Im amerikanischen Bürgerkrieg geht es um jüdisch-christliche Werte

Dennis Prager, FrontPage Mag, 1. April 2021

Konservative reden oft von jüdisch-christlichen Werten und dass der aktuelle Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten und dem Rest des Westens im Wesentlichen ein Kampf zwischen diesen Werten und der Linken ist, die jüdisch-christliche Werte ablehnt.

Sie haben recht.

Aber sie erklären selten, was jüdisch-christliche Werte sind. Ohne Erklärung ist es jedoch sinnlos jüdisch-christliche Werte anzuführen.

Lassen Sie mich das deshalb jetzt tun.

Zuerst ein Wort zu dem Begriff. Manche Juden und Christen finden den Begriff verwirrend, wenn nicht gar anstößig, da Judentum und Christentum unterschiedliche Theologien haben. Aber niemand spricht von jüdisch-christlicher Theologie, nur von jüdisch-christlichen Werten.

Jüdisch-christliche Werte ist eigentlich ein anderer Begriff für biblische Werte. Judentum und Christentum gründen beide auf dem Alten Testament – seinem Gott, seinen Zehn Geboten, seiner Mahnung den Nächsten zu lieben wie sich selbst, Gott zu lieben, ein heiliges Leben zu führen usw. Christen glauben zudem an das Neue Testament, aber nur ein Gegner des Christentums würde argumentieren, dass das Neue Testament die Werte des Alten aufhebt.

Hier sind sie:

1. Objektive moralische Standards kommen von Gott. Wie ich geschrieben und in einem PragerU-Video und andernorts gesagt habe: Wenn es keinen Gott gibt, der Mord für falsch erklärt, kann Mord subjektiv falsch aber objektiv nicht falsch sein. Während es also natürlich Nichtgläubige geben kann, die Mord, Diebstahl und anderes Handeln für falsch halten, sind das ohne Gott Meinungen, nicht Fakten. Ohne den Gott der Bibel gibt es keine moralischen Fakten.

2. Gott richtet über unser Verhalten und daher sind wir Gott für unser Verhalten Rechenschaft schuldig. Außerhalb einer religiösen Weltsicht gibt es kein höheres Wesen, dem wir moralisch rechenschaftspflichtig sind.

3. Genauso, wie Moral von Gott herrührt, gilt das für Rechte. Alle Menschen „sind von ihrem Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet“, verkündet die amerikanische Unabhängigkeitserklärung.

4. Der Mensch ist einzigartig kostbar. Während die Bibel wiederholt grausames Verhalten gegenüber Tieren verbietet (einem Tief eine Gliedmaße abzuschneiden oder auszureißen, um sie zu essen als Mittel den Rest des Tieres zu erhalten; einem Tier keinen Ruhetag zu gönnen; das Verbot ein Tier zu essen, während es auf dem Feld arbeitet), ist nur der Mensch als Bild Gottes geschaffen.

5. Die Welt gründet auf einer göttlichen Ordnung, was göttlich verordnete Unterscheidungen bedeutet. Zu diesen Unterscheidungen gehören: Gott und Mensch, Mann und Frau, Mensch und Tier, Gut und Böse sowie die Natur und Gott.

6. Menschen sind nicht grundsätzlich gut. Daher ist das wichtigste moralische Bestreben gute Menschen zu machen. Religiöse Juden und Christen begreifen, dass der größte Kampf im Leben der mit dem eigenen Charakter ist. Für die Gegner jüdisch-christlicher Werte findet der größte moralische Kampf nicht mit dem eigenen Charakter statt, sondern mit der Gesellschaft (insbesondere mit der amerikanischen Gesellschaft).

7. Exakt deshalb, weil wir nicht grundsätzlich gut sind, dürfen wir nicht darauf vertrauen, dass unser Herz uns zu angemessenem Verhalten leitet. Die Straße zur Hölle ist mit guten Herzen gepflastert. Gefühle machen uns menschlich, aber sie können nicht unser Leben steuern. Das allein trennt die nach der Bibel Lebenden von den Linken.

8. Alle Menschen sind nach Gottes Bild geschaffen. Daher hat Rasse keine Bedeutung. Wir alle stammen von Adam und Eva ab, deren Rasse nie erwähnt wird. Dass viele religiöse Menschen rassistische Ansichten vertraten, bezeugt nur die fast unbegrenzte Fähigkeit der Menschen das Gute zu verfälschen.

9. Fürchte Gott, nicht Menschen. Gottesfurcht ist eine Grundlage der Moral. Im Buch Exodus wurde ägyptischen Hebammen vom Pharao befohlen alle neugeborenen hebräischen Jungen zu töten. Sie missachteten den Gottkönig von Ägypten. Warum? „Die Hebammen fürchteten Gott.“ Im Amerika von heute fürchten die meisten Leute die gedruckten, elektronischen und sozialen Medien, statt dass sie Gott zu fürchten.

10. Menschen haben einen freien Willen. In der säkularen Welt gibt es keinen freien Willen, weil alles menschliche Verhalten den Genen und der Umwelt zugeschrieben wird. Nur eine religiöse Weltanschauung, die die Existenz einer göttlichen Seele postuliert – etwas, das von Genen und Umwelt unabhängig ist – erlaubt einen freien Willen.

11. Freiheit. Amerika wurde auf dem Glauben gegründet, dass Gott uns frei haben will. Auf der Freiheitsglocke ist nur eines geschrieben (abgesehen vom Namen der Firma, die die Glocke fertigte). Es ist ein Vers aus der Bibel: „Proclaim Liberty Throughout All the Land Unto All the Inhabitants thereof.“ [3. Mose 25,10: Ruft Freiheit für alle Bewohner des Landes aus.] Die aktuellen Angriffe auf die persönliche Freiheit – in der amerikanischen Geschichte ohne Beispiel – gehen von denen aus, die die Bibel als moralische Führung ablehnen (einschließlich mehr als ein paar Juden und Christen, die sich dem Angriff angeschlossen haben, weil sie in Highschool und Universität mit antireligiösen Ansichten indoktriniert worden sind).

Wenn jüdisch-christliche Prinzipien aufgegeben werden, folgt irgendwann das Böse. Man muss nicht glauben, um das anzuerkennen. Viele säkulare Konservative erkennen, dass das Ende der Religion im Westen zu moralischem Chaos führt – was genau das ist, was wir heute erleben und genau das, was wir in Europa im letzten Jahrhundert erlebten. Als das Christentum in Europa starb, bekamen wir Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus. Was werden wir in Amerika bekommen, wenn das Christentum und die jüdisch-christlichen Werte sterben?

Wie man Israel NICHT verteidigt

Elder of Ziyon, 19. März 2021

In einer Reaktion auf die Ereignisse am Middlebury College, über die ich berichtete,[1] schrieb Max Shulman-Litwin, ein Mitglied des Millebury Hillel, ein Op-ed für die College-Zeitung, in dem er erklärte, warum Juden bei den Students for Justice in Palestine unbehaglich ist.

Shulman-Litwin tappt in eine Falle, in die viele Juden geraten, wenn sie über den Nahen Osten reden – seine Argumente sind wischiwaschi und er stimmt zu, dass Israels Kritiker in gewissem Grad recht haben. Dann erwartet er, dass die Leser seinem nuancierten Denkansatz folgen eine gewundene Linie zwischen dem ziehen, von dem sie sagen, dass er es (fälschlich) für wahr hält und wo sie zu weit gehen.

Max’ Einleitung des Artikels zeigt, wie armselig sein gesamtes Op-ed ist:

Die Ortsgruppe Middlebury der Students for Justice in Palestine (SJP) hat eine Internetseite erstellt, die uns hilft das Ausmaß des Leides des palästinensischen Volks in der Gegenwart und in der Vergangenheit zu verstehen. In diesem Op-ed bestreite ich nicht den Verdienst ihrer Argumente für die Rechte des palästinensischen Volks, aber ich lenke die Aufmerksamkeit auf eine schädliche blinde Stelle ihres Aktivismus.

Er verlinkt die SJP-Internetseite, die Israel als Aparteidstaat bezeichnet! Noch bevor er anfängt Israel oder die Juden zu verteidigen, räumt er praktisch das gesamte Argument derer ein, die Israel vernichten wollen!

Max’ gesamter Artikel folgt derselben Apologetik:

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir die Regierung des Staates Israel (an dem ich erschreckende Mängel finde) nicht kritisieren … Der Staat Israel sollte eine sichere Zuflucht bieten, in der der Juden frei von ethnischer Säuberung gedeihen können. Ich ringe jedoch damit die Worte zu finden, um meine Klagen wegen der Art und Weise auszudrücken, in der dies ausgeführt wurde; statt ein Land der Emanzipation und Chancengleichheit zu schaffen, bekämpften die, die die Juden beschützen wollten, Feuer mit Feuer, schützten das Wohlergehen der Juden auf Kosten dessen der palästinensischen Araber, die davor in der Region gelebt hatten. Die Rechte dieser nicht geflohenen palästinensischen Araber wurden auf viele Arten beeinträchtigt und diese Menschen haben Jahrzehnte lang unter unterschiedlichen israelischen Regierungen unsägliche Ungleichheit und Misshandlungen erlitten.

Palästinensischer Terrorismus, Verweigerung, Antisemitismus – sie sollen in einem Artikel nicht erwähnt werden, der den jüdischen Standpunkt des Konflikts zeigt. Nur angebliche jüdische Verbrechen.

Meine Güte, danke für deine Objektivität.

Und selbst diese Kritik an SJP wird von der Idee verringert, dass sie bestimmt nicht wirklich die Absicht hatten antisemitisch zu sein, wenn sie Israel judenrein haben wollen:

SJP behauptet, dass der Zionismus nichts weiter ist als eine kolonialistische Ideologie; dabei gehen sie so weit den Vorschlag zu erwägen, dass jüdische Staatsbürger in die Länder Osteuropas zurückkehren, deren Völker ihre jüdischen Bevölkerungen so grauenhaft abschlachteten. Ein Ergebnis dieser Selbstgefälligkeit und fehlenden Überlegung der Folgen ihrer eigenen Forderungen, selbst wenn das nicht ihre Absicht ist, reiht sich SJP schädlich bei denen ein, die hoffen weitere Unterdrückung von Juden zu verursachen.

Seine Verwässerung des SJP-Wunschs Israel zu vernichten ist unglaublich:

Wenn palästinensische Araber das das Land Israel/Palästina vor 1948 bewohnten und alle palästinensischen Araber und ihre Nachkommen in ihre ursprünglichen Heime zurückkehren sollen, wohin sollen die Juden gehen, da der Kreislauf judenfeindlicher Gewalt und Antisemitismus fortbesteht? … SJP versucht gar nicht erst diese Frage anzusprechen; ihre Absicht mag rechtschaffen und anständig sein, aber das Ergebnis der von ihnen propagierten Politik ist tolerant (oder darf ich es wagen zu sagen: ermutigend) gegenüber dem Hass, der das jüdische Volk allgemein heimgesucht hat.

Nein, Max, sie haben keine gerechten und anständigen Absichten. Der gesamte Sinn der „Rückkehr“ besteht nicht darin für Palästinenserrechte einzutreten, sondern Israel zu vernichten. Lesen Sie dises Buch oder sehen Sie sich dieses Interview an, bevor sie beschließen eine Hassgruppe wie SJP zu verteidigen.

Viele der besten Verteidiger Israels – wie Einat Wilf oder die verstorbene Petra Marquardt-Bigman – sind entschieden linksliberal. Viele von ihnen sind gegen Siedlungen. Aber sie wissen, dass diejenigen, die Israel attackieren, ihren Argumenten keine Vorbehalte und Ausreden und Unbehagen hinzufügen – sie greifen volle Pulle an. Wenn Juden und Zionisten nicht entsprechend reagieren, werden die Schaulustigen – in diesem Fall auf dem Campus von Middlesbury – natürlich zu dem Schluss kommen, dass die Antisemiten recht haben, weil die „proisraelische“ Seite der Hälfte ihrer Prämissen zustimmt.

Dieser Artikel schadet mehr, als er nutzt.

Der Campus von Middlebury sollte jemanden finden, der die Dinge wirklich begreift, um eine Antwort zu schreiben, dass SJP eine Hassgruppe ist und dass Israel ein moderner, liberaler, erstaunlicher jüdischer Staat ist, der bereitwillig Frieden anstrebt.

Israel ist nicht nur ein „Schutzort“ für Juden. Es ist die ewige jüdische Heimat. Und wenn Sie das nicht begreifen, dann spielen Sie nicht als Sprecher auf, der Israel und die Juden verteidigen kann.

[1] Drei Studentengruppen und ein Dozent missbrauchten ein Online-Netzwerk der Universität für die Weitergabe von Informationen, die dort nicht hingehörten; eine war die eines jüdischen Studenten auf die Verleumdung Israels; bestraft wurde einzig der Jude.

Im Fokus: Das Jordantal als Israels strategische Verteidigungslinie

Akiva van Koningsveld, HonestReporting, 25. Januar 2021

Nach dem von arabischen Ländern initiierten Sechstage-Krieg von 1967 erweiterte Israel infolge seines dröhnenden Sieges das unter seiner Kontrolle stehenden Territorium. Während die Halbinsel Sinai später als Teil des Friedensabkommens von 1979 an Ägypten zurückgegeben wurde und während Israel 2005 komplett aus dem Gazastreifen abzog, hat der jüdische Staat die Westbank (auch mit ihrem biblischen Namen Judäa und Samaria bekannt) bisher nicht in vollem Umfang aufgegeben worden; diese war ab 1948 zwei Jahrzehnte lang durch Jordanien verwaltet worden und dazu gehört, was entscheidend ist, das Jordantal.

Abgesehen von historischen, religiösen und juristischen Ansprüchen haben aufeinander folgende israelische Regierungen oft Sicherheitserwägungen dafür angeführt, den Bereich zu behalten, der als „Israels östliche Verteidigungslinie“ bezeichnet worden ist. Von daher hat das Thema in von den USA vermittelten Friedensgesprächen mit den Palästinensern, die die gesamte Westbank als Teil ihres zukünftigen Staates beanspruchen, oft eine herausragende Rolle gespielt.

In dieser Hinsicht hat, während die exakte Politik des neu eingeführten Präsidenten Joe Biden bezüglich der Westbank noch nicht bekannt ist, sein Anwärter auf das Außenministerium, Tony Blinken, behauptet, dass die aktuelle Administration Israels Sicherheit als „sakrosankt“ betrachtet. Gleichzeitig sagte er, dass der 46. amerikanische Präsident für die Zweistaatenlösung wirbt und gegen einseitige Schritte sowohl der Israelis als auch der Palästinenser ist.

Israels Bedarf an strategischer Tiefe

Verteidigungsexperten haben wiederholt die Notwendigkeit sogenannter „strategischer Tiefe“ bestätigt. Das Journal 1921 der US Infantry Association fasst diese militärische Philosophie zusammen: „Alle wesentlichen Elemente der Verteidigung sollten mit Tiefe organisiert sein. Wenn der vordere Verteidigungsbereich erobert wird, wird der Widerstand von denen weiter hinten fortgesetzt.“

Vor dem UNO-Teilungsplan von 1947 warnten einige prominente Mitglieder der zionistischen Bewegung vor der Gründung eines jüdischen Staates ohne das, was sie als zu verteidigende Grenzen betrachteten. In einer Rede vor Mitgliedern des britischen Parlaments beschrieb Ze’ev Jabotinsky 1937 eine solches zukünftiges Land:

Das meiste ist Tiefland, während die arabische Reserve komplett Hügel sind. Auf die arabischen Hügel können Kanonen gestellt werden, weniger als 15 Meilen von Tel Aviv und 20 Meilen von Haifa entfernt; innerhalb von ein paar Stunden können diese Städte zerstört, die Häfen unbrauchbar gemacht und die meisten der Orte überrannt werden, egal, wie heldenmütig ihre Verteidiger sind.

Später sind israelische Führungskräfte so weit gegangen die Linien von vor 1967 als „Auschwitz-Grenzen“ zu bezeichnen; sie zeigten, dass Israel im Vergleich ähnlich groß ist wie New Jersey oder Wales[1] und damit anfällig für Angriffe. Vor dem Sechstage-Krieg war die engste Stelle in Israels Mitte nur 15 Kilometer breit.

Die Militärdoktrin der IDF drückt es so aus: „Angesichts der fehlenden territorialen Tiefe des Landes muss die IDF die Initiative ergreifen, wenn es als notwendig erachtet wird und, sollte es angegriffen werden, das Schlachtfeld schnell in Feindesland verlegen.“

Von einem taktischen Standpunkt aus argumentieren viele Analysten, dass die Anwesenheit der IDF in der Westbank die Israelis vor Terrorismus beschützt. Aus dem hügeligen Jordantal liegt der Flughafen Ben-Gurion durchaus in Reichweite selbst einfacher Raketen. Darüber hinaus haben Experten festgestellt, dass der jüdische Staat, wenn sich der Luftraum über der Westbank nicht unter israelischer Kontrolle befindet, Mühe haben würde, einkommende Angriffe zu vereiteln.

„Heute würden feindliche Kampfbomber drei Minuten brauchen, um vom Jordan kommend die Westbank und Israel (65,5km) bis zum Mittelmeer zu überfliegen“, meinte Israels früherer nationaler Sicherheitsberater Yaakov Amidror vor über zehn Jahren. „Wenn Israel für die Reaktion weniger als drei Minuten hat, wäre die Bereitstellung einer angemessenen Luftverteidigung durch Jagdflugzeuge oder Luftabwehrraketen fraglich“, fügte er hinzu.

US-Politik: Grenzen für Israel, die es verteidigen kann

Unmittelbar nach dem Ende des Krieges 1967 bat der damalige US-Verteidigungsminister die Joint Chiefs of Staff (den Generalstab) eine Studie zu erstellen, die einen Überblick über Israels strategische Notwendigkeiten bezüglich der von ihm eroberten Territorien gibt.

Ein Memo der US-Regierung von Ende Juni 1967, das 1979 freigegeben wurde, von heutigen Experten aber größtenteils ignoriert wird, beschrieb das, was als „Minimum-Territorium … das Israel gerechtfertigt behalten könnte, um eine effektivere Verteidigung gegen mögliche konventionellen arabischen Angriff und Terrorüberfälle zu ermöglichen“. Gemäß den damaligen US-Militärchefs gestatteten „anerkannte taktische Prinzipien“ Israel Schneisen der Westbank, dazu Teile des Gazastreifens und die zuvor von Syrien gehaltenen Golanhöhen zu behalten.

Diese Realität wurde in der Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats aufgegriffen, die im November 1967 beschlossen wurde. Die gemäß dem Völkerrecht bindende Resolution, forderte Israel auf, aus „im jüngsten Konflikt besetzte Gebieten“ abzuziehen. Wie der ehemalige Botschafter bei der UNO Dore Gold feststellte, war die Formulierung bewusst so formuliert, dass sie gewährleistete, dass von Israel nicht verlangt wird aus „allen“ diesen Gebieten abzuziehen.

„Die Entscheidung wurde auf höchster Ebene der US-Regierung getroffen und war Thema direkter Kommunikation zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml“, betonte Gold in einer Analyse der damals vorherrschenden amerikanischen Politik. Darüber hinaus bestätigte Resolution 242 das Recht aller Staaten in der Region „in Frieden innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen, frei von Bedrohungen oder Gewaltakten zu leben“.

Das Jordantal: „entscheidend für Israels nationale Sicherheit“

Nur Tage, bevor die Joint Chiefs of Staff ihre Ergebnisse vorlegten, schlug der damalige israelische Minister Yigal Allon vor, was als „Allon-Plan“ bekannt werden sollte. Unter anderem forderte die Initiative, dass im Jordantal jüdische Gemeinden gebaut werden sollten, um als Puffer gegen mögliche Angriffe aus dem Osten zu dienen.

Tatsächlich ist die Angelegenheit lange eine Quelle großer Sorge gewesen. Während des Unabhängigkeitskriegs 1948 zum Beispiel schickten arabische Armeen Panzer nicht nur aus dem benachbarten Jordanien und Syrien ein, sondern auch aus dem Irak, dessen nächste Grenze zum Jordantal nur rund 350km weit weg ist.

Kritiker haben zwar argumentiert, dass Israels Militärpräsenz in der Westbank den Yom Kippur-Krieg von 1973 nicht verhinderte, aber das Jordantal spielt weiter eine zentrale Rolle in Diskussionen zu Israels Verteidigungsanforderungen.

Mit Blick auf die Palästinenser bleiben israelische Politiker aus dem größten Teil des politischen Spektrums derzeit dabei, dass das Jordantal für immer in israelischer Hand bleiben muss. Der jüngste US-Friedensvorschlag, entwickelt von der Administration Trump, thematisiert diesen Beinahe-Konsens.

„Das für Israels Sicherheit entscheidend wichtige Jordantal wird unter israelischer Souveränität bleiben“, heißt es in dem US-Plan. An den Osthängen der Bergkette der Westbank stationierte israelische Streitkräfte könnten eine zahlenmäßig überlegene Armee aufhalten, bis der Staat Israel seine Reserve mobilisiert, was 48 Stunden dauern kann.“

Obwohl die Sache weit davon entfernt ist gelöst zu sein, ist es schwierig sich einen Ausgang vorzustellen, bei dem das strategische Territorium letztendlich in der einen oder anderen Form nicht als Israels Sicherheitsgrenze im Osten definiert wird.

(Bild: Abir Sultan/AFP via Getty Images)

[1] in Deutschland vergleichbar mit Hessen

Ist die Zweistaatenlösung ein Alarmzeichen für Antisemitismus?

Während Trumps Präsidentschaft hörten wir diesen Kehrreim selten … Zweistaatenlösung … und es war ein Genuss das los zu sein, wie bei einem schlechten Zahn. Op-ed.

Jack Engelhard, Israel National News, 28. Februar 2021

US-Außenminister Antony Blinken (Foto des Außenministeriums, Ron Przysucha)

Ist das Werben für eine Zweistaatenlösung antisemitisch?

Die Rufe nach einer Zweistaatenlösung kommen bereits schnell und wild. Was keine Überraschung ist, da jetzt Biden im Weißen Haus sitzt; aber trotzdem ist es genauso beunruhigend.

Die Nachrichtenmedien begannen damit (lesen Sie hier nach) und wie aufs Stichwort kommt Außenminister Antony Blinken daher und sagt, dass Israel nur über eine Zweistaatenlösung Frieden und Sicherheit haben kann.

Ich schätze, er ist nicht ganz auf dem Laufenden.

Denn es ist selten so friedlich und sicher gewesen wie heute, da die palästinensischen Araber ins Abseits gestellt und die Abraham-Vereinbarungen fröhlich ohne sie unterschrieben wurden.

Der arabisch-israelische Konflikt ist also nicht mehr so, wie er war, sondern im aktiven Konflikt weitgehend auf die palästinensischen Araber, auf ihre unerbittliche Terrorkampagne gegen den jüdischen Staat reduziert.

Sie hatten nichts zu sagen, als Israel mit den VAE, Bahrain, dem Sudan und Marokko am Tisch saß, was beweist, dass selbst anderen Arabern inzwischen dämmert, dass die palästinensischen Araber nie die Lösung, sondern immer das Problem waren. Offenbar ist das nicht gut genug oder vielleicht ist es zu gut für Leute, die den Gedanken nicht ausstehen können, dass Israel so gut klar kommt, wie es das tut.

Es handelt sich um Leute, die vorgeben zu wissen, was das Beste ist, aber von der Tatsache beunruhigt sind, dass Israel existiert. Punkt. Für sie gibt es ein Wort … Antisemiten.

Sie konzentrieren sich auf Israel, als gehe sie das etwas an und wollen es nicht in Ruhe lassen, ob es sich um eine ganze Partei handelt (die Demokraten) oder um irgendeinen zweitklassigen Komiker, der auf Saturday Night Life judenfeindlichen Hass versprüht.

Glück ist für sie – Leute wie Blinken und seinen Vorgänger Kerry – ein jüdischer Staat, der immer weniger jüdischer Staat und immer mehr zum palästinensisch-arabischen Staat wird.

Auf derselben Frequenz senden auch Typen wie Roger Waters und Peter Beinart.

Das wird diese Israelis lehren sich vorzustellen, sie seien endlich im Land ihrer biblischen Väter zuhause.

Während der gesamten Präsidentschaft Trumps hörten wir diesen Kehrreim selten … Zweistaatenlösung … und das war eine Erleichterung. Es war ein Genuss ihn los zu sein wie einen schlechten Zahn.

Jetzt ist es wieder in Mode, weil alle Antisemiten wieder in Mode sind.

Ich verwende diesen Begriff nicht leichtfertig.

Ich weiß ich nicht, wie es Ihnen geht, aber was mich angeht, ist mir dieser Begriff … Zweistaatenlösung … nicht geheuer und es wird mir dabei ganz anders.

Für mich klingt er so wie für einen schwarzen Menschen das N-Wort. Er sorgt für dasselbe Gefühl von grundloser Respektlosigkeit, Anfeindung und Hass.

Er sagt, dass Juden … Israelis … nur ein halbes Volk sind und daher nur ein halbes Land verdienen.

Das ist purer Rassismus.

Er sagt, dass die Israelis Eindringlinge sind, die nur mieten, während die palästinensischen Araber die wahren Eigentümer seien.

Das ist pure Bigotterie.

Er sagt, wenn die Juden bleiben wollen, müssen sie das als Bettler tun und deshalb Jerusalem zugunsten der Palästinenser aufgeben.

Er sagt, dass die Juden nicht gedeihen dürfen oder das Land erweitern dürfen, bis sie die Erlaubnis der Vereinigten Staaten haben … und die der Welt.

Er sagt, dass die Juden immer bereit sein müssen herausgerissen zu werden, wie im Gazastreifen, wann immer die Welt sagt, wir sollten so handeln, wie sie sagt.

Er sagt, dass die Juden 2.000 Jahre nach der Zerstreuung und nachdem sie endlich ihr Ziel erreichten, „dahin zurückgehen sollen woher sie kamen“ (das zufällig Israel ist).

Er sagt, dass Juden nicht die Herren über ihr eigenes Schicksals sind.

All das ist purer Antisemitismus und das höre ich, wenn ich „Zweistaatenlösung“ höre und ich bin der Ansicht, dass Personen, die diesen Begriff verwenden, als Antisemiten gebrandmarkt und beschämt werden sollten.

Das würde der Stimmung unserer Zeit entsprechen, einer Zeit, in der Menschen so schnell ihre Empfindlichkeiten aussprechen, außer für Juden, die nicht schreien dürfen, wenn sie verletzt sind.

Es ist an der Zeit ihn gegen sie zu wenden.

Tony Blinken, die Golanhöhen und Fakten vor Ort

Hugh Fitzgerald, Jihad Watch, 19. Februar 2021

Tony Blinken, Bidens Außenminister, wurde vor kurzem gefragt, wie die Administration zu den Golanhöhen steht. Ein Bericht zu seiner Antwort und was Israel tun muss, um sicherzustellen, damit sein Anspruch auf den Golan niemals preisgegeben wird, findet sich hier: „Verstärkung der jüdischen Präsenz auf dem Golan muss sein“ von Nadav Shragai, JNS.org, 15. Februar 2021:

In einem Interview am Montag äußerte US-Außenminister Tony Blinken Unterstützung dafür, dass Israels die Kontrolle über die Golanhöhen behält, aber nur „solange [der syrische Präsident Baschar] Assad in Syrien an der Macht und solange der Iran in Syrien anwesend ist“, denn sie stellen für den jüdischen Staat eine erhebliche Bedrohung dar.

Das war nicht die Antwort, die Israel zurecht hätte erwarten können. Blinken sagte, dass Israel „vorläufig“ die Kontrolle behalten muss, aber nur solange wie Assad an der Macht bleibt. Das reicht nicht aus. Blinken scheint zu vergessen, dass die Assads nicht die einzigen syrischen Herrscher sind, die Israel vom Golan aus bedrohten. Hafez al-Assad kam 1966 an die Macht, also hatte er nur ein Jahr, um israelische Zivilisten vom Golan aus anzugreifen, bevor er das Territorium im Sechstage-Krieg verlor. Jedes Regime in Damaskus davor ab 1948 hatte den Golan als Ausgangspunkt dafür genommen Raketen, Artilleriegranaten und Scharfschützenkugeln auf jüdische Bauern im Hule-Tal und auf jüdische Fischer auf dem See Genezareth regnen zu lassen. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass irgendein Nach-Assad-Regime in Damaskus, würde es den Golan wiedererlangen, solche Aktivitäten nicht wieder beginnt. Israel braucht den Golan darüber hinaus nicht nur, um das Feuer auf israelische Bauern und Dorfbewohner zu stoppen, sondern auch um einen möglichen Vorstoß der syrischen Armee in einem zukünftigen Krieg ins nördliche Israel zu verhindern.

UNO-Resolution 242 erlaubte Israel Territorium zu behalten, das es im Sechstage-Krieg eroberte und das es brauchte, um „sichere [d.h. zu verteidigende] und anerkannte Grenzen“ zu erhalten. Es war nicht nur das israelische Militär, das den Besitz des Golan aus Sicherheitsgründen für unerlässlich erachtete. Präsident Johnson ließ den Generalstab eine Militärdelegation schicken um die Sicherheitsnotwendigkeiten des Landes zu analysieren; sie berichteten, dass unter den Territorien, von denen sie glaubten, Israel müsse sie behalten, der Golan und das Jordantal zu denen mit höchster Priorität auf der Liste gehörten. Kennt Tony Blinken diesen Bericht?

Ohne das zu wollen offenbarte Blinken Israels Achillesferse auf dem Golan: dass jüdische Gemeinden dort spärlich bevölkert sind…

Wie bei Jerusalem und Teilen von Judäa und Samaria, wo der Kampf von in der Gegend siedelnden Juden bestimmt war, gilt das auch für die Golanhöhen. Jüdische Gemeinden zu bauen ist das, was den Unterschied machen wird. Handeln, nicht reden.

Die Fakten vor Ort werden die Dauerhaftigkeit des israelischen Zugriffs auf den Golan bestimmen. Mit Fakten vor Ort meinen wir die Zahl der dort lebenden Juden. Das unterscheidet sich nicht von der Situation in Judäa und Samaria (alias der Westbank). Heute leben 750.000 Juden in Ostjerusalem und der Westbank; 750.000 Gründe, warum die Israelis ihre Städte und Dörfer in Bereichen nicht einfach aufgeben werden. Gäbe es dort nicht 750.000 Israelis, sondern nur 7.500 von ihnen, würde Jerusalems Zugriff weit unsicherer sein. Die Israelis erinnern sich immer noch an das nationale Träume der Räumung von 21 Siedlungen im Gazastreifen, als nur ein paar tausend Israelis entwurzelt wurden; es gibt kein Verlangen nach einer Wiederholung dieses Vorfalls in weit größerem Ausmaß.

Der Golan wurde als derart wichtig für Israels Sicherheit betrachtet, dass er 1981 annektiert wurde; er ist seit vierzig Jahren Teil Israels. Soweit es Israel betrifft, ist der Status des Golan nicht mehr offen für Diskussion – aber Tony Blinken hat andere Vorstellungen.

Das ist der Grund, weshalb Israel so schnell wie möglich weitere Fakten vor Ort herstellen sollte.

Leider hat die Regierung Israels, einschließlich der von Premierminister Benjamin Netanyahu, Generationen lang die Bedeutung des Aufbaus jüdischer Gemeinden vernachlässigt und unterschätzt.

Juden haben die ganze Geschichte hindurch auf den Golanhöhen gelebt. Es gibt dort kein demografisches Problem und die Region ist für Israels Sicherheit äußerst wichtig, dennoch ist sie von Juden weiter nur spärlich besiedelt. Innerhalb der letzten 53 Jahre zogen nur 25.000 Juden dorthin. Das ist weniger als 10 Prozent derer im befreiten Jerusalem und weniger als 5 Prozent derer in Judäa und Samaria…

Die Golanhöhen sind ein untrennbarer Teil Israels, aber solange es dort keine beträchtliche Besiedlung durch hunderttausende jüdische Siedler in der Region gibt, wird es jedem ausländischen Staatsmann möglich sein es wegzunehmen und Syrien zu übergeben.

Der Golan muss und wird nicht von „hunderttausenden jüdischen Siedlern“ bewohnt werden. Vielleicht meinte Shragai mit „in der Region“ auch Teile des direkt am, aber nicht auf dem Golan liegenden Galiläa. Eine realistische Zahl, die der Festigung des Anspruchs des jüdischen Staates auf das Gebiet ausreichen würde, läge näher an 100.000, wozu weitere 77.000 Juden auf den Golan oder an seinen Fuß ziehen müssten, was auf etwas mehr als 1% der jüdischen Bevölkerung Israels hinauslaufen würde. Das ist absolut machbar, wenn die Regierung die Besiedlung des Golan zu einer Priorität erhebt und wirtschaftliche Anreize bietet, darunter subventionierten Wohnraum, damit mehr Juden für das Gebiet gewonnen werden.

Der Autor, Nadav Shragai, ist zu pessimistisch, wenn er behauptet, dass es ohne eine solche demografische Zunahme „jedem ausländischen Staatsmann möglich sein wird es wegzunehmen und Syrien zu übergeben“. Das stimmt nicht. Was stimmt, ist aber, dass ohne eine solche demografische Zunahme der Druck auf Israel zunehmen wird den Golan abzugeben – durch die amerikanische Regierung, durch die EU und vielleicht sogar durch seine neuen arabischen Verbündeten.

Sie [diese „ausländischen Staatsmänner] werden Israel dasselbe sagen, was Blinken am Montag sagte: dass das Thema Golanhöhen im Moment nicht auf der Agenda steht, aber „wenn die Situation in Syrien sich ändert, ist das etwas, was wir uns ansehen werden“.

Israels Geschichte auf den Golanhöhen ist eine ruhmreiche, von König David und dem Zweiten Tempel bis zum Heldentum der Juden während der Belagerung von Gamla und der Zeit des Talmud.

Dasselbe gilt für die jüngere Geschichte. Die Golanhöhen wurden dem französischen Mandat als Teil einer kolonialistischen Vereinbarung übergeben und Syrien, das 1946 unabhängig wurde, herrschte über einen winzigen Teil seines Territoriums und selbst das nur zwei Jahrzehnte lang.

Die Diktatoren aus Damaskus machten sich das zunutze, um Israel von der Landkarte zu beseitigen. Mit ihren Raketen zielten sie auf israelische Gemeinden entlang der Grenze, griffen Fischer auf dem See Genezareth an, versuchten sein Wasser abzuleiten und machten das israelische Leben in den Golanhöhen zur puren Hölle.

Die Golanhöhen wurden von Israel 1967 in einem legitimen Verteidigungskrieg erobert. Bis heute hat Israel es versäumt eine nicht rückgängig zu machende Besiedlung der Gegend zu schaffen. Es ist noch nicht zu spät.

Der Golan war ursprünglich für das Territorium des Mandats Palästina vorgesehen, aber stattdessen stimmte Großbritannien zu es den Franzosen zu übergeben, die das Völkerbund-Mandat über Syrien und den Libanon erhielten. Er war ein wichtiger Teil der jüdischen Geschichte, wie Shragai festhält; dazu verweist er auf die Belagerung von Gamla, im Jahr 66 n.Chr. die wichtigste Stadt auf dem Golan, wo 9.000 Juden während einer sieben Monate dauernden Belagerung 60.000 römische Soldaten aufhielten.

Der historische Anspruch der Juden auf den Golan wird von dem durchaus festgelegten Prinzip des öffentlichen internationalen Rechts untermauert, dass einem Aggressor in einem Verteidigungskrieg abgenommenes Territorium behalten werden darf, um weiterer Aggression vorzubeugen.

Aber der Anspruch auf den Golan muss mit einem massiven Zustrom von Juden gefestigt werden, die „Fakten vor Ort“ ähnlich dem schaffen, was seit 1967 in der Westbank erreicht wurde. Diese Fakten vor Ort bestehen aus den Juden, die jetzt zum Beispiel über Anreize wie subventionierten Wohnraum ermutigt werden können auf den Golan zu ziehen. So wie in der Westbank sollten Israelis auf dem Golan in der Lage sein größeren Wohnraum zu günstigeren Preisen zu erwerben, als er innerhalb Israels Grüner Linie verfügbar ist. Die Regierung kann günstigere Hypotheken, einfachere Rückzahlungsmodelle und Steuererentlastungen für Wohnungskäufer zur Verfügung stellen. Sie kann auch Steuererleichterungen für Firmen anbieten, die bereit sind auf den Golan zu ziehen. Sie könnte „Anker“-Institutionen auf dem Golan schaffen, zum Beispiel ein Forschungsinstitut der Regierung, das etwa die Umwelt erforscht oder ein Golan-College ähnlich dem, das in der Siedlung Ariel gebaut wurde aus dem irgendwann zu einer respektierten Universität wurde.

De facto wird das neue Normal der „Homeoffice“-Arbeit für viele Israelis wahrscheinlich weiter gehen, nachdem die Pandemie vorbei ist und diejenigen, die einst schief auf die Pendler von den Golanhöhen betrachteten, jetzt feststellen, dass sich die Zahl der Einwohner des Golan, die solche Pendelstrecken aushalten müssen, stark verringert hat.

Das hätte alles schon vor langer Zeit geschehen sollen, angefangen sobald Israel den Golan 1981 annektierte. Aber es ist immer noch Zeit, insistiert Nadav Shragai (und ich stimme zu), dass die israelische Regierung die jüdische Bevölkerung des Golan verdrei- oder vervierfacht und diese „Fakten vor Ort“ – heißt, eine beträchtliche Anzahl jüdischer Einwohner, die nicht ohne nationales Trauma entwurzelt werden können – schafft, die den Anspruch des jüdischen Staats auf dieses Gebiet festigt.

Gleichzeitig sollte Israel eine Hasbara-Kampagne betreiben, besonders in den USA und in der EU, um die historische Verbindung der Juden zum Golan zu erklären, wozu die Belagerung von Gamla im Jahr 66 angeführt werden kann; um die Verwendung des Golan durch Syrien einzig zur Verwendung als Ausgangspunkt für Angriffe auf Israelis weiter unten zu unterstreichen; um den Schluss zu erklären, zum dem sowohl israelische wie amerikanische Militärs kamen, dass der Besitz des Golan für die Verteidigung Israels unerlässlich ist; um festzuhalten, dass der Golan 1981 als permanenter Teil Israels annektiert wurde; und schließlich um die große Zahl Juden aufzuzeigen, die jetzt auf den Golan strömen, um dort zu leben, zu lernen und zu arbeiten und die der Staat keinesfalls dort herausreißen will. Es ist möglich, dass selbst Tony Blinken und Joe Biden, deren Verständnis der Bedeutung des Golan viel zu wünschen übrig lässt, das wahrnehmen werden. Der Golan wird nicht abgegeben.

Administration Biden und sogar israelische Medien von palästinensischem Doppelsprech genarrt: Nein, die Hamas hat sich keiner Zweistaatenlösung verpflichtet.

Elder of Ziyon, 26. Februar 2021

Hier sind zwei Schlagzeilen, die letzten Sonntag von der Times of Israel und i24 News veröffentlicht wurden:

Bericht: In Brief an Biden verpflichten sich PA und Hams zur Zweistaatenlösung in den Linien von 1967
PA sagt Hamas hat ich friedlichem Widerstand, zwei Staaten verpflichtet – Bericht

Diese Berichte besagten, dass nach Angaben eines Briefs, den die PA der Administration Biden schrieb, die Hamas sich einer Zweistaatenlösung und friedlichem Widerstand verpflichtet hat.

Ich habe bereits angeführt, dass Hamasführer Ismail Haniyeh letzten Samstag sehr deutlich gesagt hat, dass sie weiter Terror unterstützen und Israel absolut auf keinen Fall anerkennen.

Die USA bestehen darauf, dass alle Partieen bei einer palästinensischen Wahl die 2006 festgelegten Prinzipien des Quartetts (USA, UNO, EU und Russland) einhalten. Die Haltung des Quartetts hat gelautet: „Alle Mitglieder einer zukünftigen Palästinenserregierung müssen sich zu Gewaltlosigkeit, Anerkennung Israels und Akzeptanz der bisherigen Vereinbarungen und Verpflichtungen bekennen.“

Die erste Seite des Briefs, den die PA den USA geschickt haben soll, findet sich auf der Internetseite Amad.ps und sie zeigt, dass die Palästinenser immer noch Meister darin sind leichtgläubige Westler glauben zu machen, sie würden Dinge sagen, die sie überhaupt nicht sagen.

Es gibt keinen Widerspruch zwischen dem an die Administration Biden geschickten Brief und den unnachgiebigen Äußerungen der Hamas vom letzten Samstag. Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen diesem Brief und der US-Haltung dazu, zu was die Palästinenser sich verpflichten müssen. Und doch sind die israelischen Medien und offenbar die Administration Biden bereit sich von dem doppelzüngigen Gerede in dem Brief irreführen zu lassen und vorzugeben, er sage etwas, was er mit vollkommener Sicherheit nicht sagt.

In dem mit Rechtschreibfehlern gespickten Brief heißt es:

Der folgende Konsens (Anhang 1) wurde zwischen allen politischen Fraktionen, einschließlich der Hamas, auf dem Treffen aller Generalsekretäre der politischen Fraktionen der Palästinenser am 3. September 2020 erzielt.

1. Verpflichtung zu den Standards des Völkerrechts
2. Verpflichtung auf einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 und Ostjerusalem als seiner Hauptstadt
3. Verpflichtung auf die PLO als politische Dachorganisation und dem einzigen legitimen Repräsentanten des palästinensischen Volks
4. Verpflichtung auf das Prinzip der friedlichen Machtübergabe durch Wahlen
5. Verpflichtung auf (friedlichen) Volkswiderstand

Nicht eine einzige der Bedingungen des Quartetts wird von dem Brief erfüllt!

Gewaltlosigkeit: Die Hamas sagt, dass sie umfassenden Widerstand „in all seinen Formen“ befürwortet und eine Ausdrucksform davon ist Volkswiderstand. Sie ist immer noch dem Terrorismus verschrieben.

Anerkennung Israels: Die PA sagt, dass die Hamas einen Palästinenserstaat akzeptiert – aber nirgendwo sagt sie oder impliziert auch nur, dass die Hamas Israel oder einer Zweistaatenlösung anerkennt. Hamas sagt, sie hält am Prinzip der „Nichtanerkennung der Legitimität der Besatzer“ fest. Heißt: Wenn die Palästinenser es schaffen einen Staat in irgendeinem Teil Palästinas zu bekommen, wird die Hamas das akzeptieren, ist aber weiterhin verpflichtet Israel zu vernichten.

Akzeptieren früherer Vereinbarungen und Verpflichtungen: Es wird in diesem Brief nichts dazu gesagt, lediglich eine vage „Verpflichtung zu Standards des internationalen Rechts“, was bedeutungslos ist. Da es keinen Konsens dazu gibt, was tatsächlich internationales Recht ist, können sie mit ihren eigenen Interpretationen behaupten diesem verpflichtet zu sein – zum Beispiel, dass Israel verpflichtete ist die Millionen Palästinenser die „Rückkehr“ zu gestatten. Das ist keinesfalls die Bestätigung der Verpflichtung der Einhaltung der Oslo-Vereinbarung und in Wirklichkeit hat der Hamas-Führer sie in derselben Rede auch ausdrücklich abgelehnt.

Es handelt sich um einen Test für die Administration Biden, um zu sehen, ob sie wirklich den Prinzipien verpflichtet ist, auf denen die USA in Sachen einer potenziellen  Palästinenserregierung bestanden haben. Bisher rasselt sie auf Grundlage der Berichte über diesen Brief, dabei durch.

Es überrascht nicht, das die PA genau dieses Spiel während der Administration Obama gespielt hat, auch damals ohne deswegen Gegendruck zu bekommen.

Allerdings kann man, wenn einen Seite etwas vormachen will und die andere vorgeführt werden will, nicht viel dagegen tun.