Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (25. Juni – 1. Juli 2017)

Sonntag, 25. Juni 2017:

Die Hamas schloss sich den Quds-Hassbotschaften des Iran an: Ein Sprecher der „Al-Quds-Brigaden“ (der „militärische“ Zweig der Hamas) forderte die Araber und „die islamische Nation“ auf die internen Kämpfe zu beenden und daran zu arbeiten das „Krebsgeschwür der zionistischen Besatzung“ zu eliminieren. Der „heldenhafte“ Kampf der „Palästinenser“ zur Vorbereitung der „Befreiung“ von „Palästina“ müsse endlich unterstützt werden. Ein anderer Hamasnik behauptete Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee würden brutal angegriffen und es gebe „schon mehrere Opfer, die gestorben“ seien. Und das nur wenige Tage, nachdem einer der obersten Führer der Hamas behauptet hatte, man wäre nicht an einer Eskalation mit Israel interessiert…

Anlässlich des Internationalen Tages der Unterstützung von Folteropfern 2017 lässt die PA „wissen“, dass mehr als eine Million PalAraber Folter durch Israel erlitten hätten. Sie können nicht anders, sie müssen immer und überall die größten, meisten, heftigsten und am schlimmsten betroffenen Opfer sein, egal, wie sehr sie dafür lügen müssen.

Video: Israel, Jerusalem und Ramadan-Freitage

The Zionist Federation hat auf  twitter das Video einer Jerusalemer Stadträtin eingestellt, die erklärt, was an Ramadan-Freitagen am Übergang Qalandiya zwischen den PA-Gebieten und Jerusalem abgeht:

Dies ist der Übergang Qalandiya.
Der Übergang Qalandiya ist der Ort,
an den die Bürger aus den nördlichen Städten der PA
wie Ramallah, Jenin, Kalkilia kommen,
um nach Jerusalem überzuwechseln.
Ich bin hier, weil heute der dritte Freitag des Ramadan ist
und es hier eine enorme Anzahl der Busse gibt,
die vom Verkehrsministerium und den Verkehrsplanern
der Stadt Jerusalem geschickt wurden,
um die Menschen vom Übergang zum Tempelberg zu bringen.
Und das ist eine wichtige Botschaft, die der Welt erzählt werden muss,
denn wir werden häufig beschuldigt den Status quo
auf dem Tempelberg zu verändern,
die freie Religionsausübung nicht gestatten,
aber genau das Gegenteil ist der Fall.
Israel ist das einzige Land der Welt,
das wahre Religionsfreiheit hat.
Aber wir haben nicht nur Religionsfreiheit,
wir ermöglichen die freie Religionsausübung auch aktiv.
Heute werden hunderte Busse zehntausende
palästinensischer Männer, Frauen und Kinder,
zum Gebet zu ihrem Fest auf dem Tempelberg fahren.
Was wir sehen sollten, ist, dass Religion als Teil der Lösung
gesehen werden sollte und nicht als das Problem.
Mein Name ist Fleur Hassan Nahoum
und ich bin eine sehr stolze Stadträtin von Jerusalem.

10 Fotos dieser Woche in Jerusalem

The Real Jerusalem Streets, 21. Juni 2017

Ich liebe einen Tag, an dem das Wetter die Top-Nachrichten sind.

Als gestern Abend die Sonne unterging, kamen kühle Winde über die Stadt.
Ich glaubte, mein Objektiv sei schmutzig,

doch es waren nur Wolken über der Stadt.

Als es dunkler wurde, zogen noch mehr Wolken

über die Montefiore-Mühle und das King David Hotel.

Bis zum Nachmittag hatten sich die meisten Wolken verzogen
und es waren wieder sonnig-warme Straßen und ein normaler Junitag.

Eine großartige Zeit, um hinauszugehen und die judäische Berglandschaft zu genießen.

Dieser Anblick findet sich nur wenige Minuten von der Malha-Mall

und wurde von diesem hübschen Garten aus aufgenommen.

Die (für manche) aufregendste Veranstaltung dieser Woche war ein Besuch
von 18 Mitgliedern der „Hall of Fame“ des American Football.

Willie Lanier von den Kansas City Chiefs
trug am Ende seines Besuchs Jerusalem auf seiner Mütze.
sie passt gut mit seinem Hall of Fame-Hemd aus Canton in Ohio zusammen.

Tausende versuchten ihre Lieblings-Sportstars
zu treffen und zu fotografieren.
Mir wurde gesagt, das ich Joe Montana nur um Sekunden verpasst hätte.

Nun gut.

Das war immer noch besser als in der Hitze im Freien
am israelischen Außenministerium an der Sicherheitskontrolle zu warten.

Das Simon Wiesenthal Center und
die Konrad-Adenauer-Stiftung Israel veranstalten dort eine Pressekonferenz
zu digitalem Terrorismus und Hassreden im Internet.

Ich fürchte, Sie werden in naher Zukunft
mehr von dieser Echokammer hören,
weil Cyber-Terrorismus nach neuen Möglichkeiten für Angriffe suchen.

Am nächsten Tag fand

die Eli Hurvitz-Konferenz zu Wirtschaft und Gesellschaft statt,
veranstaltet vom Israel Democracy Institute;
wir hörten dort, dass Israel, die „Start-up Nation“, weltweit bezüglich auf Rang 52,
was die Leichtigkeit der Eröffnung eines Geschäfts angeht, liegt.

Veränderungen muss es beim Steuerwesen, Regulierung und Bürokratie geben,
damit Israel auf die nächste Stufe kommt,
die als „Nation der Innovation“ bekannt ist.

Nach zwei Tagen drinnen war es gut wieder rauszukommen.

Unser örtlicher Bunker bekam einen dringend nötigen Anstrich.

Dieses neue Schild wurde für Beit Avi Chat angebracht.
Die für den Kindersommer geplanten Programme werden angeführt,
aber dieses informiert uns darüber, dass der 6. Juli Leila Lavan sein wird,
eine laute Sommer-Musikparty, die die ganze Nacht dauern wird.

Mekudeschet, ein Festival, das hart an der Integration von Kulturen arbeitet,
plant ebenfalls eine lange Liste an Veranstaltungen für diesen Sommer.

Wenn Sie sich an das Foto erinnern, das ich vom Mamilla-Hotel postete,

dort gibt es jetzt eine vierte Banner-Flagge am Gebäude.

Die Makkabiade 2017 wird Zehntausende
internationaler jüdischer Athleten nach Jerusalem in Israel bringen.

All das ist erstaunlich.

Besonders, wenn man anhält und nachdenkt:

Über all die Orte oben,
vom Bunker bis zu den Bergen,
waren vor nicht allzu vielen Jahren
bis auf Felsen noch größtenteils leer und öde.
Und die Mamilla Mall sowie das Mischkanot-Schaananim
waren gefährliche Gebiete, in denen nur die Ärmsten der Armen wohnten.

Foto: Vorgestern wurde eine Kollegin ermordet…

… und zwei weitere liegen im Krankenhaus, aber sie hilft trotzdem wieder einem blinden Araber den Weg zu finden (gefunden auf Facebook):

Ach übrigens: Nicht nur, dass die „Besatzerin“ dem Araber hilft. Sie sieht auch weder wie eine aus Europa gekommene, rassendiskriminierende Kolonisatorin – und genauso wenig, als würde sie rassendiskriminiert.

Der Hamas-Sieg und die unvorhersehbare Vergangenheit

Dr. Joel Fishman, Editorial, Makor Rishon, 3. Februar 2006 (direkt vom Autor)

Premierminister Ariel Sharon erklärte einmal: „Die Zukunft ist mehr oder weniger bekannt, aber die Vergangenheit ist unvorhersehbar.“

Diese Stellungnahme sollte auf gewisse Gesellschaften zutreffen, die ihre Geschichte umschreiben, wie die Sowjetunion ab 1956, nachdem Chruschtschow Stalins Verbrechen offenlegte. Offizielle Historiker begannen die Geschichte der Stalin’schen Ära umzuschreiben, aber als sie anfingen Mitglieder der herrschenden Elite damit in Verbindung zu bringen, die seine kriminellen Komplizen gewesen waren, wurden sie abrupt gestoppt. Hier war das Schreiben der Geschichte nicht nur unvorhersehbar, es konnte ausgesprochen gefährlich sein. Sharon mag die Zukunft gekannt haben, aber er seine Geheimnisse mitgenommen. Daher muss der Rest von uns sein Bestes tun die Gegenwart und ihre interessanten Überraschungen zu verstehen. Eine davon ist der überwältigende Sieg der Hamas in den kürzlich erfolgten Wahlen der palästinensischen Autonomie. Dieser Sieg, der als Schock kam, bezeichnet die Errichtung eines weiteren radikalislamischen Regimes in der Region, zusätzlich zu dem des Iran und des Südlibanon unter der Herrschaft der Hisbollah.

Wir müssen nun fragen, ob solch ein autoritäres Regime friedliche Beziehungen zu einer Demokratie, nämlich Israel, haben kann. Um das zu tun, muss man das als Vergangenheit bekannte fremde Land besuchen. Obwohl dies bei einigen unserer Leser Ungeduld verursachen wird, sollte man sich erinnern, dass Israels Feinde ein gutes Verständnis für die Geschichte haben und ihre langfristigen Strategie entsprechend auf der Grundlage dessen planten, was sie als den rechtmäßigen Platz des Islam in der Welt betrachten.

Der Staat Israel sieht sich nun mit einem benachbarten Ministaat konfrontiert, dessen Führer der Ideologie der Muslimbruderschaft anhängen. Obwohl die Hamas durch mehr oder weniger freie Wahlen an die Macht kann, machen Wahlen per se keine Demokratie aus. Das Prinzip, nach dem Fatah wie Hamas regieren, ist Angst und Terror, angewendet von innen heraus wie von außen. Die Fatah war ihrerseits in der Lage diese Realität herunterzuspielen, weil ihre Führer wussten, wie Terror durch Stellvertreter ausgeübt und dann von ihr geleugnet werden konnte. Sie waren in der Lage die richtigen Worte zu reden, internationale Anerkennung zu erlangen und die öffentliche Meinung zu manipulieren. Sie trugen elegante Anzüge, aßen von Geschirr und konnten einen Drink in der Hand halten. So lange die PA-Führer dieses Spiel spielten, war der Westens bereit und willens bezüglich ihrer Korruptheit und gesetzlosen Herrschaft ein Auge zuzudrücken. Im Gegensatz dazu täuscht die Hamas nichts derartiges vor.

Um das Problem einschätzen zu können, müssen wir uns an eine Stellungnahme von Lord Russell erinnern: „Das Wichtigste an einer Organisation oder einer Bewegung ist der Zweck, dessentwegen sich die Personen organisieren.“ Die Hamas hat der eigenen Öffentlichkeit gesagt und der gesamten Welt gegenüber proklamiert, dass ihr Ziel die Befreiung ganz Palästinas vom Mittelmeer bis zum Fluss (Jordan) ist. Im Gegensatz zum vorherrschenden Denken im Westen betrachtet die Hamas den Rückgriff auf Krieg als legitimes Mittel staatlicher Politik. So gibt es, trotz Israels echtem Verlangen nach Frieden, bewisse rote Linien, die nicht überschritten werden können. Weil er diese einfache Wahrheit verstanden hat, erklärte der amtierende Ministerpräsident Olmert am Donnerstag, dem 26. Januar, dass die Hamas kein „Friedenspartner“ sein könne.

Es ist höchst zweifelhaft, ob ein demokratischer Staat mit einem Regime Frieden schließen kann, das von einer fundamental-islamischen Massenbewegung mit Einparteien-Vorzeichen geführt wird. Diese wichtige Diskussion stammt aus dem 18. Jahrhundert. 1775 empfahl Edmund Burke, konservativer britischer Denker, dass England die Unabhängigkeit der amerikanischen Kolonien anerkenne, weil die Meinungsverschiedenheiten materiell waren und durch Kompromiss beigelegt werden konnten. 1796 jedoch favorisierte Burke Krieg gegen Frankreich, weil es einen Konflikt der Ideologien gab, den er als ernste Bedrohung Englands betrachtete. Er erklärte: „Wir befinden uns im Krieg mit einem System, das seinem Wesen nach für alle anderen Regierungen schädlich ist und Frieden oder Krieg macht, wie diese am besten zum Umsturz beitragen.“ Eineinhalb Jahrhunderte später, am 5. Oktober 1938, erklärte Winston Churchill in seiner berühmten Rede gegen das Münchener Abkommen in gleich Weise: „Es kann nie Freundschaft zwischen der britischen Demokratie und er Nazimacht geben, der Macht, die christliche Ethik verächtlich zurückweist und ihren weiteren Kurs durch barbarisches Heidentum bejubelt, das des Geistes der Aggression und Eroberung brüstet,… und mit erbarmungsloser Brutalität die Androhung mörderischer Gewalt benutzt.“ Nach derselben Logik misstraute Churchill Stalin, während Franklink D. Roosevelt hoffte, dass, wenn er Vertrauen zeigte, er den sowjetischen Führer zu seinem „Partner für Frieden“ machen könne. Am Ende hatte Churchill recht und Roosevelt lag falsch. Churchill verstand die Grenzen einer Beziehung zwischen Demokratien und totalitären Regimen.

Viele Kritiker haben den Erfolg der Hamas Israels Abzug aus dem Gazastreifen zugeschrieben, den der palästinensische Wähler als Zeichen der Schwäche und Maßnahme durch die Effektivität des Terrors interpretiert haben könnte. Diese Erklärung ist nur teilweise richtig. Die wirklich dem zugrunde liegende Entwicklung ist gewesen, dass die Hamas sich bewaffnet und so organisiert hat, dass sie Krieg gegen Israel führen konnte. Aber zusätzlich erhielt die Hamas wertvolle Dienste von gut meinenden, aber fehl geleiteten Freunden. Die Clinton-Regierung zwang Yitzhak Rabin dazu 415 militante Hamas-Mitglieder wieder ins Land zu lasen, die er am 17. Dezember 1992 in den Libanon ausgewiesen hatte. Dazu agitierten Uri Avnery und Mitglieder der israelischen radikalen Linken zu ihren Gunsten. Es sollte in Erinnerung bleiben, dass die Regierung Rabin kurz nach dieser politischen Niederlage die Oslo-Vereinbarungen einging, die PLO aus Tunesien zurück brachte und ihr eine territoriale Basis gab, die sie nutzen konnte, um gegen Israel Krieg zu führen sowie die Gelegenheit eine Allianz mit der Hamas zu schmieden. Nach Oslo war es nur eine Frage der Zeit, bis die Feinde Israels sich organisiert hatten.

Eine zweite Erklärung für den jüngsten Hamas-Erfolg ist, dass die palästinensische Wählerschaft einfach die Fatah wegen ihrer Gesetzlosigkeit und Korruptheit abwählte. Bedauerlicherweise haben einige israelische Führer zu diesem Ausgang beigetragen. Vor mehr als einem Jahrzehnt erklärte der verstorbene Premierminister Yitzhak Rabin, dass er eine palästinensische Autonomiebehörde wollte, die den Terror „ohne einen Obersten Gerichtshof, Betselem [Israels irgendwie linksaußen angesiedelte Menschenrechtsorganisation] und Liberale mit blutendem Herzen bekämpfen würde“. Sein Wunsch wurde erfüllt und für viele Palästinenser bilden die heutige Korruptheit und die allgemeine Gesetzlosigkeit der PA einen Teil von „Rabins Erbe“. Am Ende könnte es eher langfristiges Interesse Israels gewesen sein, wenn die Palästinenser eine bessere Regierung gehabt, sich Menschenrechten erfreut und in Rechtsstaatlichkeit gelebt hätten.

Im Licht der interessanten Gegenwart mag sich unser Blick auf die Vergangenheit in unvorhersehbarer Weise ändern. Die derzeitige Krise kann direkt auf Oslo zurückgeführt werden und es mag ein ernster Fehler gewesen sein die PLO-Führung zurück auf diese Seite des Mittelmeers zu bringen. Wenn man weiter zurückgehen will, könnte man argumentieren, dass die PLO 1982 nach Tunis zu schicken, eine exzellente Idee gewesen sei, selbst wenn es damals verurteilt wurde. Weiterhin sollte klar sein, dass der so genannte „Friedensprozess“ keinen Frieden brachte. Man muss nur die Stellungnahmen der Hamas lesen, um zu wissen, dass es so ist.

Was die Frage der mehr oder weniger bekannten Zukunft angeht, so ist es nur eine Frage der Zeit, bevor die aufgeklärten Nationen der Welt beginnen werden Israel unter Druck zu setzen, mit der Hamas klar zu kommen. Wenn jedoch diese Länder ihre Politik keiner Korrektur unterziehen, dürften sie sich einer ähnlichen Situation gegenüber sehen, wie Israel sie heute hat: In der Hoffnung als letzte gefressen zu werden, werden auch sie eine Mahlzeit des hungrigen Krokodils sein.