Historische Fotos aus Israel (51)

gefunden bei Wikimedia Israel:

Das Flüchtlingsschiff „Gina“ im Hafen von Haifa 1944. (Foto:: Sammlung von Fotografien des Fotografen Zoltan Kluger aus Wikimedia Commons)
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Was hat NGO Monitor falsch verstanden? (Tipp: Nichts!)

Dexter Van Zile, The Times of Israel blogs, 6. Februar 2019

Ein  Aktivist des Ökumenischen Begleitprogramms des Weltkirchenrats führt 2012 Teilnehmer der Reise der „Christus am Checkpoint“-Konferenz an Israels Sicherheitsbarriere in Bethlehem. (Foto: Dexter Van Zile)

Der Middle East Council of Churches (MECC), der belagerte christlichen Gemeinden in mehrheitlich muslimischen Ländern der gesamten Region repräsentiert, verteidigte neulich den Ökumenischen Rat der Kirchen (Weltkirchenrat), indem er gegen nicht genannte zionistische Gruppen Anschuldigungen erhob, sie würden die Aktivisten der Organisation diffamieren, die im Heiligen Land unter der Obhut des Ökumenischen Begleitprogramms im Besetzten Palästina (Ecumenical Accompaniment Program in Occupied Palestine – EAPPI) agieren.

Das Kommuniqué wurde von Exekutivkomitee des MECC ausgegeben, das Ende Januar im Libanon zusammenkam. Das Kommuniqué erklärte: „Die Teilnehmer verurteilen den unfairen und bösartigen Angriff auf das Ökumenische Begleitprogramm im Besetzten Palästina, der von einer der zionistischen Institutionen geführt wurde.“

Der Grad der Verachtung des MECC für Israel und Israelis ist ziemlich offensichtlich. Das Exekutivkomitee des MECC kann sich nicht einmal dazu aufraffen, die fragliche Organisation beim Namen zu nennen, geschweige denn den jüdischen Staat – Israel – in seinem Kommuniqué namentlich anzuführen.

Es ist widerlich. Es ist so, als nähmen die für das MECC verantwortlichen Bischöfe und Patriarchen die arabischen Extremisten im Nahen Osten zum Vorbild, die immer noch davon träumen das „zionistische Gebilde“ in ihrer Mitte zu vernichten. Jemand muss den Leuten in der Führungsriege des MECC sagen, dass das Mittelalter anrief und seinen Antisemitismus zurückhaben will.

Trotz der Weigerung des MECC die fragliche „zionistische Institution“ mit Namen zu nennen, ist ziemlich klar, dass die nicht genannte „zionistische Institution“ NGO Monitor ist, das vir kurzem einen vernichtenden und maßgeblichen Bericht über das EAPPI veröffentlichte. Der Bericht führt detailliert an, wie die Organisation als Trainingslager für antiisraelische Interessenvertretung fungiert. Insbesondere legt der Bericht dar, dass „EAPPI beträchtliche Betonung auf politische Interessenvertretung vor, während und nach der Reise legt. Wenn Freiwillige in ihre Heimatländer und –Kirchen zurückkehren, betreiben sie antiisraelische Lobbyarbeit wie BDS-Kampagnen und die Gleichsetzung von Israel mit dem Apartheid-Südafrika und Nazi-Deutschland.“

Das ist nicht zu leugnen. NGO Monitor hat das genau richtig verstanden.

EAPPI ist eine von zwei Bürokratien (die andere ist das Palestine-Israel Ecumenical Forum oder PIEF), die vom ÖRK gegründet wurden, um gegenüber Menschen außerhalb des Nahen Ostens antiisraelische Propaganda zu propagieren. Ein Aktivist, der das Heilige Land unter dem Deckmantel des EAPPI-Friedenschaffens besucht und dann nach Südafrika zurückkehrte, erzählte seinen Mitchristen: „Es ist an der Zeit zu sagen, dass die Opfer des Holocaust die Täter geworden sind.“ Der Bericht dokumentiert zudem, wie europäische Regierungen dem EAPPI-Programm im Heiligen Land beträchtliche Finanzmittel zukommen lassen, was ebenfalls unbestritten ist.

Das Interessante an der Attacke des MECC ist, dass er nicht ein Iota an Beweisen liefert, dass irgendetwas, was über die EAPPI gesagt wurde, falsch ist. Ebenso der Weltkirchenrat, der das Programm beaufsichtigt. Ja, der ÖRK hat eine vage Stellungnahme veröffentlicht, die erklärt, er sei gegen Antisemitismus und Gewalt und wolle Frieden, aber die Tatsache bleibt bestehen: EAPPI-Aktivisten verkehren regelmäßig mit palästinensischen Extremisten, die Menschenrechtsrhetorik als Deckmantel für ihre Absicht benutzen dem jüdischen Volk seinen souveränen Staat zu rauben.

Ein palästinensischer Extremist, der sich in der Aufmerksamkeit der EAPPI-Aktivisten sonnt, ist Hasan Breijieh, ein Sprecher der PFLP, der auf Video festgehalten wurde, wie er am Sabbat Juden außerhalb ihrer Häuser drangsalierte und der ein Gedicht geschrieben hat, das den Geist von William Wallace in sehr einem sehr offensichtlichen Versuch beschwört den in der Westbank lebenden Israelischen Juden Angst zu machen im Schlaf ermordet zu werden.

Breijieh ist übrigens Sprecher der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), einer Organisatione, die im Verlauf der letzten Jahrzehnte zahlreiche Terroranschläge auf Zivilisten verübt hat, darunter das Flughafen-Massaker von Lod. Trotz alldem ist de Facebook-Seite von Breijieh angefüllt mit Fotos von EAPPI-Aktivisten, die ihn besuchen.

Ein interessantes Gedankenexperiment für die EAPPI und ihre Anhänger, mit dem sie sich beschäftigen sollten, besteht in der Frage, ob wie sich mit jüdischen Organisationen verbinden würden, die offen die Ermordung von Palästinensern befürworten, wofür ihr Wohnort als Begründung angegeben wird. Wenn die Antwort „nein“ lautet – und so sollte es sein – dann stellt sich die Frage, warum sie sich mit Palästinensern zusammentun, die für den Mord und die Vertreibung von Juden in der Westbank eintreten. Weil es das ist, was EAPPI-Aktivisten getan haben und es sich in der Rhetorik zeigt, die sie an den Tag legen, wenn sie aus dem Heiligen Land in ihre Heimatländer zurückkehren.

NGO Monitor ist nicht die einzige Organisation, die die EAPPI effektiv genau untersucht haben. Im Tirzus Bemühungen EAPPI-Aktivisten auf Video zu filmen war einer der Faktoren, die dazu führten, dass die Organisation aktuell beschlossen hat sich aus Hebron zurückzuziehen. Und eine weitere Version, DMU, verfolgt EAPPI-Aktivisten seit Jahren aufmerksam. DMU-Aktiviistin Amit Barak ist besonders effektiv darin gewesen die Verbindungen zwischen Hasan Breijieh und seinen Fans in der EAPPPI zu dokumentieren und zu publizieren.

Willkommen zu Foucaults Panoptikum,  Leute! Wie ist die Aussicht?

„Kostümspiel“ ist das beste Wort den EAPPI-Aktivismus in der Westbank zu beschreiben. Für den Uneingeweihten: „Kostümspiel“ beschreibt die Praxis sich als die fiktive Lieblingsfigur eines Buchs oder Films. Sie sehen Kostümspiel betreibende Menschen auf Science Fiction-Tagung, wo die Fans sich als ihre Lieblingsfiguren aus Star Trek oder Raumschiff Enterprise oder Harry Potter-Serien verkleiden. Auf einer Fiction-Tagung Fan-Dasein zu betreiben ist eines, aber in ein Umfeld zu marschieren, in dem regelmäßig antijüdische Hetze verbreitet wird und palästinensische Extremisten wie Hasan Breijieh mit Zuneigung überschüttet werden, ist etwas völlig anderes.

Das zu tun ist schlecht, aber EAPPI-Aktivisten machten das mehr als einmal. Und doch haben aus irgendeinem Grund die gut gekleideten Bischöfe und Patriarchen, die mit dem Middle East Council of Churces verbunden sind, es für angebracht gehalten die Organisation zu verteidigen.

Sind das wirklich Bischöfe oder spielen auch sie Verkleiden?

Jüdische und palästinensische Teens greifen einmal mehr nach Verständigung

Eine Jugendgruppe bringt Nachbarn zusammen, die nichts über die Kultur des anderen wissen; sie hoffen auf Veränderung der zukünftigen Politik.

Daniel Gordis, Bloomberg, 3. Februar 2019

Was, wenn dein Nachbar nie den Ozean gesehen hat?
Foto: Raz Esther Kones

„Wenn eure Soldaten an Checkpoints auf uns schießen“, fragte ein palästinensischer Teenager eine Gruppe gleichaltriger Israelis, „machen sie das, weil sie echt Angst haben oder ist uns zu töten für sie mehr sowas wie ein Sport?“

„Schämt ihr euch nicht“, fragte später ein israelischer Teenager die Palästinenser, „Teil einer Kultur zu sein, die Terror und Mord glorifiziert?“

Israelische und palästinensische Teenager treffen sich so gut wie nie, viel weniger finden sie sich in einem Umfeld wieder, so solche Fragen nicht nur akzeptabel sind, sondern auch zu ihnen ermutigt wird. Das Programm Roots (Wurzeln), das diese Teenager zusammen brachte, ist allerdings der Einfall des palästinensischen Friedensaktivisten Ali Abu Awwad und wird heute von Alis Bruder Haled mit geleitet.

Der 47-jährige Abu Awwad ist auf vielerlei Weise ein unwahrscheinlicher Verfechter für Gewaltlosigkeit. Seine Mutter, aktiv in der PLO, wurde von Israel inhaftiert, als er 10 Jahre alt war. Später wurde ein Bruder von israelischen Soldaten getötet, unter Umständen, die immer noch umstrittener sind. Abu Awwad selbst verbrachte Zeit im Gefängnis, weil er während der ersten Intifada israelische Soldaten attackierte.

Was ihn umdrehte, sagte er mir, als wir uns in seinem Haus trafen, war jüdische Tränen zu sehen. R nahm an einem Treffen von Juden und Palästinensern teil, die im Konflikt Familienmitglieder verloren hatten; und im Verlauf des Gesprächs weinte eine jüdische Frau. Der Anblick, sgate er, schockte ihn. Vielleicht übertrieben, sagte er, dass ihm nie in den Sinn gekommen war, dass auch Juden weinen. Da, sagte er, beschloss er sein Leben einer anderen Lösung des endlosen Konflikts zu widmen.

Der Standort des Roots-Programms in der Region Etzion, direkt südlich von Jerusalem, ist gewollt und voller Spannungen. Der Gush Etzion (Hebräisch für Region Etzion) oder der „Gusch“, wie er allgemein genannt wird, war vor Israels Gründung 1948 von Juden bewohnt. Er fiel nur Tage vor Israels Unabhängigkeit an Jordanien und blieb 19 Jahre lang unter jordanischer Herrschaft. Fast genauso schnell, wie Israel ihn 1967 im Sechstage-Krieg wieder an sich riss, kehrten die Kinder und Enkel der Männer und Frauen, die beim Versuch ihn zu verteidigen starben, in den Gusch zurück und begannen zu bauen.

Heute ist der Gusch Heimat für eine Reihe jüdischer Gemeinden. Umgeben sind diese Städte herum (im internationalen Jargon „Siedlungen“) von zahlreichen arabischen Dörfern. Obwohl ihre Häuser so nahe beieinander liegen – Israelis und Palästinenser im Gusch besuchen sogar dieselben Einkaufszentren – reden die beiden Bevölkerungen fast nie miteinander und wissen praktisch nichts vom anderen. Abu Awwads Programm will das ändern.

Ein paar Dutzend Juden und Palästinenser, alles Teenager, treffen sich regelmäßig, ihre Diskussionen werden von Übersetzern möglich gemacht. Sie alle begegnen Widerstand, gar Feindseligkeit, seitens Mitgliedern ihrer eigenen Gemeinschaft, weil sie der Teilnahme zugestimmt haben. Gemeinsame brechen sie langsam Stereotype auf.

Ein jüdischer Teilnehmer, Elnatan Bazak, schrieb im August einen Facebook-Post über seine zwei Jahre Teilnahme an der Gruppe; darin erklärte er, was er zu tun gelernt hatte, war eine andere Seite zu hören ohne seine eigenen Verpflichtungen zu schwächen. „Ich entdeckte“, schrieb er, „dass es möglich ist am Jerusalem(-vereinigungs)-Tag, eingehüllt in eine israelische Flagge … zu singen und zu tanzen und dann in einem interreligiösen Gottesdienst für den Frieden der Stadt zu beten.“ Gleichermaßen, sagte er, hatte er gelernt, dass es möglich war eine gemeinsame Fahrt nach Yad Vashem, Israels nationalem Holocaust-Denkmal und –Museum, zu organisieren und dann, mit gleichem Interesse den Ort eines arabischen Dorfes zu besuchen, das 1948 zerstört wurde. Dies sind keine Gefühle, die bei vielen seiner Mitsiedler üblich – oder beliebt – sind.

Die Leiter des Programms heben rasch hervor, dass sein Einfluss über die wenigen Dutzend daran jeweils beteiligten Teenager hinaus geht: Es öffnet die Augen ihrer Familien und dann Kreisen darüber hinaus. David Palant, der Vater eines jüdischen Teilnehmers aus der Siedlung Alon Schwut, vermerkte in einem offen Brief, den er über das Programm schrieb, als sein Sohn „von einem gemeinsamen Schabbat bei Hadera zurückkam und uns erzählte, dass es Palästinenser in der Gruppe gab, die bisher nie den Ozean gesehen hatten, brach mir das das Herz“.

Palant beschrieb, was gesdchah, als er am 9. Av an einem Roots-Programm teilnahm; der 9. Av ist ein zutiefst nationaler Tag, an dem Juden der Zerstörung der zwei Tempel gedenken: Er hörte einen Vortrag eines Scheiks aus Jaffa und „war nachhaltig beeindruckt von dem, was er sagte, von Dingen, von denen er erzählte, von denen ich keine Vorstellung hatte und ich war beschämt. Wie war es möglich, dass ich in all den Jahren, in den tausenden von Stunden, die ich jüdischer und allgemeiner Bildung gewidmet hatte … nie die Zeit gefunden hatte irgendetwas über die Kultur der Menschen gelernt hatte, die direkt nebenan wohnten?“

In der hoch ideologischen und oft monolithischen Siedlergemeinschaft erfordert mit einem solchen Brief in die Öffentlichkeit zu gehen, mehr als Mut – es bedeutet die soziale Vorsicht in den Wind zu schießen. Auch wenn sie gering an Zahl sind, entscheiden sich die beteiligten palästinensischen und jüdischen Familien genau das zu tun.

Der aktuelle Wahlzyklus ist eine Erinnerung daran, warum solche Begegnungen wichtig sind. Als Yesch Atid, Israels Zentrumspartei, vor kurzem ihr Wahlprogramm online stellte, erklärte sie: „Wir suchen keine Ehe mit den Palästinensern, sondern eine Scheidung von ihnen. … Unser Ziel besteht darin einen entmilitarisierten Palästinenserstaat an der Seite eines starken und sicheren jüdischen Staats Israel zu schaffen, unter strikter Einhaltung von Sicherheitsarrangements und Operationsfreiheit der IDF. Der Siedlungsblock wird Teil Israels bleiben. Wir werden kein Rückkehrrecht für Palästinenser anerkennen und Jerusalem wird auf immer die vereinte Hauptstadt Israels bleiben.“

Für die Mehrheit der Israelis macht diese Haltung perfekt Sinn. Für die meisten Palästinenser ist sie ein Versagter. Angesichts des politischen Patts könnten es, sollten die Beziehungen der beiden Völker vorankriechen, genau durch ein solches Treffen zwischen Erwachsenen und auch Teenagern sein, weit entfernt von den grellen Schlagzeilen.

„Ich habe einen weitere Frage“, wollte eine israelische Teenagerin ihr palästinensisches Ggenüber bei einem der letzten Treffen wissen. „Gibt es irgendetwas in unserer Kultur, das ihr wirklich mögt?“

Die palästinensischen Kids waren einen Moment still und dann lachten sie. „Wir lieben eure Musik“, sagten sie. Insbesondere Eyal Goaln, einen israelischen Rockstar, der auf Hebräisch singt, aber in einem nahöstlichen, fast arabisch klingenden Stil. „Wir verstehen das Hebräische nicht, aber wir hören ihm immer zu; wir kennen die Worte auswendig.“