Biden warnt Israel vor „freier Religionsausübung“

Seine Administration sagt den Juden sie sollen aufhören zu beten

Daniel Greenfield, FrontPage Mag, 2. Mai 2022

Die Administration Biden hat angekündigt, dass ihr nomineller Leiter innerhalb von ein paar Monaten Israel besuchen wird. Bidens letzter Besuch mit großer Aufmerksamkeit im jüdischen Staat 2010 endete mit der Inszenierung eines diplomatischen Vorfalls und der einstündigen Weigerung sein Hotelzimmer zu verlassen, um an einer Veranstaltung mit Netanyahu teilzunehmen. Die Israelis haben wenig Grund wegen Bidens Expedition optimistisch zu sein.

Nachdem muslimische Randalierer Pessach störten, indem sie auf dem Tempelberg, dem  heiligsten Ort des Judentums, Gewalt verübten, drängte die Administration „alle Seiten Zurückhaltung auszuüben, provokatives Handeln und Rhetorik zu meiden und den historischen Status quo auf dem Haram al-Scharif/Tempelberg zu erhalten“. Das „provokative Handeln“ ist in diesem Fall jüdisches Gebet.

Es ist 2022 und das Weiße Haus warnt Juden, ihre Gebete seien „provokativ“.

Der „historische Status quo“, von dem Biden fordert, dass Juden ihn einhalten, existiert nur, weil muslimische Eroberung nichtmuslimischen Minderheiten, besonders Juden, das Recht vorenthielten an ihren heiligen Stätten zu beten. Das ist so, als würde man schwarzen Bus-Fahrgästen in Alabama sagen, sie müssten den „historischen Status quo“ akzeptieren oder die Ukraine drängen einen „historischen Status quo“ zu akzeptieren, in dem sie von Moskau regiert wird.

Oder Washington DC vorzuschlagen, es solle Befehle von Queen Elizabeth annehmen.

Hinter den Kulissen haben die Administration Biden und ihre offiziellen Vertreter die israelische Regierung gewarnt, sie solle aufhören von „freier Religionsausübung“ zu reden und sich islamischer Überlegenheitsansprüchen fügen.

Ein Reporter beschrieb es so: „Sich dessen bewusst, wie Reden von ‚freier Religionsausübung‘ interpretiert werden kann, haben US-Vertreter versucht Israel dazu zu bringen die Verwendung der Redewendung zu meiden und sich stattdessen einzig auf die Bestätigung ihrer Verpflichtungen gegenüber dem Status quo an Jerusalem heiligen Stätten zu konzentrieren.“

Freie Religionsausübung verlangt keine Interpretation. Aber hier bedeutet sie, dass die Israelis Muslimen erlauben den Tempelberg trotz der Tatsache zu kontrollieren, dass sie die Stätte während des brutalen Einmarschs und der ethnischen Säuberung Israels illegal eroberten und dass gelegentlich Juden auch erlaubt wird den heiligsten Ort des Judentums betreten und besuchen, nicht um öffentlich zu beten, sondern lediglich einen Fuß auf ihn zu setzen.

Stellen Sie sich vor islamische Invasoren hätten den Vatikan erobert, den Petersdom zu einer Moschee gemacht und nach der Rückeroberung lässt die italienische Regierung die Muslime die Basilika behalten, erlaubt aber gelegentlich einer Handvoll Katholiken sie zu besuchen ohne zu beten, nur damit ihnen mit Krawallen begegnet wird. Und mit internationaler Verurteilung des „provokativen“ Handelns nichtmuslimische Besucher zuzulassen.

Das ist die Situation in Jerusalem und was Biden sagt, ist, dass das nicht weit genug geht.

In Istanbul bedeutete das Ende islamistischer Herrschaft die Transformation der Hagia Sophia in den neutralen Status eines Museums, bis Erdoğans brutales islamistisches Regime beschloss anzufangen aus ihr wieder eine Moschee zu machen. Neutralität auf dem Tempelberg steht nicht einmal zur Debatte. Israel fordert nicht die Rückgabe des Tempelbergs. Alles, was es sagt, ist, dass jedermann in der Lage sein sollte dorthin zu gehen. Nicht nur die Nachkommen der Invasoren und Kolonisatoren, die heute über ihn herrschen.

Jüdischen Besuchern des Tempelbergs wird nicht erlaubt dort zu beten. Dieses Privileg ist den islamischen Kolonisatoren vorbehalten, die ihn kontrollieren. Es dürfen keine jüdischen Gebetbücher an den Ort mitgebracht werden und niemand darf laut beten. Bei einer aktuellen Erweiterung der „freien Religionsausübung“ entschied ein Richter, dass ein Jude die religiöse Freiheit hat still zu beten, wenn es kein äußeres Anzeichen dafür gibt.

Ein geflüstertes Gebet hat die muslimische Welt, Terrororganisationen und die Administration Biden entrüstet.

In Reaktion auf das Urteil erklärte der ägyptische Außenminister: „Diese Entscheidung wird als Verletzung der islamischen Heiligtümern sowie der Al-Aqsa-Moschee betrachtet, die ein rein muslimischer Anbetungsort ist.“

Jordanien verurteilte jüdisches Gebet als „klare Provokation“ der Muslime. Die Hamas warnte, der „Widerstand ist bereit und vorbereitet jede Aggression zurückzuschlagen.“ Besagte Aggression besteht aus lautlosem Gebet.

„Solche illegalen Entscheidungen stellen einen nie da gewesenen Angriff auf die unveräußerlichen religiösen Rechte der islamischen Nation und ihres Erbes dar, eine Provokation der Gefühle von Muslimen überall auf der Welt und eine Verletzung der freien Religionsausübung und der Heiligkeit der heiligen Orte“, tobte der Generalsekretär der Organisation der Islamischen Kooperation.

Mit „freier Religionsausübung“ meint der islamistische Offizielle, dass nur Muslime in der Lage sein dürfen zu beten, während niemand sonst erlaubt werden darf zu beten, weil niemand sonst Religionsfreiheit hat.

Er fügte hinzu, dass still betende Juden eine „schwere Verletzung des Völkerrechts, des humanitären Menschenrechts und der einschlägigen UNO-Resolutionen“ darstellen.

Wie ich die UNO kenne, gibt es wahrscheinlich eine Resolution, die stilles jüdisches Gebet verurteilt.

Statt zuzustimmen, dass jedermann das Recht zu beten haben sollte, tadelt die Administration Biden Israel und stellt sich hinter die Aufrufe nach einem „Status quo“, der ein Euphemismus für das Verbot jüdischen Gebets ist.

Während der Pessach-Krawalle dieses Jahr wurden Flaggen der Hamas und der PLO auf den Dächern der Moschee gehisst, die den Tempelberg besetzen (von den islamischen Kolonisten Al-Aqsa-Moschee genannt) und die Randalierer warfen Steine und riefen zum Jihad auf. All das lief ab, während jüdische Gebete an der Westmauer (oder Kotel) stattfanden. Mehrere jüdische Betende wurden ebenfalls angegriffen.

Das waren keine zufälligen Gewalttaten. Die palästinensische Autonomiebehörde und ihrer Führer, einschließlich Präsident Abbas, hatten die muslimischen Randalierer gedrängt an die heilige Stätte zu gehen und sie gegen die Juden zu „verteidigen“.

Statt Abbas zu verurteilen, ist die Administration Biden hinter Israel her.

Bidens Staatssekretär für Israel und Palästina-Angelegenheiten Hady Amr, der einst behauptete „Ich war von der palästinensischen Intifada inspiriert“, wurde nach Israel geschickt.

Offizielle Vertreter Israels, die sich mit Amr getroffen hatten, beschrieben ihn als jemanden, der sie anschrie und beschimpfte.

In New York City sammelte sich ein muslimischer Mob, um den „palästinensischen Widerstand“ (ein Euphemismus für Terrorismus) „mit allen nötigen Mitteln“ zu unterstützen.

Und die Administration Biden stellt sich auf die Seite der wütenden Jihadisten-Mobs in Israel und Amerika.

Die Administration Biden stimmt den Fanatikern zu, dass Juden nicht ermöglicht werden darf ihren eigenen heiligen Ort zu besuchen und dort still zu beten. Biden-Offizielle begreifen, dass „freie Religionsausübung“ offen zu verurteilen peinlich wäre und deshalb benutzen sie den Euphemismus des „historischen Status quo“.

Präsidentenbesuche in anderen Ländern mögen vielleicht heitere Angelegenheiten sein, aber hochrangige Besuche in Israel sind in der Regel Eröffnungsrunden von Kampagne zum Ausüben von Druck, damit islamischen Terroristen gegenüber Zugeständnisse gemacht werden.

Bidens Besuch 2010 stellte den Beginn einer intensivierten Hass-Kampagne der Administration Obama gegen den jüdischen Staat dar. Bidens Besuch 2022 wird wahrscheinlich mehr davon sein.

Das ist der Grund, warum niemand in Israel jubelt.

Die Lage auf dem Tempelberg ist eine perfekte Zusammenfassung des gesamten Konflikts, in dem das Weiße Haus und seine europäischen Verbündeten islamische Forderungen, egal wie obszön, gewalttätig, eifernd und irrational sie sind, als einzigen Weg zum Frieden behandeln, während Israel für Taten gerügt wird, egal, wie unschuldig oder bescheiden diese sein mögen, sogar wegen stillem Gebet, weil dieses islamische Gewalt provoziert und den Status quo verletzt.

Der Status quo ist der eine, der den Nahen Osten regierte, seit Mohammeds mit seinen Eroberungen jede religiöse Zivilisation zerstörte und aus einem Kernland der Weltreligionen eine islamistische Tyrannei machte.

Biden glaubt nicht, dass Juden das Recht haben zu beten; glaubt er, dass sie das Recht haben zu existieren?

Im 21. Jahrhundert bedeutet Antizionismus Antisemitismus

Vor 1948 waren Diskussionen über einen jüdischen Staat üblich. Heute bedeutet es, wie bei einer Synagoge in Chicago, die ihre Feindseligkeit gegenüber dem Zionismus verkündet, sich auf die Seite derer zu stellen, die Israelis massakrieren.

Jonathan S. Tobin, Israel HaYom, 10. April 2022

Wie viele Terroranschläge müssen innerhalb Israels stattfinden, bevor man anfängt von einer weiteren Intifada zu reden? Der Vorfall von Donnerstag, bei dem ein palästinensischer Schütze in der Innenstadt von Tel Aviv drei Menschen tötete und mehrere andere verletzte, ließ die Israelis sich fragen, ob die vierte solche Gräueltat in den letzten Wochen nur der Beginn einer neuen Sicherheitskrise ist. Aber wie diese Mordserie genannt wird, ist weniger wichtig als die Frage, ob die Welt so reagiert, wie sie immer auf Gewalt gegen Israel reagiert hat: mit mehr Mitgefühl für die Killer als für ihre Opfer.

Doch selbst in Zeiten wie diesen haben einige amerikanische Juden weder Mitgefühl mit den Menschen Israels, noch unterstützen sie ihr Recht auf Selbstbestimmung oder Selbstverteidigung. Die dem Entschluss der Synagoge in Chicago gegebene Öffentlichkeit. ihr Gotteshaus offiziell als der Sache des Antizionismus gewidmet zu erklären, könnte sie zum Ausreißer gegenüber den mehr als 80% des amerikanischen Judentums machen, von denen Umfragen sagen, sie denken „sich um Israel zu sorgen“ sei unerlässlich dafür jüdisch zu sein. Aber die der Tzedek Chicago, so heißt die Synagoge, gegebene Aufmerksamkeit ist nur der jüngste Vorfall, mit dem die Feindschaft von Juden der extremen Linken gegenüber Israels Existenz veranschaulicht wird.

Ihre Mitglieder und diejenigen, die ihre Ansichten teilen, behaupten, die Existenz Israels sei eine Ungerechtigkeit. Sie bekennen sich zu einer Form des Judentums, das nicht nur einige der religiösen Überzeugungen und Praktiken verwirft, die den meisten Juden seit langem heilig sind – wie im Fall der Mehrheit der amerikanischen Juden, die sich mit den liberalen Konfessionen identifizieren. Sowohl das Reform- als auch konservative Judentum bekennt sich offiziell zum Zionismus. Aber Teile der Rekonstruktionismus-Bewegung und andere Ableger des nicht orthodoxen Judentums gehen weiter und machen aus der Diaspora einen Fetisch. Ihrem Judentum fehlt seine Besonderheit und seine Wurzeln im Land Israel und jüdischem Volkstum und das besteht einzig aus universalistischen Überzeugungen, die bizarrerweise zu glauben scheinen, dass alle Völker Grundrechte haben, nur die Juden nicht.

Während die „Pittsburgher Plattform“ der Reformisten von 1885 offiziell antizionistisch ist, entwickelte sich die Bewegung im 20. Jahrhundert weiter und die zwei größten Leiter des amerikanischen Zionismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Reform-Rabbiner – Abba Hillel Silver und Stephen Wise (an den man sich leider besser wegen seines Schweigens und seiner Opposition zur Rettung europäischer Juden während des Holocaust erinnert).

Antizionismus hatte bis 1948 beträchtliche Unterstützung, weil viele Juden fürchteten, die Gründung eines jüdischen Staates würde ihr Recht auf gleichberechtigte Staatsbürgerschaft untergraben. Aber der Holocaust bewies die Notwendigkeit eines jüdischen Staates und statt jüdische Rechte zu untergraben ließ die Gründung Israels alle Juden aufrechter stehen, während außerdem die meisten Amerikaner zu mehr Respekt für ihre jüdischen Nachbarn angeregt wurden.

Unterstützung für den Zionismus wurde bei jungen amerikanischen Juden zur Norm; sie sich während der Krisen von 1948, 1967 und 1973 schützend zur Verteidigung um den jüdischen Staat scharten. Das Problem war aber, dass das Stammes- und konfessionelle Wesen den universalistischen und nicht konfessionellen Idealen vieler Amerikaner zu widersprechen schien. Das traf besonders auf amerikanische Juden zu, deren politischer Liberalismus es wahrscheinlicher machte, dass sie eine dunkle Sicht auf ein Land haben, das auf der Vorstellung gegründet wurde ein bestimmtes Volk zu verteidigen, statt eines, das seinen Auftrag in breiteren Begriffen betrachtete.

In diesem Licht betrachtet überrascht das kleine, aber überhaupt nicht unbedeutende Comeback des Antizionismus in der letzten Generation nicht.

Obwohl antizionistische Gruppen wie Jewish Voice for Peace und IfNotNow kein großes Gefolge haben, hat ihr Fuß in der Tür angefangen sich in den Rest der Gemeinschaft auszudehnen. Unterstützung in der linken Basis der Demokratischen Partei für toxische Ideen wie Intersektionalität, mit der Analogien zwischen dem palästinensischen Krieg gegen Israel und dem Kampf um Bürgerrechte in den USA gezogen werden, nimmt zu. Die Fähigkeit der Ideologien für die Indoktrination mit der kritischen Rassentheorie in Schulen und Unternehmen zu werben, bietet ebenfalls eine Plattform für Antizionisten. Das Konzept kennzeichnet Juden und ihren Staat unlogisch als Nutznießer von „weißem Privileg“ und damit per Definition als Unterdrücker.

In der Praxis schafft das eine Rechtfertigung für Antizionismus und diejenigen, die daran glauben den jüdischen Staat für diskriminierende BDS-Boykotte herauszugreifen. Es bietet auch eine Begründung dafür, zu bestreiten, dass Juden dieselben Rechte haben, bei denen niemand daran denken würde sie irgendeinem anderen Volk zu verweigern, womit Verhalten durchgeht, das von Antisemitismus nicht zu unterscheiden ist.

Das ist wichtig, weil Juden, die Antizionismus unterstützen, denen intellektuelle Deckung und Legitimität bieten, die nicht damit zufrieden sind nur von einer Welt ohne Israel zu reden, sondern Gewalt zu verüben, die darauf abzielt dieses pervertierte Ziel voranzutreiben. Und das ist der Grund, warum der Kontrast zwischen den jüngsten Ereignissen in Israel und dem Signalisieren von Tugend in Chicago heraussticht.

In der Vergangenheit haben die internationale Presse und angeblich befreundete westliche Regierungen, selbst wenn sie Terrorakte gegen Israel verurteilten, immer darin geendet auf die eine oder andere Weise die Opfer verantwortlich zu machen. Aber diejenigen, die behaupten, wie manche es jetzt tun, dass das Handeln der Mörder eine verständliche, wenn auch bedauerliche Reaktion auf die „Besatzung“ oder einen anderen Punkt auf der Wäscheliste angeblicher israelischer Sünden sei, missverstehen wieder einmal das Wesen des Konflikts.

Wie die Palästinenser das letzte Jahrhundert hindurch deutlich gemacht haben, haben sie kein Problem mit dem, was Israel tut, sondern mit der bloßen Tatsache seiner Existenz. Weil sie erlebt haben, wie sie im Verlauf der letzten Generation zahlreiche Zweistaaten-Angebote abgelehnt haben, ist die Unterstützung für seinen solchen Plan unter Israelis dahingeschwunden.

Die Vorstellung, dass mehr als 7 Millionen israelische Juden den souveränen Staat aufgeben, der ihre nationale Existenz beschützt, ist Wahnsinn. Und das nicht nur, weil der Einmarsch in die Ukraine illustriert, was passiert, wenn feindliche Nachbarn sich stark genug fühlen den Versuch zu unternehmen ein Land zu zerstören. Es ist auch eine Lektion, die schon nur flüchtige Kenntnis jüdischer Geschichte vermittelt. 20 Jahrhunderte lang war jüdische Machtlosigkeit und das Fehlen von Souveränität über ihr antikes Heimatland ein Rezept für Erniedrigung, Unterdrückung und Abschlachten, das im Holocaust gipfelte.

Im Nachhinein betrachtet erscheinen Diskussionen unter Juden über den Wert eines jüdischen Staates vor dem Holocaust töricht. Weil aber viele glauben, dass ein jüdischer Staat ein Tagtraum sei, während der Aufbau von Rechten für religiöse Minderheiten in Ländern, in denen Antisemitismus vorherrschte, Priorität hatte, machen diese Argumente mehr Sinn. Aber das Massaker an 6 Millionen Männern, Frauen und Kindern war der endgültige Beweis, dass jüdische Machtlosigkeit nicht länger toleriert werden konnte und dass das Recht der Juden auf ihr angestammtes Heimatland wieder geltend gemacht werden musste.

Dennoch starben Antisemitismus und Intoleranz gegenüber jüdischer Macht mit dem Nazi-Regime nicht aus; sie bleiben untrennbar mit der palästinensischen nationalen Identität und der islamistischen Ideologie verbunden. Sie haben auch in der intersektionalen Linken eine Heimat gefunden. Wie sie immer und immer wieder bewiesen haben, besteht das Ziel der Palästinenser nicht darin Israel die Gebiete abzunehmen, die es 1967 in einem Verteidigungskrieg gewann. Sie werden die Legitimität eines jüdischen Staates nicht anerkennen, egal, wo seine Grenzen gezogen sind.

Diese Juden, die sich jetzt Antizionisten nennen, treten nicht, wie manche behaupten, für eine gerechtere Welt ein oder für Wiedergutmachung arabischer Beschwerden. Eine Welt ohne Israel kann nicht mit irgendwelchen Mitteln erreicht werden, sondern nur durch Krieg gegen seine Bürger und damit, ihnen Freiheit und Rechte mit Gewalt wegzunehmen. Ob sie es nun zugeben oder nicht, diese Antizionisten stellen sich auf die Seite derer, die den einzigen jüdischen Staat auf dem Planeten mit denselben gewalttätigen Mitteln und hasserfüllten Ideen eliminieren wollen, die immer der Werkzeugsatz der Antisemiten gewesen sind. Die Mitglieder der Tzedek Chicago mögen behaupten ihre Synagoge stehe für Gerechtigkeit, aber weit davon entfernt eine idealistische Strömung des Judentums oder Anhänger von Menschenrechten zu sein, ist der Krieg der Linken gegen Israel ein Ausdruck von Judenhass.

Während Israelis ihre Toten betrauern und sich weiterhin verteidigen, sollte der Rest des amerikanischen Judentums auf diese antizionistische Synagoge und alle, die ihre Ansichten teilen, in Verachtung, nicht in Neugier oder Toleranz bestehen.

Die Ukraine zeigt: Beim Israel hassen geht es nicht um die Palästinenser

An jedem Krieg, wo auch immer, ist immer Israel schuld

Daniel Greenfield, FrontPage Mag, 31. März 2022

Dreitausend Meilen von Jerusalem entfernt tobt ein Krieg zwischen zwei Staaten, die keine Grenzen mit Israel haben und an denen es keine Truppen, keine Interessen hat und an dem es nicht beteiligt ist.

Und doch ist es inzwischen so, dass es im Krieg zwischen Russland und der Ukraine irgendwie um Israel geht.

„Israel muss sich in Sachen Ukraine entscheiden“, plärrt das Foreign Policy Magazine, als ob der jüdische Staat irgendwie ein wichtiger Spieler in einem Krieg zwischen zwei viel größeren Ländern in tausenden Kilometern Entfernung sei. Das ist so absurd wie zu fordern, die Dominikanische Republik (die immer noch größer ist als Israel) müsse wegen Grenzvorfällen zwischen Indien und China zu einer Entscheidung gelangen.

„Israels Reaktion auf die Ukraine wird Auswirkungen auf zukünftige Hilfe aus den USA für Israel haben“, warnte der Abgeordnete Adam Kinziger auf Twitter. Welche „Auswirkungen“ auch immer das hat, wird nicht vom Never-Trumper-Republikaner kommen, der nicht mehr antritt, nachdem er unwählbar wurde. Aber das hat ihn oder allerlei andere Politiker und Medienorgane nicht aufgehalten Israel trotzdem zu drohen.

„Die Ukraine bat Israel – gibt keinen größeren Israel-Fan als Lindsey Graham – um Stinger-Raketen gebeten und offenbar hat Israel Nein gesagt“, sagte Senator Graham. „Also werde ich mit Israel telefonieren – Sie wissen, wir stehen mit der Eisernen Kuppel für Israel ein.“

Das Einzige, was noch mehr verblüfft, als warum Graham es für nötig findet von sich in der dritten Person zu reden, ist, warum der Senator fordert, dass Israel US-Raketen an die Ukraine liefern soll. Wäre das nicht sein Job?

Obwohl Israel 230t humanitärer Hilfe lieferte (darunter kugelsichere Krankenwagen), ein Feldlazarett aufbaute und tausende Flüchtlinge aufnimmt, wird mit einer Kampagne Druck ausgeübt, die darauf besteht, dass das nicht ausreicht. Und dass der Krieg nicht nur Israel involviert, sondern der Ausgang von ihm abhängt.

Bemerkenswerterweise gibt es an Indien, einem Land von 1,3 Milliarden, das russisches Öl kauft, enge Verbindungen zu Russland hat und es ablehnt den Einmarsch zu verurteilen, weit weniger Interesse als an Israel, einem Land von knapp 9,5 Millionen, das kein russisches Öl kauft und in der UNO für die Verurteilung des Einmarschs stimmte.

Egal, wie man zum Krieg steht, der Konsens lautet, dass Israel das Falsche tut.

Das Quincy Institute for Resonsible Statecraft, ein Soros-Koch-Projekt, das Amerika attackiert, es sei zu hart gegenüber China, dem Iran und Russland, forderte: „Wie kommt es, dass Israel in der Ukraine-Russland-Krise fehlt?“ Die Empörung gegenüber Israel, weil es sich nicht genug in die Ukraine-Krise einbringt, wird von derselben linksliberalen Gruppe gelenkt, die mit Artikeln wie „Washington sollte es sich zweimal überlegen, bevor es einen neuen Kalten Krieg beginnt“ davor warnt, dass Amerika involviert wird.

Die zwickmühlenartige Scheinheiligkeit ist so offensichtlich wie der Hass. Wenn Israel in einem Krieg involviert ist, ist es böse, aber wenn es nicht in einem Krieg involviert ist, ist es auch böse. Was immer Israel tut oder nicht tut, ist ein Skandal.

Der Hass auf Israel hat nie etwas mit den sogenannten „Palästinensern“, den Arabern, Muslimen oder irgendwem im Nahen Osten zu tun. Das ist der Grund, dass dieselben politischen Interessen in der Lage sind einen Krieg tausende Kilometer weit weg in der Ukraine zu nehmen und mit ihm komplett den jüdischen Staat zu thematisieren.

Der Krieg in der Ukraine hat die vertraute Werkzeugkiste der Sprachbilder aufgetischt, zu der gehört, dass man darauf besteht, dass Israel irgendwie die Fähigkeit hat einen Krieg beizulegen, den es nicht herbeiführte, auch wenn Israels Premierminister Bennett sich mit der unmöglichen Mission abmüht Leuten Frieden zu bringen, die ihn nicht wollen.

Es gibt die Holocaust-Umkehrung, mit der Selenski und allerlei Kritiker die Ukraine als den vor einem neuen Holocaust stehenden Juden darstellen, wobei die Juden jetzt als die gefühllosen Zuschauer neu erfunden werden. Und das führt zu der antizionistischen Behauptung Israels nationale Identität stehe im Widerspruch zu „jüdischen Werten“.

„Der Krieg in der Ukraine löst Israelische Debatte über den Sinn des jüdischen Staates aus“, argumentierte die New York Times und beschwerte sich, Israel habe mit 15.000 nicht genug Flüchtlinge aufgenommen.

(Die Zahl der von der New York Times aufgenommenen ukrainischen Flüchtlinge wird auf null geschätzt.)

Vergleichen Sie das mit Frankreich, das 26.000 ukrainische Flüchtlinge aufnahm, obwohl es zehnmal so groß ist wie Israel. Aber Frankreich ist, wie Indien, nicht voller Juden. Und so gibt es keinen Streit, dass Frankreich, das im Verhältnis viel weniger Flüchtlinge aufnahm als Israel, einfach aufhören sollte zu existieren.

Die magische Fähigkeit sich jeden Krieg irgendwie mit denselben vertrauten antizionistischen Sprachbildern um Israel drehen zu lassen zeigt, dass diese Argumente niemals kontextuelle Reaktionen auf regionale Konflikte sind, sondern einen allgemeine Gegnerschaft zur Existenz Israels, unabhängig von allem andere,

Welcher Krieg auch immer, wo auch immer im Gang ist, er ist Israels Fehler und Beweis dafür, dass es nicht existieren sollte.

Die Versuche der Medien Israel mit dem Krieg in der Ukraine in Verbindung zu bringen, sind oft derart dünn, dass sie eine eigene Form surrealer Absurdität annehmen.

NPR fand es äußerst wichtig eine ganze Story auf Grundlage und um die Tatsache herum zu schreiben, dass es in Jerusalem eine Bar namens Putin Pub gab (die ist inzwischen umbenannt). Wenn ein Medienorgan so verzweifelt handelt, um Israel negativ mit dem Krieg in der Ukraine zu verknüpfen, dann ist die Agenda klar.

(Das ist dasselbe Medium, das behauptete, es wolle nicht über Hunter Bidens Laptop berichten, weil: „Wir wollen nicht unsere Zeit auf Storys verschwenden, die keine wirklichen Storys sind.)

Die Regierung der Ukraine hat bei der internationalen Hasskampagne gegen Israel mitgemacht.

Selenski und seine Regierung haben Israel beschimpft, den Holocaust ausgebeutet und alles Mögliche gefordert, von der Eisernen Kuppel (entworfen, um von Terroristen geschossene, krude Raketen aufzuhalten, nicht einen umfassenden Angriff einer Weltmacht) und dem Cyberkriegs-Mittel Pegasus (das wird russische Panzer nicht aufhalten), auf israelische Sanktionen gegen Russland gedrängt, obwohl seine Regierung es ablehnt die Geschäfte mit dem Iran einzustellen.

Mit dem jüngsten Gesuch fordert die Ukraine Sicherheitsgarantien von Israel, trotz der Tatsache, dass Israel ein Land von 22.000 km2 ist, während die Ukraine 600.000 km2 groß ist. Die Ukraine ist nicht nur gewaltig größer als Israel, sie hat auch siebenmal Israels Bevölkerung. Das ist so, als verlange Kanada Sicherheitsgarantien von Zypern.

Aber das ist nur der ehemalige Komiker, der tut, was er tut. In seinem Vortrag vor dem Kongress beschwor Selenski Pearl Harbor und den 9/11, als er zu den Arabern sprach, brachte er Syrien auf, während er zum japanischen Parlament sprach, bezeichnete er den russischen Einmarsch als einen „Tsunami“ und verwies auf Japans Atomkatastrophe. Die oberflächliche Formel große Traumata in anderen Ländern namentlich zu erwähnen, während er sie mit der Ukraine verknüpft und sich beschwert, dass sie nicht genug tun, damit die Geschichte sich nicht wiederholt, ist für jeden, der tatsächlich hinsieht, eine einfallslose Übung.

Es ist der Fehler der Medien, dass sie Selenskis Druck fröhlich als Waffe einsetzen und unverblümt Antisemitismus von Linken und Islamisten verstärken, die das Narrativ freudig ausbeuten.

Bei der Fortsetzung seiner virtuellen Weltreise telefonierte Selenski mit Qatars Doha Forum. Der Emir des islamischen Terrorstaats Qatar hatte die Veranstaltung damit eröffnet die „Palästinenser“ mit der Ukraine zu vergleichen.

Der mit dem Iran und der Hamas verbündete Al-Thani-Spross beschwerte sich dann: „Die Anschuldigung des Antisemitismus wird heute fälschlich gegen jeden verwendet, der Israels Politik kritisiert.“

Oder er sendet, wie Qatars Propagandsender Al-Jazira, groben, ungeschliffenen Antisemitismus.

Wieder Zuhause wird die Propaganda-Kampagne gegen Israel mit waffenfähigem Niveau an Heuchelei ausgeglichen, während schlechte Autoren versuchen totalitäre Regime Israel wegen Russland und der Ukraine schelten.

William Cohen, Bill Clintons Verteidigungsminister, ließ auf CNN bei Christine Amanpour eine Tirade los, er sei „zutiefst enttäuscht“ von Israel. Cohen (er ist trotz seines Nachnamens Unitarier) und Amanpour haben beide eine lange Geschichte des Hasses auf Israel. Und schießen ganz billig gegen den jüdischen Staat.

„Ist man auf Seiten der Russen oder auf der der USA und des Westens? Sie müssen hier eine Entscheidung treffen“, schimpfte Cohen.

Amanpour versäumte es zu erwähnen, dass die Cohen-Gruppe ein Büro in Peking hat, dass Cohen im Vorstand des U.S. China Business Council sitzt und dass zu dieser Gruppe „chinesische Staatsbürger mit umfangreicher Erfahrung in chinesischen Regierungsministerien“ gehören.

Die Cohen-Gruppe prahlt auch mit „Jahrzehnten Erfahrung in der Arbeit mit offiziellen Vertretern Moskaus“ und dem „Aufbau von Beziehungen zu Entscheidungsträgern der Regierung“.

Vor zwei Jahren behauptete Cohen, „Präsident Putin versucht hier einzuschreiten und Friedensstifter“ zwischen Amerika und dem Iran zu sein.

„Ich bin etwas optimistischer, dass die Russen als Friedensstifter kommen werden“, sagte er gegenüber CNBC.

Bei diesem aufregenden neuen Hass auf Israel geht es nicht um die Ukraine, nicht mehr, als es mit der alten Variante um die „Palästinenser“ ging. Israel zu hassen ist am Ende immer das Eine und nur das Eine:

Juden zu hassen.

Gleichbehandlung mit Juden ist palästinensischen Empfängern von US-Hilfe peinlich

Elder of Ziyon, 28. März 2022

Die Jerusalem Post berichtete am 8. März:

Ein Zuschuss von $5,5 Millionen für zwei israelisch-palästinensische Geschäftspartnerschaften für Unternehmerinnen wurde Dienstag über das Middle East  Partnership for Peace Act (MEPPA) verliehen.

Es handelt sich um einen kleinen Teil der $250 Millionen des Fünfjahres-Programms des MEPPA, um „Volk-zu-Volk“-Beziehungen durch Wirtschaftspartnerschaften aufzubauen.

Das ist alles sehr nett. Aber dieser nächste Satz sollte alle beunruhigen:

Coleman war vage, was die Einzelheiten zu den Empfängern der Unterstützung angeht; sie hielt fest, dass die Empfänger nicht möchten, dass ihre Identität bekannt wird.

Warum?  Warum sollten die Teilnehmer nicht wollen, dass ihre Identität bekannt wird?

Weil Palästinenserorganisationen dem Risiko ausgesetzte sind „Normalisierung“ mit Israel zu betreiben. Die palästinensische Autonomiebehörde selbst bedroht jede Organisation, die mit israelischen Partnern arbeitet.

Die USA wollen der Kooperation von Israel und den Palästinensern helfen. (Die EU ebenso.) Aber die Palästinenserführer sind absolut dagegen.

Die PA versucht normale Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern zu verhindern, in diesem Fall für Unternehmerinnen, aber auch bei Sportveranstaltungen oder landwirtschaftlichen Informationen oder sonst allem.

Sieht hier irgendjemand ein Problem?

Die USA und die EU wollen diese Programme fördern, um eine Friedenskultur zu schaffen. Die Palästinenserführung ist gegen eine Friedenskultur. Alle Versuche der USA gibt es trotz der Bemühungen der PA sie zu vereiteln.

Weil die PA fundamental keinen Frieden mit Israel will. Und es nie wollte.

Jeder weiß das. Niemand will das laut sagen.

Versager bei israelfeindlicher Propaganda, Ausgabe Erwähnt nicht den Krieg, äh: Boykott

David Lange, Israellycool, 29. März 2022

Der Ortsverband San Francisco der Democratic Socialists of America (DAS – eine Untergruppe in der Partei der US-Demokraten), eine fanatisch israelfeindliche Gruppierung, die BDS unterstützt, veranstaltete am 20. März ein Webinar mit dem Titel Teach-In: Palestine & BDS 101 (Teach-In: Einmaleins Palästina und BDS).

Eine der Rednerinnen war Nadya Tannous von der Terror unterstützenden Palestinian Youth Movement (Palästinensische Jugendbewegung), die einen Großteil ihrer Ansprache damit verbrachte Geschichte (bzw. ihre Version davon) durchzugehen. An einer Stelle behauptete sie, die moderne BDS-Bewegung würde in den Boykotten „zionistischer Firmen“ der 1930-er Jahre wurzeln.

Ich dachte, ich zeige mal auf, dass dies in Wirklichkeit eine gute Erinnerung daran ist, dass das sogenannte „palästinensische Narrativ“ bis zu dem Punkt ausgeheckt ist, das schon die Vorstellung einer „palästinensischen Identität“ heute das glatte Gegenteil dessen ist, was sie behaupten.

Israelhasser erinnert uns ungewollt daran, wer die wahren „Palästinenser“ waren.
Hintergrund: Streiks im Jahr 1936
BDS wurzelt im langen Erbe gewaltfreien palästinensischen Widerstands
– Proteste gegen das britische Mandat in den 30-ern
– frühe Boykotte zionistischer Firmen
– palästinensische Kunst und Literatur
israellycool_advocacy: Die Hasser sind entweder ignorant oder verzerren mutwillig Geschichte. Vielleicht etwas von beidem.

Mit anderen Worten: Tannous verbindet die BDS-Bewegung mit den Boykotten „zionistischer Firmen“ in den 1930-er Jarhen, aber damals hießen sie „arabische Boykotte“ gegen „palästinensische Waren“. Die, von denen sie behauptet, sie seien Palästinenser, wurden schlicht als „Araber“ bezeichnet, während die „Zionisten“ (alias Juden) als Palästinenser bezeichnet wurden.

Ich gehe das Webinar immer noch durch, es besteht also die Möglichkeit, dass ich weitere „Perlen“ entdecken könnte.

Israel und die Lektionen aus Wien und der Ukraine

Hugh Fitzgerald, Jihad Watch, 18. März 2022

Die Ukraine kämpft jetzt, waffenmäßig und zahlenmäßig unterlegen, um ihr Überleben als unabhängige Nation. Ja, inzwischen strömen Waffen aus den USA, Deutschland, Großbritannien und einem Dutzend anderer Länder hinein. Aber warum wurden diese Waffen nicht Anfang Dezember geliefert, als Russland bereits mehr als 150.000 Soldaten mobilisiert hatte (diese Zahl ist seitdem auf 190.000 gestiegen) und sie einmarschbereit an seine Grenzen zur Ostukraine aufmarschieren ließ? Jeder wusste, warum diese Panzerkolonnen dort waren, bereit in den „Bruderstaat Ukraine“ einzufallen. Das war der richtige Moment, in dem die Amerikaner, die Führung übernehmend, die Waffen hätten liefern sollen, die die Ukraine am meisten brauchte – Javelin-Panzerabwehrraketen, Stinger-Boden-Luft-Raketen, Minen, Drohnen – und ihre Soldaten im richtigen Gebrauch hätten ausbilden sollen, damit sie bereit sein würden die aus dem Osten und aus Belarus im Norden und dann von der Krim im Süden kommenden Russen aufzuhalten.

Aber die Bidenisten eierten herum. Sie wollten offensichtlich nicht, so wird uns gesagt, „Putin verärgern“. 150.000 russische Soldaten in Panzern an der Grenze zur Ukraine legen nahe, dass Putin bereits ziemlich aufgebracht war. Das Herumeiern ging weiter, bis die Russen am 24. Februar die Grenze zur Ukraine überschritten. Da kamen die Amerikaner, die Briten, die Deutschen dann im großen Stil mit Waffen an, während die Franzosen, die Niederländer, die Belgier, die Tschechen, die Rumänen, die Italiener, die Kanadier, die Norweger, die Portugiesen, die Kroaten, die Slowenen und sogar die berühmt neutrale Schweiz kleinere Mengen an Waffen bereitstellten. Aber welchen Unterschied hätte es gemacht, wenn all diese Waffen Anfang Dezember geliefert worden wären statt Anfang März.

Ein Bericht des ehemaligen israelischen UNO-Botschafters Danny Danon zur Lektion, die Israel ein für alle Mal aus dem Beispiel Ukraine lernen sollte, findet sich hier: „Glaube den Drohungen unserer Feinde mehr als den Versprechen unserer Verbündeten“ (JNS, 4. März 2022):

„Versprich mir, Danny, dass du den Drohungen unserer Feinde immer mehr glauben wirst als den Versprechungen unserer Verbündeten.“ Das waren die Worte des verstorbenen Nobelpreisträgers Elie Wiesel, als er bei einem meiner letzten Treffen mit ihm in meiner Rolle als Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen fest meine Hand hielt.

Die sehr tragische Situation, in der die Ukraine sich befindet, muss eine Lektion für uns alle sein und vor allem für Israel. Ich nahm Elies Bemerkung damals an und ich glaube ihm heute mehr als je zuvor. Zusicherungen der internationalen Gemeinschaft, die ohne Folgen ignoriert werden können, sind überhaupt keine Zusagen. Resolutionen bedeuten nichts, wenn ihnen keine Taten folgen.

Israel hat leider keine andere Wahl als aus seiner Geschichte eine solche Lektion zu lernen. Als die arabischen Armeen Israel während des Sechstage-Kriegs 1967 angriffen, um den jüdischen Staat zu vernichten, flohen die Vereinten Nationen – die scheinbaren Garanten des Friedens – aus ihrer Friedenschützer-Rolle in der Wüste Sinai und ermöglichten der ägyptischen Armee den Vormarsch.

Sobald Ägyptens Führer Gamal Abdel Nasser Mitte Mai 1967 forderte, dass die UNO ihre Friedenschützer-Truppen aus dem Sinai abzieht, kam UNO-Generalsekretär U Thant dem nach und Nasser verlegte zehntausende Soldaten in den nördlichen Sinai. Israel wartete darauf, dass die USA, Großbritannien und Frankreich die Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Tiran auf Israels Seeweg nach Asien durchsetzen, die Nasser blockieren wollte. Aber keiner dieser Garanten der israelischen Schifffahrt im Roten Meer war bereit etwas zu unternehmen, um die Straße von Tiran offen zu halten. Als Nassers Schlinge sich zuzog, er weitere Truppen in den Sinai schickte, wartete Israel nicht länger auf Handeln seiner „Verbündeten“, sondern ließ seine Luftwaffe einen Blitzschlag führen, der Ägyptens Luftwaffe vernichtete, gewann den Krieg und rettete so das Volk Israels.

Im Yom Kippur-Krieg von 1973, als die Armeen Ägyptens und Syriens Israel angriffen, enthielten die USA Israel quälende Tage lang Waffen vor, bestanden auf Diplomatie, die nie eintreten sollte. Damit verhinderten sie, dass Israel sich effektiv verteidigen konnte, was verheerenden Verlust an Leben zur Folge hatte. Und erst noch im letzten Mai, als die Hamas im Gazastreifen mehr als 4.000 Raketen auf israelische Bevölkerungszentren schoss, forderten die USA und die internationale Gemeinschaft eine diplomatische Lösung und beschimpften Israel, weil es sich verteidigt.

Als Israel versuchte die Ägypter und Syrer abzuwehren, die an Yom Kippur 1973 einen Überraschungsangriff begonnen hatten, gingen ihm die Waffen, auch die Munition, seines Freundes und Verbündeten USA aus. Aber die USA, bei denen Außenminister Kissinger das Sagen hatte, verzögerten die Lieferung von Hilfe, um – so heißt es – Israel für zukünftige Verhandlungen mit den Arabern kompromissbereiter zu machen.

Als die Hamas am 10. Mai begann hunderte Raketen auf Israel zu schießen und Israel die Operation Hüter der Mauern startete, drängten die USA und andere Staaten Israel stattdessen eine diplomatische Lösung zu suchen. Wie Israel das tun soll, während die Hamas mehr als 4.000 Raketen auf israelische Städte schießt, bleibt unklar. Natürlich konnten die, die Israel rieten „auf Diplomatie zu bauen“, sich das leisten; es waren ja nicht ihre Bürger, die angegriffen wurden.

Doch Israels kurze Geschichte hat vereinzelt Fälle genau des Gegenteils erlebt. Diese mutigen und entscheidenden Taten haben den Israelis gute Dienste geleistet. Im Juni 1981 führte Israel auf Geheiß des damaligen Premierministers Menachem Begin in Osirak im Irak die „Operation Oper“ durch und zerstörte den noch nicht fertiggestellten Atomreaktor des Landes.

Dieser Reaktor hatte Israel große Sorgen bereitet, denn er war ursprünglich 1976 unter dem Deckmantel der Forschung beschafft worden. Israel schluckte diese Angabe nicht und glaubte, er sei geschaffen, um zur Eskalation des arabisch-israelischen Konflikts zu werden. Mit weniger als einem Monat Zeit, bevor er Berichten zufolge den Betrieb aufnehmen sollte, bombardierte Israel den Reaktor als Maßnahme präventiver Selbstverteidigung.

Damals kam aus der gesamten Welt sofortige und einhellige Verurteilung – in den Hallen der UNO, von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und von den Vereinigten Staaten, die unter der Regierung Reagan vorübergehend die Lieferung von Flugzeugen an Israel einstellten. Ein Auszug aus dem Tagebuch des ehemaligen Präsidenten Ronald Reagan fragte, warum Israel ihn nicht vorher kontaktiert hatte.

Die Antwort Begins wäre, so glaube ich, direkt und deutlich gewesen; es wäre eine diplomatische Lösung vorgeschlagen worden, nicht das erforderliche Handeln; und bis dahin wäre es für Israel zu spät gewesen. Ein Jahrzehnt später, 1991, begann der Golfkrieg und bald darauf griff der Irak Israel mit Scud-Raketen an. An diesem Punkt unterschrieb fast die gesamte Knesset – 100 von 120 Abgeordneten – einen Brief der Anerkennung, mit dem Begin für seine Weitsicht gedankt wurde den Angriff auf Osirak befohlen zu haben und die folgenreiche Entscheidung anerkannt wurde, für die er damals so brutal angegriffen worden war.

1981 ignorierte Premierminister Begin das, von dem er wusste, dass es weltumfassende Verurteilung sein würde und schickte in der Operation Oper israelische Flugzeuge den Osirak-Reaktor zu zerstören, einen Monat, bevor der in Betrieb gehen sollte. Die Verurteilungen kamen schnell und erbost; sogar Präsident Reagan, der für seine proisraelische Haltung bekannt war, stellte zeitweise die Lieferung von Flugzeugen an Israel ein. Aber Israel und der Welt wurde ein von Saddam Hussein regierter, atomar bewaffneter Irak erspart. Es ist nicht schwer sich vorzustellen, was Saddam 1991, als er in Kuwait einmarschiert war, mit solchen Waffen hätte tun können um die Amerikaner abzuwehren, die gekommen waren, um die irakischen Invasoren aus Kuwait zu drängen. Begin hatte zum Glück nur an Israels Sicherheit gedacht und nicht an die Missbilligung der Verbündeten.

Jahrzehnte später, 2007, befahl der israelische Premierminister Ehud Olmert einen ähnlichen Angriff auf einen syrischen Atomreaktor. Diesmal unternahm Olmert, anders als Begin, den Schritt Präsident George W. Bush über Israels Bedenken wegen des Orts zu benachrichtigen und forderte vorab amerikanische Unterstützung und Hilfe ein.

Erwartungsgemäß beschlossen die Vereinigten Staaten einen diplomatischen Kurs und bestätigten, dass nichts unternommen werden würde. Stattdessen schlugen sie eine gemeinsame Pressekonferenz von Olmert und US-Außenministerin Condoleezza Rice vor, um die Gefahren des Reaktors für die Welt zu betonen. Olmert schlug das Angebot prompt aus; noch am selben Tag bombardierte Israel den Reaktor. Drei Stunden später berichteten Olmert den USA von der Mission. Bush nahm es auf sich Olmert dafür zu danken verhindert zu haben, was eine katastrophale Lage hätte werden können, hätte Syrien Atomfähigkeit erzielt.

Wie Begin ließ sich Olmert nicht von Amerika überzeugen den syrischen Atomreaktor nicht zu zerstören. Washingtons Versprechen einer „gemeinsamen Pressekonferenz“ der Amerikaner und Israelis zum syrischen Reaktor hätte dem Regime Assad nur jede Menge Zeit verschafft den Reaktor mit einer Kette von Boden-Luft-Raketen und Kampfjets einzuigeln. Stellen Sie sich, vor das skrupellose Regime Assad hätte eine Atomwaffe besessen, als 2011 der Bürgerkrieg im Land ausbrach. Mit der Bombardierung des Reaktors rettete Israel einmal mehr nicht nur selbst, sondern auch viele andere.

Springen wir vor auf 2022, wo die internationale Gemeinschaft (mit indirekter Teilnahme der USA) weiter auf Diplomatie mit dem Iran drängt. Gespräche in Wien zum Wiedereintritt in den Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) von 2015, aus dem sich die Administration Trump 2018 zurückzog, werden absurderweise immer noch fortgesetzt, wobei die Beteiligten scheinbar verzweifelt einen unlogischen Deal erzielen wollen, egal was das kostet oder welche Konsequenzen das hat.

Tatsächlich unternahmen die Vereinigten Staaten in den letzten Monaten die Schritte eines Appeasements des Iran durch die Aufhebung einiger Sanktionen, zusätzlich zu $29 Millionen an eingefrorenen Aktiva ohne Forderung einer Gegenleistung vom Iran. Und das für ein Land das amerikanische und israelische Flaggen verbrennt, Hass gegen den Westen predigt und es sogar ablehnt sich mit den USA zu treffen oder mit ihnen zu verhandeln. Solches Appeasement deutet den iranischen Ayatollahs Schwäche nicht nur an; es ermutigt sie.

Appeasement ist genau das richtige Wort, um die Verhandlungshaltung von Robert Malley zu beschreiben, dessen Kapitulationshang dafür sorgte, dass drei ranghohe Unterhändler des Außenministeriums die Gespräche in Wien verließen – in einem vielsagenden Protest gegen Malleys Auftritt.

Der JCPOA war von Anfang an ein schlechter Deal. Er sprach nie Irans Export von Terror in den gesamten Nahen Osten an, er beschäftigte sich auch nie mit der Forschung und Entwicklung von ballistischen Langstreckenraketen durch den Iran an. Darüber hinaus gab er dem Iran eine 30-tägige Schonfrist, bevor Inspektoren die Einreise erlaubt wurde, um die Einrichtungen zu prüfen.

Der jetzt bevorstehende Deal ist sogar noch grauenhafter. Zusätzlich zu dem bereits begrenzten zeitlichen Rahmen -viele der Klauseln des Abkommens laufen in nur drei Jahren aus – wird der vorgeschlagene Plan den IAEA-Inspektoren nicht erlauben die vor kurzem aufgedeckten, nicht deklarierten Atomanlagen im Iran zu untersuchen. Dem größten staatlichen Terrorismusfinanzier wird praktisch grünes Licht gegeben zu tun, was er will und es wird nicht erwartet, dass er irgendeine Gegenleistung erbringt.

Viele der Israel von der internationalen Gemeinschaft in Bezug zum Iran vorgelegten Lösungen bestehen aus ähnlichen Zusicherungen, die anderen Ländern gegenüber gegeben wurden – nämlich, dass Israels Sicherheit zugesichert ist. Sollte Israel solchen Versprechungen glauben? Wie sollte Israel angesichts der argwöhnischen internationalen Antwort reagieren, die wir in Bezug auf die Ukraine erlebt haben?

„Die Antwort ist klar. Bei einem Land wie dem Iran, das immer wieder erklärt hat sein Ziel bestehe darin den einen jüdischen Staat des Planeten zu vernichten, kann Israel nicht tatenlos zusehen und abwarten ob es mit seinen Drohungen Ernst machen wird. Für Israel ist der diplomatische Ansatz des „Abwartens“ in Bezug auf den Iran gleichbedeutend mit der Vernichtung. Israel muss daher präventiv handeln…“

Wenn die Führer eines Landes immer und immer wieder sagen, sie planen Israel zu „vernichten“ oder „auszulöschen“, wenn die Menschen dieses Landes seit 40 Jahren Jahr um Jahr Massenkundgebungen veranstalten, bei denen sie „Tod Israel“ brüllen, dann sollten die Israelis ihnen lieber glauben. Wenn dieses Land gewaltige Summen ausgibt, um Atomwaffen zu erwerben, kann Israel nicht warten, bis dieses Land sein Ziel erreicht. Es muss tun, was immer nötig ist, um die Pläne dieses Landes zu stören, sein Atomprogramm aufzuhalten, dessen Einrichtungen zu sprengen und sein Atompersonal zu demoralisieren oder zu töten.

Das ist für Israel die Moral aus dem Krieg in der Ukraine. Es ist eine Lektion, die der jüdische Staat schon viele Male zuvor lernen musste und wieder lernen muss. 1948, als – trotz der noch frischen Erinnerung an den Holocaust – ein Waffenembargo für beide Seiten eingesetzt wurde, lieferten die Briten weiter Waffen an die bereits gut ausgerüsteten Armeen Ägyptens, Jordaniens und des Irak. In der ganzen Welt stimmte einzig die Tschechoslowakei zu den Israelis eine Handvoll klappriger Avia-Flugzeuge zu verkaufen. Das war auch die Lektion vom Mai 1967, als Israels westliche Freunde es ablehnten die Straße von Tiran die für israelische Schifffahrt offen zu halten und Israel es alleine mit Ägypten, Syrien und Jordanien aufnehmen musste. Es war die Lektion des Yom Kippur-Kriegs von 1973, als die amerikanische Regierung die dringend benötigten Waffenlieferungen in der törichten Hoffnung verzögerte, um die Israelis bereiter zu machen Kissingers Nahost-Politik zu akzeptieren. Es war Israel, das einsam handelte, weder mit Hilfe noch mit der Genehmigung der Amerikaner, als 1981 Saddam Husseins Osirak-Atomreaktor zerstörte. Es war Israel, das wieder einsam und gegen amerikanische Wünsche handelte, als es 2007 Syriens Atomreaktor In Deir ez-Zor zerstörte. Und jetzt ist es dasselbe; die amerikanischen Unterhändler in Wien, angeführt vom entsetzlichen Robert Malley, haben Israels deutliche Einwände gegen den Deal völlig ignoriert, einen Deal, der so gut für den Iran und so schlecht für Israel ist, dass der russische Unterhändler Mikhail Uljanow sgte: „Der Iran hat viel mehr bekommen als er erwarten konnte. Realistisch ausgedrückt, bekam der Iran offen gesagt mehr als selbst erwartete oder andere erwarteten.“

Wenn es darum geht einen atomaren Iran zu verhindern, haben die Bidenisten klar gemacht: Israel, du bist auf die allein gestellt. Das ist die Lektion von Wien.