Jerusalem früher und heute (15)

BAC.org – Cinemathek

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Soldaten der Scots Guard (dem schottischen Bataillon in der britischen Armee) marschieren nach ihrer Ankunft in Eretz Yisrael am 5. Oktober 1936 durch die Straßen von Jerusalem.

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Die Scots Guard am selben Tag an anderer Stelle:

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PA prügelt blindlings auf „imaginären Tempel” der Juden ein

Nissan Ratzlav-Katz, IsraelNationalNews.com, 25. September 2008

Die von PLO/Fatah-Chef geführte palästinensische Autonomiebehörde bemüht sich wieder darum die muslimische Leugnung der jüdischen Verbindung zu Jerusalem zu popularisieren, besonders die zum Ort der beiden jüdischen Tempel. Die PA-Ansprüche setzen sich sowohl über alle archäologischen Beweise hinweg, als auch über die Geschichte Jerusalems, wie sie von den meisten maßgeblichen muslimischen Quellen bestätigt werden.

Nach Angaben von Itamar Marcus und Barbara Crook von der Organisation Palestinian Media Watch haben Sendungen des von der Fatah kontrollierten Fernsehens ein Musikvideo beworben, das „jegliche historische Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und Jerusalem abstreitet“. Aufbauend auf der Leugnung jüdischer Rechte in Jerusalem und er Behauptung, dass der Tempelberg „unser“ ist, d.h. den Muslimen gehört, erklärt PMW: „Die Zeilen wiederholen die palästinensische Erfindung, dass Israel plane die Al-Aqsa-Moschee zu zerstören, die daher geschützt werden müsse.“

Das Video erschien am 23. September 2008 im PA-TV; wie PMW es übersetzt, beinhaltet es die Zeilen: „Oh [Söhne] Zions, egal, wie sehr ihr grabt und egal, wie viel ihr zerstört, euer imaginärer Tempel wird nicht entstehen, Al-Aqsa gehört uns. Al-Aqsa gehört uns, oh Muslime, Al-Aqsa gehört uns.“ In der Folge, sagt PMW, wird ein neuer Saladin gefordert, der muslimische Eroberer Jerusalems im Jahr 1187.

Marcus und Crook erklären, dass das Video sowohl im Fatah- wie im Hamas-Fernsehen „mit Unterbrechungen während der letzten 18 Monate lief und Teil einer anhaltenden Hass-Kampagne gegen Israel. Die Kampagne streitet die historische Tatsache der Verbindung zwischen dem jüdischen Volk, Jerusalem und dem Tempelberg ab, während sie [gleichzeitig] Hass und Angst einflößen, indem sie vorgeben, dass die heilige Stätte des Islam, wie auch seine Anhänger in großer Gefahr sind.“

Muslimrat von Jerusalem: Tempel in Jerusalem „unumstritten“

In völligem Gegensatz zu den von der PA heute aufgestellten Behauptungen, berichtete Israel National News dieses Jahr, erklärt ein vom obersten Muslimrat (der Waqf) von Jerusalem 1925 veröffentlichter Reiseführer zum Tempelberg: „Seine Identität mit dem Ort von Salomos Tempel ist unumstritten. Die Identität des Ortes mit Salomos Tempel ist unumstritten. Dies ist auch nach universellem Glauben die Stelle, auf der ‚Und David baute dort dem HERRN einen Altar…“

Zusätzlich bezieht sich die Broschüre auf das unterirdische Gebiet in der Südost-Ecke des Berges, die es Salomos Ställe nennt. „Über die Geschichte der Kammer selbst ist wenig bekannt“, heißt es in dem Reiseführer. „Sie stammt wahrscheinlich sogar aus der Zeit des Baus von Salomos Tempel. Nach Angaben von Josephus gab es sie bereits als Zufluchtsort der Juden zur Zeit der Eroberung Jerusalems durch Titus im Jahr 70 n.Chr. und wurde so genutzt.“

Mohammed, Gründer des Islam: Der Tempel ist in Jerusalem

In den gesamten religiösen, Verhaltens- und doktrinären Gesetzbüchern, von denen die Muslime glauben, dass sie von Mohammed oder seinen unmittelbaren Gefährten überliefert wurden und als Hadithe bekannt sind, wird Jerusalem auf Arabisch Bayt al-Makdis genannt. Der Begriff ist eine arabische Übersetzung des hebräischen Bait HaMikdasch, was auf Deutsch „der Tempel“ bedeutet.

Jerusalem wird jedoch in der Hauptschrift des Islam, dem Koran, nicht namentlich erwähnt. Muslim-Apologeten stellen allerdings oft eine Beschreibung einer mystischen Reise Mohammeds zur „weitest entfernten Moschee“ heraus, von der sie behaupten, dass das die Al-Aqsa-Moschee ist, die sich derzeit auf dem Tempelberg in Jerusalem befindet.

Der Haditah, der weitere Einzelheiten der mystischen Reise beschreibt, nennt allerdings Jerusalem als Ort des jüdischen Tempels. Die Hadithe-Sammlung Sahih Muslim erklärt: „Der Botschafter Allahs (Friede sei mit ihm) sagt: Mir wurde al-Buraq gebracht, ein weißes und langes Tier, größer als ein Esel, aber kleiner als ein Maultier, der seinen Huf so weit setzte, wie man sehen kann. Ich stieg auf und kam zum Tempel (Bait al-Maqdis in Jerusalem) und band ihn dann an den Ring, den die Propheten benutzten.“ Bis heute nennen die Muslime die Westmauer „al-Buraq-Mauer“.

Archäologische Beweise: Die Tempel standen in Jerusalem

Archäologische Funde der letzten Jahre in und um Jerusalem haben physische Beweise für die Geschichte geliefert, wie sie von den frühesten jüdischen, christlichen und muslimischen Quellen dargestellt wird. Hier einige Beispiele:

* 2005 entdeckten Forscher nach sorgfältiger archäologischer Arbeit auf der Schutthalde eines illegalen Waqf-Bauprojekts auf dem Tempelberg: ein Münze aus der Zeit des ersten Aufstandes gegen die Römer, der der Zerstörung des Zweiten Tempels voraus ging und den Satz „Zur Erlösung Zions“ trägt; eine in das Fragment eines Kruges gemeißelte Inschrift der Zeit des Ersten Tempels mit den alten hebräischen Buchstaben heh, ayin und kof; ein Siegel mit einem Stern mit fünf Spitzen und alten hebräischen Buchstaben, die das Wort „Jerusalem“ zwischen den Spitzen trägt; eine Münze von Alexander Jannaeus; eine scythisch-iranische Pfeilspitze des Typs, wie er von der babylonischen Armee des Nebukadnezar benutzt wurde, die 586 vor unserer Zeitrechnung den Ersten Tempel zerstörte; und einiges mehr.

* 2005 entdeckte ein Archäologe der Hebräischen Universität ein Tonsiegel, das auf die Zeit um 580 vor unserer Zeitrechnung datiert und den Namen Yehuchal Ben-Schelemja trägt, der als königlicher Botschafter und Minister identifiziert wird, den König Zedekia zum Propheten Jeremia sandte (in den Kapiteln 37 und 38 des Buches Jeremia in der Bibel).

Einige Jahre früher wurde an derselben Grabungsstätte ein weiteres königliches Siegel aus der Periode um 580 vor unserer Zeitrechnung gefunden. Es trug den Namen Gemarja, Sohn von Schafan, der ebenfalls im Buch Jeremia als einer der höchsten Beamten am Hof von König Zedekias Vorgänger, König Jojakim, erwähnt wird. Ein weiteres, unter Dutzenden anderer gefundenes Siegel trägt den Namen Asarja ben-Hikija, Mitglied einer priesterlichen Familie, der nach Angaben von 1. Chronik 9,10 vor der Zerstörung Jerusalems im Tempel diente.

* Im Mai 2007 entdeckten Archäologen eine Reihe von Siegeln und Siegelringen aus der Zeit der biblischen Könige David und Salomo; sie wurden in der Davidstadt, unterhalb der Altstadt Jerusalems, ausgegraben.

* Im Januar 2008 entdeckten Archäologen ein Steinsiegel, das auch den Namen Temach trug, einer Familie, deren Mitglieder Diener der Zeit des Ersten Tempels waren, nach Babylon ins Exil mussten und dann nach Jerusalem zurückkehrten. Das Siegel wurde in der Nähe der Altstadtmauern am Misttor gefunden. Das Buch Nehemia (Kapitel 7) nennt die Familie Temach namentlich.

* Im März 2008 wurde in der Davidstadt eine Münze des Zweiten Tempels gefunden, wie sie in dieser turbulenten Zeit Tempels genutzt wurde, um die biblische Kopfsteuer von einem halben Schekel zu bezahlen.

* Im August 2008 gruben Archäologen einen völlig intakten Siegelabdruck aus, der den Namen eines weiteren Ministers von König Zedekia trug, Gedalja, Sohn des Paschhur; das geschah nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der drei Jahre vorher das Siegel von Yehuchal Ben-Selemja gefunden wurde.

Foto der Woche: Am Yisrael Chai

The Jewish Press, 19. August 2016 (Fotos: Yonatan Sindel/Flash90)

Meir und Katia Pawlowski bei ihrer Hochzeitszeremonie in der Altstadt Jerusalems, 17. August 2016.
Meir Pawlowski wurde bei einem Terroranschlag in Kiryat Arba vor einem Jahr lebensgefährlich verletzt – und überlebte.

Mazel tov dem glücklichen Paar.

 

Jerusalems Internationale Kunst- und Handwerksmesse

The Real Jerusalem Streets, 24. August 2016

Egal, wie man es buchstabiert,
Khutsot HaYotser oder Hutzot HaYoser,

die jährliche Jerusalemer Kunst- und Handwerksmesse
ist ein riesiges Ereignis zum Ende des Sommers in Jerusalem (Israel).

Es füllt den Mitchell-Garten,

mit einer gewaltigen Bühne und Sitzplätzen am Sultansteich,

und geschäftigen Gassen in der Künstlerkolonie.

Kommt man vor dem Sonnenuntergang an,

ist im Hintergrund der Davidturm zu sehen

über den Buden, in denen 200 lokale Künstler
ihre Arbeiten zum Verkauf anbieten.

Seit mehr als 40 Jahren

zeigt eine nächtliche israelische Familen-Spaßtradition

eine weite Bandbreite an Künsten.

In einem umfangreichen Gastronomiebereich

ist es schwer NICHT etwas Ungewöhnliches Neues zu Essen zu finden.

Aus Glas und Holz, Leder und Keramik und Metall
werden beliebte Handwerksartikel angeboten.

Dieses Jahr wurden Workshops des Projekts Bezalel „White House“ angeboten,

organisiert von der Bezalel Kunst- und Design-Akademie;
man hatte Gelegenheit von talentierten Studenten der
Designerschule zu lernen und ihre Werke zu kaufen.

Aber dieses Festival ist auch international,
es hat Aussteller aus Argentinien und Armenien,

bis Usbekistan und Zimbabwe,

dazwischen Madagaskar

und Mexiko,
dazu Tadschikistan und Turkmenistan.

Eine von mehreren Buden für chinesische Waren,

an denen für Fotos gelächelt wurde,

während ein Lama für Peru Wache stand.

Diese koreanischen Puppen waren farbenfroh und zart.

Speziell für Kinder gemachte Unterhaltung

und einige Shows, die zu erklären zu kompliziert wäre,

fanden nach Einbruch der Dunkelheit und bis weit in die Nacht hinein statt.

Zusätzlich

füllten jede Nacht beliebte israelische Musicalaufführungen
die riesige Bühne am Sultansteich.
Jeden Abend feierten zehntausende Israelis
das Ende des Sommers in Jerusalem (Israel) auf der Messe.

1948, Israel und die Palästinenser – die wahre Geschichte

Ephraim Karsh, Commentary Magazine, 1. Mai 2008

Sechzig Jahre nach seiner Gründung durch einen international anerkannten Akt der Selbstbestimmung bleibt Israel der einzige Staat der Welt, der ständigen Ausbrüchen der absonderlichsten Verschwörungstheorien und Mordvorwürfen ausgesetzt ist; dessen Politik und dessen Handeln von der internationalen Gemeinschaft verurteilt wird und dessen Existenzrecht ständig diskutiert und angegriffen wird – nicht nur von seinen arabischen Feinden, sondern auch von Teilen der fortschrittlichen Meinung im Westen.

Im Verlauf ungefähr des letzten Jahrzehnts ist die tatsächliche Eliminierung des jüdischen Staates für viele dieser gebildeten Westler eine cause célèbre geworden. Die „Ein-Staaten-Lösung“, wie sie genannt wird, ist eine euphemistische Formel, die die Ersetzung Israels durch einen einzigen Staat vorschlägt, der theoretisch das ganze historische Palästina umfasst, in dem die Juden auf den Status einer ständigen Minderheit reduziert werden wird. Nur dies, heißt es, kann die „Ursünde“ der Gründung Israels wieder gut machen, das (in den Worten eines Kritikers) „auf den Ruinen des arabischen Palästina“ statt fand und durch die gezielte und aggressive Enteignung der eingeborenen Bevölkerung erreicht wurde.

In der Tat formt diese Behauptung der vorsätzlichen Enteignung und der die konsequente Schaffung der lange bestehenden palästinensischen „Flüchtlingsproblem“ der zentrale Programmpunkt in der von Israels angeblichen Opfern und ihren westlichen Unterstützern aufgedrückten Liste der Einzelheiten. Es handelt sich um einen Vorwurf, kaum ohne Widerspruch erhoben wurde. Bereits Mitte der 1950-er Jahre nahm der angesehene amerikanische Historiker J.C. Hurewitz[i] eine systematische Zurückweisung vor; seine Erkenntnisse wurden später von Generationen an Forschern und Autoren in aller Ausführlichkeit bestätigt. Selbst Benny Morris, der einflussreichste israelische Revisionist unter den „neuen Historikern“ und jemand, der alles unternimmt, um Israels „Ursünde“ festzustellen und zu vertreten, stellte zähneknirschend fest, dass es keinen „Plan“ zur Vertreibung der palästinensischen Araber gab.[ii]

Die vor kurzem erfolgte Freigabe von Millionen Dokumenten aus der Zeit des britischen Mandats (1920-1948) und der frühen Tage Israels – Dokumente, die von früheren Generationen von Schreibern nicht berührt und ignoriert oder von den „neuen Historikern“ verdreht wurden – malen ein weit entschiedeneres Bild der historischen Abläufe. Sie offenbaren, dass die Behauptung der Enteignung nicht nur völlig ohne Grundlage, sondern das Gegenteil die Wahrheit ist. Was folgt, gründet auf neuen Untersuchungen dieser Dokumente, die viele Fakten und Daten enthalten, die bisher nicht berichtet wurden.

Weit entfernt davon unglückliche Objekte eines raubtierhaften zionistischen Überfalls zu sein, waren es palästinensisch-arabische Führer seit den frühen 1920-er Jahren, die sehr gegen die Wünsche ihrer eigenen Bevölkerung eine unbarmherzige Kampagne zur Auslöschung der jüdischen nationalen Wiederbelebung begann. Diese Kampagne gipfelte im gewalttätigen Versuch die UNO-Resolution vom 29. November 1947 abzuwürgen, die die Gründung zweier Staaten in Palästina forderte. Hätten diese Führer und ihre Gegenüber in den benachbarten arabischen Staaten die UNO-Resolution akzeptiert, dann hätte es erst gar keinen Krieg und keine Bevölkerungsverschiebung gegeben.

Es ist einfach eine Tatsache, dass die zionistische Bewegung immer für das Vorhandensein einer beträchtlichen arabischen Minderheit in einem zukünftigen jüdischen Staat zugänglich war, die auf gleicher Augenhöhe „an allen Sektoren des öffentlichen Lebens des Landes“ teilnehmen würde.[iii] Die Worte sind die von Ze’ev Jabotinsky, dem Gründungsvater des Zweigs des Zionismus, der der Vorläufer der heutigen Likud-Partei war. In einem berühmten Artikel aus dem Jahr 1923 formulierte Jabotinsky seine Bereitschaft „einen Eid zu leisten, der uns und unsere Nachfahren daran bindet, dass wir niemals irgendetwas tun werden, das gegen das Prinzip der gleichen Rechte geht und dass wir niemals versuchen werden irgendjemanden zu vertreiben“.[iv]

Elf Jahre später war Jabotinsky Vorsitzender beim Entwurf einer Verfassung für ein jüdisches Palästina. Entsprechend deren Vorkehrungen sollten Araber und Juden sich die Rechte und Pflichten der Eigenstaatlichkeit teilen, einschließlich und äußerst bemerkenswert der militärischen und zivilen Dienste. Hebräisch und Arabisch sollten den gleichen rechtlichen Stellenwert haben und „in jedem Kabinett, in dem der Premierminister ein Jude ist, soll der Stellvertreterposten einem Araber angeboten werden und umgekehrt“.[v]

Wenn das die Haltung der „militanteren“ Fraktion der jüdischen Nationalbewegung war, dann nahm der Mainstream-Zionismus nicht nur die volle Gleichberechtigung der arabischen Minderheit im zukünftigen jüdischen Staat für selbstverständlich, sondern unternahm auch alles, um die arabisch-jüdische Koexistenz zu fördern. Im Januar 1919 erzielte Chaim Weizmann, damals der kommende Anführer der zionistischen Bewegung, eine Vereinbarung zu Frieden und Zusammenarbeit mit dem haschemitischen Emir Faisal Ibn Hussein, der praktisch der Führer der am Anfang befindlichen pan-arabischen Bewegung war. Von da an bis zur Proklamation des Staates Israel am 14. Mai 1948 hielten Sprecher der Zionisten hunderte Treffen mit arabischen Führern auf allen Ebenen ab. Zu diesen Führern gehörten Abdallah ibn Hussein, Faisals älterer Bruder und Gründer des Emirats von Transjordanien (später das Königreich Jordanien), die amtierenden und ehemaligen Premierminister von Syrien, dem Libanon, Ägypten und dem Irak, hochrangige Berater von König Abdul Aziz ibn Saud (Gründer von Saudi-Arabien) und palästinensisch-arabische Führer aller Schattierungen.

Noch am 15. September 1947, zwei Monate vor der Verabschiedung der Teilungsresolution, versuchten zwei hochrangige zionistische Botschafter Abdel Rahman Azzam, den Generalsekretär der Arabischen Liga zu überzeugen, dass der palästinensische Konflikt „nutzlos die besten Energien der Arabischen Liga aufsaugt“ und dass Araber wie Juden „von aktiver Politik der Kooperation und Entwicklung“ stark profitieren würden.[vi] Hinter diesem Vorschlag steckte eine uralte zionistische Hoffnung: dass der materielle Fortschritt, der aus der jüdischen Besiedlung Palästinas entsteht, den Weg der arabischen Bevölkerung vor Ort erleichtern würde zu einer dauerhaften Versöhnung, wenn nicht gar positiven Neigung dem Projekt der jüdischen nationalen Selbstbestimmung gegenüber. David Ben-Gurion, der bald Israels erster Premierminister werden sollte, argumentierte im Dezember 1947:

Wenn der arabische Bürger sich in unserem Staat zu Hause fühlt, … wenn der Staat ihm wahrhaftig und entschieden hilft, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ebene der jüdischen Gemeinschaft zu erreichen, dann wird das arabische Misstrauen entsprechend abklingen und eine Brücke zu einer semitischen, jüdisch-arabischen Allianz wird gebaut werden.[vii]

Auf den ersten Blick ruhte Ben-Gurions Hoffnung auf vernünftigen Gründen. Ein Zufluss von jüdischem Einwanderern und Kapital nach dem Ersten Weltkrieg hatte den bis dahin statischen Zustand Palästinas wiederbelebt und den Lebensstandard seiner arabischen Einwohner deutlich über den der benachbarten Staaten angehoben. Die Ausweitung arabischer Industrie und Landwirtschaft, besonders im Bereich des Anbaus von Zitrusfrüchten, wurde zum großen Teil von dem so erworbenen Kapital finanziert; jüdisches Know-how trug viel zur Verbesserung der arabischen Kultivierung bei. In den zwei Jahrzehnten zwischen den beiden Weltkriegen, wuchs der Zitrusanbau in arabischem Besitz um das Sechsfache, ebenso das mit Gemüse bebaute Land, während die Zahl der Olivenhaine sich vervierfachte.[viii]

Nicht weniger bemerkenswert waren die Fortschritte in der sozialen Versorgung. Am vielleicht bedeutendsten: Die Sterblichkeitsrate der muslimischen Bevölkerung fiel stark ab und die Lebenserwartung stieg von 37,5 Jahren 1926/27 auf 50 Jahre 1942-44 (verglichen mit 33 in Ägypten). Die Rate der natürlichen Bevölkerungszunahme sprang um ein Drittel nach oben.[ix]

Dass nicht annähernd etwas Ähnliches in den benachbarten britisch beherrschten arabischen Ländern geschah, ganz zu schweigen von Indien, kann nur durch den entscheidenden jüdischen Beitrag zum sozioökonomischen Wohlergehen im Mandat Palästina erklärt werden. Die britischen Behörden erkannten das in einem Bericht von 1937 an, der von einer Kommission unter Leitung von Lord Peel stammt:

Der allgemeine Nutzeffekt der jüdischen Einwanderung auf das arabische Wohlergehen wird von der Tatsache illustriert, dass die Zunahme der arabischen Bevölkerung am stärksten in den städtischen Bereichen von der jüdischen Entwicklung beeinflusst wurde. Ein Vergleich der Bevölkerungszählungen von 1922 und 1931 zeigt, dass der Zuwachs in Haifa bei 86 Prozent lag, in Jaffa bei 62, in Jerusalem bei 37, während er in rein arabischen Städte wie Nablus und Hebron nur 7 und in Gaza eine Abnahme von 2 Prozent betrug.[x]

Wäre die riesige Mehrheit der palästinensischen Araber ihren eigenen Anlagen überlassen worden, würden sie höchstwahrscheinlich damit zufrieden gewesen sein die ihnen sich bietenden Gelegenheiten zu nutzen. Das wird von der Tatsache belegt, dass es während der gesamten Mandatszeit Zeiten friedlicher Koexistenz diejenigen der gewalttätigen Ausbrüche weit übertrafen und letztere nur das Werk eines kleinen Teils der palästinensischen Araber war.[xi] Unglücklicherweise, für Araber wie Juden, wurden die Hoffnungen und Wünsche der einfachen Leute nicht zur Kenntnis genommen, wie es in autoritären Gemeinschaften selten der Fall ist, die den Vorstellungen einer bürgerlichen Gesellschaft oder liberalen Demokratie feindlich gesinnt sind. Darüber hinaus sind es in der modernen Welt nicht die Armen und Unterdrückten, die die großen Revolutionen geführt oder die schlimmsten Gewalttaten verübt haben, sondern eher die militante Avantgarde der besser Gebildeten und mit mehr Geld Ausgestatteten der Gesellschaft.

So war es auch mit den Palästinensern. Im Peel-Bericht steht:

Wir fanden heraus, dass, obwohl die Araber von der Entwicklung des Landes in Folge der jüdischen Einwanderung profitiert haben, das keinen Versöhnungseffekt gehabt. Im Gegenteil… mit fast mathematischer Präzision hat die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Palästina die Verschlechterung der politischen Lage bedeutet.[xii]

In Palästina wurden gewöhnliche Araber von ihren vermeintlich höher Gestellten wegen des Verbrechens „Palästina an die Juden zu verkaufen“ verfolgt und ermordet. Gleichzeitig bereicherten dieselben besser Gestellten sich straflos. Der eiserne Panarabist Awni Abdel Hadi, der schwor zu kämpfen „bis Palästina entweder unter eine freie arabische Regierung gesellt oder ein Friedhof für alle Juden des Landes ist“,[xiii] ermöglichte den Transfer von 30.000 Ar an die zionistische Bewegung und einige seiner Verwandten, allesamt respektierte politische und religiöse Persönlichkeiten, gingen einen Schritt weiter und verkauften Landbesitz. So machten es auch zahlreiche Mitglieder der Familie Husseini, der führende palästinensisch-arabische Clan während der Mandatszeit, darunter Mohammed Tahir, der Vater von Hadsch Amin Husseini, der berüchtigte Mufti von Jerusalem.[xiv]

Es war die Sorge des Muftis seine politische Position zu festigen, die weit gehend Grundlage fürd as Blutbad von 1929 war, bei dem 133 Juden massakriert und hunderte weitere verletzt wurden – so, wie es auch der Kampf um politische Überlegenheit, die den am längsten anhaltenden Ausbruch palästinensisch-arabsicher Gewalt von 1936-1939 auslöste. Das wurde weithin als nationalistische Revolte sowohl gegen die britische Herrschaft wie auch die jüdischen Flüchtlinge dargestellt, die damals nach Palästina strömten, um der Verfolgung durch die Nazis zu entgehen. In der Tat gab es eine massive Ausübung von Gewalt, bei der weit mehr Araber als Juden oder Engländer von arabischen Banden ermordet wurden, die die normale arabische Bevölkerung unterdrückte und missbrauchte und die tausende Araber nötigten als Vorgeschmack des Exodus von 1947/48 aus dem Land zu fliehen.[xv]

Einige palästinensische Araber zogen es in der Tat vor sich gegen ihre Aufhetzer zur Wehr zu setzen, oft in Zusammenarbeit mit den britischen Behörden und der Hagana, der größten jüdischen Untergrund-Verteidigungsorganisation. Weitere suchten Schutz in jüdischen Vierteln. Denn trotz der lähmenden Terror-Atmosphäre und eines erbarmungslos erzwungenen Boykotts ging die arabisch-jüdische Koexistenz auf vielen praktischen Ebenen selbst während solcher Zeiten des Aufruhrs weiter und wurde nach ihrem Abebben weit gehend wiederhergestellt.[xvi]

Vor diesem Hintergrund darf man sich kaum wundern, dass die meisten Palästinenser zehn Jahre später nichts mit den gewalttätigen Versuchen des vom Mufti geführten Arabischen Hochkomitee (AHC), praktisch der „Regierung“ der palästinensischen Araber, zu tun haben wollten, die UNO-Lösung der Teilung von 1947 zu untergraben. Die Erinnerungen an 1936-1939 noch frisch im Gedächtnis, entschieden sich viele dazu sich aus dem Kampf herauszuhalten. In kürzester Zeit verhandelten zahlreiche arabische Dörfer (und einige städtische Bereiche) Friedensvereinbarungen mit ihren jüdischen Nachbarn aus; andere Orte im gesamten Land handelten ähnlich, ohne den Beistand einer formalen Vereinbarung.[xvii]

Die gewöhnlichen Palästinenser schreckten auch nicht davor zurück sich ihrer obersten Führung zu widersetzen. In seinen zahlreichen Touren durch die Region stellte Abdel Qader Husseini, der Distriktkommandeur für Jerusalem und ein enger Verwandter des Muftis fest, dass die Bevölkerung dem wiederholten Ruf zu den Waffen gleichgültig, wenn nicht sogar feindlich gegenüber stand. In Hebron konnte er nicht einen einzigen Freiwilligen für die bezahlten Streitkräfte rekrutieren, die er in dieser Stadt zu bilden versuchte; seine Bemühungen in den Städten Nablus, Tulkarm und Qalquiliya waren kaum erfolgreicher. Arabische Dorfeinwohner ihrerseits zeigten sich seinen Forderungen gegenüber noch weniger empfänglich. An einem Ort, Beit Safafa, erlitt Abdel Qader die ultimative Kränkung, als er von verärgerten Einwohnern fortgejagt wurde, die gegen die Verwandlung ihres Dorfes in eine Basis für antijüdische Attacken protestierten. Selbst die wenigen, die seiner Aufforderung folgten, taten das mehr oder weniger, um kostenlos Waffen für ihren persönlichen Schutz zu bekommen und dann wieder nach Hause zurückzukehren.[xviii]

Es gab einen wirtschaftlichen Aspekt für diese Friedfertigkeit. Der Ausbruch der vom AHC geleiteten Feindseligkeiten führte zu einem starken Rückgang des Handels und einer begleitenden Steigerung der Kosten für die Grundversorgung. Viele Dörfer, die für ihren Lebensunterhalt auf jüdische oder gemischt bevölkerte Städte angewiesen waren, sahen keinen Sinn darin das ausdrückliche Ziel des AHC zu unterstützen, die Juden in die Unterwerfung zu hungern.[xix] Das allgemeine Fehlen der Lust auf Krieg Anfang Februar 1948, mehr als zwei Monate, bevor das AHC seine Gewaltkampagne initiierte, behauptete Ben-Gurion, dass „die Dörfer zum größten Teil nur abseits standen“.[xx]

Ben-Gurions Analyse wurde vom irakischen General Ismail Safwat bestätigt, dem Oberkommandierenden der Arabischen Befreiungsarmee (Arab Liberation Army, ALA), der Freiwilligen-Streitmacht, die in den Monaten vor Israels Unabhängigkeitserklärung einen großen Teil der Kämpfe in Palästina bestritt. Safwat beklagte, dass nur 800 der 5.000 von der ALA trainierten Freiwilligen aus Palästina selbst kamen und dass die meisten von diesen desertiert waren, bevor oder kurz nachdem sie ihre Ausbildung beendeten. Fawzi Qawuqji, örtlicher Kommandeur der ALA-Kräfte, urteilte nicht weniger vernichtend; er befand, die Palästinenser seien „unzuverlässig, erregbar und schwer zu kontrollieren und für organisierte Kriegsführung praktisch nicht verwendbar“.[xxi]

Das fasst die meisten gegenwärtigen Wahrnehmungen während der schicksalhaften sechs Monate der Kämpfe nach Verabschiedung der Resolution zusammen. Obwohl alles, fast bis zur Auflösung der palästinensischen Gesellschaft brachten, wurde das nirgendwo als systematische Enteignung der Araber durch die Juden beschrieben. Im Gegenteil: Da die Teilungsresolution von den arabischen Führern weithin als „zionistisch inspiriert, vom Prinzip her zionistisch, von der Substanz her zionistisch und in den meisten Einzelheiten zionistisch“ angesehen wurde (in den Worten des palästinensischen Akademikers Walid Khalidi)[xxii] und da diese Führer brutal offen ihre Entschiedenheit äußerten die Juden mit Waffengewalt zu unterwerfen, gab es keinerlei Zweifel welche Seite das Blutbad angezettelt hatte.

Die Araber unternahmen auch keinen Versuch ihre Schuld zu verbergen. Als die Juden daran gingen die Grundlagen ihres im Entstehen begriffenen Staates zu legen, während sie gleichzeitig abmühten ihre arabischen Landsleute zu überzeugen, dass sie (wie Ben-Gurion es ausdrückte) „gleichberechtigte Bürger, gleichberechtigt in allem ohne jede Ausnahme“ sein würden, schwören die palästinensisch-arabischen Führer, dass, „sollte sie umgesetzt werden, die Teilung nur über die Leichen der Araber Palästinas, ihrer Söhne und ihrer Frauen erreicht werden wird“. Qawuqji schwor „alle Juden ins Meer zu treiben“. Abdel Qader Husseini erklärte: „Das palästinensische Problem wird nur durch das Schwert gelöst werden; alle Juden müssen Palästina verlassen.“[xxiii]

Sie und ihre arabischen Mitanstifter taten ihr Äußerstes, um diese Drohungen umzusetzen, mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen. Zusätzlich zu den regulären Kräften wie der ALA sorgten Guerilla- und Terrorgruppen für Verwüstung, unter Nichtkombattanten wie bei jüdischen Kampfeinheiten. Schießen, Heckenschützen, Überfälle, Bomben, die in der heutigen Welt als Kriegsverbrechen verurteilt würden, waren im Leben der Zivilisten tägliche Vorkommnisse. „Unschuldige und harmlose Menschen, die ihren täglichen Geschäften nachgingen“, schrieb der US-Generalkonsul in Jerusalem, Robert Macatee, im Dezember 1947,

werden im Bus fahrend oder während sie die Straße entlang gehen, als Opfer ausgesucht und verirrte Kugeln finden sie sogar, wenn sich schlafend im Bett liegen. Eine jüdische Frau, Mutter von fünf Kindern, wurde in Jerusalem beschossen, als sie auf dem Dach die Wäsche aufhängte. Der Krankenwagen, der sie ins Krankenhaus fuhr, wurde mit Maschinengewehren beschossen und schließlich wurden die Trauernden, die ihr bei der Beerdigung folgten, angegriffen und einer von ihnen erstochen.[xxiv]

Als die Kämpfe eskalierten, litten auch die arabischen Zivilisten und gelegentliche Gräueltaten lösten groß angelegte Gewalt aus. So folgte der Ermordung von sechs arabischen Arbeitern in der Nähe der Raffinerie von Haifa im Dezember 1947 durch die kleine jüdische Untergrundgruppe ZIL die sofortige Abschlachtung von 39 Juden durch ihre arabischen Kollegen,[xxv] so wie der Tod von etwa 100 Arabern in der Schlacht um das Dorf Deir Yassin im April 1948[xxvi] innerhalb von Tagen durch die Tötung von 77 jüdischen Krankenschwestern und Ärzten auf dem Weg zum Hadassah-Hospital auf dem Skopusberg „gerächt“ wurde.[xxvii]

Doch während die jüdische Führung und Medien diese grausigen Ereignisse so beschrieben, wie sie waren, sogar manchmal Details zurückhielten, um Panik zu vermeiden und die Tür für arabisch-jüdische Aussöhnung offen zu halten, übertrieben ihre arabischen Gegenüber nicht nur den Blutzoll ins Gigantische, sondern erfanden zahlreiche nicht existente Gräueltaten. Der Fall von Haifa zum Beispiel (21./22. April) sorgte dafür, dass völlig falsche Behauptungen groß angelegter Abschlachtungen aufkamen, die im gesamten Nahen und Mittleren Osten zirkulierten und die Hauptstädte des Westens erreichten. Gleichermaßen falsche Gerüchte wurden nach dem Fall von Tiberias (18. April) verbreitet, während der Schlacht um Safed (Anfang Mai) und in Jaffa, wo der Bürgermeister Ende April ein Massaker an „hunderten arabischer Männer und Frauen“ erfand. Berichte über Deir Yassin in den arabischen Medien waren besonders sensationslüstern; sie brachten angebliche Hammer-und-Sichel-Tätowierungen auf den Armen der IZL-Kämpfer Beschuldigungen Verwüstung und Vergewaltigung.[xxviii]

Diese Panikmache zielte zweifelsohne darauf ab, die breitest mögliche Sympathie für das Leid der Palästinenser zu erlangen und die Juden als brutale Aasgeier hinzustellen. Aber das ging katastrophal nach hinten los, da es Panik innerhalb der desorientierten palästinensischen Gesellschaft verbreitete. Im Gegenzug hilft das zu erklären, warum bis zum April 1948, nach vier Monaten scheinbaren Fortschrittes, diese Phase der arabischen Kriegsanstrengungen zusammenbrachen. (die zweite, größere und sich länger hinziehende Phase bestand erst noch bevor; zu ihr gehörten die Streitkräfte von fünf arabischen Staaten, die Mitte Mai nach Palästina eindrangen.) Denn nicht nur hatten es die meisten Palästinenser abgelehnt sich den aktiven Feindseligkeiten anzuschließen, große Zahlen sich auf den Weg gemacht, ihre Häuser verlassen hatten, entweder, um sich irgendwo anders im Land hinzubegeben oder in arabische Nachbarländer zu fliehen.

Tatsächlich waren viele bereits gegangen, bevor die Feindseligkeiten ausbrachen; und noch mehr brachen ihre Zelte ab, bevor der Krieg ihre Türschwelle erreichte. „Die Araber verlassen in beträchtlichen Zahlen mit ihren Familien das Land und es gibt einen Exodus aus gemischten Städten in die ländlichen arabischen Zentren“, berichtete Alan Cunningham, der britische Hochkommissar, im Dezember 1947; einen Monat später fügte er hinzu: „Die Panik der Mittelklasse besteht fort und es gibt einen ständigen Auszug derer, die es sich leisten können das Land zu verlassen.“[xxix]

In Spiegelung dieser Berichte berichteten Geheimdienst-Berichte der Hagana Mitte Dezember, dass „eine Evakuierungshektik die gesamten arabischen Dörfer ergriffen hat“. Bevor der Monat um war, beklagten viele arabischen Städte ernsthafte Probleme, die durch den riesigen Zuzug von Dorfbewohnern entstand und bettelten um Hilfe des Arabischen Hochkomitees (AHC) eine Lösung für die missliche Lage zu finden. Selbst die Regierungen Syriens und des Libanon waren von diesem frühen Exodus alarmiert und forderten, dass das AHC die palästinensischen Araber dazu ermutigte vor Ort zu bleiben und zu kämpfen.[xxx]

Eine solche Ermutigung kam aber nicht, weder vom AHC noch von irgendwo sonst. Fakt ist, dass es keinerlei nationale Zusammengehörigkeit gab, ganz zu schweigen von einem Gefühl geteilten Schicksals. Orte und Städte handelten, als seien sie in sich geschlossene Einheiten, die sich nur ihren eigenen Bedürfnissen widmen und das kleinste Opfer zugunsten eines anderen Ortes vermeidet. Viele „Nationalkomitees“ (d.h. örtliche Führungen) verboten die Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken aus mit gut bestückten Lagern versehenen Städten an bedürftige Städte und Dörfer außerhalb. Haifas arabische Händler lehnten es ab eine ernste Mehlknappheit in Jenin zu mildern, während Gaza es ablehnte Eier und Geflügel nach Jerusalem zu exportieren; in Hebron kontrollierten bewaffnete Wachen alle ausfahrenden Autos. Gleichzeitig gab es ausgedehnten Schmuggel, besonders in den gemischt bevölkerten Städten, wobei arabische Lebensmittel in jüdische Viertel gingen und umgekehrt.[xxxi]

Gleichermaßen wurde das Fehlen kommunaler Solidarität durch den entsetzlichen Umgang, die den Hunderttausenden Flüchtlingen zuteil wurde, die im ganzen Land verteilt waren. Es gab nicht nur keine kollektiven Anstrengungen ihre Notlage zu verbessern oder verbreitete Empathie über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus, sondern viele Flüchtlinge wurden von ihren zeitweisen Gastgebern schlecht behandelt und wegen ihrer angeblichen Feigheit lächerlich gemacht und beschimpft. Ein jüdischer Geheimdienstbericht formulierte das so: „Die Flüchtlinge werden überall dort, wo sie angekommen sind, gehasst.“[xxxii]

Selbst die ultimativen Kriegsopfer – die Überlebenden von Deir Yasin – entkamen den Demütigungen nicht. Nachdem sie Zuflucht im benachbarten Dorf Silwan gefunden hatten, lagen sie sich mit den Leuten des Ortes in den Haaren, so sehr, dass am 14. April, nur fünf Tage nach der Tragödie, eine Delegation aus Silwan sich an das AHC-Büro in Jerusalem wandte und forderte, dass die Überlebenden an einen anderen Ort gebracht würden. Für ihre Verlegung kam keine Hilfe.[xxxiii]

Einige Orte lehnten es schlicht ab überhaupt Flüchtlinge aufzunehmen, weil sie fürchteten die bestehenden Ressourcen zu überstrapazieren. In Acre (Akko) verhinderten die Behörden, dass aus Haifa geflohene Araber an Land gingen; in Ramallah organisierte die vorwiegend christliche Bevölkerung ihre eigene Miliz – nicht so sehr, um gegen die Juden zu kämpfen, sondern um die neuen muslimischen Ankömmlinge abzuwehren. Viele nutzen die Notalge der Flüchtlinge unverfroren aus, besonders, indem sie sie für Grundbedürfnisse wie Transport und Unterkunft schröpften.[xxxiv]

Und trotzdem flohen die Palästinenser aus ihren Häusern, in immer größerer Zahl. Bis Anfang April waren rund 100.000 gegangen, obwohl die Juden immer noch in der Defensive und nicht in der Lage waren sie zu vertreiben. (Am 23. März, volle vier Monate nach Ausbruch der Feindseligkeiten, vermerkte der ALA-Oberkommandierende Safwat einigermaßen erstaunt, dass die Juden „bisher nicht ein einziges arabisches Dorf angegriffen haben, außer sie wurden von diesem provoziert“.) Zum Zeitpunkt der israelischen Unabhängigkeitserklärung am 14. Mai hatte sich die Zahl der arabischen Flüchtlinge verdreifacht. Und selbst dann floh keiner der 170.000 – 180.000 Araber aus städtischen Zentren und nur eine Hand voll der 130.000 – 160.000 Dorfbewohner, die ihre Häuser verlassen hatten, war von den Juden hinausgezwungen worden.

Die Ausnahmen kamen nur in der Hitze des Kampfes vor und wurden einheitlich von militärischen ad-hoc-Überlegungen diktiert – Verringerung ziviler Opfer, arabischen Kämpfern Orte nicht zugänglich machen, wenn es keine ausreichende Zahl jüdischer Streitkräfte gab, um sie wieder zurückzutreiben – nicht von politischen Planungen.[xxxv] Sie gingen darüber hinaus mit Bemühungen einher Flucht zu verhindern und/oder die Geflohenen zur Rückkehr zu ermutigen. Nur ein Beispiel: Anfang April zog eine Delegation aus hohen Beratern für arabische Angelegenheiten, Personen von örtlichem Rang und Führer von Gemeinden mit engem Kontakt mit arabischen Ortschaften durch die arabischen Dörfer der Küstenebene, die sich zu dieser Zeit mit verblüffender Geschwindigkeit leerte, und versuchte ihre Einwohner dazu zu bewegen vor Ort zu bleiben.[xxxvi]

Was diese jüdischen Bemühungen noch eindrucksvoller macht: Sie fanden zu einer Zeit statt, als große Zahlen palästinensischer Araber von ihren eigenen Führern und/oder den arabischen Streitkräften in der Tat aus ihren Häusern getrieben wurden, ob aus militärischen Überlegungen heraus oder um sie daran zu hindern Bürger des künftigen jüdischen Staates zu werden. Das größte und am bekannteste Beispiel ist die Stadt Haifa, wo Zehntausende Araber auf Anweisung des AHC hinausbefohlen oder –drangsaliert wurden, trotz energischer jüdischer Bemühungen sie zum Bleiben zu überzeugen.[xxxvii] Nur Tage später war die 6.000 Personen starke arabische Gemeinschaft von Tiberias gleichermaßen, gegen den Willen der Juden, von ihren eigenen Führern fortgezwungen worden.[xxxviii] In Jaffa, der größten arabischen Stadt in Palästina, organisierte die Stadtverwaltung den Transfer tausender Einwohne über Land und See;[xxxix] in Jerusalem befahl das AHC den Transfer von Frauen und Kindern und örtliche Bandenführer trieben Einwohner aus einigen Stadtvierteln.[xl]

Zehntausende Bewohner ländlicher Dörfer wurden genauso auf Befehl des AHC, örtlicher arabischer Milizen oder der ALA vertrieben. Innerhalb von Wochen nach der Ankunft Letzterer in Palästina im Januer 1948 zirkulierten Gerüchte geheimer Anweisungen an Araber in vorwiegend jüdischen Gebieten, sie müssten ihre Dörfer verlassen, damit diese für militärische Zwecke gebraucht werden könnte, um das Risiko zu senken von den Juden als Geiseln genommen zu werden.

Bis Februar hatte sich dieses Phänomen über den größten Teil des Landes ausgebreitet. Es gewann im April und Mai beträchtlich an Fahrt, als die ALA- und AHC-Streitkräfte in ganz Palästina umfassend vertrieben wurden. Am 18. April berichtete die Geheimdienstabteilung der Hagana in Jerusalem über einen neuen allgemeinen Befehl alle Frauen und Kinder aus allen Dörfern mit Grenzen zu jüdischen Ortschaften zu entfernen. Zwölf Tage später berichtete die Abteilung in Haifa von einem ALA-Befehl in Erwartung einer neuen allgemeinen Offensive alle arabischen Dörfer zwischen Tel Aviv und Haifa zu evakuieren. Anfang Mai, als die Kämpfe in Galiläa sich intensivierten, wurde den örtlichen Araber befohlen alle Frauen und Kinder aus dem Bereich Rosh Pina fortzubringen, während im Unterbezirk Jerusalem die Arabische Legion Transjordaniens gleichermaßen die Leerung von jede Menge Dörfern.[xli]

Was die palästinensisch-arabischen Führer selbst angeht, die ihre widerstrebende Bevölkerung in den 1920-er und 1930-er Jahren auf Kollisionskurs mit dem Zionismus gebracht hatten und sie nun hilflos in einen tödlichen Konflikt hineinzogen, so hatten sie es sehr eilig aus Palästina hinauszukommen und im kritischsten Moment draußen zu bleiben. Die Menschen vor Ort nahmen den Tipp ihrer Oberen auf und liefen eilig in Massen zur Tür hinaus. Hochkommissar Cunningham fasste mit britischem Unterstatement im Wesentlichen zusammen, was sich abspielte:

Sie sollten wissen, dass die kollabierende arabische Moral in Palästina in gewissem Maße der zunehmenden Tendenz derer zuzuschreiben, die sie im Verlassen des Landes anführen… In Jaffa z.B. nahm der Bürgermeister vor 12 Tagen vier Tage frei und ist nicht zurückgekehrt; die Hälfte des Nationalkomitees ist weg. In Haifa sind die arabischen Mitglieder der Stadtverwaltung vor einiger Zeit fort; die beiden Führer der Arabischen Befreiungsarmee gingen sogar noch während der letzten Schlacht. Jetzt ist der arabische Chef-Stadtrat fort gegangen. In allen Teilend des Landes hat sich die Effendi-Klasse über einen beträchtlichen Zeitraum in großen Zahlen evakuiert und das Tempo nimmt zu.[xlii]

Arif al-Arif, ein prominenter arabischer Politiker der Mandatszeit und Doyen der palästinensischen Historiker, beschrieb die vorherrschende Atmosphäre der Zeit: „Wo immer man im gesamten Land hinging, hörte man denselben Kehrvers: ‚Wo sind die Führer, wer kann uns zeigen, wo es lang geht? Wo ist das AHC? Warum sind seine Mitglieder zu einer Zeit in Ägypten, in der Palästina, ihr eigenes Land, sie braucht?“[xliii]

Mohammed Nimr al-Khatib, während des Krieges von 1948 ein palästinensisch-arabischer Führer, fasste die Lage so zusammen: „Die Palästinenser hatten arabische Nachbarstaaten, die den Flüchtlingen ihre Grenzen und Türen öffneten, während die Juden keine Alternative hatten als zu triumphieren oder zu sterben.“[xliv]

Das stimmt natürlich für die Juden, aber es lässt den Grund für die Flucht der Flüchtlinge aus und verdreht die Qualität ihres Empfangs an anderen Orten. Wenn ihnen von ihren Brüdern Zuhause schon kein Mitgefühl entgegen schlug, war die Reaktion der arabischen Welt, wenn das überhaupt noch ging, noch härter. Es gab wiederholte Forderungen die Flüchtlinge gewaltsam zurückzuschicken oder zumindest die jungen Männer in Soldatenalter, von denen viele unter dem (falschen) Vorwand sich freiwillig der ALA anzuschließen angekommen waren. Als das Ende des Mandates näher rückte, verweigerte die libanesische Regierung den palästinensischen Männer zwischen achtzehn und fünfzig Einreisevisa und befahl allen „gesunden und fitten Männern“, die bereits im Land waren, sich offiziell registrieren zu lassen oder als illegale Ausländer betrachtet zu werden und die volle Gewicht des Gesetzes zu erfahren.

Die syrische Regierung ging noch härter vor und verbannte alle palästinensischen Männer zwischen sechzehn und fünfzig von ihrem Staatsgebiet. In Ägypten marschierte eine große Anzahl Demonstranten zur Zentrale der Arabischen Liga in Kairo und übergab eine Petition mit der Forderung „jeden körperlich fähigen Palästinenser, der in der Lage ist Waffen zu tragen“ die Anwesenheit im Land untersagt werden solle, damit er im Ausland bleibt. Das arabische Ressentiment gegenüber den palästinensischen Flüchtlingen ging so weit, dass der Rektor der Al-Azhar-Institution für religiöses Lernen in Kairo, der wahrscheinlich federführendsten islamischen Autorität, sich verpflichtet fühlte eine Entscheidung auszugeben, das die Unterbringung der palästinensisch-arabischen Flüchtlinge zu einer religiösen Pflicht machte.[xlv]

Die Verachtung der Palästinenser intensivierte sich mit der Zeit: „Angst hat die palästinensischen Araber erfasst und sie flohen aus ihrem Land“, kommentierte Radio Bagdad am Vorabend der pan-arabischen Invasion des neu geborenen Staates Israel Mittel Mai. „Das sind zwar harte Worte, aber sie sind wahr.“ Libanons Innenminister (und zukünftiger Präsident) Camille Chamoun drückte sich vornehmer aus, als er aussprach, dass „die Menschen Palästinas mit ihrem bisherigen Widerstand gegen die Imperialisten und Zionisten bewiesen, dass sie die Unabhängigkeit verdienten“, aber „an diesem entscheidenden Punkt der Kämpfe nicht so würdig geblieben sind“.[xlvi]

Kein Wunder also, dass so wenige unter den palästinensischen Flüchtlingen sich selbst für den Zusammenbruch und die Zerstreuung durch die Juden verantwortlich machten. Während einer Factfinding-Mission in den Gazastreifen im Juni 1949 war Sir John Troutbeck, Kopf des Nahost-Büros in Kairo und kein Freund Israels oder der Juden, überrascht zu entdecken, dass die Flüchtlinge zwar

keine Bitterkeit gegenüber den Juden zum Ausdruck brachten (oder auch gegen die Amerikaner oder uns), sie aber mit größter Bitterkeit von den Ägyptern und anderen arabischen Staaten sprachen. „Wir wissen, wer unsere Feinde sind“, sagen sie und bezeihen sich auf ihre arabischen Brüder, die, wie sie erklären, sie unnötigerweise davon überzeugen ihre Heime zu verlassen… Ich hörte sogar, dass viele Flüchtlinge sagten, sie würden die Israelis willkommen heißen, wenn diese kommen und den Bezirk übernehmen würden.[xlvii]

Sechzig Jahre nach ihrer Zerstreuung verbleiben die Flüchtlinge von 1948 und ihre Nachkommen in den verkommen Lagern, wo sie von ihren Mit-Aarabern seit Jahrzehnten gehalten und mit Hass und falscher Hoffnung genährt werden. Inzwischen haben ihre einstigen Führer eine Gelegenheit nach der anderen zur Staatsgründung verplempert.

Es ist tatsächlich die Tragödie der Palästinenser, dass die beiden Führer, die ihre nationale Entwicklung im 20. Jahrhundert bestimmte – Hadsch Amin al-Husseini und Yassir Arafat, von denen der letztere die palästinensische Politik seit Mitte der 1960-er Jahre bis zu seinem Tod im November 2004 dominierte – megalomanische Extremisten waren, abgrundtief von antijüdischem Hass verblendet und abgrundtief von Gewalt besessen. Hätte der Mufti sich entschieden sein Volk in Frieden und Versöhnung mit seinen jüdischen Nachbarn zu führen, wie er es den britischen Beamten versprochen hatte, die ihn Anfang der 1920-er Jahre in seinen Rang erhoben, hätten die Palästinenser 1948 ihren unabhängigen Staat auf einem substanziellen Teil des Mandats Palästina bekommen und ihnen wäre die traumatische Erfahrung der Zerstreuung und des Exils erspart geblieben. Hätte Arafat die PLO von Anfang an auf den Weg des Friedens und der Aussöhnung gesetzt, statt sie in eine der mörderischsten Terrororganisationen der Moderne zu verwandeln, hätte ein palästinensischer Staat Ende der 1960-er oder Anfang der 1970-er Jahre gegründet werden können; 1979, als Begleitung des ägyptisch-israelischen Friedensvertrages; im Mai 1999 als Teil des Oslo-Prozesses; oder, die jüngste Möglichkeit, über den Camp David-Gipfel vom Juli 2000.

Statt dessen verwandelte Arafat die unter seiner Kontrolle gestellten Gebiete in den 1990-er Jahren praktisch in einen Terrorstaat, von dem aus ein totaler Krieg (die „al-Aqsa-Intifada“) begonnen wurde, kurz nachdem ihm ein unabhängiger Palästinenserstaat im Gazastreifen und auf 92 Prozent der Westbank samt Jerusalem als Hauptstadt angeboten worden war. In diesem Prozess unterwarf er die palästinensische Bevölkerung der Westbank und des Gazastreifens einem repressiven und korrupten Regime in der schlimmsten Tradition arabischer Diktaturen und stürzte ihren Lebensstandard in nie da gewesene Tiefen.

Was diese Lage um so ärgerlicher macht: Hadsch Amin und Arafat sind weit davon entfernt unglückliche Abweichungen, sondern im wesentlichen Repräsentanten der zynischen und selbstsüchtigen Führer, die das arabische politische System hervorbringt. So wie die Palästinenser-Führung während des Mandats keine Skrupel hatte ihr Volk gegen den Zionismus und die Juden aufzuwiegeln, während sie ihre eigenen Taschen mit den Früchten jüdischen Unternehmertums füllten, so benutzen die PLO-Offiziellen die Milliarden an von arabischen Ölstaaten und – während der Oslo-Zeit – von der internationalen Gemeinschaft gespendeten Dollars, um ihren luxuriösen Lebensstil zu finanzieren, während die gemeinen Palästinenser sich für ihren Lebensunterhalt abstrampeln mussten.

Und so geht es weiter. Sechs Jahrzehnte, nachdem der Mufti und seine Handlanger ihr Volk zur Staatenlosigkeit verdammten, indem sie die UNO-Teilungsresolution ablehnten, werden ihre rücksichtslosen Entscheidungen von der jüngsten Generation Palästinenserführer wieder durchgezogen. Das gilt nicht nur für die Hamas, die im Januar 2006 die PLO am Steuer der palästinensischen Autonomiebehörde ablöste, sondern auch die angeblich moderate Palästinenserführung – von Präsident Mahmud Abbas über Ahmed Qureia (Unterhändler der Oslo-Vereinbarungen von 1993) und Saeb Erekat zu Premierminister Salam Fayad – die es ablehnen Israels bloße Existenz als jüdischer Staat anzuerkennen und auf der vollen Umsetzung des „Rückkehrrechts“ bestehen.

Und so läuft es auch mit dem westlichen Antizionismus, der im Namen der Gerechtigkeit (weniger geht nicht) heute nicht eine neue und fundamental andere arabische Führung fordert, sondern die Auflösung des jüdischen Staates fordern. Nur wenn diese Charakterzüge sich ändern, können die palästinensischen Araber sich darauf freuen ihre selbst verursachte „Katastrophe“ hinter sich zu lassen.

[i] J.C. Hurewitz: The Struggle for Palestine. New York (Norton) 1950.

[ii] Benny Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem 1947-1949. Cambridge (Cambridge University Press) 1987, S. 286; Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited. Cambridge (Cambridge University Press) 2004, S. 588.

[iii] Vladimir Jabotinsky, The Jewish War Front. London (George Allen & Unwin) 1940, S. 216.

[iv] Ursprünglich auf Russisch mit dem Titel O Zheleznoi Stene in Rassvyet, 4. Nov. 1923 veröffentlicht, wurde The Iron Wall mehrfach neu aufgelegt, darunter auch im The Jewish Herald (Südafrika), 26. Nov. 1937 (Internet-Ausgabe: http://www.mideastweb.org/ironwall.htm).

[v] Jabotinsky: The Jewish War Front, S. 216-20.

[vi] A.S. Eban: Note of Conversation with Abdel Rahman Azzam Pasha. London, Sept. 15, 1947, in: Neil Caplan: Futile Diplomacy. London (Frank Cass) 1986, Bd. 2, S. 274-76.

[vii] David Ben-Gurion: Bama’araha. Tel Aviv (Mapai Publishing House) 1949, Bd. 4, Teil 2, S. 265.

[viii] Palestine Royal Commission: Report. Presented to the Secretary of State for the Colonies in Parliament by Command of his Majesty, Juli 1937. London (HMSO); neu aufg. 1946 (danach: Peel Commission Report), S. 94, S. 157-58; Z. Abramowitz/Y. Guelfat: Hameshek Ha’arvi Be’eretz Israel Uve’artzot Hamizrah Hatichon. Tel Aviv (Hakibbutz Hameuhad) 1944, S. 48-50.

[ix] A Survey of Palestine. Prepared in December 1945 and January 1946 for the Information of the Anglo-American Committee of Enquiry; neuaufg. 1991 mit voller Erlaubnis der Her Majesty’s Stationary Office vom Institute for Palestine Studies. Washington DC, Bd. 2, S. 708-15.

[x] Peel Commission Report, S. 93 (vii)

[xi] Zu frühen Erscheinungsformen arabisch-jüdischer Koexistenz s. z.B.: Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1923. London (HMSO) 1924, S. 26; Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1924. London (HMSO) 1925, S. 28, 32, 50; Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1926. London (HMSO) 1927, S. 33; Colonial Office: Palestine: Report of the High Commissioner on the Administration of Palestine 1920-1925. London (HMSO) 1925, S. 40-41; Chaim Weizmann: “Progress and Problems,” Confidential Report to Colonial Office, 15. Feb. 1922, The Letters and Papers of Chaim Weizmann. Vol. I, Series B, August 1898-July 1931. New Brunswick/Jerusalem (Transaction Books/Israel Universities Press) 1983, S. 366; Frederick H. Kisch: Palestine Diary. London (Victor Gollancz) 1938, S. 48-49, 54, 73.

[xii] Peel Commission Report, S. 63, 271.

[xiii] Conversation with Awni Abdel Hadi,” 3. Juni, 1920, Hagana Archive (hier im Folgenden: HA), 80/145/11.

[xiv] Kenneth W. Stein: The Land Question in Palestine, 1917-1939. Chapel Hill (University of North Carolina Press) 1984, S. 182, 228-39.

[xv] Während nach offiziellen britischen Statistiken 1936 159 Araber von ihren arabischen Brüdern getötet wurden (demgegenüber zu 37 Briten und 80 Juden), stieg diese Anzahl zwei Jahre später auf 503 arabische Getötete (gegenüber 255 britischen und 77 jüdischen Toten). Die Toten für 1939 blieben auf einem ähnlichen Niveau: 414 von arabischen Banden ermordete palästinensisch Araber gegenüber 94 Juden und 37 Briten. Einige palästinensisch-arabische Quellen setzen die Zahl der ermordeten Araber mit gigantischen 3.000 – 4.000 an.

In einem Brief an Abdel Qader Husseini vom 18. November 1938 informierte Hassan Saleme, der sich als „Führer der Bereiche von Jaffa, Ramallah und Lydda“ bezeichnete, seine Kollegen Bandenführer: „Wir erhalten Beschwerden von den Dorfbewohnern des Distrikts Jerusalem als Ergebnis von Brandschatzung, Plünderung, Mrod und Folter, die von einigen der abscheulichen Leute begangen werden, die die Kleidung der heiligen Krieger [d.h. Mitgliedern des „Heiligen Jihad“ wie Abdel Qaders Truppe genannt wurde] tragen… Ich gebe zu, dass es unter den ermordeten Menschen einige gab, die zum Tode verurteilt wurden, aber was sind die Fehler der Unschuldigen, deren Geld gestohlen, deren Vieh geplündert, deren Frauen Gewalt angetan, deren Juwelen geraubt wurden und die auf viele weitere Weisen leiden, von denen ihr zweifellos gehört habt? Unsere Rebellion ist zu einer Rebellion gegen die Dörfer geworden und nicht gegen die Regierung der Juden.”

S.: A Survey of Palestine, Vol. 1, S. 38, 46, 49; General Staff H.Q., Jerusalem, “History of the Disturbances in Palestine 1936-1939,” Dez. 1939, Public Record Office (im Folgenden: PRO), WO 191/88; Kenneth Waring: Arab Against Arab: Evidence of Rebel Documents. Times, 18. Jan. 1939. Eine mit Anmerkungen versehene hebräische Übersetzung einer umfassenden Sammlung an Originaldokumenten der arabischen Banden s. Ezra Danin (Hg.): Te’udot Udmuyot Meginzei Haknufiot Ha’arviot Bemoraot 1936-1939. Jerusalem (Magnes Press) 1981, 1. Auflage 1944.

[xvi] So nahm z.B. die Menge von Arabern gekauften jüdischen Weizens 1937 dramatisch ab, stieg aber im folgenden Jahr infolge schwacher Ernten stark an, so dass rund 70% des jüdischen Weizens an den arabischen Sektor verkauft wurde. Im Gegenzug wurde vor der Gewalt 1936-1939 etwa ein Drittel der palästinensisch-arabischen landwirtschaftlichen Produktion an den jüdischen Sektor verkauft. Selbst Grundstücksverkäufe an Juden stark weiter, deren Löwenanteil von mehr als 1.300 Abwicklungen in den Jahren 1936-1939 durch einfache Leute erfolgten. Ähnliche zogen im Dezember 1938, als die jüdischen Arbeiter des Hafens Haifa es ablehnten ein deutsches Schiff zu entladen, nachdem ein deutscher Marineoffzier einen jüdischen Hafenarbeiter beleidigte, die arabischen Kollegen rasch nach.
S. Abramowitz/Guelfat: Hameshek Ha’arvi, S. 99-105; Stein: The Land Question, S. 182; “Minutes of the Meeting of the Jewish Agency’s Executive,” 1. Jan. 1939, David Ben-Gurion Archive, Sde Boker (im Folgenden: BGA).

[xvii] S. z.B. Hashmona’i to Ben Yehuda: Relations with Neighboring Villages, Dec. 24, 1947. Israel Defense Forces Archives (im Weiteren: IDFA) 1948/500/28; Hashmona’i to Shadmi: The Suba Village. 22. Dez. 1947, IDFA, 1948/500/32; 01104 to Tene: Relations between Qatanna and Ma’ale Hahamisha. 23. Dez. 1947, ebenda; Yavne: Beit Hanina, 2. Jan. 1947 und The Qiryat Anavim-Abu Gosh Area, 7. Jan 1948, HA 105/72, S. 27-28; 01123 to Tene: An Arab Peace Overture. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 46; Segal to Ben Yehuda: Peace with Maliha, 10. Jan. 1948. IDFA 1949/2644/402; Zafrira Din: Interview with Josh Palmon on June 28, 1989. HA 80/721/3; Noam: Aqir’s Peace Overture. 12. Dez. 1947, HA 105/72, S. 6; Tzefa: Peace Offer by Ghuweir Abu Shusha. 16. Dez. 1948, ebenda; Tiroshi: Requests by Neighborhood Arabs for Peace with the Jews. 18. Dez. 1947, ebenda, S. 8; 01112 to Tene: Kafr Qara and Kfar Glikson. 25. Jan. 1948, ebenda, S. 68; 01101 to Tene: Meeting between the Ard Saris Mukhtar and Dr. Bihem, Head of the Kfar Atta Municipality. 22. Jan. 1948, ebenda, S. 71; Tene News—Daily Summary. 16. Dez. 1947, HA 105/61, S. 59; “For Our Members, Daily News Bulletin No. 19”. 31. Dez., 1947, ebenda, S. 127; “Fortnightly Intelligence Newsletter No. 58,” ausgegeben vom HQ British Troops in Palestine (für den Zeitraum 23.59 Uhr am 18. Dez. 47 bis 23.59 Uhr am 1. Jan. 48), PRO, WO 275/64, S. 2.

[xviii] S. z.B. Naim: In the Villages. 25. Dez. 1947, HA 105/22, S. 123; 00004 to Tene: Qalandiya Opposes Gang Concentrations. 30. Dez. 1947, IDFA 1948/500/28; Yavne: Occurrences in Romema. 2. Jan. 1948, HA 105/72, S. 27; Yavne: Silwan-Ramat Rahel. 1. Jan. 1948, ebenda, S. 30; Yavne: Dissatisfaction with Abdel Qader Husseini. ebenda, S. 32; Qiryat Anavim people to Yavne: Qatanna Residents Expelled an Arab Gang from the Village. 5. Jan. 1948, ebenda, S. 32; 02104 to Tene; Workers from Maliha and Qaluniya who Refuse to Attack Jews. 7. Jan. 1948, ebenda, S. 33; 00004 to Tene: Meeting of Bani Hassan in Maliha to Discuss Attitude to Armed Gangs. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 46; 02204 to Tene: Maliha. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 47; 02204 to Tene: Qattana. 17. Jan. 1948, ebenda, S. 50; 02104 to Tene: Anti-Gang Resistance. 28. Jan. 1948, ebenda, S. 72; 02104 to Tene: Refusal to Provide Volunteers. 1. Feb. 1948, ebenda, S. 76; 02104 to Tene: Villages’ Fear of Retaliation. 1. Feb. 1948, ebenda, S. 80; Yavne: Battir and other Villages. 4. Feb. 1948, ebenda, S. 84; 02204 to Tene: Opposition to Abdel Qader’s Operation by Qastel. 6. Feb. 1948, ebenda, S. 91; Yavne to Tene: Shu’afat. 24. Feb. 1948, ebenda, S. 114; Hiram to Tene: Shafa’amr. 26. Feb. 1948, ebenda, S. 116; Tene News: 31. Dec. 1947 und 2.-4. Jan. 1948, HA 105/61, S. 121-22, 158-59; Annex to News Concentration No. 100. 20. und 24. Feb. 1948, IDFA 1949/2605/2; Maliha, 1. Jan. 1948, IDFA 1949/2504/4; Protokoll der Ereignisse in Suba, 2. März – 13. April 1948, IDFA 1949/5545/114, S. 141.

[xix] For Our Members. Daily Information Circular No. 12. 21. Dez. 21, 1947, HA 105/61, S. 70; Tene News. 31. Dez. 1947, ebenda, S. 125; Avram: Jammasin: News Items. 9. Jan. 1948, HA 105/23, S. 114; Tiroshi: Dispatch of Arab Merchandise. 15. Dez. 1947, HA 105/72, S. 7; Naim to Tene: Position of the Gaza Felaheen. 15. Feb., 1948, ebenda, S. 103; Naim to Tene; Evacuation of the Wahidat Territory. 22. Feb., 1948, ebenda, S. 111; 00004 to Tene: Moods in Sur Bahir. 22. Dec. 1947, IDFA 1948/500/60; Avram: The Miska Arabs. 8. Jan. 1948, HA 105/54a, S. 19; Hiram to Tene: Meeting between the Yehiam Mukhtar and Tarshiha’s Mayor. 22. Feb. 1948, ebenda, S. 31; Tiroshi to Tene: Appeal for a Ceasefire and Good Neighborly Relations. 7. Apr. 1948, ebenda, S. 53; Tiroshi to Tene: Peace Overtures by Baqa Gharbiya. 20. Apr. 1948, ebenda, S. 79; Grar to Tene: Yasur. 21. Apr. 1948, ebenda, S. 84.

[xx] David Ben-Gurion: Behilahem Israel. Tel Aviv (Mapai Publishing House) 1951, 3. Aufl., S. 28, 43, 54; Ben-Gurion: Bama’araha. Bd. 4, Teil 2, S. 284.

[xxi] Meahorei Hapargod (hebräische AUsgabe eines offiziellen Berichts eines irakischen Parlamentsausschusses zum Krieg von 1948, veröffentlicht im September 1949. Tel Aviv (Ma’arachot) 1954, S. 9, 98-99; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 64. ausgegeben vom Hauptquariter der britischen Turppen in Palästina (für den Zeitraum von 23.59 Uhr am 10. März – 23.59 Uhr am 23. März 1948), PRO, WO 275/64, S. 4. Arif al-Arif: al-Nakba: Nakbat Bait al-Maqdis wa-l-Firdaws al-Mafqud. Beirut (al-Maktaba al-Asriya) 1956, Bd. 1, S. 138-39.

[xxii] Walid Khalidi: From Haven to Conquest: Readings in Zionism and the Palestine Problem Until 1948. Washington DC (Institute for Palestine Studies) 1987, S. lxix.

[xxiii] Ben-Gurion: Bama’araha, Bd. 4, Teil 2, S. 260; hebräische Übersetzung von Haddsch Amins Interview mit Le Journal d’Egypt vom 10. Nov. 1947, HA, 105/105a, S. 47; Radio Beirut, 12. Nov. 1947, in: Foreign Broadcasts Information Service (FBIS), European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 13. Nov. 1947, II2, 5; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 64. Ausgegeben vom Hauptquartier der britischen Truppen in Palästina (für den Zeitraum von 23.59 Uhr am 10. März bis 23.59 Uhr am 23. März 1948), PRO, WO 275/64, S. 4; Arab Press Service (Cairo), FBIS, European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 16. Dec. 1947, II1; Weekly Summary for the Alexandroni Brigade, Mar. 2, 1948. HA 105/143, S. 105; In the Arab Public, 30. Mar. 1948, HA 105/100, S. 14.

[xxiv] Macatee an den Außenminister, 31. Dez. 1947, National Archives, Washington, D.C. (im Weiteren NA), RG 84/800, S. 1-2.

[xxv] Nach Angaben eines Berichts des Haifa-Korrespondenten der Palestine Post gingen die arabischen Raffineriearbeiter bereits vor dem Bombenanschlag der IZL auf ihre jüdischen Kollegen los (Sakran an Tene, 31. Dez. 1947, IDFA 1949/481/62). Diese Behauptung wurde von einer IZL-Radiosendung vom 4. Januar 1948 verstärkt, die herausstellte, dss die vor dem Bombenanschlag armenische Arbeiter im Werk ihre jüdischen Freunde vor einem bevorstehenden Anschlag gewarnt und einige jüdische Arbeiter beachteten das und gingen vor dem Massaker. Die Sendung vermerkte zudem die Vorabpositionierung kalter Waffen überall im Werk und die Tatsache, dass die Massaker im entferntesten Bereich der Raffinerie erfolgte, rund 3km entfernt vom Anschlag, wo die Explosion nicht zu hören war. S. David Niv: Ma’arahot Ha’irgun Hatzva’i Hale’umi. Tel Aviv (Hadar) 1980, Bd. 6, S. 19-20. Ein zeitgnössischer Bericht ist: Report of the Communal Commission of Inquiry on the Haifa Refinery’s Disaster (Dec. 30, 1947), 25. Jan. 1948, HA 80/460/11; The Refinery Massacre, HA 80/460/11; Information Bulletin No. 30, 30. Dez. 1947, HA 105/61, S. 117; To Our Members—Daily information Bulletin, 31. Dez. 1947, HA 105/61, S. 126.

[xxvi] Die IZL bestritt kategorisch jedes Massaker; sie behauptete, dass die Opfer im Verlauf der schweren Kämpfe verursacht wurden. Der angesehene palästinensische Historiker Arif al-Arif gesteht das Geschehen schwerer Kämpfe ein. Er behauptet, dass die Dorfbewohner mehr als 100 jüdische Kämpfer töteten (die tatsächliche Zahl war 4 Tote und 32 Verletzte), behauptet aber, dass nur 7 der 110 arabischen Todesopfer im Kampf getötet wurden und dass der Rest friedliche Zivilisten waren, die in ihren Häusern ermordet wurden (al-Nakba, S. 173). Im Gegensatz dazu erwähnte der Geheimdienstbericht der Hagana, der drei Tage nach dem Ereignis veröffentlicht wurde, die operationelle Inkompetenz und das Durcheinander der angreifenden Truppen sowie ihre fehlende Disziplin (die sich inter alia in Plünderungen zeigte), erähnte aber kein Massaker. al-Nakba, S. 173; Yavne an Tene: The Etzel and Lehi Operation in Deir Yasin. 12. Apr. 1948, IDFA 1948/500/35; Irgun Command: Statement on the Deir Yasin Affair sowie Statement sowie Condemn the Hypocrisy, April 1948, Irgun Archive (im Weiteren IA), K4-4/10. Mitte der 1950-er Jahre abgegebene eidestattliche Erklärungen von Teilnehmern an den Kämpfen bestreiten jegliche Massaker, s.: IA, K4-1/10, 9/10. Eine umfangreiche Sammlung an Presse- und wissenschaftlichen Texten kann in IDFA 2004/26/70 gefunden werden. S. auch: Deir Yasin Occupied by the Irgun and Lehi sowie The Jewish Agency Condemns the Irgun and Lehi Operation in Deir Yasin und The Chief Rabbinate Strongly Condemns the Deir Yasin Incident, Ha’aretz, 11./12. Apr. 1948; Battle Participant Evidence: 60 Hours in Deir Yasin. Mivrak, 19. Apr. 1948, IA K4; High Commissioner for Palestine to Secretary of State for the Colonies: Deir Yasin. 13. Apr. 1948, Cunningham Papers, Middle East Center, St. Antony’s College, Oxford University; High Commissioner for Palestine to Secretary of State for the Colonies: Weekly Intelligence Appreciation, 17. Apr. 1948, Cunningham Papers; An Arab from Deir Yasin Reveals on the Deir Yasin Anniversary: The Jews Didn’t Plan a Massacre but Conducted a Battle. Herut, 3. Juni 1953; Prime Minister Menachem Begin in Interview with Lord Bethel: Deir Yasin–a tragedy in the Irgun’s history, but casualties were caused in the course of fighting; there was no massacre. Yediot Aharonot, 22. Juni 1979.

[xxvii] Dov Joseph: The Faithful City: the Siege of Jerusalem, 1948. New York (Simon and Schuster) 1960, S. 74-75; Harry Levin: Jerusalem Embattled. A Diary of the City under Siege, March 25, 1948 to July 18, 1948. London (Victor Gollancz) 1950, S. 70; Jerusalem Headquarters: Haddassah University, Feb. 17-Jun. 22, 1948. IDFA 1948/500/44; Conclusions of the Commission of Inquiry about the Sheik Jarah Disaster of Apr. 13, 1948. 18. Apr. 1948 HA 57/95; Report by Shalom Hurwitz on the Mount Scopus Convoy Disaster in Sheik Jarah on Apr. 13, 1948. 6. Juni 6, 1948, BGA.

[xxviii] Cunningham to Creech-Jones, Apr. 25 & 28, 1948, Cunningham Papers, III/4/52 & III/4/117; Tzuri to Tene: News Items about the Tiberias Exodus. 21. Apr. 1948, HA 105/257, S. 347; Tene News—Daily Summary. 18. Apr. 1948, HA 105/62, S. 93; Kenneth W. Bilby: New Star in the Near East. New York (Doubleday) 1950, S. 30; Filastin, 13., 14., 16. Apr. 1948; al-Difa, 11., 12., 13., 14., 15. 16. Apr. 1948; Radio Jerusalem in Arabic to the Middle East (13. Apr. 1948) und Radio Damascus (14. Apr. 1948), in: FBIS, 15. Apr. 1948, S. II4; Radio al-Sharq al-Adna (Jerusalem), 15. Apr. 1948, ebenda, 16. Apr. 1948, S. II5; BBC Television Channel 2: The Fifty Years War: Israel and the Arabs. Program 1, gesendet am 15. Mar. 1998.

[xxix] Aus Palästina (General Sir A. Cunningham) an den Außenminister für die Kolonien: Weekly intelligence Appreciation, 22. Dez. 1947. Cunningham Papers; Aus Palästina (General Sir A. Cunningham) an den Außenminister für die Kolonien: Weekly intelligence Appreciation, 24. Jan. 1948, PRO, CO 537/3869.

[xxx] Tene News—Daily summary, 16. Dez. 1947, HA 105/61, S. 59; For Our Members, Daily News Bulletin No. 19, 31. Dez. 1947, ebenda, S. 127; al-Ayam (Damascus), 21. Dez. 1947, eingebracht in News on Arab Military Preparations. 1. Jan. 1948, Central Zionist Archives (CZA), S25/3999.

[xxxi] Hashmona’i: News Items: Economy. 2. Feb. 1948, IDFA 1948/500/60; In the Arab Camp: News Summary. 29. Feb./26. März 1948, IDFA 2004/535/479, S. 3-4; Yishuv Circular No. 16, 31. Jan. 31, 1948, K4-31/1/12, IA; Committee for Economic Defense: News from the Arab Economy, Bulletin No. 6. 17.-19. Apr. 1948, HA 105/143, S. 240.

[xxxii] Hayogev, Jan. 5, 1948, HA 105/215a, S. 48; Among the Arabs. 22. Feb. 1948, IDFA 1948/500/60; 02204 to Tene: The Lifta People’s Position. 9. Feb. 1948, HA 105/32a, S. 61; Tiroshi to Tene: Situation of the Refugees. 12. Apr. 1948, HA 105/257; Tiroshi: Summary of News for the Alexandroni Brigade. 16. Apr. 1948, HA 105/143, S. 231; Director of Operations/Intelligence Directorate: News Summary on the Eastern and Northern Fronts. 3. Juni 1948, IDFA 1975/922/1044; Arab News Items, 25. Apr. 1948, IDFA 1948/500/55; Annexes to News Bulletin No. 205. 29. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/2.

[xxxiii] Annexes to News Bulletin No. 185, 20. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/2; Deir Yasin, 17. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/6, S. 7.

[xxxiv] Hiram to Tene: Acre Inhabitants and Defenders Refuse to Receive More Refugees. 27. Apr. 1948, HA 105/257.

[xxxv] So sagte zum Beispiel nach einem Angrif auf Ramat Hakovesch (am 19. April) durch das benachbarte dorf Miska, der Kibbutz-Mukhtar den Dorfbewohnern, sie sollten weggehen oder die Folgen ihrer der von ihnen begangenen Aggression tragen. Ähnlich überzeugte während der jüdischen Operation in Ostgaliläa der Sekretär des Kibbutz Genossar zusammen mit dem Mukhtar des arabischen Dorfs Majdal dessen Einwohner das Dorf zu verlassen und ihre Waffen auszuhändigen. In Khirbat Beit Lid und Khirbat Azzun wurden die Dorfbewohner angewiesen wegzugehen, weil die jüdischen Truppen nicht in der Lage sein würden ihre Sicherheit zu garantieren. S. Tiroshi: Summary of News for the Alexandroni Brigade, Apr. 27, 1948,” HA 105/143, S. 235; Tiroshi to Tene: Vacation of Miska. 27. Apr. 1948, HA 105/257, S. 79; Tzuri to Tene: Arab Majdal, 23. Apr. 1948, ebenda, S. 4; Tiroshi to Tene: Departure of Arabs from the Neighborhood. 16. Apr. 1948, ebenda, S. 89; Tiroshi to Tene: Vacation of Khirbat Azzun. 20. Apr. 1948, ebenda, S. 3.

[xxxvi] Ezra Danin: Zioni Bekhol Tnai. Jerusalem (Kidum) 1987, Bd. 1, S. 216-17; Zafrira Din: Interview with Josh Palmon on June 28, 1989. HA 80/721/3.

[xxxvii] Ich habe den Vorfall von Haifa recht ausführlich in Nakbat Haifa: the Collapse and Dispersion of a Major Palestinian Community ( Middle Eastern Studies, Bd. 37, No. 4, Oktober 2001), S. 25-70 dokumentiert.

[xxxviii] Zwei Wochen nach dem Auszug berichtete der britische Hochkommissar Cunningham nach London, dss die Juden von Tiberias „die Araber wieder willkommen heißen würden“. (High Commissioner for Palestine to Secretary of State, 5. Mai 1948, Cunningham Papers) S. auch: Tzuri to Golani: News Summary: Tiberias, 21. Apr. 1948, HA 105/143, S. 275; Hagana Operational Directorate: Logbook of the War of Independence, “. 260; MacMillan, “Palestine: Narrative of Events,” 17./18. Apr. 1948, S. 37.

[xxxix] S. z.B. Qiryati-Dafna to all fronts; Occurrences in Jaffa, [Apr.] 11, 1948-[Apr.] 20, 0740, 2. May 1948, IDFA 1949/8275/162; Palestine (Cunningham) to the Secretary of State for the Colonies, May 1, 1948, FO 371/68547/E5665/4/71.

[xl] Tene to Dan & Hillel, 30. Nov. 1947, HA 105/61, S. 5; 00004 to Tene: Report Summary, Dec. 7, 1947,” HA 105/61, S. 9; Yavne to Tene: For Our Members in the Bases. 9. Dez. 1947, ebenda, S. 18; For Our Members in the Bases. Bulletin Nos. 15 & 16, 10./11. Dez. 1947, ebenda, S. 24, 37; Yavne: Evacuation of Women and Children from Lifta. 28. Dez. 1947, HA 105/215, S. 23; 00004 to Tene: Arabs Erecting Military Posts in Lifta. 14. Dez., 1947, IDFA 1949/5253/104; The Old City, 26. Dez. 1947, ebenda; Families Leaving Lifta. 1. Jan. 1948, ebenda; Hashmona’i: Demographic Changes in Jerusalem. 25. Jan. 1948, IDFA 1948/500/60; In the Arab Camp. 25. Jan. 1948, ebenda; Anger in Beit Safafa over the use of the Village by Armed Gangs for Attacks on Mekor Haim. 28. Jan. 1948, ebenda; Beit Safafa sowie The Evacuation of Beit Safafa, 15./18. Feb. 1948, ebenda; Yavne to Tene: Deir Abu Tur. 21. Feb. 1948, HA 105/215, S. 81; Hashmona’i: Annexes to News Concentration No. 114. 16. Mar. 1948, IDFA 1949/2605/2; 01204 (Hatzil) to Tene, 21. Jan. 1948, HA 105/72, S. 52; Yavne to Tene: Complain by the Beit Safafa Mukhtar to the NC. 16. Feb. 1948, ebenda, S. 105; In the Arab Camp: News Summary. 14. Mar. 1948, S. 2, IDFA 2004/535/479; In the Arab Camp: News Summary. 29. März 1948, S. 2, ebenda; Yavne to Tene: 15. Feb. 1948, HA 105/215, S. 41.

[xli] Tene News, 19. Jan., 1948, HA 105/61a, S. 85; 02117 to Tene: In Wadi Hunein. 5. Jan. 1948, HA 105/148, S. 195; Tiroshi to Tene: Dannaba, 17. Feb. 1948, ebenda, S. 219; 01132 to Tene: Vacation of Mir. 8. Feb. 1948 sowie The Evacuation of Jamala, 8. Feb. 1948, HA 105/215, S. 44; Tiroshi to Tene: Arab Hawarith, 18. Feb. 1948, ebenda, S. 14; Avram to Tene: Reinforcement from Syria. 11. Feb. 1948, HA 105/215a, S. 83; Arab News Items. 17. Apr. 1948, IDFA 1948/500/55; 02112 to Tene: Arab al-Fuqara. 9. Feb. 1948, IDFA 1949/6400/66; 02122 to Tene: From Salim Abdel Rahman. 12. Dez. 1947, ebenda; 01122 to Tene: Assorted News Items. 2. Dez. 1947, ebenda; Annexes to News Bulletin No. 114. 16. Mar. 1948, IDFA 1949/2605/2; Annexes to News Bulletin No. 122. 23. Mar. 1948, ebenda; Annexes to News Bulletin No. 126. 30. März 1948, ebenda; Urgent Arab News Items. 29. März 1948, IDFA 1948/550/55; Tzefa to Tene: Vacation of Khisas. 26. März 1948, HA 105/257, S. 106; Tzefa to Tene: Ulmaniya and Waddi Luz. 5. März 1948, ebenda, S. 33; Tiroshi to Tene: Bureika. 6. März  1948, ebenda, S. 33; Yavne to Tene: Isawiya. 30. März 1948, ebenda; Tzefa to Tene: Vacation of Women and Children from Arab Villages in the Upper Galilee. 25. Feb. 1948, HA 105/215, S. 20; Tiroshi to Tene: Sarkas. 19. Feb. 1948, ebenda; S. 14; Tiroshi to Tene: Arab al-Nufeiat. 30. März 1948 sowie Sarkas, 20. Apr. sowie Evacuation of Sarkas, 22. Apr., IDFA 1949/6400/66; Alexandroni: Sarkas. 11. März 1948, ebenda; Yosef Weitz: Yomanai Ve’igroti Labanim. Tel Aviv (Masada) 1965, Bd. 3, S. 257, 277; Yavne to Tene: Deprature of Inhabitants and Entry of Foreigners. 18. Apr. 1948, HA 105/257; Hiram to Tene: Arab Propaganda Regarding Evacuations. 30. Apr. 1948, ebenda; Tene: Migration of the Palestinian Arabs in the Period 1.12.47-1.6.48. Annex 1: Vacated Arab Villages. 30. Juni 1948, IDFA, 1957/100001/781, S. 4; Naim to Tene: Evacuation of Arabs. 8. Apr. 1948, HA 105/143, S. 171, 185; Yavne: Arab News Items. 27. Apr. 30, 1948, ebenda, S. 309, 319; Tzuri to Tene: Assorted News. 6. Mai 1948, ebenda, S. 343; Naim to Tene: Vacation of Sarafand Kharab. 8. Apr. 1948, HA 105/257, S. 290; Tzefa to Tene: Vacation of Arab Villages. 6. Apr. 1948, ebenda, S. 24, 53; Tiroshi to Tene: Fajja Vacated of its Residents. 14. Apr. 1948, ebenda, S. 8; Tiroshi to Tene: Partial Vacation of Qannir. 29. Apr. 1948 sowie The Qannir Residents Moved to Arara. 29. Apr. sowie Qanir, 3. Mai 1948, IDFA 1949/7249/129; Tagebuch Yosef Weitz, 4. Mai 1948, CZA, A246/13, S. 2373-74; Hiram to Tene: Vacation of the Arab Zubeidat Tribe, 16. Apr. 1948, HA 105/54a, S. 67; Bericht einer arabischen Quelle zum Befehl der Arabischen Legion Dörfer zu evakuieren, 12. Mai 1948, IDFA 1949/5545/114, S. 11.

[xlii] Cunningham an den Außenminister für die Kolonien, 26. Apr. 1948, Cunningham Papers; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 67, ausgegeben vom Hauptquartier der britischen Truppen in Palästina  (für den Zeitraum von 23.59 am 19. April bis 23.59 Uhr am 3. Mai 1948), PRO, WO 275/64, S. 1. S. auch: General Sir A. Cunningham an den Außenminister für die Kolonien: Weekly Intelligence Appreciation. 1. Mai 1948, PRO, CO 537/3869.

[xliii] Arif, al-Nakba, S. 179.

[xliv] Muhammad Nimr Khatib: Min Athar al-Nakba. Damaskus (al-Matba’a al-Amumiya) 1951, S. 287.

[xlv] Beirut Radio, 4. Mai 1948, FBIS, European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 5. Mai 1948, II2; Summary of News for the Alexandroni Brigade. 9. Apr. 1948, HA 105/143, S. 174; Philip Ernst (Amerikanischer Konsul in Port Said) an das Außenministerium: Arrival of Palestine Arab Refugees. 29. Apr. 1948 (versandt am 11. Mai), RG 84, 800–Refugees; Beirut Radio, 25. Apr. 1948, SWB, No. 48, 29. Apr. 1948, S. 60; Campbell (Cairo) an den Hochkommissar für Palästina, 1. Mai 1948, Cunningham Papers.

[xlvi] Beirut Radio, 7. Mai 1948, in: BBC Summary of World Broadcasts: Western Europe, Middle East, Far East, and Americas (SWB), No. 50, 13. Mai 1948, Part III, S. 57.

[xlvii] Sir J. Troutbeck: Summary of general impressions gathered during week-end visit to the Gaza district. 16. Juni 1949, PRO, FO 371/75342/E7816, S. 123.

Jerusalem, Hauptstadt der Juden[1]

Die jüdische Identität Jerusalems in griechischen und römischen Quellen*

Rivka Fishman-Duker, Jewish Political Studies Review, 4. November 2008

Für antike griechische und römische, heidnische Autoren war Jerusalem definitiv eine jüdische Stadt. Dieser Aufsatz greift auf Bezugnahmen zu Jerusalem aus fast zwanzig unterschiedlichen Quellen zurück, die aus der Zeit vom dritten Jahrhundert vor christlicher Zeitrechnung bis ins dritte Jahrhundert christlicher Zeitrechnung stammen und in der umfassenden Anthologie „Greek and Latin Authors on Jews and Judaism“ (Griechische und lateinische Autoren über Juden und Judentum) des verstorbenen Professors Menahem Stern zu finden sind. Eine Untersuchung dieser Texte gibt die einstimmige Übereinstimmung zu verstehen, dass Jerusalem kraft der Tatsache, dass seine Einwohner Juden waren, weil es von Juden gegründet wurde und der Tempel, der in Jerusalem stand, das Zentrum der jüdischen Religion war, jüdisch war. In diesen Quellen erscheint Jerusalem in verschiedenen Zusammenhängen: Gründungserzählungen, Beschreibungen des und Verbindungen zum Tempel, historische Ereignisse, die in der Regeln mit Invasionen und Eroberungen der Stadt zu tun hatten, physische Beschreibungen und der abfällige Gebrauch des Begriffs „Solyma“ durch römische Schreiber nach seiner Zerstörung durch Titus im Jahr 70 chr. Zeitrechnung. Es ist bemerkenswert, dass trotz der von Autoren wie Manetho, Apion, Tacitus und Juvenal zum Ausdruck gebrachten negativen Ansichten über Juden und das Judentum die jüdische Identität Jerusalems nie strittig war. Diese antiken Texte widerlegen daher die neuen Versuche von Muslimen und anderen durch Erfindungen und Lügen die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu Jerusalem und die Verortung des Tempels in Jerusalem zu leugnen.

Die jüdische Identität Jerusalems, wie sie in den Schriften griechischer und römischer Autoren der klassischen Antike aufgezeichnet ist, ist es an sich wert als eigenes Thema untersucht zu werden. Dieser Aufsatz greift auf Bezugnahmen zu Jerusalem aus fast zwanzig unterschiedlichen Quellen zurück, die aus der Zeit vom dritten Jahrhundert vor christlicher Zeitrechnung bis ins dritte Jahrhundert christlicher Zeitrechnung stammen, also grob sechs Jahrhunderte abdecken.

Eine Untersuchung der Quellen zeigt die komplette und einmütig Übereinstimmung der Autoren auf, dass Jerusalem aufgrund der Tatsache jüdisch war, dass es von Juden gegründet wurde, seine Einwohner Juden waren und dass der Tempel, der in Jerusalem stand, das Zentrum der jüdischen Religion war. Trotz der Tatsache, dass einige dieser Autoren entschieden negative Ansichten zu den Juden und dem Judentum hatten, stimmten sie alle bezüglich der jüdischen Identität der Stadt überein. Diese Texte besitzen eine Wichtigkeit, die ihren rein akademischen und kulturellen Inhalt übertrifft. Neulinge auf der historischen Bühne und ihre Apologeten haben ihre politischen Ansprüche auf historischen Darstellungen gegründet, die sie gefälscht haben. So gibt zum Beispiel der amerikanische Chefunterhändler Dennis Ross in seinem weitschweifigen Bericht über den Camp David-Gipfel vom Juli 2000 einen Großteil für dessen Fehlschlagen dem verstorbenen Vorsitzenden Yassir Arafat von der palästinensischen Autonomiebehörde, der nicht nur „alte Mythen“ wiederholte, sondern „einen neuen erfand… [dass] der Tempel nicht in Jerusalem stand, sondern in Nablus.“[2]

Man mag zwar Arafats ungeheuerliche Äußerung als Fälschung abtun, die erfunden wurde, um für seine politische Agenda zu werben, aber die Lüge und ähnliche Behauptungen machen einen Teil der fortgeführten muslimischen Anstrengung aus Israels Anspruch auf Jerusalem zu verneinen, damit ein wesentliches Element des jüdischen Glaubens in Frage zu stellen und die historische Wahrheit anzugreifen.[3] Widerlegung solch falscher historischer Behauptungen mit Forschung haben sich gewöhnlich auf antike und mittelalterliche jüdische und christliche Quellen, moderne Forschung und archäologische Ausgrabungen gestützt.[4] Trotz der Tatsache, dass die antiken heidnisch-griechischen und -römischen Quellen sind seit Jahrhunderten bekannt, sie haben nicht das Level an Aufmerksamkeit erhalten, die ihrer Bedeutung entspricht. Die Verweise auf Jerusalem in diesen klassischen Texten demonstrieren nicht nur die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu Jerusalem, sondern tragen auch zu unserem Wissen über Juden und Judentum in der antiken Welt bei. Es sollte angemerkt werden, dass solche Information, insbesondere der negativen Variante bezüglich der jüdischen Geschichte, Gesellschaft und Religion spätere christliche und westliche Sichtweisen über die Juden beeinflussten.[5]

Quellen

Die wichtigste Quelle für die meisten der griechischen Ansichten zu den Juden ist die Abhandlung „Gegen Apion“, die vom jüdischen Historiker Josephus irgendwann nach 93 christlicher Zeitrechnung in Rom geschrieben wurde.[6] Apion war ein griechischer Grammatiker und Intellektueller aus Alexandria; er war Mitte des ersten Jahrhunderts im Kampf gegen die Bürgerrechte der Juden in seiner Stadt aktiv und ein berüchtigter Verleumder der Juden und des Judentums. In „Gegen Apion“ präsentiert Josephus lange Zitate aus den Werken zahlreicher griechischer Autoren und Intellektueller aus dem dritten Jahrhundert vor bis ins erste Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung. In einigen Fällen sind diese Schriften nur noch in der Arbeit von Josephus vorhanden.

Zwar sind einige Quellen gegenüber den Juden neutral oder sogar positiv, aber viele Berichte stellen die Juden und die jüdische Religion negativ dar und sind angefüllt mit ungeheuerlichen Lügen und Schmähungen. Josephus entlarvt diese antijüdischen Schriften akribisch und erfolgreich und stellt eine wirksame Verteidigung des Judentums zur Verfügung. Dabei stellt er seine Stärke und Größe in Kontrast zum heidischen Glauben und Lebensstil von Griechen und Römern heraus.[7]

Eine Auswahl anderer griechischer und lateinischer Arbeiten, die nicht länger vorhanden sind, könnte in weiteren heidnischen Anthologien zu finden sein, in den Schriften der Kirchenväter wie Origenes oder Eusebius von Caesarea und in spätbyzantinischen Texten. Zudem gibt es unabhängig davon existierende Schriften wichtiger Autoren wie dem römischen Redner Cicero und dem Historiker Tacitus, die Informationen zu den Juden bieten.[8]

Der gesamte Textkorpus in den Originalsprachen und englischen Übersetzungen, mit fachlichen Einleitungen, Kommentaren und Erklärungen steht der Öffentlichkeit in Form der exzellenten, umfassenden, dreibändigen Sammlung Greek and Latin Authors on Jews and Judaism[9] (Griechische und lateinische Autoren zu Juden und Judentum) von Menahem Stern zur Verfügung. Die in diesem Aufsatz genutzten Texte, in Englischer Übersetzung zitiert [und daraus ins Deutsche übersetzt] stammen von Professor Sterns magnum opus, zu dem 554 ausgewählte Texte verschiedener Länge und Inhalts gehören, die aus der Zeit vom fünften vorchristlichen bis zu sechsten Jahrhundert christlicher Zeitrechnung stammen.

Allgemeiner Hintergrund

Die Griechen waren vermutlich die ersten, die Informationen über die Bräuche, Lebensstil und Gesellschaft anderer Völker aufzeichneten, denen sie begegneten oder über die sie auf ihren Reisen in die verschiedenen Teile der Welt hörten. Die Juden waren eines der vielen Völker, die sie trafen und beobachteten.[10] Der „Vater der Geschichtsschreibung“, Herodot, der das unter persischer Herrschaft stehende Ägypten um 450 vor der christlichen Zeitrechnung besuchte, schrieb umfassend über die Ägypter und verwies auf die „Syrer von Palästina“, die beschnitten waren und von denen man annahm, dass sie die Juden sind.[11] Es ist wahrscheinlich, dass Herodot den Namen „Palästina“ prägte, nämlich für das Land Israel, da er den Nachfahren der Philister begegnete, die die Küstenstädte Gaza, Aschdod und Aschkelon bewohnten. Die Juden bewohnten die vom Meer abgeschnittene Region von Jerusalem und die umgebenden Berge, die als Judäa bekannt sind.[12]

Während der Jahrzehnte und Jahrhunderte, die der Eroberung des Nahen Ostens durch Alexander den Großen zwischen 340 und 320 vor der christlichen Zeitrechnung folgen, bevölkerten und kolonisierten griechische Soldaten und Zivilisten die gesamte Region, gründeten große Städte wie Alexandria in Ägypten und verbreiteten dort ihr System lokaler Regierung, Sprache, Kultur, Kunst, Religion und Lebensstil. Die Griechen befürworteten die Übernahme ihres Lebensstils und ihrer Sitten und traten dafür ein, die Hellenisierung, die in zeitgenössischer Ausdrucksweise eine erste Manifestation von „Globalisierung“ genannt werden könnte. Alle Völker, die sie beherrschten unnd unter denen sie lebten, einschließlich der Juden im Land Israel und der Diaspora (ein griechischer Begriff), mussten mit der Herausforderung der Hellenisierung durch Assimilation, Übernahme oder Widerstand fertig werden.[13]

Im späten 4. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung porträtieren verschiedene Texte die Juden auf höfliche Art, als Philosophen.[14] Das ganze dritte vorchristliche Jahrhundert hindurch zirkulierten jedoch weniger wohl gesinnte Kommentierungen der Juden im gesamten ptolemäischen Ägypten, das eine rasche Hellenisierung durchgemacht hatte. Herausragend unter den antijüdischen Beschuldigungen war eine Alternative zur biblischen Exodus-Erzählung.[15] Eine der Antiexodus-Erzählungen, vorgelegt vom ägyptischen Priester Manetho (Mitte des 3. Jhdt. vor christlicher Zeitrechnung) stellte die Juden als Fremde, Abkömmlinge von Schafhirten-Königen dar, die sich Ägypten unterworfen hatten und sich mit anderen zusammen taten, die mit Seuchen geschlagen waren und die Tiere töteten, die die Ägypter als Götter verehrten.[16] In der Nachfolge wurden sie aus Ägypten hinausgeworfen und gründeten ihren eigenen Staat unter ihrem Führer Moses, der ihnen einen Lebensstil gab, der sich von denen des Restes der Menschheit unterschied. Daher wurden die Juden der Fremdenfeindlichkeit und der Respektlosigkeit gegenüber den Göttern anderer Nationen beschuldigt; man betrachtete sie als Praktiker eines seltsamen Lebensstils.[17]

Einige Autoren erinnern an bestimmte jüdische Bräuche wie das Nichtvorhandensein einer Darstellung der Gottheit, die männliche Beschneidung, Speisevorschriften und die Beachtung eines wöchentlichen Tages der Rast, des Sabbath. Im Jahr 167 vor christlicher Zeitrechnung befahl der griechisch-seleukidische König Antiochus IV. sogar den Juden ein Götzenbild des Zeus im Tempel aufzustellen und die Beschneidung zu verbieten; er verlangte die Opferung von Schweinen und verbat den Sabbath zu begehen (1. Makkabäer 1,41-50). Er wollte so die einzigartigen Merkmale der jüdischen Religion eliminieren, die von den heidnischen Autoren festgestellt wurden.

Antiexodus-Erzählungen und Vorwürfe jüdischer Frevel gegen die Götter anderer Nationen kamen in Zeiten politischer und kultureller Krisen auf und könnten eine Reaktion auf die Tatsache sein, dass das Judentum für viele Griechen und Römer attraktiv war.[18] Bis Mitte des letzten Jahrhunderts vorchristlicher Zeitrechnung dominierten die Römer einen Großteil der bekannten Welt westlich des Euphrates mit seiner großen griechischen und jüdischen Bevölkerung. Die Römer übernahmen viele der griechischen Vorwürfe gegen die Juden, denen sie Beschuldigungen der Insubordination der römischen Herrschaft hinzufügten.

Diese griechischen Verleumdungen waren derart verankert, dass selbst einige Jahrzehnte nach der brutalen Unterdrückung der jüdischen Revolte gegen Rom (66-70 christlicher Zeitrechnung) und der Zerstörung des Tempels und Jerusalems (im Jahr 70 christlicher Zeitrechnung) wiederholt der römische Historiker Tacitus die Standard-Falschmeldung über den Exodus und drückte sich so aus, als ob die Juden immer noch eine große Bedrohung der imperialen Weltherrschaft seien; dazu schrieb er: „… Moses führte neue religiöse Praktiken ein, die denen aller anderen Religionen stark entgegen standen. Die Juden betrachten alles als gottlos, das uns heilig ist; andererseits erlauben sie alles, was wir verabscheuen.“[19]

Jerusalem im Kontext

Die meisten griechischen und römischen Texte zu Jerusalem müssen daher im Kontext des oben beschriebenen allgemeinen Hintergrunds betrachtet werden. Das gilt für die in Josephus’ „Gegen Apion“ zitierten Texte wie für spätere Werke und die Bücher, die als unabhängige Werke erhalten blieben, so die „Geschichten“ von Tacitus.

Die Erwähnung Jerusalems geschieht in verschiedenen Zusammenhängen. Erstens ist es der Höhepunkt der weitgehend abschätzigen Grundlagen-Darstellungen Judäas und des jüdischen Volkes, die mit der Vertreibung aus Ägypten beginnen. Zweitens ist Jerusalem verbunden mit dem Bau und der Existenz des jüdischen Tempels und des Tempelkultes und seiner Praktiken, die die Griechen und Römer mit Faszination betrachten, trotz der Tatsache, dass sie sie höchst geschmacklos und widerwärtig gefunden haben dürften. Josephus widmet der Darstellung und Zurückweisung der grundlegenden Darstellungen und der Verleumdungen der Juden und der Tempelbräuche viel Aufmerksamkeit.

Drittens und abhängig von der Zeit ihrer Werke hielten verschiedene Autoren historische Ereignisse fest, nämlich die Invasionen Jerusalems durch Griechen und Römer. Die wichtigen Eroberungen der Stadt waren die Übernahme des Tempels durch den Seleukiden-Monarchen Antiochus IV. im Jahr 167 vor der christlichen Zeitrechnung und die Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch Titus während der Großen Revolte gegen Rom im Jahr 70 christlicher Zeitrechnung.

Viertens erscheinen physische Beschreibungen Jerusalems in geographischen und ethnographischen Arbeiten, mit oder ohne die vereinzelte historische Tatsache. Schließlich erscheint in verschiedenen römischen Quellen der Begriff „Solymna“ (Jerusalem) als Teil einer Beleidigung. Einige Autoren kombinieren einige der oben genannten Merkmale: Gründungserzählungen, Konzentration auf den Tempel, historische Ereignisse, physische Beschreibungen und den Gebrauch des Namens der Stadt auf erniedrigende Weise.

Jerusalem in Gründungserzählungen

Griechen und Römer erforschten ihre eigene Herkunft und die Anfänge der Völker, Länder und Städte, die sie eroberten und regierten. Darüber hinaus versuchten sie ihren Lesern zu erklären, wie bestehende Stätten, Schreine und Bräuche entstanden und mögliches Nachfragen, wann und unter welchen Umständen zeitgenössische Ereignisse und Bräuche begannen. Daher präsentierten und wiederholten sie Gründungserzählungen. Das früheste griechische Material zum Bau Jerusalems erscheint als Teil des Abschlusses der oben erwähnten Antiexodus-Erzählungen.

Nach Manetho zum Beispiel dominierte ein widerrechtlich herrschender Schafhirten-König names „Hyksos“ das Land, nachdem der Pharao die frevlerischen Juden vertrieben hatte. Ihnen schlossen sich andere an, die von Lepra und anderen Krankheiten heimgesucht waren. „Sie reisten durch die Wüste… sie bauten in dem Land, das jetzt Judäa genannt wird, eine Stadt, groß genug, um all die Tausende Menschen zu beherbergen und gaben ihr den Namen Jerusalem.“ In einem oflgenden Teil zitiert Josephus wieder Manetho, der erklärt, dass die Juden, nachdem sie „aus dem Land getrieben wurden, das besetzten, was jetzt Judäa ist, Jerusalem gründeten und den Tempel bauten“. Josephus zitiert fälschlicherweise Manethos Geschichte, sie schriebe Moses den Bau des Tempels zu; er erwähnt, dass Manetho feststellt, Moses, „der ihre [der Juden] Verfassung und ihre Gesetze formulierte“, ein geborener Ägypter war.[20]

In einem Bericht von Hecataeus von Abdera (ca. 300 vor christlicher Zeitrechnung) erscheint Jerusalem gegen Ende seines Gegenexodus-Berichts und vor seiner Beschreibung der jüdischen Gesellschaft und Praktiken. Er schreibt die Vertreibung der Juden der Pestilenz zu, die die Ägypter der Anwesenheit der Fremden, nicht nur den Juden, zuschrieben, die dafür sorgten, dass die Einheimischen die Einhaltung ihrer religiösen Pflichten wankten. „Daher wurden die Fremden aus dem Land getrieben.“ Einige gingen nach Griechenland, aber die meisten „wurden in das getrieben, was jetzt Judäa genant wird … das damals völlig unbesiedelt war… Bei der Besitznahme des Landes gründete er [Moses], neben anderen Städten eine, die berühmter ist als alle anderen, Jerusalem genannt. Zusätzlich baute er den Tempel, den sie in höchster Verehrung halten, führte ihre Anbetungsformen und –rituale ein, entwarf ihre Gesetze und befahl ihre politischen Institutionen.“[21]

Hecataeus und andere Autoren nennen Moses als Gründer Jerusalems, Erbauer des Tempels und Architekten der jüdischen Religion. Dieser Punkt unterscheidet sich beträchtlich von der hebräischen Bibel, die König David als den Eroberer und Erauer der Stadt angibt und seinen Sohn König Salomo als den Bauer des Tempels (2. Samuel 5,6-12; 1. Chronik 11,4-9; 1. Könige 6, 1-38 und 7,15-51; 2. Chronik 2,1-5,2). Für einen Griechen jedoch würde es Sinn machen, dass Moses den Tempel baute. Logisch gesprochen musst der erste wichtige Führer des Volkes, der Eroberer seines Landes und Verfasser seiner Gesetze und sozialen Normen als der Gründer seiner wichtigsten Stadt und heiligen Stätte sein. Es ist bemerkenswert, dass Moses, „der Gesetzgeber“, sowohl in griechischen wie in römischen Schriften und in Josephus’ Verteidigung des Judentums in der zweiten Hälfte seines „Gegen Apion“ eine auffällige Rolle als Gründer des Judentums spielt.[22]

Die Verbindung zwischen der Vertreibung aus Ägypten und dem Bau Jerusalems erscheint in späteren Quellen, die eine negativere Sicht der Juden und des Judentums haben. Diese Veränderung fand nach der Eroberung Jerusalems und der Entweihung des Tempels durch Antiochus IV. und seiner folgenden Niederlage gegen die Juden statt. Zum Beispiel recycelt der Kompilator Diodorus Siculu (1. Jhdt. unserer Zeitrechnung) das wichtige anti-Exodus-Komplott von Manetho. Her wurden die Juden aus Ägypten vertrieben, weil sei „nicht gottesfürchtig und von den Göttern gehasst waren“. Ihnen schlossen sich andere an, „die Zeichen der Lepra am Körper trugen… Die Flüchtlinge besetzten das Gebiet um Jerusalem und hatten in der Organisation der Nation der Juden ihren Hass gegen die Menschheit zu einer Tradition gemacht und aus diesem Grund äußerst absonderliche Gesetze eingeführt…“ Später verweist Diodorus auf „Moses, den Gründer Jerusalems“.[23]

Auf gleiche Weise zitiert Josephus einen Auszug von Lysimachus (vermutlich 1. Jhdt. d. Zeitrechnung) ein, dessen Werk eine antijüdische Voreingenommenheit zum Ausdruck bringt, die der des Apion nahe kommt. Lysimachus erzählt, dass nach der Vertreibung der leprakranken Juden aus den ägyptischen Tempeln, in denen sie Zuflucht gesucht hatten, „ein gewisser Moses“ sie lehrte „keinem Menschen gegenüber Wohlwollen zu zeigen“ und „jeden Tempel und Altar der Götter niederzureißen…“ Sie kamen schließlich „in das Land, das jetzt Judäa heißt, wo sie eine Stadt bauten, in der sie siedelten. Diese Stadt wurde wegen ihrer frevlerischen Neigungen Heriosyla [Zerstörerin der Heiligtümer] genannt. Später … änderten sie den Namen, um die schmachvollen Zuschreibungen zu vermeiden und nannten die Stadt Hierosolyma und sich selbst Hierosolymiten.“[24]

Um 110 unserer Zeitrechnung, mehrere Jahrzehnte nach der Niederlage der Juden durch die Römer im Jahr 70, schrieb der römische Historiker Tacitus einen kurzen Exkurs über die Juden in seinen Historiae. Die Große Revolte gegen Rom und die Belagerung und Zerstörung Jerusalems durch Titus, die den größten Teil dieses Teils des Werks des Tacitus ausmachen, erschienen im Kontext dieser umfasenden Abhandlung der flavischen Dynastie, dem Thema seines Werks. Tacitus erklärt offen, dass Jerusalem „die Hauptstadt der Juden“ ist. Vor seiner Beschreibung der Verwüstung berichtet er knapp über ihre Entstehung und etwas aus ihrer Geschichte. Tacitus beschreibt die Herkunft der Juden als entweder aus „Ida“ auf Kreta oder aus Äthiopien oder Assyrien und ihre Anführer als „Hierosolymus und Iuda“. Er fügt hinzu: „Andere sagen, dass die Juden erlauchter Herkunft seien; sie seien die Solymi, ein Volk, das in Homers Gedichten gefeiert wird, die eine Stadt gründeten und ihr den Namen Hierosolyma gaben.“[25]

Es folgt eine Version der griechischen Antiexodus-Geschichte, in der Tacitus vermerkt, dass Moses mit seinen Mitexilanten ein Land eroberte, dessen frühere Einwohner vertrieb, eine Stadt gründete und einen Tempel einweihte. Danach beginnt er einen boshaften Angriff auf die fremdenfeindlichen Gesetze des Mose und den Lebensstil, die sogar bis in seine Zeit fortbestehen.[26] Eine kurze geografische Beschreibung des Landes und Jerusalems gehen einer knappen Zusammenfassung der Geschichte Judäas voraus, seiner Beherrschung durch Rom und der Ereignisse, die zur Großen Revolte, der Niederlage der Juden und der Zerstörung Jerusalems führten.[27]

Zusammengefasst heißt das, dass Jerusalem eindeutig die Hauptstadt der Juden ist, gegründet von einem Volk, das unter unheilvollen Umständen aus Ägypten vertrieben wurde. Die Juden waren entweder unterdrückerische Fremde oder Träger einer Plage und der Lepra oder beides. Ihre Anführer Moses richtete sie mit seltsamen Bräuchen und Gesetzen gegen die Menschheit, gründete eine Stadt – Jerusalem – und baute einen Tempel. Dessen Inneres und die kultischen Praktiken werden unten besprochen. Es ist klar, dass mit Beginn des zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, als Tacitus seine Historiae schrieb, diese Darstellung der Umstände der Gründung Jerusalems zur Standardschilderung unter griechischen und römischen Autoren geworden war.

Die zentrale Rolle des Tempels

Der Tempel der Juden war ein berühmtes Gebäude, auch wenn er nicht zu den sieben Weltwundern der antiken Welt gehörte. Nach Angaben griechischer und römischer Quellen befand er sich definitiv in Jerusalem, einer Stadt, die von Juden gegründet und bewohnt war. Die oben angeführten Berichte weisen zwar Moses als Gründer des Tempels aus, doch drei relativ unklare Quellen des zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung verweisen bezüglich des Tempels auf König Salomo und stellen seine Verbindung mit König Hiram von Tyrus heraus, der ihm beim Bau half. Dies sind kurze Quellen, keinen historischen Hintergrund oder Material zu den Juden beinhalten.[28]

Einige der Auszüge in Gegen Apion beinhalten neben dem Antiexodus-Bericht Beschreibungen des Inneren und Äußeren des Tempels und einige seiner Rituale. Beispielsweise erklärt Hecataios, es gäbe im Zentrum der Stadt ein umzäuntes Grundstück „mit einem quadratischen Altar, der aus ausgehäuften Steinen besteht, die unbehauen und roh sind“. Der Tempel selbst ist „ein großes Gebäude, das einen Altar und einen Lampenständer beinhaltet, beide aus Gold gemacht … darüber ein Licht, das nie gelöscht wird… es gibt nicht eine einzige Statue oder Weihopferstätte, nicht die Spur einer Pflanze in der Form eines heiligen Hains oder etwas in der Art“.[29] Und in seinem Bericht der Belagerung Jerusalems durch Titus beschreibt Tacitus den Tempel als „… wie eine Zitadelle gebaut, mit eigenen Mauern … die Kolonnaden bilden eine hervorragende Verteidigungsanlage. Innerhalb des Geländes gibt es eine nicht versiegende Quelle“.[30]

Zusätzlich zu den physischen Beschreibungen erwähnen die Autoren den religiösen Aspekt des Tempels, der sich radikal vom griechischen und römischen Heidentum unterscheidet. In dem von Diodorus bewahrten Text erwähnt Hecataios die Priester und ihre Dienste im Tempel und beschreibt sogar einen Lobpreisdienst und eine Opferung.[31] Gleichermaßen vermerkt der römische Historiker Livy aus dem ersten Jahrhundert, dass die Juden nichts sagen, „welcher Gottheit der Tempel in Jerusalem gehört, noch ist dort ein Bildnis zu finden, da sie nicht glauben, dass Gott eine Gestalt hat“.

Im gleichen Ton berichtet Tacitus, es gäbe „keine Darstellungen von Göttern darin, doch … der Ort war leer und der heilige Schrein beinhaltete nichts“ und „nur ein Jude darf sich seinen Türen nähern und allen außer den Priestern war es untersagt seine Schwelle zu überschreiten“.[32] Cassius Dio (ca. 200 unserer Zeitrechnung) erinnert sich, dass die Juden „niemals eine Statue der Gottheit hatten, nicht einmal in Jerusalem“. Letzterer erklärt, dass ihr Tempel „extrem groß und schön war, nur dass er offen und ohne Dach war“.[33]

Hecataios, Livy und Cassius Dio erklären in sachlicher Art das Nichtvorhandensein von Darstellungen als Teil des jüdischen „Andersseins“. Verschiedene griechische Autoren jedoch interpretieren die Tatsache, dass es keine Götterstatuen im Tempel gab, als ungewöhnlich, aber auch als barbarisch und Hinweis auf jüdische Misanthropie. Aus ihrer Sicht war es unvorstellbar, dass ein heiliger Schrein leer ist. Daher boten mehrere Autoren ihre Version dessen, was genau in dem Tempel stand. Diodorus (1. Jhdt.) schreibt, „Antiochus, genannt Epiphanes, nach dem Sieg über die Juden das Innerste Heiligtum des Tempels des Gottes betrat, das nach dem Gesetz nur der Priester alleine betreten durfte. Dort fand er die Marmorstatue eines Mannes mit langem Bart, der auf einem Esel saß, ein Buch in der Hand; er sollte das Abbild Moses, des Gründers Jerusalems sein… der den Juden ihre misanthropischen und gesetzlosen Bräuche geweiht hatte. … Antiochus … opferte vor dem Bildnis des Gründers und dem Altar im Freien dem Gott eine große Sau.“[34] Diodorus behauptet, was am heiligsten Ort des Judentums stand, war lächerlich und abstoßend: die Anwesenheit einer Statue auf einem Esel, einem niederen Lasttier, dessen Reiter die jüdische Fremdenfeindlichkeit eingeführt hatte; und dass Antiochus ein Tier opferte, von dem jeder weiß, dass es den Juden in ihrer heiligsten Stätte verboten ist.[35]

Apion (mitt des ersten Jahrhunderts) vermittelt eine gehässige und verleumderische Beschreibung der Inhalte des Heiligtums in Jerusalem. Um seinen antijüdischen Argumenten mehr Gewicht zu verleihen, schreibt Apion seinen Bericht dem bekannten griechischen Philosophen und Völkerkundler Posidonius (ca. 135-51 vor unserer Zeitrechnung) und dem Redekünstler Apollonius Molon (1. Jhdt. vor unserer Zeitrechnung) zu.[36] Wie im Fall des Diodorus dient die Invasion des Antiochus Epiphanes als Ausgangspunkt der Beschreibung und zwar wie folgt: „Innerhalb des Heiligtums … hielten die Juden einen Eselskopf [aus Gold gefertigt], beten das Tier an und halten es für zutiefst verehrenswert.“[37]

Die Erzählung wir mit einer erstaunlichen Schmähung fortgesetzt. Apion berichtet, dass, als Apion das Heiligtum betrat, einen Griechen dort gefangen gehalten vorfand, auf einem Sofa neben einem Tisch, der mit exzellentem Essen beladen war. Der Grieche jubelte Antiochus als seinem Retter zu. Denn nach Angaben von Apion entführten die Juden gewöhnlich einmal im Jahr einen Griechen, brachten ihn in das Heiligtum, mästeten ihn mit üppigen Mahlzeiten, opferten ihn, aßen sein Fleisch und schworen dann einen Eid der Feindseligkeit gegenüber den Griechen.[38] Während Josephus diese Falschaussage als böswilligen Müll und Lügen ohne Grundlage abtut, ist doch klar, dass die Tatsache, dass die Juden keine Statuen in ihrem Tempel in Jerusalem hatten, als Hintergrund für Fälschungen und Beschuldigungen wie Entführungen, Menschenopfer, Kannibalismus und Misanthropie seitens der Juden diente.[39] Diese Verleumdung bot die Grundlage für die Versuche sie ihnen ihre Bürgerrechte zu berauben, die ihnen im Alexandria des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung in Alexandria durch Personen wie Apion abgestritten wurden. Daher stellt sich der Tempel als bedeutendes Merkmal des heidnischen Antijudaismus heraus.

Zusätzlich wurde die Tatsache, dass die Juden jährlich dem Tempel spendeten, wodurch sie ihn mit silbernen und goldenen Objekten und Geld anfüllten, als Streitpunkt betrachtet. Im Jahr 59 vor unserer Zeitrechnung verteidigte der große römische Redner Cicero Flaccus, als dieser die Juden des Reiches davon abhalten wollte große Geldsummen nach Jerusalem zu schicken. Cicero beschreibt die Sammlung riesiger Mengen an Gold und nennt das Judentum einen „barbarischen Aberglauben“.[40]

Tacitus fügt seiner Kritik am Judentum und dem Tempel eine finanzielle Dimension hinzu, indem er sich beschwert, dass andere Völker sich den Juden anschließen, „der Religion ihrer Vorväter abschwören … Tribute schicken und für Jerusalem spenden, womit sie den Reichtum der Juden vermehren“.[41] Während sowohl Cicero als auch Tacitus Jerusalem als Ziel der Spenden der Juden erwähnen, wird aus dem Kontext klar, dass sie für den Tempel bestimmt sind, den Letzterer als „im Besitz enormer Reichtümer“ beschreibt.[42]

Daraus ist zu schließen, dass Beschreibungen des Tempels einen Teil der Berichte über Jerusalem und das Judentum bilden. Sie reichen vom Faktischen bis zum Verleumderischen und Bizarren. Für die Griechen und Römer war Jerusalem für seinen Tempel berühmt, der als Fokus der fremdenfeindlichen, seltsamen und möglicherweise bedrohlichen Riten der Juden diente, deren Spenden viel Gold in die Stadt brachten. Dieses mag ein gewisses Maß an Neid unter den Nichtjuden begünstigt haben. Nach seiner Zerstörung im Jahre 70 bestand die Erinnerung an den Tempel in der retrospektiven Geschichtsschreibung von Tacitus und Cassius Dio fort.

Historische Ereignisse

Jerusalem und der Tempel erscheinen als Ort mehrerer wichtiger historischer Ereignisse, hauptsächlich bei der Eroberung durch griechische Monarchen und römische Generäle. Wir haben von der Bedeutung des Einzugs von Antiochus IV. Ephiphanes und seiner Plünderung des Tempels erfahren, die als Vorwand für antijüdische Beschreibungen des Inneren des Heiligtums, Verdrehungen über das Judentum und der Verleumdung der Juden herhielten. Antiochus erscheint in den Werken des Diodorus und des Apion in positivem Licht, wie oben angeführt. Gleichermaßen präsentiert Tacitus Antiochus positiv als Prototypen eines Führers, der versucht „den jüdischen Aberglauben abzuschaffen und die griechische Zivilisation einzuführen“.[43]

Es ist bemerkenswert, dass eine frühere Eroberung Jerusalems durch den griechisch-ägyptischen König Ptolemäus, den Sohn des Lagos, der dem obskuren Agatharchides von Knidos (2. Jhdt. vor unserer Zeitrechnung) bereits eine Gelegenheit sich zu der Tatsache zu äußern, dass „das als Juden bekannte Volk, das die überaus stark befestigte Stadt bewohnten, die von den Einheimischen Jerusalem genannt wurde“, ihre Stadt verloren, weil sie sie am Sabbath nicht verteidigen konnten. Josephus schließt dieses Zitat in Gegen Apion als eine der frühen heidnischen Kritiken des jüdischen Sabbath ein, den Agatharchides als „Torheit“, „Träumerei“ und „traditionelle Einbildungen über das Gesetz“ bezeichnet.[44]

In diesem Fall dient die Eroberung Jerusalems als Hintergrund für die unvorteilhaften Kommentare über den Sabbath. Gleichermaßen schreibt Cassius Dio die Eroberung des Tempels durch den römischen General Pompejus den Großen im Jahr 63 der Tatsache zu, dass die Juden, angesichts ihrer „abergläubischen Ehrfurcht“ die Stadt am „Tag des Saturn“ (dem Sabbath) nicht verteidigten.[45] Cassius Dio konzentriert sich jedoch auf römische Siege und Leistungen und erwähnt das Thema Sabbath nur nebenbei.

Der Biograph Plutarch (Mitte erstes bis Anfang zweites Jahrhundert) vermerkt die Belagerung Jerusalems durch den Seleukidenmonarchen Antiochus VII. Sidetes von 133 bis 132 vor unserer Zeitrechnung zur Zeit des jüdischen Laubhüttenfestes. Der Autor beschreibt dieses Fest ausführlich in einer anderen Arbeit.[46] Nach Angaben von Plutarch lieferte Antiochus VII. die Opfertiere für den Tempel und erlaubte eine siebentägige Waffenruhe, nach der sie Juden sich ihm unterwarfen.[47] Aus dieser Passage wird deutlich, dass die Einwohner Jerusalems die Juden sind, dass ihr Tempel dort steht und dass ihre religiösen Bräuche Auswirkungen auf den Ausgang des Einfalls der griechischen Herrscher hatte.

Jerusalem dient auch als Schauplatz für Lobreden auf römische Persönlichkeiten oder die Glorifizierung der Siege und Geschichte Roms. Die Eroberung Jerusalems und des Tempels durch Pompejus den Großen im Jahr 63 erscheint in mehreren römischen Quellen. Livy erklärt fälschlicherweise, dass Pompejus der erste war, der Jerusalem und den Tempel eroberte.[48] Andere Autoren konzentrieren sich auf die Tatsache, dass Pompejus weder dem Tempel Schaden zufügte noch etwas von dem Gold oder Gerätschaften aus ihm entfernte.[49]

Jerusalem und der Tempel sind in diesen Abschnitten zwar wichtig, aber sie dienen als Hintergrund für das Lob auf die römischen Eroberer. Gleichermaßen bilden die Stadt Jerusalem und ihre Zerstörung Teil der Geschichte des römischen Reiches in den Arbeiten des Tacitus und des Cassius Dio, im Falle des Tacitus auch für die Leistungen der flavischen Dynastie.[50] Diese Historiker unterstellen römische kulturelle Überlegenheit und politische Hegemonie in der ganzen Welt und die Eroberung und Unterwerfung Jerusalems unterstützte diese Weltsicht.

Ein herausstechendes Beispiel für die Rolle Jerusalems als Ort eines weniger wichtigen Ereignisses im Leben eines Kaisers kann in Suetons Die zwölf Cäsaren gefunden werden, einer Arbeit, die mit reichlich intimen Details des öffentlichen und privaten Lebens der ersten zwölf römischen Kaiser versehen ist. In seiner Biographie des Titus, damals Kommandeur der kaiserlichen Truppen seines Vaters Vespasian und später selbst Kaiser, schreibt Sueton: „Beim letzten Angriff auf Jerusalem tötete er zwölf der Verteidiger mit genauso vielen Pfeilen; und er nahm die Stadt am Geburtstag seiner Tochter ein, womit er die Soldaten in Freude versetzte und ihre Verehrung gewann…“[51] In diesem Fall „ist das Persönliche politisch“ und Jerusalem dient als Ort der Erinnerung an ein Ereignis im Privatleben des Titus.

Schließlich benennt Cassius Dios unverzichtbarer Bericht über den jüdischen Aufstand gegen Kaiser Hadrian (132-135 unserer Zeitrechnung) das Folgende als eine Ursache der Revolte: „In Jerusalem gründete er [Hadrian] eine Stadt an Stelle derer, die geschleift worden war; er nannte sie Aeolia Capitolina. An der Stelle des Tempels des Gottes errichtete er einen neuen Tempel für Zeus [Jupiter].“[52] Dio fährt dann mit seinem Bericht über den Aufstand der Juden und seiner systematischen Niederschlagung durch die Römer fort.

Obwohl die Quelle sich auf den Verlauf der Revolte gegen Hadrian konzentriert, wird die Gründung einer heidnischen Stadt auf den Ruinen Jerusalems und eines heidnischen Tempels auf dem Tempelberg als historische Tatsache dargestellt und nicht einfach als Hintergrund für die Ansichten des Autors zur jüdischen Religion oder seines Lobes eines bestimmten Kaisers. Einmal mehr werden Jerusalem, der Tempel und die Juden in einem wichtigen römischen Geschichtswerk miteinander verbunden, das mehr als ein Jahrhundert nach der Zerstörung der Stadt und seines heiligsten Ortes schrieben wurde.

Physische Beschreibungen

Griechen und Römer zeigten ein großes Interesse an ihrer Umgebung, fernen Ländern, Naturphänomenen und Sehenswürdigkeiten; dazu gehörte auch Jerusalem. Einige der Beschreibungen Jerusalems gehen Details über den Tempel und das Judentum voraus; andere erfolgen innerhalb des Kontextes historischer Ereignisse wie der Belagerung durch Titus im Jahr 70. Allgemein kann man sagen, dass Jerusalem als stark befestigte Stadt mit einem Tempel erscheint, die schwer zu erobern ist. Ein paar Autoren erwähnen, dass sie über Wasserquellen verfügt und eine Reihe Autoren geben Maße ihrer Fläche an. Trotz der Neigung der antiken Welt Zahlen zu übertreiben ist klar, dass Jerusalem relativ groß und bevölkerungsreich war.

Der in Gegen Apion zitierte Auszug von Hecataios beschreibt die Stadt wie folgt: „Die Juden haben… nur eine befestigte Stadt, die einen Umfang von etwa 50 Stadien besitzt und etwa hundertzwanzigtausend Einwohner; sie nennen sie Jerusalem. Beinahe im Zentrum der Stadt steht eine Steinmauer, die eine Fläche von etwa fünf Plethra lang hundert Ellen breit, in die man durch ein Doppeltor eintritt.“[53] Dann geht er zur Beschreibung des Tempels über.

Agatharcides vermerkt, dass Jerusalem „die am stärksten befestigte Stadt“ ist.[54] Der unbekannte griechische Autor Timochares (spätes 2. Jhdt.) erklärt: „Jerusalem hat einen Umfang von 40 Stadien. Sie ist schwer zu erobern, da sie auf allen Seiten von steilen Schluchten umgeben ist. Die ganze Stadt hat einen Überfluss an fließendem Wasser, so dass auch die Gärten von den Strömen aus der Stadt bewässert werden.“[55]

In der anonymen Schoinometresis Syriae, die möglicherweise von Xenophon von Lampsacus (ca. 100 unserer Zeitrechnung) geschrieben wurde, vermerkt der Autor: „Jerusalem liegt auf hoch gelegenem und rauem Terrain; einige Teile der Mauer sind aus behauenem Stein gebaut, aber zumeist besteht sie aus Kies. Die Stadt hat einen Umfang von 27 Stadien und innerhalb gibt es eine Quelle, aus der Wasser in Hülle und Fülle sprudelt.“[56]

Gleichermaßen zeichnete der römische Universalgebildete Plinius der Ältere (starb 79 unserer Zeitrechnung) in seiner berühmten Naturgeschichte auf, dass das Tote Meer „im Süden Machaerus zuwendet, das einmal nach Jerusalem die wichtigste Festung in Judäa war…“ und das „Engeda [die Oase Ein Gedi] in der Fruchtbarkeit ihres Landes und den Palmenhainen nur hinter Jerusalem zurückstand, aber jetzt, wie Jerusalem, ein Haufen Asche ist.“[57]

Sowohl Tacitus als auch Cassius Dio liefern in ihren Berichten der römischen Eroberungen der Stadt Details zu Jerusalem. Trotz der Tatsache, dass sie zerstört worden war, nutzt Tacitus die Gegenwartsform, als würde sie noch stehen. Vor seinem weitschweifigen Abschnitt über die Große Revolte gibt er eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der Stadt, die er folgendermaßen einleitet: „… Die erste Festungslinie schützte die Stadt, die nächste den Palast und die innerste den Tempel.“[58] Zu Zeit der Belagerung Jerusalems durch Titus beschreibt Tacitus dessen Verteidigungsanlagen: „… die Stadt liegt auf einer Anhöhe;… die beiden Hügel, die noch höher hinaufragen, wurden mit Mauern umgeben, die sachkundig gebaut waren… Die Steine endeten in jähen Felsen und Türme erhoben sich zu einer Höhe von sechzig Fuß, wo der Hügel die Befestigungen unterstützte und von den Tälern aus erreichten sie einhundertzwanzig; sie bildeten einen wundervollen Anblick… Eine innere Linie von Mauern war um den Ort gebaut worden und auf einer auffälligen Höhe stand der Turm der Antonia… in den Hügeln gibt es unterirdische Aushebungen mit Becken und Zisternen, die das Regenwasser speichern.“[59]

Cassius Dio sagt kurz, dass zur Zeit der Belagerung durch Titus einige Römer glaubten, die Stadt sei uneinnehmbar und zur Gegenseite überliefen. Ihre Stärke lag in der Tatsache, dass sie „drei Mauern hatte“, einschließlich der, die den Tempel umgab“ und dass die Juden „Tunnel aus dem Innern der Stadt gegraben hatten, die unter den Mauern hindurch führten“, aus denen heraus sie die römischen Wasserversorgung angriffen.[60] Sowohl Tacitus als auch Cassius Dio betonen, die Befestigungen der Stadt und zeigen so die große Leistung auf, die die Römer durch die Eroberung und völligen Zerstörung Jerusalems erbrachten. Die physischen Beschreibungen werden eindeutig der Verherrlichung des römischen Reiches untergeordnet.

Der Gebrauch des Begriffs „Solyma“

Verschiedene römische Autoren nach dem Jahr 70 benutzen den Begriff „Solyma“ (Jerusalem) in abfälliger Weise. Wie oben beschrieben war die Erklärung der Etymologie des Namens der Stadt Teil der Gründungserzählungen von Lysimachus, Plutarch und Tacitus. Nach der Zerstörung Jerusalems scheint der Begriff „Solyma“ eine abschätzige Bedeutung angenommen zu haben, die in persönlichen Beleidigungen und Beschuldigungen benutzt wurde und nichts mit seiner Herkunft zu tun hat. Dieser Gebrauch des Begriffs bedeutet sowohl Verhöhnung des Judentums als auch die Verbindung mit einem besiegten Volk und einer zerstörten Stadt, deren Eroberung für die Römer schwierig war.

Offensichtlich war das Judentum, trotz der Tatsache, dass Jerusalem in Ruinen lag und seine Einwohner getötet, ins Exil getrieben oder in die Sklaverei verkauft worden waren, für die Römer weiterhin attraktiv. Im späten ersten Jahrhundert beleidigen sowohl Valerius Flaccus als auch der für seine Spottgedichte berühmte Martial ihre nicht jüdischen Rivalen und Gegner dadurch, dass sie sie mit „Solyma“ in Verbindung bringen. In seiner Hetzschrift gegen Domitian, den Bruder des Titus, vermerkt Flaccus, dieser „stinke nach dem Staub von Solyma“. Martial vergleicht seinen Rivalen verächtlich mit dem, der „aus dem jetzt von Feuer verzehrten Solyma kommt, das jetzt zu Tributzahlungen verdammt ist“.[61]

Der Begriff erscheint in den Satires von Juvenal (60-130 unserer Zeitrechnung), der einige Spitzen gegen das Judentum verfasste, das er als abergläubischen Unsinn und wegen seiner Popularität destruktiv für die römische Gesellschaft und das römische Familienleben betrachtete. Er etikettiert die Juden als falsche Propheten und Bettler und verspottet „eine gelähmt Jüdin“, die „Auslegerin der Gesetze Jerusalems“ ist. (latein. legum Solymarum).[62] In diesem Fall bedeutet „Solyma“ oder „Jerusalem“ die verhasste Religion des Judentums.

Schlussfolgerung

Für antike griechisch- und römisch-heidnische Autoren war Jerusalem eine jüdische Stadt und der Ort des Tempels, des heilige Ortes der Juden. Sie wurde weit in der Vergangenheit von Juden des Altertums gegründet, vermutlich von Moses, der ein Volk Ausgestoßener anführte, die aus Ägypten vertrieben worden waren; er gründete ihre Theologie, Gesetze und Bräuche, die für den Großteil der Menschheit schädlich waren und es weiter sind.

Der Tempel war das religiöse Zentrum der Juden, wo ihre Feindschaft gegenüber anderen verstärkt wurde. Jerusalem war ein stark befestigte und fruchtbare Stadt, die verschiedentlich von Griechen und Römern angegriffen wurde. Zwar gegen ihrer natürlichen Verhältnisse und ihrer Befestigungen schwer zu erobern, marschierten die Römer in sie ein und zerstörten später sowohl die Stadt als auch den Tempel. Alle Juden waren mit Jerusalem verbunden, durch historische Herkunft, finanzielle Abgaben an den Tempel oder religiöse Sitten, die aus dieser Stadt und ihres Gründers herrührten.

Da das Judentum als eine Art fremdenfeindlichen Aberglaubens betrachtet wurde, von Natur aus den heidnischen Göttern und dem griechischen wie römischen Lebensstil feindlich gesinnt und eine Bedrohung der römischen Gesellschaft, weil sie für viele ansprechend war, wurden die Erinnerung und der Begriff „Solyma“ oder „Hierosolyma“ gelegentlich zum Synonym für alles, was jüdisch war und von den verschiedenen römischen Autoren verabscheut wurde. Daher war die einzige Identität Jerusalems sein Status als „Hauptstadt der Juden“.

Anmerkungen:

* Für Isaac Jacob Meyers (1979-2008) In Memoriam Perpetuam.
Mein Cousin Isaac Jacob Meyers aus New York war Doktorand der Klassischen Antike an der Harvard University. Als praktizierender Jude liebte Isaac Jerusalem, das Judentum, Hebräisch, Latein und Griechisch. Sein vorzeitiger Tod durch einen Verkehrsunfall ist ein großer persönlicher Verlust und ein Verlust für die Gelehrtenwelt. Möge die Erinnerung an ihn gesegnet sein.
Ich möchte meinen Dank aussprechen: an Herrn David Zwebner und Herrn Menahem Lewinsky von der Hazvi Yisrael-Synagoge in Jeruaslem, die mich einluden am Jerusalem-Tag, 1. Juni 2008, vor ihrer Gemeinde zu sprechen, wo ich einen Vortrag in Hebräisch zu diesem Thema hielt, der als Inspiration zu diesem Aufsatz diente.

[1] Tacitus: Historiae V, 8,1, in: Menahem Stern: Greek and Latin Authors on Jews and Judaism. Jerualem: Israel Academy of Sciences and Humanities, Vol. II, Nr. 281, 1980, S. 21, 28. Der lateinische Text ist: „Hierosolyma genti caput.“Der Begriff „gens“ bezieht sich auf das Volk von Judäa, die Juden, die im ersten Teil des Satzes erwähnt werden. Alle Quellen in diesem Aufsatz entstammen Sterns Anthologie, s. Anmerkung 9.
[2] Dennis Ross: The Missing Peace. The Inside Story of the Fight for Middle East Peace. New York, Farraf, Straus and Giroux, 2004, S. 694, 699. Es sit bemerkenswert, dass die heidnische Stadt Nablus (die arabische Aussprache des griechischen “Neapolis”) vom römischen Kaiser Vespasian einige Jahre nach seinem Sieg über die Juden und der Zerstörung des Tempels und Jerusalems im Jahr 70 gegründet wurde. Neapolis, das in Samaria in der Nähe der biblischen Stadt Schechem liegt, hatte eine heidnische Bevölkerung. Eine kurze Beschreibung der offiziell von der palästinensischen Autonomiebehörde unterstützten und geförderten Umschreibungen und Fälschungen der antiken Geschichte Jerusalems und der Region zur Negierung ihrer jüdischen Vergangenheit, der Leugnung jüdischer Ansprüche und Ersetzung derselben durch die von Arabern, Muslimen und Palästinensern ist hier zu finden: Itamar Marcus/Barbara Crook: „Antisemitism among Palestinian Authority Academics“, Post Holocaust and Antisemitism 69, 1. Juni 2008.
[3] Die vehemente Negierung der Existenz einer jüdischen, vorislamischen Vergangenheit in der Geschichte Jerusalems und zahlreicher Gegenschilderungen, die behaupten, dass der Tempel von Adam oder Abraham gebaut und später von König Salomo und Herodes renoviert wurde, hat Yitzhak Reiter gesammelt und analysiert in: From Jerusalem to Mecca and Back: The Muslim Rallying Around Jerusalem. Jerusalem, Institute for Israel Studies, 2005 [Hebräisch]. Eine Zusammenfassung gibt es von Nadav Shragai: „In the Beginning was Al-Aqsa“, Ha’aretz, 27. November 2005. Zum Gebrauch muslimischer Argumente bei der Werbung für Pläne zur Teilung Jerusalems siehe Nadav Shragai: „Jerusalem: The Danger of Division“, 1-6 (Hebräisch) auf http://www.jcpa.org/. Zur islamischen Besitzergreifung der biblischen jüdischen Vergangenheit s. Jacob Lassner: „The Origins of Muslim Attitudes toward the Jews and Judaism“. Judaism, 39, 4 (Herbst 1990), S. 494-507. Lassner schreibt: „…die muslimische Antwort auf die Juden und das Judentum entstammt einem intensiven Wettstreit zur Besetzung der zentralen Bühne, die für beiden Religionen heilig ist. Die Geschichte der Juden war eine Historie, die Muslime sich im Koran, seinen Kommentaren und anderen islamischen Texten aneigneten.“ (S. 497-498). Die ‚Geschichte Jerusalems scheint ebenfalls in diese Kategorie zu gehören.
[4] Für eine triftige Präsentation der Fragen siehe Dore Gold: The Fight for Jerusalem: Radical Islam, the West, and the Future of the Holy City. Washington D.C., Regnery, 2007. Eine exzellente Integration der historischen und archäolgoischen Quellen kann gefunden werden bei Lee I. Levine: Jerusalem. Portrait of a City in the Second Tempel Period (538 BCE – 70 CE). Philadelphia, Jewish Publication Society, 2002, der eindeutig den jüdischen Charakter Jerusalems in der Zeit des zweiten Tempels nachweist. Zu den Tempelberg-Ausgrabungen siehe Eliat Mazar: The Complete Guide to the Temple Mount Excavations. Jerusalem, Shoham Academic and Research Publication, 2002.
[5] Martin Goodman betont den heftigen Antijudaismus der flavischen Dynastie (69-96 unserer Zeitrechnung), die ihr Prestige dem entscheidenden und brutalen Sieg über die Juden verdankt. Darüber hinaus initiierten die Flavier nach der Zerstörung Jerusalems eine antijüdische Politik, um zu zeigen, dass „die nicht nur die Bezwingung Judäas gefeiert wurde, sondern die des Judentums“. Goodman führt an, dass diese imperiale Politik eine Quelle des christlichen Antijudaismus war: Rome and Jerusalem: The Clash of Ancient Civilizations. London, Penguin Books, 2007, S. 453ff, 582ff. Ähnlich berichtet Rene S. Bloch die negativen Äußerungen des Tacitus im antijüdischen Diskurs der flavischen Ära und ihren Einfluss auf westliche Haltungen zu Juden und Judentum: Antike Vorstellungen vom Judentum: Der Judenexcursus des Tacitus im Rahemen der griechisch-römischen Ethnographie. Stuttgart, Franz Steiner-Verlag, 2002, S. 221-223.
Zu griechischen und römischen Einstellungen zu Juden und Judentum siehe E. Gabba: „The Growth of anti-Judaism or the Greek Attitude towards Jews“. In: W.D. Davies/L. Finkelstein u.a.: The Cambridge History of Judaism, Vol. II: The Hellenistic Age. Cambridge, Cambridge University Press, 1989, S. 614-656; Louis H. Feldman: Jew and Gentile in the Ancient World. Princeton, N.J., Princeton University Press, 1993), insbesondere S. 123-176; Peter Schaefer: Judeophobia: Attitudes toward the Jews in the Ancient World. Cambridge, Mass., Harvard University Press, 1997. Zur Herkunft des Antisemitismus in Ägypten im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und den Umständen des ersten Pogroms gegen Juden, das im Jahr 38 in Alexandria stattfand und von der griechischen Mehrheit begangen wurde, siehe Manfred Gerstenfeld: Interview with P.W. van der Horst: „The Egyptian Beginning of Anti-Semitism’s Long History“, Post Holocaust and Anti-Semitism, 62, 1. November 2007.
[6] Josephus: The Life; Against Apion, ins Englsiche übersetzt von H. St. John Thackery, Cambridge, Mass., Harvard University Press, 1966. Eine Zusammenfassung der Geschichte, Bedeutung und Inhalte von Gegen Apion findet sich bei E Schuerer: The History of the Jewish People in the Age of Jesus Christ, rezensiert von Geza Vermes und Fergus Millar, Edinburgh, T.&T. Clark, 1973, I, S. 54-60. Die jüngste, gründliche Studie von Gegen Apion (in Englisch) ist: Louis H. Feldman/John R. Levison (Hg): Josephus‘ Contra Apionem: Studies in Ist Character and Context, Leiden, Brill, 1996.
[7] Josephus: Against Apion, II, S. 151-296.
[8] Schuerer, I, S. 20-43, 63-68.
[9] Menachem Stern: Greek and Latin Authors in Jews and Judaism, I-III. Jerusalem, Israel Academy of Sciences and Humanities, S. 1974-1984. Mein Lehrer Prof. Menahem Stern, gesegneten Andenkens, war Profossor für Jüdische Geschichte der Zeit des Zweiten Tempels an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Stern war ein produktiver Gelehrter und Experte für griechische und lateinische Texte. Er wurde 1989 in Jerusalem auf dem Weg zur Hebräischen Universität und der Nationalbibliothek in Jerusalem von einem palästinensischen Terroristen ermordet. Eine frühere, weniger umfangreiche Anthologie über griechische und lateinische Texte ist Theodore Reinach: Textes d’auteurs grecs et romains relatifs au Judaisme. Paris, Ernest Leroux, 1895 (in Französisch).
[10] Arnaldo Dante-Momigliano: „The Hellenistic Discovery of Judaism“. In: Alien Wisdom: The Limits of Hellenization. Cambridge, Cambridge University Press, 1975, S. 74-96. Momigliano erklärt, dass “zum Ende des sechsten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung sie bereits Bücher zu Ethnographie und Geographie schrieben“ (S. 74).
Nach Angaben von Bloch, passim., S. 222, bezogen sich griechische und römische Autoren anders auf die Juden als auf andere antike Völker, deren Kleidung, Wohnorte, Klima und Waffen ausführlich diskutiert wurden.
[11] Herodot: Historiae II, S. 104,3; Stern, I, Nr. 1, 2.
[12] Zu Übernahme des Begriffs „Palästina” und „Palästinenser“ durch die palästinensischen Araber des 20 Jahrhunderts und ihren Gebrauch als ethnisches Identifikationsetikett, die aber ursprünglich und über Jahrtausende hinweg geographische Begriffe waren, s. Bernard Lewis: „The Palestinians and the PLO: A Historical Approach“, Commentary 59 (Januar 1975), S. 32-48. Lewis vermerkt, dass die Römer Judäa 137 unserer Zeitrechnung in „Syria Palestina“ umbenannten und Jerusalem in „Aelia Capitolina“, um „die letzten Funken nicht nur der [Bar Kochba] Revolte, sondern der jüdischen Nationalität und Staatlichkeit auszumerzen … mit derselben Absicht – seine historische jüdische Identität zu tilgen“ (S. 32).
[13] Eine Zusammenfassung der wissenschaftlichen Interpretationen der verschiedenen Reaktionen der Juden auf den Einfluss des Hellenismus und die Bedeutung der Hellenisierung in der jüdischen Geschichte des Zeit des zweiten Tempels und des Talmud findet sich bei L. Levine: „Hellenism and the Jewish World of Antiquity“, Judaism and Hellenism in Antiquity: Conflict or Confluence. Seattle, University of Washington Press, 1998, S. 3-32.
[14] Momigliano, S. 90-91; Johanan Hans Lewy: „Aristotle and the Jewish Sage“, in: Studies in Jewish Hellenism (Hebräisch: Olamot Nifgashim). Jersualem, Bialik Institute, 1969, S. 15-43; Josephus: Against Apion, I, S. 176-183; Stern, I, VII, Nr. 15, S. 47-52.
[15] Zu den Antiexodus-Schilderungen als wichtigem Motiv griechisch-römischen Antisemitismus siehe: Van der Horst; Schaefer, S. 15-33. Momigliano, S. 91-95, ist der Ansicht, dass die griechischen Autoren entweder nichts vom Bericht des Exodus in der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der Torah, wussten oder die Anerkennung ihrer Historizität ablehnten. Im Gegensatz dazu bleibt Erich S. Gruen dabei, dass diese Erzählungen nicht Teil einer konzertierten antijüdischen Kampagne der Heiden waren; sie „stammen von ägyptischen Verzerrungen jüdischer Legende, aber im Gegenteil, der jüdische Erfindergeist eignete sich den ägyptischen Mythos an.“ („Der Gebrauch und der Missbrauch der Exodus-Geschichte“, Heritage and Hellenism: The Reinvention of Jewish Tradition. Berkeley, University of California Press, 1998, S. 41-73, insbesondere S. 71-73. Gruens Argument ist jedoch weder von Bedeutung noch überzeugend, da klar ist, dass die oft wiederholten Antiexodus-Erzählungen tatsächlich Teil der wesentlichen Stützung des Antijudaismus und des Judenhasses in der griechisch-römischen Welt formen. Eine Reaktion auf Gruen bietet John J. Collins: „Reinventing Exodus: Exegesis and Legend in Hellenistic Egypt“. Jewish Cult and Hellenistic Culture, Leiden, Brill, 2005, S. 44-57 und 191-193.
[16] Die Antiexodus-Texte des Hecataios: Aegyptiaca, in: Diodorus Siculus: Bibliotheca Historica XL,3 (Photius, Cod. 244). Stern, I, V, Nr. 11, 1-8, S.20-35, in: Against Apion I, S. 183-204; Stern, I, V, Nr. 12, S 35-44; und bei Manetho in: Against Apion I, S. 73-91, 93-105, 228-252; Stern, I, X Nr. 19-21, S. 66-86. Zu den Theorien über das Datum der Hecataios zugeschriebenen Texte s. Anmerkung 21.
[17] Van der Horst, op.cit.
[18] Daniel R. Schwarz: „Introduction“ zu Studies in the Jewish Background of Christianity. Tübingen, Mohr, 1992, S. 10-15 weist das weit verbreitete Phänomen des Übertritts zum Judentum, einem Lebensstil und Glaubenssystem, das über territoriale Grenzen hinaus ging, dem Einfluss der massiven kulturellen Angleichung an den Hellenismus in der gesamten mediterranen Welt zu, durch die man hellenisiert werden konnte, ohne in Griechenland zu leben. Zur Attraktivität des Judentums und dem Erfolg des Bekehrungseifers unter Griechen und Römern siehe Feldman, S. 177-341. J.H. Lewy: „The Second Tempel Period in Light of Greek and Roman Literature”, op.cit., S. 3-14 argumentiert, die Krisen, die antijüdische Schriften stimulierten, war der Zustrom von Juden in das ptolemäische Ägypten während des dritten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung, der Triumph der Hasmonäer-Dynastie (Mitte bis Ende des zweiten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung) gegen die griechischen Seleukiden, die hasmonäische Politik gegenüber den Griechen, die Unterwerfung der ehemaligen griechischen Herrschaftsgebiete unter die Römer und die vom römischen Kaiser GAius Caligula durch sein Beharren der Anbetung seiner Statue geschürte Krise. Spätere römische Intellektuelle empfanden die Attraktivität des Judentums und jüdischer Missionstätigkeit als Untergrabung ihres traditionellen Lebensstils. Mit der Wiederholung des Antiexodus-Materials, um seine Kampagne gegen die Rechte der Juden zu unterstützen, führte Apion die griechische Delegation zu Kaiser Gaius Caligula (37-41 unserer Zeitrechnung); das geschah während der Zeit interethnischer Krisen in Alexandria, die durch die kaiserliche Politik und das Pogrom des Jahres 38 verschlimmert wurde. Zu Alexandria siehe Van der Horst, op.cit.; Schaefer: Judeophobia, S. 136-160; und Collins: „Anti-Semitism in Antiquity? The Case of Alexandria“, op.cit., S. 181-201.
[19] Tacitus: Historiae V: 4,1; Stern II, XCII Nr. 281, S. 19, 25. Nach Angaben von Bloch (S. 221-223) spiegelt der Exkurs von Tacitus zu den Juden den antijüdischen Diskurs der flavischen Ära und den Glauben an die Überlegenheit des römischen Reiches wider. Siehe Goodman, S. 453ff. Erich S. Gruen jedoch spielt jede Vorstellung einer „lange gärenden Feindseligkeit“ als Grundlage antijüdischen Ausdrucks in Folge der Revolte in Judäa herunter und schreibt die negativen römischen Einstellungen dem Schock der Herausforderung durch ein „lächerliches“ Volk zu. Gruen: Roman Perspectives on the Jews in the Age of the Great Revolt“ in: Andrea M. Berlin/J. Andrew Overman: The First Jewish Revolt: Archeology, History, Ideology. London, Routledge, 2002, S. 27-39.
[20] Manethos Verweis auf Jerusalem kommt aus seiner Aegyptiaca und wird von Josephus in Gegen Apion widerlegt: Against Apion I, S. 90; I, S. 93; I, S. 228; Stern, I, X, Nr. 19 S. 68-69; Nr. 20 S. 74-75; Nr. 21 S. 78, 81, 83.
[21] Hecataios, in Stern, I, V, Nr. 11 S. 26-28. Nach Stern (I S. 20-24) schrieb Hecataios ca. 300 vor unserer Zeitrechnung. Seine Aegyptiaca kommt über das Werk von Diodorus Sirculus aus dem ersten Jahrhundert zu uns, dies wiederum über die Bibliotheca des Photius aus dem 10. Jhdt. Diodorus könnte den Originaltext verändert haben. Against Apion I S. 183-204 schließt einen Abschnitt mit dem Titel „On the Jews“ (Von den Juden) von Hecataios ein, der als früheste griechische Beschreibung des Tempels und Jerusalems gilt. Mehrere Forscher haben die Authentizität der Absätze bei Josephus in Frage gestellt. Stern legt die allgemein akzeptierte Meinung vor, Josephus habe „eine jüdische Überarbeitung vorliegen gehabt, so gering diese auch vorgenommen sein mag“, die etwas pro-jüdischer war als das Original von Hecataios (i, S. 23-24). Eine detaillierte Untersuchung des Materials, das Josephus Hecataios zuschreibt, erklärt jedoch, dass es von einem ägyptischen Juden des späten zweiten/frühen ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung und nicht von Hecataios geschrieben worden; s. Bezalel Bar Kochba: Pseudo-Hecataios‘ On the Jews: Legitimizing the Jewish Diaspora, Berkeley, University of California Press 1996, insbesondere S. 110-121, 249-252. Diese Sichtweise passt zu Erich S. Gruens spätere These (Anmerkung 15), obwohl sie nicht allgemein akzeptiert wird. S. auch Bloch, S. 29-36.
[22] Zu Moses in heidnischen Schriften: Feldman: Jew and Gentile, S. 232-287. Zur griechischen Logik hinter der Identität des Gründers der Religion, Eroberer des Landes und Erbauers des Schreins siehe Bloch, S. 34, Anmerkung 38. Josephus: Against Apion II, S. 154-178, 352-365. Josephus führt an, dass Moses der älteste Gesetzgeber der Menschheitsgeschichte ist und seine Gesetze denen andere Völker überlegen sowie allen zugänglich waren.
[23] Diodorus: Bibliotheca Historica XXXIV, 1:1,2,3 in: Stern, I, XXXII Nr. 63.
[24] Lysimachus in: Against Apion I, S. 304-311; Stern, I, LXII Nr. 158, S. 383-386.Stern vermerkt, dass Lysimachus’ Bezugnahme auf Hierosyla ein Beispiel für die Etymologie des Namens einer Nation ist (386, Nr. 311).
[25] Tacitus: Historiae V, 2:1-2; Stern, II, XCII Nr. 281, S. 17-18, 24-25. Stern stellt heraus, dass Tacitus’ Bezugnahme auf “Herosolymus” und “Iuda” denen seines Zeitgenossen Plutarch ähnelt (S. 33, Anmerkung 2:2). Zu Plutarch s. Stern, I, XCI, Nr. 259, S. 563.
[26] Tacitus: Historiae V, 3:1-5:5; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 18-19, 25-27.
[27] Tacitus: Historiae V, 6:1-13:4; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 19-23, 27-31. Bloch, S. 102-107, stellt korrekt heraus, dass Tacitus der politischen Geschichte der Juden vor der Großen Revolte, der Belagerung Jerusalems durch Titus kaum Aufmerksamkeit widmet. Sie interessiert ihn einfach nicht. Die Andersartigkeit der jüdischen Religion, die er von den Juden Roms kennt, war dagegen seiner Kritik würdig (Bloch, S. 222-223).
[28] Menander von Ephesus in Against Apion I, S. 126; Stern, I, XX Nr. 35, S. 120-121; Dius in: Against Apion I, S. 114-115; Stern, I, XXI, Nr 36, S. 124-125; Laetus in: Stern, I, XXIII, Nr. 39, S. 128-129. Vielleicht kannten diese Autoren den biblischen Bericht, der die Beziehungzwischen Salomo und Hiram beschreibt, sowie die Rolle des Zweiten bei der Lieferung des Materials für den Tempel oder erhielten ihre Informationen von einer unbekannten phönizischen Quelle.
[29] Hecataios „On the Jews“ in: Against Apion I, S. 198-199; Stern, I, V, Nr. 12, S. 36-37, 39. S. Anmerkung 21 zu den Problemen mit diesem Abschnitt. Bar Kochba, S. 153-154, 160-168 erklärt, dass der Autor, Pseudo-Hecataios, ein ägyptischer Jude an der Wende zum ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, seine Beschreibung auf Modelle des Tempels aus der griechischen Literatur stützte und mit den heidnischen Tempeln und ihrer Umgebung bekannt war. Daher ist der Tempel in Jerusalem nicht das im Text beschriebene Gebäude.
[30] Tacitus, Historiae V:12:1 (Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 22, 30.
[31] Hecataios in: Diodorus: Aegyptiaca, Bibliotheca Historica LX, S. 3, 4-6; Stern, I, V, Nr. 11, S. 26-28.
[32] Livy in: Stern, I, XLVI, Nr. 133, S. 330. Tacitus: Historiae V: 8:1, 9:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28. Tacitus berichtet, dass erst nach Pompejus’ Eindringen in den Tempel 63 vor unserer Zeitrechnung allgemein bekannt wurde, dass das Heiligtum leer war. Er wiederholt die griechischen Schmähungen und Gerüchte über das Heiligtum nicht.
[33] Cassius Dio: Historia Romana XXXVII, 17:2-3; Stern, II, CXXII, Nr. 406, S. 349, 351.
[34] Diodorus: Bibliotheca Historica XXXIV:2-4; Stern, I, XXXII, Nr. 63, S. 182-183. Zum heidnischen Vorwurf der jüdischen Esels-Verehrung s. Schaefer, S. 58-62.
[35] Dieser Bericht unterscheidet sich von jüdischen Versionen des Eindringens des Antiochus IV. nach Jerusalem und die Schändung des Tempels in Makkabäer I und II. Während alle anderen die Anstrengungen des Antiochus zur Abschaffung der jüdischen Gebräuche betonen, erklärt Diodorus, dass er nach der Annahme von Tribut von den Juden und dem Abriss der Mauern Jerusalems die Juden in Ruhe ließ. Er erwähnt die Juden nicht, die, angeführt von Judas, dem Makkabäer, den Soldaten des Antiochus und seinen Unterstützen den Tempel wieder abnahmen und wieder weihten.
[36] Posidonius in: Against Apion II, S. 80, 89-96; Stern, I, XXVIII, Nr. 44, S. 145-146; Apollonious Molon in: Against Apion II, S. 80, 89-96; Stern, I, XXIX, Nr. 48, S. 12-154; Apion in: Against Apion II, S. 80, 90-96; Stern, I, LXIII, Nr. 170, S. 408-412.
[37] ebenda.
[38] ebenda.
[39] Eine Erklärung der Herkunft der Kannibalismus-Beschuldigungen an die Juden durch Apion könnte bei Stern gefunden werden: Stern, I, S. 412, Anmerkung 89. S. auch Schaefer, S. 62-67. Regelmäßige Entführung und Tötung eines Nichtjuden findet sich natürlich in den mittelalterlichen Ritualmord-Vorwürfen, deren erster im englischen Norwich im Jahr 1144 aufkam. Es gibt riesige Unterschiede zwischen den Behauptungen Apions und dem Zusammenhang der Ritualmord-Vorwürfe in Europa, bei denen unschuldige christliche Kinder als Opfer vorkommen, die von Juden ermordet wurden, um ihr Blut für Pessah-Rituale zu nutzen.
[40] Cicero: Pro Flacco, 28:66-69; Stern, I, XXXIV, Nr. 68, S. 196-201. Zu Ciceros Haltung zu den Juden s. J. Jewy: “Cicero and the Jews in the Pro Flacco”, op.cit., S. 79-114. Nach Feldman, S. 70, waren die Juden Jerusalem und dem Tempel gegenüber so loyal, dass sie bereit waren sich über ein römisches Edikt hinwegzusetzen und große Geldsummen an den Tempel zu schicken.
[41] Tacitus: Historiae V, 5:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 19, 26. Sowohl Bloch (S. 93) als auch Feldman (S. 110) erklären, dass die Tatsache, dass zahlreiche Bekehrte ebenfalls den halben Schekel an den Tempel in Jerusalem zahlten, zur Ansammlung riesiger Geldsummen führte, die im gesamten Reich gesammelt und dem Tempelschatz geschickt wurden, was zu Neid der Nichtjuden auf den jüdischen Reichtum und Antipathien gegenüber Konvertiten zum Judentum führte.
[42] Tacitus: Historiae V, 8:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28.
[43] Tacitus: Historiae V, 8:1; Stern, ebenda.
[44] Against Apion I, S. 209-211; Stern, I, XVII, Nr. 30a, S. 106-107.
[45] Cassius Dio: Historia Romana XXXVII, 15:2:1-4; Stern, II XCII, Nr. 281, S. 21, 28. Josephus preist und beschreibt ausführlich die Tatsache, dass die Juden während des Feldzug des Pompejus keine Verteidigungsanlagen um Jerusalem errichteten, um den Sabbath nicht zu entehren und damit seinen Einfall in die Stadt und den Tempel erleichterten (Jewish War I, S. 145-147; Jewish Antiquities XIV, S. 63-65).
[46] Zum Laubhüttenfest: Plutarch: Quaestiones Convivales IV: 6:2, in: Stern, I, XCI, Nr. 258, S. 553-554, 557-558. Zu Plutarchs Beschreibung des Festes: Schaefer, S. 53-54.
[47] Plutarch: Regum et Imteratorum Apophthegmata; Stern I, XCI, Nr. 260, S. 563-564. Ein ähnlicher Verweis auf die Belagerung Jerusalems durch Antiochus VII Sidetes während des Laubhüttenfestes siehe: Josephus: Jewish Antiquities XIII, S. 242-248. Josephus stellt allerdings heraus, dass Antiochus die Belagerung aufhob, wogegen Plutarch erklärt, die Juden seien überrascht worden und hätten sich in seine Hände begeben.
[48] Livy: Periochae CII; Stern, I, XL VI, Nr. 131, S. 329.
[49] Cicero erklärt, dass Pompejus “seine siegreichen Hände auf nichts in diesem Schrein legte“: Pro Flacco 28,67; Stern, I, XXXIV, Nr. 68, S. 196-197; Tacitus: Historiae V, 9:1; Stern II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28 vermerkt, dass während des Einfalls des Pompejus „die Mauern Jerusalems geschleift wurden und der Tempel stehen blieb“. Cassius Dio: Historia Romana XXXVII, 15:2:1-4; Stern, II, XCCII, Nr. 406, S. 349-350 beschreibt kurz die Schwierigkeit den Tempel zu erobern, aber anders als andere schreibt er: „Sein Reichtum wurde geplündert.“ Sowohl in Jewish War I, S. 152-153 wie auch in Jewish Antiquities XIV, S. 72 lobt Josephus Pompejus‘ vorzüglichen Charakter und die Tatsache, dass er nichts vom Gold und den Tempelgerätschaften anrührte.
[50] Tacitus; Stern, II, XCII, Nr. 273-294, S. 1-93; Cassius Dio; Stern, II, XCCII, Nr. 406-441, S. 345-407. Zu Tacitus’ Beschreibung von Vespasian und Titus angesichts der jüdischen Revolte siehe Bloch, S. 137-142.
[51] Sueton: The Twelve Caesars, „Divius Titus“ 5:2; Stern, II, XCIV, Nr. 317, S. 125-126.
[52] Cassius Dio: Historia Romana LXIX, 12:1; Stern, II, CXXII, Nr. 440, S. 391-392.
[53] Against Apion I: 197; Stern I, V, Nr. 12, S. 36, 39. Bar Kochba, S. 110-113, argumentiert, dass diese Beschreibung einer ummauerten und befestigten Stadt Teil des Beweises eines späteren Datums und eines anderen Autors des Abschnitts dient, der von Josephus dem Hecataios zugeschrieben wird.
[54] Against Apion I:209; Stern, I XVII, Nr. 30, S. 106-107.
[55] Timochares in: Eusebuis: Praeparatio Evangelica IX:35:1; Stern I, XXV, Nr. 41, S. 135. Stern erklärt die Quelleder übertriebenen Zahlen.
[56] Xenophon von Lampsascus in: PE IX:36:1; Stern, I, XXVI, Nr. 42, S.138.
[57] Plinius der Ältere: Naturalis Historia, V:71: Stern, I, LXXVIII, Nr. 204, S. 469, 471-472.
[58] Tacitus: Historiae V, 8:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28. Zu Tacitus’ physischer Beschreibung Judäas und Jerusalem im Vergleich mit seinen geografischen Daten zu anderen Orten, siehe Bloch, S. 101-102.
[59] Tacitus, Historiae V, 11:3; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 22, 30. Die detaillierteste physische Beschreibung Jerusalems und des Tempels vor der Belagerung durch Titus kann bei Josephus gefunden werden: The Jewish War, V, S. 136-247.
[60] Cassius Dio, Historia Romana LXVI, 4:1; Stern, II, CXXII, Nr. 430, S. 371, 373.
[61] Valerius Flaccus: Argonautica, I, S. 14; Stern, I, LXXIX, Nr. 226, S. 504-505; Martial: Epigrammata, VII, 82, 7; Stern, I, LXXXIV, Nr. 242, S. 526.
[62] Juvenal: Saturae, VI, S. 542-544; Stern, II, XCIII, Nr, 299, S. 100-101. Zur Bedrohung durch das Judentum, wie es von den Römern empfunden wurde, siehe Stern II, S. 94-95, 106-107. Sowohl Tacitus als auch Juvenal zeigen ihre Verachtung für Bekehrte (Bloch, S. 134-135) und ihre Abneigung für alle Menschen, ob Juden, Germanen oder Griechen, die sich nicht wie Römer verhalten (Goodman, S. 110, 160; Bloch, S. 136-137).