Seit Februar wurde kein Gazaner mehr vom israelischen Militär getötet

Elder of Ziyon, 19. Oktober 2020

Ich sah diese Karikatur des antisemitischen Carlos Latuff, die im August mit folgender Bildbeschreibung veröffentlicht wurde: „Tag um Tagt bombardiert Israel den Gazastreifen. Sehen Sie das in den Mainstream-Medien?“

Da es eine palästinensische Mutter und ihr totes Kind zeigt, fragte ich mich: Wann gab es den letzten Gaza-Toten infolge israelischen Handelns?

Das war am 24. Februar, als die IDF einen Terroristen des Islamischen Jihad tötete, der außerhalb des Gaza-Zauns Bomben am Straßenrand legte.

Nicht ein einziger Gazaner ist seitdem von Israel getötet worden. Es sind jede Menge bei „Arbeitsunfällen“ getötet worden, aber nicht einer durch israelisches Feuer.

Fast acht Monate ohne Todesfall.

Das ist mal etwas, was die Mainstream-Medien ignorieren. Ganz zu schweigen von der „pro-palästinensischen Gemeinschaft“, die routinemäßig behauptet, es würden tagtäglich Gazaner getötet.

Zeit, dass die Medien die Antisemitismus-Definition übernehmen

Pesach Benson, HonestReporting, 13. März 2019

Da der Antisemitismus zunimmt, ist es äußerst wichtig eine respektierte Definition dessen zu haben, was antijüdischen Hass und Intoleranz ausmacht. In den letzten Jahren hat eine Antisemitismus-Definition Fuß gefasst. Erstellt von der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) in Berlin ist diese Definition von einer zunehmenden Zahl von Regierungen übernommen und bestätigt worden. Die Antisemitismus-Definition der IHRA finden sie (auf Deutsch) hier; schauen Sie sich selbst an.

Mit der Anleitung durch eine schlüssige Definition können Abgeordnete eine nuanciertere Politik entwickeln, Polizei und Staatsanwaltschaften können effektiver auf Hassverbrechen reagieren und Universitäten können angemessen mit dem Antisemitismus auf dem Campus umgehen. Lokale Aktivisten müssen sich nicht mehr mit dem dürftigen Argument „Ich erkenne es, wenn ich es sehe“ abstrampeln.

Auch die Medien sollten auf eine klare Definition dessen festgelegt werden, was auf inakzeptable Weise judenfeindlich ist.

Die Definition hat schon als machtvolles Mittel für öffentliche Rechenschaftpflicht gedient: Als die britische Labour Party eine verwässerte Version der Definition übernehmen wollte, erwies sich die davon ausgelöste Kontroverse als zu peinlich. Labour übernahm die volle Definition – aber über der Partei hängt immer noch eine dunkle Wolke.

Die von Labours Geschwätz aufgepeitsche Kontroverse hob einen Aspekt der IHRA-Definition  heraus, den viele Israel-Basher nicht akzeptieren können. Zu den von der IHRA aufgeführten Beispielen für Antisemitismus gehört „Leugnung des Rechts des jüdischen Volks auf Selbstbestimmung“, „zu behaupten, die Existenz Israels sei ein rassistisches Unterfangen“ und „die Anwendung von zweierlei Maß, indem von ihm ein Verhalten gefordert wird, dass man von anderen demokratischen Staaten weder erwartet noch fordert“. Antizionismus ist eine Form von Antisemitismus. Menschen, die diese Grenze überschreiten, können nicht länger sagen: „ich bin antizionistisch, nicht antisemitisch.“

Man kann die Politik der Regierung Israels kritisieren, ohne die Grenze zum Antisemitismus zu überschreiten und die IHRA erkennt an, dass „Kritik an Israel, die der ähnelt, die gegen jedes andere Land gerichtet wird, nicht als antisemitisch betrachtet werden kann“.

Die IHRA-Definition ist zwar rechtlich nicht bindend, aber weitere Länder werden sich hoffentlich dem Vereinten Königreich, Deutschland, Frankreich, Holland, dem Europaparlament und dem US-Außenministerium und Bildungsministerium, dem griechischen Bildungsministerium (und HonestReporting) und anderen anschließen, die bereits an Bord sind.

Wo die Medien hereinkommen

Über die Regierungsebene hinaus gibt es einen weiteren Sektor, der die IHRA-Definition für Antisemitismus übernehmen muss: die Medien.

Mit der Entscheidung, über was sie berichten und wie sie darüber berichten legen die Nachrichtemedien die Agenda für den öffentlichen Diskurs fest. Geleitet von der IHRA würden Journalisten besser informierte Entscheidungen zur Berichterstattung über Hassverbrechen treffen. Die Berichterstattung über die Bewegung Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS), besonders an lokalen Standorten, wären nuancierter. Mit einem einheitlichen Standard würden Redakteure in der Lage sein Op-eds und Briefe besser zu beurteilen, während Moderatoren Kommentare im Internet zivilisierter halten könnten.

Das ist natürlich eine Win-win-Situation.

Und in einer Zeit, in denen in der Öffentlichkeit stehende Personen rechts wie links unterschiedliche Grade antisemitischer Rhetorik betreiben, wird die Presse besser in der Lage sein ihre Rolle zu erfüllen die Führungskräfte zur Verantwortung zu ziehen.

Bad Education @TheFamousPeople

First One Through, 13. Oktober 2020

Die Menge an Hass und Antisemitismus in der Welt wird oft Ignoranz zugeschreiben, wenn sie man sie schlechter Bildung zuweisen müsste. Zahlreiche Artikel, Internetseiten und Schulbücher schreiben eklatante Lügen, die von den Lesern als Fakten aufgenommen werden.

Bedenken Sie die Internetseite TheFamousPeople.com. Sie listet Informationen zu Leuten aus bestimmten Ländern durch die Geschichte hindurch. Die Liste und Hintergrundinformationen ist erstaulich und haarsträubend.

Die Site erklärt: „Palästina ist ein anerkannter Staat des Nahen Ostens, der die Westbank und den Gazastreifen der palästinensischen Region belegt.“ Fakt ist, dass Palästina von den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Großbritannien (praktisch fast der Gesamtheit der englischsprachigen Welt) und vielen anderen Ländern nicht anerkannt ist. Solch ein theoretischer Staat hat offensichtlich kein definiertes Territorium und ist gewiss keine Untereinheit der „palästinensischen Region“, in die, wie man nur annehmen kann, die Autoren Israel gehören lassen.

Das berühmte palästinensische Volk auf der Seit beginnt mit Yassir Arafat, bevor als zweites Herodes der Große, König von Judäa aufgeführt wird. Ja, dieser wahnsinnige jüdische König, der den jüdischen Tempelberg baute, der bis heute existiert, der gut 100 Jahre vor der Umbenennung der Region in „Palästina“ durch die Römer lebte. Sogar Absalom, König Davids Sohn, der 1.000 Jahre vor König Herodes lebte, wird irgendwie als Palästinenser aufgeführt.

Wen, um Himmels willen, führt diese bizarre Liste als berühmte Israelis, möchte man fragen.

Zum Glück schafft es König Salomo auf ihre Liste berühmter Israelis. Aber genauso Judas Ischariot, der „Verräter Jesu“, der auf Platz 8 der berühmtesten Israelis landet. Weder König David noch Jesus sind Teil der Liste berühmter Israelis.

Berühmte Israel nach Angaben der Website TheFamousPeople.com listet Judas Ischariot auf.

Antisemitismus ist überall in den Medien und online zu finden, ohne direkt Hass auf Juden und/oder den jüdischen Staat zu äußern. Es ist wichtig das anzuerkennen und es laut zu sagen, wenn man es sieht. Hier ist der Link zu ihrer Kontaktseite. Fühlen Sie sich frei diesen Artikel zu verlinken.

Das Großhirn Steinmeier begutachtet

Mein Kommentar zu Steinmeier: Klar ruft er zum Einmischen in allen möglichen öffentlichen Orten bei uns auf. Doch Antisemitismus darf keinesfalls auf diplomatischer Ebene bekämpft werden, indem man (muslimische) Staatsakteure kritisiert oder sie gar Folgen ihres Antisemitismus spüren lässt. Solche Antisemiten sind zu hofieren und man muss Geschäfte mit ihnen machen!

Attila Teri, Facebook, 10. Oktober 2020 zu dem unten stehenden Poster:

Es ist an Verlogenheit kaum zu überbieten, wenn #Steinmeier sich eine Kippa aufsetzt, einmal mehr den Betroffenen spielt und zum aktiven Kampf gegen Antisemitismus aufruft!
Wie sieht denn sein Kampf dagegen in der Realität aus? In dem er die Mullahs in Teheran hofiert, ihnen zum 40. Jahrestag der islamischen Revolution gratuliert? Abgesehen davon, dass deren erklärtes Ziel genauso die Vernichtung Israels ist, wie von der Hamas oder Hisbollah! Hat er schon etwa vergessen, dass er als Außenminister Krokodilstränen am Grab von Arafat vergoss, der für unzählige Morde an Juden verantwortlich war und nie bestraft wurde?
Ist das seine Art für „Nie wieder“ zu sorgen? Wir brauchen keine Gedenkveranstaltungen, wenn sie nur dazu dienen, die eigene Schuld damit zu verdecken, da die Bundesregierung sonst mit ihrer Außenpolitik sowohl Antisemitismus als auch Diktaturen, wie im Iran fördert!
Was meinen deutsche Politiker wie er oder Maas, wenn sie vom „aktiven Kampf gegen #Antisemitismus“ reden? Dafür zu sorgen, dass es uns und Israel nicht mehr gibt? Bin irgendwie leicht verwirrt!
Hört doch endlich mit der Heuchelei auf! Das haben die Opfer des Terrors wahrlich nicht verdient! Egal ob sie Juden, Moslems, Christen, weiß, braun, schwarz, grün oder was auch immer waren! Shabbat Shalom! #Halle #Antisemitismus
 
Und auch das hier hat das Großhirn von sich gegeben (am 31.08.2020):
 
Wer auf den Straßen den Schulterschluss mit Rechtsextremisten sucht, aber auch wer nur gleichgültig neben Neonazis, Fremdenfeinden und Antisemiten herläuft, wer sich nicht eindeutig und aktiv abgrenzt, macht sich mit ihnen gemein.
 
Eigentor, denn:

Die Palästinenser sehen, wie die arabische Welt sich gegen sie wendet – und lernen einfach nichts daraus

Elder of Ziyon, 11. September 2020

Countercurrents hat einen Kommentar von Jafar Ramini, einem Palästinenser, der in London lebt:

Ich glaube, dass wir Araber, damit wir überleben und Fortschritte machen können, mehr gemeinsam haben müssen als Religion, Sprache und Rhetorik. Wir brauchen Einigkeit, Transparenz und Ehrlichkeit.

Wir Palästinenser schwanken am Rande eines Abgrunds. Bis vor ganz Kurzem hätte jeder arabische Führer, Politiker, Kleriker und Experte, so er halbwegs die Chance bekommt, das Rednerpult erklommen und die Palästinenserflagge mit dem Versprechen gehisst, alles zu tun, was nötig ist, um das Land zu befreien und wiederherzustellen, was gerechterweise unseres ist. Dem ist nicht mehr so.

Der Sprachgebrauch hat sich komplett geändert, von der Unterstützung der Sache der Palästinenser zu Verurteilung von uns Palästinensern; wir werden beschuldigt undankbare Architekten unseres eigenen Untergangs zu sein. Die Spaltung zwischen einigen arabischen Regimen, besonders am Golf, und den Palästinensern ist immer größer geworden, seit die beiden Mohammeds – Bin Zayed in den VAE und Bin Salman in Saudi-Arabien – die Kontrolle übernahmen.

… Diese Spaltung wurde bei einem weiteren Treffen noch offensichtlicher, diesmal in Kairo vor zwei Tagen. Die Außenminister der Arabischen Liga waren gegen einen Vorschlag, der von der palästinensischen Seite vorgelegt wurde und den Friedensvertrag zwischen den VAE und Israel verurteilen sollte. Wo ist also die Einheit? Wo ist die Transparenz? Wo ist die Ehrlichkeit?

Es gibt sie nicht.

Man könnte glauben, dass dieser neueste Verrat und offene Ablehnung dazu dienen sollten die Palästinenserführer aller Überzeugungen zu der Erkenntnis zu bringen, dass Palästina nicht das Kernthema der meisten arabischen Regime ist.

Es klingt so, als könnte Herr Ramini nahe davor sein es zu begreifen. Aber nein, der Antisemitismus, mit dem er aufwuchs, ist mächtiger als tatsächliche Selbsteinschätzung.

Ich weiß nicht, was ich den Araberführern sagen soll, um sie davon zu überzeugen, dass jede Form von Vertrag mit den Israelis eine Torheit ist. Israel ist dafür alles in seiner Macht stehende zu tun, um jedes arabische Land zu verzerren oder zu pressen, wenn das für Israel nützlich ist oder es sich ausdehnen kann.

Glauben diese Araberführer auch nur einen Moment lang, dass Israel, wenn es in ihren Ländern einen festen Fuß in die Tür bekommt, fair mit ihnen umgehen wird?

Diese Karikatur in Felestin fängt das derzeitige Palästinenserdenken ein:

Sie sind sich so sicher, dass Israelis und Juden die schlimmsten Leute auf dem Planeten sind, dass sie sich zurücklehnen, um zu warten, dass Israel irgendwie den Golf vernichtet. Weil das das ist, was Juden tun.

Und derweil, statt daran zu denken, dass die arabische Welt, die sie so lange unterstützt hat, ein paar Erkenntnisse haben könnte, sind sie davon überzeugt, dass sie im Recht sind und werden sich fröhlich mit dem Iran verbünden, um ihre Einbildung aufrecht zu erhalten.

Merkels böswilliger Rat für Netanyahu

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung veröffentlichte eine Meldung zu einem Telefonat von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu. In dem Bericht hieß es, dass neben der Bewältigung der Covid-19-Pandemie auch regionale Themen diskutiert wurden. Die Kanzlerin begrüßte die fortdauernden Gespräche zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In diesem Zusammenhang unterstrich sie die Notwendigkeit der Wiederaufnahme der Beziehungen zu den Palästinensern mit dem Ziel einer Zweistaaten-Lösung.[1]

Letzteres war ein böswilliger Rat. Das Wort ist eher euphemistischen Begriffen wie fehlgeleitet, kontraproduktiv, antagonistisch, konfrontativ, aggressiv unaufrichtig, störend, verfehlt, fehlerhaft und so weiter vorgezogen. In der zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Textes noch anstehenden israelischen Vereinbarung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten wird ein Palästinenserstaat gar nicht erwähnt. Was also geht das eine Bundeskanzlerin Deutschlands an, wo die Überbleibsel ihrer schrecklichen Vergangenheit immer wieder auftauchen?

In der Zukunft könnte eine Situation entstehen, in der es westlich des Jordan zwei Staaten gibt. Das ist allerdings keine Zweistaaten-Lösung. Aus den derzeitigen palästinensischen Gebilden einen Staat zu machen, in dem die stärkste Partei, die Hamas, den Völkermord an Juden befürwortet – mehr oder weniger wie die Großelterngeneration in Deutschland – wird kaum etwas lösen. Auch die zweitgrößte Palästinenserpartei, die Fatah, ist für Terrorismus und die von ihr kontrollierte palästinensische Autonomiebehörde belohnt potenzielle oder „erfolgreiche“ Mörder. Die Verherrlichung des Todes ist ein Kult, der große Teile der palästinensischen Gesellschaft durchzieht.

Es gibt mehrere weitere Gründe, warum Merkels Äußerung unverschämt war. Dennoch ist Deutschland eine Macht und Netanyahu musste es sich versagen Merkels Rat wie folgt zu beantworten. Weil es dennoch gesagt werden muss, veröffentlichen wir es hier:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Sie haben eine Reihe guter Dinge für Israel getan, die ich enorm schätze. Andererseits gibt es allerlei negative Aspekte im Verhalten der deutschen Regierung unter Ihrer Führung, die sowohl Israel als auch die deutschen Juden gefährdet.

Niemand hat im letzten Jahrzehnt indirekt mehr für Terrorismus im Nahen Osten geworben als der letzte US-Präsident Barack Obama. Dennoch hat er den Friedensnobelpreis bekommen, der ihm von unverantwortlichen Norwegern verliehen wurde. Die JCPOA-Vereinbarung von 2015, der Israel heftig widersprach, hat der iranischen Regierung – mit ihren völkermörderischen Absichten gegenüber Israel – die Hände befreit, um in vielen Teilen des Nahen Ostens Terrorismus Vorschub zu leisten. Deutschland hat diese Vereinbarung unterstützt. Selbst heute noch hat Deutschland eine viel zu nachgiebige Haltung gegenüber dem Iran.

Auch Ihr Botschafter bei den Vereinten Nationen nimmt dort an dem antiisraelischen Hass-Fest teil. Bei der UNO stimmt Ihr Land regelmäßig mit den Feinden Israels. Ihr Botschafter hat sich sogar negativ über Israel geäußert und Sie hätten ihn abberufen sollen.

Ihre Regierung ist der größte Importeur von Antisemitismus nach Europa. Ihre Willkommenspolitik hat ohne jegliche Überprüfung darauf, ob sie Antisemiten sind oder nicht, mehr als eine Million zusätzliche Muslime ins Land gelassen. Nach Angabe von Studien sind die Hälfte von ihnen Judenhasser. Angesichts seiner außergewöhnlich kriminellen Vergangenheit hätte Deutschland keine Antisemiten hereinlassen dürfen. Es gibt nichts Humanitäres daran Antisemiten nach Europa hereinzuholen, selbst wenn sie Flüchtlinge sind. Diese radikal falsche Entscheidung hat auch zu einer Stärkung von Aktivismus der deutschen Rechten geführt, auch gegen Juden. Heute sitzt eine rechte Partei, in der es antisemitische Mitglieder gibt, im Parlament Ihres Landes, dem Bundestag.

Ihr Vorgänger, Kanzler Helmut Kohl, gab sich große Mühe die Realität für Deutschlands Juden so weit wie möglich zu normalisieren. Er öffnete die deutschen Grenzen für Juden aus Russland, was zu einer starken Zunahme der Zahl der Juden und neuen jüdischen Gemeinden in mehreren deutschen Städten führte. Ihre Politik hat hingegen zum Gegenteil geführt. Deutsche jüdische Leiter sind extrem abgeneigt gewesen die Wahrheit zu sagen, aber im Mai 2020 gab Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, endlich zu, das er die utopische Idee aufgegeben hatte, es könne ein Deutschland ohne Antisemitismus geben.[2]

Der nationale Antisemitismus-Beauftragte Felix Klein sagte: „Ich kann Juden nicht empfehlen, jederzeit überall in Deutschland Kippa zu tragen.“[3] Schuster riet Juden auch, in Großstädten keine Kippa zu tragen. Der Hauptgrund für diesen Rat war, dass Hass von Muslimen manchmal Gewalttaten zur Folge hat.[4] Einer von denen, die die diesem Rat anfangs nicht folgten, war der Münchener Rabbiner Schmuel Aharon Brodman. Er wurde im Juli von vier Arabisch sprechenden Männern belästigt.[5] Wir wissen nicht, ob die Angreifer Teil Ihrer Willkommens-Einwanderung waren oder vorher ins Land kamen. Rabbi Brodman hat sich jetzt entschieden in der Öffentlichkeit keine Kippa mehr zu tragen oder laut Hebräisch zu sprechen.[6]

Angesichts der damit verbundenen Risiken haben Juden in Deutschland beschlossen den Rat ihre Identität zu verbergen zu befolgen. Ein Arbeitsgericht hat hingegen entschieden, dass muslimische Frauen ihre Identität zeigen können, indem sie als Lehrerinnen in Schulen Kopftuch tragen.[7] Berlin ist heute Europas Hauptstadt des Antisemitismus. Ein besonderes Problem sind einige Fälle extremer Schikanierung jüdischer Schüler in Schulen, hauptsächlich durch Muslime.[8] Ihre Regierung manipuliert die Statistiken und versucht für fast alle antisemitischen Vorfälle die Rechten verantwortlich zu machen, obwohl nur die Hälfte der Täter bekannt ist.

Erlauben Sie mir eine weitere Anmerkung. Ihre Botschafterin in Israel ist Gast in unserem Land. Sie sollte die Meinung der deutschen Regierung zur Zweistaaten-Lösung für den palästinensisch-israelischen Konflikt für sich behalten. Angesichts des oben Gesagten sollte sie nicht öffentlich unaufgefordert und arglistig Empfehlungen zur „Zweistaaten-Lösung“ verbreiten. Gäste sollten ihre Gastgeber nicht beleidigen.

Da Sie mir einen Rat gaben, möchte ich mich meinerseits mit einem Rat revanchieren. Sie haben in Deutschland viele Probleme, darunter zunehmenden Antisemitismus. Also kehren Sie bitte erste einmal vor der eigenen Tür.

Netanyahu konnte das nicht sagen. Dennoch gibt es eines, das er in seinem Telefonat mit Merkel gewiss hätte sagen können: „Dutzende Millionen Deutscher glauben, dass Israel sich gegenüber den Palästinensern wie Nazis verhalten oder alternativ, dass Israel vor hat die Palästinenser auszulöschen.[9] Ich möchte Sie höflich, aber eindringlich auffordern diese Sache zu untersuchen und zu sehen, wie die deutsche Regierung gegen diese weit verbreiteten, extrem bösartigen Meinungen vorgehen kann.“

[1] www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/telefonat-von-bundeskanzlerin-merkel-mit-dem-israelischen-ministerpraesidenten-benjamin-netanjahu-1782466

[2] neuesruhrwort.de/2020/05/19/schuster-in-krisenzeiten-werden-schuldige-gesucht/

[3] https://rp-online.de/politik/deutschland/antisemitismus-beauftragter-felix-klein-warnt-juden-vor-tragen-der-kippa-in-deutschland_aid-39029439

[4] www.timesofisrael.com/man-attacked-in-berlin-for-wearing-kippa-is-israeli-arab/

[5] www.rnd.de/politik/munchen-rabbiner-versteckt-kippa-nach-antisemitischem-angriff-4SQX62MDIUR2WF43XOCPDPGXGE.html

[6] www.hallo-muenchen.de/muenchen/muenchen-rabbi-rabbiner-brodmann-attacke-kippa-isartor-israel-shmuel-aharon-juden-13847768.html

[7] https://www.tagesspiegel.de/berlin/reaktionen-von-paedagogen-auf-kopftuch-urteil-wir-haben-schueler-aus-gegenden-in-denen-unglaeubige-bekaempft-werden/26138130.html; https://www.tagesspiegel.de/berlin/reaktionen-von-paedagogen-auf-kopftuch-urteil-wir-haben-schueler-aus-gegenden-in-denen-unglaeubige-bekaempft-werden/26138130.html

[8] https://besacenter.org/perspectives-papers/berlin-antisemitism/

[9] http://library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf

Hass auf dem Spielfeld: Antisemitismus im Sport

Gideon Ben-Zvi, HonestReporting, 23. August 2020

Sport ist ein großer Einiger, schafft Gelegenheiten für Kontakte von Menschen aus einer breiten Vielzahl von Hintergründen. Doch obwohl das relativ wenig berichtet wird, erfahren jüdische Sportler in der großen Welt des Sports Antisemitismus und in einigen Fällen grassiert dieser.

Von München in die muslimische Welt

Antisemitismus wird zwar heiß diskutiert, besonders weil er die erhitzte Debatte um das Wesen und die Politik des Staates Israel verbindet, aber er ist auch im Sport ein Phänomen. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist der von Palästinensern geführte Terroranschlag auf die Olympischen Spiele in München 1972, bei dem 11 israelische Athleten getötet wurden. Seitdem hat sich Antisemitismus im Sport verbreitet, weil reiche Länder mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung im Nahen Osten und Asien begonnen haben internationale Veranstaltungen auszurichten.

Zu den Beispielen der Schikane gegen israelische Sportler gehören:

  • 2019: Die Regierung von Malaysia verweigerte der israelischen Para-Schwimmmannschaft Visa, wodurch ihre Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Japan diesen Sommer verhindert wurde.
  • 2019: Der iranische Judo-Weltmeister Seed Mollai verlor absichtlich einen Kampf gegen den niedriger gesetzten Ruslan Mussajew aus Kasachstan, um einen Kampf gegen den israelischen Judoka Sagi Muki zu vermeiden.
  • 2018: Die Anwesenheit der israelischen Mannschaft bei einem Jugend-Handballturnier in Doha löste Forderungen aus, die Qataris sollten ihre Kinder aus dem Turnier nehmen. Allgemeiner nutzen große Teile der Bevölkerung die sozialen Medien, um sich von der Teilnahme Israels an vielen internationalen Wettkämpfen in Qatar zu distanzieren.

Bruria Bigman, Sprecherin des israelischen Olympischen Komitees gibt an: „Israelische Athleten haben unter etlichen Fällen von Diskriminierung und Ausgrenzung gelitten. Das Israelische Olympische Komitee verurteilt diesen Trend, der der Internationalen Olympischen Charta widerspricht.“

Leider beschränkt sich dieser Versuch israelische Sportler zu boykottieren nicht auf den Nahen Osten.

Nicht nur in der muslimischen Welt, nicht nur gegen Israelis

Antisemitismus im Sport ist ein weltweites Phänomen. Zu den jüngsten Beispielen gehören:

  • Ein bekannter Sportkommentator in Griechenland beschuldigte den amerikanisch-israelischen Trainer David Blatt wegen der umstrittene Niederlage seiner Athener Mannschaft zu lügen, weil er jüdisches Blut hat.
  • Der ehemalige Basketballspieler Cody Decker sagte, Antisemitismus „grassiert überall im Sport“. In einem aktuellen Interview beschrieb Decker mehrere Vorfälle aus seiner Karriere, bei denen er herausgepickt wurde, weil er Jude ist und von Fans und Mannschaftsmitgliedern mit judenfeindlichen Beleidigungen bedacht wurde.
  • 2011 verklagte Jason Bailey, ein amerikanischer Eishockey-Profi, die Anaheim Ducks aus der NHL; er sagte aus, dass die Trainer des angegliederten Teams hätten ihn antijüdischen Schikanen ausgesetzt.

Bekannter sind Beispiele, in die europäische Fußballfans verwickelt sind. Ein Bericht des britischen Parlaments mit dem Titel „Antisemitismus im europäischen Fußball: Wunde im schönen Spiel“ kam zu dem Schluss, dass Hooligans in einer Reihe von Ländern wiederholt antisemitische Gesten, darunter den Nazigruß und hasserfüllte Parolen gegen Juden verwendet haben.

Kann Hass aus dem Sport vertrieben werden?

Auf einer Konferenz zu Antisemitismus im Sport im Jahr 2019 stimmten mehrere Experten überein, dass Hassreden hauptsächlich über das Internet in den Mainstream eingebracht wird. Insbesondere das Aufkommen der sozialen Medien ist eine Wende gewesen. Vor kurzem haben Berichte Licht darauf geworfen, wie Verschwörungstheorien, Rassismus, Fanatismus und Antisemitismus sich auf Online-Plattformen gezeigt haben. Zum Beispiel können in einige Fällen Dutzende Millionen Menschen mit einem einzigen Tweet erreicht werden.

Nach Angaben der Anti-Defamation League hat es in den letzten Monaten eine beträchtliche Zunahme antisemitischer Posts in sozialen Medien gegeben. Aus diesem Grund gibt es einen wachsenden Chor, der fordert, dass die Technologiegiganten eine klare Definition dessen annehmen, was Antisemitismus ist und verhindern, dass solche Inhalte verbreitet werden.

Tibi Galis, Executive Director des Auschwitz Institute for Peace and Reconsiliation hat gewarnt, dass Massengräuel mit einfachen Dingen wie Hassreden bei Sportveranstaltungen beginnen.

„Sport ist oft der erste Ort, an dem wir Erscheinungsformen gefährlichen Redens hören“, sagte er. „Die Frage lautet: ‚Wie können wir das sportliche Umfeld zu einem besseren machen?‘“ Zum Glück haben sich Sportstars gegen Vorurteile geäußert. Das Fehlen massiver Empörung in Reaktion auf aktuelle Vorfälle antisemitischer Tweets und Postings von Prominenten aus Sport und Unterhaltung ist sehr beunruhigend.

Der erste Schritt Antisemitismus anzupacken – im Sport und andernorts – besteht eindeutig darin ihn zu benennen. Nur dann kann er effektiv bekämpft werden. Aus diesem Grund sollten die Social Media-Giganten erwägen eine robustere Antisemitismus-Definition anzunehmen und ihre Politik für Hassreden energisch aufrecht zu erhalten.

Bis dahin werden die Antisemiten weiter punkten.