UNO-Resolution 194 und das „Rückkehrrecht“

Araberführer zeigen fälschlich auf die UNO-Resolution 194 als Beweis, dass arabische Flüchtlinge ein Rückkehrrecht haben, aber was ist mit den vergessenen jüdischen Flüchtlingen?

Elie E. Herz, Myths and Facts

Jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern, 1950
Palästinensisch-arabische Flüchtlinge , 1950

Resolution 194, von der UNO-Vollversammlung am 11. Dezember 1948 beschlossen, beschäftigte sich mit einer ganzen Reihe von Dingen, aber nur einer von 15 Absätzen beschäftigte sich mit den vom Konflikt geschaffenen Flüchtlingen. Resolution 194 versuchte die Mittel zu schaffen, die nötig waren, um in der Region eine Waffenruhe zu erreichen. Sie schaffte eine Schlichtungskommission mit Repräsentanten aus den Vereinigten Staaten, Frankreich und der Türkei, die den UNO-Vermittler ersetzen sollte. Die Kommission erhielt den Auftrag „eine endgültige Regelung aller Fragen zwischen … betroffenen Regierungen und Obrigkeiten“ zu erzielen. Der „Flüchtlingsabschnitt“ ist kein allein stehender Punkt, wie die arabische Welt uns glauben machen will, sie gilt auch nicht spezifisch für die palästinensisch-arabischen Flüchtlinge.

Von den 15 Absätzen behandeln die ersten sechs Abschnitte Möglichkeiten eine Waffenruhe zu erreichen; die nächsten vier Absätze behandeln die Möglichkeit, dass Jerusalem und die es umgebenden Dörfer und Städte entmilitarisiert werden sollten und wie eine internationale Zone oder Zuständigkeit in und um Jerusalem herum geschaffen werden könnte. Die Resolution ruft zudem alle Seiten auf, den freien Zugang zu heiligen Stätten, einschließlich religiöser Gebäude, zu schützen zu gestatten.

Ein Absatz hat die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Paragraf 11, der als einziger die Flüchtlingsfrage und Kompensation für diejenigen anspricht, deren Eigentum verloren ging oder beschädigt wurde. Entgegen arabischen Behauptungen garantierte er kein Rückkehrrecht und er garantierte schon gar kein bedingungsloses Recht auf Rückkehr – also das Recht palästinensisch-arabischer Flüchtlinge nach Israel zurückzukehren. Genauso wenig erwähnte sie ausdrücklich arabische Flüchtlinge, womit signalisiert wurde, dass die Resolution alle Flüchtlinge meinte, sowohl jüdische wie auch arabische. Stattdessen empfahl Resolution 194, dass Flüchtlingen erlaubt wird in ihr Heimatland zurückzukehren, wenn sie zwei wichtige Bedingungen erfüllten:

1. dass sie bereit sind in Frieden mit ihren Nachbarn zu leben.

2. Dass die Rückkehr „zum frühest praktizierbaren Datum“ stattfindet.

Die Resolution empfahl zudem, dass denjenigen, die nicht zurückkehren wollten, von den „verantwortlichen Regierungen oder Obrigkeiten Entschädigung für ihr Eigentum … oder den Verlust oder Schaden an Eigentum“ gezahlt werden sollte.

Obwohl Araberführer auf Resolution 194 als Beweis zeigen, dass arabische Flüchtlinge ein Recht auf Rückkehr oder Entschädigung haben, ist es wichtig festzustellen, dass die arabischen Staaten Ägypten, Irak, Libanon, Saudi-Arabien, Syrien und Jemen gegen Resolution 194 stimmten. Israel wird in der Resolution nicht einmal erwähnt. Auch die Tatsache, dass die Wortwahl im Plural verwendet wird – „Regierungen und Obrigkeiten“ – legt nahe, dass entgegen arabischen Behauptungen die Last der Entschädigung nicht allein einer Seite des Konflikts zufällt. Weil sieben arabische Armeen nach Israel eindrangen, war Israel nicht für die Schaffung des Flüchtlingsproblems verantwortlich. Als hunderttausende arabischer Juden mit Morddrohungen und anderen Formen der Verfolgung angegriffen und zur Flucht aus arabischen Staaten gezwungen wurden, nahm der Staat Israel die überwältigende Mehrzahl von ihnen in der damals frisch gegründeten Nation auf.

Die vergessenen jüdischen Flüchtlinge

Aus einer Menge von – praktischen bis konfessionellen – Gründen hat Israel es versäumt das Thema der Mammut-Ungerechtigkeit aufzubringen, die fast einer Million Juden aus arabischen Ländern angetan wurde. Das Ausmaß und die vorsätzliche, staatlich geförderte Verfolgung, die 1948 die Flucht von fast 900.000 Juden aus ihren Heimen veranlasste, hat erst vor kurzem begonnen aufzukommen. Arabische Publizisten haben versucht die Flucht von Juden aus arabischen Ländern komplett vom arabisch-israelischen Konflikt abzutrennen; sie behaupten, das seien zwei separate Phänomene und dass die Israelis das Thema mit jedem einzelnen betroffenen arabischen Staat besprechen sollten, nicht mit den palästinensischen Arabern.

Das ist eindeutig ein Versuch die Geschichte umzuschreiben. Man muss nur den fast prophetischen Artikel in der New York Times zwei Tage nach Israels Erklärung seiner Unabhängigkeit überprüfen („Jews in Grave Danger in all Moslem Lands“ – Juden in allen muslimischen Ländern in großer Gefahr), um die Verbindung zu bestätigen. Die New York Times berichtete am 16. Mai 1948:

Seit fast vier Monaten liegt den Vereinten Nationen einen Appell zur „sofortigen und dringenden“ Erörterung des Falls der jüdischen Bevölkerungen in arabischen und muslimischen Ländern von Marokko bis Indien vor.“

Die New York Times schätzte die gefährdete jüdische Bevölkerung in einer Tabelle mit jedem einzeln aufgeführten Land auf 899.000 Menschen. Der Artikel führte die Entlassung von Juden aus dem öffentlichen Dienst in Syrien an, die Lösegeldzahlungen von $20.000 pro Kopf durch irakische Juden, die den Irak verlassen wollten, eine Zwangsabgabe für die libanesisch-jüdischen Gemeinden zur Unterstützung der arabischen Kriegsanstrengungen parallel zur Aufstachelung und physischen Angriffen auf Juden und dass Juden aus Afghanistan nach Indien flohen. Sie zitierte den Bericht des Wirtschafts- und Sozialrats der UNO:

„Das schiere Überleben der jüdischen Gemeinden in bestimmten arabischen und muslimischen Ländern ist in ernster Gefahr, wenn nicht ohne Verzögerung vorbeugende Maßnahmen getroffen werden.“

Feindschaft und Unterdrückung wurde nur stärker, was am Ende zum Exodus fast aller Juden aus allen arabischen und muslimischen Ländern von Casablanca bis Karachi führte.

Wie und warum gingen palästinensische Araber weg und wer war dafür verantwortlich?

Es ist wichtig die historische Aufzeichnung gerade zu rücken: Die überwältigende Mehrheit der palästinensisch-arabischen Flüchtlinge verließ, was der damals neu gegründete Staat Israel war, aus eigenem Antrieb wegen der strukturellen Schwäche innerhalb der palästinensisch-arabischen Gesellschaft und ihrer Führung.

Der Druck der Umstände der Kriegszeit löste den Kollaps dessen aus, was bereits eine zerbrechliche palästinensisch-arabische Gesellschaft war, insbesondere als palästinensisch-arabische Führer sich entschieden gegen den jüdischen Staat zu opponieren, indem sie offen mit Waffen hantierten, statt einen UNO-Plan für einen eigenen Staat zu akzeptieren. Diese Ereignisse bereiteten die Bühne für die Zwangsvertreibung zahlloser anderer palästinensischer Araber aus von den Juden gehaltenen Gebieten. Diese militärische Notwendigkeit ergab sich nach der Invasion Westpalästinas durch sieben arabische Armeen mit der Zielsetzung den neu geborenen Staat Israel auszulöschen.

Nach eigenen Angaben flohen geschätzte 600.000 palästinensische Araber aus dem Kriegsgebiet, das ihre Führer geschaffen hatten. Geschätzte 250.000 bis 300.000 dieser Flüchtlinge von 1948 verließen ihre Heime, noch bevor diese Teil der Kampfzone wurden.

Abgesehen von der menschlichen Tragödie entwurzelt zu werden, waren die arabischen Flüchtlinge weder glücklose Ziele noch unschuldige Zuschauer. Die erste Phase des Kriegs von 1948 war ein heftiger interethnischer oder antizionistischer Bürgerkrieg, in dem palästinensische Araber die Aggressoren und Initiatoren waren; die zweite Hälfte war ein offener Krieg mit regulären arabischen Armeen, deren Teilnahme die palästinensischen Araber arrangiert hatten.

Der Weg der Gewalt, den die palästinensischen Araber wählten – und die sich anschließende Angst, Orientierungsverlust und wirtschaftliche Mangel durch Krieg – führen zu ihrem eigenen kollektiven Ruin.

Der Zusammenbruch der palästinensischen Gesellschaft und Massenflucht

Was verursachte den Zusammenbruch der palästinensisch-arabischen Gesellschaft? Zum Teil war es das Fehlen einer alternativen arabischen Infrastruktur, nachdem die Briten aus Palästina abzogen. Zusätzlich gab es in der lokalen arabischen Gesellschaft ernste Brüche, die in osmanische Zeiten zurückreichten. Weil die palästinensisch-arabische Gesellschaft abhängig von der britischen Zivilverwaltung und Sozialdiensten gewesen war, hinterließ der Abgang der Briten die arabischen Verwaltungsangestellten arbeitslos zurück. Im Ergebnis hörten die meisten sozialen Dienste und Verwaltungen im arabischen Sektor auf zu funktionieren, was den Fluss notwendiger Massengüter wie Lebensmittel und Treibstoff unterbrach und zu den Nöten, der Ungewissheit und den Gefahren noch hinzu kam.

Im Gegensatz dazu hatte die jüdische Gesellschaft in Palästina oder der „Jischuw“, wie er auf Hebärisch genannt wurde, im Verlauf dreier Jahrzehnte unter dem Mandat seine eigene Zivilgesellschaft aufgebaut. Der Jischuw schuf seine eigenen Repräsentationsgremien und sozialen wie wirtschaftlichen Institutionen, einschließlich Gesundheits- und Sozialdiensten, ein öffentliches Transportnetzwerk sowie ein florierendes, hochentwickeltes Marketingsystem für gefertigte Waren und Lebensmittel – kurz gesagt einen Staat in Entstehung. Er wurde 1934 vom britischen Bericht an den Völkerbund am besten geschrieben:

„Während der letzten zwei oder drei Generationen haben die Juden in Palästina eine Gemeinschaft neu aufgebaut, die inzwischen 80.000 zählt, von denen etwa ein Viertel Bauern und Landarbeiter sind. Diese Gemeinschaft hat ihre eigenen politischen Organe, eine gewählte Versammlung für die Leitung ihrer internen Angelegenheiten, gewählte Räte in den Städten und eine Organisation zur Kontrolle ihrer Schulen. Sie hat ihr gewähltes Oberrabbinat und rabbinische Räte zur Führung ihrer religiösen Angelegenheiten. Ihre Aufgaben werden in Hebräisch als Volkssprache ausgeübt und eine hebräische Presse bedient ihre Bedürfnisse. Sie hat ihr eigenes intellektuelles Leben und zeigt beträchtliche wirtschaftliche Aktivitäten. Diese Gemeinschaft mit ihrer Stadt- und Landbevölkerung, ihren politischen, religiösen und sozialen Organisationen, ihrer eigenen Sprache, ihren eigenen Bräuchen, hat folglich ihr eigenes Leben, hat in der Tat ‚nationale‘ Charakteristika.“

Und während die Zeit verging:

„Diese Charakteristika sind im Verlauf der folgenden zwölf Jahr verstärkt und vergrößert worden. Heute gibt es in Palästina fast 300.000 Juden. Es ist ein ständiger Fluss an Menschen und Geld, neue Industrien werden gegründet, die Zitrusfrüchte-Kultur expandiert, neue Siedlungen entstehen, Städte werden durch Vorort um Vorort vergrößert.“

Während desselben Zeitraums hatten die Araber in Palästina jedoch all ihre Energie in die Bekämpfung jeglicher Form eines entstehenden jüdischen Gemeinwesens investiert. Obwohl die Briten die Gründung einer arabischen Agentur parallel zur Jewish Agency anregten, die die Entwicklung des jüdischen Sektors organisierte und finanzierte, misslang die Entwicklung einer ähnlichen arabischen Organisation.

Es war daher keine Überraschung, dass beim Abzug der Briten die palästinensischen Araber unorganisiert und schlecht vorbereitet blieben, nicht nur für die Eigenstaatlichkeit (die sie ohnehin ablehnten), sondern auch für einen langgezogenen Konflikt mit ihren jüdischen Gegnern. Am Ende verursachte der Krieg erschreckende Opfer bei den Juden und ließen tausende palästinensischer Araber obdachlos zurück.

UNO-Resolution 194:

A/RES/194 (III) vom 11. Dezember 1948 (englisch; deutsch)

„beschließt, dass den Flüchtlingen, die in ihre Heime zurückzukehren wünschen und in Frieden mit ihren Nachbarn zu leben, dies zum frühestmöglichen Zeitpunkt erlaubt wird und dass Ausgleichszahlungen für das Eigentum derer gezahlt werden sollte, die nicht in zurückkehren und für Verlust oder Schaden von Eigentum, das unter den Regeln des internationalen Rechts oder der Gleichbehandlung, von den verantwortlichen Regierungen wieder gut gemacht werden sollten;^

weist die Schlichtungskommission an, die Rückführung, Wiederansiedlung und wirtschaftliche und soziale Rehabilitation der Flüchtlinge und Entschädigungszahlungen zu erleichtern und engen Kontakt mit dem Direktor des UN-Flüchtlingswerks für palästinensische Flüchtlinge und durch ihn mit den entsprechenden Organen und Einrichtungen der Vereinten Nationen zu halten;

Beweist Muslim-Gewalt gegen Muslime, dass Jihad politisch angetrieben ist?

Demontage einer weithin vertretenen – aber falschen – Ansicht.

Raymond Ibrahim, Front PageMag, 3. Februar 2020

Am 18. Januar begann eine schiitische Rebellengruppe einen Terrorangriff im Jemen, der 111 Menschenleben forderte.

Tage zuvor gewann ein pakistanischer General Volkes Stimmung, wann immer Muslime Mitmuslime töten, indem er sagte: „Diejenigen, die unschuldige [Muslime] in einer Moschee ins Ziel nahmen, können niemals wahre Muslime sein.“ Er bezog sich auf den Selbstmord-Bombenanschlag an einer Moschee, der 15 Leben forderte.

So lautet der Kern einer der größten Behauptungen, dass islamischer Terrorismus weit politischer als religiös getrieben sei. Damit erklärte, nach einem weiteren Terroranschlag, der 2016 das Leben von Muslimen in Bangladesch forderte, Premierminister Scheik Hasina: „Jeder, der an Religion glaubt, kann so etwas nicht tun. Sie haben keine Religion, ihre einzige Religion ist der Terrorismus.“

Vielleicht formulierte Barack Obama es am prägnantesten: Der Islamische Staat „spricht nicht für den Islam“, sagte er nach dem Terroranschlag in San Bernardino, der im Dezember 2015 14 Tote hinterließ. „Sie sind Verbrecher und Mörder, Teil eines Todeskults… Darüber hinaus sind die weit überwiegende Mehrheit der Terroropfer weltweit Muslime.“

Westliche Medien sind in diesem Punkt besonders lautstark. Nach dem Terroranschlag von Paris 2015, bei dem 130 Menschen getötet wurden, veröffentlichte der britische Independent einen Artikel mit dem Titel: „Paris attacks: Isis responsible for more Muslim deaths than western victims.“ (Anschläge von Paris: ISIS für mehr muslimische Tote als westliche Opfer verantwortlich). Das Daily Beast argumentierte: „Vor dem Horror von Paris tötete ISIS tagtäglich Muslime. Wir Muslime verachten diese wahnsinnigen Leute mehr als es jeder andere tut… Aber die Opfer Nummer Eins dieser barbarischen Terrorgruppe sind Muslime. Das ist unbestritten.“

Zusammen mit der Distanzierung des Islam von Gewalt – es ist nicht vorgesehen, dass wahre Muslime Mitmuslime im Namen des Jihad töten – vernebelt dieses Argument das Thema, wer die wahren Opfer des islamischen Terrorismus sind, weiter: „Warum wird das Abschlachten von Nichtmuslimen durch Muslime – ob nun Europäer, Amerikaner, Israelis oder christliche Minderheiten unter dem Islam – als ideologisch von einem „anti-Ungläubigen“-Animus getrieben dargestellt, wenn es Muslime selbst sind, die die Hauptopfer stellen?

Das Problem dieses allzu simplen Arguments besteht allerdings darin, dass Muslime, die andere Muslime bekämpfen, ihre Opfer nicht als Muslime betrachten. Tatsächlich betrachten Sunniten und Schiiten sich gegenseitig als falsche Muslime oder bestenfalls Häretiker, die sich dem „wahren Islam“ unterwerfen müssen. Daher ihr immerwährender Krieg. Während westliche Fernsehschwätzer dazu tendieren, alle als „Muslime“ in einen Topf zu werfen – womit sie zu dem irrigen Schluss kommen, dass Jihad-Gruppen unislamisch sind, weil sie „Mitmuslime“ töten – betrachtet jede Gruppe die andere als den Feind.

Ein dem muslimischen Propheten Mohammed zugeschriebener Spruch bestätigt diese Ansicht: „Diese, meine umma [Nation] wird sich in 73 Sekten spalten; eine wird im Paradies sein und 72 werden in der Hölle sein.“ Gefragt, welche Sekte die eine Wahre sei, antwortete der Prophet: „al-jama’a“, das ist die Gruppe, die dem Beispiel oder der „sunna“ Mohammeds am wörtlichsten folgt.

Das hat zu takfirk gefühft – einem arabischen Wort, das jeder Muslim fürchtet und das immer dann auftaucht, wenn eine einzelne muslimische Gruppe eine andere muslimische Einzelperson oder Gruppe beschuldigt kuffar zu sein – also Nichtmuslime, Ungläubige, deren Blut straflos vergossen werden kann. Takfirk hat es seit seiner Gründung neben dem Islam gegeben, angefangen mit den khawarij (Chardschiten) – die Muslime rituell schlachteten, weil sie dem Buchstaben des Gesetzes nicht folgten – und war/ist die Hauptbegründung, die für Jihad zwischen verschiedenen muslimischen Nationen und Reichen die Geschichte hindurch verwendet wurde.

Mit anderen Worten: Wenn Sunniten oder Schiiten einander abschlachten, dann tun sie das mit genau derselben Logik wie wenn sie christliche Minderheiten oder europäische, amerikanische und israelische Bürger abschlachten: Alle sind Ungläubige, die entweder den wahren Islam annehmen oder unterworfen werden oder sterben müssen.

Im November 2017 zum Beispiel übernahm der Islamische Staat die Verantwortung für einen Bombenanschlag auf eine saudische Moschee in Ägypten mit mehr als 300 Toten. Einige Zeit davor hatte ein ISIS-Kommandeur im Sinai „den Hass der Gruppe gegen Sufis und ihre Bräuche umrissen, darunter die Verehrung von Gräbern, die Opferschlachtung von Tieren und was er ‚Hexerei und Wahrsagerei‘ nannte“. ISIS hatte zudem den Sufismus als eine „Seuche“ bezeichnet, die „ausgemerzt“ gehört. Entsprechend köpfte ISIS vor einem Jahr Sulayman Abu Hiraz, einen Sufi-Kleriker, der über 100 Jahre alt sein sollte, aufgrund des Vorwurfs der Hexerei.

Muslime haben andere Muslime unter dem Vorwurf abgeschlachtet, sie seien „nicht islamisch genug“ oder von vornherein die falsche „Art“ von Muslimen. Wenn überhaupt, dann ist der Gedanke, dass Muslime mehr Muslime als Nichtmuslime töten, Grund für die Frage: Was können dann Nichtmuslime – wie der westliche Ungläubige – erwarten?

Vier Belege, dass Siedlungen nicht der Grund sind, dass wir keinen Frieden haben

Dr. Einat Wilf auf twitter:

1) Vor 1967 kontrollierten Jordanien und Ägypten die Westbank und den Gazastreifen, es gab keine Siedlungen und trotzdem lehnte die arabische Welt Israel ab, während Palästinenser die „Befreiung Palästinas“ mit Gewalt forderten.

2) Zwei Premierminister, Ehud Barak (2000) und Ehud Olmert (2008) legten Friedensvorschläge vor, die ein souveränes arabisches Palästina in praktisch der gesamten Westbank und dem Gazastreifen (mit Landtausch) ohne jegliche Siedlungen geschaffen hätten. Arafat und Abu Mazen lehnten trotzdem ab.

3) Israel hat wiederholt seine effektive und skrupellose Fähigkeit demonstriert Siedlungen für Frieden (Sinai) oder viel weniger (Gazastreifen, nördliche Westbank) zu räumen. Die Paläsinenser müssen bislang noch immer wenigestens einen einzigen „Flüchtling“ aus den UNRWA-Namenslisten entfernen, selbst die, die bereits im Gazastreifen und der Westbank leben.

4) Trotz der Kontrolle über die Westbank seit mehr als 50 Jahren leben fast 80% der Siedler auf 4% des Territoriums der Westbank, fast direkt an die Waffenstillstandlinie von 1949 (Grüne Line) angrenzend, was die Zweistaatenlösung offen und möglich hält (lesen Sie Shaul Arieli für mehr dazu).

Der Grund, dass wir keinen Frieden haben, lautet, dass die arabischen Palästinenser immer noch, wie sie es immer schon machten, dem jüdischen Volk als Volk gleiches Recht auf nationale Selbstbestimmugn in allen Teilen seines historischen Heimatlandes verweigern, eine Ablehnung, die in der fortgesetzten palästinensischen Forderung nach „Rückkehr“ spiegelt.

Die Lüge vom schrumpfenden palästinensischen Land

gefunden auf Twitter:

All das Gerede von schrumpfendem palästinensischen Land ist UNSINN.

Die Palästinenser kontrollieren mehr Land als je zuvor.

Es gab bis in die 1990-er Jahre keine palästinensische Kontrolle im Gazstreifen oder Judäa und Samaria; damals gab Israel Land ab.

Die Gebiete unter palästinensischer Kontrolle sind grün:

Eine pan-arabische Zeitung berichtet über die Armut im Gazastreifen

gefunden auf twitter:

191116_Welt+Pallis

Die Welt denkt vom Gazastreifen, Heimat von 1,4 Millionen Palästinensern, oft als einem der ärmsten Orte der Welt, so die Menschen in Not und Elend leben.
Aber nach Angaben eines investigativen Berichts in der pan-arabischen Zeitung Asharq al-Awsad gibt es mindestens 600 Millionäre, die im Gazastreifen leben. Der Zeitungsbericht widerlegt zudem die Behauptung, der Gazstreifen stehe wegen der israelischen Blockade vor einer humanitären Katastophe.
Mohammed Dahlan, ehemaliger PA-Sicherheitsbefehlshaber im Gazastreifen, sagte zudem letzten Woche, dass die Hamas die einzige Seite ist, die den Gazastreifen belagert; dass es die Hamas ist, nicht Israel oder Ägypten, die das Volk dort stranguliert und bestraft.

Die große Lüge der palästinensischen Identität platzen lassen

Melanie Phillips, JNS.org, 29. August 2019/Israel HaYom, 30. August 2019

Palästinenserführer Mahmud Abbas (Mitte) gibt auf einer Pressekonferenz in Ramallah am 18. Okt. 2014 eine Erklärung ab. (Foto: Flash90)

PA-Präsident Mahmud Abbas behauptete vor kurzem, dass die Palästinenser die Nachfahren der Kanaaniter seien. „Dieses Land ist für sein Volk, seine Einwohner und die Kanaaniter, die vor 5.000 Jahren hier waren – und wir sind die Kanaaniter!“, erklärte er und gelobte, jeder israelische Stein und jedes „auf unserem Land gebaute“ Haus, werde auf der „Müllhalde der Geschichte“ landen.

Jeder westliche Unterstützer der Palästinenser hätte perplex sein können. Immerhin gilt es unter den Israel feindselig Gestimmten als Glaubensgrundsatz, dass die eingeborenen Einwohner des Landes von jüdischen Besatzern verdrängte palästinensische Araber sind.

Da es von den Kanaanitern heißt, sie seien von den Juden erobert worden, beansprucht Abbas kanaanitische Abstammung, um den Palästinensern ein früheres Recht auf das Land Israel zu geben. Aber wenn sie tatsächlich Kanaaniter waren, dann können sie keine Araber gewesen sein, die viele Jahrhunderte später kamen, nämlich, wie der Name andeutet, von der Arabischen Halbinsel, so wie die Philister, von dem in anderen Stimmungen die Palästinenser ebenfalls behaupten abzustammen, aus Kreta kamen.

Abbas‘ Argument ist natürlich grotesk. Tatsache ist, dass die Juden das einzige Volk waren, für die das Land Israel jemals das ihr nationales Königreich war, mehrere Jahrhunderte vor der Gründung des Islam.

Die Juden sind das einzige erhaltene indigene Volk des Landes. Die palästinensische Identität wurde in den 1960-er Jahren erfunden, um den Anspruch der Juden auf Israel zu zerstören und sie aus ihrer eigenen Geschichte wegzuretuschieren.

Von Zeit zu Zeit ist diese unbequeme historische Wahrheit von Arabern selbst ausgeplaudert worden. 1937 sagte Auni Bei Abdul-Hadi, ein lokaler Araberführer, der Peel-Kommission, die letztlich die Teilung Palästinas vorschlug: „So etwas wie Palästina gibt es nicht! ‚Palästina‘ ist ein Begriff, den die Zionisten erfanden!“

1977 sagte Zahir Muhsein, Mitglied des PLO-Exekutivrats: „Das palästinensische Volk gibt es nicht. Die Gründung eines Palästinenserstaates ist nur ein Mittel zur Fortsetzung unseres Kampfes gegen den Staat Israel zu unserer arabischen Einheit. … Nur aus politischen und taktischen Gründen sprechen wir heute von der Existenz eines palästinensischen Volks, weil die nationalen arabischen Interessen es erfordern, dass wir die Existenz eines eigenständigen ‚palästinensischen Volks‘ für die Opposition gegen den Zionismus postulieren.“

2012 sagte der Hamas-Innenminister und Minister für nationale Sicherheit Fathi Hammad (s. auch hier): „Brüder, die Hälfte der Palästinenser sind Ägypter und die andre Hälfte sind Saudis. Wer sind die Palästinenser? Wir haben viele Familien, die Al-Masri heißen, deren Wurzeln ägyptisch sind. Ägyptisch! Sie können aus Alexandria sein, aus Kairo, aus Dumietta, aus dem Norden, aus Assuan, aus Oberägypten. Wir sind Ägypter. Wir sind Araber. Wir sind Muslime.“

All das ist von Westlern komplett ignoriert worden, die weiter die fiktive Identität der Palästinenser propagieren. Heute ist jedoch ein verblüffendes, wenn nicht gar ungewolltes Eingeständnis der Wahrheit aus einer unwahrscheinlichen Quelle aufgetaucht.

Nazmi al-Jubeh, Dozent für Geschichte und Archäologie an der Birzeit-Universität außerhalb von Ramallah, sagte einer UNO-Konferenz im letzten Juni, dass es keine Belege gebe, die die Juden mit Jerusalem in Verbindung bringen.

So weit, so vorhersagbar verlogen. Aber dank der Internetseite Elder of Ziyon ist jetzt ein 2006 von al-Jubeh geschriebener Text ans Licht gekommen, in dem er das Märchen der palästinensischen Identität dekonstruiert und klar macht, dass es nur zu dem einen Zweck erfunden wurde, den Zionismus und Israel zu vernichten.

Nicht dass er die Geschichte der Juden im Land anerkannte. Er verwies nebenher richtigerweise darauf, dass die Römer Judäa in „Palestina“ umbenannten, um „die Erinnerung an die Juden in Frage zu bestreiten“, nachdem die Römer „die jüdische Rebellion“ niederschlugen.

Doch er lieferte keinen Kontext dafür durch die Erklärung, dass die Römer das jüdische Königreich zerschlugen, das Jahrhunderte lang existierte, bevor es durch aufeinander folgende Wellen kolonialer Invasoren erobert wurde.

Stattdessen behauptete er, dass die „palästinensischen Juden, eine wesentliche Komponente des palästinensischen Volkes, am Anfang des 20. Jahrhunderts begannen sich mit der zionistischen Bewegung zu identifizieren, womit sie sich vom Rest des eigenen Volkes zu trennen…“

Trotz dieser ungeheuerlichen und absurden Verfälschung der jüdischen Geschichte ist das erstaunliche Element von al-Jubehs Darstellung sein Eingeständnis dessen, von dem wir wissen, dass es wahr ist – dass es von frühester Zeit an keine palästinensische Identität gab.

Die seit der Zeit der Römer in Palästina Lebenden, schrieb er, waren „zumeist Teil einer größeren regionalen oder internationalen Einheit, die überlicherweise mehreren Nationen, ethnischen Gruppen und Kulturen ein Zuhause bot.“

Gleichermaßen schrieb er, die heutigen Palästinenser „sind das Ergebnis aufgelaufener ethnischer, rassischer und religiöser Gruppen, die einst überall in diesem Streifen Land lebten, ihn eroberten, besetzten und hindurchzogen. Kriege und Invasionen haben die lokale Bevölkerung in jeder Periode der Geschichte nie komplett ersetzt; es war eher so, dass sie sich der lokalen Identität hinzufügten, mit ihr vermischten und die lokale Identität neu formten. Das palästinensische Volk sind die Kanaaniter, die Philister, die Jebusiter, die Assyrer, die Babylonier, die Ägypter, die Aramäer, die Griechen, die Römer, die Byzantiner, die Araber, die Türken, die Kreuzritter und die Kurden, die einst in Palästina siedelten, es eroberten, besetzten oder einfach hindurchzogen.“

Was den Palästinensern ihre Identität gab, sagte er, war ihr „Kampf“ gegen den Zionismus und den Staat Israel. „Es gibt keine Möglichkeit diese Identität ohne den Konflikt zu verstehen.“

Es wurde international als „Symbol für Befreiung und den antikolonialen Kampf“ anerkannt. Erst nach dem Sechstage-Krieg von 1967 begannen die Palästinenser den Versuch dies auszugestalten bewusst künstlerische Ausdrucksformen, Architektur und lokale Geschichte zu entwickeln.

Al-Jubeh schrieb schärfer, wenn die Geschichte der Region nach dem Ersten Weltkrieg anders gelaufen wäre, hätten die Palästinenser vielleicht nicht für einen Staat entschieden, in dem sie ihre Identität zum Ausdruck bringen.

Jahrzehnte lang vermarkteten sie den Konflikt mit Israel als „arabisch-israelisch“ und nicht als „palästinensisch-israelisch“. Die Vorstellung von einem Staat Palästina, schrieb er, kam erst Mitte der 1970-er Jahre auf, als die palästinensische Identität rund um das stark propagierte Image „einer kämpfenden Nation, die nach Freiheit strebt“ politisiert wurde. Dieses Bestreben wurde das Hauptmittel für die Bildung des aktuellen Gefühls der Palästinenser für sich selbst.

Mit anderen Worten: Die palästinensische Identität hat keine Bedeutung außer als Bewegung, die dem indigenen jüdischen Volk das Recht an seiner eigenen Heimat zu verweigern.

Die Behauptung der Palästinenser die rechtmäßigen Erben des Landes zu sein liegt im Kern der westlichen Feindseligkeit gegenüber Israel. Sie repräsentiert einen der erfolgreichsten, wenn auch teuflischsten Propagandaerfolge, die jemals zustande gebracht wurden – Millionen Menschen davon überzeugt zu haben, das diese groteske Fälschung eine unanfechtbare Wahrheit ist.

All die böswilligen Verleumdungen und Verfälschungen, mit denen Israel von westlichen Feinden beworfen wird, um es zu delegitimieren und zu vernichten, gründen auf einer historischen Lüge. Behauptungen Israel würde das Land eines anderen Volkes besetzen, sein Handeln sei illegal, es verhalte sich grausam und rücksichtslos, wie man es mit kolonialistischen Invasoren verbindet – all das und mehr stützt sich auf die Überzeugung, dass die Palästinenser die rechtmäßigen Erben des Landes sind.

Das ist der Grundstein einer Sache, von der westliche Liberale glauben, sie definiere sie als antikolonialistische Verteidiger der Rechte indigener Völker.

Es sind aber die Palästinenser – und hinter ihnen die arabische und muslimische Welt – die auf Kolonialismus und darauf erpicht sind das jüdischen Volk seiner rechtmäßigen und historischen Heimat zu berauben. Und es ist mehr als alles andere die Unterstützung für diese unehrenhafte Sache, die den moralischen Kompass des Westens zerstört hat.

Am palästinensischen Jesus stimmt nichts

David Parsons, Jerusalem Post, 11. Juli 2019

Als Linda Sarsour letztes Wochenende twitterte, dass Jesus Palästinenser gewesen sei, könnten manche geglaubt haben, das sei ein harmloser Fehler. Aber angesichts dessen, dass dieselbe Falschmeldung über die letzten Monate dank der US-Abgeordneten Ilhan Omar (Demokratin, Minnesota) und anderen ähnliche Gegenreaktionen hervorgerufen hat, stehen die Chancen gut, dass Sarsour genau wusste, wie boshaft ihr Tun war. Premierminister Benjamin Netanyahus Sohn Yair fand das gewiss so.

In der Tat gibt es zum „palästinensischen Jesus“ nichts Unschuldiges. Er hat unwürdige Ursprünge, übel beseelte Motivation und arglistige Ziele.

Die Fälschung „palästinensischer Jesus“ ist ein Kernteil des Lexikons des palästinensischen Nationalismus mindestens seit den 1960-er Jahren gewesen, wie durch Archivfotos einer Pressekonferenz bewiesen wird, die PLO-Chef Yassir Arafat im Juni 1970 in Amman hielt. Über seiner Schulter hängt das Poster eines ausgemergelten, fast nackten Palästinensers, der an einen Davidstern genagelt ist. Die Botschaft ist klar: Die Palästinenser leiden durch die Hand der Juden, genauso wie Jesus es tat.

Die Palästinenser entlehnten diese hasserfüllte Gleichsetzung verschiedenen unanständigen Quellen. Erstens bedienen sie sich klassischer christlich-antisemitischer Motive, die in der Moderne von Kirchengeistlichen und anderen aus Europa in den Nahen Osten importiert wurden. Der Islam hat seine eigenen eingebetteten antisemitischen Verunglimpfungen, aber der erste Ritualmordvorwurf gegen Juden in der Region kam durch italienische Geistliche in Damaskus 1840. Selbst seitens der britischen Mandatsobrigkeit in Jerusalem in den 1930-ern war landläufig zu hören „Die Juden töteten Jesus … und sie würden es wieder tun.“

Nazi-Propagandisten exportierten ihre antisemitischen Bilddarstellungen und Ideologie in den Nahen Osten, sowohl vor dem Krieg als auch hinterher, als viele Zuflucht in Kairo und Damaskus erhielten. Einige der widerlichsten antisemitischen Karikaturen, besonders die, die das Symbol des Kreuzes verwenden, werden seit Jahrzehnten wie Schablonen von arabischen Karikaturisten kopiert. Der palästinensische Jesus ist zudem nach der Nazi-Fiktion des arischen Jesus modelliert, dass der reine, edle Christus niemals den korrupten, bösen Juden entsprungen sein könnte, sondern eher römischer oder germanischer Herkunft war.

Eine dritte Quelle ist die Befreiungstheologie, die im letzten Jahrhundert in Lateinamerika aufblühte. Als marxistische Elemente anfingen in der ganzen Region Revolutionen anzuzetteln, begannen viele lokale katholische Priester die Sache zu unterstützen, indem sie Christus als einen Revolutionär darstellten, der gegen die römische Unterdrückung kämpfte. Obwohl der Vatikan schließlich warnte, dass ihre heiligen Schriften zu Unrecht genutzt wurden, um Gewalt gegen Unterdrücker zu rechtfertigen, wurden die Inhalte der Befreiungstheologie ohne weiteres von radikalen Schwarzen-Aktivisten in den USA (z.B. von Rev. Jeremiah Wright), der Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika (Bischof Desmond Tutu) und dem nationalistischen Lager der Palästinenser übernommen.

Schließlich hat die islamische Kultur immer dazu geneigt offen mit der historischen Person Jesu zu spielen. Seth J. Frantzman, Kommentator der Jerusalem Post, merkte diese Woche korrekt an, dass der Islam die Verbindungen zwischen Jesus und den hebräischen Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob anerkennt, ebenso den Gesetzesgeber Moses, die Könige David und Salomo und sogar die Stämme Israels. Aber der Islam verfälscht auch seine Identität auf viele andere Weisen komplett, die mit der Bibel nicht in Übereinstimmung gebracht werden können, besonders nicht mit dem Neuen Testament. Zum Beispiel wurde der Jesus des Koran zwar von Maria geboren, aber diese war auch noch Miriam, die Schwester des Mose. Er wird als muslimischer Prophet betrachtet, aber sein Anspruch der Sohn Gottes zu sein wird rundheraus bestritten. Zusätzlich wurde der muslimische Jesus nie wirklich gekreuzigt, sonder fuhr in den Himmel auf, von wo er eines Tages zurückkehren wird, um das Christentum auszumerzen und den Islam als die wahre Religion zu proklamieren.

Somit finden wir im palästinensischen Jesus die giftige Verschmelzung einer marxistischen Guerilla und eines arischen Helden, zusammen mit starken Dosen christlichem und islamischem Antisemitismus und Supersessionismus. Das Resultat ist ein morbider Wettbewerb unter Palästinenserführern und -eliten, wer mit der schärfsten Stichelei, der cleversten Analogie, der kreativsten Metapher zur Gleichsetzung der heutigen palästinensischen Notlage mit dem Leiden Christi aufwarten kann.

Auf einer Pressekonferenz der Vereinten Nationen 1983 bezeichnete Arafat Jesus als „den ersten palästinensischen Fedayyin [Milizionär], der sein Schwert trug“. Als Arafat im Dezember 1995 triumphierend die Kontrolle über Bethlehem übernahm, sagte er einer auf dem Krippenplatz versammelten Menschenmenge, er sei dort, um „den Geburtsort unseres Herrn, des Messias …. die Stadt des Palästinensers Jesus“ zu befreien! Bei einem Besuch im Vatikan ein paar Jahre darauf grüßte Arafat sogar Papst Johannes Paul II. als „den Nachfolger von Petrus, des ersten palästinensischen Papstes“.

Arafats Nachfolger, PA-Präsident Mahmud Abbas, hat Jesus als „einen palästinensischen Botschafter der Liebe, Gerechtigkeit und des Friedens“ beschrieben.

Der prominente PA-Vertreter Saeb Erekat hat von Jesus als dem „ersten palästinensischen Schahid [„Märtyrer“] gesprochen.

Sein Kollege Jibril Rajoub rief einmal aus: „Der größte Palästinenser in der Geschichte seit Jesus ist Yassir Arafat!“

Aber die wahren Meister der Vergoldung des Palästinensers Jesus sind palästinensische Christen. Obwohl sie es besser wissen müssten, scheint es so, als haben sie lange genug in einer dominierenden muslimischen Kultur gelebt, dass auch sie es akzeptabel finden die historische Identität Jesu zu fälschen.

Der anglikanische Priester Naim Ateek, Gründer des Sabeel Palestinian Liberation Theology Center (Sabeel Theologisches Zentrum der Befreiung Palästinas) hielt 2001 eine Osterbotschaft, in der er klagte: „Es scheint vielen von uns so, als sei Jesus wieder am Kreuz, zusammen mit tausend gekreuzigten Palästinenser um sich herum … Palästina ist zu einem gigantischen Golgatha geworden. Das Kreuzigungssystem der israelischen Regierung ist täglich in Aktion.“

Sami Awad, ein Sponsor der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz Christus am Checkpoint, hielt einst eine Weihnachtsbotschaft, in der er in Bethlehem nach Terroristen suchende israelische Soldaten mit „den Soldaten des Herodes“ gleichsetzte, die vor zwei Jahrtausenden die Neugeborenen der Stadt abschlachteten.

Aber es war Edward Said, Lehrstuhlinhaber und Professor an der Columbia University und Redenschreiber Arafats, der erstmals den Palästinenser Jesus populär machte und dann in dichterischem Tonfall perfektionierte. In seinem BBC-Dokumentarfilm von 1988, „My Beautiful Old House“, sprach der inzwischen verstorbene Said davon, die Palästinenser müssten „dieses endlose Golgatha … diese ständige Kreuzigung“ erdulden.

Allerdings gibt es nichts Unschuldiges am palästinensischen Jesus. Das ist ein schmieriges, zweischneidiges Schwert insofern als es 1) danach strebt Jesus als Teil der palästinensischen Desinformationskampagne seines jüdischen Erbes zu berauben, um die Verbindung der Juden zu ihrer angestammten Heimat aufzulösen, besonders in den Augen des christlichen Westens und 2) darauf abzielt Feindseligkeit gegenüber dem jüdischen Volk durch Ausnutzung klassischer christlicher Antisemitismusmotive zu schüren, ganz besonders dass die kollektiven Juden Israels immer noch das wahre Volk Jesu im Land kreuzigen – die Palästinenser.

Diese Fälschung ist dadurch besonders hinterhältig, dass die meisten Palästinenser wissen, dass Juden der Behauptung Jesus sei einer der ihren, infolge all der von Christen in seinem Namen an ihnen begangenen Gräueltaten zugeknöpft sind. Wenn es aber etwas Positives gibt, das aus diesem Gerangel über den palästinensischen Jesus hervorgeht, dann ist es, dass mehr und mehr Juden anfangen Jesus als einen Sohn Israels zurückzuholen.

Dieser moderne Trend begann mit jüdischen Gelehrten wie Martin Buber, der immer von Jesus als seinem „älteren Bruder“ sprach, und Prof. David Flusser, der ihn als seinen Lieblings-„Rabbiner“ betrachtete. Jetzt können wir auch den Sohn von Israels Premierminister auf diese Liste setzen.

Der Autor ist Vizepräsident und leitender Sprecher der Internationalen Christlichen Botschaft in Jerusalem (www.icej.org)