Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (19.-25. Februar 2017)

Sonntag, 19.02.2017:

Ein PA-Araber wurde festgenommen, der gefälschte israelische Einreisegenehmigungen verkaufte.

Sicherheitskräfte haben schon im Januar zwei PA-arabische Jugendliche aus Dir Abu festgenommen, die in Judäa und Samaria Schießanschläge verübt haben.

Am 14. Februar nahmen IDF und Schabak einen 45-jährigen Fatah-Terroristen fest, der an Terroraktivitäten im Raum von Tekoa beteiligt war.

Hamasgerichte im Gazastreifen haben 3 Gazaner zum Tod durch Erhängen verurteilt; sie sollen für Israel spioniert haben.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (12.-18. Februar 2017)

Sonntag, 12.02.2017:

Ein Hamasnik: „Dass sie am Leben bleiben wollen, ist Beweis, dass die Juden feige sind.“ (Das kann nur ein unmenschlich Verblendeter von sich geben – es zeigt, welch dunkle, teuflische Ideologie von dieser Truppe vertreten wird.)

Montag, 13.02.2017:

Das Nachrichtenportal 0404 vermeldete, dass im Laufe des jüdischen Neujahrsfestes der Bäume Tu Bishvat (am vergangenen Samstag, 11,2) mehrere Gruppen von linksextremen Aktivisten gemeinsam mit lokalen arabischen Einwohnern an die Sicherheitszäune der Farm Ma’on und der Siedlung Karmel und anderen in den Südhevronbergen gekommen waren. Teilweise hätten diese demonstrativ palästinensische Flaggen geschwenkt; neben dem Sicherheitszaun, unmittelbar an den Gemeinschaften und teilweise auf Staats- bzw.Gemeinschaftsland hätten sie Bäume gepflanzt. 0404 berichtet, diese Pflanzungen haben im Laufe der ganzen Woche bis zum Samstag hin stattgefunden. Offenbar handele es sich bei den Aktivisten, welche die palästinensischen Einwohner zu den Pflanzungen bringe, um Ausländer. Der Vorsitzende des Regionalkonzils Südhevron, Yochai Damri, äußerte starken Protest gegen die Aktionen.

Zudem berichtete 0404,Verdächtige hätten eine Aussichtsplattform nahe der jüdischen Ortschaft Bet Haggai bei Hevron angezündet, ebenso hätten andere versucht, Kirschenplantagen bei der Ma’on-Farm anzuzünden.

Wegen der seit Monaten andauernden Anschläge mit Felsbrocken und anderem aus dem PA-Dorf Husan am Gush Etzion ist der Zugang zu diesem Dorf von der IDF jetzt blockiert worden.

Die Hamas im Gazastreifen hat einen neuen Führer: Yahya Sinwar übernimmt von Ismail Haniyeh. Er gilt als einer der skrupellosesten Hamasniks überhaupt. Er saß wegen Mordes in einem israelischen Gefängnis und kam im Austausch gegen Gilad Shalit 2011 wieder frei. Selbst in der Hamas gilt er als „Falke“ und ist gegen jeglichen Kompromiss in der Politik gegenüber der PA und Israel.

Saeb Erekat hetzt wieder bei der EU: Er fordert ein „totales Verbot von in der Westbank hergestellten Waren“; das sei nötig um Israels „Kolonisierungspläne zu vereiteln“.

Donnerstag, 16.02.2017:

PA-Araber aus Husan wurde der Zugang nach Beitar Illit verwehrt, wo sie normalerweise arbeiten; aber wegen der ständigen Mordversuche mit Felsbrocken an Autofahrern wird Familienmitgliedern von Steinewerfern die Aufenthalts-/Arbeitsgenehmigung für Israel und „Siedlungen“ aberkannt.

Die Hisbollah droht Israel mit Angriffen auf den Atomreaktor von Dimona.

Es gab eine Bombendrohung gegen das israelische Konsulat in Miami. Es wurde evakuiert.

MK Ahmed Tibi (Vereinigte Arabische Liste) prahlt, wenn es keine Zweistaatenlösung gibt, dann eben eine Einstaatenlösung und dann würden alle Palästinenser ihn wählen und einige Israelis auch und er wäre Premierminister.

Die PLO interpretiert Trumps Anmerkung, dass die Zweistaatenlösung nicht die einzige Möglichkeit sein muss, „wenn beide Seiten das so wollen“ als offene Ablehnung der Zweistaatenlösung (was schon gelogen ist) und sagt, die Alternative dazu sein „Blutvergießen“.

Freitag, 17.02.2017:

Avigdor Lieberman bot der Hamas massive Wirtschaftshilfe für den Gazastreifen an, wenn die Terroristen ihre Raketen und Tunnel aufgeben. Mahmud al-Zahar von der Hamas lehnte das für die Terrorgrupe ab.

Grundsatzaussage eines Fatah-Offiziellen: Die Palästinenser haben das „Recht“ Terror zu benutzen, um „unser Heimatland zu befreien“. (Total nach Frieden suchend…)

Abbas hat neuerdings einen „Vizepräsidenten“ – jedenfalls in der Fatah. Und dieser Mahmud al-Aloul ist langjähriger Führer des „bewaffneten Arms der Fatah“, schon vor den Oslo-Vereinbarungen. Und er hat immer erklärt und ist weiterhin der Meinung, „bewaffneter Widerstand“ sei das Rechte der „Palästinenser“.

Der Januar war der für Israel blutigste Monat seit Juni: 5 tote Israelis, 16 Verletzte.

Inakzeptabel. Ungerecht.

Daniel Gordis, 28. März 2004

Vor ein paar Jahren nahm unser Büro die Dienste eines neuen Fahrers in Anspruch. Der vorherige, stellte sich heraus, konnte vom Fahren nicht mehr leben, als die Touristen das Land im Stich ließen, und ging in die USA. Meine Sekretärin erzählte mir von Schlomo, dem neuen Fahrer, unmittelbar bevor ich von ihm für die Fahrt zu einem Meeting abgeholt wurde; ich dachte mir angesichts der Neuigkeit nicht viel.

Ich stieg in den Mietwagen, setzte ich auf die Rückbank, stellte mich Schlomo vor (der Mitte fünfzig zu sein schien) und sagte ihm, wohin ich wollte. Wir machten uns auf den Weg; während wir durch die Stadt fuhren, fiel mir ein Foto auf dem Armaturenbrett auf. Eine junge Frau, vermutlich in ihren Zwanzigern. Ein nicht formelles Foto in einem Plexiglas-Rahmen, der auf das Armaturenbrett geklebt war. Man sieht solche Dinge nicht oft auf das Armaturenbrett eines luxuriösen Mercedes geklebt, also war ich neugierig. Ich beugte mich ein wenig nach vorne und las die Worte am Fuß des Rahmens. „Limor, HYD.“ Limor – möge Gott ihr Blut rächen.

Jetzt war ich noch neugieriger. Dies würde eindeutig ein sensibles Thema sein, aber wir sind in Israel und Subtilität war nie eine Stärke dieser Gesellschaft. Also fragte ich einfach.

„Ist das Ihre Tochter?“
“Limor. Sie war 27. Und schön.“
“Tut mir leid.“
“Sie wurde im Café Moment getötet.“

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Einen Moment lang sagte ich also nichts; dann fuhr er fort:

“Wissen Sie, man sagt mir immer wieder, dass es mit der Zeit einfacher wird. Ich warte immer noch darauf.“

Er drehte die Lautstärke des Klassikprogramms im Radio ein wenig höher, vielleicht, um die restliche Welt außen vor zu lassen. Ich weiß es nicht. Er schaute starr durch die Windschutzscheibe und ich aus dem Seitenfenster, sicher, dass alles, was ich sagte, absolut abgedroschen klingen würde. Ich war ihm ja erst vor ein paar Minuten zum ersten Mal begegnet. Selbst, wenn ich etwas zu sagen gehabt hätte, war jetzt wohl nicht die richtige Zeit dafür.

Wir haben diesen Fahrer immer noch. Manchmal ist es Schlomo, der mich abholt, aber meistens ist es sein Sohn Nir, auch etwa Mitte zwanzig. Gemeinsam betreiben die beiden den Mietwagen fast rund um die Uhr, so scheint es. Weil die meisten meiner Fahrten zum Flughafen auf den späten Abend fallen ist es gewöhnlich Nir, den ich sehe. Er holt mich auch am Flughafen ab.

Und jedes Mal, wenn wir die Kurven nach Jerusalem hinauf fahren, nimmt er dieselbe Route zu meinem Haus: An den Wolfson-Towers biegen wir links ab mitten hinein nach Rechavia, folgen den engen Straßen, bis der Wagen am – wieder aufgebauten, wieder eröffneten, besser bewachten und vollen – Café Moment vorbei kommt. Manchmal käme man auf anderen Strecken schneller nach Bakk’a, an Tagen, wenn der Verkehr in Rechavia einfach unglaublich ist. Aber er fährt nie anders. Er fährt immer am Moment vorbei. Er sagt nie etwas und ich frage nicht. Limors Bild ist da, sieht uns beide an, fast wie um uns daran zu erinnern, dass wir wirklich keine Eile haben. Was ist schon dabei, wenn der Verkehr in Rechavia ein wenig stärker ist? Die fünf Minuten Unterschied sind nicht so bedeutend, verglichen mit allem, womit er jedes Mal lebt und woran er denkt, wenn er auf sein Armaturenbrett schaut.

Es war Nir, an den ich dachte, als ich am Montagmorgen aufwachte. Das Radio war um Viertel nach sechs angegangen und die Nachrichten brummten im Hintergrund. Ein Hubschrauber. Eine Rakete. Getötet. Es klang wie gewöhnliche Morgennachrichten. Bis ich wach genug war, um den Namen zu erkennen. Scheik Ahmed Yassin. Seltsam, aber ich dachte an Nir. Vor allem anderen. Und ich fragte mich, ob er es schon gehört hatte. Ich fragte mich, wie er sich fühlte, angesichts des Wissens, dass wir den Kerl erwischt hatten, der seine Schwester tötete. Ich frage mich, ob das irgendwie Trost gibt. Ich bezweifle es.

An manchen Dingen muss man nicht zweifeln. Zum Beispiel, ob Yassin den Tod verdiente. Der britische Außenminister Jack Straw kann uns Vorträge darüber halten, die Tötung sei „inakzeptabel, ungerecht“. Mich kümmert das nicht. Denn wenn ich an die Briten denke, dann denke ich immer noch daran, dass die Küste Palästinas für Juden, die vor den Nazis flohen, geschlossen blieb, geschlossen für verzweifelte und verhungernde menschliche Wesen, die weg geschickt wurden, die manchmal gezwungen wurden, in das Europa zurückzukehren, aus dem sie geflohen waren, manchmal in ein noch schlimmeres Schicksal geschickt wurden. Als Brite sollte Straw tatsächlich das eine oder andere zu „inakzeptabel, ungerecht“ wissen.

„Inakzeptabel“, denke ich, ist eine schwache Art Yassins Lebenslauf zu beschreiben. Yassin war kristallklar. In diesem Konflikt geht es nicht um Territorium. Es geht um alles. Es kann kein „zionistisches“ Gebilde im Nahen Osten geben, der ein muslimischer Teil der Welt ist. Es kann keinen Kompromiss geben, keine Verhandlungen. Die Juden müssen weg. Man muss es ihm lassen, er redete Klartext.

Und er war hartnäckig. Unter Yassin war die Hamas in den letzten zwei Jahren verantwortlich für 425 Bombenanschläge, die 377 Tote und 2076 Verletzte zur Folge hatten. „Ungerecht“? Die Pizzeria Sbarro. Das Dolphinarium, voll gepackt mit Teenagern. Das Café Moment. Der Bus der Linie 37. Das Café Hillel. Der Bus der Linie 19. Viele, viele weitere. Und nun der Hafen von Ashdod, ein strategisches Ziel, das letztlich dazu führte, dass das Kabinett die Entscheidung traf ihn loszuwerden und die Hamas wissen zu lassen, dass wir die Nase voll haben. Und dass wir nicht die Absicht haben hier wegzugehen.

Ich kenne nur sehr wenige Israelis, die sich um die „Gerechtigkeit“ der Entscheidung ihn zu töten sorgen. Wenn er den Tod nicht verdient, dann verdient ihn niemand. Und manche Leute verdienen den Tod. Niemand, den ich kenne, verschwendete auch nur eine Träne, dass es ihn nicht mehr gibt. Aber niemand, den ich kenne, ging auf die Straße, um feiernd mit Sturmgewehren in die Luft zu schießen. Niemand verteilte aus Freude über das Ereignis Süßigkeiten an Kinder. Das, wissen die meisten von uns, wäre „inakzeptabel“.

War es klug, Yassin zu töten? Das ist die einzige Frage. Die moralische Rechtfertigung der Tötung ist, meines Erachtens, keine Frage. Was die Weisheit angeht, wer weiß? Ob sie die Hamas letztlich schwächt und es der Palästinensischen Autonomie ermöglicht, die Macht zu übernehmen, wenn wir uns zurückziehen, wie Sharon es nach eigener Aussage plant, bleibt abzuwarten. Was wir in der Zwischenzeit haben ist ein Patt des Schreckens.

Die Hamasführung ihrerseits ist abgetaucht. Abdel Aziz Rantissi, Yassins Nachfolger im Gazastreifen, droht mit noch nicht da gewesenen Vergeltungsschlägen und am Ende der „Befreiung der Heimat“. Die IDF versucht jetzt zweifellos ihn zu erwischen. Es ist anzunehmen, dass Rantissi weiß, dass es nicht viel Sinn macht, langfristig zu planen.

Aber Rantissis Drohungen sind in Israels Städten nicht ungehört verhallt. Die Menschen glauben ihm. Es gibt praktisch überall Kontrollstellen und jetzt wird dort wirklich kontrolliert. Gestern war ich zum Frühstück im Café Hillel, einem weiteren Erinnerungsstück an Yassin. Meine Sekretärin bat mich inständig, woanders hinzugehen. „Essen Sie diese Woche nicht dort“, bat sie. „Das ist keine gute Idee.“ Aber der Punkt ist, dass wir nicht weggehen. Das ist genau das, weshalb Yassin weg musste. Also blieb ich dabei und ging ins Café Hillel.

Das Café ist, wie das „Moment“, vollständig wieder aufgebaut worden und normalerweise prall gefüllt. Es kann schwierig sein einen Tisch zum Frühstücken zu finden. Gestern nicht. Im ganzen Restaurant waren wir zu sechst, dazu die Kellnerin und der sehr aufmerksame Wachmann an der Tür. Auf dem Weg ins Café, als ich dorthin ging, schaute ich in die Busse hinein, die die Emek Refa’im hinunter fuhren – fast leer. Fünf oder zehn Leute in einem Bus mitten im Berufsverkehr.

Als ich schließlich im Büro ankam, erzählte mir ein Kollege: Mittwoch, auf dem Weg nach Hause, klopfte eine ältere Frau an sein Seitenfenster, als er an einem der offenen Märkte Jerusalems vorbei kam. Sie hatte große Taschen mit Lebensmitteln vom Markt, die sie ihm zeigte; sie wohnte nur ein paar Straßen weiter, aber zu weit, um zu Fuß zu gehen. Sie hatte jedoch Angst den Bus zu nehmen. Ob er sie heim fahren könne.

Vor ein paar Tagen war auf der Kommentar-Seite von Ha’aretz die tägliche politische Karikatur zu finden, diesmal mit einem Fahrer von Domino’s Pizza auf einem Motorrad, der einer Familie Pizza brachte. Nur, dass diese Familie sich hinter Sandsäcken befand und kaum bereit war, einen Arm hervorzustrecken, um die Pizza anzunehmen. Das fasst die Stimmung ziemlich vollständig zusammen.

Die Karikatur ließ allerdings eins vermissen: Warum wir uns in diesem Chaos befinden. Ja, im Moment ist die Lage etwas heikel, aber das kennen wir schon. Woran die Israelis sich erinnern müssen und was der Rest der Welt begreifen muss, ist warum Yassin uns hasste: Einfach, weil wir hier sind. Und warum wir ihn los werden mussten: Weil er geschworen hatte, uns so lange umzubringen, bis wir abhauen. Aber wir hauen nicht ab. Wo könnten wir hin gehen? Selbst wenn wir uns bereit erklärten zu gehen, wohin sollten wir gehen? Als ob Europa uns zurück haben wollte. Als wäre es uns gut gegangen, als wir das letzte Mal dort waren. Oder als hätten die Franzosen seit 1943 viel dazu gelernt.

Letzten Sonntag gingen Elisheva und ich zu einem Vortrag von Aharon Applefeld, einem der herausragenden Romanciers Israels. Tali und Avi waren ausgegangen, also überließen wir Micha sich selbst. Er lag auf dem Sofa im Wohnzimmer und las ein mächtig dickes Buch von über 700 Seiten, das er unbedingt zu Ende bringen wollte, und ihm war ziemlich egal, dass wir gleich weg sein würden. Wir sagten ihm, dass wir unsere Handys dabei hätten, falls er uns brauchte und er solle gegen halb neun ins Bett gehen. Er sah kaum auf, murmelte aber „OK“. Wir wussten, er würde nicht rechtzeitig ins Bett gehen, aber wir konnten uns auch nicht unbedingt beschweren, dass ein Fünftklässler länger aufbleiben wollte, um einen Roman zu Ende zu lesen.

Applefeld erzählte seine Lebensgeschichte. Von idyllischen acht Jahren in einem völlig assimilierten, wohlhabenden jüdischen Heim in Europa. Wie seine Mutter von den Deutschen erschossen wurde. Wie er und sein Vater in ein Lager für Arbeitssklaven gebracht wurden. Und von seiner Entscheidung aus dem Lager zu fliegen, weil er wusste, dass er es nicht überleben würde. Und so fand er sich im Alter von achteinhalb Jahren allein in den Wäldern Europas wieder, sich als Christ stellend, um sein Überleben kämpfend. Er arbeitete in der Wohnung einer Prostituierten, kaufte für sie ein und putzte ihr Haus, bis einer ihrer betrunkenen Kunden ihn einen Juden nannte. Er floh. Er arbeitete für Pferdediebe, die ihn durch Oberlichter in Ställe hinunter fallen ließen, damit er wo auch immer landete und dann die Stalltür öffnete, damit sie die Pferde stehlen konnten. Er erzählte von den Nächten, in denen er allein auf dem Waldboden schlief; von den Tagen, an denen er das Moos von den Bäumen aß. Im Alter von zehn Jahren.

Und ich dachte an Micha, der jetzt genauso alt war. Ich fragte mich: Wenn er morgen allein im Wald wäre, würde er wissen, wie er das machen könnte? Würde er die Geistesgegenwart haben für eine Prostituierte, für Pferdediebe zu arbeiten? Würde er herausfinden, dass er das Moos von den Bäumen essen könnte, wenn er am Verhungern war? Ich bezweifelte das. Was bedeutet, dass wir ihm das nicht zustoßen lassen dürfen.

In den Tagen seit Yassins Tod, seit das deutliche Gefühl der Angst jeden kleinen Teil des Lebens hier durchzieht, habe ich an Applefeld im Alter von zehn Jahren gedacht. Und dann dachte ich an Abdallah Quran, den zehnjährigen Jungen aus dem Balata-Flüchtlingslager, dem man, offenbar ohne dass er das wusste, eine Bombe gab, die er durch eine Kontrollstelle bringen sollte. Ein Zehnjähriger versucht seine Familie zu ernähren, indem er nach der Schule Pakete durch Kontrollstellen bringt; er hatte keine Ahnung, wer die Tasche auf seinen Karren legte. Der Sprengstoff hatte einen Fernzünd-Mechanismus. Jemand, der ihm die Bombe gab, wollte ein Handy benutzen, um sie zu zünden. Und damit vermutlich auch Abdallah in den Himmel zu pusten.

Und die beiden Seiten des Konflikts werden gleich gesetzt?

Dieser Vorfall schaffte es nicht in allzu viele Teile der internationalen Presse. Aber als Hussam Abdo, der 16-jährige Junge, der vor zwei Tagen versuchte mit einem Sprengstoffgürtel durch einen Kontrollpunkt zu gehen, von den Soldaten gefasst wurde, war gerade ein Kamerateam anwesend. Und die ganze Sache wurde gefilmt. Es stellte sich heraus, dass Hussam 100 Schekel bekommen hatte, um den Sprengstoff dort hinzubringen und zu zünden. Ihm wurden auch 70 Jungfrauen im Himmel versprochen, sagte er.

Die gute Neuigkeit war, dachte ich zuerst, dass die palästinensische Gemeinschaft wütend war. Tamam Abdo, seine Mutter, sagte der Presse: „Es ist verboten, ihn in den Kampf zu schicken. Er ist jung, er ist klein, er sollte in der Schule sein. Jemand hat Druck auf ihn ausgeübt.“ Endlich.

Aber dann las ich den Rest des Interviews: „Wenn er über 18 wäre, wäre ich nicht so verärgert… dann ist es seine Entscheidung“, sagte sie. Ah, ein weiteres schönes, humanistisches Gefühl. Oder ihre Nachbarin, Sadia Abdel Rahman: „Wir müssen ernste Angriffe führen. Das ist kein Kinderspiel. Das ist peinlich.“

Ich denke, uns allen sind unterschiedliche Dinge peinlich. Als Israel im Juli 2002 eine F-16 los schickte, um eine 1000kg-Bombe auf das Haus von Salah Schehadeh zu werfen, den damaligen militärischen Chef der Hamas im Gazastreifen, trafen wir ihn. Die Israelis waren damit einverstanden. Aber eine 1000kg-Bombe ist eine enorm starke Waffe und mit Schehadeh töteten wir weitere vierzehn Personen, darunter neun Kinder. Die Israelis waren erbost und beschämt. Wie Yassin verdiente Schehadeh den Tod. Aber die israelische Gesellschaft probte den Aufstand. „So nicht“, sagten die Leute, auf der Linken wie auf der Rechten. „Wir können nicht anfangen wie sie zu sein. Das ist nicht die Grundidee des Lebens hier; das ist ein wichtiger Teil davon, ein Land zu haben, das wir unser eigen nennen. Wenn wir nicht anders sind, besser sind, zu was ist es dann gut?“

Schließlich entschuldigte sich die Regierung. Und die IDF änderte ihre Vorgehensweise. Als sie sich also am 6. September entschied Yassin beseitigen, schickten wir wieder eine F-16, diesmal aber mit einer 250kg-Bombe. Die Bombe funktionierte perfekt und der Pilot traf sein Ziel. Aber das Gebäude wurde nur beschädigt und Yassin kaum verwundet. Und was war die Reaktion des typischen Israeli? Zufriedenheit. Wir hatte etwas gelernt. Wir hatten nicht getroffen, ja, aber immerhin waren wir anders.

Mir fällt die Tatsache auf, dass die Berichterstattung über die Tötung von Yassin so wenig den fehl geschlagenen Anschlag auf sein Leben vom September erwähnte. Ich vermute, das ist so, weil der Grund, dass wir ihn nicht trafen, eine Dimension dieses Konflikts offen legt, die der Großteil der Welt nicht sehen möchte. Sie stellt die moralische Gleichsetzung auf den Kopf, die die internationale Presse aussendet. Sie zeigt auf, dass die Menschen in diesem Konflikt immer noch darüber nachdenken, was „akzeptabel“ und „gerecht“ ist. Sie erinnert die Welt daran, dass es mehr als ein Volk in dieser Region gibt, das befreit werden müsste.

Es ist nur noch ein paar Tage bis Passah. Die Geschäfte füllen sich mit Passah-Produkten. Die Israelis machen sauber. Kaufen ein. Laden ein. Und erinnern sich. Erinnern sich des Passah-Festes vor zwei Jahren und des Blutbades im Park Hotel. Und erinnern sich daran, dass Hamas und Yassin auch dieses verübten.

Wird das Pessah dieses Jahr friedlicher? Schwer zu sagen. Man hofft es. Tatsächlich betet man dafür. Aber egal, was passiert, es wird eine gewisse Befriedigung vorhanden sein, wenn auch eine traurige, in dem Bewusstsein, dass Menschen, die unsere Sederfeiern zerbomben, das nicht ungestraft tun können. Das ist der Unterschied zwischen dem Leben jetzt und dem Leben, in dem Aharon Applefeld in den Wäldern nach Essbarem suchte. Applefeld wuchs in einer Welt auf, in der Leute seine Mutter erschießen und ihn in den Tod schicken konnte und es niemanden gab, der für ihn kämpfte.

Das ist es, was sich geändert hat. Das ist die Bilanz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein anständiger Mensch Freude am Tod eines anderen empfindet. Nein, keine Freude. Aber Zufriedenheit? Ja. Denn es muss einen Preis geben, der für den Massenmord an Juden gezahlt wird. Den muss es einfach geben. Alles andere, muss Herr Straw begreifen, ist wirklich „inakzeptabel“.

Terra Incognita: Die Hamas gibt Antisemitismus zu, warum waschen so viele sie rein?

Die Hamas will das Beste von beidem: Sie will eine antisemitische, radikal, rechtsgerichtete Organisation sein und die Leute sollen losrennen, um sie links reinzuwaschen.

Seth J. Frantzman, The Jerusalem Post, 29. Januar 2017

Der ranghohe Hamas-Vertreter Osama Hamdan sagte Al-Jazira gegenüber gerade, dass die Organisation ihre Charta überarbeiten und „den antisemitischen Sprachgebrauch in Angriff nehmen“ werde.

Die neue Charta würde Verweise auf „Religion und Rasse“ entfernen. Die Hamas würde klar machen, dass sie nur „gegen die Zionisten, gegen die Besatzung unseres Landes“ sei.

Das die Hamas eingesteht, dass ihre Charta von 1988 antisemitisch ist, führt zu der Frage: Warum behaupten so viele Kommentatoren, darunter jüdische Journalisten und israelische Akademiker, schon so lange, dass die Hamas moderat sei und ignorieren den Antisemitismus? Dieselben Stimmen, die Präsident Donald Trump wegen Rassismus verurteilen und seine Berater des Antisemitismus beschuldigen, scheuen jede Erwähnung des Antisemitismus der Hamas.

Ein „Fact Sheet“ der Jewish Voice vor Peace von 1915 zum Gazastreifen erwähnt die Hamas kaum und wenn sie beschreibt, dann als Opfer des Waffenstillstände „brechenden“ Israel; dazu kommt die Beschwerde, es sei „zutiefst verstörend“, dass Israel Hamas-Führer Ahmad Jabari tötete. Seit Jahren ist die Öffentlichkeit einer Desinformationskampagne zur Hamas unterzogen worden. Diejenigen, die eine liberalere israelische und westliche Gesellschaft fordern, haben oft versucht die Hamas reinzuwaschen.

Die Wahrheit über den Antisemitismus der Hamas steht reichlich zur Verfügung.

Die israelische Professorin Dina Porat schrieb 2014, dass es die gesamten 36 Artikel der Hamas-Charta hindurch Beschreibungen gibt, die „klar antisemitische Motive beinhalten, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Der Zionismus stellt eine Invasion Palästinas nach Art der Nazis und der Tataren dar, erklärt die Charta; und jüdischer Nationalsozialismus ist ein bösartiger Feind (Artikel 20), der sich wie der Nationalsozialismus verhält… die historische Beschreibung wird den Protokollen der Weisen von Zion informiert und gründet direkt auf diesen.“

Professor Meir Litvak schrieb 2005 im Palestine-Israel Journal (PIJ): „Die harschen Ausdrücke der Hamas dürfen nicht als bloße Rhetorik abgetan werden, da sie dazu dienen den Aktivisten und Anhängern der Bewegung einen Geisteszustand einzuschärfen sowie eine jüngere Generation Palästinenser zu sozialisieren.“

Kurz gesagt bietet die Hamas Bildung, die dazu geschaffen ist extremen Antisemitismus auszubilden, Fürsorge, die mit den Protokollen als Anhängsel daher kommt.

Dennoch schrieb Daniel Bar-Tal 2009 in PIJ, israelischer Verdacht, die Hamas sei „aus der kontinuierlichen Entmenschlichung der Hamas-Organisation sowie ihrer Anhänger als ein homogenes Terror-Gebilde abgeleitet ist“ Er behauptete: „Die meisten israelischen Juden wissen nicht, dass die Hamas ursprünglich von israelischen Behörden gegründet wurde, um eine Alternative zur Palästinensischen Befreiungsorganisation zu bieten.

Israelische Juden, die nicht wissen, dass die Hamas eine religiös-fundamentalistische Bewegung ist, die den Palästinensern außerdem soziale Hilfe, Gesundheitsversorgung und Bildung bietet.“ Antisemitismus wird nicht erwähnt.

Und woher kam seine absonderliche Idee, dass Israel die Hamas „gründete“? Die Hamas weiß, dass ihre Charata online steht, so dass jeder sie auf Internetseiten wie der der Anti-Defamation League lesen kann. Seit den frühen 2000-er Jahren haben sie gekonnte und gut geölte Propaganda-Anstrengungen betrieben, um ihr Image zu ändern. Die Hamas hätte ihre Charta schon vor Jahrzehnten ändern können, strebte aber danach den Antisemitismus zum Konsum bei ihren Fans am Leben zu erhalten, während man den Medien eine andere Geschichte erzählte. In einem Brief an den Guardian im Jahr 2008 versuchte der Gaza-Gesundheitsminister Hamas Bassam Na’im die Friedensreferenzen der Hamas aufzupolieren und versicherte den Lesern, sie verurteile den Holocaust. Alan Johnson antwortete allerdings, dass die Hamas sich nie von den Äußerungen von 1987 distanzierte, die behaupteten, dass „die Juden – Brüder von Affen, Prophetenmörder, Blutsauger, Kriegstreiber – euch ermorden … nur der Islam kann die Juden brechen und ihren Traum zerstören.“

Jewish Voice for Peace, habt ihr das gelesen? Sehr friedlich, oder? Johnson vermerkt, dass die Hamas die Juden beschuldigt hat hinter der französischen und der kommunistische Revolution zu stecken; und „Juden steckten hinter dem Zweiten Weltkrieg“ und „inspirierten die Gründung der UNO, um die Welt über ihren Mittelsmann zu beherrschen“. Artikel 17 der Charta behauptet auch, dass „zionistische Organisationen mit verschiedenen Namen und in verschiedenen Formen wie als Freimaurer, Rotary-Clubs … nichts anderes als Zellen der Subversion sind“. Nach Angaben der Hamas stecken Juden daher hinter dem Kommunismus, Nationalsozialismus, der französischen Revolution, den Freimaurern und sind Feinde des Islam. Und doch trotten Jahr um Jahr Journalisten in den Gazastreifen, um mit der Hamas zu kollaborieren, sie menschlich zu machen, als Opfer darzustellen und die UNO stellt ihre Mitglieder ein und hört auf sie, außerdem erzählen uns Kommentatoren „mit der Hamas zu reden“ und „die Hamas ist moderat“.

2012 veröffentlichte The Forward ein langes Interview mit dem ranghohen Hamas-Führer Mussa Abu Marzuk. Kira Goldenberg von der The Columbia Journalist Review vermerkte, dass dies eine „Abkehr von der normalen Berichterstattung des Blattes“ war und dies „als Affront für die jüdische (und allgemein pro-israelischen) Leserschaft betrachtet werden könnte“. Man sollte vielleicht glauben, rabiatem Antisemitismus eine Plattform zu geben sollte ein Affront für alle Linken und Antirassisten sein. „Wir sprachen darüber, ob das anständig ist“, wurde die Redakteurin Jane Eisner zitiert. „Wie stellen wir sicher, dass dieses Interview wirklich von Substanz sein würde?“ In einem Artikel mit dem Titel „Die Botschaft der Hamas“ stellte die Zeitung fest: „Der Forward ist nicht einfach eine journalistische Organisation, er ist auch eine jüdische Institution.“ Und doch erwähnte sie Antisemitismus in der Einführungs-„Botschaft“ nicht ein einziges Mal.

Sie behaupteten: „Die Hamas erkennt klar an, dass sie den Kontakt zu amerikanischen Juden und über sie mit der amerikanischen Öffentlichkeit suchen müssen.“ Die Hamas würde „sich mäßigen und erwachsener werden“ und strebe eine „produktivere Rolle im neuen Nahen Osten an“.

In dem beispiellosen Interview von Larry Cohler-Esses mit Marzuk wird das Wort „antisemitisch“ in zweitausend Worten nur zweimal benutzt. „Abu Marzuks Äußerungen zur Verteidigung der Hamas-Charta am nächsten Tag waren um so überraschender. Die Charta, ein ausführliches, mehrteiliges Gründungsdokument, das 1988 zusammengestellt wurde, beinhaltet mehrere Abschnitte, die weithin als antisemitische verurteilt wurden.“ Die Behauptung, dass diese Abschnitt nur „weithin als antisemitisch verurteilt wurden“ ist die Art wie ein Journalist es ablehnt sich selbst mit den Abschnitten selbst abzumühen. Es ist so, als würde man übe Auschwitz sagen, es werde „weithin als Gaskammern zu haben verurteilt“, statt zu schreiben:„In Auschwitz gab es Gaskammern“. Die Hamas wird nicht „weithin als antisemitische verurteilt“, sie ist antisemitisch. Warum können Journalisten und Kommentatoren das dann nicht sagen? Abu Marzuks Erklärung für die Neonazi-Charta? „Wir haben viele, viele Sorten von Politik, die nichts mit der Charta zu tun haben.“

Das ist so, als hätte im 19. Jahrhundert US-Präsident Andrew Jackson gesagt: „Wir haben viele Sorten von Politik, die nichts mit Sklaverei zu tun haben.“

Stimmt, aber habt ihr Sklaverei? Die Hamas will das Beste aus beiden Welten haben; sie will eine faschistische, antisemitische, radikal rechte Organisation sein und in der Linken Leute haben, die losrennen, um sie reinzuwaschen. Und das bekommt sie. Sie bekommt über die Jahre nicht durch große Medien nur ihre Reinwaschung, sie bekommt sogar jüdische Zeitungen, die losrennen und sie um Interviews anbetteln. Das ist die extreme Ironie ein Hamasführer zu sein. Einerseits sagen sie: „Juden sind Affen und kontrollieren die Welt.“ Und ein jüdischer Journalist schreibt der Hamas E-Mails, in denen es heißt: „Bitte gegen Sie mir ein Interview.“ Ein solches Interview findet nicht statt, weil die Hamas „gemäßigter“ wird, sondern weil die Hamas es gelernt hat, dass ihr, egal wie gehässig sie ist, immer einen roten Teppich bekommt. Man sollte glauben, dass Journalisten in Sachen solcher Interviews eine rote Linie haben. Hätte Heinrich Himmler 1944 in Auschwitz ein Interview gegeben, um ihm seine „sich mäßigende“ Haltung zu zeigen? Vermutlich. Weil er nur „weithin als antisemitisch angesehen“ wird. Er könnte ein Moderater mit einem Sozialprogramm sein.

Norman Finkelstein schrieb 2009 in Counterpuch: „Die Hamas signalisierte, dass sie eine diplomatische Regelung des Konflikts will … Hamas signalisierte, dass sie sich dem internationalen Konsens anschließt.“ Die Hamas sei das Opfer eines von Israel, den USA und der palästinensischen Autonomiebehörde geplanten „Putsches“. Im Verlauf der Jahre gewann die Hamas viele Stimmen im Westen, die von ihrer „sich mäßigende“ Einstellung erzählen. 2011 schrieb Peter Beinart im Daily Beast: „In der Politik der USA und Israels gegenüber der Hama ist eine Veränderung lange überfällig.“ Er behauptete die Organisation halte eine De-facto-Waffenstillstand ein und „seine zwei obersten Führer haben beide gesagt, die Hamas würde einen Zweistaaten-Handel akzeptieren.“ Hamas war „auf viele Weisen widerwärtig“, aber Israel betreibe eine „unmoralische, verfehlte Politik“, indem es die Hamas nicht in einer palästinensischen Einheitsregierung begrüßt.

In diesem Konzept der „Mäßigung“ ist die Hamas irgendwie jeden Tag gut, sie ermordet niemanden. Wie wäre es damit die rassistische Charta abzumildern? Der Grund, dass es um die Hamas seit Jahren keinen „Cordon sanitaire“ gab, wie um Jean-Marie Le Pen in Frankreich oder Jörg Haider in Österreich, besteht darin, dass viele in der Linken das Gefühl hatten, die Hamas sei Teil ihrer „antiimperialistischen“ Ideologie. Judith Butler sagte 2006: „Es ist extrem wichtig die Hamas, die Hisbollah als Sozialbewegungen verstehen, die progressiv sind, die links sind, die Teil der globalen Linken sind.“ Sie klärte in ihrem Interview 2012 ihre Ansicht mit der Behauptung: „Es erschien mir immer absurd, dass meine Äußerungen so aufgefasst wurden, dass ich Hamas und Hisbollah unterstütze oder begrüße… ich gebe nicht allen Gruppen, die aktuell die globale Linke ausmachen, meine bedingungslose Unterstützung.“

Es ist aber keine Frage Unterstützung zu geben, es ist eine Frage der Verurteilung des Antisemitismus der Hamas. In einem Interview von 2014 wollte sie die Hamas nicht als antisemitisch bezeichnen, sondern nur als „schädlich“; sie behauptete: „Innerhalb der Hamas gibt es einiges an veröffentlichter Diskussion.“ Beachten Sie, wie jeder Kommentierende immer behauptet, es gäbe innerhalb der Hamas „Diskussionen“, als ob eine Gruppe, die erklärtermaßen antisemitisch ist, irgendwie akzeptabel sei, solange ein paar ihrer Propagandisten behaupten, sie seien nicht alle rassistisch.

Die rechtsradikalen Ansichten der fundamentalistischen, extrem konservativen Hamas mit der „globalen Linken“ in Zusammenhang zu bringen ist so, als würde man behaupten der Ku-Klux-Klan und die Nazis seien Teil der globalen Linken, weil sie „antiimperialistisch“ seien.

Das ist unsinnig. Und doch ist der Versuch die Hamas nicht nur reinzuwaschen, sondern oft fehlende Sachkenntnis geltend zu machen, wenn man gebeten wird sich zu entscheiden ob sie antisemitisch ist, während man gleichzeitig behauptet Sachkenntnis zu „internen Hamas-Diskussion“ zu haben, ist das, wie eine stille Hamas-Lobby Jahre lang versucht hat eine falsche Moderatheit zu schaffen und Ausreden für die die Wirklichkeit zu haben.

Das ist eine selbsterfüllende Prophetie. Egal, was die USA und Israel tun, sie werden immer für den Extremismus der Hamas verantwortlich gemacht.

2009 schrieb Nathan Stock im Christian Science Monitor, dass wir „mit der Hamas reden“ müssen oder Radikalisierung entgegensehen.

„Heute führen der fehlende US-Dialog mit der Hamas und die Mäßigung der Gruppe zur Formierung einer neuen, gefährlicheren Verweigerungsgruppe.“

„Warum sollten der Westen und Israel mit der Hamas reden?“, schrieb die ehemalige UNO-Beamtin Saskia Marsh 2016 in Al-Jazira. „Holt die Terrorgruppe aus der Kälte“, schrieb sie. „Die Abmilderung [der Hamas] wird untergraben – durch eine Jahrzehnte dauernden Blockade von Handel und Bewegung in den Gazastreifen hinein und hinaus.“ Doch die Hamas ist vor 2006, als sie im Gazastreifen die Kontrolle übernahm. Sie hätte seitdem moderater werden, ihre Charta reformieren, Demokratie begrüßen und Wahlen mit mehreren Parteien abhalten können. Sie hätte Liberalismus einführen können. Zu behaupten die Blockade höhle die Mäßigung aus, zäumt das Pferd von hinten auf.“

Patrick Truffer schrieb 2012 für die Universität St. Andrews: „Die Hamas könnte ihren Kurs nach der Übernahme der poltischen Verantwortlichkeit mäßigen. Die Teilnahem der Hamas an Wahlen kann als Zeichen der Mäßigung interpretiert werden.“ War das bei den Nazis der Fall? Haben sie sich „gemäßigt“, sobald sie an der Macht waren? Bestimmt hätte der KK sich ebenfalls gemäßigt.

Wenn wir die endlose Armee an stimmen über die „gemäßigte“ Hamas reden hören, müssen uns wundern. Würde es eine christliche Version der Hamas geben, die sich in Europa zur Wahl stellt, wäre sie dann Teil der „globalen Linken“? Würden jüdische Journalisten und Zeitungen loseilen, um sie menschlich zu machen und ihr eine Plattform geben, um sie aus der Kälte zu holen? Würden die Linken sie mit solchem Verständnis mit offenen Armen begrüßen? Wir haben reichlich Beweise, dass Gruppen, die sich nur ein Prozent des Hasses der Hamas zueigen machen, als Rechtsextreme und Rassisten betrachten, wenn sie in den USA und Europa auftauchen. Die „alternative Rechte“ ist 0,01% so antisemitisch wie die Hamas und wird trotzdem beschimpft. Das ist nur ein weiteres Beweisstück der Bevorzugung der Islamisten, des Privilegs, dass Islamist zu sein mit sich bringt. Es gestattet einem antisemitisch, Neonazi und hasserfüllt zu sein und stets als „gemäßigt“ bezeichnet zu werden. Bedauerlicherweise könnte die Hamas ihre Charta 30 Jahre zu spät ändern, doch die Realität des Reinwaschungsschar westlicher Hamas-Schmeichler wird sich nicht ändern.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (5. – 11. Februar 2017)

Sonntag, 05.02.2017:

Es heißt Israel habe der Hamas angeboten den Bruder eines ranghohen Hamas-Typen im Tausch gegen einen der beiden vermutlich festgehalten Israelis freizulassen. Die Hamas lehnte ab, der Deal sei nicht ausreichend.

Drei junge Männer aus Deir Abu Meschal bei Ramallah wurden wegen Brandstiftung angeklagt; sie hatten im November in Halamisch Brände gelegt.

Drei weiteren Arabern wird von einem Militärgericht vorgeworfen im November in Neve Tzuf Feuer gelegt zu haben.

Montag, 06.02.2017:

Die Sicherheitsbehörden verkündeten, dass sie eine Hamaszelle ausgehoben und damit eine Serie an Terroranschlägen auf Juden im Raum Hebron verhindert haben. Die Terroristen wollten Juden entführen, mit Steinwürfen und mit Schüssen töten. Sie hatten außerdem über illegale Beschäftigung in Israel Ziele im Raum Haifa ausgekundschaftet.
Die drei Männer wurden jetzt in Jerusalem wegen Vorbereitung von Terroranschlägen angeklagt.

Eine Salafistengruppe hat die Verantwortung für die Rakete vom Morgen übernommen. Sie beschuldigt die Hamas die Aktivitäten ihrer Terroristen zu behindern und diese zu foltern.

Aus dem Gazastreifen gab es heute zwei Angriffe auf Israel, einen mit einer Rakete, einen mit leichten Waffen. Israel schoss zurück. Und die Hamas fordert von der internationalen Gemeinschaft „die Besatzung und ihre Aggression im Zaum zu halten“; Israel würde die Lage eskalieren. Und sie tönt, dass sie die „Eskalation der IDF gegen die Menschen des Gazastreifens nicht zulassen“ werde.

Dienstag, 07.02.2017:

Shin Bet, IDF und Polizei konnten eine Terrorzelle hochnehmen, die für eine Reihe Anschläge mit Molotowcocktails entlang der Schnellstraßen 443 und 436 verantwortlich ist.

Mittwoch, 08.02.2017:

PA-Premierminister Rami Hamdallah forderte anlässlich der Premiere eines Films über den Terrorfürsten Marwan Barghouti (sitzt fünfmal Lebenslänglich wegen Mord im Gefängnis), dass diesem der Friedensnobelpreis verliehen werden soll.

Der Shin Bet veröffentlichte heute, dass er eine Operation von Hamas und Islamischem Jihad aufgedeckt hat, über die Bargeld aus dem Gazastreifen nach Judäa/Samaria geschickt wird, um damit Terror zu finanzieren.

Mahmud Abbas droht wieder, im französischen Senat: Die israelische „Kolonisierung“ könnte dafür sorgen die Sicherheitskooperation zu beenden.
Und der französische Botschafter tönt „schön“: Die Internationale Gemeinschaft fragt sich, ob sie Israel noch trauen kann. (Die umgekehrte Frage wäre wohl angemessener. Mal ganz abgesehen davon oder auch weil sie sich nicht darum kümmert, was die Araber so alles an Verbrechen begehen.)

Donnerstag, 09.02.2017:

Für den gestrigen Raketenangriff auf Eilat erklärte sich der IS verantwortlich. Dabei kam auch heraus, dass anscheinend der IS jetzt die Gaza-Tunnel kontrolliert.

Freitag, 10.02.2017:

Familienmitgliedern des Terroristen, der gestern in Petach Tikva zu morden versuchte, wurden ihre Einreisegenehmigungen nach Israel entzogen.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (29. Januar – 4. Februar 2017)

Sonntag, 29.01.2017:

Die Terroranschläge der PalAraber gehen unvermindert weiter; dabei nimmt die Zahl der Anschläge mit Schusswaffen in letzter Zeit zu.

Die Fatah feierte wieder zwei üble Terroristen und ihre Anschläge mit der Vorstellung der vorbildlichen „Märtyrer“, denen man nacheifern soll.

Zwei jüdische Jugendliche zeigten am Donnerstag bei der Polizei der Altstadt von Jerusalem an, dass sie von einem Araber angegriffen wurden. Die Polizei nahm den Angreifer und die Jugendlichen fest. Der Araber wurde nach der Befragung ohne Auflagen wieder freigelassen, die Jugendlichen nicht; sie sollten einen 15-tägigen Platzverweis unterschreiben, was sie ablehnten. Bei einer gerichtlichen Anhörung am Freitag ordnete der Richter die Freilassung der Jugendlichen ohne Auflagen an.

Montag, 30.01.2017:

Bei einem Mord in Haifa Anfang Januar handelte es sich um einen Terroranschlag, bestätigte die Polizei am Morgen. Die Behörden hatten sich bis zur Anklage des Täters nicht in dieser Richtung äußern wollen. Der Mann hatte zuerst einen hareidischen Juden mit Schüssen schwer verletzt, dann auf dem Weg zurück in sein Viertel auf eine Frau geschossen (aber nicht getroffen) und begegente dann einem weiteren Juden, für den die Schüsse tödlich waren. Mit angeklagt sind zwei weitere israelische Araber, die dem Mörder bei der Flucht halfen.
Als Grund für seine Mordversuche gab der Terrorist an, er sei von seiner Freundin „Juden-Liebhaber“ genannt worden.

Fatah betreibt einen eigenen Fernsehsender. Dort war jetzt ein Video zu sehen: „Allah, gewähre uns Märtyrertum … eine Million Bräutigame und Bräute … haben den Ehevertrag mit Blut geschrieben“.

Die Angriffe mit Steinen und Felsbrocken auf israelische Autofahrer hat nicht nur quantitativ zugenommen, sondern werden auch immer heftiger.

Die Fatah hat die aktiven Planungen schon begonnen: Wenn die US-Botschaft nach Jerusalem verlegt wird, wollen sie eine intensive Terrorkampagne starten.

Dienstag, 31.01.2017:

Die Hamas lässt wissen, ein Kabinett-Bericht zum Umgang mit den Tunneln beweise, dass sie den Krieg von 2014 gewonnen hat.

Der Zoo von Ramat Gan hat einem PA-Zoo in Samaria 4 Zebras überlassen; sie wurden von der Zivilverwaltung (COGAT) dorthin gebracht.

Mittwoch, 01.02.2017:

Terror-Gedichte für Kinder im PA-TV: „Schlachtet die Israelis“, „aus meinem Felsbrocken ist eine AK-47 geworden“, „Unser Blut ist Nahrung für die Revolution“, „Yassir Arafat, für dich werden wir sterben“.

Die Auto-Waschstraße zweier Terroristen, die im November Bomben gegen Israelis gelegt hatten, wurde jetzt von der IDF geschlossen.

Ein im Gefängnis Nafcha einsitzender Hamas-Terrorist versuchte einen Gefängniswärter zu erstechen. Er wurde überwältigt.

Donnerstag, 02.02.2017:

Mittwoch lehnten Bauunternehmer Lieferungen Baumaterial (Zement, Schotter, Eisen) von aus Israel ab – nicht weil sie aus Israel importiert wurden, sondern weil die Hamas das Material enorm besteuert und die Unternehmer sagen, sie können keinen Profit mehr machen, wenn sie das zahlen.