Ein kurzer Blick auf das Jerusalem des 19. Jahrhunderts

Zur Feier des Jerusalem-Tags wirft die Nationalbibliothek einen Blick zurück – weit zurück – auf die Heilige Stadt

Gil Weissblei, Times of Israel Blogs, 2. Juni 2019

Eine Straße im Christlichen Viertel. Detail eines Fotos von Félix Bonfils, um 1870.

Wie sah Jerusalem vor 150 Jahren aus? Es scheint, als wären wir die erste Generation, die in der Lage ist diese Frage mit einem Grad an Gewissheit zu beantworten, dank Abzügen, die in der Nationalbibliothek aufbewahrt worden sind; sie stammen aus den frühen Tagen der Fotografie im Land Israel.

Die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts erlebten große Wellen an besuchenden Touristen, Forschern und Pilgern, die das Heilige Land als Teil einer vorher festgelegten Route Touristen-Destinationen im Nahen Osten erkundeten. Die meisten hatten keine Kameras, die in den Tagen damals schwere und unhandliche Geräte waren. Der Orient und der Geiste der Bibel, die sie absorbieren wollten, sind in den von den wenigen professionellen Fotografen, die dort arbeiteten, produzierten Bildern klar sichtbar. Der berühmteste davon war Félix Bonfils.

Die Landschaften sind ausgedehnt und leer, vielleicht wegen der Schwierigkeiten, die mit dem Fotografieren von Passanten zusammenhängen. Kameras der Zeit verwendeten besondere Glasplatten, die mit lichtsensiblen Chemikalien überzogen waren, eine Technik, die lange Belichtung erforderte. In bestimmten Fällen, wenn die Zusammenstellung es erforderte, kann man Bürger Jerusalems des 19. Jahrhunderts in der Tat auf Bildern sehen, wo sie Statisten an einem kunstvollen und stattlichen Filmset ähneln.

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HaGai-Straße mit Blick auf „Das Haus des reichen Mannes“; Foto: Félix Bonfils, um 1860

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Der Eingang zur Stadt: Das Jaffa-Tor. Foto: Bonfils Haus, um 1899. Dieses Bild wurde kurz nach der Auffüllung seines Grabens, der Pferdefuhrwerken ermöglichte in die Stadt zu fahren.

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Das Jaffa-Tor gegen Ende des 19. Jahrhunderts; Foto: Bonfils Haus

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Die Zitadelle Davids und der Handelsplatz vor dem Jaffa-Tor, um 1870. Foto: Félix Bonfils.

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Eine Ansicht des Christlichen Viertels von der David-Zitadelle. Foto: Luigi Fiorillo, um 1875.

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Eine Straße im Christlichen Viertel. Foto: Félix Bonfils, um 1870.

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Juden beten an der Westmauer. Foto: Félix Bonfils, um 1880.

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Damaskus-Tor. Foto: Bruno-Hentschel, 1900.

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Eine Gruppe deutscher Touristen zu Besuch auf dem Tempelberg, 1903.

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Hesekiels Teich. Foto: Félix Bonfils, um 1865.

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Ein Blick vom Ölberg auf Jerusalem. Foto: Frank Mason Good, 1875.

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Die Ostmauer und das Goldene Tor. Foto: Frank Mason Good, 1875.

Dr. Gil Weissblei ist Archivar und Forscher der Geschichte des hebräischen Buchs im 20. Jahrhunderts im Archiv-Amt an der Nationalbibliothek Israels.

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Antisemitismus unter dem Deckmantel der Menschenrechte

Der Weltkirchenrat, eines der wichtigsten Gremien der christlichen Welt, lehnt immer noch die Vorstellung ab, dass die Delegitimierung des Staates Israel eine Form von Antisemitismus ist.

Liora Henig-Cohen, Israel HaYom, 7. August 2019

Die steigende Flut des Antisemitismus überall auf dem Globus ist nicht zu leugnen, ob sie von den radikalen Rändern der Rechten oder der Linken anschwellen oder über die verschiedenen Ströme des Islam und des Christentums verbreitet wird. 2016 verabschiedete die Internationale Holocaust-Gedenkallianz, die aus 30 Regierungen besteht, eine „Arbeitsdefinition“ des Phänomens: Neben der Erkennung des klassischen Antisemitismus erkannte die Definition auch die Delegitimierung des Staates Israel als neue Form des Antisemitismus an. Unter anderem schloss die IHRA in ihrer Definition Phänomene wie die Leugnung des Rechts des jüdischen Volks auf Selbstbestimmung, die Gleichsetzung der heutigen Politik Israels mit der der Nazis, die Anwendung von zweierlei Maß gegenüber Israel und weiteres ein.

Während Länder wie Großbritannien und Deutschland sowie internationale Gremien wie die Europäische Union die Definition übernahmen, lehnen verschiedene andere sie immer noch ab. Eines davon ist der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK/Weltkirchenrat), eine Organisation von rund 350 nicht katholischen Kirchen weltweit, die auch aus kirchenbasierten Hilfsorganisationen besteht, die den Großteil der humanitären Auslandshilfsoperationen in Israel repräsentieren. Der ÖRK ist inzwischen seit Jahren wegen seiner Verwendung antisemitischer Motive kritisiert worden und auf einer Konferenz hat der Rat gerade gesagt, dass er die Definition der IHRA ablehnt.

Der ÖRK betreibt das Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine, das Aktivisten im Ausland rekrutiert, sie für drei Monate nach Israel schickt und ausbildet, um antiisraelische Kampagnen zu führen. Diese Aktivität wird oft von Ausdrucksformen von Antisemitismus seitens ranghohen ÖRK-Vertretern und Programmaktivisten gestützt, die zusammen mit ihrer Verbreitung antijüdischer Theologie die IHRA-Definition verletzen.

Ranghohe ÖRK-Vertreter betrachten Israel als alleinverantwortlich für die „Schwierigkeiten, die Christen im heiligen Land haben“, während sie die Augen vor den vielen Härten verschließen, denen Christen in der palästinensischen Autonomie ausgesetzt sind. Sie lehnen die Verbindung zwischen Israel und dem jüdischen Volk ab und benutzen religiöse Begrifflichkeiten, um christliche Unterstützung für Israel zu bekämpfen. ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit von der Kirche Norwegens verglich den Kampf gegen Apartheid in Südafrika mit der „Krise in Israel und Palästina“. Der ÖRK wirbt auch für das „Kairos-Palestina“-Dokument, das postuliert, der Weste entschädige die Juden für ihr Leiden in Europa auf Kosten der Palästinenser. Die Wurzeln des Terrors liegen nach Angaben des Dokuments in der menschlichen Ungerechtigkeit, die von den „Übeln der Besatzung“ verursacht sind. In Reaktion auf einen Hungerstreich palästinensischer Sicherheitsgefangener in Israel, darunter der terroristische Drahtzieher Marwan Barghouti, erklärte Tveit: „Die überwiegende Mehrheit der palästinensischen Häftlinge in israelischen Gefängnissen sind politische Gefangene und als Christen müssen wir daran erinnern, dass Jesus Mitgefühl für Gefangene hatte und ihre Freilassung forderte.“

Selbst wenn man die Ablehnung der IHRA-Definition für Antisemitismus durch den ÖRK ignoriert, überschritt die Organisation vor langer Zeit eine rote Linie. Im Wesentlichen gibt es keinen Unterschied zu vielen der anderen extremistischen Organisationen, die sich auf die Delegitimierung Israels unter dem Deckmantel der Menschenrechtsfälle konzentrieren. Der ÖRK ist allerdings nicht irgendeine Organisation; er ist eines der wichtigsten Gremien in der christlichen Welt, seine religiösen Repräsentanten arbeiten in Israel und ihre Behauptungen gegen den jüdischen Staat werden von religiöser Rhetorik begleitet.

Der ÖRK spiegelt die Tendenz, die viele internationale Hilfsgruppen teilen: Sie verpacken ihre Behauptungen gegen Israel in antisemitische Rhetorik und tragen damit dazu bei das Phänomen zu verschlimmern. Echte Veränderung kann nur kommen, wenn diejenigen, die vorgeben für Menschenrechte einzutreten, die Bedeutung der IHRA-Definition internalisieren – und sie übernehmen.

Wir sind immer schon hier gewesen: Das historische Recht des jüdischen Volks am Land Israel

Victor Rosenthal, Abu Yehuda, 4. August 2019

Ich rede oft vom historischen Recht des jüdischen Volks an Eretz Yisrael, dem Land Israel, zusätzlich zu unsren juristischen und moralischen Rechten. Was meine ich damit? Zuerst müssen wir das Konzept eines eigenen „Volks“ verstehen.

Mahmud Abbas hat bei vielen Gelegenheiten gesagt, dass die Juden kein Volk seien; jüdisch zu sein sei nur eine Religion. Er könnte nicht falscher liegen: Das jüdische Volk ist das Musterbeispiel eines Volkes. Mit anderen Worten: Wenn du wissen willst, was ein „Volk“ ist, wirf einen Blick auf die Juden.

Analytischer: Ein „Volk“ ist eine Sammlung von Einzelpersonen, die bestimmte Merkmale gemeinsam haben. Nicht jeder Einzelne in der Gruppe wird alle davon haben, aber je mehr von ihnen sie haben, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie als Mitglieder dieses Volkes betrachtet werden. Das sind:

  1. eine gemeinsame geografische Herkunft und eine Verbindung zu ihrer ursprünglichen Heimat
  2. ein gemeinsames genetisches Erbe
  3. eine einzigartige ererbte Sprache
  4. eine einzigartige Religion
  5. eine gemeinsame Kultur
  6. eine gemeinsame historische Erfahrung
  7. eine Selbstidentifikation als Mitglieder eines Volkes

Das jüdische Volk stammte aus Eretz Yisrael. Seine Angehörigen heirateten innerhalb der Gruppe, so dass DNA-Tests heute einen hohen Grad an genetischer Ähnlichkeit aufweisen. Sie behielten eine Vertrautheit mit ihrer uralten hebräischen Sprache, auch wenn sie aufgrund ihrer Zerstreuung andere Sprachen sprachen. Ihre Religion, das Judentum, hat sich über die Jahrhunderte in einem gewissen Maß verändert, aber ihr heiliges Buch, die Thora, ist mehrere tausend Jahre lang praktisch dieselbe geblieben. Ihre Zerstreuung schuf jüdische Subkulturen, aber alle behielten Verbindungen zu ihrer Originalkultur, selbst als sie getrennt wurden. Die historischen Erfahrungen von Juden in der Diaspora waren bemerkenswert gleich, ob sie nun in Europa, Afrika oder dem Nahen Osten waren – sie waren Außenseiter, manchmal verfolgt oder vertrieben, manchmal lebten sie friedlich, aber immer als anders gekennzeichnet und fast immer Bürger zweiter Klasse. Schließlich hatten alle von ihnen überall das starke Gefühl, dass sie Mitglieder des jüdischen Volkes sind, mit Verbindung zu Eretz Yisrael, zu dem zurückzukehren sie beteten.

Einzelpersonen können einem Volk beitreten oder es verlassen, in der Regel durch Einheirat bzw. „Ausheirat“ und indem man die Religion, die Sprache oder die Kultur des Partners annimmt. Manchmal ist ein Volk so „verdünnt“, dass es ausgelöscht, von den Völkern um es herum absorbiert wurde. Das ist der Fall mit vielen Kulturen der Antike. Wo sind unsre einst tödlichen Feinde, die Philister, heute? (Nein, die palästinensischen Araber stammen nicht von ihnen ab.) Aber das jüdische Volk behielt über Jahrtausende in der Diaspora seine genetische Eigenständigkeit, seine Religion, seine Sprache und einen Großteil seiner Kultur.

Mit der Gründung des Staates Israel in Eretz Yisrael, war das jüdische Volk in der Lage sein uralte Sprache für den Alltagsgebrauch wiederherzustellen, die verschiedenen jüdischen Subkulturen zu vereinen, die sich der langen Zeit der Diaspora entwickelten und eine Nicht-Diaspora-Kultur zu entwickeln: die Kultur eines Volkes, das in seinem eigenen Land lebt.

Eine Bevölkerung wird indigen für einen Ort genannt, von dem sie herstammt. Mitglieder der ältesten erhaltenen Gruppe, die für einen bestimmten Ort indigen ist, heißt die Ureinwohner des Ortes. Das jüdische Volk ist das älteste erhalten gebliebene Volk, das in Eretz Yisrael indigen ist und tatsächlich war das letzte indigen unabhängige politische Gebilde in Judäa die jüdisch-hasmonäische Dynastie von ca. 110 v.Chr. Von da an wurde Eretz Yisrael von einer Reihe nicht einheimischer Eroberer regiert, angefangen mit den Römern. Im siebten Jahrhundert wurde das Land von arabischen Muslimen aus Arabien erobert; später fiel es an die Kreuzfahrer, die Mongolen und verschiedene andere. 1517 wurde es von den osmanischen Türken erobert, die es 400 Jahre lang hielten. Schließlich ging es nach dem Ersten Weltkrieg in die Hände der Briten über. Die einheimische jüdische Bevölkerung nahm zu und wieder ab, war aber immer präsent, während andere kamen und gingen. Es gab nie ein „palästinensisches“ Regime. 1948 wurde der letzte Kolonisator – das britische Empire – vertrieben und ein jüdischer Staat wiederhergestellt.

Das ist bemerkenswert, sogar kaum zu glauben. In fast jedem anderen Fall sind Eingeborenen-Völker nicht in der Lage gewesen die Souveränität über ihr ursprüngliches Land wiederherzustellen – gewiss nicht in den Amerikas, Australien oder Neuseeland. Als die Briten abzogen, gab es einen Kampf um die Souveränität zwischen den Juden, die in der Zeit des Mandats das Gerüst für einen Staat entwickelt hatten, und den Arabern innerhalb und außerhalb des Landes. Die umgebenden arabischen Staaten wollten die Gegend untereinander aufteilen und die Mehrheit der palästinensischen Araber unterstützte sie dabei. Trotz dem, was manche glauben, war palästinensischer Nationalismus – anders als der breitere arabische Nationalismus – zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerte Kraft.

Die Juden schlugen die Araber zurück und gründeten einen souveränen Staat. Es war nicht so, dass sie „den palästinensischen Araber das Land wegnahmen“, denn die hatten es nie. Sie wurden schlicht an Stelle der souveränen Mächte souverän, die das Land seit 110 v.Chr. kontrolliert hatten.

Die palästinensischen Araber, die zumeist die arabischen Staaten in deren Versuch unterstützt hatten das Land zu erobern (und nebenher seine jüdischen Einwohner zu massakrieren), zahlten den Preis dafür auf der Verliererseite eines Krieges zu stehen. Einige gingen noch vor dem Krieg weg und planten zurückzukommen; einige flogen aus Angst, dass die Juden ihnen antun würden, was sie den Juden angetan hätten und einige wurden von jüdischen Kämpfern vertrieben. Die Zahlen sind umstritten, aber rund 500.000 bis 700.000 Araber verließen ihre Heime in dem Land, das zum Staat Israel wurde und ihnen wurde nicht erlaubt zurückzukehren. Eine Tragödie für sie, aber hundertfach verstärkt von den arabischen Staaten, die es ablehnten die Flüchtlinge zu absorbieren. In etwa zur selben Zeit wurden rund 800.000 Juden aus arabischen oder anderen muslimischen Ländern vertrieben oder flohen. Die meisten von ihnen gingen nach Israel, dessen jüdische Bevölkerung heute etwa zur Hälfte aus der europäischen Diaspora kam und zur anderen Hälfte aus der afrikanischen und nahöstlichen.

Die palästinensischen Araber behaupten, sie seien die eingeborenen Bewohner des Landes und dass die Juden Europäer sind, die in „palästinensisches Land“ eindrangen und es kolonisierten. Es gab aber nie ein palästinensisches politisches Gebilde und die palästinensischen Araber selbst sind relativ junger Provenienz im Land. Sehr wenige von ihnen haben Vorfahren, die vor 1830 kamen und die meisten können die ihren hier nur bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückverfolgen. Tatsächlich forderte die von der UNO übernommene Definition palästinensischer Flüchtlinge nur, dass eine Person vom Juni 1946 bis Mai 1948 im Mandat Palästina lebte und sein Heim und ihre Arbeit durch den Krieg verlor.

Palästinensische Araber haben keine einzigartige palästinensische Sprache oder Religion. Obwohl es erste Anzeichen palästinensisch-arabischen Nationalismus schon ab 1920 gab (zumeist bei christlichen Arabern), identifizierten sich die meisten palästinensischen Araber stark mit ihren Clans und etwas weniger als „Südsyrien“ zugehörig. Erst Mitte der 1960-er Jahre fingen sie an sich als „Palästinenser“ zu identifizieren. Insoweit, wie sie ein Volk genannt werden können, handelt es sich um eines, das auf die 1960-er Jahre zurückgeht und dessen einzigartige „palästinensische“ Kultur sich einzig und allein aus seiner Gegnerschaft zu jüdischer Souveränität und dem Staat Israel besteht.

Die palästinensische Behauptung, dass sie ein uraltes Volk seien, das in diesem Land verwurzelt ist, stimmt einfach nicht. Nimmt man ihr die erzählten Schnörkel, geht das in nichts anderes über als die Tatsache, dass es zwischen Jordan und Mittelmeer unmittelbar vor 1948 mehr Araber als Juden gab.

Juden sind seit biblischen Zeiten in einiger Stärke vertreten gewesen. Der jüdische Anspruch die ursprünglichen Bewohner von Eretz Yisrael zu sein wird von einer enormen Menge an historischen Beweisen unterstützt – was nicht überrascht, bedenkt man die Bedeutung und den Beitrag des jüdischen Volks zu westlicher Zivilisation über die Jahrtausende – sowie durch archäologische Beweise, die fast täglich durch neue Entdeckungen gestärkt werden.

Das ist die Grundlage des historischen Anspruchs des jüdischen Volks an Eretz Yisrael. Sie ist zudem Teil des Arguments für die juristischen Reche des jüdischen Volks, sowohl als Nutznießer des Mandats als auch als natürliche Erben des Entkolonisierungsprozesses. Aber das ist eine andere lange Geschichte.

Die Wissenschaften haben endlich bewiesen, dass Atheismus jeglicher Logik und Vernunft trotzt

Phil Schneider, Israel Unwired, 25. Juli 2019

Das Leben eines Atheisten ist nicht leicht. Es ist das Leben eines Menschen, die ohne Verbindung zu seinem Schöpfer durch das Leben gehen muss. Viele selbsterklärte Atheisten glauben, dass sie in diesen Tagen und diesem Zeitalter die vernünftigen Menschen sind. In Wirklichkeit sind es die Atheisten, die so vieles, das in unserem Universum geschieht, zufällig erklärten müssen. Das geht weit über die Logik eines Menschen hinaus. Aber Atheisten werden allgemein immer noch als die Zynischen und Logischen angesehen, obwohl sie in Wirklichkeit die weniger vernünftigen sind.

Gott in unserem Leben

Die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt glauben an Gott. Sie sind nicht zu 100% sicher, dass Gott existiert – selbst wenn sie das sagen. Aber sie leben eine Leben der Wahl und des Glaubens. Sie beschließen mit Gott zu leben. Ohne sich auf die viele Belege von Gottes Existenz zu konzentrieren und wie er in unser Leben eingreift, haben Gottgläubige einen wichtigen Schritt in ihrem Leben getan. Warum? Weil sie nicht alleine sind. Sie gehen nicht in einem Zustand der Einsamkeit durch das Leben – niemals.

Der Staat Israel ist ein Beweis für die Existenz Gottes

Von allen Beweisen für die Existenz Gottes ist das moderne Israel einer der überzeugendsten Belege. Es gibt jede Menge Erklärungen für Israels Existenz in einem Meer des Hasses. Aber ehrlich: Keine davon kann einschätzen und erklären, wie Israel tatsächlich überleben konnte. Das beste Beispiel ist Israels Unabhängigkeitskrieg. 1948, nur drei Jahre nach dem Ende des Holocaust, kam das jüdische Volk buchstäblich zurück ins Leben und mit kaum einer starken Waffe widerstand es 5 eindringenden Armeen. Ja, Armee-Experten können analysieren und Menschen für ihren Mut auszeichnen. Aber die logischste Erklärung ist gewiss das Eingreifen einer höheren Macht. Gottes Hand ist von Massen an Menschen tagtäglich zu spüren – nicht nur in Israel, sondern überall auf der Welt.

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Video-Text übersetzt:

1966 brachte das TIME Magazine eine Titelgeschichte mit der Frage: „Ist Gott tot?“
Die Titelseite spiegelt die Tatsache, dass viele Leute das kulturelle Narrativ akzeptierten, dass Gott überflüssig ist; dass es durch den Fortschritt der Wissenschaften weniger Bedarf für einen Gott gibt, um das Universum zu erklären. Es stellt sich jedoch heraus, dass die Gerüchte über den Tod Gottes voreilig waren. Fakt ist: Die vielleicht besten Argumente für seine Existenz kommen ausgerechnet aus den Naturwissenschaften selbst. Hier ist die Story:

Im selben Jahr, in dem TIME ihre inzwischen berühmte Schlagzeile brachte, verkündete der Astronom Carl Sagan, dass es zwei unbedingte Kriterien gibt, damit ein Planet Leben unterstützt: der richtige Stern und ein Planet in der richtigen Entfernung zu diesem Stern. Angesicht der grob Quadrillarden Planeten im Universum – das ist eine 1 mit 24 Nullen – müsste es etwa 7 Quadrillonen Planeten geben – eine 1 mit 21 Nullen – die in der Lage sein müssten Leben zu unterstützen. Bei derart spektakulären Wahrscheinlichkeiten waren die Wissenschaftler optimistisch, dass die Suche nach außerirdischer Intelligenz (Search for extraterrestical Intelligence – S.E.T.I.), einem ambitionierten Projekt, das in den 1960-er Jahren begonnen wurde, mit Sicherheit bald ein Ergebnis erbringen müsste. Mit einem riesigen Netzwerk an Radioteleskopen lauschten Wissenschaftler nach Signalen, die kodierte Intelligenz signalisieren.

Aber als die Jahre vergingen, war die Stille aus dem All ohrenbetäubend. Stand 2014 ist, dass Forscher exakt Bubkes, Nada, Zilch entdeckt haben. Was bedeutet: eine Null, gefolgt von einer unendlichen Zahl von Nullen.

Was ist passiert?

Sowie unser Wissen über das Universum zunahm, wurde klar, dass es tatsächlich mehr notwendige Faktoren für Leben gab, ganz zu schweigen von intelligentem Leben, als Sagan annahm. Aus seinen 2 Parametern wurden 10, dann 20 und dann 50, was bedeutete, dass die Zahl der potenziell Leben unterstützenden Planeten entsprechend abnahm. Die Zahl ging auf ein paar tausend Planeten zurück und fiel weiter. Sogar die Befürworter des S.E.T.I. gestanden das Problem ein. Peter Schenkel schrieb 2006 in einem Artikel für den Sceptical Enquirer, ein Magazin, das stark Atheismus eintritt: „Angesicht neuer Funde und Einsichten sollten wir leise stillschweigend eingestehen, dass die frühen Schätzungen nicht langer haltbar sind.

Heute gibt es mehr als 200 bekannte Parameter, die notwendig sind, damit ein Planet Leben unterstützt; von diesen muss jeder einzelne perfekt erreicht sein, sonst fällt das alles in sich zusammen. Zum Beispiel: Ohne die Nähe eines Planeten mit massiver Gravitationskraft wie Jupiter, der Asteroiden ablenkt, gliche die Erde eher einem interstellaren Darts-Brett als dem fruchtbaren Himmelskörper, der sie ist. Einfach ausgedrückt: Die Chancen gegen gegen Leben im Universum sind erstaunlich. Dennoch sind wir hier, existieren nicht nur, sondern reden über Existenz. Was ist dafür verantwortlich? Kann jeder einzelne dieser Parameter durch Zufall genau eingetroffen sein? An welchem Punkt ist es fair einzugestehen, dass es die Naturwissenschaften selbst sind, die nahe legen, dass wir nicht das Ergebnis von Zufallskräften sind? Ist nicht die Annahme, dass in Wirklichkeit eine Intelligenz dies perfekten Bedingungen schuf, weit weniger Glauben verlangen als zu glauben, dass eine Leben erhaltende Erde einfach die unvorstellbar geringen Chancen überwand?

Aber da ist noch mehr.

Das Feintuning, das für die Existenz von Leben auf einem Planeten nötig ist, ist nichts im Vergleich mit den Feintuning, das dafür nötig ist, dass das Universum überhaupt existiert. Astrophysiker wissen zum Beispiel, dass die Werte der vier Grundkräfte – Gravitation, die elektromagnetische Kraft und die „starken“ und „schwachen“ atomaren Kräfte – von weniger als einem Millionsten einer Sekunde nach dem Urknall bestimmt würden. Verändert man irgendeine dieser vier Werte auch nur im Geringsten, dann könnte es das Universum wie wir es kennen, nicht geben.

Wenn z.B. das Verhältnis von starken atomaren Kräften und der elektronmagnetischen Kraft auch nur auf die winzigst unvorstellebaren Bruchteil abweicht, dann hätten sich überhaupt keine Sterne gebildet.  Vervielfältigt man diesen einen Parameter mit allen anderen notwendigen Bedingungen und die Chancen gegen die Existenz des Universums sind derart überwältigend astronomisch, dass die Vorstellung, alles sei „einfach geschehen“ sich dem gesunden Menschenverstand widersetzt. Es wäre wie eine Münze zu werfen und sie 10 Trillionen Male hintereinander auf Kopf fällt. Kann ich mir nicht vorstellen.

Fred Hoyle, der Astronom, der den Begriff „Urknall“ prägte, sagte, sein Atheismus sei von diesen Entwicklungen „außerordentlich erschüttert“. Eine r der berühmtesten theoretischen Physiker der Welt, Paul Davies, hat gesagt, dass „das Auftreten von Design überwältigend ist“. Selbst der verstorbene Christopher Hitchens, einer der aggressivsten Vertreter des Atheismus, gestand zu, dass „ohne Frage das Argument des Feintunings das kräftigste Argument der anderen Seite ist“. Mathematik-Professor Dr. John Lennox von der Oxford University hat gesagt: „Je mehr wir über unser Universum in Erfahrung bringen, desto mehr gewinnt die Hypothese, dass es einen Schöpfer gibt … an Glaubwürdigkeit als beste Erklärung dafür, weshalb es uns gibt.“

Das größte Wunder aller Zeiten ist das Universum. Es ist das Wunder aller Wunder, eines, das zwangsläufig auf etwas – oder jemanden – jenseits seiner selbst deutet.

Ich bin Eric Metaxas für Prager University

Kulturelles Appeasement in Deutschland

Die Feuilleton-Seiten des Landes betrachten nicht Islamisten, sondern deren Kritiker als die wahren „Hassprediger“

Benjamin Weinthal, Wall Street Journal, 8. Februar 2010

Berlin – Gerade, als man glaubte, die mörderischen Lektionen des politischen Islam – von den zahlreichen Terroranschlägen über „Ehrenmorde“ bis zu Hasspredigern – seien den Medien Deutschlands beigebracht worden, erlitten Schwaden an Journalisten und Akademikern einen kollektiven Rückfall ins Appeasement.

Kommentatoren von der konservativen Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) bis zur linksliberalen Süddeutsche Zeitung (SZ) und der liberalen Wochenzeitung DIE ZEIT identifizierten gerade nicht den radikalen Islam, sondern dessen Kritiker als das wahre Problem. Sie sind „unsere heiligen Krieger“ (Claudius Seidl in der FAZ), „unsere Hassprediger“ (Thomas Steinfeld in der SZ), die „aufgeklärten Fundamentalismus“ repräsentieren (Thomas Assheuer in DIE ZEIT).

Die typischen Ziele dieser Giftigkeit sind Necla Kelek, eine deutschtürkische Soziologin und Autorin, Henryk M. Broder, ein in Polen geborener Jude und SPIEGEL-Kolumnistin Seyran Ates, eine deutschtürkische Anwältin und Autorin, die Morddrohungen erhalten hat, für die ihre anwaltliche Tätigkeit gegen Ehrenmorde und Zwangsehen bei Muslimen der Grund sind. Die Troika Kelek-Broder-Ates setzt eine lebhafte und streitfreudige Haltung ein, um die deutsche Gesellschaft aus ihrer Selbstzufriedenheit gegenüber der islamistischen Bedrohung wachzurütteln. In ihren Texten zeigen die drei „heiligen Krieger“ wenig Geduld für politische Korrektheit und die Forderung, dass Europas Muslime die Ansichten der liberalen Gesellschaft zu Gleichberechtigung der Geschlechter, freier Meinungsäußerung und Religionsfreiheit akzeptieren. Statt Kulturrelativismus glauben die drei, dass die westliche Kultur universale Rechte und Werte verkörpert, die Menschen aus der muslimischen Welt nicht vorenthalten werden dürfen.

Für die Hüter der deutschen Feuilletonseiten ist das zu viel Vertrauen in die (westliche) Kultur. Herr Steinfeld von der SZ ging so weit den jüngsten Mordversuch am dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard durch einen 28-jährigen Somali mit Verbindungen zur islamistischen Al-Schabab-Miliz als weitere fingierte Ausrede auf den Islam einzuprügeln beiseite zu schieben: „Alles, was nötig ist, damit das passiert, ein fehlgeschlagener Angriff z.B. wie der von Anfang letzten Monats und die Diskussion beginnt wieder von Neuem, mit denselben Argumenten – nein, was hier angeboten wird, sind keine Argumente, sondern Parolen.“ Es ist so, als würde die islamische Ideologie des somalischen Radikalen, die seinen Plan zur Ermordung von Westergaards anregte, nicht existieren.

Der Angriff auf die drei islamkritischen Autoren war von Medien zu erwarten, die sich auch darin überbieten, die Bedrohung durch den Iran herunterzuspielen, während auf Israel eingedroschen wird. Nehmen wir Katajun Amirpur, eine deutsch-iranische Islam-Akademikerin, die regelmäßig in der SZ schreibt. 2008 schrieb sie einen weithin gelesenen Aufsatz in der SZ, mit dem sie die Standardübersetzung von Mahmud Ahmadinedschads Äußerung, „Israel muss von der Landkarte gewischt werden“ zurückwies. Frau Amipur argumentierte unfassbarerweise, der iranische Präsident meine lediglich: „Das Besatzungsregime muss Geschichte werden.“ Eine der kaum vorhandenen Stimmen des Widerspruchs, der Frau Amirpurs Verfälschung und ihrem Versuch zu bestreiten, dass die Islamische Republik Israel mit einem weiteren Holocaust droht, war Henryk M. Broder.

Im Januar versuchte die SZ eine weitere akademische Krücke, um den radikalen Islam vor Kritik abzuschirmen. In einem Artikel mit dem Titel „Antisemiten und Feinde des Islam – Hetze mit Parallelen“ behauptet Wolfgang Benz, der umstrittene Direktor des Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, gespenstische Parallelen zwischen Islamophobie und Antisemitismus. Statt den zunehmenden Antisemitismus bei Islamisten zu beleuchten zieht Benz hysterische Vergleiche zwischen legitimer Kritik am radikalen Islam und der Art von Judenhass, der zu Völkermord geführt hat. Dass der Leiter von Deutschlands einzigem vom Bund finanzierten Antisemitismus-Forschungsinstituts damit den Holocaust verharmlost, wurde besonders verdächtig, nachdem Ende Januar aufgedeckt wurde, dass Benz wiederholt seinen verstorbenen Doktorvater Karl Bosl ehrte, der ein entschiedener Nazi und energischer Ideologe der Bewegung Hitlers war.

Benz hat übrigens eine Geschichte der Positiv-Erklärung der Gewalt des politischen Islam gegen den Westen. Ein paar Tage nachdem 19 islamische Terroristen die Twin Towers einstürzen ließen, sagte Benz die Gebäude „sind Symbole des Stolzes und des Reichtums und der Arroganz … Und das provoziert die drastischen und dramatischen Reaktionen und der kriegerischen Reaktionen.“

Wo „Islamophobie“ mit Antisemitismus gleichgesetzt wird, ist es nur ein kleiner Schritt Israelis mit Nazis gleichzusetzen. Zum Beispiel verteidigte 2008 Patrick Bahners, ein Redakteur des Feuilletons der FAZ, Kritiker Israels, die die Sicherheitsbarriere an der Westbank mit dem Warschauer Ghetto verglich. Nach Maßgabe der Europäischen Union sind solche Vergleiche Erscheinungsformen des modernen Antisemitismus. Herr Bahners konterte, dass „dieser Vergleich nicht durch Redeverbote oder Beleidigungen beseitigt werden können“, was zeigt, dass er nicht begreift, worum es geht. Die  Frage ist nicht, warum seine Aussagen zensiert werden sollten, sondern ob sie Antisemiten sind. Das Problem ist, dass solche Ansichten nicht nur von Deutschlands Kulturelite vertreten werden. Eine Umfrage der Universität Bielefeld von 2004 zeigt, das 51% der Deutschen glauben, Israels Umgang mit den Palästinensern „unterscheidet sich nicht grundsätzlich von dem, was die Nazis mit den Juden machten“.

Herr Bahners Kollege bei der FAZ, Lorenz Jäger, verfolgt ein traditionelleres antisemitisches Thema: Er macht sich Sorgen wegen jüdischer Macht. Die Tatsache, dass es ein paar Zeitungen und Blogger gibt, die Solidarität mit dem jüdischen Staat zeigen, ist für ihn Beweis für ein einflussreiches Netzwerk pro-israelischer Gruppen, das unangemessenen Einfluss ausübt. In Herrn Jägers verschwörerischer Weltsicht „ist es kein Geheimnis mehr“, dass zwei französisch-jüdische Philosophen, André Glucksmann und Bernard Henri-Lévy, „den Interessen der Vereinigten Staaten und Israels“ dienen. Herr Jäger kritisiert die beiden Philosophen auch dafür, dass sie die westliche Opposition zu russischen Menschenrechtsverletzungen und Unterstützung für Georgien während des Kriegs mit Russland von 2008.

All das hilft die heftigen Attacken auf die Islamkritiker zu erklären. Universale Werte sind durch eine bodenlose Grube kultureller Relativität ersetzt worden, wo die Verfechter einer robusten liberalen Demokratie mit Hardcore-Jihadisten gleichgesetzt werden. Die entscheidende Verschiebung hin zu einer Verteidigung antiwestlicher Regime wie Russland und Iran in den deutschen Feuilletons ist kein harmloser Fetisch mehr, sondern eine vorherrschende Ansicht.

[Anmerkung: Das war 2010! Seitdem ist das nur noch schlimmer geworden.]

Die Palästinenser lehnen weiter jegliche Vereinbarung mit Israel ab

Oberstleutnant (a.D.) Dr. Shaul Bartal, BESA Center, 31. Juli 2019

Protestierender im Gazastreifen (Foto: HOsny Sala via Pixabay)

Zusammenfassung: Der „Deal des Jahrhunderts“ und die Konferenz in Bahrain zeigen, dass Saudi-Arabien und die Golfstaaten, wie auch andere islamische Länder, keinen wirklichen Grund haben gegen normale Beziehungen zu Israel oder eine Vereinbarung zu sein, die das Leben der Palästinenser verbessert. Die Palästinenser jedoch haben ein Interesse an einer Friedensregelung, sondern daran den Status quo eines fortgesetzten Kampfes gegen den „zionistischen Feind“ zu pflegen.

In den letzten Jahren wurde unter mehreren Runden der Kämpfe im Gazastreifen (von denen die bemerkenswertesten Operation Gegossenes Blei [2008/09], Operation Wolkensäule [2012] und Operation Schutzschild [2014]) alle paar Jahre durch „Gras mähen“ gemanagt. Das fortgesetzte Verhalten von Hamas und Islamischem Jihad deute an, dass die angebliche Ruhe nur zum Schein besteht. Jede Woche erlebt gewalttätige Vorfälle, darunter das legen von Sprengsätzen an Verkehrsarterien von IDF-Soldaten, Steine werfen, geworfene Sprengsätze, der Einsatz von FEuerwerkskörpern und Benzinbomben, das Abbrennen beträchtlicher Landstriche durch Brand-Drachen und –Ballons und so weiter. Palästinenserorganisationen halten den Überblick über diese Vorfälle und stellen sie als Teil ihres weit verbreiteten „Widerstands“ gegen die israelische „Besatzung“ zur Schau. Die „Widerstand“, al-muqwama, tut sich in allen Arenen hervor: Jerusalem, der Westbank, dem Gazastreifen und mit Hungerstreiks inhaftierter Terroristen.

Zum Beispiel erklärte eine Publikation des Islamischen Jihad vom 30. Juni 2019 auf einer Nachrichtenseite, „während dieser Woche wurde ein Schahid [Mohammed Samir Abed aus Issawiya in Jerusalem] getötet und Dutzende bei 102 Zusammenstößen mit der Besatzung verletzt. Die Verlustes des Feindes waren nur ‚vier verletzte Zionisten‘.“ Seit Ausbruch der gewalttätigen Vorfälle in Issawiya Ende letzten Monats sind 106 Palästinenser verletzt worden. Die Liste der Orte, an denen Zusammenstöße vorgekommen sind, spiegelt einen Massenansturm mit Brandballons und Molotowcocktail: Ost-Jabaliyah, östliches Gaza, das Al-Bureij-Lager, östliches Rafah, Bet El, Jabel Mukaber, A-Tur, Issawiya, Eschkol und weitere Orte. Die Publikation des Islamischen Jihad legt Wert darauf die israelischen Gemeinden als mughtasbah zu bezeichnen – „Orte des Unterdrückers“ oder „gestohlene Orte“. Sie macht keinen Unterschied zwischen Orten wie Sderot, Eschkol oder Westbank-Gemeinden wie Bet El und Pasgot. Nach palästinensischer und islamischer Terminologie ist alles gestohlen, ohne jegliche Verbindung zu irgendeiner imaginären Grünen Linie.

Die jüngsten Zusammenstöße stellen den Gipfel der Protestwelle gegen den „Deal des Jahrhunderts“ dar, den die Administration Trump versucht als mögliche Blaupause für Frieden zu bewerben. Der erfolgreiche Gipfel von Bahrain könnte wirtschaftliche Anreize geschaffen haben, aber er ermutigte auch die Elemente, die gegen Frieden sind, an deren vorderster Front islamische Elemente stehen. Nicht nur die palästinensische Autonomiebehörde lehnt den Deal ab, sondern auch Hamas und Islamischer Jihad, die ihn als Versuch betrachten das Palästinenserproblem für eine Handvoll Dollars zu begraben. „Ist es für unser palästinensisches Volk und unsere arabisch-islamische Nation und den freien Völkern nicht sonnenklar, dass der Deal des Jahrhunderts abgelehnt werden muss?“, fragte der neue Führer des Islamischen Jihad, Ziad Nakhalech, rhetorisch. Khaled Meschaal, ehemaliger Chef des Hamas-Politibüros, behauptete genauso: „Der Deal des Jahrhunderts wird als Fehlschlag bewertet werden und hat keine Zukunft.“

Die Ursünde war und bleibt die Gründung des Staates Israel. In Nahkhalehs Rede am 25. Juni formulierte er es klar und deutlich: „Die zionistische Bewegung und ihre Verbündeten im Westen planen und haben Erfolg damit einige von uns davon zu überzeugen den Feind anzuerkennen und ihm einen großen Teil Palästinas zu übergeben, der Israel genannt wird.“

Das Problem heißt Normalisierung. Ein Teil der arabischen Welt ist davon überzeugt worden, dass es Sinn macht den Staat Israel innerhalb bestimmter Grenzen anzuerkennen. Nakhaleh betrachtet die Westbank als Fundament sowie Dreh- und Angelpunkt des jüdischen Staates, der es sowohl aus religiösen als auch aus praktischen Gründen darauf anlegt seine „Judaisierung“ zu vervollständigen und sie zu einem Teil Israels zu machen. Daher, so behauptet der Führer des Islamischen  Jihad, lehnt seine Organisation den Plan ab – „kein Staat und keinen Frieden“. „Wir werden das Gift des Plans nicht nehmen“, erklärte er. „Der Feind wird unseren Willen nicht brechen, denn wir alles sind Aufständische oder Muslime.“ Wir alle – das sind alle Muslime. Er erklärt den Fall mit perfekter Klarheit: „Wir als Muslime wollen keinerlei Plan oder Übereinkunft, sondern nur Fortführung des Konflikts über viele Generationen ohne jeglichen Kompromiss zwischen uns und dem Teil, der Israel genannt wird.“

Eine konkrete Erscheinungsform dieser Haltung der Ablehnung von Normalisierung ist in den Ereignissen rund um den Tod von Mohammad Samir ABeed in Jerusalem Ende Juni zu finden. Abeed war ein Akteur der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP), der wegen antiisraelischer Aktivitäten eine Weile im Gefängnis saß; er schoss Feuerwerkskörper direkt auf eine Patrouille der Grenzpolizei in seinem Dorf, was deren Leben in Gefahr brachte. In einer von der DFLP ausgegebenen Proklamation war diese Stolz „auf alle Worte des Lobes und der Erhebung des ihres Schahid, den freigelassenen Gefangenen, Märtyrer des Widerstands gegen den Deal des Jahrhunderts und der Verteidigung Jerusalems gegen die Israelisierung und Judaisierung.“

Wie der Islamische Jihad und andere Organisationen unterstrich die DFLP den Grund für den Kampf. Der Jihad geht weiter, um gegen die Normalisierung Israels zu  opponieren.

Der Deal des Jahrhunderts und die Konferenz von Bahrain deuten an, dass in gewissem Sinne die Palästinenserfrage anachronistisch geworden ist. Für Saudi-Arabien und die Golfstaaten und für gar nicht so wenige islamische Länder gibt es keinen wirklichen Grund gegen die Normalisierung mit Israel, dessen Hauptstadt Jerusalem ist. Diese Länder haben auch keinerlei Grund gegen eine Friedensregelung zu sein, die darauf abzielt das Leben der Palästinenser zu verbessern.

Die Palästinenser hingegen sind nicht an einer Friedensvereinbarung interessiert. Es ist für sie bequem den Status quo eines fortgesetzten Kampfs gegen den zionistischen Feind beizubehalten, ob nun aus religiösen oder nationalistischen Motiven. Die Führungskräfte und Geschäftspersonen, die in Bahrain zusammenkamen, mögen auf eine bessere Zukunft für die Palästinenser hoffen. Aber ein Pferd zur Tränke zu bringen, schafft es noch nicht es nicht es zum Trinken zu bewegen.

Wieder mal das KZ/Freiluftgefängnis: Das Leben ist ein Strand

David Lange, Israellycool, 2. August 2019

Sicherlich sind alle mit der Meinung, dass der Strand von Tel Aviv ziemlich spektakulär ist und man nichts dagegen hätte dort zu leben.

Nur das das auf dem Foto hier nicht der Strand von Tel Aviv ist. Es ist der Strand von Gaza. So viel zum Konzentrationslager/Freiluftgefängnis…