieren; die Araber bewirtschaften die übrigen 60 Prozent.

Aus diesen Belegen schloss Commissioner Snell, dass der arabische Groll darin bestand, dass die Juden Zitrusfrüchte kultivierten, wo vorher die Araber Melonen anbauten, aber der arabische Rat bestand darauf, dass große jüdische Firmen, einschließlich der von Lord Melchett gestützten, große Landstriche von „Kleinbesitzern“ aufkauften. Die Kommission erhielt von dem Zeugen das Zugeständnis, dass die sogenannten kleinen Landbesitzer jeweils 300 bis 5.000 Ar Land besaßen. Er gestand auch ein, dass das Land des Wadi Hawareth, das der Jüdische Nationalfonds für eine Million Dollar gekauft hatte, die von kanadischen Zionisten aufgebracht wurden, zwei Familien gehört hatte, beides in Beirut und Jaffa lebende Grundstücksbesitzer in Abwesenheit.

Der Zeuge erklärte, arabische Pflüger seien verpflichtet in andere Dörfer oder Städte zu ziehen, wenn die Juden von Arabern Land kauften, weil die neuen jüdischen Kolonisten keine Araber beschäftigen. Die Tatsache, dass das Land im Wadi Hawareth einer Familie namens Taman gehörte, war für die Kommissionsmitglieder überraschend, die den Eindruck gehabt hatten, dass es das Eigentum einer Reihe kleiner Landbesitzer war.

Jüdischer Landerwerb

Ragheb warf das Orangen-Land in der 40 Jahre alten Kolonie Hederah mit neu erworbenem jüdischen Land zusammen, um den Effekt zu schaffen, die Juden hätten im Distrikt Haifa sechs bis achttausend Ar für Orangenanbau geeignetes Land von kleinen Landeigentümern gekauft, gab aber zu, dass einiges davon von Großgrundbesitzern gekauft wurde.

Der arabische Berater Auni sorgte in der Sitzung für Gelächter, als er den Zeugen fragte, ob die Juden, von denen er behauptete, dass sie in den Distrikten Haifa und Tulkarm bereits 40.000 Ar besaßen – das sind drei Viertel der für Zitrusfrucht-Anbau verfügbaren Menge – nicht noch einmal die Hälfte davon dazu gekauft hätten. An diesem Punkt bemerkte der Vorsitzende Shaw lächelnd: „Was würde den Arabern bleiben?“ Ragheb stimmte zu, dass die Araber mindestens in den letzten fünf oder sechs Jahren beim Orangenanbau sehr aktiv gewesen waren, aber er erwähnte nichts zu jüdischem Einfluss.

Ragheb setzte seine Belehrung der Kommission in elementarer Landwirtschaft fort und versuchte zu beweisen, dass die jüdischen Siedler als Getreidebauern erfolglos waren. Sie waren gute Gärtner, sagte er. Er legte Berichte vor, die zeigten, dass die Getreideproduktionj zurückging, als sie die Ebene übernahmen. Betterton zog im selben Bericht die Aufmerksamkeit auf den Anstieg zwei Jahre später, als die Juden das Land kennengelernt hatten. Ragheb sagte: „Der Araber nutzt keine teuren Maschinen oder chemischen Dünger, aber er kann mit Getreideland besser umgehen als die Juden.“ Merriman wies darauf hin, dass die Verwendung der Maschinen gerechtfertigt war, da der jüdische Ertrag aus dem Land größer wurde.

Raghed stimmte zu, dass Auni die arabischen Einwände zitiert hatte, als er sagte, sie hätten Angst die Regierung würde Juden kostenfrei riesige Waldgebiete übergeben. Er hörte nie, dass Juden um diese gebeten hätten, gab er zu.

Die Zeugenaussage ging zu halb-wirtschaftlichen Gründen weiter, dass Araber ihre Behauptungen nicht belegen konnten, die Juden seien eine Belastung für das Land, würden aber schnell das meiste davon erwerben.

Mit anderen Worten: Wir kauften legal Land und arabische Eigentümer profitierten finanziell davon. Trotzdem beschweren sich Israelhasser gerne, wir hätten den Arabern das Land gestohlen.

Wie ein Junge, der gerne Gewehre zersägte, zum Erfinder der Uzi wurde

Während seiner Haft in einem berüchtigten britischen Gefängnis entwickelte dieser Jugendliche den Entwurf einer Maschinenpistole, die weltweite Beliebtheit gewinnen sollte. Dies ist die unglaubliche Geschichte des Uzi Gal.

Nati Gabbai, the Librarians, 6. Februar 2018

Uzi Gal und seine Erfindung

Gotthard Glas war ein Kind mit einem gefährlichen Hobby: Waffen.

Als er zehn Jahre alt war, schaffte es der junge Gotthard sich die Hand bei einem außergewöhnlichen Unfall. Die Junge wuchs in München auf, in einem Heim voller Pistolen, Schwerter und anderer antiker Waffen. Eins Tages beschloss er ein altes, langes Gewehr zu zersägen und daraus eine neue und kompaktere Art von Waffe zu machen – diese intelligente Idee führte zu der bedauernswerte Verletzung.

Aus „Uzi Submachine Gun: Lessen Plans“ (Die Uzi-Maschinenpistole: Lehrpläne), das von der IDF 1970 an Offiziere ausgegeben wurde.

Als aus dem Kind ein Teenager wurde, nach dem Umzug in den Kibbuz Yagur im Land Israel, kam seine große Leidenschaft für Waffen zurück. Er hörte, dass der Erdkundelehrer in seiner Distriktschule eine winzige italienische B.P.-Waffe hatte. Er verkaufte sein Briefmarkenalbum, kaufte die Waffe und begann an seinem Traum zu arbeiten: sie aus ihr ein gut geöltes Kriegsinstrument zu machen. Leider erwischte ihn ein Lehrer der Schule bei der Arbeit an der Schusswaffe und seine Pläne wurden einmal mehr durchkreuzt. Gals gab nicht auf: IM alter von 15 Jahren erfand er eien Bogen, der Pfeile automatisch verschoss – eine „Maschinenpistole für Pfeil und Bogen“, wenn man so will.

Als Glas sich dem Palmach anschloss, der Elite-Kampftruppe der Untergrundorganisation Haganah, fand er die perfekte Beschäftigung: Waffenentwicklung. Genauso wie in seiner Schulzeit wurde er allerdings erneut erwischt – und von der britischen Mandatsobrigkeit wegen seiner Arbeit mit illegalen Waffen zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt. Zu seiner Freude wurde er nach nur etwas mehr als zwei Jahren im Gefängnis in Akko begnadigt. Sie werden nicht überrascht sein zu hören, dass Gotthard sich die Zeit hinter Gittern mit dem Entwurf einer Maschinenpistole verbrachte.

1949, noch als Kadett in der Offiziers-Ausbildung und nach einer intimen Bekanntschaft mit allen Waffen, die die IDF zu bieten hatte, beschloss der junge Mann, der inzwischen Uziel Glas hieß (und später unter dem Namen Uzi Gal bekannt wurde) seinen Kommandeuren einen Brief zu schreiben.

An den kommandierenden Offizier der Offiziersschule, Oberstleutnant Meir Zorea

Von: Kadett Uziel Glas 120946

Datum 20. Oktober 1949

Der lange Brief enthielt eine detaillierte Beschreibung seines Traums von der perfekten Maschinenpistole.

Ein Soldat der IDF betet an der Westmauer, dabei trägt er eine Uzi. Foto: Yaacov Elbaz. The Dan Hadani Collection in der Nationalbibliothek, 11. Juni 1969

Fünfeinhalb Jahre später, am 27. April 1955, hielt die IDF die traditionelle Parade zum Unabhängigkeitstag ab. Bei dieser parade zeigte die Armee die neue Maschinenpistole, die den Namen „Uzi“ hatte (welchen sonst?). Übrigens wollte Gotthard/Uziel/Uzi Glas/Gal nicht, dass sie nach ihm benannt wurde, aber die Entscheidung wurde ihm abgenommen.

„Eine innovative Waffe für die IDF“. Ein am 27. April 1955 in „Zemanim“ veröffentlichter Artikel.

Innerhalb von ein paar Jahren war die Uzi nicht keine exklusiv israelische Waffe; sie wurde in der gesamten Welt zu einem phänomenalen Erfolg.

Die Uzi, Waffe der Wahl für Chuck Norris

Der gesamte Staat Israel traf auf diesen bescheidenen jungen Mann, als er 1955 das Lob des Generalstabschefs erhielt und ihm dann von David Ben-Gurion der „Sicherheitspreis“ verliehen wurde.

Premierminister Yitzchak Schamir schießt mit einer Uzi, 16. Dezember 1986. Foto: Nati Henrik, GPO

Zu seiner Erfindung befragt sagte er schlicht: „Ich habe in der Armee meine Pflicht getan. So wie ein Koch, so wie jeder andere auch.“

Aus: „Uzi-Maschinenpistole: Lehrplan“, den die IDF 1970 an Kommandeure ausgab.

Der Artikel verwendet Informationen, die in Band 17 der Enzyklopädie der Militär- und Sicherheitsfragen (צה”ל בחילו – אנציקלופדיה לבא וביטחון) zu finden sind, sowie aus Eli Escheds Artikel „60 Jahre Uzi-Maschinenpistole“.

Israel leidet weiter unter dem Hass-Virus, obwohl es arabische Leben rettet

Melanie Phillips, 8. Mai 2020

Während Länder rund um die Welt damit kämpfen die Covid-19-Krise in den Griff zu bekommen, sind Israels Leistungen bislang bemerkenswert gewesen.

Die Sterblichkeitsrate durch den Virus ist im Verhältnis zu seiner Bevölkerung erheblich niedriger als die in anderen Ländern wie Großbritannien, Schweden oder den Vereinigten Staaten. Der wichtigste Grund dafür besteht darin, dass der Virus mit der Art von mutigem, strategischem Herangehen angegangen wird, mit dem das Land sich gegen seine physischen Feinde wehrt.

Diese Woche begann Israel, weil die Fälle der Neuinfektion auf ein paar Dutzend sanken, eine ganze Reihe von Einschränkungen der öffentlichen Aktivitäten aufzuheben. Viele haben jedoch Angst, dass der Ausstieg des Landes aus dem Lockdown zu schnell und zusammenhanglos erfolgt und vielleicht die Infektionsrate wieder außer Kontrolle geraten lässt.

Abgesehen davon hat Israels Verteidigung gegen diesen unsichtbaren Feind auch etwas Positives hervorgehoben, das vorher nicht voll gewürdigt wurde.

Tausende israelisch-arabischer Gesundheits-Mitarbeiter haben ihr eigenes Leben riskiert, indem sie an der Seite ihrer jüdischen Kollegen Virus-Patienten behandelten.

Es hätte kaum eine anschaulichere Demonstration der Gleichheit und Unverzichtbarkeit geben können und das wird von Israels Juden wie Arabern registriert worden sein. Es hat die Bedeutung der israelischen Araber im Gesundheitssystem des Landes plastisch verdeutlicht, die darin 17 Prozent der Ärzte, 24 Prozent der Pflegekräfte und 48 Prozent der Pharmazeuten stellen.

Das könnte tiefgreifende politische Folgen in einer Gesellschaft haben, in der der Status der israelischen Araber, die 20 Prozent der Bevölkerung stellen, eine empfindliche Quelle gegenseitigen Misstrauens, Übertreibung und Ablehnung ist.

Israels herausragende bisherige Erfahrung mit dem Coronavirus könnte auch globale Auswirkungen haben. Anfang dieser Woche versprach Premierminister Benjamin Netanyahu auf einer internationalen Konferenz für Gelder zur weltweiten Bekämpfung des Virus eine Spende von $60 Millionen.

Er erklärte, wobei er mit Israels Fachwissen in Wissenschaft, Forschung und Innovation prahlte: „Wir hoffen mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um unsere einzigartigen Fähigkeiten zu nutzen und Lösungen zu finden, die allen nützen.“

Mit diesem Angebot versuchte Netanyahu auch Israels Bilanz bei der Bekämpfung des Virus wirksam einzusetzen, um die weltweite Feindseligkeit gegenüber seinem Land zu reduzieren.

Es kann wenig Zweifel geben, dass selbst relativ unfreundliche Länder begierig auf Israels Erfolge schielen. Diese Woche kündigte das Verteidigungsministerium an, dass das Israel Institute for Biological Research eine bahnbrechende wissenschaftliche Entwicklung bei der Identifizierung eines Abwehrstoffes gemacht hat, der den Covid-19 neutralisiert.

Ob sich das als globaler Lebensretter erweisen wird oder nicht: Es kann wenig Zweifel geben, dass Israel in der wissenschaftlichen Anstrengungen zur Entwicklung eines Impfstoffes, von Gegenmitteln und Tests zur Bekämpfung des Virus mit an der Spitze steht.

Die Hoffnung, dass solche Leistungen die antiisraelische Feindseligkeit in Freundschaft verwandeln wird, dürfte allerdings etwas zu optimistisch sein. Und ja, es gab einen „fliegendes Schwein“-Moment, als die Vereinten Nationen Israel tatsächlich, zusammen mit den palästinensischen Arabern, wegen der „nie da gewesenen Kooperation zu Anstrengungen zur Eindämmung der Epidemie“ lobten.

Israels Bemühungen dazu sind in der Tat unermüdlich gewesen.

Geschätzte 40.000 Arbeiter aus den umstrittenen Gebieten sind Genehmigungen gewährt worden bis zum Ende des Ramadan in Israel zu bleiben. Der Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) hat ihnen sicheren Transit von ihren Wohnorten zu ihren Arbeitsplätzen über die Grüne Linie zugesagt. Israelische Arbeitgeber sind dafür verantwortlich diesen Arbeiter Unterkunft zu geben sowie sie mit Schutzmasken und Handschuhen auszurüsten. Die israelischen Behörden stellen ihnen sogar die Krankenversicherung.

Solche Kooperation findet sogar im von der Hamas geführten Gazastreifen statt – der Quelle nicht endender mörderscher Angriffe auf Israel. COGAT ermöglicht dort nicht nur die Lieferung internationaler Hilfen wie Testausrüstung, Schutzkleidung, Desinfektionsmitteln, medizinischer Bestände und anderer humanitärer Versorgungsgüter. Zusätzlich sind dutzende Ärzte, Pfleger und anderes medizinisches Personal von israelischen Teams darin ausgebildet worden mit Covid-19 infizierte Patienten zu behandeln.

Eine Trainingseinheit für rund 20 medizinische Mitarbeiter aus dem Gazastreifen wurde von einem Team des medizinischen Zentrums Scheba in Ramat Gan über mehrere Stunden am Übergang Erez durchgeführt. Zusätzlich wurde einer Gruppe erlaubt den Gazastreifen zur Ausbildung am medizinischen Zentrum Barzilai in Aschkelon zu verlassen und medizinisches Personal beider Seiten haben Konferenz gemeinsame Telefonkonferenzen abgehalten.

Richard Kemp, Großbritanniens ehemaliger Oberkommandierender in Afghanistan und heute unermüdlicher Fürsprecher Israels, hat ebenfalls das nie da gewesene Ausmaß einer solchen Kooperation mit israelischen Arabern festgestellt.

In ihren Dörfern, schreibt er, werden bei jungen Einheimischen Uniformen der israelischen Verteidigungskräfte oft als provokativ betrachtet. An solchen Orten, soweit sie von Israels Gesundheitsministerium als Virus-Brutstätten identifiziert werden, haben jedoch der Einsatz muslimischer IDF-Soldaten und sorgfältige Kommunikation mit Dorfführern bisher geholfen unerwünschte Vorfälle zu verhindern.

In einigen Fällen haben muslimische Zivilisten, die offizielle Rollen ausfüllen, sogar fluoreszierende Westen mit Markierungen des IDF Heimatfront-Kommandos getragen, was nach Kemps Beobachtung „etwas ist, das man normalerweise nicht hört und auf das Verständnis der Notwendigkeit des Zusammenrückens hinweist“.

Die IDF hat zudem mehr als 100.000 Lebensmittelpakete an israelische Araber in Orten verteilt, in denen es beträchtliche Virus-Ausbrüche gegeben hat. Und in ganz Israel sind aus Hotels Isolierstationen gemacht worden, die auf für sich allein stehende Gemeinschaften wie Muslime oder orthodoxe Juden zugeschnitten sind. In Jerusalem wurde zum Beispiel ein Hotel in ein Halal-Quarantänezentrum für muslimische Einwohner verwandelt, die aus dem Ausland zurückkommen.

Trotz all dem gibt es kaum Zeichen einer Aufweichung bei denen, die üblicherweise auf Israel eintreten. Elf europäische Botschafter in Israel, einschließlich derer des Vereinten Königsreichs, Deutschlands, Frankreichs und der Europäischen Union, haben Israel mit ernsten Konsequenzen gedroht, wenn es mit der Annexion von Teilen der Westbank weiter macht.

Einmal mehr haben sie die tendenziöse Behauptung nachgeplappert, ein solcher Zug stelle eine Verletzung des Völkerrechts dar. In Großbritannien haben fast 130 Parlamentarier an Premierminister Boris Johnson geschrieben und ihn gedrängt Wirtschaftssanktionen zu verhängen, wenn Israel diese Gebiete annektiert. Es hat sich da also nichts geändert.

Israel hat zudem die Europäische Union wutentbrannt gerügt, weil sie den Palästinensern sagte, Verbindungen zu Terrororganisationen würden nicht automatisch die Teilnahme an einem von der EU finanzierten Programm ausschließen.

Und natürlich wird weiter von den üblichen Verdächtigen der antiisraelischen Medien geschossen. Die Washington Post forderte vor kurzem, dass Israel „die Belagerung des Gazastreifens aufhebt“, um sicherzustellen, dass „palästinensische Ärzte und Krankenpfleger die Ressourcen haben, die sie brauchen, um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Patienten sicherstellen zu können“.

Wie üblich plappert sie gedankenlos die Propaganda nach, ohne sich darum zu kümmern einen Blick auf die Fakten zu werfen. Es hat sich also hier nichts geändert.

Was die palästinensischen Araber selbst angeht, so diffamieren ihre Führer Israel weiterhin mit Bosheit und Ritualmordlügen, obwohl es ihnen hilft das Leben von Palästinensern zu retten.

Mohammed Schtayyeh, Premierminister der palästinensischen Autonomiebehörde, hat behauptet, dass einige israelische Soldaten „versuchen den Virus über die Türgriffe von Autos zu verbreiten“, während offizielle PA-Publikationen behaupten Israel versuche palästinensische Häftlinge zu kontaminieren.

Derweil verhafteten Hamas-Sicherheitskräfte letzten Monat mehrere Friedensaktivisten wegen Hochverrats, nachdem sie an einem zweistündigen Zoom-Onlinetreffen mit israelischen Aktivisten teilnahmen, um Themen von gemeinsamem Interesse zu diskutieren, darunter den Virus. Das Hamas-Innenministerium beschuldigte sie „einen Normalisierungsaktivität mit der israelischen Besetzung veranstaltet“ zu haben.

Als Zeichen, dass aus etwas Schlechtem etwas Gutes entstehen kann, schein es so, als verursache diese Pandemie Schritte gewöhnlicher Israelis und palästinensischer Araber hin zu Koexistenz mit israelischen Juden.

Wie auch immer, angesichts der tiefen Irrationalität des Israelhasses sowohl im Westen als auch in der arabischen und muslimischen Welt wird es mehr brauchen als unzählige von Israel vor dieser Seuche gerettete Araber und andere, damit sich die Haltung ändert.