Zur neuen „Friedensinitiative“, genannt „Genfer Vereinbarung“ (2/6): So viel zur Demokratie

Jonathan S. Tobin, Jewish World Review, 17. Oktober 2003

Die blanke Frechheit der Ablehnungspolitiker und der „Wir-wissen-es-besser“-Juden

Der Tumult um die Verhandlungen in Genf zwischen Typen aus der Palästinensischen Autonomie und einigen gescheiterten israelischen Politikern, finanziert durch das schweizerische Außenministerium, wird ein ausgezeichnetes Licht auf einen merkwürdigen Widerspruch der Wahrnehmung Israels durch die meisten Menschen der Welt.

Einerseits werden selbst viele von denen, denen Israels Schicksal gleichgültig ist, im Allgemeinen anerkennen, dass es eine Demokratie ist und beklagen, dass es in der arabischen Welt kein Gegenstück dazu gibt. Andererseits wird der größte Teil der Welt jedes Mal applaudieren, wenn irgendwelche abtrünnigen Israelis Israels demokratisch gewählte Regierung untergraben, so lange das Ergebnis nur ihre bestehenden Vorurteile über den Nahen Osten bestätigt.

Diese Genfer „Vereinbarung“ ist ein Beispiel genau dafür.

Lassen wir einen Moment lang die Motive und Geschichte der Schweiz außer Acht, genauso die Vorschriften der Vereinbarung, die vom früheren Vorsitzenden der israelischen Arbeiterpartei, Amram Mitzna und früheren israelischen Regierungsmitglieds Yossi Beilin ausgehandelt wurden.

Einige von uns mögen denken, dass die Idee, die Souveränität über den Tempelberg aufzugeben und eine Teilung Jerusalems zuzugestehen, damit die Palästinenser ihr „Rückkehrrecht“ aufgeben, eine gute Idee ist und ein notwendiger Schritt in Richtung Frieden. Andere werden auf die Gefahren solcher Abgaben hinweisen, auf die Tatsache, dass frühere Abkommen mit anderen extravaganten Konzessionen an die Palästinenser nur zu mehr Terrorismus und Blutvergießen geführt haben.

Wir wollen statt dessen ein wenig an einer offensichtlichen Tatsache herumschleifen, die Mitzna und Beilin scheinbar vergessen haben: Das Volk von Israel hat die Verantwortung für Verhandlungen mit den Palästinensern denen anvertraut, die sie gewählt haben; nicht den Männern, die es abgelehnt hat.

In den Vereinigten Staaten– sogar im Zeitalter selbstdarstellerischer Parlamentarier und 24-Stunden-Nachrichtenkanälen, die ihnen die Bühne dafür liefern – gibt es Grenzen für das, was Oppositionspolitiker sich erlauben können um das Weiße Haus zu untergraben.

Diese Grenzen werden vom Logan Act definiert – das Bundesgesetzt, das es für amerikanische Staatsbürger zu einem Verbrechen macht, Verhandlungen mit feindlichen Kräften zu führen. Tatsache ist, dass die bloße Andeutung, dass Ronald Reagan während des Wahlkampfs Gespräche mit den Iranern führte, während Präsident Jimmy Carter noch im Weißen Haus war, als Skandal gewertet wurde. Obwohl die Vorwürfe sich als falsch erwiesen, spricht der Schrecken, mit dem die Öffentlichkeit diese Gespräche betrachtete, Bände über die Ernsthaftigkeit eines solchen Verhaltens. Die Jerusalem Post wies diese Woche darauf hin, dass es lange über der Zeit sein könnte, dass Israel sich überlegt, ein eigenes Gesetz wie den Logan Act einzuführen.

Was das Handeln Mitznas und Beilins besonders unerhört macht, ist, dass vor erst acht Monaten diese Männer das israelische Volk aufforderten, Premierminister Ariel Sharons Führung zurückzuweisen und ihnen die Verantwortung für den Friedensschluss mit den Palästinensern zu übergeben. Die Antwort, die sie in einem Wahlkampf erhielten, der über genau dieses Thema ausgefochten wurde, war ein eindeutiges „nein“.

Mitzna führte die Arbeitspartei in die schlimmste Niederlage ihrer Geschichte. Beilin, dem ein Platz auf der Liste der Arbeitspartei verweigert worden war und der deshalb für die extrem linke Meretz-Partei kandidierte, wurde nicht einmal in die Knesset gewählt.

Was gibt diesen Männern die Dreistigkeit, das Urteil der Wähler zu ignorieren? Ohne Zweifel ist es ein Gefühl Recht zu haben und dass ihre Pflicht sie nötigt, sich ohne Regierungsgewalt für den Frieden einzusetzen, wie sie es auch in der Regierung getan hätten.

Manche mögen ihre Motive als Entschuldigung für ihr Verhalten betrachten und sie ihren Bemühungen beipflichten, ihre „Vereinbarung“ als Waffe gegen Scharon und seine Politik zu benutzen. Insbesondere werden sie versuchen – und nicht zum ersten Mal – einen Keil zwischen Jerusalem und Washington zu treiben. Aber jedermann mit etwas Anständigkeit und Respekt für die Demokratie und einem Bisschen Menschenverstand sollte wissen, dass solche „Vereinbarungen“ nur Scharons Lage unmöglich machen.

Es gibt einen weiteren Punkt in diesem traurigen Durcheinander, der untersucht werden sollte. Die Diaspora-Juden haben keine kleine Rolle dabei gespielt, in der Vergangenheit israelische Regierungen zu untergraben. Es kann als selbstverständlich angenommen werden, dass Beilin und Mitzna hoffen, dass einflussreiche amerikanische Juden ihre Sache aufnehmen und ihre Vereinbarung auf Kosten der Regierung Israels fördern werden.

Das ist derselbe Geist, in dem einige Gruppierungen Gelder sammeln, um denen in Israel zu helfen, die israelische Soldaten zu überreden versuchen, ihre Pflicht zur Teilnahme an Verteidigungsmaßnahmen gegen den Terrorismus zu verweigern.

In beiden Fällen ist die Grundsatzfrage – Israels andauernde Präsenz in den Gebieten – eine, die das Volk von Israel weiter führen wird. Das ist auch eine Frage, die Diaspora-Juden natürlich diskutieren können. Aber in jeder Demokratie, selbst in einer so aufgesplitterten wie der in Israel, gibt es eine Zeit, wo die Stimmen gezählt werden und die, die an der Macht sind, die Entscheidungen treffen. Es ist eine Sache, öffentlich nicht mit der Regierung überein zu stimmen. Aber zu sagen, dass man mit Privatdiplomatie oder Desertation diese Entscheidungen lächerlich machen darf, grenzt an Opposition gegen die Einhaltung der Gesetze.

Und genau das ist es, was Beilin und Mitzna getan haben und was sie von den amerikanischen Juden, durch die Unterstützung ihrer „Vereinbarung“ verlangen.

Diejenigen, die das tun, werden behaupten, sie würden für den Frieden arbeiten. Aber die Wahrheit ist, dass sie damit auch Geringschätzung für die israelische Demokratie und das israelische Volk demonstrieren.

Zur neuen „Friedensinitiative“, genannt „Genfer Vereinbarung“ (1/6)

Hintergrund:

Anfang der dritten Oktoberwoche 2003 wurde bekannt, dass israelische Oppositionspolitiker – allen voran Jossi Beilin und Amram Mitzna – in der Schweiz heimlich mit Palästinensern über ein „Friedensabkommen“ verhandelt und sich geeinigt hätten. Dieses als „Genfer Vereinbarung“ bezeichnete Werk wurde nicht dem israelischen Parlament vorgelegt; sie wurde nicht der Presse übergeben; sondern sie sollte an alle israelischen Haushalte verschickt werden.

Trotzdem kamen natürlich Informationen an die Presse. Nicht nur Ha’aretz druckte den vermeintlichen Wortlaut der Vereinbarung ab. Ma’ariv prahlte zwar in der Überschrift, den „vollständigen Wortlaut“ abzudrucken, es stellte sich aber heraus, dass drei Kapitel und eine Reihe von Anhängen, „einige davon von größter Bedeutung“, überhaupt noch nicht geschrieben sind (IMRA-Newsletter vom 17.10.2003).

Inhaltlich handelt es sich um eine weitere und erweiterte Auflage der um die Taba-Gespräche erweiterten Camp David-Vorschläge mit einer Teilung Jerusalems (Tempelberg-Souveränität an die Palästinenser, Westmauer an Israel; jüdische Viertel in Jerusalem an Israel, arabische an die Palästinenser; Demontage der israelischen Siedlungen, darunter auch der Stadt Ariel, aber der „Etzion-Block“ geht an Israel; dafür gibt es Gebietsausgleich am Ostrand des Gazastreifens und im Westen der „Westbank“). Interessanterweise betonten die israelischen Renegaten, die Palästinenser würden auf ihr „Rückkehrrecht“ verzichten – während die palästinensischen Verhandler das Gegenteil verkündeten.

Bei unseren Medien wurde Befriedigung darüber ausgedrückt, dass es jemanden gibt, der am Frieden arbeitet und dass es wieder ein Abkommen gibt. Dummerweise gab es keine Berichte darüber, dass Arafat und seine Kumpane dieses Abkommen erst einmal heftig verurteilten und nichts damit zu tun haben wollten. Dass die israelische Regierung sich negativ äußerte, war auch klar, inhaltlich wie prozessual. Nachdem Israels negative Haltung inzwischen kritisiert wird und Arafat merkte, dass er damit der israelischen Regierung eins auswischen kann, hat er dem Plan „zugestimmt“. Warum auch nicht, wenn er sich damit als „Friedensengel“ gerieren und Israel als Friedensverhinderer darstellen kann?

Inzwischen gibt es Knessetabgeordnete, die dazu aufrufen, die israelischen Verhandlungsteilnehmer wegen Landesverrat anzuklagen – worüber sich bei uns einige Leute heftig aufregen. Warum? Weil doch diese Leute etwas für den Frieden tun! Aber es gibt dabei – neben den Wolkenkuckucksheimen dieser Politiker – eine entscheidende Frage, der sich Jonathan Tobin widmet.
Dr. Aaron Lerner von IMRA setzt sich grundsätzlich mit einigen entscheidenden Punkten der „Genfer Vereinbarung“ auseinander.
Arthur Cohn, internationaler Filmproduzent, stellt Grundsatzfehler fest, die Verbindung zu den Oslo-Phantasien her und zeigt auf, dass das Abkommen nicht Frieden, sondern das Gegenteil bringt.
Dr. Schlomo Avineri zeigt auf, dass die Initiatoren der Initiative dem israelischen Publikum nicht die Wahrheit sagen.
Von besonderer Wichtigkeit für das Verständnis der Mentalität, die auf arabischer Seite hinter diesem Abkommen steht, scheint mir aber die Einschätzung von Guy Bekhor aus Yedioth Aharonot vom 4. Dezember zu sein, die ich den übrigen Texten voran stelle, sowie das, was am Ende Palestinian Media Watch über die unmittelbare Reaktion der Palästinenserführung aufzeigt.


Die Heiligkeit des Unheiligen

Guy Bekhor

(Bei diesem Text handelt es sich um einen Kommentar in der Nachmittags-Zeitung „Yedioth Aharonot“ vom 4. Dezember 2003. Der Autor ist Experte für Nahostfragen am Herzliya Interdisizpliary Center; er wurde von Mosche Kohn ins Englische übersetzt.)

Im September 1980 zerriss Saddam Hussein im irakischen Parlament in Bagdad die Vereinbarung in kleine Stücke, die er persönlich fünf Jahre früher mit dem Schah von Persien unterzeichnet hatte und die die jeweiligen Wasserrechte der beiden Länder im Schatt-el-Arab regelte. Als er später gefragt wurde, wie er eine Vereinbarung zerreißen konnte, das seine Unterschrift trug, erklärte er erstaunt, dass er sie unterschrieben hatte, als die Iraner stark waren und sie zerrissen hätte, als sie schwach wurden.

Das geschah am Beginn meiner Karriere als Korrespondent für arabische Angelegenheiten; diese bemerkenswerte Episode blieb mir im Gedächtnis haften als Rätsel, das gelöst werden musste. Im Laufe der Zeit begann ich zu verstehen, dass das westliche Konzept der „Heiligkeit vertraglicher Vereinbarungen“ in diesem Teil der Welt nicht existiert; hier ist eine Vereinbarung immer relativ und nicht total, sie verändert sich durch Überlegungen zur Sicherheit, Religion, Geschichte und militärischen Macht. Selbst, wenn alle Handlungen Saddams Karikaturen glichen, war das, was wir hier haben, eine Einstellung, die für einige Länder des Nahen Ostens charakteristisch gewesen sind. Anders als im Westen beendet ein Vertrag die Dinge nicht, sondern nicht mehr als die Grundlage für Veränderungen.

Konsequenterweise ist daher die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen Israelis und Palästinensern in einer europäischen Hauptstadt kein symmetrischer Akt, egal, was die Vereinbarung beinhaltet. Der eine unterschreibt mit der offensichtlichen Absicht, die Vereinbarung umzusetzen, während der andere mit der Absicht unterschreibt, das Dokument als eine relative Leitlinie zu betrachten, die für Veränderungen offen ist.

Die Israelis waren immer schnell dabei, die Araber dazu zu bekommen, Vereinbarungen zu unterschreiben, die bis zum letzten Soldaten und dem letzten Zentimeter die Einzelheiten regelten; sie betrachteten diese Vereinbarungen aus der westlichen Perspektive als etwas, das heilig umgesetzt werden müsse. Die Araber andererseits – und das gilt auch für die Ägypter – haben immer versucht, Pakte absichtlich nebulös zu formulieren, um größtmögliche Manövriermöglichkeiten zu haben, ohne die Vereinbarung zu brechen. Israelische Sturheit hat zu totem Papier geführt: der Vereinbarung mit dem Libanon vom 17. Mai 1983, die sofort auslief; den vorzüglich formulierten Oslo-Vereinbarungen, die nichts brachten; und nun das illusorische Genfer Abkommen, das zeigt, dass seine Autoren nichts gelernt haben. Hier ist das Paradox: Je detaillierter diese Pakte sind, desto weniger umsetzbar sind sie; und umgekehrt. Weil es so viel Details verlangt, verursacht Israel den Fehlschlag der Vereinbarungen.

Arafat ist sich dieser Kluft zwischen den Kulturen bewusst und nutzt sie aus. Er sieht es so: Israel geht Verpflichtungen für die Zukunft ein, die es erfüllen wird, während er mit seinem Ansatz sich zu nichts verpflichtet und nie Verantwortung tragen wird. Arafat scheint wegen der Möglichkeit nicht sonderlich besorgt zu sein, dass er alle Glaubwürdigkeit bei den meisten israelischen Juden verspielt hat, die daher keine Aussicht auf irgendeine Vereinbarung der beiden Seiten mehr sehen.

Unglücklicherweise waren die Autoren der Verträge zwischen uns und den Arabern israelische Juristen (und sind das immer noch), die die kulturelle Realität in unserer Region nicht begreifen; Experten, die aus gekühlten Büros in Washington zugezogen werden, in die sie zurückkehrten, um uns die Hitze fühlen zu lassen. Sollten wir geglaubt haben, dass wir mit der Zeit verstehen würden, was los ist, dann lagen wir falsch. Der derzeitige Fehler ist in fast jedem Briefkasten in Israel angekommen.

„Alles, was die Araber wollen, ist, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht.“

IMRAs wöchentlicher Kommentar von Aaron Lerner, 16. Oktober 2003

„Alles, was die Araber wollen, ist, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht.“

Dieser Glaube, dieser Glaubensgrundsatz, treibt die gesamte Logik jeden Schemas, das die israelische Linke seit 1967 aufgeboten hat.

Aber warum wollen die Araber nur, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht?

Israels militärischer Sieg, nachdem die IDF im Yom Kippur-Krieg von 1973 äußerst unvorbereitet getroffen wurde, liefert die Antwort: „Der Krieg bewies den Arabern, dass sie Israel nicht auf dem Schlachtfeld besiegen können.“

Da die Araber wissen, dass sie niemals in der Lage sein werden, Israel zu schlagen, so wird argumentiert, wird es immer währenden Frieden geben, sobald die Araber den Golan, die Westbank und den Gazastreifen zurück bekommen, da ein Krieg gegen Israel zum Scheitern verurteilt sein wird.

Und sobald man diese „Wahrheiten“ akzeptiert, folgt daraus, dass jedes Programm – egal, wie ungereimt es auch sein mag –, das für den vollständigen Rückzug auf die Grenzen von 1967 sorgt, Israel immer währenden Frieden bringt.

Warum sollten sich dann Yossi Beilin und die pensionierten Peacenik-Generale überhaupt die Mühe machen, überhaupt nur den Anschein zu erwecken, sie seien an den Sicherheitsvorkehrungen interessiert, die mit den verschiedenen Plänen zusammenhängen, die sie über die Jahre hinweg vertreten haben, wenn sie meinen, dass der Rückzug an sich bereits Israel den Frieden sichert?

Sie brauchen die Fassade der Sicherheit und anderer Vorkehrungen, um das zu überwinden, was sie als einzige Sache als zwischen sich und dem Frieden in unserer Zeit stehen sehen: die israelische Öffentlichkeit.

Das ist der Grund, dass bei einem langen und gründlichen Blick auf jeden israelischen Rückzugsplan, sei es von den Golanhöhen oder der Westbank und aus Gaza, man letztlich feststellen wird, dass er aus einem Kartenhaus besteht, das auf einer Ansammlung von Wunschdenken und „Best case“-Szenarien beruht.

Es ist nicht so, dass diejenigen, die die Rückzugsschemata entwerfen und verfechten, von Natur aus nachlässig oder oberflächlich wären. Sondern sie sind überzeugt, dass es einfach keine Rolle spielt, da es, zieht Israel sich erst einmal zurück, immer währenden Frieden geben wird.

Das ist auch der Grund, warum Rückzugsvertreter sich in dem Jahrzehnt von Oslo niemals sonderlich um die palästinensische Erfüllung von Vertragsverpflichtungen kümmerten. Was die Palästinenser tun oder nicht tun, bevor Israel sich vollständig zurückzieht, ist für schlichtweg nicht von Bedeutung.

Ist dieser Glaube, ist diese „Rückzugs-Religion“ logisch?

Die Araber lernten 1973 nicht, dass die IDF nie geschlagen werden kann. Sie lernten, dass Ausrüstung und Training des Westens der der Sowjetunion überlegen waren. Und sie haben dieser Lehre entsprechend gehandelt. Alleine Ägypten hat Milliarden amerikanischer Hilfen in fortschrittliche amerikanische Waffensysteme investiert, um sich auf den nächsten Krieg gegen den jüdischen Staat vorzubereiten.

„Alles, was die Araber wollen, ist, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht?“ Welche Araber? Das sagen sie in ihren Moscheen aber nicht. Das sagen sie in ihren Schulen auch nicht. Das sagen sie auch in ihren Medien nicht.

Was ihre Führer aber sagen, ist, dass es zulässig ist, Israel in Phasen zu vernichten, statt in einem schnellen Schlag.

Der malaysische Premierminister Datuk Seri Dr. Mahathir Moahmmed erklärte das auf der Eröffnung der 10. Sitzung der Islamischen Gipfelkonferenz so:

„Der Koran sagt uns, dass, wenn der Feind Frieden einklagt, wir positiv darauf reagieren sollen. Es stimmt, der angebotene Vertrag ist für uns nicht günstig. Aber wir können verhandeln. Der Prophet macht das in Hudaibiyah. Und am Ende triumphierte er. [Anmerkung A.Lerner: indem er den Vertrag brach, als er stark genug war den Feind zu schlagen.] … De rFeind wird vermutlich diese jüngsten Vorschläge begrüßen, … denn wegen ihrer Macht und ihrer offensichtlichen Erfolge sind sie arrogant geworden. Und arrogante Leute, wie wütende Leute, werden Fehler machen, werden vergessen zu überlegen. Sie haben schon angefangen Fehler zu machen. Und sie werden weitere Fehler machen. Es wird für uns jetzt und in der Zukunft Gelegenheiten geben. Wir müssen diese Gelegenheiten nutzen.“

Werden Yossi Beilin und seine Kameraden den Arabern diese „Gelegenheiten“ bieten?

Nicht, wenn die israelische Öffentlichkeit und die Freunde Israels in der Lage sind, über die falschen Versprechungen der „Rückzugsreligion“ hinaus zu sehen.

Erniedrigung

Nissan Ratzlav-Katz, 4. Juli 2003 (Israel National News, Link besteht nicht mehr)

„Täglich schmähen mich meine Feinde und die mich spotten, fluchen mit meinem Namen“ (Pslam 102,9)

Als die Nazis beim Anschluss 1938 in Österreich einmarschierten, machten sie sofort und mehr als deutlich klar, wie die neue Politik bezüglich der Juden in der neuen alten Provinz des Reichs aussah. Als Teil dieser Politik war der erste Schritt der Nazis die örtlichen jüdische Führung und ihre Familien zu erniedrigen und zu terrorisieren. Die Erniedrigung der Juden durch uniformierte Deutsche, wussten die Nazis, machte die Juden fügsamer und bestätigte und rechtfertigte die Verachtung der Nichtjuden gegenüber ihren jüdischen Nachbarn.

In Wien suchten sich Nazi-Offiziere den unter Chassidim als Sadigerer Rebbe bekannten, berühmten Rabbi Avrahom Yaakov Friedman aus Sadigora für ihre Belustigung aus. Sie zwangen den gelehrten religiösen Führer unter den spöttischen Blicken der zuschauenden Deutschen und Wiener die Straßen zu fegen. Der Rabbi sagte seinen Chassidim: „Es stört mich nicht ein Straßenkehrer zu sein. Sind die Straßen Wiens nicht auch die Straßen Gottes? Was mich ärgert ist die Schändung des Namens Gottes, dass die Juden in den Augen der Nichtjuden erniedrigt werden.“ Der Rabbi erzählte, er legte eines Tages ein Gelübde ab, dass, sollte Gott ihm irgendwann ermöglichen in das Land Israel zu emigrieren, er bereitwillig dort die Straßen fegen würde.

Im Land Israel, am 30. Juni 2003, war es Tag Eins nach einem weiteren israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen. Unbeschränkter palästinensischer Verkehr war auf den großen Durchgangsstraßen in der Region wieder hergestellt. Bewaffnete PA-Wachen standen an einigen der wichtigsten Straßen. Israelische Soldaten, die an der großen Kreuzung von Gush Katif dienten, nachdem die Kontrolle der PA übergeben wurde, wie auch Zivilisten, die die Straße benutzten, erzählten, dass aus fast jedem vorbei fahrenden arabischen Auto eine Kalaschnikow ausgelassen und spöttisch auf die israelischen Soldaten und Zivilisten gerichtet wurde. Die IDF hatte natürlich Befehl, diese Provokationen zu ignorieren.

Noch einmal: „Was mich ärgert“, sagte der Sadigerer Rebbe, „ist, dass die Juden abgewertet werden…“

Wir werden wieder erniedrigt, Rabbi. Aber diesmal findet das im Land Israel statt. Wir haben keine anderen Straßen, die wir gehen können; dies sind unsere Straßen. Unsere nationale Ehre muss hier wieder gewonnen werden – und das muss jetzt geschehen.

Mancher mag sagen, dass ein Kampf – physisch oder anders – um einen so esoterischen Wert wie „nationale Ehre“ zu führen, kindisch ist, falsch geleitet, sogar unmoralisch. Das ist es aber nicht. Es ist von übergeordneter praktischer Wichtigkeit. Ein Volk, das erlaubt, dass seine nationalen Symbole erniedrigt und seine heiligen Stätten geschändet werden; das seinen Feinden erlaubt, öffentlich zur Vernichtung seiner Mitglieder aufzurufen; das erlaubt, dass seine grundlegendsten historischen Ansprüche durch relativistische Behauptung über „wettstreitende Erklärungen“ herabgesetzt werden; das internationale Diffamierung und Lügen mit Gleichmut erleidet – dieses Volk untergräbt letztlich seine eigene Moral wie auch seine Abschreckungsfähigkeit. Damit schwächt es jeden moralischen Anspruch, den es zur Unterstützung seiner physischen Selbstverteidigung erheben könnte, wenn die Zeit dafür kommt. Die Völker der Welt, Freunde wie Feinde, werden den Schluss ziehen, dass ein Volk, das nicht bereit ist seine Ehre zu verteidigen, ein unehrenhaftes Volk sein muss. Solch eine tolerante, nachsichtige Nation ist dazu bestimmt, entweder immer währende Opferschaft zu akzeptieren oder sie ist gezwungen ihre Ehre– ihre Abschreckungsfähigkeit – wieder zu gewinnen, indem sie weitaus tragischere Mittel benutzen, als es andernfalls nötig gewesen wäre.

Arabischen Bewaffneten zu erlauben vorbeizufahren und dabei ihre Kalaschnikows spöttisch auf israelische Soldaten zu richten, bedeutet jetzt, dass später Israelis durch diese Kalaschnikows sterben werden. Den arabischen Terroristen, die die palästinensische Autonomie leiten, ist es erlaubt worden, in ihren Medien die Juden seit zehn Jahren zu verunglimpfen; arabische Mobs skandieren auf den Straßen von Judäa, Samaria und Gaza: „Tod den Juden!“; pausenlos belügen arabische Führer die Welt und uns; und israelische Führer murmeln wiederholt Entschuldigungen dafür, dass Juden in ihrem alt hergebrachten Heimatland leben. Wir fanden Entschuldigungen für unsere arabischen Feinde, wir ignorierten sie, wir zahlten, wir erlaubten ihnen Verbrechen gegen die Moral ohne Strafe zu verüben. Das Ergebnis all dieser Geduld ist beständig steigende, gegen Juden hier und andernorts gerichtete Gewalt gewesen. Was der Staat Israel vor zehn Jahren mit minimalen politischen und physischen Kosten dadurch hätte verhindern können, dass er aus Prinzip standzuhalten, wird er nun mit massiver Gewalt und Zerstörung beenden müssen – wenn er das überhaupt kann.

Der Sadigerer Rebbe starb 1961. Er hielt sein Versprechen aus dem Krieg, nachdem er im Land Israel eintraf. Früh an jedem Morgen, bevor die meisten Leute überhaupt erst wach waren, nahm der ehrenwerte Rabbi einen Besen in die Hand und fegte die Straßen im Umfeld seines Hauses in Tel Aviv.

Wann wird der Staat Israel endlich seine Erniedrigung beenden und die drohenden, spottenden Feinde von den Straßen fegen?

„Alles, was die Araber wollen, ist, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht.“

Aaron Lerner, IMRA Weekly Commentary, 16. Oktober 2003

„Alles, was die Araber wollen, ist, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht.“

Dieser Glaube, dieser Glaubensgrundsatz, treibt die gesamte Logik jeden Schemas, das die israelische Linke seit 1967 aufgeboten hat.

Aber warum wollen die Araber nur, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht?

Israels militärischer Sieg, nachdem die IDF im Yom Kippur-Krieg von 1973 äußerst unvorbereitet getroffen wurde, liefert die Antwort: „Der Krieg bewies den Arabern, dass sie Israel nicht auf dem Schlachtfeld besiegen können.“

Da die Araber wissen, dass sie niemals in der Lage sein werden, Israel zu schlagen, so wird argumentiert, wird es immer währenden Frieden geben, sobald die Araber den Golan, die Westbank und den Gazastreifen zurück bekommen, da ein Krieg gegen Israel zum Scheitern verurteilt sein wird.

Und sobald man diese „Wahrheiten“ akzeptiert, folgt daraus, dass jedes Programm – egal, wie ungereimt es auch sein mag –, das für den vollständigen Rückzug auf die Grenzen von 1967 sorgt, Israel immerwährenden Frieden bringt.

Warum sollten sich dann Yossi Beilin und die pensionierten Peacenik-Generale überhaupt die Mühe machen, überhaupt nur den Anschein zu erwecken, sie seien an den Sicherheitsvorkehrungen interessiert, die mit den verschiedenen Plänen zusammenhängen, die sie über die Jahre hinweg vertreten haben, wenn sie meinen, dass der Rückzug an sich Israel bereits den Frieden sichert?

Sie brauchen die Fassade der Sicherheit und anderer Vorkehrungen, um das zu überwinden, was sie als einzige Sache als zwischen sich und dem Frieden in unserer Zeit stehen sehen: die israelische Öffentlichkeit.

Das ist der Grund, dass bei einem langen und gründlichen Blick auf jeden israelischen Rückzugsplan, sei es von den Golanhöhen oder der Westbank und aus Gaza, man letztlich feststellen wird, dass er aus einem Kartenhaus besteht, das auf einer Ansammlung von Wunschdenken und „Best case“-Szenarien beruht.

Es ist nicht so, dass diejenigen, die die Rückzugsschemata entwerfen und verfechten, von Natur aus nachlässig oder oberflächlich wären. Sondern sie sind überzeugt, dass es einfach keine Rolle spielt, da es, zieht Israel sich erst einmal zurück, immer währenden Frieden geben wird.

Das ist auch der Grund, warum Rückzugsvertreter sich in dem Jahrzehnt von Oslo niemals sonderlich um die palästinensische Erfüllung von Vertragsverpflichtungen kümmerten. Was die Palästinenser tun oder nicht tun, bevor Israel sich vollständig zurückzieht, ist für schlichtweg nicht von Bedeutung.

Ist dieser Glaube, ist diese „Rückzugs-Religion“ logisch?

Die Araber lernten 1973 nicht, dass die IDF nie geschlagen werden kann. Sie lernten, dass Ausrüstung und Training des Westens der der Sowjetunion überlegen waren. Und sie haben dieser Lehre entsprechend gehandelt. Alleine Ägypten hat Milliarden amerikanischer Hilfen in fortschrittliche amerikanische Waffensysteme investiert, um sich auf den nächsten Krieg gegen den jüdischen Staat vorzubereiten.

„Alles, was die Araber wollen, ist, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht?“ Welche Araber? Das sagen sie in ihren Moscheen aber nicht. Das sagen sie in ihren Schulen auch nicht. Das sagen sie auch in ihren Medien nicht.

Was ihre Führer aber sagen, ist, dass es zulässig ist, Israel in Phasen zu vernichten, statt in einem schnellen Schlag.

Der malaysische Premierminister Datuk Seri Dr. Mahathir Moahmmed erklärte das auf der Eröffnung der 10. Sitzung der Islamischen Gipfelkonferenz so:

„Der Koran sagt uns, dass, wenn der Feind Frieden einklagt, wir positiv darauf reagieren sollen. Es stimmt, der angebotene Vertrag ist für uns nicht günstig. Aber wir können verhandeln. Der Prophet macht das in Hudaibiyah. Und am Ende triumphierte er. [Anmerkung A.Lerner: indem er den Vertrag brach, als er stark genug war den Feind zu schlagen.] … De rFeind wird vermutlich diese jüngsten Vorschläge begrüßen, … denn wegen ihrer Macht und ihrer offensichtlichen Erfolge sind sie arrogant geworden. Und arrogante Leute, wie wütende Leute, werden Fehler machen, werden vergessen zu überlegen. Sie haben schon angefangen Fehler zu machen. Und sie werden weitere Fehler machen. Es wird für uns jetzt und in der Zukunft Gelegenheiten geben. Wir müssen diese Gelegenheiten nutzen.“

Werden Yossi Beilin und seine Kameraden den Arabern diese „Gelegenheiten“ bieten?

Nicht, wenn die israelische Öffentlichkeit und die Freunde Israels in der Lage sind, über die falschen Versprechungen der „Rückzugsreligion“ hinaus zu sehen.

Ihre Helden und unsere

Jonathan Medved, Aish.com, 10. September 2003

Unsere Helden kämpften, um Leben zu retten. Ihre Helden säten Tod und Zerstörung.

Der Terror letzte Nacht schlug ganz in der Nähe meines Zuhauses zu. Der Druck der Explosion im Café Hillel an der Emek Rafaim erschütterte die Fenster unseres Hauses und ließ keinen Zweifel daran, dass wir wieder einmal getroffen wurden – diesmal in unserem Viertel.

Unser Sohn Yossi sprach am Telefon mit seinem Bruder Momo; er fragte gerade, wann Momo wieder Zuhause sein würde, damit sie zusammen eine weitere Folge von „24“ auf DVD sehen könnten – der verführerischen US-Serie über Terrorismus.

Momo ging gerade über die Emek Refaim-Straße, die zwei Blöcke von unserem Haus entfernt ist. Beide hörten die Explosion. Momo ist 16 Jahre alt und ein Sanitäter beim Magen David Adom (Roter Davidstern, Israels Pendant zum Roten Kreuz). Er nahm seine Erste-Hilfe-Handschuhe, die er immer im seiner Schultasche dabei hat und rannte zum Café, um den Verletzten zu helfen. Yossi lief mit meiner Frau Jane aus dem Haus, um zu Momo zu kommen.

Momo kam als einer der ersten am Tatort an. Er beschrieb ihn später als eine Szene, die direkt von Dante oder Eli Wiesel stammen könnte. Die Opfer schrien und lagen überall verteilt herum. Ein Gruppe Unbeteiligter versuchte ein Feuer zu löschen, das einen Mann zu verzehren drohte. Abgerissene Beine und Arme lagen in Blutlachen herum. Der Kopf eines Mannes befand sich mitten auf der Straße.

Momo handelte entsprechend der Ausbildung, die er diesen Sommer erzielt, in einem Kurs, der darauf ausgelegt war, ihn zu lehren, wie er mit solchen Ereignissen umgehen soll. Sobald der erste Krankenwagen ankam, sagte man ihm, wen er wegbringen sollten und half, die Verwundeten auf Tragen fortzubringen. Nach zehn Minuten war alles vorbei und die erstaunlichen Teams israelischer medizinischer Notfallteams hatte wieder mit Schnelligkeit und Professionalismus gehandelt. Seine Mutter und sein Bruder fanden ihn mit dem Blut der Opfer beschmiert vor und brachten ihn nach Hause.

Ich war im Büro, als die Explosion geschah und hatte unendliche Sorge, denn ich konnte niemanden per Telefon erreichen. Schließlich erhielt ich einen Anruf von meinem Sohn Yossi, der mir sagte, dass es unserer Familie gut ging und dass wir uns Zuhause treffen würden.

Nach Hause zu kommen und die Kleidung seines Sohnes bespritzt mit dem Blut aus einem Terroranschlag zu sehen, ist eine elterliche Erfahrung, die ich nicht vergessen werde – die Erleichterung, ihn unverletzt zu sehen, vermischt mit dem Schmerz, der Empörung und Trauer über einen Anschlag so nahe an unserem Zuhause.

Nachdem Momo geduscht hatte, sahen wir gemeinsam im Fernsehen die surrealen Szenen unseres schönen Viertel, wie es getroffen war, verletzt und blutete. Momo drückte sich an seine Hündin, umarmte sie und versuchte einen Anschein von Normalität wiederzufinden: ein 16-jähriger Junge, der seine heldenhafte Arbeit getan hatte und Szenen gesehen hatte, die nie jemand sehen sollte, versuchte, das zurückzugewinnen, was von seiner Jugend übrig blieb.

Wir sahen die Jubelszenen in Gaza, wo tausende Palästinenser in spontanen Feiern auf die Straßen strömten, außer sich vor Freude über die „Qualtiät“ der Anschläge. Scheik Ahmed Yassin und andere priesen den „Mut“ der Selbstmord-Bomber und riefen ihre Befriedigung hinaus. Insbesondere er, Yassin, erwähnte den „großen“ Abu Shnab, den „Ingenieur“ Dutzender israelischer Tode, dessen Tod nun gerächt sei.

Mir fiel schlagartig der Unterschied zwischen den beiden Gesellschaften auf. Unsere Helden waren auf der Emek Refaim und kämpften, um Leben zu retten, um notfallmedizinische Maßnahmen auszuführen, die Zahl der Opfer gering zu halten. Ihre Helden säten Tod und Zerstörung; ihre Arbeit war die Wissenschaft des Terrors.

Heute Morgen, als die strahlende Jerusalemer Sonne über unserem Viertel wieder aufging, waren die meisten der äußeren Zeichen der Zerstörung beseitigt. Trotz der weiteren Terrorwarnungen und des Stroms an Nachrichten über die gestrigen Anschläge müssen die Kinder in die Schule gehen, muss ihr Leben weiter gehen. Aber die Nachrichten enthielten weitere bittere Neuigkeiten, die mir buchstäblich den Atem nahmen. Unter den Toten der Explosion von letzter Nacht waren Dr. David Appelbaum und seine 20 Jahre alte Tochter Nava.

Nava sollte heute Abend mit einer fröhlichen Feier mit 500 Gästen heiraten. David war ein Notfall-Arzt, eine feste Größe in Jerusalems medizinischer Welt, der hunderte Terroropfer als Leiter der Notfall-Abteilung im Shaarei Zedek-Krankenhaus behandelt hatte. Er war der Gründer von Terem, Jerusalems privater 24-Stunden Notfall-Klinik, und der Partner meines besten Freundes. Er war ein gebildeter Mann, ein freundlicher Mann, ein Tzaddik – ein gerechter Mensch. Er war der wahre Held von Jerusalem.

Ich lasse Momo heute Morgen ausschlafen. Ich versuchte ihn zu wecken, aber er sagte, er brauche mehr Schlaf. Sein Lehrer rief an um zu sagen, dass er von Momos Freunden gehört hat, er habe „eine harte Nacht“ gehabt und sei unter den ersten am Anschlagsort gewesen. Er schlug vor, dass wir zum Begräbnis von Dr. Appelbaum und seiner Tochter gehen und ich ihn dann zur Schule bringe, damit er bei seinen Freunden sein und über das reden kann, was passiert ist. Mein Sohn und seine Freunde – die wirklichen Helden Jerusalems.

© 1995-2003 Aish.com – http://www.aish.com

Wir lehnen es ab den Hass zu wählen

Sherri Mandel, Jerusalem Post, 2. September 2003 (Link besteht nicht mehr)

Vorbemerkung: Bei diesem Text handelt es sich um ein Beispiel dafür, wie die Israelis mit ihren Erfahrungen des Terrors umgehen. Das wird in unseren Medien eigentlich nie gezeigt. Dieses Verhalten und diese Einstellungen finden wir auf der „anderen Seite“ nicht – dort haben wir ständig die Bilder der „Beerdigungen“, die eigentlich selten etwas anderes sind als Mordaufrufe. Diese Diskrepanz sollte der Öffentlichkeit auch langsam einmal bewusst werden.

Camp Koby and Josef, die mein Mann und ich in Folge der Ermordung unseres Sohnes schufen, betreibt Lager für hunderte israelischer Kinder, die Eltern oder Geschwister bei Terroranschlägen verloren oder die selbst verwundet wurden. In diesem Sommer haben wir fast 600 Kinder betreut, ihnen geholfen mit Freude weiterzuleben.

Unsere Lager bieten Kunst-, Musik- und Theater-Therapie mit besonders ausgebildeten Beratern und Mitarbeitern, die Heilungsbelange der Kinder fördern und sie lehren, dass Schmerz gefühlt, erlitten und geteilt werden kann. Unser Ziel ist es, Schmerz zu kanalisieren und verändern, damit die Kinder produktive, sprühende Bürger werden können.

In den meisten palästinensischen Sommerlagern steht die Philosophie in großem Gegensatz zu der unserer Lager. Wie die Jerusalem Post berichtete, lernen palästinensische Kinder im Sommerlager wie Soldaten zu kämpfen; die Lager ehren mit ihren Namen Terroristen, die Busse gesprengt haben; die Lager-Teilnehmer marschieren herum wie Guerillakämpfer und schwören Ergebenheit Israelis zu töten.

Ein Reporter hörte diese Kinder-Schlachtruf: „Wir wollen kein Mehl; wir wollen keine Sardinen; wir wollen Bomben.“

Inzwischen erklärte der Leiter eines Ausnahme-Lagers, das ausdrücklich als eines gegründet wurde, das palästinensischen Kindern keine Gewalt lehrt, dass er die Kinder statt dessen „Solidarität“ lehrt. Mit anderen Worten: es gibt immer noch eine politische Tagesordnung, selbst wenn Gewalt ausdrücklich nicht zum Programm gehört.

Als israelische Mutter, die ein Kind durch Terror verlor, weiß ich, wie groß die Trauer ist und wie viel Arbeit es bedeutet, mit dem Verlust fertig zu werden und ihn dort zu lassen, wo er von Liebe und Freundlichkeit umgeben ist. Der Schmerz ist einfach untragbar. Aber in meiner Arbeit mit über 150 israelischen Müttern in diesem Jahr, von denen alle Kinder oder Ehemänner durch Terror verloren, habe ich nur eine Hand voll von Wut reden hören.

Die Medien gehen davon aus, dass Israelis, die von Terror betroffen sind, voller Hass und Wut und Racheschwüren umher gehen. Das ist aber nicht wahr. Wir sind erfüllt von Traurigkeit und Verzweiflung. Aber diese Verzweiflung treibt uns nicht an zu hassen oder zu töten. Wir Juden verwandeln unseren Schmerz in Trauer und ein verzweifeltes Bedürfnis, damit klar zu kommen, persönlich zu wachsen und unserer Kinder zu gedenken.

Das ist die Botschaft, die wir unseren Kindern vermitteln.

Im Gegensatz dazu lehren viele Palästinenser ihre Kinder, ihren Schmerz in Wut und Rache zu verwandeln. Und obwohl viele sagen, dass die Palästinenser machtlos und verzweifelt und daher gezwungen sind, auf Rache und Gewalt zurückzugreifen, zeigte uns die kurzlebige Hudna, dass palästinensische Machtlosigkeit ein Ammenmärchen ist.

Die Palästinenser können ihre sogenannte Verzweiflung kontrollieren. Ihre Racheschwüre, ihr Hass ist gewählt. Und ihre Führer wählen weiter den Hass. Diesen Hass kann man offen ausgedrückt in den palästinensischen Sommerlagern finden.

Was eine Zeit unschuldigen Abenteuers sein sollte, wird statt dessen in eine Zeitspanne poliitischer und moralischer Indoktrination der schlimmsten Sorte manipuliert. Und es sind die Kinder, die manipuliert werden; mancher würde sagen: missbraucht werden.

Lagerlieder könnten als irrelevant abgetan werden; wenn aber die palästinensischen Kinder Hass-Lieder singen, sind das die Lieder, die die Herzen dieser Kinder für Jahrzehnte füllen.

Es gibt eine Kluft zwischen der israelischen und der palästinensischen Kultur; und während manche sie der Politik zuschreiben wollen, ist die tragische Wahrheit, dass keine politische Lösung die Flammen des Hasses dämpfen kann, die in der palästinensischen Gesellschaft gezündet worden sind. Dieser Hass sitzt zu tief, ist zu hartnäckig und zu sehr akzeptiert.

Wenige Journalisten wollen die Geschichte des palästinensischen Hasses angehen. Große Medien wie die „New York Times“ und die „Washington Post“ meiden unser Lager – vielleicht, weil es den tief verankerten Unterschied zwischen den beiden Kulturen entlarvt.

Israelis versuchen, ihre Trauer zu bearbeiten – die Palästinenser beuten ihre aus.

Unterschätze niemand die Macht des Schmerzes. Unbehandelte Trauer kann Jahrzehnte andauern. Die zynische Ausbeutung des Schmerzes – in Sommerlagern, Schulen und in den palästinensischen und internationalen Medien – ist einer der wichtigsten Hinderungsgründe jeden Friedensversuchs – und könnte das für weitere Generationen sein.

Die Israelis versuchen, mit ihrer Trauer klarzukommen. Die Palästinenser nähren sie, heizen sie an und verehren sie.