Frankreich: Rechtsextreme und linksextreme Führungspolitiker entstellen die Geschichte des Holocaust

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die französischen Eingeständnisse der Holocaustschuld, die Jahrzehnte zu spät kamen, werden derzeit von wichtigen französischen Politikern angezweifelt. Dieses Jahr wurde die Wahrheit des zeitgenössischen Frankreich als legalem Nachfolger des Vichy-Regimes von zwei extremistischen Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen bestritten – von Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon. Während des Wahlkampfs erzielte die rechtsgerichtete Le Pen 21,3% der Stimmen der ersten Runde und 33% der Stimmen in der Stichwahl. Nach den Wahlen bemühte der linksextreme Kandidat Jean-Luc Mélenchon noch stärker verzerrt Äußerungen. Er erzielt 19,6% der Stimmen in der ersten Runde der Wahl.

Erst 1995 gestand der französische rechts der Mitte stehende Präsident Jacques Chirac ein, dass das Vichy-Regime – das mit den Deutschen kollaborierte – auf legitime Weise an die Macht kam. Chirac sagte das auf einer Gedenkveranstaltung an der Stelle des ehemaligen Pariser Radfahrstadions Vélodrome d’Hiver, wo die Festgenommenen bei der ersten großen Zusammentreibung von Juden in Frankeich festgehalten wurden.

Chirac erwähnte die Hilfe, die Frankreich den Nazis bei der Verhaftung der Juden geleistet hatte, als Schritt auf dem Weg zu ihrer Ermordung: „Frankreich, die Heimat des Lichts und der Menschenrechte, Land des Willkommens und des Asyls, Frankreich beging an diesem Tag das nicht mehr Gutzumachende. Es brach sein Wort und lieferte die, die von ihm beschützt werden sollten, ihren Henkern aus.“ Er fügte hinzu: „Wir behalten ihnen gegenüber eine unverzeihliche Schuld.“[1]

Sein Eingeständnis machte klar, dass das gegenwärtige Frankreich Verantwortung für die extrem antisemitischen Maßnahmen des Vichy-Regimes übernehmen muss, das manchmal sogar Deutschlands Tun vorauseilte. Chiracs Worte waren noch wichtiger, weil sein sozialistischer Vorgänger François Mitterand es abgelehnt hatte diese Wahrheit einzugestehen. Mitterand war Staatsbeamter im Vichy-Frankreich gewesen, bis er sich 1942 der Résistance anschloss.

In späteren Jahren wurde Frankreichs Verantwortung für die Verbrechen Vichys vom sozialistischen Premierminister Lionel Jospin[2] und dem rechten Premierminister Dominique de Villepin[3] eingeräumt. Ähnliche Erklärungen wurden von Chiracs Nachfolger, Präsident Nicholas Sarkozy[4] und danach vom sozialistischen Präsidenten François Hollande[5] abgegeben.

Im April 2017 sagte Marine Le Pen: „Ich glaube nicht, dass Frankreich für das Vél d’Hiver verantwortlich war. Ich denke, allgemein gesprochen, wenn es verantwortliche Personen gibt, dann diejenigen, die damals an der Macht waren. Es ist nicht Frankreich.“ Sie fügte an: „Kinder in Frankreich waren Gründe gelehrt worden das Land zu kritisieren und nur die vielleicht dunkelsten Aspekte unserer Geschichte zu sehen… ich will deshalb, dass sie wieder stolz auf Frankreich sind.“[6]

Um Le Pens Äußerung zusammenzufassen: Damit französische Kinder stolz auf ihr Land sein können, muss man über Frankreichs antisemitische Vergangenheit und die sich daraus ergebende Verantwortung des Landes lügen. Der Mitte-Rechts-Kandidat bei den Präsidentenwahlen, der ehemalige Premierminister François Fillon reagierte: „Die Wahrheit lautet, dass das, was im Vél d’Hiver geschah, ein vom französischen Staat verübtes Verbrechen ist.“ Er fügte hinzu: „Der Front National hat immer noch viele Mitglieder, die wehmütig auf die Vichy-Regierung zurückblicken.“ Fillon machte seine Ansichten noch klarer, indem er sagte: „Vichy war das offizielle Frankreich, obwohl es ein anderes Frankreich gab, das von De Gaulle in London.“[7]

Dieses Jahr lud der französische Präsident Emmanuel Macron den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu zur Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Razzia des Vél d’hiv ein. Der allgemeine Trend von Macrons Rede lag auf einer Linie mit der seiner Vorgänger.[8]

Mélenchon, heute Parteichef der linksextremen französischen Partei Unbeugsames Frankreich, war in seiner Jugend Trotzkist. Später schloss er sich der Sozialistischen Partei an und wurde Minister.[9] Mélenchon hatte auf Le Pens entstellende Ausführungen mit der Aussage reagiert, dass die französische Polizei die Verhaftung der Juden organisiert hatte. Er fügte hinzu: „Nicht die französische Republik ist schuldig, sondern Frankreich ist es.“

Nach Macrons Rede änderte Mélenchen seine Haltung radikal. Er schrieb: „Frankreich ist nichts außer seiner Republik, die am 10. Juli 1940 beseitigt wurde.“ Er fügte an: „Die französische Republik ist mit General de Gaulle nach London verpflanzt worden, um den Widerstand zu organisieren.“ Er merkte weiter an, dass Vichy nicht Frankreich war.[10]

Diese Äußerung war eine extreme Entstellung der Geschichte. Die Vereinigten Staaten, die damals neutral waren, erkannten Vichy als die offizielle französische Regierung an und schickten einen Botschafter dorthin. Bei seiner Gründung wurde Vichy auch von vielen anderen Ländern anerkannt, darunter der Sowjetunion, Kanada und Australien. Es war Vichy, das die Beziehungen zu Großbritannien abbrach und nicht umgekehrt.

Diese Entstellungen der Rolle Frankreichs im Holocaust kann nicht als marginal betrachtet werden, da Le Pen und Mélenchon zusammen mehr als 40% der Stimmen der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen holten. Der linksextreme Führer missbrauchte die Geschichte des Holocaust sogar noch vehementer als die Führerin der Rechten.

Um das Bild zu vervollständigen: Mélenchon ist auch ein glühender Feind der Regierung Israels, eine Meinung, die er zu verschiedenen Gelegenheiten zum Ausdruck brachte.[11] Einige davon haben überhaupt nichts mit Israel zu tun. Das war zum Beispiel der Fall, als seine Partei sich diesen Monat aus der Parlamentskommission zurückzog, die die institutionelle Zukunft von Neukaledonien, einem französischen Territorium im Pazifik, untersucht. Mélenchon motivierte dies mit dem polarisierenden Charakter des Vorsitzenden der Kommission, dem ehemaligen Premierminister Manuel Valls. Er erwähnte einen weiteren Grund: Valls‘ angebliche Nähe zu den Führern der extremen Rechten Israels.

[1] http://archive.wikiwix.com/cache/?url=http://elysee.fr/elysee/elysee.fr/francais/interventions/discours_et_declarations/1995/juillet/allocution_de_m_jacques_chirac_president_de_la_republique_prononcee_lors_des_ceremonies_commemorant_la_grande_rafle_des_16_et_17_juillet_1942-paris.2503.html

[2] http://discours.vie-publique.fr/notices/973144898.html

[3] www.lemonde.fr/societe/article/2005/07/17/commemoration-de-la-rafle-du-vel-d-hiv-villepin-appelle-au-devoir-de-memoire_673294_3224.html

[4] www.lexpress.fr/actualite/politique/sarkozy-au-vel-d-hiv-nous-ne-devons-pas-oublier_465649.html

[5] www.theguardian.com/world/2012/jul/22/francois-hollande-wartime-roundup-jews

[6] www.independent.co.uk/news/world/europe/marine-le-pen-france-jews-nazis-not-responsible-second-world-war-concentration-camps-death-francois-a7675791.html

[7] http://www.europe1.fr/politique/le-vel-dhiv-un-crime-de-letat-francais-affirme-francois-fillon-3290555

[8] www.franceinter.fr/histoire/les-presidents-francais-au-vel-d-hiv

[9] http://www.telegraph.co.uk/news/0/left-wing-firebrand-jean-lucmelenchon-policies/

[10] http://www.lefigaro.fr/politique/le-scan/2017/07/18/25001-20170718ARTFIG00260-sur-la-rafle-du-vel-d-hiv-les-contradictions-de-jean-luc-melenchon.php

[11] http://melenchon.fr/2017/10/06/lettre-de-demission-de-mission-dinformation-lavenir-institutionnel-de-nouvelle-caledonie/

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Über die antijüdischen Christen

Joseph Farah, WorldNetDaily, 9. Mai 2002

Rund um die Welt befindet sich der Antisemitismus im Kommen.

Wir sehen, wie er sein hässliches Gesicht in Europa wieder erhebt. Und wir sehen ihn weitaus deutlicher in der widerlichen Rhetorik und unaussprechlicher, selbstzerstörerischer Gewalt im Nahen Osten.

Meine Theorie zu den Wurzeln des Antisemitismus ist sehr einfach. Er offenbart sich in denen, die gegen den Gott der Bibel rebellieren.

Warum sollten die, die sich mit Gott im Krieg befinden, Juden hassen? Weil diese Juden die Empfänger eines einzigartigen Versprechens Gottes sind. Sie sind das auserwählte Volk – erwählt nicht, weil sie ein überlegenes Volk sind, sondern weil sie ein unterdrücktes Volk waren, dessen wundersame Talente und Langlebigkeit nur dazu dienen können, den Gott zu verherrlichen, der für es verantwortlich ist. Wenn dieses Volk zerstört werden kann – oder auch nur so weit an den Rand zu drängen, dass es in der Welt praktisch unbedeutend wird – dann würde im Effekt Gott selbst geschlagen, entthront, delegitimiert.

Das ist meine Theorie.

Aber was ist mit dem offensichtlichen Anstieg des Antisemitismus der Leute, die sich nicht mit dem Gott der Bibel im Krieg befinden – Menschen, die behaupten, Jünger dieses Gottes zu sein?

Letzte Woche veröffentlichte WorldNetDaily eine beunruhigende Geschichte über abscheulichen Antisemitismus arabischer „christlicher“ Geistlicher.

Einige der Zitierten forderten einen neuen Kreuzzug gegen die Juden. Andere nannten die Juden „satanisch“. Wieder andere zitierten die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“ als Quelle ihres Hasses.

Warum übernehmen zumindest einige arabische Christen – einschließlich Männern in Führungspositionen – antijüdische Rhetorik von den extremsten Islamisten? Ich kann mir ein paar Gründe für dieses rätselhafte Phänomen denken:

  • Christen sind im Nahen Osten selber seit langer Zeit verfolgt worden – und die Bedingungen werden für sie schlechter. Die große Mehrheit der arabischen Christen floh bereits vor .angem aus der Region. Viele derer, die dort blieben, haben versucht, ihren „eigenen Frieden“ mit den dominanten Muslimen zu machen. Manche glauben, sie können sich bei der islamischen Mehrheit lieb Kind machen, indem sie mit ihnen gegen die Juden Stellung beziehen.
  • Israel hat manchmal zum arabisch-christlichen Skepsis gegenüber den Juden beigetragen, indem es sie im Libanon, in Bethlehem, in Nazareth und anderswo im Stich ließ. In dem Versuch, sich seinen islamischen Gegnern anzupassen und sie zu beschwichtigen hat es sich auf den Kopf gestellt und die vergessen – sogar missachtet – mit denen es eine strategische Allianz hätte bilden und eine gemeinsame Sache finden können.
  • Einige dieser sogenannten „Christen“, die mit dem Finger auf die Juden zeigen, weil die an ihren Problemen schuld sein sollen, sind Hochstapler. Sie mögen kulturelle Christen sein. Sie mögen Christen aus Tradition sein. Aber sie sind kaum die geistigen Nachfolger des Jesus von Nazareth – des jüdischen Zimmermanns, des Rabbi aus Galiläa.

Der letzte Grund für den kochenden Antisemitismus einiger „christlicher“ Araber mag hart klingen, richtend, sogar verdammend. Das mag sein, aber meine Worte sind wahr.

Obwohl von uns niemand das Herz eines anderen beurteilen kann, ist uns geboten „sie an ihren Früchten zu erkennen“.

Welche Art von Frucht bringt bösartiger Antisemitismus hervor? Schlechte Frucht. Verfaulte Frucht. Tödliche Frucht.

Ich denke, diese Lehre passt genauso auf diese sogenannten „Christen“ im Westen, die ihre antisemitischen Züge zeigen. Diese Leute befinden tatsächlich auch Rebellion gegen Gott. Sie dienen nicht dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Sie dienen einem anderen oder vielen anderen Göttern.

Antisemitismus ist der Definition nach antichristlich. Christen dienen dem Gott der Hebräer. Der Gott der Christen wählte die Juden als Sein Volk aus und schloss einen besonderen Bund mit ihnen. Ihr Retter kam als Jude auf die Erde. Die frühe Kirche bestand zum größten Teil aus Juden.

„Anti-jüdische Christen“ ist daher ein Widerspruch in sich selbst.

Die gute Nachricht für Christen wie Juden ist, dass sie große Mehrheit der Christen – besonders die im Westen – instinktiv und reflexartig Unterstützer Israels und der jüdischen Sehnsucht nach einer Heimat sind, die sicher und gesichert von Angriffen der Hasser ist. Tatsache ist, obwohl das nicht immer so war, dass die Kirche heute der wichtigste Verbündete der Juden in dieser Welt ist. [heplev: Das mag für die Kirchen in Amerika gelten; für unsere offiziellen Volks-Kirchen in Deutschland wie auch in anderen Staaten Europas trifft es nicht zu. Hier müssen wir den Maßstab des wiedergeborenen Christseins anlegen und weniger von den Kirchen reden!]

Es sind immer teuflische Dinge im Namen des Christentums begangen worden. Es hat immer Wölfe im Schafspelz gegen. Es hat immer Hasser gegeben, die sich als rein im Herzen ausgegeben haben.

Aber Gott sitzt noch immer auf dem Thron. Seine Versprechen gelten wirklich für alle Zeit. Er hat einen Plan und die Juden sind Teil davon.

Und das ist es, was die Antisemiten wirklich umtreibt.

Aus Bethlehem: Mitri Rahebs Lügenimperium

Dexter Van Zile, The Jerusalem Journal, 10. Oktober 2017

Warum argumentiert der Bethlehemer Pastor Mitri Raheb, dass die heutigen Juden „ein erfundenes Volk“ seien, um dann auf den Tempelberg zu marschieren, was implizit die Ermordung von zwei Israelis dort feiert?

Dreizehn Tage, nachdem palästinensische Terroristen zwei israelische Polizisten auf Jerusalems Tempelberg ermordeten, besuchte der lutherische Pfarrer Mitri Raheb den Tatort um zu feiern. Er feierte nicht den Anschlag an sich, sondern die Massenproteste, die die israelische Regierung überzeugte Metalldetektoren zu beseitigen, die sie nach dem Morden am Tempelberg installierte.

Raheb postete eine Videomontage seines Besuchs der All-Aqsa vom 27. Juli 2017, zwei Tage nach dem Anschlag. Die auf YouTube gepostete und auf twitter und Facebook gesendete Montage zeigt Raheb, wie er Arm in Arm mit anderen palästinensischen Pastoren steht und Muslimführern vor der Al-Aqsa-Moschee Respekt zollt. In einem zu dieser Montage führenden Tweet erklärte Raheb, dass sein Besuch an der Al-Aqsa – wo viele Imame regelmäßig Hass gegen Juden von sich geben – eine „unvergessliche Nacht … Demonstration des Glaubens an den Raum des Reichs und christlich-muslimischer Einheit als Mittel des kreativen Widerstand“ sei. In Reaktion erklärten Rahebs Fans den lutherischen Pastor aus Bethlehem zu einem palästinensischen „Nationalschatz“.

Die meisten christlichen Friedenschaffenden würden es als schlecht ansehen jubelnde Zurschaustellung von Solidarität mit einer politischen Regierung zu betreiben, die gegen Juden gerichtete Gewalt und hass als einigende Agenda nutzt, aber Raheb hat Zurschaustellungen wie diese schon Jahre lang gezeigt. Aus Rahebs Perspektive als antiisraelischer Agitator und Anerkennung suchender Dhimmi war sein Besuch der Al-Aqsa ein überwältigende Erfolg. Er bot ihm eine Gelegenheit jihadistische Gewalt mit Schleiern „kreativem Widerstand“ und interreligiöser „Einheit“ von Christen und Muslimen zu verschleiern – vergiss, dass die von ihm gerühmte Einheit in Verachtung für Juden und ihren Staat wurzelt.

Rahebs Rhetorik reichte fast aus die Menschen vergessen zu machen, dass das Drama um die Metalldetektoren auf dem Tempelberg mit palästinensischen Terroristen begann, die aus kurzer Distanz auf zwei arglose israelische Polizisten schossen – einen davon der Vater eines neu geborenen Babys – und sie töteten. Wenn Hail Stawi und Kaamil Snaan nicht von zwei Mördern überfallen worden wären, die ihnen auf dem Tempelberg auflauerten, wären überhaupt keine Metalldetektoren installiert worden, es hätte keine Proteste gegeben und Raheb hätte keinen „kreativen Widerstand“, den er feiern könnte.

Das ganz Drama um die Metalldetektoren und die Morde, die zum Akt ihrer Installation führten, wurzelte nicht in einem Wunsch nach Freiheit oder Selbstbestimmung für die Palästinenser, sondern in der einenden Agenda antijüdischen Hasses, die das Spektakel von Rahebs Besuch – und dass er in den sozialen Medien eine Kampagne fuhr, die die Aufmerksamkeit darauf lenkte – morbide und gruselig machte. Als Pastor hätte er den Hass betrauern sollen, der das Drama antrieb, an dem er sich beteiligte, aber hier schürte er die Flammen – auf demselben Steinpflaster, wo der Anschlag sich entfaltete.

Statt den Versuch zu unternehmen die antiisraelische Feindseligkeit zu dämpfen und infrage zu stellen, die unverantwortliche palästinensische Eliten benutzt haben, um Jahrzehnte lang an der Macht zu bleiben, stellt sich Raheb damit in eine Reihe, um bei den korrupten, autoritären Kleptokraten gut angeschrieben zu bleiben, die die Westbank kontrollieren.

Das ist eine gute Arbeit, wenn man sie bekommt. Wegen seiner Verbindungen und der Nützlichkeit für die palästinensische Autonomiebehörde ist Raheb in der Lage gewesen in der Westbank so etwas wie ein Imperium aufzubauen. Zusätzlich dazu viele Jahre als Pastor der Lutherischen Weihnachtskirche in Jerusalem zu dienen (ein Posten, den heute Munther Isaac inne hat), ist Raheb der Gründer und Präsident des Diyar-Konsortiums, eines eingetragenen Vereins, der Menschen in der Westbank soziale Dienste bietet. Er ist außerdem Gründer und Präsident des Dar al-Kalima-Universitätskollegs für Kunst und Kultur in Bethlehem, das oft als drittgrößter Arbeitgeber in Bethlehem beschrieben wird.

Ein Imperium wie dieses – zu dem ein medizinisches Zentrum, ein Kulturzentrum und ein Verlagshaus gehören – kann in der Westbank nicht ohne die Unterstützung der PA aufgebaut werden, die nicht Kosten kommt.

Infolge seiner unternehmerischen Gepflogenheiten war Raheb in der Lage das Kolleg auf Land zu gründen, das lutherischen Missionaren aus Deutschland gehörte und das die Briten im Ersten Weltkrieg beschlagnahmten. Das Land fiel letztlich in den Zuständigkeitsbereich der PA unter der Führung von Yassir Arafat. Raheb trat mit Plänen an Arafat heran, die von einem berühmten Architekten vorbereitet waren und erbat das Land zurück, damit er sein Kolleg beginnen konnte.

„Mit etwas Überredungskunst waren wir es uns möglich mindestens sechs Morgen dieses Landes zurückzubekommen“, erzählte Raheb 2016 einem amerikanischen Publikum. „Arafat sagte: ‚Okay, du musst beweisen, dass das erste Gebäude gebaut und in Betrieb! Ist, weil viele Leute dieses Stück Land haben wollen.‘ Es ist wirklich Land erster Klasse.“ Heute hat das Kolleg fünf Gebäude.

Um das Kolleg und andere Institutionen in Bethlehem zu unterstützen hat Raheb einen Stiftung in den USA gegründet, die Bright Stars of Bethlehem. Von 2009 bis 2015 sammelte die Stiftung insgesamt $5,5 Millionen, die Rahebs Imperium an gemeinnützigen Vereinen halfen der drittgrößte private Arbeitgeber in Bethlehem zu werden.

Wie alle Imperien propagiert das von Raheb eine Geschichte, die seine Existenz sich selbst und seinen Kernbestandteilen gegenüber legitimiert, die in diesem Fall aus Befürwortern der Vernichtung Israels in der palästinensischen Gesellschaft und antizionistischen Aktivisten in Nordamerika und Europa bestehen.

Raheb braucht die Unterstützung beider Gruppen, um sein Imperium in der Westbank zu erhalten. Die erste Gruppe – Israelhasser in der palästinensischen Gesellschaft – erlaubt ihm als Christ in der Westbank zu wirken; die zweite Gruppe – Israelhasser im Westen – bietet ihm die Gelder, die er braucht, um sein Imperium finanziell aufrechtzuerhalten. Beide Gruppen nutzen antiisraelische Feindseligkeit als Instrument, um in ihrer jeweiligen Gesellschaft Status zu erreichen und beizubehalten. Raheb gibt ihnen einfach die Geschichte, die sie brauchen, um ihre Feindseligkeit zu rechtfertigen.

Ein wichtiger Aspekt seiner Geschichte, die bei seinem Besuch auf dem Tempelberg zur Schau gestellt wurde, besteht darin, dass israelische Gewalt gegen die Palästinenser hervorgehoben und verurteilt wird, während palästinensische Gewalt ignoriert oder hinter einem Schleier sprachlicher Beschönigungen und Vernebelung versteckt wird. Dieses Narrativ ist schon eine ganze Weile das Alltagsgeschäft palästinensisch-christlicher Propaganda gewesen-.Naim Ateek, der Gründer von Sabeel, war ein früherer (wenn auch nicht der erste) Lieferant dieser Geschichte, die Raheb seit Jahren vorträgt.

Dieses Narrativ wird in Rahebs Buch aus dem Jahr 2004 klar offenbar; es heißt Bethlehem Besieged: Stories of Hope in Times of Trouble [Bethlehem hinter Mauern: Geschichten der Hoffnung aus einer belagerten Stadt]. In diesem Text erzählt der Pastor von Bethlehem die Geschichte der israelischen Invasion der Westbank im Jahr 2002, die am 2. April des Jahres begann. Er redet von den Panzern, Schützenpanzern und Hubschraubern, die Israel in die Westbank schickte und er beschreibt die Zerstörung, die an der Kirche angerichtet wurde, in der er Pfarrer war.

Schön und gut. All das ist ein legitimer Teil der Geschichte. Die Gemeinschaft, der zu dienen Raheb aufgerufen ist, litt als Ergebnis der Invasion. Raheb ist ihr Pastor und will ihre Geschichte erzählen.

Aber in seinem Buch verfehlt es Raheb irgendwo den Selbstmord-Bombenanschlag im Park Hotel in Netanya zu erwähnen, bei dem während einer Pessahfeier dreißig Israelis getötet und 140 weitere verletzt wurden. Er versäumt es auch seinen Lesern zu erzählen, dass achtzig Israels (zumeist Zivilisten) bei palästinensischen Selbstmordanschlägen getötet und ind en Wochen vor Israels Eindringen in die Westbank mehr als fünfunddreißig Zivilisten durch Schusswaffengebrauch getötet wurden. Israels Invasion 2002 war eindeutig eine Folge dieser Anschläge, aber Raheb erwähnt sie nicht einmal.

Solch einseitige Aussagen, die Teil eines kalkulierten Versuchs sind Israel als böse und die Palästinenser als völlig unschuldig darzustellen, waren ein wichtiger Faktor der erfolgreichen Kampagne die beratenden Gremien der Presbyterianischen Kirche der USA und der United Church of Christ zu überzeugen Entscheidungen zu treffen BDS-Beschlüsse gegen Israel zu fassen. Rahebs Aussage ist auch in Europa gefragt, wo er für seine Arbeit eine Reihe von Preise erhielt; diese Arbeit wird von den Leuten, die ihm diese Auszeichnungen verliehen,  als „friedenstiftend“ beschrieben.

Rahebs Glaubwürdigkeit in der Welt des progressiven Christentums im Westen ist etwas, das im Licht der radikalen Rhetorik betrachtet werden sollte, die er nutzt, um das jüdische Volk und seine Verbindung zu Israel zu delegitimieren.

Auf der Christus am Checkpoint-Konferenz von 2010 erklärte Raheb, dass der moderne Staat Israel „das Rom der Bibel repräsentiert, nicht das Volk des Landes“ und wenn ein DNA-Test an ihm selbst, König David und Benjamin Netanyahu  vorgenommen würde, es Gemeinsamkeiten bei ihm und König David geben würde, aber keine bei Netanyahu, denn der „stammt aus einem osteuropäischen Stamm, der im Mittelalter zum Judentum übertrat“.

Mit anderen Worten: Die Juden aus Europa, die den modernen Staat Israel gründeten, sind keine echten Juden, weil sie eine Gruppe sind (üblicherweise als „Khasaren“ bezeichnet), die vor Jahrhunderten zum Judentum konvertierte und daher keine Verbindung zum Land Israel hat. Das ist übler Stoff direkt aus dem Handbuch für antisemitische Propaganda, die von Typ wie David Duke[1] und anderen verbreitet werden. Und doch betrachten progressive Christen im Westen Raheb als „Friedensstifter“.

Mumpitz.

Rahebs Antijudaismus – und das ist er – wird auch in seinem Buch Faith in the Face of Empire: The Bible Through Palestinian Eyes (Glaube unter imperialer Macht: Eine palästinensische Theologie der Hoffnung) aus dem Jahr 2015 deutlich zum Ausdruck gebracht. In diesem Buch tut Raheb alles in seiner Macht stehende, um die Juden aus der christlichen und jüdischen Geschichte wegzuschreiben und durch die Palästinenser zu ersetzen. „Jesus war ein nahöstlicher palästinensischer Jude“, schreibt er zu Beginn seines Buches.

Also wirklich: Nein.

Jesus war ein jüdischer Jude, geboren nicht in „Palästina“ (ein Wort, das von den Römern genutzt wurde deutlich nach seiner Kreuzigung um eine Region zu beschreiben. Das ist kein unschuldiger Anachronismus seitens Rahebs, sondern Teil einer anhaltenden Strategie den Juden ihre Geschichte in der Region wegzunehmen und die Palästinenser an ihre Stelle zu setzen.

Raheb wird an einer entscheidenden Passage des Textes offenkundig. Nachdem er Shlomo Sands Buch The Invention of the Jewish People [Die Erfindung des jüdischen Volkes] beschwor, um zu argumentieren, dass die Juden ein erfundenes Volk sind, behauptet Raheb, dass die Palästinenser die ursprünglichen Einwohner des Landes sind; er behauptet, dass

„die Einheimisches im Land zu Fremden gemacht worden sind, um Raum für ein erfundenes Volk zu machen, das das Land besetzt.“

Mit solchen Argumenten schenkt Rabeb den palästinensischen Bemühungen Glauben, die die jüdischen Verbindungen zum Land Israel und zum Tempelberg bestreiten.

Warum führt Raheb solche Argumente an? Weil er das muss. Es ist Teil seines Jobs.

Er muss ein Imperium leiten.

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[1] ehemaliger Chef des Ku Klux Klan

Applaus für Judenmord im Europaparlament

Judith Bergman, MiDA, 3. Oktober 2017

70 Jahre nach dem Holocaust jubelt die Europäische Union – die Organisation, die als Anwtort auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs gegründet wurde – aufgeregt einem Aufruf zu, dass Juden in Angst leben sollen.

Stellen Sie sich vor es wäre 1944. Stellen Sie sich vor, dass Europa bereits mehrere Jahre lang widerstrebend im Krieg mit den Nationalsozialismus befindet, alldieweil es versucht sich zu entscheiden, ob die Nazis wirklich meinen, was sie sagen, oder ob Hitler sie einfach falsch wiedergegeben hat. Die Öffentlichkeit schient nicht in der Lage zu sein zu einem Schluss kommen zu können, aber es gibt eine allgemeine Übereinstimmung, dass die Feinde der Nazis – die Juden – unnötige Provokationen geschaffen haben, einfach dadurch, dass es sie gibt.

Stellen Sie sich in den britischen Houses of Parliament habe eine kleine Gruppe Parlamentarier einen Anzahl weiblicher Nazis willkommen geheißen, damit dies sich an einer Podiumsdiskussion zur Rolle der rau im Kampf für notwendigen „Lebensraum“ gegen die Juden beteiligen. Und als die Nazis von der Notwendigkeit reden „die Juden auszumerzen“, klatscht die Zuhörerschaft begeistert.

Dieses Szenario kann man sich unmöglich vorstellen und offensichtlich fand eine solche Podiumsdiskussion in den Houses of Parliament nicht statt; genauso wenig verbrachten europäische Führungspolitiker Jahre mit der Diskussion, ob die Nazis böse sind, obwohl eine schreckliche Mange der Europäer sie unterstützte, viele davon auf sehr direkte Weise.

Aber vor kurzem fand eine Podiumsveranstaltung zur Ausrottung der Juden statt – und nirgendwo geringeres als im Europaparlament. Um genau zu sein: letzten Dienstag. Das Europaparlament – das einzige gewählte Gremium der EU, das die 500 Millionen EU-Einwohner repräsentiert – hatte offenbar keine Bedenken gehabt seine Räumlichkeiten dazu nutzen zu lassen Gastgeber für die verurteilte arabische Terroristin Leila Khaled von der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) auf der Konferenz über „Die Rolle der Frauen im palästinensisch Volkskampf“ zu sein. Die EU, die USA, Kanada und Australien haben allesamt die PFLP als Terrororganisation gekennzeichnet. Die Konferenz wurde von der spanischen Delegation Izquierda Unida (Vereinigte Linke) als Teil des Blocks der Europäischen Vereinigten Linken/Nordische Grüne Linke im Europaparlament und von den spanischen Unadikum-Brigaden zusammen mit dem Samidoun Palestinian Prisoner Solidarity Network (palästinensisches Häftlings-Solidaritätsnetzwerk Samidoun), Adameer und er BDS-Bewegung organisiert. (Es fällt auf, dass spanische „Aktivisten“ sich mehr mit den Arabern im Nahen osten als mit den katalonischen Kämpfern für Unabhängigkeit von Spanien zu beschäftigen scheinen.“

Auf der Konferenz sagte Leila Kahled, mehrfache Flugzeugentführerin: „Es wird keinen Frieden geben, solange es auch nur einen einzelnen Zionisten auf palästinensischem Land gibt. Wir preisen den Schahid, dessen Blut auf dem Land Palästinas vergossen wurde, nachdem er auf die Soldaten, die Besatzer schoss. So sollen sie nach unserem Willen leben; wir wollen, dass sie in Angst leben!“

Die aus den Europaparlamentariern, dem Botschafter Venezuelas und vielen anderen bestehende Zuhörerschaft gab Kahled stehende Ovationen. Damit applaudierten sie auch der Ermordung israelischer Zivilisten, Frauen und Kinder. Obwohl die PFLP in ihrer Blütezeit in den 1960-er und 1970-er Jahren, als sie Flugzeuge entführte, Bomben in Supermärkten zündete, Reisende an Flughäfen massakrierte und anderen Verbrechen beging, wird immer noch geglaubt, dass sie die zweitgrößte Fraktion der PLO und dem Terrorismus ergeben ist. 2002 ermordeten PFLP-Terroristen eine Mutter und drei ihrer Kinder zusammen mit ihrem Nachbarn; 2011 massakrierten PFLP-Terroristen eine ganze Familie, die Fogels, einschließlich ihrer drei Kinder, das jüngste erst drei Monate alt.

Mehr als 70 Jahe nach dem Ende des Holocaust applaudieren Europäer, die sich im parlamentarischen Herzen der Europäischen Union– der Organisation, die den Anspruch erhebt die Antwort auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs zu sein – treffen aufgeregt der Ermordung unschuldiger Juden. Würde das EU-Parlament ein ähnliches Podium von ISIS zugelassen ahben oder heißen sie nur Terroristen gut, die sich besonders der Ermordung von Juden verschrieben haben?

Vielleicht hätte es weniger überraschen sollen. Im Juni 2016 hielt der PA-Vorsitzende Mahmud Abbas einen berüchtigte Rede im Europaparlament, in der er sich enorm alter antisemitischer Blutschuld-Vorwürfe bediente; er beschuldigte fälschlich israelische Rabbiner die israelische Regierung aufgefordert zu haben von Araber genutztes Wasser zu vergiften.

Bei den jüngsten Bundestagswahlen erlaubte das deutsche Innenministerium der PFLP sich als politische Partei zu registrieren und Wahlkampf zu führen. Das Land, das den Nationalsozialismus gebar, fand es unproblematisch die Mörder von Juden für ein politisches Amt zu kandidieren. Deutschland ist bei politischen Meinungen, denen es nicht zustimmt weniger großzügig. Der deutsche Staat hat Menschen gerichtlich verfolgt, die die Migrationspolitik der Regierung kritisieren; sie wurden von Gerichten dafür verurteilt, dass sie auf Facebook Kommentare schrieben wie „Die Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge überschwemmen unser Land. Sie bringen Terror, Angst, Leid. Sie vergewaltigen unsere Frauen und bringen unsere Kinder in Gefahr. Setzt dem ein Ende!“ Die deutsche Regierung betrachtet das als „Hassreden“. Die PFLP-Botschaft zur Ermordung von Juden ist das offenbar nicht. Im Juli 2014 ließ die Polizei in Frankfurt hauptsächlich muslimische „Protestler“ das Megafon ihres Streifenwagens nutzen, um aufhetzende Parolen auf Arabisch zu schmettern, darunter das Skandieren von „Allahu Akbar“ und dass Juden „Kindermörder“ seien.

2015 stellte ein deutsches Gericht fest, dass der Brandanschlag zweier Deutsch-Araber und ein jugendlicher Komplize auf eine Synagoge in Wuppertal nicht antisemitisch waren, sondern „eine Protesthandlung“, um „Aufmerksamkeit für den Gaza-Krieg zu gewinnen“.

Es scheint in Europa eine morbide Faszination für islamischen Terrorismus zu geben, der Juden ermorden will, eine Faszination, die um so bizarrer ist, als Europa selbst niemals stärker von islamischem Terrorismus betroffen, seine Städte fast wöchentlich Terroranschlägen ausgesetzt waren. Amazon verkauft T-Shirts einer jungen, mit einem Maschinengewehr posierenden Leila Khaled, auf dem geschrieben steht: „Widerstand ist kein Terroroismus – PFLP.“ Die T-shirts werden aus Großbritannien verschickt. Die Keffiyeh ist zum Symbol der PLO geworden und heute ein Luxus-Modeartikel für die Hippen und Progressiven, die das zeitgenössische Symbol des arabischen Wunsches die Juden ins Meer zu treiben als politisches Mode-Statement um den Hals tragen.

Derweil hilft Israel Europa freundlich sich gegen die Art von Terrorismus zu schützen, der Europa entschieden nicht applaudiert, nämlich dem der sich gegen seine eigenen Zivilisten richtet. Israel macht das mit Weitergabe von Geheimdienstinformationen und Technologie. Im November 2015 z.B. war es eine konkrete Geheimdienst-Warnung aus Israel, die die deutschen Behörden dazu brachten ein Fußballspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden abzusagen. (Um dieselbe Zeit entfernten deutsche Kaufhäuser  israelischen Wein aus ihren Regalen, nachdem die Europäische Union ihre neuen Richtlinien zur Kennzeichnung israelischer Waren aus Judäa und Samaria ausgab.) Ähnlich schützte ein in Israel gebauter Sykstar-Überwachungsballon die Führungspolitiker der Welt auf dem Klimagipfel 2015 in Paris.

Vielleicht sollte Israel Minimalbedingungen dafür setzen diesen Ländern zu helfen, die mit der einen Hand seine Hilfe greifen, während sie seine Feinde mit der anderen bejubeln und ihnen applaudieren.

Vom Ritualmord-Vorwurf zum Landraub-Vorwurf

Michael Freund, 15. November 2006

Für einen Kontinent, der stolz auf den Ruhm und den Tiefgang seiner Zivilisation über die Jahrhunderte ist, hat Europa noch ziemlich viel zu tun, wenn es um seinen Umgang mit dem jüdischen Volk geht.

Seit Hunderten von Jahren war die Haltung der Europäer gegenüber den Juden im Wesentlichen von einer gehässigen und boshaften Lüge geprägt. Und wenigstens diesbezüglich scheint sich wenig geändert zu haben.

Denn während sie uns einst Ritualmorde vorwarfen und sagten, wir würden verbotenerweise das Blut anderer Menschen benutzen, teeren sie uns stattdessen heute mit dem „Landraub-Vorwurf“ und behaupten, wir hätten anderen Land weggenommen. Und wie sie einst die Juden für alle Katastrophen – wie z. B. den Schwarzen Tod – verantwortlich machten, versuchen sie jetzt alle Krisen der Welt uns zur Last zu legen.

Nehmen wir z. B. den britischen Premierminister Tony Blair und seine Rede neulich bei einem Bankett in London; dort umriss er seine Ansicht, wie die Krise im Nahen und Mittleren Osten zu lösen sei. In erstaunlicher Einbildung, als Analyse getarnt, versuchte Blair praktisch seine Zuhörer zu überzeugen, dass der „Kern“ aller Probleme der Region – und ja, selbst der des Irak – irgendwie mit dem jüdischen Staat in Verbindung stehe: „Ein Großteil der Antwort zum Irak ist nicht im Irak selbst zu finden, sondern außerhalb, in der gesamten Region“, sagte Blair und fügte hinzu, dass es notwendig sei zu übernehmen, was er eine „Gesamt-Nahoststrategie“ nennt.

Und dann, nachdem er vorschlug die derzeitige Konzentration auf Syrien und den Iran sei fehlgeleite, fügte Blair den entscheidenden Trumpf an: „Im Gegenteil, wie sollten mit Israel/Palästina beginnen. Das ist der Kern.“

Der Kern?

Von was um alles in der Welt redet er da?

Anzudeuten, dass der israelisch-palästinensische Konflikt irgendwie mit dem baathistischen Aufstand im Irak zu tun hat oder mit Syriens Wunsch den Libanon abzuwürgen, Marokkos Besetzung der Westsahara, Sudans Mordtaten in Darfur oder irgendeinem der sonstigen nicht zu zählenden innerarabischen Konflikte der Region, ist nicht nur intellektuell geistlos, es ist schlichtweg dumm.

Schlimmer noch: Es ist ein billiger und durchsichtiger Versucht die arabischen Staaten zu besänftigen, indem man deren Parteilinie nachplappert: „Macht nicht uns für die Probleme der Region verantwortlich, sondern die Juden.“

Durch die Vertretung dieses Unsinns lenkt Blair die Aufmerksamkeit von der wahren Ursache ab, die den Krankheiten der Region zugrunde liegt, nämlich dem Fehlen von Freiheit, Demokratie, Toleranz und gegenseitigem Respekt in der arabischen Welt.

Während den Arabern den Hof zu machen für Herrn Blair nützlich sein könnte, da er für nächstes Jahr seinen Rückzug (vom Amt) plant, sollten wir uns nicht so weit verdummen lassen zu glauben, dass sein Vorschlag den Nahen Osten in irgendeiner Weise sicherer oder friedfertiger machen wird.

Stattdessen ist das nur ein weiteres trauriges Beispiel dafür, wie Europas tiefer liegende Haltung zu den Juden sich immer noch ändern muss.

Die Wahlen in Norwegen, Israel und die Juden

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die Entwicklungen in Norwegen werden im Ausland bestenfalls spärlich analysiert, wenn überhaupt beobachtet. Das gilt auch für Israel, trotz der Tatsache, dass Norwegen von 2005 bis 2013 das für uns problematischste Land in Europa war. Unter seinen damaligen, von Arbeitsparteichef Jens Stoltenberg geführten Regierungen blühten antiisraelische Einstellungen auf.[1] Es gab zudem extreme Ausdrucksformen des Antisemitismus, darunter 2006 Schüsse auf Oslos einzige Synagoge durch einen Muslim. 2012 nannte die bekannte norwegische Autorin Hanne Nabintu Herland Norwegen das „antisemitischste Land des Westens“.[2]

Die derzeitige Premierministerin Erna Solberg, Parteichefin der Konservativen (Hoyre), und drei potenzielle Koalitionsparteien gewannen unerwartet die Wahlen vom 11. September; sie erhielten 89 von 170 Sitzen. Eine neue Regierung zu bilden wird allerdings nicht einfach. Die christdemokratische Partei, Verbündete Solbergs, die gerade eben so die 4-Prozent-Hürde schaffte, ist dagegen, dass die anti-islamische Fortschritt-Partei weiter in der Regierung bleibt.

Vor ein paar Monaten deuteten Meinungsumfragen an, dass die Arbeitspartei und ihre Verbündeten an die Macht zurückkehren würden. In diesem Fall wäre Jonas Gahr Stoere, Parteichef der Arbeitspartei, Premierminister geworden. Dann hätte Norwegen sich wahrscheinlich früher oder später Schweden angeschlossen und die Regierung der palästinensischen Autonomiebehörde anerkannt, die nur einen Teil der Palästinensergebiete kontrolliert.

2011 ermordete Anders Breivik 77 Menschen, hauptsächlich Jugendliche der Arbeitspartei. Stoltenberg verkündete danach öffentlich, dass Norwegen trotzdem eine noch offenere Demokratie werden würde. In Wirklichkeit wurden Andersdenkende, die stark gegen die sozialdemokratische Herrschaft Stellung bezogen, noch heftiger ausgegrenzt als zuvor.

Nach seiner Niederlage 2013 wurde Stoltenberg Generalsekretär der NATO. Als Premierminister war er selbst kein besonderer antiisraelischer Hetzer, sondern er tolerierte solche Hetze durch seine Partei und Verbündete. An verschiedenen Veranstaltungsorten, an denen er sprach, gab es brutale verbale Angriffe auf Israel, bei denen er schwieg. Indem er sich diesen Angriffen nicht entgegenstellte, billigte er sie.

Stoeres Antiisraelismus erreichte einen extremen Punkt, als er einen Kommentar für die Rückseite eines Buches der zwei norwegischen Hamas-Anhänger Mads Gilbert und Erik Fosse schrieb. In Øyne i Gaza (Augen in Gaza) über die Operation Gegossenes Blei 2009 behaupteten sie, Israel sei damals in den Gazastreifen eingedrungen, um Frauen und Kinder zu töten.

Stoere spielte immer ein doppeltes Spiel. Im Januar 2009 fanden in Oslo die antisemitischsten Krawalle aller Zeiten statt. Muslime griffen pro-israelische Demonstranten mit potenziell tödlichen Projektilen an. Stoere besuchte hinterher die Synagoge von Oslo, um seiner Solidarität mit der jüdischen Gemeinde Ausdruck zu verleihen.

2012 wurde eine Studie des Norwegischen Zentrums für Studien des Holocaust und religiöser Minderheiten veröffentlicht. Sie wurde von der Regierung bezahlt. Die Studie stellte fest, dass achtunddreißig Prozent der Norweger glauben, Israel handle gegenüber den Palästinensern so, wie die Nazis sich gegenüber den Juden verhalten hatten.[3] Als der damalige israelische Präsident Shimon Peres 2014 Norwegen besuchte, erklärte er unsinnigerweise: „Norwegen ist die Perle der Menschheit, gebaut auf humanen Werten; es strebt danach Menschen gleich und frei zu machen.“[4]

Während der Jahre der Regierung Solberg, endete der extreme Antiisraelismus bei Organisationen hauptsächlich der norwegischen Linken. Im Gegenteil nicht. Die große Gewerkschaft LO, die eine wichtige Kraft hinter der Arbeitspartei ist, sprach sich dafür aus Israel total zu boykottieren.[5] 2014 stimmte die christliche Jugendorganisation CVJM/CVJF für einen Boykott von Waren und Dienstleistungen aus den Gebieten.[6] Die Ortsgruppe Oslo lehnte den Boykott allerdings ab.[7]

Man unterschätzt die Bedeutung Norwegens oft, weil das Land kein Mitglied der Europäischen Union ist und nur etwa 5 Millionen Einwohner hat. Doch seine großen Gas- und Öl-Einnahmen haben es in die Lage versetzt im Ausland wichtige Spenden zu geben, darunter für palästinensische Anliegen. Die Regierungen der Arbeitspartei haben reichlich Gebrauch davon gemacht und die Regierung Solberg hat die Spendentätigkeit fortgesetzt.

Im Mai diesen Jahres forderte Norwegen dann allerdings Gelder zurück, die es einem Frauenzentrum im Westbank-Dorf Buraq gespendet hatte.[8] Es war bekannt geworden, dass das Zentrum nach Dalal Mughrabi benannt war, die 1978 das Massaker auf einer Schnellstraße bei Tel Aviv anführte, bei dem 37 israelische Zivilisten, darunter viele Kinder, getötet und Dutzende verletzt wurden.

Eine kürzlich von Jonas Duc Enstad vom Zentrum für Extremistenstudien der Universität Oslo durchgeführte Studie erklärte, es sehe so aus, als ob „die meisten antisemitischen Vorfälle in Norwegen von Arabern und Linksradikalen verursacht werden“.[9]

Da Schwedens Regierung derzeit der wichtigste antiisraelische Hetzer in Europa ist, ist die Feststellung interessant, dass vor den Wahlen die norwegische Immigrationsministerin Sylvi Listhaug von der Fortschritt-Partei mehrmals warnte, Norwegen solle nicht gestatten, dass sich „schwedische Zustände“ entwickeln. Die Financial Times schrieb: „Das ist ein Code für die Bandenkriege, Schießereien, das Abfackeln von Autos und andere Integrationsprobleme, die Schweden in den Vororten der drei größten Städte Stockholm, Göteborg und Malmö erlitten hat.“[10] Man könnte sich auch daran erinnern, dass Malmö von vielen Experten als Europas Hauptstadt des Antisemitismus betrachtet wird.

Listhaug reiste kurz vor den Wahlen zudem nach Stockholm und besuchte den extrem gewalttätigen Vorort Rinkeby. Darüber hinaus erklärte sie, dass es in Schweden mehr als 60 No-Go-Areas gibt. Schweden mit seinen 10 Millionen Bürgern ist das dominierende skandinavische Land und viele Schweden sehen auf Norwegen herab. Diese ungewöhnliche norwegische Kritik traf Schweden unter der Gürtellinie, umso mehr, als sie weitgehend zutraf.

Wenn Solberg es schafft vier Jahre lang zu regieren, könnte dies Israel in die Lage versetzen seine Beziehungen zu Norwegen weiter zu verbessern und seinen linken Feinden dort besser entgegenzuwirken.

[1] http://sicsa.huji.ac.il/sites/default/files/sicsa/files/acta37.pdf

[2] https://heplev.wordpress.com/2012/03/26/norwegen-das-antisemitischste-land-des-westens/; http://www.timesofisrael.com/at-jerusalem-panel-norwegians-spar-over-israel-and-anti-semitism/

[3] Christhard Hoffmann, Øivind Kopperud, Vibeke Moe, et.al.:Antisemittisme i Norge? Den norske befolkningens holdninger til jøder og andre minoriteter. Zentrum für das Studium des Holocaust und religiöser Minderheiten. Mai 2012.

[4] http://www.jpost.com/Diplomacy-and-Politics/Norwegian-family-greets-Peres-with-honor-guard-canons-352030

[5] http://www.jta.org/2017/05/12/news-opinion/world/norways-largest-trade-union-calls-for-blanket-boycott-of-israel

[6] http://www.jpost.com/Diplomacy-and-Politics/Norwegian-YMCA-embraces-boycott-Israel-policy-343995

[7] http://www.israelwhat.com/2014/03/13/oslo-chapter-of-ymcaywca-reject-ymcaywca-israel-boycott/

[8] http://www.jpost.com/Arab-Israeli-Conflict/Norway-UN-withdraw-funds-from-West-Bank-womens-center-named-for-terrorist-494345

[9] http://www.hlsenteret.no/publikasjoner/digitale-hefter/antisemittisk-vold-i-europa_engelsk_endelig-versjon.pdf

[10] http://www.ft.com/content/23ea67a2-8d80-11e7-a352-e46f43c5825d

Großbritannien und seine Juden

Melanie Phillips, 7. Oktober 2005 (nicht mehr online)

Eine scharfe Kritik von Nick Cohen im „New Statesman“ beschreibt sehr genau den Feuersturm antijüdischen Hasses, der derzeit über die britische Kultur-Landschaft hinwegfegt. Cohen ist einer dieser wenigen mutigen Linken, die sich ihren Genossen widersetzten und den Krieg im Irak unterstützten. Dafür wurden sie von genau diesen Genossen diffamiert und schikaniert. Aber Cohen beschreibt hier den weiteren Dreh, der durch das rassische Identitätsmerkmal seines Nachnamens geliefert wird:

Ich erfuhr, dass es eine Sache ist „Cohen“ zu heißen, wenn man mit der liberalen Orthoxie überein stimmt, aber eine ganz andere, wenn man liberalen Verrat aufzeigt. Die eigenen Argumente können nicht auf Basis ihres Wertes diskutiert werden. Es muss einfach eine böse Motivation im Spiel sein. Es kann nur so sein, dass man Ariel Sharon unterstützt. Es kann nur so sein, dass man im Lohn der „internationalen“ Medienmogule oder Neokonservativen steht. Man muss einfach böses Blut haben. Man muss einfach ein Jude sein…

Während die Monate vergingen und die Iraker zwischen einer kriminell inkompetenten Besatzung und „Eindringlingen“ gefangen waren, die so weit rechts standen, dass sie gar nicht mehr ins Koordinatensystem passten, bekam ich alles ab, was es gab. Ein führender Linker bat mich, ihn mit Mitgliedern der neuen Regierung in Kontakt zu bringen. „Ich wusste es! Ich wusste es!“, heulte er, als wir uns das nächste Mal trafen. „Sie wollen Israel anerkennen!“

Ich erlebte, was viele Schwarze und Asiaten mir gesagt hatten: Man kann es nicht beschreiben. Wo die Leute im politischen Spektrum stehen, sagt nichts über ihre tief sitzenden Überzeugungen. Ich stellte fest, dass die extreme Linke nicht auf die abschreckende Sozialistische Arbeiterpartei beschränkt war, sondern ihr viele gewissenhafte Leute angehörten, die zu treffen angenehm und mit denen zu diskutieren bildend war. Dabei war die Mitte nicht annähernd so moderat, wie sie sich das gerne wünschte. Einen Moment lang glaubte ich, ich würde mit einem BBC-Reporter oder liberalen Akademiker sprechen und ihn als zivilisierten Menschen ansehen; im nächsten Moment fing er an über die Juden zu schimpfen…

Ich könnte so weiter machen. Der Augenblick aber, in dem Bestürzung sich in stete Verachtung verwandelte, war der, als der Guardian eine Internet-Diskussion brachte, die den Titel hatte: „David Aaronovitch und Nick Cohen reichen aus, um einen guten Mann antisemitisch zu machen“. Prachtvoll beschwerte sich ein wachsamer Leser, dass der Titel mit einem Vorurteil belegt sei ñ die Diskussion hätte heißen sollen: „David Aaronovitch und Nick Cohen reich aus, um einen guten Mann oder eine gute Frau antisemitisch zu machen.“…

Um ein globales Phänomen als rationale Reaktion auf israelische Unterdrückung wegzuerklären, muss man einmal mehr den Juden zu einer übernatürlichen Figur machen, deren Existenz die Ursache der Unzufriedenheiten der gesamten Erde ist. Man muss den Antisemitismus wieder beleben.

Es scheint so, als habe Cohen einige Zeit gebraucht, um die genaue Natur und das Ausmaß dieses Wahnsinns zu begreifen, der das öffentliche Leben Großbritanniens eingenommen hat. Während er aber richtigerweise die außergewöhnliche Achse zwischen der Linken und dem islamischen Faschismus identifiziert hat, ist ihm die Tatsache entgangen, dass dieses Gruppendenken auch einen großen Teil der Rechten einschließt. Konservativ denkende Briten der Mitte, die von der Voraussetzung ausgehen, dass es für sie keine Bedrohung durch schreckliche Islamisten gäbe, wenn Großbritannien nur die Zugbrücke über den Atlantik hochgezogen hätte, glauben inbrünstig, dass der globale Jihad tatsächlich eine Reaktion auf israelische Unterdrückung sei.

Jetzt hat der britische Oberrabbiner, Sir Jonathan Sacks, endlich darüber gesprochen, was passiert. Er hat im Jewish Chronicle gewarnt vor

einer neuen Welle des Antisemitismus und gesagt: „Es hat Zeiten gegeben, zum ersten Mal seit ich mich erinnern kann, wo es ungemütlich gewesen ist, ein Jude in Großbritannien zu sein“…

In seiner Botschaft zitiert Sir Jonathan vom Generalsekretär des Muslim Council of Britain, Sir Iqbal Sacranie unterstützte Aufrufe den Holocaust-Gedenktag abzuschaffen, weil dieser Muslime beleidigt. Er nimmt auch Bezug auf Bemerkungen mit „antisemitischen Untertönen“ durch Personen des öffentlichen Lebens, den angedrohten akademischen Boykott Israels Anfang diesen Jahres und Kirchendebatten über den Abzug von Investition aus Israel.

Er sagt, dass Israel und den Juden die Rolle des Sündenbocks für die Probleme zugeschoben wird, die durch globale Veränderungen aufgeworfen werden, obwohl sie nicht für diese verantwortlich sind. Der neue Antisemitismus unterscheide sich vom alten dahin gehend, dass er „politisch statt rassisch ist, sich auf die Juden als Nation statt den Juden als Einzelperson konzentriert. Aber er hat alte Mythen übernommen und angepasst, vom Ritualmord-Vorwurf bis zu den Protokollen der Weisen von Zion“. Obwohl Israel mit solchen Vorfällen nichts zu tun hat, wie z.B. der „Ermordung von Millionen Muslimen durch ihre Glaubensbrüder“ im Irak, dem Sudan und andernorts, wird es „zum Sündenbock des 21. Jahrhunderts“ gemacht, sagt der Oberrabiner.

Die Intervention des Oberrabbiners ist bedeutsam. Bisher war er vorsichtig, dachte wahrscheinlich an die Tatsache, dass er, wie so viele britische Juden, für die die Illusion einer Idylle jetzt grausam zerschlagen ist, zögerte die Zerstörung des Märchens zuzugeben, dass die Juden Großbritanniens sicher seien. Darüber hinaus ist die jüdische Gemeinschaft in Großbritannien polarisiert; da gibt es viele britische Juden – hauptsächlich in der Linken – die sich mit genau denen in eine Reihe stellen, die Cohen und den Rest von uns diesen widerlichen Schmähungen ausgesetzt haben und die entschieden das Wiederaufkommen antijüdischer Gefühle leugnen, statt dessen alle Verantwortung Ariel Scharon, den Neocons und George W. Bush zuschieben. Aber die Tatsache, dass jemand vom Kaliber des Oberrabbiners jetzt auf den Plan tritt und es laut und deutlich sagte, bedeutet, dass es nicht länger einfach sein wird, es als das Toben einiger weniger Spinner, Paranoiker und Scharon-Groupies abgetan werden kann. Es zwingt sich dem Mainstream auf. Es verlangt nach einer Antwort der politischen Klasse.