Total progressiv: Linksextreme antiisraelische Akivisten finden Gemeinsamkeiten mit den Rechtsexremen

Petra Marquardt-Bigman, The Warped Mirror, 18. Dezember 2016

Nach den US-Wahlen waren stolz progressive Israelhasser glücklich jedermann, der zuhören wollte, zu erzählen, dass sie schon immer Recht hatten – genauer gesagt: rechtsextrem. Etwa eine Woche nach der Whal infomrierte Ali Abunimah seine Leser auf Electronic Intifada, dass Trump „‚weißen Zionismus‘ ins Weiße Haus bringen könnte“.

Um zu erklären, was „weißer Zionismus“ sein soll, zitierte Abunima die – aus meiner Sicht wohlverdiente – Kritik an Steven Bannons Fürhungsrolle bei Breitbart, die verurteilt wegen regelmäßiger Veröffentlichung von „Material, das geschaffen wurde, um Angst vor Afroamerikanern, Latinos, Muslimen und anderen Gruppen zu schüren und ausdrücklich weiß-nationalistische und weiß-herrenmenschliche Überzeugungen normal zu machen“. Abunimah erklärte dann triumphierend: „Diese sogenannte Rechtsaußen-Ideologie ist von einem ihrer Schlüsselbefürworter als eine Form von ‚weißem Zionismus‘ beschrieben worden.“

Nun, für Ali Abunimah muss es wie eine einmalige Gelegenheit erschienen sein: Wenn die Hälfte von Amerika sich wegen Trumps Wahlsieg im Schockzustand befand und von der Aussicht einer Stärkung der weit Rechten, warum also nicht den Augenblick nutzen und mit einer Verdrehung der Tatsachen entwickeln, die all diese Leute überzeugen könnten, dass der Zionismus genauso schlimm und verachtenswert ist???

Aber Abuminah war keineswegs der Einzige, der den Zionismus als jüdische Version weißen Herrenmenschentums dämonisiert: Auf der Hassseite Mondoweiss beschuldigte Phillip Weiss die angesehene Holocaust-Forscherin Deborah E. Lippstadt, sie würde „für ein zweierlei Maß eintreten“, wenn sie „weißen Nationalismus als eine weiße Herrenmenschenideologie“ verurteilt, ohne „jüdischen Nationalismus“ mit gleichen Begriffen zu verurteilen.

Ein jüngerer Eintrag auf Mondoweiss freute sich hämisch über den weithin berichteten Fehlschlag des Hille-Rabbiners Matt Rosenberg an der Texas A&M University, auf die Behauptung des Rechtsexremen-Führers Richard Spencer zu antworten, Juden lehnten es aber sich zu assimilieren und blieben damit „ein einheitliches Volk mit einer Geschichte und Kultur und einer Zukunft“ nd dass er für Weiße nur dasselbe wolle. Mondoweiss-Autor Jonathan Ofir schließt: „Spencer setzt Rosenberg meisterlich schachmatt“, indem er entlarvt, „wie der Zionismus und weißes Herrenmenschentum sogar übereinstimmen“.

Es ist gut zu wissen, dass linksextreme antiisraelische Aktivisten sich derart ermutigt fühlen, dass sie ihre Dämonisierung des Zionismus vom „meisterhaften“ Führer der Rechtsextremen bestätigt bekommen… Die hier zur Schau gestellte intellektuelle Tiefe erinnert ich an Rania Khaleks Ausrede, als sie erwischt wurde, wie sie auf eine Holocaustleugner-Seite verlinkte und dann behauptete, das sei nur „ein Fehler“ gewesen; sie bestand gleichzeitig darauf, dass das Buch, dass sie auf dieser Seite empfohlen hatte, „faktisch völlig richtig“ sei. Ich schrieb damals, dass Khalek offenbar überzeugt war, dass seine Seite, die sich der Bagatellisierung von Naziverbrechen und der Verteidigung von Leuten widmet, „die nicht an die Existenz von Gaskammern glauben“ vertraut werden kann ein „faktisch völlig richtiges“ Buch aufzuweisen, das zionistische Juden als Nazi-Kollaborateure darstellt – was offensichtlich eine Vorstellung ist, die so viel Spott und Verachtung verdient, wie der Gedanke, dass eine weiße Herrenmenschenseite ein guter Ort sei, um ein „faktisch völlig richtiges“ Buch über Schwarze zu finden.

Was uns antiisraelische Aktivisten, die das Gefühl haben, die angebliche Affinität der Rechtsextremen für den Zionismus bestätigten ihren eigenen „Antizionismus“, uns in Wirklichkeit sagen, ist: Ihre Sicht des Zionismus hat wenig mit den Realitäten im einzigen jüdischen Staat der Welt zu tun.

Werfen wir zuerst einen Blick auf das, was Spence mit „weißem Zionismus“ meint. Er formulierte es bei einer rechtsextremen Versammlung im Jahr 2013 so:

„Für uns ist ‚Immigratin‘ ein Stellvertreterbegriff für Rasse. Auf diese Weise kann Immigration gut oder schlecht sein: Es kann eine Eroberung sein (wie es jetzt zu sein scheint)… oder eine europäische Sammlung, etwas wie weißer Zionismus. Es hängt alles von den Immigranten ab. Und wir sollen unseren Verstand für die positiven Möglichkeiten der Massenimmigration aus der weißen Welt öffnen.“

Etwas jüngeren Datums ist Spencers berüchtigte rechtsextreme Sammlung in Washington DC, wo er etwas sehr Ähnliches sagte, als er dem Hillel-Rabbiner Matt Rosenberg an der Texas A&M Universität sagte:

„Die Juden gibt es genau deshalb, weil sie abgesondert waren, exakt deshalb, weil sie – vielleicht könnte man es so sagen: etwas paranoid darin waren wegzubleiben – bitte zitieren Sie nicht Paranoia.“

Richtig, wir wollen „Paranoia“ nicht zitieren – das ist vielleicht nicht das beste Wort, um die Ergebnisse von mehr als tausend Jahren Antisemitismus zu beschreiben.

Aber auf jeden Fall stimmten andere bei der Versammlung zu, dass die Juden ein ausgezeichnetes Beispiel für weißen Nationalisten boten. Ein Teilnehmer formulierte es so:

„Gegen Mischehen sein. Die Schaffung ihres eigenen Staates. Die Wiederbelebung ihrer eigenen Sprache. Das ist der größte Triumph rassischen Idealismus in der Geschichte.“

Fangen wir also mit der Mischehe an (und lassen wir beseite, dass ich dies als eingebürgerte, nicht jüdische israelische Staatsbürgerin schreibe, die einen Juden „mischheiratete“). Währen andere Rechtsextreme hoffen in der Lage zu sein ihre Ideen unter Präsident Trump zum Mainstream zu machen, wissen sie vermutlich, dass Trumps Tochter Ivanka zum Judentum konvertierte und einen Juden heiratete. Wenn also weiße Nationalisten Juden nacheifern wollen, dann haben sie doch bestimmt ein paar Ideen dazu entwickelt, die Nichtweiße zum Weiß sein übertreten können? Und eine weitere Frage: Welche Sprache planen die weißen Nationalisten wiederherzustellen?

Egal, um die Dinge etwas klarer zu machen, fand ich, dass weiße Nationalisten es nützlich finden könnten über dieses Bild nachzudenken, bevor sie Israel für irgendeinen „größten Triumph rassischen Idealismus der Geschichte“ zu rühmen…

Hm, glauben Sie, weiße Nationalisten würden wollen, dass ihre Armee so aussieht? Und übrigens: Wie glauben Sie, würden weiße Nationalisten sich wohl fühlen, würden sie die Geschichte des früheren israelischen Präsidenten Mosche Katzav kennen, der sexueller Übergriffe für schuldig befunden und zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt wurde – von einem christlich-arabischen Richter? Wenn weiße Nationalisten Israel als ihr Beispiel betrachten, sollten wir dann vielleicht erwarten, dass wir in ihrem Staat auch respektierte schwarze, muslimische Richter haben?

Ich könnte weiter machen, aber ich stimme Gilead Inis jüngster Äußerung auf Twitter zu: Die erklärte Bewunderung der Rechtsextremen für den einzigen jüdischen Staat ernst zu nehmen und zu versuchen zu zeigen, wie unaufrichtig und uninformiert das ist, dürfte nicht mehr Sinn machen als anderen Verleumdungen „damit zu kontern, dass der Zionismus kein Nationalsozialismus ist oder dass Juden kein Blut trinken“.

Aber die Begierde der Linksextremen die Fantasie Israels der Rechtsextremen zu umschlingen als Bestätigung von Kampagnen, die darauf zielen den einzigen jüdischen Staat der Welt zu eliminieren zeigt, wie ähnlich sich beide Ränder sind: die Rechtsextremen wollen eine weißen Staat ohne Juden, die Linkextremen wollen eine Welt ohne einen jüdischen Staat – und wenn ihre jeweiligen Visionen in Erfüllung gehen sollten, wäre den Rechtsextremen das Schicksal der Juden in der Diaspora total egal, während den Linksextremen das Schicksal der Juden in Israel nicht völlig gleichgültig wäre.

Die Auswahl der antisemitischsten Vorfälle 2016

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Es ist zur Tradition geworden, dass das Simon Wiesenthal Center am Jahresende eine Auswahl der wichtigsten antisemitischen Vorfälle veröffentlicht. Als die Liste 2010 erstmals erstellt wurde¸ war sie zwei Seiten lang.[1] Bis letztes Jahr hatte sie sich auf sechs Seiten verdreifacht.[2] Was 2016 angeht, gibt es zwei neue Aspekte. Der erste ist die breite Anerkennung einer Antisemitismus-Definition, die seit Mai gültig ist, nämlich die der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA).[3] Ihre Annahme erforderte die Zustimmung aller 31 demokratischen Mitgliedsstaaten.

Der zweite Aspekt ist, dass der vielleicht größte antisemitische Vorfall dieses Jahres Juden nicht einmal erwähnte. Durch dieses Fehlen wurde er extrem antisemitisch. 2016 nahm die UNESCO eine Resolution an, die den Tempelberg ausschließlich als Al-Haram Al-Sharif/Al-Aqsa-Moschee bezeichnet.[4] Damit schnitt sie Juden und Christen von der Bedeutung Jerusalems für ihre Religionen ab.

Dieses Jahr wird es für die Führungskräfte des SWC schwierig sein ihre Arbeit zu tun, denn es gab eine Vielzahl wichitger antisemitischer Vorfälle, aus denen sie aussuchen können. Ein paar Vorschläge könnten hilfreich sein. Die Black Lives Matter-Koalition (BLM) sollte weit oben auf der Liste stehen. Ihr Programm behauptet fälschlich, Israel sei ein „Apartheidstaat“, der Völkermord an den Palästinensern begeht.[5]

Ein weiterer Spitzenkandidat für die SWC-Liste ist Jeremy Corbyn, der linksextreme Parteichef der Britischen Labour Party. Unter seiner Führung hat der Antisemitismus sich in der Partei enorm ausgeweitet. Corbyn hat Hamas und Hisbollah als seine Freunde bezeichnet und es so viele Monate lang abgelehnt sich von dieser Äußerung zu distanzieren,[6] dass dies, nachdem er es schließlich machte, bedeutungslos geworden war.

Corbyn ernannte als seinen strategischen Berater Seumas Milne,[7] der ein Fürsprecher der Hamas ist.[8] Er gab zudem Kenneth Livingstone, dem berüchtigten Produzenten antisemitischer Verleumdungen, eine wichtige Position in der Partei.[9] Letzerer wurde später wegen antisemitischer Äußerungen suspendiert. Er sagte, Hitler habe den Zionismus unterstützt.[10] Als der wiet verbreitete Antisemitismus in der Partei offenbar wurde, wählte er eine ungeeignete Untersucherin zur Ermittlung des Sachverhalts, die einen höchst unprofessionellen Bericht erstellte.[11]

Corbyns Tun passt aber nicht in die IHRA-Definition. Das zeigt, dass diese in Bezug auf antiisraelischen Antisemitismus viel zu kurz greift und durch eine detailliertere Definition dieser Art des Antisemitismus ergänzt werden sollte.[12]

Es gibt weitere Kandidaten aus Großbritannien. Eine ist Malia Bouattia, die Präsidentin der National Union of Students (NUS). Der innenpolitische Ausschuss des Unterhauses verurteilte, dass sie die Universität Birmingham als „zionistischen Außenposten“ bezeichnete. Der Ausschuss sagte zudem, dass die National Union of Students es versäumt hat eine zunehmende Kultur des Antisemitismus an den Universitäten ernst zu nehmen.[13]

Das SWC wird auch zu entscheiden haben, ob man auf ihrer Liste wieder Menschen anführen will, die regelmäßig antisemitische Verleumdungen produzieren. Dazu gehört Baroness Tonge. Dieses Jahr hat sie gesagt, Israels Umgang mit den Palästinensern sei eine wichtige Ursache für das Aufkommen des Jihadismus und des islamischen Staates;[14] sie war Gastgeberin einer Veranstaltung im Oberhaus, bei der Juden für den Holocaust verantwortlich gemacht wurden und die britische Regierung die Aufforderung bekam sich für die Balfour-Erklärung von 1917 zu entschuldigen.[15]

Die muslimische Welt ist ein Hauptlieferant antisemitischer Wiederholungstäter. Einer davon ist der türkische Präsident Tayyip Recep Erdoğan. Eine Erklärung von 2016, die ihn qualifiziert, lautet gemäß einer Übersetzung von AFP: „Ich akzeptiere nicht, was Hitler machte und ich akzeptiere auch nicht, was Israel getan hat. Wenn es darum geht, dass so viele Menschen sterben, ist es nicht angemessen zu fragen, wer barbarischer war.“[16]

Angesichts des ungarischen Antisemitismus sollte mindestens ein Kandidat aus diesem Land auf die Liste kommen. Vielleicht sollte es die ungarische Regierung sein, denn sie verlieh Zsolt Bayer, dem antisemitischen Kolumnisten der Magyar Hirlap und Publizisten der konservativen Partei Fidesz das Ritterkreuz des ungarischen Verdienstordens, die dritthöchste Auszeichnung, die die Regierung für Leistungen verleiht.[17]

Keine jährliche Liste antisemitischer Verleumdungen kann ohne Kandidaten aus den skandinavischen Brutstätten der Scheinheiligkeit und des Antisemitismus vollständig sein: Norwegen und Schweden. Die drittgrößte norwegische Stadt, Trondheim, ist jetzt im Rennen als Kandidat für Europas Hauptstadt der antiisraelischen Version des Antisemitismus, weil sie beschloss Produkte aus den Siedlungen zu boykottieren.[18]

Kreise des SWC informierten mich, dass die schwedische Außenministerin Margot Wallström nur knapp der Liste antisemitischer Vorfälle des letzten Jahres entging. Dieses Jahr sollte sie definitiv darauf erscheinen, denn sie forderte eine Untersuchung, ob Israel außergerichtlicher Tötungen von Palästinensern während der jüngsten Terrorwelle schuldig ist. Der Parteichef von Yesh Atid, Yair Lapid, bezeichnete sie während einer Kundgebung in Stockholm ausdrücklich als Antisemitin.[19]

BDS ist ebenfalls ein jedes Jahr wiederkehrendes antisemitisches Phänomen. Siebzig Juden schrieben einen Brief an die New York Book Review, mit dem sie einen gezielten Boykott aller Waren und Dienstleistungen ausschließlich aus allen israelischen Siedlungen und aller Investitionen dort forderten.[20] Wegen ihres zweierlei Maßes, das ein Kernelement des Antisemitismus ist, wären sie ein stellvertretender Kandidat für die BDS-Liste.

Die oben angeführte Auswahl könnte den Führungskräften des SWC helfen. Das Problem besteht darin, dass sie nur einen kleinen Anteil der vielen Kandidaten enthält, die ihnen die Unehre verleiht auf die Liste zu kommen.

[1] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TTASS.PDF

[2] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TT_2015.PDF

[3] http://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[4] http://whc.unesco.org/archive/2016/whc16-40com-19-en.pdf

[5] http://www.jta.org/2016/08/09/news-opinion/united-states/author-of-black-lives-matter-position-on-israel-defends-genocide-claim

[6] https://www.theguardian.com/politics/2016/jul/04/jeremy-corbyn-says-he-regrets-calling-hamas-and-hezbollah-friends

[7] https://heplev.wordpress.com/2016/05/23/jeremy-corbyn-der-antisemiten-legitimiert/

[8] http://www.theguardian.com/commentisfree/2012/nov/20/palestinians-have-right-defend-themselves

[9] https://heplev.wordpress.com/2016/05/23/jeremy-corbyn-der-antisemiten-legitimiert/

[10] http://www.bbc.com/news/uk-politics-36160135

[11] https://heplev.wordpress.com/2016/07/18/die-hoechst-unprofessionelle-untersuchung-des-britischen-labour-antisemitismus/

[12] https://heplev.wordpress.com/2016/09/19/die-gerstenfeld-definition-fuer-antiisraelischen-antisemitismus/

[13] http://www.independent.co.uk/news/education/nus-president-malia-bouattia-anti-semitism-parliament-home-affairs-select-committee-israel-a7363591.html

[14] http://jewishnews.timesofisrael.com/baroness-tonge-shares-article-about-jewish-power/

[15] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3878392/Israel-condemns-shameful-House-Lords-event-audience-applauded-claims-JEWS-responsible-Holocaust.html

[16] http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/erdogan-turkish-president-israel-hitler-more-barbarous-gaza-interview-palestinians-decide- holocaust-a7431311.html

[17] hungarianspectrum.org/2016/08/19/zsolt-bayer-the-purveyor-of-hate-in-his-own-words/

[18] https://heplev.wordpress.com/2016/12/12/trondheims-fortwaehrender-israel-hass/

[19] http://www.jpost.com/Israel-News/Politics-And-Diplomacy/WATCH-Pro-Israel-demonstrators-battle-anti-Zionism-at-Swedish-rally-466231

[20] http://www.nybooks.com/articles/2016/10/13/economic-boycott-israeli-settlements/

An die Antisemiten – Satirisches, Nachdenkliches und Witze (8): Amoz Oz wird geplagt

Der israelische Schriftsteller Amos Oz wird von Folgendem verfolgt:

Vor dem Holocaust hieß es in Europa: „Juden nach Palästina!“
Heute heißt es: „Juden raus aus Palästina!“
Die Botschaft an die Juden ist: Seid nicht hier. Seid nicht dort.

Das bedeutet: Seid nicht.

Die Protokolle in arabischen Medien – monatliche Zusammenfassung

Elder of Ziyon, 6. Dezember 2016

Hier haben Sie eine Liste der Erwähnung der Protokolle der Weisen von Zion im letzten Monat in arabischsprachigen Zeitungen und ob der jeweilige Artikel sie als wahr akzeptiert:

Ägyptens Al-Mozas „recherchierte“ die Protokolle und entschied, dass sie seriös sind (enthalten hier).

SudaNile.com sagt, dass die „Protokolle“ ein großartiges Modell sein können, das man nutzen kann, um vom Einfluss in der Welt zu lernen.

Al-Quds al-Arabi zitiert das „zweite Protokoll“, um eine Aussage zu machen, ohne jeden Hinweis darauf, dass man dort glaubt, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Arabi21 beschwert sich, dass arabische Medien zu viel „Pornografie“ zeigen; dazu sagt man dort, dass dies eine der Anweisungen der Protokolle sind, um eine Gesellschaft zu aufzuspalten.

Al-Ahram, eine der großen Zeitungen Ägyptens, verweist auf die „Protokolle“, als man dort ein Beispiel dafür gibt, wie Führer nicht dem zuhören, was das Volk will.

Kitabat erwähnt das nebenbei ebenfalls, ohne Hinweis darauf, dass es irgendetwas anderes als ein Verweis auf eine Tatsache ist.

Al-Basra verweist auf ein Buch Benjamin Netanyahu als Verwirklichung der Ziele der „Protokolle“.

Almmike verweist auf die „Protokolle“ als ein einzelnes Beispiel dafür, wie der Westen veruscht die arabischen Staaten auseinanderzubrechen.

New Sabah schient eine schiitische Publikation im Irak zu sein, deren Artikel die Juden dafür verantwortlich machen, dass die arabische Welt auseinandergerissen wird; dazu werden die „Protokolle“ verwendet.

Der einzige arabischsprachige Artikel, den ich diesen Monat finden konnte, der erwähnt, dass die Protokolle ein Märchen sind, kam von einem nicht arabischen Medienorgan – de arabischen Version von RT.

An die Antisemiten – Satirisches, Nachdenkliches und Witze (4): Die Antwort des Komikers Sam Levinson an die Antisemiten

aus einer Nachrichten-E-Mail aus den USA:

Es ist eine freie Welt und ihr müsst die Juden nicht mögen. Aber wenn ihr sie nicht mögt, dann schlage ich vor, dass ihr bestimmte jüdische Produkte boykottiert, z.B::

– Den Wasserman-Test für Syphilis
– Digitalis, die von Dr. Nuslin entdeckt wurde
– Insulin, das von Dr. Minofsky entdeckt wurde
– Chlorhydrat, das von Dr. Lifreich entdeckt wurde
– Vitamine, die von Dr. Funk entdeckt wurden
– Streptomycin, das von Dr. Woronan entdeckt wurde
– Die Polio-Tablette von Dr. Sabin und die Polio-Impfung von Dr. Jonas Salk.

Na los, boykottiert!

Humanitäre Vereinbarungen verlangen vom jüdischen Volk, all diese Geschenke allen Menschen der Welt anzubieten. Fanatische Vereinbarungen verlangen, dass alle Frömmler folgendes prinzipiell akzeptieren:

– Syphilis
– Diabetes
– Krämpfe
– Unterernährung
– Kinderlähmung und Tuberkulose

Ihr wollt auf den Juden böse sein? Seid den Juden böse! Aber ich sage euch, ihr werdet euch dann nicht sonderlich gut fühlen.

Trondheims fortwährender Israel-Hass

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der Stadtrat von Trondheim hat einen Boykott aller israelischer Waren und Dienstleistungen beschlossen, die in Siedlungen in dem hergestellt werden, was sie die „besetzten Palästinensergebiete“ nennt.[1] Kein anderer Staat wird von Norwegens drittgrößter Stadt einem Boykott unterzogen. Solch zweierlei Maß ist nach Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) antisemitisch.[2] Norwegen war eines der 31 Länder im Vorstand der IHRA, die die Annahme dieser Definition im Mai 2016 bewilligten.

Viele Jahrhunderte klassischer antisemitischer Hetze in Europa haben zu einer Realität geführt, in der der langwierige Hass Teil der Kultur mehrerer Staaten wurde. Antiisraelismus hat eine viel kürzere Geschichte. In den vergangenen Jahrzehnten hat es mehrere signifikante Erscheinungsformen von Israelhass in Trondheim gegeben. Inzwischen könnte er auf dem Weg endemisch zu werden.

Eine historische Bilanz antiisraelischen Handelns seit mehr als zehn Jahren veranschaulicht dies. An der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) in Trondheim gehören alle Studenten der Studentenorganisation Studentsamskipaden i Trondheim (SITI an. Dieses Gremium sorgt für ihre soziale Sicherheit. Studenten an der Universität sind verpflichtet einen Semesterbeitrag zu zahlen, damit ihnen gestattet ist an Examen teilzunehmen; diese Gebühr schließt eine Zahlung an die SIT ein. Im April 2005 beschloss SIT einen Boykott Israels. Im Februar 2006 beendete SIT den Boykott, weil er nicht in ihre ethischen Richtlinien passt, die fordern, dass die Studenten ihre Entscheidungen eigenständig treffen.[3]

Ende 2005 beschloss die Region Sør Trøndelag, zu der Trondheim gehört, Israel zu boykottieren.[4] Die norwegische Regierung ließ sie daraufhin wissen, dass ein solcher Boykott gemäß dem Völkerrecht, norwegischem Recht und Vereinbarungen mit der EU und der Welthandelsorganisation (WTO) illegal ist.[5] Daraufhin beschloss die Region ihre Absicht aufzugeben. Sør Trøndelag war eine der ersten öffentlichen Instanzen in Europa, die einen solchen Boykott beschloss.[6] Obwohl die Region ohnehin kaum etwas von Israel kauft, wurde der Boykott als wichtiger Schritt bei der Formung der Haltung der Konsumenten betrachtet.

Im Frühjahr 2009 gab es einen Aufruf zum Boykott Israels von einer Gruppe Lehrender an der NTNU sowie von einem örtlichen College.[7] Der Rektor der Universität, Torbjørn Digernes, finanzierte eine Serie von 6 Vorlesungen zum Nahen Osten durch Antiisraelis. Zu den Dozenten aus dem Ausland gehörten die israelischen Extremisten Ilan Pappe und Moshe Zuckerman, dazu der amerikanische Wissenschaftler Stephen Walt. Drei weitere Vorlesungen wurden von norwegischen Antiisraelis gehalten. Die Hauptorganisatoren der Reihe hatten allesamt den Aufruf zu einem akademischen Boykott Israels unterschrieben.

Es gab viele Verurteilungen der NTNU.[8] An der Universität selbst organisierte ein Chemieprofessor eine Aktion gegen den Boykott. Jüdische Organisationen in der Welt sprachen sich gegen die NTNU aus. Die Anti-Defamation League schrieb an die Europäische Union und forderte, dass Israel boykottierende Universitäten vom Studentenaustauschprogramm Erasmus ausgeschlossen werden.

Das American Jewish Committee mobilisierte die Association of American Professors, um die NTNU zu verurteilen. Hauptakteur wurden die Scholars for Peace in the Middle East, die die Forderung der Boykottgegner in Trondheim unterstützten. Letztlich unterschrieben mehr als 3000 Universitätslehrende eine Petition, in der es hieß, wenn Israel boykottiert wird, dann würden sie nichts mehr mit der NTNU zu tun haben wollen. Darunter befanden sich 17 Nobelpreisträger, einschließlich der beiden einzigen lebenden Preisträger aus Norwegen.

Die vielleicht aggressivste Attacke gegen den Boykott kam von einer viel kleineren Quelle. Der international gelesene Blog Tundra Tabloids beschloss, dass der Umgang der NTNU mit Israel unter der Schirmherrschaft des Rektors entsprechend beantwortet werden sollte. Er veröffentlichte mehrere Bilder eines NTNU-Gebäudes auf das der Slogan „Hass-Campus“ eingeblendet wurde. Der Blog verspottete zudem Digernes. Er druckte eine Fotomontage von ihm zusammen mit dem damaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, dem französischen Rechtsextremistenführer Jean-Marie Le Pen und Hamasführer Isma‘il Haniyeh. In der Bildbeschreibung hieß es, dass auch sie als Lehrende an die NTNU eingeladen würden.[9]

Nachdem der Boykottantrag der NTNU auch vom norwegischen Minister für höhere Bildung verurteilt worden war, lehnte der Vorstand der NTNU den Boykottplan einstimmig ab.

Ein weiterer Boykottaufruf in Trondheim kam vom damaligen lutherischen Bischof Trondheims, Tor Jørgensen.[10] Um die lange Geschichte des Antisemitismus der lutherischen Kirche nachzuzeichnen, muss man sich nur daran erinnern, dass Martin Luther das Verbrennen von Synagogen zu Ehren Gottes und der Christenheit empfahl. Der Hass auf Juden, den Luther vielen seiner Anhänger einflößte, half die Infrastruktur für den Holocaust zu legen.

2011 brachte die Wochenzeitung Morgenbladet die Geschichte eines norwegischen Studenten der NTNU, auf den eine Frau zukam, die eine Zigarette rauchte. Als sie hörte, dass er mütterlicherseits israelischer Abstammung ist, sagte sie, dass Israel und sein Volk alles repräsentieren, was in dieser Welt falsch läuft und dass sie für die Hamas ist. Nach einer hitzigen Diskussion schlug sie ihm ins Gesicht.[11]

Zugegebenermaßen sind die Probleme des klassischen Antisemitismus und Israelhasses Norwegens nicht auf Trondheim beschränkt. Als jüdische Gemeindemitglieder zum Grad des Antisemitismus in Norwegen befragt wurden, gaben zwei Drittel der Befragten eine Zunahme an. Die Hälfte der Befragten sagte, sie hätten persönlich Antisemitismus erlebt.[12]

Die aktuelle Mitte-Rechts-Regierung Norwegens versucht den strukturellen Hass auf Israel in Norwegen zu übertünchen. 2012 wurde eine Stichprobengruppe in einer Studie des Zentrums für Holocaust-Studien und religiöse Minderheiten in Norwegen gefragt: „Ist das, was Israel den Palästinensern antut, das Gleiche, was die Nazis den Juden antaten?“ Achtundreißig Prozent der befragten Norweger bejahten das.[13]

Sollte nach den Parlamentswahlen 2017 eine von der Arbeitspartei geführte Regierung zurückkehren, werden die Probleme sich nur verstärken. Die Arbeitspartei wird von Jonas Gahr Stoere geführt, der regelmäßig gegen Israel hetzt.[14] Er hat sogar einen Klappentext zur Empfehlung eines Buches zweier norwegischer Hamas-Unterstützer geschrieben, die behaupteten Israel sei in den Gazastreifen eingedrungen, um Frauen und Kinder zu töten.[15]

[1] http://www.thelocal.no/20161118/trondheim-approves-boycott-of-israeli-settlement-goods

[2] http://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[3] Persönliche Kommunikation mit Yael Beck.

[4] “Oppvask i FrP etter Israel-boikott,” Adresseavisen, 15 December 2005.

[5] “Forsvarsministeren krevde Israel-boikott,” Dagsavisen, 11 January 2006.

[6] “Avblåser boikott av Israel,” Aftenposten, 17 January 2006.

[7] http://www.akademiskboikott.no/opprop-mainmenu-34/14-oppropet/54

[8] Manfred Gerstenfeld: Antisemittismen I Norge. Bergen (Norge Idag) 2010, S. 140-143

[9] http://tundratabloid.blogspot.com/2009/09/student-to-dean-torbjrn-digernes-at.html, 23 September 2009.

[10] https://ivarfjeld.com/2010/03/09/norwegian-bishop-considers-boycott-of-israel/

[11] www.morgenbladet.no/apps/pbcs.dll/article?AID=/20110114/ODEBATT/701149975/-1/LEDER

[12] Rolf Golombek, Irene Levie, and Julian Cramer, “Jødisk liv i Norge”( June 2012).

[13] “Antisemittisme i Norge? Den norske befolkningens holdninger til jøder og andre minoriteter,” HL-senteret, 20 May 2012, www.hlsenteret.no/publikasjoner/antisemittisme-i-norge.

[14] http://sicsa.huji.ac.il/pdf/ACTA37.pdf

[15] Erlend Skevik, “Regjeringen støttet Gaza-legene,” Verdens Gang,18 September 2009.