Ein kurzer Blick auf das Jerusalem des 19. Jahrhunderts

Zur Feier des Jerusalem-Tags wirft die Nationalbibliothek einen Blick zurück – weit zurück – auf die Heilige Stadt

Gil Weissblei, Times of Israel Blogs, 2. Juni 2019

Eine Straße im Christlichen Viertel. Detail eines Fotos von Félix Bonfils, um 1870.

Wie sah Jerusalem vor 150 Jahren aus? Es scheint, als wären wir die erste Generation, die in der Lage ist diese Frage mit einem Grad an Gewissheit zu beantworten, dank Abzügen, die in der Nationalbibliothek aufbewahrt worden sind; sie stammen aus den frühen Tagen der Fotografie im Land Israel.

Die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts erlebten große Wellen an besuchenden Touristen, Forschern und Pilgern, die das Heilige Land als Teil einer vorher festgelegten Route Touristen-Destinationen im Nahen Osten erkundeten. Die meisten hatten keine Kameras, die in den Tagen damals schwere und unhandliche Geräte waren. Der Orient und der Geiste der Bibel, die sie absorbieren wollten, sind in den von den wenigen professionellen Fotografen, die dort arbeiteten, produzierten Bildern klar sichtbar. Der berühmteste davon war Félix Bonfils.

Die Landschaften sind ausgedehnt und leer, vielleicht wegen der Schwierigkeiten, die mit dem Fotografieren von Passanten zusammenhängen. Kameras der Zeit verwendeten besondere Glasplatten, die mit lichtsensiblen Chemikalien überzogen waren, eine Technik, die lange Belichtung erforderte. In bestimmten Fällen, wenn die Zusammenstellung es erforderte, kann man Bürger Jerusalems des 19. Jahrhunderts in der Tat auf Bildern sehen, wo sie Statisten an einem kunstvollen und stattlichen Filmset ähneln.

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HaGai-Straße mit Blick auf „Das Haus des reichen Mannes“; Foto: Félix Bonfils, um 1860

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Der Eingang zur Stadt: Das Jaffa-Tor. Foto: Bonfils Haus, um 1899. Dieses Bild wurde kurz nach der Auffüllung seines Grabens, der Pferdefuhrwerken ermöglichte in die Stadt zu fahren.

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Das Jaffa-Tor gegen Ende des 19. Jahrhunderts; Foto: Bonfils Haus

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Die Zitadelle Davids und der Handelsplatz vor dem Jaffa-Tor, um 1870. Foto: Félix Bonfils.

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Eine Ansicht des Christlichen Viertels von der David-Zitadelle. Foto: Luigi Fiorillo, um 1875.

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Eine Straße im Christlichen Viertel. Foto: Félix Bonfils, um 1870.

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Juden beten an der Westmauer. Foto: Félix Bonfils, um 1880.

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Damaskus-Tor. Foto: Bruno-Hentschel, 1900.

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Eine Gruppe deutscher Touristen zu Besuch auf dem Tempelberg, 1903.

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Hesekiels Teich. Foto: Félix Bonfils, um 1865.

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Ein Blick vom Ölberg auf Jerusalem. Foto: Frank Mason Good, 1875.

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Die Ostmauer und das Goldene Tor. Foto: Frank Mason Good, 1875.

Dr. Gil Weissblei ist Archivar und Forscher der Geschichte des hebräischen Buchs im 20. Jahrhunderts im Archiv-Amt an der Nationalbibliothek Israels.

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Warum Geschichte immer noch wichtig ist: Der Sechstage-Krieg von 1967

David Harris, The Algemeiner, 4. Juni 2018

Das Kultfoto an der Westmauer kurz nach ihrer Befreiung im Juni 1967 (Foto: David Rubinger / GPO)

Führe Geschichte an und das kann Augenrollen auslösen.

Füge den Nahen Osten in die Gleichung ein und die Leute könnten beginnen wegzulaufen, nicht bereit in das scheinbar bodenlose Fass an Einzelheiten und Streitigkeiten zu fallen.

Diese Woche vor 50 Jahren brach der Sechstage-Krieg aus.

Während manche Kriege in Dunkelheit versinken, bleibt dieser bis heute so aktuell wie er es 1967 war. Viele seiner Kernfragen sind bis heute ungelöst.

Politiker, Diplomaten und Journalisten ringen weiter mit den Folgen dieses Krieges, denken aber selten über den Kontext nach, dessen sie sich oft nicht einmal bewusst sind. Doch ohne Kontext m dürften einige entscheidend wichtige Dinge keinen Sinn ergeben.

Erstens: Im Juni 1967 gab es keinen Staat Palästina. Es existierte nicht und es gab ihn nie. Seine Gründung, 1947 in der UNO vorgeschlagen, wurde von der arabischen Welt abgelehnt, weil das auch die Gründung eines jüdischen Staates an seiner Seite bedeutete.

Zweitens: Die Westbank und Ost-Jerusalem waren in jordanischer Hand. In Verletzung feierlicher Übereinkommen verweigerte Jordanien den Juden den Zugang ihrer heiligsten Orte in Ost-Jerusalem. Um alles noch schlimmer zu machen, schändeten oder zerstörten sie viele dieser Stätten.

Derweil stand der Gazastreifen unter ägyptischer Kontrolle, die den örtlich Ansässigen eine harsche Militärherrschaft auferlegte. Und die Golanhöhen, die regelmäßig genutzt wurden, um israelische Ortschaften unterhalb zu beschießen, gehörten zu Syrien.

Drittens: Die arabische Welt hätte jederzeit einen Palästinenserstaat in der Westbank, Ostjerusalem und dem Gazastreifen schaffen können. Das machten sie nicht. Es gab nicht einmal eine Diskussion darüber. Und arabische Führer, die heute eine so starke Verbindung zu Ostjerusalem vorgeben, besuchten es selten, wenn überhaupt. Es wurde als arabisches Kaff am Arsch der Welt betrachtet.

Viertens: Die Umgrenzung von 1967 zur Zeit des Krieges, die heute so viel in den Nachrichten ist, war nichts anderes als eine Waffenstillstandslinie, die auf 1949 zurückging – vertraut und bekannt als die Grüne Linie. Diese Grenzziehung wurde festgelegt, nachdem fünf arabische Armeen Israel 1948 mit dem Ziel angriffen den entstehenden jüdischen Staat zu vernichten. Sie scheiterten.

Die Waffenstillstandslinien wurden nach diesem Krieg gezogen, aber sie waren kein formellen Grenzen. Das konnten sie nicht sein. Die arabische Welt lehnte es selbst in der Niederlage ab Israels Existenzrecht überhaupt anzuerkennen.

Fünftens: Die palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) die den Krieg unterstützte, wurde 1964 gegründet, drei Jahre vor dem Konflikt, der 1967 ausbrach. Das ist wichtig, denn es macht klar, dass die PLO mit dem Ziel gegründet wurde Israel auszulöschen, nicht um einen Palästinenserstaat in der Westbank und dem Gazastreifen zu schaffen.

Denken Sie daran, dass die einzigen „Siedlungen“ 1964 Israel selbst waren.

Sechstens: In den Wochen vor dem Sechstage-Krieg erklärten Ägyptens und Syriens Führer wiederholt, dass der Krieg kommt und dass ihr Ziel darin bestand Israel von der Landkarte zu wischen. Es gab nichts Zweideutiges an ihren grauenerregenden Ankündigungen. 22 Jahre nach dem Holocaust sprach ein weiterer Feind von der Auslöschung der Juden. Das ist gut dokumentiert.

Die Geschichte ist gleichermaßen klar darin, dass Israel in den Tagen vor dem Krieg Jordanien über die UNO und die Vereinigten Staaten Nachricht zukommen ließ, mit der Amman gedrängt wurde sich aus dem anstehenden Konflikt herauszuhalten. Jordaniens König Hussein ignorierte den israelischen Appell und verband sein Schicksal an das Ägyptens und Syriens. Seine Streitkräfte wurden von Israel besiegt und der verlor die Kontrolle über die Westbank und Ostjerusalem. Er gestand später ein, dass er einen furchtbaren Fehler damit machte in den Krieg einzutreten.

Siebtens: Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser forderte, dass die UNO-Friedensschützer in der Gegend, die im Jahrzehnt zuvor eingesetzt wurden, um Konflikt zu verhindern, entfernt werden. Schändlicherweise gehorchte die UNO, ohne wenigstens höflich Israel zu konsultieren. Das ließ keine Pufferzone zwischen arabischen Armeen und israelischen Streitkräften in einem Land, das zwei Prozent der Größe Ägyptens hat und an seiner engsten Stelle nur 16km breit ist.

Achtens: Ägypten blockierte die israelischen Schifffahrtslinien ins Rote Meer, Israels einzigen See-Zugang zu Handelsrouten mit Asien und Afrika. Dieser Schritt wurde verständlicherweise von Jerusalem als Kriegsakt betrachtet. Die Vereinigten Staaten sprachen davon sich mit anderen Ländern zusammenzutun, um die Blockade zu brechen, aber am Ende handelten die USA leider nicht.

Neuntens: Frankreich, das Israels Hauptwaffenlieferant gewesen war, verkündete am Vorabend des Krieges ein Verbot von Waffenlieferungen. Das ließ Israel in potenziell großer Gefahr zurück, wenn ein Krieg sich in die Länge ziehen sollte oder Nachlieferungen von Waffen nötig werden sollte. Erst im nächsten Jahr sprangen die USA in die Bresche und verkauften Israel lebenswichtige Waffensysteme.

Und schließlich, nachdem es den Verteidigungskrieg gewann, hoffte Israel, dass seine neu eroberten Territorien, die es Ägypten, Jordanien und Syrien abnahm, die Grundlage für eine Land-für-Frieden-Vereinbarung sein würden. Es wurden Fühler ausgestreckt. Die formelle Antwort kam am 1. September 1967, als die arabische Gipfelkonferenz in Khartoum bekanntlich erklärte: „Nein zu Frieden, Nein zu Anerkennung, Nein zu Verhandlungen“ mit Israel.

Es sollten weitere „Nein“ folgen. Mit Betonung des Punktes wurde 20023 der saudische Botschafter in den USA im The New Yorker zitiert: „Es brach mir das Herz, das [PLO-Führer] Arafat das Angebot (einer von Israel mit amerikanischer Unterstützung 2001 vorgelegten Zweistaaten-Lösung) nicht annahm. Seit 1948 sagten wir jedes Mal, wenn wir etwas auf dem Tisch liegen hatten, Nein. Dann sagen wir Ja. Wenn wir Ja sagen, ist es nicht mehr auf dem Tisch. Dann müssen wir mit weniger klar kommen. Ist es nicht an der Zeit, dass wir Ja sagen?“

Heute gibt es Leute, die sich wünsche die Geschichte umzuschreiben.

Sie wollen die Welt glauben machen, dass es einst einen Palästinenserstaat gab. Gab es nicht.

Sie wollen die Welt glauben machen, dass es festgelegte Grenzen zwischen diesem Staat und Israel gab. Aber es gab nur Waffenstillstandslinien zwischen Israel und der von Jordanien kontrollierten Westbank und Ostjerusalem.

Sie wollen die Welt glauben machen, dass der Krieg von 1967 eine angriffslustige Handlung seitens Israels war. Es war ein Akt der Selbstverteidigung angesichts blutrünstiger Drohungen den jüdischen Staat zu überwältigen, ganz zu schweigen von der Seeblockade der Straße von Tiran, dem abrupten Abzug der UNO-Friedenstruppen und der Neustationierung ägyptischer und syrischer Truppen.

Alle Kriege haben Folgen. Dieser war keine Ausnahme. Aber die Aggressoren haben es versäumt die Verantwortung für das von ihnen angezettelte Tun zu übernehmen. Sie wollen die Welt glauben machen, dass der israelische Siedlungsbau nach 1967 das Schlüsselhindernis für einen Friedensschluss ist.

Aber der Sechstage-Krieg ist der klare Beweis, dass die Kernfrage darin besteht und immer bestanden hat, ob die Palästinenser und die arabische Welt das Recht des jüdischen Volkes auf einen eigenen Staat akzeptieren. Wenn sie das tun, dann haben alle anderen umstrittenen Dinge, so schwierig sie auch sein mögen, mögliche Lösungen. Aber ach, wenn sie das nicht tun, dann ist alles vorbei.

Diese Leute wollen die Welt glauben machen, dass die arabische Welt nichts gegen  Juden an sich hat, sondern nur gegen Israel. Doch die trampelten mit Hingabe alles Stätten nieder, die für das jüdische Volk heilige Bedeutung haben. Mit anderen Worten: Wenn es um den arabisch-israelischen Konflikt geht, wird die Vergangenheit auszublenden einfach nicht funktionieren.

Kann Geschichte sich vorwärts bewegen? Absolut. Israels Friedensverträge mit Ägypten von 1979 und Jordanien 1994 beweisen es. Gleichzeitig veranschaulichen aber die Lektionen des Sechstage-Krieges, wie hart und qualvoll der Weg sein kann; sie sind ernüchternde Erinnerung, dass, ja, Geschichte wichtig ist.

Warum entschied Israel Tlaib und Omar nicht ins Land zu lassen?

Elder of Ziyon, 15. August 2019

Die beliebteste Theorie zur Erklärung, warum Israel eine Kehrtwende machte und entschied Rshida Tlaib und Ilhan Omar den Besuch nicht zu erlauben, lautet, dass Präsident Trump twitterte, das würde „große Schwäche“ seitens Israel zeigen:

Ich denke, das war definitiv ein Faktor. Es mag respektlos sein, dass Israel den beiden Kongress-Abgeordneten die Einreise nicht gestattete, aber es wäre noch respektloser, sich gegen den Präsidenten zu stellen. Wie auch immer, Israel muss Realpolitik betreiben und Trump hat Israel als Keil genutzt, den er reicht erfolgreich in die Demokraten treibt.

Aber manchmal haben die Dinge viele Ursachen. Erst vor einem oder zwei Tagen wurde berichtet, dass Tlaib und Omar die Al-Aqsa-Moschee/den Tempelberg besuchen würden und das könnte leicht Krawalle entzünden, bei denen Menschen verletzt oder getötet werden könnten. Jemanden wegen seiner extremistischen Ansichten abzuweisen ist das eine; die Sicherheit aufrecht zu erhalten hat eine ganz andere Qualität.

Heute wurde zudem der Reiseplan öffentlich, der zum Teil von Miftah gesponsert ist, Hanan Ashrawis NGO, die alten wie auch neuen Antisemitismus versprüht: die Ritualmordlüge, ausdrückliche Unterstützung von Terror und Neonazi-Literatur.

Bibi Netanyahu führte die Gründe für die Einreiseverweigerung an, rund 2 Stunden nach Trumps Tweet und während Trump wahrscheinlich Teil der Gleichung war, war der Reiseplan ein Faktor:

Kein Land der Welt respektiert Amerika und den amerikanischen Kongress mehr als der Staat Israel.

Als freie und kraftvolle Demokratie ist Israel offen für Kritiker und Kritik, mit einer Ausnahme: Das israelische Recht verbietet denen die Einreise nach Israel, die dazu aufrufen und daran arbeiten Boykotte gegen Israel zu verhängen, so wie andere Demokratien es auch tun, die die Einreise von Personen verbieten, die dem Land schaden wollen.

Fakt ist, dass die USA das in der Vergangenheit mit einem israelischen Knesset-Abgeordneten machten, ebenso mit anderen Persönlichkeiten der Öffentlichkeit aus aller Welt.

Die Kongressabgeordneten Tlaib und Omar sind führende Aktivisten bei der Propagierung von Gesetzen zum Boykott gegen Israel im amerikanischen Kongress.

Erst vor ein paar Tagen erhielten wir ihre Reiseplanung für ihren Besuch in Israel, der offenbarte, dass sie einen Besuch planten, dessen einziger Zweck es war den Boykott gegen uns zu stärken und Israels Legitimität zu bestreiten.

Beispiel: Sie nannten als Ziel ihrer Reise Palästina an, nicht Israel und wie anders als alle Kongressabgeordneten der Demokraten und der Republikaner, die Israel besucht haben, baten sie um kein Treffen mit offiziellen Vertretern Israels, weder von der Regierung noch von der Opposition.

Vor einer Woche hieß Israel rund 70 demokratische und republikanische Kongress-Mitglieder willkommen, die breite, parteiübergreifende Unterstützung für Israel äußerten, was vor einem Monat auch mit einer parteiübergreifenden Abstimmung gegen BDS im Kongress demonstriert wurde.

Die Reiseplanung der beiden Kongress-Abgeordneten hingegen offenbart, dass der einzige Zweck ihres Besuchs darin besteht Israel zu schaden und die Hetze gegen den Staat zu verstärken.

Zusätzlich ist die Organisation, die ihre Reise finanziert, Miftah, die ein begeisterter Unterstützer von BDS ist und der Mitglieder angehören, die Unterstützung für Terrorismus gegen Israel zum Ausdruck gebracht haben.

Dennoch: Sollte die Kongressabgeordnete Tlaib eine humanitäre Anfrage zum Besuch ihrer Verwandten einreichen, hat der Innenminister angekündigt, dass er ihren Antrag unter der Bedingung positiv bescheiden wird, dass sie zusagt während ihres Besuchs nicht zur Förderung von Boykotten gegen Israel zu handeln.

Die Gründe, die ich letzten Monat dazu anführte dem Paar den Besuch nicht zu erlauben, war ihn davon abhängig zu machen, dass Israel einen Reiseplan erstellt und vorab darauf drängt, wobei es davon ausgehen konnte, dass sie ihn ablehnen. Dieser Reiseplan, der Israel nicht einmal erwähnt, zeigt, dass die Gelegenheit verpasst wurde. Israel steht in beiden Fällen schlecht da, aber so sieht es nur für einen Tag schlecht aus, statt einer vier Tage langen Hetze. Und der Punkt mit Miftah ist ein großer: Miftah ist im Verlauf der Jahre derart schlimm gewesen und meine Tweets darüber sind so gut angekommen, dass der Organisation morgen vermutlich einige Medienaufmerksamkeit gewidmet würde (wenn etwas Ähnliches bei den Rechten passieren würde, gäbe es natürlich Berichterstattung rund um die Uhr).

Die Reiseplanung ist auch aus einem anderen Grund interessant. Das Paar plante nicht ienmal den PA-Präsidenten oder -Premierminister zu besuchen. Terrorunterstützer und BDS-Fürsprecher betrachten die PA als Kollaborateure mit Israel – und diese beiden Kongressmitglieder sind so extrem, dass sie nicht nur Israel nicht anerkennen, sondern auch die palästinensische Autonomiebehörde nicht. Selbst die Kongressgruppe von AIPAC besuchte PA-Regierungsvertreter.

Das für sich zeigt, wie extrem und hasserfüllt Tlaib und Omar sind.

Derweil mag ich die Ironie, dass BDS-ler jetzt dafür eintreten, dass diese beiden Israel besuchen sollen dürfen.

Wer Israels Grenzen von 1948 versteht, versteht auch, dass es keine „Besatzung“ gibt

First.One.Through, 23. Juli 2019

Es gibt wirklich nur zwei Möglichkeiten, wie man die Grenzen Israels bei seiner Unabhängigkeitserklärung im Mai 1948 zu betrachten: das gesamte Gebiet des Mandats Palästina ODER die vorgeschlagenen Grenzen, die die UNO-Vollversammlung 1947 vorschlug. Wie unten diskutiert, ist nur eine davon rechtlich gültig, während beide demonstrieren, dass Israel kein „palästinensisches Land“ besetzt.

Die Grenzen vom Mai 1948: das Mandat Palästina

Als das osmanische Reich zerbrach, übernahmen die Franzosen und die Briten die Kontrolle über verschiedene Mandate, bis die lokale Bevölkerung in der Lage war ihre eigenen funktionierenden Regierungen zu bilden. Die Franzosen nahmen die Mandate Libanon und Syrien und die beiden wurden 1943 bzw. 1946 zu Staaten, nachdem die letzten französischen Truppen abzogen. Die Briten nahmen die Mandate Palästina und Irak. Der Irak erklärte sich 1932 für unabhängig. Was Palästina angeht, so war die Lage schwerfälliger und komplizierter.

Das internationale Mandat von 1922 machte deutlich, dass die Briten den Juden helfen sollten ihr Heimatland auf dem Territorium wiederzuerrichten. Das Land östlich des Jordan wurde allerdings als ein Land betrachtet, bei dem die Briten die Option hatten es abzutrennen (Artikel 25), was sie auch taten. Das Land wurde letztlich zum Königreich Jordanien.

Bezüglich des Restes des Mandats Palästina hatten die Briten eine schwierige Zeit im Umgang mit einer lokalen arabischen Bevölkerung, die nicht sehen wollte, dass eine Flut an Juden die Gegend betritt. Die mehrjährigen arabischen Krawalle von 1936 bis 1939 brachten die Briten dazu über eine Teilung des Landes zwischen den Juden und den Arabern nachzudenken (die Peel-Kommission von 1937 wurde nicht angenommen) und setzten eine Obergrenze für die Zahl der Juden fest, denen erlaubt wurde in das Territorium einzureisen (das Weißbuch von 1939, das auch umgesetzt wurde).

Am Ende der Verwüstung des Zweiten Weltkriegs hatten die Briten genug damit zu tun Zuhause alles wieder aufzubauen und die Juden benötigten eindeutig ein Ende der Deckelung der Immigration, also beantragten die Briten von den Vereinten Nationen 1946, dass die sich der Sache annehmen. Die UNO-Vollversammlung stimmte für die Teilung des Landes zwischen den Juden und Arabern; es handelte sich um eine nicht bindende Abstimmung. Alle arabischen Länder stimmten mit „Nein“ und die Teilung fand nie statt.

Als die Briten im Mai 1948 ihre letzten Truppen abzogen, erklärten die Juden den neuen jüdischen Staat Israel. Wie bei den Mandaten Libanon, Syrien und Irak war der britische Truppenabzug von der Ausrufung eines neuen Staates in der GESAMTHEIT DES MANDATS begleitet, einschließlich der Gebiete, die mittlerweile als Gazastreifen und Westbank bekannt geworden sind.

Mai 1948: der Teilungsplan von 1947

Als Israel sich unabhängig erklärte, strebte die arabische Gemeinschaft selbst immer noch die Kontrolle über das gesamte Mandat Palästina an. Sie lehnte den Staat Israel 1948 genauso ab, wie sie 1947 den vorgeschlagenen UNO-Teilungsplan ablehnten. Sie betrachtete beides als illegal, null und nichtig, eine Invasion ihres arabischen Landes.

Als fünf arabische Armeen Israel bei seiner Unabhängigkeitserklärung angriffen, begann die Invasion nicht in Jerusalem. Für die Araber war das gesamte Land eine einzige, zusammenhängende Einheit. Die Linien des Teilungsplans waren so unsichtbar und irrelevant wie die vorgeschlagenen Grenzen der Peel-Kommission.

Und für die Juden war es auch so.

Die Waffenstillstandslinien von 1949 / die Grüne Linie

Wenn die internationale Gemeinschaft heute von „Besatzung palästinensischen Landes“ spricht, dann bezieht man sich auf die Grenzen, wie sie vor dem Ausbruch des Sechstage-Krieges im Juni 1967 bestanden. Das waren die Frontbereiche, die nach dem Ende von Israels Unabhängigkeitskrieg 1948/49 entstanden. Diese zwischen Israel und einer Reihe der Invasionsarmeen festgesetzten Waffenstillstandslinien, wurden auf den Landkarten in Grün gezogen, so wurden sie auch als „Grüne Linie“ bekannt.

Die ägyptische Armee eroberte den Bereich des Gazastreifens. Der israelisch-ägyptische Waffenstillstand erklärte ausdrücklich, dass diese Waffenstillstandslinien nicht als finale Grenzen aufgefasst werden dürfen. Gleichermaßen eroberte die jordanische Armee einen Großteil des östlichen Palästina, das im Lauf der Zeit als „Westbank“ bekannt wurde. Die israelisch-jordanische Vereinbarung erklärte zudem, dass die Linien nicht als Grenzen gedacht waren.

Jordanien unternahm allerdings eine Reihe besonders feindseliger Schritte. Es vertrieb nicht nur alle Juden aus der „Westbank“, sondern annektierte das Territorium 1950 auch, was von fast der gesamten Welt nicht anerkannt wurde. Es unternahm als weiteren Schritt, allen Arabern, die in der Westbank lebten, 1954 die jordanische Staatsbürgerschaft zu gewähren (Juden wurden ausdrücklich davon ausgenommen Jordanier werden zu können).

Von 1949 bis 1967 war das Land zwischen Israel, Ägypten und Jordanien aufgeteilt. Es gab kein Palästina.

In diesem Zeitfenster begannen viele Staaten Israel anzuerkennen. Während die Grenzen des Landes möglichen Modifizierungen unterlagen, wie sie in den beiden Waffenstillstandsvereinbarungen umrissen waren, erkannten die Länder die israelische Souveränität bis an diese Linien an. Und so ist es bis heute.

Die „Grenzen“ von 1967

Die Kämpfe zwischen den Israelis und den Ägyptern sowie den Jordaniern wüteten von 1949 bis 1967 weiter.

Arabische Kämpfer überquerten die Grüne Linie aus Ägypten und Jordanien nach Israel und töteten Israelis bei nächtlichen Überfällen; Israel schlug zurück. Die Vereinten Nationen debattierten die „Palästina-Frage“, insbesondere weil mehr als 700.000 Araber, die aus der Kampfzone geflohen waren, nicht in ihre Städte in Israel zurückkehren durften. Und die palästinensische Unabhängigkeitsbewegung wurde 1964 mit der Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) entwickelt, deren erklärte Auftrag darin bestand Israel zu vernichten und das gesamte Mandatsgebiet Palästina für die Araber zurückzuholen.

Wie das Schicksal so spielt, griffen die Jordanier im Juni 1967 Israel an, nachdem Israel einen präventiven Verteidigungskrieg gegen Syrien und Ägypten begonnen hatte, die unmittelbar vor einem Angriff standen. Die Jordanier verloren die gesamte Westbank, die sie illegal annektiert hatten; die Ägypter verloren den Gazastreifen und die Syrer verloren die Golanhöhen.

Die Waffenstillstandslinien von 1949, die als vorläufig festgelegt und verstanden wurden, verwandelten sich in den Köpfen vieler zu den „Grenzen“ von 1967, was ein neues Gefühl der Dauerhaftigkeit beinhaltet, obwohl der Krieg genau das Gegenteil schaffte – er stellte die israelische Kontrolle über das gesamte Gebiet des Mandats Palästina wieder her und gewann seine Grenzen vom Mai 1948 zurück.

Israel tat sich selbst keine Gefallen. Statt klar zu erklären, dass seine Grenze wiederhergestellt worden waren, „annektierte“ es den östlichen Teil Jerusalems, der unter jordanischer Kontrolle gestanden hatte und richteten über die Westbank nur eine Militärherrschaft ein. Das tat es – ganz so, wie es die Kontrolle über den jüdischen Tempelberg an die jordanische Waqf übergab – in der Hoffnung die globale Unterstützung für Frieden zu gewinnen. An dieser Theorie war nicht viel dran.

Kein palästinensisches Land / keine „Besatzung“

Wie die Geschichte oben ausführlich anführt, ist das palästinensische Streben nach Selbstregierung ehrgeizig gewesen. Die Weltgemeinschaft hat versucht ein neues souveränes, arabisches palästinensisches Land zu schaffen oder den Arabern, die im Gazastreifen und der Westbank leben, irgendwie Selbstbestimmung zu verschaffen. Die Araber im Gazastreifen erhielten 2005 Selbstbestimmung, als die israelischen Truppen die Gegend verließen und die Mehrheit der Araber in der Westbank haben ebenfalls einige Selbstbestimmung in „Area A“ und in geringerem Maß in „Area B“, als Israel die Kontrolle ausgesuchter Ländereien als Teil der Oslo II-Vereinbarungen von 1995 an die palästinensische Autonomiebehörde (PA) übergab.

Es gibt aber kein „palästinensisches Land“ über diese Gebiete hinaus, die die PA kontrolliert. Der Rest ist israelisches Territorium, wie es in der Zeit war, als Israel seine Unabhängigkeit erklärte. Der Krieg 1967 begann keine „Besatzung“ von „palästinensischem Land“; er brachte israelisches Territorium von den Ägyptern und Jordaniern, die 1948 in Israel einmarschiert waren, zurück unter israelische Kontrolle.

Da das einzige „palästinensische Land“, das es heute gibt, das ist, das Israel der palästinensischen Autonomiebehörde übergab, ist es unmöglich, dass es dort eine „Besatzung“ gibt. Die Palästinenser werden nur dann mehr „palästinensisches Land“ bekommen, wenn Israel der PA stufenweise mehr Land gibt.


Die internationale Gemeinschaft hat schwul zu sein bis 1973 als Geisteskrankheit definiert; Homosexualität wird in rund der Hälfte der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen immer noch als Verbrechen betrachtet. Fast alle genau dieser UNO-Länder lehnen es auch ab die Existenz des jüdischen Staates anzuerkennen und glauben, es gebe eine „koloniale Besatzung“ von „palästinensischem Land“. Es könnte sein, dass sie Schwule oder den jüdischen Staat niemals akzeptieren.

Die westliche Welt brauchte sehr lange, um zu akzeptieren, dass Homosexuelle geistig gesund sind und vielleicht werden sie schon bald die Rechte der Juden anerkennen, in ihrem gesamten Heimatland zu leben und dass es keine illegale Besatzung palästinensischen Landes gibt.
(Anmerkung hepev: Na ja, träum‘ weiter… Träumen darf man.])

Wir sind immer schon hier gewesen: Das historische Recht des jüdischen Volks am Land Israel

Victor Rosenthal, Abu Yehuda, 4. August 2019

Ich rede oft vom historischen Recht des jüdischen Volks an Eretz Yisrael, dem Land Israel, zusätzlich zu unsren juristischen und moralischen Rechten. Was meine ich damit? Zuerst müssen wir das Konzept eines eigenen „Volks“ verstehen.

Mahmud Abbas hat bei vielen Gelegenheiten gesagt, dass die Juden kein Volk seien; jüdisch zu sein sei nur eine Religion. Er könnte nicht falscher liegen: Das jüdische Volk ist das Musterbeispiel eines Volkes. Mit anderen Worten: Wenn du wissen willst, was ein „Volk“ ist, wirf einen Blick auf die Juden.

Analytischer: Ein „Volk“ ist eine Sammlung von Einzelpersonen, die bestimmte Merkmale gemeinsam haben. Nicht jeder Einzelne in der Gruppe wird alle davon haben, aber je mehr von ihnen sie haben, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie als Mitglieder dieses Volkes betrachtet werden. Das sind:

  1. eine gemeinsame geografische Herkunft und eine Verbindung zu ihrer ursprünglichen Heimat
  2. ein gemeinsames genetisches Erbe
  3. eine einzigartige ererbte Sprache
  4. eine einzigartige Religion
  5. eine gemeinsame Kultur
  6. eine gemeinsame historische Erfahrung
  7. eine Selbstidentifikation als Mitglieder eines Volkes

Das jüdische Volk stammte aus Eretz Yisrael. Seine Angehörigen heirateten innerhalb der Gruppe, so dass DNA-Tests heute einen hohen Grad an genetischer Ähnlichkeit aufweisen. Sie behielten eine Vertrautheit mit ihrer uralten hebräischen Sprache, auch wenn sie aufgrund ihrer Zerstreuung andere Sprachen sprachen. Ihre Religion, das Judentum, hat sich über die Jahrhunderte in einem gewissen Maß verändert, aber ihr heiliges Buch, die Thora, ist mehrere tausend Jahre lang praktisch dieselbe geblieben. Ihre Zerstreuung schuf jüdische Subkulturen, aber alle behielten Verbindungen zu ihrer Originalkultur, selbst als sie getrennt wurden. Die historischen Erfahrungen von Juden in der Diaspora waren bemerkenswert gleich, ob sie nun in Europa, Afrika oder dem Nahen Osten waren – sie waren Außenseiter, manchmal verfolgt oder vertrieben, manchmal lebten sie friedlich, aber immer als anders gekennzeichnet und fast immer Bürger zweiter Klasse. Schließlich hatten alle von ihnen überall das starke Gefühl, dass sie Mitglieder des jüdischen Volkes sind, mit Verbindung zu Eretz Yisrael, zu dem zurückzukehren sie beteten.

Einzelpersonen können einem Volk beitreten oder es verlassen, in der Regel durch Einheirat bzw. „Ausheirat“ und indem man die Religion, die Sprache oder die Kultur des Partners annimmt. Manchmal ist ein Volk so „verdünnt“, dass es ausgelöscht, von den Völkern um es herum absorbiert wurde. Das ist der Fall mit vielen Kulturen der Antike. Wo sind unsre einst tödlichen Feinde, die Philister, heute? (Nein, die palästinensischen Araber stammen nicht von ihnen ab.) Aber das jüdische Volk behielt über Jahrtausende in der Diaspora seine genetische Eigenständigkeit, seine Religion, seine Sprache und einen Großteil seiner Kultur.

Mit der Gründung des Staates Israel in Eretz Yisrael, war das jüdische Volk in der Lage sein uralte Sprache für den Alltagsgebrauch wiederherzustellen, die verschiedenen jüdischen Subkulturen zu vereinen, die sich der langen Zeit der Diaspora entwickelten und eine Nicht-Diaspora-Kultur zu entwickeln: die Kultur eines Volkes, das in seinem eigenen Land lebt.

Eine Bevölkerung wird indigen für einen Ort genannt, von dem sie herstammt. Mitglieder der ältesten erhaltenen Gruppe, die für einen bestimmten Ort indigen ist, heißt die Ureinwohner des Ortes. Das jüdische Volk ist das älteste erhalten gebliebene Volk, das in Eretz Yisrael indigen ist und tatsächlich war das letzte indigen unabhängige politische Gebilde in Judäa die jüdisch-hasmonäische Dynastie von ca. 110 v.Chr. Von da an wurde Eretz Yisrael von einer Reihe nicht einheimischer Eroberer regiert, angefangen mit den Römern. Im siebten Jahrhundert wurde das Land von arabischen Muslimen aus Arabien erobert; später fiel es an die Kreuzfahrer, die Mongolen und verschiedene andere. 1517 wurde es von den osmanischen Türken erobert, die es 400 Jahre lang hielten. Schließlich ging es nach dem Ersten Weltkrieg in die Hände der Briten über. Die einheimische jüdische Bevölkerung nahm zu und wieder ab, war aber immer präsent, während andere kamen und gingen. Es gab nie ein „palästinensisches“ Regime. 1948 wurde der letzte Kolonisator – das britische Empire – vertrieben und ein jüdischer Staat wiederhergestellt.

Das ist bemerkenswert, sogar kaum zu glauben. In fast jedem anderen Fall sind Eingeborenen-Völker nicht in der Lage gewesen die Souveränität über ihr ursprüngliches Land wiederherzustellen – gewiss nicht in den Amerikas, Australien oder Neuseeland. Als die Briten abzogen, gab es einen Kampf um die Souveränität zwischen den Juden, die in der Zeit des Mandats das Gerüst für einen Staat entwickelt hatten, und den Arabern innerhalb und außerhalb des Landes. Die umgebenden arabischen Staaten wollten die Gegend untereinander aufteilen und die Mehrheit der palästinensischen Araber unterstützte sie dabei. Trotz dem, was manche glauben, war palästinensischer Nationalismus – anders als der breitere arabische Nationalismus – zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerte Kraft.

Die Juden schlugen die Araber zurück und gründeten einen souveränen Staat. Es war nicht so, dass sie „den palästinensischen Araber das Land wegnahmen“, denn die hatten es nie. Sie wurden schlicht an Stelle der souveränen Mächte souverän, die das Land seit 110 v.Chr. kontrolliert hatten.

Die palästinensischen Araber, die zumeist die arabischen Staaten in deren Versuch unterstützt hatten das Land zu erobern (und nebenher seine jüdischen Einwohner zu massakrieren), zahlten den Preis dafür auf der Verliererseite eines Krieges zu stehen. Einige gingen noch vor dem Krieg weg und planten zurückzukommen; einige flogen aus Angst, dass die Juden ihnen antun würden, was sie den Juden angetan hätten und einige wurden von jüdischen Kämpfern vertrieben. Die Zahlen sind umstritten, aber rund 500.000 bis 700.000 Araber verließen ihre Heime in dem Land, das zum Staat Israel wurde und ihnen wurde nicht erlaubt zurückzukehren. Eine Tragödie für sie, aber hundertfach verstärkt von den arabischen Staaten, die es ablehnten die Flüchtlinge zu absorbieren. In etwa zur selben Zeit wurden rund 800.000 Juden aus arabischen oder anderen muslimischen Ländern vertrieben oder flohen. Die meisten von ihnen gingen nach Israel, dessen jüdische Bevölkerung heute etwa zur Hälfte aus der europäischen Diaspora kam und zur anderen Hälfte aus der afrikanischen und nahöstlichen.

Die palästinensischen Araber behaupten, sie seien die eingeborenen Bewohner des Landes und dass die Juden Europäer sind, die in „palästinensisches Land“ eindrangen und es kolonisierten. Es gab aber nie ein palästinensisches politisches Gebilde und die palästinensischen Araber selbst sind relativ junger Provenienz im Land. Sehr wenige von ihnen haben Vorfahren, die vor 1830 kamen und die meisten können die ihren hier nur bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückverfolgen. Tatsächlich forderte die von der UNO übernommene Definition palästinensischer Flüchtlinge nur, dass eine Person vom Juni 1946 bis Mai 1948 im Mandat Palästina lebte und sein Heim und ihre Arbeit durch den Krieg verlor.

Palästinensische Araber haben keine einzigartige palästinensische Sprache oder Religion. Obwohl es erste Anzeichen palästinensisch-arabischen Nationalismus schon ab 1920 gab (zumeist bei christlichen Arabern), identifizierten sich die meisten palästinensischen Araber stark mit ihren Clans und etwas weniger als „Südsyrien“ zugehörig. Erst Mitte der 1960-er Jahre fingen sie an sich als „Palästinenser“ zu identifizieren. Insoweit, wie sie ein Volk genannt werden können, handelt es sich um eines, das auf die 1960-er Jahre zurückgeht und dessen einzigartige „palästinensische“ Kultur sich einzig und allein aus seiner Gegnerschaft zu jüdischer Souveränität und dem Staat Israel besteht.

Die palästinensische Behauptung, dass sie ein uraltes Volk seien, das in diesem Land verwurzelt ist, stimmt einfach nicht. Nimmt man ihr die erzählten Schnörkel, geht das in nichts anderes über als die Tatsache, dass es zwischen Jordan und Mittelmeer unmittelbar vor 1948 mehr Araber als Juden gab.

Juden sind seit biblischen Zeiten in einiger Stärke vertreten gewesen. Der jüdische Anspruch die ursprünglichen Bewohner von Eretz Yisrael zu sein wird von einer enormen Menge an historischen Beweisen unterstützt – was nicht überrascht, bedenkt man die Bedeutung und den Beitrag des jüdischen Volks zu westlicher Zivilisation über die Jahrtausende – sowie durch archäologische Beweise, die fast täglich durch neue Entdeckungen gestärkt werden.

Das ist die Grundlage des historischen Anspruchs des jüdischen Volks an Eretz Yisrael. Sie ist zudem Teil des Arguments für die juristischen Reche des jüdischen Volks, sowohl als Nutznießer des Mandats als auch als natürliche Erben des Entkolonisierungsprozesses. Aber das ist eine andere lange Geschichte.

Israelisch-deutsche Beziehungen: Kein Raum für Ambivalenz

Es scheint so, dass viele Deutsche es vorziehen radikal antiisraelische Schritte als nicht antisemitisch, sondern als „Kritik an der israelischen Regierungspolitik“ zu betrachten. Die scheidenden Regierung konfrontierte Berlin in der Sache und Israel darf nicht dazu schweigen, dass das so weiter geht.

Eldad Beck, Israel HaYom, 7. August 2019

Die wichtige Entscheidung des deutschen Parlaments vor ein paar Wochen die Bewegung für Boykotte, De-Investitionen und Sanktionen als antisemitisch zu kennzeichnen, hat paradoxerweise die scheinheilige Vorgehensweise offenbart, die von gar nicht so wenigen deutschen Instanzen bezüglich Israels und den Juden vertreten wird.

Es stimmt, die Entscheidung des Bundestags deutet scheinbar das Gegenteil an, da sie einen historischen Präzedenzfall setzte, indem sie die BDS als antisemitisch erkannte und die öffentlichen Instanzen aufforderte sie nicht zu finanzieren oder mit ihr zu kooperieren.

Das mag wie eine tiefe Verpflichtung für den Kampf gegen Antisemitismus erscheinen, aber was unmittelbar nach dem Beschluss geschah, offenbart eine problematische Realität: eine gut organisierte öffentliche, politische und Mediendruck-Kampagne, die darauf abzielte die Entscheidung des Bundestages als Verletzung der freien Meinungsäußerung darzustellen und Abgeordnete zu drängen sie zu kippen oder zumindest wegzusehen, wenn sie nicht aufrecht erhalten wird.

Viele in der deutschen Elite – der akademischen wie der kulturellen – sind zusammengekommen, um die Entscheidung zu bekämpfen, aber die prominentesten Stimmen hier sind die von Juden und Israelis: Akademiker, Künstler und sogar ehemalige Diplomaten.

Der dadurch zugefügte schaden ist klar. Immerhin: wenn Israelis und Juden selbst behaupten, dass die BDS-Bewegung neu „eine legitime Form der Kritik an der israelischen Besatzungspolitik“ ist, warum sollten ausgerechnet von allen Nationen die Deutschen die BDS-Bewegung als antisemitisch verurteilen?

Das führt natürlich zu einer etwas antisemitischen Darstellung von Juden, die Israel unterstützen, da sie von manchen in den deutschen Medien als zwielichtige Charaktere dargestellt werden, die zweifelhafte Methoden einsetzen, um deutschen gewählten Repräsentanten pro-israelische Politik zu diktieren. Schlimmer noch: Sie nötigten diese gewählten Vertreter unnötigerweise einen Sonderbeauftragten zu wählen, der Antisemitismus bekämpft. Warum unnötigerweise? Weil Deutschland eindeutig frei von Antisemitismus ist.

So haben verschiedene deutsche Offizielle keine Probleme damit antiisraelische Einträge in sozialen Medien zu „liken“ oder Jesus mit palästinensischen Flüchtlingen gleichzusetzen und warum deutsche Botschafter  kein Problem darin sehen sich auf die Seite von Organisationen zu stellen, die Israel nicht anerkennen oder den jüdischen Staat mit Nordkorea auf eine Stufe zu stellen.

Und warum auch nicht? Das ist kein Antisemitismus – es ist schlicht „Kritik an der israelischen Regierungspolitik“.

Letzte Woche erklärte der deutsche Bischof Hans-Jürgen Abromeit, dass Deutschland wegen des Holocaust unter „Überidentifikation“ mit Israel leidet.

Der Bischof betet ein eingegrabenes Konzept nach, gemäß dem Israel und Juden eine Last sind, von der Deutschland sich schlicht nicht befreien kann; eine dauerhafte Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit, die es den Deutschen nicht erlaubt die „problematischeren“ Episoden ihrer Geschichte hinter sich zu lassen.

Abromeit glaubt, dass Schuld, religiöse Gefühle und politische Haltungen miteinander zu vermischen zu Lasten der Palästinenser geh t und Deutschland daher aufhören muss Israel so absolut zu unterstützen.

Aber Deutschland unterstützt Israel nicht absolut. Im Gegenteil, es ist eine Brutstätte antiisraelischer Aktivitäten.

Israel schweigt schon zu lagen zu diesem Thema, aber die scheidende Regierung konfrontierte Berlin. Im Treffen von Premierminister Benjamin Netanyahu mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Jerusalem im Oktober legte er ihr eine detaillierte Liste deutscher Hilfe für antiisraelische Organisationen und Aktivitäten vor.

Das bedeutet nicht, dass Israel seine soliden Beziehungen zu Deutschland aufgeben sollte, sondern diese Beziehungen müssen frei von Zweideutigkeiten sein.

Video: Archäologische Funde in der Davidstadt

Phil Schneider, Israel Unwired, 9. August 2019

Was ist der bester Beweis dafür, dass die Juden das indigene Volk im Land Israel sind? Historiker werden sich oft all die Aufzeichnungen aus der gesamten Geschichte ansehen, die belegen, dass die Menschen Jahrtausende lang in einem bestimmten Gebiet lebten. Natürlich kann man über die Wirksamkeit dieser Aufzeichnungen diskutieren. Aber es gibt einen Aspekt historischer Belege, der mehr Gewicht als fast alle anderen Formen historischer Beweise hat – die Archäologie.

Archäologische Grabungen sprenkeln das gesamte Land Israel. Aber das Kronjuwel aller Archäologische im Land Israel ist alles, was nur einen Steinwurf vom Tempelberg entfernt liegt. Eigentlich eine ganze Stadt – die antike Stadt Jerusalem wird aus der Erde geholt. All die antiken Fußwege und Wasserzisternen für die Altstadt werden jeden Tag entdeckt. Das sind aber nicht nur einfach irgendwelche Straßen. Es sind die Straßen von König David und König Salomo von vor 3.000 Jahren, als das jüdische Volk – Millionen davon – lebte und Jerusalem besuchte, dessen Epizentrum der Tempelberg ist.

Wie können wir wissen, dass diese ausgegrabenen Straßen von König David sind? Wegen der Münzen, Amulette, Scherben und zahllosen Entdeckungen, die auf diese Periode verweisen. Die Skeptiker werden jedem archäologischen Fund gute Fragen zuwerfen. Aber jeder ehrliche Mensch wird die einzige logische Schlussfolgerung ziehen: Es gibt Zufälle, aber zu viele Zufälle können kein Zufall sein.

Die archäologischen Funde der Davidstadt sind top aktuelle historische Beweise der jüdischen Verbindung zum Land Israel.