Der Stammbaum der antisemitischen („antizionistischen“) Juden

Daled Amons, Elder of Ziyon, No. 3, 2022

Ich kann mich noch daran erinnern, dass es für Juden verpönt war Israel öffentlich zu kritisieren.

Diesen Punkt haben wir lange hinter uns gelassen.

Um es mit Leon Wieseltier in seiner Kritik an Tony Judt von 2003 zu formulieren: Es gibt Juden, die

die Grenze von Kritik an Israels Politik zu Kritik an Israels Existenz überschritten haben.

Es gibt heute Juden, die sich von der überwiegenden Mehrheit derjenigen Juden abtrennen, die laut Umfragen Israel und den Zionismus als für ihre jüdische Identität wichtig betrachten. Stattdessen geben diese Juden Paul O’Brien wieder, den US-Direktor von Amnesty International, der im März eine Gruppe Juden maßregelte, er lehne eine Meinungsumfrage ab, die ein kulturelles historisches Band der Juden zu Israel andeutet:

„Tatsächlich glaube ich nicht, dass das wahr ist“, sagte O’Brien zu diesen Zahlen. „Ich denke, mein Bauchgefühl sagt mir, was Juden in diesem Land wollen, ist zu wissen, dass es eine Zuflucht gibt, die ein sicherer und nachhaltiger Ort ist, den die Juden, das jüdische Volk Zuhause nennen können.“

Statt eines jüdischen Staates wollten amerikanische Juden „einen sicheren jüdischen Ort“, fuhr O’Brien fort. „Ich denke, sie können mit der Zeit überzeugt werden, dass der Schlüssel zur Nachhaltigkeit darin bestehen das zu bewahren, was ich als jüdische Kernwerte betrachte, die bei der Schaffung dieses Ortes prinzipientreu und fair und gerecht sein müssen.“ [Hervorhebung hinzugefügt – EoZ]

Zufluchtsort?
Nachhaltigkeit?
Hat O’Brien vom Überleben des jüdischen Volks geredet oder davon einen Wald voller Bäume zu erhalten?

Das ist jedoch das, was eine lautstarke Minderheit der Juden heute vertritt – dass Juden sich von Israel distanzieren sollten. Wenn überhaupt, dann haben wir bereits die nächste Ebene erreicht, auf der israelfeindliche Gruppen jetzt dafür werben sich von Juden zu distanzieren, die Israel offen unterstützen oder gar einen Bezug oder eine Bindung zu Israel zeigen.

Diese antizionistischen jungen Juden sind mehr als nur laut. Sie behaupten für eine zunehmende Zahl junger Juden von heute zu sprechen, wenn sie Israel komplett ablehnen. Doch seltsamerweise verteidigen diese selbsterklärt progressiven jungen Juden Juden und jüdische Rechte nicht. Stattdessen verteidigen sie den Antizionismus gegen Antisemitismus-Vorwürfe. Ein Artikel im Tablet Magazine hält fest:

So hat die ironisch benannte „Jewish Voice of Peace“ [Jüdische Stimme für Frieden] sich mit einer ganzen Reihe Antisemiten zusammengetan, die sich als bloße Antizionisten ausgeben, von Miko Peled, der Juden als „schäbige Diebe“ bezeichnete, bis zu Alison Weir von „If Americans Knew“ [Wenn die Amerikaner das wüssten], die sich darüber beschwerte, es gebe zu viele Juden am Supreme Court, die mittelalterliche Ritualmord-Lüge verteidigt und sich wiederholt mit weißen Herrenmenschen und Holocaust-Leugnern wie dem vom Southern Poverty Law Center designierten Clayton Douglas zusammentat. (JVP distanzierte sich kurze Zeit von Weir, nur um sie bald darauf zu einer seiner Veranstaltungen wieder einzuladen.)

Das ist die Gesellschaft, die sie pflegen.

Wichtiger ist aber, dass diese Juden, die Wert darauf legen Israel offen zu verurteilen, einen historischen Stammbaum haben. So wie antizionistische Attacken auf Israel in die Fußstapfen vieler Jahrhunderte antisemitischer Attacken auf Juden folgen, spiegeln auch Juden, die Attacken auf Israel führen, die Juden, die Attacken gegen jüdische Gemeinden anführten.

Doron Ben-Atar trug ein Kapitel zum Buch Deciphering The New Antisemitism [Den neuen Antisemitismus entschlüsseln] bei; darin schreibt er:

In jeder Generation steigen einige Juden aus ihren Gemeinschaften zur vollen Teilnahme an umgebenden Kulturen aus. Diese Konvertiten wenden sich manchmal mit großer Leidenschaft gegen ihre Glaubensgenossen. Der Apostat wird zu einem entscheidenden Informanten – der vertraute Insider, der das Licht gesehen hat und den Auftrag übernimmt die angebliche Widerwärtigkeit der Juden gegenüber der nichts ahnenden Welt offenzulegen. Manchmal kappen Apostaten offiziell ihre Verbindungen zu den Juden und dem Judentum und zu anderen Zeiten ziehen sie den Mantel des „guten“ Juden oder „richtigen Art“ von Juden an – die „Ehre der Rasse“. Ihre judenfeindlichen Kampagnen und Verurteilungen verleihen der Judenfeindlichkeit Glaubwürdigkeit, Authentizität und Legitimität. [Hervorhebung hinzugefügt; S. 112]

Zum Beispiel:

  • Die erste bekannte Ritualmord-Lüge – die Tötung Williams von Norwich1144 – kam erst 30 Jahre später in Gang, als ein Geistlicher 1173 ein Buch schrieb, in dem er die jüdische Gemeinschaft beschuldigte den Jungen gekreuzigt zu haben. Zum Beweis stützte sich der Priester auf Theobald, einen konvertierten Juden. Theobald behauptete, die Juden übten solche Ritualmorde regelmäßig, jährlich aus.
  • Als Ludwig IX. von Frankreich im 13. Jahrhundert einen Prozess, um die Gotteslästerung des Talmud festzustellen, wurde ihm von Nicholas Donin geholfen, einem früheren Jeschiwa-Schüler. Dank seiner Hilfe ordnete das Gericht die Verbrennung und das Verbot des Talmud an.
  • Pablo Christiani war auf mehreren Ebenen erfolgreich. Er überzeugte König Jakob I. von Aragon die Juden zu zwingen an seinen Bekehrungsgottesdiensten teilzunehmen. Zusätzlich überzeugte er Papst Clemens IV. jedes noch vorhandene Exemplar des Talmud in Europa zu vernichten und er war in der Lage König Ludwig IX. dazu zu bringen von den Juden zu fordern, dass sie in der Öffentlichkeit Erkennungskennzeichen zu tragen. [S. 112-113]

Das sind einige der bekannteren Beispiele. Es gibt weitere, weniger bekannte Juden, die zu Vertreibungen, Krawallen, Zwangskonversionen und der Zerstörung jüdischen Lernens beitrugen.

Mit dem Beginn der Aufklärung änderte sich später die Taktik, da die Kritiker der Juden versuchten die Juden zu überzeugen das Judentum zu verlassen und sich zu assimilieren statt an ihren rückständigen Traditionen festzuhalten.

Dieser Versuch die Bande der Juden zum Judentum zu zertrennen, um die jüdische Identität zu verwässern, wenn nicht gar auszumerzen, wird von jungen jüdischen Progressiven heute komplett umfunktioniert, die die Bande der Juden zu Israel trennen wollen.

Cynthia Ozick findet einen Vergleich der heutigen progressiven jüdischen Kritiker mit ihren früheren Ahnen:

Die Nicholas Donins und Pablo Christianis der vergangenen Zeitalter rannten, um ihre jüdischen Beziehungen aufzugeben, obwohl sie sie untergruben. Die Nicholas Donins und Pablo Christianis unserer Zeit laufen, um ihre jüdischen Beziehungen zu umklammern, obwohl sie sie in Verruf bringen. Es ist also so, dass sie als selbsternannte Juden, als treue und ehrenwerte Juden, als Juden auf Linie mit den Propheten, als Juden, die sich um der Integrität der Juden und des Judentums willens äußern, wir heutzutage Argumente gegen das Überleben oder gegen die Notwendigkeit oder die Legitimität des Staates Israel hören.

Das soll nicht heißen, dass Kritik an Israel verboten ist, eine Behauptung, die Kritiker gerne erheben. So schreibt Ben-Atar:

Die Antizionisten machen den Antisemitismus nur koscher, wenn sie die Vernichtung Israels unterstützen, wenn sie alte antisemitische Sprachbilder verwenden um Israels Beziehung zur Welt zu beschreiben und wenn sie Zionismus mit Nationalsozialismus verschmelzen. [S. 115/116]

Eine weitere Taktik dieser „antizionistischen Koschermacher“ ist eine, die die Jewish Voice of Peace nutzt, nicht unähnlich dem, worauf Paul O’Brien verwies:

Sie erfinden ein ästhetisiertes Judentum – einen psychologischen und intellektuellen Geisteszustand – der völlig vom tatsächlichen jüdischen Kollektiv und der Erfahrung von Juden als Individuen und als Volk losgelöst ist. [S. 125]

Es ist verführerisch den Versuch zu unternehmen die Motivation für die jüdischen Kritiker genau zu bestimmen, sei es aus Selbsthass, um sich bei anderen Progressiven anzubiedern oder sogar Macht zu gewinnen. Entscheidender ist aber die Frage, ob sie die Ergebnisse ihres Handelns sehen.

Diese „Nicholas Donins und Pablo Christianis der vergangenen Zeitalter“ machten das natürlich und es kehrte sie eindeutig nicht. Aber was ist mit denen von heute? Sehen sie das Ergebnis von dem, was sie tun? Kümmert es sie überhaupt?

Edward Alexander schreibt:

Die BDS-ler mögen beschränkt, feige, moralisch bankrott sein; aber sie müssten auch taub, dumm und blind sein die Verbindung zwischen ihren Bemühungen und den mörderischen Absichten derer nicht zu erkennen, die den Holocaust nur deshalb bereuen, weil er dem Antisemitismus – eine Zeit lang – einen schlechten Ruf verschafft hat.

Diese Attacken auf Israel, wo die größte Konzentration Juden weltweit lebt, sind von Natur aus antisemitisch. Diese Attacken sind nicht bloß Kritik. Sie sind „eine antisemitische Kampagne, um aus einem Paria-Volk einen Paria-Staat zu machen“.

Einmal mehr der Beleg, dass Juden absolut in der Lage sind ihre eigenen schlimmsten Feinde zu sein.

Die „Progressive“ BDS-Bewegung ist dagegen, dass Israelis, Jordanier und Palästinenser zusammenarbeiten, um den Jordan zu retten

Elder of Ziyon, 18. November 2022

Von der Internetseite von EcoPeace:

EcoPeace ist eine einzigartige Organisation, die jordanische, palästinensische und israelische Umweltschützer zusammenbringt.

Unser Hauptziel ist die Förderung von Kooperationsbemühungen zum Schutz unseres gemeinsamen Umwelterbes. Damit streben wir sowohl nachhaltige regionale Entwicklung als auch die Schaffung notwendiger Bedingungen für dauerhaften Frieden in unserer Region an. EcoPeace hat Büros in Amman, Ramallah und Tel Aviv.

Am Donnerstag kündigten sie für Israel und Jordanien eine Absichtserklärung den Jordan zu sanieren an, eine Initiative, die auch Zusammenarbeit mit der palästinensischen Autonomiebehörde erfordert.

„Die Sanierung des Jordan ist eine entscheidende Maßnahme zur Anpassung ans Klima, die helfen kann 50% der Biodiversität zurückzuholen, die aufgrund von Jahrzehnten der Verschmutzung und der Süßwasserentnahme verlorengegangen ist“, sagte die Gruppe. „Da das Flussbett aufeinander folgende Jahre klimaverursachter Trockenheit erlebt hat, kann ein sanierter Fluss die Grundlage für regionale Klimastabilität sein. Der der halben Menschheit heilige Fluss kann durch Tourismus und Pilgerreisen dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen, besonders für jordanische und palästinensische Gemeinden.“

Klingt wie eine Win-Win-Situation, nicht wahr? Der Umwelt helfen, der Wirtschaft der Palästinenser und Jordaniens helfen, sogar Touristen und Pilgern helfen, die den Jordan besuchen. Wer kann etwas dagegen haben?

BDS kann das.

Der jordanische Zweig der BDS-Bewegung gab eine wütende eigene Stellungnahme aus, in der er sagte, das Projekt „arbeite daran die jordanische und palästinensische Jugend in Umweltprogrammen und gemeinsamen Workshops zusammen mit zionistischen Gruppen aus den besetzten Gebieten zu integrieren“.

Er beschuldigte EcoPeace der „Umweltnormalisierung“, von ihnen definiert als „Zusammenarbeit mit dem zionistischen Gebilde unter dem Deckmantel der Verbesserung der Umwelt, ob über die Reduzierung der Umweltverschmutzung, Recycling, zunehmendem Zugang zu Wasser oder Umkehr des Klimawandels“.

Sie sagten Israel nutze „Umweltnormalisierung als Mittel der Public Relations und als Tarnung zum Verbergen ihrer Verstöße gegen Menschenrechte und um ihre Umweltverbrechen an den Palästinensern und ihrem Land zu verschleiern“.

Laut BDS ist also alles furchtbar, was Israel unternimmt, um der Umwelt zu helfen, weil es die scheußlichen Dinge vertuscht, die Israel der Umwelt antut.

Mit anderen Worten: Es ist besser, wir lassen den Jordan austrocknen, als dass wir zulassen, dass Israel daran beteiligt ist ihn zu retten.

Wenn du Israel stärker hasst, als dass du den Planeten liebst, bist du vielleicht einfach nur ein Antisemit.

Als „Antizionisten“ noch rechte Antisemiten waren

Elder of Ziyon, 1. November 2022

In den 1940-ern und 1950-ern gab es eine boomende Verlagsindustrie rechtsextremer Antisemiten.

Jack Tenney war ein Senator des Staates Kalifornien, der in den 1950-er Jahren eine Reihe antisemitischer Abhandlungen veröffentlichte – aber darauf bestand lediglich antizionistisch zu sein.

Das Cover seines „Zionist Network“ war ziemlich identisch mit antisemitischer Propaganda der Nazis:

Die Innenseite des Covers von Tenneys Buch „Zion’s Fifth Column“ [Die Fünfte Kolonne Zions] enthält ein Zitat, mit dem er darauf beharrt, er habe nichts gegen Juden:

„Antisemitismus ist unmoralisch und unamerikanisch.
Vernunftlose Vorurteile gegen wen auch immer aufgrund von Rasse, Farbe oder Bekenntnis ist unentschuldbar.“

Natürlich glaubte Tenney nicht, sein Hass auf Juden sei vernunftlos. In „Zionist Network“ beschreibt er, wie eng verbundene Juden die Welt kontrollieren.

… Inzwischen verleihen jüdische Drahtzieher in den eng verwobenen und stark finanzierten internationalen Organisationen täglich dem Vorwurf Glaubwürdigkeit, dass die Juden ein imperium im imperio  bilden, eine Regierung innerhalb einer Regierung; die Männer, die die Männer kontrollieren, die die politischen Entscheidungsträger der Welt zu sein scheinen. Im Bereich der öffentlichen Information und Kommunikation entscheiden jüdische Organisationen unverfroren, was die Leute lesen dürfen und wem sie zuhören dürfen, indem sie ihre Anordnungen durch wirtschaftliche Kombinationen und Techniken verleumderischer Einschüchterung durchsetzen.

Ebenfalls ähnlich den antisemitischen Antizionisten von heute schuf Tenney ein Hitlisten-Netzwerk jüdischer Organisationen, ganz so wie das Boston Mapping Project aus diesem Jahr und eine ganze Menge von dem, was David Miller immer noch macht.

Die […] sind die wichtigen Verleumdungsbrigaden des zionistischen Netzwerks… Während fast jede jüdische Organisation einen gewissen Grad dieser Aktivitäten betreibt, stellen… die Sturmtruppen bereit, die Kommando-Truppen, die schwersten Geschütze, Spione und Geheimdienstler.

Im „Zion’s Fifth Column“ listet er viele jüdische Organisationen auf, zusammen mit den Namen ihrer Leiter. Das ist nicht von dem zu unterscheiden, was man heute an jedem beliebigen Tag auf Electronic Intifada sehen kann.

Eine weitere bemerkenswerte „antikommunistische“ Publikation wurde „Common Sense“ [gesunder Menschenverstand] genannt (nicht zu verwechseln mit dem Magazin aus den 1940-ern oder mit dem derzeitigen Newsletter von Bari Weiss).

Common Sense heute zu lesen zeigt dein Zerrspiegel-Version der heutigen Antizionisten, die genauso antisemitisch sind wie es dieser Verleger war. Auf viele Arten ähnelt Common Sense dem Antisemitismus der arabischen Medien, komplett mit der Chasaren-Verschwörungstheorie und dem Geschimpfe gegen den Talmud.

Hier sind einige der Top-Schlagzeilen von Common Sense, wo „Juden“ und „Zionisten“ austauschbar verwendet wird.

„Zionismus bedroht die Sicherheit des Staates“
„Zionisten kapern ISA, Bekommen $3 Milliarden in Komplott für die kommunistische Welt“
UNO – jüdischer Welt-Plan
„Zionismus arbeitet für Mord – Terror – Einschüchterung!“
„Wie rot ist die zionistisch kontrollierte NAACP“
„Zionistische Handlanger infiltrieren, verwirren, spalten US-Führer“
„Viele Päpste verurteilen Juden und  ihren obszönen Talmud“

Besonders bemerkenswert ist dieses Cover, das die Titelseite der heutigen Linken mit ihren Anschuldigungen, Zionisten würden den Antisemitismus zur Waffe machen. Wie sich herausstellt, stimmte die Rechtsextreme ihnen zu!

„Antisemitismus“ – die Geheimwaffe der Roten
Talmudisches Gebet schafft Verräter

Zu Common Sense gehörte auch Holocaust-Leugnung. Es wurde zum Teil von Benjamin Friedman finanziert, einem berühmten Antisemiten und Holocaust-Leugner.

Es hatte eine Auflage von ca. 50.000 und wurde bis etwa 1970 weiter veröffentlicht. Es wurde als vom House Committee on UN-American Acitivities 1954 als Hassgruppe erkannt. Während der Ausschuss mit der Rechten assoziiert wurde, erkannte und verurteilte er diejenigen, die Antikommunismus als Ausrede für ihren Hass nutzten.

Die aktuelle Bedrohung des Kommunismus für das schiere Überleben der USA und dem Rest der freien Welt hat den Verteidigern von menschlicher Freiheit und Würde eine schwere Last auferlegt. Der Ausschuss für unamerikanische Aktivitäten stellt mit Besorgnis fest, dass diese Last durch gewissen Einzelpersonen und Organisationen skrupellos die Bedrohung durch den Kommunismus ausnutzen, um andere, genauso subversive und genauso unamerikanische Aktivitäten zu propagieren. Solche Aktivitäten würden jedes Fundament der amerikanischen Republik zerstören, wenn ihnen erlaubt wird unbemerkt und unbehelligt zu agieren. Ermittlungen des Ausschusses legen offen, dass diese organisierte Aktivität zwei Muster hat: (1) die neofaschistische Organisation, die offen ein faschistisches Regime für die USA befürwortet und (2) Die organisierte Hassgruppe, die sich als Verteidiger unserer republikanischen Regierungsform ausgibt, aber in der berüchtigten Tradition faschistischer Diktaturen Hasskampagnen gegen rassische und religiöse Minderheiten führt.

Das schrieb der Ausschuss, der heute mit den extremsten Auswüchsen der Rechten assoziiert wird – etwas, von dem Sie kaum feststellen werden, dass es von der heutigen Linken, auch nicht von der heutigen Rechten jemals gesagt werden wird: „Diejenigen, die heute die extreme Rechte unterstützen würden, üben genauso große Gewalt an unseren nationalen Institutionen aus, wie die von der extremen Linken.“

Akademische Antisemiten, die nicht mögen als das bezeichnet zu werden, was sie sind.

Israel zu kritisieren kann antisemitisch sein

Richard L. Cravatts, FrontPage Magazine, 15. November 2022

In einer weiteren, tendenziösen Zurschaustellung von Tugendsignalisierung einer Gruppe selbsternannter „Forscher, die sich auf Antisemitismus, Holocaust-Studien, Moderne Jüdische Geschichte und damit verbundene Felder spezialisierten“, warnten 128 Akademiker die UNO davor ein Mittel zum Vorgehen gegen Antisemitismus zu übernehmen.

In einem in EUobserver am 3. November veröffentlichten Brief mit dem Titel „Lockt die UNO nicht mit einer vagen und zur Waffe gemachten Antisemitismus-Definition in die Falle“ behaupten diese woken Gelehrten, sie seien „mit zunehmender Sorge Zeugen politisch motivierter Bemühungen den Kampf gegen Antisemitismus bei der und gegen die UNO zu instrumentalisieren“. Wie konnte das laut dieser Gruppe passieren? Aus ihrer wahnhaften Sicht „hat der israelische UNO-Botschafter Gilda Erdan … Bemühungen … angeführt … die Palästinenser zu untergraben und“ von höchster Bedeutung ist für diese Gelehrten „die israelische Regierung vor internationalen Politik abzuschirmen“.

Botschafter Erdan hat darauf hingewiesen, dass die UNO selbst eine ständige Brutstätte fanatischer Israelfeindlichkeit gewesen ist, etwas, das diese Gruppe offenbar beleidigt, die behauptet, Erdan sei „so weit gegangen die UN-Organisation für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) und den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) als ‚antisemitisch‘ zu denunzieren“. Aber die Hauptsorge der Gruppe war, dass „Herr Erdan jetzt versucht die Spielregeln fundamental zu ändern, indem er die UNO unter Druck setzt die ‚Antisemitismus-Arbeitsdefinition‘ der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA WDA) zu übernehmen“.

Da die IHRA-Arbeitsdefinition für Antisemitismus von 2016 weiter von Organisationen und Universitäten übernommen wird, die sie als Möglichkeit der Identifizierung antisemitischer Vorfälle – und besonders  des „neuen Antisemitismus“, der sich als Israelkritik verkleidet – betrachten, haben sich vorhersagbar Gruppen wie diese, die den jüdischen Staat weiterhin verleumden und verunglimpfen wollen, dagegen ausgesprochen. Was macht diesen entrüsteten Leuten Sorge? Möglicherweise der Abschnitt der IHRA-Definition, der anregt, dass „das Anlegen von zweierlei Maß durch Forderungen eines Verhaltens seitens Israels, das von keiner anderen Demokratie erwartet oder gefordert wird“ antisemitisch ist.

Es überrascht nicht, dass die Personen und Gruppen, die die IHRA-Definition am heftigstem anzweifelten, genau die für das Begehen der Versionen dieses „neuen Antisemitismus“ verantwortlichen Leute sind, daher ist die Vorstellung, dass sie selbst antisemitischer Äußerungen als Teil ihres kognitiven Krieges gegen Israel beschuldigt werden können, ein verständliches Hindernis dafür, ihren uneingeschränkten und unerbittlichen Abscheu gegenüber dem jüdischen Staat auszudrücken.

Die IHRA-Definition weist sehr präzise darin darauf hin, dass manche Kritik an Israel, wenn der jüdische Staat damit unverhältnismäßig ins Visier genommen wird und an ihn moralische und juristische Standards angelegt werden, die man von anderen Ländern nicht erwartet, als ein Fall von Antisemitismus gewertet werden könnten. Nicht maßvolle und bedachte Kritik an Israel; nicht akademische Debatte über Verhandlungen mit Palästinenser über Grenzen, Eigenstaatlichkeit, Landtausch und Friedensverträge; nicht Diskussion guten Willens darüber, wie der lange anhaltende Konflikt gelöst werden kann.

Aber sogenannte „Kritik“ an Israel, die den Zionismus als eine rassistische, fundamental böse und heimtückische Ideologie angreift; die die Vernichtung des jüdischen Staates fordert, weil er angeblich unrechtmäßig und illegal geschaffen sei; die Terrorismus gegen israelische Bürger als vernünftige und zu erwartende Reaktion auf Besatzung rechtfertigt; und in den Hallen der UNO, bei NGOs und in Universitätssälen rund um die Welt Denunzierungen, Boykotte und andere Verleumdungen über Israel ausgießt – das sind die Arten von Bekundungen und Gedanken, die von der IHRA-Definition als antisemitisch angesehen würden.

Aber diese Gelehrten wollen damit nichts zu tun haben, wie sie ein halbes Dutzend Mal in diesem Brief wiederholen; ihre Theorie lautet, dass die IHRA-Definition schlicht ein Mittel ist, mit dem Verteidiger Israels den jüdischen Staat vor absolut jeder Kritik abschirmen. Sie behaupten z.B., die Definition würde auf irgendeine magische Weise „die israelische Regierung vor internationaler Kritik abschirmen“, dass die Beispiele für möglichen Antisemitismus in der Definition „zu Waffen gemacht werden, um legitime Kritik an Israels Politik als Antisemitismus zu diskreditieren und zum Schweigen zu bringen“, dass die Definition eine „politisierte Definition ist, die dazu instrumentalisiert wird freie Meinungsäußerung zu verhindern und die israelische Regierung davor zu schützen für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen zu werden“ und was für diese Gruppe die offensichtliche Sorge ist, „dass Organisationen, die Israels Verstöße herausfordern, Verleumdungskampagnen ausgesetzt sein würden, die auf böswilligen Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt sein würden“. [Hervorhebung hinzugefügt]

Nur in der auf den Kopf gestellten Realität der Akademiker konnte eine Gruppe jüdischer Professoren ein Mittel verurteilen, das im Kern den Zweck hatte aktuelle Vorfälle von Antisemitismus zu identifizieren und zu definieren und sich stattdessen mit Israels ideologischen Feinden solidarisch zu erklären – dieselben Personen, die – getarnt an „Israelkritik“ – weitgehend für den derzeitigen Tsunami an Judenhass an Universitäten verantwortlich sind. Tatsächlich sind, während Anhänger der IHRA-Definition die Universitäten gedrängt haben sie zu übernehmen, genau die Leute, die gegen ihre Verwendung opponieren, diejenigen, die die Komplizen bei der Verbreitung des Fanatismus sind, den anzugehen sie geschaffen wurde, wie es hier der Fall ist.

Warum sollen Professoren und besonders solche, die akademische Disziplinen lehren, die mit Juden zu tun haben, sich mehr darum sorgen das Recht von Palästinenseranhängern zu unterstützen ihre widerlichen Ansichten zu Zionismus, Israel und jüdischer Selbstbestimmung zu äußern, als darum jüdische Studenten und Lehrkräfte vor antisemitischem Fanatismus zu schützen, der regelmäßig in der Peripherie der Debatte um Israel/Palästina eindringt?

Was lässt sie den Wunsch hegen stolz an der Seite der ideologischen und existenziellen Feinde des jüdischen Staates zu stehen und ihr angebliches Recht zu schützen nach Belieben Verleumdungen, Beleidigungen und Lügen über Israel in einer ununterbrochenen, auf eine einzigartige Weise konzentrierten Kampagne auszustoßen, die an Israel ein anderes Maß als an andere Staaten anlegt und vergleichbare Kritik an jedem anderen Staat der Welt unterlässt – beides Dinge, von denen die IHRA-Definition nahelegt, dass sie ein Bespiel für Antisemitismus sein können? Was ist so edel und rechtschaffen an palästinensischer Selbstbestimmung, die diese jüdischen Professoren dazu treiben ihre Artikulation mehr zu schützen, als dass sie den Antisemitismus unterdrücken wollen?

Wirft man einen beiläufigen Blick auf die 128 Unterzeichner dieses nichtsnutzigen Briefes, so erhält man eine Antwort auf einige dieser Fragen. Zu der Liste gehört Omar Bartov von der Brown University, ein langjähriger, bösartiger Kritiker Israels, der in einer Kolumne in Ha’aretz schrieb, dass die „Bemühungen der israelischen Regierung und ihrer Anhänger“ darin besteht „jede scharfe Kritik an Israel und seiner Politik abzuwürgen“ und: „Die israelische Regierung und ihre Anhänger haben ein ausgeprägtes Interesse daran die Unterscheidung zwischen Israelkritik und Antisemitismus zu verwischen, um jede stichhaltige, herbe Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinensern als antisemitisch hinzustellen.“

Ein weiterer Unterzeichner, Joel Beinin, Donald J. McLachlan-Professor für Geschichte und Professor für Geschichte des Nahen Ostens an der Stanford University; er ist ein fanatischer Antizionist, der Israel für Kritik wegen vielfältige5 und regelmäßiger Vergehen herausgreift, während er gleichzeitig die sozialen und politischen Fehler der benachbarten arabischen Staaten verzeiht, die den jüdischen Staat umgeben und der für die Krankheiten des Nahen Ostens den westlichen Imperialismus und den fortbestehenden kolonialen Einfluss des US-Stellvertreters in der Levante – Israel – verantwortlich macht.

Beinins Absicht, wie bei allen Israelhassern weltweit, ist es, ein defensives Handeln Israels als Überreaktion erscheinen zu lassen, egal wie viele seiner Bürger ermordet oder wie viele Bedrohungen seiner Existenz verkündet worden sind. Israel ist dann immer der Fiesling und die Palästinenser sind, egal wie sie sich verhalten und was sie tun, sind immer die Opfer. „Sowohl laut Ehud Barak als auch Ariel Sharon“, schrieb Benin herablassend, „betreibt Israel einen Krieg trotz der spektakulär ungleichen militärischen Balance im Konflikt“, als ob ein Staat, der auf nicht provozierte Angriffe auf seine Bürger reagiert, verpflichtet sei sicherzustellen, dass sein Feind genauso gut bewaffnet ist und dass der Kampf fair sein wird – etwas, das sich nur ein College-Professor aus dem Komfort und der Sicherheit seines Büros in Stanford ausdenken kann.

Ein dritter Unterzeichner des Briefs ist Ian Lustick von der University of Pennsylvania, ein eingefleischter Israelkritiker, der sogar so weit geht für die Idee einer „Einstaaten-Lösung“ für den israelisch-palästinensischen Konflikt zu werben; heißt: für einen binationalen Staat, in dem Millionen in den neuen Staat eingebrachter feindlicher Araber den jüdischen Charakter und die demokratische Natur Israels unwiderruflich auslöschen würden – Israel würde praktisch vernichtet, genau das, was seine Feinde sich schon lange wünschen. Lustick entschuldigt die völkermörderischen Impulse des Hauptfeinds Israels – der Hamas – und schlägt in einer wahnhaften Kolumne vor, dass die Terrororganisation, deren Charta zufällig die Gruppe immer noch verpflichtet Juden zu ermorden, wo immer sie sind, „hauptsächlich deshalb populär ist, weil eines der Dinge, die man ihr zu tun zutraut, ist, dass sie wahrscheinlich bereit ist, wenn auch nicht offiziell, lange mit Israel zu leben“. Das würde die Einwohner der Städte in Südisrael überraschen, die seit 2005, als Israel aus dem Gazastreifen abzog, mit rund 25.000 Raketen und Mörsern unter Beschuss genommen worden sind, die die Hamas schoss, um schlafende Juden zu ermorden.

Das ist aber genau das, warum die IHRA-Definition sich unverhältnismäßig mit Dingen aufhält, die Israel betreffen: weil heutige Fälle von Antisemitismus sich am häufigsten in der Debatte rund um Israel und die Palästinenser stattfinden. Kritiker der IHRA sind natürlich steinhart davon überzeugt, dass Antizionismus komplett losgelöst von Antisemitismus ist und dass selbst boshafte, widerliche und völlig unverhältnismäßige Kritik an Israel absolut niemals ein Beispiel für Antisemitismus sein kann, obwohl die IHRA-Definition festgelegt hat, dass er das unter einigen Umständen oft ist.

Es ist offensichtlich, warum Antisemiten und diejenigen, die diesen Fanatismus entschuldigen oder daran beteiligt sind, danach streben eine Antisemitismus-Definition zu ignorieren, die sie als Antisemiten entlarvt, was genau der Grund ist, dass diese bestimmte Gruppe Gelehrter und andere Gruppen und Einzelne das Mittel der IHRA ignoriert haben oder daran arbeiten es zu entwerten. Denn sie verübeln, dass sie nicht in der Lage sind ihren widerwärtigen Aktivismus und die destruktive Kampagne fortzusetzen; daher kann diese Gruppe die IHRA-Definition nur als „eine vage und polarisierende Definition“ betrachten, „die gekapert worden ist, um die israelische Regierung zu schützen“.

Da die IHRA-Definition dazu verwendet werden kann die Vorfälle von Antisemitismus und anderes Reden zu identifizieren, die die Grenze von bloßer Kritik an Israel zu dem überschreiten, was sich an Universitäten regelmäßig weltweit offenbart: Judenhass, getarnt als politische Debatte und Solidarität mit den unschuldigen Dauer-Opfern von Israels niederträchtigem Verhalten – den Palästinensern.

Deutscher jüdischer Leiter drängt Juden nach Israel zu ziehen; Grund: Antisemitismus

„Man kann in diesem Land nicht als Jude leben! Und ich will in diesem Land nicht mehr leben“, sagte der jüdische Gemeindeleiter Semen Gorelik,.

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 9. November 2022

Ein Mann schwenkt während einer Kundgebung gegen Antisemitismus vor dem Brandenburger Tor in Berlin im Mai eine israelische Flagge. (Foto: Christian Mang / Reuters)

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde im Bundesland Brandenburg kündigte am Mittwoch in einem wütenden Brief an, dass er Aliyah macht und drängte die deutschen Juden, wegen der Besorgnis erregenden Zunahme des Antisemitismus im Land seinem Beispiel zu folgen; er sagte:

„Ich gehe nach Israel und empfehle jedem, der sich zum Judentum bekennt, dieses Land schnellstmöglich zu verlassen“, sagte Gemeindeleiter Semen Gorelik in einer Mitteilung gegenüber der pro-israelischen Internetseite Die Achse des Guten.

In einer wütenden Abrechnung schrieb Gorelik, der 1996 als Flüchtling aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kam: „Mit seiner antijüdischen Außen- und Innenpolitik hat das Land bewiesen, dass der Antisemitismus ein untrennbarer Teil der staatspolitischen Ideologie dieses Landes ist. Man kann in diesem Land als Jude nicht leben! Und ich will in diesem Land nicht mehr leben.“

„Ich will nicht in einem Land leben, dessen Bundespräsident [Frank-Walter Steinmeier] einen Kranz am Grab des Mörders, Terroristen und Antisemiten Yassir Arafat niederlegt!“

Die deutsche und die israelische Nationalflagge (Foto: Reuters)

Gorelik fuhr fort: „Ich will nicht in einem Land leben, in dem ich mich als Jude immer und überall verstecken muss. Ich will nicht in einem Land leben, in dem unsere israelische Fahne von einem Teil der Bevölkerung als Provokation empfunden wird. Ich will nicht in einem Land leben, in dem man auf der Straße keine Kippa tragen darf.“

Goreliks Vater, sagte er, sprach Jiddisch und Hebräisch und beaufsichtigte eine jüdische Vereinigung in Potsdam, der Hauptstadt von Brandenburg. Die Vereinigung diente als Aufenthaltsort für neu angekommene jüdische Immigranten und gelegentlich wurden dort auch Gottesdienste gefeiert.

„Wir haben uns daher zusammen mit 60 weiteren jüdischen Familien entschieden, eine echte jüdische Religionsgemeinschaft im Land Brandenburg zu gründen, um das vernichtete jüdische Leben wiederaufzubauen und den zugewanderten jüdischen Familien zu ermöglichen, in diesem Bundesland jüdisch leben zu können“, schrieb er.

Gorelik bekleidete diesen Posten mehr als 23 Jahre lang.

Er hielt fest, dass die Landesregierung von Brandenburg es Jahrezehnte lang ablehnte den Wiederaufbau jüdischen Lebens zu unterstützen und für Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der jüdischen Gemeinschaft zu sorgen.

Die gesetzestreue jüdische Gemeinschaft Brandenburg, der offizielle Name der Gemeinschaft, ist vom Zentralrat der Juden in Deutschland unabhängig, der vom Staat bezuschusst wird.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland, einschließlich seines Präsidenten Dr. Josef Schuster, sieht sich seit Jahren Kritik seitens Israelis und deutscher Juden wegen dem ausgesetzt, was sie als Versagen ansehen, der Deutschland vorgeworfenen Appeasement-Politik gegenüber dem Iran robust entgegenzutreten.

Die Jerusalem Post hat dem Zentralrat der Juden in Deutschland und Dr. Schuster Medienanfragen geschickt.

2016 sagte der Sprecher der jüdischen Gemeinde Hamburg, Daniel Killy, die sich verschlechternde Sicherheitslage in Deutschland habe zu einer für Juden höchst gefährlichen Lage geführt.

„Wir sind hier also nicht mehr sicher“, sagte Killy gegenüber tagesschau.de. Er sagte, der Zerfall der Staatsmacht, Exzesse der extremen Rechten, der Verlust politischer Glaubwürdigkeit und „die furchtbare Angst den Islamismus als solchen zu benennen“ haben zu einer für Juden unsicheren Umwelt beigetragen. Hamburgs jüdische Gemeinde hat fast 2.500 Mitglieder.

Roger Waters antwortet auf Versuche seine Auftritte in Deutschland zu boykottieren, mit mehr Antisemitismus

David Lange, Israellycool, 11. November 2022

Das antisemitische BDS-Loch Roger Waters ist in Deutschland auf Opposition gestoßen, wobei einige politische Persönlichkeiten deutsche Veranstaltungsorte aufrufen, seine Tour wegen Antisemitismus abzusagen.

Einer von Deutschlands Top-Beamten für die Bekämpfung von Antisemitismus hat deutsche Musik-Veranstaltungsorte aufgefordert die anstehende Tour von Roger Waters, dem früheren Pink Floyd-Sänger, abzusagen, der als einer der lautesten Unterstützer der BDS-Bewegung gegen Israel.

Am Montag kommentierte Uwe Becker – der Antisemitismus-Beauftragte des Bundeslandes Hessen – Waters habe „sich mehr und mehr in einen hasserfüllten Gegner Israels entwickelt“.

„Seit Jahren hat Waters seinen Ruf Dazu genutzt auf verleumderische Weise gegen den jüdischen Staat zu agitieren und seine Legitimität infrage zu stellen“, sagte Becker. „Waters ist ein schlechtes Beispiel für aggressiven, israelbezogenen Antisemitismus und ihm sollte daher in Hessen keine künstlerische Bühne gegeben werden.“

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Becker verwies auf die Zurschaustellung antisemitischer Sprachbilder bei Waters‘ früheren Konzerten, zu denen wie Schweinen geformte Ballons gehörten, auf denen ein Davidstern abgebildet war. „Roger Waters ist mit seinem antisemitischen Weltbild in Hessen nicht willkommen“, sagte er.

FJP Scorpio, eine Veranstaltungsfirma, die Waters‘ Konzert in Hamburg veranstaltet, behauptete, sie habe einen Vertrag mit dem Musiker unterschrieben, ohne sich der Ausbrüche gegen Juden und Israel bewusst zu sein. Die Firma sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass sie einen „engen Dialog‘“ mit dem Management von Waters führe.

Und es ist nicht nur Uwe Becker. Der Münchener Bürgermeister Dieter Reiter (SPD) und die stellvertretenden Bürgermeisterinnen Verena Dietl (SPD) und Katrin Haberschaden (Grüne) haben ähnliche Ansichten geäußert.

Und wie hat Waters reagiert? Damit, dass er zeigt, was für ein Antisemit er wahrlich ist.

Ich habe gehört, dass hier ein Gerücht umgeht, dass ich auf meiner Europatour nicht nach Deutschland kommen würde, weil es Opposition von der Israel-Lobby gibt. SCHWACHSINN! ICH WÜRDE MEINE GIGS IN DEUTSCHLAND UM NICHTS VERPASSEN!

Der Bürgermeister von München und einige Mitglieder der Grünen und der SPD sowie einige andere Sprachrohre der Israel-Lobby haben mich verleumdet, mich beschuldigt ein Antisemit und auch ein Putin-Fürsprecher zu sein. Ich bin keines von beiden. Bin ich nie gewesen und werde es nie sein. Ich bin jedoch sehr bekannt als leidenschaftlicher Anhänger der Friedensbewegung allgemein und der Universellen Erklärung der Menschenrechte, wie sie am 10. Dezember 1948 in Paris unterschrieben wurden, im Besonderen. Dieses Dokument hat 30 Artikel, sie sind einfach zu bekommen, wenn Sie sie nicht gelesen haben, dann tun Sie das bitte. Insbesondere Olaf Scholz und der Bürgermeister von München und der Rest der deutschen Herrscherschicht. Was diese Leute empört, ist, dass ich zusammen mit der Universalen Erklärung, auf die ich verweise, gleiche Menschenrechte für alle meine Brüder und Schwestern überall auf der Welt unterstütze, ungeachtet ihrer Ethnie oder Religion oder Nationalität. Das heißt, dass ich grundlegende Menschenrechte für alle Menschen der Levante, einer Gegend, die das beinhaltet, was heute Israel und Palästina und die Besetzten Gebiete und Gaza. Das Problem ist, dass diese ganze Gegend mit Gewalt als Apartheid-Siedlerkolonial-Unternehmung von einer einzigen ethno-religiösen Gruppe beherrscht wird, dem jüdischen Staat Israel, auf Kosten grundlegender Menschenrechte, einschließlich, aber nicht beschränkt auf das Recht auf Leben und Land zu besitzen für alle Menschen, einheimisch oder nicht, die die Bevölkerung all dieser Landstriche ausmachen, aber nicht jüdischen Glaubens sind. Das ist inakzeptabel. Wenn Ihre Regierung glaubt, das sei akzeptabel oder wenn Sie das denken, dann fragen Sie sich, wie würde es sich anfühlen, wenn Sie das wären? Ihre Mutter, Ihr Vater, Ihr Sohn, Ihre Tochter, Ihr Haus, Ihr Land, Ihr Olivenbaum, den Ihr Großvater vor hunderten Jahren pflanzte?

Ihre Herrscherklasse und Ihre Medien wollen mir verbieten Ihnen meine Botschaft der Liebe und des Friedens und der Revolution zu bringen, um Ihr Leben zu bereichern. NUN, ICH KOMME und zusammen werden wir die Wände dieser Scharade zum Wackeln bringen, dieses Wegsehen, während eine ethnische Gruppe einen langsamen Völkermord an einer anderen begeht. Als Elie Wiesel in Beschreibung des Holocaust sagte: „Schweigend und gleichgültig dabeizustehen ist die größte aller Sünden.“ Vielleicht lag er falsch, vielleicht ist es eine noch größere Sünde danebenzustehen und zu applaudieren,

NUN, ICH BIN NICHT GLEICHGÜLTIG, ICH SPENDE SICHER KEINEN APPLAUS UND ICH WERDE NICHT SCHWEIGEN UND ICH KOMME NACH DEUTSCHLAND.

LIEBE

R.

Waters suggeriert, diese Politiker seien gegen seinen Auftritt in Deutschland, weil sie bloß Marionetten einer allmächtigen Lobby des jüdischen Staats Israel seien.

Dieselbe Energie:

Auch ist es offenkundig lächerlich, bedenkt man, dass eine der Personen, die gegen seinen Auftritt in Deutschland sind, Mitglied der Grünen ist.

Waters schließt auch die deutsche „Herrscherklasse“ und Medien mit ein, was wiederum beunruhigend nach einem antisemitisches Sprachbild klingt.

Er lügt zudem offen Israel würde nichtjüdische Menschen auf Grundlage dessen, dass sie keine Juden sind, diskriminieren; außerdem erhebt er die Verleumdung, wir würden Völkermord begehen,

Also danke für das erneute Öffnen deines Pisslochs, Roger. Du tust mir einen Gefallen, weil es mir umso leichter macht dich als Antisemiten zu entlarven,

Gedankensplitter: Ein Beispiel für die Probleme der Wahrnehmung von Antisemitismus

Ganz offen: Mein Patenonkel war ein Antisemit.

„Entdeckt“ hatte ich das vor einigen Jahren, als ich zu Besuch war. Er gab zwei Äußerungen von sich, die das mehr als deutlich zeigten:

Zum einen erzählte er von einem Jugoslawien-Urlaub irgendwann vor 50 oder mehr Jahren. Er war an einer Synagoge und der Rabbi hatte offensichtlich etwas gegen Deutsche; mein Onkel und seine Frau wurden von ihm komplett ignoriert, ein anderes Paar (ich weiß nicht mehr woher) von ihm aber eingeladen die Synagoge zu besichtigen. Als mein Onkel einfach mitgehen wollte, wurde er zurückgewiesen. Und mein Onkel, sagte er, dachte sich nur: „Scheiß-Jude.“

Sein ebenfalls bei dem Bericht anwesender Schwiegersohn wurde laut: „Das will ich von dir nie wieder hören!“

Kurz darauf ging es Gespräch um Israel und den Konflikt mit den Arabern, auch die Geschichte. Mein Onkel hatte eine sehr deutliche Meinung zu jüdischen Wohnungen, besonders in Judäa und Samaria, aber überhaupt in „Palästina“, schon zur Mandatszeit: „Die Juden – nein, der Jude war schon immer nie zufrieden mit dem, was ihm zugewiesen wurde und hat sich drumherum mehr angeeignet als ihm zustand.“

Dazu schwieg der Mann meiner Cousine.

Allein die „Korrektur“ von „die Juden“ auf „nein, der Jude“ demonstriert – abgesehen von der historisch schwachsinnig falschen Argumentation – den Antisemitismus. Geht es noch deutlicher? Juden werden nicht als Einzelpersonen betrachtet, sind nicht einzelne „Täter“, sondern sind „der Jude“, ein Kollektiv, eine Gesamtheit, die Gesamtcharakteristika haben; und „haben schon immer“ zeigt, dass Juden halt üble Leute waren, sind und sein werden, weil das ein übliches Verhalten sein soll, ein charakteristisches, das immer so war, ist und sein wird.

Und mein Schwiegercousin schwieg; er hatte nicht gemerkt, dass diese zweite Äußerung weit stärker Antisemitismus anzeigt als das rein emotionale, auf eine bestimmte Person bezogene „Scheiß-Jude“, über das er sich so aufgeregte.

Inzwischen ist dieser Vorfall für mich ein Symbol der Antisemitismus-Diskussion, der Antisemitismus-Wahrnehmung und der Antisemitismus-Verurteilung überhaupt.

Denn echauffiert wird sich vor allem über Vordergründiges. Allzu Offensichtliches, gerne auch mal nur vermeintlich solches. Wo die Wortwahl boshaft ist, wird „Antisemitismus“ gebrüllt, ob das nun sinnvoll ist oder nicht. Oft ist es das nicht. Aber wo die Wortwahl anders ist, wo nichts offensichtlich Unflätiges dabei ist, da wird er nicht entdeckt, der Antisemitismus – jedenfalls wenn er von den „Richtigen“, den „Guten“ geäußert wird.

Umgekehrt wird „Antisemitismus“ gebrüllt, wann immer man auch noch so harmlose und unverdächtige Äußerungen so verdrehen kann, nur weil der Falsche das Wort „Jude“ in den Mund genommen hat. Aber das ist nochmal ein anderes Thema…