Jeremy Corbyn, der Antisemiten legitimiert

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der Ausbruch von Antisemitismus und Antiisraelismus in der britischen Labour Party sollte vor dem Hintergrund der Einstellungen und dem Verhalten ihres aktuellen Parteichefs Jeremy Corbyn sowie einiger seiner Stellenbesetzungen gesehen werden. Dieser extreme Linke wurde im September 2015 mit fast 60% der Stimmen zum Parteichef gewählt.[1] Das durch sein Erscheinen als Leiter von Labour geschaffene Klima hat antiisraelische und antisemitische Parteimitglieder ermutigt eine Kakofonie an Hassäußerungen von sich zu geben.

In der Vergangenheit trug Corbyn auf verschiedene Weisen zu Antiisraelismus und Antisemitismus in der Labour Party bei. Er lud z.B. Vertreter der Terrororganisationen Hisbollah und Hamas ins britische Parlament ein und nannte sie „meine Freunde“.[2] Seine Einstellung zur Hamas, einer Organisation, die für Völkermord an Juden wirbt,[3] erhielt das Lob einer Führungskraft der palästinensischen Terrorgruppe.[4] Obwohl sich mehrere ranghohe Sozialdemokraten z.B. in Norwegen[5] mit Hamas-Vertretern getroffen haben, brachte keiner von ihnen ähnliche Wärme gegenüber den Terroristen zum Ausdruck.[6]

Corbyn hat auf Spendenveranstaltungen für die Organisation Interpal gesprochen und erschien in einem ihrer Werbevideos. Der Interpal-Vorsitzende Ibrahim Hewitt – ein Mann, dem die Einreise in die USA, Kanada und Australien verboten ist und bekannt für Ansichten wie der Empfehlung Ehebrecher zu steinigen – ist Corbyns „guter Freund“.[7] Die Daily Mail berichtete, dass Interpal Geld für ein Festival in Gaza gespendet hat, auf dem Kinder vorspielten, wie man auf israelische Soldaten einsticht.[8]

Soweit es Antisemitismus betrifft hat Corbyn eine langjährige Beziehung zum Holocaustleugner Paul Eisen, mit dem er sich bei mehreren Gelegenheiten getroffen hat. Eisen behauptet Corbyn habe fünfzehn Jahre lang an Treffen mit seiner extremen Gruppe Remember Deir Yassin[9] teilgenommen und ihrer Sache Geld gespendet.[10] Der Jewish Chronicle warf sieben Fragen zu höchst problematischen Themen aus Corbyns Vergangenheit auf.[11] Schließlich gab ein Sprecher eine ausweichende und nicht eindeutige Antwort.[12]

Nichts davon macht Corbyn zum direkten Antisemiten. Man kann ihn viel besser als jemanden bezeichnen, der Terroristen und Antisemiten durch sein Auftreten und seine Worte legitimiert. Solches Tun wird in keiner Definition des Antisemitismus erscheinen. Sie sind jedoch typisch für viele „Mitreisende“ antijüdischer und antiisraelischer Hassverbreiter.

Von rund zwanzig der Mitglieder, die von der Labour Party bislang suspendiert wurden, sind die Namen bekannt. Zwar sind es mehrheitlich Muslime, der prominenteste suspendierte Hassverbreiter ist aber Ken Livingstone, ein einheimischer Engländer, ehemaliger Bürgermeister von London und enger Vertrauter Corbyns. Als Corbyn zum Parteichef aufstieg, ernannte er Livingstone zum Labour-Vizevorsitzenden für die Überprüfung von Verteidigungsangelegenheiten.[13]

Nicht alle in den vergangenen Wochen aufgedeckten Verleumdungen gehen auf die Zeit von Corbyns Parteiführung zurück. Doch das Scheinwerferlicht der Medien auf Labours Antisemitismusproblem hat die Aufmerksamkeit auch auf früheren Antiisraelismus und Antisemitismus gelenkt, wie er von gewählten Funktionären und Mitgliedern der Partei zum Ausdruck gebracht wurde.

Nachdem er zum Labour-Parteichef gewählt wurde, musste Corbyn etwas behutsamer sein als während seiner Arbeit als Abgeordneter am Rand der Partei. So holte er z.B. die proisraelische jüdische MP Luciana Berger in sein Schattenkabinett und gab ihr das Gesundheits-Portfolio.[14] Während der jährlichen Labour-Konferenz im September 2015 musste er auch vor den Labour Friends of Israel sprechen. Er tat das, erwähnte Israel aber nicht ein einziges Mal.[15]

Seamus Milne, einer der engsten Mitarbeiter Corbyns, hat ebenfalls seinen Hass auf Israel zum Ausdruck gebracht. Dieser Journalist der Tageszeitung The Guardian wurde vom neuen Parteichef kurz nach dessen Wahl in die Position des Exekutivdirektors der Partei für Strategie und Kommunikation ernannt.[16] Mit anderen Worten: Er ist Corbyns Imageberater. Es wurde ein Video veröffentlicht, in dem Milne die Gründung Israels als ein Verbrechen beschreibt. Er ist außerdem ein Hamas-Unterstützer und sagte: „Trotz der entsetzlichen Verluste ist die Hamas nicht gebrochen und wird wegen des Widerstandsgeistes des palästinensischen Volks auch nicht gebrochen werden.“[17]

Corbyn hat widerwillig auf die Vorwürfe zum Antisemitismus in seiner Partei reagiert. Er zog es vor abzustreiten, dass das Problem existiert. Ende April diesen Jahres erklärte Corbyn in Reaktion auf die Antisemitismus-Beschuldigungen in der Labour Party: „Nein, es gibt kein Problem. Wir sind absolut gegen Antisemitismus in jeder Form innerhalb der Partei. Mit der sehr geringen Zahl der Fälle, auf die wir aufmerksam gemacht worden sind, wurde rasch und direkt umgegangen und das wird auch weiter geschehen.“[18]

Während der Fragen an den Premierminister am 4. Mai des Jahres griff David Cameron Corbyn mehrmals wegen dessen Freundschaft mit Hamas und Hisbollah an. Er bezeichnete diese Terrororganisationen als Corbyns Freunde und fragte: „Sind sie Ihre Freunde oder nicht?“ Cameron fügte in seiner Attacke auf den Labour-Chef hinzu: „Weil diese Organisationen in ihren Satzungen an die Verfolgung und das Töten von Juden glauben, sind sie antisemitische Organisationen, sie sind rassistische Organisationen; er muss aufstehen und sagen, dass sie keine Freunde sind.“[19] Corbyn beantwortete die Frage typischerweise nicht mit einem klaren Ja oder Nein.

David Hirsch, ein jüdischer Akademiker, der in der akademischen Welt seit Jahren gegen britischen Antisemitismus kämpft, hat die Einstellungen von Corbyn und den Linken, die er repräsentiert, methodisch analysiert. Er fasste die Ansichten des derzeitigen Labour-Chefs wie folgt zusammen: „Die corbynistische Weltsicht ist eine, die einige autoritäre Staaten, einige Terrorbewegungen und einige Arten von Antisemitismus als objektiv auf unserer Seite gegen Imperialismus sieht, als Teil der globalen progressiven Bewegung. Manchmal erfolgt ein Eingeständnis, dass die Gewalt und der Antisemitismus dieser ‚Genossen‘ nicht ganz mit unseren eigenen Werten in Einklang stehen; sie sind zugegebenermaßen nicht schön, aber wer sind ‚wir‘, die Unterdrückten über Werte zu belehren?“[20]

Es stellt sich heraus, dass Antiisraelismus und Antisemitismus als nützliches Prisma dienen, durch das die moralische Degeneration einer weiteren sozialdemokratischen Partei Europas betrachtet werden kann. Es ist meist auch ein Indikator für weitere große Probleme. Corbyns politische Ansichten zum Beispiel gefährden die britische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Angesichts des derzeitigen Zustands der Labour Party ist es höchstwahrscheinlich, dass über die bereits problematische Durchdringung der Wählerrepräsentation durch Antisemiten und Beschöniger von Hassverbreitung viele weitere Probleme ans Licht kommen werden.

[1] http://www.theguardian.com/politics/2015/sep/12/jeremy-corbyn-wins-labour-party-leadership-election

[2] http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/aug/13/jeremy-corbyn-labour-leadership-foreign-policy-antisemitism

[3] http://avalon.law.yale.edu/20th_century/hamas.asp

[4] http://www.breitbart.com/jerusalem/2016/05/02/exclusive-hamas-corbyns-willingness-talk-us-painful-hit-zionist-enemy

[5] http://news.bbc.co.uk/2/hi/6470669.stm

[6] http://sicsa.huji.ac.il/pdf/ACTA37.pdf, S. 8-9.

[7] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3561337/As-Labour-anti-Semitism-row-deepens-revealed-Jeremy-Corbyn-s-pet-charity-funded-Palestinian-festival-hate-children-dressed-terrorists-acted-murdering-Jews.html

[8] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3561337/As-Labour-anti-Semitism-row-deepens-revealed-Jeremy-Corbyn-s-pet-charity-funded-Palestinian-festival-hate-children-dressed-terrorists-acted-murdering-Jews.html

[9] „Erinnert an Deir Yassin“ oder „Gedenkt Deir Yassin“

[10] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3187428/Jeremy-Corbyn-s-links-notorious-Holocaust-denier-revealed.html

[11] http://www.thejc.com/news/uk-news/142144/the-key-questions-jeremy-corbyn-must-answer

[12] http://www.thejc.com/news/uk-news/142656/jeremy-corbyn-responds-jc%E2%80%99s-seven-questions

[13] http://www.telegraph.co.uk/news/politics/labour/12002961/Ken-Livingstones-appointment-shows-Jeremy-Corbyns-contempt-for-his-MPs.html

[14] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/jeremy-corbyn-creates-new-dedicated-minister-for-mental-health-in-his-shadow-cabinet-10500075.html

[15] http://www.thejc.com/news/uk-news/146106/jeremy-corbyn-heckled-after-labour-friends-israel-speech

[16] http://www.newstatesman.com/politics/media/2015/10/jeremy-corbyn-appoints-seumas-milne-head-strategy-and-communications

[17] http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/211571

[18] http://www.telegraph.co.uk/news/2016/04/28/ken-livingstone-suspended-labour-party-anti-semitism/

[19] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/david-cameron-jeremy-corbyn-hamas-hezbollah-friends-pmqs-labour-antisemitism-row-a7012821.html

[20] http://fathomjournal.org/the-corbyn-left-the-politics-of-position-and-the-politics-of-reason/

Was ein Selfie über die Verhältnisse sagen kann

Auf der Seite der Times of Israel schreibt Will T.G. Miller in seinem Blog über eine junge Muslima in Belgien, die von einigen linkslastigen (US-) Medien als Heldin der Eintracht und des Friedens gefeiert wurde. Sie hatte sich bei einer Demonstration in Antwerpen demonstrativ im Kopftuch vor Demonstranten für das Verbot islamischer Kopfbedeckungen (oder doch nur die Vollverschleierung?) gestellt und in Siegerpose ein Selfie gemacht, das (nicht nur) in den sozialen Medien die Runde machte und ihr als Vorbild für „Frieden und Liebe“ Lob einbrachte. Ihr Verhalten zeigt einen gewissen Mut und soll bewundert werden.

Schon bald stellte sich allerdings heraus, wie friedliebend und für Zusammenleben die junge Frau tatsächlich ist. Sie sagte zwar im Interview mit der BBC, dass sie mit dem Foto zeigen wollte, „dass wir zusammenleben können, nicht nebeneinander, sondern miteinander“; was die Medien aber nicht herausfinden wollten, was, dass sich Toleranz und Miteinander nicht auf Juden bezieht. Für Juden gilt:

Hitler tötete nicht alle Juden, er ließ ein paar übrig. Damit wir wissen, warum er sie tötete. A*löcher.
Sch*juden, wollaah, ich hasse sie so sehr.

Seitdem versuchte sie ihre antisemitischen Hass-Tweets zu löschen, schließlich löschte sie ihren Twitter-Account komplett, aber die waren bereits reichlich dokumentiert worden. Doch das soll hier nicht das Thema sein. Millers Aufruf die westlichen Medien endlich für ihre Ignoranz und ihr Weißwaschen von muslimischem Hass zur Verantwortung zu ziehen, möchte ich allerdings eindeutig weiterempfehlen.

Mir ist ein anderer Aspekt der Selfie-Affäre aufgefallen. Die Frau hat sich vor Demonstranten gestellt, die gegen die Verschleierung stellten. Sie hat das im Kopftuch getan. Sie hat damit den Demonstranten vorgeführt, dass sie deren Ansichten entgegen tritt.

Was wäre geschehen, wäre die Situation umgekehrt gewesen? Nehmen wir eine beliebige Kundgebung von Muslimen, die irgendetwas fordert – mehr Rechte für Muslime oder die Trennung die Möglichkeit der Nichtteilnahme von Mädchen am Schwimmunterricht oder… Wir können auch beliebige Demonstrationen wie die zum „Al-Quds-Tag“ nehmen. Was geschieht dort mit Leuten, die irgendwo am Rand eine abweichende Meinung demonstrieren?

Wir kennen das. Im Ruhrgebiet wurde derart randaliert, dass die Polizei eine Wohnung stürmte (die Wohnungstür aufbrach), um eine Israelfahne abzuhängen. Israelfreunde werden angegriffen, wenn sie am Rande einer Demonstration eine Fahne zeigen. Während der letzten Jahre hatten die Organisatoren der „Al-Quds“-Tage alle Hände voll zu tun, um ihre Leute davon abzuhalten auf Andersdenkende loszugehen.

Stellen wir uns also vor, die junge Frau sei keine Muslima vor Anti-Kopftuch-Demonstranten, sondern eine beliebige Person mit einem Davidstern oder einem Kreuz um den Hals vor einem Trupp Demonstranten, die gegen Islamkritik demonstrieren. Was wäre wohl geschehen? Hätte diese Person ein siegessicheres Selfie aufnehmen können? Eher nicht. Wenn doch, wie hätten die Leute im Hintergrund wohl ausgesehen? Hätten sie so ruhig und abgeklärt da gestanden, wie die Leute im Hintergrund der Kopftuch-Frau? Mit Sicherheit nicht.

Was sagt uns das? Es sagt uns, wer für freie Meinungsäußerung steht und wer nicht. Unsere Gesellschaft – vielleicht nicht unbedingt die Leute, vor die die Selfie-Frau getreten ist, das weiß ich nicht. Aber sicher ist, dass die „Kollegen“ der jungen Frau mit der freien Meinungsäußerung „weniger tolerant“ umgehen, als die, vor denen sie demonstrierend hinstellte. Noch sind wir eine freie Gesellschaft, die aber leider nur mit einer Sorte Kritik umzugehen weiß – den anderen gegenüber wird sie zunehmend intolerant und restriktiv. Es gibt gerechtfertigte Kritik, die inzwischen nicht mehr geduldet wird, weil die Kritisierten sie nicht haben wollen, nicht damit umgehen können und mit Gewalt darauf reagieren. Statt die zu maßregeln, die nicht in der Lage sind sich mit Kritik auseinanderzusetzen und sie auszuhalten, werden die Kritiker untergebuttert und kriminalisiert.

Und DAS erzählt uns dieses Selfie einer boshaften muslimischen Antisemitin, die eben NICHT die Heldin ist, zu der sie linkslastige, Probleme ausblendende Medien zu machen versuchen.

Die bedeutende Rolle von Muslimen bei den antisemitischen Hetzern der Labour Party

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der Explosion antisemitischer Verleumdungen in der britischen Labour Party und der Debatte darüber voll gerecht zu werden würde einen ausführlichen Aufsatz erfordern. Darin müssten Themen wie die negative Rolle des neuen Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn untersucht werden, außerdem wie sein Vorgänger Ed Miliband den Boden für die aktuelle Situation bereitete, die unverhältnismäßige Präsenz von Muslimen unter den Tätern, die Reaktionen auf die antisemitischen Verleumdungen in der Partei selbst sowie die Kommentare von außerhalb, einschließlich derer jüdischer Stimmen, sowie die propalästinensische Einseitigkeit der Labour Party und die lange Geschichte des britischen Antisemitismus. Unten wird eines dieser Themen behandelt: die übergroße Anzahl der Muslime unter denen, die den Antisemitismus in der Partei betreiben.

Jeremy Corbyn ist ein linksextremer Parlamentarier, der im September 2015 den Parteivorsitz gewann, wobei er fast 60% der Stimmen erlangte. Corbyn beschrieb es einmal als seine „Ehre und Vergnügen“, „unsere Freunde“ von Hamas und Hisbollah als Gäste im Parlament zu begrüßen.[1] Als Premierminister David Cameron ihn ausdrücklich dazu aufforderte diese Wertungen zurückzunehmen, mauerte Corbyn und weigerte sich das zu tun.[2] Es wurde zudem bekannt, dass er regelmäßigen Kontakt mit dem Holocaust-Leugner Paul Eisen hatte.[3]

Nach mehreren Wochen der Enthüllungen zu antisemitischen Äußerungen von Labour-Repräsentanten wurde plötzlich Anfang Mai bekannt, dass die Partei bis zu fünfzig Menschen wegen rassischer und antisemitischer Aussagen suspendiert hatte.[4]

Zwar wurden nicht alle der extremsten aufgedeckten antisemitischen Verleumdungen von muslimischen Repräsentanten der Partei getätigt, aber sie stellen einen unverhältnismäßig großen Anteil der antisemitischen Täter. Salim Mulla war einer der Suspendierten. Dieser Stadtverordnete und ehemalige Bürgermeister von Blackburn behauptete, Israel stecke hinter ISIS. Wie so oft bei muslimischen Antisemiten rund um die Welt griff er nicht nur Israel an, sondern hetzte auch gegen Juden. Mulla schrieb: „Zionistische Juden sind eine Schande für die Menschheit.“[5] Beinazir Lasharie, eine Labour-Stadtverordnete in Kensington, postete auf Facebook eine Botschaft, in der es hieß: „Viele Menschen wissen, wer hinter 9/11 steckte und auch wer hinter ISIS steckt. Ich habe nichts gegen Juden … ich teile das nur!“[6]

Eine muslimische Sozialdemokratin in den Niederlanden tat 2014 die gleiche Meinung kund. Yasmina Haifi, eine nicht praktizierende Muslima, hatte eine bescheidene Position auf der Kandidatenliste der niederländischen Arbeitspartei für die Parlamentswahl 2012 inne.[7] 2014 war sie Projektleiterin für das nationale Cybersicherheits-Zentrum der Niederlande und damals twitterte sie: „ISIS hat nichts mit dem Islam zu tun. Das war ein wohlüberlegter Plan der Zionisten, um den Islam schlechtzumachen.“[8]

Der Haifi-Tweet erhielt große Aufmerksamkeit, weil sie eine Position in der wichtigsten Terrorbekämpfungsorganisation der niederländischen Regierung inne hatte. Als sie daraufhin ihres Postens enthoben wurde,[9] nahm die Haifi-Affäre eine neue Wendung, als eine Internetseite zu ihrer Unterstützung angelegt wurde.[10]

Der Moderator der Seite, Ismail Selvi, der in der Vergangenheit aus der niederländischen Militärakademie geworfen wurde, schrieb: „Diese Seite ist für Menschen gedacht, die Haifi unterstützen, also für die, die glauben, dass es eine Beziehung zwischen dem Zionismus und ISIS gibt.“[11] Die Seite bekam viele Tausend Unterstützer. Haifi verließ später die niederländische Arbeitspartei, höchstwahrscheinlich weil sie befürchtete hinausgeworfen zu werden.[12]

Die Labour-Unterhausabgeordnete Naz Shah aus Bradford hatte angeregt Israel in die Vereinigten Staaten zu verlegen. Als das öffentlich gemacht wurde, entschuldigte sie sich und trat von ihrem Posten als Referentin für den Labour-Schattenfinanzminister John McDonell zurück.[13] Shah wurde auch von der Partei suspendiert. Eine weitere muslimische Labour-Abgeordente, Rupa Huq, Vertreterin des Wahlkreises Ealing, verteidigte Shah in der BBC-Fernsehsendung „Today“; sie sagte dort, Shah habe sich nicht antisemitisch geäußert, sie habe lediglich die Äußerungen anderer geteilt.[14]

Später wurde bekannt, dass Huq selbst auf einem Treffen der Palestininan Solidarity Campaign gesprochen hatte, wo sie gefragt wurde ob Britannien sich wegen der Balfour-Erklärung entschuldigen sollte. Sie antwortete: „1948, das geschah unter einer britischen Regierung. In meinen Augen, eine Entschuldigung: Ja. Man könnte eine geben. Eine Labour-Regierung könnte das vermutlich durchkriegen.“ Als das öffentlich bekannt wurde, sagte sie der Daily Mail, das spiegele nicht ihre tatsächlichen Ansichten und sie hätte die Labour Friends of Israel unterstützt.“[15]

Es wurde auch berichtet, dass Shah den Labour-Stadtverordneten Mohammed Shabbir in Bradford als parlamentarischen Assistenten eingestellt hatte. Shabbir wird vorgeworfen antisemitische Äußerungen getätigt zu haben; von ihm wird gesagt, er behauptete russisch-orthodoxe Juden seien im „Sex-Menschenhandel“ involviert und er habe Tweets über einen „palästinensischen Holocaust im Gazastreifen“ gepostet.[16]

Ilyas Aziz aus Nottingham war ein weiterer muslimischer Labour-Stadtverordneter, der von der Partei wegen Ermittlungen suspendiert wurde. Auch er deutete an, Israel solle in die Vereinigten Staaten verlegt werden. Aziz schien darüber hinaus Aktionen Israels gegen die Palästinenser denen der Nazis gegen Juden gleichzusetzen.[17]

Am 2. Mai, demselben Tag, an dem Aziz und Mulla von der Labour Party suspendiert wurden, wurde ein dritter Stadtverordneter der Liste hinzugefügt – Shah Hussain aus Burnley. Er hatte dem israelischen Fußballer Yosi Benayoun getwittert, Israel mache mit den Palästinensern genau dasselbe, was Hitler den Juden antat.[18]

Aysegul Gurbuz, Labour-Stadtverordnete in Luton, twittete, Adolf Hitler sei der „größte Mann der Geschichte“. Sie fügte an: „Dass die Juden in den USA so mächtig sind, ist widerlich.“ Ein weiterer ihrer Post – inzwischen gelöscht – besagte: „Ohne meinen Helden Hitler hätten diese Juden die Palästinenser schon vor Jahren ausgelöscht. Sorry, aber das ist eine Tatsache.“ Gurbuz hoffte, der Iran würde Atomwaffen einsetzen, um „Israel von der Landkarte zu wischen“. Sie behauptete, dass die Tweets von ihrer Schwester gepostet worden wären.[19]

Ebenfalls suspendiert wurde Khadim Hussain, ein ehemaliger Oberbürgermeister von Bradford und heute dort Stadtratsmitglied.[20] Er geteilteeinen Facebook-Eintrag, in dem es hieß, dass der Tod von Millionen Afrikanern in Schulen nicht gelehrt wird, aber „euer Schulbildungssystem erzählt euch nur von Anne Frank und den sechs Millionen Zionisten, die von Hitler getötet wurden“.

Und noch ein muslimischer Stadtrat wurde von Labour suspendiert, der im Irak geborene Miqdad Al-Nuaimi‘ aus Newport.[21] Zu seinen Tweets gehörte: „Juden, in deren Namen das #israelische #zionistische Regime Kriegsverbrechen begeht, sollten sich sorgen: Es ist dieselbe arrogante Mentalität wie die der #Nazis.“ Ein weiterer Tweet aus dem Jahr 2014 lautete: „#Israel Regime & Armee nehmen zunehmend Arroganz & Völkermordcharakter der #Nazis an. Seltsame&starke Ironie hier.“

Muhammad Butt ist der Leiter des Stadtrats von Brent. Er teilte im April 2016 einen Post, der behauptete „Israel ist ein Terrorstaat wie ISIS“. Er entschuldigte sich später, als das öffentlich wurde, und sagte, er hätte den Post nicht bemerkt. Später trat er als führendes Mitglied für Gleichberechtigung der parteiübergreifenden Organisation der Londoner Stadträte zurück, der alle zweiunddreißig Boroughs der City of London repräsentiert.[22] Butt hatte zudem Kollegen eine E-Mail geschickt, in der er sie davor warnte ihre Privatsphäre-Einstellungen in den sozialen Medien zu ändern. In der Praxis bedeutet das, dies würde verhindern, dass ihre antisemitischen Bemerkungen in der Vergangenheit entdeckt würden.[23]

Waseem Zaffar, ein Labour-Stadtratsmitglied in Birmingham City, hat behauptet, die Regierung Großbritanniens stütze Israels Stimulierung extremistischer Gruppen wie ISIS. Er wurde zudem gefilmt, wie er die israelische Regierung beschuldigte staatlich unterstützten Terrorismus zu befürworten und forderte einen Boykott Israels.[24]

Aslam Choudry ist Labour-Stadtverordneter in Brent; er teilte einen Eintrag in den sozialen Medien, in dem es hieß „Zionisten waren schlimmer als Tiere“. Als eine Beschwerde eingereicht wurde, entschuldigte er sich.[25]

Ebenfalls suspendiert wurde Musabbir Ali aus Tower Hamlets in East London; er war ein Wahlkampfleiter der Labour Party. Ali hatte den Link zu einem Artikel voller Verschwörungstheorien über jüdische Kontrolle Englands seit hunderten von Jahren getwittert. Zuvor hatte er über die ISIS-Bombenanschläge in der türkischen Hauptstadt Ankara im Oktober getwittert, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden: „Ich denke, es muss das Werk des üblen #Israel sein.“ Genauso twitterte er im November: „#Juden werden 7mal mehr für ihre #Sünden bezahlen – #Islam wird die #religiöse Welt #einigen“[26]

Andere prominente Muslime in der Partei haben in der Vergangenheit ebenfalls antisemitische Äußerungen getätigt. 2014 sagte MP Jasmin Qureshi, die Bolton South East repräsentiert, es sei „ziemlich seltsam“, dass die israelische Regierung „selbstgefällig und glücklich“ sei Palästinensern zu erlauben wie „Juden behandelt zu werden, die Völkermord erlitten“. Später entschuldigte sie sich.[27] Das geschah, als Ed Miliband, ein Jude, Labour-Parteichef war.

2014 lag mit Shabana Mahmood, eine weitere muslimische Labour-Parlamentarierin, zusammen mit Dutzenden propalästinensischer Aktivisten auf der Straße vor einem Sainsbury-Geschäft in Birmingham, um gegen den „Warenbestand aus illegalen Siedlungen“ zu protestieren. Das Geschäft musste eine halbe Stunde lang schließen. Simon Johnson, Vorstandsvorsitzender des Jewish Leadership Council, reagierte: „Für ein Mitglied des Parlaments es ist völlig unangemessen öffentliche Störung zu fördern, die einen Supermarkt zwang zu schließen.“[28]

Labour hat jedoch keinen Ausschließlichkeitsanspruch auf antiisraelische muslimische Hassverbreiter. Ahmjed Hussain ist ein Aktivist für die Scottish National Party; sein Bild tauchte neben Parteichefin Nicola Sturgeon und anderen führenden Parteimitgliedern bei der Einführung des Parteiprogramms auf. Es wurde herausgefunden, dass er vor kurzem ein Foto mit der Parole „Israel hat keine Geschichte – nur eine Strafakte“ teilte. Er teilte auch ein Video, in dem behauptet wurde, dass die Terroranschläge vom 11. September 2001 eine Operation waren, die vom Mossad ausgeführt wurde, dem Auslandsgeheimdienst Israels. Ein weiterer von Hussain geteilter Post legte nahe, dass Israel hinter ISIS steckt. Als das bekannt wurde, wurde er aus dem Wahlkampf entfernt.[29]

Die obigen Darstellungen sind aus einer Reihe von Gründen wichtig. Jeder ausführliche Blick in ein westliches Land wird extreme muslimische, antisemitische Hetzer aufdecken, die üblicherweise aus religiösen Gemeinden heraus agieren. Hier liegt die Aktionsbasis in einer großen politischen Partei. Zusätzlich demonstrieren die derzeitigen Leiden der Labour Party, was geschieht, wenn eine Partei sich zerreißt, um für muslimische Wähler attraktiv zu sein, etwas, das für viele sozialistische Parteien unserer Zeit typisch ist. Wenn ein linker Führungspolitiker wie Corbyn die Islamo-Nazi-Bewegung Hamas „meine Freunde“ nennt, ermöglicht das antisemitische Hetze durch Parteimitglieder.

[1] http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/aug/13/jeremy-corbyn-labour-leadership-foreign-policy-antisemitism

[2] http://www.telegraph.co.uk/news/2016/05/04/labour-crisis-local-elections-2016-chief-rabbi-sadiq-khan-pmqs/

[3] http://www.theguardian.com/politics/2015/aug/13/jewish-chronicle-accuses-jeremy-corbyn-associating-holocaust-deniers

[4] http://www.telegraph.co.uk/news/2016/05/02/labour-has-secretly-suspended-50-members-for-anti-semitic-and-ra/

[5] http://www.itv.com/news/granada/2016-05-02/former-mayor-of-blackburn-zionist-jews-are-a-disgrace-to-humanity/

[6] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/khadim-hussain-former-lord-mayor-of-bradford-suspended-by-labour-party-over-anti-semitism-a6948856.html

[7] http://www.pvda.nl/berichten/2012/06/Onze-concept-kandidatenlijst

[8] www.trouw.nl/tr/nl/4500/Politiek/article/detail/3899328/2015/03/12/Commissie-Cohen-ambtenaar-niet-ontslaan-om-IS-tweet.dhtml

[9] „Ministerie schorst Haifi,“ Telegraaf, 13 August 2014.

[10] www.facebook.com/pages/Wij-steunen-ambtenaar-Yasmina-Haifi/676154822465592?fref=nf

[11] Alexander Bakker: Omstreden ambtenaar krijgt bijval. Telegraaf, 17. August 2014.

[12] Haifi uit PvdA na ophef om tweet. Elsevier, 19. September 2014.

[13] http://www.newstatesman.com/politics/staggers/2016/04/naz-shah-resigns-labour-frontbench

[14] http://blogs.spectator.co.uk/2016/04/listen-rupa-huqs-disastrous-turn-on-today/

[15] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3578892/We-say-sorry-creating-Israel-suggests-Labour-MP-party-continues-reel-Livingstone-s-suspension-remarks-Hitler.html

[16] http://www.thejc.com/news/uk-news/157406/labour-mp-naz-shah-hired-zio-tweet%E2%80%99-councillor-parliamentary-aide

[17] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/labour-antisemitism-row-suspends-councillor-ilyas-aziz-facebook-posts-israel-us-jeremy-corbyn-a7009771.html

[18] http://metro.co.uk/2016/05/02/labour-suspends-a-third-councillor-in-a-day-over-anti-israeli-posts-5854895/

[19] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3531852/Labour-councillor-20-suspended-claims-called-Hitler-greatest-man-history-latest-anti-Semitic-scandal-hit-Corbyn-s-party.html

[20] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/khadim-hussain-former-lord-mayor-of-bradford-suspended-by-labour-party-over-anti-semitism-a6948856.html

[21] http://www.bbc.com/news/election-2016-wales-36202016

[22] http://www.kilburntimes.co.uk/news/leader_of_brent_council_resigns_from_equalities_post_following_anti_israel_facebook_post_1_4528440

[23] http://www.thejc.com/news/uk-news/157955/labour-council-leader-warns-colleagues-after-his-israel-isis%E2%80%99-facebook-post-reve

[24] http://www.thejc.com/news/uk-news/157976/labour-reminds-councillor-responsibilities-after-israel-claims

[25] http://www.jpost.com/Diaspora/Zionists-worse-than-animals-post-shared-by-UK-Labor-official-reads-453042

[26] http://www.thejc.com/news/uk-news/158154/labour-suspend-activist-over-%E2%80%9Cjewish-genocide-british-people%E2%80%9D-tweet

[27] http://www.thejc.com/news/uk-news/115505/labour-mp-yasmin-qureshi-apologises-gaza-holocaust-comparison

[28] http://www.dailymail.co.uk/news/article-2729178/Labours-Shabana-Mahmood-accused-encouraging-mob-rule-anti-Israel-protest.html#ixzz47iU385bS

[29] http://www.scotsman.com/news/politics/snp-sidelines-party-activist-over-antisemitic-online-posts-1-4118195#ixzz47zjQXJth

Wie der Antisemitismus sich seit der Schoah verändert hat

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der Yom HaSchoah (Holocaust-Gedenktag) ist eine passende Gelegenheit sich einen Überblick über die vielen Arten zu verschaffen, auf die sich der Antisemitismus seit dem Holocaust verändert hat. Die aktuellen Formen des Antisemitismus zu identifizieren ist um so wichtiger, als sie den extremen Judenhass in einem Großteil Europas fortführen, das die Infrastruktur für den Völkermord an sechs Millionen Juden bereitstellte.

Eine solche Analyse ist etwas Komplexes. Die Grundmotive des Antisemitismus sind fast zwei Jahrtausende unverändert geblieben, aber ihre Erscheinungsformen haben mutiert und tun das weiter. Die ungeheuerliche Vorstellung, dass die Juden das absolut Böse sind, wurde von Christen vor vielen Jahrhunderten eingeleitet und beherrscht einige Kreise bis heute. Diese Dämonisierung wird mit der falschen, allen Juden der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugeschriebenen Verantwortung für den Tod Jesu begründet.

Der Nationalsozialismus, die extremste Bewegung des ethnisch-nationalen Rassismus, verwandelte dieses Kernmotiv der Juden als dem absolut Bösen in eine pseudowissenschaftliche Klassifizierung der Juden als Untermenschen. Derzeit ist das Motiv des absolut Bösen dem Nationalsozialismus zugeordnet. Das ist in Vorstellungen von Israel als Nazistaat mutiert. Umfragen haben gezeigt, dass Überzeugungen wie „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“ von mindestens 40% der Bevölkerung Europas getragen werden.[1]

Ähnliche Mutationen haben in Bezug auf wichtige Untermotive stattgefunden. Aus „jüdischen Verschwörungen“ sind „zionistische Verschwörungen“ geworden.[2] Der Ritualmord-Vorwurf, eine erfundene, mittelalterliche Verleumdung, die die Juden beschuldigt das Blut christlicher Kinder zum Backen von Matzen zu verwenden, ist im Kontext des Antiisraelismus ebenfalls mutiert. Vor einigen Jahren veröffentlichte die größte schwedische Zeitung, Aftonbladet, einen Artikel, in dem es hieß, dass Israelis Palästinenser töten, um ihnen ihre Organe für Juden zu entnehmen.[3]

Neben Mutationen uralter Hassmotive hat es eine beträchtliche Zahl weiterer Innovationen im Post-Holocaust-Antisemitismus gegeben. Am offensichtlichsten ist das Aufkommen von Holocaust-Leugnung. Dessen zugrundeliegendes Konzept ist einfach: Die bösen überlebenden Juden erfanden einen Völkermord an 6 Millionen ihrer Glaubensgeschwister durch die Deutschen und ihre Verbündeten. Damit nahmen sie die falsche Position der absoluten Opfer ein und beschuldigten verlogenerweise viele Europäer eines nicht existenten Massenmordes.

Abgesehen von Holocaust verursachte eine Reihe weiterer Faktoren Veränderungen, die den Nachkriegsantisemitismus enorm beeinflussten. Einer davon war die Gründung des Staates Israel, der es Antisemiten erlaubte ihren Hass auf den jüdischen Staat zu lenken, statt auf die überlebenden Juden. Die erwähnte Etikettierung Israels als Nazistaat ist dafür das deutlichste Beispiel.

Die innovativen Elemente des Antisemitismus zu analysieren wird durch mindestens drei weitere Faktoren erschwert, die in zeitgenössischen Erscheinungsformen des Phänomens Schlüsselrollen spielen. Diese sind das Aufkommen einer Nachkriegs-Opferkultur, die starke Zunahme des Postmodernismus und die Erfindung des Internets in Verbindung mit der Entwicklung der sozialen Medien.

Die Opferkultur ist am einfachsten zu analysieren. Sie entwickelte sich als Ergebnis des Holocaust und konzentrierte sich ursprünglich auf die Juden. Aus dem größten Teil des britischen Mandats Palästina war bereits ein Palästinenserstaat gemacht worden, der heute Jordanien heißt. Während die Juden die Teilung des Restes zwischen sich und den heute Palästinenser genannten Menschen akzeptierten, machten die Araber das nicht.

Trotzdem haben Antisemiten seitdem versucht aus den palästinensischen Arabern absolute Opfer zu machen, ungeachtet der Tatsache, dass die Mehrheit der Palästinenserpartei Hamas gewählt haben, vom Wesen her eine Bewegung aus Islamo-Nazis; in ihrer Charta wird offen für den Völkermord an den Juden geworben.[4] Als Teil dieses Prozesses ist Jesus, im Christentum als derjenige verehrt, der für die Menschheit starb, für einige Christen rückwirkend zum Palästinenser geworden. Sie vergleichen die Palästinenser mit Jesus am Kreuz, obwohl seine Lehren weit davon entfernt waren Völkermord zu unterstützen.

Der Postmodernismus ist schwieriger zu analysieren. Eines seiner Kennzeichen ist die Aufsplitterung von Sachverhalten. Das gilt auch für den Antisemitismus. Die Zahl antisemitischer Untermotive hat sich enorm vervielfältigt. Es gibt keine großen, identifizierbaren Aufwiegler wie die katholische Kirche beim religiösen Antisemitismus oder Nazideutschland beim ethnischen Antisemitismus.

Tatsächlich sind die Täterkategorien ebenfalls aufgesplittert. Man findet regelmäßig prominente Befürworter und Täter des Antisemitismus, die unter dem Mantel des Antiisraelismus agieren. Sie fallen besonders bei muslimischen Staaten, Muslimen in der westlichen Welt, Mainstream- und anderen Politikern, Medien, Akademikern, Gewerkschaften, NGOs, Rechtsextremen, für Lawfare eintretenden Juristen, den Vereinten Nationen mit ihrer extremen Einseitigkeit, selbsthassenden israelischen und jüdischen Einzelpersonen im Internet usw. auf.

Während das Christentum Antisemitismus in erster Linie durch Predigt und Lehre beförderte, haben sich heute auch die Verfahren seiner Vermittlung verändert. Medien stacheln mit Editorials und einseitiger Berichterstattung zu Antisemitismus auf; sie können zudem zur Ausstrahlung von Hass genutzt werden, indem man Hass verbreitende Op-Eds veröffentlicht. Die UNO hetzt mit Äußerungen ihres Generalsekretärs Ban Ki-moon gegen Israel und vermittelt Hass durch ihre Unterstützung von durch arabische Staaten initiierte, antiisraelische Anträge.[5]

Das Internet ist zu einer riesigen Plattform für die Vermittlung von Hass geworden. Es spiegelt allerdings auch eine weitere Veränderung des Antisemitismus mit der gewaltigen Beschleunigung der Verbreitung von Hassbotschaften. Im Mittelalter wanderten Dominikanermönche von Stadt zu Stadt und stifteten stetig und durchgängig zu Hass auf Juden an.[6] Das Internet kann Hassbotschaften innerhalb von Stunden oder Tagen an jeden Ort der Welt übermitteln und vervielfältigen.

Diese Veränderungen haben zwar den Wesenskern des Antisemitismus nicht geändert, aber sie sind so groß, dass die klassischen Methoden der Antisemitismusstudien zu unzureichenden Mitteln für das Verständnis des zeitgenössischen Hasskomplexes geworden sind. Aufeinander folgende israelische Regierungen haben es versäumt das Studium des Antiisraelismus zu stimulieren. Israel zahlt dafür einen hohen Preis, da es unerlässlich ist die Struktur der Bedrohungen des Landes in allen Details in Erfahrung zu bringen, um sie bekämpfen zu können. Tatsächlich hat die Inkompetenz der Regierungen in diesem Bereich eine wichtige Rolle dabei gespielt den aktuellen verbalen Ansturm gegen das Land möglich zu machen.

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[1] library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf

[2] S. zum Beispiel: http://www.timesofisrael.com/senior-dutch-govt-employee-isis-a-zionist-conspiracy/

[3] Donald Boström: Våra söner plundras på sina organ. Aftonbladet, 17. August 2009 (schwedisch). S. auch Mikael Tossavainen: The Aftonbladet Organ-Trafficking Accusations against Israel: A Case Study. Post-Holocaust and Anti-Semitism, Nr. 95, 1. März 2010.

[4] http://avalon.law.yale.edu/20th_century/hamas.asp

[5] http://www.jpost.com/Opinion/How-Ban-Ki-moon-undermines-the-UNs-universal-values-416628

[6] http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/judaica/ejud_0002_0005_0_05318.html

Das Ende des Erinnerns an den Holocaust

Jeff Jacoby, The Boston Globe, 1. Mai 2016

Lange bevor der Holocaust seinen Lauf nahm gab es bereits verzweifeltes Drängen ihn nicht vergessen zu lassen. In Verstecken und auf der Flucht, im Schatten der Gaskammern und dem Rauch der Krematorien versuchten Juden verzweifelt Zeugnis von den Ungeheuerlichkeiten der Nazis festzuhalten. Umgeben von Grauen, in Erwartung des eigenen Todes appellierten sie an die Zukunft: Erinnert euch.

In seiner Rede zur Verleihung des Nobelpreises erinnerte sich Elie Wiesel 1986 an den angesehenen Historiker Simon Dubnow, der immer und immer wieder sein Mitbewohner des Ghettos von Riga beschwor: „Yidden schreibt und farschreibt“ – „Juden, schreibt alles auf.“

Viele empfanden ein überwältigendes Bedürfnis die Wahrheit zu bewahren. „Zahllose Opfer wurden zu Chronisten und Historikern in den Ghettos, selbst in den Todeslagern“, sagte Wiesel. „Sie hinterließen außergewöhnliche Dokumente. Zeugnis abzulegen wurde zu einer Obsession. Sie hinterließen uns Gedichte und Briefe, Tagebücher und Fragmente für Romane, von denen einige weltweit Berühmtheit erlangten, andere immer noch unveröffentlicht sind.“ Und als der Krieg aus war und man das wahnsinnige Ausmaß der Endlösung voll begriff – die deutschen und ihre Kollaborateure hatten 6 Millionen Juden aus allen Ecken Europas ausgelöscht und mehr als ein Drittel der jüdischen Weltbevölkerung vernichtet – wurde der moralische Imperativ sich zu erinnern nur noch stärker.

Das Judentum hat mit Erinnerung immer eine intensive Bedeutung beigegeben; in zahlreichen Versen der hebräischen Bibel macht diese sie sogar zu einer ausdrücklichen religiösen Verpflichtung. Es überrascht nicht, dass Israels Parlament dem jüdischen Kalender für jeden Frühling den Yom HaSchoah – oder Holocaust-Gedenktag – hinzugefügt hat. (Er beginnt dieses Jahr Mittwochabend.) Für viele Holocaust-Überlebende und ihre Kinder wurde „Never Forget“ (Niemals vergessen) verständlicherweise fast zum 11. Gebot.

Aber eine Hingabe an Erinnerung ging weit über die Gemeinschaft dieser am stärksten von der industriellen Nazi-Kampagne zur Ausrottung der Juden hinaus. In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Holocaust-Gedenken, besonders im Westen, zu einem weit verbreiteten Kulturphänomen. Zahllose Bücher, Vorträge und Dokumentationen sind dem Thema gewidmet worden. Die akademische Welt ist reichlich mit Programmen für Holocaust-Studien ausgestattet. Auf kleinen wie großen Bildschirmen sind Filme und Miniserien zum Thema Holocaust sind zu überragenden Erfolgen geworden. Online-Quellen zum Lernen über den Holocaust sind fast zu zahlreich, als dass man sie zählen kann. Und Holocaust-Gedenkstätten und -Museen sind in großen und kleinen Städten auf jedem Kontinent außer der Antarktis gebaut worden.

Die Auslöschung des europäischen Judentums durch die Nazis, ein Übel, das so ohnegleichen ist, dass das Wort „Genozid“ zu seiner Beschreibung geprägt werden musste, gehört zu den am vollständigsten erforschten, dokumentierten und mit Gedenkstätten versehenen Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Der mächtige Naziführer Heinrich Himmler, der 1943 den bereits gut in Gang gekommenen Massenmord an den von Juden 1943 als „eine ruhmvolle Seite in unserer Geschichte, die niemals geschrieben werden darf“ bezeichnete, lag falsch. Die Geschichte wurde geschrieben. Die Erinnerung daran wird von einem Ozean an Forschung, Zeugenaussagen, Literatur und Bildung aufrechterhalten. Die letzten lebenden Überlebenden des Holocaust sind heute zumeist in ihren 80-er und 90-er Jahren; in ein paar Jahren wird fast niemand mehr übrig sein, um von den persönlichen Erfahrungen dessen zu erzählen, was es bedeutet in den einzigartigen Horror der Schoah eingehüllt zu sein.

Doch die Überlebenden haben zumindest diese Zusicherung: Was ihnen geschah wird nicht vergessen werden.

Oder etwa doch?

Die Ereignisse des Holocaust haben mich verfolgt, sei ich mich erinnern kann. Mein Vater, der 1925 in einem winzigen Dorf an der Grenzen zwischen der Tschechoslowakei und Ungarn geboren wurde, ist ein Überlebender von Hitlers Vernichtungsprogramm. Mit seinen Eltern und vier seiner Brüder und Schwestern wurde er von den Nazis im Frühjahr 1944 verhaftet, in einem überfüllten Ghetto eingesperrt und dann nach sechs Wochen in einen Viehwaggon getrieben, um nach Auschwitz abtransportiert zu werden. Von den sieben unmittelbaren Familienangehörigen, die im Todeslager ankamen, wurden sechs ermordet; einzig mein Vater entkam dem Tod.

Für mich ist der Holocaust immer immens persönlich gewesen. Er mag zwar vor eineinhalb Jahrzehnte vor meiner Geburt geendet haben, aber ich haben immer verstanden, dass auch ich zur Vernichtung ausgewählt war. In einer öffentlichen Rede hatte Hitler 1939 gelobt „die Vernichtung der jüdischen Rassen in Europa“ zu verwirklichen. Der Kern der Endlösung besteht darin endgültig zu sein. Keine Juden sollten überleben – vor allem keine jüdischen Kinder, über die 3.000 Jahre jüdischer Existenz fortzusetzen. Das war das Ziel, für das Deutschland eine solche, auf dem ganzen Kontinent durchgeführte Operation aufbaute und solch immense finanzielle Ressourcen einsetzte: Um auch den letzten Juden in Europa ausfindig zu machen und zu ermorden.

Niemals zuvor hatte eine Weltmacht, von Antisemitismus wahnsinnig gemacht, die Ausrottung eines gesamten Volks zu ihrem zentralen Ziel gemacht oder es derart zum Äußerten getrieben es zu erreichen. Das ist es, was den Holocaust so grotesk, entsetzlich einzigartig macht. Die beispiellose Bosheit des Antisemitismus, eines Hasses, der älter und anders ist als jeder andere der Menschheitsgeschichte, ist der Kern, um den es beim Holocaust geht – dies und die Rolle der Juden als der Kanarienvogel im Bergwerk der Zivilisation. Wenn eine Gesellschaft sich mit giftigen moralischen Dämpfen vollstopft, werden Juden zum Ziel von Fanatismus und Terror. Aber es endet selten bei ihnen. Hitler macht sich daran die Juden zu verbrennen; am Ende stand ganz Europa in Flammen.

Die Geschichte ist angefüllt mit furchtbaren Illustrationen der menschlichen Fähigkeit zu Grausamkeit, Hass und Gewalt; in jedem Zeitalter hat es skrupellose Tyrannen gegeben, die bereit waren zum Erhalt von Macht und Wohlstand zu foltern und zu töten. Dass unkontrollierte Intoleranz und Rassismus zu barbarischen Verbrechen führen können, ist eine unverzichtbare Lektion. Aber wenn „Nie wieder“ mehr als das ist, dann muss die Holocaust-Erinnerung als Fehlschlag gewertet werden.

Es war immer unausweichlich, dass die Ungeheuerlichkeit im öffentlichen Bewusstsein schwinden würde. Der menschliche Verstand ist zum Vergessen gemacht; weder Einzelne noch Gesellschaften können verhindern, dass das Ausmaß der quälenden Erinnerungen im Lauf der Zeit abnimmt. IN seinem neuen Buch In Praise of Forgetting denkt David Rieff über König Philips Krieg nach, einen mörderischen Konflikt zwischen englischen Siedlern und Indianern im Neuengland des 17. Jahrhunderts. Auf einer Pro-Kopf-Basis war es der blutigste Krieg der amerikanischen Geschichte und diejenigen, die das Gemetzel überlebten, müssen leidenschaftlich überzeugt gewesen sein, dass es niemals vergessen werden wird.

„Und doch“, schreibt Rieff, „redet abgesehen von professionellen Historikern der Krieg von König Philip fast niemand mehr darüber… Die historische Bedeutung eines Ereignisses in seiner eigenen Zeit und in den Jahrzehnten danach bietet keine Garantie, dass man sich im nächsten Jahrhundert noch daran erinnern wird, ganz zu schweigen von den vielen danach.“

Früher oder später – ich fürchte: früher als später – wird dem Holocaust dasselbe Schicksal zuteil werden.

Wie andere furchtbare Ausbrüche an Grausamkeit und Gemetzel wird der Holocaust gewissermaßen „gewöhnliche“ Geschichte werden. Inzwischen gibt es reichlich Belege, dass das, was Europas Juden während des Zweiten Weltkriegs widerfuhr, aus dem Allgemeinwissen verschwindet. 2013 stellte eine Umfrage bei 53.000 Befragten in 101 Ländern fest, dass lediglich 54 Prozent der Erwachsenen der Welt vom Holocaust überhaupt gehört hatten – und von diesen glaubt ein Drittel, dass er entweder ein Mythos ist oder enorm übertrieben worden ist.

So entmutigend diese Zahlen auch sind, sie werden sich zwangsläufig verschlechtern. Da die Generation der Holocaust-Überlebenden stirbt, da Holocaust-Leugner ihr Gift verbreiten, da Gleichgültigkeit gegenüber der Geschichte ihren unvermeidlichen Tribut fordert, wird die Erinnerung an den Völkermord der Nazis an den Juden sich verflüchtigen.

Mehr und mehr werden die Holocaustterminologie und seine Bilder banalisiert werden. Tatsächlich sind die Worte und Bilder seit Jahren furchtbar missbraucht worden. In ihrer Kampagne „Der Holocaust auf Ihrem Teller“ hat die Tierschutzorganisation PETA Hitlers Millionen menschliche Opfer mit Hühnern gleich gesetzt, die als Lebensmittel geschlachtet werden. In Taiwan wurden riesige Hitler-Bilder mit zum Nazigruß erhobenen Arm genutzt, um für Heizgeräte zu werben. In einer Fernsehsendung bestand der evangelikale Prediger Pat Robertson darauf, dass „was Nazideutschland den Juden antat, hat tut das liberale Amerika heute den evangelikalen Christen an … Das ist nichts anderes, das ist dasselbe.“

Holocaust-Erinnerung hat das Einsetzen der Holocaust-Amnesie nicht verhindert.

Während ein paar Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg machte seine schiere Monstrosität den Holocausts als Thema für Witze es undenkbar. Aber auch das ist über Bord gegangen, zusammen mit dem kurzfristigen Nachkriegs-Tabu, das widerlichen Antisemitismus aus der höflichen Gesellschaft verbannte. Heute wuchern Holocaust-Witze. „Geschmacklos und in üblem Geist sind einige davon Teil des Repertoires populärer Stand-up-Comedians geworden“, schreibt Alvin Rosenfeld, ein Forscher an der Indiana University. „Indem man jüdisches Leiden bespöttelt und verhöhnt versuchen Komiker wie Frankreichs Dieudonné, Norwegens Otto Jespersen, Irlands Tommy Tiernan und ihre Pendants in anderen Ländern Hitlers jüdische Opfer mit einem Lachen abzutun, indem sie sie über sie lustig machen.“

Das Gewissen der Welt war – hinterher – schockiert vom Ausmaß und der Grausamkeit des Holocaust. Angesichts solch monumental Bösenkönnte „Niemals vergessen“, wie „Nie wieder“ die einzig mögliche anständige Antwort gewesen sein. „Nach dem Krieg“, sagte Elie Wiesel, „beruhigten wir uns selbst damit, dass es ausreichen würde von einer einzigen Nacht in Treblinka zu erzählen … um die Menschheit aus ihrer Gleichgültigkeit zu rütteln und die Folterer davon abzuhalten jemals wieder zu foltern.“

Aber das reichte nicht. Berichte von dem, was in Treblinka getan wurde, verhinderte den Massenmord in Kamboscha oder Bosnien oder Ruanda nicht. Holocaust-Erinnerung hat die Menschen nicht gegen brutale Behandlung anderer Menschen geimpft. Museen und Filme und College-Kurse über die Schoah haben Völkermord nicht undenkbar gemacht – nicht einmal einen weiteren an Juden, wie die Regime im Iran und dem Gazastreifen regelmäßig deutlich machen.

Holocaust-Erinnerung hat Ausbruch der Holocaust-Vergesslichkeit nicht verhindert.

Für Überlebende wie meinen Vater und für die von ihnen aufgezogenen Söhne und Töchter ist es selbstverständlich, dass „Niemals vergessen“ ein unauslöschbarer moralischer Imperativ bleibt. Ich habe den Holocaust immer persönlich genommen und werde es immer tun. Aber die Welt, das weiß ich, wird es nicht tun. Irgendwann wird alles vergessen. Selbst die schlimmsten Verbrechen der Geschichte.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (1.-7. Mai 2016)

Sonntag, 01.05.2016:

Die Hamas prahlt, dass ihre Leute während der aktuellen Terrorwelle im April alle 2 Tage einen Messerangriff ausführten; dazu kamen 3 Schussangriffe und 2 Versuche Morde mit Autos zu verüben, außerdem der Bombenanschlag auf einen Linienbus.

Montag, 02.05.2016:

Was sagt uns das: Es gab wieder ein PA-Jugendfußballturnier – benannt nach dem Terroristen Abu Jihad (der zahlreiche Terroranschläge mit 125 Toten in die Wege leitete). Es wurde von einer Organisation veranstalte, die vom Vatikan finanziert wird. Und es fand auf einem Gelände statt, das Burj Luq Luq-Gesellschaft gehört, die von by UNICEF, UNDP, der EU, dem französischen Konsulat, dem britischen Konsulat, der Pontifikalen Gesandtschaft Jerusalem, ANERA (American Near East Refugee Aid) und Terre des Hommes finanziert wird.

Dienstag, 03.05.2016:

Der gestern Abend in Jerusalem verletzte Jude befindet sich auf dem Weg der Besserung. Den Terroristen, einen 18-jährigen Araber, konnte nach ein paar Stunden aufgestöbert festgenommen werden. Außerdem nahm die Polizei einen weiteren Araber fest, der verdächtig ist dem Terroristen geholfen zu haben.

Am Mittwoch wird die Patriarchenhöhle in Hebron wegen des muslimischen Festes Lailat al Miraj (Nachreise Mohammeds zu „fernsten Moschee“) für Juden geschlossen bleiben. Sie wird am Donnerstag um 16 Uhr wieder für Juden geöffnet.

Zoll und Shabak haben einen Versuch der Hamas vereitelt 4t Ammonium-Chlorid in den Gazastreifen zu schmuggeln. Das Material kann als Bestandteil des Treibstoffs von Raketen genutzt werden.

Der (dritte) Mörder des arabischen Jugendlichen, der im letzten Jahr in Jerusalem grausam getötet wurde, ist zu lebenslänglicher plus 20 weiteren Jahren Haft verurteilt worden.

Umweltgruppen warnen, dass die Abwässer aus dem Gazastreifen – sie werden von der Hamas ungeklärt ins Mittelmeer geleitet – neben der Küste des Gazastreifens auch die Strände Israels verschmutzen könnten. (Die neu gebaute Kläranlage ist kaum in Betrieb!).

Mittwoch, 04.05.2016:

Insgesamt sechsmal griffen Terroristen aus dem Gazastreifen innerhalb der letzten 24 Stunden am Gazastreifen Soldaten an, allein Mittwoch fünfmal mit Mörsern.

Nach der Welle der Mörserangriffe gab die Hamas eine Warnung an die Israelis aus: „Stellt unsere Geduld nicht auf die Probe.“ Äh, wer stellt hier wessen Geduld auf die Probe? Aber nach Maßgabe der Hamas eskaliert Israel die Lage. Wahrscheinlich durch die Suche nach den Terrortunneln?

Die Hamas prahlt, dass ihre guten Verbindungen zum britischen Labour Party-Chef Jeremy Corbyn „für die Zionisten schmerzhaft ist“. Sie pries den Vorsitzenden, weil der sich weigert arabische Terrororganisationen als Terrororganisationen zu bezeichnen.

Donnerstag, 05.05.2016:

Den zweiten Tag in Folge wurde den Bauern im Umfeld des Gazastreifens die Arbeit auf den Feldern verboten, weil Heckenschützenfeuer befürchtet wird.

Zur Beerdigung des Terroristen, der am Dienstag 3 Soldaten überfuhr, kamen mehrere tausend Araber, um ihn zu ehren.

Innerhalb von zwei Tagen hat die IDF am Gazastreifen 10 Terrortunnel entdeckt; dass die Hamas darauf mit Mörserbeschuss reagiert, zeigt, dass es sie ziemlich trifft.
Der Shin Beth hatte Anfang April einen Hamas-Terroristen festgenommen, dessen Vernehmung Informationen zu den Terrortunneln offenbarte, was anscheinend auch bei der Entdeckung der Tunnel gestern und heute half.

Hamas behauptet Israel habe ihr ein Abkommen angeboten, die IDF aus der Nähe des Gazastreifens zurückzuziehen, wenn die Terroristen auf den Beschuss israelischer Ziele verzichten. Israel bestreitet das.

Der Nahost-Gesandte der UNO ist besorgt wegen der Geschehnisse am Gazastreifen und rief „beide Seiten zu Zurückhaltung“ auf, um eine Eskalation zu verhindert. (Der hat wieder nicht gemerkt, dass Israel nur RE-agiert – wenn die Terroristen aufhören, schießt Israel auch nicht. Wer eskaliert also?)

Der PA-Mufti von Bethlehem betrieb wieder Judenhetze: Diese Woche bezeichnete er die Juden als Jesus-Mörder und machte aus Jesus einen Palästinenser, als sei er kein Jude gewesen.

Freitag, 06.05.2016:

Zahlen: Seit 1948 sind 23.447 israelische Soldaten gefallen. Im letzten Jahr kamen 68 dazu.

Hamas-Chef Ismail Haniyeh sagte, die Hamas wolle keinen erneuerten Krieg, wird aber das Eindringen israelischer Soldaten in den Gazastreifen nicht dulden. Außerdem behauptete er, die Hamas sei in Kontakt mit dem Ausland, um die Spannungen am Gazastreifen zu stoppen. (Wie wäre es, er würde einfach aufhören zu schießen?)

Ausgerechnet die Terroristen vom Palästinensischer Islamischer Jihad (die regelmäßig versuchen israelische Zivilisten zu ermorden) beschweren sich Israel habe arabische Zivilisten geschädigt, das würde gerächt werden.

Hamas versucht die Tunnelfunde der Israelis als unbedeutend abzutun: „Das waren alles nur alte Tunnel.“

Samstag, 07.05.2016:

Hassan Nasrallah von der Hisbollah fordert, dass die „israelischen Angriffe“ im Gazastreifen international verurteilt werden. Besonders beklagte er, dass die arabische Welt schweigt.