Israelis wollen den Sieg, vorzugsweise ohne den Preis dafür zu zahlen

Daniel Pipes, Israel HaYom, 8. Juni 2021


Eine Reklametafel des Projekts Sieg Israels in Tel Aviv: „Das Volk fordert Sieg!“

Die Israelis zeigen eine Zwiespältigkeit zwischen dem Wunsch den Sieg über die Hamas zu erreichen und einer Abneigung die Kosten für diesen Sieg zu tragen, zeigt eine Meinungsumfrage. Diese deutet auf intellektuelle und politische Führung, die nötig ist, um die Öffentlichkeit zu diesem komplexen Thema zu unterrichten.

(MIdgam Research & Consulting führte für das Middle East Forum nach dem jüngsten Konflikt mit der Hamas die Umfrage durch. Vom 27. bis 31 Mai wurden 503 jüdischen Israelis 22 Fragen in Hebräisch oder Russisch gestellt. Die Umfrage hat eine potenzielle Fehlerabweichung von 4,4 Prozent.)

Beim Blick zurück auf diese elf Tage der Kämpfe im Mai 2021 fühlen sich die jüdischen Israelis frustriert. Trotz anhaltender Behauptungen des Erfolgs der israelischen Verteidigungskräfte glaubt nur ein Drittel, dass ihre Seite die Kämpfe gewonnen hat und nur ein Viertel erwartet, dass die IDF den Willen der Hamas zum Weiterzukämpfen gebrochen hat. Mit anderen Worten: Die große Mehrheit erwartete weitere Runden nicht provozierter Angriffe der Hamas auf die Zivilbevölkerung des Landes.

Beim Blick in die Zukunft stimmen 82 Prozent zu, dass es „kein Appeasement der Hamas geben kann; nur dadurch, dass wir sie eindeutig besiegen, können wir diesen Konflikt beenden“; und derselbe Anteil stimmt allgemeiner zu, wie wichtig es ist, „dass Israel seine Feinde besiegt“, nicht nur die Palästinenser. Ebenso stimmen 70 Prozent der Aussage zu: „Es kann keine Deals mit Terrororganisationen geben, nur ihre Niederlage. Israel muss seine gesamten militärischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Mittel einsetzen, um den Willen der Hamas den Kampf fortzusetzen zu brechen.“

Die Stimmung für diese Sichtweise nimmt ebenfalls zu, wie die Tatsache zeigt, dass im Januar 2020 nur 54 Prozent der Befragten dieser Äußerung zustimmten; eine Zunahme von 16 Prozentpunkten innerhalb von 18 Monaten ist bemerkenswert. Entsprechend dieser Einstellung wird die Taktik der gezielten Tötung von Hamasführern sowohl im Gazastreifen als auch an anderen Orten überall in der Welt von außergewöhnlichen 90 Prozent der jüdischen Israels unterstützt.


Die israelische Regierung exekutierte am 22. März 2004 Scheik Ahmed Yassin von der Hamas; ein möglicher Präzedenzfall?

Zusammen deuten dieser Antworten ausdrücklich auf die sehr starke theoretische Unterstützung eines israelischen Sieges und einer palästinensischen Niederlage. Sie bestätigen, dass das Projekt Sieg Israels großes Potenzial hat die Israelis und ihre Anführer zu überzeugen, dass Kriege dann enden, wenn eine Seite aufgibt; das ein Sieg der notwendige Wegbereiter für Frieden ist und dass die Palästinenser nur dann ihre eigenen Gärten versorgen, Israel in Ruhe lassen, wenn sie den jüdischen Staat auf Dauer akzeptiert haben. Alles, was diese Schritte nicht erreicht, wird nicht von Bestand sein.

Aber jetzt kommt das Problem: Diese stolzen Zahlen von 82 und 70 Prozent fallen auf 48 Prozent, wenn die Befragten daran erinnert werden, dass die Hamas zu zerschlagen zu „einer erhöhten Intensität der Angriffe an der Heimatfront und möglicherweise beträchtlichen Verlust an israelischem Leben führen wird“. Sie gehen weiter auf 37 Prozent zurück, fragt man danach, ob Israel den Gazastreifen in Besitz nehmen soll, „um die Hamas ein für allemal auszuroden“. Zum Hauptziel einer zukünftigen Runde der Kämpfe mit der Hamas befragt, streben nur 21 Prozent an, den Willen der Hamas zur Fortsetzung des Kampfes zu brechen, weitere Befragte konzentrierten sich auf weniger hohe Ziele wie die Rückkehr der Gefangenen oder die Hamas zu entwaffnen oder abzuschrecken.

Ein ähnliches Zögern gilt für die Kämpfe im Mai. Ja, zwei Drittel der Stichprobe glaubt, die Operation hätte länger dauern sollen, „bis die Fähigkeit der Hamas und ihr Wille Israel anzugreifen vernichtet ist und die Geiseln und Leichen im Gazastreifen zurückgegeben werden“. Aber eine größere Mehrheit von zwei Dritteln lehnt es ab, dass die Regierung „eine Bodenoffensive in den Gazastreifen“ genehmigt.


Die letzte Großoffensive in den Gazastreifen fand am 6. Juni 1967 statt.

Dieser offensichtliche Widerspruch impliziert, dass zwar etwa 80 Prozent der jüdischen Israelis die Hamas und andere Feinde besiegt sehen wollen, aber nur rund die Hälfte dieser Anzahl bereit ist den damit einhergehenden Preis in Form von Raketen, Opfern bei Bodentruppen, internationaler Rügen und anderen Problemen zu zahlen.

Genauer gesagt: Ein Fünftel der jüdischen Israelis lehnt die Idee eines Sieges ab; zwei Fünftel will ihn, sind aber nicht bereit den Preis dafür zu zahlen; ein Fünftel will ihn und ist bereit dafür zu zahlen, begreift aber nicht in ganzem Umfang, was das bedeutet; und nur ein Fünftel will ihn, ist bereit dafür zu zahlen und begreift das Ziel den Willen des Feindes zu brechen.

Aus Sicht des Projekts Sieg Israel deutet das ein aufgeschlossenes Publikum an, das viel Bildung zum Wesen von Kriegsführung und was das Ende von Konflikten erfordert. Die mittleren drei Fünftel sind das Schlüssel-Zielpublikum, dessen Meinung möglicherweise verändert werden kann, indem erklärt wird, dass bei allem beteiligten Schmerz im Zusammenhang mit einem entscheidendem Sieg über die Palästinenser sich dies letztlich als geringerer Preis erweisen wird als den Konflikt nicht zu beenden. Intellektuelle und Politiker müssen ihre Arbeit tun.

Ums Überleben gespielt

Kay Wilson, Israellycool, 6. April 2021

Viele Juden Europas haben sich für die Geige als ihr Instrument entschieden. Die Wahl wurzelt in Zweckmäßigkeit. Einem Pogrom mit so etwas wie einem Klavier zu entkommen war viel umständlicher als sich einfach eine Geige zu greifen.

Im Alter von vier Jahren bekam Bronisław Huberman von seinen verarmten Eltern dieses jüdischste aller Instrumente geschenkt. 1901, als er 9 war, spielte er das Violionkonzert in D-Dur (Opus 77) vor dessen Komponisten Johannes Brahms. Sein Werk, das man für unspielbar hielt, hielt das Wunderkind nicht ab. Seine Darbietung war fehlerlos. So begann der Junge aus einer armen Familie seine Karriere und wurde wohl zu einem der größten Violinisten des 20. Jahrhunderts.

Huberman verbrachte die nächsten drei Jahrzehnte damit überall auf der Welt mit renommierten europäischen Musikern zu spielen, was ihn zu einer großen Berühmtheit machte, die dem öffentlichen Interesse von Harry und Meghan heute entspricht. An seinem 50. Geburtstag berichtete die von Stars faszinierte britische Zeitung The Times, die nach einem Knüller suchte, er habe sich versehentlich einen Kratzer an der Hand zugezogen.

Als die dunklen Wolken des Nationalsozialismus in Deutschland aufzogen, begriff Huberman anders als einige andere europäisch-jüdische Intellektuelle, die hofften, Hitler sei nur eine vorübergehende Marotte, dass die aus der Aufklärung geborene jüdische Emanzipation ihr Ende erreicht hatte. In Protest gegen Hitler lehnte er alle Einladungen in Deutschland zu spielen ab und zog stattdessen in die Schweiz. Als Hitler jüdische Musiker aus allen deutschen Orchestern entfernte, nahm Huberman sich vor zu kämpfen: Seine Waffe war die Geige.

Trotz des horrenden Antisemitismus und der Verfolgung schlugen Länder ihre Grenzen für Juden zu. Huberman wusste, dass er etwas tun musste. Er heckte einen Plan aus jüdische Musiker zu retten, mit denen er im Lauf der Jahre gespielt hatte; seine Hoffnung war, dass er sie nach Eretz Yisrael schaffen konnte. Da das Land unter britischer Herrschaft stand, war sein Plan brillant: Er würde das jüdische „Palestine Symphony Orchestra“ formen.

Er reiste durch Europa, um jüdische Musiker vorspielen zu lassen. Da es in jedem Orchester nur begrenzt Plätze gibt, wusste er genau, welches Schicksal die erwartete, die es nicht schafften. Es war mehr als ein Vorspielen. Es war eine unvorstellbare, ungewollte und erschütternde „Selektion“, bei der ein Musiker, der es nicht schaffte, herzerweichend kommentierte, er sei „wegen musikalischer Mittelmäßigkeit zum Tod verurteilt“ worden.

Ohne Geldmittel von außen finanzierte Huberman persönlich die Reise von mehr als 70 Musikern, ihren Eltern, Brüdern und Schwestern, Tanten und Onkeln. Damit rettete er mehr als 800 Juden vor der Hölle, die über Europa hereinbrach.

Yair Haklai, CC BY SA-.0, via Wikimedia Commons

Um den Debut-Auftritt in Eretz Yisrael zu dirigieren brachte er den berühmten italienischen Dirigenten Arturo Toscanini ins Land. Toscanini hatte bereits Mussolini die Stirn geboten, indem er es ablehnte die faschistische italienische Hymne zu spielen und verließ ein Konzert in Deutschland am Tag, an dem Hitler an die Macht kam. Er lehnte auch Bezahlung durch Huberman ab.

Am 26. Dezember 1936 kamen Juden aus dem gesamten Land, um das Palestine Symphony Orchestra im neuen Messezentrum von Tel Aviv spielen zu hören. Die Debut-Vorstellung war aus Europas besten Musikern zusammengestellt. Die Hunderte, die nicht zu den Glücklichen 3.000 mit Eintrittskarten gehörten, hörten dem Konzert einfach auf dem Dach zu. Nach der Gründung des Staates Israel und hunderte Konzerte später änderte das Palestine Symphony Orchestra seinen Namen in die geliebte Institution, als die es heute bekannt ist – das Israeli Philharmonic Orchestra.

Israel und Palästina beschuldigt sich gegenseitig falsch zu gendern

The MidEast Beast, 6. Juni 2021

IDF 88370481 © Alexlmx | Dreamtime.com

Der israelisch-palästinensisch Konflikt ist in neue Höhen eskaliert; jede Seite beschuldigt jetzt die andere sie falsch zu gendern.

In einer vom Büro des Premierministers, jedenfalls noch ein paar Tage, veröffentlichten Stellungnahme, erklärte Netanyahu: „Wir sind zwar Palästina genannt worden, aber wir sind immer Israel gewesen. Und so gingen wir 1948 vom einen in das andere über. Israel ist unser Gender, das in einem breiten Spektrum existiert; Sie haben israelische Juden, israelische Araber und diese Sonderlinge mit den Hüten. Uns falsch zu gendern, indem ihr unseren abgeschafften Namen ‚Palästina‘ verwendet, ist zudem zutiefst antisemitisch und erfordert eine angemessene Antwort, da wir dafür verantwortlich sind unseren sicheren Ort zu schützen. Unsere korrekten Pronomen sind ‚Judäa und Samaria‘.“

In Reaktion veröffentlichte ein Repräsentant von Students for Justice in Palestine (Abteilung Berkeley) eine Stellungnahme: „Palästina falsch zu gendern, indem das Pronomen ‚Israel‘ verwendet wird, ist kultureller Völkermord der schlimmsten Art. Es ist besonders schädigend für alle queeren, behinderten, weiblichen, palästinensischen, transen, Frauen of Color, für die zu sprechen wir uns die Freiheit genommen haben. Unsere palästinensische Gender-Identität zu bestreiten befindet sich an der Kreuzung von Kolonialismus, Bevormundung, Patriarchat, Rassismus, Kapitalismus und all den anderen Begriffen, die ich in meinem Unterricht für soziale Gerechtigkeit und kritische Rassentheorie gestern lernte. Und ja, Mathematik ist rassistisch!“

Was ist aus „Kenne deinen Feind“ geworden?

Im Versuch die Wahrnehmung des israelisch-palästinensischen Konflikts in der Öffentlichkeit zu verändern, machen die Medien einen Unterschied zwischen Radikalen der Hamas und sogenannten „Moderaten“ in der Fatah.

Dr. Yitzhak Dahan, Israel HaYom, 26. Mai 2021

In den 1950-ern und 1960-ern war der Ausdruck „kenne deinen Feind“ in Israel ein geläufiger. Diese Formulierung baute auf der Überzeugung des gesunden Menschenverstands auf, dass die Grenze zwischen Israel und denen, die sich gegen uns verschwören, schärfer gezogen werden muss. Seitdem haben sich die Dinge an dieser Front verschlimmert. In den letzten Jahren sind wir mit Nachrichtenartikeln überflutet worden, deren Subtext lautet: Zeigt Sympathie für den Feind: Der typische Gazaner hat sowohl einen Namen als auch ein Gesicht, eine Ehefrau und Kinder, die er finanzieren muss. Sie leiden und, was wichtiger ist, auch sie sind Menschen. Offensichtlich. Und wenn wir alle Menschen sind, dann erfolgt jede Verletzung unserer Harmonie einzig aufgrund der „Radikalen auf beiden Seiten“.

Diese letzte Bekundung, die in den 2000-ern in Mode kam, ist ein weiterer Beweis dieser Verschlechterung. Darin ist die Vorstellung eingebettet, dass Radikale wie Feuer und Wasser sind, und dabei spielen alte zionistische Fragen keine Rolle, wer im Recht ist und wer nicht oder wer Recht an diesem Land hat. Diese Logik, die die Medienkonsumenten von historischem Wissen freisprechen, hat jetzt Unterstützung durch einen neuen Begriff: „Gewalt“; dieser entstand, um uns von dem „archaischen“ Begriff zu befreien, den man als „Aufruhr“ kennt. Tatsächlich behandeln Reporter, die den Begriff „Gewalt“ verwenden, diesen als pathologisches Phänomen und soziale Abweichung. Im Ergebnis sollen wir mit der Gewalt über anerkannte Methoden aus dem Bereich der Sozialarbeit und der Kriminologie umgehen: Dialog, Dampf ablassen und wirtschaftliches Wohlergehen durch Neutralisierung der kulturellen, historischen, religiösen und nationalistischen Gauner auf beiden Seiten.

Ein weiteres neues Phänomen, das in den 2000-ern aufgekommen ist, ist die Tendenz Mittelsmänner zu informieren, um zwischen „Radikalen“ und „Moderaten“ zu unterscheiden. Journalisten, die dieser Unterscheidung anhängen, machen das nicht rein aus einem Wunsch ihrem Publikum Klarheit zu den Dingen zu verschaffen. Sie hoffen in das kollektive Bewusstsein das Verständnis einzubetten, dass Palästinenser nicht aus einem Guss bestehen; bei ihnen gibt es Moderate – die Fatah – und Radikale – die Hamas. Israel sollte daher schnell einen Handel abschließen, was bedeutet eine territoriale Vereinbarung zu erreichen – mit der Fatah, damit nicht die Hamas die Kontrolle übernimmt.

Ein weiterer klarer Ausdruck des systematischen Versuchs die nationale Widerstandsfähigkeit zu narkotisieren, ist in dem Verschwinden des Konzepts des „militärischen Sieges“ aus der Medienlandschaft zu finden. Diese Informationsvermittler leben in einer Welt, in der das Ethos des Sieges ein Überbleibsel aus der Vergangenheit ist, eines, das sie durch den jämmerlichen Begriff des „Bild des Sieges“ oder Waffenstillstands ersetzt haben. Ohne einen entscheidenden Sieg oder Waffenstillstand muss das Land auf „Loslösung“ hin arbeiten, ein Begriff, der von den Imageberatern des verstorbenen Premierminister Ariel Sharon in der  Hoffnung erfunden wurde die Vertreibung von Juden zu unterstützen. Die Idee hinter diesem Begriff war, dass Israel die freiwillige Vertreibung von Juden aus von den Israelischen Verteidigungskräften erobertem Territoriums als weise Entscheidung betrachten. Das andere Ziel dieser Bewusstseinsingenieure: Territorium von jüdischem nationalem Bewusstsein zu trennen.

Die Medien ordneten den fröhlichen Begriff „Loslösung“ der Vertreibung von Juden aus ihren Häusern zu, während der Begriff „Vertreibung“ genutzt wurde, um die Rückkehr von Flüchtlingen und Eindringlingen in ihre Heimatländer zu beschreiben. Was geschieht, wenn die „Loslösung“ ihr erklärtes Ziel nicht erreicht? Das ist der Punkt, an dem die Eiserne Kuppel eingreift. Viele Journalisten schwärmen wegen dieser Technologie, aber die Eiserne Kuppel ist nichts anderes als eine taktische Lösung für die schwersten strategischen Fehlschläge, in die sie – die Journalisten und insbesondere altgediente Medienpersönlichkeiten – uns alle hineinzogen. Genauso wie die Weisen von Chelm gruben sie uns alle tief hinein, ermutigten aus dem Abseits die Loslösung und als die Zahl der Toten zu steigen begann, bauten sie dann ein Krankenhaus in Form der Eisernen Kuppel.

Es stimmt, die Medien agieren nicht in einem Vakuum; die Regierung, die akademische Welt und der kulturelle Bereich haben Fähigkeiten. Dennoch sind es die Medien, die formen, umschreiben, auslöschen, neutralisieren und Konzepte und Bedeutung zuerkennen. Wie sieht dann ihr Beitrag aus?

Medienforscher tendieren dazu die Medien entsprechend der Fähigkeit bestimmter Medienkanäle zu beurteilen, um die Realität auf zwei Ebenen zu erklären und zu erklären wie und warum etwas geschieht. Ersteres zu beantworten ist relativ, die Antwort auf das Zweite ist komplex und abstrakter. Medien, die die Öffentlichkeit erfolgreich dazu bringen können nicht nur zu verstehen, was passierte, sondern auch warum, könnten als Qualitätsmedien betrachtet werden. Übersetzt in die israelische Realität bedeutet das, dass wir alle wissen, wie wir bei der Eskalation im Gazastreifen landeten. Wir verstehen weniger, warum das geschah.

Israels neue Regierung

Dry Bones, 6. Juni 2021

Da der einzige gemeinsame Nenner „Netanyahu muss weg“ ist, sieht das wohl so aus…

8 Parteiführer, die sich gegenseitig beleidigen und deren Parteien für völlig unterschiedliche jeweilige Politik stehen, die nicht miteinander vereinbar ist. Stabil kann das schon mal gar nicht sein, dazu kommt, dass die Koalition auf die Stimmen entweder der Ra’am oder der Meretz angewiesen ist – einer arabischen Partei oder einer linksextremen.

Student verwendet Legosteine, um eine von Hamas-Raketen beschädigte Mauer in Ramat Gan zu reparieren

Raz Sror, der Architektur studiert, verbrachte mehrere Tage damit eine Schulaufgabe, indem er Löcher in einem Gebäude eines Vororts von Tel Aviv füllte.

Amy Spiro, The Times of Israel, 6. Juni 2021

Zur Reparatur der Mauer in Ramat Gan, die am 15. Mai 2021 von einer Gaza-Rakete getroffen wurde, verwendete Legos.

Nachdem er davon las, dass ein Gebäude in Ramat Gan während der jüngsten Eskalation der Gewalt zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen von Raketenfeuer beschädigt worden war, machte er sich daran die Löcher zu reparieren – mit Legosteinen.

„Ich hatte eine Idee für eine putzige Initative für Kinder des Gebäudes und der Gegend, wo alle die Löcher und Schäden im Umkreis des Gebäudes sehen“, schrieb er auf Facebook. „Wir können sie mit Legos füllen und ein Lächeln auf die Gesichter von allen Passanten bringen.“

Sror, der an der Ingenieurschule Shenkar Design und Kunst studiert, sagte gegenüber den Kanal 12-Nachrichten, dass er Legosteine kaufte und von Freunden erhielt, um die Hausaufgabe zu vervollständigen, die den Titel „Die Unvollkommenheit des Ganzen“ trug.

Ist möglicherweise ein Bild von außen

Ich wollte einen Kontrast zwischen der Zerstörung des Gebäudes mit etwas schaffe, das so völlig ohne Bezug dazu ist“, sagte er. „Es soll die Leute zum Lächeln bringen wird und es wird nichts sein, das unbemerkt bleibt.“

Letzten Monat startet Sror in der Facebook-Gruppe „Young People of Givatayim and Ramat Gan“ einen Aufruf an die Menschen sich ihm bei dem Projekt anzuschließen.

Es schloss sich zwar niemand bei der Arbeit an, aber viele Leute kamen seiner Aussage nach mit Unterstützungsbotschaften und Ermutigung. Er brauchte mehrere Tage, um die Lücken in der Fassade des Gebäudes mit Legosteinen und Kleber zu füllen.

„Das war einer der erfüllendsten Tage, die ich in meinem Leben hatte“, schrieb er auf Facebook, nach dem ersten Tag bei dieser Arbeit. „Danke euch allen in der Gemeinde, die kamen und endlos Komplimente machten.“

Während die meisten Mitglieder der Gemeinde die Initiative lobten, gab es auch einige, die über Srors Projekt weniger weniger erfreut waren.

Eine Frau sagte, ihr wäre es lieber, wenn die Mauern mit demselben Material repariert würden, aus dem sie gebaut wurden, „damit wir nicht jeden Tag an den Terror erinnert werden müssen.“ Sror antwortete, dass das Lego nur behelfsmäßig sei und in der Zukunft entfernt werden kann, um für eine dauerhafte Reparatur Platz zu machen.

Polizei und Rettungspersonal, nachdem die Stelle am 15. Mai 2021 von einer aus dem Gazastreifen gefeuerten Rakete getroffen wurde. (Tomer Nueberg/Flash90)

Sror sagte gegenüber der Website Archijob, dass er auf einen Facebook-Eintrag von Leuten im Viertel stolperte, die den Raketenschaden „als extremes Träume der Bewohner, Kinder und Passanten an der Kreuzung“ diskutierten, was ihn zu dem Projekt inspirierte.

„Ich wollte einfach alle Leute zum Lächeln bringen und dass sie die Mauer fotografieren, statt das beschädigte Gebäude, das von Raketensplittern getroffen worden war“, sagte Sror.

Raketen aus dem Gazastreifen während der Operation „Hüter der Mauern“, die 11 Tage im Mai dauerte, verursachten Schäden an dutzenden Gebäuden und Bauwerken in ganz Israel und töteten 12 Zivilisten. Während der Kämpfe schossen Terrorgruppen mehr als 4.300 Raketen und Mörsergranaten auf Israel und die IDF unternahm rund 1.500 Gegenschläge auf Hamas-Ziele im Streifen.

Seit am 21. Mai ein Waffenstillstand erklärt wurde, hat das ägyptische Militär Bemühungen angeführt einen langfristigen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas auszuhandeln, zu dem ein Gefangenenaustausch gehören soll.