Die Rückkehr des Antisemitismus

Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg bietet einen fernen Spiegel

Clifford May, The Washington Times, 14. Juli 2021

Der Antisemitismus ist mit aller Macht zurück. Nach Angaben der ADL befinden sich Angriffe auf, Vandalismus gegen und Schikanierung von Juden auf dem höchsten Niveau „seit die ADL sie 1979 begann nachzuverfolgen“.

Ein Beispiel: Diesen Monat [Juli – heplev] wurde Khaled Awad, ein Immigrant aus Ägypten [in die USA], angeklagt vor einer jüdischen Schule in Boston einen Rabbiner niedergestochen zu haben. Zeugen sagte, „der Verdächtige vertrat verschiedene stereotype Unterschiede rassischer Gruppen und Verhalten, darunter zu Weißen und Schwarzen; er war besonders unwirsch gegenüber Juden.“ (Wenn das wie die Qualifikation für eine Professur an einer Elite-Universität klingt, ist das vielleicht Teil des Problems.)

Ehrlich gesagt war der Antisemitismus nie ganz verschwunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als das ganze Ausmaß der Verdorbenheit der wohlklingend beruhigenden Formulierung „Endlösung der Judenfrage“ deutlich wurde, gab es in Amerika und Europa Abscheu gegen einem auf Rasse, Bekenntnis und Hautfarbe basierenden Hass, damit verbunden den Glauben – oder vielleicht nur die Hoffnung – dass die neuen Vereinten Nationen und die „internationale Gemeinschaft“ zu Völkermord „Nie wieder!“ sagen und das auch so meinen.

Die Völker des Nahen Ostens hingegen hatten Jahre lang die Nazi-Ideologie aufgesaugt, woran Amin al-Husseini einen nicht unerheblichen Anteil hatte; Husseini war von den Briten zum Mufti von Jerusalem ernannt worden und verbrachte den Krieg als Helfer Hitlers in Deutschland, unter anderem mit arabischsprachigen Propagandasendungen in die Region.

Eines nach dem anderen vertrieben diese Länder ihre jüdischen Bürger – und nicht nur die Zionisten (heißt: Anhänger der Selbstbestimmung des jüdischen Volks in einem Teil ihrer uralten Heimat). Mehr als 750.000 Juden wurden aus dem Irak, Ägypten, Libyen und anderen Ländern vertrieben, wo ihre Familien seit Jahrhunderten gelebt hatten. Viele gingen nach Israel, wodurch sie den frischgebackenen jüdischen Staat stärkten. In großen Teilen der arabischen Welt bestehen leidenschaftliche Elemente des Antisemitismus bis heute fort.

Jeder Versuch diesen uralten Hass zu verstehen muss ernstes Nachdenken über die Zeit und den Ort beinhalten, wo er am tödlichsten metastasierte: Das Deutschland der 1930-er und 1940-er Jahre.

Jews and Germans: Promise, Tragedy, and the Search for Normalcy“ [Juden und Deutsche: Versprechen, Tragödie und die Suche nach Normalität), wurde letztes Jahr veröffentlicht und erfüllt genau diesen Auftrag. Der Autor ist Guenter Lewy, ein Professor emeritus für Politikwissenschaften an der University of Massachusetts-Amherst.

Er wurde 1923 in Deutschland geboren, lebte sechs Jahre unter der Nazi-Herrschaft und floh Anfang 1939 nach Palästina, wo er in einem Kibbuz arbeitete. „Ende 1942, als General Rommels Divisionen mit einem unmittelbar bevorstehenden Angriff auf die jüdische Heimat in Palästina drohten“, schreibt er, „trat ich als Freiwilliger in die britische Armee ein.“ Er kämpfte in Ägypten und Italien. Nach dem Krieg diente er als Übersetzer für das britische Militär im besetzten Deutschland. 1946 kam er in die USA, wo er lehrte, studierte und 17 Bücher schrieb.

Juden siedelten ab dem 4. Jahrhundert unter dem römischen Kaiser Konstantin im heutigen Deutschland. Ende des 19. Jahrhunderts gab es mehr als eine halbe Million deutscher Juden. Obwohl sie weniger als ein Prozent der Bevölkerung des Landes stellten, schreibt Lewy, war eine beträchtliche Zahl von ihnen „in Literatur, Musik, Theater, Journalismus, Naturwissenschaften und vielen anderen Bereichen“ berühmt geworden und gewannen 12 Nobelpreise.

Die Weimarer Republik, gegründet nach Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg, war ein „Höhepunkt jüdischer Emanzipation und Assimilation“, eine Zeit, schreibt  Lewy, in der deutsche Juden „Minister, Bürgermeister, Staatsdiener und Professoren an Universitäten wurden“.

„Die große Mehrheit der deutschen Juden betrachteten sich in erster Linie als Deutsche, bei denen der jüdische Teil – Religion oder Ethnie – eine untergeordnete Rolle spielte“, fügte er hinzu. Was den Antisemitismus angeht, so taten die meisten deutschen Juden ihn anfangs als ein „Relikt der Vergangenheit“ ab, „das bald überwunden sein würde“.

Und dann kamen die Nazis: 1933 wurde Hitler nach Wahlsiegen der Nazi-Partei zu Deutschlands Kanzler ernannt.

Mit Optimismus, Energie und Entschlossenheit versuchten deutsche Juden den Antisemitismus zu überwinden – oder zumindest seine Wildheit zu vermindern – indem sie ihren Mitbürgern die Wahrheit vor Augen führten und an ihr Gefühl für Anstand und Toleranz appellierten.

Ein Beispiel: Die Nazis verunglimpften Juden als „feige Drückeberger“, die im Großen Krieg den Dienst umgangen hätten. In Wahrheit, schreibt Lewy, „hatten 100.000 von etwa 500.000 Juden ihrem Land gedient, rund 80.000 von ihnen an der Front. Der Anteil jüdischer Freiwilliger war höher als in der deutschen Gesamtbevölkerung. Etwa 35.000 Juden waren ausgezeichnet worden und mindestens 12.000 wurden getötet.“

Jüdische Gruppen veröffentlichten diese Tatsachen – vergebens. Die Nazis betrachteten Juden als minderwertige Rasse, Untermenschen und weder Beweise der Loyalität zum Vaterland noch religiöse Konversionen konnten das verändern. Die Nazis betrachteten die Geschichte als großen Rassenkampf, der letztlich von der überlegenen Rasse gewonnen werden würde, der Herrenrasse, der sogenannten arischen Rasse.

Sobald die Nazis die Macht übernahmen, gab es daher Angriffe auf, Vandalismus gegen und Schikanierung von Juden, die schließlich im Holocaust gipfelten, der Schoah, dem Massaker an sechs Millionen Juden.

Trotz der Niederlage der Nazis infiziert Judenhass oder, um einen modernen Begriff zu verwenden, Judeophobie weiterhin prominente Personen in Europa und Amerika, bei Rechten wie bei Linken.

Die Führer der Hamas und die Herrscher im Iran sind offen und zutiefst islamische Herrenmenschen, was beinhaltet, dass sie Juden – wenn auch nicht nur Juden – als Untermenschen betrachten, die kein Recht auf Gleichberechtigung haben (von Gleichstellung ganz zu schweigen).

Im 20. Jahrhundert hatten die extremen Judenhasser die Auslöschung des europäischen Judentums  zum Ziel. Wie Lewys Buch deutlich macht, wurde das weithin nicht verstanden, bis es zu spät war. Und Juden, die sahen was kam, hatten nicht die Mittel sich zu verteidigen.

Im 21. Jahrhundert besteht das Ziel der extremen Judenhasser darin Israel, den Juden der Staaten, auszulöschen. Die meisten Israelis verstehen das und tun das, wovon sie glauben, dass es getan werden muss, um sich zu verteidigen. Wenn Sie ein Anti-Antisemit sind, dann unterstützen Sie das.

Antisemitismus nimmt heftig zu, weil Israel-Palästina ein religiöser Konflikt ist

First One Through, 28. Juni 2021

Die Zunahme des Antisemitismus nach dem letzten Scharmützel zwischen der palästinensischen politisch-terroristischen Gruppe Hamas und Israel scheint viele Leute überrascht zu haben, obwohl 2014 dasselbe geschah. Die Überraschung wurzelt in der Einbildung, dass der Konflikt zwischen zwei ethnischen Gruppen (Arabern und Juden) stattfinden, aber in Wirklichkeit ein Religionskrieg zwischen Muslimen und Juden ist, ganz ähnlich den Kreuzritter-Kriegen zwischen Christen und Muslimen vor einigen Jahrhunderten. Die religiösen Kämpfe im heiligen Land entzünden schnell weltweit Antisemitismus, besonders wenn heilige Stätten involviert sind.

Souveränität: Islamische Osmanen gegen zionistische Juden

Im Verlauf von tausenden von Jahren haben sich verschiedene Völker durch das heilige Land gewagt, da der schmale Landstrich der einzige Korridor ist, der Afrika mit Europa und Asien verbindet. Unterschiedliche Rassen, Religionen und Ethnien kamen und gingen, wobei die Souveränität unter verschiedene Regime fiel.

Von 1517 bis 1917 regierten die osmanischen Türken die Region als Teil ihres gewaltigen Imperiums. Die Osmanen waren islamisch und gaben Mitgliedern ihres Glaubens den Vorzug. Früh in ihrer Herrschaft warfen die Osmanen die Juden vom Tempelberg, dem heiligsten Ort des Judentums und verwiesen sie an einen kleinen Teil der westlichen Stützmauer des Tempelbergs. Dieser Beriech, die Kotel, ist seitdem der Ersatz der Juden für ihren heiligen Ort geworden. Genauso verboten die Islamisten den Juden die Höhle der jüdischen Patriarchen und Matriarchen in Hebron zu betreten.

Als die Briten und Franzosen die Osmanen im Ersten Weltkrieg besiegten, teilten sie das Imperium in verschiedene Mandate auf, die am Ende unterschiedliche Länder werden sollten, darunter der Libanon, Syrien, Irak, Jordanien und Israel. Als man in der Balfour-Erklärung, die mit der Vereinbarung von San Remo 1920 und dem Mandat Palästina 1922 Völkerrecht wurde, verkündete, dass die Juden ihr Heimatland wiedergründen würden, drehte die muslimisch-arabische Welt durch. Es war eines, wenn ein weit weg sitzendes, nicht arabisches osmanisches Regime Palästina regierte, aber zumindest waren das Muslime. Es war eine Beleidigung des islamischen Stolzes das Land von Juden regieren zu lassen.

Ade, jüdische Nachbarn

In dem Moment, als die Vorstellung von jüdischer Souveränität eingebracht war, wurde grundsätzlich die Anwesenheit von Juden zum Problem.

Muslimische Araber metzelten 1929 Hebrons Juden nieder, was den Briten das Gefühl gab, statt der Bestrafung der Mörder sei die Entferndung der Juden aus der Stadt der richtige Weg zu Handeln. Die Briten sollten nach deren mehrjährigen Krawallen von 1936 bis 1939 erneut vor dem muslimisch-arabischen Antisemitismus einknicken und führten das Weißbuch ein, das aus Nazi-Europa fliehenden Juden verbot nach Palästina zu kommen, was den Tod von hunderttausenden Juden zur Folge hatte.

Während des Zweiten Weltkriegs traf sich der Mufti von Jerusalem regelmäßig mit Hitler und anderen Naziführern, um sich gegen die Juden zusammenzutun, um sicherzustellen, dass sie getötet wurden und nicht nach Palästina fliehen konnten.

Telegramm des Nazis Heinrich Himmler an den islamischen Mufti von Jerusalem zum Jahrestag der Balfour-Erklärung; darin ist vom „Kampf gegen das Weltjudentum“ die Rede.

Nach dem Krieg, im Schatten des Holocaust, vertrieben muslimische Staaten Juden aus ihren Ländern; rund eine Million Juden flohen aus Marokko, Tunesien, Ägypten, Algerien, Libyen, dem Jemen und anderen. Das waren keine Zionisten, sondern jüdische Nachbarn, die hunderte Jahre lang in muslimischen Ländern gelebt hatten. Sie wurden einfach deshalb angegriffen, weil sie denselben Glauben wie die Juden in Israel hatten.

Ob in Europa, dem Nahen Osten oder Nordafrika: Christen und Muslime prügelten auf die örtlichen jüdischen Gemeinschaften ein.

Toxischer islamischer Antisemitismus

Während die christliche Welt den systemischen Antisemitismus im Zweiten Vatikanischen Konzil 1965 überdachte, verbreitete sich die antisemitische Giftigkeit unter Muslimen weiter, besonders nach ihrer Niederlage 1967, als sie von selbstgefälligen Kriegern, die die Juden nur eine Generation nach dem Holocaust erledigen wollten, innerhalb von nur einer Woche zu beschämten Verlierern wurden.

Die Hamas-Charta von 1988 bleibt das antisemitischste Gründungsdokument aller politischen Parteien, das jemals geschrieben wurde. Es verbindet die Niederträchtigkeit von Hitlers Mein Kampf mit der russischen Fälschung der Protokolle der Weisen von Zion. Es wirft den Juden vor aus Profitgier alle Kriege begonnen zu haben, die Medien und weltweiten Ressourcen zu kontrollieren dazu „Unreinheit, Schändlichkeit und Sünde“. Das Dokument ruft die Muslime weltweit auf die Juden zu bekämpfen und sie in einem messianischen Jihad zu töten. „Israel wird existieren und weiter bestehen, bis der Islam es auslöscht … Unser Kampf gegen die Juden ist ein sehr großer und sehr ernster… Das Palästinenserproblem ist ein religiöses Problem und sollte auf dieser Grundlage gelöst werden… Israel, das Judentum und die Juden fordern den Islam und das muslimische Volk heraus. Der Konflikt wird durch das Objektiv eines Religionskriegs gegen die Juden und das Judentum verankert.

Die Charta macht deutlich, dass nicht die Grenzen von 1967, nicht einmal die Grenzen von 1948 das Thema sind, sondern dass „der Kampf gegen die zionistischen Invasoren … bis 1939 zurückreicht“, dem Beginn des Holocaust. Für die Hamas besteht das Kernproblem darin, dass Juden den Holocaust überlebten und nach Palästina kamen. Die Wurzel des aktuellen Hashtags #Hitlerwasright [Hitler hatte Recht] hat nichts mit einem Immobilienstreit in Scheik Jarrah im östlichen Jerusalem zu tun, sondern damit, dass es die Juden weiterhin gibt.

Normaler islamischer Antisemitismus

Nicht alle Muslime glauben, dass alle Juden schlecht sind und bestraft werden müssen, um die Souveränität im heiligen Land wieder zu übernehmen, wie sie sie tausende Jahre hatten. Viele sind Wald-und-Wiesen-Antisemiten.

2005 wählten die Palästinenser einen Mann zu ihrem Präsidenten, der seine Doktorarbeit auf der Grundlage von Holocaust-Leugnung schrieb, Mahmud Abbas. Im Jahr darauf wählten sie zu 58% die politisch-terroristische Gruppe Hamas ins Parlament. 2014 führte die ADL eine Meinungsumfrage durch, bei der herauskam, dass 93% der palästinensischen Araber – das ist beinahe jede einzelne befragte Person – antisemitische Ansichten vertreten.

Über das heilige Land hinaus stellte eine ADL-Umfrage 2015 fest, dass für Muslime weltweit zwei- bis fünfmal wahrscheinlicher ist, dass sie Antisemiten waren, als Christen im selben Land.

Wenn Palästinenser selbst Umfragen machen, dann befürworten sie weiter die Hamas. Eine Umfrage vom Juni 2021 stellte fest, dass 59% für Ismail Haniyeh von der Hamas als Präsident stimmen würden. Sie sind in ihrer überwiegenden Mehrheit dafür jüdisch-israelische Zivilisten innerhalb Israels anzugreifen.

Als weiteren Beweis, dass es sich um einen Disput zwischen zwei Religionen und nicht zwischen ethnischen Gruppen handelt, sind die größten Geldgeber der Hamas nicht arabische Länder, sondern die nicht arabischen Länder Türkei und Iran (der gedroht hat Israel von der Landkarte zu wischen). Religion, nicht Volkszugehörigkeit treibt den Konflikt an.

Die Sensibilität religiöser Stätten

Weil Muslimische Araber es ablehnen, dass Juden wo auch immer dort leben, was ihrem Empfinden nach islamisches Waqf ist, ist die Sensibilität rund um religiöse Stätten erhöht. Die muslimische Welt ruft zu „Tagen des Zorns“ auf, wenn irgendetwas rund um Jerusalem und besonders an der Al-Aqsa-Moschee passiert. Selbst in friedlichen Zeiten belästigen muslimische Mourabitoun jüdische Besucher auf dem Tempelberg, während sie gleichzeitig christliche Besucher in Ruhe lassen.

Die Demütigung „jüdischer Staat“

Die religiöse Dimension des Konflikts wird von der Weigerung des Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde unterstrichen Israel als „jüdischen Staat“ anzuerkennen, obwohl dies zu tun in Sachen der Hauptwünsche der palästinensischen Araber, die Souveränität anstreben und in Viertel ziehen, in denen einst ihre Vorfahren lebten, nichts kostet. Abbas wäre bereit auf einen unabhängigen muslimische-arabischen Staat zu verzichten, wenn er simultan die jüdische Souveränität in Israel anerkennen müsste.

Die weitere Welt umarmt den muslimischen Antisemitismus

Die nichtmuslimische Welt hat viele der muslimischen Vorwürfe akzeptiert, scheint sich wieder mit ihrem eigenen historischen, giftigen Antisemitismus zu verbinden.

Einzig jüdische Israelis, die auf die östliche Seite der Waffenstillstandslinien von 1949 ziehen, werden mit dien einzigartigen Begriff „Siedler“ etikettiert während muslimisch-israelische Araber, die nach Ostjerusalem oder in Teile der Westbank ziehen, einfach „Palästinenser“ genannt werden. Airbnb hat eine Politik für Juden, die Häuser in der Westbank vermieten und eine andere für nichtjüdische Nachbarn, die ihre Häuser vermieten. Europa will eigene Etiketten für Produkte aus jüdischen Firmen in der Westbank und andere für muslimische Firmen. Die Trennlinie ist nicht, ob die Eigentümer israelisch oder palästinensisch sind, sondern ob der Israeli jüdisch oder muslimisch ist.

Es gibt mehr Beispiele.


Die Zweistaatenlösung ist schon lange als das Schaffen souveräner Einheiten für zwei ethnische Gruppen – Juden und Araber – vermarktet worden, aber das ist immer ein Mythos gewesen. Die Araber haben bereits Dutzende Länder und die palästinensischen Araber waren zufrieden von 1949 bis 1967 Teil des muslimisch-arabischen Jordanien und von 1517 bis 1917 des muslimischen, nicht arabischen osmanischen Reichs zu sein. Der Konflikt entstammt dem massiven Widerwillen der muslimischen Welt gegen den einzigen, kleinen jüdischen Staat. Die von den Islamisten vorgeschlagene Lösung ist ideal, um den jüdischen Staat von der Landkarte zu wischen. Falls das nicht klappt, ist das Land ungemein klein zu machen, ohne Kontrolle über irgendeine religiöse Stätte und in einen binationalen (nicht jüdischen) Staat zu verwandeln, das, was sie maximal akzeptieren.

Der „palästinensisch-israelische“ oder „arabisch-israelische“ Konflikt ist tatsächlich ein „muslimisch-jüdischer Konflikt um das heilige Land“. Daher überrascht es nicht, dass im üblen palästinensisch-muslimischen Antisemitismus verwurzelte Ausbrüche dieselben abscheulichen Reaktionen weltweit gegen dortige Juden entzünden sollen, geführt von muslimischen Fanatikern und unterstützt von anderen willigen Antisemiten.

Der deutsche „Antisemitismus“-Beauftragte, der BDS, Judenhass und den Iran ermöglicht

Rabbi Cooper vom Wiesenthal Center sagte über Blume: „Der Job eines Antisemitismus-Beauftragten besteht darin diesen zu bekämpfen und nicht in zu verbreiten.

Benjamin Weinthal, Israel National News, 30. September 2021

BDS in Europa (Foto: Flash 90: Hadas Porush)

Baden-Württemberg ist in eine Reihe von Antisemitismus-Skandalen verwickelt: Der mit der Bekämpfung des Antisemitismus Beauftragte des Bundeslandes, Michael Blume, hat es versäumt etwas gegen die Finanzierung der Kampagne Boykott, De-Investition, Sanktionen zu unternehmen, die sich gegen den jüdischen Staat richtete; er hat es auch abgelehnt die Stadt Freiburg zu mahnen ihre Partnerschaft mit dem völkermörderischen, antisemitischen iranischen Regime zu beenden.

Wenn es Baden-Württemberg und Freiburg mit der Bekämpfung des Antisemitismus ernst wäre, sollte das Land Blume auf der Stelle entlassen, das Bankkonto des BDS unterstützenden Palästina-Komitee Stuttgart schließen und Freiburgs Städtepartnerschaft mit Irans Regime in Isfahan aufkündigen. Freiburg ist die einzige Stadt in Deutschland, die eine Partnerschaft mit dem iranischen Regime hat.

Eine der einflussreichsten BDS-Organisationen, das Palästina-Komitee Stuttgart, hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt und ein Konto bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die sich in Staatsbesitz befindet. Das Komitee veranstaltete eine internationale Konferenz mit mehr als 300 Teilnehmern, die ein Who’s Who der BDS-Kampagne zusammenbrachte.

Blumes Behauptung, die nahe legt, dass Banken keine Konten von BDS-Gruppen schließen können, ist nachweislich falsch. Die folgenden deutschen Banken haben Konten von BDS-Gruppen, die Terrorismus oder Antisemitismus oder beides unterstützen, geschlossen: Deutsche Bank, Commerzbank, Deutsche Postbank, DAB Bank München und die Bank für Sozialwirtschaft.

Nach deutschem Recht ist Hetze gegen Juden verboten. Der Bundestag verabschiedete 2019 einen Beschluss, der BDS als antisemitisch definiert. Es lohnt sich festzustellen, dass die Bank für Sozialwirtschaft das Konto der extremistischen pro-BDS-Gruppe Jewish Voice for a Just Peace in the Middle East nach der Durchsetzung des Anti-BDS-Beschlusses kündigte.

Die investigative Reihe dieses Autors führte zur Schließung von mehr als 20 BDS-Konten in Ländern wie Frankreich, Deutschland, Österreich, den USA, Irland und Großbritannien infolge von Verletzungen von Antidiskriminations-Gesetzen gegen Israel, Aufstachelung gegen Juden und Terrorverbindungen.

Der Stadt Stuttgart und der Landesregierung zusammen gehört fast die Hälfte der Landesbank Baden-Württemberg. Leider haben Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen und Innenminister Thomas Strobl von der CDU kein Verlangen gezeigt die Toleranz des Landes für BDS und Blumes Antisemitismus sowie israelfeindliche Aktivitäten in sozialen Medien sowie in seinen Artikeln zu beenden.

Blume behauptete in einem gewundenen Blog-Artikel: „Als gelernter Finanzassistent weiß ich, dass Banken im Sparkassenverband eine Grundversorgungspflicht haben und dass Kontenschließungen daher strengen rechtlichen Anforderungen unterliegen.“ Sein fehlendes Wissen bezüglich Gesetzen gegen Terrorfinanzierung und der Vielzahl an BDS-Bankkonten in Deutschland, Österreich und ganz Europa ist schockierend.

Blumes Weigerung die LBBW zur Kündigung des BDS-Kontos zu drängen kommt in Ablehnung öffentlicher Appelle des Zentralrats der Juden in Deutschland, der israelischen Regierung, insbesondere ihres Botschafters bei der UNO und den USA Gilda Erdan, dem Leiter der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Uwe Becker und des Bundesbeauftragten für jüdisches Leben in Deutschland und die Bekämpfung von Antisemitismus Felix Klein an Boykottgruppen befähigende Finanzinstitutionen.

Becker erklärte als stellvertretender Bürgermeister von Frankfurt am Main, dass die Stadt keine Geschäfte mit Banken machen wird, die BDS-Organisationen Konten zur Verfügung stellen.

Blume hat eine unappetitliche Bilanz sich im Kampf gegen zeitgenössischen Antisemitismus auf die falsche Seite der Geschichte zu stellen.

In einem weitschweifigen Blogeintrag mit der Überschrift „Eichmann, Breivik, Spencer und der Terrorangriff von Christchurch – Der Ethnonationalismus als Verbindung aus Antisemitismus und Rassismus“ verglich Blume die bekannte deutsch-jüdische Anti-BDS-Aktivistin Malca Goldstein-Wolf mit dem Organisator des Holocaust Adolf Eichmann.

In Reaktion darauf sagte Dr. Eraim Zuroff, der oberste Nazijäger des Simon Wiesenthal Centers aus Jerusalem, Blume solle „erst seinen Rücktritt einreichen und sich dann bei Frau Goldstein-Wolf entschuldigen“.

Nach erneuter israelfeindlicher Aktivität Blumes in den sozialen Medien im Juli diesen Jahres sagte Rabbi Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center, dass „der Job eines Antisemitismus-Beauftragten darin besteht diesen zu bekämpfen und nicht ihn zu verbreiten“. Blume widersprach während seiner Austausche mit einem Twitter-Account zum Beispiel nicht einmal, als dieser die israelische Flagge in einer Karikatur als „schlimmste von allen“ bezeichnete. Darüber hinaus likte Blume und retwitterte Posts von Twitter-Accounts, die Judenhass schüren.

In der Zwischenzeit machte Blume auf seinem privaten Twitter-Account mit seinen israelfeindlichen Tiraden weiter.

Diesen Monat [September – heplev] deckten Antisemitismus-Beobachter in den sozialen Medien auf, dass Blume Unterstützung für die deutsche, israelfeindliche Journalistin Nemi El-Hassan äußerte, die an der pro-iranischen Quds-Tag-Demonstration teilnahm, bei der Teilnehmer die „Vergasung von Juden“ forderten. Die jährliche Kundgebung drängt auf die Vernichtung des jüdischen Staates.

Nach Angaben von BILD, der größten Zeitung Deutschlands, „likte El-Hassen im Sommer antisemitische Inhalte in den sozialen Medien“, die den Terrorismus gegen Israel verherrlichten.

El-Hassan will Moderatorin beim WDR-Fernsehen werden und Blume erklärte seine Unterstützung für sie. Blume argumentierte, dass „Menschen Antisemitismus überwinden können“ und drängte darauf, dass ihr als Moderatorin „eine Chance gegeben“ wird. Nach Beschwerden des Zentralrats der Juden und anderer beschloss der WDR El-Hassan nicht vor der Kamera als Moderatorin arbeiten zu lassen, sondern sie stattdessen als Autorin zu beschäftigen.

Dieser Reporter schickte Presseanfragen an Blume wegen seiner Unterstützung für El-Hassan und er erklärte über Twitter, er würde eine vorläufige Pause auf seinem privaten Twitter-Account machen.

Leider ist Blume ein israelfeindlicher und judenfeindlicher Seriennutzer der sozialen Medien. 2019 „likte“ er einen Facebook-Post, der Zionisten mit Nazis gleichsetzte – nach Angaben der Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz, die von der deutschen Regierung übernommen wurde, ein klarer Ausdruck zeitgenössischen Antisemitismus.

Blumes Untätigkeit bezüglich der Städtepartnerschaft Freiburgs mit dem iranischen Regime ist beunruhigend. 2020 forderte die politische Partei JUPI im Freiburger Stadtrat das Ende der Partnerschaft, weil Irans Regime „Holocaust-Leugnung und die Verfolgung von Homosexuell betreibt, was nicht die Grundlage für eine Freundschaft sein kann“.

JUPI-Stadtratsmitglied Sergio Pax sagte, es „kann keinen Dialog“ mit dem Iran geben, weil er „Israels Existenzrecht nicht anerkennt“.

Freiburgs Städtepartnerschaft mit Isfahan dient keinem anderen Zweck als den tödlichen Antisemitismus der Islamischen Republik, globalen Terrorismus und Holocaust-Leugnung zu dienen.

Die US-Regierung unter Regierungen der Demokraten wie der Republikaner hat das Regime des Iran als schlimmsten Staatssponsor des Terrorismus erkannt. Jonathan Greenblatt, Generaldirektor der Anti-Defamation League, sagte vor dem Kongress aus, dass die Islamische Republik der führende internationale Staatssponsor für Antisemitismus und Holocaust-Leugnung ist.

Die vom Regime des Iran kontrollierte Metropolises News Agency (früher die Nachrichtenagentur der Stadt Isfahan) berichtete im Mai von Isfahans Feiern zum Al-Quds-Tag 2021. Mashregh News, eine den Sicherheits- und Geheimdiensten des Iran nahestehende Internetseite, betonte bei der Erörterung der Kundgebung zum Al-Quds-Tag in Isfahan „die Notwendigkeit das besetzte Jerusalem zu befreien“.

Oder kurz gesagt: die Abschaffung Israels.

Blume behauptete in Sachen der Städtepartnerschaft, er könne bezüglich der Entscheidung einer Stadtregierung nicht intervenieren, noch nicht einmal seine Meinung dazu äußern. Das ist offensichtlich falsch. Bedenken Sie, dass der Antisemitismusbeauftragte von Hamburg, Stefan Hensel, kürzlich die Stadt aufforderte das von der Islamischen Republik Iran kontrollierte Islamische Zentrum in Hamburg zu schließen. Das Zentrum schürt Antisemitismus und bewirbt radikale sowie terroristische Ideologien.

Blume fingierte eine Ausrede, um zu vermeiden der tödlichen antisemitischen Ideologie Teherans in Baden-Württemberg entgegentreten zu müssen.

Antisemitismus ist in der Kultur und Machtpolitik Badem-Württembergs tief eingegraben. Erst wählte das Land 1966 den ehemaligen Nazi-Marinerichter Hans Filbinger zum Ministerpräsidenten, der auch wieder gewählt wurde und den Posten bis 1978 behielt; er erfreute sich enormer Beliebtheit als Patriarchengestalt. Filbinger verteidigte später seine Arbeit in der Nazi-Zeit, als er Hinrichtungen gegen Deserteure verhängte, so: „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein.“

– Ob er in seiner Rede zur „Demokratie“ in Lörrach im September Kritik an der baden-württembergischen Stadt geübt habe, wollte Blume auf meine Presseanfrage nicht sagen. Bestenfalls scheint Blume Lörrachs Nazi-Geschichte und seine Ehrung seines ehemaligen Nazi-Bürgermeisters Reinhard Boos noch bis 2016 ignoriert zu haben.

– Susanne Baldus-Spingler, eine Sprecherin Lörrachs, und Jörg Lutz, der Bürgermeister, lehnten es auf meine Presseanfrage über das Ignorieren der Nazi-Vergangenheit während der städtischen Feiern des „Tags der Demokratie“ zu antworten.

– Blume und Baldus-Spingler lehnten es ab, diesem Reporter eine Kopie seiner Rede zu geben.

Chaim Noll, ein deutsch-israelischer Schriftsteller, prangerte Blume wegen „latenten Antisemitismus“ an; er schrieb auf der populären Internetseite Die Achse des Guten einen schneidenden Artikel über Blumes schlimme Inkompetenz und Antisemitismus.

Wenn die Politiker und Führungspersönlichkeiten Baden-Württembergs mit ihrem business as usual weitermachen, dann wird das Antisemitismus-Problem des Bundeslandes nur weiter zunehmen.

Das Fiasko der Demokraten zur Eisernen Kuppel und was es (für Israel) bedeutet

Jüdische Verteidiger sollten auf die Achillesverse ihrer Feinde schießen – ihren Narzissmus und ihren Glauben an ihre eigene, unantastbare Tugend.

Melanie Phillips, Israel HaYom, 24. September 2021

Nach Angaben des Mehrheitsführers im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer, war, als die Demokraten aus ihrem umkämpften Ausgabengesetz $1 Milliarde Dringlichkeitsgelder für Israels Verteidigungssystem Eiserne Kuppel strichen, das lediglich eine „Formsache“, die umgekehrt werden kann.

Welch eine Formsache! Die unheilvolle Wirklichkeit hinter dieser Entwicklung ist die, dass die Demokratische Partei über die Unterstützung Israels zersplittert.

Das System Eiserne Kuppel hat tausende Raketen und Flugkörper davon abgehalten israelische Zivilisten abzuschlachten und ihre Städte in Schutt und Asche zu legen. Diese Gelder abzuziehen würde bedeuten, dass diese Partei das nicht länger verhindern will.

Vorhersehbarer Aufruhr trat ein, nicht zuletzt bei proisraelischen Demokraten. Zwei Tage später verabschiedete das Repräsentantenhaus ein gesondertes Gesetz, das den Geldern für die Eiserne Kuppel gewidmet ist. Die proisraelische demokratische Abgeordnete Kathy Manning gelobte, dass die Partei „unsere eiserne Unterstützung für unseren Verbündeten Israel bekräftigt“.

Aber trotz der Verabschiedung des zweiten Gesetzes gibt es diese eiserne Unterstützung nicht mehr.

Das Fiasko wurde von Druck seitens des Ausschusses der „Progressiven“ der Partei ausgelöst, deren Mitglieder Israel hassen und es beseitigt sehen wollen. Berichten zufolge sagten sie der Parteiführung, sie würden nicht für das Haushaltsgesetz stimmen, sollte dieses die Finanzierung für die Eiserne Kuppel beinhalten.

Da die Republikaner weiter stur dabei blieben gegen das Gesamtgesetz zu stimmen, knickten Hoyer und Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi ein – ein Moment moralischen Bankrotts, den späteres Handeln nicht auslöschen kann.

Die Bedeutung dieser Episode liegt nicht bei der Eisernen Kuppel. Sie liegt stattdessen in dem, was sie uns über den Weg erzählt, den die Demokratische Partei eingeschlagen hat. Denn sie demonstriert, wie stark der Einfluss dieses linksextremen Ausschusses ist. Die Tatsache, dass die Gelder für Israel herausgenommen wurden (wenn auch nur zeitweilig) war ein Gewinn für die Linksextremen, die den „gemäßigten“ Flügel in den Hintergrund drängte.

Das zeigt: Wenn es um das Thema Israel geht, kann die „moderate“ Führung das Geschehen nicht kontrollieren, wenn sie eine so hauchdünne Mehrheit hat. Als Ergebnis dieses Sieges – auch wenn er rein symbolisch ist – wird die Linksextreme jetzt Rückenwind haben und das droht auf ganzer Linie mit weiteren solchen Kämpfen um Israel.

Fakt ist, dass linksextreme Demokraten in der Partei die Oberhand gewannen, sobald sie gewählt wurden. Und das ist so, weil die Führung vor ihnen ständig eingeknickt ist.

Sie hat schmählich der „Squad“ aus progressiven weiblichen Abgeordneten nie Gegendruck gemacht, trotz deren abstoßenden Äußerungen – nicht nur zu Israel, sondern auch über Juden – die von ihr unter dem lächerlichen Feigenblatt der Sorge um „die Rechte der Palästinenser“ gemacht wurden.

Und natürlich hat die Eiserne Kuppel nichts mit „Palästinenserrechten“ zu tun, sondern ist einzig ein Mittel israelische Bürger gegen Angriffe zu verteidigen.

Dass die Demokraten einknickten, war verachtenswert; aber auf beiden Seiten des Atlantiks versinkt „progressive“ Politik um Israel und das jüdische Volk immer tiefer in der moralischen Kloake.

Weit über den linksextremen Ausschuss hinaus erodiert bei den Demokraten die Unterstützung für Israel. Es mag sich um eine kleine Fraktion im Repräsentantenhaus handeln, aber sie repräsentiert eine breitere Wählerschaft, die zu groß ist, als dass die Parteiführung sie ignorieren kann.

In Großbritannien verdrängte die Labour Party die Linksextreme unter ihrem früheren Parteichef Jeremy Corbyn, insbesondere wegen des Themas Antisemitismus. Trotzdem wurden nur die ungeheuerlichsten judenfeindlichen Täter aus der Partei geworfen und einige von ihnen wurden sogar wieder aufgenommen.

Der Grund dafür ist, dass es schlicht zu viele gibt, die für einige oder sogar alle ihrer Einstellungen Verständnis haben; und das ist wiederum so, weil eine alarmierende Zahl Linker, sowohl in Britannien als auch in Amerika, viele dieser diabolischen Unwahrheiten über Israel unterschreiben, die einmal mehr die Büchse der Pandora des schamlosen Antisemitismus geöffnet haben.

Die, die nach israelischem Blut bellen, bestreiten, dass Israel auf diese Weise herauszuheben, um es zu dämonisieren, praktisch dieselbe Art gestörter Behandlung ist, die Juden unendliche Zeiten hindurch zuteil wurde.

Stattdessen nicken mehr und mehr Linke – tragischerweise auch viele Juden – jetzt die bösartigen und offenkundig aberwitzigen Vorwürfe gegen Israel ab: Apartheid, ethnische Säuberungen und Kriegsverbrechen.

Wenn Israelis in den umstrittenen Gebieten der „Westbank“ ermordet werden, ist das Schwiegen der von Menschenrechten besessenen, „antirassistischen“ Linken ohrenbetäubend. Diese Morde werden schlicht ignoriert, weil diese jüdischen Opfer für Anhänger der „Palästinenserrechte“ einfach aus dem Drehbuch der Menschheit herausgeschrieben worden sind.

Selbst für „moderate“ Israel-Unterstützer der Linken, gibt es gute Israelis und schlechte Israelis, gute Juden und schlechte Juden. Die Schlechten werden als schlecht erachtet, weil sie ihre Feinde bekämpfen, die Guten werden als gut erachtet, weil sie vor ihnen einknicken.

Das Ergebnis ist eine gewaltige Zunahme von Angriffen auf Juden, wobei Studenten auf dem Campus zunehmend ihre jüdische Identität verbergen.

Was sollten also Israel und seine Unterstützer in Reaktion darauf tun?

Israels neuer Botschafter in den Vereinigten Staaten, Brigadegeneral Michael Herzog, hat mit Recht gesagt: „Wir befinden uns mitten in einem Bewusstseinskrieg und der Staat Israel muss neue, starke und umfassende Mittel entwickeln, um mit dieser Herausforderung umzugehen.“

Tatsächlich hat Israel nie adäquat auf diese große Krise westlichen Denkens reagiert. Zum Teil ist das die Folge von Israels unglaublicher und vorherrschender Inkompetenz.

Das ist aber auch wegen Israels tiefsitzender Überzeugung so, Israels Sache in Britannien und Europa, wo Judenhass seit Jahrhunderten tief eingewurzelt ist, zu vertreten sei eine hoffnungslose Aufgabe – während (mit Ausnahme des ehemaligen Premierministers Benjamin Netanyahu, der verstand, dass Israel sich direkt an die amerikanische Öffentlichkeit wenden muss) die Unterstützung der Amerikaner als selbstverständlich angesehen werden kann.

Jetzt muss es genau diese Annahme dringend überdenken. Ausgerechnet in diesem äußerst kritischen Augenblick hat Israel sich eine schwächliche Regierungskoalition aufgehalst, die zu glauben scheint, dass man mit einem Plastiklöffel bewaffnet zu einer Schießerei gehen kann.

Sein Außenminister Yair Lapid ist ein derart oberflächlicher Politiker, dass er glaubt, am Antisemitismus gebe es nichts Besonderes. Für ihn ist das nur eine weitere Form des „Hasses von Außenstehenden“ – eine, die er tatsächlich einmal lachhaft nicht nur den Nazis, sondern auch Sklavenhändlern, „Muslimen, die andere Muslime töten“ und denjenigen, die LGBTQ-Leute ermorden zuschrieb.

Entsprechend glaubt er, der Weg mit Israel-Bashern umzugehen bestehe darin mit ihnen „einen Dialog zu führen“. Das ist ein Außenminister Israels, der sagt, der Weg die terroristischen Kriegsverbrechen der Hamas zu stoppen sei es Geld in den Gazastreifen zu pumpen (das, wie er nicht zu erkennen scheint, die Hamas requirieren wird, um ihre Angriffe auf Israel zu verstärken, ganz zu schweigen von denen auf das eigene Volk im Gazastreifen, das sich unter ihrer Tyrannenknute befindet“.

Die Chancen, dass Lapid jemals begreift, was nötig ist um mit dem breiteren „Bewusstseinskrieg“ umzugehen, sind daher gleich Null.

Vor allem aber ist es nötig, dass sowohl Israel als auch seine Unterstützer aufhören defensiv zu agieren und stattdessen in die Offensive gehen. Man muss das Muster ändern.

Die Feinde des jüdischen Volks haben die Geschichte und Sprache gekapert, um Israel fälschlich als kolonialen Aggressor darzustellen. Jüdische Verteidiger müssen die Wahrheiten der Geschichte und den Sprachgebrauch wieder herstellen, indem Israel im westlichen Denken mit Rechtmäßigkeit, Gerechtigkeit und Menschenrechten assoziiert wird, sowie dass Juden im gesamten infrage stehenden Land Einheimische sind.

Verteidiger der Juden sollten auch auf die Achillesferse ihrer Feinde zielen – ihren Narzissmus und die Überzeugung an die eigene, unantastbare Tugend. Diese westlichen Feinde können schnell geschwächt werden, indem man sie auf ihrem eigenen Gebiet angreift; indem man sie z.B. als Werber für arabischen Kolonialismus entlarvt, die den palästinensischen nazihaften Judenhass gutheißen, die ethnische Säuberung der Juden aus den umstrittenen Gebieten befürworten – und am vernichtendsten für alle solchen Leute, dass sie dumm und leichtgläubig sind.

Mit anderen Worten: Es ist an der Zeit, dass die jüdische Welt ihren Kampfgeist findet und die Samthandschuhe auszieht. Dafür gibt es leider kaum Anzeichen. Denn du kannst den Juden aus dem Ghetto holen; aber wie so erschreckend in Israel wie in der Diaspora demonstriert wird, kann man das Ghetto nicht immer aus dem Juden holen.

Durban IV: Das Hassfest der UNO

Die Durban-Teilnehmer sagten nichts zu palästinensischen Bombenanschlägen oder den Opfern; für die selbsternannten Führer der internationalen Moral haben Israelis keine Menschenrechte.

Gerald M. Steinberg, Israel HaYom, 22. September 2021

Vor zwanzig Jahren kam die Menschenrechtsgemeinde der Welt nach Durban in Südafrika zu einer Konferenz, die einberufen wurde, um Rassismus und Diskriminierung zu beseitigen. Diese Veranstaltung fand nur ein paar Tage nach einem palästinensischen Terroranschlag in Jerusalem statt, bei dem in einer Pizzeria voller Teenager Israelis und junge Familien getötet  und verstümmelt wurden. Aber die Tausende selbsterklärter Menschenrechtsaktivisten in Durban erwähnten weder den Anschlag noch die Opfer; für sie haben Israelis keine Menschenrechte. Stattdessen konzentrierten sich die Diplomaten, UNO-Vertreter und Führer der mächtigen Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) darauf Israel und den Zionismus zu dämonisieren.

Durban war die Blaupause für den Antisemitismus des 21. Jahrhunderts. Die Union Arabischer Anwälte verteilte Karikaturen von Juden, von deren Zähnen Blut tropfte und Delegierte lasen Ausgaben der Fälschung Die Protokolle der Weisen von Zion auf. Gut organisierte Massenaufmärsche durch die Straßen mit Plakaten, die „Zionismus ist Rassismus“ verkündeten, wurden von Reden begleitet, die Israels „Apartheid“ brandmarkten. Arafat und seine Chefpropagandistin Hanan Aschrawi wurden eingeflogen, um israelische „Apartheid“ zu verurteilen.

Der Plan Durban zu kapern wurde Monate zuvor bei einer Vorbereitungskonferenz der UNO in Teheran erstellt. Dort wurde die Strategie Israel mit dem Südafrika der Apartheid gleichzusetzen, in einen ausgewachsenen Kriegsplan entwickelt. Die Abschlusserklärung und das Aktionsprogramm der NGOs, in Teheran verfasst, war eine Strategie für politischen Krieg. Israel wurde als „rassistischer Apartheidstaat“ bezeichnet, schuldig des „Völkermords“ und „rassistischer Verbrechen an den Palästinensern“. Sie forderten, dass alle Länder Politik für „die völlige Isolation Israels als Apartheidstaat“ einführen.

Unmittelbar nach Durban gingen dieselben NGOs und UNO-Verbündeten dazu über die Strategie umzusetzen. Human Rights Watch führte die anderen Gruppen nach jeder israelischen Reaktion auf Terror bei Beschuldigungen der Kriegsverbrechen an, egal ob dieser Terror von der Hamas im Gazastreifen oder von der Hisbollah aus dem Libanon kam.

Der NGO-Krieg von Durban ist 20 Jahre lang fortgesetzt worden, einschließlich der Flut an jüngsten „Berichten“ zur „Apartheid“-Lüge. Der von Europa finanzierten Organisationskampagne für Boykotte, die sich gegen israelische Universitäten und Firmen, Athleten und Kulturveranstaltungen richten, schließen sich oft Kirchengruppen mit klassisch antisemitischen Agenden unter dem Banner von BDS (Boykott, De-Investitionen und Sanktionen) an.

Der ständige Trommelschlag von Durban hat beträchtlich zu gewalttätigen, antisemitischen Angriffen weltweit beigetragen. Aktuelle Statistiken aus den USA, Großbritannien und europäischen Ländern heben den Hass heraus, der gegen Juden und jüdische oder israelische Ziele gerichtet ist.

Trotzdem bleibt das Durban-Rahmenwerk auf der ständigen UNO-Tagesordnung. Die als Durban IV bekannten eintägigen Veranstaltungen in der UNO-Vollversammlung wurden einberufen, damit offizielle Vertreter und angegliederte NGOs ihre Erfolge in diesem Krieg des Hasses feiern können. Positiv ist für sie zu sagen, dass Präsident Biden und die Führungspolitiker Kanadas, Großbritanniens und einer Reihe weiterer europäischer Regierungen die Teilnahme ab.

Aber der Antisemitismus und die Besessenheit mit Israel werden weitergehen, unter der Fassade der Menschenrechte. Heute, wie 2001, unterstützen viele, die behaupten im Namen der Moral und des Gesetzes zu sprechen, die Täter unmenschlicher Brutalität und löschen die Opfer von Terror und Ungerechtigkeit aus. Das ist 20 Jahre danach das Vermächtnis von Durban.

Ein Rat zur Bekämpfung des Antisemitismus von 1946, der heute noch stimmt

Elder of Ziyon, 26. Juli 2021

Sollte es je eine Zeit gegeben haben, von der man glauben sollte, dass Antisemitismus kein Thema war, dann wäre das 1946.

Die Schrecken des Holocaust waren allen offensichtlich. Israel war noch nicht wiedergeboren. Welche mögliche Ausrede hätte es 1946 für Judenhass geben können?

Doch wenn man sich die jüdischen Zeitungen von vor genau 75 Jahren ansieht, findet man die Schlagzeilen:

Das jüdische Leid in Polen ist erschütternd

New York (JPS) Erschütternde Berichte von Massenmorden und Entführungen von Juden in Polen, seit am 13. Juli neun wegen Teilnahme am Pogrom in Kielce am 4. Juli verurteilte Männer hingerichtet wurden, erreichen die Presse in New York über Nachrichtenagenturen und Auslandskorrespondenten.

Associated Press sagt in einer Depesche aus Warschau, dass die geächtete NSZ im Bezirk Kielce neun Juden wegen der neun verurteilten und hingerichteten Männer als Geiseln genommen haben soll. Eine Depesche von United Press aus Prag gibt an, dass 160 Juden von antisemitischen Banden in Polen aus Zügen geschleppt und getötet wurden, als sie versuchten über die Grenze in die Tschechoslowakei zu fliehen. Die Depesche besagt, dass polnische Terroristen Rundschreiben verteilen, in denen sie drohen für jeden wegen Kiele hingerichteten Polen zehn Juden zu töten.

Judenfeindliche Wut

Der Korrespondent der New York Times, Albion Ross, berichtet aus Wien, dass in der Stadt innerhalb einer Woche fünftausend aus Polen geflohene Juden ankamen, die Geschichten über das berichteten, was sie als einen landesweiten Ausbruch judenfeindlicher Wut beschreiben.

Homer Bigart, Korrespondent der New York Herald Tribune, berichtet aus Warschau, dass die Hinrichtung der neun Pogromisten von Kielce heimlich durchgeführt wurde und dass die kontrollierte polnische Presse nichts über die Hinrichtung veröffentlichte. Der polnische Pressechef Wictor Grosz verkündete, dass der Ortskommandant der Sicherheitspolizei in Kielce und drei Offiziere der Kielcer Miliz verhaftet worden sind, weil sie keine energischen Schritte zur Zerstreuung des die Juden am 4. Juli angreifenden Mobs unternahmen.

Truman zu US-Intervention für die polnischen Juden beim Papst aufgefordert

New York (JPS) Das American Jewish Committee hat an Präsident Truman appelliert Myron C. Taylor, den US-Repräsentanten beim Vatikan anzuweisen sich bei Papst Pius für die Juden Polens einzusetzen, „die an verschiedenen Orten Terror und Pogromen ausgesetzt sind.“

Britischer Überfall auf die Kolonie Hapoel Hadati in Palästina

Örtliche Mitglieder der Hapoel Hadati wurden vom Empfang der Nachricht geweckt, dass Beerot Yitzchak, ein Hadati-Kibbuz, Ende Juni von britischen Soldaten in Palästina überfallen wurde, wie Julius Braun, Vorsitzender des Hapoel Hadati Los Angeles angibt.

Eine von den britischen Soldaten zurückgelassene Notiz lautete: „Lang lebe Streicher, wir brauchen größere und bessere Gaskammern!“ Das ist nach Angaben von Hapoel Hadati-Leitern dieselbe Parole, die sie von den wieder aufkommenden Nazikräften in Deutschland verwendet wird.

Ein antisemitisches Comic-Buch, das an Streichers „Der Stürmer“ erinnert, wird bald in New York erscheinen; es gab bereits einen erfolglosen Versuch es im Hinterland feilzubieten. Es wird von Jack Dinsmore herausgegeben, einem Pseudonym für David Gordon, ein Jude, der zum Katholizismus konvertierte.

In derselben Ausgabe des B’nai Brith Messenger stand dieser Artikel über Antisemitismus von Dr. Trude Weiss-Rosmarin, einer deutsch-jüdischen Immigrantin, die das Magazin Jewish Spectator gründete. Ihr Aufsatz über Antisemitismus hätte heute geschrieben sein können.

Mit Eiferern kann man nicht reden

Von Dr. Trude Weiss-Rosmarin

Kann der Antisemitismus mit Vernunft bekämpft werden? Nein, sagte Dr. Rosmarin. Die einzige Verteidigung ist eine Wiederherstellung der Rüstung des Judentums.

Wenn die jüdische Geschichte eines bewiesen hat, dann dies: die Unmöglichkeit der Bekämpfung des Antisemitismus durch Vernunft. Der Hass gegen Juden ist ein primitiver Antagonismus, der aus der einheimischen Angst vor dem anderen erwächst, dem Unangepassten. Judenhass ist nie eine logische Rechtfertigung für das Anwerben von Anhängern gewesen. Die Triumphe antisemitischer Agitatoren beweisen, dass die Parole „tötet den Juden“ alles ist, was man braucht, um die Massen um sich zu scharen. Diejenigen, die Antisemitismus mit Vernunft bekämpfen wollen, treffen auf ihren beeindruckendsten Feind in den unsinnigen, unlogischen und widersprüchlichen Vorwürfen, die sie zu widerlegen erwarten. Antisemiten beschuldigen Juden gleichzeitig Kommunisten und Kapitalisten zu sein, Internationalisten und fanatische jüdische Nationalisten, diabolisch einfallsreich und total unkreativ. Es gibt keinen Charakterzug und sein Gegenteil, die nicht beide demselben Juden zugeschrieben werden. Wo kann da die Widerlegung anfangen und was soll widerlegt werden? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit mit Judenhassern zu diskutieren?

Die Frage kommt auf, ob einige der für die Bekämpfung des Antisemitismus aufgewendeten Ressourcen nicht auf Bemühungen umgeleitet werden sollten, um die psychologischen Auswirkungen des Hasses auszugleichen, indem das spirituelle Durchhaltevermögen unseres Volkes gestärkt wird, so dass wir besser in der Lage sind der zersetzenden Wirkung des Antisemitismus zu widerstehen. Diese Theorie beinhaltet nicht den Rücktritt und die Unterwerfung unserer Feinde. Stattdessen müssen wir auf unsere verfassungsgemäßen Rechte bestehen und Einzelne sowie Bewegungen bekämpfen, die diese Rechte verletzen. Die Mittel, um unsere Feinde von der Absurdität ihres Antisemitismus zu überzeugen, sind verschwendet, denn wie 3.000 Jahre jüdischer Geschichte bestätigen, gibt es keine Möglichkeit dieses Ziel zu erreichen. Den Antisemitismus auszumerzen ist ein Traum jenseits des Möglichen, solange die Juden als Minderheit, eigenständig oder anders, verstreut unter den Nationen leben. Mit den Worten Theodor Herzls: Die Nationen, in deren Mitte Juden leben, sind alle entweder offen oder im Verborgenen antisemitisch.

Die Juden der Geschichte wurden mit dem Antisemitismus fertig. Sie waren realistisch genug die Unmöglichkeit zu erkennen ihn mit Vernunft und Aufklärung auszurotten; sie untersuchten, was jenseits des Antisemitismus lag. Die Juden der Vergangenheit waren praktisch immun gegenüber den psychologischen Verheerungen des Antisemitismus. Mittelalterliche Chroniken berichten von jüdischen Märtyrern, die für das Judentum starben, aber es werden keine Juden erwähnt, die den Tod wählten, weil sie Juden waren, wie es Stefan Zweig und andere jüdische Intellektuelle unserer Zeit machten. Der Jude des Ghettos fand das Judentum befriedigend und eine Entschädigung für die Leiden, die er um seinetwillen erdulden musste.

Aber der moderne Jude, der im Judentum keine Erfüllung mehr findet, konzentriert all seine Bemühungen nervös auf die Bekämpfung des Antisemitismus oder er versucht aus der jüdischen Gemeinschaft zu entkommen.

Auch wenn es paradox klingt: Es stimmt, dass das Überleben des Judentums und des jüdischen Volks niemals durch ein Gegenvolk, seine Philosophie oder Gepflogenheiten; Vertreibungen waren Tragödien für die Betroffenen sowie ein schwerer Verlust an Ressourcen des jüdischen Volks als Ganzem, aber der Kern des jüdischen Volks wurde durch ihre Philosophie oder ihre Lebensart nie geschwächt oder auch nur angerührt, weil diese Grundlage des Judentums immer jenseits des Antisemitismus lag. Es gibt keine Macht, die Antisemiten umarbeiten kann. Selbst im freien Amerika sind wir fast hilflos gegenüber den höflicheren Formen des Antisemitismus. Es gibt wenig, das wir tun können, um aus Antisemiten Philosemiten zu machen. Stattdessen müssen wir uns bewaffnen, damit ihr Stachel uns nicht vergiftet. Statt sich in erster Linie um das Negative des Antisemitismus, seine Verhinderung, Behandlung und Heilung zu kümmern, sollten Juden sich auf die positiven Aspekte des Jüdisch seins, die ewigen Wahrheiten unserer Existenz und unser Überleben konzentrieren. Ein Beobachter der zeitgenössischen amerikanisch-jüdischen Szene könnten leicht dazu gebracht werden zu glauben, dass das Judentum eher ein Kampf gegen etwas statt Einsatz für etwas ist.

Diesen Geisteszustand diagnostizierte Ahad HaAm richtigerweise als die wahre Drohung des Antisemitismus. Seine große Gefahr liegt in den Neigungen zur Züchtung von jüdischem Selbsthass.

Die Geschichte bestätigt, dass zwar der Erfolg im Kampf gegen den Antisemitismus niemals den Bemühungen entspricht, prophylaktische Maßnahmen gegen die Verbreitung von jüdischem Selbsthass aber höchst effektiv sind. Zu diesen Schritten gehört die Stärkung jüdischer Selbstachtung und psychologischen Widerstands, indem man lehrt, was das Judentum wirklich ausmacht. Dass der Jude, der das jüdische Vermächtnis und die Bedeutung des Judentums ignoriert, auf einzigartige Weise anfällig für jüdischen Selbsthass ist, leuchtet ein, denn diese Art Jude hat nichts, um den Schmerz des Antisemitismus auszugleichen. Ein intelligenter und effektiver Angriff auf den Antisemitismus sollte sich in erster Linie auf die Stärkung des jüdischen Bollwerks konzentrieren. Hier wird diese Verteidigung am meisten benötigt.

Nicht Antisemitismus, sondern was darüber hinaus im jüdischen Bereich liegt, ist die Herausforderung unserer Zeit, die Notlage, der begegnet werden muss, wenn unser Volk mit schöpferischer Tatkraft überleben soll.

Das ist nicht allzu weit entfernt von meinem aktuellen Post zu diesem Thema.

Das Ziel des Palästinensertums

Worum es beim angeblichen Streben nach palästinensischer Eigenstaatlichkeit und sozialer Gerechtigkeit wirklich geht.

Richard L. Cravatts, FrontPage Mag, 8. September 2021
(Titel bei Israel National News, 9. September 2021: Palästinensertum ist Teil des neuen Antisemitismus)

Eine von Alums for Campus Fairness durchgeführte Studie („Eine wachsende Bedrohung: Antisemitismus auf College Campussen“) fragte rund 500 jüdischen College-Studenten und aktuelle Absolventen, wie ihre Wahrnehmung von Antisemitismus auf dem Campus aussieht. Die Ergebnisse der Umfrage waren beunruhigend: „Fast 100% der Befragten sagten, Antisemitismus sei/war an ihrer Universität ein Problem.“ „95% der Befragten identifizierten Antisemitismus als ein Problem an US-Universitäten, wobei drei von vier ihn als ein ‚sehr ernstes Problem‘ beschrieben.“ Fast „die Hälfte der aktuellen Studenten sagten, Antisemitismus werde an ihrer Universität schlimmer“ und „69% der Studenten und Absolventen sagen, sie haben bestimmte Orte, Veranstaltungen oderSituationen an der Schule vermieden, weil sie Juden sind“.

Jeder, der den aktuellen Zusatnd von Universitäten kennt, weiß, dass die Wurzeln eines Großteils dieser Feindseligkeit gegenüber jüdischen Studenten die anhaltende Universitätskampagne gegen Israel und den Zionismus ist und dass jüdische Studenten, wann immer sie den jüdischen Staat unterstützen oder auch nicht, regelmäßig Ziel von Hohn, Fanatismus und Verurteilung sind, einzig weil sie Juden sind.

Tatsächlich haben Recherchen sehr eindeutig gezeigt, dass Agitation gegen Israel – darunter die toxische Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) – durch solch zersetzende studentische Aktivisten wie Students for Peace in Palestine (SJP – Studenten für Frieden in Palästina) sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität antisemitischen Redens und Äußerungen steigert. Z.B. deckte ein Bericht der The AMCHA Initiative, einer Campus-Beobachterorganisation zu Antisemitismus, aus dem Jahr 2019: „Der Auftrag von BDS, Programme, Zusammenarbeit, Veranstaltungen oder Äußerungen zu boykottieren oder zu unterdrücken, die für die ‚Normalisierung Israels in der globalen akademischen Welt‘ werben, sowie den akadmischen BDS-konformen ‚gesunden Menschenverstand‘ Einzelner zu kritisieren, gegen sie zu protestieren und sie zu boykottieren, wenn diese als Komplizen bei den Israel vorgeworfenen Verbrechen oder Unterstützer dieser gehalten werden, scheint enorm zu antisemitischem Verhalten zu anzuspornen“.

Ein früherer AMCHA-Bericht hatte ähnliche Verbindungen zwischen israelfeindlichem Aktivismus und dem Vorhandensein von Antisemitismus an den Universitäten mit SJP-Gruppen festgestellt. Dieser Bericht kam zu dem schockierenden Schluss, dass das „Vorhandensein von einer oder mehrerer antizionistischen Studentengruppen sehr stark mit der Gesamtzahl antisemitischer Vorfälle korreliert. 99% der Schulen mit einer oder mehreren aktiven antizionistischen Studentengruppen hatten eine oder mehr antisemitische Aktivitäten, während nujr 16% der Schulen ohne aktive antizionistische Studentengruppen Vorfälle antisemitischer Aktivitäten hatten.“ Universitäten mit SJP oder anderen antizionistischen Studentengruppen, stellte der Bericht fest, waren „sehr stark mit dem Auftreten antisemitischer Äußerungen verbunden. 91% der Schulen mit einer oder mehrerer aktiver antizionistischer Gruppen zeigten Beweise für antisemitische Äußerungen, während nur 16% der Schulen ohne aktive antizionistische Studentengruppen Beweiswe für antisemitische Äußerungen zeigten.

SJP und andere Studentengruppen sind, zusammen mit ihren Sponsoren aus dem Lehrkörper, die Fußsoldaten in der weltweiten Kampagne des Palästinensertums, aber die Ideologie, die die palästinensische Sache antreibt, ist nicht nur in den Mauern der efeubewachsenen akademischen Welt offenkundig, sondern auch in der UNO, in NGOs, dem Außenministerium, auf der arabischen Straße und in Parlamenten und Kongressen, wo die linken Intellektuellen behaupten sich für arabische Selbstbestimmung einzusetzen und scheinbar kein Problem damit haben, als Teil dieser Bemühungen wenn nötig die einzige Demokratie des Nahen Ostens zu opfern.

Im Mittelpunkt dieser Propagandakampagne zur Verankerung des Palästinensertums – in dem das Leid der Palästinenser endlich das historische Leiden und die Enteignung der Juden übertrumpft hat – steht die umfassende, bewusste Aneignung der Sprache und der Symbole der Juden durch die Feinde, die nicht nur die jüdische Vergangenheit, sondern die Existenz des jüdischen Staates ausrotten wollen. Folglich wird der tatsächliche Völkermord am europäischen Judentum während des Holocaust von der arabischen Welt entweder bagatellisiert oder bestritten, während gleichzeitig Israel beschuldigt wird über ethnische Säuberung, militärische Grausamkeit und Kriegsverbrechen einen neuen „Holocaust“ an den Palästinensern zu verüben.

Palästinenser beeichnen sich regelmäßig als in einer Diaspora zerstreut, was sie ihre „Nakba“ nennen, eine Katastrophe, so wie Juden traditionell von ihrer Zerstreuung aus ihrer Heimat nach der Zerstörung des zweiten Tempels gesprochen hatten. Während arabische Aggression und mörderische Impulse gegenüber Juden – vor und nach der Gründung Israels – unerbittlich gewesen sind, hat das Palästinensertum erfolgreich den arabischen Palästinensern die Rolle des immerwährenden Opfers jüdischen Herrenmenschentums gegeben, obwohl die irredentischen Ziele der Islamisten einen rein muslimischen Staat im historischen Palästina zu errichten genau das ist, was wiederholt lautstark als von Israel betriebene rassistische, unmenschliche, interational kriminell und moralisch inakzeptable Form der Selbstbestimmung verdammt wird.

Dass der Westen das Palästinensertum weithin akzeptiert, ist größtenteils durch die intellektuellen Eliten angeführt worden, deren eigene Neigungen gegen Isarel und die USA dazu dienen die Kampagne zur Verunglimpfung, Diffamierung und Delegitimiserung Israels zu anzutreiben und weithin zu fördern. Während die ideologischen Eskapaden israelfeindlicher Studentengruppen die sichtbarsten Aspekte der Hasst-Israel-Agenda sind, wäre dieses Ausleben und die schrille Rhetorik von Studenten inkonsequent, würde es sich nicht der vollen intellektuellen und moralischen Unterstützung dieser Bewegung durch Mitglieder der Lehrenden genießen – denen mit dem Prestige und akademischem Einfluss dem Krieg der Ideen gegen den jüdischen Staat Glaubwürdigkeit und Einfluss zu verleihen.

Die Links-Tendenz der Fakultäten an den Universitäten hat es unausweichlich gemacht, dass viele Professoren die Rechtschaffenheit des Zionismus bezweifeln, wenn sie nicht offen die Existenz Israels als moralischen Fleck der Welt brandmarken, der Araber unterdrückt und die USA als Komplizen bei dieser vermeintlichen kolonialen, militaristischen Unterdrückung teeren. Die selbstgerechten Professoren, die ununterbrochen Israel verurteilen, können eine große moralische Hingabe an die Palästinenser haben oder auch nicht.

Eigentlich ist das oft für ihr Hauptziel nebensächlich: Nicht tatsächlich mit konstruktivem, taktischem Rat und Unterstützung der palästinensischen Selbstbestimmung zu helfen – was immer bitter und sichtbar gefehlt hat – sondern die Unterstützung für Israel mit der von Israles jihadistischen Feinden geteilten ultimativen Absicht zu schwächen, um es letztlich komplett zu beseitigen. Die vorgetäuschte Rechtschaffenheit, die sie einsetzen, um sich vor Kritik zu schützen, beruhigt die, die sonst die fundamentale moralische Grausamkeit ihrer Angriffe auf Israel sehen würden. Und sie sind in ihrer Selbstgerechtigkeit auch feige eine solch lautstarke Haltung gegen Israel einzunehmen, denn das ist eine Auffassung und ein philosophischer Ansatz, die im Juden hassenden Westen keinen Mut benötigen.

Natürlich grassiert bei den Campus-Linken die Zurschaustellung eigener Tugendhaftigkeit; viele von ihnen haben das Gefühl, weil sie soziale Gerechtigkeit für die Palästinenser anstreben und versuchen das niederzustrecken, was sie als neue israelische Version der Aparthad definieren; dass alles, was sie sagen oder tun, um Israel zu delegitimieren, akzeptabel, sogar notwendig ist. Damit tyrannsieren sie Israel nicht nur, es solle seine politischen Gewohnheiten zur Beendigung palästinensischen Leidens, sondern auch, so behaupten sie, zum Wohl sowohl der Israelis als auch der Diaspora-Juden.

Diese törichten Professoren (und ihre mitlschuldigen Studenten), die nie einer ernsteren physischen Bedrohung ausgesetzt waren, als beim Schlange stehen im Starbucks angerempelten worden zu sein, sind äußerst bereit Isarel zu beschimpfen, wenn es sich gegen unaufhörliche Raketenangriffe aus dem Gazastreifen verteidigt, die israelische Zivilisten ermorden sollen. Dieselben Professoren, viele von ihnen die niederträchtigsten Kritiker, die aus Fakultäten der Geisteswissenschaften, Literatur, Anthopologie, Geschichte und Soziologie kommen, sind ohne jegliche militärischen Fachkenntnisse erpicht darauf offizielle Vertreter Israels zu Kriegsregeln zu ermahnen und brandmarken das Fehlen von „Verhältnismäßigkeit“ in Israels Bemühungen seine Bevölkerung vor jihadistischen Mördern zu verteidigen. Und sie sind derart erpicht öffentlich, ihre Rechtschaffenheit als Verteidiger der palästinensischen Sche zu behaupten, dass sie terroristische Gewalt akzeptieren und „erotisieren“ und sich bereitwillig Israels Todfeinden anschließen, die es auslöschen wollen, womit sie, wie es der Essayist David Solway so lyrisch ausdrückte: „den ammoniakartigen Hass der aktuellen Brut der Krypto-Antisemiten, die sich als Antizionisten ausgeben“ bedienen.

Diese herablassende politische Haltung, die hinterlistige Lüge der Linken, alle Kulturen seien gleich, aber einige mehr oder weniger gleich, um es mit Orwell auszudrücken, führte Liberale in eine moralsiche Falle, in der sie Israels militärische Selbstverteidigung als barbarisch, kriminell und nazihaft denunzieren (weil Israel ein mächtiger, demokratischer Staat ist) und regelmäßig den völkermörderischen arabischen Terrorismus als ein akzeptables und unvermeidliches Ergebnis eines schwachen Volks entschuldigen oder rechtfertigen, das unter westlicher Unterdrückung leidet. Gewalt seitens der Unterdrückten wird von Linken akzeptiert, weil es als Fehler der starken Staaten erachtet wird, deren Unterdrückung dieses wehrlosen Volks die Grundursache ihres gewalttätigen Widerstands ist.

Fakt ist: Wenn Israel verabscheuende linke Professoren wie der toxische Joseph Massad von der Columbia University palästinensischen Terror entschuldigen, dann rechtfertigen sie ihn mit der Charakterisierung der Existenz Israels als moralisch fehlerhaft, als auf dem seiner Ansicht nach inhärent rassistischen und imperialistischen Wesen basierend. Für ihn können Staaten, die rassistisch und imperialistisch sind, nicht einmal ihre Selbstverteidigung rechtfertigen, während die Opfer solcher Regime freie Hand haben wie sie „Widerstand“ leisten, was auf der linken Auffassung der universalen Menschenrechte gründet – aber besonders für die Schwachen gilt. „Worauf die Palästinenser letztlich bestehen, ist, dass Israel gelehrt werdne muss, dass es nicht das Recht hat seine rassissche Überlegenheit zu verteidigen“, hat Massad geschrieben, „und dass die Palästinenser das Recht haben ihre universalen Menschenrechte gegen Israels rassistische Unterdrückung zu verteidigen.“

Als Teil der leidenschatlichen Wunschs der akademischen Welt die Universitäten zu sozial idealen Schauplätzen zu machen, wo rassische und kulturelle Konflikte aufhören zu existieren, fasst das Palästinensertum als Teil der Kampagne zur Verwirklichung „sozialer Gerechtigkeit“ für marginalisierte Opfergruppen Fuß – zu denen die lange benachteiligten arabischen Palästinenser gehören, die in der Dritten Welt heutzutage die Lieblingsopfer sind.

Für die Linke ist, nach Angaben von David Horowitz, einem ehemals radikalen Linken, der sich zu Konservativen wandelte, das Konzept einer Welt, die in Unterdrücker und Unterdrückte geteilt ist“. Diejenigen, die soziale Gerechtigkeit anstreben, tun das daher mit der Intention die wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Spielfelder einzuebnen; sie streben eine Umstrukturierung der Gesellschaft auf eine Weise an, die die Mächtigen und die Eliten benachteiligt und sie, wenn nötig, stürzt – damit die Enteigneten und Schwachen gleichgestellt werden können. Mit anderen Worten: Die Linke sehnt sich nach einer utopischen Gesellschaft, die noch nicht existiert und ist bereit den bestehenden Status quo umzustrukturieren und – oft um einen furchtbaren humanitären Preis – zu stürzen, um sogenannte „Gerechtigkeit“ für diejenigen zu schaffen, die aus ihrer Sicht von der Geschichte übergangen oder missbraucht wurden. Nach Angaben von Horowitz ist dieser „Radikalismus eine Sache, deren utopische Agenden eine Ethik zur Folge haben, in der der Zweck überwiegt und letztlich die Mittel rechtfertigt“, eine Sichtweise, die bedeutet hat, dass westliche Linke dazu gekommen sind Mitgefühl für die Taktiken und die Ideologie von Jihadisten haben, die die westlichen Ideale im Streben nach einem islamischen Kalifat kippen wollen, was Horowitz als eine „unheilige Allianz“ der Linken mit den Islamisten in ihrem Streben nach sozialer Gerechtigkeit bezeichnet.

In dieser gefährlichen Allianz wird Israel ständig als rassistischer Staat verleumdet, als aggressives militaristisches Regime, das den unglücklichen Palästinensern unverhältnismäßiges Leid zufügt, womit das Argument geölt wird, diese Ungleichheit sei so inhärent und unerbittliche falsch, dass sie korrigiert und gerecht gemacht werden muss. Damit bringen solch radikale Studentengruppen wie Students for Justice in Palestina, die als ihren Kernauftrag haben, wie ihr Name impliziert, ihre eigene Vision von Gerechtigkeit in den Nahen Osten zu bringen, diese Gerechtigkeit einzig den Unterdrückten, den Palästinensern und nicht dem Unterdrücker, Israel, dessen Machtposition nur durch eine „Hierarchie von Klasse und Rasse“ möglich gemacht wurde, „die weltweit existiert“.

Für die Linke gilt soziale Gerechtigkeit einzig für die Entrechteten, die „Opfer“ ungerechter westlicher Gesellschaften, die, deren Leiden vordergründig von imperialistischen, kapitalistischen, militanten, hegemonialien Staaten verursacht wird und deren Fehler ist – Amerika und Israel an erster Stelle. Und an den Universitäten, wo linke Professoren die Rassen- und Klassen-Politik fast heilig gemacht und bestimmte Sätze bevorzugter Opfergruppen identifiziert haben, für die Gerechtigkeit angestrebt wird, hat der Kult des „Opfertums“ sogar zu verpflichtendem Unterricht für das Erreichen der Mechaniken des Erreichens von sozialer Gerechtigkeit für die Schwachen in der Gesellschaft geführt.

Diese Sicht auf den Juden oder Israel, den jüdischen Staat als politischem Destabilisator, steht natürlich auch im Mittelpunkt der Ideologie des Palästinensertums und der Vorstellung, dass die Opfer jüdischer Kraft die Entrechteten und Schwachsen sind, für die linke Akademiker angeblich Gerechtigkeit begehren. Jede Taktik, einschließlich Terror und Gewalt, wird als für die Sache der Opfer, das Joch der Unterdrückung abzuwerfen, angemessen und entschuldbar betrachtet; so sind die Palästinenser, die man eindeutig täglich unter Demütigung leiden lässt und die endlos ihrer Heimat und des Rechts auf Selbstbestimmung beraubt sind, das perfekte Beispiel des zeitgenössischen Opfer-Archetyps, des „Anderen“ aus der Dritten Welt, ein allgegenwärtiger, obdachloser, vertriebener, tragischer Flüchtling, dessen Notlage direkt auf den angeblichen Kolonialismus seitens des „Siedlerstaats“ Israel zurückverfolgt werden kann.

Diese Erklärung, dass Gewalt eine akzeptable, wenn nicht sogar willkommene Komponente des Palästinensertums ist – heißt: der inhärenten „Gewalt“ des Imperialismus, Kolonialismus oder Kapitalismus wird nicht mit derselben Gewalt begegnet wie der unterdrückte Versuch ihre Unterdrücker abzuschütteln – ist genau die Art kontraproduktiver Vernunft, die sich in diesem Zeitalter als hartnäckiger Teil des Kriegs gegen den Terror erwiesen hat. Amerika hassende und Israel hassende Akademiker haben nicht unregelmäßig den Wunsch geäußert, dass diesen Ländern Schaden durch die Hand der Opfergruppen entsteht, für die sie regelmäßig ihre Sympathien bekunden. Sie schreiben Armut und Hilflosigkeit regelmäßig und fälschlich die Tendenz zu zuTerrorismus seitens der ansonsten schwachen und unterdrückten Einzelnen zu führen. Und wie linke Apologeten revolutionärer Gewalt in früheren Beispielen für Widerstand sehen sie eine Gelegenheit den Spieß gegen die Unterdrücker zu drehen und in der sich daraus ergebenden Machtverschiebung eine ebenbürtige Verteilung des Leids herbeizuführen.

Die fast totale linke Ablehnung jeglicher Anerkennung von Gutem seitens westlicher Länder, die Kultivierung und Forderung des Palästinensertums ist, so sagt es die Kommentatorin Melanie Phillips, symptomatisch für den Glauben der Akademiker an ihre eigene moralische Überlegenheit, ein Merkmal, das ihnen, zumindest in ihrem eigenen Denken, eine echtere und prinzipienfestere Weltanschauung verleiht.

„Im Griff eines Gruppendenkens, das dafür sorgt, dass sie vor der Opfer-Kultur und dem Abbau westlicher Moral und dem Konzept der Wahrheit niederknien“, schrieb Phillips, „ist eine erschreckende Anzahl unserer vermeintlich klügsten Köpfe von Leuten, die Aufklärung verbreiten, in solche verwandelt worden, die um sich Dunkelheit ausgießen.“