Und wenn sie die Bombe nicht geworfen hätten?

Die Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroschima und Nagasaki bringen wieder Gedenken. Und wieder Anklagen gegen die Amerikaner, wie die das tun konnten. Unmenschlich. Böse. Hätte nicht gemacht werden dürfen. Das (heute) übliche Gezeter mit Verurteilungen, die im Nachhinein billig und verlogen sind. Und geschichtsvergessen. (Eine ganz einfache Frage: War der Luftangriff auf Tokio mit 300 Bombern, der ca. 100.000 Tote forderte, etwa auch nur einen Deut besser? Nur weil bei den Angriffen vom 6. und 9. August 1945 jeweils nur eine Bombe geworfen wurde?

Was wäre denn die Alternative zu den Atombomben gewesen?

Die Japaner änderten im Sommer 1944 ihre Strategie. Sie gingen von Angriff (um jeden Preis) auf Verteidigung über; das bedeutete, dass sie so kämpften, dass sie Amerikanern möglichst hohe Verluste zufügten, damit die (nervlich) erschöpft den Krieg über Verhandlungen beenden würden statt die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation aufrecht zu erhalten.

Bei der Schlacht um Saipan (offiziell 13. Juni bis 9. Juli 1944) fand dieser Wechsel in der Strategie erstmals Anwendung. Die japanischen Truppen gruben sich ein und leisteten in aussichtsloser Position und ohne Nachschub erhalten zu können Widerstand, um den Amerikanern möglichst hohe Verluste beizubringen. Nachdem das nicht mehr möglich war, führten die Soldaten noch einen Banzai-Angriff (teilweise mit Bambusspeeren) durch, in dem sie keine Überlebenschance hatten. Tausende japanische Zivilisten stürzten sich infolge der japanischen Propaganda aus Angst vor den Amerikanern von Felsklippen zu Tode. Die Eroberung der Insel forderte bei den Japanern das Leben von ca. 24.000 Soldaten, 12.000 Zivilisten und 4.000 Koreanern; die US-Streitkräfte verloren rund 3.500 Gefallene.

In der Folge bauten die Japaner ihre Verteidigungsstellungen aus, um wirkungsvoller gegen erobernde US-Truppen vorgehen zu können. Bei der Schlacht um die Insel Peleliu östlich der Philippinen wirkte sich das als Nächstes aus; sie dauerte (offiziell) vom 15. September bis zum 25. November 1944 – eine enorm lange Zeit für eine nur 13 Quadratkilometer große Insel. Zumal versprengte Reste japanischer Soldaten auch danach noch immer wieder amerikanische Truppen angriffen. (Die letzten 34 überlebenden Japaner gaben erst im April 1947 auf Befehl eines ehemaligen Armee-Offiziers auf, der eigens dafür vor Ort geholt wurde!) Die Amerikaner verloren bei den Kämpfen fast 8.000 Mann (Gefallene, Vermisste und Verwundete), eine Division der Marines war so reduziert, dass sie erst im April 1945 wieder eingesetzt werden konnte. Auf japanischer Seite fielen etwa 95% der 11.000 Verteidiger.

Diese „erfolgreiche“ Methode wurde ab da vom japanischen Militär für weitere Inseln und für die Heimatinseln vorgesehen. Überall wurden massiv entsprechende Verteidigungsstellungen ausgebaut. Der Angriff auf die Insel Iwo Jima (24 Quadratkilometer, etwa 1.000km südlich von Tokio) wurde von US-Truppen am 19. Februar 1945 begonnen; die Insel wurde am 26. März 1945 für gesichert erklärt, allerdings wurden bis Juni 1945 weitere 2.400 Japaner getötet und gefangen genommen, die auf eigene Faust weiterkämpften. Die Insel wurde von 21.000 japanischen Armee- und Marinesoldaten verteidigt. Von diesen überlebten nur knapp 1.100, die in gefangen genommen wurden – fast alle nach Ende der eigentlichen Kämpfe. Die Amerikaner hatten am ersten Invasionstag 2.400 Gefallene zu beklagen. Insgesamt hatten die Amerikaner 6.800 Gefallene. Iwo Jima war die einzige Schlacht im Pazifik, bei der die Amerikaner mehr Gesamtverluste (Gefallene plus Verwundete) hatten als die Japaner.

Der nächste große Angriff der Amerikaner erfolgte auf Okinawa, das seit 1871 unter japanischer Verwaltung stand und ab 1941 zu einem Hauptstützpunkt der kaiserlichen Marine ausgebaut wurde. Bei der Landung am 1. April 1945 fanden die US-Truppen kaum Widerstand; erst als sie weiter vordrangen, stießen sie auf die Hauptverteidigungslinie, die vom Bombardement von Flugzeugen und Schiffen kaum betroffen war. 119.000 Japaner verteidigten die Insel, die Invasionstruppen der Amerikaner zählten 180.000 Mann. Die Kämpfe zogen sich în der Hauptsache bis zum 30. Juni hin, aber auch im Juli noch mussten versprengte japanische Truppen bekämpft werden, teilweise hatten diese keine Munition mehr und gingen mit Knüppel und bloßen Händen auf die Marines und Gis los. Am Ende hatten die Amerikaner Verluste von fast 50.000 Mann (Gefallene und Verwundete), die Japaner hatten gut 76.000 Gefallene, davon 4.600 Kamikaze-Flieger. Die US-Marine hatte etwa 35 Schiffe verloren, 368 waren beschädigt, 763 Flugzeuge waren abgeschossen worden. Die beteiligte britische Trägergruppe verlor 98 Flugzeuge, hatte vier beschädigte Schiffe, 62 Tote und 82 Verwundete.

Diese Erfahrungen zeigen, dass die Japaner mit äußerster Härte gegen die Amerikaner/Alliierten kämpften; Aufgeben gab es nicht, die Gefangenen waren zum allergrößten Teil schwer Verwundete, die nicht mehr kämpfen konnten (abgesehen von Okinawa, wo sich von den Japanern ohnehin verachtete Einheimischen-Truppen ergaben). Die Amerikaner mussten enorm hohe Verluste in Kauf nehmen, um ihren Vormarsch weiterzuführen. Die japanischen Hauptinseln wurden derweil deutlich stärker ausgebaut. Die japanische Führung dachte nicht einmal im Traum daran den Krieg zu beenden. Es wurde fanatisch gekämpft, ohne Rücksicht auf eigenes Leben.

Die amerikanische Militärführung ging davon aus, dass eine Eroberung der japanischen Inseln mindestens zwei Jahre dauern und mindestens eine Million Mann Verluste in den eigenen Reihen zur Folge haben würde.

Eine „Verhandlungslösung“ kam nicht in Frage. Die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg bzw. dessen Folgen hatten dafür gesorgt, dass das nicht erwogen wurde. Ohne einen kompletten Sieg waren Staaten wie Japan und Deutschland nicht dazu zu bringen Frieden zu halten.

Eine Eroberung der japanischen Inseln hätte für die Japaner bedeutet, dass sie mehr oder weniger ausgelöscht worden wären. Das Beispiel Saipan zeigte, wie die Zivilbevölkerung reagierte. Mal ganz davon abgesehen, dass diese auch in die Kämpfe mit einbezogen worden wäre. Einzelne Bomberangriffe, wie sie weiter massiv erfolgt wären, hatten jeweils bis zu 100.000 Todesopfer gefordert. Nach einer solchen Eroberung hätte es kein Japan, vielleicht keine Japaner mehr gegeben.

Das war sicherlich keine Überlegung, die Truman und seine Militärs dazu bewegte die Atombombe einzusetzen. Für sie zählte einzusetzen, was den Amerikanern den baldigen Sieg bringen würde. Den Japanern musste demonstriert werden, dass sie keine Chance hatten; dass die Amerikaner zum totalen Sieg entschlossen waren. Und die Atombombe war eine gute Möglichkeit das zu tun. Effektivität zu beweisen, der Japan nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Und selbst das wäre fast misslungen, wenn es nach den japanischen Militärs gegangen wäre – sie bestanden darauf weiter zu kämpfen. Einzig ein Machtwort des Tenno konnte das verhindern und die Kapitulation einleiten.

Der Einsatz der Atombomben gegen Japan, ihr Abwurf auf Hiroschima und Nagasaki verhindert Millionen weitere Tote – rette amerikanischen Soldaten das Leben, aber auch dem japanischen Volk das Überleben. Das vergessen alle nur allzu gerne, die sich nur darauf konzentrieren ihren Einsatz zu verurteilen. Sie wollen nicht wahr haben, dass es diese fürchterliche Waffe war, die den Zweiten Weltkrieg beendete. Ich höre da oft, dass es nur eine Frage der Zeit gewesen sei, bis der Krieg zu Ende gewesen wäre – aber welchen Preis hätte diese Zeit gefordert? Ich habe oben beschrieben. Im Nachhinein kann man sich sehr schön hinsetzen und die Situation anders analysieren, als es die Politiker und Militärstrategen zum damaligen Zeitpunkt tun mussten. Aber selbst dabei wird nur allzu gerne außen vor gelassen, was die Folgen anderen Handelns gewesen wären. Eine realistische Einschätzung kann nur sein: Die Atombomben-Abwürfe haben zwar 120.000 direkte Tote gefordert, ein furchtbarer Blutzoll. Aber sie nicht einzusetzen hätte unendlich viel mehr Tote gebracht. Die Verdammung der Abwürfe aus heutiger Sicht ist bestenfalls naiv; wahrscheinlich ist sie eher rein ideologisch bedingt.

Die negative Verurteilung des Atombomben-Abwurfs kann nur in einem Klima erfolgen, in dem die Alternative nicht zu Ende gedacht wird. Sie erfolgt in einem Klima, in dem von denjenigen, die die Freiheit verteidigen oder zurückerobern, verlangt wird, das unter größten Opfern zu tun, ohne Rücksicht auf eigene Verluste, aber gefälligst so, dass diejenigen, gegen die die Freiheit verteidigt wird, möglichst geschont werden, ihnen nicht allzu sehr in den Arm gefallen wird, sie die Opfer sind, nicht die Täter. Das Paradebeispiel dafür erleben wir im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Terror-Arabern.

Wir leben in einer Zeit der Pervertierung von Werten und Moral.

20 Jahre seit Camp David: Immer noch wird an der Illusion von Oslo festgehalten

Der katastrophale Friedensgipfel, der zu einem palästinensischen Terrorkrieg führte, bleibt ein Musterbeispiel an Anmaßung und Widerwille die Wahrheit über einen unlösbaren Konflikt zu akzeptieren.

Jonathan S. Tobin, JNS.org, 23. Juli 2020

Es handelt sich um einen Jahrestag, den niemand feiert. Diesen Monat vor zwanzig Jahren hieß Präsident Bill Clinton den israelischen Premierminister Ehud Barak und Palästinenserführer Yassir Arafat zu einem Friedensgipfel in Camp David willkommen. Blickt man heute darauf zurück, dann begreifen selbst Veteranen der Administration Clinton, dass es ein Akt monumentaler Torheit war. Wie der ehemalige Friedensprozessbeauftragte des US-Außenministeriums für den Nahen Osten Aaron David Miller schrieb, war die Mühe zum Scheitern verurteilt, schon bevor sei begann.

Das Problem ist, dass selbst diejenigen, die im Nachhinein zugegeben haben, dass sie falsch lagen, immer noch an der Illusion hängen, dass klügere Diplomatie und andere amerikanische, israelische und Palästinenserführer immer noch ein anderes Ergebnis bringen könnten. Selbst die, die versuchen selbstkritisch zu sein,  sie hätten sich, wie Miller vermerkte, in Camp David im Juli 2000 „im Wald verirrt“, werden nur allmählich mit der Tatsache fertig, dass es für einige Probleme keine Lösung gibt. Schlimmer noch: Einige derer, die Präsident Donald Trumps Nahost-Friedensbemühungen verantwortlich leiten, scheinen darin gescheitert zu sein die Lektionen aus dem Camp David-Fiasko gelernt zu haben, auch wenn er es besser machen wollte als seine Vorgänger.

Anders als vor dem Hintergrund der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen sieben Jahre zuvor werden die Umstände, die zu den Ereignissen vom Juli 2000 führten nicht mehr sonderlich diskutiert. Das berühmte Foto auf dem Rasen des Weißen Hauses im September 1993 wird von manchen immer noch als historischer Triumph gefeiert, trotz der katastrophalen Konsequenzen dieser Vereinbarung. Aber der schmachvolle Abschluss des Gipfels im Jahr 2000 ist vom außenpolitischen Establishment und den Medien weitgehend in die orwellsche Erinnerungskiste geworfen worden.

Sie wollen die angebrachten Schlüsse aus diesen Ereignissen nicht ziehen, weil die Klausur das gesamte Konzept hinter dem Oslo-Prozess platzen ließ, dem es auf Grundlage eines Mythos entsprang. Die Annahme seitens all derer, die an der Bemühung beteiligt waren, lautete, dass die Teilung zwischen Israelis und Palästinensern durch schmerzliche Zugeständnisse und clevere, geduldige Diplomatie auf Grundlage von sich entwickelnden Beziehungen überbrückt werden könnte. Sie alle glaubten, wenn die Israelis bereit seien konkrete Zugeständnisse an Territorium zu machen und ihre Sicherheit zu gefährden – und die Palästinenser wirklich bereit seien endlich zu akzeptieren, dass der lange Krieg gegen den Zionismus vorbei ist – dann wären zwei neben einander in Frieden existierende Staaten möglich.

Bis zum Sommer 2000 hatten vernünftige Beobachter bereits herausgefunden, dass die Palästinenser keine derartigen Absichten hatten. Arafat war nicht die Absicht, wie es der ermordete israelische Premierminister Yitzhak Rabin hoffte, die Terroristen zu bekämpfen, die den Frieden bedrohten. Er plante und zahlte immer noch für Terrorismus, während sowohl die amerikanische wie die israelische Regierung die Wahrheit über sein Handeln und die Nichteinhaltung der Bedingungen der Vereinbarungen zu vertuschen, weil sie glaubten, das nicht zu tun würde dem Frieden schaden.

Schlimmer noch war, dass Barak ein Mann in Eile war. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch die Golanhöhen bei Hafez Assads Regime in Syrien einzutauschen (ein Glücksfall für Israel, bedenkt man das Chaos und Blutvergießen, die das Land seitdem zerstört haben), wandte sich Barak Arafat zu. Er schlug alle Vorsicht in den Wind und verwarf die Roten Linien, die sowohl Rabin als auch Benjamin Netanyahu (der oft fälschlich für den Fehlschlag des Friedensprozesses verantwortlich gemacht wird, den er während seiner Amtszeit als Premierminister von 1996 bis 1999 tatsächlich versuchte voranzubringen) an den Tag gelegt hatten, indem er anbot Jerusalem zu teilen und fast die gesamte Westbank und den Gazastreifen zur Gründung eines Palästinenserstaats zu übergeben.

Aber nicht einmal diese grandiose Geste reichte aus, um Arafat in Versuchung zu bringen.

Der Terroristenveteran schlug ein Angebot aus, das ihm mehr oder weniger alles gab, von dem die, die für die Palästinenser eintreten, sagten, dass sie es wollten. Zwei Monate später begann er, überzeugt von Baraks Schwäche und im Glauben, blutige Anschläge auf Israel würde noch mehr solcher selbstmörderischen Zugeständnisse erzeugen, einen Abnutzungs-Terrorkrieg, der als Zweite Intifada bekannt ist. Dieser traumatische Konflikt, der mehr als 1.000 Israelis und viel mehr Palästinensern das Leben nahm, sprengte alle verbliebene Unterstützung für Oslo. Er führte bei den Israelis zu einem breiten Konsens – noch weiter verstärkt durch die desaströsen Resultate des Abzugs aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 unter dem ehemaligen Premierminister Ariel Sharon, der zu einem von der Hamas geführten Terrorstaat in dem Streifen führte sowie die Weigerungen von Arafats Nachfolger Mahmud Abbas in Treu und Glauben zu verhandeln – dass Frieden in der absehbaren Zukunft unerreichbar ist.

Wie Miller jetzt einräumt hatte der Gipfel keines der Elemente, die zum Erfolg hätten führen können, also „starke Führer“, eine „brauchbare Abmachung“ und „effektive US-Vermittlung“. Baraks Verzweiflung und die schlechte Planung der Administration Clinton verschlimmerten die Dinge. Er hat auch Recht damit aufzuzeigen, dass Clintons Glaube, etwas zu versuchen und zu scheitern sei besser, als überhaupt nichts zu versuchen, ganz daneben war. Die Folgen dieser Selbstüberschätzung wurden mit dem Blut derer bezahlt, die in Arafats Intifada abgeschlachtet wurden.

Dennoch hält Miller an dem Irrglauben fest, dass mehr amerikanischer Druck auf den jüdischen Staat, verbunden mit einem Satz Parameter für einen Deal, der den Israelis keinen Spielraum zu Jerusalem und anderen störrischen Dingen gelassen hätte, einen Unterschied hätte machen können.

Er verachtet das Bestreben der Administration Trump Frieden voranzubringen, im Glauben, die sie Führenden seien Israel viel zu nahe. Aber obwohl Kushner anscheinend versucht hat die Fehler, die Clinton machte, zu vermeiden, scheint auch er nicht völlig zu verstehen, warum sogar seine realistischere Vision „Wohlstand zu Frieden“ wenig Chancen hat eine Vereinbarung wie auf dem Gipfel des Jahres 2000 zu erzielen.

In einem Interview mit Newsweek demonstrierte er eigenes magisches Denken. Kushner glaubt, dass der Schlüssel zum Frieden darin bestehe die arabischen Staaten dazu zu drängen Israel näher zu kommen. Das zu tun ist an und für sich etwas Gutes, aber wie alle anderen Formeln für eine Regelung schlug sie fehl, weil die Palästinenser einfach nicht daran interessiert sind.

Die Lektionen des Gipfels von Camp David stützen sich auf das Verständnis, dass bessere Diplomatie, Planung und Hilfe von außerhalb nie genug sein werden. Bis die Palästinenser ihre Vision eine Vision einer Welt ohne einen Staat Israel aufgeben – eine, die heute leider von Juden wie Peter Beinart geteilt wird, die glauben, der Fehlschlag Frieden zu schließen bedeute, dass das zionistische Projekt zugunsten einer gefährlichen utopischen Vision verworfen werden sollte, die zu weit mehr Blutvergießen führen wird als jede Intifada – wird kein Friedensprozess, egal, wie geschickt er geführt wird, jemals erfolgreich sein.

Die meisten Israelis begreifen diese bittere Wahrheit und haben ihre Erwartungen entsprechend angepasst. Man muss hoffen, dass zukünftige amerikanische Regierungen, einschließlich einer mutmaßlichen, vom früheren Vizepräsidenten Joe Biden geführten, die wahrscheinlich mit Veteranen der Administrationen Clinton und Obama besetzt sein wird, in der Lage sein werden zu begreifen, dass weitere Verhandlungen ohne eine grundlegende Veränderung der palästinensischen politischen Kultur für jedermann schlichte Zeitverschwendung ist.

Metropolitan Museum of Art bezeichnet Tefillin als “ein ägyptisches Amulett”

Elder of Ziyon, 26. Juli 2020

Das ist die Internetseite des Metropolitan Museum of Art [New York City – spotplenni], auf der es seine Sammlung zeigt:

Dieses Objekt ist offensichtlich Tefillin schel rosch, im Neuen Testament „Gebetsriemen“ genannt, die jüdische Männer jeden Tag zum Gebet (und in den Zeiten des Talmud den ganzen Tag über) tragen.

Es ist schon erstaunlich, das Tefillin in dem Museum seit 1962 als Amulett der islamischen Zeit eingeordnet werden konnte, ohne dass jemand das erkannte.

Diese Tefillin schel rosch sehen erstaunlich modern aus, selbst mit dem vierfach verzweigten Schin auf der Seite.

Tefillin schel rosch scheinen zwar mindestens seit der Zeit der Schriftrollen vom Toten Meer würfelförmig gewesen zu sein, aber es gibt in derGenzia von Kairo kegelförmige Tefillin schel yad und zylindrische Tefillin schel yad schon seit 1725, graviert von dem französisch-niederländsichen Künstler Bernard Picart, sowie bogenartig geformte  Tefillin schel yad (anscheinend)im 19. Jahrhundert.

Rabbi Adin Steinsaltz sagt, dass die talmudische Vorschrift, dass Tefillin schel yad quadratisch sein müssen, sich nur auf den Boden bezieht, nicht auf das Kästchen, wie es in all diesen Fällen ist.

Als Reaktion auf Omars Forderung nach Bundeshilfe bietet Trump Unterstützung durch die IDF an

The Mideast Beast, 21. Juli 2020

Bild von Gage Skimore, Flickr, https://www.flickr.com/photos/gageskidmore/49517418988

Letzte Woche schockierte die US-Repräsentantenhaus-Abgeordnete aus Minnesota Ilhan Omar, wegen ihrer antiisraelischen Haltung und ihrer bizarren Besessenheit von jemandem namens Benjamin und allem, was mit ihm zusammenhängt, die Nation, als sie Bundeshilfe für den Umgang mit dem Schaden und der steigenden Gewalt forderte, die von den Protesten in Minneapolis verursacht wurden.

Obwohl er früher erklärte hatte, dass kein blauer Staat irgendwelche Bundeshilfe erhalten würde, bis sie Colin Kapernick dazu bringen aufzustehen, bot Turmp in einem offensichtlichen Gesinnungswandel an die israelischen Streitkräfte hinzuschicken, um die Gewalt zu unterdrücken und die Ordnung wieder herzustellen. Es ist nicht klar, was diese Entscheidung auslöste, aber der Präsident lobte Netanyahu dafür den Vorschlag in einer aktuellen Pressekonferenz gemacht zu haben.

„Ich habe vor kurzem mit meinem gute Freund Bibi geredet. Alle seine Freunde nennen ihn bibi, keine Idee warum, das ist lustig. Ich dneke gerne, dass wir sehr gute Freunde sind. Er hat sehr nette, schöne Dinge über mich und all die sagenhaften Dinge gesagt, dich ich als Präsident für ihn getan habe und ich finde, das ist großartig“, begann er.

Als wegen der Entscheidung die IDF hinzuschicken nachgehakt wurde, erklärte er:

„Die Abgeordnete Omar hat sehr fiese Dinge über ihn und mich gesagt, aber Bibi ist ein netter Kerl, gar nicht korrupt oder gehässig und er bot an ihrem Wahlkreis etwas Hilfe zu schicken, was ja, wenn man darüber nachdenkt, in Wirklichkeit Bundeshilfe ist. Aber egal. Sie fragte an, also erhält sie etwas Fantastisches.“

Obwohl jeder Reporter die Hand hob, um eine Frage zu stellen, endete die Pressekonferenz abrupt. Die Abgeordnete Omar war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Juden und die Krawalle vom Mai/Juni in Los Angeles

Manfred Gerstenfeld interviewt Rabbi Abraham Cooper (direkt vom Autor)

Die meiste Gewalt und Plünderungen während der Demonstrationen gegen Rassismus in Los Angeles Ende Mai und Anfang Juni 2020 fanden am zweiten Tag von Schawuot statt, dem 31. Mai, der zudem ein Sabbat war. Es gab einen fast friedlichen Protest im Pan Pacific Park im Bezirk Fairfax, ausgelöst durch den Mord an George Floyd. Das ist in der Nähe eines von vielen Juden bewohnten Gebiets.

Nach dem Protest verließen einige den Park und griffen Geschäfte und Gebäude auf der Melrose Avenue, dem Beverly Boulevard und der La Brea Avenue an. Manche Randalierer erreichten Stellen auf dem La Cienega Boulevard, wo sie zumeist Einkaufszeilen angriffen.

Rabbi Abraham Cooper
Rabbi Abraham Cooper

Rabbi Abraham Cooper, geboren 1950 in New York, ist Associate Dean beim Simon Wiesenthal Center in Los Angeles. Etwa vierzig Jahre lang hat er den Bereich Internationale soziale Aktionen des SWC geleitet, der sich mit allem vom weltweiten Antisemitismus, über Nazi-Kriegsverbrechen und Entschädigungen, Extremistengruppen bis zu Toleranzerziehung beschäftigt.

Am nächsten Tag gab es Ausschreitungen in Santa Monica, das direkt an Los Angeles grenzt. In dieser Gegend wurden hunderte Geschäfte geplündert und niedergebrannt. Die Polizei wurde ein paar Blocks entfernt zusammengezogen und beobachtete einen zumeist friedlichen Protest. Mit der Kamera wurden Szenen von Vorfällen eingefangen, in denen die Polizei nicht eingriff. Schließlich wurden während der folgenden Woche Ausgangssperren verhängt und hunderte Menschen verhaftet. Dennoch sind die meisten Plünderer nicht gefasst worden. Die Auswirkungen einer offenbar hilflosen Polizei, die sich in Los Angeles und an anderen Orten in den USA zurückhält, werden noch lange zu spüren sein.

Das Los Angeles Police Department (LAPD) war Tage lang überfordert und ineffektiv. In erster Linie deshalb, weil der Bürgermeister es ablehnte sich auf die Gewalt zu konzentrieren. Er entschied sich stattdessen sich ausschließlich auf die friedlichen Protestierenden und die Themen soziale Gerechtigkeit und Gleichheit zu konzentrieren, während er Black Lives Matter begrüßte. Trotz der Krawalle und anhaltenden Proteste befürwortete der Bürgermeister eine Kürzung des Polizei-Budgets um $150 Millionen und drückte diese durch. Eine ähnliche Summe wurde dem Büro des Sheriffs von Los Angeles entzogen. Die politische Elite von Los Angeles war im Grunde den gesamten Polizeidienst den Wölfen zum Fraß vor. Einzig der Stadtrat Paul Kortz, der Jude ist, erwähnte Bedenken wegen der Hass-Graffiti, mit der eine Synagoge markiert wurde.

Viele der geplünderten und zerstörten Geschäfte gehörten Angehörigen von Minderheiten. Fast 200 Apotheken waren Ziel, vermutlich von organisierten Banden, die nach Narkotika suchten. Im Bezirk La Brea/Hancock gehörte eine große Zahl der betroffenen Geschäfte Juden. Darunter befanden sich eine koschere Bäckerei und eine Apotheke, die ihren Verkauf koscherer Produkte markant bewarb. Mehrere jüdische Einwohner der Gegend sagten, dass einige offensichtlich jüdische Einrichtungen angegriffen wurden, während andere Geschäfte in dem Bereich unversehrt blieben.

Eine Reihe Synagogen und jüdische Institutionen wurden mit Graffiti „getaggt“. Diese waren nicht unbedingt antisemitisch. Eine Synagoge, von der viele Mitglieder Holocaust-Überlebende waren, wurde mit antiisraelischen und propalästinensischen tags besprüht. Dem LAPD war das nicht bekannt, bis ein paar Tage später ein Foto geliefert wurde. Die große konservative Synagoge Beth Am in La Cienega entging auf wundersame Weise Schäden, obwohl beidseitig Einkaufzentren am Strip ausgeplündert wurden.

Ich glaube nicht, dass man die Krawalle als Pogrom an der jüdischen Gemeinde bezeichnen kann. Trotzdem wurden, als die Krawalle begannen und das Ausmaß sowie die Richtung noch unklar waren, als Vorsichtsmaßnahme die Sifrei Torah [Thora-Rollen] aus den Synagogen entfernt.

Wir haben unter dem furchtbaren Handicap des fortgesetzten Lockdowns wegen der Coronavirus-Pandemie gearbeitet. Es ist schwierig gewesen ein absolut genaues Bild zu bekommen, ob Juden spezifische Ziele der ersten Unruhen waren. Viele Protestierende hatten an diesem Sabbat ihre Autos in orthodoxen Vierteln geparkt und gingen zu Fuß zur Demonstration. Ihre Interaktionen mit jüdischen Nachbarn waren an diesem Tag ereignislos, sogar freundlich. Was an diesem Abend während des Krawalls geschah, wer ihn organisierte und in welchem Ausmaß organisierte Banden daran beteiligt waren, sind Fragen, die immer noch nicht kmplett beantwortet worden sind.

Das Simon Wiesenthal Center und sein Toleranzmuseum wurden nicht angegriffen oder auf andere Weise attackiert. Unsere Einrichtungen – einschließlich des Museums – sind jetzt seit mehr als drei Monaten geschlossen. Es hat antisemitische Schmähungen und Drohungen in sozialem Medien gegeben. Eine davon sah wie eine Drohung der Antifa gegen jüdische Viertel aus. Sie wurde allerdings zu Neonazis in Europa zurückverfolgt.

Die Proteste am 1. Juli gegen die mutmaßliche Annexion von Teilen des Westjordanlandes durch Israel, die in den sozialen Medien angekündigt und stark beworben wurden, verstärkten das Gefühl von Angst und Unsicherheit. Propalästinensische Demonstranten vor dem israelischen Konsulat trafen auf Flaggen schwenkende proisraelische Gegendemonstranten. Beide Seiten waren laut, aber es gab keine Gewalt und keine Verhaftungen. In San Diego posteten Palästinenser ein Flugblatt, auf dem alle großen jüdischen – nicht israelischen – Einrichtungen samt ihren Adressen und einer zugesagten, von Antiisrael-Aktivisten angeführten Auto-Karawane auflistet waren.

Der Lockdown hat es der jüdischen Gemeinschaft schwer gemacht sich angemessen zu organisieren, um sicherzustellen, dass unsere Sorgen gehört werden. Es gibt keine Einmütigkeit. Die örtliche jüdische Föderation konzentriert sich darauf denen zu helfen, die von den Krawallen oder dem Covid-19-Virus betroffen sind. Sie haben in der Öffentlichkeit keine solide Pro-Polizei-Haltung.

Mehr als einen Monat lang hat Los Angeles‘ Bürgermeister Eric Garcetti kein Interesse gezeigt sich mit Repräsentanten der jüdischen Gemeinde zu treffen. Er stimmte schließlich zu im Juli ein solches Treffen mit jüdischen Leitern anzusetzen. Die meisten Mitglieder des Stadtrats haben den Lockdown genutzt, um jede ernsthafte Diskussion des drakonischen Budgets zu vermeiden, das sie beschließen. Vertreter der jüdischen Gemeinde haben sich mit dem Polizeichef des LAPD und Befehlshabern aus den Bereichen getroffen, in denen die meisten unserer Gemeinschaft wohnen. Die Polizei hat das Gefühl im Stich gelassen zu werden. Unsere Bemühungen haben sich darauf konzentriert unsere Gemeinden während der anstehenden hohen Feiertage abzusichern.

Es gibt eine Reihe jüdischer Selbstverteidigungsgruppen. Einige sind legal bewaffnet. Es gibt auch eine jüdische Dachorganisation, die versucht jüdische Leiter über die Entwicklungen informiert zu halten, außerdem Hatzalah, die Gemeindemitgliedern hilft, die Krisenreaktionen oder medizinische Notversorgung benötigen.

Viele Juden zögern Black Lives Matter zu kritisieren, da sie zustimmen, dass das Wichtigste ist sich für „soziale Gerechtigkeit und Gleichheit“ einzusetzen. Sehr wenige äußern öffentlich Sorge um die „öffentliche Sicherheit“.

Eine neue Meinungsumfrage deutet an, dass nur 17% der Protestierenden Afroamerikaner sind. Menschen, die in Bereichen mit hoher Kriminalitätsrate leben, wollen nicht, dass der Polizei Gelder entzogen werden. Aktivisten, die eine andere Vision für Amerika haben, nutzten den Mord an Floyd George für ihre eigene Agenda. Influencer der sozialen Medien und aus Hollywood hängten sich eilig an und Corporate America zog nach.

Der Pandemie-Lockdown in Los Angeles und ein Großteil des Landes hat es sehr schwierig gemacht, effektive Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Liberale und Progressive machen sich das BLM-Narrativ zu eigen. Pastoren von Minderheitskirchen mögen gegen die Finanzkürzungen sein, müssen aber vorsichtig vorgehen, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, sich auf die Seite der „Weißen“ zu stellen.

Die Situation hier und in den gesamten USA wird durch die anstehenden nationalen Wahlen weiter verkompliziert. Im Moment herrscht bei den Medien eine Dämonisierungspolitik vor, die nicht einmal mehr vorgibt objektiv zu sein. Abgesehen von Fox News wollen die meisten führenden Medien, dass Trump verliert, die Berichterstattung zu wichtigen Themen ist verzerrt.

Taliban, ISIS wollen Antifa beim Zerstören von Statuen beraten

The Mideast Beast, 13. Juni 2020

Foto von Quidster4040 im englischen Wikipedia, CC BY 4.0 (https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91002341)

Den jüngsten US-Trend wütender Mobs, die Statuen zerstören, bezeichneten Führer von ISIS und Taliban „inspirierende, aber etwas amateurhaft“, stimmten aber überein der Antifa und anderen linksextremen Gruppen Berater zu schicken, wie historische Artefakte ausgelöscht werden.

„Alle Kunst, Kultur und Geschichte früherer Zeitalter zu vernichten ist offensichtlich konstruktiv“, sagte ISIS-Führer Abu Ibrahim al-Haschimi. „Aber sie müssen es auf dramatischere Weise tun. Wir haben Statuen mit einem Schwert geköpft. Die Taliban jagten antike Buddhas mit Dynamit in die Luft. Eine Statue an einen LKW zu binden und sie niederzureißen hat einfach nicht denselben dramatischen Effekt.

Taliban-Führer Haibatullah Akhunzada pries den Mob dafür nicht nur Monumente der Konföderierten , sondern auch Monumente für ein rein schwarzes Unions-Regiment im Bürgerkrieg und Abolitionistenführer zerstört zu haben.

„Wir waren anfangs etwas verwirrt, weil wir glaubten, das sollten antirassistische Proteste sein“, gab Akhunzada zu. „Aber wenn sie einfach Scheiß sprengen und jubeln, dann können wir dahinter stehen.“

Was sind Israels Siedlungsblöcke?

Paul Shindman, HonestReporting, 15. Juni 2020

Ein israelischer Junge hält seine Flagge mein Siedlungsblock Ma’ale Adumim, 7. September 2009 (Foto: Menahem Kahan/AFP via Getty Images

Der Begriff „Siedlungsblöcke“ ist im israelisch-palästinensischen Schauplatz mindestens seit den frühen 1990-er Jahren verwendet worden, in allgemeinen Gebrauch kam er aber in der Friedensmacher-Terminologie des Nahen Ostens während der Präsidentschaft von Bill Clinton.

Clinton hoffte einen Friedensvertrag festzuzurren, indem der den israelischen Premierminister Ehud Barak und PLO-Führer Yassir Arafat im Jahr 2000 zu Camp David II einlud. Clinton erklärte, wie die Blöcke in seinen Plan für einen Friedenshandel passten:

„… Palästinensische Souveränität über den Gazastreifen, die überwiegende Mehrheit der Westbank, die Einbeziehung in israelische Siedlungsblöcke mit dem Ziel der Maximierung der Siedler in Israel bei Minimierung der Annexion von Land für Palästina, damit es existenzfähig ist, muss ein geografisch zusammenhängender Staat sein. Das nach Israel annektierte Land in Siedlungsblöcken sollte so wenig Palästinenser wie möglich beinhalten, entsprechend der Logik der beiden getrennten Heimatländer. Und um diese Vereinbarung dauerhaft zu machen, denke ich, wird es einigen territorialen Austausch und andere Arrangements geben.“

Unter Clintons und ähnlichen Plänen sollten Israelis, die außerhalb der Blöcke lebten, entweder innerhalb der neuen Grenzen umgesiedelt werden oder eventuell die Möglichkeit erhalten unter palästinensischer Herrschaft zu leben.

Aber was sind die Blöcke?

Semantisch ist ein „Block“ definiert als eine Kombination aus Personen, Gruppen oder Nationen, die eine Einheit mit einem gemeinsamen Interesse oder Ziel bilden. Im Kontext des Friedensprozesses würden die größten israelischen Siedlungsblöcke – konzentrierte Ansammlungen von Gemeinden – in jedem Friedensprozess bewahrt und Teil souveränen israelischen Territoriums werden. Diese Blöcke erfassten die überwiegende Mehrheit der Juden in der Westbank mit etwa 84% derer, die in den größten sechs dieser Blöcke leben.

Da viele dieser Blöcke an die Grüne Linie grenzen oder sich in deren unmittelbarer Nähe befinden, werden sie in Israel manchmal als „Konsens-Siedlungen“ bezeichnet. Alle Endstatus-Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern haben vorgesehen, dass Israels Grenzen so ausgeweitet werden, dass sie diese Siedlungsblocks einschließen. Im Gegenzug sollten die Palästinenser in einem Landtausch ein entsprechendes Gebiet von dort erhalten, was heute israelisches Territorium ist. Später mehr dazu.

Wo genau befinden sich diese Siedlungsblöcke?

Aktuelle sind die größten Siedlungsblöcke der Gusch Etzion und Beitar Illit (beide südlich von Jerusalem), Givat Ze’ev (nördlich von Jerusalem), Ma’ale Adumim (nordöstlich von Jerusalem), Modi’in Illit (Zentralisrael) und Ariel (weiter nördlich bei Nablus).

Zu den kleineren Blöcken gehörten Hebron, die südlichen Hebron-Berge, das Jordantal, Scha’ar Binyamin und andere.

Was bedeutet „Konsens“ zu den Siedlungsblöcken?

Es gibt tatsächlich einen allgemeinen Konsens, dass die stark bevölkerten Siedlungsblöcke in Gegenden nahe der Grünen Linie in jeder Friedensvereinbarung mit den Palästinensern Teil Israels bleiben werden. Diese Blöcke belegen etwa fünf Prozent der Westbank, halten aber ungefähr 80 Prozent der gesamten Siedler-Bevölkerung.

Ein Blick auf die Abkoppelung vom Gazastreifen 2005 ist lehrreich. Ein Siedlungsblock, der abgebaut wurde, war Gusch Katif, wo rund 8.600 Israelis in 17 Siedlungen lebten und in herzzerreißenden Szenen evakuiert wurden. Die israelische Diskussion konzentrierte sich nicht nur auf eine mögliche Übernahme des Streifens durch die Hamas, sondern ob Israelis nach einem endgültigen Friedensabkommen letztlich weiter im Gazastreifen leben würden. Der Gusch Katif hatte den breiteren Konsens zur Unterstützung nicht, den die Blöcke in der Westbank haben.

Diesen Konsens teilen nicht nur Israels rechter und linker Flügel, sondern auch die USA und sogar die Palästinenser.

Die israelische Linke ist schon lange Teil des Konsens gewesen. Zu den Beispielen gehörten die von Yossi Beilin geführte Genfer Initiative, die aus vielen prominenten Linken wie dem ehemaligen Direktor von Peace Now, Mossi Raz besteht. 2018 forderte der Avoda-Knessetabgeordnete Eitan Cabel seine Parteikollegen auf „nüchtern zu werden“ und Siedlungsblöcke zu erhalten ins Wahlprogramm der Arbeitspartei (Avoda) aufzunehmen.

Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter

Am überraschendsten war, dass der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, weithin als jeglicher israelischer Präsenz in der Westbank feindlich gesonnen betrachtet, ebenfalls seine Unterstützung für Israels Anspruch auf einige der Siedlungsblöcke zum Ausdruck brachte. Carter besuchte 2009 den Gusch Eztion und sagte hinterher gegenüber Reporten, dieser solle „für immer“ in israelischer Hand bleiben.

„Dieses Siedlungsgebiet [Gusch Etzion] ist keine, von der ich mir vorstelle, dass sie nie aufgegeben oder in palästinensisches Gebiet übergeben wird“, sagte Carter. „Es ist Teil der Siedlungen dicht an der Linie von 1967, von denen ich denke, dass sie auf immer hier sein werden.“

Was die Palästinenser angeht, zeigte ihre offizielle Anwesenheit bei Camp David II und in Gesprächen über die Jahre hinweg, einschließlich des Friedensangebots von Premierminister Ehud Olmert, dass sie an der Idee der Beibehaltung der Siedlungsblöcke durch Israel beteiligt waren. Die Palästinenser und andere arabische Führer haben offen über das Konzept geredet.

Zukünftige Überlegungen

Der Begriff „Siedlungsblock“ wird verwendet, weil er eine genaue Beschreibung liefert, die von allen involvierten Seiten angewandt wird. Die Blöcke selbst sind nur ein Teil der sehr komplexen, komplizierten und verschachtelten Lage zwischen den Israelis und den Palästinensern.

Obwohl der Begriff „Siedlungsblock“ keinen Rechtsstatus hat, ist er eine flexible und akzeptable Beschreibung, die verwendet wird, um Politik und Planung für zukünftige Möglichkeiten zu formulieren, während sie sich mit der Realität vor Ort beschäftigen. Wie Versuche Frieden zu schließen fortgesetzt werden, bleibt natürlich abzuwarten.