Arabisches Online-Magazin zitiert buchstäblich Goebbels, um das „Wesen der Juden“ zu beschreiben

Elder of Ziyon, 6. April 2017

Das arabische Online-Magazin „Highlights“ hat einen Artikel „Das Wesen der Juden, wie die Nazis sie sahen“. Mit welchem Foto der Artikel bebildert ist, sehen Sie oben.

Es handelt sich um eine arabische Übersetzung eines 1929 von Joseph Goebbels geschriebenen Aufsatzes mit dem einfachen Titel „Der Jude“.

Darin heißt es:

Es ist zwecklos sich gegen den Juden zu verteidigen. Er wird blitzschnell aus seiner Sicherheit zum Angriff vorgehen und mit seiner Rabulistik alle Mittel der Verteidigung beim Gegner zerbrechen.

Schnell macht er aus dem Gegner das, was der eigentlich an ihm bekämpfen wollte: den Lügner, den Unruhestifter, den Terroristen. Nichts wäre falscher, als wollte man sich dagegen verteidigen. Das möchte der Jude ja. Er erfindet dann täglich neue Lügen, gegen die sich sein Gegner numehr zur Wehr setzen muß, und das Ergebnis ist, er kommt vor lauter Rechtfertigung nicht zu dem, was der Jude eigentlich fürchtet: ihn anzugreifen. Aus dem Angeklagten ist nun der Ankläger geworden, und der drückt mit viel Geschrei den Ankläger in die Anklagebank hinein. So ging es bisher immer, wenn ein Mensch oder eine Bewegung sich unterstand, den Juden zu bekämpfen. So auch würde es uns ergehen, wären wir nicht bis ins letzte über seine Wesenheit orientiert, und hätten wir nicht den Mut, aus dieser Erkenntnis unsere radikalen Schlüsse zu ziehen. Und die sind:

  • Man kann den Juden nicht positiv bekämpfen. Er ist ein Negativum, und dieses Negativum muß ausradiert werden aus der deutschen Rechnung, oder es wird ewig die Rechnung verderben.
  • Man kann sich mit dem Juden nicht über die Judenfrage
    auseinandersetzen. Man kann ja doch niemandem nachweisen, daß man das Recht und die Pflicht habe, ihn unschädlich zu machen.
  • Man darf dem Juden im Kampf nicht die Mittel zubilligen, die man jedem ehrlichem Gegner zubilligt; denn er ist kein ehrlicher Gegner; er wird Großmut und Ritterlichkeit nur dazu ausnutzen, seinen Feind darin zu fangen.
  • Der Jude hat in deutschen Fragen nicht mitzureden. Er ist Ausländer, Volksfremder, der nur Gastrecht unter uns genießt, und zwar ausnahmslos in mißbräuchlicher Weise.
  • Die sogenannte religiöse Moral des Juden ist keine Moral, sondern eine Anleitung zum Betrug. Deshalb hat sie auch kein Anrecht auf Schutz und Schirm der Staatsgewalt.
  • Der Jude ist nicht klüger als wir, sondern nur raffinierter und
    gerissener. Sein System kann nicht wirtschaftlich – er kämpft ja
    wirtschaftlich unter ganz anderen Moralgesetzen als wir -, sondern nur politisch gebrochen werden.
  • Ein Jude kann einen Deutschen gar nicht beleidigen. Jüdische
    Verleumdungen sind nur Ehrennarben für einen deutschen Judengegner.
  • Der Wert eines deutschen Menschen oder einer deutschen Bewegung steigt mit der Gegnerschaft des Juden. Wird jemand vom Juden bekämpft, so spricht das absolut für ihn. Wer nicht vom Juden verfolgt oder gar von ihm gelobt wird, der ist nutzlos und schädlich.
  • Der Jude beurteilt deutsche Fragen immer vom jüdischen Standpunkt aus. Deshalb ist das Gegenteil von dem was er sagt richtig.
  • Man muß zum Antisemitismus ja oder nein sagen. Wer den Juden schont, der versündigt sich am eigenen Volk. Man kann nur Judenknecht oder Judengegner sein. Die Judengegnerschaft ist eine Sache der persönlichen Sauberkeit.

Mit diesen Grundsätzen hat die judengegnerische Bewegung Aussicht auf Erfolg. Und eine solche Bewegung wird vom Juden deshalb auch nur ernst genommen und gefürchtet.

Daß er dagegen lärmt und aufbegehrt, ist nur ein Beweis dafür, daß sie richtig ist. Wir freuen uns deshalb darauf, umgehend auf diese Zeilen in den jüdischen Gazetten die diebezügliche Quittung zu finden. Man mag dort Terror schreien. Wir antworten darauf mit dem bekannten Wort Mussolinis:

„…Terror? Niemals! Es ist Sozialhygiene. Wir nehmen diese Individuen aus dem Umlauf, wie ein Mediziner einen Bazillus aus dem Umlauf nimmt…“

Nur für den Fall, dass es nicht deutlich genug ist: Die Übersetzung ist in dem Teil des Magazin platziert, die „Die Sache Palästinas“ heißt.

Es ist also bemerkenswert, wie genau Goebbels‘ Rat in der arabischen Welt angenommen worden ist – offiziell geht es um „Zionisten“.

Die ambivalente Haltung Großbritanniens gegenüber dem muslimischen Terror

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Einmal mehr erlebt die Welt die britische Ambivalenz gegenüber muslimischem Terror. Das Vereinte Königreich war starr vor Schreck, als der 52 Jahre alte Khalid Masood am 22. März vor dem Parlamentsgebäude vier Menschen tötete und 29 verletzte.[1]

Das war nicht der erste durch islamische Ansichten motivierte tödliche Anschlag von Terroristen in Großbritannien. 2005 töteten Bombenzündungen in der Londoner U-Bahn und in Bussen 52 Menschen und verletzten Hunderte weitere.[2] 2013 wurde der britische Soldat Lee Rigby „verstümmelt und fast enthauptet, dann von Michael Adebowale (22) und Michael Adobolajo (28) ermordet, die ihm vor der Kaserne von Woolwich im Südosten Londons aufgelauert hatten.[3]

Die britische Ambivalenz gegenüber Terror ist offensichtlich. Trotz der entsetzlichen Natur der früheren Vorfälle sind Terrorunterstützer im Oberhaus willkommen. Am 27. Oktober 2016 war Baroness Tonge, ehemalige liberaldemokratische Abgeordnete und heute unabhängige Peer, die Gastgeberin. Die Teilnehmer des Treffens waren Mitglieder des palästinensischen PRC (Palestinian Return Center – Palästinensisches Rückkehrzentrum).[4] Die Zusammenkunft startete eine Kampagne, dass Großbritannien sich am 100. Jahrestag der Balfour-Erklärung von 1917 entschuldigen soll, mit der das Empire sich zur Unterstützung für das jüdische Volk in Palästina verpflichtete. Ohne Widerspruch durch Baroness Tonge, die dem Treffen vorstand, wurde Israel mit ISIS auf eine Stufe gesetzt und es wurde behauptet, dass Juden ihren eigenen Völkermord provozierten.[5]

Am 15. März lieferte Lucy Scott Moncrieff, die Kommissarin für Standards des Oberhauses, ein Urteil ab, die Baroness habe trotz überwältigender Belege des Gegenteils ehrenhaft gehandelt.[6] Ein paar Wochen davor schrieb Rabbi Abraham Cooper, der stellvertretende Dekan des Simon Wiesenthal Center, der Kommissarin, der unter anderem die Aufmerksamkeit auf einen Brief lenkte, den Tonge der britisch-jüdischen Verteidigungsorganisation Cummunity Security Trust (CST) schickte. In diesem Brief behauptete sie, Israel sei die Ursache von Antisemitismus. Darüber hinaus schrieb sie, dass der CST, eine Organisation britischer Juden, verpflichtet sei israelisches Handeln zu verurteilen.[7] Ihre Äußerung implizierte, dass Juden, die nicht in Israel wählen können, für dessen Handeln verantwortlich gemacht werden müssen.

Die Kommissarin des Oberhauses hätte einen weitere Fall berücksichtigen müssen. Das Vereinte Königreich war das erste Land, das die Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz IHRA) für die heimische Verwendung akzeptierte.[8] Wendet man deren Bestimmungen auf verschiedene Äußerungen an, die Lady Tonge im Lauf der Jahre von sich gab, kann man eine Vielzahl antisemitischer Aussagen feststellen.[9] Ein Beispiel für Antisemitismus aus der IHRA-Definition lautet: „Juden kollektiv für Handeln des Staats Israel verantwortlich machen.“ Tonges Brief an den CST läuft darauf hinaus.

Ein weiteres Beispiel: 2004 sagte Tonge, wenn sie Palästinenserin wäre, würde sie in Erwägung ziehen Selbstmordbomberin zu werden.[10] Das passt in ein weiteres Beispiel der IHRA-Definition für Antisemitismus – „im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Auffassung von Religion zum Tötens von Juden oder ihnen Schaden zuzufügen aufzurufen oder es zu rechtfertigen.“[11]

Tonge verwendete zudem eine zeitgenössische antiisraelische Version des alten Ritualmordvorwurfs, indem sie eine Ermittlung erfundener Vorwürfe forderte, israelische medizinische Teams hätten Organe „geerntet“, als sie 2010 nach Haiti kamen, um Menschen nach dem Erdbeben zu helfen.[12]

Ein weiterer Aspekt des im Oberhaus von Lady Tonge geleiteten Treffens betrifft die von ihr Eingeladenen, das Palestinian Return Centre. Der erfahrene niederländische Journalist Carel Brendel hat den Hintergrund des PRC detailliert recherchiert.[13] Er zitiert den Verfassungsschutzbericht des deutschen Innenministeriums von 2011, in dem es heißt: „Die HAMAS tritt in Europa nicht offen auf. Als Forum nutzt sie stattdessen u.a. das „Palestinian Return Centre“ (PRC) mit Sitz in London (Großbritannien).“[14] Brendel zitiert auch Verfassungsschutzberichte der Bundesländer Berlin und Nordrhein-Westfalen mit ähnlichen Schlussfolgerungen. Er berichtet, dass zwei der Schlüsselpersonen der Konferenz sich mit der Hamas identifizieren und als loyale Anhänger der Organisation gelten.

Der Daily Telegraph stellt heraus, dass das PRC in Großbritannien mit der Muslim Association of Britain in Beziehung steht, dem wichtigsten britischen Zweig der Muslimbruderschaft. Sie haben auch gemeinsame Direktoren. Das PRC hat auf seinen jährlichen Konferenzen regelmäßig Hamas-Führer empfangen.[15]

2011 veröffentlichte das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center ein Dokument über das PRC. Es begann mit der Erklärung: „Das Palestine Return Centre (PRC) ist ein palästinensisches Zentrum für antiisraelische Propaganda, das 1996 in London gegründet wurde. Es steht in Verbindung mit der Hamas und der Muslimbruderschaft und einige seiner ranghohen Personen sind Hamas-Aktivisten, die in Großbritannien Zuflucht fanden. Seine Gründung wurde auf die Grundlage der Ablehnung der Oslo-Vereinbarungen und einer heftigen Ablehnung des Existenzrechts des Staates Israel gestellt.“[16]

Das Vereinte Königreich ist nicht das einzige Land der Welt, das die Augen vom terrorunterstützenden Charakter des PRC abwendet. Die niederländische Regierung schweigt ebenfalls zur anstehenden Konferenz „Palästinenser in Europa“, die vom PRC in Rotterdam geleitet wird und am 15. April stattfinden soll.[17] Das bedarf allerdings einer weiteren Analyse.

[1] http://edition.cnn.com/2017/03/23/europe/london-attack/

[2] http://www.bbc.com/news/uk-33253598

[3] http://www.dailymail.co.uk/news/article-2515493/Soldier-Lee-Rigby-murdered-mutilated-decapitated-Woolwich-attack-court-hears.html

[4] http://jewishnews.timesofisrael.com/breaking-baroness-tonge-suspended-by-liberal-democrats/

[5] http://www.thetimes.co.uk/article/jews-blamed-for-holocaust-at-shameful-house-of-lords-event-m86q69tl0

[6] http://www.publications.parliament.uk/pa/ld201617/ldselect/ldprivi/142/142.pdf

[7] http://www.huffingtonpost.com/entry/baroness-jenny-tonges-embraces-historys-oldest-hate_us_5894f273e4b061551b3dfe72

[8] https://holocaustremembrance.com/media-room/stories/working-definition-antisemitism

[9] https://heplev.wordpress.com/2016/08/15/lady-jenny-tonge-gehoert-zu-den-fuehrenden-britischen-anstiftern-von-antisemitismus/

[10] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/19290 – _ftn4

[11] http://www.holocaustremembrance.com/media-room/stories/working-definition-antisemitism

[12] http://www.theguardian.com/politics/2010/feb/13/jenny-tonge-sacked-israel-comments

[13] http://www.carelbrendel.nl/2017/02/03/de-aboutaleb-hamas-conferentie-factcheck/

[14] http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2012/vsb2011.pdf?__blob=publicationFile; S. 280.

[15] http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/11398538/How-the-Muslim-Brotherhood-fits-into-a-network-of-extremism.html

[16] http://www.terrorism-info.org.il/data/pdf/pdf_11_339_2.pdf

[17] http://www.huffingtonpost.com/entry/will-rotterdam-mayor-aboutaleb-allow-a-conference-led_us_58b58033e4b02f3f81e44c4b

Kirche(n) im Heiligen Land, Negativbeispiel 1 – „Frieden“ durch Antisemitismus

Joseph D’Hippolito, FrontPage Magazine, 9. Februar 2005

Wenn die Israelis und die Palästinenser jemals einen Frieden erzielen sollten, dann wahrscheinlich nicht als Ergebnis der Bemühungen der prestigeträchtigsten christlichen Prälaten des Heiligen Landes.

In „Patrarch of Terror“ (Patriarch des Terrors) stellte das FrontPage Magazine den Antisemitismus des lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Michel Sabbah, und seine kollaborationistische Beziehung zu Yassir Arafat bloß. Allerdings ist Sabbah nicht alleine.

Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Irineos I., und sein ehemaliger Sprecher, Vater Atallah Hanna, haben in ihrer kollaborationistischen Kampagne sogar noch bösartigere Rhetorik benutzt. Diese Reden schlossen die Unterstützung von Selbstmord-Bombern, Vorwürfe des Gottesmordes gegen die Juden und die Werbung für ihre Vertreibung aus dem Heiligen Land ein.

Irineos wurde ursprünglich im September 2001 zum griechisch-orthodoxen Patriarchen ernannt worden, aber übernahm das Amt bis zum Januar diesen Jahres offiziell nicht. Entsprechend der Abläufe der griechisch-orthodoxen Kirche müssen örtliche Regierungen der Ernennung zustimmen. Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde – zwei der drei Gebiete, in denen das Patriarchat liegt – genehmigten Irineos. Israel hielt die Genehmigung zurück, weil es ihn der Unterstützung Arafats verdächtigte.

Der israelische Verdacht wurde im Juli 2001 durch einen Brief bestätigt, den Irineos an Arafat und den diplomatischen Vertreter der PA in Griechenland, Abdullah Abdullah, schrieb. Damals war Irineos der diplomatische Vertreter des Patriarchats in Athen; er war einer von fünf Kandidaten, die von Israelis Justizminister Meir Schitrit abgelehnt wurden. Also bat Irineos Arafat, dass der seinen Einfluss in der arabischen Welt nutzte, um auf Israel Druck auszuüben und es umzustimmen.

Obwohl sein Englisch unbeholfen ist, ist die Botschaft von Irineos klar:

„Sie kennen meine Meinung bezüglich der Heiligen Stadt Jerusalem, wie auch die Unterstützung, die ich in der Vergangenheit im Kampf Ihres Volkes und Ihrer Nation fortlaufend angeboten habe.

Sie kennen meine vielfachen Interventionen für die Recht der palästinensischen [sic] beim verstorbenen Patriarchen Diodoros und der griechischen Regierung und den internationalen Foren, damit sie ihren unabhängigen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem haben.“

Aber hier kommt der vernichtendste Beweis des Briefes:

„Und schließlich kennen Sie die Gefühle der Abscheu und der Respektlosigkeit, die alle Priester des Heiligen Grabes für die Nachkommen der Kreuziger unseres Herrn Jesus Christus, eigentlich die Kreuziger Ihres Volkes, empfinden, sionistische [sic] jüdische Eroberer des Heiligen Landes Palästina.“

Sollte Arafats Einfluss sich als erfolgreich erweisen, fuhr Irineos fort, „seien Sie versichert, Herr Präsident, dass die Rechte des heiß geliebten palästinensischen Volkes an der Heiligen Stadt Jerusalem in mir ihren ‚heißesten’ Helfer finden werden. Unser geliebter Herr Chouri [Arafats persönlicher Sekretär] wird Sie entsprechend darüber informieren, was wir bezüglich der Grundstücksfragen unseres Patriarchats in den Grenzen der Altstadt besprochen haben.“

Irineos schlägt mehr als ein „quid pro quo“ vor. Er schlägt gemeinsame Anstrengungen vor, jegliche jüdische Anwesenheit in Jerusalem zu beseitigen – und irgendwann die in ganz Israel.

Ein dem israelischen Kabinette 1998 vorgelegter Sicherheitsbericht stellte fest, dass die Autonomiebehörde kirchlichen Grundbesitz, insbesondere in Jerusalem, zu kontrollieren sucht. Das große Ziel der Palästinenser ist das griechisch-orthodoxe Patriarchat, das die größte und reichste Kirche des Heiligen Landes ist. Das Patriarchat verdankt seinen Reichtum ausgedehntem Landbesitz in ganz Israel, den es über die Jahrhunderte hindurch anhäufte – einschließlich des Landes, auf dem Israels Parlament, die Knesset steht, sowie die Amtssitze des Präsidenten und des Premierministers.

Der Bericht erklärte auch, dass „Chouri“, die falsche Schreibung von Ramzi Khouri, mit Marwan Barghouti von der Fatah zusammenarbeitete, um eine Union der orthodoxen palästinensischen Christen zu schaffen, die als Druckmittel der palästinensischen Autonomiebehörde agieren könnte. Die PA begreift, dass die Kontrolle über die Heiligen Stätten der Christen in Jerusalem ein machtvolles Druckmittel benutzt werden kann, um internationalen politischen Einfluss in der christlichen Welt zu gewinnen“, sagt der Bericht.

„Die PA hat ihre indirekte Kontrolle über die Geburtskirche in Bethlehem als Mittel der Beeinflussung der griechisch-orthodoxen und armenischen Patriarchate genutzt, durch die sie die politische Haltung der griechischen Regierung und der Europäischen Union beeinflusst.“

Das Ziel ist letztlich, die Eroberung durch Landerwerb und Rücknahme von Pachtvereinbarungen, sollte die Gewalt nicht ihr Ziel erreichen.

„Die (israelische) Regierung befürchtet, dass Israel sich in ein paar Jahren einem Patriarchat von Arabern gegenüber sieht, die 50 Prozent des Landes der Innenstadt hält“, erklärt ein Investment-Bericht von Capital Property Consultants, einer Jerusalemer Maklerfirma. „Israel ist immer davor auf der Hut gewesen, dass die älteste und mächtigste Kirche Jerusalems (die griechische) unter die Herrschaft eines pro-palästinensischen Patriarchaten gerät, weil es fürchtet, dass könnte in Land-Streitigkeiten enden, wenn langfristige Pachtverträge auszulaufen beginnen.“

Ireneos drückte seine antiisraelische Haltung auch in einem Brief mit Briefkopf des Patriarchats aus, den er während der Belagerung der Bethlehemer Geburtskirche an Arafat und Abdallah schrieb, die begann als palästinensische Bewaffnete die Kirche angriffen und sie darin verbarrikadierten. Ireneos’ unbeholfenes Englisch verbirgt seine Haltung nicht, wie diese Auszüge zeigen:

„Mit extremem Zorn sehen wir die Aggression gegen Ihr Hauptquartier in Ramallah, eine Tatsache, die die Erniedrigung zeigt, mit der die israelische Regierung die rechtmäßige Führung des palästinensischen Volkes unterdrückt, aber auch ihre Gleichgültigkeit dem Friedensprozess und der internationalen Gemeinschaft gegenüber beweist. Die Belagerung des Heiligsten unter den Schreinen der Geburtskirche in Bethlehem macht ihre Absichten noch deutlicher.

Wir möchten Sie versichern, Herr Präsident, dass das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem und ich selbst Seite and Seite mit Ihrem Volk in diesem Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit steht.

Wir beten zum allmächtigen Gott der Liebe, dass er Ihnen Erfolg und Sieg in diesem heiligen Kampf schenkt und ebenso hilft, Seinen Frieden im Heiligen Land zu schaffen.“

Beide Briefe wurden von der israelischen Tageszeitung Ma’ariv als Teil einer Artikelserie zwischen Dezember 2002 und Januar 2004 über die pro-palästinensische Haltung von Ireneos veröffentlicht. Ireneos antwortete mit einer Verleumdungsklage, zog diese aber im Dezember zurück. Er zahlte sogar 10.000 Schekel plus Mehrwertsteuer – insgesamt etwas mehr als 2.000 US-Dollar – um die Anwaltskosten von Ma’ariv zu decken.

Trotz des Briefs von Ireneos und der öffentlichen Opposition von Ministern wie Nathan Sharansky und Benjamin Netanyahu konnte Premierminister Ariel Sharon erfolgreich für die Bestätigung von Ireneos eintreten. Die Gründe dafür liegen in interner Parteipolitik, Druck von Grundstücks-Interessen und – wie Sharon-Sprecher Dov Weisglass 2002 dem Nachrichtendienst Arutz Sheva sagte – Druck aus den USA.

Hanna, ein in Haifa geborener Araber, diente als Sprecher des Patriarchats, als er im Juni 2002 subtil für Selbstmordanschläge als Teil der palästinensischen „Intifada“ eintrat, als er in Abu Dhabi zu einem von der Arabischen Liga geführten Think Tank sprach.

„Einige Freiheitskämpfer übernehmen das Märtyrertum oder Selbstmord-Anschläge, während andere sich für andere Maßnahmen entscheiden“, zitiert die „Gulf News“ Hanna. „Erwarten Sie nicht von uns, dass wir aus der Ferne zuschauen. Wir befinden uns in einem Kampf, ob er nun mit Märtyrertum oder anderen Mitteln geführt wird. Die Muslime und die Christen sind eins und können nicht vom Kampf um die Befreiung Palästinas getrennt werden.“

Ireneos, der noch bestätigt werden musste und solch ungünstige Publicity nicht brauchen konnte, feuerte Hanna im Juli. Einen Monat später verhaftete und befragte die israelische Polizei Hanna wegen des Verdachts zur Aufhetzung zu Gewalt, der Beziehungen zu Terrorgruppen und illegalen Besuchs Syriens und des Libanon, die sich weiter im Kriegszustand mit Israel befinden. Hanna verließ das Land um sich mit dem Führer der Hisbollah, Scheik Hassan Nasrallah, zu treffen; daher setzte die Polizei Hanna unter Hausarrest und zog seinen Pass ein.

Trotzdem hat Hanna seitdem eher noch schmählichere Rhetorik benutzt, ohne irgendeinen öffentlichen Protest von Ireneos. Bei einem Empfang in Haifa am 11. Januar 2003 drückte Hanna nachdrücklich seine Unterstützung für Selbstmord-Bomber aus:

„Die Fedajin sind die Helden dieser Nation Wir sind stolz auf sie und lehnen resolut jeden Versuch ab ihre Taten zu diffamieren. Sie begehen keinen Selbstmord, wie manche behaupten, und sie sind keine Terroristen, wie andere behaupten – sie widersetzen sich der Besatzung. Wir unterstützen die Märtyrer-Operationen uneingeschränkt.“

Sechs Tage später war Hanna auf einer Kundgebung in der Grabeskirche in Jerusalem noch enthusiastischer:

„Märtyreroperationen sind ein exzellenter und guter Weg der zionistischen Invasion in palästinensischem Land Widerstand zu leisten. Vor der Grabeskirche segnen wir die Seelen der heldenhaften Shahide (Märtyrer) und die Familien der Shahide.

Die Namen der Fidaiyin-Shahide werden in der Geschichte unseres palästinensischen und arabischen Volkes in heiligen, weißen Buchstaben eingeschrieben sein. Die Stimmen derer, die diese Helden- und Ehrentaten diffamieren, sind nicht mehr als unnormale Stimmen, die nicht für die arabishe und palästinensische öffentliche Meinung stehen.“

Aber Hanna hob sich die extremste Rede für seine Predigt am 19. Januar 2003 auf – dem orthodoxen Epiphanias-Fest:

„Palästina geht vom (Mittel-)Meer bis zum (Jordan-)Fluss. Wir lehnen nachdrücklich jegliches Zugeständnis zu auch nur einem Körnchen unseres kostbaren Heimatlandes ab. So, wie Ramallah, Gaza, Nablus und Jenin palästinensische Städte sind, sind das auch Haifa, Nazareth, Jaffa, Ramle, Lod, Beersheva, Safed und andere palästinensische Städte.

Wir glauben nicht an einen so genannten ‚Frieden mit Israel’, denn Frieden kann man nicht mit dem Satan schließen. Israel ist der größte Satan. Keine Zugeständnisse und kein Waffenstillstand dürfen gemacht werden. Die Rechte der Palästinenser werden nur durch Widerstand wieder hergestellt. Was mit Gewalt genommen wurde, wird nur durch Gewalt wieder hergestellt.

Die zionistischen Juden sind Fremde in diesem Land. Sie haben kein Recht darin zu leben oder zu siedeln. Sie sollten irgendwo anders in der Welt hingehen, um ihren Staat und ihr falsches Gebilde zu gründen. Jerusalem ist eine arabische Stadt und die Juden dürfen sich darin nicht niederlassen, sie beherrschen oder irgendeine Art religiöser Rituale oder Zeremonien dort ausführen. Sie müssen ihre Häuser verlassen. Sie haben kein Recht auf Land, in Städten oder Dörfern zu leben, die ihnen nicht gehören.“

Sechzig Jahre nach der Befreiung der Gefangenen von Auschwitz ist es eine ironische Obszönität für angebliche Männer Gottes, die bösartigsten Formen des Antisemitismus zu fördern.

Wie man beweist, dass BDS antisemitisch ist

Elder of Ziyon, 13. März 2017

Das Jerusalemer Hotel, in dem ich abgestiegen bin, liegt im Viertel French Hill, das von B’Teselem und dem Großteil der Welt als „illegale Siedlung“ betrachtet wird.

Vor 1967 war French Hill ein militärischer Außenposten der Jordanier und hatte wenige Einwohner – wenn überhaupt welche. Israel gründete das Viertel nach 1967, zum Teil um den Skopusberg, der 1948 isoliert worden war, mit dem Rest Israels zu verbinden.

Es stellt sich heraus, dass einer der besten Falafel-Orte in Jerusalem das „French Hill Falafel“ ist.

Leider kann ich nicht ausprobieren, wie gut seine Falafel sind, weil es einem Araber gehört und nicht koscher ist.

Volle 16% der Einwohner von French Hill sind israelische Araber. Was bedeutet, dass sie „Siedler“ sind.

Menschen, die BDS – und die UNO – unterstützen, sagten, dass jedes Geschäft, das in „besetzten Gebieten“ agiert, von der „Besatzung“ profitiert und gemieden werden muss. Eine solche Liste wird von der UNO vorbereitet und soll später in diesem Jahr in Übereinstimmung mit früheren Resolutionen veröffentlicht werden.

Wird das French Hill Falafel auf dieser Liste stehen?

Es wird in einer „illegalen Siedlung“ betrieben. Es gehört (fast mit Gewissheit) einem israelischen Araber. Es besteht nur, weil das Viertel besteht; seine Kunden sind weitgehend Israelis, Araber wie Juden.

Nach jeder Definition profitiert das French Hill Falafel von der „Besatzung“.

Würde es einem Juden gehören, dann würde es natürlich auf der Boykottliste stehen.

Aber es gehört einem Araber.

Oberhalb des Falafel-Ladens gibt es die ausgezeichnete israelische Burgerkette Burgers Bar.

Die Feuerprobe für BDS besteht also darin sie zu fragen: Würden Sie French Hill Falafel boykottieren?

Dann zu fragen: Würden Sie Burgers Bar in French Hill boykottieren?

Offensichtlich boykottieren BDS-ler nirgendwo Arabern gehörende Geschäfte, nicht einmal die, die israelischen Arabern gehören. Sie boykottieren nur Juden gehörende Geschäfte und multinationale Firmen, die Juden Profit zu bringen scheinen.

Was die Frage beantwortet.

Antisemitismus und Aliyah

Isi Leibler, The Jerusalem Post, 8. März 2017

Politische Korrektheit scheint uns dazu zu verdonnern mit dem Skandieren des Mantras weiterzumachen, dass es uns verboten ist Antisemitismus als Ursache für Umzüge nach Israel zu nennen und darauf zu bestehen, dass heute die einzige Motivation für Aliyah darin besteht, einem engagierten Juden die Möglichkeit zu geben ein wahrhaft jüdisches Leben in seiner Heimat zu führen.

Ohne dem zu widersprechen ist es höchste Zeit, dass die Diaspora-Juden in vielen Teilen der Welt ihre Weigerung ablegen und sich der Realität stellen. Sie müssen anerkennen, dass alle Indikatoren voraussagen, dass ihre Lage sich nur verschlechtern wird und dass in einigen Ländern ein Aufruf zu Aliyah angesichts des zunehmenden Antisemitismus berechtigt ist.

Die fieberhafte Zunahme des Antisemitismus ist ein weltweites Phänomen. Während aber Judenhass in den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien von dem weit entfernt ist, was in Europa und Südafrika geschieht, gibt es selbst dort ein Hexengebräu aus muslimischem, linkem und Neonazi-Hass, der Einfluss nimmt.

In den Vereinigten Staaten kommt die Hauptbedrohung neben Bombendrohungen und Friedhofsschändungen aus kombinierten linksextremen und muslimischen Antisemiten, in erster Linie an Universitäten, wo jüdische Studenten zunehmend eingeschüchtert werden.

Die linksliberalen Juden, die darin versagten auf Barack Obamas bösartigen, antiisraelischen diplomatischen Angriffe zu reagieren und das Gift an den Uni herunterspielten, propagieren jetzt eine voreingenommene politische Agenda, mit der sie Präsident Donald Trump für die jünsten Drohungen und Schändungen verantwortlich machen. Sie unterstützen sogar Anti-Trump-Bewegungen, die von Antisemiten und ehemaligen islamischen Terroristen geführt werden. Mit der Werbung für diese niederträchtige Kampagne schaffen sie Verbitterung bei bisher pro-israelischen christlichen Elementen.

Trotz dieser Spannungen ist die Vorhersage einer Aliyah-Welle aus den USA in Reaktion auf Antisemitismus unsinnig. Grundsätzlich sind die Amerikaner das am wenigsten antisemitische Volk der Welt. Die stärker assimilierten jüdischen Linken lassen Israel im Stich und die Chancen, dass sie weiter jüdisch bleiben, stehen nicht gut. Die Hauptaliyah aus den USA, wie aus Kanada und Ausrlaien, wird weiterhin in kleinen Anzahlen orthodoxer und engagierter Juden sein, die ihre langfristige Zukunft als Juden in Israel sehen.

Aber in Europa ist alles ganz anders. Hier nimmt der Antisemitismus direkt Einfluss auf Juden, die bereits dem Status der Parias unterworfen worden sind und deren Lebensqualität im Alltag sich mit Sicherheit verschlechtern wird.

Das soll nicht nahelegen, dass Juden in Europa vor der unmittelbar bevorstehenden Auslöschung stehen, wie es am Vorabend des Holocaust der Fall war. Die Existenz eines jüdischen Staates, der bereit ist für jeden Juden einen sicheren Hafen zu stellen, bietet eine Versicherung, dass eine solche Situation niemals wieder eintreten wird.

Aber die Qualität jüdischen Lebens in Europa heute rechtfertigt einen Aufruf zur Massenemigration.

Welche Art von Leben ist es für einen Juden, wenn er Angst haben muss in der Öffentlichkeit mit einer Kippa oder einem anderen äußeren Zeichen seines Judentums gesehen zu werden, das ihn zum Ziel für Gewalt oder einen Magnet für wildgewordene Terroristen macht?

Oder wenn Schulen, Synagogen und jeder andere Ort, an dem Juden sich treffen, militärische Schutzmaßnahmen brauchen oder jüdische Gemeinde dazu verpflichtet werden für ihre eigenen Sicherheitsdienstleistungen aufzukommen? Wer hätte vor nur zehn Jahre von einer solchen Situation geträumt?

Wer hätte sich vorstellen können, dass die besten Universitäten im Vereinten Königreich und Europa in Plattformen für antiisraelische und antisemitische Aktivitäten verwandelt werden und die regelmäßig jüdische Studenten einschüchtern, ihnen die freie Meinungsäußerung verweigern und pro-israelische Redner daran hindern eine gleiche Chance zu haben ihren Fall zu präsentieren?

Folglich versuchen viele jüdische Studenten ihr Jüdisch sein zu verbergen und einige übernehmen führende Rollen als schicke antizionistische Aktivisten, um sozial akzeptiert zu werden. Es ist eine Albtraum-Situation, an die die meisten Juden sich einfach als unausweichlich negativen Aspekt ihres Lebens angepasst haben.

Gewalttätiger islamischer Terrorismus, einschließlich der einheimischen Variante, ist heute für die Europäer eine tägliche Bedrohung. Der Zustrom an „Flüchtlingen“, von denen viele tief im Antisemitismus stecken, hat dieses Problem nur verschärft und wo immer möglich zielen barbarische islamische Terroristen in erster Linie auf Juden.

Während die meisten Regierungen Lippenbekenntnisse für den Kampf gegen den Antisemitismus abgeben, nimmt der „Volks“-Hass auf Juden zu und Israel wird – trotz klarer Beweise des Gegenteils – beschuldigt, die Quelle des islamischen Extremismus zu sein.

In den Medien und auf der politischen Bühne grassiert Antisemitismus, aber selbst die geringste Kritik an islamischem Extremismus führt zu Islamophobie-Vorwürfen und Anklagen des „Rassismus“, was eine Beeinträchtigung der freien Meinungsäußerung spiegelt, wenn es darum geht islamisch-extremistische Aktivitäten zu entlarven.

Die Lage ist in jedem Land ein wenig anders. Osteuropäische Länder sind weniger feindselig als ihre westlichen Gegenüber. Frankreich ist am extremsten. In Großbritannien ist die Lage, rotz einer positiven Regierung, an der Basis katastrophal und man kann angesichts des tief sitzenden Hasses auf Israel und Juden, wie er durch Demonstrationen und Reaktionen in den sozialen Medien und beliebten Zeitungen dokumentiert sind, nur schockiert sein.

Dazu kommt Jeremy Corbyn, der Parteichef der Opposition, der nur als linkes Pendant des verstorbenen britischen Faschistenführers Oswald Mosley beschreiben werden kann. Zu seinen Freunden und Verbündeten gehören islamische Terroristenhelfer und unverblümte Antisemiten.

Seine Wahlaussichten sind heute trübe. Aber wenn man die Liberaldemokraten beiseite lässt, hat Britannien ein Zweiparteien-System. Sollte die gegenwärtige Regierung einer Finanzkrise begegnen, deuten Präzedenzfälle an, dass die Wähler schlicht gegen den Amtsinhaber stimmen würden. Sollte der Labour Party mit ihrer derzeitigen Führung unter solchen Umständen die Zügel der Macht übergeben werden, wäre das katastrophal und das Königreich würde die erste Land mit einer gewählten, wahrhaft antijüdischen Regierung in Westeuropa seit dem Zweiten Weltkrieg werden.

Der Einfluss der massiven arabischen Migration auf die Lebensqualität hat enormes Ressentiment in ganz Europa geschaffen. Zusammen mit Trumps unerwartetem Wahlsieg in den USA sind viele antiarabischen, populistischen Parteien sehr mächtig geworden. Einige davon, wenn sie kleine Randparteien sind, beherbergten antisemitische Elemente, obwohl die Antisemiten in den meisten Fällen in Frankreich und Österreich aus den Parteien ausgeschlossen wurden, die breitere Akzeptanz suchten.

In Frankreich finden sich viele Juden in einer Zwickmühle, das sie vor Wahlen und der wenig beneidenswerte Aufgabe des Abstimmens stehen, ob nun für instinktiv israelfeindliche Mitte-Links-Gruppen, populistische Parteien, die früher schon antisemitische Bestandteile hatten oder sich enthalten.

Die Lage ist für ultraorthodoxe Juden, die in ghettoartigen Gesellschaften leben, nicht so akut. Aber wegen ihrer markanten Kleidung sehen sie sich auf der Straße zunehmender Feindschaft gegenüber.

Diejenigen, die sich nicht länger um ihr Jüdisch sein kümmern, versuchen sich unauffällig zu verhalten und versuchen ihre jüdische Identität abzulegen. In den meisten Fällen werden ihre Kinder sich nicht länger als Juden betrachten.

Es sind die verbliebenen engagierten Juden, die sich einer verfahrenen Situation gegenüber sehen. Viele von ihnen leben unter Mitjuden und sind Antisemitismus selten direkt ausgesetzt. Sie leben in Verweigerung und tun die Feindseligkeit und die Diskriminierung, die ihre Kinder erdulden, philosophisch ab.

Juden sollten nicht bereit sein unter solchen Umständen zu leben. Es gibt in keiner Gesellschaft eine Garantie, dass Kinder die Traditionen ihrer Eltern beibehalten werden. Aber im heutigen Europa ist es fast unmöglich irgendwie Zuversicht zu haben jüdische Enkel zu erziehen, die ihr Erbe bewahren und stolz darauf sind. Für viele ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie ihre jüdische Identität aufgeben.

Es ist an der Zeit sich klar zu äußern. Die Umstände für Juden werden sich in Europa fast mit Gewissheit verschlimmern, selbst in Ländern wie Großbritannien. Juden, die ihr Erbe schätzen und sich wünschen, dass ihre Kinder und Enkel stolze und engagierte Juden bleiben, sollten alles unternehmen um wegzugehen.

Zu emigrieren ist keine leichte Herausforderung. Lässt man unvermeidliche soziale Verlagerung außen vor, können wohlhabende Familien sofort einpacken und wegziehen und in vielen Fällen weiter komfortabel leben.

Doch selbst wenn man die Tatsache zugesteht, dass Israel heute über eine der erfolgreichsten Wirtschaften der Welt verfügt, werden viele Familien im mittleren Alter es schwierig finden sinnvolle Arbeit zu finden. Die meisten werden bleiben.

Sie sollten wenigstens ihre Kinder ermutigen sich in Israel niederzulassen. Diese werden den Vorteil haben eine enorme Vielfalt an Karrieremöglichkeiten vorzufinden und in einem Umfeld zu leben, das es ihnen ermöglicht stolze Juden zu sein, die am Wachstum ihres Heimatlandes beteiligt zu sein.

In den USA gibt es mehr Antisemiten als Juden in der Welt

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Es gibt in den Vereinigten Staaten weit mehr Antisemiten als es in der Welt Juden gibt. Das war schon vor der aktuellen Flut an Drohungen gegen jüdische Einrichtungen, Schändungen von Friedhöfen und anderen Bezeugungen von Antisemitismus durchaus bekannt.

Schon mehrere Jahre lang hat die Anti-Defamation League in vielen Ländern rund um die Welt Meinungsumfragen zu Antisemitismus durchgeführt.[1] Menschen wurden Fragen gestellt, die sich fast vollständig auf klassischen Antisemitismus konzentrierten und keinen Bezug zum neuesten Typ des Antisemitismus haben: dem Antiisraelismus.

Die Studie der ADL wollte von den Befragten wissen, ob elf negative Stereotype „wahrscheinlich wahr“ oder „möglicherweise falsch“ seien. Befragte, die sagten, dass mindestens 6 der 11 Äußerungen „wahrscheinlich wahr“ seien, wurden als antisemitische Haltungen eingestuft.[2] Die ADL-Studie von 2015 stellte somit fest, dass es in den USA 24 Millionen erwachsene Antisemiten gibt, was 9% der Bevölkerung entspricht. Es sollte festgehalten werden, dass es weltweit höchstens 11 Millionen erwachsene Juden gibt.

Die negativen Haltungen sind weit schlimmer, wenn wir uns die Antworten auf eine der Fragen der Umfrage ansehen. Das am meisten festgehaltene Stereotyp zu Juden in den USA lautet: „Juden sind Israel gegenüber loyaler als den Vereinigten Staaten gegenüber.“ Die ADL stellte fest, dass mehr als 80 Millionen Amerikaner (33%) diese Meinung teilen. An den nächsten Stellen der üblichen Stereotype stand: „Juden reden immer noch zu viel über den Holocaust.“ (22% der Befragten) und „Juden haben im Geschäftsleben zu viel Macht“ (18% der Befragten).[3] In einer früheren Studie stellte die ADL fest, dass 26% der amerikanischen Bevölkerung Juden für den Tod von Jesus verantwortlich machen.[4]

Etwa sieben von zehn Juden in den USA sagen, dass sie entweder sehr (30%) oder etwas (39%) an Israel hängen, während acht von zehn sagten, sich um Israel zu kümmern sei ein entweder grundlegend wichtiger (43%) oder wichtiger (44%) Teil dessen, was Jude zu sein ihnen persönlich bedeutet.[5] Das bedeutet nicht, dass diese Leute Israel gegenüber loyaler sind als den Vereinigten Staaten gegenüber. Da die beiden Länder enge Verbündete sind, gibt es hier keine Spannungen.

Zu fragen, ob der Amtsantritt der Trump-Administration zu verstärktem Antisemitismus geführt hat, gehört zum Standard. Die Antwort ist komplizierter als es scheint. Die Erfahrung zeigt, dass Juden in ruhigen Zeiten weniger Probleme durch Antisemitismus begegnen als in unruhigen Zeiten. Die Vereinigten Staaten machen gegenwärtig eine Zeit der Polarisierung durch. Während des Präsidentschaftswahlkampfs trugen die Lager von Sanders, von Trump und von Clinton allesamt zu dieser Polarisierung bei, die sich nach der Wahl nicht auflöste.

Es sollte auch gesagt werden, dass vor dem aktuellen Ausbruch an Antisemitismus bei weitem nicht alles gut war. Nach Angaben der FBI-Statistiken zu Hassverbrechen richteten sich mehr als die Hälfte der mehr als 1200 religiös motivierten Vorfälle gegen Juden,[6] doch Juden stellen nur 2% der US-Bevölkerung.

Unter der Obama-Administration gaben die Medien anderen, gedeihenden Formen des Antisemitismus viel zu wenig Aufmerksamkeit. Eine Studie der AMCHA-Initiative von 2016 zeigte für die erste Hälfte von 2016 gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 eine Zunahme der Antisemitismus an Universitäten um 45%.[7]

In einer Meinungsumfrage unter jüdischen Studenten, die im Sommer 2015 für Taglit-Geburtsrechtreisen des Center for Modern Jewish Studies der Brandeis University teilnahmeberechtigt waren, berichteten mehr als die Hälfte, dass sie 2014 und 2015 Antisemitismus am eigenen Leib erfahren oder Zeuge davon gewesen waren.[8] Mehr als ein Viertel der Bachelor-Studenten beschrieben Feindschaft gegenüber Israel bei ihren Kommilitonen als ein „ziemliches“ oder „sehr“ großes Problem.[9]

Auch andere linke antisemitische Initiativen blühten unter der Obama-Administration auf. Diese maskieren sich gewöhnlich als Antiisraelismus. Die Bewegung Black Lives Matter hat in ihrer sozialen und politischen Agenda Gründungsdokumente, die Israel des „Völkermords“ und der „Apartheid“ beschuldigen.[10] Diese Bewegung hat zudem die Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) gegen Israel befürwortet.[11] Diese Kampagne ist allgemeiner gesagt ein weiteres Beispiel für Antisemitismus, der aus der politischen Linken stammt. Die BDS-Kampagne ist ausdrücklich gegen Israel aktiv, um es wirtschaftlich, kulturell und politisch zu isolieren.

Das Außenministerium hat eine Arbeitsdefinition für Antisemitismus, ebenso die Internationale Holocaust-Gedenkallianz.[12] Für Letztere war die Anerkennung durch die USA notwendig. Gemäß beiden Definitionen ist BDS antisemitisch.[13]

Derzeit sehen wir weitere Phänomene dessen, was mutmaßlich rechter Antisemitismus ist. Diese Art Antisemitismus ist seit langer Zeit vorhanden. Einen der schlimmsten Vorfälle gab es 2014, als ein weißer Rassist, der Neonazi Frazier Glenn Miller Jr., drei Menschen ermordete – zwei vor einem jüdischen Gemeindezentrums und einen an einem Ruhestandzentrums in Overland Park in Kansas.[14] In Seattle schoss 2006 der Muslim Naveed Afzal Haq auf die Jewish Federation; er tötete eine Frau und verletzte fünf weitere Personen.[15]

Das Simon Wiesenthal Center hat US-Generalstaatsanwalt Jeff Sessions zurecht gedrängt einen Sonderarbeitsstab zu bilden.[16] Zu diesem Zeitpunkt hat es mehr als 100 Bombendrohungen gegen jüdische Einrichtungen gegeben. Es ist besonders wichtig herauszufinden, wer hinter diesen Drohungen steckt, denn selbst wenn es die Bomben nicht tatsächlich gibt, bringen sie das jüdische Gemeindeleben zum Erliegen. Gleichzeitig schafft man durch schwach begründete Beschuldigungen in der Sache nur Verwirrung.

Juden haben oft amerikanisch-jüdische Einzigartigkeit erwähnt, obwohl Juden seit vielen Jahrzehnten diskriminiert werden. In der Realität der Nachkriegszeit gibt es viel dazu zu sagen, dass das nach und nach so geworden ist. Anders als in europäischen Ländern sind die Vereinigten Staaten multikulturell. Juden sind dort ein „Stamm“ unter vielen, während die Juden in europäischen Ländern im Vergleich zum dominierenden Stamm ein sehr kleiner Stamm sind.

Es wäre ein Fehler zu schlussfolgern, wegen der jüngsten Ereignisse sei diese Einzigartigkeit nicht länger existent. Was in diesem Zusammenhang Hoffnung gibt, sind die vielen Solidaritätsbekundungen, die die jüdische Gemeinschaft in dieser bedrängten Lage erhalten hat. Darunter befinden sich einige muslimische Gruppen. Vizepräsident Pence besuchte nach der Schändung eines jüdischen Friedhofs Missouri und sagte: „Wir verurteilen diesen abscheulichen Akt des Vandalismus und diejenigen, die ihn begingen, in schärfster Form.“[17]

[1] http://global100.adl.org/

[2] http://global100.adl.org/public/ADL-Global-100-Executive-Summary2015.pdf

[3] ebenda

[4] http://www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-News/Poll-26-percent-of-Americans-believe-Jews-killed-Jesus-330341

[5] http://www.pewforum.org/2016/03/08/comparisons-between-jews-in-israel-and-the-u-s/

[6] https://ucr.fbi.gov/hate-crime/2015/tables-and-data-declarations/1tabledatadecpdf

[7] http://www.algemeiner.com/2016/12/26/campus-antisemitism-the-year-in-review/

[8] http://www.brandeis.edu/cmjs/pdfs/birthright/AntisemitismCampus072715.pdf

[9] ebenda

[10] http://www.washingtontimes.com/news/2016/aug/15/black-lives-matters-anti-israel-platform-blindside/

[11] http://forward.com/news/345623/watch-atlanta-mayor-pushes-back-against-black-lives-matter-push-for-israel/

[12] http://www.holocaustremembrance.com/media-room/stories/working-definition-antisemitism; https://2001-2009.state.gov/g/drl/rls/56589.htm

[13] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/19646

[14] http://www.independent.co.uk/news/world/americas/frazier-glenn-miller-us-white-supremacist-sentenced-to-death-a6729861.html

[15] http://www.nytimes.com/2006/07/30/us/30seattle.html

[16] http://www.wiesenthal.com/site/apps/nlnet/content.aspx?c=lsKWLbPJLnF&b=8776547&ct=14985757

[17] http://www.latimes.com/politics/washington/la-na-essential-washington-updates-vice-president-pence-visits-desecrated-1487798441-htmlstory.html